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Die Zeitung für Medizinstudenten

ZEITUNG

Digitaler Nachschlag der Ausgabe 03/13 · Juli/August 2013 · In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag · www.medi-

Digitaler Nachschlag

Krankenhausmanagement

Im eigene Rhythmus ans Ziel

Was zieh ich an?

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Die Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung Lernstress? Wir haben ein paar Tipps, wie du mit 03/2013 behandelt die Verwaltungsvorgänge dem ganzen Stress umgehen kannst. Wir haben uns im Forum umgehört und die wichim Krankhaus und bietet dir einen Eintigsten Tipps, Tricks und Erfahrungen für blick in die Weiterbildung im Bereich des

Die mündliche Prüfung steht vor der Tür, die Nervosität ist groß. Hinzu kommt noch weitere Aufregung und die Frage: Welche Kleidung ist passend? Wir haben ein paar

Willkommen! Ausländische Ärzte in Deutschland Nina Dalitz (MEDI-LEARN)

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s wird oft darüber geklagt, wie viele deutsche Ärzte ins Ausland abwandern. In die Schweiz, nach Schweden, nach England. Mühsam und für viel Geld werden die Mediziner an heimischen Unis ausgebildet und dann stellen sie ihre Arbeitskraft einfach einem anderen Land zur Verfügung. Tatsächlich sind aktuell 19.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig. Es muss aber auch Gründe geben, den umgekehrten Weg anzutreten: extra nach Deutschland zu ziehen, um hier eine Stelle anzutreten. Denn rund 22.000 Ärzte aus dem Ausland sind zurzeit in Deutschland berufstätig. Ob der im Ausland erworbene Studienabschluss oder die Facharztweiterbildung hier anerkannt werden, hängt von der Art der Qualifikation, dem Staat, in dem diese erworben wurde und von der Staatsbürgerschaft des Arztes ab.

im Jahr 2005 auf 22.000 im Jahr 2010 stieg.

die Meisten koMMen aus anderen staaten der eu Die meisten ausländischen Ärzte in Deutschland kommen von nicht allzu weit her, nämlich aus Europa. Insgesamt 11.700 aus anderen Staaten der EU, 4.300 aus dem restlichen Europa. Den größten Anteil machen

71.000 Patienten mit ausländischem Hauptwohnsitz, die sich zum Beispiel 2008 in deutschen Kliniken behandeln ließen. Auch Ärzte zieht es nach Deutschland. Der gute Ruf der Klinken ist dabei nicht der einzige Grund. Je nach Herkunftsland spielen auch Arbeitslosigkeit, schlechte Bezahlung oder die Arbeitsbelastung eine mehr oder weniger bedeutende Rolle für den Umzug.

aPProbation oder zuMindest beruFserlaubnis Denn Mediziner mit Abschlüssen aus anderen Ländern benötigen zur Berufsausübung ebenso wie in Deutschland ausgebildete Ärzte eine Approbation oder zumindest eine Berufserlaubnis:

deutschland - ein einwanderungsland? Aktuell haben 15,7 Millionen der Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund. Das sind fast 20 Prozent. Von ihnen ist ein Drittel hier geboren, zwei Drittel sind zugewandert. 6,8 Millionen haben sogar ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit. So ist es keine Überraschung, dass auch immer mehr Ärzte aus anderen Ländern in Deutschland anzutreffen sind. In der letzten Zeit ließen sich jährlich zwischen 1.000 und 2.000 ausländische Ärzte hier nieder. Das führte dazu, dass die Gesamtzahl der berufstätigen ausländischen Ärzte von 12.000 im Jahr 2000 über 15.000

Stadt fixiert ist. Das sieht in vielen Ländern anders aus: dort muss zum Teil mehrere Jahre auf die gewünschte Fachrichtung „gewartet“ werden. Weiterhin wird in nicht wenigen Ländern Deutsch in der Schule gelehrt, sodass bei den Medizinern zumindest schon Grundkenntnisse vorhanden sind. Außerdem erkennt Deutschland Medizinstudienabschlüsse aus der EU (wenn auch der Arzt selbst EU-Bürger ist) ohne Probleme an und verlangt im Gegensatz zu einigen anderen Staaten keine weiteren Prüfungen oder Ähnliches.

