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Die Schweizer Bra nchenzeit ung seit 1886 Luzern, den 18. April 2018

No 9

Aspekte

CXXXIII. Jahrgang

Ausgabe: Deutsche Schweiz / Tessin

Aktuell

Persönliche ­Beziehung als Aushängeschild

Schon vor der Eröffnung hagelte es mehr als 1000 Reservationen.

Zwei Berner verkaufen «Freude im Mund»

Seite 13

Seite 2

Seite 6

www.hotellerie-gastronomie.ch

Pe r s ö n l i c h

Simon Apothéloz Nach 15 Jahren als Chef in der ­Worber «Eisblume» kündigt er die Schliessung des mehrfach ausgezeichneten Gourmet-Restaurants an. Künftig will er Fast Food anbieten.

Interview mit Michael Bolt: «Altersarmut ist ein grosses Problem.»

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Ab dem 1. Juli gilt der Gang zum regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) nicht nur für Arbeitslose. Auch Arbeitgeber müssen dem RAV offene Stellen melden.

S

K E YS TO N E

DER BUND FORDERT DAS GASTGEWERBE

chweizweit waren Ende März werbe und die Gastronomie die Ar11 322 Gastgewerbler ohne Stelle. beitslosenstatistik an. Dabei werden Derweil beklagt die Branche aber Äpfel mit Birnen verglichen. einen massiven Fachkräftemangel. «Nur etwa 17 Prozent der ErwerbsloRein rechnerisch müsste sich dies sen im Gastgewerbe haben tatsächausgleichen. Doch die Statistik lügt. lich einen gastgewerblichen Beruf In der «Lage auf dem Arbeitsmarkt» erlernt», schreibt Gastrosuisse. vom März 2018, einer Publikation Die grosse Zahl der Stellensudes Staatssekretariats für Wirtschaft chenden bei einem gleichzeitigen Seco, führen der Handel, das Bauge- Mangel an Fachkräften wird seit 2001

beobachtet. Gründe dafür sind die Einwanderung und der hohe Teil an Tätigkeiten mit geringem Qualifikationsniveau. Branchenfremde Hilfskräfte teilt das Seco bei Arbeitslosigkeit dem Wirtschaftszweig Gastgewerbe zu. Dass der Bund alle Qualifikationsniveaus in den gleichen Topf wirft, erzürnt die Branche. Genauso wie die Stellenmeldepflicht. Als Folge

AZA 6002 LUZERN

Adligenswilerstr. 29/27, 6006 Luzern

der angenommenen Masseneinwanderungsinitiative müssen Arbeitgeber ab dem 1. Juli alle freien Stellen dem RAV melden. «Das wird zu einem grotesken Bürokratiemonster», so Gastrosuisse. Wie stark die Gastronomie betroffen sein wird, steht noch nicht fest. Denn Gastrosuisse, Hotelleriesuisse und der Schweizer Baumeisterver-

band haben während der Vernehmlassung Korrekturen vom Bund gefordert. Der Bundesrat hat diese zur Kenntnis genommen und am 8. Dezember 2017 die Verordnungsänderungen verabschiedet. Mitte April will das Seco die meldepflichtigen Berufe bekanntgeben. Seite 8

Erscheint jeweils mittwochs

«gelingt immer»

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mars-foodservice.ch


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A k t ue ll

HGZ No 9

Luzern, den 18. April 2018

PresseSpiegel DAS MAGAZIN

Die Kunst des Reklamierens

ol G a s tk

Es gibt Schlaumeier, schreibt Christian Seiler, die zuerst drei Viertel eines Gerichts verspeisen, bevor sie draufkommen, dass es ihnen nicht geschmeckt hat. Dann verlangen sie vom Wirt den Posten von der Rechnung zu streichen. Sobald ein Gericht offensichtlich in Ordnung ist und einem bloss nicht schmeckt, ist eine Reklamation unangemessen. Wenn ich jedoch einen objektiven Grund habe, etwas nicht zu essen, dann erwarte ich vom Gastronomen erstens Einsicht und zweitens eine grosszügige Wiedergutmachung.

umne

Epikur und die Foodies Barbara Gisi, Direktorin Schweizer Tourismus-Verband

Nenad Mlinarevic, Valentin Diem und Patrick Schindler (v. l.) haben in Zürich Grosses vor.

Z VG

Schon vor der Eröffnung hagelte es mehr als 1000 Reservationen Im Februar gab Eva Haessig die «Bauernschänke» nach 20 Jahren ab. Nun ist die Beiz wieder offen. Auf eine Eröffnungsfeier verzichteten Spitzenkoch Nenad Mlinarevic, Gastrounternehmer Valentin Diem und Sommelier Patrick Schindler, als sie am vergangenen Samstag die «Bauernschänke» wiedereröffneten. «Wir wollten keine Feier, da wir nicht als Event wahrgenommen werden möchten, sondern als Betrieb, der langfristig plant», erklärt Diem, der für seine Popups «Wild Bar», «Soi Thai» oder «Wood Food» bekannt ist. Unter dem Motto «Zürich trifft die Welt» soll die «Bauernschänke» im Niederdorf zwar eine Quartierbeiz bleiben, gleichzeitig aber lässt man sich von gastronomischen Vorbildern aus New York, Kopenhagen oder Mexiko Stadt inspirieren. Für die Menükarte ist Mlinarevic verantwortlich. Der Plan des Kochs des Jahres 2016: «Es gibt kein festes Menü, keine Vor-, Zwischenund Hauptgerichte. Man bestellt so viel und worauf man Lust hat.» Mlinarevic’ Ideen

Mehr Informationen unter: www.bauernschaenke.ch

Ostern liegt noch nicht weit zurück, und vermutlich hat der eine oder die andere zu tief ins Osternest gegriffen. Entgegen den Vorsätzen von Anfang Jahr schon längst Schnee von gestern. Aber was ist denn schlimm daran, hin und wieder zu geniessen, «massvoll über die Stränge zu schlagen»? Schon in der Antike hat Epikur die Philosophie begründet: jeder solle sein Glück optimieren, das Beste aus dem Moment machen, gemessen am eigenen Wohlbefinden. Zugegeben, damit wird man Epikur – ausschliesslich aufgrund der hier limitierten Zeichenzahl – nicht gerecht. Der Grundgedanke ist aber – gerade im Tourismus – nicht fehl am Platz. Schliesslich will man den Gästen in ihrer «besten Zeit», in den Ferien und beim Reisen, so viele Glücksmomente wie möglich verschaffen. Wo man glücklich war, möchte man höchstwahrscheinlich wieder hin. Eine wachsende Gruppe von Reisenden, die sich kulinarisch gerne Gutes tut, oft mit regionalen Produkten, sind die Foodies. Für sie ist eine gute Gastronomie – und damit ist die Schweiz glücklicherweise nicht allzu schlecht bestückt – ein wichtiges Element einer Reise und trägt zu ihrem Wohlbefinden bei. Gerade im Zusammenhang mit der Demografie – für Ältere wird der Genuss zum Abenteuer – lohnt es sich, dieser Gruppe mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Und nicht vergessen: selbst hin und wieder etwas schlemmen. Man soll sich ja in die Lage der Gäste versetzen können!

werden im Alltag von Koch Thomas Brandner umgesetzt, die Geschäftsführerin ist Sue Dervichian. Die Karte umfasst 15 bis 20 Gerichte, die Zürcher Märkte sind Quelle und Inspiration für Mlinarevic’ Gemüseteller. Das Brot kommt von «Eigenbrötler» Daniel Amrein, der für seine Backwaren nur biologische Zutaten verwendet. Mlinarevic: «Auch Schätze des Meeres kommen auf die Teller – wenn sie Saison haben und in bester Qualität erhältlich sind.» Handverlesene Sorgfalt auch im Glas: Die Getränkekarte wird von Patrick Schindler verantwortet: «Eistee, Soda und andere nichtalkoholische Getränke machen wir selber, und für den Weinkeller suchen wir Flaschen von kleinen, oft jüngeren und innovativen Produzenten. Wir setzen auf Winzer, die unsere Philosophie teilen.» Mit den Architekten und Interior Designern von «Suter plus» wurden Leuchten und Leuchtmittel, Farben, Geschirr und Gläser, Musik, Stoffe und Möbel ausgesucht. Der Betrieb bietet Platz für 48 Gäste, im Sommer kommen 32 Aussenplätze hinzu. Schon vor der Eröffnung hagelte es mehr als 1000 Reservationen.  (EP S)

Bügerliche wollen wertvolle ­Naturgebiete weniger stark schützen

9 von 10

In der Schweiz konsumieren wir, als gäbe es kein Morgen: Wir kaufen die schwersten Autos in Europa, gönnen uns doppelt so viele Flugreisen wie die Nachbarn und produzieren pro Kopf mehr Abfall als jedes andere Land. Gleichzeitig überlegen sich neun von zehn Menschen, ihren Konsum bewusst zu reduzieren oder haben dies bereits getan. In der Romandie sind es gar 19 von 20. Dies hat eine repräsentative Umfrage bei über 1000 Menschen ergeben, die GfK im Auftrag des WWF Schweiz in allen Landesteilen durchgeführt hat.

Seilbahnen und Funparks in Naturschutzgebieten? FDP, SVP und CVP wollen Hürden senken. Die Umweltverbände schlagen Alarm. Kurz vor Ostern hat die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (UREK-S) einen Vorentwurf zur Änderung des Natur- und Heimatschutzgesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Und darin birgt sich Zündstoff. Konkret sieht die geänderte Bestimmung vor, dass bauliche Eingriffe in 162 Schutzgebieten neu möglich sind, wenn es im Interesse des Kantons ist. Bis heute sind solche Eingriffe nur im Interesse des Bundes möglich. Das heisst, neu könnten die Kantone bestimmen, ob in diesen Schutzgebieten gebaut werden darf

oder nicht. Die Zeitung «Der Bund» listet mögliche Bauten auf: Die Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) hat einen Neubau der Hahnenseebahn bei St. Moritz und auch eine Wellness-Oase bei Diessenhofen abgelehnt. Die Kantone könnten eventuell zustimmen. Mehr Informationen unter: www.parlament.ch

Zahl der Woche

Umweltverbände drohen mit Referendum Die Umweltverbände Pro Natura, WWF Schweiz und Bird Life Schweiz haben eine gemeinsame Medienmitteilung verschickt. Marcus Ulber, Projektleiter Naturschutzpolitik bei Pro Natura, findet, man müsse den Schutz stärken anstatt schwächen. Werner Müller von Bird Life sagt: «Eine Aufweichung werden wir nicht akzeptieren.» Laut dem «Bund» wäre ein Referendum unausweichlich.  M A R I O G S ELL

DER BUND

Adolf Ogi kämpft für ein Olympia-Ja Die erste Abstimmung zu Sion 2026 findet nicht im Wallis statt, sondern am 8. Juni in Kandersteg. Der frühere Sportminister Adolf Ogi weibelt für ein Ja.

20 MINUTEN

Wer wagt sich an den Spinnen-Burger? Im Rahmen der jährlichen «Exotic Meat Month»-Kampagne verkauft das Restaurant Bull City Burger and Brewery in Durham (USA) einen «Tarantula Burger» mit Pommes frites für 30 Dollar. Neben Hackfleisch, Salat und Sauce enthält dieser eine knusprig gebackene Vogelspinne. Da nur wenige Spinnen vorrätig sind, müssen sich Interessierte anmelden und werden ausgelost. Wer den Burger tatsächlich verspeist, darf als Belohnung mit einem kostenlosen T-Shirt prahlen.

BLICK

Wildhaus schickt Luxushotel bachab Die österreichische Hotelkette Jufa und der liechtensteinische Investor ITW wollten im Obertoggenburg ein neues Hotel bauen. Sieben der einundzwanzig Millionen wollte die Gemeinde Wildhaus/SG beisteuern. Das wurde an der Urne mit 749 Nein- gegen 463 Ja-Stimmen abgelehnt. Das Obertoggenburg hätte den wirtschaftlichen Impuls dringend gebraucht, sagte Gemeindepräsident Rolf Züllig. «Jetzt müssen alle Beteiligten an Ideenwettbewerben mitmachen. Wir brauchen Aufschwung.»


Luzern, den 18. April 2018

Velos: neuer Fokus auf den Sommertourismus Martin Nydegger, Chef von Schweiz Tourismus, will unser Land international als Top-Bikedestination positionieren.

 Z VG

Fussballköche starten in die Saison 2018

Im Sommer fahren rund 1,5 Millionen oder 19,4 Prozent der Gäste während ihrer Ferien Velo. Auch der Verkauf von Zweirädern steigt hierzulande ständig. Allein bei den E-Bikes haben sich im Vergleich zum Vorjahr die Verkaufszahlen um satte 38 Prozent erhöht. Velofahren ist eindeutig im Trend. Das ist für Schweiz Tourismus (ST) Grund genug, die diesjährige Sommerkampagne dem Thema Velo zu widmen. «Wir garantieren das intensivste Veloerlebnis der Welt», gibt sich Martin Nydegger, Direktor von ST, an der Sommermedienkonferenz in Zürich überzeugt. «Die Vielfalt

Mehr Informationen unter: www.gastrofussball.ch

Packages mit Gepäcktransport Um es Mountainbikern, Tourenund Rennvelofahrern einfach zu machen, hat ST gemeinsam mit Tour Operator Eurotrek je drei buchbare Angebote geschaffen. Mit dabei sind neben dem Routenbeschrieb der Gepäcktransport sowie vier Hotelübernachtungen in einem Bike-Hotel. Seit 2016 bietet ST zusammen mit Hotelleriesuisse das Label Swiss Bike Hotels an. Die bisher 85 zertifizierten Hotels zeichnen sich durch Velofreundlichkeit und Zusatz-Serviceleistungen aus. Um auch Gästen aus Fernmärkten Zweirad-Erlebnisse in der Schweiz zu ermöglichen, wurde die «First Bike Experience» mit einfachen, geführten Velotouren geschaffen. R U T H M A R EN D I N G

Ende April starten die Deutschschweiz und die Romandie gemeinsam in die Slow-up-Saison.

Hotel würdigt Produzenten

Teams aus jeweils fünf Lernenden der Berufe Koch EFZ, Küchenangestellte ABA und/oder Diätkoch EFT sowie einem Coach sind an den fünf Messetagen vom 11. bis 15. April gegeneinander angetreten. Jedes Team kochte auf der Basis eines vorgängig definierten Warenkorbs ein Drei-Gang-Menü

Abfuhr

Primin Zurbriggen, Ex-Skistar und VR-Präsident der SaasFee-Bergbahnen, wollte, dass die Mehrheit der Aktien an einen US-Investor geht. Die Aktionäre stellten sich quer und setzten ein Zeichen gegen den Ausverkauf der Schweiz.

Auktion

Das 1898 eröffnete «Ritz» in Paris gilt als das berühmteste Hotel der Welt. Nach einer umfassenden Renovation wird nun das ausgediente Mobiliar versteigert.

Anstieg

In zwei Monaten startet in Russland die Fussball-WM. Trotz Boykott-Drohungen steigen die Zimmerpreise.

Mario Garcia trainiert hart für den Bocuse d’Or im Juni in Turin. Gewinnt er?

für 65 Personen. Dazu gehörten eine vegetarische Vorspeise mit kalten und warmen Speisen, ein Hauptgang mit einem über die Nacht niedergegarten Stück Fleisch sowie ein Dessert aus je einer kalten, warmen und gefrorenen Hauptkomponente. Die Aufgaben am besten gelöst haben Peter Birchler, Basil Locher, Godi Noll, Sebastian Brunner und Pascal Nardone vom Team Mambo No. 5 um Coach Daniel Schmidlin von der Berufsschule GIB Ziegelbrücke. Sie holten den Tages- und Gesamtsieg.  (G A B)

Ich hoffe es

28 %

Der Schweizer Obstverband (SOV) prämierte am Montag, 16. April, die besten Fruchtsäfte und Cider. 17 Produkte wurden mit Gold, 34 mit Silber und 32 mit Bronze ausgezeichnet. In der Kategorie Apfelsaft, der grössten Kategorie, holte sich Heinrich Marthaler aus Oberhasli/ZH den Sieg. Bei Cider gewann Hermann Kuppelwieser aus Bad Ragaz/SG und beim Mischsaft holte sich Kilian Diethelm aus Siebnen/SZ den ersten Rang. Mit dieser Prämierung sollen die Qualität und der Absatz sowie der Stellenwert von vergorenen und unvergorenen Getränken gefördert werden, wie der SOV schreibt. Es gehe darum, bekannte traditionelle Getränke auf Basis von Äpfeln und Birnen dem Konsumenten in Erinnerung zu rufen und innovative Getränke, insbesondere Cider, besser zu positionieren.  (G A B)

Gütsch bekommt einen Kunstpark

14 %

Der Slow-up Murtensee ist der Klassiker unter den Slow-up-Anlässen. Heuer wird er bereits zum 19. Mal durchgeführt. Dabei geht es um die Fortbewegung mit der eigenen Muskelkraft. Startschuss Zum zweiten Mal in Murten dabei: ist am Sonntag, dem 29. April, um Stand-up-Paddling. Z VG 10 Uhr, in Avenches im Beisein von Nationalratspräsident Dominique de Buman. die E-Bikes. Dennoch wird man dem Trend der Zeit gerecht: mit Alles erlaubt ausser E-Bikes Stand-up-Paddling auf dem Murtensee. Organisiert wird das AnFür den Erlebnistag werden auf gebot von Seeland Stand-up. Der 34 Kilometern rund um den See gemeinsame Start, übrigens nur die Strassen abgesperrt. Als Fort- bei günstiger Witterung, erfolgt bewegungsmittel dominiert das um 10.30 Uhr ab dem Camping Velo, doch auch Inline Skater, Kin- Avenches Plage. Infos, auch zur derbikes und Wanderer sind un- Materialmiete, gibt es bei Arlette terwegs. Zu Hause bleiben müssen Javet, Tel. 079 204 16 15.  (R M A )

Der Wettbewerb der Offa, der St. Galler Frühlingsund Trendmesse, fördert den Kochnachwuchs.

Prämierte Säfte und Cider

Latest News

Keine Chance

Team Mambo No. 5 gewinnt Gastro-Elite

Mehr Informationen unter: www.gastro-elite.ch

Die Gäste geniessen in den drei Lokalen des Food Hotels Chesa Rosatsch in Celerina/GR sorgfältig zubereitete Speisen aus erlesenen einheimischen Lebensmitteln. Sie erfahren viel über die Persönlichkeiten, die tagtäglich für die Qualität der Zutaten ihr Bestes geben. Diese Charaktere rückt das «Chesa Rosatsch» mit eindrücklichen Video-Clips in den Fokus. Ein ganzes Jahr lang porträtierte das Team rund um Gastgeberin Evelyn Engler diese «sagenhaften Typen». Daraus sind acht Episoden entstanden, die ab diesem Frühling auf YouTube, Facebook und Instagram zu sehen sind. Ziel ist es, mit den Clips bestehenden und potenziellen Gästen die Regionalität der Produkte, das Können und die Leidenschaft der Menschen sowie die Authentizität des gesamten Konzeptes des Hotelunternehmens Gastgeber 3.0 aufzuzeigen.  (R M A )

der Schweizer Landschaft mit den markanten Bergen, Tälern und Seen, kombiniert mit einheitlich markierten Routen, ist einmalig.»

