MD 58 - Hello Again!

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MD

marketing digest

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22 2012 - ausgabe 58


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Hello again! Wir sinds schon wieder! julia mutter und kevin gerlach

Wen wir in dieser Ausgabe begrüßen wollen? Es sind die „gute alte Zeit“, Retro und Nostalgie, denen wir dieses Mal unsere Aufmerksamkeit schenken wollen. Vielen wird aufgefallen sein, dass in letzter Zeit vermehrt Elemente aus vergangenen, ja zum Teil längst vergessenen Jahrzehnten unser Leben mehr oder weniger bereichern. Zahlreiche Gebiete des Alltags bedienen sich eines Blicks zurück in die Vergangenheit und huldigen in sehnsüchtiger Romantik verflossener Tage. Auch wir haben uns dazu animieren lassen, unseren Fokus auf diese alte - und zugleich neue - Thematik zu richten. Auf den folgenden Seiten erfahrt ihr alles, was ihr schon immer über Retro-Trends wissen wolltet: Wo sie auftauchen, wie sie entstehen und wie sie uns beeinflussen. Auch wir haben uns auf eine Reise in die Vergangenheit begeben. Seht selbst, was wir dabei alles entdeckt haben.

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inhaltsverzeichnis

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3

vorwort

6

voraus in die vergangenheit

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„das hatten wir damals auch schon“

12

leuchttürme auf dem markenmeer

14

interview mit matthias schmidt scholz und friends

20

retro marketing

22

retro style guide bist du retro genug um modern zu sein?

26

must haves - heute wie damals

28

vom konsument zum prosument wenn der kunde mitspricht!

30

i like pforze

31

neue medien - interview mit paul maciejewski

35

„nothing is original“

36

advertorial - gastbeitrag von e-wolff

38

alt vs neu oder neu vs alt?

40

„die rückkehr einer legende...“

42

großes sterben im blätterwald 37 jahre später

44

retro werbung

46

moin moin, grüße aus hamburg

52

refill 12

54

retro trends

58

es war zweimal...

60

ma vie à pforzheim

62

the world isnt as small as a globe

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faszination mad men

66

impressum


Viktor Fleig

Silke Lippok

Kundenberater Volksbank Pforzheim Filiale Haidach

Pforzheim Kundin der Volksbank Pforzheim

Eins mit unseren Kunden. Bei der Volksbank Pforzheim erwarten Sie engagierte Mitarbeiter, die Ihre Anliegen, Vorhaben oder Träume zu ihren eigenen machen. Kompetente Berater, die immer erst dann zufrieden sind, wenn Sie es auch sind. Freundliche Menschen, die „eins mit ihren Kunden“ werden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Platz 1 4. P f o r z h e i m e r

®

KUNDENSPIEGEL

BRANCHENSIEGER Untersucht: 6 Geldinstitute

89,7 % Durchschnittlicher Zufriedenheitsgrad Freundlichkeit: 93,4 % (Platz 1) Beratungsqualität: 89,5 % (Platz 1) Preis/Leistungsverhältnis: 86,1 % (Platz 1) Kundenbefragung 01/2012

N=812 (Geldinstitute) von N=909 (Gesamt) ________________________________________________

MF Consulting Dipl.-Kfm. Marc Loibl www.kundenspiegel.de Tel: 0991/2708847

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www.vbpf.de


Voraus in die Vergangenheit… kevin gerlach und julia Mutter

„Früher war alles besser!“ Jeder kennt doch diesen Spruch, der primär von Älteren, zunehmend aber auch von unserer Generation - oft halb im Scherz, aber dennoch mit einem Fünkchen Wahrheit versehen - ausgesprochen wird. Früher war also alles besser, die gute alte Zeit eben. Als die Sommer noch richtige Sommer waren, jeden Winter von November bis März ein halber Meter Schnee lag und überhaupt: die Welt an sich war damals einfach noch in Ordnung. Wir schwärmen von zeitlosen Kultmarken, tragen Retro-Sonnenbrillen, schauen Remakes von Filmklassikern und genießen - auch hier in dieser Ausgabe des MD natürlich - den Blick zurück in eine bessere Vergangenheit. Aber was ist es eigentlich genau, was uns verträumt, ja geradezu verklärend in die Vergangenheit blicken lässt? Woher kommt die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, die sich im wiederholten Auftreten von Retrotrends niederschlägt? Ist es nur einer von vielen zufälligen Trends, oder ist die Rückwärtsgewandtheit Ausdruck von Ungewissheit, ja sogar Angst vor der Gegenwart und der Zukunft? Sehnen wir uns vielleicht gerade deshalb - auch unbewusst - in die 50er, 60er oder 70er Jahre zurück, weil das Leben damals scheinbar noch einfacher und in unserer Vorstellung nicht von alltäglichen Krisenmeldungen und Untergangsszenarien geprägt war? Wenn wir schon die ganze Zeit davon reden, blicken wir doch einfach einmal zurück. „Gute alte Zeit“ oder „früher“: wann war diese schwammige Zeit überhaupt? Eine präzise Aussage, geschweige denn Definition ist schon hier nicht mehr zu treffen. Genauer betrachtet wird man auch feststellen, dass derartige Schlagworte zu einem überwältigenden Teil nicht mal so sehr als konkrete Huldigung an eine bestimmte Zeitperiode zu verstehen sind, sondern viel eher als versteckte Kritik an der Gegenwart und der jeweiligen allgemeinen Situation des Aussage-Treffenden. Wer so pauschalisierend ausdrückt, dass es in irgendeiner Periode in der Vergangenheit viel besser gewesen sei, drückt doch damit nur aus, wie unzufrieden er mit der Gegenwart

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ist. Erklärungen zum jeweiligen Warum bleibt er meist schuldig. Trotzdem sollte man sich die Hintergründe dieses Trends ein wenig genauer zu Gemüte führen. So wird man zwar keine generelle Definition finden können, aber eines dürfte einem recht schnell bewusst werden. Nämlich dass die „gute alte Zeit“ im täglichen Sprachgebrauch vermutlich - aus naheliegenden Gründen - erst in der Nachkriegszeit beginnt und das Ende irgendwo in den 90ern langsam versandet. 90er Parties und Musik werden speziell von unserer Generation schon Kult-ähnlich gefeiert und liebevoll zurückblickend sprechen bereits wir von „damals“. Als wir noch Kinder waren und noch keine mehr oder weniger sinnvollen Dinge für die Hochschule lernen mussten. Auch ein Blick auf die Retrotrends bestätigt diese grobe zeitliche Einordnung. Zwar werden häufig verschiedene Stile aus vergangenen Jahrzehnten wild durcheinander geworfen und zusammengewürfelt, um dann als einheitlicher Retro-Trend gelebt und insbesondere auch vermarktet und verkauft zu werden, aber die Haupteinflussfaktoren stammen nur allzu oft aus der oben genannten Zeit. Jetzt, mit einem genaueren Terminus der „guten alten Zeit“, erscheint auch eine nähere Analyse der Hintergründe für die Retro-Strömung besser möglich. Ohne es gänzlich gleichsetzen zu wollen, wird bei intensiver Betrachtung deutlich, dass Nostalgie einer der elementaren Bestandteile der augenblicklichen Retrowelle ist. Nostalgie wird in diesem


Kontext als stark idealisierte, wehmütige Hinwendung und Sehnsucht zu vergangenen Zeiten definiert, als Ausweg aus einer schnelllebigen, unübersichtlichen Weltordnung zurück zu Natürlichkeit, Ordnung und Menschlichkeit von einst. Und diese Auslegung - Retro als Ausdruck von Nostalgie - erscheint plausibel, denn Retro deckt keineswegs alle Facetten der Vergangenheit ab. Das Rezept, das hinter Retro steckt, ist bei weitem banaler: Man nehme sich aus seiner Erinnerungskiste einfach einige besonders schöne Highlights, idealisiere sie noch dezent und fertig ist die Wehmut, mit Hilfe derer der Blick zurück besonders idyllisch ausfällt. Der Grund dafür ist auch schnell gefunden: Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich eher an schöne und positive Ereignisse zurückerinnern kann und auch will, als an negative, weniger schöne Geschehnisse. Niemand möchte schließlich auf sein Leben zurückblicken und eingestehen müssen, dass es häufig auch aus Niederlagen und Misserfolgen bestand. Viel lieber wird ein jeder von uns versuchen, diese Negativerlebnisse mithilfe schöner Erinnerungen zu überdecken. Neuanfänge sind zwar immer aufregend und interessant, aber auch mit Schwierigkeiten und mit Problemen

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verbunden. Einfacher und bequemer bleibt immer der Rückzug in Vertrautes und Gewohntes. Blendet man also auf diese Art und Weise die Schattenseiten der Vergangenheit aus, ist die Rückbesinnung auf alte Zeiten nur die logische Konsequenz, die sich durch den Retrotrend zu manifestieren versucht. Hält man nun allerdings Einzelnen den Spiegel zu ihrer Liebe zu Retro vor oder geht gar so weit, ihnen Gegenwartsflucht vorzuwerfen, wird man kaum Einsicht als Antwort erhalten. Niemand möchte hören, dass der Weg zurück nur eine schöngezeichnete Alternative ist, die mit Objektivität kaum begründet werden kann. Viel eher wird man hören, dass Retro doch lediglich der Versuch sei, mit dem Besten der Vergangenheit eine eigene individuelle Identität zu kreieren. Durch die Projektion der selbsterlebten positiven Erinnerungen auf die Gegenwart und die damit verbundene Definition der eigenen Persönlichkeit, möchte man sich von anderen abheben. Wie diesen Beteuerungen nun gegenüberzustehen ist, bleibt jedem selbst überlassen. Den generellen Hang zur Nostalgie erklären diese individuellen Beweggründe nur unvollständig, denn zu berücksichtigen bleibt, dass für das Entstehen von Trends

- im Allgemeinen und dem Retrotrend im Speziellen - unterschiedlichste Faktoren eine Rolle spielen können. Faktoren, die sich gegenseitig bedingen und bei denen oft unvorhersehbar ist, wie sie sich entwickeln. Daran anknüpfend drängt sich die Frage auf, warum Retrowellen im Verlauf der Zeit mal stärker und mal schwächer über das Land schwappen. Hierzu eine schlüssige und eindeutige Erklärung zu finden, ist schwierig, da hier individuelle Hintergründe mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen zu kombinieren sind. Jedoch lassen sich anhand einiger Anhaltspunkte durchaus gewisse Regelmäßigkeiten für die Intensität der Retrowellen ableiten. Die Wiederentdeckung der Vergangenheit ist in diesem Sinne kein neuer Trend, sondern ein Phänomen, das schon unzählige Male beobachtet werden konnte. Selbst die Renaissance war eine Hommage an die Antike, adaptiert auf die speziellen Befindlichkeiten der damaligen Zeit. Es muss also Gründe dafür geben, dass sich der Mensch von Zeit zu Zeit ganz besonders für die Vergangenheit interessiert. Betrachtet man die heutige große Retrowelle und die gesellschaftlichen Hintergründe, leben wir


definitiv in einer Zeit, die sowohl von Krisen und Konflikten geprägt ist, aber auch von schnellem Wandel und Innovation. Finanzkrise, Eurokrise, Konflikte im Irak und in Afghanistan, Klimawandel, Amokläufe und Naturkatastrophen - kein Tag vergeht, in dem die mediale Berichterstattung nicht über eine neue Krise sinniert und dabei Ängste schürt. Was liegt da eher auf der Hand, als sich nach der Vergangenheit zu sehnen, in der es im kollektiven Gedächtnis scheinbar keine Katastrophen und Krisen gab. Und falls doch, wurden diese Probleme ja wohl immer zur Zufriedenheit aller gelöst. Oder etwa nicht? Krisen der Vergangenheit sind für das heutige Empfinden schon gar nicht mehr greifbar und wirken daher prinzipiell eher ungefährlich. Eine nur allzu menschliche Denkweise, die mit der Realität natürlich herzlich wenig zu tun hat. Sicher weiß man, dass es beispielsweise 1929 ebenfalls eine Weltwirtschaftskrise gab, die die Existenz der Menschen damals sogar um ein vielfaches mehr bedroht hat, als heutige Wirtschaftskrisen. Und dennoch neigt man dazu, die damalige Zeit durch eine Sepia-Brille zu betrachten, mit lustigen alten Autos die durch die Städte tuckern, und Menschen mit noch lustigeren Hüten und Baskenmützen. Deflation, Massenarbeitslosigkeit, Rezession scheinen nur als Nebenerscheinung dieser gemütlichen Zeit wahrgenommen zu werden. Krise war also immer, doch wenn man die Wahl hätte, würden die meisten in den Krisen der Vergangenheit leben wollen, von denen man ja heute bereits sicher weiß, dass sie irgendwann vorbei gegangen sind. Dieser Optimismus und

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eine derartige Zuversicht würden auch heute nicht schaden, aber in Sicht sind sie nirgendwo. Die gleiche Argumentationskette lässt sich für die Schlagworte Wandel und Innovation stricken: Am Beispiel der Industrialisierung kann man auch hier erkennen, dass schnelllebige Situationen des Umschwungs schon immer für Skepsis und Ablehnung und damit auch zur Hinwendung zu alten, wohlbekannten Mustern gesorgt haben. Was wurde die Industrialisierung verteufelt: Sie führe zu Verarmung, zu Prekarisierung, zur kompletten Zerstörung von Natur und Umwelt. Auch damals werden sich viele nach der „guten alten Zeit“ zurückgesehnt haben, in der man sich in malerischer Umgebung in der Landwirtschaft nützlich machte und sich problemlos selbst versorgte. Ähnliches lässt sich heute beobachten. Nehmen wir allein Internet und Mobilfunk. Jeder erkennt ihre Vorzüge an, jedoch konnten wir uns in unserer nostalgischen Vorstellung auch den Luxus leisten, damals nicht andauernd erreichbar gewesen zu sein. Man sprach noch persönlich miteinander und das Leben war bei weitem langsamer, gemütlicher, nicht ganz so sehr von Stress geprägt. Zwar möchte niemand den Fortschritt missen, doch schöner und gemächlicher war es im öffentlichen Empfinden dann doch in der Vergangenheit. Gerade Deutschland, im globalen Kontext sicher nicht als sonderlich optimistisches Land bekannt, sollte in der Theorie also besonders anfällig für Nostalgie und


Retro sein. Und die Praxis bestätigt dies tatsächlich. Gerade deutsche Marken werben unter anderem gerne mit langjähriger Erfahrung, Kontinuität, Qualität und Konstanz. Mit Sicherheit alles keine Aussagen, die Innovation als höchste Eigenschaft sehen, geschweige denn Vorfreude und Optimismus für die Zukunft ausstrahlen. Und dennoch: Retro nun ausschließlich als verträumte Flucht aus der Gegenwart zu definieren, als Fahrt aus der Krise, hinein ins Glück des Vergangenen, greift zu kurz. Auch in anderen Lebensbereichen, die nicht unbedingt so sehr von Krisen geprägt sind, lässt sich ein ähnlicher Trend erkennen. Retro kann zum Beispiel in der Musik auch bedeuten, versteckte Schätze wieder ans Tageslicht zu bringen. Ob nun der Vergangenheit ganz offensichtlich gehuldigt wird, wie bei den Strokes und anderen Bands, oder versteckte Anleihen lediglich dezent in die Musik eingebaut werden - Adele oder Lana del Rey lassen grüßen - Retro ist auch hier im Trend. Das gilt nicht nur für die Musik, die „good old days“ sind in jedem Lebensbereich zu finden. Auch die Trikots der deutschen Fußballnationalmannschaft der letzten Jahre feiern die Wiederauferstehung des Retro-Looks nicht zufällig und wollen dabei keine Krise bewältigen. Anzunehmen ist, dass die Symbolik darin den Geist der Vergangenheit - etwa von der WM 54 - beschwören soll, als Erinnerung und Huldigung an die Erfolge vergangener Jahre. Retro wird hier geradezu zum Symbol des Aufbruchs in eine erfolgreiche Zukunft umfunktioniert und schlägt damit eine Brücke von der Vergangenheit über die Gegenwart hin zur näheren Zukunft. Die Hintergründe der Retrowelle sind offenbar vielseitig und unterschiedlichster Natur, die jeweiligen genauen Gründe genau auszumachen, ist langwierig und mühsam. Die bisher erwähnten Ursachen stellen so auch nur eine kleine Auswahl und hiermit nur einen Versuch dar, dem Phänomen Retro auf den Grund zu kommen. Nach diesem kleinen Ausflug in die Hintergründe der Retro-Strömung sollte auf keinen Fall unerwähnt bleiben, was das nun konkret für uns bedeutet. Jetzt, nach einer näheren Betrachtung, ist es an jedem selbst, was er aus Retro

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macht. Bei all der Nostalgie und Sehnsucht nach früher, muss man sich aber stets bewusst machen, dass wir, die wir uns regelmäßig in vergangene Zeiten wünschen, in diesen vermutlich nicht einmal zurechtkommen würden. Veränderte Weltanschauungen, Lebensweisen und vor allem der technische Stand der Dinge würden so manchen aus der Bahn werfen. Wie man sich früher, so ganz ohne Handy, überhaupt verabreden, geschweige denn an einem Ort finden konnte, bleibt für den heutigen Technikverwöhnten ein Rätsel. Auch das Internet hat noch nicht so viele Jahre auf dem Buckel. Echte Recherche, so richtig mit Büchern und ohne Onlineverzeichnis, was denn jetzt in welchem Buch und auf welchem Regal steht? Klingt dann doch ziemlich anstrengend das Ganze. Dinge, die wir heute als selbstverständlich ansehen, galten in der guten alten Zeit als Spinnereien und Zukunftsvisionen. Spätestens wenn man uns das geliebte Internet, das Handy oder auch den neuen Laptop einmal wegnimmt, wird uns klar, für wie selbstverständlich wir viele dieser Privilegien halten. Wie es so schön heißt, möchte man ja immer das haben, was man eben gerade nicht hat. In unserem Falle wäre das zum Beispiel eine frühere Zeit, in der einem alles so viel einfacher und besser erschien. So natürlich und menschlich das auch sein mag, sollte man auch immer realistisch bleiben und seine Sehnsucht nach der Vergangenheit vernünftig einordnen können. Denn auch diese hatte neben ihren tollen, begehrenswerten Elementen auch Schattenseiten. Andererseits wird auch die Zukunft, die heute vielleicht noch mit einer gewissen Skepsis betrachtet wird, ihre Vorzüge und Annehmlichkeiten haben. Jetzt, nach einer ausführlicheren Betrachtung, ist es an jedem selbst, was er aus Retro macht. Es kommt dabei wie so oft auf das richtige Maß an. Retro, Nostalgie, Zurückblicken und die Vergangenheit zu feiern ist schön und machen Spaß, solange man das Ganze nicht zu sehr verklärt und zum Nonplusultra stilisiert. Seid euch bewusst, dass das „heute“ früh genug vergehen wird und es an uns ist das Beste daraus zu machen, ob nun mit oder ohne Retro.


„Das hatten wir damals auch schon“ marie schreuder

Bärenmarke, Milka und Brandt – drei Marken, die zwei Dinge gemeinsam haben: Sie feiern dieses Jahr ein besonderes Jubiläum und alle drei waren irgendwie schon immer da. Im Gegensatz zu anderen Marken sind diese über die Jahre ihren Logos und Maskottchen weitgehend treu geblieben.

100 Jahre Bärenmarke - Im Jahr 1912 liegt die Geburtsstunde der Bärenmarke Kondensmilch. Bereits damals bestand das Logo aus einer Bärenmutter, welche ihr Bärenkind füttert. Seit 1957 ist der Bärenmarke-Bär auch in bewegten Bildern zu sehen, ob auf der Kinoleinwand oder im Fernsehen – der Bärenmarke-Bär wanderte gemütlich, die Milchkanne stets zur Hand, durch die blühende Alpenlandschaft. Der dazugehörige Jingle dürfte den meisten noch im Ohr klingen. Doch auch die alten Bären im Showbiz dürfen sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Nach der Kondensmilch kam 2001 die erste Bärenmarke Frischmilch auf den Markt. Inzwischen gibt es viele weitere Ausführungen. Eine der neuesten Errungenschaften ist die trinkfertige Bärenmarke Vanillemilch.

111 Jahre Milka - Der Ursprung der MilkaSchokolade liegt zwar schon 186 Jahre zurück, doch erst im Jahr 1901 wanderte die erste Tafel Milka-Schokolade aus dem Hause Suchard über die Ladentheke. Schon damals war die Verpackung lila und wurde von einer zufriedenen Kuh vor einem Alpenpanorama geschmückt, welche durch den einfachen Druck lila zu sein schien. Man könnte also meinen, dass die lila Schokoladenikone durch reinen Zufall entstand. Der zuvor schlicht gehaltene „Milka“-Schriftzug wurde im Jahr 1950 umgestaltet und hat seither das uns-bekannte Aussehen – geschwungene, weiße Schrift auf lila Untergrund. Seit 1971 wird unter anderem im Fernsehen mit dem Slogan „Die zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt.“ geworben. Die Traditionsmarke hat inzwischen selbstverständlich einiges mehr als „nur“ Vollmilchschokolade zu bieten. Das Sortiment erstreckt sich über eine Vielzahl von Sorten. Extra zum Geburtstagsfest gibt es eine besondere Auswahl, mit Sorten wie „à la Vanille-Pudding“, „Bunte Kakaolinsen“ oder „Knister mit Brausegranulat“.

