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Fernstudieren in der Schweiz

Fernstudieren in der Schweiz

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www.ffhs.ch www.fernuni.ch

Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) Universit채re Fernstudien Schweiz (FS-CH)


Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser! Der gesellschaftliche Stellenwert von Bildung wächst und wächst. Nicht von ungefähr sprechen wir heute vom «lebenslangen Lernen». Besonders in der Schweiz verzeichnen wir nach wie vor einen steigenden Bedarf an hochqualifizierten Absolventen und Absolventinnen der Universitäten und Fachhochschulen. Das Fernstudium ist heute weltweit anerkannt und in Lehre und Forschung den tradierten Hochschulen gleichgestellt. Mit seinen mediengestützten zeit- und ortsunabhängigen Lehrmethoden spricht es Menschen an, die mitten im Beruf stehen, Verantwortung für eine Familie tragen, ­An­gehörige pflegen oder aufgrund anderer persönlicher Lebensumstände nicht an einer Präsenz­ universität studieren können. Fernstudium bedeutet mehr Flexibilität und Durchlässigkeit im Hochschulbereich. Es bedeutet Praxis­nähe im Studium, da der überwiegende Teil der Fernstudierenden im Beruf steht und in vielen Fällen berufspraktische Erfahrungen mit dem individuellen Lernen verbinden kann. Das Fernstudium hat somit eine eigene Zielgruppe und steht nicht in Konkurrenz zu den jungen Maturandinnen und Maturanden an den Präsenzuniversitäten. Sie werden sich fragen, wozu dient das vor Ihnen liegende Magazin? Seit mehr als 20 Jahren hat sich auch in der Schweiz gleichsam auf leisen Sohlen Fernstudium entwickeln können. Dennoch stossen seine Protagonisten immer noch häufig auf Unkenntnis, Missverständnisse oder gar Ablehnung. Deshalb wollen wir die bisherigen Leistungen des Fernstudiums in der Schweiz zeigen. Dabei gehen wir auf den Entwicklungsprozess ein und stellen die Fernfachhochschule Schweiz und Universitäre Fernstudien Schweiz näher vor. Daneben betrachten wir die spezifische Fernstudienforschung und die weltweit weiter wachsende Bedeutung des Fernstudiums. Und schliesslich wagen wir einen Blick in die Zukunft und werben für eine nachhaltige Förderung und Etablierung des Fernstudiums in der Schweiz. Das Magazin erscheint in deutscher, französischer und italienischer Sprache.

Hubert Groten – Nathalie Berchtold – Muriel Macgeorge – Natascha In-Albon (Redaktionsteam) Brig – Pfäffikon SZ – Siders, Januar 2014

Jede Bezeichnung von Personen oder Funktionen in diesem Magazin gilt in gleicher Weise für Frauen und Männer.

Impressum Herausgeber Kontakt Redaktion Beratung Grafik Fotos Druck

Fernfachhochschule Schweiz & Universitäre Fernstudien Schweiz Fernfachhochschule Schweiz, Überlandstrasse 12, CH-3900 Brig info@ffhs.ch, www.ffhs.ch,Tel. +41 27 922 39 00 Universitäre Fernstudien Schweiz, Überlandstrasse 12, CH-3900 Brig admin@fernuni.ch, www.fernuni.ch, Tel.+41 27 922 70 50 Fernfachhochschule Schweiz & Universitäre Fernstudien Schweiz Dr. phil. Hubert J. Groten Atelier Grand & Partenaires, Siders, www.atelier-grand.ch Tonic, Brig, www.mytonic.ch Christian Pfammatter, www.christianpfammatter.ch Valmedia AG, Visp, www.valmedia.ch


INHALTSVERZEICHNIS Editorial

2

Stimmen zum Fernstudium

4

Historischer R체ckblick

14

Institutionen

20

Fernfachhochschule Schweiz

22

Universit채re Fernstudien Schweiz

40

Fernstudienforschung

62

Hochschulen und Fernstudium: heute und morgen

68

Quo vadis?

74


EDITORIAL Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Schweiz hängt mehr denn je von der Qualifikation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ab. Sie bilden das stabile Fundament unserer erfolgreichen Volkswirtschaft. Allerdings wachsen die Anforderungen an die Humanressourcen stetig. Und obwohl die Schweiz über ein hochentwickeltes Bildungssystem verfügt, wächst der Mangel an qualifizierten Fachkräften. Besonders der Hochschulbereich muss sich den damit verbundenen Herausforderungen stellen. Wissen ist der zentrale Rohstoff der modernen Gesellschaft. ­Allerdings werden die Innovationszyklen des Wissens immer kürzer. Lebenslanges Lernen ist deshalb kein Schlagwort mehr, sondern, sich lebenslang neues Wissen anzueignen, wird immer wichtiger. Die Politik hat dies erkannt und in beträchtlichem Umfang Investitionen im Bildungssektor geleistet. Vor diesem Hintergrund ist auch das Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (HFKG) zu werten. Dies allein genügt

jedoch nicht. Es geht auch darum, neue Wege zu finden, die helfen, das vorhandene Bildungspotential in der Schweiz stärker als bisher auszuschöpfen. Die moderne Wissensgesellschaft wird zunehmend zu einer hochgradig digitalen Gesellschaft, in der die Informationsund Kommunikationstechnologien in den Bildungsprozessen neue flexible Wege des Lehrens und Lernens möglich machen. Universitäre Fernstudien Schweiz und die Fernfachhochschule Schweiz, beide mit Sitz in Brig, geben hierfür ein überzeugendes Bei­spiel. Sie nutzen die Systemvorteile eines mediengestützten Fernstudiums und bieten zeit- und ortsunabhängige und damit flexible Studienmöglichkeiten an. Durch Kombination von virtueller Lehre und Betreuung, Printmedien und Präsenzphasen wird eine Zielgruppe angesprochen, die die Angebote der Präsenz­ hochschulen nicht nutzen kann. Für die quantitativ am stärksten betroffene Zielgruppe der Berufstätigen eröffnet das moderne Fernstudium die Möglichkeit, sich neben dem Beruf auf Hochschul­ niveau zu qualifizieren.

< Dr. phil. I Hans Widmer Präsident Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) ehemaliger Nationalrat 2


Die dem Fernstudium innewohnenden hier Pionierarbeit geleistet. Mehr als Individualisierungschancen gewinnen 2 500 Studierende nutzen die Studienihren Wert allermöglichkeiten. dings nicht nur « Das moderne Fernstudium Vergleiche mit aus einer Persanderen natiopektive der prak- verbindet Studium und Be­ nalen europäitischen Verwert- ruf – Theorie und Praxis. schen Fernstubarkeit. Jeder Die Unternehmen und die diensystemen kann hier ­ etwas begründen für als Ganzes die Schweiz ein für sich tun, sei- Gesellschaft ne Kreativität kön­ nen davon nur profitie­ vorsichtig geund Originalität ren. Moderne Fernstudien­ schätztes Nachwerden gefordert fragepotential in und in ihrer Ent­ systeme sind weltweit in der Grössenordwicklung unter- ihrer Komplementärfunktion­ nung von 5 000 stützt. Es ist zu im ter­tiären Bildungssektor Studierenden. erwarten, dass anerkannt. » dies nicht nur der Mit dem Magaeigenen Lebens­zin «Fernstu­die­planung, sondern auch dem gesell- ren in der Schweiz» zeigen wir die bisschaftlichen Ganzen zu Gute kommt. herigen Leistungen der beiden Institu­ tionen auf und eröffnen den Dialog Vor diesem Hintergrund ist heute das für deren Weiterentwicklung zu einem Fernstudium national und international Kompetenzzentrum für Fernstudien in in seiner Komplementärfunktion für der Schweiz. den tertiären Bildungssektor anerkannt. Universitäre Fernstudien Schweiz und die Fernfachhochschule Schweiz haben

Wilhelm Schnyder > Präsident Universitäre Fernstudien Schweiz (FS-CH) ehemaliger Regierungsrat 3


Das Fernstudium ist heute weltweit anerkannt. Es spricht Zielgruppen an, die nur unter den flexiblen Bedingungen eines Fernstudiensystems studieren können. Dies führt zu einer breiteren Ausschöpfung des Bildungs-

STIMMEN ZUM FERNSTUDIUM potentials und nützt gleichermassen den Einzelnen und der Gesellschaft. Die nachfolgenden Stimmen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, und ganz besonders einer Absolventin und eines Absolventen unterstreichen exemplarisch auf eindrucksvolle Weise die Akzeptanz des Fernstudiums in der Schweiz.


Fernstudieren in der Schweiz

«Die Moderne hat die Grenzen von Zeit und Raum, denen unser Leben unterliegt, dramatisch verschoben. Den globalisierten Warenströmen entspricht der freie Fluss von Information und Wissen in digitalisierten Medien über globale Netzwerke. Mit den Potentialen der Vernetzungstechnologien bieten sich neue und verbesserte Möglichkeiten, das Lernen von der Zeit- und Ortsgebundenheit zu lösen und damit den gestiegenen Bedürfnissen nach flexibler Wissensaneignung in einer dynamischen Gesellschaft

zu entsprechen. Dieser Herausforderung kommt das Bildungsmodell des Fernstudiums in besonderem Masse entgegen. An der Fernfachhochschule Schweiz und Universitäre Fernstudien Schweiz wurde dies klar ­erkannt und die strategische Leitlinie von der ­E-Hochschule formuliert. Damit positionieren sich die beiden Institutionen zukunftsträchtig, um den sich verändernden Bildungsanforderungen immer breiterer Schichten zu entsprechen.»

< Prof. Dr. Thomas Myrach Direktor Institut für Wirtschaftsinformatik, Uni Bern

«Der Stellenwert von Bildung wächst stetig und ist zu einem lebensbestimmenden Wert in den modernen Gesellschaften geworden. Gerade in der Schweiz wächst der Bedarf an hochqualifizierten Absolventinnen und Absolventen der Universitäten und Fachhochschulen stark. Für den tertiären Bildungssektor bedeutet dies, nicht nur die Lehrkapazitäten auszuweiten, sondern neue flexiblere Formen eines Studiums anzubieten. Dies, um auch diejenigen zu erreichen, denen ein Studium unter den Bedingungen unserer Präsenzhochschulen nicht möglich ist: Menschen, die mitten im Beruf stehen, eine Familie betreuen, Angehörige pflegen oder aufgrund anderer Lebensumstände bisher nicht studieren konnten. Der Blick über die Grenzen zeigt, dass hierfür mit dem Fernstudium in verschiedenen Ländern eine überzeugende Antwort gegeben wird. Für Europa steht hier beispielhaft die britische Open University mit heute 250 000

Studierenden, die spanische Fernuniversität mit 180 000 Studierenden sowie die deutsche FernUniversität in Hagen, die nach der Zahl ihrer Studierenden die grösste deutsche Hochschule ist, und sich anschickt, trotz eines noch begrenzten Fächerangebots, demnächst die Marke von 100 000 Studierenden zu überspringen. In der Schweiz haben Universitäre Fernstudien Schweiz und die Fernfachhochschule Schweiz auf diesem Feld wertvolle ­Pionierarbeit geleistet. Diese Aktivitäten stos­ sen in den traditionellen Hochschulen zum Teil auf Skepsis, wenn nicht gar auf Widerstand. Die spezifische Zielgruppe der Fern­ studierenden nimmt den Präsenzuniversitäten jedoch nichts weg. Sie lässt sich auch nicht – trotz Multimedia – nebenher bedienen. Die Institutionalisierung des Fernstudiums eröffnet dagegen einen modernen und wichtigen neuen Bildungszweig, den es nachhaltig zu fördern und für die Zukunft abzusichern gilt.»

< Prof. Dr. Gerhard Schmitt Delegierter für Internationale Institutionelle Angelegenheiten ETH Zürich


STIMMEN ZUM FERNSTUDIUM AUS DER WISSENSCHAFT oder auch für viele Menschen, die ihr Potential erst Jahre nach ihrem Schulabschluss ent­ decken. Mein Respekt gilt daher der Arbeit der Fernfachhochschule Schweiz und Univer­sitäre Fernstudien Schweiz. Sie haben schon früh den wachsenden Stellenwert des Fernstudiums erkannt. Nun gilt es, dieser Entwicklung die notwendige Nachhaltigkeit zu verschaffen.»

Prof. Dr. Markus Hodel > Rektor der Hochschule Luzern

«Ohne Fernstudium wäre ich selber nie an die Universität gekommen. In den Jahren 1965–1968 erarbeitete ich in einem Ferngymnasium den Stoff für die externe Maturitätsprüfung. Damals gab es noch keine Informatik. Das Prinzip war aber damals schon dasselbe wie heute: Arbeit zuhause und Kurse am Wochenende. Einsenden von Arbeiten, Korrektur und Bewertung durch bewährte Lehrkräfte. Meine eigene Erfahrung lässt mich ohne Zögern sagen, dass die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) und Universitäre Fernstudien Schweiz (FS-CH) zwei höchst anerkennenswerte Institutionen sind, welche lernbegierigen und einsatzwilligen Menschen den Weg zu einer höheren Bildung in einer schönen Palette von späteren Berufsfeldern erschliessen. Ich kenne persönlich den Bachelor-Studiengang Rechtswissenschaften der FS-CH und bin von seiner Qualität überzeugt. FFHS und FS-CH setzen

sehr zeitgemässe und fortschrittliche Lehrinstrumente ein, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Studienprogrammen eine hohe Zeitsouveränität für die Erarbeitung des Stoffes eröffnen, ein Muss für Menschen, die in der Arbeitswelt stehen und dort während des grössten Teils der Woche ihren Mann oder ihre Frau stellen müssen. Die FFHS und FS-CH sind ausgezeichnete Ergänzungen zu den Präsenzuniversitäten und Präsenzfachhochschulen. Sie bieten Bildungschancen für Damen und Herren, die keinem Präsenzunterricht folgen können, und sie tragen auf diese Weise zur Verwirklichung der Bildungschancengleichheit in der Schweiz bei.»

Prof. Dr. iur. Paul Richli > Rektor der Universität Luzern

Foto: Jolanda Flubacher Derungs

«Bildung wird immer wichtiger. Dies bedeutet auch für die Schweiz, alles zu tun, um das in unserer Gesellschaft vorhandene Bildungspotential weiter auszuschöpfen. Hier sehe ich den besonderen Wert des Fernstudiums. Es macht vielen Menschen ein Hochschulstudium möglich, denen aufgrund ihrer spezifischen Lebenssituation der Weg an eine Präsenzhochschule verschlossen bleibt. Dies gilt nicht nur für schon im Beruf stehende, sondern beispielsweise auch für viele Frauen, die sich durch die Erziehung ihrer Kinder an der Aufnahme eines Studiums gehindert sahen


Fernstudieren in der Schweiz

STIMMEN ZUM FERNSTUDIUM AUS DER WIRTSCHAFT «Das Internet ist zum Leitmedium der Wissensgesellschaft geworden. Wir erleben auch in der Schweiz einen weiter wachsenden Wandel zu einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft. Der damit einhergehende wirtschaftliche Strukturwandel erhöht gerade in einer dienstleistungsorientierten Gesellschaft wie der Schweiz den Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften. Hier sind die Hochschulen gefordert. Sie müssen den gewachsenen Qualifikationsniveaus Rechnung tragen und zusätzlich offener werden, um unser vorhandenes Bildungspotential besser auszuschöpfen. Hierfür zeigen die Methoden des Fernstudiums schon lange einen erfolgreichen Weg. Die weltweit existierenden Fernstudiensysteme haben frühzeitig die Chancen der Digitalisierung für ein flexibles zeit- und ortsunabhängiges Studium genutzt und vielen Menschen den Weg zu einem Hochschulstudium neben Beruf und Familie geebnet.

< Bomio Michele Geschäftsführer Thalia Schweiz

Aus der Sicht der Wirtschaft ergänzt das Fernstudium mit seiner berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildung das System der Präsenzhochschulen. Wir begrüssen deshalb die Arbeit der Fernfachhochschule Schweiz und von Universitäre Fernstudien Schweiz. Beide haben ihre Leistungsfähigkeit überzeugend unter Beweis gestellt. Dies sollte Grund genug sein für den Bund und die Kantone deren weitere Arbeit und Entwicklung nachhaltig zu sichern.»


Gerade die Wirtschaft braucht in der heutigen sich ständig wandelnden Zeit Menschen, die motiviert und bereit sind, sich kontinuierlich neues Wissen anzueignen; eine gute Hochschulausbildung alleine reicht nicht mehr aus. Wissen ist heutzutage der wichtigste Rohstoff in einer von den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien geprägten Volkswirtschaft. Sicher hat sich in der Schweiz ein durchaus gutes Bildungssystem mit wertvollen berufsbezogenen Komponenten entwickelt. Dennoch müssen wir verstärkt Anstrengungen unternehmen, um vor allem im Hochschulbereich die Durchlässigkeit und die Flexibilität zu erhöhen, um mehr Menschen die C ­ hance zu eröffnen, sich auch hier weiter zu qualifizieren. Mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ist eine bisher nie gekannte Flexibilisierung von ­Bildung und Ausbildung möglich gewor-

den. Swisscom hat diese Entwicklungen von Beginn an unterstützt. Vor diesem Hintergrund begrüssen wir als Unternehmen die Entwicklung von Fernstudienangeboten sehr als eine Form des Studiums, die ein flexibles, zeitund ortsunabhängiges Studium parallel zum Berufsleben möglich macht. Darauf warten unsere jungen Nachwuchskräfte, darauf warten auch unsere Experten, damit sie sich auf hohem Niveau weiter zu qualifizieren vermögen. Wir unterstützen deshalb die Zielsetzung, in der Schweiz – aufbauend auf den Erfahrungen und Leistungen der Universitären Fernstudien Schweiz und der Fernfachhochschule Schweiz – ein Nationales Kompetenzzentrum für Fernstudien zu gründen. Wir appellieren deshalb an den Bund und die Kantone, diese Entwicklung nachhaltig zu unterstützen.

Carsten Schloter († 2013) > CEO Swisscom


Fernstudieren in der Schweiz

«Fernstudium ist Chancengerechtigkeit: So fragte mich doch neulich eine meiner Töchter in den Ferien, ob die Schweizer Schule eigentlich besser sei als andere. Besser sei schwierig zu sagen, gab ich zur Antwort, aber die Schweizer Bildung gehöre sicher zu den besten weltweit. Ich bin überzeugt, dass die Qualität eines Bildungssystemes primär an der Anzahl verschiedener Aus­bildungsvarianten gemessen werden muss. Ausbildungsvarianten, welche jeder Person zu jeder Zeit eine Aus- oder Weiterbildung ermöglichen. Und da nehmen die Fernfachhochschule Schweiz und Universitäre Fernstudien Schweiz eine zentrale Rolle ein. Denn das Fernstudium bedeutet primär ­Chancengerechtigkeit.»

< Matthias Aebischer Nationalrat SP

«Bildung ist für die Schweiz ein hohes Gut. Wir müssen den Bildungssektor weiter stärken. Im Hochschulbereich schliesst das Fernstudium eine Lücke, indem es ehrgeizigen leistungsbereiten  Berufstätigen die Chance zur Qualifizierung auf wissenschaftlichem Niveau bietet. Diese Chance nutze ich persönlich im Studium Bachelor of Law bei Universitäre Fernstudien Schweiz. Die hohe Flexibilität in der Studienorganisation macht dies neben meinen politischen und beruflichen Auf­ gaben möglich.»