«Slow-up» ist mehr als ein Veloanlass

Mehr Informationen unter: www.slowup.ch

Die Niederlage der Fussballköche gegen die Barkeeper vom vergangenen Jahr war hart. Dennoch nahmen beide Teams die Herausforderung an und standen sich zum Saisonstart vom 9. April in Tenero/TI erneut gegenüber. Gleich von Beginn weg machten die Barkeeper, die mit einem neuen, starken Team antraten, Druck auf das Tor der Köche. Kurz nach dem Anspiel gingen sie 1:0 in Führung. Erst ab dem Stand von 3:1 nahmen die Köche den Kampf an und begannen, richtigen Fussball zu spielen. So entwickelte sich ein gutes Spiel, mit Tempo, Zweikämpfen und grossem Einsatz beider Teams. Mit dem Zwischenresultat von 4:3 gewannen die Köche mehr Spielanteile und standen dem Ausgleich nahe. Ein Treffer aus klarer Offside-Position zum 5:3 konnte den guten Spielfluss der Köche nicht mindern und nach der Umstellung auf eine dreier Verteidigung stand es bald nur noch 5:4. Mit viel Druck suchten die Köche den Ausgleich. Einem Pfostenschuss von Ivonne Schneeberger folgte jedoch auf der Gegenseite das 6:4. Mehr als den Anschlusstreffer zum 6:5 konnten die Köche in den letzten Minuten nicht mehr realisieren. Dennoch sind sie zufrieden mit dem Resultat. Dies angesichts der Stärke der Barkeeper und der Abwesenheit von vier Defensivspielern bei den Köchen. Mit einem Apéro in der Festung von Ponte Brolla und dem Tessiner Abend im Partnerhotel Albergo Losone wurde der Fussballevent kulinarisch abgeschlossen. Die nächsten Spiele finden in Zürich, im Europapark Rust und in Ischgl statt. (G A B)

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Ja klar

58 %

Umfrageergebnis aus der Ausgabe No 8

Machen Sie mit bei unserer Online-Umfrage!

Sollte der Hoteldirektor Aktivitäten mit dem Gast unternehmen?

a) Ja, so baut man eine Beziehung auf b) Nein, er ist kein Pausenclown Abstimmen unter www.hotellerie-gastronomie.ch Das Ergebnis wird in der nächsten Ausgabe publiziert.

In diesen Tagen haben auf der Wiese neben dem altehrwürdigen Schlosshotel Gütsch oberhalb der Stadt Luzern die ersten Arbeiten für den Skulpturenpark begonnen. Bis zu 30 Kunstobjekte sollen spätestens ab kommendem September auf der Gütschwiese und bei der Bergstation der Gütschbahn zu sehen sein. Die Pläne für den Park stammen vom russischen Architekten Anton Kochkin von «8 Lines» in Moskau. Die Werke stammen aus dem Besitz des «Gütsch»-Eigentümers Alexander Lebedev und seiner Frau Elena Perminova. Der Bau des Kunstparks bedeute nicht, dass der russische Oligarch das Château Gütsch nun nicht mehr verkaufen wolle. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, sagte Hoteldirektor Tim Moitzi. Alexander Lebedev sei seit über zehn Jahren Besitzer des «Gütsch» und tätige immer wieder Investitionen in die Liegenschaft. So sei Anfang dieses Jahres der Lift im Hotel für gut 90 000 Franken erneuert worden. (G A B)

Observation von Versicherten Das Parlament hat in der Frühlingssession ein Gesetz für die Observation von Versicherten beschlossen. AHV, IV, Krankenversicherer, die Suva sowie die Arbeitslosenversicherung sollten die Möglichkeit erhalten, Versicherte verdeckt überwachen zu lassen. Das ohne richterliche Genehmigung. Damit erhalten die Versicherungen weitergehendere Befugnisse als die Polizei oder die Staatsanwaltschaft. Travail Suisse befürwortet ein dezidiertes Vorgehen gegen Versicherungsmissbrauch und -betrug. Allerdings ist Travail Suisse der Meinung, dass sich die entsprechenden Massnahmen an die rechtsstaatlichen Grundsätze halten und verhältnismässig sein müssen. Es ist deshalb zwingend, dass eine Überwachung nur erfolgen darf, wenn eine richterliche Genehmigung vorliegt. (G A B)


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Luzern, den 18. April 2018

BUSINESS BRINGT ZÜRICH UND GENF AN DIE SPITZE Beliebteste Gemeinden nach Anzahl der Übernachtungen für das Jahr 2017 (in Millionen)

Opfikon 0,7

Basel 1,3

Bern 0,8 Dank Social Media übt der Konsument eine neue Macht aus. 

Lausanne 0,9

UNSPL ASH

Genf 2,1

«Wir sind vom Essen besessen»

Luzern 1,3 Interlaken 0,8

Davos 0,9

Zermatt 1,4

Quelle: Bundesamt für Statistik, statista.com

Essen ist der neue Pop – davon ist Christine Schäfer vom GottliebDuttweiler-Institut überzeugt. Für manche werde es sogar zur Ersatzreligion.

Vorbereitungen für die fünfte Nacht der Gastronomen sind angelaufen

Mehr Informationen unter: www.nacht-der-gastronomen.ch

Am 22. Oktober wird das Gastgewerbe die besten Vertreter seiner Zunft würdigen und an der Nacht der Gastronomen den «Gastrostern 2018» küren. Hier ein erster Blick auf das Programm.

Mehr Informationen unter: www.gdi.ch/podcasts/ernährung

«Sage mir, was du isst, und ich sage dir, was du bist.» Dieser Satz Christine Schäfer, Autorin des gelte heute wie nie zuvor, sagt European Food Trends Report.  Z VG Christine Schäfer im GDI-Podcast «Vom Essen besessen». Die Auto­ rin des European Food Trends Re­ port 2017 erklärt, dass das Essen schneller auf globale Kundenbe­ einen immer grösseren Stellen­ dürfnisse einstellen, die sich per­ wert einnimmt und mittlerweile manent ändern. in fast allen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle spielt. «Früher Essen als Selbstverwirklichung haben wir uns stark über die Mu­ sik identifiziert. Das lässt tenden­ «Wir sind vom Essen besessen», ziell ein wenig nach, auch weil es stellt Christine Schäfer fest. «Wir so viele Genres und Subgenres machen uns so viele Gedanken da­ gibt. Die Bedeutung des Essens rüber, was wir essen, wann wir es­ hingegen nimmt zu, auch als Iden­ sen, wo wir mit wem essen, wo un­ tifikationsfaktor.» Das Essen wird ser Essen produziert wurde und zum neuen Pop. wie es hergestellt wurde.» Verant­ wortlich dafür seien die Millenni­ Konsumenten haben immer mehr als, also die zwischen 1980 und Macht über das Angebot 1999 Geborenen, die Selbstver­ wirklichung als Lebensziel sehen An die Stelle der bekannten Wert­ wie noch kaum eine Generation schöpfungskette tritt mehr und davor. «Und wo könnte das besser mehr ein Wertschöpfungsnetz­ ausgelebt werden als beim Essen? werk. «Durch die Digitalisierung Die Nahrungsaufnahme bietet sind wir immer besser mitein- uns Genuss, Kontrolle sowie die ander vernetzt», sagt Christine Hoffnung auf Weltverbesserung.» Schäfer. So beziehe der Koch So wird Essen quasi zur Reli­ seine Zutaten nicht mehr unbe­ gion – gerade in der westlichen dingt vom Engros-Markt, sondern Welt, wo die christliche Religion direkt vom Bauern oder baue sie tendenziell an Bedeutung verliert, gleich selbst an. Auch neue Deli­ das Bedürfnis nach Sinn und Halt very Services oder Drohnen um- aber bestehen bleibt. So sei etwa gehen grosse Zwischenhändler die «Eataly World» in Bologna ein und liefern direkt vom Landwirt­ neuer Wallfahrtsort – ein Disney­ schaftsbetrieb zum Restaurant. land des Food. «Eataly hat ver­ Und schon bald drucke man das standen, dass es nicht reicht, die Essen bequem im 3D-Drucker aus. Produkte einfach im Regal zu prä­ Das neue Wertschöpfungs­ sentieren.» Man müsse Geschich­ netzwerk legt den Fokus immer ten erzählen und zeigen, wie stärker auf den Endkonsumenten. ein Produkt entsteht, woher es Denn dieser ist dank digitaler kommt, wie es verarbeitet wurde Kommunikationstechnologien und so weiter – das Produkt vom und Social Media bestens vernetzt Feld bis zur Gabel. und übt so eine neue Macht aus. Er Ein Ende der Obsession mit kann mitbestimmen, wie das An­ dem Essen ist nicht in Sicht. Neue gebot aussieht. Produzenten und Konzepte sind gefragt, die den Anbieter müssen sich daher noch Food Pop in Szene setzen. ( A H Ü)

Zürich 3,2

«Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Gastgewerbler im Land?» – Die Frage wird am 22. Oktober an der Nacht der ­Gastronomen geklärt. Allerdings nicht durch einen Zauberspiegel, sondern durch ein Publikums­ voting. Der oder die Nominierte mit den meisten Stimmen wird «Gastro­ stern 2018». Zur Wahl stehen über 30  Persönlichkeiten aus verschiedensten Sparten der Hotellerie und Gastronomie. Sie alle haben in den vergangenen zwölf Monaten einen Berufswett­ bewerb gewonnen oder sich durch andere aussergewöhnliche Berufsleistungen qualifiziert. Die Bekanntgabe des Siegers oder der Siegerin dieses Publi­ kumsvotings wird der offizielle, aber nicht einzige Höhepunkt der Nacht der Gastronomen sein.

Das Zauberduo Domenico wird auch dieses Jahr durch den Abend führen. 

werden die beiden Artisten durch den Abend führen und die Nomi­ nierten für den «Gastrostern 2018» zauberhaft in Szene zu set­ zen wissen. Zaubershow und Hippie-Bus Für Partystimmung, den nö­ tigen Groove und ein gewisses, «Wir haben auch dieses Jahr ein karibisches Ferienfeeling wird tolles Unterhaltungsprogramm Dodo sorgen. Seit bald zwanzig zusammengestellt», verrät Roger Jahren begeistert der Sänger mit Lütolf, Marketingleiter der Hotel seinen eingängigen Schweizer­ & Gastro Union und Organisator deutschen Reggae-Songs. Ob als «Zürimaa» oder im «Hippieder Nacht der Gastronomen. Wie bereits 2017 wird das Bus» – Dodo ist regelmässig auf Zauberduo Domenico den Gästen den Konzertbühnen und Radio­ erneut magische Momente be­ sendern des Landes zu hören. scheren. Mit Charme, Selbstiro­ Trotz der Showgrössen – die nie und verblüffenden Illusionen eigentlichen Stars des Abends

Z VG

werden auch 2018 die Gastgewer­ bler selber sein.  R I CC A R DA F R EI

Save the date: Die Nacht der Gastronomen mit der Wahl zum «Gastro­ stern» findet am 22. Oktober 2018 von 18 bis 23.30 Uhr an der ZAGG in Luzern statt. Die Teilnahme an diesem ­A nlass ist kostenlos und ­e xklusiv den Mitgliedern der zur Hotel & Gastro Union ­g ehörenden Berufsverbände vorbehalten.


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Das Bier geht digitale Wege

Der Kunde kauft im Laden eine Kiste Bier und erhält aufs Smartphone einen Gutschein für eine Bar.

Restaurant-Lunch im Büro Das Berliner Start-up «Smunch» will die Firmenkantine ersetzen. Dazu kooperiert es täglich mit wechselnden Gastronomiebetrieben, die Büros mit verschiedenen Mittagsmenüs beliefern – ein planbares Zusatzgeschäft für die jeweiligen Restaurants. Vorerst nur in Berlin. www.smunch.co

Neun Teams arbeiteten zwei Tage und eine Nacht lang an ihren Konzepten. Die Z VG Gewinner gründen nun ihre eigenen Start-ups. 

ken», eine Art digitalen Gutschein für ein Bier in einer Bar. Er kann ihn entweder selbst einlösen oder an Freunde versenden.

Stadt Container mit Getränken und Snacks aufzustellen. Im Sommer sollen um ihn herum Partys und Konzerte stattfinden.

Bier, wohin man will

Woher kommt mein Bier?

Die Idee des dritten Gewinnerteams kann man mit einem Wort beschreiben: Bier-Lieferservice. Zwischen April und September kann man sich in Zürich mit der «Ü-Beer»-App Getränke an einen Sie entwickeln eine App, die im beliebigen Punkt in der Stadt Hintergrund blockchain-basiert liefern lassen. Dann, wenn es zu ist – eine Technologie, die Daten schön oder zu weit ist, in ein zentral abgleicht und Empfehlun- Geschäft zu gehen. Die beiden gen abgibt. Szenario: Der Kunde Gründer Vincent Kaufmann und kauft eine Kiste Bier und erhält Sinéad Ward überlegen bereits auf sein Smartphone einen «To- weiter: Sie planen, mitten in der

Alina Baer sucht ihre Nachfolgerin rin an den Swiss Skills in Bern zu bestimmen. Vergangene Woche qualifizierten sich aus 17 Bewerberinnen zwölf für den Wettbewerb. Eine von ihnen wird Alina Baers Nachfolgerin: ×× Nadia Ladina Bosshard ×× Kim Schlatter ×× Mirella Leila Castellazzi ×× Gianna Arnold ×× Jasmin Horath ×× Fiona Siegfried ×× Aline Hauser ×× Laurie Brossin ×× Muriel Rich ×× Sabrina Bösch ×× Aicha Sebai ×× Nicole Brosi Vier der 18- bis 23-Jährigen sind Fachfrauen der Hauswirtschaft, Die Gewinnerinnen 2016 (v. l.): Michaela Kohler, Alina Baer und Anita Rüdisüli. acht sind Hotelfachfrauen. Sie alle  Z AGG LUZER N überzeugten mit ihren Noten, ihrer Kompetenz und ihrer motivierten Art. Im Assessment trafen «Ich wollte den ersten Platz, ich sie auf Chefexpertin Esther LüDie Kandidatinnen für die bin eine Perfektionistin – und nun scher, Pädagogin Esther HartBerufsmeisterschaft der überglücklich», freute sich Alina mann und Projektleiter JeanHotellerie-Hauswirtschaft Baer, als sie 2016 den Titel Claude Schmocker. Beim persönSchweizer Meisterin der Hotelle- lichen Gespräch wollte man vor stehen fest. Wer wird Alina rie-Hauswirtschaft gewann. Nur allem die soziale Kompetenz der zwei Jahre später ist sie selbst Bewerberinnen testen und ihre Baers Nachfolgerin an den kennenlernen. eine der Expertinnen und wird Persönlichkeit Swiss Skills? dazu beitragen, die nächste Siege- «Einige Bewerberinnen waren

Einen Sonderpreis für den besten Pitch gewann das Team «WE-AR». Es widmete sich dem Shopping Marketing. «Wenn man Wein ­ kauft, wird dem Kunden viel erklärt: woher der Wein kommt und was ihn ausmacht. Wieso nicht auch bei Bier?», fragte sich Gründer Danilo Santana. Mit einer App scannt man den QR-Code auf der Bierflasche und sieht Videos zu dessen Herkunft, Charakteristika und Geschmack.  A N N A S H EM YA KOVA

Mehr Informationen unter: www.beerhack.ch

Das Team rund um Student Anton Bubnov nahm sich das Lagerproblem vieler Gastronomiebetriebe vor. Sie entwickelten die App «Beer Fest», die Lagerbestände per Foto erfasst und Getränke automatisch nachbestellt. Von den aufgereihten Bierkisten oder Fässern macht der Mitarbeitende in der App ein Foto. Diese kalkuliert, wie viel Bier noch vorhanden ist, gleicht es mit der bestellten Menge ab und ordert nach. «Bis jetzt musste man noch per Telefon oder E-Mail bestellen. Das fällt nun weg. So spart der Gastrobetrieb Zeit», sagt Bubnov. Das vierköpfige Start-up erhält für die Idee ein Startkapital von 13 000 Franken. Zusätzlich nimmt es am Accelerator-Pro-

Die App «JustIN» ermöglicht es, Smartphones in Zimmerschlüssel umzuwandeln. Die Technologie nutzt die Bluetooth-Schnittstellen eines Smartphones zur Kommunikation mit den elektronischen Schlössern eines Hotels. www.saltosystems.com

Biergutscheine für Gastronomie

Zwei Tage lang tüftelten Studie- Auch das Start-up «Hops» wird rende nonstop beim «Hack-Mara- am Accelerator-Programm teilthon» an Ideen rund ums Bier. Die nehmen. Das sechsköpfige Team Frage «Was will der Markt mor- will den Detailhandel und die gen?» war ein Anstoss für die Gastronomiebetriebe näher zuSwiss Start-up Factory, einen An- sammenbringen. «Der Konsum lass gemeinsam mit Feldschlöss- von Bier in der Gastronomie ist chen zu organisieren. rückläufig. Wir überlegten uns ein Wie kann man digitale Lösun- System, den Konsumenten wieder gen in die Gastronomie einbezie- mehr zum Ausgehen zu bewegen», hen? Wie ändern sich der Vertrieb sagt Alessandro De Carli. und der Konsum? 40 junge Menschen suchten nach frischen Lösungen. Vier Ideen werden nun weiterverfolgt. Automatische Bierbestellung

Türen öffnen mit dem Smartphone

gramm der Swiss Start-up Factory teil. Dort wird das Team während zehn Wochen bei der Gründung seines Unternehmens begleitet und von erfahrenen Coaches unterstützt.

Gastro-Podcast

«Aufgegabelt» Köche, Metzger oder Winzer kommen hier zu Wort. Man lernt etwas über Zuchtlachs oder Spätburgunder – die Sendung «Aufgegabelt» des Deutschen Rundfunks Berlin-Brandenburg widmet sich Produkten, Produzenten und Persönlichkeiten. www.inforadio.de

überrascht, wie entspannt die ­ tmosphäre war. Das war alles A andere als ein Bewerbungs­ gespräch», erinnert sich JeanClaude Schmocker. Die Erwartungen sind hoch Die definitiven Prüfungsaufgaben erhalten die Teilnehmerinnen am Kick-off-Meeting am 2. Juli. Sie haben dann genügend Zeit, sich vorzubereiten. «Das Leistungsniveau der Kandidatinnen ist ­bereits sehr hoch», sagt Schmocker. Umso spannender wird es, die Kandidatinnen in den verschiedenen Disziplinen zu sehen. Diese drehen sich um Dekoration, Couverture, Reklamation, Reinigung, Service und Instruktion.  A N N A S H EM YA KOVA

Swiss Skills Vom 12. bis 16. September treffen sich in Bern die besten jungen ­N achwuchskräfte zu den zweiten Schweizer Berufsmeisterschaften. Die Teilnehmenden ­m essen sich in 75 Berufen, darunter neben der ­H otellerie-Hauswirtschaft auch Restauration und ­Küche.

 Z VG Mehr Informationen unter: www.hotelgastro.ch/swissskills

Schweizer Studenten entwickelten am ersten «Beer-Hack» Europas digitale Lösungen für die Bierszene.