die aPProbation ist die beruFszulassung.

uneingeschrÄnkte

dabei die 1.900 Österreicher aus. Es folgen Griechen (1.700), Russen (1.500) und Polen (1.400). Insgesamt sind 3.800 der berufstätigen Ärzte in unserem Land aus Asien, 1.000 aus Afrika und nur eine Minderheit aus Amerika, Australien und sonstigen Staaten.

der gute ruF Dem guten Ruf der deutschen Klinik folgen also nicht nur die

Wenn ein Arzt in einem anderen Land beschließt, ins Ausland zu gehen, dann fällt die Wahl, zumindest bei Ärzten aus der EU, nicht selten auf Deutschland. Einerseits gibt es in unserem Land immer noch recht viele freie Stellen – man muss ich nur den dicken Stellenteil des Ärzteblattes ansehen. Sogar die Fachrichtung ist frei wählbar, wenn der Bewerber nicht zu sehr auf ein bestimmtes Krankenhaus oder eine bestimmte

• Ein Recht auf ein Approbationsverfahren haben EU-Angehörige, Angehörige weiterer Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), also Island, Liechtenstein und Norwegen sowie Angehörige der Schweiz. Dasselbe gilt für Spätaussiedler, da sie deutsche Staatsangehörige sind. Für all diese Gruppen wird die Approbation in der Regel ohne Probleme erteilt. Fortsetzung auf Seite 2


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Ausländische Ärzte in Deutschland Fortsetzung von Seite 1 Voraussetzung ist, dass der Studienabschluss ebenfalls in einem der genannten Länder erfolgte. Andernfalls nur in Ausnahmefällen (s. Broschüre des Bundesamtes für Migration). • Angehörige von EU- und EWRStaaten sowie der Schweiz, die ihr Medizinstudium in einem anderen Staat („Drittstaat“) erworben haben, haben ebenfalls ein Recht auf ein Approbationsverfahren. Hier wird aber jeweils individuell die Gleichwertigkeit mit dem deutschen Medizinstudium geprüft. Bestehen Lücken, muss in diesen Bereichen eine Prüfung abgelegt werden, die je nach Bundesland anders geregelt ist. Eine Berufserlaubnis genehmigt die ärztliche Tätigkeit für einen bestimmten Zeitraum (meist 4 Jahre) und eine bestimmte Region, oft so-

gar nur eine bestimmte Stelle. Eine Niederlassung ist nicht möglich. Auf begründeten Antrag kann die Erlaubnis verlängert werden. Voraussetzung für eine Berufserlaubnis sind unter anderem eine Aufenthalts- und eine Arbeitserlaubnis für Deutschland. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Anträge und die dafür benötigten Unterlagen. Unterlagen, die nicht in deutscher Sprache vorliegen, müssen übersetzt werden, und zwar von einem vereidigten Übersetzer. Liegen alle Unterlagen vor, dauert das Verfahren zur Erteilung der Berufserlaubnis zwischen zwei und sechs Wochen. Ein Verfahren zur Approbation kann mehrere Monate dauern. Zur Überbrückung wird dann auf Antrag eine befristete Berufserlaubnis erteilt.

Facharzttitel aus der EU werden direkt anerkannt

Eine Facharztweiterbildung in Deutschland ist sowohl mit Berufserlaubnis als auch mit Approbation möglich. Wurde im Ausland bereits ein Facharzttitel erworben, muss dieser in einem separaten Verfahren anerkannt werden (zunächst Approbation oder Berufserlaubnis beantragen). Facharzttitel aus EU-Staaten, dem EWR und der Schweiz werden in Deutschland meist direkt anerkannt. Wenn nur ein Teil der Facharzt-Weiterbildung in diesen Staaten erfolgt ist, kann sie meist ohne größere Probleme in Deutschland fortgesetzt werden. Bei FacharztDiplomen aus Drittstaaten wird oft nur ein Teil der Qualifikationen als gleichwertig anerkannt. Dann ist in

Deutschland noch eine mindestens 15-monatige Weiterbildung im jeweiligen Fach mit abschließender Facharztprüfung zu absolvieren.