< Lukas Andreas Reimann Nationalrat SVP Student Bachelor of Law, Universitäre Fernstudien Schweiz


STIMMEN ZUM FERNSTUDIUM AUS DER POLITIK «Die Stärke der Schweiz sind ihre wissbegierigen Leute. Das bedeutet: Bildung, Forschung und Innovation sind unsere wichtigsten Rohstoffe. Darum stehe ich ein für eine qualitativ hochstehende Aus- und Weiterbildung. Und gerade deshalb unterstütze ich das Fernstudium. Durch die Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien kann unser Bildungspotential auf der Ebene der Universitäten und der Fachhochschulen sehr viel stärker als bisher ausgeschöpft werden.»

Viola Amherd > Nationalrätin CVP

«Der Denkplatz Schweiz bildet die Grundlage von Wirtschaftswachstum und Wohlstand in der Schweiz. Deshalb setze ich mich als Nationalrat für ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem ein. Wir müssen zu den Besten gehören. Aus Sicht der Wirtschaft leistet das Fernstudium hierzu einen wichtigen Beitrag. Durch eine flexible Studienorganisation ermöglicht es engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Beruf und Weiterbildung unkompliziert zu vereinen. Davon profitiert auch das Unternehmen.»

Ruedi Noser > Nationalrat FDP


Fernstudieren in der Schweiz

STIMMEN UNSERER ABSOLVENTINNEN «Neben Beruf und Familie zu studieren – hierfür kam für mich aus zeitlichen und organisatorischen Gründen nur das Fernstudium in Frage. Den Weiterbildungs-Master Executive MBA an der FFHS habe ich aufgenommen, um mich in meiner Wunschbranche Aviatik weiterentwickeln und vielleicht eines Tages selbständig machen zu können. Im Unterricht hörte ich immer aufmerksam zu und notierte mir das Wichtigste, so lernte ich 70% des Stoffes. Weiter nutzte ich auf meinem zweistündigen Arbeitsweg CDs, um den Stoff zu verankern. Zwei Wochen vor den Prüfungen oder bei umfangreicheren Arbeiten bezog ich jeweils Ferien und bereitete mich intensiv vor. Dank der Unterstützung meines Arbeitgebers war das Studium neben meiner 90%-Stelle und meiner Aufgabe als Mutter eines Teenagers gut zu bewältigen. Es ist aber schade, dass die Bedeutung eines im Fernstudium erlangten EMBA-Abschlusses in der Arbeitswelt

noch zu wenig bekannt ist. Dies führt dazu, dass Unternehmen diesen Hochschulabschluss auf dem Niveau einer Technikerschule einschätzen und das vorhandene Mitarbeiter-Know-how zu wenig ausschöpfen. An meine Diplomarbeit erinnere ich mich gerne zurück. Sie führte dazu, dass ich letztes Jahr den Verein Airbase-Dream ins Leben rief. Der Verein dient Menschen mit privaten AviatikSammlungen, -Museen, -Simulatoren usw. zum Wissensaustausch und zur Forschung im Bereich der Aviatik und militärhistorischen Geschichte. Das Horten-Archiv, mit Original-Unterlagen des Flugzeugentwicklers Reimar Horten, durfte ich letztes Jahr übernehmen. Es zählt zu den aktiven Mitgliedern. Nun beginnt für mich das intensive Studium der Unterlagen, um später typbezogene Hefte veröffentlichen zu können.»

< Diana Rothen Fachtechnikerin für Unternehmungsprozesse, Engineering Elektrogeräte und zivile Generatoren RUAG Aviation


UND ABSOLVENTEN «Prost und Gratulation! Nun bist auch du ein MASECI», zwinkerte ich Peter an seiner Diplomfeier zu. Er erwiderte – mit verschmitztem Seitenblick zu seiner Frau – ganz trocken: «Peter, ich habe was für dich. Schau dir mal die Homepage von Universitäre Fernstudien Schweiz an. Das ist deine Gelegenheit, berufsbegleitend noch Jus studieren zu können. Du gibst mir Bescheid, wenn dir das Studium gefällt. Ich komme nach, sobald ich mich mit Pia darüber geeinigt habe.» – Das war im Herbst 2005. Gesagt, getan! Und heute? Heute stecke ich an der Uni Bern noch mitten im Master-Studiengang. Und der andere Peter? Ja, tatsächlich, er hat sich mit Pia geeinigt. Er wird schon bald das Bachelor-Diplom im Stockalperschloss in Brig in Empfang nehmen können. So werden wir in Zukunft hoffentlich noch viele ­Gelegenheiten haben, uns auf dem Pfad der Strafverfolgung gegen die White Collar Crime – jetzt eben auch als Juristen – gemeinsam zuzwinkern zu können.

Im Rückblick und Telegrammstil gibt es für mich als «Alumni der Universitären Fernstudien Schweiz» zum Studium zwei Dinge zu sagen: Ich würde es sofort wieder tun, und schade, dass Universitäre Fernstudien Schweiz den Master-Studiengang (noch) nicht anbietet. Das Letztere ist übrigens eine Äusserung, wie ich sie von Ehemaligen schon oft zu hören bekommen habe. In bester Erinnerung werde ich auch die vorbildlichen Dienstleistungen des Dekanatssekretariats behalten; speditiv, flexibel und stets freundlich. Danke!

Peter Senn > Absolvent Bachelor of Law Universitäre Fernstudien Schweiz Studierender Master of Law Universität Bern


Die weitreichenden Veränderungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien machten die 1990er Jahre zu einem Jahrzehnt des Internets und des World Wide Web. In einem Bergkanton wie dem Wallis lenkte dies den Blick schon früh auf mögliche Auswir-

HISTORISCHER RÜCKBLICK kungen für den Bildungssektor. Dazu lagen praktische Erfahrungen auf Hochschul­ebene vor allem im Bereich des Fernstudiums vor. Die daran anknüpfende Entwicklung hat in den letzten 20 Jahren, ausgehend von Kooperationen mit Fernstudiensystemen im deutschen und französischen Sprachraum, zur Bildung des Hochschulinstituts Universitäre Fernstudien Schweiz (1992) und der Fernfachhochschule Schweiz (1998) geführt.


Fernstudieren in der Schweiz

HISTORISCHER RÜCKBLICK Bereits 1991 gab es eine gemeinsame Initiative der Walliser Regierung und der Oberwalliser Kommunikationsgemeinden (OCOM), die sich vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Möglichkeiten der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auch mit Fragen zur Bedeutung des Fernstudiums für das Bildungssystem in der Schweiz befasste. Vor diesem Hintergrund gelang es dem Kanton Wallis noch im selben Jahr, die 1975 in Deutschland durch das Bundesland NordrheinWestfalen gegründete FernUniversität für eine Kooperation zu gewinnen. Bereits ein Jahr später, im März 1992, wurde in Brig ein Studien­ zentrum zur Betreuung von Studierenden in der Schweiz eröffnet. 1995 folgte die Gründung eines weiteren Studienzentrums in eigener Trägerschaft in Pfäffikon SZ. Beide sorgten in Absprache mit der FernUniversität in Hagen für eine fachliche Betreuung deren Studierender in der Schweiz. Mit der 1995 erfolgten Gründung eines Studien­ zentrums in Siders wurde auf der Grundlage der Zusammenarbeit mit fernstudienaffinen Universitäten in Frankreich und Kanada der ­

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«Das Fernstudium bildet für viele vermutlich die einzige Möglichkeit, sich überhaupt an einer Hochschulausbildung zu beteiligen. Da mit dem Fernstudium erhebliche zeitliche und räumliche Handlungsspielräume verbunden sind, glauben wir, dass dies den Studierenden, aber auch den Betrieben entgegenkommt. Wir glauben auch, dass das Fernstudium ­gerade in der Weiterbildung seine strukturelle Überlegenheit ausspielen kann.» Regierungsrat Serge ­ Sierro anlässlich der Eröffnung des Studienzentrums Brig am 22. März 1992


Altes Spital Im Alten Spital in Brig wurde bereits 1991 eines der ersten Videokonferenzstudios in der Schweiz eingerichtet.

f­ranzösischsprachige Raum der Schweiz in diese Entwicklung einbezogen. Die bereits 1992 in Brig gegründete erste Trägerstiftung wurde 2004 durch den Bundesrat als beitragsberechtigte Institution im Sinne des Universitätsförderungsgesetzes anerkannt. 2005 entstand mit dem Zusammenschluss der drei Studienzentren als neuer Träger die Stiftung Universitäre Fernstudien Schweiz (FS-CH). Damit war die Grundlage geschaffen, neben der Brokerrolle für externe Fernstudiensysteme der wachsenden Nachfrage nach Fernstudienangeboten stärker Rechnung zu tragen. In der Folge entwickelte Universitäre Fernstudien Schweiz eigene Studienange­bote, die die Besonderheiten der Zielgruppen in der Schweiz unter den spezifischen Rahmen­ bedingungen des Schweizer Bildungssystems berücksichtigten. Die Aufgaben als Broker für die deutsche FernUniversität in Hagen laufen 2013 aus.

Sie ist seit 2004 eine vom Bundesrat genehmigte Teilschule der Scuola Universitaria Professionale della Svizzera ­Italiana (SUPSI). Das Angebot der SUPSI ist traditionsgemäss auf den italienischen Sprachraum der Schweiz ausgerichtet und hat mit der Fernfachhochschule erstmals ein Standbein in der deutschsprachigen Schweiz erworben. Die Fernfachhochschule Schweiz bietet berufs­ begleitend deutschsprachige Bach­elor- und Master-Studiengänge auf Fachhochschulniveau an und betreibt Regionalzentren in Zürich, Basel, Bern und Brig.

Der langjährige Nationalrat Ernst Mühlemann engagierte sich von der Gründung der Fernfachhochschule Schweiz im Jahre 1998 an bis zu seinem Tod 2009 als deren Mentor und Präsident.

An beiden Institutionen, deren Struktur und Leistungen im Folgenden näher dargestellt werden, studieren heute bereits mehr als 2 500 Fernstudierende.

Die wachsende Nachfrage nach einem Fernstudium auch auf Fachhochschulniveau führte bereits 1998 zur Gründung der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) in Brig.

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Fernstudieren in der Schweiz

MEILENSTEINE Definitive Anerkennung der Studiengänge durch die Eidgenössische Fachhochschulkommission Vertrag zur Angliederung an die Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana (SUPSI)

Genehmigung des Bundes­rates zur Errich­tung und Führung einer Teilschule einer schweizerischen Fach­hochschule

Beginn der Zusammenarbeit mit der SteinbeisStiftung für Wirtschaftsförderung Stuttgart, einer staatlich anerkannten privaten Universität mit vorwiegend berufsbegleitenden Studienprogrammen

Anerkennung durch den Kanton Wallis Start der ersten Diplom- und Nachdiplomstudiengänge

1998

FFHS FS-CH

1991

1992

1993

2002

1995 1996/1997

Kooperationsverbeinbarungen mit französischen und kanadischen Universitäten Eröffnung der Studienzentren in Pfäffikon SZ und Siders

Beitritt zur European Association of Distance Teaching Universities (EADTU)

Gründung der Stiftung Studienzentrum Brig, Schweiz, für die FernUniversität in Hagen Eröffnung des Studienzentrums Brig

Kooperationsvertrag zwischen der FernUniversität in Hagen und dem Kanton Wallis in Zusammenarbeit mit den Oberwalliser Kommunikations-­ Modellgemeinden

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Evaluation durch das Organ für Akkrediktierung und Qualitätssicherung der Schweizerischen Hochschulen


Claude Roch hat als Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Erziehung, Kultur und Sport des Kantons Wallis über viele Jahre die Entwicklung des Fernstudiums gefördert.

Start des Master of Advanced Studies (MAS) in Business Law

Genehmigung der An­gliederung an die SUPSI durch den Bundesrat Start des Master of Advanced Studies (MAS) in Gesundheitsförderung

Start der Master of Advanced Studies (MAS) in Business- & IT-Consulting und in Web4Business

Start der Bachelor-Stu­dien­gänge in Betriebsökonomie, Informatik, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingen­ieurwesen Start der Weiterbildungs­-Master: Master of Advanced Studies (MAS) in Informatik sowie Executive MBA (EMBA) Start des konsekutiven Master-Studienganges in Business Administration

2003 2004

2005 2006

2009

2003 2004 2005 2006 2007 2008

2011

2012 2013

2011

2012

2013

2014

Start des gemeinsamen Studiengangs Bachelor of Science mit Doppelabschluss in Wirtschaftswissenschaft in deutscher Sprache mit der FernUniversität in Hagen Start des Studiengangs Bachelor of Science in Psychologie in französischer Sprache Start des Bachelor of Arts in Historical Sciences in deutscher und französischer Sprache

Start des gemeinsamen Studiengangs Bachelor of Science mit Doppelabschluss in Economics in französischer Sprache mit der Université Pierre-Mendès de Grenoble

Start des Bachelor of Science in Economics in deutscher Sprache

Start des Studiengangs Bachelor of Science in Psychologie in deutscher Sprache Start des Studiengangs Bachelor of Law in deutscher Sprache Anerkennung als Universitäres Institut durch den Bundesrat gem. Art. 11 UFG

Start des Studiengangs Bachelor of Law in französischer Sprache

Start des Studiengangs Bachelor of Science in Economics in französischer Sprache

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Universitäre Fernstudien Schweiz (FS-CH) und die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS), beide mit Sitz in Brig, bilden auf der universitären und auf der Ebene der Fachhochschulen die institutionellen Grundlagen für das Fernstudium in der Schweiz. Die FS-CH tragende Stiftung geniesst

INSTITUTIONEN die Anerkennung des Bundes als Universitäres Institut. Sie betreibt Studienzentren in Brig, Pfäffikon SZ und Siders. Die FFHS ist Mitglied der Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana (SUPSI), die mit der FFHS ein Standbein in der deutschsprachigen Schweiz erworben hat. Sie betreibt Regionalzentren in Zürich, Basel, Bern und Brig. An beiden Institutionen studieren mehr als 2 500 Studierende.


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Fernstudieren in der Schweiz

EDITORIAL • führen angewandte Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch und • erbringen Dienstleistungen für Dritte.

Das Fachhochschulgesetz legt für die Fach­ hochschulen folgende Aufgaben fest: • sie bieten praxisorientierte Bachelor- und Master­-Stu­dien­gänge an, • ergänzen diese durch ein Angebot an Weiterbildungslehrgängen,

denen Formen elektronischen Lernens mit traditionellen Aus- und Weiterbildungsmethoden und direktem Praxisbezug – schliesst eine Lücke im schweizerischen Bildungswesen: Im Bundesratsbeschluss vom 2. März 1998 Die FFHS bildet höher qualifizierte Berufsleute wurde die Fernfachhochschule Schweiz aus, ohne sie dem Arbeitsmarkt zu entziehen. (FFHS) anerkannt Das Fernstudienmodell und gleichzeitig beermöglicht ein betreu«Unser Angebot trifft den tes, räumlich und zeitauftragt, sich einer der sieben geschaffenen Nerv der Zeit. Denn Lernen lich flexibles sowie in Fachhochschulregio- ist ein Thema, das uns ein hohem Masse individunen anzuschliessen. alisiertes und bedarfsLeben lang begleitet.» Ein entsprechender orientiertes Lernen in Angliederungsvertrag modularer Form. Der mit der Scuola Universitaria Professionale Bundesrat hat dieses Fernstudienmodell als della Svizzera Italiana (SUPSI) wurde am 19. dritte Ausbildungsvariante neben der VollzeitDezember 2003 in Lugano durch die Staats- und der berufsbegleitenden Ausbildung auf räte der Standortkantone sowie die beiden Fachhochschulstufe anerkannt. Schulleitungen unterzeichnet. Der Bundesrat hat mit Beschluss vom 24.09.2004 diese Angliederung genehmigt. Die innovative Studienform des Fernstudiums der FFHS – eine Kombination von verschie-

Prof. Dr. Kurt Grünwald > Direktor der Fernfachhochschule Schweiz

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AUSBILDUNG Einleitung

Die FFHS bietet in Zürich, Basel, Bern und Brig Bachelor-Studiengänge in Betriebsökonomie, Informatik, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen an. Ergänzt werden die Bachelor-Angebote seit August 2009 durch einen Master of Science in Business Administration mit Vertiefung in Innovation Management. Die Studiengänge sind modular aufgebaut, für jedes erfolgreich abgeschlossene Modul gibt es Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer System (ECTS). Bis zum Bachelor-Abschluss umfasst ein Studiengang 180 ECTS-Punkte, ein Master-Abschluss 90 Punkte. Jeder Leistungspunkt entspricht etwa einem Arbeitsaufwand von 25 bis 30 Stunden. Das Studium an der FFHS bietet aufgrund der Praxisorientierung ausgezeichnete Berufsaussichten auf dem nationalen und internationalen Arbeitsmarkt. Als eidgenössisch anerkannte Hochschule werden Studierende mit kompetenten Dozierenden, die allesamt ausgewiesene Praktiker sind, in neun Semestern zum Bachelor- bzw. in fünf Semestern zum Master-Abschluss geführt. Das Studium zeichnet sich durch Interdisziplinarität und die konsequente Ausrichtung auf die Anforderungen der Berufswelt aus. Die Studiengänge richten sich an berufstätige Erwachsene, die sich trotz beruflichem

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Bachelor-Studiengang Betriebsökonomie Engagement und familiären Verpflichtungen aus- und weiterbilden möchten. Das Ausbildungskonzept nach der so genannten «Blended Learning»-Methodik bietet eine abwechslungsreiche Kombination aus traditionellen Lehrmitteln, verschiedenen Möglichkeiten virtuellen Lernens und dem Präsenzstudium­in den ­Regionalzentren: Studierende der FFHS lernen zu 80 Prozent im mediengestützten Selbststudium und besuchen in der Regel nur an zwei Samstagen pro Monat den vertiefenden Präsenzunterricht in einem der vier Regio­ nalzentren. Neben den Samstagsterminen wird alternativ ein wöchentlicher Montagsunterricht in Zürich/Regensdorf angeboten. Vor allem Profisportler nutzen gerne diese Möglichkeit. ­ Unterstützt werden sie dabei neben den üblichen Lernmaterialien von der E-Learning-Plattform, die Zugriff auf den Unterrichtsstoff bietet und mit Chats und Foren auch den Austausch mit den Mitstudierenden und Dozierenden ermöglicht. Online abrufbar sind auch Übungen und Tests zur Überprüfung der eigenen Lernfortschritte. Flexibler geht nicht: FFHS-Studierende lernen beim Pendeln im Zug oder zu Hause, abends nach der Arbeit oder tagsüber, wenn die Kinder schlafen.

