#50 / Mai-Juni 2020
2,80 Euro
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Euro
Vorarlberg radelt Ein marie-Streifzug durch die Fahrradkultur im Ländle.
#40 / Juni 2019
2,70
Was wäre, wenn ... So viel Visionen und Utopien stecken in Vorarlberg.
Blick über den Tellerrand Eine marie Food-Story von Kochbuchautorin Daniela Lais.
#27 / April 2018 #23 / Dezember 2017
2,60 Euro
den Verkäufer
Gequälte Kälber Bio-Landwirt Simon Vetter über artgerechte Tierhaltung.
Ja, gibt´s denn sowas? Eine fünfköpfige Familie in Wolfurt lebt von der Kunst.
Euro
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Erst handeln, dann planen Vorbild Weiler: So gründet man eine Bürgerinitiative.
Schmelztiegel Vorarlberg Wie der Bahnbau vor 150 Jahren Kulturen verband.
Wenn Zwangsehe droht Wo Mädchen in Vorarlberg Rat und Hilfe finden.
Vorarlberg singt Gemeinsam singen erlebt einen ungeahnten Boom.
Wertvolle Fracht
60 Jahre Haus Bonetti Lokalaugenschein in den Sozialwerken in Dornbirn.
„Geistiger Umweltschutz“ Gsi: Der Zensur im Ländle fielen 1000 Filme zum Opfer.
Das Hungergefühl geliebt Wie eine Frau aus Feldkirch ihrer Magersucht entkam.
2,70
#32 / Oktober 2018
Euro
Mein Lehrer ist ein Esel „Lernesel“ helfen Schulkindern in Nenzing beim Lernen.
Beruf: Nachbarschaftshelfer Ein Wälder (32) tauscht seine Arbeitskraft gegen Sachgüter.
Illustration: Shutterstock
Euro
den Verkäufer
Wegschmeißen war gestern Das defekte Elektrogerät ins Reparatur-Café bringen!
Der Anwalt der Bettler Ein Dornbirner kämpft mit allen Rechtsmitteln für Roma.
Festmahl für Insekten So machen Sie Ihren Garten zu einem Bienenparadies.
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Euro
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Die marie wünscht allen ein gutes neues
„Hie und da ein Bierle“ Wie ein Vorarlberger dem Alkohol verfiel – und loskam.
Euro
Foto: Frank Andres
#37 / März 2019
2,70
2,70
#36 / Februar 2019
#35 / Jänner 2019
den Verkäufer
Welt-Down-Syndrom-Tag Wie Mütter im Ländle gegen Vorurteile und Ängste kämpfen.
den Verkäufer
Foto: Shutterstock
marie-Straßenumfrage So denken Vorarlberger übers Grundeinkommen.
#19 / Juli-August 2017
Euro
SOMME
Euro
RAUSG
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
ABE
Revoluzzer ohne Halt Die Lebensgeschichte eines Freigeistes auf Abwegen.
Moderne Gaukler Straßenkünstler von heute sind die Spielleute von einst.
2,70
#31 / September 2018
Die Vögel fliegen wieder Begegnung ohne Worte: Ein Musiktheater mit Flüchtlingen.
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Der Bauer vom Sunnahof Foto: Frank Andres
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Tagebuch einer Ländle-Kuh Kurz und beschissen: Das Leben einer stinknormalen Milchkuh.
Aus der Reihe tanzen 19 unbeirrbare Persönlichkeiten in Bildband porträtiert.
Manfred Amann liebt die Tiere am Sunnahof Tufers in Göfis - und die Tiere lieben ihn. Aber der Schnifner kuschelt nicht nur mit Ziege, Huhn und Co., sondern hilft tatkräftig in der Landwirtschaft der Lebenshilfe mit. „Ich möchte noch lange als Bauer am Sunnahof arbeiten, weil es mir so gut gefällt“, sagt der 51-Jährige.
Gsi: Das letzte Todesurteil Die „Hängate“ des Mörders Joseph Gasser in Göfis.
Illustration: Shutterstock
Schlepperwesen im Ländle Die Geschichte über ein zwiespältiges Geschäft.
2,50 davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/
der Zukunft. Die marie widmet sich den Themen Klima, ein Ein Gespräch mit AktivistInnen übers Geräte und Besuch bei Reparatur-Fachleuten für nördlichsKleidung, ein Lokalaugenschein in der zum ten Stadt der Welt und ein Pro und Kontra Thema „Maßlosigkeit”. Seiten 8 bis 19
Humor in der Pflege Ein Clown erklärt, wie Humor auch im Pflegealltag hilft.
Botschafter für Bienen So werden Sie zum Experten für blühende Landschaften.
Wie Langeweile kreativ, schlau und glücklich macht
Seiten 28 bis 31
Euro
Wohin geht die Reise? 2,50
2,70
Bild: Shutterstock
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/
Vom Mindesten leben marie-Redakteurin macht gedanklichen Selbstversuch.
Die Leiden der Lehrer Im „Gsi“: Von ignoranten Eltern und faulen Kindern.
Bilder: Shutterstock
Foto: Christina Vaccaro
Foto: Frank Andres
Euro
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Die Wiese auf dem Dach So schaffen wir Naturparadiese für Mensch und Insekten.
#7 / Juni 2016
Am Welt-Down-SyndromTag im März machen Menschen wie Andreas (44) aus Frastanz und Marija (22) aus Lustenau auf sich aufmerksam. Die Gedanken einer Mutter zum Thema lesen Sie auf den Seiten 22/23.
Wie tickt der oberste Schuldenberater des Landes selbst in Geldangelegenheiten? Die marie sprach mit Peter Kopf (63) aus Hard über familiäre Weltereignisse, seinen Hausbau und den größten Luxus seines Lebens. Seiten 12/13
Seiten 32/33
Warme Töne, kalter Asphalt Porträt des Straßenmusikers Mikko Mittendorfer.
Margit Brunner Gohm (55) ist gebürtige Tirolerin, lebt heute in Satteins und hat eine Liebeserklärung an ihr neues Daheim geschrieben. Ihr Buch, das soeben in 2. Auflage erschienen ist, nimmt uns mit auf eine spannende Entdeckungsreise für Jung & Alt. Seiten 6/7
Gut sein lassen
Zum Kuckuck mit den Schulden
Was Enkel über Oma und Opa denken
Nadja Bodlak, Künstlername Nnella, hat beim Folk-Festival vom 28. bis 30. Juni in St. Arbogast gleich mehrere Auftritte. Die marie sprach mit der 22-jährigen Sängerin über ihre musikalischen Anfänge, launisches Songwriting und ihre erste CD. Seiten 6 bis 8
Foto: Petra Rainer
2,60
Meldestelle für gute Ideen marie zu Besuch im Visionscafé in Hohenems.
Streifzug durchs Ländle
Foto: Frank Andres
Vielseitiges Musiktalent
#25 / Februar 2018
Jahr.
Foto: Petra Rainer
Radioonkologe und Strahlentherapeut Dr. Raoul Pinter (39) vom Landeskrankenhaus Feldkirch spricht über die Herausforderung, täglich mit todkranken Menschen umzugehen. Am Leid der Patienten wäre er fast selbst zerbrochen. Bis er lernte, sich mit seinem eigenen Leid auseinanderzusetzen. Lesen Sie mehr auf den Seiten 18-20.
Müllvermeidung im Alltag Wie loser Tee Müll spart und besser schmeckt.
Wohin mit Vorarlberg? Als das Ländle nicht mehr zu Österreich gehören wollte.
Streiten will gelernt sein Die marie lässt streitbare Geister zu Wort kommen.
Biopionier aus Vorarlberg Werner Lampert (72) über seine nachhaltigen Ideen.
Weltgymnaestrada Afrika zu Gast beim größten Turnfest der Welt.
2,80
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Der Mediziner und das eigene Leid der Anderen
2,50 davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Die Abwesenheit des Glücks Rainer Juriatti (53) beschreibt den Verlust seiner Kinder.
2,70
#38 / April 2019
Die Widerständigen marie-Serie: Orte, so nutzlos wie wertvoll und schön. Seiten 32/33
#46 / Jänner 2020
Sie ist eine von nur acht Fußball-Schiedsrichterinnen in Vorarlberg. Biljana Iskin (36) aus Hard kann sich von rauhbeinigen Kickern und großmauligen Zuschauern einiges anhören. Aber sie hat gelernt, sich durchzusetzen. Egal wie´s gelaufen ist, Töchterchen Lana ist immer ihr Fan. Seiten 6/7
#15 / März 2017
Weihnachten ist ... miteinander sein und teilen.
ertrinken, Während täglich Menschen im Mittelmeer von Kapitänin werden zivile Rettungsboote wie das festgePia Klemp unter fadenscheinigen Gründen zudem hohe setzt. Jetzt drohen der Seenotretterin die Geld- und Haftstrafen. Am 5. Mai kommt 8 35-Jährige nach Bregenz. Seiten 6 bis
Sarah und Johan sind Händler der besonderen Art: Sie sammeln in Vorarlberg gebrauchte Fahrräder und verfrachten sie nach Afrika. und Dort werden die Drahtesel an Kinder besser Leute abgegeben, die damit ihr Leben meistern können. Die frisch gebackenen der Eltern suchen jetzt Freiwillige, die bei Organisation helfen. Seiten 6/7
Kinderarbeit im Ländle Gsi: Als 9-Jährige in der Fabrik schuften mussten.
Eine pfiffige Mutti
Am Steuerrad der Menschlichkeit
Foto: Paul Louis Wagner
Euro
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Müllvermeidung im Alltag Wie loser Tee Müll spart und besser schmeckt.
Was Enkel über Oma und Opa denken
2,50
#18 / Juni 2017
den Verkäufer
Pflegekind sucht... Das Vorarlberger Kinderdorf sucht dringend Pflegefamilien.
Edel sei der Mensch Ein Gsi über die menschlichen Tugenden.
Beruf: Nachbarschaftshelfer Ein Wälder (32) tauscht seine Arbeitskraft gegen Sachgüter.
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/
Gewonnen wird im Kopf Mentaltrainerin Kofler über die Macht der Gedanken.
Mein Lehrer ist ein Esel „Lernesel“ helfen Schulkindern in Nenzing beim Lernen.
2,50 Euro
Euro
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/
den Verkäufer
Der Wert des Handwerks Werkraum Bregenzerwald als schulischer Impulsgeber.
Die Abwesenheit des Glücks Rainer Juriatti (53) beschreibt den Verlust seiner Kinder.
#16 / April 2017
2,60
Euro
Sarah und Johan sind Händler der besonderen Art: Sie sammeln in Vorarlberg gebrauchte Natürlich bunt Fahrräder und verfrachten sie nach Afrika. und Dort werden die Drahtesel an Kinder Vorarlberg-Premiere für den besser Leute abgegeben, die damit ihr Leben Tag der blühenden Landschaft. meistern können. Die frisch gebackenen der Eltern suchen jetzt Freiwillige, die bei Organisation helfen. Seiten 6/7
2,60
#20 / September 2017
Männer und Väter Erinnerungen an das, was Väter immer schon waren.
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/
Wertvolle Fracht
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Euro
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
2,70
#32 / Oktober 2018
2,70
#39 / Mai 2019
2,60
#20 / September 2017
Saugut gemacht
2,80
#44 / November 2019
Euro
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Sie hat beruflich vieles erreicht: Biobäuerin, Freizeitpädagogin, jetzt Geschäftsführerin am Sunnahof in Göfis. Dabei war ihre Herkunft als Gastarbeiterkind für Gülsevin Akyokuş‘ Karriere nicht hilfreich. S. 22/23
Aus für blauen Dunst Umfrage im Caritas-Café und in Drogenberatungsstelle.
Foto: Frank Andres
Wachstumskritiker Ökonom Niko Paech plädiert für eine Kultur des Maßes.
Die buchmarie kommt Ab 22. November ist das Buch bei Verkäufern erhältlich.
Wie der letzte Penner Prominente, die schon einmal obdachlos waren.
Foto: Shutterstock
Sommerzeit
Lautstarker Protest
Ferien hommar Bada gommar Es ist Sommer.
2,80
#43 / Oktober 2019
Wie funktioniert Protest im Zeitalter von WhatsApp, Facebook, Twitter und Co? Welche früheren Proteste waren in Vorarlberg erfolgreich bzw. sind gescheitert? Was treibt Frauen wie Eva Fahlbusch und Mechtild Bawart auf die Straßen? Ein marie-Themenspezial auf den Seiten 16 bis 21.
Euro
Robert W. Thoma
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer Bild: Shutterstock, Grafik: Alex Grass
Foto: Frank Andres
Foto:Foto: PetraFrank RainerAndres Bild: Shutterstock
#38 / April 2019
Verklärte Idylle
2,70
Das Foto täuscht. Die Kälbertransporte zeigen, dass in der Vorarlberger Landwirtschaft nicht alles eitel Wonne ist. Ein Umdenken ist dringend notwendig. Die marie hat mit Menschen gesprochen, die kluge Ideen propagieren oder bereits neue, nachhaltige Wege beschreiten. Seiten 18 bis 23
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Foto: Shutterstock
Weltgymnaestrada Afrika zu Gast beim größten Turnfest der Welt.
Biopionier aus Vorarlberg Werner Lampert (72) über seine nachhaltigen Ideen.
Streiten will gelernt sein Die marie lässt streitbare Geister zu Wort kommen.
Taub und nicht stumm Xenia Dürr (30) entführt uns in die Welt der Gehörlosen.
#41
/ Juli-August 2019
SOMMERAUSGABE
Euro
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/
Euro | davon 1,40 Euro 2,80 für die Verkäuferin/den Verkäufer
marie wünscht Dir
den Verkäufer
Wachstumskritiker Ökonom Niko Paech plädiert für eine Kultur des Maßes.
Die buchmarie kommt Ab 22. November ist das Buch bei Verkäufern erhältlich.
Glück sauviel #23 im neuen Jahr!
2,60
#29 / Juni 2018
Wie der letzte Penner Prominente, die schon einmal obdachlos waren.
Euro
Unterrichtsfach Glück Volksschüler in Lustenau lernen den Weg zum Glück.
Grenzerfahrung auf der Alp Sommerschule als Hilfe für traumatisierte Jugendliche.
den Verkäufer
Terrorismus-Verdacht Flüchtlingskrise stellt Justiz vor neue Herausforderungen.
2,80 Euro
#43
Taub und nicht stumm Xenia Dürr (30) entführt uns in die Welt der Gehörlosen. Sexuelle Rezession Wie der Umgang mit Sex unser Leben verändert hat.
Die buchmarie Großes Echo auf unser Buchprojekt.
Klänge als Lebenselixier
Von Mäusen und Monstern
2,80
frohe Feste,
die marie wünscht allen nur das
Im Malen vereint
Euro
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Stille Stunden -
Harte Fronten Die Geschichte der Vorarlberger Parteien.
Die ARTquer-Künstlergemeinschaft feiert ihr 11-jähriges Jubiläum mit einer großen Ausstellung. Star der Künstlertruppe ist Georg Fitz (Foto, 32), alias WolfGeorg. Die marie hat ihn bei seiner Arbeit in Frastanz besucht. Seiten 32/33
Die marie wünscht allen ein gutes neues
Bild: Shutterstock
Barrierefreiheit statt Mitleid
Anna-Sophie Thöni, 19, blind, Wegen einer seltenen Herzkrankheit musste Caroline Mager (36) aus Hard überihreihre Sicht der Dinge. heißgeliebten Pferde aufgeben. Mit einer Maltherapie fand sie den Weg zu sich selbst und zu ihren Liebsten. Seiten 12/13
Jahr.
„Mutter war überfordert“ marie-Gespräch mit drei ehemaligen Pflegekindern.
Hei Alta, was toammar hüt? Warum junge Erwachsene oft in Mundart schreiben.
Foto: Fatima Lopez-Alva
Böser Ur-Vorarlberger Vor 3000 Jahren zerstörten unsere Ahnen die Umwelt.
Euro
Nein zu Hass im Netz Social Media-Experte gibt Tipps gegen Hetze im Internet.
Illustration: Shutterstock
„Ich bin Mensch. Punkt.“ Sternen-Wirt Gunther Wetzel spricht über sein weibliches Ich.
Jugend am Wort Jungautorinnen schreiben über die Probleme unserer Zeit.
der Zukunft. Die marie widmet sich den Themen Klima, ein Ein Gespräch mit AktivistInnen übers Geräte und Besuch bei Reparatur-Fachleuten für nördlichsKleidung, ein Lokalaugenschein in der zum ten Stadt der Welt und ein Pro und Kontra Thema „Maßlosigkeit”. Seiten 8 bis 19
2,50 Euro
den Verkäufer
Geht auf Flüchtlinge zu! Seelsorger Pater Kofi richtet Appell an die Vorarlberger.
Der Garten in der Tasche Wie man Gemüse in der Einkaufstasche anpflanzt.
Das Leben ist Musik Gespräch mit dem letzten Schallplatten-Händler.
2,80
#49 / April 2020
Foto: Frank Andres
2,50 Euro
Foto: Petra Rainer
Euro
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
BE
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Außergewöhnliche ZEITEN erfordern außergewöhnliche MASSNAHMEN. Weil der Straßenverkauf wegen der ist, Corona-Krise derzeit nicht möglich erscheint die APRIL-AUSGABE der marie zum ersten Mal NUR ONLINE Und hoffentlich zum letzten
DIESE ENTSCHEIDUNG ist
uns nicht leicht gefallen. Denn unter der Corona-Krise leiden nicht nur wir als Verein, sondern vor allem unsere
ihnen die einzige keit.
2,50
2,50
Euro
„Ich bin jetzt stärker denn je“
Wie eine arbeitslose Bregenzerin sich und anderen hilft.
Euro
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Coole Jungs mit Kochlöffel Delikat, gesund: Rezepte aus dem Jugendtreff Dornbirn.
Die Feldkircher Szene Die marie begleitete einen Streetworker bei der Arbeit.
Hoi, s´Elektrisch isch do Vor 100 Jahren floss Strom erstmals in Vorarlberg.
Geben, oder nicht
marie #11 / November 2016 wün scht glückl Dir ein neuesiches
SpendenBettelnde Menschen, Straßenmusikanten, auch sammler: Sie gehören längst zum Straßenbild eine moralische in Vorarlberg. Und sie stellen uns vor hat Experten Frage: Geben, oder nicht? Die marie S. 14/15 gefragt, wem und wie sie was schenken.
Jahr!
#9 / September 2016
2,60
#26 / März 2018
Euro
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Essen aus der Mülltonne Eine junge Bregenzerin macht aus Biobafall Wertvolles.
2,50
Lebendige Friedhöfe So werden aus Gräbern Naturoasen ohne Pflanzengift.
Euro
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Einsamkeit in Vorarlberg Vom Alleinsein sind immer mehr Menschen betroffen.
sie bei der nächsten Print-Ausgabe einem GRATIS-ZEITUNGSPAKET unterstützen.
Euro
Einlagern ohne Keller So werden Ihr Haus und Garten zum Vorratslager.
Foto: Shutterstock
Brigittes Museum Wie aus einem Stall in Bizau ein Heimatmuseum wurde.
Bezahlte Zärtlichkeit marie-Gespräch mit einer Sexualbegleiterin.
Erwin, der Heuzieher Ein 77-Jähriger zieht das Heu von Schoppernau nach Au.
Tipps für Konsumenten Ein Verein informiert über gute, regionale Produkte.
Zauberei
„Susis Zauberei“ ist mehr als ein hippes vegetarisches Restaurant. Susi Füssinger (46) aus Bregenz hat für Jugendliche und Menschen am Rand der Gesellschaft ein Arbeitsumfeld geschaffen, in dem sie anders sein dürfen. Seiten 6/7
Weg mit dem Müll Das plastikfreie Leben der Familie Amann aus Satteins.
Stammtischparolen Tipps, wie man Vorurteilen schlagfertig kontern kann.
#10 / Oktober 2016
Schule anders
mit
O Welt voll Glanz und Sonnenschein, O rastlos Werden, holdes Sein, O höchsten Reichtums Fülle! Und dennoch, ach – vergänglich nur Und todgeweiht, und die Natur Ist Schmerz in Schönheitshülle.
Euro
Ersatzmama
Vorarlbergs reiche Natur Diesmal in unserer marie-Serie: Was die Brennessel alles kann.
Mahsas (18) Geschichte Vom Krieg in Afghanistan auf die Schulbank in Dornbirn.
Die ARTquer-Künstlergemeinschaft feiert ihr 11-jähriges Jubiläum mit einer großen Ausstellung. Star der Künstlertruppe ist Georg Fitz (Foto, 32), alias WolfGeorg. Die marie hat ihn bei seiner Arbeit in Frastanz besucht. Seiten 32/33
Euro
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Euro
Essen aus der Mülltonne Eine junge Bregenzerin macht aus Biobafall Wertvolles.
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Lebendige Friedhöfe So werden aus Gräbern Naturoasen ohne Pflanzengift.
Einsamkeit in Vorarlberg Vom Alleinsein sind immer mehr Menschen betroffen.
Der Weg in die Diktatur leben Mindesten NationalisWie Gedenkjahr:Vom marie-Redakteurin macht Selbstversuch. gedanklichen führten. ten uns ins Elend
Wie funktioniert Protest im Zeitalter von WhatsApp, Facebook, Twitter und Co? Welche früheren Proteste waren in Vorarlberg erfolgreich bzw. sind gescheitert? Was treibt Frauen wie Eva Fahlbusch und Mechtild Bawart auf die Straßen? Ein marie-Themenspezial auf den Seiten 16 bis 21.
Weltgymnaestrada Afrika zu Gast beim größten Turnfest der Welt.
Euro
Foto: privat
Der Mediziner und das eigene Leid der Anderen
Foto: Shutterstock
Foto: Shutterstock
Über das Bildungssystem in Österreich wird viel diskutiert. Und darüber, was uns die Zukunft bringen könnte. Die marie hat sich in Vorarlberg umgeschaut und dabei Schulen gefunden, die beherzt vorangehen (Seiten 20 bis 27).
Foto: Frank Andres
Ein Mann mit Gitarre, Mundharmonika, Tamburin, einem Schlagzeug-Becken und einer Holzbox sitzt am Hohenemser Schlossplatz und spielt Blues. Das Außergewöhnliche: Er bedient seine Instrumente alle gleichzeitig. Der Mann ist eine lebende Legende. Walter Batruel (69) gründete 1965 seine erste Band „The Gamblers“ und gilt als der Erfinder der Bluesmaschin. Mit einer Mini-Variante (Foto) tourt er als neuestes Projekt durchs Ländle und spielt auf Straßen und Plätzen auf.
Ausstellung in Lustenau zeigt Porträts und Texte von Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern. Mehr dazu auf den Seiten 30/31.
Sinnvoll schenken
Eine schöne Bescherung muss nichts kosten, wenn sie von Herzen kommt. Wir haben originelle Geschenktipps gesammelt, mit denen du deine Liebsten zu Weihnachten überraschen kannst. Seiten 6/7
...
NadjaEuro Bodlak, Künstlername Nnella, hat beim Folk-Festival vom 28. bis 30. Juni davon 1,25 Euro für in St.dieArbogast gleich mehrere Auftritte. Die Verkäuferin/ den Verkäufer marie sprach mit der 22-jährigen Sängerin über ihre musikalischen Anfänge, launisches Songwriting und ihre erste CD. Seiten 6 bis 8
Foto: Frank Andres
Brigittes Museum Wie aus einem Stall in Bizau ein Heimatmuseum wurde.
Euro
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Bild: Shutterstock/Alexander
marie startet Buch-Projekt Mit Hilfe Ihrer Spenden soll Finanzierung gelingen.
Bezahlte Zärtlichkeit marie-Gespräch mit einer Sexualbegleiterin.
Erwin, der Heuzieher Ein 77-Jähriger zieht das Heu von Schoppernau nach Au.
Tipps für Konsumenten Ein Verein informiert über gute, regionale Produkte.
Stille Stunden -
frohe Feste,
die marie wünscht allen nur das
Allerbeste!
Euro
Grass
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
eitel Wonne ist. dringend notwendig. Die marie hat mit Menschen gesprochen, die kluge Ideen propagieren oder bereits neue, nachhaltige Wege beschreiten. Seiten 18 bis 23
Foto: Shutterstock
Euro | davon 1,40 Euro 2,80 für die Verkäuferin/den Verkäufer
2,80
#42 / September 2019
Vorarlberg? Wohin KälbertransDiemit Das Foto täuscht. Streiten will gelernt sein Ländle Vorarl-nicht mehr in der dassdas Die marie lässt streitbareporte zeigen,Als nicht alles gehören wollte. berger Landwirtschaft zu Österreich Geister zu Wort kommen. Ein Umdenken ist
Pass Egal Wahl Am 24. September ist Wahltag für Nicht-Österreicher.
Klänge als Lebenselixier So kann Musik Menschen mit Demenz helfen.
Zauberei
Sexuelle Rezession Wie der Umgang mit Sex unser Leben verändert hat.
Illustration: Shutterstock
„Susis Zauberei“ ist mehr als ein hippes vegetarisches Restaurant. Susi Füssinger (46) aus Bregenz hat für Jugendliche und Menschen am Rand der Gesellschaft ein Arbeitsumfeld geschaffen, in dem sie anders sein dürfen. Seiten 6/7
Streifzug durchs Ländle
Lizenz zum Bleiben
Foto: privat
Radioonkologe und Strahlentherapeut Dr. Raoul Pinter (39) vom Landeskrankenhaus Feldkirch spricht über die Herausforderung, täglich mit todkranken Menschen umzugehen. Am Leid der Patienten wäre er fast selbst zerbrochen. Bis er lernte, sich mit seinem eigenen Leid auseinanderzusetzen. Lesen Sie mehr auf den Seiten 18-20.