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100 Jahre Brandt - 1912 gründete Carl Brandt in Hagen die „Märkische Zwieback- und Keksfabrik“ - der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Damals schon war die Prämisse, bei gleichbleibend hoher Qualität Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen zu produzieren. Von der ersten Stunde an strahlte einem ein sympathischer, kleiner, blonder Junge von der Verpackung entgegen. Nur vier verschiedene – jedoch alle sehr ähnlich aussehende – Gesichter erschienen seit Firmengründung auf der Verpackung des uns allen so vertrauten Zwiebacks. Und auch hier kann man über die Jahre kaum eine Veränderung des Logos feststellen: der prägnante, orange-farbene Schriftzug wird auch heute noch verwendet. TV-Werbung sah man von Brandt allerdings nur vereinzelt, als Zwieback-Monopolist hat man allerdings auch kaum direkten Wettbewerb. Auch im begrenzten Feld des Zwiebacks gibt es Produktneuheiten - seit kurzer Zeit sind die Micro-Minis (Miniatur-Zwieback in den Geschmacksrichtungen „Milch-Kakao“, „Sesam-Krokant“ und „Mandel“) auf dem Markt.

Drei Marken die irgendwie schon immer da waren, bei mehreren Generationen Kindheitserinnerungen wecken und im immer schneller werdenden Alltag eine kleine Konstante bilden. Oder wie erklärt man sich den großen Aufruhr um das neue Gesicht der Kinder Schokolade? Wenn im Supermarktregal eine Tafel total innovative FischSchokolade steht, dann kauf‘ ich doch lieber die „gute, alte“ Milka Vollmilchschokolade.

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Leuchttürme auf dem Markenmeer julia mutter

Zum 10 jährigen Jubiläum der Buchreihe „Marken des Jahrhunderts“ wird Ende diesen Jahres eine aufwendige Sonderausgabe veröffentlicht. Wir schreiben das Jahr 2002. Der Verleger und Publizist Dr. Florian Langenscheidt wird gemeinsam mit dem Medien- und Marketingexperten Michael Becker Gesellschafter des neugegründeten Verlags Deutsche Standards Editionen. Sie wollen mit den deutschen Standards eine Buchreihe etablieren, die als weltweite Botschafter des heutigen „Made in Germany“ fungieren und herausragende Leistungen der deutschen Industrie und ihre Unternehmer ehren sollen. Heute - 10 Jahre später - wird gefeiert, und zwar mit der schmuckvollen Jubiläumsausgabe „Leuchttürme auf dem Markenmeer“. Die Liste der bislang geehrten Marken ist recht lang. Wie der Titel der Jubiläumsausgabe andeutet, werden ausschließlich Produkte ausgewählt, die emblematisch für ihre ganze Gattung stehen und Orientierung schenken: Tempo, das Taschentuch; Steiff, der Teddybär; Miele, die Waschmaschine. Orientierung nämlich, wird als Grundgedanke und Kernelement aufgefasst, das ganz besonders in einer Zeit der Reizüberflutung, nicht an Wichtigkeit verliert.

Das Buch ist und bleibt von Tradition und Kontinuität geprägt, aber auch von Qualität und Glaubwürdigkeit. Im Interview mit Mike Meiré auf der Homepage des Projekts, gibt Florian Langenscheidt Einblick in die Entstehung der Buchreihe und betont die Notwendigkeit, auf Basis alter Werte, „Heutigkeit“ aufzubauen und das Erbe einer Marke in Neuem zu verarbeiten.

„Egal ob analog oder digital, es sind die Geschichten, die die Gesellschaft zusammenhält“ – Mike Meiré

Parallel zur eigentlichen Publikation erscheint außerdem der Essay Band „Marke hoch 10“, in dem zehn Markenexperten genau zehn Seiten zur Behandlung aktueller Themen zur Verfügung haben. Speziell Familienunternehmen genießen seit Jahren eine Sonderstellung in der Buchreihe und erhalten auch in der Jubiläumsausgabe besonderen Fokus. Schließlich seien es besonders ihre Geschichten und Anekdoten, die Werte vermitteln und die Gesellschaft zusammenhalten würden, meint Mike Meiré. Während bislang zahlreiche Unternehmen und Marken, wie Ahoj Brause, Brandt, Dr. Best, Nivea, Leibniz und Ritter Sport ausgezeichnet wurden, kam in diesem Jahr unter anderem die Rügenwalder Mühle hinzu. Die Buchpremiere der „Marken des Jahrhunderts“ wird dieses Jahr im November in Berlin stattfinden. Wir können also wie immer gespannt sein.

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Praktikant (m/w) Marketing-Kommunikation jeweils zum WS oder SS für 6 Monate Das Unternehmen: Mitten in einer der stärksten Wirtschaftsregionen Europas. Bevorzugter Standort nationaler sowie internationaler Messen, Kongresse, Events. Ein Unternehmen mit Zukunftsperspektiven – die Messe Stuttgart bietet mit Europas modernstem Messegelände direkt am Flughafen faszinierende Möglichkeiten.

Wir freuen uns über Ihre Bewerbung über unser Online-Bewerbungsformular! Zur Online-Bewerbung: www.messe-stuttgart.de/karriere Kontakt:

Ihr Einsatzgebiet: Die Abteilung Marketing-Kommunikation gestaltet und organisiert das äußere Erscheinungsbild der Landesmesse Stuttgart GmbH. Zu ihren Aufgaben gehört u.a. die Imagewerbung der Messe Stuttgart, die Betreuung und Entwicklung von Internet-Auftritten und Neuen Medien, das Adressmanagement sowie die Organisation der Abläufe im hauseigenen Pressecenter.

Landesmesse Stuttgart GmbH Carolina Büning Personal & Organisation Messepiazza 1 70629 Stuttgart Tel: (0711) 18560-2233

Ihr Tätigkeitsbereich: Wir bieten jeweils ein Praktikum in den Schwerpunktbereichen Werbung, Neue Medien oder Pressearbeit an. Im Bereich Werbung entwickeln Sie neue Ideen für die unterschiedlichsten Werbemittel. Für die neuen Medien setzen Sie Social Media-Anwendungen direkt um und arbeiten an unserem modernen Internetauftritt mit. Und wenn Sie lieber texten, dann haben Sie die Möglichkeit, Pressemitteilungen und Newsletter zu erstellen und in der Onlineredaktion mitzuarbeiten. Ihr Profil: Insbesondere Studenten oder Absolventen aus den Bereichen Werbung, Marktkommunikation und BWL mit Schwerpunkt Marketing finden bei uns interessante und anspruchsvolle Einsatzmöglichkeiten. Wir erwarten fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen und Grundkenntnisse aus den Bereichen Druckvorstufe und neue Medien. In MS Word, Excel und Powerpoint sind Sie sattelfest und haben im Idealfall bereits Vorkenntnisse in InDesign und Photoshop. Fühlen Sie sich angesprochen?

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„ES GIBT NICHTS SCHÖNERES AUF DER WELT, ALS KREATIV ZU SEIN“ alexander schulze

Matthias Schmidt ist Kreationsvorstand der Scholz & Friends Group und Partner der Agenturholding Commarco. Der Diplom-Kommunikationswirt begann seine Karriere als Texter bei Scholz & Friends Berlin und wurde nach nur 10 Jahren in den Vorstand berufen. Zwischenzeitlich absolvierte er einen MBA und war Jurymitglied in verschiedenen renommierten Awardshows, darunter auch die Cannes Lions. Während meines Praxissemesters bei Scholz & Friends Hamburg erlebte ich ihn als „Chef zum Anfassen“, der sich stets für seine „Friends“ interessierte und sich nicht zu schade war, auch mal selbst einen Spruch rauszuhauen. Umso mehr freut es mich, euch hier ein Interview über Kreativrankings, Goldideen und Nachwuchschancen präsentieren zu können. Ich bedanke mich herzlichst bei Matthias Schmidt für seine Zeit und das Interesse.

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Magst Du unseren Lesern zuerst einmal erklären, was Commarco ist und was das für Scholz & Friends bedeutet? Die Commarco gehört zu den größten Werbeholdings Deutschlands und ist das Dach für verschiedene Unternehmen. Scholz & Friends ist davon sicherlich die bekannteste Agenturmarke. Darüber hinaus gehören noch Agenturen wie die gkk, die drittgrößte Dialogagentur Deutschlands, oder Deepblue, eine komplett Integriert arbeitende Agentur mit Schwerpunkt im Digital- und DialogBereich, zur Commarco. Und in Zukunft hoffentlich noch viele weitere interessante Firmen. Seit 2011 gehört Commarco zu 100 % zu WPP, der weltweit größten Werbe-Holding. Was hat sich dadurch verändert – spürt man das auf Vorstandsebene? Man spürt gar nichts. Und das ist das Gute. Ein Zahlen-Controlling gab es ja auch vorher. Aber jetzt haben wir die Möglichkeit, uns aus dem riesigen WPPNetzwerk in jedem Land den besten Partner für unsere Kunden auszusuchen. Und kreativ sollen wir weiterhin bleiben und uns sogar steigern: WPP war nämlich im letzten Jahr das erfolgreichste Network in Cannes, dem größten Werbefestival der Welt. Und das wollen sie bleiben. Hast Du Martin Sorrell mal kennengelernt? Ich habe ein-, zweimal Mailkontakt mit ihm gehabt – aber persönlich noch nicht. Durch die Maredo Anzeige war Scholz & Friends kurz Auslöser einer Diskussion um Goldideen und damit einhergehend Kreativrankings. Welchen Stellenwert haben Kreativrankings allgemein für Scholz & Friends? Kreativrankings haben zwei Funktionen: Zum Einen sind sie für den Kundenmarkt wichtig, da Rankings eine große Rolle bei der Agenturwahl spielen. Und zweitens wirken sie in den Mitarbeitermarkt hinein. Wir brauchen die besten Mitarbeiter. Und die besten Kreativen wollen Preise

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gewinnen. Deshalb spielen wir bei diesen Werbemeisterschaften mit und sind auch konstant oben mit dabei. Die meisten Punkte für Scholz & Friends kommen aus Berlin, eine bewusste Strategie? Ich kenne beide Agenturen gut – da ich in Berlin angefangen habe und erst seit ein paar Jahren hier in Hamburg bin. Bei Scholz & Friends agiert jeder Standort als eigenes Unternehmen. Deshalb sind sie auch sehr unterschiedlich. So ist die DNA von Berlin anders als die in Hamburg. Berlin war schon immer der größere Punktelieferant, Hamburg hat andere Fähigkeiten. Umso mehr freu ich mich, dass wir 2 bronzene und 2 silberne Nägel beim diesjährigen ADC geholt haben. Ich glaube, dass Hamburg das Potenzial hat aufzuholen. Aber es ist jetzt nicht so, dass Awards für Hamburg einen geringeren Stellenwert haben? Sie hatten in der Vergangenheit keinen so hohen Stellenwert. Das ändert sich langsam. Und Hamburg muss sich auch nicht mehr verstecken. Wie kann man sich das Awardmanagement vorstellen? Es gibt in allen Scholz & Friends Agenturen die CD-Runde, bei der die Kreativdirektoren einmal im Monat zusammensitzen. Da bringt dann jeder Creative Director die besten Arbeiten aus seiner Abteilung mit. Martin Pross (ein weiterer Kreativvorstand Anm. d. Red.) und ich entscheiden dann, was davon in die Wettbewerbe eingeschickt wird. Das ist eine knallharte Auslese. Spürt man einen erfolgreichen Award-Jahrgang auch tatsächlich im Neugeschäft? Sonst würden wir es nicht ja nicht machen. Je weiter oben man in den Rankings steht, desto mehr ist man in der Presse. Und desto mehr Glamour und Sex strahlt eine Agentur aus. Und desto eher kriegst du Anrufe von Kunden.


Also trotz des riesigen Agenturnamen ist ein erfolgreiches Award-Jahr spürbar? Ja, vor allem, weil auch der psychologische Effekt nicht zu unterschätzen ist. Ein Erfolg beim ADC (Art Directors Club für Deutschland)-Wettbewerb sorgt für ein ganz anderes Selbstbewusstsein: Unsere Mitarbeiter gehen dann mit einem ganz anderen Spirit und einer vor Stolz geschwellten Brust raus. Die Arbeit wird besser und die Kunden haben mehr Respekt vor einem. Sind Awards auch wichtig, um die Kreativen „gesund“ zu halten? Awards sind das, wofür die Kreativen arbeiten. Preise zu gewinnen steigert die Karrierechancen und den Marktwert. Amir Kassaiae sprach im Rahmen des Deichmann Eklats von Goldideen als „Zombikreation“, mit der kreativer Status erschlichen werden würde, während im wahren Leben nur nutzlose Reklame produziert werden würde. Wozu braucht man Goldideen, wenn man Tagesgeschäft hat? Du brauchst als Kreativer eine Spielwiese, um dich auszutoben. Und in vielen Fällen kommt da etwas raus, was man wunderbar ins Tagesgeschäft einbringen kann. Durch die Veränderung der Medienlandschaft sind die Grenzen zwischen Goldidee und vermeintlich echter Idee eh fließend geworden. Es ist ein Kreativmuskel-Training, aber letztendlich auch eine Sportart, um unsere Kunden zu begeistern. Findest Du es dann gut, dass sich Kunden an Rankings orientieren, die zum großen Teil aus Goldideen gespeist sind? Oder sollte es andere Indikatoren geben? Ich würde es mir wünschen. Wobei wir ganz stolz sind, dass die meisten unserer Punkte nicht von Goldideen stammen. Mercedes Benz „Meister vs Meister“, die FAZ Kampagne, die Three Sixty Wodka Kampagne aus Hamburg und die Loriot Anzeige, die allerdings ein Spezialfall ist (da vom ADC selbst beauftragt Anm. d. Red.). Ich denke, dass das Verhältnis bei

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uns noch ganz gesund ist. Wenn ich auf die internationalen Awardshows gehe, ist der Großteil der Arbeiten Goldideen. Aber da meckert keiner, weil niemand weiß, was da in den Heimatländern der Agenturen wirklich los ist. Häufig sieht man immer dieselben Kampagnen x-mal bei Wettbewerben eingereicht. Gibt es hierfür eine Schamgrenze, eine Kampagne nicht zum 10. Mal bei Wettbewerben einzureichen? Da geht es nicht um Scham. Sondern um eine grundsätzliche Entscheidung, ob Rankings für einen wichtig sind. Dann reicht man seine Arbeiten auch überall ein. Wenn man mitmacht, dann richtig. Ansonsten lässt man es besser bleiben. In der BWL lernt man ja auch, wie viel Prozent des Umsatzes man für Marketing ausgeben sollte. Unser Marketingbudget, das sind halt die Einreichungsgebühren. Im Zuge des Deichmann Pitch gab es Diskussionen um das Verhältnis zwischen Agentur und Unternehmen. Welche Rolle haben die Agenturen heutzutage und hat sich daran etwas verändert? Ältere Herrschaften unserer Branche erzählen ja immer von den glorreichen Zeiten, in denen der Agenturchef beim CEO auf dem Schoß saß und sie gemeinsam Kampagnen ausgeheckt und entschieden haben. Die Zeiten sind vorbei – schon seit längerem. Auf Kundenseite ist das Thema Marketing-Kommunikation in der Wichtigkeit viel weiter nach unten gerutscht. Deswegen sind eben auch die Entscheidungsprozesse komplexer geworden. Bei einigen Kunden ist man weniger Berater, sondern eher Dienstleister. Es gibt aber auch noch viele Kunden, bei denen der Inhaber oder Marketing-Leiter eine Vision und auch die Entscheidungsgewalt hat. Das sind dann die Sternstunden der Kommunikation, wenn man gemeinsam Sachen bewegen und tatsächlich verändern kann. Das ist zielführender und geiler für beide Seiten.


Wird hier versucht gegenzusteuern? Werden beispielsweise eigene Verkäufer eingestellt, um mit den Einkäufern auf Kundenseite mithalten zu können? Der Einkauf hat in den letzten zehn Jahren eine sehr große Rolle eingenommen. Und wir versuchen uns bestmöglich darauf einzustellen. Früher war es noch so, dass viele Leute nach einer Zeit in der Agentur auf Kundenseite gewechselt sind – um was Neues zu erleben und weil sie Dinge wie geregelte Arbeitszeiten und Rente mit 65 haben wollten. Aber ich empfinde heutzutage den Druck, die Hektik und auch die Arbeitszeiten auf Kundenseite viel intensiver. Hier sitzen wir wenigstens noch in schönen Büros. Spielt bei der Verschiebung der Rolle weg vom Berater hin zum Dienstleister auch die junge Altersstruktur der Branche eine Rolle? Stellt man sich einen promovierten Marketeer Mitte 40 vor, der auf Agenturseite von einem Berater Mitte 20 betreut wird, könnte hier ja schon ein Grund liegen. Agenturen müssen sich schon selbstkritisch fragen, wieso sie das Zepter aus der Hand gegeben haben. Und sicherlich hängt damit auch zusammen, dass Kommunikation heute komplexer zu begründen ist und gleichzeitig auch die Frage der Messbarkeit immer häufiger gestellt wird. Früher gab es nur drei Fernsehsender, eine winzige Anzahl von Zeitschriften, und die Messbarkeit von Werbung war noch lange nicht gegeben. Durch die höhere Komplexität heute brauchen wir auch fittere Leute, vor allem in der Beratung und der Strategie. Und für die besten Talente ist unsere Branche leider nicht attraktiv genug.

Woran liegt das? Man scheint den Mangel ja zu sehen und könnte eigentlich auch gegensteuern? Es ist eine neue Generation herangewachsen, die nicht mehr bereit ist, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen. Das Thema Work-Life-Balance ist wichtiger geworden, Agenturen müssen sich fragen: „Was biete ich eigentlich meinen Mitarbeitern?“. Deshalb haben wir bei Scholz & Friends schon vor Jahren angefangen neue Programme anzubieten, die den Einblick in unser Unternehmen ermöglichen, darunter das Strategy Weekend, den Texterwettbewerb und das Orchestertrainee Programm, bei dem Nachwuchstalente das gesamte „Orchester der Ideen“ durchlaufen. Ich denke, dass wir noch am ehesten die Zeichen der Zeit erkannt haben. Zurück zum Thema Pitch. Es wird ja zur Zeit sehr viel gepitcht. Da kann man sich schon mal fragen, ob da überhaupt noch jemand überprüft, ob sich das Neugeschäft überhaupt lohnt. Wie schnell amortisiert sich das? Agenturen wachsen hauptsächlich durch New Business. Man kann grob davon ausgehen, dass sich so ein Pitch nach einem Jahr amortisiert hat. Wenn wir von einer durchschnittlichen Kundenbeziehung von 4 – 5 Jahren ausgehen, ist das ein gutes Geschäft. Nach dem Pitch wird schnell neues Personal benötigt. Wie bekommt man schnell gute Leute? Zu meinem Job gehört auch das Recruiting guter Kreativer. Gemeinsam mit unserer Personalabteilung scannen wir

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ständig den Markt nach geeigneten Talenten ab. Aufgrund von Kündigungsfristen muss gerade in der Startphase einer Kundenzusammenarbeit viel mit Freelancern gearbeitet werden. Im frühesten Fall bekommt man jemanden in drei, im spätesten Fall in sechs Monaten. Und das sind dann immer aus anderen Agenturen abgeworbene Mitarbeiter? Nicht immer, aber oft. Im Moment ist in Deutschland ja fast Vollbeschäftigung und in unserer Branche sowieso. Gerade im Nachwuchsbereich fehlen hier viele gute Leute. Stimmt dann auch das Klischee, dass man, um in der Werbung Geld zu verdienen, 5-mal die Agentur gewechselt haben muss? Bei Scholz & Friends kann man auch Karriere machen, ohne die Agentur zu wechseln. So haben wir Geschäftsführer, die als Praktikanten angefangen haben. Auch der komplette Scholz & Friends Vorstand - außer unserem CEO FrankMichael Schmidt - ist eigentlich hier groß geworden. Einige der besten Leute haben bei Scholz & Friends als Studenten angefangen. Das ist eine Stärke von uns und etwas, was unsere Agentur ausmacht.