Apps der Woche

«Bitte reinigen – aber richtig!» Eine Anleitung zum effektiven Housekeeping: Die richtige Pflege erhöht die Langlebigkeit der Ausstattung, Neuanschaffungen sind seltener nötig. Gute Organisation hilft, die Arbeitszeit zu verringern. Auch durch die Wahl pflegeleichter Materialien, kurzer Arbeitswege und strategisch platzierter Depots. Zusätzlich zum Buch: eine Online-Plattform mit Listen zur Arbeitsablaufplanung oder Inventarkarten. «Bitte reinigen – aber richtig!» Andrea Pfleger, 2017 ISBN 978-3-99033-465-2 Fr. 89.90

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HGZ No 9

Luzern, den 18.April 2018

Serie: Köche empfehlen (Teil 1)

Zwei Berner verkaufen «Freude im Mund» Geld und (etwas) weniger Bierchen am Abend. Die Philosophie von Jumi ist aber die gleiche geblieben. Die Produkte sollen so ursprünglich wie möglich belassen werden. Künstliche Zusätze wie Haltbarkeitsmittel oder Farbstoffe gibt es hier nicht. «Wir wollen die Echtheit des Handwerks bewahren», sagt Mike Glauser, der aus einer Käserfamilie kommt. Und sie wollen die Kontrolle über ihre Produkte: Von der Fütterung und Haltung der Tiere über die Verarbeitung bis zum Vertrieb bestimmen sie genau, was mit ihren Produkten passiert.

Aller Anfang war schwer. Mit nur einem Tisch begannen Jürg Wyss und Mike Glauser alias Jumi vor über zehn Jahren am Berner Märit Käse zu verkaufen. Als am Ende des Tages zum ersten Mal Geld übrig geblieben wäre, wurde ihnen das Portemonnaie gestohTanja Grandits’ Favorit len. Oft arbeiteten der Bauer und ist der Cironé von Jumi. der Käser sieben Tage die Woche. Dieser kommt in Polenta und Risotto oder Sie lebten gemeinsam auf einem wird zu Bergkäseflan Bauernhof in Münsingen/BE und verarbeitet. verpackten dort auch ihre Produkte. Dann gingen sie von Restaurant zu Restaurant, um ihre Kreationen an den Koch zu brin- «Freude im Mund» wollen die beigen. Auf den Lieferfahrten zu der den verkaufen. Das sei nur mögHandvoll Kunden wurden auch lich, wenn sie zu 100 Prozent hinmal auf dem Beifahrersitz die ter den Produkten stehen können. letzten Belper Knollen abgepackt. Das Fleisch stammt von OmoGeld hatten sie kaum, und was so-Rindern von kleinen Bauernreinkam, wurde sofort wieder höfen, in denen die Tiere noch investiert. Doch um Geld ging es zwei Hörner und einen Namen haauch gar nicht. Denn aller Anfang ben und Schweizer Futter bekomwar auch leicht: Man lebte ge- men. Das erste Jumi-Kalb brachte meinsam auf dem Bauernhof, Mike Glauser sogar gemeinsam trank spätabends noch ein Bier- mit Jürgen Wyss’ Vater zur Welt – chen zusammen und philoso- weil der Bauer gerade nicht da war. phierte über Käse und die Welt. Die Augen der beiden Jumi-Grün- Geschichten statt Online-Shop der leuchten heute noch, wenn sie sich an die Anfänge ihrer Firma Die Jumi-Philosophie und -Proerinnern. dukte überzeugen. Der Bauernhof in Münsingen ist längst zu klein Fleisch von Tieren, die noch geworden, heute wird im «Bären» Hörner und Namen haben in Boll/BE produziert. Möglich gemacht hat das ein Unternehmer, Zwölf Jahre ist das her. Der Kun- der in Jumi investierte – von den denstamm ist gewachsen, am Banken gab es für das Unterfangen Markt steht man für die Jumi- kein Geld. Die Suche nach einem Produkte Schlange, es gibt mehr neuen Standort gestaltete sich so

schwierig und langwierig, dass die beiden eine Vereinbarung trafen: Sollten sie einen Standort finden, würden sie sich das Jumi-Logo tätowieren lassen. Heute ziert das Jumi-Logo die Unterarme der beiden.

«Die Produkte von Jumi sind einzigartig, authentisch und innovativ.» TA N JA G R A N D I T S , R E S TAU R A N T S T U CK I I N B A S EL

Ihren Erfolg haben Mike und Jürg festgehalten: in Form von Karikaturen. Diese erinnern an die wichtigsten Stationen der Firmengeschichte wie etwa die Entwicklung der bekannten Belper Knolle oder die Eröffnung der eigenen Käserei Eyweid im Jahr 2014. Und natürlich die Expansion ins Ausland: Mittlerweile werden die Jumi-Produkte auch in London, Wien und Japan verkauft. Trotz-

Im Keller des «Bären» in Boll reift Jumi-Käse heran.

Mehr Informationen unter: www.jumi.lu

Spitzenköche brauchen Spitzenprodukte. Dazu zählen für Tanja Grandits die Käsespezialitäten von Jumi. Diese werden mittlerweile auch in Wien, London und Japan verkauft.

Die Serie «Köche empfehlen» stellt die Lieblingsproduzenten und -produkte von Köchen vor.

dem stellen Jürg und Mike ihre Produkte und Philosophie auch heute noch am liebsten persönlich vor. «Essen muss man erleben», sind die beiden überzeugt. Daher gibt es die Jumi-Kreationen auch nicht online zu kaufen. Lieber erzählen sie potenziellen Kunden die Geschichte hinter den Produkten. Etwa die der Belper Knolle, die durch Zufall entwickelt wurde: als eine Knolle im Lager vergessen wurde und dadurch Frischkäse zu Hartkäse reifte. Der Cironé ist Tanja Grandits’ Favorit

Tanja Grandits’ Bergkäseflan mit Estragon zu Lammrücken. M I CH A EL W I S SI N G , AT V ER L AG

Auch Gastronomen sind auf den Geschmack von Jumi gekommen. So etwa Tanja Grandits, die in ihrem Restaurant Stucki in Basel unter anderem Käseteller mit Jumi-Käse anbietet. «In der Küche ist der Cironé unser Favorit», sagt sie. Dabei handelt es sich um

einen Hartkäse, dessen Rinde im zweiten Kellergang durch Milben abgefressen und der danach im Öl-Keller massiert wird. Der Cironé wird im «Stucki» als Crunch, für Polenta, Chips oder Risotto verwendet. In Grandits’ Buch «Kräuter – vierzig Kräuter und hundertvierzig Rezepte» ist zudem ein Bergkäseflan zu finden. Für diesen wird Rahm mit Estragon und Salz aufgekocht und mit dem Mixstab durchgemixt. Nach dem Passieren rührt man Cironé und Eier unter und lässt die Masse in Silikonformen im Backofen im Wasserbad stocken. Tanja Grandits schätzt nicht nur den Geschmack der Jumi-Produkte, sondern auch deren Einzigartigkeit: «Die Jungs von Jumi sind sehr authentisch und innovativ. Sie haben ein hohes Qualitätsbewusstsein und sind sehr zuverlässig – und vor allem auch extrem sympathisch.»  A N G EL A H Ü P P I

A N Z E I G E

Hero Konfitüren – für einen guten Start in den Tag

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Z VG


Luzern, den 18. April 2018

Die Verbände bvham und shma verbrüdern sich

WEINAGENDA

NEUENBURG Am Freitag und Samstag, 4. und 5. Mai, laden 33 Winzer in ihre Keller ein. Gratisbusse bringen die Besucher am Samstag vom Bahnhof Neuenburg in die Weinberge zwischen Vaumarcus und Le Landeron und später wieder zurück nach Neuenburg. Am Freitag sind die Keller ab 17 Uhr und am Samstag ab 10 Uhr geöffnet. www.neuchatel-vins-terroir.ch

WALLIS

Mehr Informationen unter: www.hotelgastrounion.ch/bvham www.shma.ch

DEUTSCHSCHWEIZ Am Dienstag, 1. Mai, und am Wochenende vom 5. und 6. Mai öffnen über 200 Winzer aus der ganzen Deutschschweiz sowie vom Bieler- und Thunersee jeweils ab 11 Uhr ihre Keller. Auch in der grenzüberschreitenden Weinregion Bodensee laden Winzer zum Besuch ihrer Rebberge und Weinkeller ein. www.offeneweinkeller.ch www.bielerseewein.ch www.thunerseewein.ch

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Der Berufsverband Hotel Administration ­Management bvham und die Swiss Hospitality Marketing Association shma führen eine Doppelmitgliedschaft ein. Wenn zwei die gleichen Interessen haben, ist es sinnvoll, über das Nutzen von Synergien nachzudenken. Das haben die Vorstände des Berufsverbands Hotel Administration Management und der Swiss Hospitality Marketing As-

sociation getan. Beide Verbände sind in der Hotellerie verwurzelt und stehen unter anderem für Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und Networking. Die shma, früher hsmai Schweiz, wurde 1972 für die damals neue Berufsgruppe der Sales- und Marketingleute in Hotels gegründet. Heute ist die Organisation eine Vernetzungsund Weiterbildungsplattform für Sales- und Marketingfachkräfte, Revenue Manager und Online Marketing Manager aus der gesamten Hospitality-Branche. Der bvham wiederum vertritt alle Berufsleute aus dem Front- und Backoffice der Hotellerie und aus

bvham und die shma eine Partnerschaft eingegangen und lancieren eine Doppelmitgliedschaft. Kleiner Aufpreis, grosser Gewinn

Das bvham-Symposium «Zeitreise» am 2. Oktober ist eine Gelegenheit, die Doppelmitgliedschaft zu nutzen.Z VG

Gastronomie­unternehmen. Daraus ergibt sich bei gewissen Berufsgruppen eine Überschneidung der Interessen, die für alle Mitglieder gewinnbringend genutzt werden soll. Dazu sind der

Das System ist unbürokratisch: Wer die Doppelmitgliedschaft wünscht, meldet dies seinem angestammten Verband. Statt des vollen Mitgliedsbeitrags für den Partnerverband wird lediglich ein Zuschlag von 100 Franken auf den gewohnten Jahresbeitrag erhoben. Trotz der grossen Preisermässigung – die Mitgliedschaft bei der shma kostet üblicherweise 250 Franken – profitieren Doppelmitglieder von allen Leistungen beider Verbände. Dazu zählen Vergünstigungen für Kurse an der SHS Academy, Gratisabos für die Hotellerie Gastronomie Zeitung und das Magazin Hotelier sowie das breitere Angebot an Networking-Events.  (R I F)

A N Z E I G E

MEHR ALS GUT VERSICHERT Sicherheit aus einer Hand

Das Auffahrtswochenende vom 10. bis 12. Mai steht ganz im Zeichen der Walliser Weine. Von Martigny bis Salgesch öffnen ab 11 Uhr zahlreiche Winzer ihre Keller und erzählen ihre Geschichte. www.lesvinsduvalais.ch

TESSIN Am Samstag und Sonntag, 19. und 20. Mai, lohnt sich eine Reise ins Tessin für alle Weinliebhaber. Dann nämlich öffnen die Winzer ihre Kellertüren und präsentieren zwischen 10 und 18 Uhr den neuen Jahrgang. www.ticinowine.ch

WAADT UND VULLY Ebenfalls am Samstag und Sonntag, 19. und 20. Mai, öffnen rund 300 Waadtländer Winzer ihre Keller. Die Wege über steile Rebterrassen laden zum Spazieren ein, und in den schmucken Dörfern bieten zahlreiche Restaurants Erfrischungen an. Bereits einen Tag früher, am Freitag, 18. Mai, ab 16 Uhr, empfangen die Winzer am Mont Vully Weininteressierte. www.vins-vaudois.ch www.vin-vully.ch

GENF Im Kanton Genf öffnen die Winzer ihre Keller nur am Samstag, dem 26. Mai. An diesem einen Tag jedoch pilgern die Städter hinaus in die Winzerdörfer. Dort verkosten sie den neuesten Jahrgang, und manch ein Besucher kehrt mit einem oder gar mehreren Kartons voller Wein nach Hause zurück. Ein Hot Spot ist Dardagny. Dort spielen Bands auf, Verpflegung wird angeboten und im Schatten grosser Bäume lässt es sich bei einem Glas Wein gemütlich chillen. www.geneveterroir.ch

Mehr Zins für die Versicherten der GastroSocial Pensionskasse Ausgezeichnete Werte zum Jahresabschluss Die Pensionskasse glänzte im 2017 mit einer Performance von 8.77 % und einem soliden Deckungsgrad von 120.9 %. Dies sind im Branchenvergleich ausgezeichnete Werte und erlaubte der GastroSocial Pensionskasse die Reserven zu verstärken und die Altersguthaben der Versicherten mit 2 % zu verzinsen. Dies ist doppelt so viel wie der vom Bundesrat verordnete Mindestzinssatz von 1 %. Profitieren auch Sie und holen Sie eine Offerte unter info@gastrosocial.ch oder unter gastrosocial.ch/offerte ein. Anlagestrategie Die Anlagestrategie der GastroSocial Pensionskasse setzt neben den traditionellen Anlageklassen (Obligationen, Aktien und Immobilien) auch auf

Infrastrukturinvestitionen, Darlehen, ausländische Immobilien, Investitionen in nichtkotierte Unternehmen und solche in Insurance Linked Strategies. Dies trägt zu einem robusten und breit abgestützten Portfolio bei. Auf Anlagen in Rohstoffe und Hedge Funds wird bewusst verzichtet. In der Umsetzung erlauben strategische Bandbreiten eine schnelle und angemessene Anpassung des Portfolios auf Veränderungen des globalen Marktumfelds. Der Fokus liegt auf einer risikobewussten mittelfristigen Optimierung des Portfolios. So konnten in der Vergangenheit regelmässig überdurchschnittliche Resultate erzielt werden.

Mehr zum Thema unter gastrosocial.ch/Jahresabschluss

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Luzern, den 18. April 2018

FREIE STELLEN MELDEN, WIRD ZUR PFLICHT Während sich Arbeitgeber empören, erhalten Arbeitslose, die in der Hochpreisinsel Schweiz leben, einen kleinen Vorsprung und somit eine Chance auf eine neue Anstellung.

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Welche Stellen müssen gemeldet werden, und wie funktioniert das? Auf dem Web-Portal «arbeit. swiss», dem alle RAV angeschlossen sind, können Arbeitgeber nach Kandidatinnen und Kandidaten suchen. Am 12. April waren in der Rubrik «Berufe des Gastgewerbes und der Hotellerie» 31 115 Personen registriert. Darunter 1555 Köche/Köchinnen sowie 751 Servicefachangestellte mit einer beruflichen Grundausbildung EFZ. Kommt es zur Anstel-

Eine Stelle auszuschreiben, ist auf «arbeit.swiss» online in weniger als zehn Minuten erledigt.

Mehr Informationen unter: www.arbeit.swiss

ie Zuwanderung steuern und den Inländern Vorrang geben, war das Ziel der Masseneinwanderungsinitiative. Das Schweizer Stimmvolk hat diese knapp angenommen und muss sich nun mit den Folgen auseinandersetzen. Eine dieser Folgen trifft die Arbeitgeber. Ab dem 1. Juli müssen sie offene Stellen melden. Das Ziel der Stellenmeldepflicht ist die bessere Nutzung des inländischen Arbeitskräftepotenzials. Die 11 322 Arbeitslosen in unserer Branche, die bei Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldet sind, können sich für eine Stelle bewerben, bevor diese öffentlich ausgeschrieben wird. «Für in der Schweiz lebende Arbeitnehmer ist das positiv», sagt Stefan Unternährer, Leiter Rechtsdienst bei der Hotel & Gastro Union. «Sie erhalten damit eine bessere Chance am Arbeitsmarkt.» Dem Vorwurf der fehlenden Ausbildung widerspricht das Seco: «Personen ohne Ausbildung sind nicht automatisch schwer vermittelbar. Je nach Anforderungsprofil einer Stelle kann berufsspezifische Erfahrung aus einer früheren Tätigkeit die fehlende Qualifikation kompensieren.» Und noch etwas gilt es zu bedenken: Die Arbeitslosigkeit geht alle etwas an. Denn alle Steuerzahler müssen die knapp sieben Milliarden Franken mitfinanzieren, die jährlich an erwerbslose Personen ausgezahlt werden.

lung einer beim RAV gemeldeten Person, muss die offene Stelle nicht gemeldet werden. Die vom Bund geforderte Stellenausschreibung ist auf «arbeit. swiss» online in weniger als zehn Minuten erledigt. Keine Rede also von einem grotesken Bürokratiemonster, wie es Gastrosuisse an die Wand malt. Natürlich kann die Meldung auch per E-Mail, Telefon oder Brief erfolgen. Je präziser die Angaben sind, umso besser können die RAV den Arbeitgebern Dossiers passender Stellensuchender vorschlagen.

Der Weg zum RAV ist nicht immer einfach. Doch er ist unausweichlich. In vielen Fällen lohnt er sich sogar.

wird es, das ist schon heute klar, Dossiers von passenden Stellensufür folgende Berufsgruppen eine chenden. Der Arbeitgeber prüft diese und teilt dem RAV mit, welStellenmeldepflicht geben: ×× Empfangspersonal und Portiers che Kandidatinnen und Kandida×× Servicemitarbeiter ten er als geeignet erachtet. Diese ×× Etagen-, Wäscherei- und lädt er zu einem BewerbungsgeEconomatangestellte spräch oder einer Eignungsabklärung ein und meldet dem RAV, ob Vorerst müssen dem RAV offene ×× Küchenmitarbeiter Stellen in Berufsarten gemeldet ×× Hauswirtschaftliche es zu einer Anstellung gekommen Betriebsleiterinnen werden, die eine durchschnittliist. Begründungen werden keine gefordert. che Arbeitslosenquote von acht ×× Hauswirtschaftliche Angestellte Prozent oder mehr ausweisen. GeDas RAV als Dienstleister meldet werden müssen auch Stellen der entsprechenden Berufsar- Keine Meldepflicht besteht für Meldepflichtige Stellen unterlieten, die durch Arbeitsvermittler, folgende Personen: Headhunter oder Temporär-Un- ×× Stellen, die durch Stellensugen einem Publikationsverbot von chende besetzt werden, die bei ternehmen vermittelt werden. fünf Arbeitstagen. Diese Frist beeinem RAV gemeldet sind. Zurzeit erstellt das Seco die ginnt am ersten Arbeitstag nachListe der Berufe, die bei einem ×× Stellen innerhalb eines dem das RAV bestätigt hat, dass Unternehmens, einer UnterSchwellenwert von acht Prozent die Stelle im System erfasst wornehmensgruppe oder eines ab kommendem Juli meldepflichden ist. Während dieser fünf Konzerns, die mit internen tig sind. Die Liste wird vorausArbeitstage sind die gemeldeten Personen besetzt werden, die Stellen ausschliesslich für die sichtlich ab Ende April auf dem seit mindestens sechs Monaten beim RAV registrierten StellensuWeb-Portal «arbeit.swiss» abrufdort angestellt sind. bar sein. Die acht Prozent sind übchenden zugänglich. Damit erhalrigens eine Forderung der Arbeit- ×× Lernende, die im Anschluss an ten diese auf dem Stellenmarkt eine Lehre angestellt werden. geberverbände, auf die der Buneinen zeitlichen Vorsprung, den ×× Beschäftigungen, die maximal desrat eingegangen ist. sie dazu nutzen können, sich auch 14 Kalendertage dauern. Zusätzlich werden Arbeitgeaus eigener Initiative rasch auf ber über einen Check-up auf ×× Anstellungen von direkten diese freien Stellen zu bewerben. Familienmitgliedern des «arbeit.swiss» eruieren können, Die Stellenvermittlung ist Zeichnungsberechtigten im ob eine Stelle meldepflichtig ist eine neue Aufgabe für das RAV. Unternehmen. Dazu gehören oder nicht. Hinterlegt sind rund Bisher standen vor allem DienstEhe- und eingetragene Lebens4200 Berufsbezeichnungen. Der leistungen für Stellensuchende im partner, die eigenen Kinder Schwellenwert und die damit verVordergrund. Dazu gehören: sowie Eltern oder Geschwister. ×× Bewerbungstipps – was braucht bundene Meldepflicht wird für jees, und worauf soll geachtet den dieser Beruf berechnet. werden beim Schreiben einer Per 1. Januar 2020 wird der Als Antwort auf eine gemeldete Bewerbung genauso wie beim Schwellenwert dann auf fünf Pro- Stelle erhält der Arbeitgeber inVorstellungsgespräch. zent gesenkt. Bei fünf Prozent nert drei Arbeitstagen vom RAV

B I LD ER K E YS TO N E

×× Standortbestimmung – was möchte eine Person und was kann sie; dazu steht eine Checkliste zum Download bereit. ×× Jugendliche – der Schritt in die Arbeitswelt, wie weiter nach der Ausbildung oder nach einem Lehrabbruch. ×× Arbeitssuchende 50 plus – Beratung, wie Stärken hervorge­ hoben werden.