Gesichter zeigen Straßen-Blues
Foto: Frank Andres
... mit viel Sonne und entspannten Stunden wünscht Dir das marie-Team!
Verklärte Idylle
SOMMERAUSGABE
Vielseitiges Musiktalent 2,50
#14 / Februar 2017
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Biopionier aus Vorarlberg Werner Lampert (72) über seine nachhaltigen Ideen.
2,80
#45 / Dezember 2019 Foto: Petra Rainer
Margit Brunner Gohm (55) ist gebürtige Tirolerin, lebt heute in Satteins und hat eine Liebeserklärung an ihr neues Daheim geschrieben. Ihr Buch, das soeben in 2. Auflage erschienen ist, nimmt uns mit auf eine spannende Entdeckungsreise für Jung & Alt. Seiten 6/7
2,50
Die Widerständigen marie-Serie: Orte, so nutzlos wie wertvoll und schön.
den Verkäufer
2,70
#38 / April 2019
Lautstarker Protest
Foto: Petra Rainer
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/
SOMMERAUSGABE
Schlepperwesen im Ländle Die Geschichte über ein zwiespältiges Geschäft.
Schönen Sommer
Lina Ammann, 22, aus Rankweil hat ihr Herz an Tansania verloren. Genauer gesagt, an die Kinder eines Waisenhauses in dem ostafrikanischen Land. Seiten 22/23.
den Verkäufer
Das Hungergefühl geliebt Wie eine Frau aus Feldkirch ihrer Magersucht entkam.
Welt-Down-Syndrom-Tag Wie Mütter im Ländle gegen Vorurteile und Ängste kämpfen.
Ersatzmama
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/
„Geistiger Umweltschutz“ Gsi: Der Zensur im Ländle fielen 1000 Filme zum Opfer.
Botschafter für Bienen So werden Sie zum Experten für blühende Landschaften.
#41 / Juli-August 2019
Foto:Foto: PetraFrank RainerAndres Erst handeln, dann planen Vorbild Weiler: So gründet man eine Bürgerinitiative.
2,70
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
2,70
#36 / Februar 2019
2,50 #16 / April 2017
#30 / Juli-August 2018
2,70
#37 / März 2019
Foto: Petra Rainer
Euro
N
Edel sei der Mensch Ein Gsi über die menschlichen Tugenden.
2,60
Von Mäusen #26 / März 2018 und Monstern
Kinder der Landstraße Wie Roma-Familien in der Schweiz zerrissen wurden.
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Lina Ammann, 22, aus Rankweil hat ihr Herz an Tansania verloren. Genauer gesagt, an die Kinder eines Waisenhauses in dem ostafrikanischen Land. Seiten 22/23.
Gewonnen wird im Kopf Mentaltrainerin Kofler über die Macht der Gedanken.
Sarah und Johan sind Händler der besonderen Art: Sie sammeln in Vorarlberg gebrauchte Fahrräder und verfrachten sie nach Afrika. und Dort werden die Drahtesel an Kinder besser Leute abgegeben, die damit ihr Leben meistern können. Die frisch gebackenen der Eltern suchen jetzt Freiwillige, die bei Organisation helfen. Seiten 6/7
Euro
2,70 ZU UN M LESE VE D ZU N RSCH M EN KE
Der Wert des Handwerks Werkraum Bregenzerwald als schulischer Impulsgeber.
Euro
Wertvolle Fracht
2,70 den Verkäufer
Aus „Sommermorgen“ von Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-1916, österr. Dichterin
#34 / Dezember 2018
2,60 davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Als „Marque“ war er ein internationaler Musikstar und in der Popwelt zuhause. Jetzt kehrt Marcus Nigsch (46) in seine HeimatIllustration: Shutterstock stadt Feldkirch zurück. Längst hat er sich von der schrillen Musik-Szene abgewandt. Im Gespräch mit der marie erklärt der Heimkehrer, was ihm in der Musik und im Leben wichtig ist. Seiten 32 bis 35.
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/
auf ein baldiges Wiedersehen auf Vorarlbergs Straßen.
Sommer
Der Weg in die Diktatur Gedenkjahr: Wie Nationalisten uns ins Elend führten.
Euro
Was Enkel über Oma und Opa denken
Krank und geächtet Seiten 32/33 Eine 39-Jährige erzählt über ihr Leben mit dem HI-Virus.
Der Heimkehrer
Euro
Musiktheater mit Flüchtlingen.
den Verkäufer
Wälder Energie-Pionier Wie ein Krumbacher es schafft, energieautonom zu leben.
#20 / September 2017
2,70 davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Natürlich bunt Vorarlberg-Premiere für den Tag der blühenden Landschaft.
Mann oh Mann
Der Bauer vom Sunnahof 2,50
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/
kommt die marie-Produkttest Geld- und Haftstrafen. Am 5. MaiVerliebt, verlobt, verpartnert 8 35-Jährige nach Bregenz. Seiten 6 bis Wie viel Vorarlberg drin ist, Mario und Frank gaben sich wenn „Vorarlberg“ drauf steht. in Hohenems ihr Ja-Wort.
#40 / Juni 2019
Abokor Mohamed Rage (Foto) aus Somalia seinem hat einen positiven Asylbescheid. In den Job kümmert sich der 22-Jährige um Erhalt unseres kulturellen Erbes. Assadullah wieder Ahmadzai (19) musste trotz Lehrstelle Die zurück in seine Heimat Afghanistan. marie zeichnet die Geschichten der beiden jungen Männer nach . Seiten 12 bis 14
Bild: Shutterstock
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/ Shutterstock den Verkäufer
Fotos:
2,60
ertrinken, Während täglich Menschen im Mittelmeer von Kapitänin werden zivile Rettungsboote wie das festgePia Klemp unter fadenscheinigen Gründen zudem hohe setzt. Jetzt drohen der Seenotretterin
Bild: Shutterstock
„Ich bin ein Windischer“ Das bewegte und verrückte 2,50 Leben desEuro Rudi Petscharnig.
#14 / Februar 2017
Beruf: Nachbarschaftshelfer Ein Wälder (32) tauscht seine Arbeitskraft gegen Sachgüter.
SPENDENKONTO MARIE: RAIFFEISENBANK IM RHEINTAL, IBAN AT94 3742 0000 0648 3580
Wann ist ein Mann ein Mann? Die Rollenbilder sind heutzutage verwischt, irgendwo zwischen Macho und Softie. Wir haben eine Gesprächsrunde ins marieThemencafé eingeladen, um die Frage zu klären: Wie sieht das Mannsbild 4.0 aus? Seiten 22 bis 25.
Die Vögel fliegen wieder Begegnung ohne Worte: Ein
Manfred Amann liebt die Tiere am Sunnahof Tufers in Göfis - und die Tiere lieben ihn. Aber der Schnifner kuschelt nicht nur mit 1,25 Euro für davonhilft Ziege, Huhn und Co., sondern tatkräfVerkäuferin/ dieLebenshilfe tig in der Landwirtschaft der Verkäufer mit. „Ich möchte noch lange als denBauer am Sunnahof arbeiten, weil es mir so gut gefällt“, sagt der 51-Jährige.
Euro
Mein Lehrer ist ein Esel „Lernesel“ helfen Schulkindern in Nenzing beim Lernen.
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Am Steuerrad der Menschlichkeit
Wie der letzte Penner Prominente, die schon einmal obdachlos waren.
allem UNSEREN MARIEVERKÄUFERINNEN ZUGUTE KOMMEN. Mit dem Geld können wir
Die marie-Redaktion
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den Verkäufer
davon 1,25 Euro die Verkäuferi für den Verkäufern/
Die buchmarie kommt Ab 22. November ist das Buch bei Verkäufern erhältlich.
Wir rufen deshalb unsere marieLeserInnen zu einer SPENDENAKTION auf. Das Geld soll vor
Sind Sie unzufrieden? Wie uns Unzufriedenheit voran treibt – oder krank macht.
2,50 davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/
Moderne Gaukler Straßenkünstler von heute sind die Spielleute von einst.
Wachstumskritiker Ökonom Niko Paech plädiert für eine Kultur des Maßes.
Foto: Petra Rainer
#33 / NovemberBIC: 2018RVVGAT2B420 MARIE-VERKÄUFERINNEN. Der Straßenverkauf ist für viele von BLEIBEN SIE GESUND und Zuverdienstmöglich-
2017
Aus für blauen Dunst Umfrage im Caritas-Café und in Drogenberatungsstelle.
LIEBE marie-Leserin, LIEBER marie-Leser
Mal.
Revoluzzer ohne Halt Die Lebensgeschichte eines Freigeistes auf Abwegen.
#22 / November 2017
Foto: Paul Louis Wagner
Jahrzehntelang fühlte sich Romy aus Dornbirn im falschen Körper gefangen. Mit Hilfe der Medizin ist aus dem Mann eine Frau, aus einem verzweifelten ein zufriedenes Leben geworden. Romy ist eine von etwa 50 transidenten Menschen in Vorarlberg (Seite 16).
Kenneth (31) und Elsbeth (89) haben sich vor fast vier Jahren vor dem Hofer in Koblach kennengelernt. Daraus ist eine tiefe Freundschaft entstanden. Jetzt kehrt der marie-Verkäufer in seine Heimat Nigeria zurück. Nicht ganz freiwillig. Die marie hat die beiden zu einem letzten Interview getroffen. Seiten 6 bis 8.
#8 / Juli-August 2016
SOMMERAUSGA
marie-Straßenumfrage So denken Vorarlberger übers Grundeinkommen.
2,70 davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ Shutterstock Bild: den Verkäufer
Die Abwesenheit des Glücks Rainer Juriatti (53) beschreibt den Verlust seiner Kinder.
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davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Endlich Frau
Mach‘s gut, Kenneth!
Wenn die Angst regiert, ist die Vernunft oft chancenlos. Aktuelles Beispiel dafür ist die Berichterstattung vieler Medien rund um das Coronavirus. Jörg Schindler, Buchautor und SPIEGEL-Redakteur, sprach mit der marie über die Mechanismen von Panikmache und wie einfach es wäre, sich davor zu schützen. Seiten 6 bis 8
#7 / Juni 2016
Männer und Väter Erinnerungen an das, was Väter immer schon waren.
#32 / Oktober 2018
2,80
Auf der Suche nach einer Lösung für die zunehmenden Verkehrsprobleme des Landes, muss man das Rad nicht neu erfinden. Es gibt es ja bereits. Man muss es nur nutzen. Unser Schwerpunktthema auf den Seiten 12 bis 19
davon 1,25 Euro für die Verkäuferin/
Die „Schweizerkinder“ Kriegskinder aus Vorarlberg in der Obhut der Schweizer.
Illustration: Shutterstock
Blick über den Tellerrand Eine marie Food-Story von Kochbuchautorin Daniela Lais.
Wie funktioniert Protest im Zeitalter von WhatsApp, Facebook, Twitter und Co? Welche früheren Proteste waren in Vorarlberg erfolgreich bzw. sind gescheitert? Was treibt Frauen wie Eva Fahlbusch und Mechtild Bawart auf die Straßen? Ein marie-Themenspezial auf den Seiten 16 bis 21.
Sarah und Johan sind Händler der besonderen Art: Sie sammeln in Vorarlberg gebrauchte Fahrräder und verfrachten sie nach Afrika. und Dort werden die Drahtesel an Kinder besser Leute abgegeben, die damit ihr Leben meistern können. Die frisch gebackenen der Eltern suchen jetzt Freiwillige, die bei Organisation helfen. Seiten 6/7
#44 / November 2019
Fahr Rad!
#6 / Mai 2016
Keine Panik!
Was wäre, wenn ... So viel Visionen und Utopien stecken in Vorarlberg.
Wertvolle Fracht
Bilder: Shutterstock
Jagd auf Albert Einstein Nazi-Behörden suchten in Vorarlberg nach Besitztümern.
Vorarlberg radelt Ein marie-Streifzug durch die Fahrradkultur im Ländle.
Bild: Shutterstock
Wohin geht die Reise?
Illustration: martindietrich.at
Welt-Down-Syndrom-Tag Ein Mutter-Sohn-Gespräch über Job, Liebe und Bart.
im marie-Café Raos Willkommen Illustration: Silvio Ein streitbarer Geist Startschuss am 27. März im dowas-Chef Michael Diettrich WirkRaum Dornbirn. zieht nach 16 Jahren Bilanz.
Euro
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Euro
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Berichte aus dem Irgendwo Hans Platzgumer nimmt uns mit auf eine literarische Reise.
Foto: Frank Andres
2,60
#20 / September 2017
2,80
#47 / Februar 2020
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Bild: Shutterstock
2,80
#48 / März 2020 Der Götzner Wolfgang Berchtold (64) ist kein Schimpfer und kein Flucher. Trotzdem hat er nach zweieinhalb Jahren Recherche ein Vorarlberger Schimpfwörterbuch geschrieben. Herausgekommen ist eine spannende Reise in die Welt des Schimpfens, Spottens und Fluchens. Seiten 12/13
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Foto: Frank Andres
Foto: Frank Andres
Abokor Mohamed Rage (Foto) aus Somalia hat einen positiven Asylbescheid. In seinem Job kümmert sich der 22-Jährige um den Erhalt unseres kulturellen Erbes. Assadullah Ahmadzai (19) musste trotz Lehrstelle wieder zurück in seine Heimat Afghanistan. Die marie zeichnet die Geschichten der beiden jungen Männer nach . Seiten 12 bis 14
2,70
#39 / Mai 2019
Lautstarker Protest
Lizenz zum Bleiben
#12 / Dezember 2016
glückliches neues Jahr!
Allerbeste!
Foto: Petra Rainer
#13 / Jänner
wünscht Dir ein
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
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den Verkäufer
#46 / Jänner 2020
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Klänge als Lebenselixier So kann Musik Menschen mit Demenz helfen.
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davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
marie
Illustration: Silvio Raos
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#36 / Februar 2019
2,60 davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/
davon 1,40 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
2,60
#24 / Jänner 2018
Clownfrau Elke Maria Riedmann aus Dornbirn schlüpft in viele Rollen: mal lustig, mal tragisch, mal naiv, mal philosophisch. Die Clownerie ist Medizin, sagt sie. Ihr neuestes Projekt steht im Dienst von Menschen in Krisengebieten. S. 6-7
Der Götzner Wolfgang Berchtold (64) ist kein Schimpfer und kein Flucher. Trotzdem hat er nach zweieinhalb Jahren Recherche ein Vorarlberger Schimpfwörterbuch geschrieben. Herausgekommen ist eine spannende Reise in die Welt des Schimpfens, Spottens und Fluchens. Seiten 12/13
Weihnachten ist ... miteinander sein und teilen.
#28 / Mai 2018 Euro
feiert ihr Die ARTquer-Künstlergemeinschaft Aus11-jähriges Jubiläum mit einer großen Georg Fitz stellung. Star der Künstlertruppe ist hat ihn bei (Foto, 32), alias WolfGeorg. Die marie 32/33 seiner Arbeit in Frastanz besucht. Seiten
Gsi: Ein stiller Held Wie ein Hörbranzer den Nazis Widerstand leistete.
Die Weisheit der kleinen Frau
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Bilder: Shutterstock
Essbares Dornbirn Thomas Mathis revolutioniert öffentliche Grünflächen.
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/ Oktober 2019
Der Lieder-Bastler Das Dornbirner Original Günther Sohm im Porträt.
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Streifzug durchs Ländle
Pass Egal Wahl Am 24. September ist Wahltag für Nicht-Österreicher.
Von Mäusen und Monstern Foto: Petra Rainer
Vom Tod und Erwachen Wie sich der Frühling auf Trauernde auswirken kann.
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/ Dezember 2017
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#45 / Dezember 2019
Kulturprojekt in St. Gerold Vier Frauen haben einen magischen Ort geschaffen.
den Verkäufer
marie startet Buch-Projekt Mit Hilfe Ihrer Spenden soll Finanzierung gelingen.
2,50 den Verkäufer
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#42 / September 2019
#17 / Mai 2017
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Margit Brunner Gohm (55) ist gebürtige Tirolerin, lebt heute in Satteins und hat eine Liebeserklärung an ihr neues Daheim geschrieben. Ihr Buch, das soeben in 2. Auflage erschienen ist, nimmt uns mit auf eine spannende Entdeckungsreise für Jung & Alt. Seiten 6/7
Harte Fronten Die Geschichte der Vorarlberger Parteien.
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#44 / November 2019
Aus für blauen Dunst Umfrage im Caritas-Café und in Drogenberatungsstelle.
Wohin mit Vorarlberg? Als das Ländle nicht mehr zu Österreich gehören wollte.
Klänge als Lebenselixier
Die buchmarie Großes Echo auf unser Buchprojekt.
Foto: Frank Andres Foto: Shutterstock
Foto: Frank Andres
Foto: Frank Andres
Foto: Christina Vaccaro
Fotos: Gerhard Klocker
Wir feiern Jubiläum!
Zwei Monate zwangsbedingte Corona-Pause sind genug. Die marie kehrt pünktlich zur 50. Ausgabe auf Vorarlbergs Straßen zurück. Prall gefüllt mit Geschichten und Themen aus Vorarlberg. Auch abseits von Corona.
Müllvermeidung im Alltag Wie loser Tee Müll spart und besser schmeckt.
Meine Nachbarin hat mir den Rasen gemäht – was für ein Glück. Für mehr Nachbarschaft im Leben – gerade jetzt.
Eine Initiative der Aktion Demenz, die den Wert des Aufeinanderschauens sichtbar macht. Pflegende Angehörige stehen dauerhaft vor neuen Herausforderungen – nicht alle bitten gerne um Unterstützung. Bezahlte Anzeige
Wir in Vorarlberg sind eins: solidarisch. Mit vereinten Kräften helfen wir Menschen, die von der Corona Krise betroffen sind. In der heimischen Wirtschaft, in der Kunst und Kultur, in der häuslichen Pflege, in der Familie.
Bezahlte Anzeige
Land und Bund unterstützen mit verschiedenen Maßnahmenpaketen jene, die sich in Notsituationen befinden. Kurzarbeit, Härtefonds, Stundungen, finanzielle Unterstützungen und andere Hilfestellungen stehen ArbeitnehmerInnen, Unternehmen, Familien, Vereinen und anderen Einrichtungen zur Verfügung. www.vorarlberg.at/corona
Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg
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Für weitere Good News besuchen Sie unseren Blog: blog.aktion-demenz.at www.aktion-demenz.at
#50 | Mai-Juni 2020
Editorial
Inhalt
Liebe Leserin, lieber Leser, 4-5 Bild des Monats 6-7 Leere Versprechungen oder mutige Schritte 50 marie-Ausgaben sind ein wahrer Grund zur Freude. Als Das Bedingungslose Grundeinkommen als einzige Chance soziales Medienprojekt, als Zuverdienst-, Anerkennungs8 Fahrrad oder Auto? und Integrationsmöglichkeit für Menschen, die am Rand Warum ein Vergleich mit Kartoffeln Sinn macht unserer Gesellschaft stehen, wissen wir, was jede einzelne 10-11 Die Geburtsstunde der marie Ausgabe für eben diese Menschen, die sich nach einem Platz Gernot Hämmerle erzählt wie alles begann in unserer Mitte sehnen, bedeutet. Auch wissen wir, dass 12-13 „Das wäre für mich der Horror” wir von vielen LeserInnen für unser Bemühen um qualita Ein Doppelinterview zum 50er tiven Journalismus geschätzt werden. 50 marie-Ausgaben sind außerdem ein guter Anlass, Ihnen für den Kauf unserer 14-15 Von der Pfeife bis Hirnschmalz Straßenzeitung zu danken, so wie auch allen Menschen, die Erinnerungen an Geschichten aus 50 marie-Augaben immer wieder aufs Neue dazu beitragen, die marie entstehen 16-17 Endlich schon 50 zu lassen. An dieser Stelle möchten wir uns auch herzlich Autor Hans Platzgumer über die Gelassenheit im Alter bei all unseren Vertriebspartnern bedanken, die unseren 18 Rezept aus Dans Probelokal marie-VerkäuferInnen gestatten, vor Ihren Läden zu ste Grießflammeri mit süß-saurer Erdbeersauce hen. Anlässlich unseres Jubiläums haben wir nicht nur die 20-21 „Mein Akku ist leer“ „Geburtsstunde“ der marie erstmals schriftlich niedergelegt Sebastian leidet am Chronischen Erschöpfungssyndrom (Seiten 10/11) und besonders berührende Geschichten Re22 Die Rückeroberung der Straße vue passieren lassen (Seiten 14/15), sondern uns auch der Zahl 50 als Lebensmitte gewidmet (ein Doppelinterview Eine literarische Momentaufnahme von Christina Vaccaro 24-25 Gell, da schauen Sie! zum 50er auf den Seiten 12/13 und ein literarischer Beitrag von Hans Platzgumer auf den Seiten 16/17). Das Frauenmuseum Hittisau feiert seinen 20. Geburtstag Abseits unseres Jubiläumsteils widmet sich Daniela Eg26 Denk mit, mach mit! ger dem Bedingungslosen Grundeinkommen. Warum geraGitte Nenning erklärt, weshalb Umwege sinnvoll sein können de diese Zeit eine Chance dafür ist, lesen Sie auf den Seiten 26 Impressum 6/7. Ein anderes Jubiläum wird im Bregenzerwald gefeiert. Das Frauenmuseum Hittisau wird heuer 20 Jahre alt. Über 27 Schachecke Feminismus als menschliche (nicht nur weibliche) Zukunft 28-29 Corona macht erfinderisch ohne Rollenzwänge und vieles mehr lesen Sie auf den Sei Wie Videotelefonie in Altenheimen einsamen Menschen hilft ten 24/25. Zuletzt schickt uns Kenneth – jener geschätzte 32-33 „Heroin hat meinen Charakter verändert” marie-Verkäufer, der vier Jahre vor dem Hofer in Koblach Interview mit Christian über seine Drogensucht gearbeitet hat und wieder zurück nach Nigeria musste – aus 34-35 Aufs Essen nicht vergessen Afrika ein großes Dankeschön an alle, die ihn während sei Der Rankweiler Künstler Roland Adlassnigg im Porträt ner Zeit in Österreich unterstützt haben (Seite 36). 36 „Sage allen Danke” Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre unserer So hat sich das Leben von Kenneth und Elsbeth verändert Jubiläums-Ausgabe! 37 Sudoku 38-39 Lockdown mit Salsa Herzlich, Sara Sieber und ihre Corona-Zeit in Mexiko Christina Vaccaro, Redakteurin 40 Waste‘s End Was wir aus der Corona-Pandemie lernen können 40 Rechenrätsel 42-43 Rolle rückwärts? Über die Lage der Frauen in Corona-Zeiten 44-45 Zurück zur Natur Die Redaktion hat erstmals eine Website erstellt. Gerhard Thoma über die Liebe zu Pflanzen Die Vorarlberger Straßenzeitung gibt es nun auch 46-47 Online-Veranstaltungskalender auf www.marie-strassenzeitung.at 47 Rätsellösungen Sie haben Anregungen, Wünsche oder Beschwerden? Dann schreiben Sie uns doch einfach: redaktion@marie-strassenzeitung.at, Postanschrift: marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, marie ist Mitglied Am Kehlerpark 5, Top 34, 6850 Dornbirn. Telefon: im Weltverband 0677 61538640. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften! der Straßenzeitungen.
marie hat jetzt Website
www.insp.ngo
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Bild des Monats
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Eine zufällige Bekanntschaft Foto: Robert Thoma
Ein älterer Mann sitzt auf einer Bank und streichelt liebevoll einen Hahn. Diese außergewöhnliche Szenerie zierte den Titel der ersten Ausgabe der marie im Dezember 2015. Der Fotograf und Mitbegründer der marie, Robert Thoma, erinnert sich: „Ich stand auf dem Balkon und sah den Mann, wie er das Tier streichelte. Ich bin dann runtergegangen und habe ihn gefragt, wie er denn heiße: ‚Ich bin der Walter, wohne im Bonettihaus und das ist meine Freundin Elke‘, antwortete er. Ich habe ihn dann gefragt, ob ich von ihm und Elke für unsere Straßenzeitung ein Foto machen dürfe. Und er hat spontan ja gesagt.“ Robert zückte also sein Handy und schoss das Titelbild. Ein echter Glückstreffer.
#50 | Mai-Juni 2020
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Mittendrin in V
Leere Versprechungen oder mutige Schritte Es kommt nicht oft vor, dass sich grundlegende Fragen dermaßen aufdrängen wie jetzt. Wie ein Vergrößerungsglas haben die letzten Monate Dinge sichtbar gemacht, die einer Reflektion bedürfen. Ob wir dafür die richtigen Leute in den Regierungen Europas haben, ist zu bezweifeln, aber vielleicht braucht es die am Ende gar nicht mehr.
