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homes4future

#H4F

besser bauen energie sparen richtig renovieren klima schützen

NEU, GRÜN + GENIAL

2 Familien + 1 Altbau + Fantasie + Einsatz

EINZIGARTIGES EFFIZIENZHAUS

RECYCLING Baumaterialien mit vielen Leben

HOMEOFFICE

Wohnen & arbeiten unter einem Dach

A 5,50 € • CH 8,00 sfr • BeNeLux 5,90 € I/E/P(cont.)/SLO/SK: 6,90 €

no.2 2021

02_ 2021 € 5,00

homes4future

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Wenn’s um Geld geht

S


#editorial

#H4F Verbleib der Recycling-Baustoffe 2016

Asphalt/Betonzuschlag 15,2 Mio. t (21,0 %)

sonstige Verwertung 3,0 Mio. t (4,2 %)

Straßenbau 38,1 Mio. t (52,8 %)

Gesamt: 72,2 Millionen Tonnen

Erdbau 15,9 Mio. t (22,0 %)

Quelle: 11. Monitoring-Bericht Kreislaufwirtschaft Bau, 2018

Da ist noch Luft nach oben Die EU und das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz schreiben es vor: Wir müssen mehr wiederverwenden und weniger wegwerfen – auch in der Bauwirtschaft. Jährlich fallen in Deutschland bei Errichtung, Umbau, Renovierung oder Abbruch von Bauwerken rund 200 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle an. Zwar werden circa drei Viertel davon wiederverwertet, zum Großteil jedoch nicht als hochwertiges Recyclingprodukt, sondern zu über 95 Prozent als Füllmaterial oder Zuschlagstoff im Erdund Straßenbau (siehe Graik oben). Da gäbe es bessere Konzepte. Denn viele dieser Bauabfälle könnten erneut als Baumaterialien dienen oder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden. Das spart Energie und Rohstoffe – und das in besonderem Maß durch Eins-zu-Einsverwertung. Ein Vorzeigeprojekt ist unsere Reportage zum Recyclinghaus in Hannover, das demonstriert, wie man Gebrauchtem ein neues Leben einhaucht. Diese Intensität an Wiederverwertung kann sicher nicht die Regel sein, aber als Ideengeber und Vorbild dienen. Worauf es sonst beim Recycling ankommt, beleuchten wir ausführlich in unserem Topthema in diesem Heft. Vorbildlich zeigen sich auch die zwei Häuser in der Eizienzhausstrecke. Das Neubauobjekt mit Eizienzstandard 40 Plus versorgt sich selbst mit der nötigen Energie und das sanierte Zweifamilienhaus wurde mit einem KfW Award 2020 ausgezeichnet. So liefert auch dieses Heft wieder jede Menge Inspirationen für zukunftsgerechtes Bauen. Viel Spaß beim Entdecken wünscht Ihnen Barbara Stierle, Redakteurin

„Ein Haus mit dem wunderbaren Werkstoff Holz schenkt seinen Bewohnern ein unnachahmliches Raumklima, eine Quelle der Kraft, und einen Ort, an den man sich sicher und geborgen fühlt.” INFOS: Tel.: +49 2247 9172-30 www.stommel-haus.de


#eizienzhaus

INHALT

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60 #lächenheizung

#recycling


#stromsparen

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#vorher_nachher Zwei junge Stuttgarter Familien machten aus einem abbruchreifen Altbau zwei offene Haushälften mit viel Tageslicht und zeitgemäßer Energieeizienz.

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A

B

C

D

aus alt mach neu Dieses Leuchtturmprojekt zeigt, wie ein Neubau mit maximalem Recyclinganteil realisierbar ist. kreislauffähig Ressourcen schonen, Abfall vermeiden, wiederverwerten und CO2 sparen – oder in einem Wort: zukunftsfähig bauen. ressourcen schonen Im Interview erklärt DGNB-Geschäftsführerin Dr. Christine Lemaitre, warum Recycling auch im Baubereich wichtig ist. nachhaltig wohnen Architektin Heike Brumme modernisierte ein Siedlungshaus, bei dem viel von der alten Substanz erhalten blieb.

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03 06 51 78 83

#stromsparen Unser Experte Reinhard Otter gibt Tipps, wie Sie im Haushalt weniger Strom verbrauchen.

futurehomes #inhalt

#zuhause_arbeiten Homeoice als Chance: Was wichtig ist, damit Sie die Vorteile voll nutzen können.

#lächenheizung Heizsysteme im Boden, an der Wand und an der Decke vereinen Komfort und Hygiene mit hoher Energieeizienz.

#eizienzhäuser Worauf es bei der Planung und beim Bau eines Hauses ankommt, das sehr wenig Energie verbraucht. Und wie der Staat dabei hilft.

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knowhow

#eizienzhaus Mit ihrem lexibel nutzbaren Eizienzhaus 40 Plus kann Familie Kleinert beruhigt in die Zukunft schauen.

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ansichtssachen

topthema #recycling

#1haus4meinungen

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#1haus_4meinungen Die Redaktion von #H4F hat das Musterhaus „Lanos 5.1620“ genau im Detail betrachtet.

#mein_beitrag Redakteur Gerd Walther nutzt seine Elektrogeräte, solange sie funktionieren und will damit helfen, unnötigen Elektroschrott zu vermeiden.

#editorial #facts+trends #adressen #grün+genial #ausblick+impressum

homes4future 2/2021 #H4F

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#zukunftstauglich Das als Anbau erstellte Tiny-House von Familie Affelski wird derzeit als Büro genutzt und bietet für später vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

service

futurehomes

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EIN PLUS VON

99 PROZE NT

Foto: www.weinor.de, www.para.itTempotest

bei der Nachfrage von Eigenheimbesitzern nach Solarstromanlagen verzeichnet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) auf Grundlage von Daten der Bundesnetzagentur. Grund dafür sind gestiegenes Umweltbewusstsein, gesunkene Solartechnikpreise, der Umstieg auf E-Mobilität sowie der Wunsch nach Unabhängigkeit.

E I N S C H U T Z F Ü R H E I S S E TAG E

SONNE W ILLKOMMEN!

w w w. s o l a r w i r t s c h a f t .d e

Die Neuerscheinungen „Garten ohne gießen“ und „Bienen retten“ vom Ulmer Verlag wecken fundiert, hübsch in Szene gesetzt und nachhaltig die Vorfreude auf das nahende Frühjahr. Je 14 Euro bei www.ulmer.de

Aus einer Kooperation des Weinor Design Studios mit dem italienischen Tuchproduzenten Parà Tempotest entstand die zum Großteil aus Recycling-PET hergestellte Markisentuchkollektion „modern basics blue“.

Das Sonnenschutzgewebe der Markisen aus Polyester wird nachhaltig und ressourcenschonend gefertigt. Durch die Wiederverwertung von etwa 85 Prozent Recycling-PET ist die Produktion besonders energieeizient, das heißt rund 60 Prozent weniger Energieverbrauch, circa 45 Prozent weniger CO2-Emissionen. Weinor bietet die neue Kollektion in 16 verschiedenen modernen Dessins. Neben den klassischen Grau- und Sandtönen sind aktuelle Trendfarben erhältlich, darunter kräftige Sonnenfarben für strahlende Sommertage. w w w.w e i n o r.d e


Foto: Häfele, Nagold

Im Dezember 2020 wurde das Holzhochhaus „Skaio“ in Heilbronn als Modellprojekt für urbanen Holzbau mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur ausgezeichnet. Der DGNB-Präsident und Jury-Vorsitzende Amandus Samsøe Sattler bezeichnet das Gebäude als „architektonischen Pionier und Wegbereiter für den Holzbau in Deutschland“. Es entstand im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 und war mit zehn Geschossen und einer Höhe von 34 Metern zum Zeitpunkt der Fertigstellung das erste Holzhochhaus in Deutschland. Der Preis wurde zum achten Mal von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. vergeben. w w w.d g n b .d e

Zwischen dem Innenausbau und dem Einzug sollten Bauherren das neue Haus auf Energielecks prüfen lassen, rät der Verband Privater Bauherren (VPB). Geeignet dazu ist ein kombiniertes Prüf- und Messverfahren aus Blower-Door-Test und Thermograie. Die Thermograie hilft beim Aufspüren von Wärmebrücken und Feuchteschäden. Sie benötigt dafür beständige Temperaturdifferenzen in- und außerhalb des Gebäudes von mindestens 10 Grad Celsius und kann daher nicht ganzjährig eingesetzt werden. Immer möglich ist dagegen ein Blower-Door-Test, um die Luftdichtigkeit der Gebäudehülle vor dem Einzug zu testen. Das ist wichtig, denn nur in diesem Stadium lassen sich Energielecks erkennen und auch noch vergleichsweise gut beheben. Bauherren sollten auf die Untersuchung bestehen und sich die unabhängige, abschließende Qualitätskontrolle mit Blower-DoorTest und Thermograie unbedingt schon am Anfang schriftlich im Vertrag zusichern lassen. Wichtig dabei: Nicht die Bauirma sollte die Untersuchungen machen, sondern unabhängige Experten, die auch ein Interesse daran haben, eventuelle Mängel aufzudecken. Bauherren sollten sich die Ergebnisse außerdem genau erläutern und schriftlich aushändigen lassen.

#facts+trends

EIN HOCH AU F HOLZ

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AUF LECKS PRÜFEN

w w w.v p b .d e

I N 15 M I N U T E N

Die „MerlinOne“-Schnellladestation von Jolt ist speziell für Ladesituationen konzipier t, in denen das bestehende S tromnetz für die Be reitstellung von Hochleistungsladung nicht ausreicht. Die S tationen sollen an bis zu 4 0 von der EG Group betriebenen Essostationen in Süddeutschland installier t werden. w w w. j o l t .e n e r g y

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VOLLE L ADU NG IN DE R CIT Y


#facts+trends

ACH T U NG FÖR DER LÜCK E

!

2021 ist die neue Bundesförderung für eiziente Gebäude in Kraft getreten. Damit entfallen die Zuschüsse für energieeiziente Einzelmaßnahmen wie z.B. Wärmepumpen durch die Bafa. Im Neubau gelten jedoch noch bis Ende Juni 2021 die alten Regelungen der KfW-Eizienzhausförderung. Deshalb wird es erst ab dem 01.07.2021 möglich sein, zusätzlich zum EizienzhausStandard des Hauses in Genuss höherer Zuschüsse und 30 000 Euro mehr Darlehen zu gelangen, wenn durch die Nutzung erneuerbarer Energie zur Wärmeversorgung des Gebäudes eine sogenannte EEKlasse erreicht wird.

FA S S A D E N I N D I V I D U E L L G E S TA LT E N

homes4future 2/2021 #H4F

SENK R ECHT STA RTER Senkrecht angebrachte Fassadenproile, die in der Breite, der Tiefe und in den Farbtönen variieren können, eröffnen vielerlei Möglichkeiten der Außengestaltung. So bringt Osmo mit seiner Neuentwicklung „Verto“ Vielfalt ins Spiel.

Fassaden aus Holz sind aktuell sehr gefragt, nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung. „Verto“ ist ein Fassadenproil mit senkrechter Ausrichtung und großem Spielraum bezüglich der Größen- und Farblexibilität. Je nach Zusammenstellung der in drei Breiten und zwei Stärken erhältlichen, frei kombinierbaren Proile lassen sich interessante dreidimensionale Effekte erzeugen und individuelle Planungen leicht umsetzen. w w w.o s m o.d e

WOHNR AUM K O M PA K T Zu de n M ö glic hkei te n , im A l te r Wo hnf läc he n nac hhal tige r zu nu t ze n , zähle n et wa de r U mbau vo n zu gro ß gewo rde ne n Häuse r n in m e hre re Wo h nunge n o de r ein U mzug in eine k leine re Wo hnung . L au t U mfrage sind viele äl te re M e nsc he n of fe n für Ve rände r ung . Das IS O E (Insti tu t für sozial - ö ko lo gisc he Fo rsc hung) und das ife u (Insti tu t für E ne rgie - und U mwel tfo rsc hung) hab e n ge m einsam mi t de m K reis S teinfur t ein B e ratungs ko nze pt für äl te re Haus eige ntüm e r * inne n zur Wo hnraumm o bilisie r ung e nt wic kel t . M e hr unte r : w w w.o e ko.d e / l e b e n s r a e u m e

Adressen Seite 51

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Foto: www.osmo.de

w w w. k f w.d e


SO GEHT‘S RICHTIG

ON LIN E-S HOPPING MIT KLIMASCHUTZ Dass Online-Shopping nicht per se schlecht für den Klimaschutz ist, zeigt eine Studie des Umweltbundesamtes. Bis zu drei Viertel der Treibhausgas-Emissionen eines Produkts entstehen bereits bei der Herstellung. Bedeutend ist somit nicht ob, sondern was und wieviel wir online konsumieren. Darüberhinaus ergab die Studie, dass es klimafreundlicher ist, sich ein Produkt nach Hause liefern zu lassen, als selbst mehrere Kilometer zum nächsten Geschäft zu fahren. Fazit: Wichtig ist es, langlebige und umweltfreundliche Produkte zu kaufen, und dies am besten beim Händler um die Ecke.

Positive Energie ... ... kann man nie genug haben.

w w w.u m w e l t b u n d e s a m t .d e

NACH H A LT IG? OF T A N DERS A LS GEDACH T Papier oder Plastik? Bio oder unverpackt? Kuhmilch oder Hafermilch? Greifen wir nicht oft in bester Absicht nach bestimmten Produkten, in der festen Überzeugung, auf deren Nachhaltigkeit geachtet zu haben? Doch häuig wissen wir nicht, welche Prozesse dahinter stecken, was wirklich nachhaltig ist. Julia Felicitas Allmann, spezialisiert auf die Themen Ernährung und Gesundheit, gibt anhand von 66 Beispielen Antworten auf komplizierte Fragen rund um dieses wichtige Thema. Ihre Anregungen sind im Alltag einfach umzusetzen. Erhältlich für 9,99 Euro bei w w w.g r a e f e - u n d - u n z e r.d e

Home4Future im Standard. Alle unsere Häuser sind mit ökologischer Gebäudehülle, Photovoltaikanlage, Energiespeicher, Frischluft-Wärmetechnik und smarter Haussteuerung ausgestattet. weberhaus.de

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ALLES IST MÖGLICH


Andrea und Torben Affelski haben mit dem liebevoll renovierten Klinkerhaus und dem Anbau für sich die optimale Lösung gefunden.

futurehomes #zukunftstauglich_bauen homes4future 2/2021 #H4F

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Ein multifunktionaler Anbau neben einem traditionellen Backsteinhaus: das geht und sieht auch noch gut aus. Das Tiny-House der Familie Affelski bietet zusätzliche Wohnläche, lässt sich lexibel nutzen und an wechselnde Lebenssituationen anpassen – als Büro, Seniorenwohnung oder Teenagertrakt.


Große und geschickt platzierte Glasflächen lassen viel Tageslicht ins Innere.