Ist das eine bewusste Entscheidung oder so gewachsen? Das ist so gewachsen. Hinter dem Wort „Friends“ verbirgt sich einiges, aber vor allem, dass die Leute gerne miteinander arbeiten. Und dass man sich jeden Morgen auf die Leute freut, mit denen man arbeitet. Wie nimmst du persönlich die Nachwuchssituation war? Der „Kampf“ um die besten Talente ist härter geworden. Obwohl man – wie eben erwähnt – in Agenturen Karriere machen kann, ist es so, dass die Generation, die jetzt aus den Hochschulen kommt, nicht mehr bereit ist, sich für ein relativ übersichtliches Anfangsgehalt die Woche um die Ohren zu hauen. Das kann aber auch nur die Meinung eines „Werbeopas“ sein. Nun liegt das Einstiegsgehalt einer GWA Agentur bei 2 200 € Brutto, während das Einstiegsgehalt im Marketing bei 3 100 € liegt. Zusätzlich fehlen Hygienefaktoren wie geregelte Arbeitszeiten und klare Karrierepläne. Wieso sollten Studenten trotzdem in die Werbung kommen? Neben den Aufstiegsmöglichkeiten, den flexiblen Arbeitszeiten und den unzähligen Herausforderungen? Ganz einfach: Es gibt nichts Schöneres auf der Welt, als kreativ zu sein. Und das kann man auf Unternehmensseite nicht? Wenn man eine Anzeige, einen Film oder eine ganze Kampagne selber entwickeln will – geht das nur auf Agenturseite. Und man lernt es in einer viel angenehmeren, lockereren und lustigeren Atmosphäre als auf Kundenseite. Als Marketing- oder BWL-Student kann man später immer noch auf Kundenseite gehen.

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Wie sehen die Gehaltssprünge aus? Hat man die Chance sein Studium zurückzuverdienen? Wenn man gut ist, geht die Kurve relativ steil nach oben. Auf Kundenseite fängt man zwar relativ gut an, stagniert dann aber auch schnell. Die Einstiegsgehälter mögen unterschiedlich sein, doch die Kurven gleichen sich schnell an. Und auch schneller als noch vor ein paar Jahren. Ich würde auch nicht wegen des Geldes einen Job machen – vor allem nicht den ersten. Ein Erzieher verdient in Deutschland 1 800 € und hat vielleicht die Chance sich auf 2 100 € zu steigern. Wenn du dich nicht ganz doof anstellst, hast du das hier nach einem Jahr geschafft. Und in ein paar Jahren verdienst du das Doppelte – das muss man sich mal vor Augen halten. Wie war dein Einstieg früher, waren das vergleichbare Bedingungen? Es hat sich eigentlich nicht so viel verändert. Am Ende brauchst du immer noch eine gute Idee. Früher war es das Stück Papier, heute halt der Bildschirm, vor dem du sitzt. Nur, dass sich das Spielfeld um den gesamten Bereich Digital erweitert hat. Und Spaß macht es immer noch. Das ist sicher das Wichtigste. Mein erster Job war eine Banklehre, ich dachte es wäre das Geilste der Welt – war es aber nicht. Mir gab es die Erkenntnis: Wenn dich ein Job nicht ausfüllt, macht er dich unglücklich. Ist es schwieriger geworden in eine Agentur zu kommen? Im Moment ist es einfach: Die Konjunktur brummt, und alle suchen händeringend nach Talenten. Ob Kreation, Beratung oder Strategie – nie waren die Einstiegschancen so gut wie heute. MD


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Retro Marketing Daniel Brunner

Seien wir doch mal ehrlich. Wer vermisst nicht die gute alte Zeit des Marketings? Eine Zeit, in der ein Kauf einfach nur ein Kauf war. Eine Zeit, in der der Kauf einer Flasche Limonade nicht in einer Kundenwertbeziehung resultierte, die das ganze Leben lang anhielt. Heute steht der Kunde im Zentrum einer modernen Marketing-Sicht, die ihren bisherigen Höhepunkt im Customer Relationship Management, kurz: CRM, findet. Marketingexperten versuchen den Unternehmern weiszumachen, dass das Umgarnen des Verbrauchers als individueller Einzelkunde das Erfolgsrezept schlechthin sei. Doch kann der Kunde dies alles auch vertragen? Fühlt er sich nicht sogar belästigt von dieser zeitgenössischen Kundenzentrierung? Stephen Brown, Professor für Marketing an der nordirischen University of Ulster, glaubt dies zumindest. Er fordert deshalb die Unternehmen auf, die Samthandschuhe wieder in den Schrank zu legen und ihre Kunden wieder etwas härter anzupacken, denn noch mehr CRM könnten sie nicht vertragen. Vielmehr solle man sich wieder an der Werbung der guten alten Zeit orientieren und die Wünsche der Kunden vernachlässigen, denn meistens wissen die nicht, was sie überhaupt wollen. Sein Rezept nennt er RetroMarketing.Wenn es nach Brown geht, kann man mit der marktschreienden Geradlinigkeit des Retro-Marketings auch heute, in einer Zeit, in der der Kunde immer weiter ins Zentrum rückt, beachtliche Erfolge genießen. Es wird dabei Rechnung getragen, dass der moderne Kunde das Vermarktungsbestreben des Unternehmens durchschaut und vielmehr Spaß an der ironischen Kunst eines gewitzten Verkaufsangebots haben kann. Einfach soll es sein, das Retro-Marketing. Nicht todernst oder trocken, sondern lebendig und kreativ. Brown fußt es deshalb auf gerade einmal fünf Grundprinzipien. Das erste dieser Prinzipien ist die »Exklusivität«, die besagt, dass nicht jeder das beworbene Produkt erwerben kann. Strikt nach dem Motto »Solange der Vorrat reicht« soll verkauft werden. Das bringt auch immense Vorteile für das Unternehmen mit, welches etwa durch unnötige Lagerbestände verursachte Kosten einsparen kann. Den Kunden verschreckt dies nicht etwa, sondern gibt ihm das Gefühl, einem exklusiven Kreis beizuwohnen. Diesem

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Prinzip der Exklusivität bedient sich etwa das Unternehmen Ferrero, das seine Produkte »Mon Chérie« oder »Rocher« nur in stark eingegrenzten Zeiträumen anbietet, was zu einer künstlichen Verknappung des Angebots und in der Folge zu stark wachsender Nachfrage nach dem exklusiven Produkt führt. Retro-Marketing sollte zudem - im Gegensatz zum offenen, direkten und transparenten Marketing von heute - von »Geheimniskrämerei« leben. Diese bildet das zweite Grundprinzip und bedeutet vor allem eine regelrechte Nachrichtensperre, etwa das Einhalten von Pressemitteilungen. Ein Paradebeispiel für dieses Prinzip gelang dem Marketing des vierten Buch der Harry Potter Reihe, »Harry Potter und der Feuerkelch«. Im Voraus hielt man sich besonders bedeckt bezüglich des Namens, des Preises und des Umfangs. Zudem waren Interviews mit der Autorin Joanne K. Rowling strikt untersagt und Rezessionsexemplare wurden zurückgehalten. Diese Geheimniskrämerei entfachte Neugierde beim Leser und führte unter anderem zum Erfolg des Bandes. Beim dritten Grundprinzip des Retro-Marketings sollte man bei seinen Marketingaktivitäten auf »Verstärkungseffekte« setzen. Brown versteht darunter, dass ein Unternehmen sicher stellen muss, dass man über das Angebot redet. Ein gutes Mittel dafür sind zum Beispiel Gerüchte oder auch der Affront, dem sich etwa das italienische Modelabel »Benetton« durch kontroverse Plakatkampagnen bedient. Verstärkungseffekte sollen den Kunden verwirren und überraschen, damit die eigene Botschaft nicht im ganzen Dschungel an Werbebotschaften untergeht. Die Güte einer Werbekampagne hängt darüber hinaus auch davon ab, wie gut sie unterhält. Für Brown ist das vierte Grundprinzip, die »Unterhaltsamkeit« das absolute Erkennungszeichen von Retro-Marketing. Er meint, dass das größte Problem im modernen Marketing das Fehlen der Unterhaltung sei. Dass es auch anders gehe, zeigen die großen Hollywood-Studios, die mit kleinen, kreativen Online-Spielen vorab schon für Unterhaltung sorgen und nebenbei die Mundpropaganda antreiben. Zu guter Letzt besagt das fünfte Grundprinzip, dass in eine erfolgreiche Retro-Kampagne auch kleine »Schwindeleien« eingebaut werden können, um besonders frech für Gesprächsstoff zu sorgen. So gelang dem gleichnamigen britischen Getränkehersteller für seine Limonade »Tango« die erfolgreiche Markteinführung der kohlensäurefreien Variante mit einem Spot, indem dem Kunden mitgeteilt wurde, dass in einigen Supermärkten Imitate von Tango verkauft werden. Diese seien an der fehlenden Kohlensäure auszumachen. Man koppelte an den Spot eine gebührenfreie Hotline, bei der sich fündige Kunden melden sollten, um dann gesagt zu bekommen, angeschwindelt worden zu sein, da die Marketingexperten von Tango lediglich die neue Variante ohne Kohlensäure bewerben wollten. 30.000 anrufende Kunden begründen die erfolgreiche Markteinführung.


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Retro Style Guide - Bist du Retro genug, um modern zu sein? kevin gerlach

Hip sein, modern und voll im Trend - wer will das nicht? Der Marketing Digest hat seine Style-Checker unter die Leute geschickt und selbstverständlich keine Kosten und Mühen gescheut, in der Pforzheimer Hipster-Szene zu recherchieren. Wir möchten der Leserschaft die bahnbrechenden Ergebnisse unseres Style-Checks natürlich nicht vorenthalten und halten fest: Retro ist das neue Schwarz und macht dich unwiderstehlich individuell! Fangen wir in der für den durchschnittlichen Studenten schönsten Tageszeit an: morgens! Ein Wecker wird der ein oder andere von euch schon haben, aber wollt ihr mit der Zeit gehen braucht ihr natürlich einen möglichst antiken Retro-Wecker. Nur so wird man heutzutage zeitgemäß wach, alles andere führt ja doch nur zu Müdigkeit in der Vorlesung. Jetzt kurz noch das neue iPhone 4s an den Riesentelefonhörer angeschlossen, den Kaffee mit einem Schluck Bärenmarke (in der Jubiläumsedition!) verfeinert und schon kanns eigentlich losgehen mit der allmorgendlichen Zeitreise in deinen persönlichen Retrolook. Frei nach der deutschen Newcomer Band Kraftklub: „Meine Kleidung unterstreicht meinen Charakter. Meine Brille ist nicht Vintage, verdammt die ist Retro!“ So siehts nämlich aus, Kleider machen Leute und Retro-Kleider machen dementsprechend hippe Retro-Leute: von Röhrenjeans, gepunkteten Kleidern, riesigen überdimensionierten (Hand-) taschen, Lederjacken, Adidas Originals, Pastelltönen über Seltbsgestricktes ist alles erlaubt, was aussieht, als ob es direkt aus der Vergangenheit importiert wurde. Hauptsache es sieht Retro aus. Besser noch Vintage und aus dem Second-Hand Shop. Den Unterschied wird euch zwar vermutlich nicht einmal der hipste Hipster erklären können, aber spielt ja auch keine Rolle, es soll ja eigentlich auch nur cool klingen.

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Ein weiterer wichtiger Tipp, den wir exklusiv in Erfahrung bringen konnten: Um den Retro-Trend adäquat zu repräsentieren solltest du nicht in einschlägige Massengeschäfte (z.B. ein schwedisches mit zwei Buchstaben) gehen. Der echte Modekenner wird sofort merken, dass du nur ein Mitläufer bist und kein Retro-Fan der ersten Stunde! Aber von den Dont‘s zurück zu den Do‘s: Jetzt, da der Sommer da ist, ist eine Sonnenbrille unverzichtbar, sowohl wegen der Sonne als auch um die kleinen Augen nach einer exzessiven 70er Jahre Party zu kaschieren. Der Klassiker unter den Sonnenbrillen ist hier natürlich die Nerdbrille, vorzugsweise Marke Ray Ban. Ein Must-have an dem kein Weg vorbeiführt und das dich auf jeden Fall unverwechselbar macht. Garantiert. Wenn auch die Elvisfrisur sitzt, die Tasche mit dem kultigen Ampelmännchen aus Berlin (sollte deine Lieblingsstadt sein, willst du so richtig im Trend sein) gepackt ist und die letzte Ahojbrause getrunken ist, kanns auch schon losgehen zur Hochschule. Um auch tatsächlich aufzufallen und damit deine Anstrengungen von den Kommilitonen gebührend honoriert werden, nimmst du natürlich nicht die gute alte 5, sondern machst dich individueller auf den Weg. Beliebt in der Szene sind nostalgi-


sche Autos wie der MINI, der VW-Käfer oder der Fiat 500. Alternativ kannst du dich auch mit der Vespa den Berg hochquälen. Willst du zusätzlich zu deinem Stilbewusstsein auch noch was für dein Gewissen tun, haben wir vom Marketing Digest noch ein ganz heißes Eisen im Feuer, mit dem du dich auf jeden Fall abheben kannst: Ein Motorroller im RetroLook und mit Elektroantrieb! Kumpan Electric heißt er und könnte der nächste große Erfolg werden. Also schnell zum Trendsetter werden, bevor es jemand anderes tut! Nachdem wir euch nun darüber aufgeklärt haben, wie ihr retromäßig eine gute Figur abgebt, fehlen nur noch wenige Details, die euch endgültig zur Stilikone machen und dem Style-Olymp ganz nahe bringen: Guten Musikgeschmack beweist ihr, indem ihr - im Idealfall auf dem Walkman - vorzugsweise alternative Musik hört, die möglichst wenig vom Mainstream gehyped wurde und dabei noch Retrokomponenten enthält. Heiße Tipps sind die Baseballs, Brit-Pop Bands, die Strokes, Mumford & Sons oder Dendemann, der mit seinem Album „Vom Vintage Verweht“ einen Meilenstein für jeden Retro-Fan gesetzt hat.

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Ein Tipp für ein sinnvolles Hobby ist das Stricken genau wie in der guten alten Zeit. Ist auf jeden Fall ein tolles Mittel gegen Langeweile, sieht gut aus und man kann sich seine Sachen gleich günstig und individuell selbst erstellen. Eure Oma hat bestimmt auch noch ein bisschen Wolle für euch übrig. Am Ende eines super trendigen Tages habt ihr jetzt auch endlich Zeit, über all die Bilder, die ihr heute gemacht habt, den Instagram Retro-Filter zu legen. Damit auch alle Facebook-Freunde sehen, was für Künstler an euch verloren gegangen sind. Wenn ihr jetzt alle - oder zumindest die meisten - Tipps des MD-Styleguides befolgt habt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen bei eurem Aufstieg zum Retro-Trendsetter. Falls ihr den Aufsprung auf den Retro-Zug doch verpassen solltet, übernehmen wir natürlich keinerlei Garantie, aber weisen euch darauf hin, wenn ihr euren Stil nicht ändert, könntet ihr schon in einigen Jahren Retro sein, ohne es zu wollen…


Tolle Sache[n] Günstiger Ökostrom plus Spitzenprämie Profitieren Sie einfach zweifach. Wechseln Sie in den SWP Stromtarif Goldstadtstrom Premium und Sie bekommen zusätzlich zu dem günstigen garantierten Energiepreis eine tolle Prämie. Auf unserer Homepage haben wir eine Auswahl für Sie zusammengestellt. Suchen Sie sich Ihre Spitzenprämie aus und profitieren Sie zweifach. Schauen Sie gleich mal rein! www.stadtwerke-pforzheim.de

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Zum Verwechseln ähnlich! Die Hüllen für unsere geliebten Heiligtümer: schützen nicht nur vor bösen Macken, wenn das Smartphone beim Benutzen der Whip- App (ja gibt es, wer sie noch nicht hat, dann aber hopp!) wiedermal aus den Fingern gleitet. Nein, sie sehen noch verdammt knorke aus. Hingucker garantiert! Aber: Apple regiert die Welt! Oder zumindest fast. Wer Glück hat findet jedoch auch eins für sein Samsung. Amazon.de ab 1,49 Euro

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Nein es ist noch nicht zu spät. Außer vielleicht für die 8 Uhr Vorlesung. Egal, es sei dir verziehen, denn mit dieser cremigen Tischuhr mit Flip-Chart wird jeder Morgen mit einem Lächeln angefangen. Wer jedoch einen mit Weckfunktion haben will, leidet wahrscheinlich an Geschmacksverirrung oder ist geschmeidiger als wir alle zusammen. Adele-optiker.de 6,80 Euro

Hört man in der Fußgängerzone und darf sich nicht wundern, wenn man mit diesem Retro-Hörer durch die Straßen schlendert. Immer den Hörer griffbereit mit praktischer Halterung für die Hose. Schade nur, dass das Abheben nur per Smartphone funzt, aber wir sind uns einig: für diesen fancy Look nehmen wir das gerne in Kauf. Amazon.de ab 9.99 Euro

Wer hat an der Uhr gedreht...?

Baby, du siehst gut aus!


Ring ring, ring ring. In den Jutebeutel oder in die Hose die 2 Nummern zu groß war? In der Gesäßtasche, dann aber nur mit Vollbaggyhose in den Kniekehlen…? Jetzt hab ichs…. natürlich….war doch so logisch: Griffbereit in der Hand, denn wie könnte man sich besser gegen aufgeblasene Frisuren, Fitnessvideos und Neonmonstern schützen. D.h. haben wir hier die perfekte Waffe für die Frau, die nachts allein die Unterführung am Bahnhof entlang gehen muss? iPhone case in den Warenkorb. Check! -noch nicht auf den Markt-

Vermisst ihr auch das gute alte, nerv tötende Telefongeräusch? Perfekt, dann haben wir was für euch. Denn das schnurlose retro- futur-konkret-krasse Telefon von Grundig sorgt für eine endgute Atmo. Da fließt der 80er Jahre Slang sogar beim darüber Schreiben. Für Perfektionismus fehlen nur noch eine wirklich funktionierende Drehschreibe und ein gediegenerer Preis, aber für was gibt’s denn Weihnachten? Amazon.de 77, 89 Euro Grundig Sixty schnurloses Telefon

Mythos No 1: Wo hat mans früher nur hingesteckt?

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WAKA WAKA Ihr fragt euch was “ waka waka” ist? Nein, nicht das Lied von Shakira. Das ist der offizielle Ton des wohl berühmtesten 80er Spiels überhaupt: Pac-man! Und das könnt ihr jetzt mit eurem iPad und dem iCade Arcade- Automaten, wie damals als wir noch jung waren, spielen. Keine Verhohnepipelei, versprochen. (Leider nicht einmal der Preis) toy-palace.com 99,90 iCADE - iPad Arcade Cabinet


Vom Konsument zum Prosument – wenn der Kunde mitspricht! Nadine DeiSS und Melissa Barabas

Ein Prosument – was ist das überhaupt? Wir alle sind Konsumenten: Wir kaufen Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung und Elektronikgeräte – alles Massenware! Hergestellt von meist großen und weltweit agierenden Unternehmen. Diese arbeiten schon seit Jahrzehnten an der Verbesserung ihrer Produkte und überfluten uns Konsumierenden mit immer neuen Variationen und Relaunches. Sei das Know-How aber noch so spezialisiert, das Produkt noch so innovativ gestaltet, fehlt es den Unternehmen doch an einem wichtigen und entscheidenden Punkt: der Erfahrung bei der täglichen Nutzung! Dieses Manko lässt sich zwar teilweise durch Produkttests ausgleichen, doch wer kennt sich mit dem alltäglichen Handling besser aus als der Konsument selbst? Warum also nicht den Konsumenten in die Produktion mit einbeziehen und somit den Konsument zum Prosument machen? Verbesserungsvorschläge oder sogar Innovationen von der jeweiligen Zielgruppe entgegennehmen? Eine große Chance für jedes Unternehmen, welche sich dank Internet scheinbar ohne große Schwierigkeiten umsetzen lässt. Bewertungsportale, Blogs, die Unternehmens- oder Markenhomepage sowie Facebook und Co. ermöglichen einen Dialog mit den Konsumenten. Es werden beispielsweise mit Gewinnspielen Anreize zum aktiven Mitwirken geliefert. Produkt-Innovation durch Prosumenten - „Gemeinsam gedacht, besser gemacht!“ – getreu diesem Motto fordert Tchibo seine Kunden zur aktiven Mithilfe bei der Produktgestaltung auf. Tchibo ideas ist eine Plattform, mit der Probleme im Alltag mit Hilfe von Konsumenten gelöst werden sollen. Hier kann mitgedacht, mitgestaltet und mitdiskutiert werden. Durch die Zusammenarbeit von Konsumenten und kreativen Tchibo-Experten sollen innovative Produkte entstehen, die verwirklicht werden und bei Tchibo im Handel erhältlich sind. Nachdem eine Aufgabe vorgestellt wurde, müssen die Tchibo ideas Mitglieder bei der Ideeneinreichung bestimmte Regeln und Richtlinien beachten. Ein abschließender Qualitätstest ermöglicht es, inhaltliche und präsentationstechnische Qualitäten zu überprüfen. Wenn die Lösungsausarbeitung hinsichtlich Innovationsgrad und Darstellungsqualität alle Kriterien erfüllt, steht der Einreichung im Onlineportal nichts mehr im Wege. Die Designlösungen werden