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Text: Daniela Egger, Fotos: privat, Shutterstock
W
ir lassen niemanden zurück“, hieß es zu Beginn der Bestimmungen aufgrund der Pandemie, vollmundige Versprechungen, die beruhigend wirken sollten. Zurückgelassen wurden sehr rasch eine ganze Menge Menschen, aber das ist ein anderes Thema. Auch aus dem Versprechen der unkomplizierten Direkthilfe wurde schnell ein bürokratisches Ungetüm namens Härtefallfonds Phase 2, inzwischen Version 2. Die Ausformulierung entspricht ganz der üblichen Angst vor Sozialmissbrauch, eine Haltung, die den Menschen als grundsätzlich verdächtig sieht. Wer in Österreich Mindestsicherung bezieht, etwa auch Alleinerzieher*innen, ist vom Familienhärtefallfonds ausgeschlossen, das trifft
80.000 der ärmsten Kinder – diese Logik ist nicht nachvollziehbar, denn jeder investierte Euro, der dafür sorgt, dass Familien sich über Wasser halten können, macht sich im Gesamtbudget der öffentlichen Hand siebenfach bezahlt. Kinderarmut in einem Land wie Österreich ist nichts anderes als peinlich. Es mag allerdings sein, dass eine derart desolate wirtschaftliche Situation am Ende gar keine andere Antwort mehr zulässt als ein flächendeckendes bedingungsloses Grundeinkommen – einfach weil ab einem bestimmten Ausmaß der Zerstörung das alte System längst vernichtet ist, während unsere sinnlosen Rettungsversuche nach den alten Mustern ins Leere laufen.
Selbst der Papst
Schon jetzt sind aus ganz Europa, auch
aus konservativen Kreisen, leise Stimmen zu hören, die vorsichtig umschreibende Begriffe in den Mund nehmen. Selbst der Papst fordert öffentlich dazu auf, über ein universales Grundeinkommen nachzudenken (ORF am 12. April). Der Begriff bedingungsloses Grundeinkommen scheint verbrannt zu sein, Regierungsmitglieder geben sich große Mühen, es umzubenennen, aber das ändert nichts an der neuerdings offenkundigen Attraktivität der Idee. In Schottland, Italien, England und Spanien liest man von ähnlichen Impulsen zur Stabilisierung der Wirtschaft und des sozialen Friedens. Sie alle tragen zwar unterschiedliche Namen und sind noch weit entfernt von einer Umsetzung, sie haben aber eins gemeinsam: Die Erkenntnis, dass eine Grundsicherung notwendig ist, ohne
#50 | Mai-Juni 2020
„Die dramatische Krise des Arbeitsmarktes zeigt uns deutlich, dass es notwendig ist, neue Wege in Politik und Wirtschaft zu beschreiten. Jetzt haben wir die Möglichkeit, auch andere Szenarien anzudenken, über Lösungswege wie ein Bedingungsloses Grundeinkommen, eine neue Form der Vermögens- oder Finanztransaktionsbesteuerung öffentlich und mit einem weiteren Horizont nachzudenken. Und wir sehen heute deutlich, wie wichtig ein starker Sozialstaat für unser Leben ist.“ Magdalena Holztrattner, ksoe-Direktorin und Armutsforscherin Textauszug aus dem Offenen Brief an die Bundesregierung
verpflichtende Jobinterviews (wie viele Jobs es dann noch geben wird ist unklar), ohne stundenlanges Anstehen in Ämtern (nicht ausreichend sicher in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr) und ohne die Idee der Rückzahlung.
Zahnlose Versuche
Was sie leider auch alle gemeinsam haben ist der fehlende Mut, es richtig anzugehen, so wie es auch in dem viel zitierten finnischen Experiment der Fall war. Ein Betrag von 500 Euro (das stand 2000 finnischen Langzeitarbeitslosen bedingungslos zur Verfügung) reicht in keinem der genannten Länder zur Grundsicherung, daher verdient eine solche Förderung eigentlich keine Erwähnung im Kontext des BGE. Ein BGE entfaltet erst dann seine positive Wirkung, wenn es alle erhalten und die Lebenserhaltungskosten gedeckt werden können. Menschen, deren Grundkosten gedeckt sind, geben auch wieder Geld aus, was die kleinen Unternehmen und wirtschaftlichen Kreisläufe des Landes stärkt. Das dürfte in den nächsten Monaten und Jahren ein weltweites Thema werden.
Die Trennung von Arbeit und Einkommen
Auch in Österreich engagieren sich derzeit mehrere Initiativen für das Thema Grundeinkommen, seit vielen Jahren vertritt beispielsweise die Katholische Sozialakademie Österreichs den christlichen Grundgedanken der bedingungslosen Grundsicherung, und fordert in einem offiziellen Schreiben von der Bundesregierung, genau jetzt neue Wege zu gehen. Dass Arbeit und Einkommen zusammenhängen, ist in unserem Denken tief verankert, entspricht aber keineswegs unserer Realität. Würden die beiden Dinge zusammenhängen, wäre es kaum möglich, solch immense Vermögen anzu-
häufen wie es die 0,11 Prozent der Weltbevölkerung getan haben, die 81 Prozent des Gesamtvermögens unter sich aufteilen. Übersetzt heißt das, 62 Superreiche besitzen 26 Milliarden pro Kopf. Das hat mit Arbeit ebenso wenig zu tun wie die selbstverständliche Bereitschaft, Kinder, Alte und die Armen einer Gesellschaft zu versorgen. Dazwischen gibt es eine Alters- und Einkommensschicht, für die der Zusammenhang von Arbeit und Einkommen als unabdingbar gelten soll. Warum?
Wirklich niemanden zurücklassen
Ein BGE würde wahrmachen, was zu Beginn der Krise vollmundig versprochen wurde: Es würde niemanden zurücklassen. Diese Maßnahme reicht weit in den privaten Bereich hinein, so gäbe es beispielsweise keine finanziellen Gründe mehr, in einer ungesunden Beziehung auszuharren – was angesichts der dokumentierten Gewalt an Frauen und Kindern unter Umständen lebensrettend sein kann. Ebenso wenig müsste man in einer belastenden Arbeitssituation bleiben, mit der man die eigene Gesundheit aufs Spiel setzt – was ebenfalls lebensrettend sein kann. Üblicherweise dürfen die Steuerzahler*innen für Krisen aufkommen, um Unternehmen zu retten, die gleichzeitig Dividenden ausschütten, Leute entlassen und ihren Hauptsitz auf die steuerschonenden Cayman-Islands verschieben. Schon jetzt ist klar, dass es keine Besteuerung der wirklich Wohlhabenden Österreichs geben wird. Arbeit zu besteuern ist eine absurde Einrichtung, die wir nicht infrage stellen, weil es immer schon so war – jetzt ist es aber an der Zeit, diese und andere Fragen neu zu stellen. Die viel bemühte Mittelschicht wird es so nicht mehr geben, wenn die Dimension der Finanzlast spürbar wird. Dass am Ende wieder die arbeitenden Menschen
in Österreich die Rechnung bezahlen ist aus heutiger Sicht eine Utopie – gemeinsame europäische Lösungen und Großzügigkeit im Denken sind gefragt. Das ist schon deshalb notwendig, um eine Identifikation mit Europa sicherzustellen, nach der Zeit nationaler Alleingänge und geschlossener Grenzen. Ein solidarisches, bedingungsloses Grundeinkommen für Europa (besser wäre weltweit) ist eine kluge Antwort auf brennende Fragen unserer Zeit.
Volksbegehren in Österreich
Bis maximal Ende 2021 können alle Wahlberechtigten auf jedem Gemeindeamt in Österreich mit Lichtbildausweis oder online weltweit mit Handysignatur folgende Forderung unterstützen: Wir fordern den Gesetzgeber auf, durch bundesverfassungsgesetzliche Regelungen, ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) einzuführen. Dieses soll jeder Person mit Hauptwohnsitz in Österreich ein menschenwürdiges Dasein und echte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Höhe, Finanzierung und Umsetzung sollen nach einem Prozess, an dem die Zivilgesellschaft maßgeblich beteiligt ist, gesetzlich verankert werden. Der Verein Generation Grundeinkommen bietet umfassende, auf Österreich bezogene Informationen unter www.fuereinander.jetzt Ein Netzwerk aus 25 europäischen Ländern fordert das BGE für Europa, auch hier gibt es derzeit eine Petition zu unterzeichnen. Mehr dazu unter www.ubie.org
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Mittendrin in V
Eckart Drössler
Bereichsleiter für „Bürgerservice & Information“ im Energieinstitut Vorarlberg und externer Lehrbeauftragter der FH Vorarlberg.
MIT WELCHEM SCHLÜSSEL … 8|
. . . starten wir heute in den Tag? Soll es der Autoschlüssel sein – oder der Fahrradschlüssel? Eine kleine, tägliche Frage – mit welchen Auswirkungen? Rechnen wir einmal nach. Nehmen wir an, es wäre eine Strecke von zwölf Kilometern zu fahren. Morgens hin, abends zurück, vielleicht ist das der Weg zum Arbeitsplatz. Mit dem Auto braucht man im Frühverkehr vielleicht 18 Minuten für diese Strecke, das entspräche einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde. Und nehmen wir an, dass das Auto sechs Liter Treibstoff braucht auf 100 Kilometer, dann wären das für diese Strecke 0,72 Liter oder 7,2 Kilowattstunden. Mit dem Fahrrad ist man länger unterwegs, ein geübter Radfahrer schafft etwa 20 Kilometer pro Stunde in der Ebene, fährt also halb so schnell wie das Auto und braucht daher doppelt so lange, 36 Minuten. Der Energieverbrauch? Auch den kann man rechnerisch abschätzen. Auf einem Ergometer mit Leistungsanzeige kann man die eigene Strampelleistung messen. Über längere Zeit, eine halbe Stunde oder länger, erreichen die meisten Menschen eine Dauerleistung von 100 Watt, auch darüber. Rechnen wir mit 100 Watt. Der Wirkungsgrad des Menschen ist nicht besser als der eines Verbrennungsmotors, eher etwas gerin-
ger anzunehmen. Rund 25 Prozent der Energie, die wir über unsere Nahrung aufnehmen, können wir in Muskelkraft umwandeln. Bei 100 Watt Muskelleistung haben wir also einen Energiebedarf von 400 Watt. Strampeln wir also 36 Minuten mit dieser Leistung brauchen wir Energie für 240 Wattstunden. In diesem ersten Vergleich zeigt sich: Mit dem Auto brauchen wir dreißig Mal so viel Energie wie mit dem Fahrrad. Kein Wunder, wir schleppen ja auch
hundert Mal so viel Gewicht mit. Um einen Nährwert von 240 Wattstunden aufzunehmen, müssen wir essen. Rechnen wir mit Kartoffeln: Hundert Gramm gegarte Kartoffeln enthalten 70 kcal oder 294 Kilojoule. Diese Information sollte auf jedem Sack Kartoffeln zu finden sein. Diese lassen sich in Wattsekunden, dann in Wattstunden
umrechnen: um eine Energieaufnahme von 240 Wattstunden zu erreichen müssen wir 300 Gramm Kartoffeln essen. Das erscheint im ersten Augenblick viel, man muss bedenken, dass diese Menge hier fettfrei gerechnet wurde. Sobald etwas Butter oder Käse mitgegessen wird oder die Kartoffeln frittiert sind, sieht die Rechnung schon anders aus. Das Auto bräuchte also nicht 300 Gramm Kartoffel, sondern den Energieinhalt von neun Kilogramm Kartoffeln. Man kann mit Kartoffeln aber nicht Autofahren, man kann Kartoffeln aber zu Bio-Ethanol (mit etwa halb so viel Energieinhalt wie Diesel) verarbeiten, dies aber nicht mit 100 Prozent Energiegewinnung. Für die Herstellung von einem Liter Bio-Ethanol aus Kartoffeln braucht man zwölf Kilo, für die Energiemenge, die ein Liter Diesel enthält, braucht es 24 Kilo. Wären dann – für den Weg zur Arbeit und retour – 1,4 Liter Diesel – schon 33 Kilo Kartoffeln täglich. Damit eröffnet sich ein Einblick in den Konflikt um Anbauflächen für Lebensmittel und Energiepflanzen. Energiepflanzen lassen die Anbauflächen, die wir für Lebensmittel haben, schnell sehr klein aussehen. Warum solche Zahlenspiele? Sie sollen uns helfen, morgens den richtigen Schlüssel zu finden. Nebenbei werden nämlich auch noch Zeit und Kosten für das Fitnesscenter gespart.
#50 | Mai-Juni 2020
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Extra
Die Geburt der Straßenzeitung Die marie ist in Vorarlberg selbstverständlich geworden und aus dem Straßenbild und der Medienlandschaft Vorarlbergs nicht mehr wegzudenken. Doch wieso gibt es die marie überhaupt? Wer hat sie aus welchen Gründen ins Leben gerufen? Gernot Hämmerle hat die Erinnerungen der marie-Gründer zusammengetragen und niedergeschrieben.
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Text: Gernot Hämmerle, Foto: privat
E
s beginnt mit einer zufälligen, flüchtigen Begegnung zwischen Patrick Fürnschuß und Robert Thoma im Mai 2015. Die beiden kennen sich aus ihrer Zeit als Journalisten bei der Kronen Zeitung. Sie unterhalten sich unter anderem darüber, dass die Medienlandschaft in Vorarlberg ausbaufähig wäre. Um diese Thematik zu vertiefen, vereinbaren sie einen Termin. Patrick lädt dazu auch seinen medienaffinen Freund Gernot Hämmerle ein, der seit Jahren beim ORF arbeitet.
Die geistige Geburt der marie
Patrick, Robert und Gernot treffen sich schließlich am Vormittag des 16. Juni im Restaurant Moritz in Hohenems. Robert Thoma ist in der Medienbranche kein Unbekannter. Er war unter anderem langjähriger Chefredakteur und Herausgeber der NEUE Vorarlberger Tageszeitung. Patrick ist Kommunikations- und Marketing-Experte und hat seit seiner Zeit im Führungsteam der Lebenshilfe zudem gute Verbindungen in die Soziallandschaft Vorarlbergs. Beim Gespräch zwischen den dreien werden Ideen geboren und wieder verworfen. Bis Robert die Idee, eine Straßenzeitung für Vorarlberg zu gründen, ins Spiel bringt. Pläne dafür hat er bereits in der Schublade. Auch Patrick hatte schon einmal überlegt – als Projekt im Rahmen seiner Agentur „gutwärts“ – eine Straßenzeitung zu gründen. Der Rest des Tages gehört dem Thema Straßenzeitung. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt weder Form noch Name für
die Straßenzeitung feststehen: Im Geiste haben Robert, Patrick und Gernot die Straßenzeitung „marie“ an diesem Tag, dem 16. Juni 2015, zur Welt gebracht!
Medien- und Sozialprojekt
Es folgen weitere Treffen zwischen Patrick, Robert und Gernot. Thema jeweils: Die konkrete Umsetzung der Idee einer Straßenzeitung für Vorarlberg. Es gilt viele Fragen zu klären: In welcher Form soll die Straßenzeitung organisiert sein? Als Teil einer großen Sozialorganisation des Landes? Als eigenständiges, unabhängiges Projekt? Wer soll die Zeitung verkaufen? Etc. etc. Robert reist quer durch Österreich und schaut sich Straßenzeitungs-Redaktionen in Wien („Augustin“), Salzburg („Apropos“) und Innbruck („20er“) an. Er erhält dort dankenswerterweise Einblick in die Arbeitsweise und sogar die Finanzen dieser Straßenzeitungen. Schnell wird klar, dass eine Straßenzeitung nicht nur ein Medien-, sondern gleichzeitig auch ein Sozialprojekt sein muss. Ein Projekt, das, bis es auf eigenen Füßen steht, durch ehrenamtliche Arbeit aufgebaut werden muss. Danach soll sich das Projekt selbst finanzieren und die Kosten für Redaktion, Druck etc. durch den Verkaufserlös und Werbung finanziert werden.
Schnelle Umsetzung noch im Jahr 2015
Vor allem Robert drängt darauf, die Zeitung noch vor Jahresende, also im Dezember 2015, herauszubringen. Was, gelinde gesagt, sehr ambitioniert ist. Patrick kann sich als Selbständiger
#50 | Mai-Juni 2020
Männer und Frauen der ersten Stunde der marie – am 8. Dezember 2015 (von links): Patrick Fürnschuß (marie-Gründer), Frank Andres (marieRedaktion), Edith Böhler (Kapaln Bonetti), Gernot Hämmerle (marieGründer), Elisabeth Willi (marie-Redaktion), Robert Thoma (marie-Gründer), Gerhard Hofer (marieGründer) und Mario Lorenz (Werbeagentur die3).
(Agentur „gutwärts“) einen Teil seiner Arbeitszeit für das Straßenzeitungs-Projekt freischaufeln. In den folgenden Wochen und Monaten nimmt die Straßenzeitung Form an. Nach und nach finden sich Redakteure, die für die marie als fix Angestellte (Elisabeth Willi und Frank Andres) oder freie Mitarbeiter (u.a. Daniela Egger, Simone Fürnschuß-Hofer, Gernot Hämmerle, Gerhard Thoma, …) schreiben wollen. Elisabeth Willi und Frank Andres werden – als angehende marie-Redakteure – vermehrt in die Planungen miteinbezogen. Gerhard Hofer, Betreiber der Kommunikations-Agentur Spiritworks in Lustenau, erfährt von dem Straßenzeitungs-Projekt und bietet sogleich seine Mithilfe beim weiteren Aufbau des Projekts an. Schließlich gründen Robert Thoma, Patrick Fürnschuß, Gernot Hämmerle und Gerhard Hofer den gemeinnützigen „Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg“. Sie bilden gleichzeitig auch den Vereinsvorstand. Robert stellt sich als Vereinsobmann zur Verfügung. Das finanzielle Risiko tragen sie gemeinsam. Jeder zahlt als Leihgabe 5000 Euro auf das Konto der Straßenzeitung ein, ohne zu wissen, ob sie das Geld jemals wiedersehen. Gernot reduziert beim ORF seine Anstellung von 100 auf 80 Prozent, um mehr Zeit für die Straßenzeitung aufbringen zu können. Der damalige Leiter des Bonettihauses, Peter Mayerhofer, stellt das Bonettihaus als Hauptausgabestelle der Straßenzeitung an die Verkäufer zur Verfügung. Als externe Beiräte für die Zeitung, die nach zahlreichen Debatten den Namen „marie“ bekommt, fungieren Peter Mayerhofer (Bonetti-Haus), Markus Hämmerle (dowas),
Heidi Lorenzi (IfS), Claudio Tedeschi (Caritas). Mario Lorenz von der Werbeagentur die3 gestaltete das Layout.
Verkaufsstart ohne Verkäufer
Als Erscheinungsdatum der 1. Ausgabe wird Dienstag, der 8. Dezember 2015, festgelegt (weil sich der ursprüngliche Termin, der 1. Dezember, nicht mehr ausgegangen ist). Die Auflage: 10.000 Stück. Erscheinung monatlich. Der Plan, vor allem Obdachlose mit dem Verkauf der Zeitung zu betrauen, die dafür die Hälfte des Verkaufspreises behalten dürfen, erweist sich als nicht praktikabel. Am ersten geplanten Verkaufstag hat die marie keinen einzigen Verkäufer! Gernot fährt quer durchs Land und bringt Straßenzeitungen in diverse Weltläden, damit dort die „marie“ verkauft wird. Robert hat die zündende Idee, zum Hofer-Markt nach Bludesch zu fahren. Dort verkauft ein Afrikaner die Tiroler Straßenzeitung, den „20er“. Robert überredet ihn, auch die „marie“ zu verkaufen. Im Nu verkauft er alle marie-Exemplare, die er bekommen hat. Und kommt daraufhin mit einigen Freunden, ebenfalls Geflüchtete aus Afrika, zurück, um weitere marie-Exemplare zu holen. Schnell spricht sich in der Szene herum, dass als marie-Verkäufer ein gutes Zubrot zu verdienen ist. Noch in derselben Woche wird die Ausgabestelle, das Kaplan-Bonetti-Haus in Dorbirn, von verkaufswilligen Flüchtlingen und Roma geradezu überrannt. Noch vor Weihnachten sind alle 10.000 Exemplare verkauft! Die marie ist nicht nur geboren, sondern gehört innert kürzester Zeit zum Straßenbild und zur Medienlandschaft in Vorarlberg.
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Extra
„DAS WÄRE FÜR MICH DER HORROR“ Stephan Wölfling und Rachel Robin-Bowman feierten kürzlich ihren 50. Geburtstag. Für viele ein Zeitpunkt zurück bzw. nach vor zu blicken. Die marie sprach mit den beiden ziemlich besten Freunden aus Dornbirn über rauschende Feste, erfüllte Träume und fragte sie, ob sie noch einmal gerne 20 wären.
Interview und Fotos: Frank Andres
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Wie berauschend war das 50er-Geburtstagsfest? Rachel Robin-Bowman: (lacht). Es war eine Videokonferenz via Zoom. Das war mitten in der Corona-Krise. Ich durfte meinen Geburtstag also gar nicht richtig feiern. Wird die Feier nachgeholt? Rachel: Sicher. Das hängt davon ab, wann wir uns wiedersehen können. Ich würde schon gerne nachfeiern. Ich habe das Gefühl, dass der 50. Geburtstag etwas Besonderes ist. Und wie war die Geburtstagsfeier bei dir, Stephan? Stephan Wölfling: Bei mir war Corona noch kein Thema. Ich wollte anfangs aber gar nicht feiern. Stattdessen hatte ich eine Reise geplant. Es hat sich dann doch anders ergeben. Gefeiert wurde schließlich zuhause. Und das intensiver als ich geplant hatte. Die letzten Gäste haben morgens um 6 Uhr das Fest verlassen. Der 50er ist meist auch eine gute Gelegenheit, um zurückzublicken. Welche Träume haben sich erfüllt? Rachel: Seit ich klein war wollte ich Mutter werden. Das habe ich erreicht. Und ich wollte immer schon ein eigenes Tanzstudio. Das habe ich jetzt seit zweieinhalb Jahren. Stephan: Ich hatte viele Träume. Ich wollte durch die Welt reisen. Das habe ich gemacht. Es sind noch viele Träume offen. Wenn meine Söhne alt genug sind, möchte ich nach Südamerika und Fernwanderwege und Trekkingtouren erleben. Was aber hat sich nicht erfüllt? Stephan: Ich wollte mich immer als Erlebnispädagoge selbstständig machen. Das hat sich aber nie ergeben. Rachel: Ursprünglich habe ich Operngesang studiert und wollte eine große Operndiva werden. Das habe ich nicht geschafft. Heute bin ich froh darüber. Wärt Ihr gerne noch einmal 20? Rachel: Nein, auf keinen Fall. Das wäre Stephan Wölfling, geboren am 16. November 1969, Psychiatrischer Krankenpfleger, verheiratet, zwei Söhne.
für mich der Horror. Bis zu meinem 20. Geburtstag war ich noch ein Kind. Und rückblickend betrachtet war es keine schöne Zeit. Erst als ich mit 30 Jahren nach Deutschland gegangen bin (Anm.: Rachel stammt ursprünglich aus den USA), hatte ich wirklich das Gefühl, erwachsen zu sein. Stephan: Bei mir war das ganz anders. Mit 20 habe ich meine spannendste Zeit erlebt. Ich bin nach Indien und Südamerika gereist und habe sehr intensiv gelebt. Allerdings möchte ich nicht mehr zurück. Wie ich jetzt lebe, bin ich zufrieden. Die Kinder sind aus dem gröbsten draußen und man hat wieder mehr Freiheiten. Wie steht Ihr zum Satz „Früher war alles besser“? Rachel: Ich kann damit wenig anfangen. Es gab in meinem Leben Zeiten, wo es einmal besser oder schlechter lief. Es nützt mir nichts, ständig zurückzublicken. Ich lebe jetzt. Stephan: Früher war alles anders, aber nicht besser. Meine Jugend ist mit heute nicht vergleichbar. Handy und Internet gab es früher schlichtweg nicht. Dadurch hatten wir vielleicht weniger Stress. Wir waren naturnaher. Die Gesellschaft hat sich verändert. Es ist, wie es ist. Was bedeutet für Euch Luxus? Rachel: Zeit alleine in der Natur zu verbringen, mich mit mir selbst zu beschäftigen, ist für mich heute Luxus. Es gibt Momente, die ich erst jetzt wieder beginne zu entdecken. Stephan: Früher war es Luxus, ein neues Auto zu haben. Inzwischen ist es ein Luxus, Zeit und Ruhe zu haben. Heute bin ich viel in der Natur, auch alleine. Luxus ist es auch, in einem Land zu leben, wo Frieden herrscht. Einen Job zu haben, der einem Spaß macht, und eine tolle Familie zu haben. Je älter ich werde, umso mehr schätze ich diese Dinge. Macht Alter weise? Rachel: Ja. Das heißt aber nicht, dass
„Ich würde nicht von mir behaupten, dass ich weise bin.“
#50 | Mai-Juni 2020
Rachel Robin-Bowman, geboren am 26. März 1970, Flameco-Tänzerin/Lehrerin, verheiratet, zwei Söhne.
man als Kind nicht auch weise sein kann. Aber man erkennt Dinge und Zusammenhänge oft erst, wenn man älter ist. Stephan: (lacht) Ich würde nicht von mir behaupten, dass ich weise bin. Ist es vielleicht mehr Altersgelassenheit? Stephan: Das trifft es eher. Ich bin innerlich ruhender, nachdenklicher. Erfahrungen, die man in seinem Leben gemacht hat, helfen einem schon weiter. Rachel: Mit dem Begriff „Gelassenheit“ tue ich mir schwer. Das ist für mich gleichbedeutend wie „weniger aktiv sein“. Und ich bin derzeit das komplette Gegenteil. Ich bin energetisch aufgeladen. Wie schwer fällt das Älterwerden? Rachel: Das ist für mich momentan kein Thema. Ich habe derzeit das Gefühl, eine zweite Blüte zu erfahren. Ich fühle mich nicht alt. Im Gegenteil. Erlebnisse und Gedanken, die ich mit zwölf Jahren hatte, kommen immer wieder. Ich kann heute über Sachen, die ich als Kind erlebt habe, noch genau so herzhaft lachen. Stephan: Das Alter spüre ich natürlich. Die Bandscheiben machen mir zu schaffen. Der Meniskus ist etwas beleidigt. Manchmal stelle ich mir auch die Frage: „Wie lange lebe ich noch?“ Man versucht aber die Gedanken über die eigene Endlichkeit zu verdrängen und sich einzureden, dass man eigentlich topfit ist. Aber ich muss zugeben, dass ich dem Ende näher als dem Anfang bin. Rachel: Ich habe keine Angst vor dem Tod. Für mich geht es auch danach weiter. Ich bin kein gläubiger, aber ein sehr spiritueller Mensch. Ich bin überzeugt, dass alles, was da ist, auch da bleibt. Ich freue mich schon, ein Teil dieser Erde oder eines Baumes zu werden. Der Tod ist für mich kein Ende, sondern ein Übergang.