Ein Besuch von «arbeit. swiss» lohnt sich für alle, die eine Stelle suchen. Hilfe erhalten Arbeitnehmer beim RAV auch für die ersten Schritte nach dem Erhalt einer Kündigung. Wichtig ist, dass man sich sofort beim RAV und der Arbeitslosenkasse meldet und noch während der Kündigungsfrist damit beginnt, eine neue Stelle zu suchen. Entsprechend den persönlichen Verhältnissen beträgt das Taggeld 70 bis 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Wie lange Leis-


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S chwe rpu n k t

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Zahlen und Fakten*

4,9

Millionen Personen sind in der Schweiz erwerbstätig. Umgerechnet entspricht dies 4,08 Millionen Vollzeitkräften.

700 000

Stellen werden in der Schweiz jedes Jahr ausge­schrieben und durch externe Mitarbeiter besetzt.

Bei einem Schwellenwert von acht Prozent sind elf Prozent der ­offenen Stellen ­m eldepflichtig. Mitarbeiter in 132 regionalen Arbeitsvermittlungszentren begleiten Stellensuchende auf dem Weg zu einer neuen Stelle.

Weiterbildung im Gastgewerbe für Stellenlose ohne Berufslehre Der fünf Wochen dauernde Basiskurs Perfecto Futura wird neu an die ProgressoLehrgänge angerechnet.

Ausbildungsschritt verkürzen: Sie haben ab sofort die Möglichkeit, sich den Kurs an den Progresso-Lehrgang anrechnen zu lassen. Die Basisbildung Progresso ist der nächste Ausbildungsschritt. Dieser kann mit Erwerbslose ohne Berufsab- einem Fide-Sprachkurs kombischluss im Gastgewerbe haben dank eines Angebotes aus der «Für Arbeitslose Branche die Möglichkeit, sich berufliche Basiskenntnisse anzumit tiefer Qualifieignen. Der kostenlose Kurs, kation schafft welcher durch das RAV vermittelt werden muss, heisst Perfecto Perfecto Futura Futura und wird für die Bereiche eine sinnvolle Küche, Service sowie Hauswirtschaft, Buffet und Reinigung anVerbindung zur geboten. Er dauert fünf Wochen gastgewerblichen und lehrt grundlegende FertigBasisausbildung keiten, welche für die praktische Arbeit im Gast­gewerbe geProgresso.» braucht werden. Voraussetzungen für die Kurs­teilnahme sind S T EFA N U N T ER N Ä H R ER LEI T ER R ECH T SD I EN S T Deutschkenntnisse der Stufe B1 H OT EL & G A S T RO U N I O N sowie eine grundsätzliche Eignung für die spätere Tätigkeit im gewählten Fachbereich. niert werden und macht die TeilAbsolventen der Perfecto- nehmenden zu Fachkräften mit Futura-Kurse Küche und Ser- einem schweizweit anerkannten vice können neu ihren nächsten Attest. Auch Progresso ist bis auf

tungen bezogen werden können, hängt vom Alter und der Beschäftigungsdauer vor der Arbeitslosigkeit ab. Wer seine Stelle selber kündigt, ohne eine neue Arbeit in ­Aussicht zu haben, kann das Recht auf Arbeitslosenentschädigung vorübergehend verlieren. Der Zwischenverdienst ist ein Vorteil für Gastgewerbler Wer in der Zwischensaison als Aushilfe jobbt, sollte sich unbe-

eine Einschreibegebühr kostenlos. Das ist so im für alle Mitarbeiter geltenden Landes-Gesamtarbeitsvertrag geregelt. Mit der neuen Kombination müssen ehemalige Perfecto-­Futura-Absolventen nur noch die Kursteile zwei und drei von Progresso absolvieren. Die Kurszeit verkürzt sich dadurch auf drei Wochen. Dies ist innerhalb von zwei bis drei Monaten möglich. Zwischen Kurs zwei und drei ist zwingend eine Betriebsphase zu absolvieren, in welcher gestellte Aufgaben gelöst und von den Vorgesetzten bewertet werden müssen. Die Chance packen Die Anrechnung gilt rückwirkend für alle Perfecto-FuturaAbsolventen mit einem Abschluss ab 2015. Arbeitslosigkeit im Gastgewerbe ist keine Sackgasse – sie kann vielmehr der Start zu einer Weiterbildung sein, die attraktive Chancen in der Berufswelt von Restaurants und Hotels bietet. (G A B)

dingt beim RAV melden. Hat ein nal ­bedingte Unterschiede. Diese Koch einen versicherten Mindest- sind im föderalistischen System lohn von 4120 Franken und ver- der Schweiz explizit vorgesehen. dient beim jobben 1800 Franken, Das zusätzliche Geld kann ergibt dies einen Verdienstausfall beispielsweise in die Weiterbilvon 2320 Franken. Davon werden dung gesteckt werden. Das Weinun je nach Taggeldansatz 70 bis terbildungsangebot auf allen Qua80 Prozent ausbezahlt. In man- lifikationsstufen, das die Arbeitchen Regionen werden ein oder geberverbände und die Hotel & eineinhalb Monate Zwischensai- Gastro Union anbieten, ist gross. son auch ohne Zwischenverdienst «Generell gilt, dass eine Ausbilfinanziell abgegolten. Obwohl alle dung eine gute Versicherung geRAV über dieselben Kernkompe- gen Arbeitslosigkeit ist oder um tenzen und Dienstleistungen ver- rasch wieder eine neue Stelle zu fügen, gibt es gemäss Seco regio- finden», sagt Fabian Maienfisch,

20 000 stellvertretender Ressortleiter und Mediensprecher beim Seco.

von insgesamt 75 000 offenen Stellen werden bereits frei­ willig gemeldet.

Das RAV hilft auch bei der Stellensuche im Ausland Im Ausland gemachte Erfahrungen sind ein Pluspunkt in jedem Lebenslauf. Auch diesbezüglich bieten RAV und Seco Hand. Die Schweiz hat mit diversen Staaten so genannte Stagiaires-Abkommen abgeschlossen, um jungen Berufsleuten die Erweiterung ihrer beruflichen und sprachlichen Kenntnisse im Ausland zu ermög-

«Eine Ausbildung ist eine gute Versicherung gegen Ar­ beitslosigkeit.»

20 Prozent aller ­S tellensuchenden und 25 Prozent der neu zugewanderten ­A usländer sind in einem meldepflichtigen Beruf tätig.

13 958

Gastgewerbler waren Ende Jahr arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeits­ losenquote von 9,2 %.

FA B I A N M A I EN FI SCH S T ELLV ERT R E T EN D ER R E S SO RT LEIT ER U N D M ED I EN SP R ECH ER B EI M SECO

lichen. Auch auf dem europäischen Portal Eures, einem Kooperationsnetz der öffentlichen Arbeitsverwaltungen der EU- und EFTA-Staaten, kann man sich vorab über Auslandsaufenthalte informieren.  G A B R I EL TI N GU ELY

Adressen und Kontakte Arbeitgeber, die Stellen ­ melden wollen, und Arbeit­ nehmer, die arbeitslos ­werden, finden schweizweit Hilfe bei 132 regionalen Arbeits­ vermittlungszentren, 155 Arbeits­l osenkassen und 68 kantonalen Arbeits­ä mtern. Alle 355 Adressen sind auf der Webseite ­a rbeit.swiss gelistet.

Nur Baugewerbe und Handel haben mehr Arbeitslose.

6,85 Mia.

Franken pro Jahr zahlt die Arbeitslosenversicherung.

*Zahlen des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2015.


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Prod u k te

Die Beiträge auf den Produktseiten werden von Gabriel Tinguely zusammengestellt und redigiert. gabriel.tinguely@ hotelleriegastronomie.ch

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Hilcona setzt neu auf Tofu in drei Sorten

Erhältlich sind die Tische in den Farben Schwarz oder Silber.

Luzern, den 18. April 2018

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Design Award für Spülmaschine

Smarte Kontrolle über Kaffeemaschine

Freude herrscht bei Electrolux, denn deren Korbtransport-Spülmaschine Green & Clean wurde unlängst mit dem renommierten Red Dot Design Award 2018 ­ausgezeichnet. Die Profi-Spülmaschine besticht durch eine optimale Benutzerfreundlichkeit. Leicht verständliche Symbole auf dem Touchscreen führen den Bediener durch die Funktionen. Das grösste Plus ist jedoch der geringe Ressourcenverbrauch. Für die Reinigung eines Spülkorbs werden nur rund 3 dl Wasser benötigt. www.professional.electrolux.de

«Go live» heisst die digitale Datenbasis für alle Produkt- und Prozessdaten von WMF und Schaerer-Kaffeemaschinen. Das kostenfreie Basic-Paket bietet beispielsweise alle wichtigen ­Basis-anwendungen wie das Einsehen in den Wartungszustand der ­Maschinen. Ausserdem hat der Anwender jederzeit und von jedem Ort aus Gewissheit über Umsatz und Betriebszustand ­seiner Kaffeemaschine. Ein smartes Know-how-Center unterstützt zudem bei kleineren Problemen. www.schaerer.com

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Ein Brot zum Zehn-Jahr-Jubiläum

Asiatische Saucen für die schnelle Küche

Seit 2008 gehört die Tektonikarena Sardona zum UNESCOWeltkulturerbe. Es handelt sich dabei um die Gebirgslandschaft um den Piz Sardona im Grenzgebiet der Kantone St. Gallen, Glarus und Graubünden. Zum Zehn-Jahr-Jubiläum haben nun elf Bäckereien ein Sardona-Brot in ihr Angebot aufgenommen, dessen zwei Teigsorten die geologische Besonderheit symbolisiert. www.unesco-sardona.ch

Keine Zeit für die Zubereitung asiatischer Saucen? Bischofszell Culinarium bietet neu vier ­Varianten: Thai Panang Curry, Thai Green Curry, Satay und Asia Wok. Die Saucen gibt es im ­gekühlten Stehbeutel. Dank ihrer schnellen Zubereitung sind sie ideal für den Einsatz in Gastrobetrieben mit beschränkter Infrastruktur, aber auch für Menüs in der Gemeinschaftsverpflegung. www.bina.ch/culinarium

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Standfeste Tischgestelle für jeden Untergrund

IGP-Label für Appenzeller Pantli

Ob auf unebenen Pflastersteinen oder Holzbohlen – die neuen Tischgestelle Elon kippeln dank Nivellierungstechnik nie.

Im Januar wurde es vom Bundesamt für Landwirtschaft angekündigt, nun ist es offiziell: Drei ­Appenzeller Fleischspezialitäten werden in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnung aufgenommen. Sie erhalten das Label IGP (Indication géo­ graphique protégée), das nun schweizweit 15 Produkte tragen. Zu den neuen IGP-Produkten gehören das Appenzeller Mostbröckli, das Appenzeller Pantli und die Appenzeller Siedwurst. www.aop-igp.ch

Wackelnde Tische, überschwappender Cappuccino, geräuschvolles Hin-und-Hergeschiebe ... billige Outdoortische bringen so manchen Gast zur Weissglut, mag das Café- und Restaurantangebot noch so attraktiv sein. Damit die Gäste ihr Getränk und das Essen ungestört geniessen können, hat die Go In GmbH, Landsberg am Lech (D), das neue Tischgestell Elon ins Sortiment aufgenommen. Elon besticht durch eine mechanische Nivellierungs-

technik, bei der bis zu 18 Millimeter Höhenunterschied ausgeglichen wird. Damit eignet sich das Gestell auch für unebene Böden wie gepflasterte Strassen und Plätze oder verzogene Holzbohlen. Das Gestell aus pulverbeschichtetem Aluminium ist in den Farben Silber oder Schwarz erhältlich und mit verschiedenen Tischplatten aus dem Go-In-Programm kombinierbar. Elon hat einen Kippmechanismus, so dass die Tische seitlich stapelbar und platzsparend zu verstauen sind. Eine perfekte Ergänzung zu Elon ist der Armlehnstuhl Pande. Der Stuhl lässt sich während der Reinigung des Bodens an der Tischkante einhängen; Schutzpuffer unter den Armlehnen verhindern die Beschädigung der Tischplatten.  (R U P)

Mehr Informationen unter: www.goin.ch

Tofu wird in der Schweiz immer beliebter. Aus diesem Grund nimmt Hilcona das vegetarische Produkt in ihr FoodserviceProgramm. «Wir haben das asiatische Handwerk nach Landquart geholt. Mit innovativen Produktionsanlagen und dem Know-how traditioneller Tofu-Meister können wir unseren Kunden authentischen Genuss für aktuelle Food-Konzepte anbieten», verkündet Product Manager Antoine Lihrmann. Hilcona setzt zunächst auf drei Sorten: Nature, Smokey und Crispy. Durch Würzung und Zutatenkombinationen lasse sich Tofu in jede geschmackliche Richtung bringen, heisst es seitens Hilcona. Besonders gut würden sich Zutaten wie Knoblauch, Ingwer und Curry eignen, aber auch Kokosmilch, Zitronensaft und eine Barbecuesauce verleihen den Tofu-Sorten spannende Aromen. www.hilcona.ch

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A N Z E I G E

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SANDWICH BRIE

Sie erhalten den SANDWICH BRIE vorgeschnitten in der Schale mit Fixgewicht à 650 g, ca. 32 Scheiben. Oder als ganzen Laib, ca. 1.3 kg. Mehr Info auf www.straehl.ch

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Pe rsön lich

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SIMON APOTHÉLOZ «ENDLICH HÄTTE ES SICH FINANZIELL GELOHNT»

Personalia

Roland Hunziker Hotelier An der Spitze der Swiss Historic Hotels gab es einen grösseren Wechsel. So wurden die Gründungsmitglieder und langjährigen Vorstandsmitglieder Felix Dietrich und Roland Flückiger-Seiler und die ebenfalls seit Beginn der Kooperation tätige Geschäftsführerin Barbara Zaugg geehrt und verabschiedet. Als neuen Geschäftsführer begrüssten die Mitglieder den Hotelier Roland Hunziker. Franz-Xaver Leonhardt von der Krafft Gruppe wurde in den Vorstand gewählt

Ende Februar schockierte der «Eisblume»-Koch mit der Nachricht, er werde den Betrieb Anfang 2019 schliessen. Bereut er den Entscheid schon? Welche Pläne hegt der Berner für die Zukunft? Nach 15 Jahren ­­ schliessen Sie die «Eisblume» in Worb. Weshalb? S I M O N A P OT H ÉLOZ : Als wir begannen, war ich knapp zwanzig. Nun bin ich 35-jährig. Ich würde mich gern nochmals irgendwo voll reinstürzen. Wenn ich das jetzt nicht tue, ist es zu spät. Zudem läuft der Mietvertrag aus, und man müsste in Abwassertechnik und Elektronik massiv investieren. Die «Eisblume» ist ein Gewächshaus und nicht als Restaurant angedacht. H GZ :

Justine und Jan Pyott Hotelbesitzer Nach einjähriger Renovationszeit hat das Traditionshaus Hotel Glacier in Grindelwald am Sonntag, 15. April 2018, seine Türen wieder geöffnet. Das junge Besitzer- und Direktionsehepaar Justine und Jan Pyott haben mit dem Kauf und der Totalrenovation des Chalet-Hotels ihren lang gehegten Traum verwirklicht.

Welches ist Ihr erster Gedanke, wenn Sie an die 15 Jahre zurückdenken? Wahnsinn, 15 Jahre! Das hätten wir damals nie gedacht.

Zur Person Simon Apothéloz (35) eröffnete die «Eisblume» in Worb/BE mit seinen Kollegen im Jahr 2004 als Übergangslösung. Den Begriff «Pop-up» kannte man damals noch nicht. Die «Eisblume» ist seine erste Station nach der Kochlehre in einem Gasthof in Wabern bei Bern. Er kocht vornehmlich mit Schweizer Produkten. Auf Foie gras und Hummer verzichtet der Berner. Privat unterstützt der frischgebackene Vater mit Herz und Seele den Fussballklub BSC Young Boys Bern.

Fühlten Sie sich durch die Auszeichnungen zu stark unter Druck? Nein, davon haben wir uns nicht beeinflussen lassen. Ganz im Gegenteil: Gault Millau und der Guide Michelin sind unsere besten Marketing-Plattformen. Darf ich Sie etwas fragen? Ja, klar. Finden Sie es verwerflich, dass wir an diesem Punkt die «Eisblume» schliessen? Nein, wenn Sie Lust auf etwas Neues haben, dann wäre es falsch, Ihre Punkte und den

Simon Apothéloz verkauft künftig Fast Food.

Stern nur noch zu verwalten. Wie hat Gault Millau auf die Ankündigung der Schliessung reagiert? Gab es eine negative Reaktion, weil Sie eben erst zum Aufsteiger des Jahres gekürt wurden? Nein, wir erhielten keine Reaktion. Aber ich würde es verstehen, wenn die sich vor den Kopf gestossen fühlten.

Z VG

Die Kartoffel wurde eigens für Ihre Fast-Food-Idee angebaut? Uns wurde ein Bio-Bauer oberhalb Worb empfohlen, Jürg Moser heisst er. Dieser hat für uns eine kleine Testmenge angepflanzt. Die Kartoffeln sind eher weisslich, nicht so gelb, wie man das sonst gerne mag. Aber dafür überzeugen sie geschmacklich, sie sind sehr aromatisch.