Zukunftstauglich ist dieses Tiny-House aufgrund seiner verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten. Vor einiger Zeit haben Torben und Andrea Affelski in Kerpen ein altes Klinkerhaus gekauft und liebevoll renoviert: das Sichtmauerwerk, die Sprossenfenster und die Haustür in Bogenform. Ein separater Zugang neben dem Haupteingang führt zu einer Einliegerwohnung. Dort hatte bislang die Mutter des Bauherrn gelebt, doch der Wohnraum für die fünfköpige Familie wurde mit steigendem Platzanspruch der drei Kinder langsam etwas eng. Ein Anbau war im Gespräch. Da kam es gerade recht, dass sich die Mutter ebenfalls neu orientieren wollte. „Das nahmen wir zum Anlass, beides zusammen in Angriff zu neh-

men, die Renovierung der Einliegerwohnung und das Anbauprojekt“, erzählt Torben Affelski. Allerdings wollte die Familie nicht mehr selbst Hand anlegen. Diesmal sollten die Umbauarbeiten für die Bauherrschaften ohne großen Aufwand vonstattengehen. Torben Affelski, der im Immobiliengeschäft tätig ist, kannte die Flying Spaces von Schwörer – schlüsselfertige Tiny-Houses, die an einem Stück an ihren Standort geliefert und dort mit einem Kran aufgestellt werden. Es war ihm bekannt, dass Immobilienexperten dieser Wohnform sehr viel Zukunft voraussagen. Und er wusste, so schnell, sauber und kostensicher würde er kaum anderweitig an zusätzlichen Wohnraum kommen. Für das Anbauprojekt der Familie entschied sich der Bauherr für zwei schmale Module, die leicht versetzt nebeneinander angeordnet sind. So entstand eine geschützte Hofsituation zwischen dem Anbau und dem Haupthaus, mit Blick in und Zutritt zum großen Garten. Auf diese Weise konnte nicht nur der vorhandene Platz gut genutzt werden, sondern auch die Vorteile der schmalen Flying Spa-

ce-Variante mit 3,32 Metern Breite: geringere Transportkosten und bessere Kombinationsmöglichkeiten. Die beiden Wohnmodule bilden mit ihrer weißen Putzfassade einen modernen Kontrast zu den traditionellen rotbraunen Klinkern des Haupthauses. Der Gebäudeteil mit der Einliegerwohnung schafft einen harmonischen Übergang, da auch hier die Fassade verputzt wurde. Eine leicht erhöhte Lage mit Sockel und Treppen zum Eingang sorgen zusammen mit schmalen Fensterbändern für eine angenehme Distanz zur Straße. Das ganze Ensemble wirkt in Farb- und Materialwahl harmonisch aufeinander abgestimmt. Für Familie Affelski hält der Anbau mehrere Optionen bereit. Derzeit dient es dem Ehepaar als Arbeitsraum. „Endlich haben wir einen ruhigen Platz für Besprechungen. Es stört nicht mehr, wenn der andere nebenan telefoniert“, freut sich Andrea Affelski. Die Finanzexpertin empindet es als Vorteil, von zu Hause aus zu arbeiten: „Ich bin lexibler in meiner Zeitplanung, kann zwischendurch mal kurz weg, um die Kinder irgendwo abzu-


Bauherr Torben Affelski

EG

3,31 m

10,31 m

WOHNEN 26

Version 1

ARBEITEN 9

WC 1,5

3,31 m

BAD 6

Warum haben Sie sich für das Flying SpaceKonzept entschieden? Die Wohnmodule waren ideal für unser Projekt, weil man sie stapeln und in verschiedenen Größen miteinander kombinieren kann. Damit konnten wir die vorhandene Grundstücksläche optimal ausnutzen. Noch dazu hatte ich gleich ein Anschauungsobjekt, das ich Kunden zeigen kann, die Anbauten, Erweiterungen oder Aufstockungen planen. Ein toller Mehrwert! Selbst der Handwerkermangel ist damit kein Thema mehr.

7,21 m

WOHNEN ESSEN/ KOCHEN 26

EG Version 2

WC 1,5

SCHLAFEN 9

Und später? Eines der Kinder könnte später mal im Anbau wohnen oder wir quartieren meine Mutter dort ein, falls sie einmal plegebedürftig werden sollte. Oder meine Frau und ich ziehen später mal dort ein und ein Kind mit Familie lebt im Haupthaus.

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BAD 6

Wie nutzen Sie den Anbau? Zunächst nutzen wir die Räume als unser Büro. Ich wickle darin die Immobiliengeschäfte ab, meine Frau übernimmt die Finanzberatung.

futurehomes #zukunftstauglich_bauen

Nachgefragt bei

Der an das alte Haus angegliederte Anbau dient derzeit als Büro und kann später auch als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden.

homes4future 2/2021 #H4F

ALT & NEU GUT KOMBINIERT


knowhow #wärmepume+lächenheizung

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FÜR ZUKUNFT VORGESORGT

holen oder Besorgungen zu machen.“ Weiterer Vorteil: Der Anbau ist weit genug weg vom Haupthaus, sodass das gewerbliche Büro von allen Familienmitgliedern als eigenständiger Arbeitsplatz akzeptiert wird. Auch die Kundenkontakte sind vom Familienleben getrennt. Darüber hinaus hat Familie Affelski mit dem Anbau auch für die Zukunft vorgesorgt. Für alle Eventualitäten wurde im Anbau ein kompletter eigenständiger Wohnbereich mit Küche vorbereitet. Dort wo heute der Empfang eingerichtet ist würden eine offene Küche und der Wohnbereich gestaltet werden. Seitlich davon, im zweiten Teil des Anbaus, würde das Schlafzimmer platziert werden, vom Wohnbereich getrennt durch den Einbauschrank aus der Schwörer Designschreinerei, der heute schon als Raumteiler zwischen Empfang und Besprechungsbereich dient. Horizontale schmale Fensterbänder schützen diesen Bereich vor Einblicken. Geschickt geplant: Eine Wandscheibe mit Sanitärinstallation hält das Bad mit Dusche und WC außer Sicht – gleichzeitig trendy und platzsparend.

homes4future 2/2021 #H4F

gw#H4F

Nicht nur die Eltern fühlen sich wohl. Die gemütliche und gleichzeitig praktische Inneneinrichtung trägt dazu bei.


Trendig und funktionell zugleich: die Wandscheibe mit Sanitärinstallation.

ENERGIE EFFIZIENZ

inklusive

Sparen Sie Zeit und Geld durch Eigenleistung! So müssen Sie nicht mehr auf knappe Handwerker-Termine warten, sondern haben den Rohbau selbst in der Hand.

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Weitere Infos zum Hersteller sowie ausgewählte Entwürfe inden Sie im Internet unter www.hausbauhelden.de/hersteller/ schwoererhaus

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Entwurf: Flying Space Hersteller: Schwörer Haus 72531 Hohenstein-Oberstetten Tel. 07387/16-0 Konstruktion: Holzverbundkonstruktion mit Holzfassade, U-Wert 0,151 W/m²K, Flachdach U-Wert 0,150 W/m²K, dreifach verglaste Kunststofffenster, Ug-Wert 0,6 W/m²K Technik: Kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung, elektrische Direktheizelemente (Vitramo-Elemente), Trinkwasserwärmepumpe, PV-Anlage auf dem Bestandsgebäude zur Kompensation der EnEV-Vorgaben, Elektrozähler. Energiebedarf: Eizienzhaus 55 Wohnläche: EG 42,5 m²

+ Sicherer Bauprozess: Ytong Bausatzhaus Partner sind kompetent, bestens vernetzt und immer in Ihrer Nähe. Setzen Sie auf eine starke Marke, setzen Sie auf Ytong Bausatzhaus.

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#homeoffice #voraussetzungen #klimaschutz #vorteile

Wenn die Voraussetzungen stimmen, kann Homeoffice eine attraktive Alternative sein. www.bien-zenker.de

ZU HAUSE BLEIBEN – UND ARBEITEN


Geschickte Lösungen – wie hier zum Beispiel der Büroschrank unter der Treppe – helfen, um den heimischen Arbeitsplatz funktionell zu gestalten. www.deinschrank.de

gewissen Anforderungen genügen, damit sich Familienleben und eine erfolgreiche beruliche Tätigkeit nicht negativ, sondern positiv gegenseitig beeinlussen und Sie zudem einen inanziellen Vorteil aus Ihrer Lebenssituation ziehen. Zeit und Geld sparen Es gibt viele Pluspunkte, beispielsweise bedeutende Einsparungen an Fahrtkosten und Zeit. Und Sie können Ihr Haus eventuell in einer Gegend bauen, wo die Bauplätze wesentlich

günstiger sind als in der Nähe zum meist citynahen Arbeitsplatz. Ihre Flexibilität wächst, Sie können schnell reagieren, wenn zu Hause „Not am Mann“ ist wegen Krankheit oder anderen Unwägbarkeiten. Sie sind nicht an feste „Oice“-Zeiten gebunden und können abends oder am Wochenende noch einmal schnell ins Büro „hüpfen“. Hier liegt natürlich auch eine Gefahr – nämlich keine klare Linie mehr ziehen zu können zwischen Berufs- und Privatleben. Je strikter die Bereiche Wohnen und Arbeiten getrennt sind,

futurehomes #wohnen_und_arbeiten homes4future 2/2021 #H4F

Sicher: Wenn die Pandemie irgendwann einmal vorbei ist, wird sich manch Heimarbeiter freuen, wieder regelmäßig ins Büro zu „dürfen“: Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen, die jahrelang gewohnte Alltagsumgebung...usw. Doch auch wenn sich der eine oder andere Arbeitgeber noch sperrt: Der Trend geht in die andere Richtung. Viele Arbeitnehmer schätzen inzwischen die hinzugewonnene Flexibilität und nicht zuletzt den Wegfall der morgendlichen Fahrt zum Arbeitsplatz und abends wieder zurück – verbunden mit Staus auf der Straße oder überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln. Aus Klimaschutzgründen ist der Trend zu vermehrter Heimarbeit allemal vorteilhaft, denn der erhöhte Verbrauch an Strom und Heizenergie in den Privathaushalten wird durch den verringerten Berufsverkehr mehr als ausgeglichen. Wenn Sie also gerade ein neues Haus oder eine grundlegende Renovierung planen und den Wunsch sowie die Möglichkeit zur Heimarbeit haben, erscheint es naheliegend, die Tätigkeit, sei sie gewerblich, freiberulich oder fest angestellt, in das Haus zu integrieren. Es kommt nur darauf an, wie. Denn die Verbindung von beidem sollte

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Nicht erst seit Corona: Wohnen und Arbeiten zu verbinden, kann viele Vorteile haben, für das Familienleben und auch inanziell. In der Planungsphase können Sie wichtige Weichen stellen, um damit wirklich erfolgreich zu sein.


futurehomes #wohnen_und_arbeiten

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!

Um ständig im Homeoice zu arbeiten, braucht es gewisse Voraussetzungen, über die man sich von vornherein im Klaren sein sollte.

SIND SIE FIT FÜRS HOMEOFFICE?  Bringen Sie die notwendige Selbstdisziplin auf, jeden Tag Ihr Arbeitspensum durchzuziehen?  Schaffen Sie es, nach Arbeitsende wirklich Feierabend zu machen?  Wie können Sie Ablenkung und Störung durch private Angelegenheiten während des Arbeitens vermeiden?  Gibt es eventuell baurechtliche Vorschriften für eine gemischte Nutzung des Hauses zu beachten?  Bringen Sie Ihren privaten und berulichen Platzbedarf innerhalb der Bestimmungen des Bebauungsplans unter?  Welche Parkplatzbestimmungen der Gemeinde müssen eventuell erfüllt sein?  Unterliegen Sie mit Ihrem Betrieb der Arbeitsstättenverordnung (Größe und Ausstattung der Arbeitsplätze, sanitäre Anlagen etc.)?

Sieht hier sehr harmonisch aus, ist aber sicher nicht der Idealfall: Homeoffice am Esstisch – Kinderbetreuung inklusive. www.weberhaus.de

homes4future 2/2021 #H4F

IST DAS HOMEOFFICE FIT FÜR SIE?

Ein guter Schreibtischstuhl lässt sich mit wenigen Handgriffen an die persönliche Sitzstruktur anpassen. www.flokk.com

 Steht ein geeigneter, belüftbarer und beheizbarer Raum mit ausreichend Tageslicht zur Verfügung?  Hat der Schreibtisch eine ausreichende Größe und beträgt der Sehabstand zum Monitor ca. 80 cm?  Können Sie blendfrei arbeiten – ohne Störungen durch Lichtquellen oder besonders helle Flächen?  Der Schreibtisch im Homeofice ist höhenverstellbar oder hat bereits die passende Höhe?  Der Schreibtisch bietet ausreichend Arbeitsläche?  Armlehne, Rückenlehne und Sitzhöhe des Stuhls lassen sich individuell anpassen?

desto besser wird jedes funktionieren – aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies umzusetzen. Das Verhältnis zwischen Arbeit einerseits und privat auf der anderen Seite muss fein abgestimmt sein. Eventuell können lexible Räume sowohl der einen als auch der anderen Nutzung je nach Bedarf zugeordnet werden. Bei vorausschauender und offener Planung besteht die Möglichkeit, das Gebäude den sich wandelnden Ansprüchen der Jahre anzupassen. Das heißt: Ändern sich im Laufe der Jahre die Bedürfnisse der Besitzer, so lässt sich der integrierte Bereich hausintern umnutzen – aus dem ehemaligen Büro kann zum Beispiel ein Gästezimmer oder zusätzlicher Schlafraum werden. Büro von Privatbereich abgrenzen Die gängigste Lösung ist daher sicher, das Büro unter einem Dach mit den Privaträumen im Eingangsbereich unterzubringen mit einer gemeinsamen Erschließung zum Wohnen und Arbeiten, die aber so neutral gehalten ist, dass vom privaten Bereich nicht zu viel „preisgegeben“ wird. Dies gilt genauso für einen Arbeitsbereich im Unter- oder im Dachgeschoss. Wenn


Der Hauptzugang für die Bewohner und Kunden des Kosmetikstudios der Bauherrin liegt im Untergeschoss des Hauses in Hanglage, auf einem Niveau mit der Garagenzufahrt. Auf der mittleren Ebene ist der Wohn-, ganz oben der Schlafbereich angeordnet. www.wolf-haus.de

Ein gemeinsam genutzer Windfang erschließt beim Haus „Sigmaringen“ das zweigeschossige Wohnhaus und den eingeschossigen Arbeitsbereich. Im „Wohnteil“ liegt ebenerdig der Koch-Ess-Wohnbereich, oben befinden sich die Schlafräume. www.regnauer.de 22,48 m