„Es nützt mir nichts, ständig zurückzublicken. Ich lebe im Jetzt.“ Es gibt ein altes Sprichwort, das Martin Luther zugeschrieben wird. Das lautet: „Ein Mann sollte in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen“. Was davon hast Du geschafft? Stephan: Einen Baum habe ich gepflanzt, Söhne habe ich auch gezeugt. Nur statt eines Hauses habe ich eine Wohnung gekauft. Aber das ist für mich ausreichend. Damit habe ich meinen Auftrag erfüllt. Welche Dinge – die auch immateriell sein können – sollte eine Frau in ihrem Leben erreicht haben? Rachel: Frauen sollen sich und ihren Körper lieben lernen. Sie sollen sich für Gerechtigkeit und Gleichstellung von Mann und Frau einsetzen. Gehört das Muttersein nicht auch dazu? Rachel: Nein. Ich finde es wichtig, dass eine Frau die Mutterrolle einnehmen darf. Wenn sie das aber nicht will, ist das ihre eigene, freie Entscheidung. Mit 50 Jahren hat der Mensch noch nicht ausgeträumt. Was sind Eure Zukunftspläne? Rachel: Ich arbeite mit Bewegung und Tanz intensiv an meiner Selbstakzeptanz, an meiner Selbstliebe. Und ich möchte, dass auch andere Frauen das erleben können. Am Ende meines Lebens möchte ich sagen können: „Das habe ich geschafft.“ Stephan: Ich möchte, dass es meiner Familie gut geht, dass meine Söhne ihren Weg finden. Bist Du so selbstlos? Stephan: Das ist die Basis. Wenn ich weiß, dass meine Söhne gut versorgt sind, dann will ich mit meiner Frau im Wohnmobil auf Reisen gehen.
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Extra
Von der Pfeife bis zum Hirnschmalz
#20 / September 2017
2,60 Euro
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Wertvolle Fracht
Sarah und Johan sind Händler der besonderen Art: Sie sammeln in Vorarlberg gebrauchte Fahrräder und verfrachten sie nach Afrika. und Dort werden die Drahtesel an Kinder besser Leute abgegeben, die damit ihr Leben meistern können. Die frisch gebackenen der Eltern suchen jetzt Freiwillige, die bei Organisation helfen. Seiten 6/7
Foto: Petra Rainer
„Als Frau Lehrerin noch ein lediges Fräulein sein musste“ von Gerhard Thoma 14 |
Haben Sie gewusst, dass es bis 1949 Lehrerinnen in Vorarlberg per Gesetz verboten war, zu heiraten? Wenn sie den Bund der Ehe aber trotzdem eingingen, gekündigt wurden und ihre Pensionsansprüche verloren? Ehrlich gesagt: Ich hatte keinen blassen Schimmer. Der Text von Gerhard Thoma hat mich erstaunt, verwundert, berührt, schockiert, ungläubig staunen lassen, aber auch amüsiert. So stelle ich mir lebendigen Geschichtsunterricht vor. Unter anderem zitiert Gerhard Thoma auch den Schulabteilungsvorstand Bernhard aus einem Sitzungsprotokoll des Landesschulrates Mitte/Ende der 40er Jahre: „Mit der Verheiratung tritt die Lehrerin in einen neuen Beruf als Hausfrau und in der Folge als Mutter ein. Sie ist durch die Ehe dem Willen des Mannes unterstellt. Der Beruf der Mutter schließt den der Lehrerin aus.“ Da fehlen einem die Worte. Aber glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei. (Frank Andres)
marie 21/ Oktober 2017
„Vom Suchen und Finden“ von Simone Fürnschuß-Hofer
Eigentlich geht es um die Frau von Franz-Joseph, um Judit Marte-Huainigg, die im Interview mit Simone Fürnschuß-Hofer über ihr Leben spricht, als „Soziale“, als Engagierte, als Mutter und als Ehefrau eines Mannes, der vom Hals abwärts gelähmt ist. Es berührt, wie eine Frau einen Mann im Rollstuhl heiratet,
weil die Liebe stärker ist als der Verstand. Noch mehr berührt jener Textausschnitt aus der letzten Rede von Franz-Joseph Huainigg, der mit „Gott und die Welt“ betitelt ist. Darin wird einem Kind die Kraft der Beine genommen, um ihm die Langsamkeit zu schenken; einem Jugendlichen wird die Kraft der Arme genommen, um ihm dafür Witz und Ironie zu geben. Der junge Mann wurde Kabarettist. Ihm wurde die Bewegungskraft genommen, damit er mehr bewegte. Er wurde Politiker. Da versagte ihm die Lungenkraft – ohne Maschine wäre er verloren –, um ihm dafür einen langen Atem zu schenken und für die Würde des Lebens zu kämpfen. (Christina Vaccaro)
marie 23/ Dezember 2017
„Humor ist die kürzeste Distanz zwischen zwei Menschen“ von Annette Raschner
„Wenn ich von dieser Welt abtrete, wird mein Wesen ins große Wir übergehen“, sagte Christian Hörl sinngemäß im Dezember 2019. Zwei Jahre zuvor, in der marie vom Dezember 2017, porträtierte Annette Raschner den bereits erkrankten, unbeirrbaren Optimisten, Visionär und Menschenfreund. Christian Hörl war Abgeordneter im Vorarlberger Landtag, Coach, Supervisor, Buchautor und steht wie kaum ein anderer im Land für einen gesellschaftlichen Wandel, der ein gutes Leben für alle im Blick hat – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, sozialem Status. Er praktizierte den Dialog auf Augenhöhe, er versprühte Schalk und Klugheit und er zelebrierte das Glück im Augenblick. Bei seiner Verabschiedung im Jänner im Festspielhaus Bregenz wurden seine Worte Wirklichkeit: Mehrere hundert Menschen kamen. All die-
marie-Lokalaugenschein Wie Thüringen die vielen Flüchtlinge verkraftet hat.
Begrünt eure Dächer! Gründächer nützen der Natur und zahlen sich aus.
Im Dienst der Umwelt
Ein Speise-Plan für al Pionier Adam Smith er wie er die Welt ernähre
Johannes „Hannes“ Spiegel ist einer jener Vorarlberger, die „alldra“ sind. Seit seinem 17. Lebensjahr, seit 42 Jahren, ist der Dornbirner mit seinem Handwagen unterwegs, um Recycling-Material zu sammeln. Er holt auf seinen Touren auch bei Kundschaften Flaschen und Dosen ab und entsorgt sie in Containern – für ein kleines Taschengeld. Halbtags arbeitet er in einer Werkstätte der Lebenshilfe und engagiert sich bei den Pfadfindern. Am 3. Oktober feiert er seinen 59. Geburtstag. Alles Gute, Hannes!
50 Ausgaben, hunderte Geschichten. Welche davon sind uns in besonderer Erinnerung geblieben? Eine subjektive Auswahl.
marie 20/ September 2017
#21 / Oktober 2017
jenigen, die sich in Vorarlberg – und darüber hinaus – als große und kleine Visionär*innen, als Gesellschaftsgestalter*innen und als Menschen mit hohem sozialem Gewissen zeigen. Mit allen war Christian verbunden. Wie er das in dieser Fülle geschafft hat, ist rätselhaft. Es bleibt aber die schöne Gewissheit, dass sie alle seine Botschaften weitertragen werden in die sich gerade neu formierende Welt. (Brigitta Soraperra)
marie 27/ April 2018
„Mehr Hirnschmalz“ von Frank Andres
Es geht auch anders. Und es ist schön, dass es Landwirte wie Simon Vetter vom gleichnamigen Bio-Hof in Lustenau gibt. Was Simon Vetter im Gespräch mit Frank Andres so locker „aus dem Täschchen“ plauderte, machte mich baff. Die Tiere werden mit Gras, Wasser und Viehsalz gefüttert – kein Kraftfutter oder Mais. Auf milchproduzierende Fleischkolosse pfeift er. Geschlachtet wird bei Metzger Anton Fetz in Andelsbuch. Das ganze Tier wird verwertet. Die Wertschöpfung bleibt zu 100 Prozent in Vorarlberg. Doch Vetter ist kein Romantiker. Er lebt vom Fleischhandel, kritisiert aber gleichzeitig den zu hohen Fleischkonsum der Menschen. Und statt verbissen das politisch (derzeit) Unmögliche zu fordern (Stichwort „Kälbertransporte“), müssten die Leute in „mehr Hirnschmalz pro Hektar investieren“. Will heißen: Qualität und artgerechte Tierhaltung unterstützen. Immer mehr Landwirte und Konsumenten tun’s. Es geht auch anders. (Gerhard Thoma)
lle rklärt, en will.
#50 | Mai-Juni 2020
#23 / Dezember 2017
2,60
2,70
#39 / Mai 2019
Euro
Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
2,60
#27 / April 2018
2,60
Euro
Vorarlberg radelt Ein marie-Streifzug durch die Fahrradkultur im Ländle.
Euro
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/
davon 1,30 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
den Verkäufer
Pflegekind sucht... Das Vorarlberger Kinderdorf sucht dringend Pflegefamilien.
Weihnachten ist ... miteinander sein und teilen.
Gequälte Kälber Bio-Landwirt Simon Vetter über artgerechte Tierhaltung.
Ja, gibt´s denn sowas? Eine fünfköpfige Familie in Wolfurt lebt von der Kunst.
#40 / Juni 2019
2,70 Euro
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Euro
Natürlich bunt Vorarlberg-Premiere für den Tag der blühenden Landschaft.
Mein Lehrer ist ein Esel „Lernesel“ helfen Schulkindern in Nenzing beim Lernen.
Beruf: Nachbarschaftshelfer Ein Wälder (32) tauscht seine Arbeitskraft gegen Sachgüter.
Der Wert des Handwerks Werkraum Bregenzerwald als schulischer Impulsgeber.
Gewonnen wird im Kopf Mentaltrainerin Kofler über die Macht der Gedanken.
Edel sei der Mensch Ein Gsi über die menschlichen Tugenden.
Müllvermeidung im Alltag Wie loser Tee Müll spart und besser schmeckt.
Was Enkel über Oma und Opa denken Zum Kuckuck mit den Schulden
Männer und Väter Erinnerungen an das, was Väter immer schon waren.
davon 1,35 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer
Schmelztiegel Vorarlberg Wie der Bahnbau vor 150 Jahren Kulturen verband.
Die Abwesenheit des Glücks Rainer Juriatti (53) beschreibt den Verlust seiner Kinder.
Blick über den Tellerrand Eine marie Food-Story von Kochbuchautorin Daniela Lais.
2,70
#32 / Oktober 2018 Vorarlbergs erstes Bordell Wie Stadt und Bürger anno dazumal profitierten.
Was wäre, wenn ... So viel Visionen und Utopien stecken in Vorarlberg.
Am Steuerrad der Menschlichkeit
ertrinken, Während täglich Menschen im Mittelmeer von Kapitänin werden zivile Rettungsboote wie das festgePia Klemp unter fadenscheinigen Gründen zudem hohe setzt. Jetzt drohen der Seenotretterin die Geld- und Haftstrafen. Am 5. Mai kommt 8 bis 6 35-Jährige nach Bregenz. Seiten
Seiten 32/33
Bild: Shutterstock
Foto: Paul Louis Wagner
Vielseitiges Musiktalent
Wie tickt der oberste Schuldenberater des Landes selbst in Geldangelegenheiten? Die marie sprach mit Peter Kopf (63) aus Hard über familiäre Weltereignisse, seinen Hausbau und den größten Luxus seines Lebens. Seiten 12/13 Foto: Frank Andres
Foto: Frank Andres Foto: Frank Andres
Nadja Bodlak, Künstlername Nnella, hat beim Folk-Festival vom 28. bis 30. Juni in St. Arbogast gleich mehrere Auftritte. Die marie sprach mit der 22-jährigen Sängerin über ihre musikalischen Anfänge, launisches Songwriting und ihre erste CD. Seiten 6 bis 8
Illustration: Shutterstock
marie 27/ April 2018
„Dornbirner Original mit Pfeife“ von Gernot Hämmerle
Es gibt sie noch. Die Dorf-Originale. Die schrägen Typen. Menschen, die sich keinen Deut darum scheren, was andere von ihnen denken. Die reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ich liebe solche Geschichten, die das Leben schreibt. Quasi ohne politisch korrekten Filter. Ein solches Original ist Josef Schicha aus Dornbirn. Gernot Hämmerle hat dem Mann mit der Pfeife ein Porträt gewidmet. Getroffen hat er ihn in seinem Bauernhaus in Mühlebach. In seiner kleinen Werkstatt. Schicha erzählt von seinen beiden ersten Frauen, die ihm davongelaufen sind, weil es ihnen zu langweilig war. Spricht über seine Liebe zu den Tabakpfeifen, wie er zu seinem Hausnamen „Metzgar“ gekommen ist und warum er plötzlich mit Öffis unterwegs ist. Manchmal muss ich noch immer schmunzeln, wenn ich Schichas Zitate und Episoden aus seinem Leben lese. Für mich die beste Form von Unterhaltung. (Frank Andres)
marie 32/ Oktober 2018
„Verwaiste Eltern oder die Abwesenheit des Glücks“ von Brigitta Soraperra
Ein Kind zu verlieren ist wohl die größte Angst aller Eltern. Geschieht das Unfassbare, dann bleiben die Eltern in ihrem Schmerz und ihrer Trauer allein zurück. Gerade Eltern sogenannter „Sternenkinder“, sprich von Kindern, die während der Schwangerschaft sterben oder tot zur Welt kommen, fühlen sich in ihrem Schicksal oft nicht gesehen.
Das gilt auch und besonders für die Väter. Um Betroffenen Mut zu machen, über ihre Sternenkinder zu sprechen, hat Rainer Juriatti sein persönliches Erleben in ein Buch gepackt. marie-Redakteurin Brigitta Soraperra gibt in der marie-Oktober-Ausgabe 2018 berührende Einblicke in die Geschichte der Juriattis. Fünf Sternenkinder gehören neben den zwei inzwischen erwachsenen Kindern zur Familie. Autor und Sternenkind-Vater Rainer Juriatti sagt dabei Eindrückliches wie: „Sternenkinder brauchen eine starke Stimme, sie kommen in unserer Gesellschaft nicht vor. Aber es gibt sie, sie gehören dazu.“ Oder: „Wir Väter sind mit dem Thema total allein. Als Vater bist du gleichsam betroffen, aber dich fragt niemand, wie es dir geht.“ 20 Jahre habe er gebraucht, um das Buch zu schreiben. Er habe sich erst entfernen müssen von der eigenen Betroffenheit, um seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die wohl auch ein Plädoyer ist für Lebendigkeit und Berührbarkeit jenseits alles Irdischen. (Simone Fürnschuß-Hofer)
marie 39/ Mai 2019
„Wider die Kriminalisierung des Anstands“ von Daniela Egger
Am Sonntag, den 5. Mai 2019, spricht Pia Klemp, die Kapitänin der IUVENTA, angeklagt wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung, auf der Sonntagsdemo in Bregenz. Seit August 2017 liegt das Schiff bei Lampedusa vor Anker. 14.000 Menschen wurden von ihr und anderen Rettungsschiffen aus Seenot befreit. Daniela Egger ist der Geschichte nachgegangen und berichtet mitreißend vom Verlauf der gerichtlichen Anklage gegen Pia Klemp. Es klingt wie in einem Kriminalroman, ist aber traurige Realität. Menschenleben in Seenot retten ist für jeden Kapitän Pflicht, trotzdem
droht ihr wegen der Rettung geflüchteter Menschen in Italien eine lange Haftstrafe. Pia Klemp wurde nicht nur zwei Jahre lang abgehört, es wurden auch falsche Beweismittel gegen sie eingebracht. 15.000 Euro Geldstrafe drohen ihr, und das für jeden einzelnen Geretteten. „Das Sterben ist eine von Menschen gemachte humanitäre Katastrophe, keine Naturkatastrophe“, so die Kapitänin. Pia Klemp ist auf freiem Fuß, das Gerichtsverfahren läuft noch. (Daniel Ongaretto-Furxer)
marie 40/ April 2018
„Nächstenliebe aus Beton“ von Daniel Ongaretto-Furxer
In der Kapelle des Kaplan Bonetti Hauses in Dornbirn gibt es eine Statue aus Beton, die den Christus verkörpert, der seine Arme ausstreckt. Bohuslav Bereta, seit 2016 Leiter der Wohnprojekte, versteht diese Geste als ein Willkommensgruß – für alle, egal in welcher Not. Im Gespräch mit Daniel Ongaretto-Furxer erklärt Bereta: „Mir gefällt die gelebte Kirche, die hier ohne Gottesdienstbesuch und Verkündigung auskommt. Wir praktizieren die gelebte Nächstenliebe.“ Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liege im Dienen. Das dies nicht immer romantisch und oft auch schwierig sei, verstehe sich von selbst. Im Kaplan Bonetti Haus fanden 2018 über 400 Personen ein Dach über dem Kopf. Gemeinsam mit den SozialarbeiterInnen der Kaplan Bonetti Beratungsstelle wird nach Lösungen für die Betroffenen gesucht. Wo es Profiteure gibt, gibt es immer auch Verlierer, Aussteiger und Randgruppen. Es ist wichtig, für diese Gruppe von Menschen da zu sein. „Das ist mein Auftrag“, sagt Bereta. (Christina Vaccaro)
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Extra
Hans Platzgumer:
Endlich schon 50 Im Herbst bin ich endlich 50 geworden. Was die marie in Monaten ist, bin ich nun in Jahren. Ein halbes Jahrhundert lang habe ich auf diesen Moment warten müssen, jetzt habe ich den vermeintlichen Großteil meines Lebens hinter mir, ich befinde mich näher meinem Tod als meiner Geburt. Eine psychologische Gemütsmarke ist überschritten. Was tat das mit mir? Was tat sich in mir? Nichts – dachte ich zumindest eine Weile lang. Das Leben ging natürlich einfach weiter, als wäre nichts geschehen, denn es war ja nichts geschehen. Als ich 30 geworden war, tat sich auf einen Schlag vieles, mein gesamtes Leben wurde innerhalb weniger Wochen umgekrempelt, alles, was ich bis dahin getan und scheinbar gewusst hatte, wurde auf den Kopf gestellt. Kurz vor meinem 30. Geburtstag war ich zum ersten Mal Vater geworden, kurz danach hatte ich zwei Bandscheibenvorfälle. All das hing zusammen und zwang mich, mein Dasein zu hinterfragen und auf Neustart zu drücken. 16 |
Es war eine turbulente, spektakuläre Phase, im Nachhinein betrachtet vielleicht die wichtigste meines Lebens. Meine 50er-Überschreitung hingegen hatte nichts Derartiges zu bieten, keinen Aufruhr, keine Aufregung, geradezu fad war es im Vergleich. Es dauerte ein paar Monate, bis ich genau dieses neue Fade als Solches erkannte: als fade (abgestanden, ermüdend) im Deutschen und als fade (ausblenden, verblassen) im Englischen. Ich bemerkte, dass ich inzwischen eine große Gelassenheit all meinem und unserem Tun gegenüber entwickelt habe. Geschehnisse, die mich früher in Rage und Erregung versetzten, bringen mich kaum aus der Fassung. Misserfolge, Rückschläge, Bosheiten, Gemeinheiten, Unverschämtheiten, die mir früher den Schlaf raubten, gehen mir nicht mehr besonders nah. Ich winke das Unangenehme durch, meditiere es weg. Die Mühen der Selbstfindung scheinen sich gelohnt zu haben, die ich im Zuge einer früheren MidlifeCrisis über mich ergehen ließ. Doch als 50-Jähriger erkenne ich, dass mit dem Gewinn von Ruhe und Gelassenheit ein Verlust von Leidenschaft einhergeht. Konnte ich mich früher über alles echauffieren, muss ich mich heute richtiggehend dazu überreden. Wütete einst kompromisslose Passion in mir, zernagt mir heute Prokrastination das Tun. Ich schiebe nicht bloß das Unangenehme von mir weg, sondern auch das meiste andere, alles hat seine Eile, Dringlichkeit verloren. Wollte ich früher alles sofort und gleichzeitig tun, schiebe ich es heute vor mir her, weil ich weiß, dass es warten kann, weiß, dass alles nicht so wichtig ist. Das fortschreitende Alter lässt mich in fortschreitenden Fatalismus fallen. Ich lasse den Lauf der Dinge geschehen, in 50 Erdenjahren habe ich erfahren: Er tut es sowieso.
#50 | Mai-Juni 2020
Und mit 50 Jahren in den Knochen trägt ein weiterer Schweinehund zur Passivität bei, die sich in mir breit macht, diesmal physischer Natur: eine körperliche Trägheit, die jedem Alternden nicht abzusprechen ist. Wollte ich früher keine Zeit mit Unnötigem (wie etwa Schlaf) vergeuden, gebe ich mich heute am liebsten der Muse hin – und weiß gleichzeitig, dass ich noch zu jung bin für meine Pensionistenfantasien. Denn ich bin erst 50. Keine 30 mehr, zum Glück, aber eben auch noch keine 70, leider Gottes. Erst 50, und die Altersmilde ist im Begriff, mich einzulullen. Ich erinnere, wie erleichtert ich vor einigen Jahrzehnten die einsetzende Altersmilde bei meinem Vater bemerkte. Immerzu hatte ich Konfrontationen mit ihm auszutragen, die auf unsere konträren Weltanschauungen zurückzuführen waren. Ich, der Revoluzzer, führte ideologische Grabenkämpfe mit dem Traditionalisten, sie gingen soweit, dass ich sogar enterbt wurde. Eines Tages aber stellte ich fest, dass die Urteile meines in seinen Werten einst so starren Vaters milder, toleranter wurden. Es war eine angenehme Erfahrung, und auch eine verwirrende. Heute scheint es, als wäre ich jetzt in einer Phase angekommen, die ich, je nach mentaler Verfassung, als lasches Abflauen meiner Überzeugungen oder als notwendiges Hinterfragen meines Anteils am Weltgeschehen deuten kann. Es tobt der unausweichliche Konflikt des 50-Jährigen in mir, eines Menschen, der weiterhin naiv und ungestüm sein will und zugleich weiß, dass er es nicht mehr ist. Aus dieser inneren Zerreißprobe heraus betrachte ich die Welt, verzweifle und erfreue mich an ihr. Ich bin ein Pubertierender, dem aber, statt die ersten Barthaare zu sprießen, die Haare vom Kopf gefallen sind und nur mehr aus den Ohren und der Nase wachsen. Der Nasentrimmer ist neuerdings mein Lieblingsutensil, und von Jahr zu Jahr wird die Lesebrille dicker, die ich, einst Adlerauge genannt, tragen muss. Durch die Brillengläser und die Windschutzscheibe hindurch, sehe ich die unzähligen Autos, die sich im Wiener Berufsverkehr vor mir stauen. An der roten Ampel bleibt direkt vor mir ein Golf GTI stehen mit einem vielleicht halb so alten Mann wie ich am Steuer, der ein Baseball-Käppi trägt und seine im Fitness-Center aufgeblasenen Oberarme mit stumpfsinnigen Tattoos verziert hat. Irgendein Gangster-Rap dröhnt aus seiner aufgemotzten, hochpolierten Karre. Am Fahrzeugheck direkt über dem doppelten Auspuff hat er einen nicht zu übersehenden, bildschirmgroßen, professionell angefertigten Sticker angebracht, der ein hämisch grinsendes Gesicht und zwei ausgestreckte Mittelfinger zeigt, darunter den Schriftzug „Fuck You Greta!“. Ich bin nahe daran auszusteigen und den Versuch zu wagen, auf diesen offensichtlich noch mehr als ich verwirrten Trottel einzureden. Doch die Ampel schlägt um, er lässt den Motor aufheulen und pumpt ein bisschen Extra-CO2 in die Atmosphäre. Und ich, fünfzigjährig, schüttle bloß den Kopf. Was sonst sollte ich noch tun?
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Mittendrin in V
Von Daniel Mutschlechner, probelokal.com
Grießflammeri mit süß-saurer Erdbeer-Sauce Grießflammeri
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• 4 Eidotter • 110 g Zucker und 20 g Vanillezucker • 500 ml Milch • Prise Salz • etwas Orangenöl oder abgeriebene Schale einer Bio-Orange • 130 g Grieß • 4 Blatt Gelatine • ein Schuss Orangenlikör • 450 ml Rahm
Erdbeersauce
• 300 g Erdbeeren • ein Esslöffel Zucker • Saft einer halben Zitrone • ein Schuss Orangenlikör Zubereitung: Milch aufkochen, Grieß mit Prise Salz und Orangen-Aroma einrühren, bei niedriger Temperatur quellen und dann auskühlen lassen. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eidotter, Zucker und Vanillezucker über Dampf schaumig rühren. Orangenlikör erwärmen, ausgedrückte Gelatine darin auflösen und unter Ei-Zucker-Masse rühren. Zuerst Grießmasse und dann geschlagenen Rahm einrühren. In Formen füllen, abdecken und im Kühlschrank fest werden lassen. Für die Sauce Zucker vorsichtig erhitzen und schmelzen lassen, mit Zitronensaft ablöschen (Vorsicht – das zischt!), gewaschene und geschnittene Erdbeeren dazu geben und aufkochen, mit einem Schuss Orangenlikör abschmecken, pürieren und abkühlen lassen.