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umfassend geschützt und Tchibo erhält die Produktionsrechte, welche in einem gemeinsamen Lizenzvertrag festgehalten werden. Der Prosument ist als Lizenzgeber selbstverständlich am Verkauf und Erfolg des Produktes beteiligt. Darüber hinaus wird er auf der Produktverpackung vorgestellt, in Werbemitteln präsentiert und auf der Homepage darüber berichtet. Durch die Tchibo ideas Hochschulkooperation mit der Hochschule Coburg entstanden beispielsweise innovative Produkte rund um das Thema „individuelle Raumgestaltung und Verschönerung“. Die Designstudenten generierten innerhalb eines Semesters kreative Ideen zu diesem Thema. Es entstanden Produkte wie z. B. die 2 in 1 Wohndecke mit integriertem Kissen, ein Tür-Regal für das Badezimmer oder ein multifunktionaler Mal-Eimer. Nicht nur Tchibo bietet seinen Kunden Raum für Innovationen, sondern auch Procter & Gamble oder Dell setzen auf externe Ideen, um neue Wege zu gehen. Unter den Schlagwörtern Open Innovation bzw. Co-Creation ist dieser neuartige Innovationsprozess im World Wide Web zu finden. Differenzierung vom Massenmarkt durch Individualisierung - Ebenfalls spielen in heutigen dynamischen und wettbewerbsintensiven Märkten Produkt-Individualisierungen eine große Rolle. Die Anbieter versuchen sich im Massenmarkt


von der Konkurrenz abzuheben, indem die Kunden die Möglichkeit haben, ihr Produkt individuell zu gestalten. So kann man beispielsweise unter spreadshirt.de sein T-Shirt selbst gestalten oder unter mymuesli.com ein Lieblingsfrühstück aus über 80 Zutaten mixen. Aber auch im high interest Bereich kann sich der Kunde optimal auf den Kauf eines Produktes vorbereiten. Verschiedene Autohersteller bieten auf ihrer Homepage eine ProduktKonfiguration an. Der potentielle Käufer kann also sein gewünschtes Auto modellieren und zwischen Farbe, Felgen und Sonderausstattung frei entscheiden. Produktbewertung durch User – ein Risikofaktor für Unternehmen - In der Produktpolitik im Online-Marketing werden verschiedene Produkte durch Analyse des User Generated Content (UCG) verbessert. UGC oder nutzergenerierte Inhalte sind Inhalte, die nicht vom Anbieter einer Seite, sondern von den Nutzern erstellt werden. Der Begriff ist im Zuge des Web 2.0 entstanden, wozu Bereiche wie Text, Musik und Fotos zählen. Rasant wuchsen in den letzten Jahren viele Bewertungsportale in diversen Kategorien heran. Zu

den bekanntesten und meist genutzten Portalen gehört ciao.de. Hier findet man Erfahrungsberichte zu vielerlei Themen, von „Auto und Verkehr“, „Computer“ über „Familie“ bis hin zu „Waschen und Reinigen“. Die Bewertungen sind für jeden Internetnutzer abrufbar, nur um eigene Erfahrungsberichte online zu stellen ist eine Registrierung bei ciao erforderlich. Zu jedem Produkt werden stets die verfügbaren Anbieter anzeigt und man kann direkt und bequem von der Wohnzimmercouch aus bestellen. Bei allen Vorteilen, die eine Einbindung der Konsumenten in die Produktverbesserung hat, darf aber eines nicht vergessen werden: Wer einen öffentlichen Dialog mit den Kunden führt, sollte diesen auch ernst nehmen und muss mit öffentlicher Kritik umgehen können. Der Prosument ist aktiv im Netz unterwegs; er ist eben gerade nicht nur ein billiger Weg an kreative Lösungen zu kommen, sondern vor allem ein kritischer Kunde. Und dieser Kunde deckt gerne auch mal Skandale auf. Dies kann zu Shitstorms (oder klassisch: „Protestwellen“) führen, welche dem Image eines Unternehmens

Schaden zufügen. Ein aktuelles Beispiel: ING-DiBa drehte einen Werbespot mit dem BasketballStar Dirk Nowitzki. Dieser kommt in eine Metzgerei, die die örtliche Metzgerei aus Würzburger Kindheitstagen darstellen soll. Die anderen Kunden machen große Augen angesichts des großen Besuchers und keiner weiß so recht, was er sagen soll, bis die Metzgersfrau in die Theke greift, eine Scheibe Schinkenwurst hervorholt und sie Nowitzki in die Hand drückt. „Was hamma früher immer g‘sagt?“, fragt die Metzgersfrau. Und natürlich weiß der 2,13 Meter lange Nowitzki die Antwort noch: „Damit du groß und stark wirst.“ Dies führte im Januar 2012 zu zahlreichen Protest-Posts von Vegetariern auf der Facebookseite der ING-DiBA – hoffen wir, dass die ING-DiBa nicht nur vegeratische Kunden im Portfolio hatte… ;) Der Imageschaden wird in diesem Fall natürlich nicht sonderlich groß sein, aber es zeigt, dass Unternehmen im Internet eben kaum Kontrolle mehr über ihre Kommunikation haben. Der aktive Kunde oder Prosument ist eben auch ein Risiko.

Praktikanten/-innen Kreation, Kundenberatung, Projektmanagement oder Strategie Niemand, so hätte man im Jahr 1935 gesagt, niemand, der richtig im Kopf ist, würde mitten in der Depression eine Agentur gründen. Leo Burnett hat es in Chicago getan. „Wenn etwas in ökonomischer Hinsicht ganz und gar am Boden liegt, dann gibt es von dort aus nur einen Weg – nach oben.“ Das war nicht immer einfach – aber Leo Burnett hatte Recht. Die Mitarbeiter von Leo Burnett sind die, die nach den Sternen greifen. Um das zu schaffen, brauchen sie einen klaren Kopf, kräftige Arme und gute Augen. Leo Burnett sagte: „Greif nach den Sternen. Wenn du nach den Sternen greifst, wirst du vielleicht keinen erreichen, aber du wirst auch nicht mit einer Hand voll Dreck dastehen.“ Du möchtest… … gerne nach den Sternen greifen? … aktiv in einem unserer Art-Teams, der Kundenberatung, der Strategie oder im Projektmanagement mitarbeiten? ... Verantwortung übernehmen und Dich, Deine Ideen und Dein Engagement einbringen? ... neue Prozesse erlernen und Erfahrungen sammeln? Dann warten wir genau auf Dich! Wenn Du Lust und Interesse an der Arbeit in einer Werbeagentur hast, eingeschriebener Student bist und 6 Monate Zeit hast, dann hast Du die erste Hürde bereits genommen. Bitte schicke Deine Bewerbungsunterlagen an: bewerbung@leoburnett.de z.Hd. Katharina Peters, Junior HR Managerin. Das Praktikum wird mit 400,00 €/Monat vergütet.

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I like PFORZE billy peÑa contreras

Für gewöhnlich ist Pforzheim wegen seiner früheren Schmuckindustrie bekannt - Die Goldstadt eben. Nicht jedoch als schöne Stadt, die besonders aufregend ist. Wenn man über Pforzheim spricht, dann meist mit wenig Enthusiasmus. Denn der Stadt fehle das gewisse Etwas, so sagt man.

Aber ist das wirklich so? Genau diese Frage stellte sich der MD 56 vor 2 Semestern – Ist Pforzheim also „An die Wand gefahren?“ Nein, denn wer den MD von damals las, stellte mit Verwunderung fest, Pforzheim hat doch etwas zu bieten. Hier und da gibt es schöne Flecken, angenehme Cafés und Bars und einiges mehr. Nur, man muss diese schönen Flecken entdecken wollen und da liegt der Haken. Denn es ist schwierig, die liebenswerten Seiten an Pforzheim den Studenten hier, also Euch, schmackhaft zu machen. Die Meinung zur Stadt scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein: Viel jammern, wenig draus machen. Wer sich an seinen Start in Pforzheim erinnert, hat vielleicht sogar noch vage den Spruch im Gedächtnis, mit dem man begrüßt wurde: „Nicht wegen Pforzheim, sondern trotz Pforzheim“ sei man hier. Das soll nun eine Kampagne für Euch ändern. In Zukunft soll weniger über Pforzheim geschimpft oder gejammert werden. Vielmehr sollen die unbekannten und schönen Gegenden Pforzheims mit der Kampagne „I like PFORZE“ (www.ilikepforze.de) zu entdecken sein. Kern von „I like PFORZE“ ist eine mobile Website, auf der über die verschiedenen Orte in Pforzheim abgestimmt werden kann. Durch QR-Code-Aufkleber werden diese auf der Website angelegt: Die Aufkleber werden an den entsprechenden Plätzen angebracht, mit einem Smartphone werden die QR-Codes eingescannt, mittels GPS-Ortung genau in dem Pforzheimer Stadtplan auf der Website angelegt und anschließend können diese von jedem bewertet werden. Langfristig soll „I like PFORZE“ zu einem zentralen Anlaufpunkt für alle Pforzheimer und Euch Studenten werden, die Ihre Stadt neu bzw. wiederentdecken wollen. „I like

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PFORZE“ ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsagentur interone. Diese Zusammenarbeit ist das Ergebnis eines Wettbewerbes, den die Studenten gewonnen haben. Via youtube rief die Kommunikationsagentur einen Wettbewerb aus, an dem die Teilnehmer eine Werbekampagne gewinnen konnten. Gewinnen sollte der Beitrag mit den meisten Likes auf Youtube. Und so haben wir uns daran gemacht, uns an der Aktion zu beteiligen. Der eingereichte Beitrag sorgte auf dem Campus der Hochschule Pforzheim für eine Menge Gesprächsstoff, viel Begeisterung und eine große Beteiligung bei der Abstimmung. So gewann der Video-Clip der Studenten auf Youtube den Wettbewerb. Mit der gewonnen Werbekampagne soll Euch und den Menschen in Pforzheim gezeigt werden, dass es hier gar nicht so schlimm ist, wie viele meinen. Denn schließlich hat jede Stadt ihre dunklen Ecken, und so schlecht ist es hier gar nicht. Pforzheim hat seine schönen Flecken und die könnt Ihr mit I like PFORZE entdecken und bewerten.


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„neue medien - interview mit paul maciejewski“ robin philipp lang

Professor Paul Maciejewski, Jahrgang 1956, ist seit dem Sommersemester 1986 an der Hochschule Pforzheim tätig und unterrichtet heute als Fachmann für Informationstechnologie im Bereich Marketing an der Fakultät Wirtschaft und Recht. 26 Jahre nach seinem Interview zum Thema „Neue Medien sind nicht mehr aufzuhalten“ haben wir Herrn Prof. Maciejewski erneut zu einem Gespräch getroffen.

Herr Prof. Maciejewski, wie beurteilen Sie Ihre Einschätzung der Neuen Medien aus dem Jahr 1986 aus heutiger Sicht? Nun, Vieles ist eingetroffen, Vieles aber auch nicht. Z.B. habe ich mich damals ein wenig verschätzt mit der BTX(Bildschirmtext)-Geschichte. Man hat BTX damals in höchsten Tönen gelobt und meinte, das wird die Technologie schlechthin. Wenn ich das nun rückblickend betrachte, waren dies „anstoßende“ neue Welten und Vorläufertechnologien des heutigen Internet. Es lag an vielen Gründen warum BTX sich nicht durchgesetzt hat. Die Netze waren damals noch zu langsam, das Auflösungsvermögen war schlecht. Es war sicherlich auch ein Marketingfehler der damaligen Bundespost. Man hätte mehr machen müssen. Man hätte die Konsumenten besser über die Einsatzmöglichkeiten informieren müssen. Aber ich finde als Einstiegstechnologie war es nicht schlecht. Wie bereits gesagt, als reine Technologie hat es sich dann in der Breite doch nicht durchgesetzt. Wir hatten zum Schluss an die 150.000 Teilnehmer in Deutschland. Die Post hat damals bis 1986 rund 1.000.000 Teilnehmer prognostiziert. Wie haben Sie die Entwicklung der Medien im Laufe Ihrer Professur beobachtet und wie/ wann hat sich diese Entwicklung im Lehrplan niedergeschlagen? An für sich Full-Time bereits bei meinem Arbeitsbeginn im Jahr 1986. Damals habe ich bereits verschiedene Vorlesungen gehalten, nicht nur im Marketingbereich, auch im Bereich der Wirtschaftsinformatik oder gar Vorlesungen, die sich auf ganz spezielle Technologien bezogen haben. Aber auch im Marketing haben wir die medialen Themen bereits frühzeitig im Lehrplan verankert, z.B. im Marketing-Controlling. Hier war es mir immer wichtig, auf die technischen Mög-

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lichkeiten hinzuweisen, die ein Marketing-Controller heute nutzen muss - z.B. Managementinformationssysteme, Data Warehouse, Wissensmanagement, etc. Man könnte natürlich auch heute deutlich mehr machen, aber leider bietet die Studienordnung einen engen Rahmen und legt oftmals andere Schwerpunkte. Dies führt dazu, dass man mit Kompromissen leben muss. Studenten mit einem besonderen Faible für diese Themen können sich natürlich gesondert in die Thematik einarbeiten, z.B. durch die Bachelor-Thesis oder Projektarbeiten. Wir führen natürlich auch schon seit längerer Zeit studentische Projektarbeiten durch, in denen die Studenten die Möglichkeit haben, gemeinsam mit einem Unternehmen praxisorientierten Fragestellungen nachzugehen. Hier sind im weitestgehenden Sinne immer Medienfragen dabei. Ein aktuelles Projekt in Kooperation mit einem Finanzdienstleister beschäftigt sich u.a. mit der Fragestellung, wie neue Medien in der Kundenkommunkation effizienter genutzt werden können. Was für eine Auswirkung hat Ihrer Meinung nach die steigende Informationsflut auf den Einzelnen, sowohl im privaten, als auch im beruflichen Umfeld? Ich fange vielleicht mal mit einer Sache an, die nicht eingetreten ist: Anfang der 80er Jahre gab es IT-Gurus in Amerika, die gesagt haben, dass Menschen durch den vermehrten Einsatz der neuen Informationstechnologien viel weniger arbeiten werden – getreu dem Motto „die Computer werden alles für uns erledigen“. Dieses Szenario ist natürlich nicht eingetreten. Wenn Sie heute die neuesten Studien lesen, sind viele Menschen überfordert und ausgebrannt. Sicherlich liegt dies unter anderem an einer hohen Informationsflut und einem wachsenden Informationsvolumen. Es stellt sich


natürlich auch die Frage, wie weit man den Einzelnen fordern kann. Dies gehört heutzutage zu unserem Alltag. Wir sprechen unter anderem von Begriffen wie z.B. dem Ubiquitous Computing (Allgegenwärtiges Computing), da sind wir natürlich bereits auf einem guten Weg. Im Grunde müssen wir natürlich sehen, dass die Zeit sich nicht vermehren lässt. Demzufolge müssen wir sorgsamer mit der uns zur Verfügung stehenden Zeit umgehen – auch in den Informationsmedien. Anders gesagt: Sie können einfach nicht jeden Newsletter lesen, den Sie erhalten. Dies sind wiederum spannende Herausforderungen für Marketiers. Nehmen Sie so etwas wie Location Based Services – eine sehr interessante Geschichte. Aber ich sage immer wieder, wenn ich irgendwann als Kunde von 50 Firmen am Tag penetriert würde, dann hätte ich eben diese Informationsüberflutung. Ich werde auf Dauer natürlich nur das konsumieren, was mir einen persönlichen Zeit- oder Kostenvorteil bringt. Da ist es natürlich wieder die Herausforderung für Anbieter, zu sagen, wie wir permanent auffallen und wo wir einen gewissen Mehrwert schaffen können. Es ist schon eine spannende Fragestellung, wie wir mit der Menge an Informationen umgehen werden – diese wird schließlich nicht linear wachsen. Denken Sie zum Beispiel an die Entwicklung im Netzbereich. Hier haben wir Geschwindigkeiten, die sich zukünftig verhundertfachen werden. Der Trend geht immer mehr in Richtung einer Bewegtbildinformation. Alles was wir heute z.B. noch als Zahlenreihe sehen, werden wir in Zukunft vielleicht als kleine Filme betrachten. Dies hat natürlich viel mehr Vorteile für den Konsumenten. Es gibt Studien, die besagen, dass der Mensch Bewegtbilder viel länger behalten kann. Aber auch da wird sich der Trend mit dem Mehrwert für den Konsumenten durchsetzen. Hätten Sie im Jahr 1986 bereits gedacht, dass die Neuen Medien einen derartigen Einfluss auf den Marketingbereich haben? Man muss sehen: Wenn man verschiedene Disziplinen und Funktionen, wie z.B. Marketing, Logistik oder andere Bereiche miteinander vergleicht, war der Marketingbereich nicht der erste, der auf den Zug der Neuen Medien aufgesprungen

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ist. Das Denken im klassischen Marketing sah (extrem ausgedrückt) folgendermaßen aus: Wir sind kreativ und die Medien können unsere Kreativität eingrenzen. Von daher müssen wir das Thema erstmal verdrängen! Dies hat dazu geführt, dass wir bis heute noch in vielen Bereichen Nachholbedarf haben. Ich denke an gewisse Technologien wie z.B. Data Warehouse, was ich heute im Grunde jeder Firma empfehlen würde, aber das Problem liegt unter anderem in den Kosten. Man beschäftigt sich einfach zu wenig mit derartigen Themen – das ist die eine Geschichte. Aber ich bin natürlich schon überrascht: vor 20-25 Jahren hätte sicher niemand gedacht, welchen Einfluss vor allem das Internet auf den Marketingbereich haben würde, und man kann natürlich schon sagen, dass durch das Thema One-to-One Marketing hier ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat. Der Kunde hat längst das Kommando übernommen. Wir können in vielen Bereichen immer weniger Standards anbieten – der Kunde wechselt immer häufiger. Die ganzen Überlegungen wie Customer Relationship Management, der Aufbau von Beschwerdemanagementsystemen mithilfe neuer Technologien, oder gar die Kundenrückgewinnung sind Dinge, über die vor 20-25 Jahren nur sehr wenige Menschen nachgedacht haben. Was für einen Einfluss hat der rasante Wandel in den Medien auf die zwischenmenschliche Kommunikation? Nun ja, viele sagen ja, es führe zu einer Vereinsamung. Ich bin mir da allerdings nicht so sicher. Gerade bei jungen Menschen bin ich mir sicher, dass es nicht zu einer Vereinsamung führt. Man lernt durch das Netz, Beispiel Facebook, auch neue Menschen kennen. Eine Entwicklung die mir persönlich allerdings nicht so gefällt, ist, dass viele junge Menschen unkritisch mit ihren eigenen Daten umgehen und diese dauerhaft in der virtuellen Welt speichern. Aber von Grund auf sehe ich das ganze sehr positiv. Man muss die neuen Möglichkeiten der Kommunikation sehen. Es ist klar, dass verschiedene ältere Menschen hier vielleicht nicht mehr aufspringen können oder vielleicht sogar nicht wollen. Aber es sieht heute natürlich besser aus als vor 25 Jahren. Damals hatten wir das große Problem, welches ich selbst in meiner praktischen

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Beratertätigkeit festgestellt habe, dass in vielen Firmen die Menschen - gerade die älteren - gar nicht wussten, was sie mit dem PC anfangen konnten. Da gab es dann wirklich diesen Digital Divide zwischen der elektronischen Arbeit und der klassischen Papierform. Das hat sich heute natürlich viel mehr vermischt. Viele 50/60jährige machen den 20/30jährigen beispielsweise auf der praktischen Ebene etwas vor. Von daher sehe ich das als nicht allzu gefährlich an. Im beruflichen Alltag nimmt der Druck natürlich durch den Einsatz neuer I+K-Technologien zu. Tendenziell kann man schon sagen, dass man früher eher durch die Reihen gegangen ist und vielleicht öfters das „Schwätzchen am Arbeitsplatz“ gehalten hat. Das ist heute nicht mehr ganz so, aber das hängt, meiner Erfahrung nach, auch viel vom Unternehmen und der dort gelebten Unternehmenskultur ab. Es gibt sehr viele Firmen, die up-to-date in der ITNutzung sind und gleichzeitig gehen die Mitarbeiter dennoch in die Cafeteria um sich dort auszutauschen. Man kann dies sicherlich nie pauschalieren.