Der Bachelor of Science in Betriebsökonomie vermittelt das nötige Wissen, um aktuelle Herausforderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik meistern zu können. Der Abschluss bietet dank der hohen Praxisorientierung des Studiums gute Chancen und vielfältige Einsatzmöglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und legt den Grundstein für eine vielversprechende Karriere. Das Bachelor-Studium in Betriebsökonomie setzt sich aus dem 6-semestrigen Grundlagen- und Aufbaustudium sowie einem 3-semestrigen Vertiefungsstudium zusammen. Im Grundlagen- und Aufbaustudium erwerben die Désirée Guntern Kreuzer Leiterin des Departements Wirtschaft & Technik sowie des Bachelor-Studiengangs in Betriebsökonomie


Fernstudieren in der Schweiz

Bachelor-Studiengang Informatik Studierenden fundierte Fachkenntnisse in allen Funktionalbereichen der Betriebswirtschaftslehre, in Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsrecht sowie angewandter Wirtschaftsmathematik und -statistik. Eine Ausbildung in Business English befähigt die Studierenden, in einem inter­ nationalen Umfeld professionell aufzutreten. Das Vertiefungsstudium bildet die Studierenden zu Spezialisten in der gewählten Fachrichtung aus. Es stehen folgende Vertiefungsrichtungen zur Auswahl: • Accounting, Controlling & Taxation • Finance, Banking & Taxation • General Management • Human Resource Management • Marketing In den Modulen der jeweiligen Vertiefungsrichtung werden fundierte Fachkenntnisse vermittelt, welche anhand von praxisnahen Fallbeispielen und Aufgaben vertieft werden. Im Rahmen eines Praxisprojektes und der daran anschliessenden Bachelor-Thesis setzen sich die Studierenden im Vertiefungsstudium mit dem Gebiet ihrer Wahl weiter wissenschaftlich auseinander. Nach abgeschlossenem Bachelor-Studium in Betriebsökonomie besteht die Möglichkeit, ­einen Master-Abschluss zu erlangen oder einen der angebotenen Weiterbildungs-­Master zu belegen.

Das World Wide Web ist das grösste je in der Geschichte der Menschheit aufgebaute Informationssystem. Web Science als interdiszi­ plinäre Wissenschaft befasst sich mit dem Zusammenwirken aller Komponenten des Webs und deren praktischer Anwendung. Daten sind das neue Erdöl: Jeder Klick, jedes «like», jeder Tweet, alle Computerinteraktionen erzeugen riesige Datenmengen, die die neue Währung im Informationszeitalter darstellen. Data Science ist die anwendungsorientierte und interdisziplinäre Wissenschaft, um die Daten nutzbringend auszuwerten. Das BachelorStudium in Informatik bereitet Studierende auf

Dr. Urs-Martin Künzi Leiter des Bachelor-Studiengangs in Informatik

eine spannende berufliche Karriere im hochaktuellen Gebiet der Web & Data Science vor. Der Studiengang umfasst je zu etwa einem Drittel Module aus den Bereichen technische Grundlagen, Data Science und Web Science. Einige ausgewählte Highlights: • Grundlagen: Informationstheorie, lineare Algebra, diskrete Mathematik • Web Science: Web-Grundlagen, Web-Engineering, Mensch-Computer-Interaktion • Data Science: Datenstrukturen und Algorithmen, objektorientierte Technologien, Soft­ ware-Engineering • Übergreifend: Embedded Systems, Informationssicherheit, Rechnernetze, Datenbanksysteme In den höheren Semestern wählen Sie eine der beiden Vertiefungsrichtungen: • Web Science: Logiken für die Informatik, verteilte künstliche Intelligenz, semantische Web-Technologien • Enterprise Computing (Data Science): verteilte Systeme und Anwendungen, Software Qualität, Java Enterprise Edition Zusätzlich können unter anderem im IT-Service-Management (ITIL V3), im Projektmanagement (IPMA) und im Bereich der Enterprise-Resource-Planning-Systeme (SAP) für den Arbeitsmarkt attraktive Zertifikate namhafter Organisationen erworben werden.

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AUSBILDUNG Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik Die Wirtschaftsinformatik als sogenannte «Bindestrich-Wissenschaft» beschäftigt sich mit dem aus betriebswirtschaftlicher Sicht zielgerichteten Umgang mit den explodierenden Daten-, Informations- und Wissens­ beständen. An der FFHS wird deshalb besonderer Wert auf eine Fächerkombination gelegt, die Studierende zu gefragten Spezialisten im heutigen Informationszeitalter mit den neuen ­Medien machen, und zwar als Kompetenz­ träger im Knowledge oriented Business. Was heisst das? Wissensorientierte Unternehmensführung basiert auf professioneller Wissensorganisation, die durch zeitgemässe

Dr. Oliver Kamin Leiter des Bachelor-Studiengangs in Wirtschafts­informatik

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Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen IT-Lösungen ermöglicht wird. Wirtschaftsinformatiker sind die Spezialisten, die aufgrund ihrer fächerübergreifenden Ausbildung als wichtige Vermittler helfen, die betriebswirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens mit Hilfe moderner IT-Lösungen zu erreichen. Einige Highlights aus dem äusserst vielfältigen Studium: • Betriebswirtschaftslehre: Beschaffung, Produktion und Absatz, Rechnungswesen und Controlling, Organisation und Personalwesen • Wirtschaftsinformatik: Informationssysteme, Informations- und Wissensmanagement, Geschäftsprozessmanagement, IT-Projektmanagement, Informationssicherheit • Grundlagen der Informatik: Software Engineering, objektorientierte JAVA-Programmierung, Datenbanksysteme, Web-Technologien In den höheren Semestern kann aus zwei Vertiefungsrichtungen gewählt werden: • E-Business: Internetökonomie, E-Commerce, Online-Shops, digitale Wertschöpfung etc. • Wissensmanagement: Content-Management-Systeme, Web Science und Social Media, barrierefreie Anwendungen etc. Zusätzlich können im IT-Service-Management (ITIL V3), im Projektmanagement (IPMA) und im Bereich der Enterprise-Resource-Planning-Systeme (SAP) für den Arbeitsmarkt attraktive Zertifi­ kate namhafter Organisationen erworben werden.

Den Absolventinnen und Absolventen des Bachelor-Studienganges Wirtschaftsingenieurwesen eröffnen sich beruflich vielfältige und herausfordernde Einsatzmöglichkeiten in Projektleitungs- und Beratungsfunktionen in Industrie, Gewerbe, Handel sowie im Dienstleistungssektor. Aufgrund der fundierten, praxisorientierten Ausbildung sind sie qualifiziert, komplexe betriebswirtschaftliche, technische und interdisziplinäre Aufgaben in verantwortungsvollen, operativen Linien-, Beratungsund Stabsfunktionen im Schnittstellenbereich von Technologie und Management erfolgreich zu bewältigen. Sie beherrschen Methoden und

Rolf Singer Leiter des Bachelor-Studiengangs in Wirtschafts­ingenieurwesen


Fernstudieren in der Schweiz

Master-Studiengang Business Administration fachliche Kenntnisse, um Abläufe in Unternehmen verschiedenster Branchen an diesen Schnittstellen analysieren, gestalten, optimieren und leiten zu können. Das Studium gliedert sich in ein 6-semestriges Grundlagenstudium und wahlweise ein betriebswirtschaftlich orientiertes generalistisches Aufbaustudium oder eine technisch orientierte Vertiefung in Produktions- oder Ressourcenmanagement. Im Grundlagenstudium werden den Studierenden umfassende Kenntnisse im betriebswirtschaftlichen und technischen Bereich sowie Kontextwissen vermittelt. Das Aufbau- bzw. Vertiefungsstudium bietet die Möglichkeit, sich mit einem Spezialgebiet auseinanderzusetzen. Zur Wahl stehen: • Generalistisches Aufbaustudium (betriebswirtschaftlich orientiert) • Produktionsmanagement • Strategisches Ressourcenmanagement In allen drei Fachrichtungen erwerben die Studierenden gleichermassen Kenntnisse in Projekt- und Innovationsmanagement. Sie werden dem Anspruch ihres Titels «Bachelor of Science» gerecht, da sie sich nun wissenschaftlich mit dem Gebiet ihrer Wahl auseinandersetzen. Ambitionierte Absolventinnen und Absolventen des Bachelor-Studiums können sich anschliessend noch höher qualifizieren und zu einem weiterführenden Master-Studiengang anmelden.

Schritthalten mit den dynamischen Märkten ist eine der grössten unternehmerischen Her­ ausforderungen unserer Zeit. Globalisierung und die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien verschärfen den Wettbewerb in allen Branchen. Nur Unternehmen, die eine Innovationskultur entwickeln und eine vorausschauende Innovationsstrategie verfolgen, können nachhaltigen Erfolg aufweisen. Dazu bedarf es motivierter, hochqualifizierter Mitarbeitender, die Visionen haben und sie zielgerichtet umsetzen. Studierende des «Master of Science in Business

Ute Eisenkolb Leiterin des konsekutiven Master-Studien­ gangs in Business Administration mit Vertiefung in Innovation Management

Administration mit Vertiefung in Innovation Management» erlangen die entscheidenden Kenntnisse und Fähigkeiten, die in internatio­ nalen Unternehmen benötigt werden, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Das Studium hilft zudem, die entscheidenden Weichen zu stellen, um erfolgreich unternehmerisch tätig zu sein oder eine Unternehmensgründung zu planen und umzusetzen. Das konsekutive Master-Studium verläuft über insgesamt fünf Semester und umfasst das Grundlagenstudium in Business Administration, das Vertiefungsstudium in Innovation Management sowie das Verfassen der MasterThesis am Ende des Studiums. Inhaltliche Schwerpunkte des Studiums bilden die strategischen Gesichtspunkte eines national, international oder global agierenden Unternehmens sowie daraus abgeleitete Massnahmen in den Bereichen des General Managements und des Innovation Managements. Das konsekutive Master-Studium bietet eine praxisorientierte und wissenschaftlich fundierte, weiterführende Managementausbildung. Neben aktuellem Fachwissen werden Methoden-, Sozial-, Problemlösungs- und Führungskompetenz auf einem strategischen und international orientierten Denk- und Handlungsniveau vermittelt.

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WEITERBILDUNG Executive MBA (EMBA)

MAS in Business Law

MAS in Gesundheitsförderung

In einer komplexen Wirtschaftswelt sind Mitarbeitende gefragt, die Zusammenhänge verstehen, Situationen fundiert analysieren sowie Entscheidungen fällen und umsetzen können. Der Studiengang Executive MBA vermittelt diese zentralen Kompetenzen, die für zukünftige Entscheider in Schlüsselpositionen wichtig sind. Studierende lernen im Verlauf des Studiums fachübergreifend, praxisorientiert und betriebswirtschaftlich zu denken und zu handeln. Mit dem Know-how der wichtigsten Managementpraktiken sind sie in der Lage, ihrer Unternehmung einen echten Mehrwert zu bringen. Die sorgfältig gewählte Studienmethodik stellt sicher, dass essentielle Themen problemgerecht und zielgruppenspezifisch vermittelt werden. Sie bietet: • General Management-Wissen mit Tiefgang, • theoretisch-fundierte Praxisorientierung, • nachhaltiges Fachwissen, • strategische Orientierung mit Bezug zum operativen Business sowie • eine karriererelevante Modulauswahl. Der Executive MBA richtet sich in erster Linie an Absolventinnen und Absolventen eines nichtbetriebswirtschaftlichen Hochschulstudiums, die zukünftig eine Entscheider-Rolle in grossen, international tätigen Unternehmen oder eine KMU-Geschäftsführer-Position übernehmen.

Entscheidungsträger sehen sich im Berufsalltag immer mehr mit rechtlichen Fragestellungen konfrontiert. Dadurch steigen auch die Anforderungen an Geschäftsführer, Kaderleute, Linienmanager, Personalverantwortliche und Mitarbeitende, die im Unternehmen/KMU künftig eine Entscheider-Rolle übernehmen wollen. Ein fundiertes juristisches Know-how gehört heute zum Rüstzeug jeder Führungskraft. Mit dem MAS in Business Law erwerben Nichtjuristen wichtige Kenntnisse des Wirtschaftsrechts mit konsequenter Ausrichtung auf die Problemstellungen in der Praxis. Studierende lernen auch komplexere Rechtsprobleme und Fallstudien zu lösen und sind daher in der Lage, ihrem Unternehmen einen echten Mehrwert zu bringen und sich selbst ausgezeichnete Karrieremöglichkeiten zu schaffen. Die Ausbildung wird ergänzt durch die beiden Module Leadership und Negotiation, die im Rechtsalltag unverzichtbare Schlüsselkompetenzen darstellen. Der Weiterbildungs-Master richtet sich in erster Linie an Absolventen eines nichtjuristischen Hochschulstudiums, insbesondere Führungskräfte, Personalverantwortliche, Treuhänder und Revisoren, Steuer- und Unternehmensberater sowie Verantwortliche aus ComplianceAbteilungen.

Die Gesundheit ist ein zentrales Thema unserer Gesellschaft. Der Auftrag der Gesundheitsförderung besteht darin, die gesundheitsfördernden Ressourcen von Individuen und Bevölkerungsgruppen zu stärken. Im Fokus steht die Frage, wie die Menschen zu einem gesunden Verhaltens- und Lebensstil motiviert werden können. Im Vordergrund steht, was die Menschen gesund hält, und nicht, was sie krank macht. Auch Unternehmen und Institutionen haben mittlerweile den Mehrwert der Gesundheitsförderung, die Verminderung krankheitsbedingter Ausfälle sowie die Steigerung der Mitarbeitereffizienz und -zufriedenheit erkannt. Der Master of Advanced Studies (MAS) in Gesundheitsförderung vermittelt den Studierenden vertiefte Kenntnisse über Prävention und Gesundheitsförderung und qualifiziert sie dazu, Individuen und Bevölkerungsgruppen zu einem gesundheitsorientierten Verhalten zu motivieren. Das Studium bereitet umfassend auf Aufgaben der Gesundheitsförderung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und Handlungsfeldern vor. Die im Studium erlernten Strategien und das psychologische Grundverständnis befähigt die Studierenden, krankmachende Lebensverhältnisse und persönliche Verhaltensweisen von Menschen zu verändern.

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MAS in Web4Business

MAS in Business- und IT-Consulting

Weitere Angebote

Das World Wide Web hat in den letzten zwanzig Jahren eine gewaltige Bedeutung erlangt: aus einem Informationsmedium für Spezialisten hat es sich zu einer Plattform entwickelt, die in der Schweiz von ca. 85% der Bevölkerung genutzt wird. Der Master of Advanced Studies (MAS) in Web4Business thematisiert, wie Unternehmen das Web nutzen können. Er vermittelt die Kompetenzen, um Websites benutzerfreundlich und im Sinne der Unternehmensstrategie zu gestalten. Studierende lernen, wie das Benutzerverhalten analysiert werden kann. Solche Analysen erlauben Rückschlüsse zur Optimierung der Marketing-Strategie und dem Aufbau der Website. Ebenso können personalisierte Websites und Online-Shops erstellt werden, die den Kunden individuelle Angebote unterbreiten. Ein spezieller Fokus wird darauf gelegt, Websites barrierefrei zu gestalten, damit diese auch von Menschen mit Behinderungen ohne Einschränkungen genutzt werden können.

Die Business- und IT-Beratung ist für Hochschulabsolventen ein attraktives Arbeitsfeld. Beim Einstieg weisen aber insbesondere Erststudiengänge der Bereiche Informatik, Wirtschaft oder Inge­­ n­ ieurwesen oft noch einige Kompetenz­ lücken auf. Die Weiterbildung MAS Business- und ITConsulting setzt hier an und ermöglicht eine individualisierbare Weiterbildung für angehende oder frisch eingestellte Business- und IT-Berater. Der problem- und anwendungsorientierte Stu­ diengang vermittelt und vertieft Schlüsselkompetenzen für (Unternehmens-) Berater mit Projekten im Business- und IT-Bereich an den Nahtstellen zu Inhouse- und Kundenaufträgen, Management, Infrastruktur, Professional Service etc. Ziel des MAS ist es, die Kompetenzlücken in der täglichen Arbeit von Beratern (Analyse, Bewertung, Optimierung etc. von Sachverhalten im Projektkontext) zu schliessen und durch einschlägige Praxiszertifikate das Qualifikationsprofil zu fundieren. Der Beratungsbranche wird mit dieser Weiterbildung eine Möglichkeit geboten, heterogen vorgebildete Mitarbeitende aus unterschiedlichen Disziplinen so weiter zu qualifizieren, dass deren individuelle Kompetenzprofile systematisch optimiert und an die aktuellen Anforderungen der Beratungstätigkeit angepasst werden. So kann ein möglichst flexibler und effektiver Einsatz von Consultants in Business- und ITBeratungsprojekten erreicht werden.

Neben dem Executive MBA bzw. den MASAngeboten mit 60 ECTS-Punkten und einer Dauer­von in der Regel vier Semestern bietet die FFHS die folgenden Certificate of Advanced Studies (CAS) sowie Diploma of Advanced Studies (DAS) an: • CAS Apothekenmanagement sowie die Mepha-Kurse Betriebswirtschaft für Apothekerinnen und Apotheker • CAS Gesundheitsförderung und Prävention • CAS Betriebliche Gesundheitsförderung • CAS Gesundheitspsychologie • CAS Softwareentwicklung • CAS Datenbanksysteme • CAS IT-Architekturen • CAS IT-Betrieb • CAS eDidactics • CAS Potenzialdiagnostik • DAS General Management • CAS Employment Law & Leadership • CAS Contract & Trade Law • CAS Compliance & Corporate Government Diese CAS orientieren sich an den Erfordernissen des nationalen und internationalen Arbeitsmarktes, sind interdisziplinär, modular strukturiert und multimedial aufgebaut. Die CAS im Informatik-Bereich sind Teil des MAS in Informatik, das DAS in General Management ist Teil des Executive MBA. Ein CAS umfasst mindestens 10 ECTS-Punkte, das DAS in General Management umfasst 30 ECTS-Punkte.

Der Studiengang behandelt somit unterschiedliche Facetten des Webs, neben den technischen Aspekten werden ökonomische, soziologische, rechtliche und ergonomische Aspekte und deren Interaktionen thematisiert. Der Studiengang ist daher interdisziplinär ausgerichtet im Sinne der Web Science.

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FORSCHUNG UND DIENSTLEISTUNGEN Stabsstelle Forschung (SF) Die Stabsstelle Forschung (SF) ist eine zentrale Stelle innerhalb der FFHS, deren Ziel es ist, E-Collaboration an der FFHS zu etablieren. E-Collaboration lässt sich dabei als ein web­ basierter, kollaborativer Gruppenprozess defi­ nieren, der das Lernen und die Zusammen­ arbeit auf Distanz ermöglicht. Die Stabsstelle verwirklicht dies mit zwei Aufgabenbereichen: intern in Form von Services, die sich des Forschungswissensmanagements und der Organisationsentwicklung annehmen. E-Collaboration ist in dieser Form als Anwendungsschwerpunkt zu verstehen. Im Gegenzug dazu realisiert die Stabsstelle Projekte im Rahmen von so genannten SF Projects mit E-Collaboration als Forschungs- und Bera­ tungsschwerpunkt.

von Forschungsergebnissen erreicht. Im Bereich der Organisationsentwicklung fördert die SF die Bereicherung und Erweiterung der internen Arbeitsformen der FFHS mit modernen Formen der E-Collaboration. Hauptziel ist es, Erkenntnisse über E-Collaboration zu erarbeiten und diese sowohl extern (in Unternehmen) als auch intern (in die SF Services) zu transferieren und anzuwenden. Erreicht werden diese Ziele durch ein internes Ideenmanagement, die Förderung des Austausches und der Vernetzung von Mitarbeitenden, Dozierenden, Alumni und Studierenden der FFHS durch die Etablierung des so genannten Praxisnetzwerks, sowie die Schaffung von Koordina­ tionsplattformen.