Die neue Normalität – überall ist von ihr die Rede, die politischen Marketingabteilungen haben ganze Arbeit geleistet. Ich will sie erst gar nicht einkehren lassen. Stattdessen arrangiere ich mich für eine gewisse Zeit mit dem Ausnahmezustand. Nur in meiner Küche scheint eine neue Normalität angekommen zu sein: Sie zeigt sich in der Häufigkeit selbstgemachter Desserts. Denn Krisenzeit ist Nachtischzeit: Um angesichts der Nachrichtenlage halbwegs gut gelaunt über die Runden zu kommen, sollte man sich dann und wann ein feines Dessert gönnen. Erstens, weil die Zubereitung Freude bereitet. Zweitens, weil der Genuss fröhlich stimmt. Und überhaupt ist es für mich der falsche Zeitpunkt, um das Körpergewicht zu reduzieren. Nicht nur, weil der Mindestabstand in den Freibädern ohnedies zu groß ist, um den Speck an den Hüften auszumachen. MUSIK: Album „Walk Through Fire“ aus dem Jahr 2019 von Yola, Label Easy Eye Sound/Nonesuch. Weitere Rezeptgeschichten und Musiktipps finden Sie auf www.probelokal.com. TIPP MEINER TOCHTER: Grießflammeri in Gläser füllen, abgekühlte Erdbeersauce darüber gießen, mit Schraubdeckel verschließen und netten Menschen – oder solchen, die es werden sollen – vor die Tür stellen.
#50 | Mai-Juni 2020
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Mittendrin in V
MEIN AKKU IST DEFEKT 20 |
Sebastian Lenz (29, Weiler) leidet unter einer eher unbekannten Krankheit: dem Chronischen Erschöpfungssyndrom. Seine innere „Batterie“ lädt nicht mehr richtig auf. In Vorarlberg gibt es Schätzungen zufolge 800 bis 1600 Erkrankte. Anlässlich des Internationalen Gedenktages am 12. Mai hat der junge Vorarlberger seine Geschichte für uns aufgeschrieben. Text: Sebastian Lenz Illustration: Shutterstock
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or mehreren Jahren begannen meine großen gesundheitlichen Probleme. Ich war häufig erschöpft, hatte heftige Kopfschmerzen und so viele grippale Infekte, wie sonst niemand in meinem Bekanntenkreis. Meine Blutbilder waren unauffällig. Ärzte vermuteten, dass Allergien (Heuschnupf en und Hausstaub) meine Beschwerden verursachen würden und empfahlen mir dementsprechende Maßnahmen. Leider ohne großen Erfolg. Phasenweise ging es mir immer wieder für wenige Tage gut, doch oft war mein Zustand so schlecht, dass ich nur mit Schmerzmitteln, aufputschenden Getränken und viel Willensstärke aktiv sein konnte. So quälte ich mich jahrelang durch den Alltag. Ich fühlte mich wie ein Wrack und niemand schien mir helfen zu können. Mein Zustand wirkte aussichtslos auf mich. Es war ein Albtraum. Erst im Sommer 2019 kam der Wendepunkt. Durch einen glücklichen Zufall
erfuhr ich von einem alten Bekannten von einer Krankheit, die mir bis dahin fremd gewesen war: Chronisches Erschöpfungssyndrom bzw. ME/CFS (siehe Infobox). Wir hatten früher gemeinsam im Fußballverein gespielt. Er erzählte mir, dass er am CFS erkrankt sei und auch ich davon betroffen sein könnte. Kurze Zeit später reiste ich extra nach Wien, um mich von einem Neurologen untersuchen zu lassen. Diagnose: ME/ CFS! Diese Erkenntnis war eine Erleichterung für mich. Nach all den Jahren hatte ich endlich eine gute Erklärung für meine Symptome. Ursache ist in meinem Fall vermutlich eine Autoimmunreaktion. Genauer lässt sich das leider nicht sagen, da diese Krankheit noch zu wenig erforscht ist. Bei ME/CFS ist das Wichtigste, innerhalb der körperlichen und geistigen Grenzen zu bleiben, um Zustandsverschlechterungen zu vermeiden. Sport oder sonstige Überlastungen führen zu
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können eine Verschlechterung auslösen. Es hat Monate gedauert bis ich herausgefunden habe, was ich alles gefahrlos machen kann.
Sehnsucht & Hoffnung
grippeartigen Symptomen am nächsten Tag. Diese Verschlechterungen können für Tage anhalten, bei anderen ME/ CFS-Betroffenen sogar für Wochen. Inzwischen hat sich mein Zustand dank sparsamem Umgang mit meinen Kräften und der gezielten Einnahme von Supplementen (u.a. für den Energiestoffwechsel) sowie der Unterstützung von Familie, Freunden und Partnerin weitestgehend stabilisiert, wenn auch auf niedrigem Niveau. An guten Tagen kann ich zum Beispiel zwei Mal für 5 bis 10 Minuten langsam spazieren gehen. ME/CFS wird von Betroffenen gerne mit einem kaputten Akku verglichen, der nicht mehr richtig lädt. In meinem Fall lädt er nur mehr bis zirka 20 Prozent und mit dieser Energie gehe ich dementsprechend vorsichtig um. Jede Aktivität kann für mich ein Risiko darstellen, wenn ich über meine Grenzen gehe. Auch so unscheinbare Dinge wie Spaziergänge, Arbeiten am PC oder intensive Gespräche
Ich würde mich gerne für Tierrechte und Klimaschutz einsetzen, mein Philosophie-Studium abschließen, Sport machen, die Beziehung zu meiner Freundin pflegen, usw. Die meisten dieser Aktivitäten sind für mich nur mehr stark eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. Den Großteil meiner verbliebenen Energie verwende ich dafür, mehr über ME/ CFS zu lernen und mich an die Situation anzupassen. Es ist ungewiss, ob ich je wieder ein halbwegs normales Leben führen kann. Es stimmt mich zuversichtlich, dass ich im Laufe dieses Jahres mit einer Immunglobulin-Therapie starten kann, die bei einigen ME/CFS-Patienten schon zu einer Verbesserung geführt hat. Außerdem wird es voraussichtlich in den nächsten Jahren zu wichtigen Fortschritten bei der Erforschung von ME/CFS kommen. Im Gegensatz zu Österreich investieren andere Länder wie Australien oder Kanada schon in diesen Bereich und haben eigene Anlaufstellen für Patienten. In Österreich sind zirka 25.000 Menschen von ME/CFS betroffen (0,2 bis 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung). In Vorarlberg müsste es demnach zirka 800 bis 1600 Erkrankte geben. Leider scheint ME/CFS bei den meisten Ärzten noch unbekannt zu sein, obwohl es seit 1969 von der WHO als neurologische Erkrankung G93.3 anerkannt ist. Daher warten Betroffene mitunter jahrelang (!) auf eine richtige Diagnose, die ihre grippeartigen Symptome, bleierne Erschöpfung und Zustandsverschlechterungen nach Belastung erklärt.
Wer noch Zweifel an der Echtheit und den gravierenden Folgen von ME/CFS hat, kann sich zum Beispiel Erfahrungsberichte auf www.cfs-hilfe.at durchlesen. Was Betroffene dort berichten, berührt und schockiert. Ärzte glauben ihnen nicht, sie werden psychologisiert oder man rät ihnen, einfach mehr Sport zu betreiben, was bei Menschen mit ME/CFS genau das Falsche ist und ihren Zustand weiter verschlechtern kann. Die Versorgungslage für ME/CFS-Patienten scheint österreichweit sehr schlecht zu sein. Darum möchte ich an dieser Stelle einen Appell anbringen. Liebe Ärzte, bitte informiert euch über ME/CFS! Ihr könnt vielen Menschen großes Leid ersparen, wenn ihr ihnen erklärt, dass ihre Beschwerden von dieser Krankheit verursacht sein könnten. Ich habe jahrelang gebraucht, um die richtige Diagnose zu erhalten. Es waren Jahre voller Frustration, Verzweiflung und Leiden. Sorgen wir dafür, dass Menschen von ME/CFS erfahren und endlich die Hilfe bekommen, die sie schon längst verdient hätten.
ME/CFS
steht für Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom bzw. Chronisches Erschöpfungssyndrom. Dabei handelt es sich um eine schwere Multisystemerkrankung. Es wird meist mit Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen verwechselt. Hauptsymptom und Erkennungsmerkmal ist eine Zustandsverschlechterung nach Belastung. Weitere Informationen: cfs-hilfe.at und Sebastians Blog: meincfstagebuch.blogspot.com
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Die Rückeroberung der Straße Als Straßenzeitung ist die marie mit dem öffentlichen Leben fest verbunden. Die vergangenen Wochen prägten Vorarlbergs Straßen vor allem dadurch, dass sie leer waren. Zumindest von Autos. Ihr Fehlen machte Platz für anderes: eine literarische Momentaufnahme.
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aximilian rennt auf den Gehsteig. Über die niedrige Kante auf die Straße galoppierend, eilt der Stürmische, den Ball in der Hand, wieder zurück. Auf Höhe der Regenlache am Beginn der Hauseinfahrt brüllt der 7-Jährige erfreut: „Das ist eine Abkühlung fürs ganze Jahr!“ Zeitgleich zu diesem Ausruf rollt er den Ball mit Schwung durch die Pfütze und springt selbst begeistert hinterher. Keine zwanzig Meter entfernt spielt ein Junge, vielleicht 13 Jahre alt, seinen Fußball gegen die Mauer. Er steht dabei auf der Straße. Seit ein paar Tagen spielen immer wieder Kinder in der Schulgasse, die mitten im Zentrum der größten Stadt des Landes liegt. Sie schlagen Federbälle, treten Fußbälle. Sie fahren Scooter, Skateboard und Wakeboard. Nur Autos fahren keine mehr auf der Straße. Hin und wieder gehen Spaziergänger vorbei. Allein, manchmal zu zweit, mit und ohne Kinderwagen. Jogger laufen ihres Weges, verschwitzt, nach Atem ringend, andere mühelos, mit imposanter Leichtig- und Geschwindigkeit. Fahrradfahrer – vom Luxus-Stadtrad mit Elektroantrieb bis zum flotten Rennrad ist alles dabei – passieren die Szene. Aus den umliegenden Häusern und Wohnungen hört man wiederkehrend ein Kind schreien oder jemanden mit etwas hantieren. Der ältere Nachbarsjunge schielt immer wieder zu Maximilian
und seinem kleinen Bruder Simon. Die beiden beachten ihn nicht groß; sie haben ihn noch nie gesehen, zumindest nicht registriert. „Ich glaube, wir gehen jetzt langsam wieder hoch“, sagt dann Maximilians Vater. Simon protestiert. Am Ende werden die Sachen doch zusammengepackt. Zum Trost soll’s oben in der Wohnung mit einem anderen Spiel weitergehen – und alles ist gut. Nur den Nachbarsjungen, wohl ein Einzelkind, tröstet das nicht. Seine Kicks gegen die Mauer sehen zunehmend lustloser aus. Schließlich spielt er den Ball die Mauer entlang und verschwindet in seiner Hauseinfahrt. Zu diesem Zeitpunkt weiß er noch nicht, dass er am nächsten Tag zu Maximilian und Simon herüberkommen und den Beginn einer Freundschaft schließen wird. Die Schulgasse, Zeugin dieser Ereignisse, ist jetzt leer. Es wird weder Fuß- noch Federball gespielt. Kein Scooter, Skate- oder Wakeboard gefahren. Es spaziert auch niemand mehr mit oder ohne Kinderwagen am oder neben dem Gehsteig, auf oder neben ihr. Still ist’s nun fast über ihrem Asphalt. Kommt der Abend, lässt ein Wind vertrocknete Blätter über ihre graue Fläche tanzen. In den ruhigen Stunden der Nacht schläft auch das Leben auf der Straße. Doch nur, um am nächsten Tag neu zu erwachen. Mit Menschenstimmen anstatt Motorenlärm. Daran könnte sie sich gewöhnen.
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Text: Christina Vaccaro
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Mittendrin in V
GELL, DA SCHAUEN SIE! Worüber ein Münchner Professor nicht schlecht staunte, was Hittisau hat, was weltweit kein anderes Dorf hat und wie ein Museum tickt, das sich auf Frauenthemen fokussiert ohne einem Weiblichkeitswahn aufzusitzen: Stefania Pitscheider Soraperra über ein Haus, das sie mit Herzblut führt und das heuer stolze 20 Jahre alt wird.
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Text: Simone Fürnschuß-Hofer Fotos: Ines Agostinelli
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ut, Hittisau ist nicht gerade der Nabel der Welt. Wer nach einer idyllischen Fahrt durch den Vorderbregenzerwald in der gut 2000-Seelen-Gemeinde landet, könnte gar leicht den Eindruck gewinnen, von hier ging’s nur noch zu Fuß weiter. Wer hätte da gedacht, dass dieses Dorf etwas „von Welt“ zu bieten hat, was es so nirgendwo sonst gibt: ein Museum im ländlichen Raum, das sich abseits aller Heimattümelei und Stereotypen dem Kulturschaffen von Frauen widmet. Ein einladendes, ja fast schon städtisch anmutendes architektonisches Juwel zwischen Wiesengrün, Edelweiß und Alpenglühen. 20 Jahre alt wird das Frauenmuseum Hittisau heuer und lässt sich auch in Zeiten von Social Distancing das Feiern nicht ganz nehmen. Die sinnige Geburtstagseröffnung „GEBURTSKULTUR vom gebären und geboren werden“ wird voraussichtlich am 28. Juni leise über die Bühne gehen. „Ein Fest werden wir nachholen, sobald dies wieder möglich ist ohne Sie und unsere Mitarbeiterinnen zu gefährden“, ist auf der Homepage zu lesen. Seit 2009 leitet die Kunsthistorikerin Stefania Pit-
scheider Soraperra, 54, das Haus und inmitten eines einzigartigen Naturpanoramas weitet sie mit zwei Ausstellungen pro Jahr auch geistige Horizonte. Mit ihr treffe ich mich – coronabedingt zum ersten Mal seit Wochen ganz real – zum journalistischen Austausch. Mindestsicherheitsabstand einhaltend, eh klar. Am Covid-19 Thema und dessen Auswirkungen für die Kulturwelt kommen wir dieser Tage nicht vorbei. Es klingt dabei fast wie ein kritisches Bekenntnis, wenn die gebürtige Südtiroler Ladinerin Sätze sagt wie: „Natürlich ist da eine große finanzielle Sorge. Auch die Kulturwelt hat den steten Druck nach Rekordzahlen immer stärker gespürt, hat jahrzehntelang in dieser Wachstumsspirale gelebt. Insofern bewirkt diese Vollbremsung jetzt hoffentlich auch ein radikales, kreatives Umdenken beziehungsweise ein Hinterfragen, wie sinnvoll und nachhaltig dieses ‚immer mehr, immer schneller‘ ist.“ Sie wolle sich keinesfalls zynisch verstanden wissen, Leid und Schaden durch den Lockdown seien unübersehbar, aber: „Genau hier zeigt es sich ja, wie wichtig es ist, dass wir jetzt alle aufeinander schauen.“ Und eins sei auch klar: Auf keinen Fall könne es sich eine Gesellschaft leisten, auf die Kultur zu verzich-
ten. „Ich würde diesen Job nicht machen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass Kultur vor allem einen gesellschaftspolitischen Auftrag hat. Welches Potenzial Kultur hat, sieht man allein schon daran, dass jeder Diktator als erstes die Kunstschaffenden aushebelt, um Diskurs und neue Perspektiven zu unterbinden.“
Wer spricht?
Stefania Pitscheider Soraperra versteht das Frauenmuseum als „partizipativen und einen vielstimmigen Ort der Bildung, des Austausches und der pro-
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zesshaften Auseinandersetzung“. Mit ihrem Team erörtert sie frauenrelevante Themen, konzipiert entsprechende Ausstellungsprojekte und stellt sie dem Publikum „wie Bohrkerne für den eigenen Erkenntnisgewinn“ zur Verfügung. Genau deshalb würde sie ihre Arbeit so lieben: „Weil Kultur über die eigene Nabelschau hinausgehen, neue Spuren erzeugen und das Publikum ohne ultimativen Wahrheitsanspruch hinter das Offensichtliche führen soll. Gerade in der Irritation können dann neue Türen aufgehen.“ Dabei setzt sie auf möglichst inklusive und die dem Haus so eigene, weil ganz persönliche, Kulturvermittlung. Stichwort Selfempowerment – oder auf gut Deutsch: Wer will, der darf. Verzeihung, die darf, natürlich. Die Musumsdirektorin: „Als Kulturvermittlerin im Frauenmuseum Hittisau zu arbeiten heißt, mich auf das jeweilige Thema einzulassen. Nicht die Institution ermächtigt mich also, sondern ich mich selber durch die Auseinandersetzung mit neuen Themen und anderen Lebensrealitäten von Frauen und die Bereitschaft, mit dem Publikum in Beziehung zu treten.“ Das sei extrem spannend und gesellschaftspolitisch höchst relevant. Vielleicht passt dazu ein Zitat des Philosophen und Schriftstellers Peter Bieri, der als gebildet versteht, „wer ein möglichst breites und tiefes Verständnis der vielen Möglichkeiten hat, ein menschliches Leben zu leben.“ Diese vielen, sich nicht gegenseitig ausspielenden Biografien verkörpert das 20-köpfige Team des Frauenmuseums beispielhaft. Vereinen sich hier doch Frauen unterschiedlichs-
Die rund 20 Kulturvermittlerinnen des Frauenmuseum Hittisau setzen sich intensiv und ganz persönlich mit den jeweiligen Ausstellungsthemen auseinander.
ter Altersstufen, Lebensgeschichten und Ethnien unter einem Kulturdach. Eine Anekdote am Rande bringt die Anti-Elfenbeinturm-Politik des Hauses auf den Punkt: Als die Kulturvermittlerin Sabine Heinzle einen Münchner Universitätsprofessor durch die Ausstellung „Frau am Kreuz“ führt, fragt sie dieser, beeindruckt von ihrer Kompetenz, nach ihrer Ausbildung. Ihre Antwort: „Ich bin Bäuerin.“ Den erstaunten Blick des Professors quittiert sie mit einem trockenen: „Gell, da schauen Sie.“ Inzwischen ist ihre Replik zum geflügelten Wort geworden und hat es gar zum Motto des aktuellen Jubiläumsjahrs geschafft: „Da schauen sie“.
Sturmerfahrene Segeljacht
Gegründet hat das Frauenmuseum die gebürtige Hittisauerin und Kuratorin Elisabeth Stöckler. „Ein wahres Kunststück in einem kleinen Dorf “, zollt Stefania Pitscheider Soraperra der Pionierin Beifall. Sie selbst, die seit jeher und ganz bewusst an der Schnittstelle zwischen Kunst und Sozialem gearbeitet hat und sich alternierend zu institutionellen Engagements auch in der freien Szene bewegte, empfände den Verantwortungsübertrag für das Haus als Geschenk. Eben weil hier viel von all dem zusammenfließe. „Das Frauenmuseum ist kein Kunsttanker, ich sehe uns mehr als kleine, wendige Segeljacht, schnell und sturmerfahren, mit eingespielter Crew.“ Und die feministische Attitüde bei so vielen unterschiedlichen Frauentypen? Erstens: Ja, natürlich, verstehe man sich seit jeher als feministisches Projekt. Zweitens: Feminismus sei ja kein böses Wort. Und drittens gäbe ein Zitat von Johanna Dohnal eine Lesart wieder, die alle unterschreiben würden – die Bäuerin, die Pädagogin, die Altenpflegerin, die Architektin, die Schülerin: „Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern. Die Vision des Feminismus ist nicht eine ‚weibliche Zukunft‘. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“ Ja, da wird’s noch viel zu schauen geben. Und zu tun.
Frauenmuseum Hittisau
Verlängerung der aktuellen Ausstellung „Sie meinen es politisch! 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich“ bis 7. Juni. Am 28. Juni stille Eröffnung der 20-Jahre-Jubiläumsausstellung „GEBURTSKULTUR vom gebären und geboren werden“ zu kulturhistorischen Aspekten des Geburtswesens mit zahlreichen zeitgenössischen Kunstpositionen und weltweiten Einblicken in Lebenskulturen, zu aktuellen Tendenzen, technischen Errungenschaften, traditionellem Hebammenwissen, Geburts- und Reproduktionsmedizin. Außerdem ist ab 28. Juni der über Crowdfunding finanzierte Prototyp eines „Raumes für Geburt und Sinne“ in Lehmbautechnik zu sehen. Mehr unter: www. frauenmuseum.at BLOGTIPP: www.starkefrauen. online – für Perspektiven in Zeiten der Krise. www.iawm.international: „Internationale Vereinigung der Frauenmuseen“; 96 virtuelle und reale Museen zählt das Netzwerk aktuell, das Frauenmuseum Hittisau ist eines davon.
Seit 2009 leitet Stefania Pitscheider Soraperra das Frauenmuseum Hittisau. Zuvor war die studierte Kunst- und Architekturhistorikerin als freie Kuratorin, Kulturmanagerin und Publizistin tätig, leitete die Designmesse „ArtDesign Feldkirch“ und arbeitete mehrere Jahre für die Kunsthalle und das Kunsthistorische Museum in Wien.
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Hände in die Erde Die Solawi Rankweil startet dieses Jahr mit 20 ErnteteilerInnen in ihre erste Saison. Auf dem Feld am Frutzwald entsteht eine gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft, die zeigen möchte, dass es auch anders geht. Interessierte können auf der Homepage vorbeischauen: www.solawi-rankweil.at und uns so per E-Mail oder Telefon kontaktieren. Die Solidarische Landwirtschaft ist eine Form der kooperativen Zusammenarbeit von Erzeuger*innen und Verbraucher*innen. Eine Abnehmer*innengemeinschaft (idealerweise ein Verein) teilt die Erzeugnisse des Betriebes. Das Jahresbudget wird gemeinsam mit den Abnehmer*innen, besser Ernteteiler*innen, beschlossen.
DENK MIT, MACH MIT! von Gitte Nenning
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m Februar – als so was mit Freunden noch erlaubt war – habe ich auf einem mir vertrauten Weg eine neue Abkürzung quer durch den Wald gefunden. Was zuerst wie eine Sackgasse ausgesehen hat, entpuppte sich als gut begangener Pfad. Mein Begleiter und ich fragten uns, wer diesen Weg geschaffen hat? Die Menschen oder die Tiere, die gewiss lieber durch den Wald als auf dem Forstweg gehen. Haben wir uns beim Bau der Straßen daran orientiert, wo die Tiere unterwegs waren? Das weiß ich zwar nicht, aber klar ist, dass wir gerne vorbestehende Wege weiter nutzen. Wir verwenden heute oft noch Straßen, die von den Römern angelegt wurden. Natürlich macht es auch Sinn, sich auf Altbewährtes zu stützen, weil diese Wege wichtige Siedlungen und Städte verbanden und verbinden. Wer die Hauptsehenswürdigkeiten nicht verpassen will, der bleibt auf diesen Pfaden. Wer allerdings den unbekannten Straßen folgt, wird manchmal mit mindestens so schönen und weniger überlaufenen Orten belohnt. Natürlich kann man auch auf langweilige, sinnlose Umwege geraten, aber ein gewisses Risiko muss man mitunter im Leben eingehen. Es fällt uns oft schwer, die Haupt-
wege, auf denen sich die Massen bewegen und wo wir uns sicher fühlen, zu verlassen. Dabei wäre vieles leichter, wenn wir nicht alle dieselbe Straße mit dem Auto fahren würden. Wenn einige Fahrgemeinschaften bilden, andere den Zug nehmen oder sogar das Fahrrad, wird es leichter. Noch besser ist es, wenn wir nicht zur selben Zeit unterwegs sind und die Strecken variabel gestalten. Im Großen gute Lebens- und Verkehrskonzepte zu finden, scheint oft unmöglich zu sein und dauert absurderweise so lange, dass sie zum Zeitpunkt der Umsetzung schon überholt sind. Nein, meine Antwort darauf besteht nicht darin, dass wir von nun an in computergesteuerten Elektroautos nach den am wenigsten befahrenen Straßen suchen. Ich finde, wir sollten den Mut haben, unsere individuelle Lösung fürs Leben und die Fortbewegung zu finden. Wenn jeder sein Eigenes tut, dann müssten viele gute Ideen und Lösungen entstehen. Mit Kreativität und Innovation sollten wir doch spielerisch gegen stupide, einfallslose künstliche Intelligenz gewinnen. Ich freue mich, dass ihr mitdenkt und mitmacht und lebendige Vielfalt entstehen lasst!