Wie reagierten die Gäste? Sie sagten, das alleine würde Seit der Bekanntgabe der Schlies- Sie nicht befriedigen. Wollen sung werden wir überrannt. Wir Sie wieder etwas im Stil der sind viele Wochen im Voraus aus- «Eisblume» aufbauen? gebucht. Wir hatten noch keine Ich weiss nicht, ob ich das ohne meine jetzige Mannschaft kann. schlechte Reaktion. Das Team ist genial. Menschlich wie fachlich. So etwas wie hier, Ende Januar 2019 gehen die Lichter aus – wann im Alltag das gibt es kein zweites Mal. wird Ihnen dies bewusst? Beim Einmachen. Dann überlegt «Ich bin mit einem man sich, wie viel noch Sinn macht. Geschäftspartner Wie geht es nach der «Eisblume» für Sie weiter? Ich bin mit einem Geschäftspartner dran, etwas im Bereich Fast Food aufzubauen. Da wäre ich dann allerdings nicht ständig vor Ort. Doch das alleine befriedigt mich natürlich nicht. Ich will kochen.

dran, etwas im Bereich Fast Food aufzubauen.»

Lassen Sie sich von einem grossen Restaurant anstellen? Ich glaube nicht. Da könnte ich allenfalls einen Kollegen mitbringen, und wir müssten uns dann ins Team einfügen. Das will ich wohl eher nicht.

Was können Sie uns von Ihrem Fast-Food-Projekt erzählen? Mein Anspruch ist es, auch beim Fast Food etwas mit Gour- Sondern? met Touch zu produzieren. Da Vielleicht betreibe ich ein kleines wird es Pommes frites aus hoch- Restaurant in Bern. Ich bin hier wertigen und extra für dieses sehr stark verwurzelt. Zudem pasProjekt angebauten Kartoffeln siert in Bern zurzeit viel, aber es als Basis geben, dazu Toppings hat noch Platz für Innovation. und feine Saucen. Wahrscheinlich Take-away, vielleicht gibt Ein Restaurant mit einem es aber auch ein paar Tische. Die Stern und 17 Punkten? Location ist noch nicht unter- Nein, das ist nicht mein Ziel.   schrieben. I N T ERV I E W B EN N Y EP S T EI N

Steffen Mutzberg Spitzenkoch

Mehr Informationen unter: www.eisblume-worb.ch

Sie haben einen MichelinStern, Gault Millau verleiht Ihnen aktuell 17 Punkte sowie die Auszeichnung «Aufsteiger des Jahres 2018». Und nun hören Sie auf? Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es sich vielleicht endlich finanziell lohnen würde. Dennoch haben wir nicht das Bedürfnis zu verlängern.

Kopf der Woche

Lediglich drei Monate nach seiner Rückkehr ins Hotel Steigenberger Bellerive au Lac in Zürich wurde der Spitzenkoch von Gault Millau Schweiz mit 14 Punkten ausgezeichnet. Die persönliche Handschrift des 33-Jährigen ist auch im «Vivus» bereits nach kurzer Zeit sichtund vor allem auch geniessbar.

LES

EF E ER B R I Diätkoch als eidg. ­Fachausweis oder EFZ? Giuseppe Ferrante, Diätkoch, Sonderschulheim Mätteli, Münchenbuchsee/BE

Gemäss Reglement des Berufsbildungsamtes wird die einjährige Ausbildung zum Diätkoch nicht mehr akzeptiert. Deshalb wurden die eigenständige Ausbildung zum Spital- und Heimkoch und zum Gastronomiekoch vollständig aus dem Programm gestrichen und die Inhalte in die Ausbildung zum Chefkoch integriert. In meiner Tätigkeit als Prüfungsexperte bei DiätkochPrüfungen erlebe ich immer wieder sehr motivierte Absolventen, die aber genau darum diese

Pascal Kleber Küchenchef Am 1. Mai übernimmt Pascal Kleber die Leitung in der Küche des Hotels Belvoir in Rüschlikon am Zürichsee. Der 47-jährige Zürcher war zuvor als Executive Chef im Arosa Kulm Hotel & Alpine Spa tätig.

. . . zitiert . . .

«Die Gastro­ nomie gehört zu meiner täglichen Arbeit. Häufig beginnen ­vertrauensvolle Beziehungen bei Tisch – oder ein Geschäft kommt mit gutem Essen zum ­Abschluss.» N I CO L A S B I D E AU D I R EK TO R VO N P R Ä S ENZ SCH W EIZ U N D PA RT N ER D ER « G R A N D E S TA B LE S D E SU I S S E»

Ausbildung wählten, weil sie auf diesem Spezialgebiet und eben nicht als Chef- oder Gastronomiekoch arbeiten wollen/können. Gibt es also so viele Diätköche, dass man dieses Bedürfnis ignorieren kann – mit dem Risiko, Interessenten für den Kochberuf zu verlieren, weil sie die Ausbildung zu lang, zu kostspielig und zu umfangreich finden? Oder wird hier wegen wirtschaftlicher Bequemlichkeit lieber ein durchaus veränderbares Reglement über die realen Bedürfnisse von erfahrenen Berufsleuten gestellt? Ich würde es jedenfalls sehr begrüssen, wenn die Aktivitäten entsprechender Arbeitsgruppen bei mir nicht den unappetitlichen Beigeschmack hinterlassen, dass man sich dort anstelle der Berücksichtigung der tatsächlich vorhandenen Bedürfnisse der Berufsprofis lieber der Pflege von – in der Regel wirtschaftlich geprägten – Prinzipien widmet.


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Pe rsön lich

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KLAUS SCHNEIDER «DUSCH-WCS UND DIGITALISIERUNG IM BAD SIND IM TREND»

Spülrand komplett ersetzen. Unsere neuen WCs sind nur noch mit dieser Technologie ausgestattet. Auch wird sich der Einsatz von Dusch-WCs in der Schweiz stark erhöhen. Ein weiterer Trend geht Richtung Smart Home. Nebst dem öffentlichen Bereich, wo wir bereits erfolgreich unser Digital-Public-Bathroom-Konzept einsetzen, wird das Thema auch im privaten Badezimmer Einzug halten.

Klaus Schneider, CEO von Keramik Laufen und Similor, über die Gestaltung des Sanitärbereichs im Gastgewerbe.

Was heisst das konkret? Abgesehen von neuen Bedienkonzepten über Apps oder die berührungslose, sprachgesteuerte Bedienung von Produkten werden neue Funktionen wie zum Beispiel Gesundheitsmessungen eine wichtige Rolle spielen.

H GZ : Herr Schneider, was ist Ihnen bei einem Restaurantbesuch wichtiger: der Sanitärbereich oder die Speisekarte? K L AU S S C H N EI D ER : In erster Linie freue ich mich auf das Kulinarische. Muss ich die Toilette aufsuchen, scanne ich den Sanitärbereich ganz automatisch. Ich sehe auf den ersten Blick, für welche Installationslösungen und Anbieter man sich entschieden hat.

«Die Digitalisierung wird den Sanitärbereich deutlich verändern.»

Geschäftsführer Klaus Schneider in einem «seiner» Bäder. Die Produktpalette umfasst Waschtische, WCs, Bidets, Badewannen, Duschwannen, Möbel, Accessoires und Armaturen.

Welches war Ihr persönlich war man anschliessend wach. Ein schlimmstes, welches Ihr schönes Erlebnis ist für mich imüberraschend positivstes mer, wenn ich im Ausland – an Or«Sanitärerlebnis»? ten, an denen ich es gar nicht erIch bin ein leidenschaftlicher warte – unsere Produkte vorfinde. Fliegenfischer. Eine Reise hat mich einmal nach Bosnien ge- Welche Bedeutung hat für Sie führt, wo es sehr tolle Flüsse gibt. die Hotellerie- und Das Bad in der Lodge war, sagen Gastronomiebranche? wir mal, ein Erlebnis. So war zum Die nationale und internationale Beispiel der WC-Deckel nicht an Hotellerie und Gastronomie ist die Toilette montiert, sondern für uns eine sehr wichtige Braneinfach nur draufgelegt. Auch che, mit der wir eng in Verbindung konnten die Glas-Duschtrenn- stehen. Zum einen verbauen die wände nicht in der Schiene ver- Auftraggeber häufig ein grosses schoben werden, sondern muss- Volumen an Produkten. Zum anten von Hand ausgehängt, plat- deren stehen unsere Produkte in ziert und wieder in die Schiene deren Häusern täglich unter dem eingehängt werden. Ausserdem Blickwinkel des Gastes im Einwar die Dusche mit ungefähr satz. Deshalb bieten wir eigens für neun Grad «warmem» Wasser dieses Segment besondere funktinicht gerade ein Genuss. Dafür onelle Lösungen.

Wie sollte der Sanitärbereich im Restaurant gestaltet sein? Zeitlos, berührungslos, hygienisch und reinigungsfreundlich. Bevorzugte Produkte sind spülrandlose WCs, berührungslose Armaturen und Urinale mit wassersparender Ein-Liter-Spülung und der Möglichkeit, die Spülmenge dem Benutzungsgrad anzupassen. Zudem ist es positiv, wenn den Richtlinien des barrierefreien Bauens gemäss SIA500 und den Empfehlungen der Spezialisten von Plan 7 Rechnung getragen wird. Wie sollte ein Bad im Hotelzimmer daherkommen? Primär ist es eine Frage des Stils und des gestalterischen Gesamtkonzepts des Hotels. Die Design-

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sprache im Badezimmer sollte sich diesem Konzept anpassen. Auch spielt die Reinigungsfreundlichkeit eine bedeutende Rolle. Zudem machen im Hotelbad ausreichende Ablageflächen Sinn, auf denen der Gast sein Nécessaire und sonstige Hygieneutensilien in Griffnähe platzieren kann. Diesem Anspruch wird zum Beispiel unser Aufsatz-Waschtisch Ino mit integrierter Seitenablagefläche sehr schön gerecht. Wichtig ist zudem eine harmonische Abstimmung der gewählten Produkte. So empfiehlt es sich, ein zum Waschtisch passendes WC zu wählen. Was wird in zehn Jahren im Badbereich aktuell sein? Die spülrandlosen WCs werden in absehbarer Zeit die Modelle mit

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Digitalisierung ist in aller Munde. Wie wird dies den Sanitärbereich verändern? Die Digitalisierung wird den Sanitärbereich deutlich verändern. Im öffentlichen Bereich werden die Produkte in die Gebäudesysteme eingebunden und liefern wichtige Informationen. Dadurch lassen sich zum Beispiel die Benutzungsintensität und der Ressourcenverbrauch überwachen und optimieren. Oder die Einstellungen für Heizung, Lüftung und Klimaanlagen sowie die Reinigungspläne können aufeinander abgestimmt werden. Für diesen Bereich bieten wir bereits heute entsprechende Lösungen für unsere Armaturen und Urinalspülsysteme an.  I N T ERV I E W R U T H M A R EN D I N G Mehr Informationen unter: www.laufen.com

Und wenn Ihnen ein WC oder ein Bad im Hotel partout nicht passt, sprechen Sie die Direktion darauf an? Nein, das tue ich nicht. Und schon gar nicht die Direktion. Lediglich bei Funktionsproblemen würde ich eine Meldung an die Réception machen. Ich bin da nicht so empfindlich. Wenn ich in die Ferien fahre oder ein Spa aufsuche, ist mir der Sanitärbereich natürlich wichtiger, als wenn ich auf einer kürzeren Geschäftsreise bin mit einer oder zwei Übernachtungen.

Luzern, den 18. April 2018

Zum Unternehmen Keramik Laufen wurde 1892 als Tonwarenfabrik Laufen gegründet und produzierte zu Beginn Ziegel- und Backsteine. Heute ist das Unternehmen führend im Bereich «Komplettbadanbieter». Die Similor AG gehört mit ihren Marken Similor Kugler, Arwa und Sanimatic ebenfalls zu den Marktführern.


Luzern, den 18. April 2018

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A spe k te

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BESSER ALS FACEBOOK & CO: JAZZ-ABEND MIT DEM DIREKTOR Digitales Marketing hier, Roboter da, Social Media dort – der technische Fortschritt der vergangenen Jahre in der Hotellerie ist gross. Vielfach bleibt da die persönliche Beziehung zwischen dem Gast und dem Gastgeber auf der Strecke.

→ Die Jazz-Abende am Donnerstag im Hotel Montana sind legendär. Dabei mischt sich auch Hotelier Fritz Erni gerne unter das Volk. Hier begrüsst er seine Gäste – aufs Singen verzichtet er.



B I LD ER Z VG

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ritz Erni steckt sich eine Zigarre an und zieht an ihr. Aus der Louis-Bar hört man das Klavier, die Jazz-Klänge durchdringen den Rauch in der Hemingway-Lounge. Es ist später Donnerstagabend. Manch ein Hoteldirektor ist zu dieser Stunde längst zu Hause bei der Familie. Nicht so Fritz Erni. Der Direktor des Hotels Montana in Luzern ar-

beitet. Auch wenn es nicht so aussieht. Ein bisschen an der Zigarre nuckeln und mit einem Stammgast über Gott und die Welt philosophieren. Wer sich im Internet bezüglich Gästebindung schlau machen möchte, stösst auf viel Spannendes. Es wimmelt geradezu von Tipps. Suchmaschinenoptimierung müsse man betreiben.

Auf sozialen Plattformen wie Facebook und Instagram Emotionen schaffen. Anfragen und Feedbacks immer rasch und höflich beantworten. Und so weiter. Es passt wohl zur heutigen Zeit, dass über ein bestimmtes Mittel zur Gästebindung im Internet kaum was zu finden ist: die persönliche Beziehung zwischen dem Gastgeber und dem Gast.

Dabei ist sie gewiss die grösste Chance, sich in einem riesigen Markt abzuheben. «Die Gäste sind oft erstaunt, weil sie es nicht erwarten», erzählt Fritz Erni über die Zeit, die er sich nimmt, um mit Gästen zu plaudern. «Sie freuen sich über diese spontanen Gesten. Sie schaffen Nähe.» Der Schweizer Hotelier des Jahres 2017 nimmt gerne auch mal Gäste vom Restau-

rant Scala spontan hinunter in die Erlebnisküche Kitchen Club und lädt zum Portwein-Tasting und zum Käseplättli als gelungener Abschluss eines Abends. Sich von der Konkurrenz abheben Martin Schmidli ist Teilhaber beim Hotel- und TourismusBeratungsunternehmen

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Der Gastgeber mit dem Gast – vier weitere Ideen

Aktivitäten mit dem Gast – für Rolf Bumann bedeutet dies nicht Spezialprogramm, sondern Alltag. Seit 27 Jahren führt er mit seiner Frau Daniela das Dreisternehotel Etoile in Saas-Fee/VS. «Animation ist unser Alleinstellungsmerkmal», erklärt Rolf Bumann. «Es ist der Grund, weshalb die Gäste zu uns kommen. Wieder und wieder.» Ski-Exkursionen, Nachtschlitteln, Schneeschuhlaufen, Eisstockschiessen im Winter,

Vortrag zur Wertekultur Auf Wunsch halten die Gastgeber in den Balance-Hotels von Felix Suhner (Schweizer Hotelier des Jahres 2016) kleine Vorträge zur Führungs- und Wertekultur des Unternehmens. Diese Erfolgsrezepte und Erfahrungen werden gerne mit Seminargästen geteilt. www.balancehotels.ch

«Wer das erfolgreich machen will, muss konsequent sein.»

Kleiner Trick mit grossem Schlüssel

RO LF B U M A N N , H OT EL E TO I LE, S A A S- FEE / V S

Mehr Informationen unter: www.hotel-etoile.ch

Naja, geht zwar nicht um die direkte Bindung des Hoteliers mit dem Gast, aber immerhin um die Kommunikation des Hotels mit dem Gast. Und der Tipp ist einfach viel zu gut, um ihn aussen vor zu lassen. «Montana»-Hotelier Fritz Erni verrät: «Wir haben immer noch den traditionellen Zimmerschlüssel mit einem grossen Schlüsselanhänger. So erreichen wir, dass der Gast auch immer mal wieder an die Réception kommt und wir das eine oder andere Wort mit ihm wechseln können.» Ge-ni-al! www.hotel-montana.ch

Hobby und Job verbinden Spektakulär geht es bei Andreas Furrer zu. Der Sohn der Walliser Hotelier-Legende Art Furrer ist CEO von vier Hotels auf der Riederalp. Seine Gäste führt er auf Wunsch mit dem Hubschrauber aus. Das Angebot: Erst zeigt er den Passagieren den Kanton aus der Luft, ehe er dann in den Weinkeller von Winzer Jean-René Germanier zur Degustation bittet. Dann geht es – wiederum per Hubschrauber – in die Weinberge zum Raclette-Essen. Damit bietet Andreas Furrer seinen Gästen ein einzigartiges Erlebnis und kann gleichzeitig seinem kostspieligen Hobby frönen – und die Flüge den Gästen verrechnen. www.cultventure.ch

Geselliges Jassen – es muss nicht teuer sein Dass es auch ohne aufwendige Dekorationen, ohne teure HeliAusflüge und ohne vertiefte Weinkenntnisse klappt, mit dem Gast gesellige Stunden zu verbringen, beweisen Walter Bareit und Fabian Zurbriggen. Bareit ist Hotelier in der Aroser «Alpensonne», Zurbriggen ist in selbiger Funktion im Wellnesshotel Zurbriggen in SaasAlmagell/VS tätig. Beide veranstalten in ihren Betrieben regelmässig Jassturniere, Bareit lädt jedes Jahr sogar zu mehreren Jasswochen. Hie und da spielt Bareit sogar mit. www.hotelalpensonne.ch www.wellnesshotel-zurbriggen.ch

Luzern, den 18. April 2018

Bogenschiessen im Sommer, Wanderungen durch die Schneelandschaft im Winter: «Etoile»-Hotelier Rolf Bumann (oberes Bild rechts) arbeitet 110 Stunden pro Woche, um seine Gäste glücklich zu machen.