Kollaboratives Ideenmanagement online SF Services Im Bereich des Forschungswissensmanagements besteht das Hauptziel darin, die Institute bei der Akquisition und Verwertung von Forschungs- und Dienstleistungsprojekten zu unterstützen und die Anwendung von E-Collaboration in der Forschung zu fördern. Dies wird durch die Koordination und Kooperation aller Forschungsgruppen und Projekte, forschungsunterstützende Dienstleistungen, das Qualitätsmanagement sowie die Verwertung

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SF Projects Die Forschungs- und Beratungsaktivität auf dem Gebiet der E-Collaboration konzentriert sich auf drei Forschungsfelder: Das Feld «Virtuelle Organisation» untersucht und gestaltet die Vernetzung von Mitarbeitenden, beispielsweise mit dem Aufbau von Communities of Practice. Das «Solution Finder Model», eine Methode für die kollaborative Lösungsfindung, gehört zum zweiten Feld «Kollaborative Methoden und eTools». Im dritten Feld «Kollaborative Kreativität» wird beispielsweise ein virtuelles Ideenmanagement angeboten, das kundenspezifisch konzipiert, aufgebaut und in der Umsetzung begleitet werden kann.


Fernstudieren in der Schweiz

Learning Center (LC) Learning Center – Innovationsmotor für die Lehre

aktivierende, handlungsorientierte Lehre fördern

Forschungsergebnisse des IFeL

Austausch von Best-PracticeRe­sul­taten, Weiterbildungen zu Teledozent, E-Moderation, TabletDidaktik, Coachings zur Gestal­ tung der Lernumgebung u.a.

Usability, Selbstregulation, Qualität

Lehrmaterialien entwickeln

aktuelle Fernstudiendidaktik Transaktionale Distanz, Didaktisches Tetraeder u.a. Umsetzung für die Praxis lernpsychologische Forschung Cognitive Load, Kompetenz­entwicklung, Data Based Learning u.a.

nationale und weltweite eLearning Communities Switch-Eduhub, SAMOO, MoodleMoot u.a. Qualität

Au f gabenberei c he

Wi s sens c haf tli c he Grundl agen

Das Learning Center hat als Teil des Instituts für Fernstudienforschung und eLearning­forschung (IFeL) dienstleistende Funktionen für die Lehre an der FFHS. Im Fernstudium der FFHS werden stets Selbststudium, Online- und Präsenz-Lernen durch das Lehrinstitut und die Dozierenden vorgegeben, ausgestaltet und betreut. Literatur, Studienmaterialien, Übungen und Präsenzveranstaltungen werden kombiniert zu Lernprozessen, die ein flexibles, auf eigene Bedürfnisse angepasstes Studieren erlauben. Die geforderten Studienleistungen sollen im Rahmen der theoretischen und handlungsorientierten Module erarbeitet und darüber hinaus praxisnahe Kompetenzen herausgebildet werden. Das Learning Center hat die Aufgabe, das methodische Design und die Entwicklung der Lernmodule und Lernumgebungen, aufbauend auf wissenschaftlichen Grundlagen, neuen Forschungserkenntnissen und Lerntechnologien, zu unterstützen. Zusätzlich wird die tutorielle Arbeit der Dozierenden mittels Coachings und Kursen gefördert. Die strategische Verankerung des Learning Centers als Eckstein einer E-Hochschule garantiert die kontinuierliche Weiterentwicklung der fernstudiendidaktischen Qualität. Die Nähe zur Forschung bürgt für die Verankerung des Supports in der aktuellen didaktischen Theorie.

interaktive E-Books, Screencasts, Tutorials zu Lernzielen, E-Didaktik, Lernplattform u.a.

fernstudiendidaktisch innovative Methoden implementieren E-tivities, Kooperatives Lösen von MC-Aufgaben, Peer Assessment, Prompting, Fallstudien, ePortfolio, Rubrics u.a.

anhand von Qualitäts­kriterien evaluieren Gliederung, Lesbarkeit, Nach­ vollziehbarkeit der Lernschritte, kollaborative Elemente, Vielfalt der Lernaktivitäten u.a.

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FORSCHUNG UND DIENSTLEISTUNGEN Institut für Management & Innovation (IMI) Das Forschungsinstitut IMI des Departements Wirtschaft & Technik konzentriert sich auf kleine und mittelgrosse Organisationen und versteht sich als Drehscheibe zwischen Forschung, Lehre und Praxis. Das Institut betreibt primär anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung und bietet Beratung und Dienstleistungen auf den Gebieten Management und Innovation. Die Forschungserkenntnisse finden Eingang in die Lehre und werden der interessierten Öffentlichkeit in zahlreichen Publikationen zugänglich gemacht. Thematisch beschäftigt sich das IMI mit den Forschungsfeldern «Innovation & Strategy» sowie «Innovation & Finance».

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Innovation & Strategy In diesem Forschungsfeld stehen folgende drei Themenbereiche im Zentrum: 1. Intelligente Organisationen und organisationale Intelligenz Es wird ein KMU-gerechtes Instrumentarium zur organisationalen Intelligenz sowie zur Beseitigung von unternehmerischen Hindernissen im Bereich des Innovationsmanagements entwickelt. 2. Leitbild, Vision und Strategie in der Alltagspraxis von KMU, Nonprofit-Organisationen (NPO) und Institutionen der öffentlichen Hand. In Zusammenarbeit mit externen Partnern werden der Einsatz und der Nutzen von Leitbild, Vision und Strategie in der Alltagspraxis von KMU untersucht, mit dem Ziel, deren Nutzen zu erhöhen bzw. auf alternative Instrumente hinzuweisen. 3. Modelle zur Diffusion von Innovationen Etablierte Modelle zur Diffusion von Innovationen werden in Zusammenarbeit mit dem Laboratory for Web Science weiterentwickelt und für den Einsatz in der Praxis aufbereitet.

Innovation & Finance Im Forschungsfeld «Innovation & Finance» werden folgende Ziele verfolgt: 1. Innovationen in Corporate Governance und Berichterstattung In ausgesuchten Nischen-Branchen wie NPO, staatlich finanzierten Institutionen oder Pensionskassen wird eine Themenführerschaft in Bereichen wie Rechnungslegung, Rechenschaft oder Transparenz angestrebt. 2. Finanzmanagement & Produkteinnovationen Ein zentraler Forschungsschwerpunkt ist die Wechselwirkung zwischen Marktinnovationen und den finanziellen Restriktionen. Inwiefern können innovative Entwicklungen im Betrieb durch die herkömmlichen Instrumente (Kosten- & Leistungsrechnung, finanzielles Rechnungswesen, Investitionsrechnung) gefördert bzw. gehemmt werden? 3. Anreizsysteme und Entlöhnung im Milizsystem Die Anreizmodelle von nebenamtlichen Mitgliedern von Milizbehörden und NPOFührungsorganen stehen im Zentrum der Frage, inwieweit diese genügend effizient, transparent und wirkungsorientiert sind.


Fernstudieren in der Schweiz

Laboratory for Web Science (LWS)

Informationen werden zurzeit mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit konsumiert und generiert. Einerseits eröffnet dies neue Perspektiven sowohl für Anwender als auch Unternehmen, andererseits beschert uns die

aktuelle «We-share-all»-Haltung eine unkon­ trollierbare Informationsflut. Um relevante Informationen zu finden, zu verwerten oder gar neue Informationen aus bestehenden zu generieren, sind neue Methoden und Paradigmen

Mittels einer Wordcloud, in diesem Fall generiert aus den letzten 300 Tweets eines TwitterAccounts, erhält man eine schnelle Übersicht, welche Themen für eine bestimmte Person bzw. ein bestimmtes Unternehmen zu einem definierten Zeitpunkt relevant sind.

im Informatikbereich gefragt. Das LWS des Departements Informatik erforscht neue Wege, um dieser Informationsflut Herr zu werden. Mittels neu designter Algorithmen werden effektive und intelligente Filtersysteme geschaffen, um relevante und kontextbezogene Informationen im Ozean der Bites und Bytes im World Wide Web zu finden. Um möglichst ganzheitlich auf das Problem der Informa­ tionsüberflutung eingehen zu können, kommt dabei eine einzigartige Verschmelzung verschiedener Forschungsdisziplinen zum Zug. Das LWS kann diese neuartigen Filtermethoden in Form von Dienstleistungsprojekten direkt in die Industrie einbringen. Die Anwendungen sind vielfältig: So können Unternehmen beispielsweise Social Media-Streams durch ausgeklügelte Methoden via SentimentAnalysis «abhören» und so mehr über ihre Kunden erfahren. Diese Informationen können wiederum zur Produktoptimierung verwendet werden. Unternehmen, welche ein OnlinePortal betreiben, können zudem vom LWS entwickelte Algorithmen für Empfehlungssy­s­ teme einsetzen. Und auch Daten des Intranets können in mittleren und grösseren KMU mittels neuer Verfahren so vernetzt werden, dass beispielsweise neue Kollaborationen inner­ halb eines Unternehmens entstehen, welche wiederum zu Prozessoptimierungen führen.

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DATEN UND FAKTEN 1400

1200

1000

800

600

400 Studierendenentwicklung

200

201 3

201 2

201 1

20 1 0

2009

2008

2007

2006

0

Total Studierende Ausbildung Weiterbildung

Verh채ltnis Frauen / M채nner

76.4%

71.4%

23.6%

64.8%

28.6%

35.2%

Total 1022 Studierende

Total 69 Studierende

Total 213 Studierende

Bachelor-Studieng채nge

Master-Studieng채nge

Weiterbildung (MAS & EMBA)

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Fernstudieren in der Schweiz

Verteilung der Kosten nach Leistungsauftrag

7.20%

1.25%

12.31%

79.24%

in % in CHF Ausbildung 79.24% 10 957 844 Weiterbildung 12.31% 1 702 216 Forschung & Entwicklung 7.20% 995 303 Dienstleistungen 1.25% 173 107

Mittelherkunft

in %

in CHF

Studienbetrieb

25.8%

CHF 4 363 205

öffentliche Beiträge Beiträge Bund Beiträge Kantone Beiträge Gemeinde

26.3% 43.3% 2.9%

CHF CHF CHF

4 445 740 7 321 856 478 852

Erträge Projekte

0.8%

CHF

114 953

Übriger Ertrag

0.9%

CHF

130 637

72.5%

0.8% 0.9% 25.8%

Total CHF 16 855 243 Stand 31.12.2012

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ORGANISATIONSSTRUKTUREN UND GREMIEN Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) ist seit dem 24.09.2004 eine vom Bundesrat genehmigte Teilschule der Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana (SUPSI). Sie ist damit eingebunden in die Gesamtstrategie der SUPSI. Für beide Institutionen ergeben sich durch die Angliederung sowohl in der Lehre, der angewandten Forschung und Entwicklung und den Dienstleistungen für Dritte als auch in der Lehrmethodik Synergien, die sie ausnutzen können. Die als Stiftung organisierte FFHS bietet seit dem Herbst 1998 Fachhochschul-Studien­ gänge im kombinierten Fernstudium in den Bereichen Wirtschaft, Informatik, Engineering, Gesundheit und Recht an. Die Studienangebote und die damit verbundenen in der Forschung tätigen Institute sind in Departementen organisiert. Übergreifende Aufgaben liegen in der Verantwortung des Zentralen Dienstes. Stabsfunktionen haben das Institut IFeL und die Stabsstelle Forschung inne, während die beiden Beiräte beratende Funktionen wahrnehmen.

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SUPSI

Stiftungsrat

Wissenschaftlicher Beirat

Politisch-Strategischer Beirat

Direktor Prof Dr. Kurt Grünwald

Direktionsassistent Ambros Bumann

Account Managerin Anja Bouron

Institut für Fernstudien- & eLearningforschung Prof. Per Bergamin

Departement Gesundheit

Departement Wirtschaft & Technik

Stabsstelle Forschung Prof. Marco Bettoni

Departement Informatik

Zentrale Dienste & Qualitätsmanagement Silvio Andenmatten

Franziska Borter

Désirée Guntern Kreuzer

Prof. Dr. Martin Sutter

• Master of Advanced Studies in Gesundheitsförderung • BSc in Gesundheitsförderung in Vorbereitung • Institut für Gesundheits­-förderung & Prävention in Vorbereitung

• MSc in Business Administration • BSc in Business Administration • BSc in Engineering & Management • Executive Master of Business Administration • Institut für Management & Innovation

• BSc Informatik • BSc Wirtschaftsinformatik • Master of Advanced Studies in Informatik • Laboratory for Web Science

• Finanz- & Rechnungs­ wesen • Personalwesen • Marketing / Kommunikation • Lehrbetrieb • Studienberatung • Qualitätsmanagement • Hauptsekretariat • IT-Support


Fernstudieren in der Schweiz

Fernstudieren in der Schweiz

Stiftungsrat Der Stiftungsrat der Stiftung FFHS besteht aus fünf bis neun Mitgliedern. Im Stiftungsrat Einsitz haben je ein Vertreter der folgenden Institutionen bzw. Bereiche: • Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana • nationale Wissenschaftspolitik/ Politisch-Strategischer Beirat • Standortgemeinde • regionale Wirtschaft • Einzelmitglieder Der Stiftungsrat ruft die Stifterversammlung ein, bereitet diese vor, leitet sie und setzt in der Folge die Beschlüsse durch. Er schliesst Kooperationsverträge und consequibus beschliesst eatunFicipsanto doluptaqui ium, ter Berücksichtigung Leistungsauftrages quia tatiossimus et veldes ipsuntio ommolorpos deretSchule und estrunt in Absprache mit der SUPSI ex audipienis umquaspis quam qui in comcs. und dem Politisch-Strategischen Beirat über die Strategie der FFHS. Der Stiftungsrat legt die mittel- und langfristigen Ziele fest, genehmigt das Leistungsangebot und vertritt die FFHS in bildungs- und finanzpolitischen Belangen gegenüber Bund, Kanton, Region­ und Gemeinden. Er entscheidet über die Wahl und Abberufung der Direktion und des obersten Kaders, erstellt das Aufgaben- und Kompetenzreg­lement der Direktion sowie des Politisch-Strategischen und des Wissenschaftlichen Beirats und legt die diesbezügliche

Zeichnungs­berechtigung fest. Der Stiftungsrat begleitet und berät die FFHS in Finanz­fragen und verabschiedet das Budget zuhanden der Stifterversammlung. Er überwacht die Fondsmittel für die Förderung und Unterstützung der angewandten Forschung und Entwicklung und den Aufbau eines Kompetenz­zentrums für Fernstudien und E-Learning (FFHS und FS-CH)­ und gibt diese frei.

Politisch-Strategischer Beirat Der Politisch-Strategische Beirat entwickelt die strategischen Grundvorstellungen und Ausbildungsziele, die zur Erfüllung des Leistungsauftrages nach Fachhochschulgesetz erforderlich sind und die den Fortbestand der FFHS als doluptaqui gesamtschweizerisch tätiges eatBilFicipsanto ium, consequibus dungsinstitut sicherstellen. Er vermittelt Beziequia tatiossimus et vel ipsuntio ommolorpos hungen zu Bildung, Wissenschaft, ex et audipienis estrunt umquaspisWirtschaft, quam qui in comcs.Gesellschaft und Kultur und berät die Technik, Fernfachhochschule Schweiz in bildungspolitischen Fragen. Der Politisch-Strategische Beirat steht dem Stiftungsrat bei Bedarf beratend zur Seite.

Wissenschaftlicher Beirat Der Wissenschaftliche Beirat ist das beratende Gremium der Direktion und der ­Departemente und gibt dem Stiftungsrat seine Empfehlungen ab. Er wird regelmässig über den aktuellen Stand der Curricula und die Konzeption und Projekte der angewandten Forschung und Entwicklung informiert. Der Wissenschaft­liche Beirat informiert die Schule über aktuelle­Trends, neue Publikationen, Forschungsschwer­ punkte und Forschungsergebnisse. Die Hauptaufgabe besteht in der Sicherstellung der Qualität der Leistungs­ erbringer und der Überwachung der Qualitäts­ sicherung der FFHS.

Ficipsanto doluptaqui ium, consequibus eatquia tatiossimus et vel ipsuntio ommolorpos ex et audipienis estrunt umquaspis quam qui in comcs.

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STIMMEN VON STUDIERENDEN «Ich liebe meine Arbeit als Feuerwehrfrau, die ich schon seit 10 Jahren ausüben darf, aber trotzdem wünschte ich mir irgendwann mehr Herausforderung für den Kopf. Zu meiner Vorbildung, der kaufmännischen Lehre mit BM, passte Betriebsökonomie mit Vertiefung Marketing am besten. So habe ich ein zweites Standbein, falls ich aus körperlichen Gründen oder altershalber die Tätigkeit bei der Feuerwehr aufgeben möchte oder müsste. Das kombinierte Fernstudium an der FFHS passte optimal zu meiner weiterhin im 100%-Pensum erledigten Arbeit, die jeweils 24-Stundenschichten und dann zwei freie Tage vorsieht. Die Vormittage der freien Tage setzte ich für mein Studium ein. Am ersten freien Tag ist man nach dem Pikettdienst noch etwas müde. Deshalb löste ich dann immer Aufgaben, während der zweite Tag für das Lernen reserviert war. So blieb ich immer dran und musste nur in der Woche vor den Prüfungen mehr als drei Stunden am Stück für das Studium aufwenden.

< Petra Imfeld Berufsfeuerwehrfrau Schutz & Rettung Zürich

Für die alle zwei Wochen am Samstag stattfindenden Präsenzveranstaltungen galt es zwar von Zeit zu Zeit Arbeitskollegen zu finden, mit denen ich den Dienst abtauschen konnte. Dennoch habe ich das Zusammenkommen im Klassenzimmer immer enorm geschätzt. Zum einen liefern diese Tage wichtige Leitplanken, an denen man sich ausrichten kann. Es gilt, für diese Veranstaltungen den Stoff selbständig zu erarbeiten, und nach dem Besuch weiss man, wo man steht. Zum anderen verstanden es die Dozierenden auch, aus zum Teil 1 000-seitigen Büchern die wichtigsten Aspekte herauszugreifen. Gerade für mich als branchenfremde Person war das sehr wichtig. Überrascht hat mich der grosse Klassenzusammenhalt. Wir assen zusammen zu Mittag, bildeten Lerngruppen und haben auch eine gemeinsame Abschlussfeier gemacht. Das Studium hat mir so gut gefallen, dass ich bereits entschieden habe, bald das Master-Studium aufzunehmen.»