Impressum Grundlegende Richtung Die Straßenzeitung marie versteht sich als Sprachrohr für die Anliegen von Randgruppen unserer Gesellschaft. marie ist ein Angebot zur Selbsthilfe für Menschen an oder unter der Armutsgrenze, die ihren Lebensmittelpunkt in Vorarlberg haben. Ziel ist die Förderung des Miteinanders von Menschen am Rande der Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die Hälfte des Verkaufspreises von 2,80 Euro verbleibt den Verkäufern. marie ist ein parteiunabhängiges, soziales und nicht auf Gewinn ausgerichtetes Projekt. Redaktion marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Am Kehlerpark 5, Top 34, 6850 Dornbirn Telefon: 0677 61538640 eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Internet: www.marie-strassenzeitung.at Redaktion: Frank Andres, Christina Vaccaro MitarbeiterInnen dieser Ausgabe: Eckart Drössler, Daniela Egger, Guntram Gärtner, Gernot Hämmerle, Simone Fürnschuß-Hofer, Kristina Heilinger, Daniel Mutschlechner, Gitte Nenning, Daniel Ongaretto-Furxer, Hans Platzgumer, Mirjam Steinbock, Gerhard Thoma Zeitungsausgabestellen: Dornbirn: Kaplan Bonetti Sozialwerke Kaplan-Bonetti-Straße 1 Montag, Mittwoch und Freitag von 8 bis 9 Uhr Bregenz: dowas, Sandgrubenweg 4 Montag und Donnerstag 8.30 bis 10.30 Uhr Bludenz: do it yourself, Kasernplatz 5-7/3b Montag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr Feldkirch: Caritas-Café, Wohlwendstraße 1 Dienstag und Freitag 10 bis 12 Uhr Anzeigen Kontakt: anzeigen@marie-strassenzeitung.at Medieninhaber und Herausgeber Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg, ZVR-Zahl 359044778 6833 Klaus eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at Externe Beiräte DSA Markus Hämmerle, DSA Heidi Lorenzi, Cornelia Matt, Mag. Peter Mayerhofer, Dr. Claudio Tedeschi Druck: Russmedia Verlag GmbH, Schwarzach Auflage: 20.000 Exemplare Erscheinungsweise monatlich Layout/DTP Alexander Grass Bildbearbeitung Fitz Feingrafik Bankverbindung & Spendenkonto Raiffeisenbank im Rheintal IBAN: AT94 3742 0000 0648 3580 BIC: RVVGAT2B420 © 2020 marie. Alle Rechte vorbehalten.
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1 Wie kann Weiß am Zug die sofortige Entscheidung herbeiführen?
2 Mit welcher spektakulären Fortsetzung gewinnt Weiß am Zug?
3 Wie erhält Weiß am Zug entscheidenden Vorteil?
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Corona macht erfinderisch: Eine App, die Menschen verbindet Text: Daniel Ongaretto-Furxer Fotos: Fusonic
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ährend vieles aufgrund der Coronakrise absolut stillsteht, werkeln sieben Personen in der vorgegebenen Zeit von nur zwei Tagen fieberhaft an der Lösung eines Problems. Schnell soll die Lösung auf dem Tisch sein, und zudem effizient. In kurzer Zeit soll eine funktionsfähige Software programmiert werden: eine App, die alte Menschen in Altenheimen mit ihren Verwandten und Bekannten per Videotelefonie leicht zusammenbringt. „Die Leitung des Sozialzentrums Klosterreben in Rankweil war schlichtweg überrascht, dass wir nur zwei Tage, nachdem wir ihnen das Projekt vorgestellt haben, bereits mit einer Lösung dagestanden sind“, erklärt Matthias Burtscher, Leiter des IT Unternehmens Fusonic in Götzis. „Diese App wurde aus 15 Ideen für den Früh-
jahrs-Hackathon ausgewählt und von einem Teil unseres Teams entwickelt. Unser Ziel war es, einen Beitrag zur Coronakrise zu leisten, und das ohne Gewinnabsichten. Die App stellen wir den Altenheimen in der Zeit der Krise kostenlos zur Verfügung“, so Burtscher. „Wir haben in unserem Bekanntenkreis herumgefragt, was es momentan für Probleme gibt. Durch einen Bekannten, der im Haus Klosterreben arbeitet, sind wir auf diese Idee gekommen. Zum Glück ist sie aufgegangen. Die Reaktion der Bewohnerinnen und Bewohner auf diese App ist sehr positiv. Sie freuen sich sehr über diese neue Möglichkeit der Kontaktaufnahme.“ Seit April ist diese technische Lösung im Haus Klosterreben bereits im Einsatz. Und das mit Erfolg: In der ersten Woche kamen 15 Videoanrufe zustande, bei 80 Bewohnern insgesamt. Der Vorteil der App, die auf Handy und Tablet verwendet werden kann, ist, dass sich die Bewohner nicht um den technischen Aspekt kümmern müssen. Und auch die Angehörigen können mit nur drei Schritten einen Termin vereinbaren,
Durch das Besuchsverbot im Zuge der Coronakrise in Alten- und Pflegeheimen sind die dort lebenden Menschen oft sehr alleine. Eine App hilft nun: Unkompliziert kann damit mit Freunden und Familienmitgliedern per Videotelefonie geredet werden. Eine App, die nicht nur in Coronazeiten nützlich ist.
wann sie mit ihren Eltern oder Bekannten im Heim reden wollen. Das setzt voraus, dass es im Heim einen Verantwortlichen gibt, der technisch eingeschult und auch mit der App vertraut ist. Dieser sieht die eingehenden Anfragen zur Videotelefonie und geht dann zur ausgemachten Zeit mit dem Tablet zum Bewohner. Im Hintergrund wird das Online-Videotelefonie-System ZOOM verwendet. Das Sozialzentrum Klosterreben, bei dem der Start der App erfolgte, ist eines von zehn Altenheimen und Wohnanlagen für betreutes Wohnen, wo diese in Vorarlberg bereits in Verwendung ist. Auch das Sozialzentrum Josefsheim in Hörbranz hat die App getestet und eingesetzt, erstmals über Ostern. Geschäftsführer Matthias Pfanner berichtet über die ersten Eindrücke: „Ich bin erstaunt, welch positive Wirkung diese einfache Art der Videotelefonie auf unsere Bewohner hatte. Sogar bei demenzerkrankten Menschen konnten wir die Freude und die positiven Emotionen sehen, das war wirklich berührend. Die Videotelefonie an sich haben wir begleitet und dafür
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Das Team Fusonic entwickelte in zwei Tagen eine App für die Kommunikation mit älteren Menschen.
auch extra eine Art Telefon-Lounge eingerichtet. Mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und entsprechend atmosphärischem Hintergrund. Schließlich ist ein Besuch auch in normalen Zeiten immer etwas Besonderes. Darauf sollen sich unsere Bewohner auch in einem Videotelefonie-Treffen freuen.“ „Für unserer Team war es eine wertvolle Erfahrung, wie man mit überschaubarem Aufwand für Leute, die es in der Krise jetzt besonders hart trifft, Gutes tun kann. Die Begeisterung für dieses Projekt war immer da, unabhängig von der Wirtschaftlichkeit.“ Matthias Burtscher ist erfreut und auch stolz, dass dies gelungen ist – in einem Unternehmen, das in der jetzigen Zeit auch ganz auf Zusammenhalt ausgerichtet ist. Auch wenn an jedem Ort programmiert werden kann und dies für die Firma kein Problem darstellt, so sind jetzt Teamzusammenhalt in Form von Online-Meetings wie zum Beispiel zusammen kochen oder der Freitags-Feierabend-Chat besonders wichtig geworden. Aber was passiert mit dieser App, wenn bald wieder realer Besuch möglich ist? Ist die App nur auf Zeit programmiert worden? Anfang Mai traten erste vorsichtige Lockerungen in Kraft, ein eingeschränktes Besuchsrecht ist inzwischen erlaubt. „Bereits in der ersten Woche nach Inbetriebnahme haben wir das
zusätzliche Potenzial dieser App erkannt“, erklärt Matthias Burtscher. „Wir wurden gefragt, ob wir die Länderdurchwahl aus Südafrika freischalten können. Eine Angehörige aus Südafrika wollte mit ihrem Verwandten in Rankweil reden. Das ist natürlich fantastisch, dass Menschen über diese Distanz wieder miteinander in Kontakt treten. Auch nach der Coronazeit wird es Verwandten, die im Ausland leben, möglich sein, mit ihren Lieben in Verbindung zu bleiben – ohne lange Autofahrten auf sich nehmen zu müssen.“ Momentan trägt die Firma Fusonic die laufenden Kosten der Videotelefonie. Langfristig, wenn die Krise bewältigt ist, sind mitunter kleine Gebühren möglich. „Das werden wir aber mit den jeweiligen Altersheimen besprechen, die den Dienst danach weiterführen wollen. Wir werden da sicher eine gute Lösung finden“, zeigt sich Burtscher zuversichtlich. Moderne Kommunikationsmittel verbinden weltweit. Das wissen wir als globalisierte Erdenbürger seit der Erfindung der sozialen Netzwerke. Diese App beweist, dass die
Vernetzung nun auch für ältere Menschen zugänglich ist, wo früher oft angenommen wurde, dass die technischen Hürden hierfür zu groß wären. Die Coronakrise macht erfinderisch und spornt Unternehmen wie Fusonic an, innovative Lösungen für die Probleme der heutigen Zeit zu entwickeln. Und das weit über die Coronakrise hinaus. Videotelefonie verbindet auch über Landesgrenzen hinweg.
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Trotzdem JA zum Leben sagen… Impulse für das gute Leben in Krisenzeiten
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Mit einem Mal ist alles anders. Die Plötzlichkeit und Heftigkeit der Corona-Krise fordern jeden und jede von uns. Wir sind aus unseren Gewohnheiten herausgerissen worden. Das Leben wird auf einmal unheimlich. Die Vertrautheit entschwindet und der Blick in unsere Nachbarländer lässt uns die Abgründigkeit des Daseins erahnen. Wir werden gerade auf sehr unmittelbare Art und Weise daran erinnert, dass wir trotz aller Wissenschaft und Technologie die Natur nicht grenzenlos beherrschen können. Allenfalls sind wir ein Teil der Natur und nicht selten sind wir ihr auch ausgeliefert. Wir leben auf instabilem Boden. Eigentlich sollte uns das nicht überraschen. Viele haben gerade das Gefühl, eine historisch einzigartige Situation zu erleben, doch die Geschichtsbücher lehren uns, dass sich die Menschheit schon immer von Krise zu Krise bewegt hat – egal ob von der Natur oder vom Menschen geschaffen.
ben ist lebensgefährlich. Weil wir ein Leben haben, können wir es auch verlieren. Was tun mit dieser Tatsache? Annehmen, auch wenn es schwierig ist. Denn je mehr es uns gelingt, die eigene Sterblichkeit und die Ungewissheit der Todesstunde in unser Leben zu integrieren, desto intensiver erleben wir die Schönheit und die unwiderrufliche Einzigartigkeit jeden Augenblicks. Die Corona-Krise verdeutlicht noch etwas anderes, nämlich die Verbundenheit und Verwobenheit des menschlichen Miteinanders. Wir sind längst im globalisierten Zeitalter angekommen und stehen damit auch zunehmend vor globalen Herausforderungen. Es ist nicht egal, was am anderen Ende der Welt passiert. Die aus der Corona-Krise resultierende Wirtschaftskrise betrifft mehr und mehr die gesamte Menschheit, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Die mannigfaltigen Herausforderungen vor denen
wir stehen, lassen uns die Fragilität unseres Daseins spüren. So erleben wir, dass sich die Dinge auch ganz schnell ändern können – und zwar ungefragt. Der Boden unserer Gewohnheiten wackelt. All dies bedroht und verunsichert. Doch wodurch sind wir in der Corona-Krise gefordert und wie können wir in einen guten Umgang damit kommen? Der Angst ins Gesicht schauen Als Menschen sind wir darauf ausgerichtet, in der Welt zu sein und überleben zu können. Wir wollen uns sicher und aufgehoben fühlen. Das Corona-Virus erschüttert unser Bedürfnis nach Sicherheit zutiefst. So sind es, neben der Sorge um die körperliche Gesundheit, vor allem existenzielle Nöte, die vielen Menschen zu schaffen machen: Wie wird es weitergehen? Was passiert mit meinem Arbeitsplatz? Kann ich meine Miete und meine Schulden weiterhin bezahlen?
Vergänglichkeit und Fragilität Nichtsdestotrotz stellt die aktuelle Situation für die meisten von uns eine außergewöhnliche Erfahrung dar. Das Corona-Virus führt uns mit aller Heftigkeit unsere eigene Vergänglichkeit vor Augen und rückt den Tod wieder mehr ins Bewusstsein des Menschen. Das Le-
Vergänglichkeit und Tod sind Teil des Lebens (Bild: Vanité von Philippe de Champaigne, 1671). Bezahlte Anzeige
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Werde ich meinen Lebensstandard halten können? Worauf werde ich zukünftig verzichten müssen? Um wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen, ist es wichtig, sich der eigenen Lebensrealität zu stellen. In der Angst wollen wir allerdings oft gar nicht so genau hinschauen. Wir stecken in Befürchtungen und sind damit mehr bei dem, was passieren könnte, als bei dem, was tatsächlich vorliegt. Wenn wir uns dem Gegebenen aber ehrlich stellen, verlieren unsere Befürchtungen und Sorgen oftmals ein Stück ihrer Heftigkeit und Bedrohlichkeit. Was ist wirklich und konkret gegeben? Nur in der Klärung der Realität findet der Mensch den daseinstragenden Halt („Auch wenn es schwierig ist, so ist es jetzt“), aus dem heraus neue Perspektiven entstehen können. In-Beziehung-Sein Wir Menschen sind Beziehungswesen mit einer tiefen Sehnsucht nach Verbundenheit. Demnach haben viele von uns die soziale Isolation der letzten Wochen als große Belastung erlebt. Die Besonderheit dieser Situation erlaubt aber auch eine interessante Selbstreflexion: Wie habe ich die drastische Einschränkung meiner sozialen Kontakte erlebt? Wie ist es, wenn ich auf mich selbst zurückgeworfen werde? Weiß ich überhaupt etwas mit mir anzufangen? Halte ich es mit mir alleine überhaupt aus oder renne ich vor mir davon? Wie gut bin ich mit mir, aber auch mit meiner Familie in Beziehung? Ist es mehr ein Miteinander oder Nebeneinander? Was haben wir uns (noch) zu sagen? Im Trubel unseres alltäglichen Lebens kann es durchaus passieren, dass wir uns ein Stück weit verloren gehen. Unstimmiges wird innerlich beiseitegeschoben. Gerne lenken wir uns mit scheinbar dringlicheren Dingen ab. Das krisenbedingte Zurückgeworfen-Sein auf uns selbst bietet die Möglichkeit, wieder einmal bewusst mit uns selbst in Fühlung zu gehen und uns mit der Stimmigkeit des eigenen Lebensentwurfes auseinanderzusetzen. Bezahlte Anzeige
Mit den Zutaten kochen, die man hat Als Menschen wollen wir möglichst unser Selbst-Sein zum Ausdruck bringen, d. h. wir wollen das verwirklichen, was uns persönlich bedeutsam und wertvoll erscheint. Die Möglichkeit der eigenen Lebensgestaltung ist jedoch immer durch äußere und innere Bedingungen und Strukturen begrenzt. In diesem Sinne ist die Corona-Krise auch insofern eine große Zumutung, als dass sie unseren Möglichkeitsraum zur Lebensgestaltung massiv beschränkt. Ist es mir möglich, ein gutes Leben zu führen, auch wenn ich in der nächsten Zeit den Gürtel enger schnallen muss? Kann ich auch ohne Urlaubsreise einen schönen Sommer haben? Lasse ich mich auf die aktuelle Situation mit ihren begrenzten Möglichkeiten ein oder schaue ich mit jammervollem Blick ständig darauf, was gerade nicht möglich ist? Unser Leben ist in ein dynamisches Bedingungsgefüge eingebettet, das uns je nach Lebenssituation einen größeren oder kleineren Gestaltungsspielraum bietet. Darauf haben wir nur bedingt Einfluss. So sind wir aufgefordert, innerhalb des jeweils gegeben Freiheitsraumes das eigene Leben bestmöglich zu gestalten. Wertvolles leben Als Menschen sind wir auf Sinn ausgerichtet. Wir wollen, dass es in unserem Leben um etwas geht. Der Blick für die größeren Zusammenhänge ist dabei wesentlich, denn die Sinnerfahrung ist immer an einen Kontext gebunden. Damit stellt sich jedem von uns die Frage: Was ist für mich die wertvollste Aufgabe in der aktuellen Situation? Gelingt es mir, diese Aufgabe zu bewältigen, erlebe ich mich innerlich als erfüllt. Die Corona-Krise stellt uns vor neue Herausforderungen, auf die wir erst noch eine Antwort finden müssen. Was verlangt die aktuelle Situation von mir? Wo bin ich gerade gefragt? Wozu fordert mich das Leben jetzt auf? Wie lautet meine Antwort? Gerade die Sinnerfahrung gibt uns Kraft, um widrige Umstände oder
schwierige Lebenssituationen zu überstehen. Frei nach Friederich Nietzsche: Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie. Leben findet immer diesseits der Bedingungen statt. Die eigentliche Aufgabe des Menschen besteht darin, gestalterisch mit den jeweiligen Bedingungen umzugehen, um so – trotz aller Widrigkeiten – zu einem erfüllten Leben zu kommen. Text: Daniel Scheyer & Christian Kathan
LEBEN HEISST, DASS IMMER ETWAS DAZWISCHENKOMMEN KANN. Leben ist keine Garantie. Sicher ist der Tod. Alles kann sich ändern. Leben ist Wandel. Leben hat Abschnitte, Phasen, Wellen – aber keine Schienen. Wir können manches planen. Doch umfassen wir es nie, das Leben. Erfassen es nie. Fassen es nicht.
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Leben geht seinen Weg. Es hat seine Weisheit […], wir aber sind Teilhaber Wellenreiter Empfänger und Träger Von allem, was das Leben bringt. Und immer. Der Text stammt aus dem Buch „Sinnspuren. Dem Leben antworten“ (S. 67) von Alfried Längle, erschienen im Residenz Verlag.
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„HEROIN HAT MEINEN CHARAKTER VERÄNDERT“ Zuerst trank er Alkohol, am Ende schnupfte er Heroin. Mit dramatischen Folgen. Christian (44) sprach mit der marie über Drogensucht, Jobverlust, echte Freunde und welchen Traum er sich noch gerne erfüllen würde.
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Interview und Foto: Frank Andres
marie: Wie geht es dir heute? Christian: Es geht mir insofern gut, weil ich nach jahrelanger Suche endlich eine Wohnung gefunden habe. Was bedeutet eine eigene Wohnung für dich? Das ist für mich essenziell. Ich habe davor 15 Monate in einem Zimmer eines Wohnungslosenprojektes gelebt. In dieser Zeit ging es mir wirklich nicht gut. Warum? Dort traf ich auf Menschen, die ich von früher gekannt habe. Menschen, die Alkohol und andere suchtmachende Substanzen konsumierten. Ich durfte auch tagsüber niemanden mit aufs Zimmer einladen. Ich fühlte mich in meiner Intimsphäre eingeschränkt. Es war wie ein offener Vollzug für mich. Ich möchte aber betonen, dass solche Einrichtungen wie Kaplan Bonetti sehr wichtig sind.
Wann bist du zum ersten Mal mit Drogen in Kontakt gekommen? Das war mit 15, 16 Jahren. Was hast du konsumiert? Zuerst Alkohol. Am 1. Juli 1993 habe ich dann zum ersten Mal Ecstasy eingenommen. Das weiß ich deshalb so genau, weil an diesem Tag ein Freund von mir Geburtstag hatte. Es folgten Speed und Kokain, aber kein Heroin. Ich fühlte mich immun gegen diese Substanzen. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht süchtig. Und was war mit Alkohol? Den habe ich regelmäßig getrunken. Bis heute. Heroin habe ich erst mit 25 Jahren angefangen zu konsumieren. Wie kam es dazu? Die Kokainwelle ist im Jahr 2003, als der erste Irak-Krieg ausgebrochen ist, abgeebbt. Plötzlich ist Europa von Morphinen wie Heroin überschwemmt
worden. Die Droge war billig und hatte eine gute Qualität. Ich hatte mir aber geschworen, niemals Heroin zu nehmen. Weshalb? Als ich 15 Jahre alt war, hatte ich eine gleichaltrige Freundin. Sie hatte Heroin genommen. Ich habe mitbekommen, wie schlecht es ihr ging. Sie musste sich immer übergeben. Dieser Anblick war für mich erschreckend. Was ist mit ihr passiert? Sie hat sich umgebracht. Du hast dann aber doch Heroin probiert? Ja. Ich fühlte mich stark und glaubte, nicht süchtig werden zu können. Ich habe am Anfang ein Päckchen Heroin um 25 Euro gekauft. Damit bin ich eine Woche durchgekommen. Doch dabei blieb es nicht. Kurze Zeit später nahm ich zwei Päckchen pro Woche. Und der
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Konsum hat sich immer mehr gesteigert. Und wie hast du das Heroin konsumiert? Durch die Nase geschnupft. Wie war deine berufliche Situation zu diesem Zeitpunkt? Ich hatte einen gut bezahlten Job. Ich konnte mir teure Autos leisten. Trug geschneiderte Anzüge. Ich ging zwei Mal im Jahr nach Südostasien in Urlaub. Mir hat materiell nichts gefehlt. Trotzdem habe ich mit 25 Jahren mit Heroin angefangen. Hast du nicht am Anfang mit dir selbst gerungen? Doch. Das Teufelchen auf meiner linken Schulter hat zu mir gesagt: „Hol dir das Heroin!“ Und das Engelchen auf der rechten Seite wehrte sich dagegen. Am Ende hat sich das Teufelchen durchgesetzt. Was war die Folge deines Heroinkonsums? Diese Droge hat meinen Charakter verändert. Und zwar im negativen Sinn. Ich habe gelogen und betrogen. Ich hatte das Gefühl, nicht mehr ich selbst zu sein. Du tust alles, um an das Heroin zu kommen. Ich bin dann selbst in die Schweiz gefahren, um dort den Stoff zu holen. Bei einer dieser Fahrten wurde ich 2008 an der Grenze verhaftet. Was wurde dir vorgeworfen? Import, Export, Weitergabe, Verkauf und Konsum von Heroin. Weil ich alles vor Gericht zugegeben habe, wurde ich zu Therapie statt Strafe verurteilt. Das habe ich akzeptiert. Bis zum Gerichtsurteil saß ich aber zuvor fünf Monate in Untersuchungshaft. Ohne Ersatzdrogen? Ja, ich habe im Gefängnis einen kalten Entzug durchgemacht. Ich habe keine Mittel bekommen. Die ersten vierzehn Tage lag ich mit Schüttelfrost im Bett. Wie ging es danach weiter? Am 12. Dezember 2008 bekam ich einen Anruf von der Carina, dass sie einen stationären Platz für mich haben. Da war ich dann fünf Monate lang. In dieser Zeit war ich auch clean. Ich habe dann den Führerschein für alle Klassen, außer Busfahrer, gemacht. Ich fand auch einen Job als Lkw-Fahrer. Wie lange hast du da gearbeitet?
Genau ein Jahr und sechs Tage. Was ist dann passiert? Es war ein Freitag. Ich war mit meinem Klein-Lkw in Schruns unterwegs. Ein Autofahrer, der hinter mir gefahren ist, hat mich angezeigt. Warum? Er hatte gedacht, ich sei betrunken. Dann kam die Polizei und riss die Türe meines Lkw auf. Es hatte nach Eierlikör gerochen, weil eine Kiste umgefallen und dabei ein paar Flaschen kaputt gegangen waren. Ich hatte die kaputte Ware auf den Beifahrersitz gelegt. Wie hat die Polizei reagiert? Aufgrund des Geruches im Auto fragte mich ein Polizist, ob er bei mir einen Alkoholtest machen dürfe. Ich habe mit „Ja“ geantwortet. Nichtsahnend steckte ich mir einen Kaugummi in den Mund. Das hat seine Kollegin mitbekommen und mich belehrt: „Das ist eine Verweigerung des Tests.“ Das ist gleichbedeutend mit einem Alkoholgehalt von 1,6 Promille. Ganz ehrlich: Warst du zum Zeitpunkt der Kontrolle nüchtern? Ja, zu hundert Prozent. Ich habe mir einen Anwalt genommen und versucht, meine Verurteilung zu einer Geldstrafe von 2490 Euro zu bekämpfen. Das ging bis zum Obersten Gerichtshof, aber ohne Erfolg. Der Führerschein wurde dir abgenommen. Was waren die Folgen für den Job? Ich wurde fristlos entlassen. Und hast du inzwischen wieder einen Führerschein? Nein, bis heute nicht. Und das sind inzwischen zehn Jahre. Ich habe damals gesagt: „Wenn ihr mir jetzt den Führerschein wegnehmt, dann will ich ihn nicht wieder zurück.“ Hast du danach wieder zu Drogen gegriffen? Ja, es kam unmittelbar danach zu einem großen Rückfall. Ich habe dann aber einen Psychiater gefunden, der mir Drogen ersatzmittel verschrieben hat. Seitdem bin ich im Ersatzprogramm und nehme keine anderen Drogen außer Alkohol mehr. Wie ging dein Leben weiter? Zuerst lebte ich noch bei meiner Mutter.