Deutsche gehen nach Grossbritannien, in die USA und die Schweiz Bekannter ist häufig der umgekehrte Prozess: Ärzte, die aus Deutschland in andere Länder „flüchten“. Im Jahr 2007 waren 19.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig. Die meisten davon in den USA (5.800), Großbritannien (4.100), der Schweiz (2.600), Österreich (1.500) und Schweden (1.100). Die Tendenz der Ärzte, Deutschland zu verlassen, ist steigend. Waren es im Jahr 2001 noch 1.400, gingen 2007 bereits 2.400 Mediziner ins Ausland und 2010 schließlich 3.200. Davon waren aber knapp ein Drittel ausländische Ärzte, die zum Beispiel in ihre Heimatländer zurückkehrten.

Weiterbildung im Krankenhausmanagement Fortsetzung aus der MEDI-LEARN Zeitung 03/2013

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nschließend wurde ich für zwei Monate in die Leistungsabteilung eingearbeitet. Dort erfolgt die Abrechnung der stationären und ambulanten Krankenhausleistungen. Danach war ich für zwei Monate in der Wirtschaftsabteilung eingesetzt, wo ich mehr über die Erfordernisse der Materialwirtschaft in einem Krankenhaus erfuhr. Ich wurde zu vielen Gesprächen und Sitzungen mitgenommen und erhielt auch Einblicke in Bau- und sonstige Investitionsplanungen. Nach einem weiteren Monat in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit folgte dann eine dreimonatige Rotation in ein anderes der teilnehmenden Krankenhäuser. Dort war ich im Medizin-Controlling eingesetzt, das die Korrespondenz mit Kostenträgern (Krankenkassen) bei strittigen Rechnungen übernimmt. Zudem finden dort regelmäßige Besprechungen strittiger Fälle mit den verantwortlichen Oberärzten statt. In einer anschließenden dreimonatigen Rotation war ich schwerpunkt-

mäßig im Qualitätsmanagement eines Duisburger Krankenhauses tätig. Dort durfte ich unter anderem die Zertifizierung eines Prostatakarzinomzentrums begleiten. Daneben beschäftigte ich mich mit der Erstellung eines Risikoinventars. Für die letzten sechs Monate des Programms kehrte ich dann wieder in mein ursprüngliches Krankenhaus zurück. Dort durchlaufe ich zurzeit die Abteilungen Personal, Controlling, Rechnungswesen und Qualitätsmanagement für jeweils ein bis zwei Monate. Zum Abschluss bekomme ich ein Zertifikat über die Teilnahme vom BBDK verliehen. Leistungsnachweise dafür sind nur die regelmäßige Anwesenheit, die Teilnahme an insgesamt acht theoretischen Seminaren (im Ganzen 20 Tage, teilweise auch Samstage) und eine Projektarbeit, die während der Rotationszeit zusammen mit den Stamm-Trainees der Rotationshäuser erstellt werden muss. Es erfolgt zwar keine Benotung der Arbeit, aber sie muss nach Ab-

gabe einer Jury als Präsentation bekannt gemacht werden. Die beste Ausarbeitung wird dann auf einem jährlichen Kolloquium des BBDK vor rund 200 Teilnehmern (hauptsächlich Geschäftsführer verschiedener Krankenhäuser) vorgestellt.