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Stichwort Datenschutz: wird das Thema in der BRD zeitgemäß behandelt? Oder hinken wir gar hinterher? Wenn man es weltweit vergleicht, sind wir in Deutschland, was den Datenschutz angeht, sicherlich sehr kritisch. Wenn man sich z.B. anschaut ,was heutzutage in Amerika passiert, sind die Amerikaner sicherlich an vielen Stellen weiter. Der Konsument gibt viel eher seine Daten preis. Ob das z.B. an der Kasse ist, wenn die Kassiererin fragt, ob etwas nicht stimmt und die Telefonnummer des Konsumenten aufgenommen wird. Was dort ganz normal ist, wird bei uns fast schon als Horrorszenario betrachtet. Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass man mit personenbezogenen Daten kritisch umgehen sollte. Ich bin auch kein Fan davon – neulich habe ich wieder eine derartige Erfahrung gemacht – wenn mich am Sonntagmorgen jemand aus einem Call-Center anruft und mir etwas verkaufen will. Irgendwo hat die ganze Geschichte sicherlich auch ihre Grenzen. Das Datenschutzthema wird in den Medien und auf Fachkonferenzen z.T. hochgetrieben. Viele meinen derzeit ja, wir hätten erst die Spitze des Eisbergs erkannt. Ich meine, wer einen Schaden anrichten will, wird immer einen Weg finden, dies zu tun. Aber das ist bei neuen Technologien immer so gewesen. Ich kann mich noch daran erinnern, als Netze wie ISDN aufkamen. Da hieß es auch, es wäre „bombensicher“ und kein Mensch könne in das Netz eindringen. Dies ist ein Dauerphänomen. Vielen Dank Herr Prof. Maciejewski für das Interview! MD


„Nothing is Original“ Daniel Brunner

Bei dem ganzen Retroboom lässt sich wieder einmal erkennen, dass doch alles schon mal da gewesen ist. Heutzutage etwas revolutionär Neues zu bringen bedeutet doch, dass man früher oder später feststellen muss, dass man sich letztendlich doch an Bestehendem zu orientieren hat und das solitäre Werk theoretisch nicht existieren kann. Die Mode zykliert, Musiker samplen und remixen, Designer adaptieren und beziehen und wieder andere zitieren und imitieren. Die Kopierkultur zieht seit Filesharing und »Guttenbergen« einen dunklen Schatten hinter sich her, so dass man sich viel lieber auf wirklich Neues besinnt.

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Doch warum das Rad neu erfinden, wenn es doch viel einfacher ist, es zum Drehen zu bringen. Neues zu schaffen ist schier unmöglich. Schon Goethe hat seinerzeit sinngemäß festgestellt, dass »die Welt jetzt so alt ist und seit Jahrtausenden so viele bedeutende Menschen gelebt haben, dass wenig Neues mehr zu finden und zu sagen ist«. Alles ist doch schon in irgendeiner Weise da gewesen und alles Neue bedient sich dem Alten. Prinzipiell sind doch alle neuen Ideen aus zweiter Hand wiederverwertet und schöpfen aus einem Pool aus zig- und abertausenden von äußeren Quellen. Lebt man nicht hinter dem Mond ist dem Einfluss dieser fremden Inspirationen nicht zu entkommen und so ist auch die Idee vom solitären Werk zu verwerfen. Sie ist empirisch nicht mehr tragbar. Man sinniere nur mal über die Innovationen in den letzten beiden Jahrzehnten. Alles Neue beruht auf einer Kopie und auf deren Weiterentwicklung und Rekombination, aber es gibt nichts Neues ohne eine Vorlage. Die CD ist eine Weiterentwicklung der Schallplatte, das Mobiltelefon folgt dem alten Haustelefon, das wiederum auf dem antiken Telegraphen basiert. Es gibt noch unzählige weitere Beispiele, die man an dieser Stelle nicht aufzuzählen braucht. Der Mensch selbst ist das Medium: Er sieht etwas und macht eine Kopie in seinem Gehirn, entwickelt diese weiter und formt sie zu etwas Neuem. Am Ende bleibt nur festzustellen: »Nothing is original«. Nichts ist neu. Alles ist eine innovative Kopie.


„Advertorial“ gastbeitrag e-wolff

Retrospektive: Zurück in die Zukunft mit Google & Co.

Erinnerungen eines Alumnus der Hochschule Pforzheim. Wie man schwarze Zahlen mit bunten Buchstaben schreibt. Absolventen der HS PF haben als Raketenwissenschaftler, Google-Bändiger & Facebook-Experten einen großen Anteil daran. Laut trommelt die glitzernde Werbewelt in Hamburg um Aufmerksamkeit, Düsseldorf buhlt um die Gunst und Berlin lockt mit aufreizender Pose. Die Zukunft soll irgendwie einfach exakt & einfallsreich verlaufen. Ein großartiges Renommee, große Marken & noch größere Budgets strecken die Fühler aus. Die Welt ruft! Leise flüstert aber auch die Hochschule Pforzheim, der Süden & irgendwie auch die Heimat. Es riecht vertraut, hier kann man sowieso alles außer hochdeutsch und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe ist. Mit dem Stallgeruch schwingt aber noch etwas Neues mit, etwas Aufregendes, ein Gefühl und eine Chance, die es zu ergreifen gilt. Google & Heimsheim bilden das Zentrum dieser Chance. Die Möglichkeit etwas mitgestalten zu können und der

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Glaube an die Bedeutung von Google, Internet, Mobile & Social Media Marketing reizen ungemein. Ab in die Zukunft mit Google & Co. Heute bilden über 50 Kollegen eine waschechte Erfolgsgeschichte und einen Teil der zweitgrößten Internetagentur Deutschlands. Wir freuen uns nicht nur über einen Besuch von Google, sondern Google freut sich über unsere Vorträge in Dublin, London, Zürich, Bukarest & Co. Für Kunden bändigen wir Google, werden Facebook-Kampagnen optimiert und Youtube bespielt. Die ständigen Innovationen und Trends werden gesichtet, verarbeitet, verworfen oder auch gelebt - in Heimsheim, 11km nur zur Hochschule Pforzheim. e-wolff gehört zu den führenden Agenturen im Online-Marketing. Mit den Schwerpunkten SEA, SEO & Conversion-Optimierung betreut e-wolff Kunden wie Krombacher und Schülerhilfe. Mit fünf offiziellen Google-Siegeln und zahlreichen Case Studies gilt die Agentur als kompetenter Google-Spezialist. e-wolff ist ein Unternehmen der UDG United Digital Group mit Sitz in Heimsheim bei Stuttgart und beschäftigt derzeit über 50 Mitarbeiter, davon 11 Alumni der Hochschule Pforzheim. Weitere Informationen unter: www.e-wolff.de


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Alt vs. Neu oder neu vs. Alt? natalie peketitsch und frauke wagemann

Wenn man dieses Jahr ins Kino-Programm schaut, kann es gut sein, dass man ein Déjà-vu hat: „LOL“, „Verblendung“, „Der große Gatsby“… gab es das nicht alles schon einmal? Wieso werden so viele Filme eigentlich noch einmal gemacht? Neuverfilmungen werden zum größten Teil in den USA produziert. Da stellt sich doch die Frage, warum das so ist. Zum einen sollte man bedenken, dass es in den USA keine synchronisierten Filme gibt und sich wohl nicht allzu viele Menschen die Originalfilme mit Untertitel anschauen wollen. Deshalb setzt Hollywood auf potenziell erfolgreiche Jungschauspieler und auch bekannte Gesichter, gute Produzenten und Regisseure, sowie auf den Erfolg des Originals und versucht sich an Neuverfilmungen. Dahinter verbirgt sich die Hoffnung, dass der neu produzierte Film mehr Leute in die Kinosäle lockt als das Vorbild. Denn die Produzenten sind manchmal auch nur Geschäftsleute, denen es um den Erfolg und eventuell auch um ein hohes Einspielergebnis geht und nicht so oft um handwerklich gelungenes Kino mit großartigen Filmen. Die Originale sind oftmals sogar qualitativ hochwertiger und das obwohl sie meistens mit einem deutlich kleineren Budget auskommen mussten als die Neuverfilmungen. Muss das dann also wirklich sein? Machen wir also eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit der Filmwelt. Neuverfilmungen sind in Hollywood der Trend schlechthin, getreu dem Motto „aus alt mach neu“, denn wer will schon alt sein? Filme wie Ocean´s Eleven, Kleopatra, Dracula und unzählige weitere wurden neuverfilmt. Doch nur wenige davon schafften es zu großer Bekanntheit und hatten Erfolg in der harten Filmindustrie. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, die dennoch zu Ruhm und Ehre gelangten. Mit Brad Pitt an der Seite von George Clooney wurde Ocean´s Eleven beispielsweise doch zu einem anschaulichen, neuen Klassiker, wie das Original mit Frank Sinatra und Dean Martin von 1960. Vor allem im Bereich der Horrorfilme gibt es jährlich jede Menge neuer Remakes. Der Kult-Klassiker „Halloween-Die Nacht des Grauens“ von John Carpenter wurde 2007 von Rob Zombie neu verfilmt, hatte jedoch wenig Erfolg, ebenso wie „Fright Night“ mit Colin Farell, der als Ur-Vampir komplett versagte, oder auch Gus Van Sant´s Nachahmung von Hitchcock´s Kultfilm „Psycho“. Viele dieser Filme wurden schlecht kopiert und ohne wirkliche Leidenschaft gedreht. Zusätzlich hatte man langweilige Darsteller engagiert, die genauso überzeugend waren wie Strichmännchen. Andere Horror Remakes wie „The Amityville Horror“ oder „Das Omen“ hatten nur mäßigen Erfolg, sind aber trotzdem dank guter Jungschauspieler und akzeptabler Produktion sehenswert. Es

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gab allerdings nicht nur vorprogrammierte Flops im Horror Genre. Der Zombie Schocker „Dawn of the Dead“, nach dem gleichnamigen Original von 1978, war beispielsweise ein Riesenerfolg. Oft ist man als Zuschauer zwischen Original und Remake hin- und hergerissen. Welcher Film ist nun gelungener, kann das Remake überhaupt Erfolg haben und ist das wirklich alles so „neu“? Große Kinoklassiker wie King Kong, Planet der Affen oder Psycho wurden von Hollywood neuverfilmt und „ersetzten“ alte zeitaufwendigere Filme. Manche von ihnen brachten mehr Erfolg als ihre Vorgänger und manche weniger. Hierzu machen wir einen kleinen Ausblick in die Zukunft. In diesem Jahr kommen einige Neuverfilmungen auf Kino-Fans zu, wie zum Beispiel Leonardo DiCaprio als „Der große Gatsby“ und Miley Cyrus mit Demi Moore in „LOL“, der erst 2008 in Frankreich mit Sophie Marceau produziert wurde. Baz Luhrmann´s Neuverfilmung vom Gatsby könnte eine große Chance auf Erfolg haben. Neue Ideen, dynamische Charakterdarsteller und einen brillanten Regisseur, der schon ein Mal in „Moulin Rouge“ bewiesen hat, dass Neuverfilmungen zu einem Triumph werden können. Letztendlich bleibt uns Zuschauern nur die Möglichkeit uns eine eigene Meinung über die Neuverfilmungen zu bilden, indem wir ins Kino gehen und somit den Hollywood Produzenten genau das liefern was sie wollen… unser Geld!


Auf zum Farbenspiel.

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„Die Rückkehr einer Legende…“ julia mutter

Wir schreiben das Jahr 1887…Ein Knistern erfüllt den Raum, der lange schwarze Arm setzt langsam am Rand der wohlgeformten Rundung auf und…nicht was du jetzt denkst! Wir sprechen hier von bahnbrechenden geschichtlichen Ereignissen, du Schweinchen.

Ziemlich genau 125 Jahre ist es nämlich her, dass das Grammophon und auch die Schallplatte geboren wurden. Grammophon? Schallplatten? Dinge über die der heutige digital native keinesfalls regelmäßig beim Frühstück spricht. Man sollte meinen, dass 125 Jahre nach ihrer Erfindung, dieser analoge Tonträger langsam einmal ausgedient hat. Umso erstaunlicher also, dass sich die gute alte Schallplatte immer noch relativ agil in der Musikszene bewegt. Zwar machen Schallplatten nur insgesamt 1% aller Musikmedien aus, besonders in den letzten 20 Jahren aber hat sich ein eindeutiger Aufwärtstrend abgezeichnet. Ihre kleine, aber enthusiastische Fangemeinde – als „audiophile Freaks, die auf Haptik schwören“ werden sie bezeichnet - scheint ihren Job also gut gemacht zu haben. Zum Anfassen und Verlieben, gewissermaßen.

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Von Nostalgie beladen, hat die Schallplatte vor allem bei den älteren Generationen einen ganz besonderen Stellenwert. Eine Erinnerung nämlich an die gute alte Zeit. Damals, als die Welt noch in Ordnung war, die Sommer sonniger, die Winter verschneiter waren und die Musik noch geklungen hat, als ob man sie auf einem Ölfass selbst getrommelt hat. Über die Jahre hinweg hat sich dann bei dem ein oder anderen eine umfangreiche Kollektion angesammelt. Diese macht im Schrank natürlich einiges mehr her, als eine Batterie voller CDs in verkratzten Plastikhüllen. Comeback hin oder her, die goldene Vinyl-Zeit ist leider schon lange vorbei. Heutige Schallplatten Auflagen liegen mit gerade mal 2000 Stück weit unter einstigen Auflagen von 100.000 Stück. Dennoch glaubt man, den Erfolg der Schallplatten beibehalten zu können. In Zeiten, in denen alles herunter geladen, gebrannt und gelöscht werden kann, hat eine Platte doch etwas sehr Beständiges. Auch 125 Jahre später. Ex-Universal Manager Renner, hat für die Schallplatte ganz andere Pläne. Er prophezeit einen weiteren Rückgang der CD Verkäufe und glaubt, dass es der Musikindustrie besser stehen würde, diesen Rückgang sogar zu beschleunigen und dann den digitalen Download als Hauptvertriebsweg zu nutzen. Die CD soll dabei zwar nicht vollkommen verschwinden, sondern eher als ein Extra bestehen bleiben, das dann auch seinen Preis hat. Den älteren Generationen würde Renner am liebsten nur die Kombination aus Downloads und Schallplatten anbieten.

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„Das wäre eigentlich konsequent. Denn überall da, wo die CD dem Download überlegen ist, ist Vinyl der CD voraus“. Wie sich die Schallplatte weiterhin in die heutige Zeit eingliedern kann, demonstriert Mini mit seiner „Rock ´n´ Roll für die Straße“ Beilage in der W&V. Das Herz der 4-seitigen Pappbroschüre für den neuen Mini Coupé ist eine Schallplatte auf der rechten Seite, die mit einer aufklappbaren Nadel von Hand abgespielt werden kann. Die allgemeine Rennbahnoptik und das spielerische Fahren des Minis auf der Platte, erwecken den Claim zum Leben.

mit diesem „einen Song“ den man nie wieder zu kaufen fand oder das Album, das bei der Hochzeit oder dem ersten Date im Hintergrund dahin knisterte. Gerade die 1 Euro Rubriken bergen so einige Musikschätze. Offen sein ist dabei die Devise. Sollte einem die Platte dann doch nicht gefallen, gibt es auch zahlreiche andere Verwendungszwecke. Dekorativ sind die guten Stücke ja, ob an der Wand oder als Lampenschirm oder Schüssel.

Anleitung Platten-Schüssel ( ca. 10 Min.) Trotz zunehmender Digitalisierung, scheint das Erbe der Schallplatte also gesichert zu sein. Vorbei sind nämlich die Zeiten, in denen man nur echte Klassiker auf Platte bekommen hat. Musiker unserer Generation wie zum Beispiel Adele, The Hives & Jan Delay haben das schon lange begriffen und bei genauerer Suche findet sich doch fast jeder Künstler, der etwas auf seine Musik hält, auch auf einer Schallplatte wieder. Hat doch viel mehr Stil das Ganze. Und falls es doch nicht für die Goldene Schallplatte reicht, bleibt ein kleiner Trost, den man mit in die Ewigkeit nehmen kann. Nämlich, dass es auch die eigene Musik auf einem klassischen Tonträger gibt, der in ein paar Jahrzehnten vielleicht zur Lieblingsplatte eines Trödelgängers wird. Wer von euch nämlich jetzt den Drang verspürt, dem alten Plattenspieler von Mama und Papa ein Ohr zu schenken, dem sei auch in Pforzheim geholfen. Hier gibt es nämlich sogar zwei richtig gut ausgestattete Plattenläden, in denen man so ziemlich alles findet, was das Herz begehrt. Vielleicht findet man dort nicht nur Musik, die einem selbst gefällt, sondern Geschenke für die Eltern,

Du brauchst: Eine Schallplatte, eine hitzebeständige Form, z.B. eine Metallschüssel, runde Auflaufform, ein Glas… So geht‘s: Backofen auf 150°C vorheizen. Dann die Form mit der Öffnung nach unten auf das Backblech legen und die Schallplatte mittig oben drauf. Klappe zu, Augen auf. Da der Schmelzvorgang recht schnell vonstatten geht, schon mal Topflappen/ Geschirrtuch bereit halten. Schon nach einigen Sekunden beginnt der Bereich der Platte, der nicht auf der Form aufsitzt, sich nach unten zu biegen. Sobald die Platte komplett an die Form angepasst ist, das Ganze aus dem Ofen nehmen. ACHTUNG: Die Platte ist noch ziemlich heiß. Wollt ihr die Schüssel also formtechnisch noch ein wenig anpassen, verbrennt euch nicht die Finger! Dann natürlich auskühlen lassen. Tadaaa eure eigene oberturboretromäßige Schallplatten-Schüssel. Ähnlich kann man wohl auch Lampenschirme machen.


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„GroSSes Sterben im Blätterwald“ – 37 Jahre später Esther Lucyga UND Olga Hom

Was haben Zeitschriften aus den 70er Jahren mit den heutigen Zeitschriften gemeinsam? Ja, sie sind Printmedien. Ja, sie informieren über aktuelle Nachrichten. Und ja, sie sind zum Aussterben verdammt. Schon damals schlugen die Alarmglocken, als immer mehr Werbemittel von den Printmedien in die neuverbreitete Fernsehwerbung flossen. Die Zeitung „Werben und Verkaufen“ beschreibt diese Situation in ihrer Ausgabe vom 28. Februar 1975 als „Großes Sterben im Blätterwald“. Unwillkürlich taucht vor dem inneren Auge das Bild eines Sensenmanns auf, der vor der Haustür des Försters des Blätterwaldes steht und klopft. Es bleiben nur wenige Minuten bis der Förster ihm die Tür aufmacht und erschreckt feststellt, dass das Ende nah ist. Doch wie lange dauern diese Minuten? 120 Sekunden? 55 Tage? 9 Monate? 40 Jahre? Oder gar Jahrhunderte? Der oben aufgeführte W&V Artikel begründet die Gefahr der Verschwindens der Zeitschrift mit „opportuner Liebe zu Mattscheiben und Lautsprechern“. Die „Mattscheibe“, die heutzutage in jedem Wohnzimmer ein fester Bestandteil der Einrichtung ist und schon in 39 Prozent aller Kinderzimmer flimmert, war vor 60 Jahren noch kaum bekannt. Am ersten Weihnachtsfeiertag 1952 nahm der Nordwestdeutsche Rundfunk den Sendebetrieb auf, anfangs nur mit drei Stunden Sendezeit täglich, die allerdings nach und nach verlängert wurde. Die Entwicklung zum Massenmedium erfolgte rasant. Vier Jahre später wurden bereits die ersten Werbungen übertragen. Ein hervorragendes Medium, um viele Haushalte zu erreichen, dachten sich große Konzerne und strichen einen für Verlage nicht unbedeutenden Betrag an Werbeausgaben in Printmedien, um diesen lieber in Fernsehwerbung zu investieren. Die „Lautsprecher“ hingegen weisen eine um etwa dreißig Jahre längere Lebenszeit auf. Die 50er Jahre waren die Blütezeiten des Hörfunks. Die Hörer wid-

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meten den Lautsprechern ihre ganze Aufmerksamkeit, Hörspiele waren dabei besonders beliebt. In dieser Zeit einer sehr übersichtlichen Medienlandschaft, genoss der Hörfunk den Status des Primärmediums. Heute ist es kaum vorstellbar, eine Familie anzutreffen, die pünktlich abends um acht Uhr um das Radio herum versammelt zusammen sitzt und gespannt auf die Nachrichtendurchsage wartet. Realistischer wäre das Bild einer modernen Familie, bei dem der Vater mit seinem Laptop vor dem Fernseher sitzt, an den Verträgen für seinen Job arbeitet und sich dabei nebenher eine Serie anschaut. Die Mutter, die endlich Zeit gefunden hat, sich neue Outfits im Katalog anzusehen, blättert auf der Suche nach einem neuen Kleid in jenem Katalog und versucht währenddessen noch ihrem Mann zu erklären, was gerade in der Serie passiert. Dabei kommt sie aber selbst durcheinander. Nebenan sitzt das Kind, das mit IPod-Hörern in den Ohren voll aufgedrehte Musik hört und mit dem Smartphone im Internet surft, höchstwahrscheinlich auf Facebook. Es sind nicht mehr nur zwei Konkurrenten, gegen die sich Printmedien behaupten müssen. Die Medienlandschaft hat sich vervielfacht. In etwa 75 Prozent der Haushalte steht ein PC mit Internetanschluss. Dieser bietet jedem die Möglichkeit, zu jeder Zeit nach neuesten und aktuellsten Nachrichten, Klatsch und Tratsch in Schriftform, aber auch in audiovisuellen Formaten zu suchen. Wird die Zeitschrift nun durch diese elektronischen Schnellschüsse endgültig von der Medienlandschaft ausgeschaltet? Diese Frage kann nur im Laufe der Zeit beantwortet werden, jedoch lässt sich heute festhalten, dass der Förster die Tür noch immer nicht aufgeschlossen hat. Immerhin besteht heute noch das Angebot Zeitschriften zu kaufen, Abos zu bestellen. Das wiederum zeigt, dass die Nachfrage nach Printmedien durchaus noch besteht. Laut W&V machten Publikumszeitschriften im Jahr 1974 einen Anzeigeumsatz von ca. 1,9 Milliarden

DM, heute betragen die Umsätze der Top 20 Publikationszeitschriften laut Nielsen ca. 1,5 Milliarden Euro. Klar können die Zahlen nicht direkt verglichen werden, aber mit 1,5 Milliarden Euro an Anzeigeumsatz kann niemand für tot erklärt werden. Ebenfalls kann die Titelzahl der Zeitschriften in Deutschland in historischem Ablauf zu Gemüte gezogen werden: laut IVW stieg diese vom Jahr 1965 innerhalb eines Zeitraums von 45 Jahren von 252 auf 890 Titeln. Der deutsche Zeitschriftenmarkt ist ein Markt der Superlative, es ist für jeden Special-Interessenten was dabei: ob Hundebesitzer, Golfspieler oder Teenager, nahezu jeder findet seine Zeitschrift. Außerdem spielen große Zeitschriften wie „Stern“ und „Der Spiegel“ eine wichtige Rolle in öffentlichen Diskussionen. Und dennoch sind sie gefährdet. Die durchschnittliche, tägliche Zeitungs-/ Zeitschriftennutzung sank laut ECO von 34 Minuten im Jahr 2006 auf gegenwärtig 28,50 Minuten. Die steigende Tendenz der Mediennutzung neigt dazu, dass die Menschen weniger lesen, fern sehen, Radio hören und dabei zunehmend mehr zum Internet und mobilen Diensten greifen. An dieser Stelle würden viele den Einwand einbringen, dass sich die Printmedien heutzutage nicht nur gegenüber Fernsehen und Funk behaupten müssen, sondern auch gegenüber dem Internet, dem Smartphone oder den E-Books. Doch dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der technische Fortschritt auch durch große Bemühungen nicht aufzuhalten ist. Um die Tür möglichst lange vor dem Sensenmann geschlossen zu halten, müssen Printmedien die Möglichkeiten der neuen Medien nicht als Bedrohung, sondern viel mehr als neue Chance sehen und sich dem Wandel der Zeit anpassen, wie zum Beispiel durch ein Auftritt in Onlineportalen, oder durch eine bessere Handhabung der Zeitschriftenformate. Denn allein durch einen Wandel kann das große Sterben des Blätterwaldes aufgehalten werden.