Fernstudieren in der Schweiz

«Ich bin in Sachen Fernstudium ein «alter Hase»: Nach dem Bachelor-Studiengang in Betriebsökonomie, den ich 2009 an der FFHS abgeschlossen habe, mache ich zurzeit den konsekutiven Master. Anfang 2014 sollte ich auch das geschafft haben. Für ein Fernstudium habe ich mich ent­ schieden, weil ich mein Arbeitspensum nicht wesentlich reduzieren konnte. Als ich mit dem Studium begann, arbeitete ich bei der DROPA Management AG, und als ich in die Geschäftsleitung aufrückte, wurde eine Vollzeitstelle vorausgesetzt. Das A und O eines Studiums neben der Karriere ist deshalb eine gute Planung. Ich notierte für jeden Tag die Stunden und das Lernziel in einem Stundenplan – und halte mich daran. In der Regel lerne ich an zwei Abenden pro Woche und am Sonntag. Hinzu kommen die Präsenzzeiten und Gruppenarbeiten. Klar, man muss auf gewisse Dinge in der Freizeit verzichten können und auch mal etwas Lernstoff in

die Ferien mitnehmen. Den nötigen Ausgleich finde ich bei der ZEN-Meditation. Das Studium hat mir sehr viel gebracht für meine Karriere. Denn nur dadurch erhielt ich 2008 eine Stelle als Product Manager bei Victorinox Fragrances AG. Es hilft sehr, wenn Job und das Studienfach zusammenpassen. Die Bachelor-Arbeit schrieb ich über das parallel realisierte Geschäftsprojekt «Victorinox Fragrances eShop». Inzwischen bin ich für das weltweite Marketing der Parfüms verantwortlich. Eine solche internationale Tätigkeit war immer schon mein grosser Wunsch. Das Master-Studium organisiere ich um die Arbeitsreisen herum und ich lerne im Flugzeug. Auch das ist nur dank der flexiblen Methode möglich.»

Andreas Baud > International Marketing Director, Victorinox Swiss Army Fragrances AG


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Fernstudieren in der Schweiz

EDITORIAL an. Bisher haben an der Entwicklung und Durchführung der genannten Studiengänge Professorinnen und Professoren der Universitäten Basel, Bern, Freiburg, St. Gallen, Genf, Lausanne, Neuenburg, Zürich, ETHZ und ETHL mitgewirkt. Daneben pflegen wir die Zusammenarbeit mit fernstudienaffinen Partner­ universitäten im Ausland.

Universitäre Fernstudien Schweiz wurde 2004 durch den Bundesrat als universitäre Institution anerkannt und bietet in enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Fakultäten der Schweizer Präsenzuniversitäten BachelorStudiengänge in Psychologie, Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften

Das moderne Fernstudium folgt dem didaktischen Konzept des Blended Learning, indem es die Präsenzlehre und die Printmedien mit den von den Informations- und Kommunikationstechnologien getragenen neuen Lehr- und Lernformen kombiniert. Unsere Zielgruppe sind nicht die Studierenden der Präsenzuniversitäten, sondern wir sprechen Menschen an, die ein grösstmögliches Mass an Flexibilität in der Organisation ihres Studiums benötigen. Im Vergleich zu den Studierenden an den Präsenzuniversitäten sind sie lebensälter, praxiserfahren, sozial vernetzt und tragen Verantwortung in Beruf oder Familie. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass das Fern­

studium dazu beiträgt, das Bildungs­potential in der Schweiz stärker auszuschöpfen und zugleich die Durchlässigkeit in unserem Bildungssystem erhöht. Wir wollen unsere Studienrichtungen nachfrageorientiert weiter entwickeln. Dazu gehören längerfristig auch Master-Programme. Zu unseren Stärken zählt zudem die Mehrsprachigkeit unserer Institution, die sowohl in Deutsch als auch in Französisch Leistungen in der Lehre erbringt. Diese Stärke soll in der Form mehrsprachiger Studiengänge stärker betont werden. Basis unserer künftigen Entwicklung bleibt eine enge Kooperation mit den Schweizer Präsenzuniversitäten. Wir se­ hen dies als Voraussetzung, dem Fern­stu­dium im Hochschulbereich der Schweiz auf Dauer in einer angemessenen Grössenordnung seinen Platz zu geben.

Prof. Dr. Marc Bors > Rektor Universitäre Fernstudien Schweiz (FS-CH)

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LEHRE UND STUDIUM

Einleitung Die Gestaltung der Lehre im Fernstudium basiert auf der Idee des offenen, flexiblen und individuellen Lernens. Das didaktische Design für die Lehre orientiert sich wesentlich am Modell des «Blended Learning». Dies bedeutet, dass die Lehre, neben traditionellen Lehrmedien und der reinen Präsenzlehre, die Möglichkeiten des eLearning nutzt. So unterstützen beispielsweise spezielle Multi-MediaLern­objekte die Lehre und eine Online-Lernplattform erleichtert die Kommunikation der Studierenden untereinander und mit den Lehrenden. Das mediengestützte Selbststudium wird durch einzelne obligatorische und fakultative Präsenzveranstaltungen unterstützt. Diese finden in der Regel an Wochenenden statt. Universitäre Fernstudien Schweiz bietet zurzeit Bachelor-Studiengänge in Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaften und Psychologie in deutscher und französischer Sprache an. Die Studiengänge sind modular aufgebaut

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und entsprechen den Bologna-Richtlinien. Hinzu kommen kompakte Weiterbildungsprogramme, die mit einem Zertifikat abschliessen. Ein weiterer fachlicher Ausbau sowie die Entwicklung von Masterstudiengängen sind für die Zukunft vorgesehen. Die Verantwortung für die Lehre liegt bei ausgewählten Professoren und Professorinnen Schweizer Universitäten, die sich in besonderer Weise den Methoden und der Idee eines zeit- und ortsunabhängigen Fernstudiums und der damit verbundenen Öffnung des Bildungssystems für ein lebenslanges Lernen verpflichtet fühlen. Im Folgenden werden die Studienangebote und Portraits einzelner Professoren und Professorinnen vorgestellt.


STIMMEN VON STUDIERENDEN «If you can dream it, you can do it» (Walt Disney) «Als ich mich vor wenigen Jahren von meiner eigenen Informatikfirma trennte, beschloss ich, Psychologie zu studieren. Die Fernuni Schweiz eignet sich perfekt dazu. Die Möglichkeit, Beruf und Studium zu kombinieren, gefällt mir ausserordentlich. Das Durchschnittsalter liegt an der Fernuni um einiges höher als an e­ iner Präsenzuni. Eine interessante Durchmischung von unterschiedlichen Karrieren. Dadurch fühle ich mich in meinem Alter auch nicht als Exot oder Aussenseiter.

Ideal auch die Kombination zwischen Fernstudium und Präsenzveranstaltung. Die Vorlesungen bieten kompakte Wissensvermittlung und anderseits auch die Gelegenheit sich mit Mitstudenten auszutauschen. So fühlt man sich nicht als Einzelgänger, der still und allein Wissen büffelt. Ganz fasziniert nutze ich jede Möglichkeit, ständig neues Wissen von der Uni in meine berufliche Tätigkeit zu übernehmen und anzuwenden.»

Fritz Inderbitzin > Student Bachelor of Science in Psychology Pädagogischer Mitarbeiter AKAD 43


LEHRE UND STUDIUM Bachelor of Law (B Law) – Schweizer Recht Das Studium vermittelt eine fundierte wissenschaftliche Basisausbildung in den Grundlagen der Schweizer Rechtswissenschaften sowie deren Disziplinen und Anwendungen. Die Studierenden erwerben sich vielfältige Kenntnisse der verschiedenen Rechtsbereiche und Gesetze. Den Abschluss bildet eine wissenschaftliche Bachelor-Arbeit. Das Studium beinhaltet 18 Module und eine Bachelor-Arbeit. Jedes Modul und die Bachelor­-Arbeit werden mit 10 ECTS-Punkten bewertet. Der Abschluss Bachelor of Law umfasst somit 180 ECTS-Punkte.

Prof. Dr. jur. Marc Bors Dekan der juristischen Fakultät

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Vielfältige Perspektiven nach dem Abschluss Der Abschluss Bachelor of Law stellt den ersten Teil der ordentlichen juristischen Universitätsausbildung dar. Für Studierende, die in ihrem angestammten Beruf tätig bleiben wollen, bietet der Abschluss eine wertvolle Zusatzqualifikation. Der Bachelor-Abschluss ist die Voraussetzung für die Zulassung zum weiterführenden Master-Studium. Dies empfiehlt sich all jenen, die voll in die Jurisprudenz einsteigen wollen. Nach dem Master of Law kann unter anderem die Ausbildung zum Rechtsanwalt / zur Rechtsanwältin in Angriff genommen werden.

Bachelor of Law in Französisch Der Bachelor of Law wird ebenfalls in französischer Sprache angeboten. Die Studierenden haben die Möglichkeit, die einzelnen Module nach freier Wahl entweder in deutscher oder französischer Sprache zu absolvieren. Sofern sie beide Varianten gemäss Studienreglement kombinieren erhalten sie einen Bachelor-Abschluss mit dem Zusatz «zweisprachig».

Studieninhalte Modul 1

Einführung in das Recht

2

Strafrecht I

3

Öffentliches Recht I

4

Privatrecht I

5

Rechtsgeschichte

6

Kartellrecht

7

Juristische Methodenlehre

8

Öffentliches Recht II

9

Privatrecht II

10

Strafrecht II

11

Zivilrecht I

12

Verfahrensrecht

13

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht

14

Öffentliches Recht III

15

Privatrecht III

16

Handelsrecht

17

Zivilrecht II

18

Propädeutische Arbeit / Bachelorarbeit


Portrait Prof. Dr. iur. Christiana Fountoulakis > Professorin für das Modul Privatrecht I und Privatrecht II Bachelor of Law

Vor knapp zwei Jahren wurde Christiana­ Fountoulakis zur ordentlichen Professorin für Zivilrecht an der Universität Fribourg ernannt und vom deutschen ­ Wirtschaftsmagazin «Capital» als einzige Juristin und Schweizerin zum Mitglied der «Jungen Elite» gekürt. Zunächst aber bereitete sie sich am Konservatorium Basel auf eine Karriere als Konzertpianistin vor. Auf ein breites Repertoire kommt es ihr nun auch innerhalb des Rechts an: Sie ist Obligationenrecht­ lerin, lehrt Personen- und Familienrecht und ist im internationalen Handels- und Schiedsrecht zu Hause. Da Repertoires nicht nur der steten Vertiefung, sondern auch der Erweiterung bedürfen, bilden die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein würdevolles Altern des Menschen einen neuen Schwerpunkt ihrer Forschung. Dabei legt sie Wert darauf, Lehre und Forschung sowohl dreisprachig als auch rechtsvergleichend auszurichten.

Ihr zusätzliches Engagement innerhalb des Bachelors of Law im Fernstudium erklärt sich vor dem Hintergrund ihres Interesses an innovativen und zeitge­ mässen Formen für das Lernen und Lehren an Hochschulen. Christiana Fountoulakis ist verheiratet und hat einen Sohn.

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LEHRE UND STUDIUM Bachelor of Science in Psychology (B Sc) Der Studiengang Bachelor of Science in Psychology (180 ECTS) ist nach den Richtlinien der Psychologieausbildung der Schweizer Universitäten konzipiert und von den Inhalten sowie vom Status des Abschlussdiploms einem Studium an einer Präsenzuniversität gleichwertig. Er vermittelt eine fundierte wissenschaftliche Basisausbildung in den diversen Grundlagen der Psychologie sowie deren Disziplinen: Klinische Psychologie, Entwicklungspsychologie, Sozialpsychologie, Arbeitspsychologie, Neuropsychologie, Emotion und Motivation usw.

Prof. Dr. Fred Mast Dekan der psychologischen Fakultät

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Das Studium beinhaltet 18 Module (2 pro Semester) – jedes mit 10 ECTS-Punkten bewertet. Der Abschluss B Sc umfasst somit 180 ECTS-Punkte.

Studieninhalte Das Studium beinhaltet 18 Module (2 pro Sem.) – jedes mit 10 ECTS-Punkten bewertet. Der Abschluss B Sc umfasst somit 180 ECTS-Punkte. Modul

Vielfältige Perspektiven nach dem Abschluss Der Abschluss Bachelor of Science qualifiziert für den Einstieg in ein breites Feld beruflicher Tätigkeiten – so z.B. als klinische Psychologen, Neuro-, Arbeits- oder Schulpsychologen. Der Bachelor-Abschluss öffnet zudem die Tür für ein weiterführendes Master-Studium an einer in- oder ausländischen Universität.

Bachelor of Science in Psychology in Französisch Der Bachelor of Science in Psychology wird ebenfalls in französischer Sprache angeboten. Die Studierenden haben die Möglichkeit, die einzelnen Module nach freier Wahl entweder in deutscher oder französischer Sprache zu absolvieren. Sofern sie beide Varianten gemäss Studienreglement kombinieren erhalten sie einen Bachelor-Abschluss mit dem Zusatz «zweisprachig».

1

Einführung in die Psychologie

2

Forschungsmethoden und Statistik I

3

Entwicklungspsychologie

4

Forschungsmethoden und Statistik II

5

Sozialpsychologie

6

Wahrnehmung, Denken und Problemlösen

7

Persönlichkeits- und Differentielle Psychologie

8

Experimentelle Übungen

9

Lernen und Gedächtnis

10

Testtheorie und Diagnostik

11

Biologische Psychologie – Neuropsychologie

12

Klinische Psychologie und Psychopathologie

13

Pädagogische Psychologie

14

Gesprächsführung, Beratung, Intervention

15

Sprache

16

Emotion und Motivation

17

Arbeitspsychologie – Organisationspsychologie

18

Bachelorarbeit


Portrait Prof. Dr. Sonja Perren > Professorin für Entwicklung und Bildung in der frühen Kindheit, Universität Konstanz und Pädagogische Hochschule Thurgau Dozentin im Bachelor Psychologie (Modul 1: Einführung in die Psychologie)

Seit Oktober 2012 hat Sonja Perren eine W3-Professur für Entwicklung und Bildung in der frühen Kindheit an der Universität Konstanz und der Päda­ gogischen Hochschule Thurgau inne (Brücken­ professur). Dort lehrt sie im Masterstudiengang Frühe Kindheit. Hier werden Studierende zu Fachpersonen ausbildet, die eine vertiefte Expertise im Bereich Frühe Kindheit haben, die gleicher­ massen wissenschaftlich denken und arbeiten sowie wissenschaft­ liche Erkenntnisse wahrnehmen und für die Praxis aufbereiten können. Sonja Perren hat in Psychologie habili­ tiert (Universität Zürich, 2006) und promoviert (Universität Bern, 2000). Bevor sie an die Universität Konstanz/ PHTG ging, war sie sieben Jahre Assistenzprofessorin für Jugendforschung an der Universität Zürich (Jacobs Center for Productive Youth Development). Während ihrer PostdoktorandInnenzeit war sie an verschiedenen Institutionen tätig: am Institut Universitaire Kurt Bösch in Sion, an der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Universitätsklinik und Poli­ klinik in Basel und am Psychologischen Institut der Universität Zürich. Bevor sie 1992 an der Universität Bern das Studium der Kinder- und Jugendpsycholo-

gie, Pädagogik und Psychopathologie begonnen hat, war sie ein paar Jahre in ihrem Erstberuf als Primarlehrerin im Wallis tätig. Ihre Forschung und Lehre lassen sich im Themenbereich gesunde Entwicklung und soziale Beziehungen aus einer Lebensspannenperspektive situieren. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte ihrer Arbeitsgruppe liegen in den Bereichen Peerbeziehungen, soziale Kompetenz und psychische Gesundheit; frühkindliche Bildung und Betreuung in Kindertagesstätten und Spielgruppen (v.a. Interaktionsqualitäten); Entwicklung von Kindern mit individuellen oder familiären Risikofaktoren. In der Lehre sowohl an der Universität Konstanz/PHTG wie auch an der Fernuni, fokussiert sie auch immer auf den Anwendungsbereich von psychologischen Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Praxis. Ihre akademische Ausbildung und Karriere hat sie durch die ganze Schweiz und jetzt auch nach Deutschland geführt. Ihre Verbundenheit zum Wallis wird nun auch durch ihre Tätigkeit als Dozentin an der Fernuni gestärkt.

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LEHRE UND STUDIUM Bachelor of Science in Economics (B Sc) Dieser Studiengang folgt dem Doppelabschluss-Studiengang in Kooperation mit der FernUniversität in Hagen, der nun sukzessive ausläuft. Vom Herbstsemester 2013 an wird ein Studiengang mit stärker volkswirtschaft­ licher Ausrichtung vollumfänglich allein durch Universitäre Fernstudien Schweiz angeboten. Der neue Studiengang vermittelt eine fundierte wissenschaftliche Basisausbildung in den Grundlagen der Ökonomie mit volkswirtschaftlicher Ausrichtung sowie deren Diszi­ plinen und Anwendungen. Die Studierenden erwerben sich die theoretischen Grundlagen und Fachkenntnisse, erkennen die globalen

Prof. Dr. Renate Schubert Dekanin der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

wirtschaftlichen Zusammenhänge und lernen, Probleme durch Wahl einer geeigneten wissenschaftlichen Methode und deren sachgerechter Anwendung selbständig zu lösen. Den Abschluss bildet eine wissenschaftliche Bachelorarbeit. Der Studiengang basiert auf den aktuellen Forschungserkenntnissen und modernen Lernmethoden. Begleitend zum Selbststudium finden alle drei Wochen an einem Samstag Präsenzveranstaltungen statt.

Vielfältige Perspektiven nach dem Abschluss Der Abschluss Bachelor of Science qualifiziert für den Einstieg in ein breites Feld beruf­ licher Tätigkeiten- so z.B. in Produktions- oder Dienstleistungsunternehmen, in internationalen oder Non-Profit Organisationen. Studie­ renden, die in ihrem angestammten Beruf tätig bleiben wollen, bietet der Abschluss eine wertvolle Zusatzqualifikation.

Bachelor of Science in Economics and Management in Französisch Ein spezifischer Bachelor of Science in Economics and Managment wird in französischer Sprache angeboten.

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Studieninhalte Das Studium beinhaltet 18 Module – jedes mit 10 ECTS-Punkten bewertet. Der Abschluss B Sc umfasst somit 180 ECTS-Punkte.