Kohl & Partner. An der Schweize- Kunde und der Hotelier Anbieter seite aus.» Zusätzlich gehe zweirischen Hotelfachschule Luzern bleiben.» mal jährlich ein Mail mit allen AnSHL unterrichtet er im fünften geboten an sämtliche Gäste. Semester Strategisches Marke- Am Herd mit dem Spitzenkoch Mittlerweile gäbe es Gäste, die wegen des Kochens mit dem ting und Tourismus. Dabei spielt die persönliche Beziehung zwi- Programm, das zum Hotel passt – Chef ins Hotel kämen. Tamara schen Gastgeber und Gast eine das bietet Dario Cadonau an. Der Cadonau: «Viele kommen wiederzentrale Rolle. «Ich bin der An- Bündner ist Gastgeber und Koch holt, um ihren Freunden und Versicht, dass sich ein Hotel in der im In-Lain Hotel Cadonau in wandten zu zeigen, wo sie gekocht heutigen Marktsituation in der Brail/GR. Seine Spitzenküche haben.» Ferienhotellerie mit einer starken, zeichnet der Guide Michelin mit guten Beziehungsqualität Mehr- einem Stern aus, von Gault Millau Wanderung und Picknick mit werte verschaffen kann.» Dies gibt es 17 Punkte. Doch während dem Fünf-Sterne-Hotelier führe zu loyalen Kunden. «In un- die meisten Gourmetköche keine serer Branche kann man sich zum Gäste in die Küche lassen, bietet Auch Patrick und Claudio Dietrich, Glück noch durch persönliche Be- Dario Cadonau seinen Gästen Co-Gastgeber des Fünfsternehoziehungen zu den Gästen und mit Kochkurse für maximal acht Per- tels Waldhaus in Sils/GR geben einem interessanten Rahmenpro- sonen unter seiner Führung an. sich nahbar. Zwei- bis dreimal gramm abheben. Nebst guten Pro«Die Kochkurse laufen sehr während der Sommersaison laden dukten ist die Beziehungsqualität gut, meist sind sie ausgebucht», sie ihre Hotelgäste zum Picknick verrät Tamara Cadonau, die das ein. «Meist sind zwischen 30 und das A und O.» Geeignet seien sportliche, kul- Hotel gemeinsam mit ihrem Gat- 50 Personen dabei. Das Publikum turelle, kulinarische und andere ten führt. «Die Gäste mögen den ist sehr durchmischt: Einzelperkreative Aktivitäten oder Aus- nahen Kontakt zu Dario und zum sonen, Paare, Familien, alle Alflüge. «Aber Achtung: Das Pro- Küchenteam.» Die Kurse seien terskategorien sind vertreten.» gramm muss zum Hotel passen.» sehr persönlich gestaltet und be- Zum Picknick-Plätzchen führt Von zwei Programmarten rät wusst in kleinem Rahmen gehal- eine Wanderung durch die Idylle Martin Schmidli explizit ab: «Vor- ten. «Die Besucher können so des Oberengadins, bei der sich sicht: Keine gefährlichen Aktivi- richtig profitieren und müssen jeweils einer der beiden Dietäten. Und bitte auch keine Pro- auch wirklich mitkochen. Wir bie- trich-Brüder unter die Leute gramme, bei denen man dem Gast ten verschiedene Themen an und mischt. Wer nicht zu Fuss hin mag, zu nahe kommt. Der Gast muss schreiben diese auf unserer Web- wird auf Wunsch gefahren.

Wanderungen, Picknicks, BocciaTurniere im Sommer. «Und wenn das Wetter schlecht ist, zeigen wir Bergfilme, machen Weindegustationen und Führungen durchs Museum.» Dabei wachse nicht nur eine enge Bindung zwischen dem Gastgeber und seinem Gast. «Auch unter den Gästen entstehen Freundschaften. Sie sitzen dann am Abend zusammen. Das ist schön.» Doch damit nicht genug. Bei Rolf und Daniela Bumann ist jeder Abend ein Themenabend. Mal heisst das Motto «Insel der Träume», mal «Ewiges Eis». Dann werde der öffentliche Bereich des Restaurants aufwendig dekoriert, das Buffet dem Thema angepasst und die Gastgeber und das Team verkleiden sich. Sieben Abende pro Woche, sieben Themen. «Wir wurden schon oft kopiert, aber wer das erfolgreich machen möchte, der muss es in letzter Konsequenz durchziehen», bemerkt Rolf Bumann. «Das bedeutet, dass sich das gesamte Hotelteam immer wieder verkleiden und in die Rollen eintauchen muss.» Unabdingbar sei auch die Präsenz des Gastgebers. Dies alles neben den klassischen Aufgaben eines Hoteliers. «Meine Frau und ich arbeiten beide je 110 Stunden pro Woche.» Auch für Businessgäste geeignet Der Erfolg gibt dem Ehepaar recht: Diesen Winter lag die Bettenauslastung bei 95 Prozent. Während Gäste andernorts zwei bis drei, allenfalls vier Nächte bleiben, verweilt der durchschnittliche Gast im Hotel Etoile fünf bis sechs Nächte. «Einen Fragebogen muss bei mir übrigens keiner ausfüllen», sagt der 60-Jährige. «Vor lauter Programm mit meinen Gästen kenne ich praktisch jeden ganz gut.» Aktivitäten mit Gastgeber und Gast eignen sich indes nicht nur für Feriengäste. Roland Tischhauser führt im Hotel Bad Bubendorf im gleichnamigen Ort in BaselLand Wine & Dines durch – auch für Seminargäste ein willkommenes, spannendes Abendprogramm. Solche Abende schaffen bei Businessgästen tolle Erinnerungen, fördern das Teambuilding und gewähren branchenfremden Menschen Einblick in die Passion eines guten Gastgebers. Lauter Dinge, die Internet und Computer nicht schaffen, ein leidenschaftlicher Hotelier hingegen schon. B EN N Y EP S T EI N


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Luzern, den 18. April 2018

Aktuelles Weiterbildungsangebot: Investieren Sie in Ihren Erfolg!

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Facebook, Instagram & Co. – erste Schritte DATUM/ZEIT: MONTAG, 7. MAI 9.30 BIS 16.30 UHR

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RICHEMONT-REZEPT-TIPP

ZUTATEN Vanillereis-Chriesi-Becher (2660 g) 1600 g Vanillereis-Cashew Masse 1000 g Chriesi-Prägel 60 g Couverture Piccoli Excellence 54 % 20 St. Minzeblätter

Vanillereis-Chashew-Masse (1600 g) 1185 g Vanillereis, gekocht 120 g Staubzucker ohne Zusatz 175 g Cashew-Paste* 120 g Wasser

Vanillereis (1185 g)

Hinweis:

200 g Risottoreis, parboiled 1 St. Vanilleschote Bourbon 395 g Wasser 590 g Wasser

Der Vanillereis-Chriesi-Becher ist ein veganes Gericht. *B ezugsquelle für die Cashew-Paste: www.nobs-premium.ch

Chriesi-Prägel (1000 g) 765 g 155 g 60 g 20 g

TK-Kirschen, schwarz, entsteint Wasser Zucker Maisstärke

HERSTELLUNG 1 Vanillereis Risottoreis mit Vanilleschoten im Wasser zur richtigen ­Festigkeit kochen (Bild 1). Der Zucker wird bewusst erst nachträglich beigegeben, da der Reis sonst sehr lange braucht, um weich zu werden. Zweiten Teil Wasser nach und nach beigeben. Ausleeren und abkühlen lassen. Danach weiterverarbeiten.

2 Vanillereis-Cashew-Masse Abgekühlten Vanillereis mit Staubzucker, Cashew-Paste und Wasser mischen (Bild 2). Die Cashew-Paste wird verwendet, um dem Reis eine gewisse Cremigkeit zu geben.

die Stärke anrührt, in die Pfanne zurückleert und durchkocht (Bild 3).

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VANILLEREIS-CHRIESI-BECHER

INHALT Millionen Menschen nutzen weltweit Facebook, Instagram & Co., um sich mit Videos und Fotos auf dem Laufenden zu halten. Weil ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, lohnt es sich, Beiträge von Leckereien und Genusskreationen, die in der Backstube oder Konditorei-Confiserie entstehen, zu posten. Dem Kunden wird das Wasser im Munde zusammenlaufen, und er wird durch einen einfachen Klick eine Bestellung aufgeben. Zeigen Sie Ihren Kunden Ihre handwerklichen Kunstwerke, denn so werden Sie einzigartig. Die Level-1-Themen sind: ×× Vorteile der Digitalisierung ×× Anwendungsmöglichkeiten der digitalen Medien ×× Wie richte ich eine Webseite oder einen Social-Media-Kanal ein? ×× Welche Kanäle brauche ich wirklich? ×× Wie erstelle ich erste Beiträge? ×× Die Macht von Schlagwörtern ×× Wecken von Emotionen durch Videos und Bilder PREIS: FR. 450.–

3 Fertigstellen

3 Chriesi-Prägel Gefrorene Kirschen mit Zucker und Wasser aufkochen, dann die Früchte aus dem Saft nehmen. Den Saft mit Maisstärke abbinden, indem man

Die Kirschen zum angedickten Saft geben und mischen (Bild 4). Pro Becher: 80 g VanillereisCashew-Masse und 50 g Chriesi-Prägel abfüllen. Mit einem Schokoladen-Ornament und einem Pfefferminzblatt dekorieren.

Vegan, süss & salzig

INHALT Vegan ist voll im Trend und wird von unserer Kundschaft immer mehr verlangt. Der Kurs vermittelt Ihnen grundlegendes Wissen über vegane Produkte und zeigt, wie einfach man hochqualitative süsse und salzige Kreationen herstellen kann: z.B. Apérogebäcke, kleine Speisen fürs Café und vieles mehr. Lassen Sie sich inspirieren und überraschen Sie Ihre Gäste mit innovativen Köstlichkeiten. Unser Gast-Referent ist Bernd Siefert. Wenn Filmstars, Mode­ ­ zaren oder Scheichs exquisite Desserts wünschen, ist Bernd ­Siefert gefragt. Weltweiter Berater für exklusive Marken der süssen Branche, Referent an Fachschulen, Foodstylist sowie Betreiber des familieneigenen Cafés. PREIS: FR. 450.–

Pasteten & Terrinen DATUM/ZEIT: DIENSTAG, 29. MAI 9.30 BIS 16.30 UHR UND MITTWOCH, 30. MAI 8.00 BIS 16.30 UHR INHALT In diesem zweitägigen Kurs erhalten Sie die wichtigsten Informationen über die Herstellung und Produktion von Traiteur-Spezialitäten bis hin zur einfachen Dekoration und Präsentation der Produkte. Erfahren Sie Wissenswertes, angefangen bei der Zusammensetzung einer Pastete, über die Herstellung und Anwendung einer Farce bis hin zum richtigen Backen und Fertigstellen von Terrinen. Nach diesem Kurs besitzen Sie das Rüstzeug, das Neuerlernte erfolgreich eins zu eins zu Hause umzusetzen und können so Ihren Snack­bereich mit neuen Delikatessen erweitern – denn Traiteur bedeutet Gaumenfreude.

DATUM/ZEIT: DONNERSTAG, 17. MAI 9.30 BIS 16.30 UHR

PREIS: FR. 895.– (OHNE VOLLPENSION)

Richemont Kompetenzzentrum Bäckerei Konditorei Confiserie Seeburgstrasse 51 CH-6006 Luzern Telefon +41 (0)41 375 85 85 Telefax +41 (0)41 375 85 90 richemont@richemont.cc

Richemont centre de compétences boulangerie pâtisserie confiserie Avenue Général-Guisan 48 CH-1009 Pully Téléphone +41 (0)21 728 46 75 Téléfax +41 (0)21 729 48 32 richemont-romandie@richemont.cc

Verzeichnis der Zutaten: Wasser, Kirschen 29 % , Risottoreis, Zucker, CASHEWNÜSSE, Couverture mindestens 54 % Kakaoanteil (Zucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Emulgator [SOJALECITHIN], Vanille), Maisstärke, Vanille

Nährwerte je 100 g: E nergiewert 526 kJ/126 kcal Fett 3 ,8 g, davon gesättigte Fettsäuren 1,2 g / Kohlenhydrate 20 g, davon Zucker 12,6 g / Protein 2 g / Salz 0,01 g Deklaration, Nährwerte und Kalkulation beziehen sich ausschliesslich auf diese Rezeptur.


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Luzern, den 18. April 2018

Welche Pflanzen kann man im Restaurant anbauen? Pflanzen wachsen hier direkt vor den Augen der Gäste in die Höhe. Vorteil: Man gewinnt spezielle Sorten und schafft ganz nebenbei ein gesundes Raumklima. Grün und doch urban, ein Garten und doch in der Stadt – das geht. Und zwar im, auf oder vor dem Restaurant. Urban Gardening braucht Zeit und Pflege, doch der Aufwand lohnt sich für die Küche, für die Gäste und für das Betriebsimage. Orientalische Gewürze wachsen vor der Tür

Medien

p a r tn e r

Slow Fo

od

Serie Gastro Trend Day Im Hinblick auf den Event im Juli «Urban Farming – Mehrwert oder Notwendigkeit?» erscheinen in loser Folge Artikel rund um die Themen Begrünung und vertikale Gärten.

Ein Restaurant mitten in der Stadt, das sich selbst versorgt, ist eine Illusion. Auf Produzenten und Lieferanten wird man als Gastronom auch in 50 Jahren nicht verzichten können. Selbst das Berliner Restaurant Good Bank, das seinen Salat mitten im

«Besonders im Winter merken wir, wie viel angenehmer die Luft im Vergleich zum trockenen Büro ist.» M I GU EL LED E SM A ,« PAU S E»

Betrieb anbaut, betreibt eine Farm ausserhalb der Stadt, um den kompletten Bedarf decken zu können. Man kann die Flächen in Gästeräumen oder auf dem Dach

Bei der Begrünung von Gastrobetrieben soll man laut Umweltingenieurin Luzia K. Rodriguez darauf achten, den Pflanzen genug Licht zu geben. Sinnvoll sei es, UNSPL ASH Dickpflanzengewächse wie Kakteen am Fester zu platzieren. Sie brauchen viel Sonne. Grossblättrige Pflanzen brauchen hingegen weniger Licht.

jedoch nutzen, um einen kleinen Garten mit ausgewählten Sorten anzulegen. So wie es das Restau­ rant Otium in Los Angeles tut. Auf dem Restaurantgelände baute Küchenchef und Besitzer Timothy Hollingsworth einen Garten. Aus Säulen wachsen Kräuter und Blumen, die der Koch in seinen Gerichten verarbeitet. So pflanzt er Sorten an, die er nicht von lokalen Lieferanten be­ kommen kann – beispielsweise Sumac, den er zur orientalischen Gewürzmischung Za’atar verar­ beitet. Auch in einigen seiner Cocktails kommen die Kräuter, frisch gepflückt, zum Einsatz. So macht Grün als Konzept das Gäs­

teerlebnis besonders – und das ist auch im Sinne der Vermarktung ein Geschenk.

zept schnell klar: «Der Gast soll nicht mehr wissen, ob er sich drin­ nen oder draussen befindet.» Im Lokal pendeln die Pflanzen von Ein grünes Fleckchen in der der Decke, hängen an der Wand, industriellen Ecke der Stadt bilden Säulen, Dächer und Kojen. Dreimal mehr Pflanzen sollen in Ist es ein Garten oder ein Lokal? den nächsten Monaten dazukom­ Betritt man die «Pause» im Zür­ men – 500 sind es heute schon. cher Kreis 5, muss man die Tische Weiterer Pluspunkt: besseres inmitten von Grün erst noch ent­ Klima und höhere Luftfeuchtig­ decken. Mit dem Namen spiele keit. Die Pflanzen filtern auf na­ man im Bistro ganz bewusst: «Wir türliche Weise Schadstoffe aus wollen eine gegenteilige Welt zum der Luft. Gleichzeitig spenden sie Büroalltag und der Betonwüste Feuchtigkeit. Ledesma: «Beson­ drumherum erschaffen», sagt ders im Winter merken wir, wie Geschäftsleiter Miguel Ledesma. viel angenehmer die Luft im Vergleich zu trockenen Office­ Für ihn und Umweltingenieurin ­ Luzia K. Rodriguez war das Kon­ räumen ist.» A N N A S H EM YA KOVA

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Luzern, den 18. April 2018

HGZ No 9

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A spe k te

ESTHER LÜSCHER «WER ETWAS BEWEGEN WILL, KANN KANDIDIEREN»

DAS SCHWEIZER STELLENPORTAL DER BRANCHE

Für die Hotel & Gastro Union ist 2018 ein spezielles Jahr: Im Herbst findet eine Delegiertenversammlung statt, die es nur alle drei Jahre gibt. Die Präsidentin Esther Lüscher gibt Auskunft über die DV und Sinn und Zweck der HGU.

Diesen Herbst findet die Delegiertenversammlung (DV) der Hotel & Gastro Union (HGU) statt. Worum geht es? Die DV findet alle drei Jahre statt und besteht aus zwei Teilen. Am Sonntag ist die DV der HGU. Da geht es unter anderem um Informationen über die Geschäfte der letzten drei Jahre und Abnahme des Finanzberichtes; Anträge aus dem Zentralvorstand (ZV), den Regionen oder Berufsverbänden kommen hier zur Abstimmung. Die Wahl der Mitglieder des ZV steht im Mittelpunkt und ist ein Highlight. Am Abend gibt es ein Galadiner und danach eine Party. Dies als Dankeschön an alle Delegierten, die sich die Zeit für die DV nehmen und sich darauf fundiert vorbereitet haben. Am Montag sind dann die DVs der Berufsverbände. Auch hier wird über den Geschäftsgang der letzten drei Jahre informiert, und die Wahlen der Mitglieder des Vorstandes sind ein zentrales Traktandum. Wieso braucht es eigentlich eine Organisation wie die Hotel & Gastro Union? Die Hotel & Gastro Union ist das Haus, das allgemeine Dienstleistungen für die Berufsverbände und Mitglieder erbringt. Dazu gehören auch Vertretungen in verschiedenen, teils politischen Gremien. Hervorzuheben ist jedoch die Wichtigkeit der Berufsverbände. Sie sind die Bewohner des Hauses HGU. Beim eigenen Berufsverband fühlt man sich als Mitglied zugehörig, kann sich austauschen und findet Gleichgesinnte. Unbezahlbar ist das Netzwerk. Mitglieder können sich, wenn sie wollen, aktiv in verschiedenen Gremien einbringen, zum

Esther Lüscher ist Präsidentin der Hotel & Gastro Union.

Z VG

Beispiel aktiv an Projekten wie Das hängt vom Alter ab. Bei den den Revisionen der Berufsbildung Jungen sind es sicher die fast kosmitarbeiten. Deshalb ist klar: Wir tenlosen Weiterbildungsmöglichengagieren uns für unsere Bran- keiten. Bei der mittleren Generache und unsere Berufswelt. tion, dass man dabeibleibt, weil man selber schon davon profitieWelche Aktivitäten gibt es im ren konnte und aus Solidaritätsnächsten halben Jahr? prinzip . Zudem sind es diejenigen Zurzeit finden die Generalver- im Arbeitsprozess, die dazu beisammlungen und Masteranlässe tragen, dass unser Nachwuchs in sämtlichen Regionen statt. solch tolle Chancen und MöglichDann gibt es QV–Vorbereitungs- keiten in unserer Branche hat. tage, das Forum Restauration, die Tagung Hotellerie-Hauswirt- Gibt es weitere Aspekte? schaft, die Küchencheftagung Ja, einer, der mir in letzter Zeit und den Gastro Trend Day. Zudem bewusst wurde, ist: Wir beklagen engagieren sich Mitglieder bei uns oft, dass unsere Branche diversen Qualifikationsverfahren, keine Wertschätzung erhält. Eine und im September finden in Bern Mitgliedschaft in seinem Berufsdie Swiss Skills statt. Alle Daten verband hat für mich sehr viel findet man auf unserer Webseite. mit Wertschätzung seines Berufes wie der gegenüber anderen «Berufsausübern» zu tun. Denn wenn wir selber schon nicht schätzen, was wir tun, dann können wir es auch nicht von unseren Gästen oder der Bevölkerung verlangen. Dann gibt es noch einen Grund der oft vergessen geht. Als treues Mitglied erhalten Sie im Pensionsalter je nach Dauer der Mitgliedschaft ein Altersgeld von bis zu 5000 Franken. Das ist ein beachtlicher Betrag, zusätzlich zu allen anderen Vergünstigungen und Möglichkeiten, den man sich mit seiner jahrelangen Mitgliedschaft angespart hat. Und wenn es Richtung Pensionierung geht, sage ich: «Wir brauchen den Erfahrungswert der Älteren.» Sonst verlieren wir ein wichtiges Gut, nämlich unsere Geschichte. Zudem haben wir den Union Circle geschaffen als Treffpunkt und zum Austauschen, damit man sich nicht aus den Was sagen Sie Gastgewerblern, ­Augen verliert. Es ist doch immer schön zu sagen: «Weisch no …?» warum sie bei der HGU Mitglied werden sollten?  I N T ERV I E W M A R I O G S ELL

«Eine Mitgliedschaft in seinem Berufsverband hat für mich sehr viel mit Wert­ schätzung seines Berufes zu tun.»