Danach wohnte ich in einer Sozialwohnung. Aus der musste ich wegen angeblicher massiver Lärmbelästigung wieder raus. Du bist heute 44 Jahre alt, nicht mehr arbeitsfähig und in Frühpension. Hast du Freunde, die sich um dich kümmern? Wenn du am Ende deines Lebens eine Handvoll Freunde aufzählen kannst, wenn du weißt, wann sie geboren wurden, wer ihre Eltern waren, was sie mögen, dann stirbst du als reicher Mensch. Auch ohne Geld. Ich habe in meinem Leben bisher zwei Freunde gefunden. Auch wenn wir manchmal ein halbes Jahr nichts voneinander hören, freuen sie sich über einen Anruf von mir. Was ist für dich heute ein guter Tag? Wenn ich normal aufstehen kann, ausgeschlafen bin und wegen der Medikamente nicht sofort zur Apotheke rennen muss. Wenn jemand neben dir liegt und ernsthaft zu dir sagt, dass er dich gern hat. Wenn ich eine eigene Wohnung habe, so klein sie auch sein mag. Wenn ich einmal einen Tag ohne Alkohol überstehen kann. Wenn meine Finanzen geregelt wären. Du bist ein Mensch, der die negativen Seiten des Drogenkonsums brutal zu spüren bekommen hat. Welche Tipps hast du für junge Menschen, die mit Drogen experimentieren? Ich habe nicht das Recht, anderen Tipps zu geben. Ich bin nicht deren Vater, Bruder oder Cousin. Ich kann anderen nur sagen, was mit meinem Körper passiert ist. Wenn jemand trotzdem seine Drogen weiter konsumieren will, dann soll er das tun. Aber was ich nicht mag, ist, wenn das jemand vor meinen Augen macht. Das vertrage ich nicht. Du hast jetzt eine eigene Wohnung gefunden. Welchen anderen Traum würdest du dir noch gerne erfüllen? Ich will noch einmal in meinen Leben am Sandstrand am Meer liegen. Und ich wünsche mir, dass es auch anderen Drogenabhängigen irgendwann wieder besser geht. Eines möchte ich zum Schluss noch sagen: „Mama, ich entschuldige mich bei dir und möchte mich gleichzeitig bei dir bedanken. Für alles, was du für mich getan hast.“
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AUCH AUFS ESSEN NICHT VERGESSEN! 34 |
Er bügelt die Österreichfahne im Palais Thurn und Taxis, verwandelt Autos in „Fat Cars“, zeichnet das Flussufer zwischen Wien und Bratislava und signiert Schneebälle in Lech. Der Rankweiler Künstler und Bildhauer Roland Adlassnigg (Jahrgang 1972) mischt auf einer großen Palette seines handwerklichen und künstlerischen Vermögens. In seinem Atelier für außergewöhnliche Angelegenheiten durften wir ihm über die Schulter schauen.
Im Rankweiler Kreisverkehr balancieren die Hinkelsteine auf zwei Rädern, bei der neuen Version für Zuhause nur noch auf einem.
Text: Mirjam Steinbock Fotos: Frank Andres
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ereits der Vorplatz des Ateliers zeigt, aus welcher Materialfülle Roland Adlassnigg für seine Arbeiten schöpft: Auf einem Hochregal finden sich auf Paletten und in Holzkisten jene großformatigen Baustoffe aus Holz, Stein, Bronze und Kupfer, die in seinem Atelier keinen Platz mehr finden – im Inneren ist jeder freie Raum komplett ausgenutzt. Auf dem Weg in sein Büro
zirkelt man an Skulpturen, Zeichnungen, Geräten und Modellen aus Karton vorbei, begegnet Sägen, Schnitzwerkzeugen und Gliedmaßen aus Kunststoff und weicht so mancher Schachtel aus, in der sich unter anderem Schutzmasken befinden. Die hatte Roland Adlassnigg, der Baumärkte ganzjährig zur persönlichen Shoppingmeile erklärt, schon lange vor der Krise eingelagert. Und auch sonst ist der Holz- und Steinbildhauermeister gern gut vorbereitet und ein Fan kurzer Wege und effizienter Arbeitsprozesse.
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Diese wird es auch brauchen, betrachtet man das breite Wirkungsfeld des bildenden Künstlers, der nie zu ruhen scheint und parallel zum eigenen künstlerischen Tun auch Kolleg*innen im Ausstellungsaufbau und bei der Produktion unterstützt. Zu seinen berühmtesten Kunden zählt der niederösterreichische und international anerkannte Künstler Erwin Wurm. Für ihn bläht Roland Adlassnigg Autos mit Statussymbol bis zur Unkenntlichkeit auf und macht sie damit zu „Fat Cars“. Er selbst arbeitet ebenfalls in großen Dimensionen und bringt Schriftzüge an Staumauern an oder zieht einen vier Tonnen schweren Brunnen in einen Hohenemser Innenhof. Seine Liebe zum Detail schlägt sich in kleinteiligen Arbeiten wie Schnitzereien nieder oder in langen Nächten, die er geduldig mit dem Brennen von Schnaps verbringt. Diesen reicht er zusammen mit Wasser bei Ausstellungseröffnungen. Eine einfache Auswahl sei ihm wichtig, „die Diskussionen über die Getränke sind mir auf den Keks gegangen“, sagt er.
Es muss keiner, es darf jeder
Schnaps oder Wasser – das hört sich an wie das Spiel Wahrheit oder Pflicht. „Ja“, sagt Roland Adlassnigg und ergänzt: „Es muss keiner, es darf jeder. Aber es gibt manchmal Auflagen.“ Bei einer Ausstellung habe er einen Schnapsaltar gebaut und dort hätte man kniend an den Gott/ die Göttin der eigenen Wahl beten müssen, um an die Belohnung in Form von Schnaps zu gelangen. „Die Leute haben gebetet wie wild, stehend, kniend, laut, leise. Als Dank dafür haben sie kein Vater unser, sondern einen Schnaps bekommen und das hat funktioniert“, erinnert er sich schmunzelnd. Ein Augenzwinkern scheint bei dem Rankweiler die obligatorische Draufgabe zu sein. Der humorvolle, spielerische Ansatz macht seine Kunst oft zu einem Schauplatz, auf dem Menschen selbst zum Mitwirken und Mitdenken eingeladen sind. In einem von ihm gestalteten Kreisverkehr in Rankweil lässt er Autofahrer*innen seine künstlerische Idee umfahren. „Der Kreisverkehr ist eigentlich eine Nichtbegegnungszone und sehr fragil, weil man aufpassen muss, woher die Autos kommen und wie schnell. Mein Gedanke war, dass sich zwei unterschiedliche Steine,
Restaurierungsarbeiten: Was ihn einst zur Berufswahl motivierte, gehört noch heute zu Roland Adlassniggs Arbeitsalltag.
einer aus dem Silvretta-Gebiet und einer aus dem Schwarzachtobel, in Rankweil treffen und ein kleines Wettrennen um den Kreis machen. Wobei Wettrennen immer auf dem Prinzip schneller, weiter, stärker beruht. Ich habe die Richtung umgekehrt, indem ich sagte, je langsamer, desto besser. Das habe ich aufgelöst, indem die Steine auf einer Achse balancieren. Auf zwei Rädern hintereinander kann man schnell fahren, aber auf zwei Rädern nebeneinander wird das ganze schon schwieriger“, erläutert Roland Adlassnigg seinen Ansatz der Entschleunigung. Seine jüngsten Skulpturen gehen noch mehr in diese Richtung, sie balancieren jetzt nur noch auf einem Rad.
Plan B statt lamentieren
Einspurig zu fahren wäre dem Künstler jedoch zu langweilig: „Jeden Tag dasselbe zu machen, wäre für mich das Falsche. Es ist ein großer Faktor meiner Arbeit, dass es möglichst nicht langweilig wird.“ Dazu gehöre auch die Kooperation: „Drei Hirne denken besser als eines und das macht auch noch mehr Spaß. Ich würde es nicht als mal drei, sondern als hoch drei bezeichnen. Wenn einer einen Gedanken hat, stachelt das den anderen an und fordert ihn heraus.“ Um das Annehmen neuer Herausforderungen ging
es Roland Adlassnigg auch nach etlichen Jahren der Selbständigkeit, in die er gleich nach der Absolvierung der vierjährigen Ausbildung in Innsbruck und dem Abschluss als Holz- und Steinbildhauer mit Auszeichnung startete. „Irgendwann dachte ich, da geht noch was. Ich hatte gesehen, dass es in Wien die Möglichkeit gibt, die Meisterprüfung abzulegen. Aber man musste nachweisen, dass man mindestens fünf Jahre in einem Betrieb gearbeitet hatte. Das traf auf mich nicht zu. Mein Steuerberater hat dem Komitee also in einem Schreiben bestätigt, dass ich seit sieben Jahren selbständig war und genügend Aufträge hatte. Das lieferte den Beweis, dass ich einen Betrieb führen konnte und man ließ mich zur Meisterprüfung zu“, erzählt Roland Adlassnigg, der damit sein Unternehmen auf noch solidere Füße stellte. Die Auftragslage war bis vor kurzem äußerst stabil und vielversprechend mit „zwei richtig großen Skulpturen, zwei Bühnenbildern, drei Messeaufbauten und einem größeren Projekt, das sich nun aller Wahrscheinlichkeit um 90 Prozent verringern wird.“ Dennoch füllen sich die Auftragsbücher langsam wieder und der Bildhauer nutzt die Zeit zum Aufräumen und Produzieren. Jammern sei ohnehin nicht seines: „Wichtig ist mir, wenn Plan A nicht funktioniert, braucht es Plan B. Möglichst, ohne viel zu lamentieren. An der Krise ist nicht alles schlecht und ich denke, dass wir die Qualitäten, die wir jetzt erkennen, auch zum Teil erhalten sollten“, gibt der Künstler zu bedenken. Aktuell verbringe er viel Zeit mit seiner Frau und seinem Sohn. „Sich Zeit nehmen zu kochen und zusammen zu essen, das hat große Qualität. Man sollte den Kopf nicht hängen lassen, es gibt andere Möglichkeiten. Und auch aufs Essen nicht vergessen.“
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„ Sage allen Danke“
Mitte Februar musste marie-Verkäufer Somadina Ifesinachi Okoye (genannt Kenneth) Vorarlberg verlassen und nach Nigeria zurückkehren. Wie geht es dem 31-Jährigen in seiner afrikanischen Heimat? Wie sehr hat sich das Leben von „Oma“ Elsbeth (89), die sich um den jungen Afrikaner in Vorarlberg gekümmert hat, verändert? Die marie hat bei beiden nachgefragt.
Text und Foto: Frank Andres
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ie verbindet eine echte Freundschaft. Kenneth, der vier Jahre lang die marie vor dem Hofer in Koblach verkauft hat, und Elsbeth, die sich in dieser Zeit wie eine richtige Oma um ihn gekümmert hat. Doch seit drei Monaten ist alles anders. Der Asylantrag von Kenneth ist in zweiter Instanz abgelehnt worden. Er musste Österreich verlassen. Elsbeth blieb in Götzis allein zurück (die marie berichtete).
Luft ausgegangen
„Ich bin am Anfang in ein großes, schwarzes Loch gefallen“, erzählt Elsbeth beim Besuch der marie in ihrer Wohnung. Sie habe auch gesundheitliche Probleme bekommen. „Mir ist im wahrsten Sinne des Wortes die Luft ausgegangen. Mein Lebensrhythmus war gestört.“ Ihr fehlte eine Aufgabe. Statt Kurzweil herrschte Langeweile. Nicht zuletzt verstärkt durch das Corona-Virus. Inzwischen hat sich Elsbeth gesundheitlich gefangen. Nach wie vor hat sie mit ihrem „Enkel“ Kenneth täglich Kontakt. Via WhatsApp. „Das ist nicht immer ganz einfach. Manchmal ist die Verbindung nach zwei Minuten wieder unterbrochen oder ich erreiche Kenneth gar nicht.“
Bleibt optimistisch
Die marie hat Glück. Sie erreicht Kenneth gleich beim ersten Versuch am Telefon. Die Verbindung ist hervorragend. Man hat nicht das Gefühl, tausende Kilometer voneinander getrennt zu sein. Der 31-Jährige lebt seit seiner Rückkehr in Nnewi, einer 400.000 Einwohner-Stadt im nigerianischen Bundesstaat Anambra. „Ich hatte Tränen der Freude, als ich nach fünf Jahren wieder meine
Eltern und Geschwister getroffen habe“, erzählt er. Die Wiedersehensfreude ist das eine, der Alltag in seiner afrikanischen Heimat das andere. Nicht zuletzt wegen des Corona-Virus hat sich seine Situation und die seiner Landsleute massiv verschlechtert. Seit Mitte März seien die meisten Geschäfte geschlossen. Es gebe praktisch keine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Die Wirtschaft in seinem Land liege am Boden. Soziale Unterstützung vom Staat: Fehlanzeige. Das treffe vor allem gesundheitlich beeinträchtigte Menschen. „Niemand kümmert sich um sie. Sie leiden Hunger. Die teuren Lebensmittel können sie sich nicht leisten“, schildert Kenneth die dramatische Situation. Deshalb sei er selbst zwei, dreimal pro Woche unterwegs, um Geld zu sammeln. Damit kaufe er Essen für die Ärmsten der Armen. Sein Traum, ein Geschäft für Autoersatzteilen zu eröffnen, ist in weitere Ferne gerückt. Doch er bleibt dennoch optimistisch. „Ich bin sicher, dass ich bald einen Job finde.“ Noch immer denkt Kenneth sehnsüchtig an seine Zeit in Vorarlberg zurück. Und er gibt mir eine Botschaft mit auf den Weg. „Sage allen Danke, die mich während meiner Zeit als marie-Verkäufer unterstützt haben.“
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Frühstücksgruß für pflegende Angehörige In Bregenz, Hard, den Rheindelta-Gemeinden wie auch in Wolfurt, Kennelbach und Schwarzach schwärmten Ehrenamtliche aus, um die Familien, in denen jemand gepflegt wird, mit Brötchen zum Frühstück zu beliefern. Häusliche Pflege und Betreuung sind nicht selbstverständlich, sie verdienen Respekt und Anerkennung. Oft ist die persönliche Situation belastend, Unterstützung anzunehmen fällt nicht allen Menschen leicht – und oft hängt alles an einer einzigen Person. Gerade auch für pflegende Angehörige sind die Corona-Bestimmungen schwer, weil sie als Risikogruppe besonders geschützt bleiben müssen. Diese Gemeinschaftsaktion der beteiligten Gemeinden soll für den wertvollen Beitrag sensibilisieren, den die pflegenden Angehörigen für ihre Nächsten und auch für die Gesellschaft leisten. Sie soll aber auch die Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft wecken, vielleicht einmal nachzufragen oder kleine Dienste anzubieten, auch wenn die eigenen Nachbarn nicht von sich aus um Hilfe bitten. Gemeinsam lässt sich vieles leichter tragen – und die Brötchen vom Bäcker sind schon mal ein kleiner Anfang. Filmdoku unter: www.aktion-demenz.at/fruehstueck
Sudoku So geht‘s: Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Reihe, in jeder Spalte und in jedem Block (= 3×3-Unterquadrat) die Ziffern 1 bis 9 genau einmal vorkommen. Viel Spaß!
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Lösung auf Seite 47
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SHUTDOWN MIT SALSA Vor fast genau einem Jahr schloss die Kennelbacherin Sara Sieber ihren Bachelor in Sozialer Arbeit ab, kündigte ein paar Monate später ihren Job und brach Ende November zu ihrer bereits dritten Weltreise auf. Erst standen Indien und Sri Lanka auf dem Programm, später sollte es via Backpacking durch Zentral- und Südamerika bis nach Argentinien gehen. In Mexiko war jedoch Endstation. Von dort berichtet sie uns.
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Text und Foto: Sara Sieber
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nfang März kam ich in Mexiko-Stadt an, wo ich zum ersten Mal mit der Panik anderer Reisenden konfrontiert wurde. Viele hatten zu dem Zeitpunkt aufgrund der sich verschärfenden Coronasituation angefangen zu überlegen, ob es nicht besser wäre, nach Hause zu fliegen. Für mich war das allerdings keine Option – so schnell wollte ich nicht aufgeben. Natürlich machte ich mir Gedanken darüber, dass das Gesundheitssystem in Mexiko nicht so gut ausgestattet ist wie in Österreich. Auch darüber, dass die Kriminalität ansteigen könnte, wenn viele Menschen plötzlich nicht mehr arbeiten dürfen und somit auch kein Einkommen mehr haben. Zum Glück unterstützten mich meine Eltern vollkommen in meiner Entscheidung. Das machte es viel leichter zu bleiben. In Mexiko-Stadt lernte ich eine US-Amerikanerin kennen, die genauso wenig zurückreisen wollte wie ich. Für mich war die Vorstellung von Quarantäne in Österreich echt surreal, da das Leben in Mexiko ganz normal weiterlief. Uns war aber dennoch bewusst, dass wir dem Virus trotz der Normalität hier nicht entkommen konnten. Wir machten uns daher auf die Suche nach einem Ort mit Flughafen, an dem es sich längere Zeit aushalten ließe und von dem aus wir im schlimmsten Fall schnell abreisen könnten. Unsere Wahl fiel auf Puerto Escondido, eine kleine Stadt an der Pazifikküste. Mit dabei ein Backpacker aus Holland, den wir kurz davor kennengelernt hatten. Am 20. März kamen wir in Puerto Escondido an und landeten in der ‚Casa Losodeli“, einer Mischung aus Hostel und Hotel, Wohneinheiten und Pool inklusive. Der perfekte Ort also, um es ein paar Wochen lang auszuhalten. Zu dritt bezogen wir eine der Wohnungen und fühlen uns seitdem wie zuhause. Die An-
gestellten und die Managerin des Hotels sind toll, kümmern sich dem ganzen Chaos zum Trotz um alles und informieren uns über alle Entwicklungen in Mexiko. Das Schöne an unserer kleinen Runde – wir waren anfangs 12 Leute im ganzen Hotel – ist, dass wir aufgrund der Ausnahmesituation sehr schnell enge Freundschaften geschlossen haben. Wir kümmern uns gegenseitig umeinander und die individuellen Qualitäten machen uns zu einer super funktionierenden Gemeinschaft. Es ergaben sich sogar ein paar Liebesgeschichten und wir scherzten immer wieder, dass wir eigentlich eine Realityshow über unsere Zeit hier drehen sollten. Es fühlt sich an, als würden wir in einer Komfort-Blase leben – weit weg von der Realität einer ganz anderen Quarantäne in Europa. Ganz ignorieren können wir die Veränderungen aber auch in dieser Blase nicht. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich das erste Mal merkte, dass sich Dinge aufgrund des Virus auch in Mexiko veränderten. Nach ungefähr einer Woche meines Aufenthalts berief die Hotelmanagerin alle Gäste ein und informierte uns, dass sie das
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Die Vorarlbergerin Sara Sieber (vorne links im Bild) berichtet aus Mexiko.
Hotel aufgrund von Regierungsanweisungen schließen müsse. Nur die Gäste, die schon hier wohnen, durften bleiben – zu unserem Glück! Andere Hotels hatten ihre Gäste einfach vor die Tür gesetzt. Und auf einmal wurde alles doch auch für uns deutlich ernster. Als ich am Tag danach vom Einkaufen zurückkam, waren alle Rollläden des Hotels und der Eingang geschlossen. Ab jetzt kamen wir nur noch beim Nebeneingang hinein. Die nächste Veränder ung ließ nicht lang auf sich warten – alle Restaurants im touristischen Teil der Stadt mussten zumachen und in den übrigen Restaurants gibt es seitdem nur noch Essen zum Mitnehmen. Strände, Parks und sonstige öffentliche Plätze dürfen nicht mehr aufgesucht werden. Die Märkte und auch die meisten kleineren Geschäfte sind aber dennoch geöffnet. Seit ein paar Tagen gibt es verschärfte Regelungen: Niemand darf zwischen 22 Uhr und 5 Uhr das Haus verlassen, zudem besteht Maskenpflicht. Eineinhalb Monate nach Österreich beginnt also auch hier der Lockdown. Wie erleben wir das? Wir hatten von Anfang an gute Ideen, wie wir uns hier die Zeit ver-
treiben könnten. Jede einzelne hat eine eigene Tagesroutine, den Abend verbringen wir meistens gemeinsam. Seither erledige ich von Montag bis Freitag jeden Vormittag meine Hausaufgaben und lerne Spanisch-Vokabeln. Am Nachmittag lerne ich via Skype zwei Stunden mit Susana, meiner Online-Lehrerin. Anschließend bin ich meistens ziemlich geschafft und verbringe den Rest des Tages am Pool, mit Tagebuch schreiben, lesen, Billard spielen oder sitze einfach nur gemütlich auf der Terrasse unserer Wohnung und schau aufs Meer: Welch‘ ein Luxus ein Zimmer mit Meerblick zu haben, wenn man nur noch eingeschränkt hinausgehen darf! Auch meine anderen Mitbewohnerinnen haben gut zu tun. Benni, eine Kongolesin beispielsweise, lehrt jeden Vormittag Yoga auf der Dachterrasse – exklusiv für uns. Freitags bietet das Hotel Salsaklassen an, dann wird gemeinsam zwei Stunden getanzt. Im Außenbereich des Hotels steht ein riesiger Mangobaum, der seit zwei Wochen jeden Tag mehrere reife Mangos abwirft. Damit produzieren wir Eiscreme, Sorbet, Saft oder was uns sonst noch einfällt. An vielen Abenden schauen wir uns auf dem Dach den Sonnenuntergang an, bevor wir das gemeinsame Abendessen beginnen – mit Gerichten aus den jeweiligen Herkunftsländern versteht sich. Nun aber bröckelt die Gruppe langsam auseinander. Die Abschiede fallen schwer, weil wir wie eine kleine Familie zusammengewachsen sind. Für mich fühlt es sich hier dennoch an wie im Paradies, verglichen mit den Geschichten von zu Hause. Eine kleine Blase, die ich am liebsten nicht verlassen würde. Da sich aber in den letzten Wochen gezeigt hat, dass eine Weiterreise in absehbarer Zeit nicht möglich sein wird, werde auch ich Mitte Mai zurück nach Österreich fliegen, um einen Job zu suchen und meine Weltreise zum nächstmöglichen Zeitpunkt fortzusetzen.
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WASTE’S END Ein Blog von Kristina Heilinger Was wir aus der CoronaPandemie lernen können
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Nie wieder werde ich ohne Hintergedanken das Wort Corona lesen (auch wenn es nur auf einer Getränkekarte in der Bar steht): COVID-19 hat auch in Österreich zahlreiche Opfer gefordert. Noch nie erlebten wir so drastische Einschränkungen unserer Freiheit. Einkaufszentren und Restaurants blieben geschlossen, die Skisaison endete bereits im März, Verreisen wurde ein Ding der Unmöglichkeit. #stayhome Posts erfüllten die sozialen Medien schlimmer als die Werbung einer gewissen Möbelhauskette das abendliche Fernsehprogramm. Klar, die meisten Menschen wollten einfach nur, dass alles wieder „normal“ wurde. Doch „normal“, was ist das? Haben wir in den letzten Jahren überhaupt „normal“ gelebt? Ist es normal, am laufenden Band shoppen zu gehen? Elektrogeräte zu kaufen, die in kürzester Zeit durch ein neueres Modell ersetzt werden? Kleidung zu kaufen, die wir zu 80 Prozent niemals anziehen, die Hälfte unseres Essens in den Müll zu werfen und jedes Jahr mit dem
mehr im Garten arbeiten und öfter spaBilligflieger in den Urlaub zu reisen? zieren gehen. Auch ohne Corona müssen Während der Corona-Pandemie stand wir nicht dort mit grenzenloser Produktidie Wirtschaft in vielen Teilen dieser Welt on, Konsum und Verschwendung weiterkomplett still. Dabei zeigte sich in China in Städten, die ansonsten unter einer machen, wo wir aufgehört haben. Smogglocke verschwinden, wieder blauDies ist die Gelegenheit, unsere Syser Himmel. In Venedigs Kanälen konnte teme nachhaltig umzustellen: Mit einer man auf den Grund sehen, so klar war Wirtschaft, die nicht mehr auf ewiges das Wasser, welches sonst durch schweren Wachstum baut und langlebigere, nachSchiffsverkehr verschmutzt wurde. Durch haltigere und reparierfreundliche Proden Rückgang des Verkehrs sanken die dukte produziert sowie Dienstleistungen Kohlenstoffdioxidemissionen weltweit. bereitstellt. Mit Menschen, die weniger, Die extremen Einschränkungen, unaber kritischer und bewusster konsumieter denen Millionen Menschen in den ren. Und mit der Erkenntnis, dass wir letzten Monaten litten, waren alles andere mehr Achtsamkeit vor Leben haben sollals normal. Doch die laufende Umweltten. Denn in den vergangenen Monaten zerstörung, die wir in den letzten Jahren haben wir alle immer wieder gesehen, wie erlebt hatten, ist es ebenso wenig. Wir vergänglich es ist. sollten die Pandemie, die in vielen Ländern noch nicht vollständig abgeflaut ist, als Denkanstoß nehmen und unser Leben nun nachhaltig umstellen. Denn auch ohne brachiale Maßnahmen seitens des Staats können wir weniger fliegen, weniger Auto fahren und CO2-Kompensationen bezahlen. Auch ohne ein Virus können Nach COVID-19 – es wird Zeit, nachhaltiger zu wirtschaften und alte Denkmuster zu erneuern. wir uns weiterbilden,
Lösen Sie es in 60 Sekunden Beginnen Sie die Kopfrechnung mit der Zahl im Feld ganz links. Rechnen Sie von links nach rechts. Die Lösung im leeren Feld rechts eintragen. Jede Rechnung unabhängig von der Schwierigkeit sollte in weniger als 60 Sekunden gelöst werden. Keinen Taschenrechner verwenden! Lösung
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×4
÷8
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×2
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÷3
+12
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×5 Lösung
Für Fortgeschrittene
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zum Quadrat
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der Summe
×6
+2/3 der Summe
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Für Genies
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zum Quadrat
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1/4
der Summe
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3/4
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Charmanter Retro-Chic? Mitnichten...