Modul 1

Wirtschaftsmathematik

2

Makroökonomie

3

Law & Economics

4

Mikroökonomie

5

Financial Accounting

6

Wirtschaftsstatistik

7

Managerial Accounting

8

Informationsökonomie

9

Corporate Governance & Management

10

Empirische Wirtschafts­forschung

11

Finanzmärkte

12

Umweltökonomie und Klimapolitik

13

Globalisierung und internationale Wirtschaft

14

Wirtschaft und Ethik

15

Behavioral Economics

16

Health Economics

17

Seminararbeit

18

Bachelorarbeit


Portrait Prof. Dr. MBA CPA Peter Leibfried > Professor für das Modul Financial Accounting Bachelor of Science in Economics

Peter Leibfried ist Professor für Audit und Accounting an der Universität ­St. Gallen (HSG) und geschäftsführender Direktor des dortigen Instituts für Accounting, Controlling und Auditing. An der HSG ist er darüber hinaus akademischer Direktor des Master-Programms in Accounting and Finance (MAccFin), mit rund 600 Studierenden das grösste deutschsprachige Master-Programm der Hochschule. Im Rahmen seiner Tätigkeit bei Uni­ versitäre Fernstudien Schweiz ist Peter Leibfried gemeinsam mit seinem Mit­ arbeiter Lukas Müller für das Modul zum Financial Accounting im Studiengang Bachelor of Science in Economics verantwortlich. Entgegen landläufiger Vorurteile geht es dabei nicht primär um Buchhaltung, sondern vor allem um Fragen der Rechenschaftslegung einer Unternehmensleitung gegenüber ihren Geldgebern – und um all die Probleme, die sich hierbei ergeben. So haben die verschiedenen Krisen der vergangenen 10 Jahre einen immer stärkeren

Anspruch nach Transparenz im Wirtschaftsleben mit sich gebracht. Wie eine meist sehr komplexe Realität möglichst verlässlich in einem Gesprächsbericht dargestellt werden kann (der sogenannte «true and fair view») steht im Mittelpunkt dieses Fachgebiets. Dabei geht es zwar auch um Zahlen, primär aber um die Frage nach der wirtschaftlichen Substanz von Sachverhalten und Transaktionen. Hier liegt das Spannende und Besondere der Disziplin – sie bewegt sich am Kern unternehmerischen Handelns; dem Streben nach Gewinn. Seine Freizeit verbringt Peter Leibfried am liebsten in und mit der Natur; er bewirtschaftet rund einen Hektar Land mit zahlreichen Obstbäumen, Beerensträuchern und Wiesen. Er ist verheiratet, hat einen kleinen Sohn und einen englischen Hütehund.

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LEHRE UND STUDIUM Kooperationsstudiengänge Universitäre Fernstudien Schweiz hat von Beginn an eng mit der deutschen FernUniversität in Hagen kooperiert. Im Zuge dieser Kooperation hat Universitäre Fernstudien Schweiz für die Hagener Studiengänge eine fachwissen­ schaftliche Betreuung in den Präsenzphasen in der Schweiz verantwortet. Zur Zeit sind an der deutschen Fernuniversität etwa 1300 Studierende mit Wohnsitz in der Schweiz immatri­ kuliert. Davon sind allerdings nur etwa 660 Schweizer Staatsbürger. Die FernUniversität in Hagen ist zwischenzeitlich gemessen an der Zahl ihrer Studierenden die grösste Universität in Deutschland. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass die FernUniversität in Hagen ihr dezentrales Betreuungssystem für die Studie-

Université de Franche-Comté à Besancon

renden auf eine neue organisatorische Grundlage stellen musste. Vor diesem Hintergrund läuft die Kooperation mit der FernUniversität in Hagen in diesem Feld in 2013 aus. Die zwischenzeitlich von Universitäre Fern­ studien Schweiz entwickelten eigenen Studien­gänge tragen stärker den Besonderheiten des schweizerischen Bildungssystems im tertiären Sektor Rechnung. Hinzu kommt eine Betonung der Präsenzphasen vor Ort. Beides trägt wesentlich zu Qualität der Betreuung unserer Studierenden bei und stellt die Vergleichbarkeit mit einem Studium an einer Präsenzuniversität in der Schweiz sicher. Ebenso berücksichtigt Universitäre Fernstu­dien Schweiz mit den eigenen Studi-

Bachelor

Master

Bachelor

Master

Bachelor

Master

Geschichte Informatik Mathematik Université de Bourgogne à Dijon Literaturwissenschaft Erziehungswissenschaft Télé-université du Québec (Téluq) Kommunikationswissenschaft

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engängen, die sowohl in deutscher als auch in französischer Sprache angeboten werden, die Mehrsprachigkeit der Schweiz. Für den französischen Sprachraum werden zudem weiterhin Studiengänge in Kooperation mit Universitäten in Frankreich und Kanada angeboten.


Fernstudieren in der Schweiz

Wissenschaftliche Weiterbildung Das Fernstudium eignet sich in besonderer Weise für eine individuelle berufsbegleitende wissenschaftliche Weiterbildung. Das Stichwort «Fachkräftemangel» unterstreicht die Notwendigkeit entsprechender Angebote für die Schweiz. Ein Fernstudium schafft die Möglichkeit, sich individuell flexibel neben dem Beruf weiterzubilden. Dem Einzelne eröffnen sich neue Perspektiven und Chancen für die berufliche Karriere. Den Unternehmen ist es eine wertvolle Hilfe, exzellente Mitarbeiter zu halten und für weitergehende Aufgaben zu qualifizieren. Neben dem Bedarf an einem akademischen Abschluss besteht gerade im beruflichen Umfeld häufig ein Bedarf nach einer speziellen Weiterbildung. Universitäre Fernstudien Schweiz bietet daher ausgewählte Module aus den einzelnen Fachdisziplinen als Zertifikatskurse für eine individuelle Weiterbildung an. Diese Studienangebote sind auch offen für Teilnehmer ohne Maturität oder vergleichbarem Ausweis. Die Erfüllung der damit verbundenen Anforderungen und die erfolgreiche Abschlussprüfung wird durch ein universitäres Zertifikat bestätigt. Aufgrund der wachsenden Nachfrage ist geplant, dieses Angebot unter Einschluss postgradualer Studiengänge weiter auszubauen.

Die Module für eine vertiefende Aneigung von Kenntnissen in der Rechtswissenschaft in Form von Zertifikatskursen liegen in den Gebieten:

Für das Fach Wirtschaftswissenschaft werden zwei Module angeboten. Module Wirtschaftswissenschaft Wirtschaftsmathematik

Module Rechtswissenschaft

Makroökonomie

Strafrecht Öffentliches Recht Privatrecht Zivilrecht Handelsrecht

Gleichzeitig werden auch Weiterbildungsangebot in französischer Sprache angeboten. Weiterbildung Französisch Betriebsmanagement

Für das Fach Psychologie werden folgende spezielle Module angeboten: Module Psychologie Entwicklungspsychologie Sozialpsychologie

Kommunikation & Public Relations

Es ist geplant, dieses Angebotsfeld der wissenschaftlichen Weiterbildung in Zukunft noch weiter auszubauen.

Allgemeine Psychologie I: Wahrnehmung, Denken und Problemlösen Allgemeine Psychologie II: Lernen und Gedächtnis Allgemeine Psychologie III: Sprache Allgemeine Psychologie IV: Emotion und Motivation

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FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Die bisherige Entwicklung von Universitäre Fernstudien Schweiz lässt sich in drei Phasen darstellen. Die erste Phase war im Kern durch vielfältige Arbeitskontakte mit bereits bestehenden Fernuniversitäten in Europa, wie der britischen Open University, der Universidas Nacional des Educatión a Distancia in Spanien und der Féderation Interuniversitaire d´Enseignement à Distance in Frankreich gekennzeichnet. Dabei kam es zu einer besonders engen Kooperation mit der deutschen FernUniver­ sität in Hagen. Diese Zusammenarbeit führte unmittelbar in die Praxis des Fernstudiums. Universitäre Fernstudien Schweiz nahm in Abstimmung mit den Fakultäten der Hagener Universität die fachwissenschaftliche Betreuung deren Studierender in der Schweiz wahr. In der Folge wurden in ähnlicher Weise für die französischsprachige Schweiz Studiengänge fernstudienaffiner Universitäten in Frankreich und Kanada angeboten. Der damit einhergehende Know-How-Transfer, sowohl im Bereich der Fernstudiendidaktik für die Lehre als auch in den Planungsprozessen für den Aufbau einer effektiven Fernstudienorganisation, hat dazu beigetragen, die ersten Grundlagen für die Entwicklung eines eigenen Fernstudiensystems in der Schweiz zu schaffen. Die in dieser Phase durchgeführte Evaluation im Jahr 2003 hat die dargestellte

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Brokerrolle und die dabei gewonnenen Kompetenzen auf dem Feld der Fernstudienentwicklung als zielführend für den Aufbau einer eigenständigen Fernstudienorganisation auf universitärer Ebene für den Hochschulraum Schweiz bestätigt. In einer zweiten Phase ist es gelungen, eine Vielzahl von Lehrstuhlinhabern aus den Schweizer Universitäten neben ihrer Lehre und Forschung an ihren Heimatuniversitäten in den Aufbau von Universitäre Fernstudien Schweiz einzubeziehen. Naturgemäss hatte hierbei zu Beginn die Lehrentwicklung unter den methodisch-didaktischen Bedingungen eines Fernstudiums Priorität. Hervorzuheben ist, dass die Lehrinhalte auch durch die jeweiligen Forschungsleistungen der Lehrstühle an den Heimatuniversitäten abgesichert sind. Hieran sind bis heute etwa 100 Lehrstuhl­ inhaber und Dozierende aus den Universitäten Basel, Bern, Freiburg, St. Gallen, Genf, Lausanne, Neuchatel Zürich und der ETHZ sowie der EPFL beteiligt. Heute bietet Universitäre Fernstudien Schweiz eigene BachelorStudien­gänge in den Wirtschaftswissenschaften, den Rechtswissenschaften und im Fach Psychologie für die deutsch- und französischsprachige Schweiz an. Mit Blick auf die bildungspolitische Bedeutung des Fernstudiums für den Hochschulraum in

der Schweiz haben einzelne Wissenschaftler aus diesem Kreis auch akademische Aufgaben auf den Leitungsebenen von Universitäre Fernstudien Schweiz übernommen. Universitäre Fernstudien Schweiz steht heute am Beginn einer dritten Phase. Es hat sich gezeigt, dass die spezifischen Rahmenbedingungen und Qualitätskriterien für universitäre Inst­ itutionen in der Schweiz sowie teilweise auch fachspezifische Unterschiede in den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen für die Zukunft eine noch stärkere Betonung der Eigenständigkeit des Fernstudiums erfordern. Der damit verbundene Planungs- und Entwicklungsprozess wird durch einen Wissenschaftlichen Beirat begleitet und mitgestaltet. Hinzu kommt, dass etwa die deutsche FernUniversität auf eine sehr grosse und weiter wachsende Zahl von Studierenden ausgerichtet ist und die Bedeutung der Präsenzphasen zur Betreuung ihrer Studierenden abzunehmen scheint. Dies widerspricht dem Ansatz von Universitäre Fernstudien Schweiz, die für die individuelle Studienorganisation erforder­ liche Flexibilität zu garantieren und gleichzeitig den Studienerfolg durch ein angemessenes Mass an Präsenzphasen abzusichern. Vor diesem Hintergrund läuft die Kooperation auf der Brokerebene mit der deutschen FernUniversität in 2013 aus.


Fernstudieren in der Schweiz

Mitglied von

Die Konsequenz aus dieser Entwicklung liegt sowohl in einer Konsolidierung der eigenen Studiengänge als auch in der Erweiterung der fachlichen Disziplinen mit einem Ausbau der Studienangebote. Geplant sind hierbei neben Bachelorstudiengängen die Entwicklung von Masterstudiengängen sowie eine stärkere Berücksichtigung der wachsenden Nachfrage in Richtung postgradualer Studienprogramme. Zugleich sollen schrittweise in den einzelnen Studiengängen vollamtliche Professorenstellen eingerichtet werden. Dies rückt zudem die Frage nach eigenständigen Forschungsleistungen stärker in den Fokus. Universitäre Fernstudien Schweiz wird sich auch künftig auf ein Netzwerk von Lehrstühlen an den Universitäten in der Schweiz stützen und dabei an deren Forschungsleistungen partizipieren. Dies wird konkret unterstützt durch die Bereitstellung von Mitteln in einem eigenen Forschungsfonds für die zusätzliche Förderung und Einrichtung von Forschungsprojekten in den einzelnen Fächern der mitwirkenden Lehrstühle an den Präsenzuniversitäten. Diese Zusammenarbeit im Bereich der Forschung soll künftig im Rahmen spezieller Vereinbarungen zwischen Universitäre Fernstudien Schweiz und den kooperierenden Fakultäten an Universitäten in der Schweiz abgesichert werden.

EADTU European Association of Distance Teaching Universities

ICDE International Council for Open and Distance Education

FIED Fédération Interuniversitaires de l’Enseignement à Distance

EDEN European Distance and E-Learning Network

Unabhängig davon hat Universitäre Fernstudien Schweiz von Beginn an einen Schwerpunkt in der Fernstudienforschung gelegt. Dieses Forschungsfeld wird in Zukunft gestärkt und ausgebaut. Universitäre Fernstudien Schweiz kann hier auf einen breiten Fundus von Erfahrung und Wissen aus der Fernstudienpraxis verweisen. Zugleich ist Universitäre Fernstudien Schweiz in ein weitreichendes internationales Netzwerk von fernstudienaffinen Universitäten und Wissenschaftsorganisationen integriert. Für Universitäre Fernstudien Schweiz stehen hierbei Fragen nach der Optimierung der Lehr- und Lernprozesse unter Nutzung der modernen Informations-und Kommunikationstechnologien sowie nach einer die Lehrprozesse optimierenden Gestaltung des Verhältnisses von mediengestütztem Selbststudium und Präsenzlehre im Vordergrund der Forschungsinteressen. Gerade dieser spezifische Forschungsansatz wurde im Zuge einer Nachevaluierung im Jahre 2009 ausdrücklich als besonderes Kompetenzfeld gewürdigt. Die Ergebnisse dieser Forschung sollen dazu beitragen, künftig das Fernstudium nachhaltig im tertiären Bildungssystem der Schweiz zu verankern.

Wissenschaftlicher Beirat Der Wissenschaftliche Beirat unterstützt die Qualitätssicherung in Lehre, Studium und Forschung. Er berät den Stiftungsrat als Fachgremium in allen Fragen der akademischen Lehre und Forschung und unterbreitet Vorschläge zur Ausgestaltung und Weiterentwicklung von Universitäre Fernstudien Schweiz. • Prof. Dr. Gerhard Schmitt Präsident Wissenschaftlicher Beirat Senior Vice President ETHZ (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich) • Prof. Dr. Jacques Carpentier Präsident der FIED (Fédération interuniversitaire de l’enseignement à distance) • Prof. Dr. Jean-Loup Chappelet IDHEAP (Institut des hautes études en administration publique, Lausanne) • Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer Rektor der FernUniversität in Hagen • Prof. Dr. phil. Barbara Seidemann Rektorin PHZ Schwyz (Pädagogische Hochschule Zentralschweiz) • Prof. Dr. iur. Gerhard Schmid Extraordinarius für Öffentliches Recht mit Einschluss der Politologie (Universität Basel) • Prof. Dr. Walter Perrig Vize-Rektor Universität Bern

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ZENTRALE DIENSTE UND STUDIENZENTREN Zentrale Dienste In den «Zentralen Diensten» bündeln sich die Geschäftsprozesse zur Administration des Lehrund Wissenschaftsbetriebs im System Universitäre Fernstudien Schweiz. Von hier aus wird der Betrieb der Studienzentren koordiniert. Es geht um Dienstleistungen gleichermassen für die Wissenschaftler wie für die Studierenden. In einem Fernstudiensystem ist dies mit besonderen Herausforderungen verbunden. Neben den klassischen Aufgaben einer Verwaltung etwa in den Ressorts Finanzen, Personal und Organisation trägt sie einen Grossteil der Verantwortung für die organisatorischen Abläufe des mediengestützten Lehrbetriebs und der Beratungs- und Lehrprozesse in den Studienzentren.

Stéphane Pannatier Direktor

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Studienzentren Ebenso zählt der Bereich Kommunikation mit den Aufgaben in Marketing und Public Relations zu den wesentlichen Aufgabenstellungen innerhalb der Zentralen Dienste. Dies verlangt eine effektive Nutzung der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien nicht nur für die internen Geschäftsprozesse, sondern in hohem Masse für die Optimierung der Kommunikationsprozesse zwischen Studieninteressierten und der Studierendenverwaltung sowie zwischen den Studierenden selbst und den Lehrenden. Zentrales Ziel ist hierbei, ein durchgängiges, von Medienbrüchen freies, technisches Abwicklungssystem für die Zentralen Dienste zu entwickeln. Vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage nach den Studienangeboten von Universitäre Fernstudien Schweiz wird die Nutzung moderner Verwaltungssoftware konsequent vorangetrieben. Dies ist die Voraussetzung dafür, auch künftig mit begrenzten Ressourcen die den Zentralen Diensten obliegenden komplexen Aufgaben erfüllen zu können. Die Binnenstruktur in den Zentralen Diensten hat die für Universitäre Fernstudien Schweiz prägende Mehrsprachigkeit angenommen. Sie ist bewusst flach gehalten und trägt dem Prinzip der Arbeit im Team und einer möglichst vollständigen Delegation von Aufgaben und Verantwortung Rechnung.

Die Studienzentren in Brig, Pfäffikon SZ und in Siders sind die Anfangspunkte in der praktischen Erprobung und Entwicklung des Fernstudiums in der Schweiz. Im direkten Kontakt mit Studierenden haben sich hier die spezifischen Formen einer allgemeinen Studienberatung und der fachwissenschaftlichen Betreuung in den Präsenzphasen entwickeln können und sind heute fester Bestandteil des Studiensystems. In gewisser Weise geben die Studienzentren Universitäre Fernstudien Schweiz ein Gesicht: Hier können sich Studierende und Fernstudieninteressierte beispielsweise über Studienfachwahl, Studienorganisation und Prüfungsanforderungen informieren. Ebenso besteht die Möglichkeit einer individuellen Studienberatung, beispielsweise zu Fragen der Arbeitsplanung mit Blick auf die Herausforderung, Familie, Beruf und Studium miteinander zu vereinbaren. Die Studienzentren unterstützen daher die von den Lehrenden verantworteten Lernprozesse mit dem Ziel, den Studienerfolg der Fernstudierenden nachhaltig zu sichern. Die obligatorischen Lehrveranstaltungen werden an spezifisch festgelegten Standorten in den Regionen der Schweiz angeboten.


Fernstudieren in der Schweiz

Fernstudieren

in der Schweiz Aufgaben Zentrale Dienste

Finanz- und Rechnungswesen Personalangelegenheiten Qualitätsmanagement Marketing und Kommunikation Organisation des Lehrbetrieb Studienberatung IT-Support Hauptsekretariat

Studienzentrum Brig

Studienzentrum Pfäffikon SZ

Studienzentrum Siders

Das Studienzentrum in Brig nahm seine Arbeit im Jahre 1992 auf. In der Anfangsphase wurden hier Studierende der FernUniversität in Hagen betreut. Das Studienzentrum Brig war ein erster Ausgangspunkt der Entwicklung eigener fachlicher Angebote und administrativer Strukturen für eine eigenständige Fernstudienorganisation auf universitärer Ebene in der Schweiz. Heute obliegt dem Studienzentrum Brig neben der Beratung und Betreuung von Studierenden und Interessenten die Koordination der administrativen Prozesse für die Studienangebote der psychologischen Fakultät in Universitäre Fernstudien Schweiz.

Das Studienzentrum in Pfäffikon SZ wurde 1995 mit im Zusammenwirken der Gemeinde Pfäffikon SZ und dem Kanton Schwyz ähnlich wie in Brig zur Betreuung der Hagener Fernstudierenden gegründet. Heute werden neben den fachübergreifenden Beratungs- und Lehraufgaben die eigenen Studiengebote der juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten in Universitäre Fernstudien Schweiz administrativ betreut.