A N Z E I G E

Mehr Informationen unter: www.hotelgastrounion.ch

H GZ : In den Vorständen aller Berufsverbände gibt es Rücktritte. Das heisst, neue Vorstandsmitglieder sind gesucht. Wer kann da kandidieren, und was sind die Erwartungen an die Kandidierenden – was müssen sie mitbringen, was leisten? E S T H ER LÜ S C H ER : Kandidieren kann eine Person, wenn sie drei Jahre lang Mitglied war. Voraussetzungen sind Zeitressourcen, grosser Berufsstolz und eine intrinsische Motivation, das heisst, der eigene Antrieb, etwas für seinen Beruf zu tun, ihn weiterzubringen und somit die Branche zu fördern. Alles andere kann man lernen. Für noch genauere Details haben alle Berufsverbände inklusive Zentralvorstand Pflichtenhefte erstellt.

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S e r v ice

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Luzern, den 18 . April 2018

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Luzern, den 18. April 2018

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H orizonte

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MICHAEL BOLT «ALTERSARMUT IST EIN GROSSES PROBLEM»

Gerade Ältere haben es auf dem Arbeitsmarkt schwer, einen Job zu finden, weil sie wegen höherer Sozialabgaben für Arbeitgeber teurer sind. Das trifft im Gastgewerbe zum Glück nicht zu. In unserer Branche zahlen alle Arbeitgeber für alle Angestellten sieben Prozent vom Lohn in die Pensionskasse ein. Ganz egal, ob die Arbeitskraft 25, 45 oder 65 Jahre alt ist. Das ist im Landes-Gesamtarbeitsvertrag von den Sozialpartnern extra so festgelegt worden, um eine Altersdiskriminierung, wie sie in anderen Branchen vorkommt, zu verhindern. Das Gastgewerbe ist diesbezüglich sehr fortschrittlich.

erträge können mit ihm generiert werden. Es ist wie mit dem Sparkonto. Wenn man kaum Geld drauf hat, nützen einem selbst hohe Zinsen wenig. Hingegen kann man mit viel Geld auf dem Konto sogar bei tiefen Zinsen noch Profit machen.

Stürzt unsere Altersvorsorge zusammen, wenn der Fonds mal aufgebraucht sein sollte? Die Tatsache, dass die AHV in die H GZ : Herr Bolt, die einen sagen, roten Zahlen schlittert, bedeutet der AHV geht das Geld aus, die nicht, dass sie auf einen Konkurs anderen behaupten, sie sei zusteuert. So weit lässt es die Poligesichert. Was stimmt nun? tik nicht kommen. Die AHV ist der M I C H A EL B O LT: Die AHV funktio- Grundsockel unseres Sozialversiniert nach dem Umlageprinzip. cherungssystems. Ich bin überMit dem Geld, das wir von den Er- zeugt, die Politik packt das Probwerbstätigen erhalten, bezahlen lem so an, dass die Lösung vom wir die Renten. Fakt ist, wir geben Volk gutgeheissen wird. für Altersrenten heute mehr aus, als wir einnehmen. Bei guter Die AHV-Rente beträgt im Wirtschaftslage können die Anla- Minimum 1175 Franken, im geerträge aus dem AHV-Fonds die Maximum 2350 Franken. Dies Mehrausgaben mildern, das Prob- aber nur, wenn man 44 Jahre lang einbezahlt hat. Aufs lem aber sicher nicht lösen. Maximum hoffen darf lediglich, wer im Schnitt mindesWas passiert, wenn sich die tens 84 600 Franken pro Jahr Situation nicht ändert? Dann muss auf den AHV-Fonds verdient. Im Gastgewerbe zurückgegriffen werden. Dieser arbeiten viele Frauen, Teilzeitreicht, um ein Jahr lang alle Ren- und Saisonangestellte, die nie ten bezahlen zu können. Der auf 44 Beitragsjahre oder Fonds soll aber möglichst unange- solche Jahreslöhne kommen. tastet bleiben, denn je kleiner der Ist für sie die Altersarmut Fonds ist, desto weniger Anlage- vorprogrammiert?



Michael Bolt ist Generaldirektor der Sozialversicherungsgesellschaften Hotela. ZVG

Mehr Informationen unter: www.l-gav.ch www.hotela.ch

Vom Monatslohn wird ein Betrag für die Altersvorsorge abgezogen. Wohin geht das Geld, und werden wir davon etwas wiedersehen? Michael Bolt, Generaldirektor der Hotela, gibt Auskunft.

Möglichkeiten für Arbeitnehmende. Erstens: Schon ab dem Eintritt ins Berufsleben Geld fürs Alter zur Seite legen. Zweitens: Auch nach dem Erreichen des Rentenalters weiterhin berufstätig bleiben.

Ja, diese Menschen sind tatsächlich stark gefährdet. Die Renten, die sie im Alter von der AHV und aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge (2. Säule) erhalten, werden kaum zum Leben reichen und sie werden Ergänzungsleistungen beziehen müssen. Wie können Gastgewerbler die ihnen drohende Altersarmut verhindern oder mindern? Für Angestellte auf tieferen Lohnstufen ist dies oft sehr schwierig.

Meist verdienen sie zu wenig, um sich Geld fürs Alter auf die Seite zu legen und in die freiwillige 3. Säule einzubezahlen. Ausserdem arbeiten im Gastgewerbe sehr viele junge Menschen. Für sie ist das Alter so weit weg, dass sie ihr Geld verständlicherweise lieber in Reisen oder Möbel für die erste eigene Wohnung investieren, statt in die Altersvorsorge. Um einer Alters­ a rmut zu entkommen, sehe ich unter den jetzigen Gegebenheiten lediglich zwei

I N T ERV I E W R I CC A R DA FR EI

Sozialversicherungen In der Schweiz gibt es zwei Sozialversicherungsgesellschaften für das Gastgewerbe, die Gastrosocial und die Hotela. Beide verwalten die Gelder, welche die Angestellten und Arbeitgeber einbezahlen für die Alters- und Hinterlassenenversicherung AHV, die Invalidenversicherung IV, die Erwerbsersatz für Militärdienstleistende EO, die Arbeitslosenversicherung ALV sowie für die Pensionskasse (2. Säule).

A N Z E I G E

«Der L-GAV steht für Werte, die wir auch persönlich vertreten.» Fred Feldpausch, Gastronom (Osteria Nostrana Ascona, Ristorante Sensi Locarno und Grotto Broggini Losone) www.l-gav.ch

Der Gesamtarbeitsvertrag im Schweizer Gastgewerbe: Wertschätzung


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S e r v ice

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Luzern, den 18 . April 2018

Die Serie «Zeitreise» erscheint in loser Folge. JAHRES-ABO

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Blick in ein Mitarbeiterrestaurant Mitte der 80er-Jahre. Für diese Männer ist die Essensausgabe am Buffet eine Selbstverständlichkeit. 1938 jedoch musste man den Arbeitern noch erklären, wie das mit der Selbstbedienung geht.

Z VG

Serie: Zeitreise (Teil 13)

Soldatenmutter erfand die Gemeinschaftsgastronomie Am 12. Januar 1918 wurde auf Initiative von Else Züblin-Spiller in Uzwil die erste Kantine der Schweiz eröffnet. Heute gibt es im Land rund 1000 Personalrestaurants und Mensen.

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Der Hotellerie Gastronomie Verlag ist der grösste Fachverlag der Schweizer Hotel- und Gastrobranche. Die Zeitung berichtet über alle aktuellen Themen, die Berufleute interessieren. Mit dem Magazin präsentiert der Verlag den Leserinnen und Lesern spannendes Hintergrundwissen zu Trends im Food- und Beverage-Bereich. Lösen Sie jetzt ein Jahres-Abo und Sie erhalten 34 Ausgaben der Hotellerie Gastronomie Zeitung inklusive der Magazine für 98 Franken.

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DIE BR A NCHE IM M U LTIPACK

bige Gastronomie-Pionierin während des Ersten Weltkriegs rund 700 solcher Verpflegungs- und Aufenthalts­stuben für Soldaten. Frauen übernehmen die Führung

Damit brach sie ganz nebenbei eine Lanze für die Emanzipation der Frauen. Diese hatten nun erstmals die Möglichkeit, in grösserem Stil Führungspositionen einIn Zürich-Albisrieden ist eine zunehmen. «Es gab schon zuvor Strasse nach ihr benannt. In Win- Frauen, die Betriebe leiteten. Aber terthur gibt es nicht nur eine Else- das waren meist Ehefrauen und Züblin-Strasse, sondern auch ei- Töchter von Unternehmern. Sie ne gleichnamige Bushaltestelle. übernahmen den Betrieb, weil der Wohl die wenigsten, die hier ein- Patron verstorben war, ein männund aussteigen, wissen, dass sie licher Nachkomme fehlte oder noch heute von der Arbeit die- noch zu jung war, um den Betrieb ser durchsetzungsstarken, visio- zu leiten», sagt die Historikerin nären Frau profitieren. Und zwar Elisabeth Joris im Film «Frauenimmer dann, wenn sie sich in einer köche und Emanzipation». Erst Mensa oder einem Personalres- beim «Soldatenwohl» konnten Frauen unabhängig Karriere mataurant verpflegen. Else Züblin-Spiller ist die chen und sich bis in die oberste Gründerin des Vereins Schweizer Führungsstufe hocharbeiten. Soldatenwohl, aus dem die heuAls weitsichtige Unternehtige SV Group, Marktführerin in merin machte sich Else Züblinder Mitarbeiterverpflegung, her- Spiller Gedanken, wie es nach Kriegsende weitergehen könnte. vorgegangen ist. Das grosse Netzwerk, die gesamAlkohol, Krieg und Elend – aber melten Erfahrungswerte und die auch neue Gastronomiekonzepte Arbeitsplätze für die Frauen einfach so aufzulösen, kam für sie Um 1900 war Alkoholismus in der nicht in Frage. Schweiz ein grosses gesellschaftliches Problem. Die Zeiten waren Den Männern auf den Fersen hart, der Schnaps billig. Er wurde oft schon vor dem Frühstück Die Soldatenmutter der Nation getrunken. Als Gegenmassnahme überlegte sich, wo die meisten gründete Susanne Orelli 1894 in Männer nach dem Krieg arbeiten Zürich den Zürcher Frauenverein. würden. In den grossen Fabriken, Dieser setzte sich für Mässigkeit die mit der Industrialisierung entund Volkswohl ein und eröffnete standen sind. Else Züblin-Spiller alkoholfreie Wirtschaften. Die arbeitete, basierend auf ihren Erheutigen ZFV-Unternehmungen fahrungen mit den Soldatenstusind aus dem Zürcher Frauenver- ben, bereits 1916 ein Konzept für Betriebskantinen aus. Dieses präein heraus entstanden. Einen ähnlichen Ansatz ver- sentierte sie den Fabrikpatrons. folgte auch Else Züblin-Spiller. Bevor es Kantinen und PersoSie reiste 1914 nach Bern zum nalrestaurants gab, verköstigten Generalstab und überzeugte die sich die Angestellten mit dem, was Militärs von ihrer Idee der alko- sie von zu Hause mitbrachten. holfreien Soldatenstuben. Gegen Wie der Historiker Jakob Tanner den Widerstand der Brauereien in der Radioreportage «Menü A und Wirte eröffnete die umtrie- oder B? – 100 Jahre Schweizer

Kantine» erklärt, waren die Fabrikbesitzer gesetzlich verpflichtet, Speisesäle zur Verfügung zu stellen, doch diese wurden von den Arbeitern kaum benutzt. Das lag unter anderem daran, dass Essen ein Statussymbol war. Wer wenig hatte, wollte das nicht in grosser Runde zeigen. Daher ass man lieber im kleinen Freundeskreis neben den Maschinen. Zum Wärmen der Speisen nutzten die Arbeiter den Dampf aus den Maschinen, was nicht ungefährlich war. Adolf Bühler, der Patron der Maschinenfabrik in Uzwil, liess sich von Else Züblin-Spillers Konzept überzeugen. Er richtete als erster Unternehmer der Schweiz eine Kantine ein. Diese wurde vor 100 Jahren eröffnet und vom Verband Schweizer Soldatenwohl als Non-Profit-Unternehmen geführt. Für ein allfälliges Defizit musste allerdings der Patron selber aufkommen. Neue Ausrichtung, neuer Name und eine kleine Revolution Mit der Inbetriebnahme des ersten Personalrestaurants 1918 eröffnete sich der Verband Schweizer Soldatenwohl ein lukratives Geschäftsfeld ausserhalb der Armee. 1920 änderte der Verband deshalb seinen Namen in Schweizer Verband Volksdienst (SV). Neben den Soldatenstuben betrieb der Verband 1938 bereits 90 Personalrestaurants und beschäftigte gut 660 Mitarbeitende, die Mehrheit davon Frauen. Ein Menü war für 1.20 Franken zu haben, ein Kaffee kostete 20 Rappen. Gekocht wurde deftig. Ein Menü damals hatte über 1100 Kalorien, heute sind es noch knapp 700. Eine Innovation aus dieser Zeit, die das Gastgewerbe revolutionierte, war die Einführung der Selbstbedienungsbuffets. Diese Neuerung war dem Schweizer Radio eine Live-Reportage wert. Gesendet wurde sie aus der Bühler-Kantine in Uzwil.  R I CC A R DA FR EI


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H ote l & G as tro U nion

JOSEF PRENKA «WIR HELFEN MIT, DASS UNSERE BERUFE EIN ATTRAKTIVES ANSEHEN ERHALTEN» Josef Prenka ist ­Berufsförderer bei der Hotel & Gastro Union. Was er genau macht und wie er tickt, erfahren Sie in unserem ­Interview.

Hier informiert die HGU wöchent­l ich über die Aktivitäten der fünf Berufsverbände. Tägliche News finden Sie auf unseren Online-Kanälen.

Es ist 13.45 Uhr. Josef Prenka wird von der HR-Leiterin Susy Pfister empfangen. Nach einem kurzen Austausch wird er in das Sitzungszimmer begleitet, wo er in rund 15 Minuten einige Mitarbeitende vom Hotel Belvoir, Rüschlikon, erwartet. Er bereitet alles vor, verteilt Unterlagen auf die Tische und stellt sicher, dass der Sound für das Video funktioniert.

Josef Prenka, machen Sie da eine Werbeveranstaltung? J OS EF P R EN K A : Ja und Nein. Viele kennen die Berufsorganisation Hotel & Gastro Union nicht und haben keine Ahnung, was wir ma­ chen. Mein Ziel ist es, das zu ändern. Die Berufe der Gastro­ branche sind sehr vielfältig und haben unzählige Möglichkeiten. Wir möchten Berufsleute motivie­ ren, und deshalb erzähle ich bei Josef Prenka ist der neue Berufsförderer der Hotel & Gastro Union. Z VG meinen Präsentationen von Ausund Weiterbildungen, Auslands­ aufenthalten oder Mitgliedervergünstigungen. Die Betriebe ­geben uns die Möglichkeit, uns vor Ort zu präsentieren, Fragen zu Fahne geschrieben, dass wir Die bestehenden Mitglieder ­beantworten, und selbstverständ­ ­ konstruktive Arbeitspolitik ma­ müssen also keine Berufs­ lich freuen wir uns auch, wenn chen und nicht gegen die Arbeit­ kollegen von der Mitglied­Berufsleute Mitglied werden. geber arbeiten. Weiter bieten wir schaft überzeugen? viele Bildungsangebote an, orga­ Das machen jetzt Sie? nisieren anerkannte Fachwett- Nicht ganz. Ich bin nur ein Trop­ bewerbe und -anlässe. Wir helfen fen auf dem heissen Stein. Ein mit, dass unsere Berufe ein Verein funktioniert nur, wenn ­attraktives ­A nsehen erhalten. seine Mitglieder andere Berufs­ Das wird auch von den Arbeitge­ kollegen von der Idee überzeugen. Wir brauchen Mitglieder, die von bern wahrgenommen. der Wichtigkeit des Einsatzes für Es ist 13.58 Uhr. Verschiedene Mitar­ den eigenen Beruf erzählen. Sonst beitende aus den Bereichen Restauration, würde es unseren Verein nicht ge­ Küche, Hauswirtschaft sowie die ben. Es ist aber leider so, dass sel­ HR-Leiterin befinden sich im Raum. ten darüber gesprochen wird, und Die Stimmung ist locker. Die Teilnehmendeshalb bin ich da. Ich helfe mit, den sind neugierig auf das, was kommt. das System anzukurbeln.

«Gutes für ­unsere Berufe zu machen, ­motiviert mich.»

Ist es schwierig, in den Betrieben Termine zu bekommen? Es dürften natürlich mehr Ter­ mine sein, aber wir haben erst im Warum machen Sie diese März begonnen. Viele Geschäfts­ Präsentationen? führende/Hoteliers haben es ver­ Viele Mitglieder haben riesigen Es ist 14.03 Uhr. Josef Prenka wechselt vom standen, dass wir ihr Branchen­ Berufsstolz und setzen sich für Video auf eine ausgeklügelte Präsentation partner sind und Gutes für die die Berufe ein. Jedoch möchten und erzählt, was die Hotel & Gastro Union Berufe tun. Es hat einen grossen sie aus verschiedenen Gründen ist, welche fünf Berufsverbände dazugeWandel gegeben. Wir sind eine Be­ keine ­A rbeitskollegen von einer hören und was diese machen. Er greift die rufsorganisation und keine Ge­ Mitgliedschaft überzeugen. Ge­ Wörter Netzwerk, Auslandsjobs, Bildungs­werkschaft. Das verstehen immer nau hier komme ich zum Zug. Ich möglichkeiten und Sicherheit auf. Die mehr Leute und öffnen uns die erkläre den Mitarbeitenden, wer Anwesenden hören gespannt zu und nicken Türen. Ich habe aber noch Kapazi­ wir sind und was wir machen. oft anerkennend. Es gibt viele Fragen, tät. Wenn jemand Empfehlungen Letzte Woche sagte ein deutscher die Josef Prenka direkt beantwortet. hat, bin ich dankbar dafür. Koch, dass er seit fünf ­ Jahren in der Schweiz arbeite, aber noch Welche Fragen werden oft Also sind Sie eine nie etwas von uns gehört habe. Er gestellt? Arbeitnehmer-Organisation? war so begeistert, dass er gleich Das kann ich nicht so einfach Das ist korrekt. Und das bleiben vor Ort dem Schweizer Kochver­ beantworten. Mitglieder fragen wir auch. Wir haben uns auf die band beigetreten ist. nach Altersgeld und Kostenüber­

Was motiviert Sie an Ihrem Job? Ich bin sehr kommunikativ und liebe es, Menschen zu treffen. Wenn viele Berufspersonen teil­ nehmen, ist das der perfekte Start für meine Präsentation. Wenn die Zuhörenden noch Fragen haben, dann rechtfertigt das meinen Auf­ tritt und zeigt auf, dass ich als Berufsförderer etwas bewirken konnte. Natürlich ist es auch mo­ tivierend, wenn Berufspersonen vor Ort sagen, dass sie ihrem Be­ rufsverband beitreten wollen. Für mich ist der Mix entscheidend, und ich freue mich einfach, wenn ich etwas für unsere tollen Berufe machen kann. Es ist 14.30 Uhr. Josef Prenka hat wieder alles verpackt und verabschiedet sich bei Susy Pfister. Die Leiterin Human Resources & Administration ist sehr zufrieden und lädt ihn zur nächsten Präsentation in sechs Monaten ein. Bis dann hat sie neue Mitarbeitende und Josef Prenka neue spannende Inhalte.