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retrowerbung robin philipp lang und julia mutter

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in o m n oi

Anenen g i e t rlau eine U r g, der e r i u h b et und re das s Ham uß au er Welt. Wä r, Hotelbuff . Ger G n e e n hier schön tadt d r Wett einen chönsten S ir jetzt übe um arbeite solvieren. s z w l u ab gaben se, würden er wir sind ster z ben wir ma e i m b e e r A s s a s . i g b h x r n , u e a u a n r l b P ch be unser blick zu ge gen in Ham rte. d spre Stran esagt um a n n i K u E r e ies g fah nen n klei ber ihre Er alles auf d sen! nauer e n i e ch Le cht rü Um Eu forzheime lerdings ni Spaß beim l P l a e i einige Das passt telle nur v t. rS befrag en an diese g e Desw Grüße ion Beste d Mar n u ffi e tze, St o, Ma l F , x e Al

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.v. e e b e rtier i l a e u b q r t e w nhaup e d l e h super eim h z r o f p 75175

Wer ich bin - Stefanie Schüssler Wo ich arbeite - Werbeagentur Philipp und Keuntje GmbH Wie ich dahin komme - Montagmorgen 8:29, ich verlasse das Haus, ganz wichtig: Musik darf nicht fehlen. Dann mache ich mich auf in Richtung Bushaltestelle MaxBrauer-Allee (Mitte). Hier nehme ich den nächsten Bus, der kommt, dann geht es nur zwei Stationen weiter zum Bahnhof Altona, danach sind es nochmal gefühlte 5 Minuten im vollen, eingequetschten Bus. Was ich da so mache - Mal hier, mal da durch das Haus laufen, sich über die Kreativen aufregen, Tee kochen (für sich selbst!), Kunden beschwätzen, im Agentur Office rauf und runterscrollen, ab und zu mal Jobs abrechnen und Cash in die Agentur reinholen. In Prozent würde ich sagen, an Tagesgeschäft habe ich 85% und außergewöhnliche Aufgaben, wie Empfangsvertretung sind eher die Seltenheit!

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Wer ich bin - Marion Lumpp Wo ich arbeite - Ipsos - Internationales Marktforschungsinstitut. Ich bin Praktikantin in den Bereichen MUM (Market Measurement and Understanding) und IF (Innovation Forecasting) Wie ich dahin komme - Ich habe einen direkten U-Bahn-Anschluss und nehm die U1 bis HBF, da muss ich dann jeden Morgen zur S3 rennen, damit ich nach Hammerbrook komme. Alles in allem dauert das ganze ca. 20 bis 40 min. Mein Highlight dabei ist der beste Kioskbesitzer Hamburgs, der mir fast jeden Morgen für nur 1,50€/belegtes Brötchen den Tag versüßt und inzwischen meine Bestellung auch schon kennt: „Käse und Salami bitte!“ Was ich da so mache - „Tagesgeschäft“ gibt es eigentlich kaum. Wenn, dann sind das Dinge wie: Links checken, Präsentation aufhübschen und formatieren oder auch gegenchecken. Alles in allem sind das vielleicht 20% meiner Arbeit. Am meisten Spaß machen mir Arbeiten, bei denen ich Ideen einbringen kann und eigene Verantwortung habe. Das gibt auch das meiste Lob am Ende des Tages.


Wer ich bin - Alexander Schulze Wo ich arbeite: Ich bin bei Scholz & Friends als Texter in der Technik und Finanzen „Family“. Wie ich dahin komme - Zu Fuß in Richtung S-Bahnstation Holstenstraße. Meistens sehe ich schon aus der Ferne, wie meine S-Bahn an mir vorbeifährt. Naja, die nächste fährt ja in 4 Minuten. Dann eine Station in Richtung Sternschanze – natürlich im Stehen. Hier folgt ein kleiner Fußmarsch zum U-Bahn Gleis. Nach einer kurzen Wartezeit beginnt die UBahn Fahrt, vorbei an St. Pauli und den Landungsbrücken, zum Baumwall. In der U-Bahn findet man dabei immer mindestens die halbe Agentur – auch wenn die Arbeit schon vor 20 Minuten begonnen hat. Nach dem Bahnausstieg spielt der MP3-Player „Fo yo sorrows“ von Big Boi und mit dieser Angeberhymne marschiere ich in der Agentur ein. Was ich da so mache - In der Kreation besteht das „Tagesgeschäft“ aus vor sich hin starren und über lahme Wortspiele für Headlines oder Copy-Einstiege nachzudenken. Ab und an wird dann eine nicht ganz sooo lahme Zeile in das leere WordDokument übertragen und meistens danach wieder gelöscht. Das nimmt schon dreiviertel des Arbeitstages ein. Ausnahmen sind dann das Ausdenken im Team – also Motivideen, TV- / Funkspots und diese ominösen Goldideen. Der Spaßgehalt einer Aufgabe ergibt sich für mich nicht aus der Art der Aufgabe (also Headline, Motivbeschreibung oder so), sondern dem Kunden und somit dem Inhalt der Aufgabe.

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Wer ich bin - Florian Kratz Wo ich arbeite - kempertrautmann GmbH - in der Presse auch oft „Kemper Trautmann“ geschrieben - als Account Intern (Praktikant in der Kundenberatung) für den Kunden IKEA. Wie ich dahin komme - Ich muss an die Haltestelle Jungfernstieg, also direkt ans schöne Ufer der Binnenalster. Dahin fahren mehrere Linien. Nach kurzer Testphase bin ich übergegangen zu folgender Option: Zu Fuß 10 Minuten zum Bahnhof Altona (dabei gerne eine Zigarette). Dann in die S1 Richtung „Airport/ Poppenbüttel“ (Poppenbüttel ... auch so ein toller Name) und ein paar Stationen weiter bin ich schon da! Einmal war ich vor der Arbeit eine Runde joggen ... auf meiner üblichen Route wurde die Glasscherben- und Abfalldichte plötzlich deutlich höher und ich musste feststellen, dass es um die Ecke eine Bar gibt, in der Montags (!) früh um 7(!) noch laute Musik läuft und Leute sich zukacheln. Das war ein bisschen erschreckend. Was ich da so mache - Ich würde sagen Tagesgeschäft 40 – 50% ... man ist ja auch neu und lernt die Sachen, die für andere Tagesgeschäft sind, erst. Alles andere ist in der Regel außergewöhnlich, weil ja jedes Briefing im Prinzip neu ist und jede Präsentation und das Ganze drum herum neu gemacht werden muss. An Präsentationen mitzuwirken ist eigentlich auch das, was am meisten Spaß macht, weil man da überzeugend argumentieren muss.

Wer ich bin - Matthias Ort Wo ich arbeite - Ich bin bei TBWA gelandet. Mein offizieller Job ist „Trainee Account Management“ oder kurz gesagt: Berater. Wie ich dahin komme - Raus aus der Tür, rechts rum und dann in die wunderschöne Peterstraße. Über die Ampel rüber und dann einige hundert Meter durch den Park „Planten und Blomen“ – auch wunderschön. Jetzt weiter Richtung Haltestelle St. Pauli, wieder über zwei Ampeln rüber. Rechts von mir liegt jetzt der Kiez. Noch so hundert Meter vor mir das Atlantic Haus. Rein ins Haus, Nina einen guten Morgen wünschen, in die Anwesenheitsliste eintragen und dann erst mal Richtung Kaffeeautomat. Rituale: morgens immer eine Banane auf dem Weg verspeisen. Was mir besonders auffällt sind die Spritter (Alkoholiker) im Park, die um 9 schon massiv besoffen sind. Die müssen früh aufstehen... Was ich da so mache: Praktisch gesehen soll ich unseren Kunden also jeden Wunsch von den Lippen ablesen, in ein Briefing verpacken und an die Kreativabteilung weitergeben. Die wiederum schicken mir dann was zurück. Das schicke ich an den Kunden. Der sagt: „Joaa, ganz gut aber...“. Ich sag zur Kreation: „Joaa, ganz gut aber...“. Kreation sagt: „Die Kritik verstehen wir nicht - wir finden das gut!“. Ich: „Aber der Kunde nicht.“ Kreation: „Der Kunde ist blöd!“. Das behalte ich dann für mich.


fragen Es gibt ausnahmsweise nichts zu tun für Dich: Was machst Du? Alex - Horizont und W&V lesen, Facebook, Espressotrinken und andere Leute vom Arbeiten abhalten. Flo - Ich erhöhe die Kaffee und Zigarettenfrequenz, kümmere mich mehr um Ordnung, werfe alte Unterlagen weg, Räume meinen Computer-Schreibtisch auf ... und dann gibt es da natürlich auch noch das Internet. Matze - Die Frage verstehe ich nicht.

ist wirklich die Tatsache, dass ich fast ALLES von meinen Nachbarn mitbekomme. Ich werde z.B. des Öfteren von meinem sehr laut niesenden Übermieter geweckt. Marion - Ich wohne in Dulsberg, ein ehemaliger Problembezirk. Inzwischen haben ihn wegen der günstigen Mietpreise auch Studenten wie ich für sich entdeckt. Das Wohn-Highlight und der Schandfleck zugleich, ist mein Balkon - einerseits ziemlich geil, andererseits müsste der mal wieder ein bisschen entmüllt und aufgeräumt werden.

Was an Deiner Arbeit hättest Du am Wenigsten erwartet? Matze - Der extrem hohe Frauenanteil. Viele meiner nicht sehr zahlreichen, männlichen Kollegen sind Berater, d.h. sie sind oft unterwegs. So ist mir vor kurzem aufgefallen, dass ich – nachdem mein Chef das Haus verlassen hatte – auf unserem Stockwerk der Hahn im Korb war. Also: pro Männerquote! Marion - Dass sie mir soviel Spaß macht. Ich wollte, wie die meisten MaFos bei uns, in die Quali, bin aber in der Quanti gelandet. Eigentlich hab ich Angst vor (vielen) Zahlen, aber wenn man einmal weiß, wie alles geht, und vor allem weiß, was die Aussage hinter den Zahlen ist, ist es echt super.

Das Wochenende naht: Wann genau? Wie sieht dein Wochenend-Programm aus? Flo - Freitags muss schon irgendetwas besonders Gutes geboten sein, damit ich mich aufraffe. Ich bevorzuge entweder die ich-mache-alles-wie-unter-der-Woche-aber-schlafeeinfach-aus-Taktik oder das gemütliche Feierabend-Bier in der Agentur (bzw. in Matzes Agentur). Das kann dann durchaus schon mal länger gehen, ist aber unkompliziert und kostet null. Im Großen und Ganzen ist aber eher Erholung auf der Tagesordnung. Steffi - Freitag, 18:01, der Reminder, dass es jetzt im 3. Stock der Agentur Bier gibt, ist wohl schon jedem bekannt. Nun denn, an einigen Freitagen gönne ich mir mit meinen Kollegen ein Feierabendbier oder auch zwei oder drei, was auch immer äußerst nett ist. Ansonsten mache ich mich (meistens) pünktlich gegen kurz nach Sechs auf, um das Wochenende zu starten, der Freitag sieht dabei aber eher gemütlicher aus.

Feierabend. Zurück in die Wohnung: Wie wohnst Du? Steffi - Ich wohne mit den „Bilderbuchwerbern“ Alex und Flo, zwei sehr netten Kerlen, in einer Wohngemeinschaft im schönen Altona. Die zwei sind leidenschaftliche Köche und philosophieren gerne über Gott und die Welt. Selten fehlt es bei uns an Humor, Charme und Bier. Alex - Verglichen mit den anderen Praktikanten aus Pforzheim ist das hier das Taj Mahal. Matze - Ich wohne in den Huetten. So heißt zumindest die Straße. Ich teile mir die Wohnung mit meinem amigo Juan Pablo aus Chile. Mein Wohnhighlight ist eigentlich unser sehr gemütliches Wohnzimmer. Der größte „Schandfleck“

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Dein Ausgeh-Tipp Nr.1 und warum? Alex - Der grüne Jäger ist immer ein Besuch wert und wer Jazz mag, ist im Birdland mehr als gut aufgehoben. Matze - Ich sitz abends ab und zu ganz gerne an der Elbe (voll romantisch), trink ein Bier und kuck den Schiffen zu. Das finde ich persönlich immer sehr entspannend. Außerdem trifft man da die verrücktesten Leute. Marion - Norden trifft Süden/Fritz-Bar direkt am Hans-Albers-Platz - zwar stark touribelastet, da ich aber selbst einer bin, find ich das nicht schlimm. Dafür kommt richtig gute Musik und Rauchen im Club ist zwar nicht erlaubt, aber geduldet.


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Dein Lecker-Ess Tipp Nr.1 und warum? Flo - Güny’s Fisch (Schulterblatt 10) ... sieht von außen richtig lumpig aus. Von innen auch nicht sagenhaft, aber es gibt lecker Fisch in einer absolut ausreichenden Portion. Das Astra holt man sich selbst aus dem Kühlschrank und es kostet 1,50€. Steffi - Burger Lounge, die besten Burger überhaupt! Marion - Das Café Chakra in der Schanze, total gemütlich, riesige Auswahl, alles frisch zubereitet und top Preise! Wie verlief Dein schönster Tag in Hamburg? Was hast Du gemacht? Flo - Mir fällt schwer, einen einzigen schönsten Tag zu beschreiben, deswegen baue ich jetzt mal den schönsten Tag aus Teilen schöner Tage. Gut möglich, dass dieser mehr als 24 Stunden hätte. Der würde dann mit einer Runde Joggen vor der Arbeit beginnen. Der Arbeitstag ist spannend, endet aber um Punkt 6 ... dann werden noch in der Agentur ein paar Bierchen getrunken, danach trifft man sich in dem Park beim Michel und grillt. Zum Einbruch der Dunkelheit setzt man sich dann an die Elbe und trinkt dort auch noch ein paar Büchsen. Als Abschluss dient dann noch irgendeine Bar, in der anständige Musik läuft. Am nächsten Tag wird dann natürlich schön ausgeschlafen. Alles schon erlebt, nur eben nicht am selben Tag. Und jetzt einmal kritisch: Was spricht gegen ein Praxissemester in Hamburg? Flo - Man muss erstmal eine Wohnung finden und die dann auch bezahlen können. So viel Geld dürfte dann nicht mehr für Vergnügung übrig bleiben. Wenn man vom Praktikum rein cash-money-mäßig was mitnehmen möchte, dann wäre eine andere Stadt wahrscheinlich ratsamer. Matze - Auf jeden Fall das Wetter. O-Ton eines Hamburgers: „Es kann sein, dass du eine Woche Urlaub daheim machst, zurückkommst und du gesagt bekommst, dass der Sommer in diesem Jahr ziemlich geil war.“ Marion - Nichts - wenn man genügend Kleingeld und keine Angst vor Menschenmassen hat. Vermisst Du etwas an Pforzheim? Alex - Freunde-Infrastruktur. Und kritische Werber. Matze - Auf jeden Fall die ganzen Leute. An-

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sonsten vermisse ich auch die Landschaft (nicht so flach wie hier im Norden). Marion - Samstags in die Stadt gehen zu können, ohne sich alles mit 1 Mio. anderen Menschen teilen zu müssen. Und die Brezeln! Hier sind die richtig teuer, dafür total klein und schmecken tun sie auch nicht so gut wie in der schwäbisch-badischen Heimat. Wochenende hin oder her: Wie ist es, in einer „Metropole“ wie Hamburg zum Arbeiten zu sein? Alex - Der Unterschied zu Pforzheim ist, dass die Bahnen schneller kommen und das Mittagessen teurer ist. Matze - Unter der Woche ist es eine Stadt, wie fast jede andere auch. Mit fast meine ich, dass es natürlich schon etwas Flair hat, in der Mittagspause an der Elbe zu sitzen und dem Treiben auf dem Wasser zuzuschauen. Da bekommt man schon ein bisschen Urlaubsfeeling. Cross-Cultural-Communication: Wie läuft der Kulturaustausch mit den Eingeborenen? Flo - Die Hamburg sind fast alle supernett und superdirekt. Mit dem Duzen und dem „Schnacken“. Das ist ja auch kein Hindernis, sondern macht den Kontakt eher leichter. Allerdings haben Hamburger keine Ahnung vom „Vesper“ ... gutes Brot mit Wurst, Senf usw. ... da klingelt es bei denen nicht. Ich hatte auch letztens mal einen Fleischkäsweck. Bei Schlemmermayer. Für 4,80 € (!). Ich habe auch aus Versehen einmal Saitenwürstchen bestellt ... heißt hier halt Wiener Würstchen. An diese sprachlichen und kulinarischen Feinheiten muss man sich eben ein wenig gewöhnen. Matze - Ich aus Franken. Mein Mitbewohner Ur-Hamburger. Zitat von ihm nach 2 Tagen in Hamburg: „Also dein Dialekt, der geht ja gar nicht. Den werden wir dir abtrainieren.“ Mittlerweile hat er aufgegeben. Über die Hamburger kann man sagen, dass sie ein sehr nettes und offenes Völkchen sind. Nach einer Woche arbeiten kam es mir vor, als wäre ich schon ein halbes Jahr hier. Marion - Da HH eine Stadt voller Zugezogener ist, hab ich bisher kaum echte Hamburger kennengelernt. Die meisten Leute, die ich hier kenne, sind tatsächlich aus dem Süden. Und einer der ersten Leute, die ich hier kennengelernt habe, ist aus Pforzheim! Die Welt ist klein. Die Hamburger finden meinen Dialekt übrigens süß – immerhin.