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Die Folgen des Shutdown spiegeln uns ungeschminkt, wie es um unser Zusammenleben steht. Ganz speziell ins Scheinwerferlicht rückt dabei die Lage der Frauen und das Thema Gleichberechtigung. Macht Not wirklich erfinderisch oder doch eher reaktionär?
Text: Simone Fürnschuß-Hofer Fotos: Eva Rauch, Pamela Rußmann, privat
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ine Bekannte schreibt mir, sie habe gerade ihren Job verloren. Sie ist Akademikerin, hat drei kleine Kinder und war bis dato geringfügig beschäftigt. Von einer Freundin erfahre ich, sie müsse all ihren auf die Sommerferien gesparten Urlaub abbauen und wisse nicht, wie sie mit ihren zwei Kindern über die Sommermonate käme. In den Hauptnachrichten lobt ein Regierungsvertreter seine Frau, wie vorbildlich sie sich dem Homeschooling widme. Der hiesige Landeselternverband weiß wiederum von Alleinerzieherinnen in systemerhaltenden Berufen, die erschöpft von der Arbeit nach Hause kämen und abends noch mit ihren Kindern über den Arbeitsblättern säßen. Ihr Nachwuchs werde zwar in der Schule betreut, dennoch sei diese im coronabedingten Standby-Modus vor allem
Hort ohne offiziellen Bildungsauftrag. Mögen das auch nur einzelne Spotlichter sein – sie zeigen, dass in dieser Krise gerade auch die Frauen gefährdet sind, unter die Räder zu kommen. Und das aus mehreren Gründen: drohende Arbeitslosigkeit, Überforderung, Rückfall in alte Rollenmuster. Von zunehmender Gewalt innerhalb der Familie noch gar nicht zu reden.
Wehret den Anfängen
Die aktuellen Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Bedingt durch Teilzeitanstellungen steigt die Arbeitslosigkeit von Frauen als Folge des Shutdown gerade überproportional und Mütter wenden sich wieder vermehrt der Familienarbeit zu. Inklusive dem ministeriell zugeschanzten „Lehrauftrag“ ist also Frau derzeit Köchin, Putzfrau, Pädagogin, IT-Dienstleisterin und Kümmererin vom Dienst zugleich. Und wenn sie ihre Anstellung noch halten konnte, dann
darf sie sich glücklich schätzen, Kochlöffel, Klobesen und Zeigefinger schwingend auch nach wie vor ihrem Job nachzugehen. „Wehret den Anfängen“, tönt es da aus jenen Kreisen, die sich seit Jahrzehnten für ein Aufbrechen zementierter Rollenzuschreibungen einsetzen und sich schon vor der Krise noch weit entfernt vom Ende der Fahnenstange wähnten. „2019 erhielt Österreich vom UN-Frauenrechtskomitee in der Kategorie ‚stereotype Geschlechterrollen‘ kein gutes Zeugnis. Dass Kinderbetreuung vorwiegend an Frauen überantwortet wird, wird als Diskriminierung bewertet, die die Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt schmälert“, weiß Lea Putz-Erath, Geschäftsführerin des Fraueninformationszentrums femail. Und das trotz Errungenschaften wie Pa-
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pamonat oder geteilter Karenzmodelle und vor allem noch zu Prä-Corona-Zeiten, also bevor der Hausunterricht zusätzlich unter den schon strapazierten Hut gezaubert werden musste. „Frauen übernehmen jetzt einfach, weil es zu tun ist. Und neigen dazu, die Messlatte bei allem, was sie tun, besonders hoch anzulegen. Dazu kommt oft genug die finanzielle Sorge“, sieht Putz-Erath das Konfliktpotential innerhalb der Familien steigen. „Frauen wenden sich an uns, weil sie ein schlechtes Gewissen haben, die Zeit nicht gut genug zu nutzen oder weil sie Ärger und Ungeduld gegenüber den Kindern empfinden. Wir sagen dann: Ansprüche reduzieren, das Notwendige genügt! Es muss nicht täglich ein Kuchen und ein tolles Mittagsmenü auf den Tisch kommen.“
Re-Traditionalisierungseffekt
Aus einer feministischen Perspektive sei zu befürchten, dass diese stattfindende Re-Traditionalisierung mittel- bis langfristige Nachwirkungen haben würde, vor allem da Berufe, in denen viele Frauen beschäftigt sind, stärker von Ausfällen und damit von Arbeitslosigkeit betroffen seien, sagt auch die Gender-Expertin Marita Haas, Wien: „Hier fügt sich dann ganz ‚logisch‘, dass sich Frauen wieder mehr um Kinder kümmern und die – ökonomisch besser gestellten – Männer in ihren entscheidungsrelevanten Positionen verbleiben. Wir müssen also insgesamt als Gesellschaft darauf achten, dass Errungenschaften im Bereich der Gleichberechtigung nicht unter den Tisch fallen.“ In der ORF-Sendung „Im Zentrum“ stellte sie eine interessante These auf: In Schweden wäre der an die Eltern übertragene Bildungsauftrag nie so widerspruchslos hingenommen worden wie es in Österreich der Fall war. Darauf angesprochen konkretisiert sie: „Während es in Österreich in klassischen Familiensettings nach wie vor einen männlichen
„Hauptverdiener“ und eine weibliche „Zuverdienerin“ gibt, die sich zusätzlich um Betreuungsarbeit innerhalb der Familie kümmert, hat Schweden eine lange Tradition, Eltern rasch wieder auf den Arbeitsmarkt zurückzuholen und umgekehrt ihnen aber auch zeitlich so viel Freiraum zu geben, dass sie Elternschaft gut leben können. In Schweden ist es gang und gäbe, dass gegen 16 Uhr sowohl Kinderbetreuungseinrichtungen als auch viele Büros und Industriebetriebe schließen und es damit auch gleichberechtigte und gemeinsame Familienzeit gibt.“ Ergo sei das Ungleichgewicht zwischen Erwerbs- und Familienarbeit, zwischen Männern und Frauen dort weit weniger stark ausgeprägt. Ein Komplett-Ausfall der Schulen und Kinderbetreuungsstätten würde eine ganz andere Debatte nach sich ziehen.
Leise Hoffnung
Hier dockt die femail-Geschäftsführerin an, will auch sie die viel zitierte „Vereinbarkeit von Familie und Beruf “ nicht allein bei den Frauen verortet wissen, sondern sieht diese Herausforderung vielmehr als gemeinsam zu meisterndes Elternthema. Es gehe ja nicht um ein Blame-Gaming Richtung Männer, es gehe um ganz praktische Dinge wie den flächendeckenden Ausbau einer qualitativen und zeitlich ausgedehnten Kinderbetreuung und um mehr gesellschaftliche Akzeptanz für progressive und insbesondere vielfältige Familienmodelle. Bei aller Krisenstimmung lässt sich Putz-Erath jedenfalls die leise Hoffnung nicht nehmen, dass gerade die jetzige Situation auch da und dort Anstoß fürs Ausprobieren eben solcher Modelle sein könnte. Sie kenne durchaus Familien, die aufgrund der Umstände fast automatisch in einem Rollentausch landen würden. Weil eben beispielsweise die Frau als Krankenschwester in einem systemerhaltenden Bereich tätig ist und der Mann als Fitnesstrainer derzeit seiner Erwerbsarbeit nicht nachgehen kann – und daher den Job zu Hause schmeißt. Kommen wir zum Schluss: Selbstbestimmung bezüglich Berufsausübung
setzt Wahlfreiheit voraus. Dazu gehört ein stabiles Netz an öffentlicher Kinderbetreuung. Dazu gehört, Väter weder über Gebühr zu loben noch zu belächeln, wenn sie sich Familien- und Erwerbsarbeit mit ihren Partnerinnen teilen. Dazu gehört die Kampfansage an den Gender-Pay-Gap, sprich, Frauen für gleiche Tätigkeiten den gleichen Lohn wie ihren männlichen Kollegen zuzugestehen. Dazu gehört, in all diesen Punkten gemeinsam am selben Strang zu ziehen. Um nicht zuletzt auch über ein Grundeinkommen für Frauen wie Männer nachzudenken, das, so PutzErath, „mehr Effekte in Richtung Wertschätzung jeglicher Aktivitäten bringt, egal ob Erwerbsarbeit, Ehrenamt oder Familienarbeit.“ Statt einer Rolle rückwärts wäre das ein Sprung nach vorn Richtung gendergerechtere Gesellschaft – im Sinne eines gemeinsamen Gewinns mit nachhaltiger Wertesicherung.
Zahlen und Fakten
Mit Stand Ende April waren in Vorarlberg 17.928 Personen arbeitslos gemeldet, 49 Prozent davon Frauen. Im Vergleichszeitraum Ende Februar bis Ende April bedeutet dies ein Anstieg der Arbeitslosigkeit von Frauen um 107,7 % (Arbeitslosenmeldungen von Frauen Ende Februar: 4.219, Stand Ende April: 8.763) Bei Männern ist die Arbeitslosigkeit seit Ende Februar um 67,03 Prozent gestiegen; besonders betroffen sind die Bereiche Hotel-, Gaststätten- und Küchenberufe, Hilfsberufe allgemeiner Art, Büroberufe, Handelsberufe, Metall- und Elektroberufe. Petition: „Die Corona-Krise darf nicht auf Kosten der Frauen gehen“, www.frauenring.at Information und Beratung für Frauen, Entlastungsgespräche, Gesundheitsfragen: www.femail.at, info@femail.at
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ZURÜCK ZUR NATUR
Zu allen Zeiten, in allen Ländern haben Menschen Blumen geschätzt und Gärten gehegt. Sie verkörpern Schönheit und Sanftmut, Liebenswürdigkeit und stillen Glanz, aber auch Verführung und zeitloses Gedenken, Festlichkeit oder Trauer. So handelt diese kleine Kulturgeschichte von der schönsten Narretei, die Menschen befallen kann: von der Liebe zu Pflanzen.
Text: Gerhard Thoma Fotos: Archiv
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flanzen sind das Wichtigste auf der Welt. Sie bedürfen des Menschen nicht. Aber der Mensch könnte nicht leben ohne die Pflanzen, wie schon im Schöpfungsbericht der Bibel zu lesen ist. Die Ägypter hatten eine blaue Seerose um ihren Arm gebunden, wenn sie ihren Göttern Blumen als Op
Die Rose war der Göttin der Liebe geweiht – Liebe im Sinne des großen Geheimnisses des Fortbestands alles Lebendigen. Die Rose hat ein geheimnisvoll verhülltes Inneres. Deshalb wurde sie auch zum Symbol des Geheimnisvollen und der Verschwiegenheit. Papst Hadrian (1522-1523) ließ in alle Beichtstühle Rosen als Symbol der Verschwiegenheit schnitzen.
fer darbrachten. Die Buddhisten legen Blumen vor das Bild des Buddha. In allen Kirchen der Welt stehen Blumen. Unser Wort ‚Paradies‘ bedeutet nichts anderes als ‚Garten‘. Das Glück des Jenseits besteht auch im Koran darin, in einem entzückenden Garten zu sitzen. Thomas Morus sah schon, wie wichtig ein Garten für die kleinen Leute ist, und beschrieb in seinem Zukunftsroman ‚Utopia‘ (1551), wie er sich die
neue Lebensweise vorstellte: „Jedes Haus soll einen großen Garten haben, in dem alle Arten von Obst, Gewürzen und Blumen wachsen.“ Aber nicht nur Durchschnittsmenschen, sondern auch jene, denen der Erdball nicht zu genügen schien, finden am Ende Glück oder Trost im Säen und Beschneiden. Napoleon beschäftigte sich auf St. Helena mit Gartenarbeit. Voltaire kam zu dem Schluss: „Ich habe viel gelesen und nur Unsicherheit, Lügen und Fanatismus gefunden. Ich bin beinahe so klug, was das Wesentliche angeht, wie ich als Säugling war. Ich ziehe es vor, zu pflanzen, zu säen, frei zu sein.“ Und Puyi (19061967), der letzte Kaiser von China, sagte, dass er niemals glücklicher war als in seinen letzten Lebensjahren als Gärtner. Vor 5000 Jahren gab es schon Gärten in China. Im alten Ägypten wurde das Gänseblümchen Ostara, der Göttin der Auferstehung der Natur, geweiht. Vergissmeinnicht und Butterblume in Emaille bildeten Diademe. In Grabkammern hat man Sträuße aus allen möglichen Feld- und Gartenblumen gefunden, aus Malven, Jasmin, Rittersporn und Akazie. In Ägypten brachte man übrigens nicht der Gastgeberin Blumen mit, sondern man überreichte den eintretenden Gästen eine Lotusblume. Die Lotusblume ist das größte Symbol der
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„Willst du das ganze Leben glücklich sein, dann werde ein Gärtner!“ indischen Kultur, weil sich in ihr die Welt spiegle. Das Universum selbst erblühe aus der Urlotusblume. In Vorderasien ließ Nebukadnezar die hängenden Gärten von Babylon erichten, weil seine Gattin Mayitis Heimweh nach den Bergen ihrer Heimat hatte. Sie bestanden aus einer 50 Meter hohen und 400 Meter breiten Terrassenpyramide, auf der Sträucher und Bäume gepflanzt waren – eines der sieben Weltwunder. Persien war ein Rosenland. Die Städte waren in Rosen gebettet. Für Rose und Blume gab es dasselbe Wort: ‚gul‘.
Blumenkranz für gute Köche
Im alten Griechenland ist stets von Veilchen, Narzissen, Lilien, Rosen und Hyazinthen die Rede. Blumen wurden gekränzt. Weder in Griechenland noch in Rom kannte man Schnittblumen in Vasen. Kränze waren die übliche Kopfbedeckung und das übliche Geschenk in der Antike. Sie wurden an die Tür der Geliebten gehängt und an die Tür des Hauses, in dem ein Kind geboren war. Man trug Gewürzkränze aus Majoran, Thymian, Salbei, Lorbeer, Myrten und Safran, aber auch aus Lilien, Rosen, Veilchen, Anemonen und Narzissen. Auch Köche, denen ein besonders gutes Gericht gelungen war, wurden bekränzt. An einem bestimmten Frühlingstag
Blumenkränze waren die übliche Kopfbedeckung und das übliche Geschenk in der Antike. Sie wurden an die Tür der Geliebten gehängt und an die Tür des Hauses, in dem ein Kind geboren war.
wurden alle Kinder, die älter als drei Jahre alt waren, mit Veilchen geschmückt – eine rührende Sitte, bei der ungeheuren Säuglingssterblichkeit die kleine Schar der Überlebenden zu bekränzen. Man kennt noch den Namen einer führenden Kranzmacherin, Glyzera, eine geniale Perückenmacherin sozusagen. Der Maler Pausanias malte ihr Kränze, weil ihre Komposition von Farben, Formen und Düften etwas ganz Besonderes war. Überall da, wohin die Römer kamen, brachten sie die Narzisse mit. Römische Siedlungsgebiete in England erkannte man lange Zeit am Vorkommen einer roten Glockenblume, woraus man schließen kann, dass Narzissen auch in den römischen Siedlungsgebieten in Vorarlberg gepflanzt worden sind. Zudem aßen die Römer Blumen. Sie bereiteten Rosengelee und Rosenhonig und verzuckerten Rosenblätter. Hier das Rezept eines römischen Rosenpuddings: „Rosenblätter werden im Mörser zerstoßen, durch ein Sieb gequetscht,
dazu vier Kalbshirne, Pfeffer, Salz, acht Eier, eineinhalb Gläser guten Weins, ein paar Löffel Öl; das Ganze in einer mit Öl ausgestrichenen Puddingform im Ofen gebacken.“ Dazu ein mundiger Rosenwein. Man verspeiste auch gebratene junge Veilchenblätter mit Zitronen- und Orangenscheiben. Griechen und Römer bestrichen Brot mit Eigelb und streuten Mohnsamen darauf. Die Blumenliebe der Römer wurde immer gefährlicher, weil das Volk seine Nahrung aus dem Garten bezog. Die Römer kannten schon alle unsere Gemüse. Der Dichter Horaz klagte, dass fruchtbare Äcker in Gärten verwandelt und Olivenhaine vernachlässigt würden, um Rosen, Veilchen und Myrten zu ziehen und er rühmte sich, dass ihm ein bescheidenes Myrtenkränzlein genüge, wenn er zufrieden sein Glas Wein in seiner Laube trinke. Und Martial bemerkte bitter: „Sendet uns Korn, ihr Ägypter, wir werden euch Rosen dafür schenken!“
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Kultur
FRAUENMUSEUM HITTISAU
Blog
ONLINE KALENDER REAL LIFE – MUSEEN ERÖFFNEN WIEDER
Foto: Markus Tretter
VORARLBERG MUSEUM
THEATERMOBIL, THEATERGARAGE SULZ
Live-Konzerte, jeden Montag und Donnerstag, ab 20:20 Uhr
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Armin und Bernie Weber haben Ende März unter dem Motto „Kunst hilft Kunst“ eine Benefizkonzertreihe gestartet. Live-Musik trifft dabei auf Live-Talk. Oft ist ein Talkgast eingeladen, mit dem Armin Weber ins Philosophieren kommt. Die Spenden kommen unbürokratisch Vorarlberger Künstler/innen zugute, die in finanzieller Not sind. Alle bisherigen Sendungen können auf der Homepage nachgesehen werden. Vorarlberger Künstler wie z.B. Prinz Grizzley, Reinhold Bilgeri, Harry Marte oder Bernie Weber sind auch zum Nachschauen ein Genuss. 15.5. | Edmund Piskaty 21.5. | Bruce Cradle www.theatermobil.jimdo.com Spendenkonto: IBAN: AT52 2060 4031 0258 3279
Ausstellung
Auch beim vorarlberg museum sind die Türen (noch) geschlossen. Online jedoch kann man neben Ausstellungsstücken und ganzen Ausstellungen, die jetzt im Netz sind, auch die Alltagskultur während der Corona-Krise in Vorarlberg begutachten. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Geschichten und Fotos an das Museum zu schicken, die dann online abrufbar sind. Außerdem gibt es ein Corona-Tagebuch der Schriftstellerin Daniela Egger. www.vorarlbergmuseum.at/vorarlbergmuseum-digital/startseite/
REAL LIFE
Ab 4. Juni kann man das vorarlberg museum wieder ganz real besuchen. Womit sich die aktuelle Sonderausstellung beschäftigt erfahrt ihr auf: www.vorarlbergmuseum.at
Auf dem Blog „starke Frauen online“ versammeln sich vielfältigste Porträts von Frauen, die in den letzten 20 Jahren im Frauenmuseum Hittisau eine Rolle gespielt haben. Es sind Vorbilder, die trotz widrigster Umstände einen Weg gefunden haben, ihren Ideen und sich selbst treu zu bleiben. Porträtiert sind unter anderem historische Persönlichkeiten wie die Ärztin Rita Levi-Montalcini oder die Frauenministerin Johanna Donahl, aber auch Alltagsheldinnen aus Vorarlberg. www.starkefrauen.online
REAL LIFE
Ab Mitte Mai ist das Frauenmuseum wieder geöffnet und zeigt die Ausstellung „Sie meinen es politisch! 100 Jahre Frauenwahlrecht“ (bis 7. Juni). Die Jubiläumsausstellung „GEBURTSKULTUR vom gebären und geboren werden“ (Die marie hat darüber berichtet) wird am 27. Juni still und ohne Feier eröffnen. Ein Fest wird nachgeholt, sobald dies wieder möglich ist.
KUB – KUNSTHAUS BREGENZ
Ausstellung
Für Museumsbegeisterte bietet sich auch das Kunsthaus Bregenz an, das am 5. Juni neu durchstartet. Unter dem Titel “Unvergessliche Zeit“ sind Werke von Helen Cammock, Annette Messager, Rabih Mroué, Markus Schinwald, Marianne Simnett und Ania Soliman zu sehen. Sie widmen sich künstlerisch der Corona-Krise. www.kunsthaus-bregenz.at
Wir gratulieren herzlich zur 50. Ausgabe der marie.
Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass Vielfalt in unserer Gesellschaft Platz hat und Menschen in Notsituationen in Vorarlberg ihr Leben wieder selbständig meistern können. Wir>Ich Bezahlte Anzeige
www.caritas-vorarlberg.at
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SPIELBODEN DORNBIRN
Konzert, politische Diskussion
Foto: Hubert P. Klotzeck
GALLERIE ALLERART, BLUDENZ
Ausstellung
Am 15. Mai öffnet die Galerie allerArt mit der Ausstellung „90°“ wieder ihre Pforten. Gezeigt werden Werke von Tina Haase, Gerold Tagwerker und Franz Türtscher. Die Galerie bittet um Verständnis dafür, dass sich jeweils nur fünf Personen in dem Ausstellungsraum aufhalten können und ein Mund- und Nasenschutz getragen werden muss. Ein Desinfektionsspender wird vor Ort aufgestellt sein. Galerie allerArt, 6700 Bludenz, Raiffeisenplatz 1 15. Mai bis 13 Juni Öffnungszeiten: Mi – So und Feiertag 15 bis 18 Uhr www.allerart-bludenz.at
VORARLBERGER LANDESTHEATER
Musik, Lesung, Haustheater – we’re not those kids sitting on the couch
Die Schauspielerinnen und Schauspieler des Landestheaters präsentieren ihre Lieblingslieder und lesen spannende Geschichten vor. Kurzweilig, teilweise skurril aber immer unterhaltsam. www.landestheater.org/spielplan/haustheater
Vevi als Online-Hörbuch
Auch sehr hörenswert ist das Theaterstück „Vevi“ der österreichischen Autorin Erica Lillegg, das 2019 im Landestheater Premiere hatte. Es ist ein Stück für kleine und große Kinder, voll von Fantasie und Abenteuer. Gelesen wird das Hörbuch vom Ensemble des Landestheaters. www.landestheater.org/spielplan/vevi-dashoerbuch
Die Firma blum unterstützt die Berichterstattung über privat initiierte, gemeinnützige Projekte in Vorarlberg.
Zum Erscheinungstermin der marie sind die beiden Live-Konzerte, die im Mai online ausgestrahlt wurden, bereits Geschichte. Ein Blick auf die Homepage verrät aber, ob weitere Konzerte für das Wohnzimmer geplant sind. Stay tuned! Während, vor oder nach dem Konzert kann man eine Überweisung an den Spielboden tätigen und so sein „Ticket“ lösen. Am 28. Mai findet um 19:30 Uhr finden das gesellschaftspolitische Format „Neue Spielräume“ online statt. Es können auch via Videokonferenz Fragen gestellt werden. Thema: JEMEN – Ein/Blick hinter die Kulissen. www.spielboden.at
THEATER AM SAUMARKT
Kasperltheater
Jeden Tag präsentiert der Saumarkt, in Kooperation mit vol.at, ein kurzes Kasperltheaterstück. Kinder können dem Kasperl auch gerne eine Kasperlpost schreiben: office@saumarkt.at www.saumarkt.at
RADIOKULTURHAUS
Konzerte
Ob Pop, Rock, Klassik oder Jazz. Livemitschnitte vergangener Tage oder Live-Konzerte direkt aus dem ORF Radiokulturhaus Wien werden zu dir nach Hause geliefert. Informiere dich auf der Homepage des Radiokulturhauses über das aktuelle Programm. radiokulturhaus.orf.at
LÖSUNGEN
Foto: Standbild des Films „Das ewige Leben“)
HADER ZEIGT HADER
Video on Demand
Kabarettist Josef Hader stellt auf seiner Videoplattform seine bekanntesten Kabarettprogramme kostenlos zur Verfügung. Auch Filme, bei denen er mitspielt, können gratis gestreamt werden. „Im Keller“, „Hader spielt Hader“ oder „Hader muss weg“ sind einfach Kult. www.player.hader.at
THIS IS THE AND.
Zoom Meeting – Politik und Philosophie, jeden Sonntag von 20 bis ca. 22 Uhr Jeder kann teilnehmen, jeder kann mitdiskutieren. Das „UND“ ist die wichtige Verbindung zu Themen wie zuhause sein, Glück oder Normalität. Philosophisch entzückend und politisch engagiert. Nicht nur zum Thema Corona. Zum Zuschauen live oder auch zum Nachsehen auf Facebook. www.facebook.com/this.is.the.and.is.it
Schachecke 1 1.Da8+ Schwarz gab sofort auf, da auf 1...Kh7 2.Sg5+ seine Dame verloren geht. 2 1.Lxg7! Dieser kräftige Zug führt zu einer weißen Gewinnstellung. 1...Df7 [1...Dxg7 2.Dxe6+ Tf7 3.Dxe3 und Weiß hat Figur und Bauer mehr.] 2.Dxh6 Schwarz gab auf. Weiß droht 3.Dh8# und auf 2...Dxg7 folgt wie in der oben erwähnten Variante 3.Dxe6+ Tf7 4.Dxe3 mit großem Materialvorteil für Weiß. 3 1.Te4! Lxb2+ [Auch nach 1...Sf2?! 2.Tdxd4! Sxe4 3.Txe4 steht Weiß klar auf Gewinn.] 2.Kxb2 Txd3 3.Txg4 In dieser Stellung sind die zwei Läufer dem Turm eindeutig überlegen. 3...Th7 4.Te4 Td8 5.Te7 Th5 6.Lc2 Gegen die weiße Drohung 7.Le4 gibt es keine Verteidigung. Schwarz gab deshalb auf. Rechenrätsel Für Anfänger = 25, Für Fortgeschrittene = 25, Für Genies = 49 Sudoku 7
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Die nächste marie erscheint am 1. Juli 2020
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