13,96 m

ARBEITEN 21

KÜCHE 6

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GARD 4

WC 3,5

SCHULUNG 31,5

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DU/WC 5

es Mitarbeiter und/oder Kundenverkehr gibt, sollte dieses Geschoss über eine externe Treppe erschlossen werden, damit diese nicht die Wohnung durchqueren müssen. Ein Gäste-WC sollte dem Arbeitsbereich zugeordnet sein, eventuell auch eine Teeküche. Die bestmögliche Abschottung der Wohnung erreicht man, wenn der Arbeitsbereich im Erdgeschoss eingerichtet wird. Allerdings wird dabei im Regelfall die Einbeziehung des Gartens in die Wohnung erschwert. Manche Mitmenschen empinden es aber als wesentlich für den Arbeitstag, die gewohnte Wohnumgebung zu verlassen und eine neue Tür aufzuschließen. Für sie kann es die bessere Lösung sein, den Arbeitsplatz in einem vom restlichen Haus räumlich abgesetzten Anbau unterzubringen, ein separater Zugang ist in jedem Fall eine elegante Lösung. Vorteil ist

hier die Nähe von Wohn- und Arbeitsbereich, aber auch die konsequente Trennung der Zonen ist durch die architektonische Ausgestaltung der Zugänge und Freibereiche möglich. Allerdings ist bei dieser Lösung die Grundstücksauslastung höher als bei der vorgenannten. Kosten steuerlich geltend machen Welche Variante Sie umsetzen, ist natürlich auch immer abhängig von dem Ihnen zur Verfügung stehenden Grundstück, dem Bebauungsplan, dem Budget – und nicht zuletzt davon, welchen Beruf Sie ausüben. Die verschiedenen Abschreibungsmöglichkeiten der betrieblichen Nutzung können sich positiv auf Ihr Baubudget auswirken. Denn die Kosten für das Büro können steuerlich geltend gemacht werden – sowohl was den Bau, also die „Herstellung“

WINDFANG 13,5

GARD 3,5

BÜRO 13,5

AR 10

9,20 m

12,32 m BÜRO 12

DIELE 24,5 TECHNIK

DU/WC 4,5

DIELE 6,5

WOHNEN/ ESSEN/ KOCHEN 46

betrifft, als auch die laufenden Ausgaben. Allerdings gilt zu beachten: Ein häusliches Arbeitszimmer, bzw. Büro im Wohnhaus wird vom Finanzamt als solches nur anerkannt, wenn private Nutzung so gut wie ausgeschlossen oder nur untergeordnet ist. Der Raum muss von den Privaträumen getrennt und über eine Tür abschließbar sein. Durchgangszimmer oder nur durch Raumteiler abgegrenzte Räume wie Galerien werden nicht anerkannt. Auf die teilweise komplizierten Regelungen – mit noch komplizierteren Ausnahmen zu Coronazeiten – soll hier im Einzelnen nicht eingegangen werden. Da hilft nur das Gespräch mit dem Steuerberater. Die Regelungen zum klassischen häuslichen Arbeitszimmer inden Sie im Infokasten auf Seite 21. gw#H4F

Adressen Seite 51

futurehomes #wohnen_und_arbeiten

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Es gibt verschiedene architektonische Lösungsansätze, um den Arbeitsplatz im eigenen Haus sinnvoll zu platzieren.


STEUER

ARBEITSZIMMER ABSETZEN

Foto: www.deinSchrank.de

Um Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen zu können, muss das Arbeitszimmer ein eigener Raum in Ihrer Wohnung/Ihrem Haus sein, das Sie hauptsächlich für beruliche Zwecke nutzen. Eine Arbeitsecke in einem Raum reicht nicht aus. In voller Höhe können Sie die Kosten für Ihr häusliches Arbeitszimmer absetzen, wenn sich der Mittelpunkt Ihrer berulichen Tätigkeit dort beindet. Wenn Sie Ihre Tätigkeit prinzipiell auch in Ihrer Firma ausüben können, können Sie die Kosten für Ihr Arbeitszimmer nicht absetzen. Bestimmte Berufsgruppen (z.B. Lehrer oder Außendienstmitarbeiter), deren Mittelpunkt ihrer berulichen Tätigkeit nicht im häuslichen Arbeitszimmer liegt, können Kosten für ein Arbeitszimmer nur bis zu einem Höchstbetrag von maximal 1250 Euro steuerlich geltend machen. Voraussetzung hierfür ist, dass bestimmte beruliche Tätigkeiten (z.B. Unterrichtsvorbereitung, Konzipieren von Verträgen) nur dort ausgeübt werden können.

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#stromsparen #energieeffizienz #energielabel #haushaltsgeräte #LED #FlatTV

Foto: stock.adobe.com, Cristian Kerekes

WENIGER IST MEHR Elektrogeräte werden immer sparsamer. LED-Beleuchtung benötigt nur noch einen Bruchteil des Energiebedarfs klassischer Glühbirnen. Trotzdem sinkt der Stromverbrauch in Haushalten insgesamt kaum. Wie kommt das, und was können wir tun, um mehr Energie zu sparen?


Welche Rolle spielt der Stromverbrauch in Haushalten? Im gesellschaftlichen Energiemix stellt der Stromverbrauch in Haushalten keinen riesigen Anteil dar. Nur etwa fünf Prozent des gesamten Energieverbrauchs geht in Deutschland auf das Konto des Haushaltsstroms. Unter allen Stromkunden stellen private Haushalt mit 129 Terawattstunden (TWh) in Deutschland aber immerhin ein Viertel des Gesamtverbrauchs dar, neben Industrie, Gewerbe und Verkehr. Außerdem wird der Strombedarf in Zukunft massiv steigen, wenn Autos massenhaft elektrisch fahren und Gebäude mit Wärmepumpen beheizt werden. Der Stromverbrauch in Haushalten ist in den letzten zehn Jahren ein wenig gesunken – um 11 TWh oder knapp

acht Prozent zwischen 2008 und 2018 (siehe Diagramme unten). Der geringe Rückgang verwundert, denn seit Jahren werden Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik und Beleuchtung immer sparsamer. Diese Entwicklung wird staatlich gefördert und auch gefordert. So wurden etwa klassische Glühbirnen und andere ineiziente Leuchtmittel in den letzten Jahren nach und nach durch EU-Vorgaben aus dem Handel verbannt. Heute dürfen fast nur noch LED-Leuchtmittel eingesetzt werden, die bei gleicher Lichtausbeute 70 bis 80 Prozent weniger Strom verbrauchen als entsprechende Glühbirnen. Warum sinkt der Stromverbrauch nicht ähnlich stark? Allerdings ist der Stromverbrauch für die Beleuchtung in Haushalten binnen zehn Jahren nur um knapp 20 Prozent gesunken – von insgesamt 12 auf 10 TWh. Im Vergleich zum technischen Fortschritt ist das viel zu wenig. In anderen Bereichen, wo ebenfalls immer sparsamere Geräte auf den Markt kamen, hat sich am Verbrauch gar nichts verändert – etwa bei Kühlund Gefriergeräten, die 2008 und 2018 Deutschlandweit jeweils rund

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7W

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Strom aus der Steckdose ist bei alltäglichen Haushaltstätigkeiten der Energieträger Nummer Eins. Egal ob wir Teewasser aufsetzen oder ein erfrischendes Getränk aus dem Kühlschrank nehmen, ob wir Wäsche waschen oder Gemüsesuppe kochen, Musik hören oder Youtube-Clips schauen – stets läuft im Hintergrund der Stromzähler mit.

knowhow #stromsparen

LICHT AUS ist auch mit hocheizienten LED-Leuchtmitteln ein guter Rat für alle, die Strom sparen möchten.

LED-Lampen benötigen für die gleiche Helligkeit fast 80 Prozent weniger Strom als klassische Glühbirnen. Der Anteil der Beleuchtung am gesamten Stromverbrauch in Haushalten ging mit der Entwicklung zum LED-Licht aber kaum zurück.

Stromverbrauch in Deutschen Haushalten 2018: 129 TWh

 Raumwärme (elektrisch)

Quelle: Daten des Umweltbundesamtes, Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Stand 05/2020

 Warmwasser  Prozesswärme (Kochen, Backen)  Klimakälte  Prozesskälte (Kühlen, Gefrieren)  mechanische Energie (Hausgeräte, Werkzeug, etc.)  TV, PC, Tablets & Co  Beleuchtung

homes4future 2/2021 #H4F

2008: gesamt 140 TWh


DIE NEUEN EU-ENERGIEL ABEL

SCHLUSS MIT PLUS Ab März 2021 werden Haushaltsgeräte und Fernseher mit neuen EU-Energielabeln gekennzeichnet, ab September auch Leuchtmittel. Die neuen Label bewerten den Energieverbrauch strenger und klarer als bisher: Künftig gibt es statt A+ und A+++ nur noch die Eizienzklassen A bis G. Die EU hat vorgegeben, dass die Klassen A und B zunächst weitgehend leer bleiben sollen.

Bosch

WAX32M92

203

kWh/annum

47dB L/annum

2010/1061

kg

ABCDEFG

70dB

Aktuelle Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler tragen bislang fast durch die Bank die Effizienzklasse A+++. In der neuen Einstufung landen die meisten Geräte in den Klassen C und D. Bei Waschmaschinen kommen auch neue Infos, wie etwa der Wasserverbrauch, aufs Label.

C D E F G

Licht Sehr sparsame LED-Lampen sind heute in Klasse A++ eingestuft, die meisten sind in A+. Künftig bekommen typische Lampen in Glühbirnen-Form die Energieklassen D bis E. Nur die sparsamsten LED-Leuchtröhren kommen in Klasse C. LEDs noch sparsamer zu machen, dürfte sehr aufwendig werden.

TV Die meisten aktuellen LCD-TVs haben die Energieklasse A oder A+, Geräte mit OLED-Technik teils auch B. In der neuen Energielabel-Einstufung landen diese Geräte fast durchweg in der schlechtesten Klasse G. Hier ist die Bewertungskomission der EU offenbar übers Ziel hinausgeschossen.

WAX32M92

C

64

9.0

100

kWh

kg

3:38

48

L

70dB

ABCDEFG

ABCD

2019/2014

10560 9,0

Hausgeräte

A B

28 TWh Strom schluckten. Ein Grund dürfte ein sehr menschliches Verhalten sein, das man vielleicht als „SUV-Effekt“ bezeichnen kann: Weil die Produkte immer sparsamer werden, gönnen wir uns mehr davon. Mehr Lichtquellen, die öfter mal an bleiben. Ein größerer Kühlschrank, der nicht mehr verbraucht als der alte. Ein XXL LCD-TV, doppelt so groß ist wie der alte Plasma und dank LED-Rückbeleuchtung trotzdem sparsamer, ein bisschen. Ähnlich verhält es sich im Straßenverkehr, wo fast alle technischen Eizienzgewinne der letzten 30 Jahre nicht in weniger Verbrauch und Emissionen, sondern in größere,

ENERGIE SPAREN IM HAUSHALT

Deutschland und die EU wollen den Stromverbrauch im Haushalt bis 2030 um 30 Prozent senken. Was kann ich dafür tun?


schwerere Autos lossen – bis hin zu aktuellen SUVs, die in keine Garage mehr passen. Diese Entwicklung beschreibt das Gegenteil dessen, was sich Deutschland und die Europäische Union zum Ziel gesetzt haben: Die Senkung des Energieverbrauchs um rund ein Drittel bis 2030. Ein Grundsatz dafür lautet: „Energieeizienz an erster Stelle“.

Kochen

Waschmaschine

 Deckel drauf, Ofen zu: Beim Kochen sollte möglichst wenig Wärme entweichen. Also Kochgefäße geschlossen halten.  Ob Wasserkocher oder Topf: Kochen Sie stets nur die Menge, die Sie tatsächlich benötigen.  Speisen wie Reis oder gekochte Eier garen mit Restwärme fertig. Sie können die Kochplatte früher ausschalten.  Induktionskochfelder sind sparsam, da sie die Energie direkt auf den Topf übertragen, anstatt zuerst die Kochplatte oder das Kochfeld aufzuheizen.

 Der Norm-Stromverbrauch gilt in der Regel für den langsamen Eco-Waschgang. Nutzen Sie ihn! Kurzprogramme mit hoher Temperatur brauchen mehr Energie.  Lassen Sie die Maschine nicht halb leer laufen.  Eine geringere Schleuderdrehzahl und sparsame 30 statt 40 Grad reichen für normal verschmutzte Buntwäsche meist aus.  Wenn Sie Warmwasser zentral über eine Solaranlage und/oder Wärmepumpe bereiten: Legen Sie einen Warmwasseranschluss zur Waschmaschine.

Wie werden Geräte sparsamer? Aufschluss über die Sparpotenziale vieler Geräte im Haushalt geben die Energielabel der EU. Sie bieten einen guten Vergleich für den Stromverbrauch der erfassten Geräte – zumindest in deren jeweils sparsamster Betriebsart. Ab März 2021 bekommen diese Labels neue, deutlich strengere Bewertungen der Energieeizienz. Das ändert erst einmal nichts am Energieverbrauch der Geräte selbst. Die EU will damit die Hersteller motivieren, noch sparsamere Produkte zu entwickeln, die es dann wieder in die „grünen“ Eizienzklassen A und B schaffen. Die allermeisten Haushalts-

Kühlschrank

 Gefrier-/Kühlgut dient als Kältespeicher, ein voller Kühlschrank braucht weniger Energie. Wählen Sie keinen zu großen Kühlschrank.  Abkühlen benötigt viel Energie. Stellen Sie deshalb keine heißen Speisen in den Kühlschrank. Lassen Sie diese im Zimmer oder im Freien abkühlen.  Lassen Sie die Kühlschranktür nie unnötig offenstehen.  Eisschichten an Wand und Kühlelementen kosten Energie. Tauen Sie das Gefrierfach oder den Gefrierschrank regelmäßig ab.

homes4future 2/2021 #H4F

Foto: www.bsh-group.de

Foto: www.bsh-group.de

Foto: stock.adobe.com, zephyr_p

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Welche Geräte sind wirklich nötig? Im Haushalt haben wir es zum Großteil selbst in der Hand, welche Stromverbraucher wir wie einsetzen. Ein Blick auf die Verteilung des Stromverbrauchs zeigt dabei, wo die meisten

Energiesünden passieren: Der Strombedarf für alle möglichen mechanischen Gerätschaften im Haushalt hat sich binnen zehn Jahren praktisch verdoppelt. Auch der Verbrauch fürs Kochen und Backen stieg in absoluten Zahlen. Diese Posten stehen etwa für Kaffeevollautomaten, Küchenmaschinen, Brotbackautomaten, aber auch für Gartengeräte oder Elektromaschinen, die uns manuelle Arbeiten abnehmen. Hier helfen weniger die Eizienzgewinne beim Sparen, sondern die Frage vor der Anschaffung: Wie war das Leben vor dem Highspeed-Entsafter? Und: Muss der neue Kühlschrank wirklich größer sein?

knowhow #stromsparen

ENERGIE sparen wir auch, wenn wir den Orangensaft zum Frühstück mit der Handpresse zubereiten.


knowhow #stromsparen

GERÄTE IN STANDBY verbrauchen übers Jahr einiges an Energie – vor allem, wenn sie sich übers Netzwerk einschalten lassen. geräte etwa fallen mit der Umstellung aus der bisherigen Defacto-Einheitsklasse A+++ in den Bereich C, D oder E ab. LED-Leuchtmitteln ergeht es ab September 2021 ähnlich. Leider sind nicht alle neuen Energieklassen so schlüssig. Fernseher und PC-Monitore etwa werden besonders hart abgestraft: Die meisten aktuellen Geräte wandern mit der Umstellung aus den Klassen A+, A oder B gemeinsam in die unterste Kategorie G – unabhängig von der Bildgröße.