Das Studienzentrum in Siders wurde 1995 unter dem Namen «Centre romand d’enseignement à distance» gegründet und agiert heute als zentraler Ansprechpartner für die französischsprachigen Angebote von Universitäre Fernstudien Schweiz. Vor dem Hintergrund der Mehrsprachigkeit der Studiengänge wirkt das Studienzentrum zugleich als Kompetenzknoten in der Kooperation mit Partneruniversitäten in Frankreich und Kanada.

Raoul Wyssen Leiter Studienzentrum Brig

Petra Köhler Leiterin Studienzentrum Pfäffikon SZ

Catherine Rebord Leiterin Studienzentrum Siders

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ORGANISATIONSSTRUKTUREN UND GREMIEN Fernstudien Schweiz wurde 2004 durch Beschluss des Bundesrates als Universitäres In­ stitut gem. Art. 11 UFG anerkannt. 2005 wurden die Vorläuferstiftungen und die Studien­zentren unter Beteiligung der Kantone Bern, Luzern, Schwyz und Wallis unter dem Dach der Stiftung Universitäre Fernstudien Schweiz zusammengeführt. Dem Kanton Wallis obliegt hierbei durch das Departement für Bildung und Sicherheit die unmittelbare Rechtsaufsicht. Der Stiftungsrat wird durch den Wissenschaftlichen Beirat insbesondere in den Fragen zur Gestaltung des Studienangebots und der Forschung näher beraten. Der Stiftungsratsausschuss sorgt für die Ausführung der Beschlüsse des Stiftungsrats und koordiniert die Arbeit des Direktoriums. Im Direktorium verantwortet der Rektor im Zusammenwirken mit den Dekanen die Bereiche Lehre und Forschung. Dem Direktor obliegen die Geschäfte der Verwaltung sowie die Koordination des Betriebs der Studienzentren. Das Direktorium legt dem Stiftungsratsausschuss gegenüber Rechenschaft ab.

Stifterversammlung

Wissenschaftlicher Beirat

Stiftungsratsausschuss

Direktorium Rektor Prof. Dr. Marc Bors

Zentrale Dienste

Lehre Forschung, Lehre und Weiterbildung Rektor Prof. Dr. Marc Bors

Zentrale Dienste, Koordination Regionale Studienzentren Direktor Stéphane Pannatier

Fakultäten

Psychologie Dekan Prof. Dr. Fred Mast

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Stiftungsrat

Studienzentren

Rechtswissenschaft

Wirtschaftswissenschaft

Dekan Prof. Dr. Marc Bors

Dekanin Prof. Dr. Renate Schubert

Brig

Pfäffikon SZ

Siders

Leiter Raoul Wyssen

Leiterin Petra Köhler

Leiterin Catherine Rebord


Fernstudieren in der Schweiz

DATEN UND FAKTEN

Studierendenstatistik

33 33 6 25 5 34 1225

Total Studierende Studium deutschsprachig Studium französischsprachig Weiterbildung deutschsprachig Weiterbildung französischsprachig

Stand 2013

Verhältnis Frauen / Männer

49%

51%

64%

36% Studium deutschsprachig

Studium französischsprachig

43%

57% Weiterbildung deutschsprachig

70%

30% Weiterbildung französischsprachig

57


DATEN UND FAKTEN Altersstruktur

7% 30%

21%

42%

20–30 31–40 41–50 50+

42%

1400 1200 1000 800 600 400

Studierendenentwicklung

200 0

58

Total Studierende Studium deutschsprachig Studium französischsprachig 2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013


Fernstudieren in der Schweiz

FINANZIERUNG Stifter Stiftungskapital CHF 1 352 0 0 0 Kanton Bern Kanton Luzern Kanton Schwyz Kanton Solothurn Kanton Wallis Region Oberwallis Gemeindepräsidentenkonferenz Goms Bezirk Höfe Conférence des presidents région Sierre Stadtgemeinde Brig-Glis Gemeinde Feusisberg Gemeinde Freienbach Einwohnergemeinde Naters Korporation Pfäffikon SZ Gemeinde Sierre Gemeinde Wollerau Akademische Gesellschaft Wallis ASCOM Bank Linth Butti Bauunternehmung AG CCF SA CRED Fernfachhochschule Schweiz HBS Handels- und Bürofachschule Hotel Consult Hotel Seedamm AG Lonza Visp OCOM AG Open University PEAK AG Die Schweizerische Post Schweizerisches Rotes Kreuz Schwyzer Kantonalbank Swisscom AG Valaiscom AG Dirren Herbert Feusi Ulrich Frischknecht Rolf Rotach Martin Ruoss Markus

Mittelherkunft

Studienbetrieb IUV-Beiträge Studiengebühren

CHF 4 043 0 8 7 CHF 2 587 044

öffentliche Beiträge Bund Kanton Wallis Kanton Schwyz Gemeinde Brig-Glis Gemeinde Sierre

CHF 2 150 000 CHF 1 650 000 CHF 80 000 CHF 186 593 CHF 242 851

Drittmittel Finanzertrag Übrige Einnahmen Periodenfremder Ertrag

CHF CHF CHF

18 952 35 194 118 700

Stand 31.12.2012

38.8%

59.7% 1.6%

59


STIMMEN VON STUDIERENDEN «Der Flughafen lebt an 365 Tagen im Jahr und im Kontrollturm ist rund um die Uhr etwas los. Aufgrund meiner Schichtarbeit ist für mich ein Studium an einer Präsenz­ universität unmöglich. Die Fernuni gibt mir die nötige Flexibilität, trotz unregelmäs­ siger Arbeitszeiten ein Studium zu absolvieren. Dank der Fernuni kann ich lernen, wann immer ich will!»

< Christian Wyler Dipl. Flugverkehrsleiter HF, Flughafen Zürich-Kloten Student Bachelor of Science in Wirtschaftswissenschaft


Fernstudieren in der Schweiz

«Leben – Arbeiten – Studieren. Bereits zum dritten Mal ermöglicht mir die Fernuni, diese drei Bereiche zu kombinieren und mich auf einen akademischen Abschluss vorzubereiten. Ein Studium an der Fernuni passt sich dem Leben an, es ermöglicht einem, das erworbene Wissen direkt in der beruflichen Praxis einzusetzen, und das virtuelle Klassenzimmer ist immer offen. Ideal, um Leben – Arbeiten – Studieren in Einklang zu bringen und keinen Bereich zu vernachlässigen.»

Ines E. Follador-Breitenmoser > Studentin Bachelor of Law Anstaltsleiterin, Justizvollzugsanstalt Sennhof


Die Fernstudienforschung wird im Wesentlichen vom Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL) getragen. Die Forschungsleistungen des Instituts liegen an der Schnittstelle lernpsychologischer und informationstechnischer Herausforderungen des modernen Fernstudiums. Dies

FERNSTUDIENFORSCHUNG hat in diversen Forschungsprojekten im nationalen und internationalen Kontext seinen Niederschlag gefunden. Deren Ergebnisse begründen die breite Anerkennung des Instituts durch die wissenschaftliche Community. Herausragendes Beispiel hierfür war die Beteiligung an dem durch die E ­ uropäische Kommission geförderten Projekt «Cuber – Personalised Curriculum Builder in the Federated Virtual University of the Europe of Regions». Von den Forschungsergebnissen profitieren gleichermassen die Fernfachhochschule Schweiz und Universitäre Fernstudien Schweiz.


Fernstudieren in der Schweiz

FERNSTUDIENFORSCHUNG Das Institut für Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL) erforscht lernpsychologische Prozesse im Kontext des Fernstudiums und der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Empirische Analysen, nach Bedarf mit qualitativen Erhebungen ergänzt, bilden die Basis des methodischen Vorgehens. Neben Grundlagenstudien werden vor allem auch anwendungsorientierte Untersuchungen durchgeführt. Die Erkenntnisse und daraus resultierende Applikationen werden den Dozierenden sowie interessierten Dritten zugänglich gemacht. Die Tätigkeiten des IFeL fördern die Qualitätssicherung in der Lehre der schweizerischen Fernstudienorganisationen und leisten innovative Beiträge für die Fernstudiendidaktik in internationalen Netzwerken. Kennzeichen der Forschung am IFeL ist, dass nicht einfach Expertenwissen aufgearbeitet wird, sondern verschiedene Lernszenarien mit Probanden im Labor getestet und erforscht werden. Weitergehende Felduntersuchungen in der Praxis bilden eine elementare Komponente des Forschungsprozesses am IFeL. Lernen ist ein komplexer psychologischer Prozess, deshalb hat IFeL eine Kombination von Forschungsmethoden entwickelt, die «Multifunktionale Lernanalyse» (siehe Abbildung

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rechts). Diese Analyse umfasst die vier wichtigsten lernpsychologischen Prozesse, Wahrnehmen, Verhalten, Denken und Fühlen, und setzt spezifische Methoden ein, zum Beispiel Eye-Tracking für Wahrnehmungsprozesse, Logfile-Analysen für die Verhaltensebene, Interviews für kognitive und Mimik-Codierung für emotionale Prozesse. Solche Untersuchungen erlauben es, Lernen in den komplexen Szenarien des Fernstudiums und eLearnings exakt zu beschreiben und Massnahmen für die didaktische Entwicklung und die Gestaltung von Lernumgebungen abzuleiten. Zum Beispiel: IFeL-Projekt eReading Die eReading-Forschung ist ein Schwerpunkt der Arbeit am IFeL. Bereits 2009 wurde das Projekt eReading gestartet mit der Absicht, interaktive eBooks in der Lehre einzuführen. Zunächst wurde geklärt, ob und auf welchen elektronischen Geräten lesen, lernen und kommunizieren ohne Probleme möglich ist. Bislang wurden fünf wissenschaftliche Studien durchgeführt zu kurzzeitigem und längerem Lesen auf Tablets, eReadern und Papier, unter anderem mittels der Blickregistrierungsmethode (siehe Abbildung auf S. 65).

In den Studien zur Benutzerfreundlichkeit (Usability) im Lese- und Lernkontext konnte gezeigt werden, dass das Lesen mit eReadern und Papierbüchern sehr ähnliche Effekte zeigt. Mit Funktionen wie der möglichen Änderung des Schriftgrads bieten eGeräte sogar Vorteile gegenüber dem Papier und ein Touch Screen löst Navigationsprobleme. Eine weitere Vergleichsstudie hat gezeigt, dass Lesen auf ­Tablets gegenüber Geräten ohne Hintergrundbeleuchtung auch nach mehr als vier Stunden nicht stärker ermüdet. Die nächste Serie von Studien wird den Zusammenhang von Bildschirmgrösse und Lernanwendungen sowie das Lernverhalten von Studierenden und D ­ ozierenden anhand von Logfiles und ­Befragungen erforschen.


eReading Forschung. Mit der Methode der Blickregistrierung kรถnnen u.a. Leseprozesse aufgezeichnet und analysiert werden

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Fernstudieren in der Schweiz

FERNSTUDIENFORSCHUNG Zum Beispiel: IFeL-Projekt Cognitive Load beim Lernen In der Forschung zu multimedialem Lernen und Lernumgebungen ist der Cognitive-Load-Ansatz (mentale Belastung) viel diskutiert. Die Lern­ kapazität von Individuen ist beschränkt durch das Arbeitsgedächtnis und weitere Faktoren. Gerade multimediale Effekte können in Aufgabenstellungen die Kapazität von Lernenden überfordern und damit den Lernprozess beeinträchtigen. IFel erforscht deshalb CognitveLoad-Effekte in kollaborativen Lerneinheiten, z.B. der eigens entwickelten Methode «Gemeinsames Lösen von Multiple-Choice-Aufgaben». Dabei wird eine Zweiergruppe durch einen vorgegebenen Lernprozess geführt, darin werden Argumente entwickelt und Fragen beantwortet. Mittels Befragungen, Beobachtungen und EyeTracking des Lernverhaltens der Lerngruppen im Labor und in der Praxis wird die Methode in mehreren Zyklen überprüft und verfeinert. Durch die Kombination seiner drei Forschungsfelder kann IFeL auch in diesem Projekt mit wissenschaftlicher Begleitung eine innovative Methode der Fernstudiendidaktik entwickeln.

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Ausblick Die Erkenntnisse des IFeL bilden die Basis für eine Verbesserung der Lehre, zum Beispiel durch­ den Einsatz von Tablets und die Entwicklung interaktiver eBooks mit multimedialen Funk­ tionen. Ebenso werden die Forschungsresultate in den Weiterbildungen, Coachings und der Beratung der Dozierenden thematisiert. Die lernpsychologische Forschung erlaubt es auf diese Weise, sowohl die Technologien des Distance Learning als auch das Know-how in der Fernstudiendidaktik langfristig zu fördern.

Prof. Per Bergamin Leiter des IFeL


Fernstudieren in der Schweiz

Multifunktionale Lernanalyse: F端r jede Fragestellung der optimale Methodenmix

Fragebogen

Psy cho log i

sch e

Pro zes se

Emotion Mimik-Codierung Kognition

Verhalten

Wahrnehmung

Interview

Logfile-Analyse

Eye-Tracking

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Fernstudiensysteme existieren heute weltweit. Die Begründungen sind nach wie vor vielfältig. Sie reichen von der Öffnung der Hochschulen für bildungsferne Schichten bis hin zu den vergleichsweise niedrigen Kosten-

HOCHSCHULEN UND FERNSTUDIUM: HEUTE UND MORGEN strukturen. Vor allem aber richten sich die Studienangebote an eine Zielgruppe, deren überwiegendem Teil aufgrund der persönlichen Lebenssituation ein Studium an einer Präsenzuniversität nicht möglich ist. Die durch die Flexibilität im Fernstudium gegebene Zeit- und Ortsunabhängigkeit während des Studiums macht eine stärkere Ausschöpfung des in den einzelnen Gesellschaften vorhandenen Bildungspotentials möglich. So liegt die Quote der Studierenden neben dem Beruf in einer Grössenordnung von 80%. Fernstudium macht lebenslanges Lernen möglich. Vor diesem Hintergrund ist auch die positive Haltung der Wirtschaft zu den Studierenden und Absolventen zu sehen. Die Nachfrage wächst stetig.


Fernstudieren in der Schweiz

HOCHSCHULEN UND FERNSTUDIUM: HEUTE UND MORGEN Der Trend zur Entwicklung grosser Fern­ à Distance (FIED) und das Centre National studiensysteme auf Hochschulniveau setzte mit d’Enseignement à Distance (CNED) gebündelt Beginn der Siebziger Jahre des letzten Jahr- und koordiniert. Die europäischen Anbieter von hunderts ein. In Europa ging ein starker Impuls Fernstudien haben sich in der European Associavon der 1971 gegrüntion of Distance Teaching Das Fernstudium hat sich Universities (EADTU), zu deten Open University «  in Grossbritannien aus. weltweit durchgesetzt. Mit deren Mitgliedern auch Bereits 1972 folgte die Universitäre Fernstudien den neuen Informations- und Schweiz zählt, zusamGründung der Universidad Nacional de Educa- Kommunikationstechnologi­ mengeschlossen. ción a Distancia (UNED) en konnte die Flexibilität und in Spanien und im Jahre Auch ausserhalb EuroQualität der Lehr- und Lern­ pas hat das Fernstudi1975 die von Johannes Rau, dem späteren prozesse weiter verbessert um eine lange Tradition. Bundespräsidenten, als werden. Dem liegt ein didak­ Ein Beispiel hierfür ist Wissenschaftsminister die 1916 gegründete tisches Modell zugrunde, Universität von Süd­ des Landes NordrheinWestfalen ins Leben das die traditionellen Print­ afrika (UNISA), die seit gerufene deutsche Fern- medien und Präsenzphasen den 1940er Jahren aus Universität in Hagen. der Perspektive grosser mit den neuen Medien und Flächenstaaten, wie 1984 wurde die Open Universiteit der Nieder- Kommunikationstechniken beispielsweise auch lande gegründet, die als Blended Learning zu­ Kanada und Australien, auch den flämischen Fernstudium anbietet. In sammenführt. » Sprachteil Belgiens beden asiatischen Ländern rücksichtigt. In Frankwird zum Teil auf die reich werden die Fernstudienagebote durch die Effektivität des Fernstudiums bei sehr grossen Féderation Interuniversitaire d’Enseignement Studierendenzahlen verwiesen. In der Fernstu-

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dienentwicklung In den USA gilt heute die University of Phoenix als Prototyp einer Fernuniversität. Weltweit hat sich eine grosse Zahl von Fernlehreinrichtungen zum International Council for Distance Education zusammen­ geschlossen (ICDE). Das digitale Zeitalter hat für alle Hochschulen in Lehre, Forschung und Administration bis dahin ungeahnte Innovationspotenziale freigesetzt. Allerdings ist der eLearning-Hype, der mit Beginn der 1990er Jahre aufkam, längst gewichen und wir können heute ein nüchternes Fazit ziehen: Die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien hat vielen Hochschulen geholfen, Ressourcen freizusetzen und diese zur Steigerung der Qualität in Lehre, For­ schung und Verwaltung zu nutzen. Diese Entwicklung wird weitergehen, ohne dass die Gebäude und Hörsäle der traditionellen Universitäten, wie von einigen Auguren vorausgesagt, obsolet werden. Die V ­ ision einer virtuellen Universität bleibt Utopie. Es geht nicht darum, die traditionellen Lehr- und Lernformen zu ersetzen, sondern zu ergänzen. Im Kern bleibt die unmittelbare Kommunikation im Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden als das wertvollste Medium im Zentrum der Universität erhalten.

An dieser Stelle gewinnt zudem die seman­ Fernstudierende verlangen hohe Flexibilität tische Abgren­zung der Präsenzuniversität im in der Organisation der Lehre, um möglichst Vergleich zu einer Fernuniversität ihren Sinn. zeit- und ortsunabhängig studieren zu könAllerdings kann auch das Fernstudium nicht auf nen. Vor diesem Hintergrund haben allein die Präsenzphasen verweltweit existierenden zichten. Dies macht « Fernstudiensysteme kon­ originären Fernstudialso keineswegs den kurrieren nicht mit den ensysteme die mit den substantiellen Unterneuen Medien und Präsenzuniversitäten. Sie dem World-Wide-Web schied zwischen den Systemen aus. Die- sprechen eine Zielgruppe gegebenen Chancen, ser Unterschied liegt an, deren Mitglieder in ihrer die Flexibilität und ganz wesentlich in Qualität der Lehr- und überwiegenden Zahl berufs- Lernprozesse anzureiden völlig verschiedenen Zielgruppen und/oder familienbegleitend chern und damit deren eines Fernstudiums studieren wollen. In der mo­ Qualität zu verbessern, im Vergleich mit den von Beginn an aufgedernen Wissensgesellschaft griffen und konsequent Präsenz­universitäten. Das Fernstudium rich- haben sowohl das Präsenz­ genutzt. tet sich an alle, die studium als auch das Fern­ aufgrund ihrer spezifiDabei besteht die distudium ihren berechtigten daktische Herausfordeschen Lebenssituation berufs- und/oder fami- Platz in jeweils eigenen rung darin, die neuen lienbegleitend studieMedien und KommuOrganisationsformen. » ren wollen. Fernuninikationstechniken mit versitäten sind daher den traditionellen Print­keine Konkurrenz für die traditionellen Hoch­- medien und den Präsenzphasen so zu komschulen, sondern sie erfüllen im tertiären Bil- binieren, dass die Flexibilität und inhaltliche dungssektor eine komplementäre Funktion. Qualität der Lehr- und Lernprozesse weiter

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Fernstudieren in der Schweiz

HOCHSCHULEN UND FERNSTUDIUM: HEUTE UND MORGEN wächst. Hieraus erklärt sich die Ablösung des Terminus «Medienmix» durch den Begriff «Blended Learning» als neues didaktisches Grundmuster für ein modernes Fernstudium. In der modernen Wissensgesellschaft haben auch morgen Präsenzstudiengänge und Fernstudiengänge in jeweils eigenen Organisationsformen ihren berechtigten Platz. Der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften wächst. Die Wirtschaft hat schon lange den Wert des Fernstudiums erkannt. Die berufstätigen Studierenden sichern die immer wieder eingeforderte Verzahnung von Theorie und Praxis und stellen

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Tugenden wie Zielstrebigkeit und Leistungs­ bereitschaft unter Beweis. Parallel dazu wächst die Zahl derer, die ein Fernstudium beginnen, um sich ausgehend von ihren individuellen Interessen zu bilden und das Fernstudium als wertvolles Elixier für ein zufriedenes Leben nutzen.