Fazit Als zukünftige Betätigungsfelder für Personen aus dem ärztlichen Bereich bieten sich vor allem Medizincontrolling und Qualitätsmanagement an. Dieses Weiterbildungsprogramm bietet eine gute Gelegenheit, als Quereinsteiger in das Krankenhausmanagement hineinzukommen. Trotzdem wird im Anschluss meist noch ein weiteres, berufsbegleitendes Studium empfohlen, um betriebswirtschaftliche Theoriekenntnisse zu vertiefen. Für Fachärzte dagegen ist dies meist nicht erforderlich, um direkt in attraktive Führungspositionen in der Krankenhausverwaltung oderin Krankenhausberatungsunternehmen einsteigen zu können.

Nicht wirklich empfehlen würde ich das Programm jenen, die schon mehr als die Hälfte der Ausbildung zum Facharzt hinter sich haben. Die monatliche Vergütung ist doch ein gewisser Einschnitt, und als Facharzt hat man zudem bessere Optionen für einen Quereinstieg. Gut geeignet ist das Programm dagegen für Unentschlossene wie mich, weil man ohne Probleme danach seine ärztliche Weiterbildung fortsetzen kann. Durch die Zusatzqualifikation hat man dann aber einen Bewerbungsvorteil. Ich für meinen Teil habe mich entschieden, vorerst doch wieder in den ärztlichen Beruf zurückzukehren, um den Facharzt zu machen. Danach hätte ich allerdings durch die Absolvierung des Programms eine gute Alternativoption, in den Verwaltungsbereich umzuschwenken, und weiß bereits, was mich dort erwarten würde. In Zeiten zunehmender Arbeitsverdichtung und Personalmangels im ärztlichen Bereich ein beruhigender Gedanke.


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Im eigenen Rhythmus ans Ziel Tipps für den Umgang mit Lernstress MEDI-LEARN Redaktion

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n unserem Forum tauschen Studenten zahlreiche Erfahrungen aus. So auch zum Umgang mit Prüfungen. Im folgenden Artikel haben wir die wichtigsten Botschaften dieser Erfahrungen von Medizinstudenten beim Umgang mit Lernstress zusammengefasst. Ein Spaziergang wird das Medizinstudium sowieso nicht, und das war dir natürlich schon damals bei der Entscheidung für dieses Fach klar. Aber dass du gleich in den ersten Semestern vor solchen Bücherstapeln sitzt und oft für mehrere Prüfungen gleichzeitig lernen musst, lässt nun doch Zweifel aufkommen: Kann ich das wirklich schaffen?! Ja, sehr wahrscheinlich kannst du das. Und damit aus deinen Zweifeln nicht irgendwann die totale Verzweiflung wird, haben wir für dich ein paar bewährte Tipps für den Umgang mit Lernstress zusammengestellt, die wir einer Diskussion unter Benutzern in den MEDI-LEARN Foren entnommen haben. Fast alle diese Empfehlungen lassen sich auf einen einzigen Nenner bringen: Ausgewogenheit. Egal wie viele Klausuren du demnächst schreibst – es ist trotzdem ausnahmslos falsch, dein Leben ganz dem Lernen

widmen zu wollen: Wenn du zu wenig schläfst, keine Pausen einlegst, dir kaum Zeit fürs Essen nimmst, dich zu wenig bewegst … dann lernst du einfach nur schlechter und bekommst immer noch mehr Angst. In letzter Konsequenz riskierst du mit diesem Verhalten sogar eine Depression, die dann erst recht deinen Erfolg im Studium gefährdet. Vermeide es deshalb, den ganzen Tag zu Hause am Schreibtisch zu sitzen und dir nebenher eine Tiefkühl-Pizza warm zu machen. Verabrede dich stattdessen lieber mit ein paar Kommilitonen in der Mensa oder zum gemeinsamen Kochen. Das sorgt für einen abwechslungsreicheren Speiseplan und zugleich für soziale Kontakte, was ebenso wichtig ist. Idealerweise trefft ihr euch nicht nur zum Essen, sondern lernt auch gemeinsam. Was uns jemand gesagt hat, merken wir uns meist leichter als das, was wir in