Geräte beanspruchen dauerhaft mehr Leistung. Es lohnt sich also, sie in Ruhezeiten vom Netz zu nehmen. Falls Sie unsicher sind, wo in Ihrem Haushalt weitere Stromschlucker und Einsparpotenziale schlummern, dann messen Sie doch einfach mal selbst nach – zum Beispiel mit Funk-Schalt-/ Messsteckdosen und den zugehörigen Apps (siehe Kasten rechts). Mit all den kleinen Maßnahmen lässt sich nicht unbedingt ad hoc ein Drittel Strom im Haushalt einsparen. Doch zusammen mit künftigen Entscheidungen für sparsamere und vielleicht nicht ganz so große Geräte kommen Sie dem Ziel immer näher. rot #H4F

homes4future 2/2021 #H4F

Foto: www.signify.com

Foto: www.samsung.com

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Was können wir selbst beitragen? Das ist eigentlich die einfachste Übung: Kleinere Geräte, mit Bedacht nutzen und unnötige Verbraucher wann immer möglich ausschalten.

Das gilt fürs Licht im menschenleeren Flur ebenso wie für den nicht genutzten WLAN-Router nachts oder während der Urlaubsreise. Weitere konkrete Tipps inden Sie auf diesen Seiten unten. Lange Zeit galt der Standby-Verbrauch bei HiFi- und Videogeräten sowie Fernsehern als großer Stromschlucker. Das hat sich teilweise erledigt, seitdem strikte Grenzwerte den Standby-Verbrauch auf unter ein Watt begrenzen. Doch für Geräte, die mit dem Heimnetzwerk verbunden sind und sich etwa per App einschalten lassen, ist der Standby-Verbrauch auch weiterhin ein Thema: Smart Speaker, WLAN-Multiroom-Anlagen oder vernetzte Fernseher. Viele dieser

TV, PC & Co

Licht

 Nichts gegen Heimkino-Feeling, aber: Je größer der Bildschirm, desto mehr Strom benötigt er. Doppelte Bilddiagonale bedeutet einen etwa vierfachen Verbrauch.  Schauen Sie bei wenig Raumlicht fern. Je dunkler die Umgebung, desto weniger hell muss der TV für ein brillantes Bild strahlen. Damit sparen Sie doppelt.  Trennen Sie nachts und bei Abwesenheit alle nicht benötigten Geräte wie TV, HiFi-Anlage, PC und Drucker vom Netz. Zum Beispiel mit Funk-Schaltsteckdosen (siehe ganz rechts).

 LED-Leuchtmittel sind sehr sparsam. Dennoch verbrauchen sie Strom. Wer hinter sich das Licht ausmacht, spart weiterhin Energie.  Lassen Sie das Licht in Durchgangsräumen per Bewegungsmelder ein- und ausschalten. Dann bleibt es nicht unnötig lange an.  Nicht jeder Winkel im Wohnraum muss voll ausgeleuchtet sein. Setzen Sie lieber gezielte Akzente, etwa mit gerichtetem Licht in der Leseecke oder am Esstisch.  Eine helle Einrichtung erfordert weniger Raumlicht als dunkle Wände und Möbel.

Viele kleine Stellschrauben bringen insgesamt spürbare Einsparungen – gut fürs Klima und erst recht für die Geldbörse.


STROMVERBR AUCH SELBST MESSEN

Foto: Eve Systems

Foto: AVM

SCHLUCKSPECHTE N AUF DE R SPUR

Welche Geräte sind besonders stromhungrig? Am besten, Sie messen selbst nach, etwa mit einem Energiemess-Zwischenstecker, den Sie für jeweils einige Tage vor den Netzstecker des Kühlschranks oder der HiFi-Anlage anschließen. Viele Gemeinden verleihen solche Energiemesser, etwa über das Umweltamt. Bequemer messen Smarthome-Schaltsteckdosen mit Energiemonitor. Das Modell DECT 200 von AVM etwa (oben links) zeigt den Verbrauch angeschlossener Geräte über die Weboberläche jedes neueren Fritzbox DSL-Routers mit Telefonfunktion (siehe unten). AppleNutzer sind mit Schaltsteckdosen vom Typ Eve Energy gut beraten – sie zeigen den Verbrauch direkt in der zugehörigen iPhone-App an. Beide Modelle schalten Stromkreise auch ferngesteuert ein und aus, etwa per Zeitschaltung. So lässt sich die HiFi-Anlage nachts vom Netz trennen und so StandbyVerbrauch einsparen.

Adressen Seite 51

Funk-Schaltsteckdosen wie Fritz Dect 200 von AVM oder Eve Energy (Fotos oben) messen den Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte und können diese zeitgesteuert abschalten. www.avm.de, www.evehome.com

Die Smarthome-Apps zu den Funk-Steckdosen protokollieren den Stromverbrauch über längere Zeiträume und berechnen die zugehörigen Kosten.

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WIEDER VERWERTEN

A

GEBRAUCHTE BAUSTOFFE

AUS ALT MACH NEU Dieses Haus ist ein Neubau, aber vie­ le seiner Bestandteile haben schon einmal als Baumaterial gedient. Ziel war es, ein Gebäude mit einer maxi­ malen Recyclingquote zu errichten.

B

RECYCLING

KREISLAUF DENKEN Wiederverwertung im Detail: Was tut sich bei den Dämmstoffen? Wo kann man alte Schätze entdecken? Wie entsteht aus vermeintlichem Abfall kreatives Design?


INTERVIEW

RESSOURCEN SCHONEN

29

D

Unsere Interviewpartnerin, Dr. Christine Lemaitre, verdeutlicht Punkt für Punkt, wie wichtig Recycling auch im Einfamilien­ hausbau ist.

topthema #recycling_im_hausbau

C SANIERUNG

NACHHALTIG WOHNEN

#klimaschützen #alteswiederverwenden #ressourcensparen #attraktivwohnen

homes4future 2/2021 #H4F

Der Recyclinggedanke lässt sich mit der Renovierung und damit Wiederverwertung eines ganzen Gebäudes vorbildlich umsetzen. Bei diesem Projekt wurde darauf geachtet, möglichst viel Altsubstanz zu erhalten.


A MA XIMALE RECYCLINGQUOTE

AUS ALT MACH NEU


In frischem Glanz strahlen die neu beschichteten Faserzementplatten. Im Wechsel mit Profilbaugläsern aus dem Abbruch einer hannoveraner Lackiererei ergibt sich eine spannende Fassadengestaltung.

Die Messlatte hing hoch: Ein neues Haus ganz aus altem Material, hieß die Devise. Ganz ließ sie sich nicht erfüllen. Der Aufwand, bestimmte Bauteile in gebrauchter Qualität zu bekommen, erwies sich als nicht realisierbar. Trotzdem schafften es die Planer von Cityförster, einen Großteil dieses Gebäudes aus aufbereiteten Baustoffen und -elementen zu konstruieren. Manchmal erhielt dabei Altgedientes eine völlig neue Bestimmung, wie zum Beispiel die Kronkorken, die jetzt als Fliesenersatz in den Bädern dienen. Für die Gründung des Hauses kam Recyclingbeton zum Einsatz, für den Abbruchgranulat als Zuschlagstoff verwendet wurde. Darüber hinaus verwendete Cityförster frei auf dem Baustoffmarkt verfügbare Recyclingprodukte zurück, beispielsweise Schaumglasschotter aus dem Glasrecycling

topthema #recycling_im_hausbau

31 homes4future 2/2021 #H4F

Ein Leuchtturmprojekt, das in dieser Konsequenz sehr ambitionierte Planer und Bauherren erforderte. Aber es zeigt, wie mit viel Engagement ein Neubau mit einem maximalen Recyclinganteil realisierbar ist.


A Der Aufdruck auf der Tür weist auf ihre ehemalige Bestimmung als Messebauplatte hin.

„Es geht darum, Architektur vom Ende zum Anfang zu denken.“

für die Dämmung der Bodenplatte, die Fassadendämmung aus ausgebrauchten Jutesäcken oder verschiedene Recyclingsplitte als Trag- und Zierschichten im Freiraum. Da, wo notgedrungen auf neue Baustoffe zurückgegriffen wurde, musste diese strengen ökologischen Anforderungen genügen. So besteht der Rohbau aus leimfreiem Massivholz, dessen Brettlagen nicht verklebt, sondern durch Buchenholzschrauben miteinander verbunden sind. Diese einstoliche Bauweise erlaubt eine spätere Wiederverwertung ohne Qualitätsverluste. Ein weiterer wichtiger Anspruch war die Regionalität. Die Bauteile stammen weitgehend aus Hannover und dem Umland. Dabei konnte der Bauherr, das Bau- und Wohnungsunternehmen Gundlach einiges selbst beisteuern:

Foto: Gundlach

Dipl.-Ing. Architekt Nils Nolting, geschäftsführender Partner bei Cityförster

Terrazzo mit Ziegelsplitt, Abbruchklinker an der Wand, ein Küchentisch aus Bauholzresten – so sieht kreative Altmaterialverwertung aus.

Ein großer Teil kommt aus eigenen Abbruch- und Umbauvorhaben. So kostete dieses Material erst einmal nichts. Günstig war es trotzdem nicht, denn es musste aufwendig aufbereitet werden, zum Beispiel die Fenster, die man mittels neuer Isolatoren und Dreischeiben- Isolierverglasung energetisch ertüchtigte. Kein Haus hält ewig. Doch wenn das Nutzungsende dieses Gebäudes erreicht ist, können seine Bestandteile weiterhin gute Dienste leisten. Es ist so konstruiert, dass es sich leicht zerlegen lässt. Und seine Bestandteile wurden so gewählt, dass sie entweder der Produktion neuer Stoffe wieder zugeführt werden können, sich CO2-neutral thermisch verwerten lassen oder als originales Bauteil in einem neuen Gebäude ihr zweites oder drittes Leben beginnen. bs#H4F


WOHNEN 14

TECHNIK 8 5,75 m

AB 1,5 16,40 m

EG

SCHLAFEN 14

BAD 8

OG

FLUR 8,5

FLUR 13

SCHLAFEN 14 ARBEITEN 9

GAST 11

BAD 7

topthema #recycling_im_hausbau

ESSEN/ KOCHEN 30,5

FLUR 4

DG

33

DIELE 4

homes4future 2/2021 #H4F

WC 2


A

34

Kronkorken zieren den Spritzbereich über dem Waschbecken aus der Bauteilbörse Hannover. Es ist integriert in einen Unterschrank aus ehemaligen Messebauplatten.

homes4future 2/2021 #H4F

Der Gebäudebestand kann als riesiges Rohstolager begriffen werden. Dem Recycling von Baustoffen sowie recyclinggerechten Bauweisen wird in Zukunft eine immer wichtigere Rolle zukommen.

Einst war sie die Haustür eines alten Bauernhauses. Mit ihrem shabby Chic ist sie heute der Hingucker im Flur.

Entwurf: Cityförster architecture + urbanism Escherstr. 22, 30159 Hannover Tel. 0511/5194760 www.cityfoerster.net Auftraggeber: Gundlach GmbH & Co. KG Am Holzgraben 1, 30161 Hannover Tel. 0511/3109-0 www.gundlach-bau.de Konstruktion: Diffusionsoffene, leimfreie Massivholzkonstruktion, Jutedämmung, Faser zementplatten-GlasHolzfassade, U-Werte opak 0,11-0,17 W/m²K, gebrauchte AluminiumFensterelemente, Uw -Wert 0,94-1,01 W/m²K, Flachdach mit SchaumglasGefälledämmung Technik: Luft-Wasser-Wärmepumpe mit solarthermischer Unterstützung (Warmwasser), Fußbodenheizung im EG, Heizkörper im OG, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung Energiebedarf: Primärenergiebedarf: 48,4 kWh/m2a Endenergiebedarf: 26,9 kWh/m2a KfW-Eizienzhaus 55 Wohnlächen: EG 64 m2, OG 58 m2, DG 26,5 m2

Möbel, Innenwände und Türen bestehen aus gebrauchten Messebauplatten, der Teppich aus Recyclinggarn und die Kupferrohrheizschlangen sind recyclingfähig. Schweißgetränkt, aber immer noch attraktiv – für die Holzverkleidung des Eingangsbereichs wurden Saunabänke zerlegt. Adressen Seite 51, Fotos: Olaf Mahlstedt

topthema #recycling_im_hausbau

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B RÜCKGE WINNUNG

KREISLAUF DENKEN #ressourcenschonen #abfallvermeiden #wiederverwerten #co2sparen


Die Idee, die hinter dem Begriff Lebenszyklus oder Cradle-to-Cradle steckt, besagt, dass die für den Bau eines Gebäudes verwendeten Materialien nur für eine gewisse Zeit aus einem technischen bzw. natürlichen Kreislauf entnommen und diesem später dann wieder zugeführt werden. Es indet also kein Verbrauch von

Foto: stock.adobe.com, New Africa

Recycling heißt in Kreisläufen denken. Dinge werden nicht nur einmalig gebraucht und dann weggeworfen. Sie sind so konzipiert, dass sie nach möglichst langem Gebrauch wiederverwendet werden können. Ressourcen statt mit darauf folgender Entsorgung. Entscheidend ist deshalb, dass Baustoffe vollständig wiederverwendbar, verwertbar oder kompostierbar sind. Dafür muss ein Haus gut in seine Bestandteile zerlegbar sein, zum Beispiel durch eine Modulbauweise. Baustoffe sollten möglichst sortenrein verwendet werden

oder gut trennbar sein. Baumaterialien und -teile, die am Ende eines Hauslebens nicht mehr weiter einsetzbar sind, müssen in den ursprünglichen Stoffkreislauf wieder rückstandsfrei eingebracht werden können. Seit 2020 fordert die EU eine Recyclingquote von mindestens 70 Prozent für Bau- und Abbruchabfälle.

topthema #recycling_im_hausbau

LEBENSZ YKLUS IM BLICK

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K R E I S L A U F FÄ H I G

REINE ROHSTOFFE Ein gutes Beispiel für Einstolichkeit sind Häuser aus Porenbeton. Sie können über die Außen- und Innenwände bis hin zum Dach aus diesem Baustoff hergestellt werden – ohne zusätzliches Dämmmaterial. Denn durch die Millionen kleinster Luftporen lassen sich die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes schon mit monolithischem Mauerwerk ein-

halten. Wenn nach vielen Jahren das Haus sein Nutzungsende erreicht hat, kann sortenreiner Porenbeton wieder in die Produktion ließen. Dazu wird das Abbruchmaterial zu Porenbetonmehl verarbeitet und ersetzt dann einen Teil des Rohmaterials bei der Herstellung. Langfristiges Ziel ist ein geschlossener Recyclingkreislauf für Porenbeton. w w w. xe l l a .c o m

Bauteile, die durchgehend aus nur einem Material bestehen, lassen sich am besten einer Wiederverwertung zuführen. Hier muss nicht erst mühselig getrennt werden.

homes4future 2/2021 #H4F

EINSTOFFLICH


topthema #recycling_im_hausbau

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B

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A B B R U C H M AT E R I A L

SCHÖN VERKLINKERT Neu und Alt sind bei diesem Fertighaus eine gelungene Symbiose eingegangen. Die lebhaft gefärbten Abbruchklinker machen den Entwurf zu einem Unikat.