Mehr Informationen unter: www.hotelgastrounion.ch/berufsfoerderer

Um Punkt 14 Uhr stellt sich Josef Prenka vor. Sagt, dass er gelernter Restaurationsfachmann sei und heute als Berufsförderer tätig ist. Dann startet er das zweiminütige Einstiegsvideo. Die Teilnehmenden schauen gespannt auf die Leinwand, und das emotionale Video kommt gut an. Der Einstieg ist geglückt und die Mitarbeitenden sind hellhörig.

Selbstverständlich nicht. Ich er­ halte Adressen von Mitgliedern, Betrieben, Zulieferanten, Kolle­ gen und rufe dann dort mit dem entsprechenden Verweis an. Ich melde mich immer an und gehe nicht einfach in die Betriebe. Das können andere machen. Ich suche die konstruktive Zusammenar­ beit. Dieses Vorgehen ist etwas langsamer, aber zukunftsorien­ tierter. Allerdings brauche ich immer wieder neue Kontakte. Dazu gerne gleich ein Aufruf: Wer kennt noch Betriebe, wohin ich gehen darf? Ich freue mich auf Empfehlungen. (H GU)

Es ist 14.20 Uhr. Nach nur 20 Minuten kommt Josef Prenka zum Abschluss seiner kurzweiligen Präsentation. Er überreicht den Teilnehmern ein Geschenk, verteilt Event Flyer, beantwortet die letzten persönlichen Fragen und verabschiedet sich. Er hört oft, dass sich diese zwanzig Minuten gelohnt haben.

H GZ :

«Ein Verein funktioniert nur, wenn ­Mitglieder ­andere Berufskollegen von der Idee ­überzeugen.»

nahme bei der Ausbildung, nach unseren attraktiven Mitglieder­ vergünstigungen oder bevorste­ henden Netzwerkanlässen. Nicht­ mitglieder sprechen Themen wie Auslandsvermittlung, ProgressoLehrgänge, Mitgliedschaftsmo­ dalitäten und grundsätzliche Fra­ gen an. Viele sind überrascht, dass es uns gibt. Dank meiner Präsen­ tation haben sie von ihrem Be­ rufsverband erfahren. Schön ist, dass Fragen oft gleich selber von Arbeitskollegen beantwortet wer­ den oder sogar eine kleinere Dis­ kussion gestartet wird. Das finde ich top! So sprechen sie gleich über ihre Berufe und deren Mög­ lichkeiten. Wenn das passiert, habe ich schon sehr viel erreicht.

Wer kann Sie für die ­Präsentation buchen? Alle Betriebe aus unserer Branche. Bäckereien, Tearooms, Hotels, Restaurants, Heime, Spitäler und mehr. Selbstverständlich ist die Präsentation kostenlos. Ich habe sogar noch attraktive Geschenke für die Teilnehmenden. Ist die Präsentation für Heime und Spitäler auch wirklich spannend? Sehr sogar. Viele in diesen Betrie­ ben glauben, dass für sie der Be­ rufsverband nicht wichtig sei. Das stimmt natürlich überhaupt nicht! Es geht nicht um den L-GAV, sondern um die Berufe, um Netzwerkmöglichkeiten, um Bildungsangebote der Verbände und vieles mehr. Schlussendlich geht es immer um Berufsstolz und Wissenstransfer. Gehen Sie ohne Voranmeldung in die Betriebe?

«Die ­Präsentation war informativ! Herr Prenka hat es sehr gut gemacht. Ich kann ihn jedem weiterempfehlen. Nur so können wir unsere Berufe fördern.» SU S Y P FI S T ER , LEI T ER I N H U M A N R E SO U RCE S & A D M I N I S T R ATI O N H OT EL B ELVO I R , R Ü SCH LI KO N

Buchung Berufsförderer Sie können den ­B erufs­förderer Josef Prenka gerne für die 20-minütige Präsentation buchen. Er freut sich auf Ihre ­Kontaktaufnahme: Kontakt josef.prenka@hotelgastrounion.ch Tel. 079 338 36 96 www.hotelgastrounion.ch/­ berufsfoerderer


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Pagina Ita lia na

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Prendono forma le revisioni delle professioni di ristorazione e cucina designare la lingua straniera, scelta secondo le loro richieste turistiche o nel quadro di sostegno linguistico in forma di seconda lingua nazionale o inglese. Si conta di introdurre le due formazioni di base nel campo della ristorazione per il 29 agosto 2019. Kick-off nel settore cucina

Le competenze supplementari devono accrescere il profilo del mestiere ed essere CL AU D I A LI N K svolte nell’azienda del tirocinio. 

In evoluzione nel settore gastro-alberghiero le formazioni di base. A che punto sono le revisioni dei profili professionali nei settori ristorazione e cucina nonché dell’esame di cuoco in dietetica. Nella revisione dei programmi di formazione dei profili professionali di impiegata di ristorazione AFC / impiegato di ristorazione AFC e per addetta di ristorazione CFP / addetto di ristorazione CFP c’è da registrare un successo. Come riporta il bollettino d’informazione «inside» di Hotel & Gastro formation Svizzera, en-

trambe le formazioni professionali di base della ristorazione assumono un profilo più delineato. Viene introdotto un nuovo campo di competenze operative denominato «Operare e agire come ospitante». Inoltre, il servizio delle pietanze e il servizio delle bevande sono distinti come campi di attività separati, il che consente di strutturare in modo mirato le rispettive manualità. Completano il profilo professionale Marketing & vendite / economia aziendale nonché logistica. Si prevede di coinvolgere maggiormente l’offerta aziendale nel programma di formazione. Innanzitutto è necessario ancorare nei piani di formazione la struttura di questo nuovo concetto che promuove in modo inequivocabile la manualità e l’eccellenza del servizio. Veniva inoltre sancito che spetta ai cantoni

Iniziava a marzo la revisione totale delle formazioni di base cuoca AFC / cuoco AFC e addetta di cucina CFP / addetto di cucina CFP. Il comitato di Hotel & Gastro formation ha approvato il progetto e il gruppo di lavoro preposto si riuniva una prima volta a Olten all’inizio di marzo scorso. Entro settembre deve essere elaborato un concetto approssimativo e l’emanazione dell’ordinanza sulla formazione è prevista per il 1° gennaio 2021. Esame professionale in dietetica Poiché la Segreteria di Stato per la formazione, la ricerca e l’innovazione SEFRI non consente più un apprendistato supplementare per cuoca / cuoco in dietetica, anche questa formazione deve essere rivista. Nel frattempo, ci sono stati diversi contatti fra Hotel & Gastro formation e SEFRI. Riporta il bollettino d’informazione che è prevista una riunione per chiarire il finanziamento e la concezione del progetto. La direzione di Hotel & Gastro formation è certa che SEFRI appoggia la proposta, largamente supportata all’interno del settore, di dare il via libera ad un esame professionale in dietetica. Per ciò che concerne l’ulteriore procedere, accanto agli organismi responsabili Gastrosuisse, Hotelleriesuisse e Hotel & Gastro Union sono coinvolti pure Curaviva e H+.  A N G EL A H Ü P P I 

A DAT TA M EN TO GI U S EP P E P EN N I SI

HOTELLERIE GA STRONOMIE ZEITUNG

CXXXIII. JAHRGANG I m press u m



Z VG

Nominato il nuovo segretario della Società svizzera dei cuochi Reto Walther, 39 anni, è capo cucina con diploma federale nonché diplomato in economia aziendale. Da 15 anni lavora presso l’Esercito svizzero, dove dirige il settore dell’approvvigionamento alimentare nella base logistica di Berna. Per otto anni è stato membro della Swiss Armed Forces Culinary Team. E’ inoltre istruttore ed esaminatore nel campo della formazione professionale superiore presso Hotel & Gastro Formation a Weggis. Come si evince dal comunicato stampa, sia Urs Masshardt, segretario centrale di Hotel & Gastro Union, che la commissione per la scelta dei candidati, composta da membri del Comitato della ssc e della direzione, si dicono molto felici della scelta. «Reto Walther porta con sé molta esperienza, ha ottime relazioni e conosce molto bene il campo della formazione così come la scena delle competizioni culinarie», dice Masshardt. Per Reto Walther è un grande impegno quello di rappresentare con successo il mestiere di cuoco e la Società professionale. Già fin dall’inizio Reto Walther sarà impegnato in grandi progetti come l’Accademia di cuoco Heiligkreuz, la partecipazione alla Culinary World Cup nel Lussemburgo e l’attuazione del nuovo congresso dei capi cucina.  (H GU)

HERAUSGEBERIN Hotel & Gastro Union Adligenswilerstrasse 22 6002 Luzern Tel. 041 418 22 22 (Geschäftsstelle Luzern) Tel. 021 616 27 07 (Geschäftsstelle Lausanne) info@hotelgastrounion.ch www.hotelgastrounion.ch VERLAG Hotellerie Gastronomie Verlag Adligenswilerstrasse 27 6006 Luzern Tel. 041 418 24 44 Fax 041 418 24 71 info@hotellerie-gastronomie.ch www.hotellerie-gastronomie.ch VERLAGSLEITUNG UND CHEFREDAKTION Mario Gsell (mgs) Jörg Ruppelt (rup/stv.) PRODUKTIONSLEITUNG Gabriel Tinguely (gab) Sarah Sidler (ssi/stv.) VERKAUF Jörg Greder (Verkaufsleiter) Josef Wolf (Mediaberater) Iris Fischer (Buchhaltung) Karin Huwyler (Kundendienst Anzeigen) Esther Kurmann (Produktion Anzeigen) Vera Egli (Adressverwaltung) REDAKTION Patrick Claudet (pcl) Benny Epstein (eps) Riccarda Frei (rif) Angela Hüppi (ahü) Ruth Marending (rma) Anna Shemyakova (she) Sarah Sidler (ssi) Gabriel Tinguely (gab) ONLINE-REDAKTION Benny Epstein (eps/Leitung) Anna Shemyakova (she) REDAKTIONELLE MITARBEIT Thomas Winterberg (Hotel & Gastro Union) Giuseppe Pennisi (Pagina italiana) GESTALTUNG Solange Ehrler (Creative Direction) Luka Beluhan (Art Direction) Pierina Bucher (Polygrafin) GESTALTERISCHE MITARBEIT Fotografie Priska Ketterer Christoph Läser Claudia Link Filipa Peixeiro ÜBERSETZUNG Bertrand Denzler KORREKTORAT Antje Giovannini (HGU) Peter Voser (Ringier Print) Verena Schaffner (Ringier Print) DRUCK Ringier Print Adligenswil AG, CH-6043 Adligenswil/LU

Wettbewerb

Zu gewinnen: ein sknife Steakbesteck, ausgezeichnet mit dem Red Dot Design Award Zwei B erner verkaufen « Freude im M und». Wie lau te t der Tite l der neuen H G Z - S erie? A) Köche empfehlen B) Frisch vom Hof C) Zu Gast bei Dieses edle sknife-Steakbesteck Walnuss wurde mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet und zwar mit der höchsten Auszeichnung «Red Dot: Best of the Best» für höchste Designqualität und wegweisende Gestaltung. Das Messer des in der Schweiz hergestellten Steakbestecks besteht aus nitriertem Chirurgenstahl mit

Luzern, den 18 . April 2018

einer vierfach höheren Korrosionsbeständigkeit. Auch die Gabel wird aus Chirurgenstahl geschmiedet. Die Griffe aus stabilisiertem Schweizer Walnussholz sind wasserabweisend. Dieses Steakbesteck ist ein echtes Designstück, welches höchste Schweizer Handwerkskunst und Qualität kombiniert.

Der Preis im Wert von 498 Franken wurde gesponsert von CeCo, Biel.

w w w.welt - der - messer.c h Einsendeschluss ist der 30. April 2018. Senden Sie Ihre Antwort an: Redaktion Hotellerie Gastronomie Zeitung, PF 3027, 6002 Luzern, oder mit einem Mail an: wettbewerb-hgz@hotellerie-gastronomie.ch Die Gewinner aus Ausgabe Nr. 7/2018 sind Danny Rechsteiner, Lenzburg/Anne-Sophie Michon, Martigny.

Alle Rechte vorbehalten. Jede Verwendung der redaktionellen Inhalte bedarf der schriftlichen Zustimmung durch die Redaktion. Die in dieser Zeitung publizierten Inserate dürfen von Dritten weder ganz noch teilweise kopiert, bearbeitet oder sonst wie verwertet werden. HOTELLERIE GASTRONOMIE ZEITUNG Die Hotellerie Gastronomie Zeitung ist die auflagen­ stärkste und meistgelesene Zeitung im Schweizer Gast­ gewerbe. Mit einer von der Werbemedienforschung (WEMF) beglaubigten Auflage von 28 073 und ihren ­ausgewiesenen Mehrfachlesern erreicht die Zeitung in der ganzen Schweiz wöchentlich über 125 000 Fach­­ personen aus dem Gast­gewerbe und seinen artverwandten Branchen. Die Druck­auflage variiert je nach Woche und aufgrund e­ ines ziel­g ruppenorientierten Zielversandes zwischen 25 700 (Basisauflage) und 42 500 (Gross­auflage II) Exemplaren und beträgt im Durchschnitt 30 300 Exemplare. FACHBEILAGEN Das hochwertige Hotellerie Gastronomie Magazin erscheint drei Mal im Jahr in deutscher Sprache und wird jeweils der Zeitung beigelegt. Sie erreicht mit einer Druckauflage von 27 000 Exemplaren rund 100 000 Fachkräfte, Gastronomen und Hoteliers. Mit den zweisprachigen Themenmagazinen (ehemals Booklets), die vier Mal im Jahr in Deutsch und Französisch erscheinen, betrat der Hotellerie Gastronomie ­Verlag 2011 verlegerisches Neuland. Diese hochwertigen, monothematischen Gastrozeitschriften kommen wie Lifestyle-Magazine für den Endkonsumenten daher, richten sich aber ausschliesslich an den Branchenprofi. Jede Ausgabe fokussiert dabei auf ein bestimmtes Fach­ thema. Die Themenmagazine werden der Hotellerie ­Gastronomie Zeitung lose beigelegt. Dadurch werden sie ­zielgruppenorientiert in der Branche diffundiert. Die Druckauflage beträgt 31 500 Exemplare (Deutsch: 26 000 / Französisch: 5500).


Luzern, den 18. April 2018

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Inhalt

5. Mai La Maison de Gruyère Pringy/FR

Freuen Sie sich nebst der Generalversammlung auf den Main Event mit Buure-Zmorge und Besichtigungstour durch die Käserei Gruyère. www.hotelgastrounion.ch/bern

15. Mai Campus Sursee Oberkirch

Nach Abschluss der Berufs­ prüfung können Sie fachliche und organisatorische Verantwortung in hauswirtschaftlichen Bereichen übernehmen. www.hotelgastrounion.ch/bvhh

23. Mai Luzern

Erlernen Sie die Fähigkeit, herkömmliche Führungsaufgaben zu meistern und diese im Alltag in der Küche erfolgreich umzusetzen. www.hotelgastrounion.ch/skv

25. Mai Art Deco Hotel Montana Gin- und Rum-Festival Luzern

28. und 29. Mai Grand Resort Bad Ragaz Bad Ragaz

Bevor wir gemeinsam das Gin- und Rum-Festival besuchen, werden wir mit den Fachpersonen von Diwisa in Echtzeit unsere eigene Gin-Kreation herstellen. www.hotelgastrounion.ch/bvr

Praktischer Vorbereitungskurs HotellerieHauswirtschaft

Kurs der Woche!

Bei diesem 3-tägigen ­Vorbereitungskurs für den Bereichsleiter HotellerieHauswirtschaft festigen und vertiefen Sie Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten und sind o­ ptimal auf die Berufs­ prüfung vorbereitet. INHALT ×× Argumentationstechnik, Theorie und praktische Übungen ×× Präsentationstechnik, Theorie und praktische Übungen ×× Mitarbeitergespräch, Theorie und praktische Übungen KOSTEN Fr. 1200.– Mitglieder Fr. 1800.– Nichtmitglieder TERMIN 9. Mai, 30. Mai und 13. Juni DURCHFÜHRUNGSORTE Luzern und Kloten AUSKUNFT & ANMELDUNG www.hotelgastrounion.ch/bvhh

Empathie, Einfühlungs­vermögen, Kritikfähigkeit & Co. Wer mit seinen Emotionen umzugehen weiss, hat mehr Erfolg im Beruf und im privaten Umfeld. www.hotelgastrounion.ch/bvham

29. Mai Schweizerische Hotelfachschule Luzern SHL Luzern

Besichtigung der Schweizer Hotelfachschule Luzern und Führung durch das Art Deco Hotel Montana mit Mittagessen und Apéro. www.hotelgastrounion.ch/ union-circle

20. Juni Richemont-Fachschule Luzern

Kennen Sie die Begriffe «Cronut» oder «Cruffin»? Sie lernen neue Trendgebäcke aus den USA kennen und wagen sich an kreative Techniken, um Neues zu entwerfen. www.hotelgastrounion.ch/sbkpv

4. Juli Hotel Schweizerhof Luzern

Den Begriff «Urban Farming» kennen alle. Aber ist er auch wirklich in der Gastronomie angekommen? Wie sieht die Zukunft aus? www.gastrotrendday.ch

Nutzen Sie unsere Online-Anmeldung unter www.hotelgastrounion.ch/bildung. Weitere Kurse und Veranstaltungen der Hotel & Gastro Union finden Sie im Netz.

«Sie festigen in drei Kurstagen Reinigungs-, Argumentations- und Präsentationstechnik sowie Lieferantenund Mitarbeitergespräche.» M A RTI N A B L ÄT T LER , R EFER EN TI N


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«Die HGZ fördert unsere Kompetenzen und transportiert sie an unsere Zielgruppe.» Andreas Hug, Vorsitzender der GL und Delegierter des VR Dunja Königsrainer, Leiterin Marketing Food Service

HG-Zeitung 9/2018  

No. 9 – 18. April 2018, Hotellerie Gastronomie Zeitung, die auflagenstärkste und meistgelesene Wochenzeitung im Schweizer Gastgewerbe

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