einem Buch gelesen haben. Und indem wir anderen etwas erklären, verstehen wir es selbst viel besser. Wahrscheinlich ergeben sich aus dem Lernen mit anderen Ideen für gemeinsame Aktivitäten in der Freizeit – idealerweise Sport, der in solchen Zeiten als Ausgleich für Körper und Geist wahre Wunder wirkt. Kino oder Kneipe am Abend gehen zwar auch, sind aber viel weniger effektiv. Die Lerngruppe sorgt außerdem dafür, dass du tagsüber die unverzichtbaren Pausen nicht vergisst oder in diesen bloß stumm vor dem Computer hängen bleibst. So wie der ganze Körper brauchen deine Augen zwischendurch immer mal Erholung von der Schreibtischarbeit, denn ständiges Sehen auf kurze Entfernung ist für sie besonders anstrengend. Lernen mit anderen ist fast immer besser – aber keinesfalls solltest du dich mit diesen anderen vergleichen: Jeder Mensch hat unterschiedliche Voraussetzungen, was das tägliche Pensum, die sozialen Bedürfnisse und vieles mehr angeht. Manche können an einem Tag länger lernen als du, aber vielleicht brauchen die auch länger, um sich alles zu merken. Letztlich ist das völlig egal, denn schaffen musst du ja nur dein eigenes

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Studium. Also finde deinen eigenen Lern-Rhythmus und vertraue dir selbst, dass genau der dich ans Ziel bringen wird. Zu diesem Rhythmus sollten auch regelmäßige Termine in der Freizeit gehören. Wenn zum Beispiel jeden Mittwoch Mädelsabend angesagt ist, dann brauchst du nicht jedes Mal ein schlechtes Gewissen haben, dass du in diesen Stunden nicht lernst. Der Mädelsabend ist schließlich ein wichtiger Teil der Lernwoche, auf den du dich schon vorher freuen kannst und der dich auf andere Gedanken bringt. Am nächsten Tag bist du dann frischer und motivierter, wodurch das Lernen letztlich viel besser klappt, als wenn du dich sieben Tage pro Woche an den Schreibtisch zu ketten versuchst. Du merkst schon: zu viel ist genau so schädlich wie zu wenig. Sicher kannst du dir für morgen zwölf Stunden intensives Lesen und 500 Seiten Stoff vornehmen. Genau so sicher wirst du dich anschließend schlecht fühlen, weil das natürlich von vornherein nicht zu schaffen war. Eventuell hast du angesichts der totalen Überforderung das Lernen erst stundenlang vor dir her geschoben und schon deshalb viel weniger zustande gebracht, als es bei realistischer Zielsetzung möglich gewesen wäre. Gleiches gilt für die Auswahl der Bücher: Es müssen nicht immer die ganz dicken Standardwerke sein. Mithilfe eines Skripts oder Kurzlehrbuches die wesentlichen Grundlagen verstehen und abrufen zu können, ist für das Bestehen der meisten Testate und Klausuren meist ausreichend. Lass dir ruhig noch ein paar Details für deine Facharzt-Ausbildung übrig. Im Moment geht es nur um die eine Prüfung, die demnächst dran ist. Und wenn es für die dann ausnahmsweise doch mal nicht im ersten Anlauf gereicht hat – Nerven behalten! Jede Prüfung kann man wiederholen. Das ist nicht zufällig so, denn irgendwann passiert es jedem und ist wirklich keine Schande.