Eigentlich hatte sich der Bauherr in der Bemusterung bereits für einen Klinker entschieden. Dann wurde er jedoch im Nachhinein auf einen Abbruchklinker aufmerksam. Kurz entschlossen ließ er das eigentlich bemusterte, neue Material aus dem Leistungsumfang streichen und kümmerte sich stattdessen darum, die in Schönheit gealterten Steine auf seine Baustelle zu verfrachten. Die gereinigten Steine ließen sich völlig unproblematisch verarbeiten, ganz wie ein normaler „frisch gebrannter“ Klinker. Dank der Robustheit und Witterungsbeständigkeit hatte ihnen Alter sowie Ab- und wieder Einbau nichts anhaben können. w w w.g u s s e k- h a u s .d e


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CHANCEN FÜR EIN ZWEITES LEBEN Dämmmaterialien sind Garanten für einen niedrigen Wärmebedarf. Doch wie sieht es mit ihrer Ökobilanz in Bezug auf ihre Wiederverwertbarkeit aus sowie mit dem Recyclinganteil bei der Herstellung? Bislang landen viele Dämmstoffe aus dem Rückbau in Müllverbrennungsanlagen und Zementwerken als Brennstoff oder als Füllmaterial im Straßenbau. Nur bei Material aus nachwachsenden Rohstoffen ist die Verbrennung von der CO2-Bilanz her als neutral zu betrachten. Generell wäre jedoch ein Recycling zu bevorzugen. Bislang werden aber allenfalls Abfälle aus der Produktion (z. B. vom Zuschnitt der Plattenware) oder ungenutzte Reste von Baustellen in die Herstellung rückgeführt. Das oberste Motto, um Altmaterialien aus dem Gebäuderückbau wiederverwerten zu können, heißt: Alles muss sich gut trennen und zerlegen lassen. Kleben zur Befestigung und Wärmedämm-

verbundsystem (WDVS) mit aufgebrachtem Putz erschweren einen zerstörungsfreien und sortenreinen Rückbau erheblich. Schüttungen und Einblasdämmungen sind hier weniger problematisch. Lose verlegte oder mechanisch befestigte Dämmstoffe aus biogenen Rohstoffen (z. B. aus Holzfaser, Zellulose, Hanf- und Schafwolle) können sogar wiederverwendet werden, wenn sie keiner erhöhten Feuchte ausgesetzt waren und in einem guten Zustand sind. Forscher entwickeln derzeit unter Hochdruck Möglichkeiten für eine Wiederverwertung von mineralischen und erdölbasierten Dämmstoffen, z. B. das Fraunhofer Institut IVV ein Verfahren zur Verlüssigung von Polystyrol aus WDVS.

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topthema #recycling_im_hausbau

GELUNGENES UPCYCLING Aus Abfall Wertvolles schaffen – das steckt hinter Upcycling. Ganz nach Möglichkeit und Fantasie wird aus einem gebrauchten ein schickes neues Produkt.

Es braucht nur eine piige Idee und schon entsteht aus Abfall ein upgecyceltes Designobjekt. In diesem Bad sind Kronkorken zu einem ungewöhnlichen Wandbelag verarbeitet worden. Sie stammen aus einer regionalen Hannoveraner Brauerei und einem lokalen Burger-Restaurant. In einheitlichen Chargen sortiert, entstand daraus ein dekoratives Mosaik. Das Waschbecken ist ein Fundstück aus der Bauteilbörse Hannover. w w w.c i t y f o e r s t e r. n e t

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40

B

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BAUTEILBÖRSEN

NOCH KEIN ALTEISEN Sinn und Zweck von Bauteilbörsen ist es, verwendbare gebrauchte Baumaterialien einer neuen Verwertung zuzuführen und an interessierte Bauherren zu vermitteln.

STATUS QUO UND PERSPEKTIVEN

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RE-USE UND RECYCLING VON ZIEGELN

Von A wie Armatur bis Z wie Zäune – der Fundus von Bauteilbörsen ist unerschöplich. Und nicht nur Liebhaber des Retrostyles können dort auf manches Unikat stoßen. Ökologisch gesehen ist es ein Riesenvorteil, Altem, Gebrauchtem ein neues Leben einzuhauchen. Sicher, es bedeutet mehr Aufwand, die Dinge wieder instand zu setzen, als das Produkt im Baumarkt oder Fachhandel zu kaufen. Aber es spart nicht nur jede Menge CO2, wenn etwas nicht neu hergestellt werden muss. Man bekommt dafür auch ein Unikat, das es so nicht noch einmal gibt. w w w. b a u t e i l n e t z .d e

Altziegel sind heute ein gesuchter Wertstoff. Voraussetzung ist ein möglichst sortenreiner Rückbau oder Abbruch. Diese Broschüre beleuchtet die aktuelle Praxis sowie Perspektiven auf die Verwertungsoptionen, die sich für Ziegel im Baustoffrecycling ergeben. Den kostenlosen Download zu „Re-Use und Recycling von Ziegeln“ finden Sie unter: w w w. z i e g e l .d e /d o w n l o a d s

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INTERVIEW

„Es geht darum, keine Ressourcen zu verschwenden und keine Pro dukte zu verwenden, die am Ende ihrer Nutzungszeit zu Müll werden.“

C

Dr. Christine Lemaitre ist Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).


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1

Warum ist Recycling auch im Baubereich wichtig? Die Ressourcen der Erde werden immer knapper, gleichzeitig steigt die Müllproduktion weiterhin an. Gebäude gehören zu einem der größten Ressourcenverbraucher, weil das Thema hier über Jahrzehnte keine Relevanz hatte. Wir müssen so aber nicht bauen und wirtschaften. Deshalb ist es wichtig, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren und Konzepte zur Konstruktion von kreislauffähigen Gebäuden und die Kreislaufführung von Baumaterialien voranzutreiben. Recycling oder sogar die direkte Wieder- oder Weiterverwendung vorhandener Baustoffe ist heute schon möglich und muss nur gewollt sein. Wichtiger ist es jedoch, Materialien so zu entwickeln, dass sie dauerhaft und immer wieder genutzt werden können. Denn wenn wir Recycling nur als Downcycling betreiben, wird das Ressourcen- und Müllproblem nur zeitlich verschoben.

Wie kann man bereits bei Bau oder Sanierung eines Hauses dessen späteres Recycling mitdenken? Ich würde beim Bau oder der Sanierung nicht Recycling als Ziel fokussieren. Vielmehr geht es grundsätzlich darum, dass wir das Richtige tun und das bedeutet, keine Ressourcen zu verschwenden und keine Produkte zu verwenden, die am Ende ihrer Nutzungszeit zu Müll werden. Es ist zentral, dies bei allen Entscheidungen zu berücksichtigen und das Haus vom Ende her zu denken. Das heißt, sich schon in der Planung damit auseinanderzusetzen, was mit den Baustoffen, Bauteilen und Materialien bei einem möglichen Rückbau passiert. Hier gibt es drei zentrale Vorgehensweisen. Erstmal sollte man sich grundsätzlich fragen, welche Baustoffe und Produkte überhaupt nötig sind. Jedes Baumaterial, das nicht hergestellt werden muss, spart Ressourcen und Emissionen und muss am Ende gar nicht erst recycelt werden. Dann gilt es, sich mit dem Standort und der Verfügbarkeit von Materialien auseinanderzusetzen. Gibt es beispielsweise einen lokalen Hersteller eines bestimmten Baustoffs, der diesen am Ende sogar wieder zurücknimmt und weiterverwertet? Einige Baustoffe lassen sich leichter wiederverwenden als andere und sind zu bevorzugen. Entscheidend ist letztlich, die Baustoffe so zu verbauen, dass sie möglichst sortenrein wieder getrennt werden können.

topthema #recycling_im_hausbau

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RESSOURCEN SCHONEN

homes4future 2/2021 #H4F

WIEDERVERWERTUNG


C 3

„Spätestens mit der Lebenszyklusbetrachtung der Kosten wird transparent: Gutes und damit nachhaltiges Bauen ist nicht teurer.“ Worauf kommt es bei einer guten Recyclingfähigkeit von Baustoffen und Bauteilen an? Neben der Materialität ist es entscheidend, dass Baustoffe möglichst sortenrein und frei von Schadstoffen zur Verfügung stehen. Beim Einbau muss man dann sicherstellen, dass man das Produkt nicht durch Verklebungen, Beschichtungen oder das Aufbringen von Farbe mit Inhaltsstoffen in Kontakt bringt, die die Recycling- oder Wiederverwendbarkeit beeinträchtigen können.

4

einandersetzen und die Entwicklung daraufhin ausrichten. Dann gilt es, die entsprechenden Materialien zu verwenden, Schadstoffe zu vermeiden und hier insbesondere auch Stoffe, die perspektivisch als Schadstoffe deiniert werden könnten. Gips ist beispielsweise ein Material, das immer wieder verwendet werden kann.

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Die Möglichkeit, Altbaumaterialien wiederzuverwenden, muss auf jeden Fall immer geprüft werden. Hier ist es gerade beim Umbau oder Rückbau wichtig, entsprechende Zeitfenster einzuplanen. Denn wenn ein Rückbau unter Zeitdruck erfolgt, macht man sich oft nicht die Mühe um zum Beispiel nach einer Bauteilbörse zu schauen, die die Bauprodukte oder Bauteile abnimmt oder nach einem passenden FolgeBauprojekt. Ob sich die Wiederverwendung inanziell lohnt, ist natürlich immer eine schwierige Frage. Tatsache ist, dass neue Produkte heute teilweise einfach zu günstig sind, da sie nicht die wirklichen und ganzheitlichen Kosten, also inklusive der späteren Entsorgungskosten abbilden. Ökologisch lohnt es sich meistens. Ich erwarte auch, dass die Lücke zwischen Rückbau und Neubau in den nächsten Jahren immer mehr geschlossen wird, sodass die Wiederverwendung von Altbaumaterialien attraktiver wird und wir vor allem auch mehr Transparenz zu den echten Kosten – also inklusive Entsorgung und Umweltfolgekosten – sehen werden. Was eine Widerverwendung auf jeden Fall ausschließt, ist eine Schadstoffbelastung.

Welche Formen von Recycling gibt es? Anstatt vom Recycling würde ich von Verwertungswegen sprechen, die in der folgenden Reihenfolge anzustreben sind: An erster Stelle steht der komplette Verzicht auf ein Produkt, zum Beispiel kein Oberbodenbelag in den Räumen oder keine Verkleidung der Decken. Das ist der rückbaufreundlichste Weg, der gleichzeitig auch CO2-Emissionen einspart. Weiter geht es mit der Wiederverwendung, das heißt ein Bauteil oder Produkt kann unverändert wiederverwendet werden oder wird vom Hersteller zurückgenommen. Der Hersteller macht dann wieder ein neues Produkt daraus. Dann folgt die werkstoliche Verwertung zu einem vergleichbaren Produkt und als letztes die stoliche Verwertung zu einem Sekundär-Rohstoff.

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Welche Baustoffe lassen sich gut in den Wertstoffkreislauf zurückführen, welche sind problematischer und warum? Grundsätzlich kann man Baustoffe im Wertstoffkreislauf halten, die frei von Schadstoffen sind und die entsprechend sortenrein ausbaubar sind. Natürlich muss man sich schon bei der Baustoffentwicklung mit dieser Frage aus-

Wie ist die Wiederverwendung von Altmaterialien in Neubau und Sanierung zu bewerten und lohnt sich das ökologisch und inanziell?

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Ist dabei eventuell mit Schadstoffbelastungen zu rechnen? Ja, leider haben wir es in Bestandsgebäuden oft mit Schadstoffen oder potenziellen zukünf-


Welche Labels zur Recyclingfähigkeit von Baustoffen gibt es, die eine Entscheidung erleichtern? Es gibt heute noch kein Label, das dies explizit ausweist. Es gibt Labels wie das Cradle-toCradle-Zertiikat, das hierauf teilweise eingeht. Aber wie bereits gesagt, dreht es sich beim ganzheitlich nachhaltigen Bauen gerade nicht nur um die Inhaltsstoffe, sondern um die Art und Weise, wie ein Produkt eingebaut wurde und auch um die rechtlichen Rahmenbedingungen. Grundsätzlich gilt hier, dass man genau hinschauen muss und sich von einem entsprechenden Experten beraten lassen sollte.

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Ist ein komplett rückbaufähiges Haus möglich? Ja, auf jeden Fall! Das Thema ist ja im Grunde nicht neu, sondern wird teilweise gerade wiederentdeckt. Früher war es doch üblich, dass man Balken und Ziegel aus einem Haus für den Bau von Kirchen oder neuen Häusern verwendet hat.

Adressen Seite 51

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Muss man dabei mit Mehrkosten rechnen und wie verhält es sich damit, wenn der Lebenszyklus des Gebäudes mitbetrachtet wird? Nachdenken kostet in der Regel nicht mehr. Es geht um eine gute Planung, die eigentlich selbstverständlich sein sollte. Ich inde die

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat sich einem umweltgerechten Hausbau verschrieben. Als NonProfit- Organisation setzt sie sich seit ihrer Gründung im Jahr 2007 für eine zukunftsfähig gebaute Umwelt ein. Dafür führt sie Zertifizierungen von nachhaltigen Gebäuden, Innenräumen und Quartieren durch und informiert umfassend zu Nachhaltigkeitsthemen. Verschiedene Broschüren stehen zum kostenlosen Download bereit unter www.dgnb.de

topthema #recycling_im_hausbau

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Mehrkostendiskussion immer schwierig und auch den falschen Ansatz. Die Frage muss doch sein, was uns Qualität wert ist. Es geht beim Bauen um die Gestaltung unserer gebauten Umwelt und da müssen wir wegkommen von dem „schnell und günstig“. Viele Probleme wie Umweltverschmutzung aber auch negative Auswirkung auf unsere Gesundheit gehen eben genau darauf zurück. Gutes und damit nachhaltiges Bauen ist nicht teurer und dafür gibt es viele Beispiele und auch eine eigene Auswertung bei der DGNB. Mit diesem Gerücht müssen wir endlich aufräumen. Spätestens mit der Lebenszyklusbetrachtung der Kosten wird dies sehr transparent. Gerade beim Rückbau wird es in den kommenden Jahren signiikante Mehrkosten geben, da die Entsorgung aufgrund von knapper werdenden Deponien immer teurer wird. Rückbaubarkeit ist also eine ökologisch und wirtschaftlich gefragte Eigenschaft.

homes4future 2/2021 #H4F

tigen Schadstoffen zu tun, die einen sensiblen Umgang benötigen. Solche Materialien sollten natürlich keinesfalls einer Wieder- oder Weiterverwendung zugeführt werden, da wir sonst nur weitere Materialströme kontaminieren und das Problem in die Zukunft verschieben. Daher ist ein Anteil von recycelten Materialien in einem Produkt nicht automatisch gut und nachhaltig. Hier muss man schon genau hinschauen, was da recycelt wurde. Bei Sanierungen sind deshalb ja auch Schadstoffgutachten von Experten von großer Bedeutung. Mit einer detaillierten Analyse lässt sich oft noch einiges herausholen. Hier ist in der aktuellen Rückbaupraxis noch viel Luft nach oben.