Dein Fazit: Kannst Du Dir vorstellen nach dem Studium wieder nach HH zu gehen? Alex - Nur, wenn das Jobangebot wirklich stimmt. Steffi - Trotz des oft schlechten Wetters, würde ich wieder nach Hamburg gehen. Ich schätze es wirklich sehr, hier sein zu dürfen und komme gerne wieder. Vielleicht nicht für immer, aber für eine gewisse Zeit auf jeden Fall. Die Stadt hat wirklich ein tolles Flair und eine tolle Atmosphäre. Beruflich ist es für Werber hier ein Traum, es wimmelt geradezu von den besten Agenturen und Unternehmen Deutschlands! Marion - Kurzzeitig ja, auf lange Sicht bin ich aber doch ein Landei und mich wird es sicher irgendwann wieder in ein kleines Dörfchen ziehen. Flo - Das ist neben anderen Faktoren eine Frage des Arbeitgebers und des Geldes (was ja auch miteinander zusammen-

hängt). In Hamburg zu sein ohne genügend Kleingeld, ist auf Dauer dann auch nicht so witzig. Man möchte ja auch das Ganze Angebot nutzen können. Matze - Die Frage ist schwer zu beantworten. Im ersten Moment würde ich sagen nein. Das liegt aber nicht an der Stadt, der Firma oder den Leuten. Vielmehr liegt es daran, dass mein Lebensmittelpunkt im Süden Deutschlands liegt und Hamburg schon weitere, sehr sehr gute Argumente liefern müsste um hierher zu ziehen. Aber den Rest dieses halben Jahres werde ich auf jeden Fall genießen. MD

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refill - the brand event „Wenn Löwen mal nichts reißen - Kreativität vs. Effizienz“ Unter diesem Motto stand REFILL 12 am 24. und 25. Mai 2012. Passen Kreativität und Effizienz überhaupt zusammen oder stehen sie viel mehr in einem Spannungsverhältnis zueinander?„Kreativität ist etwas Schönes, aber verlieren wir dabei vielleicht das Ziel aus den Augen?“ Diese Fragestellung lockte auch dieses Jahr Studierende, Absolventen und Vertreter aus Werbe- und Marketingbranche auf den Campus der Hochschule Pforzheim. Bei schönstem Wetter waren am Donnerstag 120 motivierte Studierende zum ersten Teil der Veranstaltung gekommen: den Workshops. Auch dieses Jahr konnten wieder hochklassige Agenturen und Unternehmen gewonnen werden, sechs an der Zahl: Jung von Matt/ Neckar, Serviceplan, Zum goldenen Hirschen, Scholz & Volkmer und die Unternehmen Ferrero und Gameforge. Mit den mitgebrachten Cases stellten sie die Workshop-Teilnehmer wie jedes Jahr vor interessante Herausforderungen. Die Workshopleiter schauten den Gruppen den ganzen Tag über die Schulter

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und boten Hilfestellung. Nach einem anstrengenden Tag wurden dann die kreativen Arbeiten präsentiert - und die Leiter hatten die Qual der Wahl: Welche der Gruppen würde am folgenden Tag als Gewinnergruppe ihre inspirierenden Ideen vortragen dürfen? Der zweite Tag von REFILL 12 stand traditionell ganz im Zeichen der Vorträge. Neben den Präsentationen der Siegergruppen vom Vortag, hatten erstklassige Vertreter aus Werbung, Marketing und Marktforschung die Gelegenheit, ihre Standpunkte zur Thematik „Kreativität vs. Effizienz“ zu vertreten. So viele Vorträge wie dieses Jahr gab es selten und so gaben sich Dr. Gunter Eberling, Head of Direct Marketing bei der 1&1 Internet AG, Thorsten Scheib, Director Marlboro bei der Philip Morris Gmbh Deutschland, Dr. Ralf Nöcker, Geschäftsführer der GWA, Christian Daul, Geschäftsführer der Digital Agentur Scholz&Volkmer und Thomas Deneke, Business Development Director bei Millward Brown die Ehre. Abgerundet wurde die Vortragsreihe von dem mit Spannung erwarteten Auftritt von Peter Waibel, seines Zeichens Geschäftsführer und Gesellschafter der renommierten Agentur Jung von Matt/Neckar. Er überraschte mit der Aussage, dass ihm das Motto „Wenn Löwen mal nichts reißen.“ anfangs überhaupt nicht zugesagt habe, kam letztlich aber zu dem Schluss, dass das Motto doch nicht so schlecht gewählt sei und es einen großen Interpretationsspielraum gebe, den es zu diskutieren lohne. REFILL 12 wurde auch dieses Jahr von der Studenteninitiative werbeliebe e.V. organisiert und von zahlreichen Sponsoren unterstützt, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich wäre. Man darf schon jetzt gespannt sein, was uns im nächsten Jahr, bei REFILL 13, erwarten wird.


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„RETROTRENDS“ Carina Dietrich

Flashback - „Das gab’s doch schon, oder?“ Marlene-Hose, Top und lange Perlenkette oder doch lieber die Ray-Ban-Brille, Röhrenjeans und weite Bluse? Für die Männer ein enges Shirt und die angesagten Segelschuhe kombiniert mit einer knall-gelben Hose? Kommt einem das nicht irgendwie bekannt vor? Und ob! Egal ob in der Mode, der Musik oder auch der Kunst, überall werden alte Trends wieder aufgegriffen und neu verfönt, vertont oder modernisiert. Das Alte kommt immer wieder, der Zyklus der Retrotrends scheint nie zu enden. Werfen wir doch zuerst einen Blick auf die Mode. Das bekannteste und meistdiskutierte Thema, wenn es um Trends geht. MODE - Retrotrends sind in der Mode absolut angesagt. Kaum einer orientiert sich nicht an den Trends der 20er, 40er, 60er oder auch 80er Jahre. Allerdings scheint jeder ein bisschen Persönlichkeit miteinzubauen und das Gesamtbild wird modifiziert. Es scheint lockerer, vielleicht auch frecher zu sein. Blickt man einmal auf die Frisuren, tragen Männer die Haare jetzt nicht mehr lang und mit Seitenscheitel sondern eher einen Kurzhaarschnitt. Strähnchen und krasse Farben

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sind wieder out und man legt wieder Wert darauf, wie in den 80ern locker, lässig durchs Leben zu gehen, ganz natürlich. Trendsetter-Frisuren bei den Frauen sind laut Experten entweder lang und lockig oder hinten kurz und vorne lang. Im Nacken angestuft, verleiht dieser Look dem bekannten Bob der 60er neuen Pep. Natürliche Farben sind auch eher bei Frauen angesagt, nur ein Rotstich ist modisch out. Es muss gut aussehen, variabel und vor allem pflegeleicht sein. In der Mode geht es aber vorwiegend um die Kleidung. Also was zieht man heute an, um modisch angesagt zu sein und was kommt uns da schon wieder bekannt vor? Im Prinzip kann man in allen Bereichen, von der Sonnenbrille über Bademode bis hin zu legerer Kleidung Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen zu Kleidungsstücken aus der Vergangenheit finden. Wo die ältere Generation nur verdutzt den Kopf schüttelt und feststellt: „Das gab‘s doch schon mal!“ scheint die Modewelt sich einig zu sein: Je größer der Mix aus verschiedenen Jahrzehnten, umso besser. Außerdem kann man anmerken, dass die gesamte Mode viel mehr in Richtung Bequemlichkeit und Komfort zurückgeht. Sicherlich erinnert sich jeder an die engen Jeans von Miss Sixty oder anderen Marken, die fast wie eine zweite Haut am Körper lagen und uns eher wie eine Presswurst erscheinen ließen und nicht wirklich bequem waren? Heute sind es die bequemen Marlene-Hosen, die urplötzlich als modisch gelten und ihren Ursprung in den 20ern haben. Betrachtet man weiter die Kleidung - speziell der Frauen - erkennt man auch Modelle der 60er wieder. Man denke an Petticoats, gepunktete Kleider, kräftige Farben, riesige weiße Sonnenbrillen und mehr. Auch der heute vielgesichtete Minirock feierte seine Geburtsstunde in diesem Jahrzehnt, nachdem er zuerst einmal für Aufruhr in der Gesellschaft sorgte. Ein absoluter Modehit,

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den jede stylishe Frau damals und heute in ihrem Kleiderschrank hatte und hat. Farben und Muster spielten damals eine genauso große Rolle. Heute sind sie der Retrostil: Große, geschwungene, wellenförmige Muster, die bis in die 70er Jahre sehr angesagt waren; Punkte, wohin das Auge reicht: auf Bikinis, Kleidern, Hosen und Oberteilen. Kommt man zu den Männer-Moden fallen einem mindestens genauso viele wiederkehrende Trends auf. Allgemein wird gerne schick und elegant mit leger und lässig kombiniert, um dann die perfekte Kombination zu treffen. Und auch hier sieht man wieder Elemente aus den 60ern, der Mantel, das gestreifte Shirt und der Hut, den man vor ein paar Jahren in diesem Alter sicherlich nicht aufgezogen hätte, bekommen einen ganz neuen Reiz. Heute kommt man immer mehr auf den Geschmack der vergangenen Jahrzehnte. Auch Frauen entdecken die Beanie-Cap für sich. Und was früher Opa getragen hat, wird jetzt weitergegeben. Für diejenigen die absolut „cool“ aussehen wollen ist heute immer noch die Fliegerbrille unersetzbar, deren Ursprung in den 80ern liegt. Allerdings wird sie immer noch genauso gerne wie die Ray-Ban Brille getragen, die man heute fast überall als billige Kopie kaufen kann. Für die kalten Wintertage gilt es natürlich auch modisch angesagt herumzulaufen, doch was sieht man heute alles auf der Piste? Neon-Farben. „Hauptsache bunt!“ ist das Motto und das wird auf der Piste so richtig ausgelebt. Die große NeonWelle schwappte durch die späten 80er Jahre, Skihosen und -jacken in leuchtendem Gelb, Orange oder Pink pflasterten die Skipisten. Männer wie Frauen sehen heute im schönen Weiß der Berge so ähnlich aus wie früher, tja hätte man das in den 80ern, späten 90ern gewusst, da wäre die gelbe „Warnjacke“ und die pinken Stulpen nicht in der Altkleidersammlung gelandet...

Ganz wichtig sind natürlich auch das Paar Schuhe, dass unsere Füße schmücken soll. Mittlerweile könnte man meinen, den Überblick zu verlieren, da sich die Trends dort sehr schnell zu wandeln scheinen. Allzeit beliebte Klassiker sind die guten alten Chucks, denen so schnell keiner den Rang ablaufen kann. Auffallend ist daher auch, dass es mehr und mehr Modelle gibt, die den Chucks ähneln, zum Beispiel Boxfresh-Schuhe. Auch diese beiden haben scheinbar eine Art Zyklus durchlaufen und sind jetzt wieder modern. Also raus aus den verstaubten Ecken und raus auf die Straße damit! Auch die alten Segel-Schuhe deren Träger man früher nur mitleidig als Außenseiter oder Spießer angesehen hätte, sind jetzt wieder im Kommen. Ein kleiner Dreh am Design hat die klobigen, langweiligen Boots zu einem echten Hingucker verwandelt. Auch die Tatsache, dass bekannte Bands und Stars wie Johnny Depp nicht davor zurückschrecken, machen die Schuhe zum modischen Highlight. Das praktische an den genannten Schuhmodellen ist die Tatsache, dass Männer und Frauen sie tragen können. Das war auch früher der Fall, allerdings trugen die Frauen damals immer noch mehr Absatzschuhe. Damit haben auch Frauen heute weniger das Problem mit großen Füßen vor leeren Regalen zu stehen sondern können sich auch ohne modische Bedenken einmal bei den Männern umschauen. Damit möchte ich das Kapitel MODE beenden, da es ein so breitgefächerter Bereich ist, über den man seitenlang berichten könnte. Deswegen zieht einfach an, auf was ihr Lust habt, ob bunt oder schlicht, ob eng oder weit, macht euch keinen Kopf, die Mode ändert sich so schnell, da kann man gar nicht so falsch liegen.


SPIELE - Wenn man sich an die letzten Trends bei Spielen erinnert, fällt einem vielleicht noch das kleine Säckchen ein, das gehäkelt und gefüllt mit Reiskörnern, gerne auf Schulhöfen durch die Luft geschleudert wurde. Was war das noch gleich? Genau, „Hacky Sack“, erfunden 1972 und bei uns vor ein paar Jahren wieder in Mode. Mittlerweile ist das kleine Säckchen schon wieder vergessen, aber wer weiß, vielleicht kommt es ja bald wieder angeflogen. Jetzt möchte ich noch „Rubiks Cube“ erwähnen, den verflixten Zauberwürfel, den viele als vielleicht 10-oder 12-Jährige/r geschenkt bekommen und ihn nach ein oder zwei Versuchen vergeblich in die Ecke gepfeffert haben. Dort ist er dann verstaubt, bis vor ca. zwei Jahren wieder eine Trendwelle des Würfels durch die Welt rollte und die Jugendlichen plötzlich wieder versuchten, hinter die Lösung der kleinen bunten Quadrate zu kommen. Ganz abgeflacht ist der Trend noch nicht, aber man sieht immer weniger Leute, die den Zauberwürfel in die Hand nehmen, was wohl auch an der Digitalisierung und Mediatisierung unserer Welt liegt. Schließlich gibt es noch einen Spieltrend, der sehr interessant für Studenten ist, da er Konzentration und Geduld fördert. Diesen Trend gab es vermutlich schon vor langer, langer Zeit und wurde in der Zwischenzeit nur ausgebaut, verfeinert und zu einem richtigen Kunstsport für Nebenbei entwickelt: „Pen Spinning“. Hierbei geht es vorwiegend darum, einen Stift, egal ob Kuli oder Bleistift, zwischen den Fingern zu drehen. Ein Trend, der immer wieder aufgegriffen wird, wenn auch nur unbewusst in einer langweiligen Schulstunde oder Vorlesung.

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MUSIK - Zum Abschluss noch ein Beispiel zur Musik. Da auch hier die Anzahl an neu vertonten und gecoverten Songs unglaublich ist, will ich nur eines der neueren Lieder ansprechen, dass sicherlich schon bekannt ist. Das weltbekannte Lied von Dirty Dancing „Oh Baby“ wurde von Pitbull in seinem Song „Back in Time“ eingebaut. Es passt musikalisch, auch wenn man sich erst daran gewöhnen muss. Unter http://www.youtube.com/ watch?v=uNHg8Pl7lJw kann man es sich anhören. So wie Pitbull machen es heute viele Musiker. Alte Songs werden aufgegriffen und neu vertont. Damit entstehen dann ganz neue Lieder, die wieder zu Hits in den Charts werden, weil der Wiedererkennungswert der Zuhörer natürlich sehr hoch ist und sie sich vielleicht erinnern: „Hey, das Lied kenn ich doch!“. Und so wird alten Trends wieder neue Aufmerksamkeit geschenkt. Mit diesem kleinen Ausflug in die Retrotrends unserer heutigen Zeit hoffe ich, euch einen schönen Einblick in die unterschiedlichen Bereiche gegeben zu haben. Meiner Meinung nach werden alte Dinge immer wieder kommen, da es zwar immer wieder neue Erfindungen in Technik und High-Tech gibt, aber irgendwann ist da auch einmal ein Ende erreicht und dann geht der Zyklus wieder von vorne los. Ich finde die Mischung aus Neu und Alt ist eine gelungene Art eine Balance zwischen Vergangenheit und Heute zu finden: Das Alte neu entdecken, plus ein bisschen Persönlichkeit, eigener Stil und ein Tick Risikofreude, dann kann doch gar nichts schief gehen!


Gestaltung. Technik. Wirtschaft. In Pforzheim: alles Eins.

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www.brauerei-ketterer.de


Es war zweimal... janika helms

Leichte Literatur mit vielen Erinnerungen aus der Kinderstube.

Es war einmal ein kleines Dorf am Rande eines Waldes, in dem viele Familien seit mehreren Generationen lebten. Eine Familie hatte eine Tochter namens Elisabeth. Sie wurde gerade 17 Jahre alt und hatte schon immer großes Interesse an Schuhen und Kleidern. Aber nicht nur Elisabeth waren Kleider wichtig, sondern auch allen anderen Mädchen aus dem Dorf. Grund dafür war, dass der schöne junge Prinz eine zukünftige Braut suchte und auf seinem weißen Ross das ganze Land durchkämmte. Anstatt „Bauer sucht Frau“ eben „Prinz sucht Frau“. Elisabeth hatte ungewöhnlich flinke Hände und konnte sich in Windeseile wunderschöne Kleider nähen. Sie nähte so schnell, dass sie dem Trend immer ein wenig voraus war. Die Leute aus dem Dorf bezeichneten sie als „Trend-Setterin“. Eines Tages ging das Gerücht im Dorf umher, dass wohl schon in drei Tagen der schöne Prinz anreisen würde, um sich im Dorf nach schönen Mädchen umzuschauen. Die Word of Mouth Trommel rührte! Alle Mädchen hatten Angst, so kurzfristig noch mit neuen Nähereien anzufangen und zogen sich lieber die seit der letzten Stofflieferung genähten Kleider an. Alle außer eine - Elisabeth nähte sich einen Rock, der ihre schöne Figur sehr betonte. Der Bund des Rockes saß genau auf ihrer schlanken Taille. Außerdem verarbeitete sie den neuen, löchrig gewebten Stoff unter den Rock, so dass der Rock ein wenig von den Beinen abstand. Dazu nähte sie sich Schuhe, bei denen man die Zehen sehen konnte. Als Helfer hatte sie nur einen kleinen Vogel, der auf ihrem Fenstersims saß und bei jeder neuen Idee wild piepte. Deswegen nannte sie die neuen Schuhe „Peep“-toes. Auf dem großen Marktplatz, wo sich alle Mädchen und Schaulustigen bereits versammelt hatten, kam die goldene Kutsche der Königin und des Königs, gefolgt vom weißen Ross des Prinzen. Das ganze Dorf hatte sich herausgeputzt, denn es war überall bekannt, dass die Königsfamilie schon immer sehr auf Mode achtete. Als der schöne Prinz Elisabeth erblickte, war es um ihn geschehen, noch nie hatte er ein so schönes Mädchen mit so schönen Kleidern gesehen. Die beiden tauschten tiefe Blicke aus, es war, als wären sie Seelenverwandte, der Prinz tupfte sich den Speichel von der Backe ab. Doch leider hatten immer noch die Königin und der König bei der Brautwahl das letzte Wörtchen mitzureden. Die Königin war leider gar nicht entzückt von den Kleidern Elisabeths. Sie fand sie viel zu modern und als sie die Zehen von Elisabeth durch den Schuh sehen konnte, riss sie den Prinzen von Elisabeth los und schrie: „Ich kann ja sogar ihre Hühneraugen sehen!“. Und so zog die Familie mit ihrem Hofstaat weiter. Der schöne Prinz musste sich für ein anderes Mädchen, mit Rüschenkleidchen aus dem Nachbarsdorf, entscheiden. Auch Elisabeth wurde mit jemand anderem vermählt und be-

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kam eine süße Tochter namens Camilla. Es vergingen viele Jahre, die kleine Tochter von Elisabeth war nun eine junge Frau und wieder ging das Gerücht im Dorf umher, dass ein schöner Prinz auf Brautschau war. Da Camilla leider nicht die Gene ihrer Mutter geerbt hatte, war sie mit ihren Händen sehr ungeschickt. Nähen und Mode war gar nicht ihre Kunst, doch auch sie wollte unbedingt dem Prinzen gefallen. Sie bediente sich an dem Kleiderschrank ihrer Mutter, da die doch als junge Frau anscheinend sehr modebewusst war. Also zog Camilla den alten Petticoat und die Peep-toes von Elisabeth an. Als sie auf dem Marktplatz ankam und sah, was für schöne Kleider die anderen Mädchen trugen, errötete sie vor Scham. Alle hatten so tolle Blazer mit Schulterpolstern und Schlaghosen mit Bügelfalte an. Sie wusste nicht, ob sie das Herz des modebewussten Prinzen erobern konnte, trotz ihrer veralteten Kleider. Der Prinz erschien und stellte sich mit seinem Ross vor Camilla. Er betrachtete sie für einen kurzen Moment, bis er lauthals zu lachen anfing: „Hahaaa, das ist doch schon so aus der Mode gekommen, bekommst du denn gar nichts mit?!“. Elisabeth war der Spott des Dorfes. Der Prinz entschied sich für ein anderes Mädchen, ein Mädchen mit Bügelfalten in der Hose. Camilla hatte aufgrund ihres peinlichen Auftritts nur den Dorftrottel abbekommen, aber sie beide führten eine schöne Ehe und bekamen bald auch eine Tochter, ihr Name war Kate. Als Kate in dem entsprechenden Alter war, in dem man sich für die Kleider im mütterlichen Kleiderschrank interessierte, entschied Camilla die Kleider, die ihr soviel Spott gebracht hatten, wegzuschmeißen. Damit Kate nicht auf die Idee kam, den gleichen Fehler wie sie noch einmal zu begehen, landeten die Kleider auf dem Misthaufen. Sie wollte alles daran setzen, dass Kate schönere neue Kleider nähte, wenn der Prinz wieder in der Stadt war. Kate entdeckte den Kleiderbündel auf dem Misthaufen beim Schweine füttern. Nachdem sie allen Schweinemist vom alten Petticoat entfernt hatte, änderte sie geschickt die Klei-


der ein wenig, damit sie nicht mehr ganz so unzeitgemäß aussahen. Zum Glück hatte sie das Geschick der Großmutter geerbt, nähen zu können. Plötzlich setzte sich ein kleines Vögelein auf Kate´s Schulter und fiepte ihr ins Ohr, dass diese Kleider den Prinzen bestimmt entzücken würden. Das Vögelchen nannte die Kleider „Retro-Kleider“, Kate hatte nie zuvor davon etwas gehört, doch der Gedanke gefiel ihr, etwas anzuziehen, was vor vielen Jahren einmal Mode war und nun wieder eingeführt wurde. Kate ging voller Erwartungen zum Marktplatz, wie es Jahre vorher schon ihre Großmutter und ihre Mutter getan hatten. Sie war sehr aufgeregt, ob sie wohl dieses Mal das Herz und den Geschmack des Prinzen und seinen Eltern erobern konnte. Sie beschloss, wenn es beim dritten Mal nicht damit klappte, dass jemand in der Familie den Prinzen ergatterte, würde sie sich aus Trotz beim Bachelor anmelden. Der Prinz war sogleich hin und weg von der charmanten Kate, die mit ihren Peep-toes und dem Petticoat natürlich aus der Menge herausstach. Den Segen bekamen die zwei von den Eltern, da sich der Großvater vom Prinzen gleich an die schönen Kleider erinnerte, die damals die schöne Elisabeth getragen hatte und sie in ihm eine warme Erinnerung hervorrief. Er hatte es immer bedauert, dass er damals nicht mehr um Elisabeth gekämpft hatte. Natürlich erinnerte sich auch die Mutter des Prinzen an die Schuhe mit den Löchern, doch da bereits so viele Jahre seit der peinlichen Geschichte vergangen waren, konnte das Königspaar nichts gegen die Liebe des jungen Paares sagen. Kates Mut wurde belohnt und sie bekam den schönen Prinzen als Ehemann. So begann eine schöne Liebe und alle waren glücklich bis an ihr Lebensende. Und da wusste sie, dass sie ihre „Retro-Kleider“, wie sie das Vögelein genannt hatte, nun öfter tragen würde, wenn die so Glück brachten. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie noch heute nach dem großartigsten Trend!