Blended Learning Framework im Fernstudium

Le

h syc rnp

sche Theorie und ologi For sc

Sozial-konstruktivistische Theorien

Selbstreguliertes Lernen

hu ng

Neurodidaktische Ansätze

(Meta-)Kognition und Emotionalität

g

L o g i s t ik

und

Evaluation & Feedback

en orm

IC

Administration

T-

Stakeholder Management

Entwicklung von Lehrmaterialien

Community Building Lernstrategien

titu

Qualitätssicherung

Ins

E-Moderation

(Inter-)Nationale Communities

tion

IC-Technischer Support

Web Publishing

In

s- u tion ma r o f

Audio und Video Publishing

Flexibles Lernen

Orientierte Lernsettings Personal Learning Environment

lu n ick w elle t n Unterstützung & E

Medienkompetenz

Study Guidance

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sta ltu ng

Usability

Didakt isch es De s ig n

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nd Kommunikatio nsKo

nz

Lehrmaterial-

mp et e

Transaktionale Distanz

Aus- und Weiterbildung und Transfermanagement Ökonomische Basis

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Zwanzig Jahre ist es her, dass im Kanton Wallis der Grundstein für Fernstudien auf Hochschulebene gelegt wurde. Dies war ein mutiger Schritt. Der Weg war an manchen Stellen steinig. Wieder einmal hat sich die kantonale Vielfalt der Schweiz bewährt. Pioniere aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben das Erreichte möglich gemacht. Wir konnten innehalten und zurückblicken. Heute studieren an Universitäre Fernstudien

QUO VADIS? Schweiz und der Fernfachhochschule Schweiz mehr als 2 500 Studierende. Zur nachhaltigen Sicherung und Weiterentwicklung des Erreichten wollen beide Institutionen gemeinsam ein Kompetenzzentrum für Fernstudien in der Schweiz aufbauen.


Fernstudieren in der Schweiz

QUO VADIS? Wir haben zurückgeblickt auf mehr als zwanzig Jahre, in denen wir Meilensteine für die Fernstudienentwicklung in der Schweiz gesetzt haben. Wo stehen wir heute, wie sieht unser Ziel aus?

müssen, bedeutet aber auch Raum für Innovatives, das im kleinen Rahmen leichter gedeihen kann. Die Fernstudieninitiativen haben so ihren Anfang im Wallis genommen. Sicher gab es, wie bei allem Neuen, « Mit dem weiter wachsen­ Bedenkenträger zur Geden gesellschaftspolitischen nüge. Die Verfechter der Stellenwert von Bildung ge­ Idee, Fernstudien auf Hochschulniveau zu entwinnt das Fernstudium zu­ wickeln, sind dem mit nehmend an Bedeutung. Es Originalität, Risikobereitleistet einen wertvollen Bei­ schaft und dem Verzicht auf Rechtfertigung ertrag, das in der Schweiz vor­ folgreich begegnet.

Damals wie heute gilt, der gesellschaftspolitische Stellenwert von Bildung wächst. Die Qualität der sie tragenden Institutionen ist mit ausschlaggebend für die Güte unserer Gesellschaft. Wir wissen allerdings, dass Bil- handene Bildungspoten­tial dungspolitik nicht aus auf Hochschulebene aus­zu­ Allerdings haben die Pischnellen kurzfristigen oniere im Wallis keinesschöpfen. » Massnahmen wirken wegs völliges Neuland kann, sondern der Bebetreten. In vielen Teilen trachtung langer Zeithorizonte bedarf. Augenfäl- der Welt hatten sich Fernstudiensysteme ent­ lige Beispiele sind hierfür im Hochschulbereich wickelt. Vorreiter in Europa war die 1971 in Grossdie Fachhochschulreform aus dem Jahre 1995, britannien gegründete Open Univer­sity. Für die die Mitwirkung der Schweiz von der ersten Stun- deutsch- und französischsprachige Schweiz de an bei der Umsetzung der Bolognareformen war die frühe Zusammenarbeit mit der bereits und das neue Bundesgesetz über die Förde- 1975 gegründeten Fernuniversität im Bundesrung der Hochschulen und die Koordination im land Nordrhein Westfalen und mit dem Centre schweizerischen Hochschulbereich (HFKG). National d’Enseignement à Distance (CNED) in Frankreich naturgemäss von besonderer BedeuDie Schweiz lebt von ihrer kantonalen Vielfalt. tung. Ähnlich hilfreich war auch die bereits 1993 Dies bedeutet zwar, oft lange Wege gehen zu erfolgte Einbindung in die European Association

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of Distance Teaching Uninversities (EADTU). Diese Partnerschaften führten von der Theorie direkt in die Praxis des Fernstudiums.

Fernstudienwesens in die Schweizer­Hoch- traditionellen Hochschulen und den Fernstuschullandschaft bei. Wir konnten zeigen, dass diensystemen auszugehen. Dies hat seinen das Fernstudium weltweit seinen Platz in der Grund nicht so sehr in den technischen Grentertiären und quartären Bildung gefunden hat. zen der Virtualität, sondern in der VerschieDie aus dieser zum Teil sehr engen Zusam- Die Nutzung der modernen Informations- und denheit der Zielgruppen der Präsenzhochmenarbeit gewonnenen Erfahrungen in der Kommunikationstechschulen und der reinen Das Fernstudium ergänzt Fernstudiensysteme. Fernstudiendidaktik und den administrativen nologien hat geholfen, «  und logistischen Prozessen einer Fernstudien­ die Qualität der Be- das Hochschulsystem in Die Präsenz­universität organisation bereiteten den Boden für die treuung der Fernstuzeichnet sich gerade der Schweiz. Es ist keine in der Lehre durch spezifische Entwicklung von Fernstudien- dierenden deutlich zu systemen unter den Rahmenbedingungen verbessern. Hier pro- Konkurrenz für die traditio­ ­ihren kommunika­tiven des Hochschulraums in der Schweiz. Davon fitieren die Fernfach- nellen Hochschulen, da für Kern aus. Für die jun­haben in gleicher Weise der teilweise parallel hochschule Schweiz gen Menschen ist die die Gruppe der Fernstudie­ unmittelbare Kommuverlaufende Aufbau der Fernfachhochschule und Universitäre FernSchweiz und von Universitäre Fernstudien studien Schweiz glei- renden ein Präsenzstudium nikation, der Dialog Schweiz profitiert. Die Fernfachhochschule­ chermassen von den zwischen Lehrenden keine Alternative ist. » Schweiz hat heute ihren festen Platz als Teil- Forschungsergebnisund Lernenden und die schule unter dem Dach der Scuola Univer- sen und den Dienstleistungen des In­stituts für damit einhergehende Sozialisation in der neusitaria Professionale della Svizzera Italiana Fernstudien- und eLearningforschung (IFeL). en Welt der Hochschulen ein unverzichtbarer (SUPSI) gefunden als deren Standbein für die Das IFeL ist international vernetzt und ge- Wert. deutschsprachige Schweiz. niesst hohe Anerkennung in der Fernstudien­ community. Im völligen Gegensatz dazu sind die FernstuUniversitäre Fernstudien Schweiz entwickelt dierenden in ihrer Mehrzahl berufstätig und im die eigenen Fernstudiengänge im engen Die neuen Medien haben auch in den tradi­ Vergleich zu den Studierenden der Präsenz­ Zusammen­wirken mit ausgewählten Fakultä- tionellen Hochschulen zu strukturellen Ver- hochschulen deutlich lebensälter. Viele von ten der Schweizer Präsenzuniversitäten. Uni- änderungen mit Effektivitätszuwächsen in ihnen tragen Verantwortung für eine Familie. versitäre Fernstudien Schweiz partizipiert auf den Kernbereichen Forschung, Lehre und Wieder andere sehen im Fernstudium ihre diese Weise an den dort angesiedelten Kom- Administration geführt. Allerdings ist die virtu- zweite Chance für ein Hochschul­ studium petenzen in Lehre und Forschung. Zu­ gleich elle Universität eine Utopie geblieben. Ebenso oder sind durch ihre spezifische Lebenssituaträgt diese Zusammenarbeit zur Inte­gration des ­wenig ist von einer Konvergenz zwischen den tion an einem Präsenzstudium gehindert. Ein

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Fernstudieren in der Schweiz

QUO VADIS? Fernstudium nimmt Rücksicht auf die individuelle ­Lebenssituation, die sich in der Verschiedenheit der Zeiteinteilung, der Möglichkeit zur Prä­ senz oder auch in unterschiedlichen Arbeitsrhythmen der Studierenden ausdrü­ cken kann. Die Fernstudien sind deshalb keine Konkurrenz für die traditionelle Hoch­schule, da für deren Klientel ein Präsenzstudium keine Alternative ist. Dies begründet auch die Notwendigkeit eigenständiger institutioneller Grundlagen für das Fernstudium im Hochschulsystem der Schweiz.

das Fernstudium bewiesene Leistungsbereitschaft und Ziel­orientiertheit und nicht zuletzt die berufspraktischen Erfahrungen der Mehrzahl unserer Absolventinnen und Absolventen. Ebenso wächst die Zustimmung aus den Hochschulen in der Schweiz. Wir spüren auch eine wachsende Bereitschaft im politischen Raum, die Weiterentwicklung des Fernstudiums in der Schweiz zu unterstützen.

Ausschlaggebend ist jedoch die stetig wachsende Zahl der Studierenden. Heute nutzen bereits mehr als 2500 Studierende in der Universitäre Fernstudien Schweiz und die deutsch- und französischsprachigen Schweiz Fernfachhochschule Schweiz haben in den die Möglichkeiten eines Fernstudiums. Angeletzten beiden Jahrzehnten die Grund­lagen dacht ist, auch ein Fernstudienangebot in itafür Fernstudien im lienischer Sprache zu Bildungssystem der « Universitäre Fernstudien entwickeln. Insgesamt Schweiz geschaffen. gehen wir von einem Schweiz und die Fernfach­ vorsichtig geschätzten Dies war kein einfacher Prozess. Es gab Rück- hochschule Schweiz haben Nach­fragepotential in schläge und, wie bei die Grundlagen für Fernstu­ einer Grössenordnung jedem Neuen, Skepsis von 5000 Studierendien im Hochschulsystem den in der Schweiz und Widerstand. Dem der Schweiz geschaffen. » aus. Wir wollen dessteht heute eine stetig wachsende Zustimhalb die künftige Entmung gegenüber. Die Wirtschaft hat schon wicklung des Fernstudiums weiter absichern, sehr früh die mit dem Fernstudium verbunde- indem wir die Fernfachochschule Schweiz, nen Chancen für ein berufsbegleitendes Stu- Universitäre Fernstudien Schweiz und das dium erkannt. Sie schätzt vor allem die durch Institut für Fernstudien- und eLearningfor-

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schung (IFeL) unter einem gemein­ samen Dach als Kompetenzzentrum für Fernstudien in der Schweiz zusammenführen. Der Bildungsbericht der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF) in Aarau aus dem Februar 2010 hat die Bildungssituation in der Schweiz umfassend beschrieben. Die für den Hochschulbereich dargestellten Daten unterstreichen in ihrer Gesamtheit die Güte der tradierten Hochschulen. Allerdings zeigt sich, dass auch das System Hochschulen in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft für Veränderungen offen sein muss. Vor diesem Hintergrund betrachten wir das neue Hochschulgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich als Chance, erstmals dem Fernstudium in der Schweiz einen festen Platz im Hochschulbereich zuzuweisen. Wir haben dafür die Meilensteine gesetzt. Unser Ziel ist es, im Zusammenwirken zwischen Bund und Kantonen die künftige Entwicklung der Fernstudien unter dem Dach eines Kompetenzzentrums für die Schweiz nachhaltig abzusichern.


Bild gefunden unter: www.tu-chemnitz.de. Künstler nicht bekannt.

Die abschliessenden Bemerkungen gelten unseren Studierenden. Deren wachsende Zahl darf nicht vergessen lassen, dass wir es mit individuellen Menschen zu tun haben, ihren jeweiligen Lebensentwürfen und Zielen. Sie schenken dem Fernstudium ihr Vertrauen. Viele von ihnen erwarten berufsspezifische Qualifizierungen aber auch Impulse für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, also ein Studiensystem, in das sie sich kreativ einbringen können. Das surrealistische Bild spiegelt dies: Zum einen die Konzentration auf die studienbedingten Anforderungen mit vielfältigen medialen Optionen – dafür stehen der Gesichtsausdruck und die geöffneten Schubladen mit ihren Inhalten. Zum anderen lassen die Laden erkennbar Raum für das jeweils Eigene bzw. das, was zum Eigenen, Besonderen werden kann. Quo Vadis? – Unsere derzeitigen und künftigen Studierenden erwarten eine gute Antwort!

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Fernstudieren in der Schweiz

SCHLUSSWORT Für den Kanton Wallis gilt das, was für die gesamte Schweiz gilt: Wissen ist die Triebkraft der modernen Gesellschaften. Wissen ist die Voraussetzung für Innovationen als Garant für die Triebkräfte in einer lebenswerten Gesellschaft. Wir haben innovative Ideen aufgegriffen und seit den 80er-Jahren die Entwicklungen in den Bereichen Forschung und tertiäre Bildung nachhaltig gefördert. Es ist uns gelungen, im Wallis mehr als zwanzig Forschungsinstitute anzusiedeln und die Ausbildung auf der tertiären Stufe unseres Bildungssystems fest zu etablieren, dies sowohl auf universitärer wie auch auf Fachhochschulebene. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Entwicklungen im Fernstudium, die heute auf die gesamte Schweiz ausstrahlen. Ausgangspunkt hierfür war eine bereits 1991 geschlossene Kooperationsvereinbarung mit der deutschen FernUniversität in Hagen, in deren Folge das Universitäre Institut Fernstudien Schweiz und die Fernfachhochschule

Schweiz entstehen konnten. Das Fernstudium ist heute in allen Teilen der Welt eine unverzichtbare Komponente in den nationalen Bildungssystemen und steht in Forschung und Lehre auf einer Stufe mit den traditionellen Präsenzhochschulen. Mit seinen durch die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien geprägten flexiblen Lehrund Lernstrukturen richtet es sich an Studierwillige, denen ein Studium unter den starren Bedingungen der Präsenzhochschulen nicht möglich ist, und hilft auf diese Weise, das Bildungspotential nicht nur im Wallis, sondern in der ganzen Schweiz stärker auszuschöpfen. Mit Blick auf diese gesamtschweizerische Bedeutung des Fernstudiums unterstützt die Regierung des Kantons Wallis die Bestrebungen zur Bildung eines Kompetenzzentrums für Fernstudien.

< Oskar Freysinger Regierungsrat des Kantons Wallis Vorsteher des Departements für Bildung und Sicherheit


Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser! Der gesellschaftliche Stellenwert von Bildung wächst und wächst. Nicht von ungefähr sprechen wir heute vom «lebenslangen Lernen». Besonders in der Schweiz verzeichnen wir nach wie vor einen steigenden Bedarf an hochqualifizierten Absolventen und Absolventinnen der Universitäten und Fachhochschulen. Das Fernstudium ist heute weltweit anerkannt und in Lehre und Forschung den tradierten Hochschulen gleichgestellt. Mit seinen mediengestützten zeit- und ortsunabhängigen Lehrmethoden spricht es Menschen an, die mitten im Beruf stehen, Verantwortung für eine Familie tragen, ­An­gehörige pflegen oder aufgrund anderer persönlicher Lebensumstände nicht an einer Präsenz­ universität studieren können. Fernstudium bedeutet mehr Flexibilität und Durchlässigkeit im Hochschulbereich. Es bedeutet Praxis­nähe im Studium, da der überwiegende Teil der Fernstudierenden im Beruf steht und in vielen Fällen berufspraktische Erfahrungen mit dem individuellen Lernen verbinden kann. Das Fernstudium hat somit eine eigene Zielgruppe und steht nicht in Konkurrenz zu den jungen Maturandinnen und Maturanden an den Präsenzuniversitäten. Sie werden sich fragen, wozu dient das vor Ihnen liegende Magazin? Seit mehr als 20 Jahren hat sich auch in der Schweiz gleichsam auf leisen Sohlen Fernstudium entwickeln können. Dennoch stossen seine Protagonisten immer noch häufig auf Unkenntnis, Missverständnisse oder gar Ablehnung. Deshalb wollen wir die bisherigen Leistungen des Fernstudiums in der Schweiz zeigen. Dabei gehen wir auf den Entwicklungsprozess ein und stellen die Fernfachhochschule Schweiz und Universitäre Fernstudien Schweiz näher vor. Daneben betrachten wir die spezifische Fernstudienforschung und die weltweit weiter wachsende Bedeutung des Fernstudiums. Und schliesslich wagen wir einen Blick in die Zukunft und werben für eine nachhaltige Förderung und Etablierung des Fernstudiums in der Schweiz. Das Magazin erscheint in deutscher, französischer und italienischer Sprache.

Hubert Groten – Nathalie Berchtold – Muriel Macgeorge – Natascha In-Albon (Redaktionsteam) Brig – Pfäffikon SZ – Siders, Januar 2014

Jede Bezeichnung von Personen oder Funktionen in diesem Magazin gilt in gleicher Weise für Frauen und Männer.

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Fernfachhochschule Schweiz & Universitäre Fernstudien Schweiz Fernfachhochschule Schweiz, Überlandstrasse 12, CH-3900 Brig info@ffhs.ch, www.ffhs.ch,Tel. +41 27 922 39 00 Universitäre Fernstudien Schweiz, Überlandstrasse 12, CH-3900 Brig admin@fernuni.ch, www.fernuni.ch, Tel.+41 27 922 70 50 Fernfachhochschule Schweiz & Universitäre Fernstudien Schweiz Dr. phil. Hubert J. Groten Atelier Grand & Partenaires, Siders, www.atelier-grand.ch Tonic, Brig, www.mytonic.ch Christian Pfammatter, www.christianpfammatter.ch Valmedia AG, Visp, www.valmedia.ch


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