D N A C H H A LT I G W O H N E N

WUNSCH ERFÜLLT


„Von den 24 fast identischen Häusern hier in der Siedlung wurden viele in jüngerer Zeit abgerissen und durch Doppelhäuser ersetzt“, berichtet Heike Brumme, Spezialistin fürs Bauen im Bestand. Sie hatte den Zuschlag erhalten in einem originellen Vergabeverfahren: Gemäß Verfügung der vorherigen Besitzerin sollte das ehemalige Selbstversorgerhäuschen erhalten bleiben und auf keinen Fall an einen Bauträger verkauft werden. Zudem sollten die neuen Eigentümer zum Wohngebiet passen. Und der Erlös sollte an vier gemeinnützige Herrenberger Organisationen gehen. Zentraler Entwurfsgedanke bei der Sanierung war, den Anbau mit der Laube und dem Hühnerstall in einer modernen Sprache nachzuempinden. Deshalb

topthema #eizienzhäuser ist er abgesetzt und mit einer Holzverschalung sowie einer Titanzink-Treppe versehen. Heike Brumme nutzt ihn als Büro. Angegliedert ist eine Nasszelle. „Im Prinzip ließe sich dieser Trakt auch als Wohnung vermieten, denn der Einbau einer Küche wäre kein Problem.“ Entstanden sind also zwei separate Einheiten. Neben dem sehr sensiblen Umgang mit dem Bestand war es der Architektin wichtig, „nichts Irreparables einzubauen“, sondern nach Möglichkeit Produkte zu verwenden, die auf Dauer wertig sind und Freude bereiten. „Dafür habe ich dann an der einen oder anderen Stelle gerne etwas mehr investiert“, sagt die Chein von drei Teilzeitmitarbeiterinnen. Beispiel Schlossdielenboden: „Das sind im Allgäu aus heimischem Holz massiv

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In Herrenberg bei Tübingen steht dieses von der Architektin Heike Brumme frisch modernisierte Siedlungshaus. Ihr gelang es, möglichst viel vom Bestand zu erhalten.

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Vor dem Umbau: Das Dach war erst vor einigen Jahren neu gedeckt worden und technisch noch einwandfrei.


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Eine Fülle kluger Lösungen holt das Optimum an individueller Wohnqualität aus dem zuvor unscheinbaren Gebäude – ein Musterbeispiel weitschauenden Planens.

gefertigte Dielen, die ich beim Sanieren einer Schlosskapelle – aus der auch der Fichtenträger im Wohnzimmer stammt – kennen- und schätzenlernte.“ Oder die Alufenster. „Da inde ich einfach die Optik super. Und die sind extrem korrosionsbeständig.“ Interessant: Da durch den kostenbedingten, einstweiligen Verzicht auf eine Außendämmung mit dem Wunschmaterial Holzweichfaserplatten bei den Erdgeschosswänden kein kompletter Vollwärmeschutz gegeben ist, ließ die Architektin aus thermischen Gründen zweifach statt dreifach verglaste Fenster einbauen. „Im Bestand ist sonst wegen der Temperaturunter-

schiede eventuell Schimmelbildung vorprogrammiert. Sehr gut gedämmt sind Dach, Anbau und die Giebellächen.“ Auch passen die Alufenster bestens zur Holzverschalung. Die silbergrau lasierten Proile sollen viele Jahre ihre Oberlächencharakteristik behalten, bei Bedarf wird dann einfach erneut lasiert. Man merkt Heike Brumme die Begeisterung für solche nachhaltigen Details an. Und für das Thema Modernisieren und Recycling überhaupt. „Das ist ein total spannendes und kreatives Feld.“ Sie hat sich jedenfalls ein sehr individuelles, wohnliches Zuhause geschaffen, von dem auch das Stadtbild proitiert. gw#H4F


topthema #eizienzhäuser

SCHLAFEN

ESSEN WOHNEN

GALERIE KOCHEN

GÄSTE/ KINDER

BÜRO

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Links: Upcyling – ein 400 Jahre alter Fichtenbalken aus einer Schlosskapelle fängt die Lasten im Bereich der entfernten Zwischenwand ab.

Frau Brumme, schonender Umgang mit der Substanz war ein Leitthema. Wo lässt sich das an der Gebäudehülle ablesen? Klar würde mein Haus mit einer neuen Dachdeckung perfekter aussehen. Da aber eine Unterspannbahn vorhanden war, konnte unter Ziegeln, Lattung und Konterlattung eine neue Dämmung eingebracht werden. Den alten Hauseingang samt der aus den 1980er-Jahren stammenden, noch gut nutzbaren Haustür und einer Überdachung ließ ich ebenfalls unverändert. Bei den meisten Fensteröffnungen wurden nur die Brüstungen entfernt. Und was ließ sich im Innenbereich recyclen? Der aufbereitete Terrazzo im Eingangsbereich kam ebenso schön raus wie die restaurierte Treppe. Die originalen Holzdielen im Erdgeschoss und die sichtbar belassenen Balken im Dachgeschoss geben den Räumlichkeiten, wie ich inde, einen besonderen Flair. Im Übrigen ist es oft nicht sinnvoll, Wände zu verschieben. Ich habe mich ziemlich eng an die Grundrissvorgaben des Bestands gehalten, und konnte dadurch auch einiges an Kosten sparen.

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Rechts: Fotogen sanierter, honigfarbener Fichtenboden. Die Tür führt ins Büro.


topthema #eizienzhäuser

DATEN + FAKTEN

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Oben: Ein großes Dachfenster versorgt das Schlafzimmer mit viel Licht. Originales Balkenwerk kontrastiert mit der Dachflächenverkleidung aus Holz-Dreischichtplatten. Die hübschen Klappläden mit dem herzförmigen Guckloch wurden aufgearbeitet.

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Links: Dem ehemaligen Heuboden verleihen erhalten gebliebene Details einen besonders urigen Charme.

Ausdrücklicher Wunsch der vorherigen Besitzerin war, dass das Haus weder abgerissen noch an einen Bauträger verkauft wird. Sonst stünde hier wohl heute ein Mehrfamilienhaus.

Fotos und Text: www.bernhardmuellerfoto.de, Adressen Seite 51

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Planung: M.Sc. Altbauinistandsetzung Architektin Heike Brumme & Team Meisenweg 4 71083 Herrenberg Tel. 07032/287669 www.heikebrumme.de Baujahr: 1938 Umbau: 2020 Wohnläche früher: 63 m2 Wohnläche heute: 105 m2 Bauweise: Massivbauweise, Anbau Holzrahmenbauweise, Dämmung 22 cm Mineralwolle, silbergraue Lärchenholzverschalung, (Lasur von Ladenburger), Dachdämmung 20 cm Mineralwolle, Alufenster in Basaltgrau (RAL 7012), zweifach verglast, textil von außen verschattbares Dachlächen-Klappfenster im Schlafzimmer, zwei weitere Dachlächenfenster, in vorhandene Öffnungen gesetzt (Velux), Rotkalkund Sumpfkalkputze innen, Gewölbekeller: nach Entfernen von losem Putz hydrophobiert, natürliche Lüftung, Kontrolle mit Thermometer und Hygrometer Heizung: Gasbrennwert-Technik, raumhohe Design-Heizkörper von Stelrad, Modell Vertex Style


deinSchrank.de GmbH Von-Klespe-Str. 3 50226 Frechen Tel.02234/8980400 www.deinschrank.de Deutsche Energie-Agentur GmbH (Dena) Chausseestr. 128a 10115 Berlin Tel.0800/736734 www.dena.de www.zukunft-haus.info www.die-hauswende.de www.geea.info www.stromeizienz.de www.energie-eizienzexperten.de

AVM Computersysteme Vertriebs GmbH Alt-Moabit 95 10559 Berlin Tel.030/39976-0 www.avm.de

B Paul Bauder GmbH & Co. KG Korntaler Landstr. 63 70499 Stuttgart Tel.0711/8807-0 www.bauder.de www.baudereco.de

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB e.V. Tübinger Str. 43 70178 Stuttgart Tel.0711/722322-0 www.dgnb.de

Bauteilnetz Deutschland Feldstraße 10 28203 Bremen www.bauteilnetz.de

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Bien-Zenker GmbH Am Distelrasen 2 36381 Schlüchtern Tel.06661/98-0 oder 0800/4222228 www.bien-zenker.de BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH Carl-Wery-Str. 34 81739 München Tel.089/4590-00 www.bsh-group.de BSW – Bundesverband Solarwirtschaft Lietzenburger Straße 53 10719 Berlin Tel.030/2977788-0 www.solarwirtschaft.de www.photovoltaik-anlagenpass.de www.solartechnikberater.de www.die-sonne-speichern.de www.speicherpass.de www.woche-der-sonne.de Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. Reinhardtstr. 12-16 10117 Berlin Tel.030/5200999-0 www.ziegel.de BVF Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. Wandweg 1 44149 Dortmund Tel.0231/61812130 www.laechenheizung.de

C Cityförster architecture + urbanism Escherstr. 22 30159 Hannover Tel.0511/5194780 www.cityfoerster.net

Gussek-Haus Franz Gussek GmbH & Co. KG Euregiostr. 7 48527 Nordhorn Tel.05921/174-0 www.gussek-haus.de

I IBK Initiative Bodenbeläge Kleben Schaal.Trostner Kommunikation GmbH Weinbergstraße 59 72800 Eningen Tel.07121/1361668 www.schaal-trostner.de

Osmo Holz und Color GmbH & Co.KG Affhüppen Esch 12 48231 Warendorf Tel.02581/922-100 www.osmo.de

V Panasonic Deutschland GmbH Winsbergring 15 22525 Hamburg Tel.040/8549-0 www.panasonic.com www.aircon.panasonic.de Polar Life Haus Oy Primapoli Ltd Lehtimäentie 831 63640 Ritola FINNLAND Tel.00358/201 758400 www.polarlifehaus.de

R EnergieAgentur.NRW GmbH Roßstraße 92 40476 Düsseldorf Tel.0211/866420 www.energieagentur.nrw.de Eugen Ulmer Verlag Wollgrasweg 41 70599 Stuttgart Tel.0711/4507-0 www.ulmer.de Eve Systems GmbH Rotkreuzplatz 1 80634 München Tel.089/143390 www.evehome.com/de

F Flokk Kaistraße 6 40221 Düsseldorf Tel.0221/310610-0 www.lokk.com Franken Maxit Mauermörtel GmbH & Co. Azendorf 63 95359 Kasendorf Tel.09220/18-0 www.maxit-kreativ.de www.franken-maxit.de www.moertelpad.de FreyStil GmbH Obere Dorfstr. 2 94143 Grainet www.freystil.bayern

G Gräfe und Unzer Verlag GmbH Grillparzerstr. 12 81675 München Tel.089/41981-0 www.graefe-und-unzer.de

K KAMPA GmbH KAMPA-Platz 1 73432 Aalen/Waldhausen Tel.07367/92092-0 www.kampa.de Kermi GmbH Pankofen-Bahnhof 1 94447 Plattling Tel.09931/501-0 www.kermi.de KfW Bankengruppe Palmengartenstr. 5–9 60325 Frankfurt Tel.0800/5399002 www.kfw.de

N nmc Deutschland GmbH Weiherhausstraße 8 b 64646 Heppenheim Tel.06252/967-0 www.noel-marquet.de

O Öko-Institut e.V. PF 500240 79028 Freiburg Tel.0761/45295-0 www.oeko.de Oeko-Tex Gemeinschaft Splügenstraße 10 8002 Zürich SCHWEIZ Tel.0041/44 20642335 www.oeko-tex.com

Umweltbundesamt UBA Wörlitzer Platz 1 06844 Dessau-Roßlau Tel.0340/2103-2416 www.umweltbundesamt.de

P

J JOLT Energy GmbH Baierbrunner Straße 23 81379 München Tel.089/74982424 www.jolt.energy

U

#adressen

AEG: Electrolux Hausgeräte GmbH Markenvertrieb AEG Fürther Str. 246 90429 Nürnberg Tel.0911/323-0 www.aeg.de

Grundlach GmbH & Co.KG Am Holzgraben 1 30161 Hannover Tel.0511/3109-0 www.grundlach-bau.de

Regnauer Hausbau GmbH & Co. KG Pullacher Str. 11 83358 Seebruck/Chiemsee Tel.08667/72-222 www.regnauer.de

S Samsung Electronics GmbH Samsung House Am Kronberger Hang 6 65824 Schwalbach/Ts. Tel.06196/7755577 www.samsung.com/de SchwörerHaus KG Hans-Schwörer-Str. 8 72531 HohensteinOberstetten Tel.07387/16-0 www.schwoererhaus.de Sentinel Haus Merzhauser Str. 76 79100 Freiburg Tel.0761/59048170 www.sentinel-haus.eu Signify GmbH Röntgenstraße 22 22335 Hamburg Tel.040/2899-0 www.signify.com www.philips-hue.com www.lighting.philips.de/ home www.philips.de www.meethue.com

T Thermo Natur GmbH & Co. KG Industriestraße 2 86720 Nördlingen Tel.09081/80500-0 www.thermo-natur.de

Variotherm GmbH Adolf-Heim-Str. 4 74321 Bietigheim-Bissingen Tel./07142/21515 www.variotherm.de Vattenfall AB 16287 Stockholm SCHWEDEN Tel.0046/8739 5000 www.vattenfall.se Verband Privater Bauherren e.V. (VPB) Chausseestr. 8 10115 Berlin Tel.030/278901-0 www.vpb.de

W WeberHaus GmbH & Co. KG Am Erlenpark 1 77866 Rheinau-Linx Tel.07853/83-830 www.weberhaus.de Weinor GmbH & Co. KG Mathias-Brüggen-Str. 110 50829 Köln/Ossendorf Tel.0221/59709-211 www.weinor.de

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D

Wolf-Haus GmbH Koppenmühle 97705 Burkardroth-Gefäll Tel.09701/9111-0 oder 0800/1172081 www.wolf-haus.de

X Xella Deutschland GmbH Düsseldorfer Landstr. 395 47259 Duisburg Tel.0800/5235665 www.xella.com www.silka.de www.fermacell.de www.ytong.de www.multipor.de www.ytong-silka.de www.energiewerthaus.de

homes4future 2/2021 #H4F

A


1 HAUS 4 MEINUNGEN a

b

e

Das Musterhaus kann in der Fertighaus-Ausstellung in Villingen-Schwenningen besichtigt werden.


