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Gemeinsam geht es besser In herausfordernden Zeiten helfen Kooperationen, Kräfte zu bündeln und gemeinsam neue Projekte zu lancieren. Wir stellen drei Partnerschaften mit unterschiedlichen Modellen näher vor. TEXT FABRICE MÜLLER — FOTOS DANIEL WINKLER / ZVG

Seine Rinde ist auffällig dunkelbraun. Hält man ihn an die Nase, wird klar weshalb: Der Käse riecht nach Kaffee. Ursprünglich als Mutschli von der Eigermilch AG in Grindelwald BE hergestellt, badet der Käse danach im fruchtigen ArabicaKaffee aus der Rösterei Kafischmitte in Langnau BE. Entstanden ist diese kulinarische Idee an einem Dorffest. «In Zusammenarbeit mit dem Käsermeister Johann Wittwer von der Eigermilch AG haben wir diesen nicht alltäglichen Käse entwickelt», erzählt Bruno Kaufmann (44), der als Gastgeber das Café 3692 in Grindelwald zusammen mit seiner Frau Myriam (42) führt. Kooperationen dieser Art sind für die Kaufmanns Teil der Philosophie ihres Betriebs, der sich auf authentische, lokale Gerichte spezialisiert hat. Bruno Kaufmann engagiert sich auch als Präsident des Vereins Eigerness. Dieser fördert und entwickelt seit 2006 als neutrale Plattform Projekte und Innovationen. Ihm gehören mit rund 120 Mitgliedern der Grossteil der aktiven Produzenten sowie Läden, Hotel- und Gastronomiebetriebe aus Grindelwald an.

vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und dem Amt für Landwirtschaft und Kultur (LANAT) finanzielle Unterstützung. Laut Birgit Fritz-Egger, Geschäftsführerin des Vereins Eigerness, beinhaltet das Projekt sieben Teilbereiche; dazu gehört beispielsweise ein Schlacht- respektive Fleischzentrum mit einer digitalen Fleischplattform, wo die beteiligten Gastronomiebetriebe Fleischprodukte direkt auswählen und über das Schlachtzentrum beziehen können. Weiter sind zwei bis drei Themenwege rund um die Herstellung lokaler Produkte mit einer Verlinkung zu Gastronomen und Verkaufsstellen geplant. Ab 2022 soll einmal pro Jahr ein «Food Festival» mit Starköchen, die sich auf die Verarbeitung von Agrifood spezialisiert haben, über die Bühne gehen. «Wir wollen mit diesem Projekt», so Birgit Fritz-Egger, «vor allem genussaffine Gäste, die den Mehrwert von lokalen Produkten schätzen, ansprechen und gleichzeitig das bestehende Netzwerk der gesunden Landwirtschaft und des Tourismus in Grindelwald ausbauen». Myriam Kaufmann ist überzeugt, dass es viele Gäste schätzen,

Food Festival mit Starköchen Das neueste Projekt des Vereins nennt sich «Agrifood & Tourismus», an dem auch Grindelwald Tourismus und die Käserei Eigermilch AG beteiligt sind. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule entwickelt und erhält

Gisela Heller, Präsidentin der Hotelgruppe «Selfness & Genuss» sowie Gastgeberin im Eiger Selfness Hotel in Grindelwald.

Blütenpool im Eiger Selfness Hotel.

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GastroJournal 6/7 2021  

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