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Was zieh’ ich an? Die Kleidung zur Prüfung von Ines Hansen (MEDI-LEARN Redaktion)

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ie mündliche Prüfung steht vor der Tür. Zur allgemeinen Aufregung kommt die Aufregung im Hinblick auf die Frage nach der passenden Kleidung. Im Physikum damals war das einfacher. Schließlich gab es da nur einen Teil. Eine Patientenuntersuchung wie am Ende des Studiums gab es nicht. Aber ge-

Forum abzulesen ist. Beginnen wir mit den Herren der Schöpfung, die es scheinbar ein klitzekleines bisschen einfacher haben. Im Forum werden durchweg Hinweise gegeben, dass der Patiententeil im Anzug mit Kittel statt Jackett durchgeführt wurde. Variiert wurde lediglich das Tragen der Krawatte,

nau die macht es so schwierig. Für den reinen Prüfungsteil eine „Verkleidung“ in Form von Anzug oder Kostüm anzulegen scheint machbar. Aber in dieser Art der Kleidung, die ohnehin ungewohnt ist, zum Patienten zu marschieren? Schwer vorstellbar. Theoretisch wäre da ja die Möglichkeit, während der Prüfung die Kleidung zu wechseln. Allerdings spricht die häufig knapp bemessene Zeit zwischen beiden Prüfungsteilen dagegen. Viele Prüflinge ziehen es vor, diese Zeit zum letztmaligen Nachschlagen oder zum Essen zu verwenden. Da können sich diejenigen glücklich schätzen, deren Prüfungsteile auf mehrere Tage verteilt sind. Obwohl das nicht unbedingt die Probleme löst, wie an den Erfahrungsberichten im MEDI-LEARN

die von einigen erst für den zweiten Prüfungsteil angelegt wurde. Die etwas legereren Prüflinge statteten sich mit Jeans, Hemd und Kittel aus. Das Arrangement änderte sich dann im zweiten Teil, der Kittel blieb im Krankenhaus, nun kamen Pullover und Jackett zum Einsatz. Etwas schwieriger gestaltet sich die Kleiderfrage für die Damen, die ohnehin immer die Qual der Wahl haben. Kostüme wurden von den meisten weiblichen Nutzern als zu elegant fürs Krankenhaus bewertet. Zudem wurde der Gedanke laut, dass ein Rock oder ein Kleid unterm Kittel merkwürdig aussieht. Deswegen bevorzugen die weiblichen Prüflinge dunkle Stoffhosen und etwas elegantere Blusen, manche tragen einen Blazer dazu. Für die Damen war die Frage hier allerdings noch nicht

erledigt, denn barfuss wollte keine von ihnen zur Prüfung. Empfohlen wurde, bei der Auswahl der Schuhe vor allem auf die Absatzhöhe und Absatzbreite zu achten. Langes Stehen und einiges Herumgehen während der Prüfung wird ansonsten zur Tortur. Als letzter Punkt für die Damen interessant war die Frage nach dem Verbleib der Haare. Einig waren sich alle, dass gerade in der Prüfung offene Haare nicht passend sind. Bei der Patientenuntersuchung ohnehin

nicht, denn da sind die Haare nur im Weg. Aus der Diskussion lässt sich entnehmen, dass sowohl zusammengebunden wie auch hochgesteckt gleichwertige Optionen sind. Wer also Probleme bei langzeitig hochgesteckten Haaren bekommt, beispielsweise Kopfschmerzen, der kann auf einen Pferdeschwanz oder einen Flechtzopf zurück greifen. Wenn du diese Vorschläge von Kommilitonen berücksichtigt, bleibt nur noch zu sagen: Viel Erfolg bei der Prüfung!

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-262 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Christian Weier (V.i.S.d.P.), Jens Plasger, Ines Hansen, Dipl.-Päd. Kare Ahlschwede (Chef vom Dienst), Dr. med. Marlies Weier, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Layout & Graphik: Kristina Junghans Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www. sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com Erscheinungsort: Marburg Der digitale Nachschlag erscheint zu jeder MEDI-LEARN Zeitung als Ergänzung, die du dir als PDF auf der MEDI-LEARN Seite herunterladen oder online anschauen kannst. Er beinhaltet Fortsetzungen von Artikeln aus der aktuellen Zeitung sowie weitere interessante Artikel und Berichte rund um die Medizin. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungs­berichten und anderen Artikeln und belohnen die

Digitaler Nachschlag 03/2013  
Digitaler Nachschlag 03/2013  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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