„Lanos 5.1620“ steht für eine moderne Interpretation des Satteldachhauses. Zwei Vollgeschosse bieten auf knapp 200 Quadratmetern viel Platz für eine vierköpige Familie. Der Entwurf überzeugt nicht zuletzt durch eine hohe Energieeizienz und eine intelligente Haussteuerung. Die #H4F-Redaktion hat das Haus besucht – hier inden Sie ihr Resümee!

c

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a-e

ansichtssachen #1haus4meinungen

#musterhaus #smarthome #effizienzhaus40plus

a Photovoltaikanlage, Ionen-Speicher, Luft-Wasser-Wärmepumpe, automatische Lüftung mit Wärmerückgewinnung; Primärenergiebedarf: 11,6 kWh/m²a. Eizienzhaus 40 Plus. b Diffusionsoffene Holzverbundkonstruktion mit Wärmedämmverbundsystem aus Holzfaser- und Mineralwolldämmung, Schiefer- und Putzfassade, U-Wert 0,10 W/m²K. c Satteldach 10 Grad, zwei Vollgeschosse, U-Wert 0,11 W/m²K. d Passivhausfenster mit Dreifach-Verglasung, Ug-Wert 0,5 W/m²K. e „VIMAR Smart Living“ Hausautomation steuert unter anderem Licht, Beschattung, Heizung. www.kampa.de

d

Alle Infos und Bilder zu diesem KfW-Eizienzhaus 40 Plus sowie ein Herstellerporträt gibt‘s unter www.hausbauhelden.de/hersteller/kampa

WOHNEN 19 BAD 11,5 SCHLAFEN 23

ARBEITEN 12 DIELE 16

TECHNIK 14

KIND 13,5 KOCHEN 13

GALERIE 20

ARBEITEN 13,5 ESSEN 19,5

WF 4,5

KIND 13

WC 2,5

DU/WC 6

EG

OG

homes4future 2/2021 #H4F

12,60 m

12,20 m


1 HAUS

Barbara Stierle Redakteurin

#meinung_2 Der Haushersteller hat einen diffusionsoffenen Wandaufbau mit hinterlüfteter Fassade und Installationsebene entwickelt, den er „Multitec-Wandsystem“ nennt. Zwischen den tragenden Holzständern kommt eine ökologisch zertiizierte Mineralwolle-Dämmung zum Einsatz, die zu 95 % aus natürlichen Rohstoffen und Recyclingmaterial besteht, Fassade und Installationsebene werden mit Holzfaser gedämmt. Das sorgt für einen sehr guten Kälteschutz im Winter und Hitzeschutz im Sommer. Die Vorhangkonstruktion leistet hinsichtlich der Wärme- und Kälteabpufferung ebenfalls einen effektiven Beitrag und ermöglicht eine vielfältige Gestaltung. Im Musterhaus werden neben der

Flexibilität und volle Raumhöhe auf allen Ebenen

#meinung_1 Das lach geneigte Satteldach sorgt in Kombination mit einem hohen Kniestock für viel Kopffreiheit im Obergeschoss. So verfügen auch die Zimmer in der obersten Etage über die volle Raumhöhe ohne einschränkende Dachschrägen. Davon proitieren zwei circa gleich große Kinderzimmer, die über eine Schiebetür intern verbunden sind. Das

macht sie lexibel nutzbar, hat allerdings andererseits den Nachteil, dass die Geräusche im Nachbarzimmer gut hörbar sind. Bei älteren Kindern kommt dies unter Umständen nicht so gut an. Das ebenfalls im Dachgeschoss beindliche Elternschlafzimmer ist großzügig geschnitten und mit einem Bad en suite versehen. Gut für den Familienfrieden: das separate Badezimmer für die Kinder. Der Aufenthaltsbereich im Erdgeschoss ist offen angelegt. Eine Wandscheibe trennt ihn vom Flur und gewährt Sichtschutz. Im Anbau sind die Technik sowie ein Arbeitszimmer untergebracht. Letzteres ist mit einem eigenen Hauseingang ausgestattet, so dass es gut für Tätigkeiten mit bs#H4 Kundenverkehr nutzbar ist.

Susanne Neutzling Redakteurin

Putzfassade eine echte Schieferfassade und Paneele in Holzoptik gezeigt, die nie mehr nachgestrichen werden müssen. Auch andere Fassadenplatten oder Photovoltaikelemente ne#H4F könnten integriert werden.

Ein diffusionsoffener Wandaufbau mit ökologischem Anspruch und vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten.

Adressen Seite 51

4 MEI NUN GEN


ansichtssachen #1haus4meinungen

Oliver Gerst stellvertretender Chefredakteur

Smarte Funktionen im Wohnalltag werden immer beliebter, wenn sie – wie hier – das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

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#meinung_3 Ein gemütliches Zuhause braucht nicht nur einen familientauglichen Grundriss, viel natürliches Tageslicht und eine moderne Möblierung, um den Ansprüchen an zeitgemäßes Wohnen gerecht zu werden. Inzwischen sorgt auch zunehmend intelligente Technik für Bequemlichkeit im Alltag. Hier bietet das Smart-LivingPaket von Vimar einen integrierten Webserver und ermöglicht dadurch die Steuerung angeschlossener Geräte ganz leicht über Smartphones oder Tablets sowie die Anbindung einer Sprachsteuerung oder einer IP-Video-Sprechanlage. Im Haus kann auch über ein Touchpanel in der Küchenfront gesteuert werden. Das Android-Betriebssystem verbindet das Zuhause direkt mit dem Internet und den sozialen Medien. Erweiterungen wie die gesamte LED-Lichtsteuerung oder die Anbindung einer Alarmanlage sind möglich. Darüber hinaus wird im Musterhaus auch die Energietechnik, also Luft-Wasser-Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Stromspeicher intelligent gemanagt – insgesamt eine angenehme und genauso nützliche og#H4F Smarthome-Ausstattung!

In diesem Haus können Familien beruhigt in die Zukunft schauen – dank hohem Wohnkomfort und hoher Energieeffizenz. #meinung_4 Dank großzügigem Raumangebot und sinnvoller Detaillösungen – wie z.B. einem Arbeitszimmer im Erdgeschoss und einem Kinderbad im Obergeschoss – kann hier eine vierköpige Familie komfortabel wohnen. Absolut zeitgemäß ist das Energiekonzept des Hauses. Es ist ein KfW-Eizienzhaus 40 Plus und fällt damit in die höchste Förderstufe. Die sehr gute Dämmung und eiziente Haustech-

nik reduziert den Heizenergiebedarf auf ein Minimum. Der verbleibende, geringe Energiebedarf wird von einer leistungsstarken Photovoltaikanlage auf dem Dach aus regenerativer Sonnenenergie erzeugt und in einer Lithium-Ionen-Batterie gespeichert. Und zwar inklusive des Energiebedarfs auch für Warmwasser, Licht und alle Hausgeräte. Der Hersteller spricht hier vom Selbstversorgerprinzip.

Darüber hinaus werden mit dem intelligenten Energiemanagement angeschlossene Geräte wie der Warmwasserspeicher dann geladen, wenn Sonnenstrom verfügbar ist. Der smarte Homemanager „lernt“ stetig das Energieverbrauchsproil und optimiert auf diese Weise die Ladezyklen des Stromspeichers. All das erhöht den Anteil selbst genutzten Sonnenstroms. gw#H4F

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Gerd Walther Redakteur


#fußboden #wand #decke #komfort #energiesparen

KOMFORTABLE WÄRME

Fußbodenheizungen sorgen für angenehm warme Füße. Man kann barfuß laufen – die gesündeste Form des Laufens.

Flächenheizungen an Boden und Wand sind in Neubauten nahezu Standard. Sie vereinen hohen Komfort und Hygiene mit hoher Energieeffizienz. Aber auch Heizkörper haben noch ihre Daseinsberechtigung.


knowhow #lächenheizung

DREI SYSTEME

AUCH WAND UND DECKE GE BE N WARM

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Als Ergänzung zur Fußbodenheizung bieten sich die Wandheiz- und in Ausnahmefällen auch Deckenheizsysteme an, wenn die verfügbare Fußbodenläche nicht ausreicht, um den Raumwärmebedarf zu decken. Zum Beispiel in Wohnräumen mit Belägen mit erhöhtem Wärmedurchlasswiderstand, wie bei Holzdielenböden. Oder – im Renovierungsbereich –, wenn besonders hochwertige Fußböden vorhanden sind. Der Schichtaufbau der senkrechten Systeme ist prinzipiell ähnlich wie auf dem Boden. Es gibt eine Vielzahl von Putz- und Trockensystemen, auch in Elementbauweise, die sich an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen und rasch montieren lassen. Die Wärmeübertragung ist meist höher, da es in der Regel keinen „bremsenden“ Belag gibt. Vor allem Systemplatten, in die die Rohre schon eingebettet sind, eignen sich darüber hinaus auch zur Montage an der Decke, falls auch die verfügbare Wandläche nicht ausreicht. So lassen sich auch Schrägdachwohnungen elegant gleichzeitig dämmen und mit Wärme versorgen.

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Foto: www.kermi.de

Hoher Wärmekomfort Das ist besonders angenehm, denn rund 80 Prozent kommen so als Strahlungswärme im Raum an. Das sorgt für ein angenehmes Raumklima mit gleichmäßiger Temperaturverteilung. Das heißt 20 Zentimeter über dem Boden ist es genauso warm wie in Kopfhöhe. Dank warmer Füße und hohem Strahlungsanteil kann die Raumtemperatur um bis zu zwei Grad niedriger sein als bei Heizkörpern. Hausstaubmilben haben durch den trockenen Untergrund genauso wenig eine Chance wie Schimmelsporen. Nicht zuletzt ist die Reinigung einfach, da sich kein Staub hinter oder unter Heizkörpern sammelt. Und beim Einrichten der Räume hat man mehr Freiheiten – wer schon weiß, wo zum Beispiel große Einbauschränke stehen, lässt unter diesen die Heizrohre weg. Es gibt Systeme, bei denen erwärmtes Wasser durch in Schleifen verlegte Rohrleitungen in Wand, Decke oder Boden ließt und solche, die mit Strom arbeiten. Elektrische Leiter sorgen hier für die Wärmeübertragung. In Kombination mit Ökostrom oder selbst erzeugtem Strom aus einer Photovoltaikanlage lassen sich auch diese umweltschonend betreiben. Flächenheizungen sind überhaupt ideale Partner für eiziente Haustechnik. Brennwertheizungen, Solarheizungen und Wärmepumpen proitieren von der niedrigen Temperatur, mit der das Heizwasser zirkuliert. Die kann umso niedriger sein, je besser das Haus gedämmt ist. Das unterstützt die gute Ausnutzung der Energieträger und hebt vor allem bei Wärmepumpen die Eizienz des gesamten Systems.

Foto: www.variotherm.de

Der Vorteil von Flächenheizungen, meist im Fußbodenaufbau, immer öfter auch an der Wand, ist ihre große Heizläche. Sie umfasst meist die komplette Bodenläche beziehungsweise Teile der Wände. Mehr Übertragungsläche bedeutet bei gleichbleibendem Wärmebedarf geringere Temperaturen im Heizkreis, also die Temperatur mit der das Heizsystem das Heizwasser durch die Rohre schickt.


Fußbodenheizungen übertragen ihre Wärme über die Bodenoberläche an den Raum. Damit dies funktioniert, sollten Bodenbeläge Wärme möglichst gut leiten. Der Bundesverband Flächenheizung empiehlt, dass der Bodenbelag einen maximalen Wärmedurchlasswiderstand von R = 0,15 K/W nicht überschreitet. Keramische Fliesen und Natursteinböden, die fest verklebt mit dem Heizestrich verlegt werden, übertragen die Wärme der Fußbodenheizung am effektivsten. Auch verklebtes Parkett, speziell für Fußbodenheizung, und elastische Beläge können verwendet werden. Mehr Infos: www.laechenheizung.de

Foto: www.ibk-fussboden.de

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knowhow #lächenheizung

Verschiedene Bodenbeläge können bei einer Fußbodenheizung zum Einsatz kommen.

V O R S C H R I F T: E I N Z E L R A U M R E G E L U N G

Foto: www.aeg.de

homes4future 2/2021 #H4F

ALLES GE REGE LT Ob Heizkörper oder Flächenheizung: Um eine energiesparende und komfortable Wärmeverteilung in den Räumen zu erreichen, müssen sie mit modernen Regelventilen bestückt werden. Deshalb schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) den Einsatz eines Einzelraumregelsystems verplichtend vor. Hochwertige Systeme arbeiten drahtlos und ermöglichen das bequeme Einjustieren und Kontrollieren der Temperatur- und Heizzeiten für alle Räume. Dazu wird ein Touchscreen-Bediengerät oder ein Smartphone oder Tablet (mit entsprechender App) genutzt. Weitere Regelungsfunktionen wie Restwärmeanalyse, Schnellaufheizung, Absenkbetrieb oder der Internet-Fernzugriff erhöhen den Wärmekomfort zusätzlich. Wichtig ist darüber hinaus, dass der Handwerker zum Schluss einen hydraulischen Abgleich durchführt, also die jeweils passenden Heizwassermengen an den einzelnen Heizlächen einjustiert.

Denn der Unterschied zwischen der Umweltwärme und der Heizwassertemperatur ist niedrig. Schließlich zirkuliert das Heizwasser bei Flächenheizungen mit nur etwa 35 Grad durch die Leitungen, bei Heizkörpern ist das je nach Auslegung deutlich höher. Der Fußboden oder die Wand sind dann 22 bis 24 Grad Celsius warm. Warmwasser-Fußbodenheizung gibt es in unterschiedlichen Varianten. Bei den sogenannten Nasssystemen kommt zunächst eine Hartschaumschicht mit Abdeckfolie zur Wärme- und Trittschalldämmung auf die Rohgeschossdecke. Darauf werden die Heizrohre ixiert und anschließend von einem Fließ- oder Zementestrich umhüllt. Nachdem dieser abgebunden und trocken ist, kann der gewünschte Fußbodenbelag verlegt werden. Warmwasser-Fußbodenheizungen mit speziellen Trockenestrichplatten sind vorteilhaft, wenn es auf eine kurze Bauzeit ankommt. Basiselement ist eine Trägerplatte, die mit Aluminium-Wärmeleitlamellen zur Aufnahme der Heizrohre bestückt wird. Auf eine Abdeckfolie werden dann die Trockenestrichplatten schwimmend verlegt. Dann lässt sich der Bodenbelag fast ohne Wartezeit aufbringen.


Z U S AT Z N U T Z E N

KÜHLE N MIT DE R HEIZUNG Elektrische Fußbodenheizungen bestehen aus sehr dünnen Heizmatten, die kaum auftragen und schnell zwischen Estrich und Fußbodenbelag eingefügt werden können. Wichtig ist eine gute Dämmung. Dafür gibt es Vorschriften im Gebäudeenergiegesetz (GEG). Grenzt ein Deckenaufbau zum Beispiel an die Außenluft, muss der Bereich deutlich besser gedämmt sein, als bei Böden, die an beheizte oder unbeheizte Räume, etwa an einen Keller grenzen. Zu guter Letzt: Auch Heizkörper sind trotz der Verbreitung der Flächenheizung nicht aus der Zeit gefallen. Vor allem im Bad kommen sie noch zum Einsatz, wo sie Handtücher wärmen, als Raumtrennung dienen und oft auch noch richtig „cool“ aussehen. Auch in Nebenräumen oder einem selten genutzten Dachgeschoss haben Heizkörper ihre Berechtigung, da sie schneller aufheizen als eine Flächenheizung. gw#H4F

MASSIVHOLZHAUS, DEUTSCHLAND

MASSIVHOLZHAUS, SÜDAFRIKA

Foto: www.kermi.de

Ist das Fußboden- und Wandheizsystem mit einer Sole-Wasser- oder mit einer reversibel arbeitenden Luft-Wasser-Wärmepumpe gekoppelt, kann es an heißen Sommertagen für eine gewisse Abkühlung sorgen. Dazu wird kühles Wasser durch die Rohrschlangen geleitet. Dieses nimmt einen Teil der Wärme aus den Räumen auf und führt sie ab. Allerdings ist die Kühlleistung der Flächenheizung aus technischen Gründen und wegen des Feuchteschutzes begrenzt. Sie reicht aber aus, um die Wohnräume bei Innentemperaturen von über 26 Grad um etwa zwei bis vier Grad zu verringern. Energetisch besonders eizient ist es, wenn der Antriebsstrom für Umwälzpumpen und Wärmepumpe von der eigenen Photovoltaikanlage kommt.