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ma vie à pforzheim

serge rakotoharisoa

Je m’appelle Serge, je suis un étudiant français en échange Erasmus ici à Pforzheim pour un semestre. Je suis né en Normandie et mes parents sont nés à Madagascar et vivent en France depuis plus de 30 ans maintenant. Voici mon expérience : Là où j’habite - Lorsque je suis arrivé à Pforzheim j’ai été très agréablement surpris. J’ai emménagé dans le foyer étudiant « Sankt Georgen » au mois de mars. Ma chambre est plus grande que dans mon ancien foyer étudiant à Evry (la ville où j’étudie en France). Elle est en plus dotée d’un balcon, pratique pour profiter de l’été. Je partage la cuisine et la salle de bain avec une étudiante allemande mais que je ne vois malheureusement pas assez souvent. Le foyer étudiant est également doté de pièces communes, comme la laverie où on peut trouver 2 machines à laver et un sèche-linge. Malheureusement, pour accéder aux autres pièces communes, il est nécessaire d’avoir les clés qui sont détenues par les autres étudiants. Il est donc difficile de profiter de la salle de sport, ainsi que de la salle de fête. Autre petit inconvénient, il est nécessaire d’installer un client VPN pour se connecter à internet. De plus, la connexion n’est pas très stable et est parfois lente. Dans mon foyer étudiant en France, tout le réseau internet était géré par une association étudiante. La connexion était certes meilleure mais on devait payer une petite somme pour bénéficier d’internet. Le wifi était également disponible. Là où j’étudie - La Hochschule Pforzheim University (AACSB) est un endroit idéal pour étudier. Tout d’abord, à l’extérieur, il y a une grande cour, véritable lieu de vie. On peut choisir de s’asseoir sur les tables pour manger, travailler, discuter, ou bien sur les bancs ou encore lorsque la météo s’y prête, on peut s’allonger sur l’herbe. On accède également à l’endroit où l’on peut se restaurer par cette cour. La cafeteria est idéale pour se prendre un snack ou un café entre deux cours ; la Mensa, l’équivalent de la cantine, propose des repas variés et un repas complet à partir

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de 2,4 euros. Pour se restaurer, il y a également de nombreux distributeurs dont un distributeur de pizza et un distributeur de pates. La cour donne également accès à la bibliothèque, où l’on peut trouver de nombreux livres, des revues, magazines, ainsi qu’une salle informatique. Toute l’école est dotée d’une connexion wifi. Pour les étudiants ISP, les cours sont proposés majoritairement en anglais. Il y a également la possibilité de choisir des cours en allemand, en français, en espagnol… La vie étudiante du campus est organisée par plusieurs associations. Par exemple, COMMEO se charge d’organiser les soirées, ASTA se charge des sports, CAMPUS X des relations avec les entreprises et celle dont on a le plus affaire, en tant qu’étudiants étudiants étrangers est GEMINI. Elle se charge de l’accueil des étudiants étrangers ainsi que d’organiser, pour eux, différents voyages afin de découvrir l’Allemagne. D’ailleurs, l’accueil des étudiants étrangers est pour moi l’une des choses que je retiens le plus : « Welcome package », carnet de réduction, visite de la ville, soirée pour les nouveaux étudiants… tout a été soigneusement préparé pour notre arrivée. C’est d’ailleurs par le biais de GEMINI que je peux aujourd’hui écrire cet article. A titre d’exemple, en partenariat avec GEMINI, le 7 mai, les étudiants étrangers ont participé à « l’European Day ». Chaque nationalité présente devait en plus de faire la promotion de son université, présenter son pays, sur des stands décorés pour l’occasion, notamment à travers la nourriture ou par la musique. Ce fut très enrichissant car on a pu beaucoup apprendre sur l’autre et sur sa culture en partageant.


Là où je vis - Beaucoup d’étudiants disent que Pforzheim est une petite ville. Peut- être… En tout cas, je pense que c’est une ville où un étudiant peut s’épanouir. Tout d’abord, en tant qu’étudiant à la Hochschule, je bénéficie des transports gratuits à l’intérieur de la ville. Le réseau de bus est assez complet, il est donc facile d’aller d’un endroit à un autre. Pforzheim a l’allure d’une grande ville sans en avoir les inconvénients. Les rues sont larges, les transports fréquents, il y a de nombreux restaurants aussi bien allemands, turques, asiatiques etc. de nombreux magasins et galeries. Ce qui change de Paris, c’est qu’il y a ici beaucoup d’espaces verts, ainsi que des plans d’eaux. La « night life » a Pforzheim est également bien fournie : il y a de nombreuses boites de nuits et de nombreux bars qui lors des happy hours proposent des cocktails à prix très abordables. Je suis actuellement au milieu de mon séjour en Allemagne. J’espère peut-être ici y trouver un stage et pourquoi pas plus tard y travailler. Dans tous les cas, je recommande fortement à toute personne qui veut vivre une expérience marquante dans sa vie étudiante, de venir étudier, ici, à Pforzheim. Pour les étudiants qui sont réticents à venir ici à cause de la langue, la Hochschule propose des cours de

langues même pour les débutants. Pratiquer la langue permet de progresser très facilement. Pour vous, étudiants allemands, qui êtes en train de lire ces lignes, je vous recommande également de venir étudier à Telecom Ecole de Management. Vous serez logés sur le campus et vous pourrez ainsi profiter pleinement de l’école. Il y a plus de 48 associations et clubs et pour tous les goûts : sports (basketball, tennis, rugby, football, arts martiaux…) arts (théâtre, musique, cinéma, danse, comédie musicale, light painting…), associations humanitaires, relations entreprises, association voile… une radio de la ville est même installé dans l’école, vous pouvez animer vos propres émissions… Vous pouvez intégrer l’école dans les différents masters spécialisés que propose l’école (MS ingénierie des affaires internationales, MS marketing numérique, MS systèmes d’information : filière Audit et conseil en systèmes d’information…). Enfin, l’école est située à seulement 35km de Paris, il est donc facile de s’y rendre. Je voudrais remercier Gemini et plus précisément Tobias ainsi que Marketing Digest pour m’avoir donné l’opportunité d’écrire cet article. Ich liebe Pforzheim ;)

WERKSCHAUSTUFF// GROßFORMATDRUCK BACHELORTHESEN// BUCHBINDUNGEN S E M E S T E R A R B E I T E N/ / D I G I T A L D R U C K PLAKATDRUCK//BANNER//PLOTT

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The World isn’t as Small as a Globe Petrus Elian

“It’s a story of a country, in where you can see a vast array of rice field, with farmers working with hoe and cow. A country with so many forests to see, with cicadas and birds singing together, with people smiling at each other, not only from their faces but also from their hearts. They might live in poverty, but they are happier than the richest men could ever be. It’s a story of Indonesia.”

Playing with a globe, it’s really weird seeing how we can point our finger to a country. I can point my finger to Indonesia, my beloved home country, in a matter of seconds. If I want, I can even cover the whole country with my right hand. At the same time, I can spin the ball and point my other finger to Germany. If I now spread both of my hands these countries are connected. “The world is small”. That’s what the globe is trying to say.

pose, I sat in my plane for 15 hours. Seeing everything from a new perspective, Germany amazed me so much. Stepping outside the airport, I noticed so many things that are different from my country. Not only did I notice the much fresher air and different kinds of people – so many blondes, red heads, brunettes, or any other hair color here, but also the different standards in society with which I was confronted on my train ride to Pforzheim.

Turns out, the globe is a liar. It was 8 months ago, during my last few days at home, before I went to Pforzheim. Seeing my mother land for the last time, I drove around the city where I live. Some familiar faces were seen: friends, families, and some people who worked with my family, some food-selling merchants, or even a broke musician in the corner of the street. They were doing the same things they have been doing for years now and will probably keep doing for many more. We talked for a while, in the same language, Bahasa Indonesia and lived with the same culture. Not only us in our city, but probably also the other 230 million people living in Indonesia. I´m so used to all of this. So I asked myself: “How will my life be in Germany? Are they really so different from us?”

Before hand, I need to tell you that Indonesia is a strict Moslem country in which (this is real) there are laws regulating the people to not do improper activities in public (yes, they call it ‘improper’). Oke, now you know one new thing about Indonesia so I will tell you what I saw in the train. I saw people kissing, or making out to be precise. In the 20 years of my life I have never seen something like that in public before, so I was shocked and even wanted to tell them to “Get a room!” I know how it feels like and it certainly tastes good, but for me back then, maybe it was what you call a ‘culture shock’.

Then I flew to Germany, Stuttgart to be precise. My first time in Europe, and for this pur-

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Living here and studying at Hochschule Pforzheim really is something new for me. There have been some shocking moments for me, for example with the Newie party at which students change the whole school into a party ground, which was awesome. Also there was


this case with this broke hippie girl in which she... Well I’m almost sure she was trying to sell her body. So many things happened, but for me the best memory is living as an International society here. The International study program is really fun, with so many people coming from so many countries. Getting to know so many ‘heterogeneous’ people is an experience you can easily get anywhere else. Of course, all the German friends are also very good hosts and really welcoming. In spite of the entire image spread about how cold Germans are, I´ve only experienced the opposite. Folks, this 1 year I spent here in Pforzheim is one of the best memories I could get. Here it doesn’t matter that I come from a country some of you might never have heard of before. We can communicate with each other. We laugh about the same lame jokes, we drink the same beer, we eat in the same mensa. In Pforzheim, there is no such thing as “I” or “You”. It’s all about “We”. We are International students, living together with German people with their German culture. If the whole world could live like this little society, there would be no war or hatred. It’s just like how John Lennon described in his song, “Imagine”. Now you might be wondering, what’s the globe doing in this article? Like I said, the world turns out to be bigger than a globe. It’s not only about the size. It’s also about the people and their culture. Unfortunately, a globe is not big enough to show you how it feels

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like to live in the country you point at. If you never experience it, you will never know. Because what I might see as a common thing, can be seen as something really weird for you, and the other way around. For example, some German friends said how weird it is I eat rice every day and for every meal. On the other hand, I might say how unhygienic Germans are when only using tissues after they went to the toilet (in Indonesia we always use water and soap). To all the International students: it’s my biggest pleasure to know each and every one of you. I hope we can and will meet again somewhere someday. To my German friends: thank you for being such good hosts. If you want to give it a chance, I want to prove that I can be one as well. If you read this article and you like what I’m trying to say here, if by chance, either you are going to Indonesia for an exchange program like me or on holiday, please do tell me. I can’t promise to meet and serve all of you, because I’m not a travel agency, but I will try my best to help and show you the beauty of this ‘unknown’ country. See you and Sampaijumpa di Indonesia.


Faszination Mad Men Lukas Quiring

Und warum heute alles anders ist

New York in den Sixties: Whiskey und Zigarette zum Frühstück. Danach eine schnelle Nummer mit der Sekretärin auf der Bürocouch. Dazwischen eine neue Kampagne für „Lucky Strike“ aus dem Ärmel schütteln. Zum Mittagessen mit einem Vorstandsvorsitzenden am Mahagonitisch Cocktails kippen und mit fremden Frauen flirten. Anschließend noch kurz den Maßanzug in die Reinigung bringen lassen und zum Abendessen zuhause vorbeisausen, bevor es endlich auf eine exzessive Party geht. In der USKultserie „Mad Men“ zeigen uns die Männer rund um ihren Helden Donald „Don“ Draper, wie aufregend das Werbeleben an der Madison Avenue einst war. Damit entzücken die Produzenten nicht nur die gesamte Kommunikationsbranche, sondern räumen auch einen wichtigen TVPreis nach dem anderen ab. Zwischen 1960 und heute hat sich Vieles verändert. So sähen sich Don und seine Mitarbeiter heute zunächst beruflich mit einigen Herausforderungen konfrontiert: Digitalisierung in allen Lebensbereichen, selbstbewusste Kunden und kritische Käufer, Pitches für Kleinstprojekte und zunehmender Effizienz- und Kostendruck - um nur einige zu nennen. Spätestens seit dem „Cluetrain-Manifest“ und dessen Kernaussage hat die klassische Werbung ein verdammtes Problem: „Wir sind keine Zuschauer oder Empfänger oder Endverbraucher oder Konsumenten. Wir sind Menschen - und unser Einfluss entzieht sich eurem Zugriff. Kommt damit klar.“. Mit zwei handgezeichneten Pappen zwischen drei Martinis lässt sich heute also kein Kunde mehr beeindrucken.

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Daneben sind auch Agenturmitarbeiter anspruchsvoller geworden, vor allem mit sich selbst. Galt es früher als das Nonplusultra, für einen internationalen Konzern oder eine große Marke zu arbeiten, hinterfragen heute auch Angestellte deren Handeln und damit verbundene Konsequenzen. Intern reisst man sich um Sozial- und Charity-Projekte und selbst Geschäftsführer, wie beispielsweise Peter Waibel von „Jung von Matt“ (Deutschlands Kreativagentur Nummer 1), glauben an die aktuelle Sinnsuche: „Sozial schlägt Kapital“. Auch an seinem Geschlechter- und Rollenverständnis müsste Don feilen. Während sich der Alltag der Mad-MenFrauen um Kinder, Küche und Kirche dreht und sie beruflich bestenfalls als Sekretärin und Lustobjekt ihrer männlichen Vorgesetzten taugen, dominieren Frauen heute die Branche. Machos werden schon im Vorfeld von selbstbewussten HR-Managerinnen aussortiert, wenn sie nicht sowieso zuhause sitzen und sich um die Kinder kümmern. In Agenturen sind flache Hierarchien angesagt, die Einteilungen in Junior, Senior Director etc. verschwinden zusehends. Aber auch das Image der Kommunikationsbranche hat stark gelitten: Werber müssen sich heute immer wieder Arroganz und Überheblichkeit, fachliche Defizite, Einfallslosigkeit und einen schlechten Umgang mit dem Nachwuchs vorwerfen lassen. Oftmals ist auch von einem generellen Vertrauensverlust die Rede. So manch ein Kreativer sehnt sich daher sicherlich die glamourösen Zeiten

herbei, als ein „Ich arbeite in der Werbung“ mit einem respektvollen „Whoo!“ quittiert wurde. Während man vermuten könnte, dass Berufseinsteiger durch Don & Co ein völlig falsches Bild der Werbewelt vermittelt bekommen, haben diese den Wandel längst erkannt. Neben den aktuellen Entwicklungen und dem Ansehensverlust der Branche werden sie zusätzlich von geringen Einstiegsgehältern und unbezahlten Überstunden abgeschreckt. Industrie bzw. Unternehmen erscheinen daher oftmals attraktiver. Sie bieten meist verlässlichere Arbeitszeiten und ein höheres Gehalt in gut aufgestellten Marketingabteilungen. Doch es sprechen auch weiterhin viele gute Gründe für einen Einstieg auf Agenturseite. So findet man dort im Gegensatz zu Großkonzernen viel flachere Hierarchien und kürzere Wege vor. Ist das „Anfangsinvestment“ des miesen Trainee- oder Juniorgehalts getätigt, warten


auf Talente oftmals schnelle Aufstiegsmöglichkeiten. Während man auf Unternehmensseite auf die eigene Produktwelt beschränkt ist, kann man sich in einer Agentur auf mehreren Etats austoben oder relativ einfach Kunden wechseln, die dadurch gewonnene Erfahrung ist nur schwer zu ersetzen. Nach einigen Agenturjahren steht einem außerdem immer noch der Wechsel auf die gesetztere Kundenseite offen - der „Klassiker“. Mad Men packt uns mit seinen komplexen Charakteren, der perfekt inszenierten 60erNostalgie und der geschickten Integration historischer Ereignisse. Die Serie ist damit also vor allem eine wahnsinnig schön verpackte Geschichtsstunde zur Werbung. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass heute alles anders ist. Und das Don, der oberste Mad Men, wohl auch heute erfolgreich in einer Agentur wäre. Denn kaum jemand beherrscht die größten Herausforderungen dieser Branche so gut wie er: ständige Veränderung und Anpassung.

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Impressum Herausgeber: werbeliebe e.V. – studentische Werbeagentur Förderer: Absolventenverein

Akquise: Patricia Roth, Helena Weith, Julia Mutter

Projektleitung: Julia Mutter, Kevin Gerlach

Bildrechte: Matteo Paciotti, chrishimself, danisabella (Flickr Creative Commons)

Redaktion und Autoren: Marie Schreuder, Alexander Schulze, Daniel Brunner, Jennifer Przywara, Nadine Deiss, Melissa Barabas, Robin Philipp Lang, Natalie Peketitsch, Frauke Wagemann, Esther Lucyga, Olga Hom, Florian Kratz, Matthias Ort, Stefanie Schüssler, Marion Lumpp, Billy Peña Contreras, Carina Dietrich, Janika Helms, Lukas Quiring, Serge Rakotoharisoa, Petrus Elian

Druck: Stober GmbH Druckerei und Verlag, 76344 Eggenstein

Gastbeitrag: e-wolff Consulting GmbH

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion wieder. Der Abdruck von Beiträgen ist nur unter Angabe der Quelle gestattet – um ein Belegexemplar wird gebeten.

Layout/Grafik: Johanna Appenzeller, Robin Philipp Lang, Hyo-Song Becker Cover: Kamila Wabnik

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Auflage: 2.000 Exemplare Anschrift: Hochschule Pforzheim Werbeliebe e.V./Marketing Digest Tiefenbronner Str. 65 75175 Pforzheim Erscheinung: Einmal pro Semester.

Dank an: Großer und ehrwürdiger Dank geht an all die fleißigen Schreiberlinge, Layouter und Helfer, die es möglich gemacht haben, diese Ausgabe aus dem Boden zu stampfen. Besonderer Dank gilt unserem unermüdlichen Akquise Team, dass sogar 8 Seiten mehr rausgeschlagen hat. Außerdem nicht zu vernachlässigen sind der FAV, unsere Anzeigenkunden (yeahi), die Mitarbeiter der Hochschule Pforzheim, alle hippen Hipster und der Pizza Automat. Danke auch an den Nudelautomaten, den Sandwich Automaten und der neue Kühlschrank der werbeliebe. Ihr wart immer für uns da. Bevor wir nun ganz arg Pippi in die Augen bekommen beenden wir das Ganze mit einer Hymne an Kraftklub. Schüssi.


Begeisterung ist unverkäuflich. Eigentlich schade, davon haben wir reichlich.

Begeisterung für das, was wir tun, und ein partnerschaftliches Miteinander mit unseren kunden sind die grundlagen unseres erfolgs. Der vertrieb ist das herz aller Würth gesellschaften und der menschliche ur-instinkt, das handeln, liegt uns im Blut. in einem satz: Wir lieben das Verkaufen. Die Würth-gruppe ist das weltweit größte handelsunternehmen für Montage- und Befestigungstechnik. in Zahlen: mehr als 3 Millionen kunden, über 400 gesellschaften in mehr als 80 ländern, über 66.000 Mitarbeiter, davon mehr als 32.000 im Außendienst. umsatz 2011: 9,7 Milliarden euro – und die Zeichen stehen auch weiterhin auf Wachstum. Wollen sie mit uns wachsen und so richtig was anpacken? Dann begeistern sie uns mit ihrer Bewerbung bei der Adolf Würth gmbh & co. kg – einem der besten Arbeitgeber Deutschlands laut great Place to Work® institute Deutschland. ganz gleich, ob sie sich für ein Praktikum, eine Abschlussarbeit, eine trainee-stelle oder den Direkteinstieg interessieren. Wir freuen uns auf Macher mit herz wie sie.

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