MASSIVHOLZHAUS, FINNLAND

Probleme mit Flächenheizungen sind selten. Wenn, dann sind meist fehlende Abstimmungen zwischen Heizungsbauer, Estrichleger und Bodenleger, fehlende Dehnfugen oder zu nasser Estrich die Ursache. Für Klarheit sorgt das Dokument „Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen in Neubauten“ des Bundesverbands Flächenheizung e.V. (gibt es auch für Modernisierungen). www.laechenheizung.de/schnittstellenkoordination

HOLZVERARBEITUNG SEIT 1907

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NACHHALTIG & ÖKOLOGISCH

Das Haus der Familie Kleinert ist ein moderner Kubus im Bauhausstil – ökologisch gebaut und mit hoher Energieeffizienz.


futurehomes #eizienzhäuser

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Als sich Töchterchen Lisa ankündigte, stand für Sandra und Christian Kleinert fest: „Wir möchten ein eigenes Haus bauen!“ Und weil man mit Kindern in die Zukunft schaut, sollte auch das Haus dafür optimal gerüstet sein.


Bauherr Christian Kleinert: „Da ich für eines der nachhaltigsten Unternehmen der Welt arbeite und ich mich berulich stark mit dem Thema beschäftige, wollte ich ein nachhaltiges und energieeizientes Haus bauen.“

Ein wichtiger Aspekt bei der Hausplanung von Familie Kleinert war eine nachhaltige und ökologische Bauweise. Darüber hinaus sollte es sich durch einen geringen Energieverbrauch auszeichnen. Die Basis dafür bildet die Gebäudehülle „ÖvoNatur Therm“. Hauptbestandteil ist der Naturbaustoff Holz, der nicht nur für ein gesundes Raumklima, sondern auch für einen optimalen Wärmeschutz sorgt. Nach Firmenangaben erfüllen alle Häuser dieses Herstellers damit bereits im Standard die Anforderungen an ein KfW-Eizienzhaus 40. Zusammen mit der Frischluft-Wärmetechnik, einer leistungsstarken Photovoltaikanlage sowie einem Batteriespeicher entspricht das Haus der Kleinerts sogar dem

KfW-Standard Eizienzhaus 40 Plus. Damit kann sich die junge Familie über einen Tilgungszuschuss durch die KfW-Förderbank von bis zu 30 000 Euro freuen. Vorausschauende Grundrissplanung Von außen spricht das Haus eine klare Sprache: geradlinig, kompakt und auf das Wesentliche reduziert. Fenster in verschiedenen Formen und der Rechteckerker auf der Gartenseite sorgen für eine Aulockerung der ansonsten strengen Symmetrie. Absolut zukunftsfähig ist auch die Grundrissplanung. So beindet sich im Erdgeschoss neben den üblichen Wohn- und Nebenräumen noch ein Arbeitszimmer und ein Duschbad. Dadurch kann auf dieser Ebene später

Große, bodentiefe Fensterflächen versorgen den Wohn-, Ess und Kochbereich mit viel Tageslicht.


futurehomes #eizienzhäuser

63 Viel Bewegungsfreiheit herrscht im Eingangsbereich, von wo eine geradläufige, luftig gestaltete Treppe ins Obergeschoss führt.

homes4future 2/2021 #H4F

Ausgefallen, aber stimmig: Die Hängeleuchten und bunten Esstischstühle untermauern den individuellen Einrichtungsstil.


futurehomes #eizienzhäuser

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Bauherrin Sandra Kleinert: „Das Besondere an unserem Haus ist, dass wir alles selbst ausgesucht haben, ohne dass wir dabei Kompromisse eingehen mussten.“

homes4future 2/2021 #H4F

Die volle Raumhöhe im Obergeschoss erlaubt eine sinnvolle Möblierung und erhöht den Wohnkomfort. Auch oben werden die Räume durch bodentiefe Fenster mit viel Helligkeit versorgt.

einmal eine komplette Wohneinheit entstehen – ohne mühseliges Treppensteigen für eventuell nicht mehr ganz so rüstige Bewohner. Auf Sperriges wurde verzichtet Eine großzügige Diele erschließt das Erdgeschoss. Links liegen der Technik- und der Hauswirtschaftsraum und rechts das Dusch-WC sowie das Arbeitszimmer. Geradeaus mündet sie in den Wohn-, Ess- und Kochbereich – hell und offen gestaltet, mit viel Platz fürs Familienleben. Auf sperrige Schränke und Kommoden wurde verzichtet, stattdessen bleibt der Raum frei für die wenigen, aber

mit Bedacht ausgewählten Stücke. So wandert der Blick von der luftigen Treppe zu den Hängeleuchten über der Kochinsel und bleibt schließlich an den farbigen Esstischstühlen hängen, die dem Raumensemble einen freundlichen Charakter verleihen. Eher an die nahe Zukunft wurde im Obergeschoss – mit voller Raumhöhe – gedacht. Denn hier gibt es selbstverständlich zwei Kinderzimmer – falls Lisa noch ein Geschwisterchen bekommt. Elternschlafzimmer mit separater Ankleide, ein großzügig bemessenes Familienbad sowie ein Abstellraum ergänzen diese gw#H4F Ebene.


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GALERIE 9 HWR 11

BAD 14,5

ARBEITEN 11,5 DIELE 13,5

KIND 15.5

TECHNIK 10 DU/WC 5

AR 5

9,94 m

EG

OG

Entwurf: Kundenhaus Kleinert Hersteller: Weberhaus 77866 Rheinau-Linx Tel. 07853/83830 Konstruktion: Holzverbundkonstruktion mit Putzfassade U-Wert 0,11 W/m2K, Holz-Alufenster mit Dreifach-Verglasung U g -Wert 0,6 W/m2K, Flachdach U-Wert 0,15 W/m2K Technik: Luft-Luft-Wärmepumpe, kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Fußbodenheizung, Photovoltaik, Batteriespeicher Energiebedarf: Primärenergiebedarf: 26,5 kWh/m2a, Endenergiebedarf: 26,3 kWh/m2a; Eizienzhaus 40 Plus Wohnlächen: EG 98,5 m2, OG 82,5 m2 Weitere Infos zum Hersteller sowie ausgewählte Entwürfe inden Sie im Internet unter www.hausbauhelden.de/weberhaus

Adressen Seite 51

DATEN + FAKTEN

14,19 m

homes4future 2/2021 #H4F

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Von außen wirkt das Haus der Familie Kleinert recht schnörkellos. Freunde und Familie sind jedoch begeistert und sagen, dass das Haus zu seinen Bewohnern passt.


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Foto: stock.adobe.com, FrankBoston

KONSEQUENT EFFIZIENT


Wichtig: Grundstück und Entwurf Die Überlegungen zur Planung eines Eizienzhauses beginnen bereits bei der Auswahl des Grundstücks und dem Gebäudeentwurf: Kompakte Gebäudeformen verringern Wärmeverluste. Sonnenstrahlung heizt das Haus im Winter zwar kostenlos, weshalb große Fensterlächen nach Süden sinnvoll sind. Um den Wärme-

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schrieben. Dort wird geregelt, welche bautechnischen Anforderungen zum Energieverbrauch jedes neue Haus erfüllen muss. Allerdings gibt das GEG keine allgemeingültigen Grenzwerte für den Dämmstandard oder den Energieverbrauch pro Quadratmeter vor. Die maximal zulässigen Werte werden für jedes Haus individuell anhand eines sogenannten Referenzgebäudes berechnet. Dieses theoretische Gebäude besitzt dieselbe Geometrie, Gebäudenutzläche und Ausrichtung wie Ihr neues Zuhause. Alle relevanten Kennwerte für die Gebäudehülle und die Koniguration der Anlagentechnik sind entsprechend den Vorgaben des GEG festgelegt. Die anhand des Referenzhauses errechneten Maximalwerte (=100 Prozent) muss Ihr Neubau mindestens einhalten, um eine Baugenehmigung zu erhalten.

Die kompletten Mehrkosten für den besseren Energiestandard machen sich durch die verbilligten Kredite und die Tilgungszuschüsse der KfW in der Regel nicht bezahlt.

Ob die Investition in ein Mehr an Energieeizienz langfristig sein wird, daran scheiden sich die Geister. Das kommt nicht nur auf Ihr Haus an, sondern u.a. auch auf die Entwicklung der Energiepreise. In jedem Fall reduzieren Sie mit einem förderfähigen Eizienzhaus Ihren persönlichen CO2-Fußabdruck gewaltig. Schon das allein ist eine sehr sinnvolle Investition in die Zukunft!

Auch ein Trend, der zum Effizienzhaus gehört: Technik wird immer kleiner und smarter. Das gilt auch für den Heizungsbereich. Die gesamte Inneninstallation für Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung kann mittlerweile in einem kompakten Gerät untergebracht werden. www.aircon.panasonic.de

homes4future 2/2021 #H4F

Wer ein Haus bauen will, stößt früher oder später auf eine spezielle Vokabel: das Eizienzhaus. Es gibt davon unterschiedliche: Das Eizienzhaus 55, das Eizienzhaus 40 sowie das Eizienzhaus 40 Plus. Grundsätzlich muss jedes Haus ein Eizienzhaus sein, um eine Baugenehmigung zu erhalten. Die Zahlen hinter „Eizienzhaus“ deinieren einen überdurchschnittlich hohen energetischen Standard eines Hauses: 55 heißt dann z.B., dass ein entsprechendes Haus nur 55 Prozent der maximal zulässigen Primärenergie pro Quadratmeterverbraucht. Je kleiner die Zahl, desto besser ist es, d.h. desto weniger Energie benötigt das Haus im laufenden Betrieb – und desto höher fallen die staatlichen Förderungen dafür aus. Die energetischen Baustandards in Deutschland sind im sogenannten Gebäudeenergiegesetz (GEG) festge-

knowhow #eizienzhäuser

Die effiziente Nutzung der benötigten Energie ist heute eines der wichtigsten Kriterien beim Hausbau. Wobei stets die Energie am besten ist, die gar nicht verbraucht wird. Deswegen müssen Neubauten heute Effizienzhäuser mit einem sehr geringen Energiebedarf sein.


Der KfW-Eizienzhaus-Standard ergibt sich immer aus der Kombination verschiedener baulicher und technischer Maßnahmen.

IHR HAUS K ANN ME HR Unter Sektorkopplung versteht man die clevere Verbindung von Strom, Wärme und Mobilität, damit erneuerbare Energien möglichst effektiv genutzt werden können. Im Eizienzhaus 40 Plus indet die Sektorkopplung im kleinen Maßstab statt: Der Strom, den die PV-Anlage auf dem Dach des Hauses erzeugt, wird im Haus nicht nur für Licht und Hausgeräte verwendet (Stromsektor), sondern z.B. auch zum Betrieb der Wärmepumpe, die im Haus für den Sektor Wärme zuständig ist. Weitere Stromüberschüsse können in den Sektor Mobilität ließen, wenn das Haus über eine Ladestation für E-Autos oder Bikes verfügt. Smarte Energiemanager sorgen dafür, dass die selbst erzeugte, regenerative Energie optimal selbst verbraucht bzw. gespeichert wird.

Jedes neu gebaute Haus benötigt einen Energieausweis. Er enthält auch einen Bandtacho, wie man ihn z.B. von Hausgeräten kennt, der den Energiebedarf des Hauses auf einen Blick zeigt. www.dena.de

eintrag im Sommer aber gering zu halten, dürfen optimal dimensionierte Sonnenschutzvorrichtungen nicht vergessen werden. Generell berücksichtigt ein günstiges Verhältnis von Fenster- zu Wandanteilen solare Wärmegewinne im Winter und minimale Aufheizung im Sommer gleichermaßen. Tagsüber einfallende Sonnenwärme wird im Inneren des Hauses in passiven Wärmespeichern wie massiven Böden, Wänden und Decken gesammelt und nachts langsam an die Räume abgegeben. Material, Größe und Anordnung derartiger Speichermassen im Haus sind darum wichtig. Die Dämmhülle eines Eizienzhauses muss hochwertig, homo-

gen und luftdicht sein und darf keine Wärmebrücken aufweisen. Besonders energiesparend sind Fenster mit Wärmeschutzverglasung und mit speziell gedämmten Rahmen. Durch die für die Energieeinsparung notwendige luftdichte Bauweise ist eine kontrollierte Gebäudelüftung unabdingbar. Automatische Lüftungsanlagen sorgen für einen geregelten Luftaustausch. Mit Wärmerückgewinnung ausgestattet, können sie die Wärme der verbrauchten Luft bis zu 90 Prozent zurückgewinnen. Mehrere Wege führen zum Ziel Bauherren, die zukunftskonform bauen wollen, sollten sich für eine

Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Stand 11/2013

S E K TO RE NKO PPLU NG

Jedes Haus ist anders. Gleiche Maßnahmen können an unterschiedlichen Gebäuden zu verschiedenen Eizienzhaus-Standards führen. Daher ist es wichtig, das Gebäude immer als Ganzes zu betrachten und stets ein energetisches Gesamtkonzept erstellen zu lassen. Generell sollte die Wärmedämmung gleichmäßig über die Gebäudehülle verteilt sein und bei der Anlagentechnik sollten erneuerbare Energien eingesetzt werden. Dies kann zum Beispiel über Umweltwärme durch Nutzung von Wärmepumpen, mit dem Einsatz von Solarenergie zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung oder auch über den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erfolgen.


knowhow #eizienzhäuser

FÖRDERUNG

ZUSCHL AG FÜR E RNEUE RBARE E NE RGIE N UND NACHHALTIGKEIT Bisher unterstützt der Staat den Bau besonders energiesparender neuer Wohnhäuser mit dem KfW-Programm Nr. 153 „Energieeizient Bauen“. Pro Wohneinheit kann ein Kredit von bis zu 120 000 Euro mit einer 10-jährigen Zinsbindung gewährt werden. Zusätzlich gibt es einen Tilgungszuschuss: Beim Eizienzhaus 55 sind es 15 Prozent der Darlehenssumme (maximal 18 000 Euro), beim Eizienzhaus 40 sind es 20 Prozent der Darlehenssumme (maximal 24 000 Euro), beim Eizienzhaus 40 Plus 25 Prozent der Darlehenssumme (maximal 30 000 Euro). Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen ist möglich. Ab Juli 2021 ersetzt die neue Bundesförderung für eiziente Gebäude die bisherige Förderung. Neu wird dabei sein, dass der besondere Einsatz von erneuerbaren Energien und besonders nachhaltige Bauvorhaben mit einer Extra-Förderung belohnt werden. Sofern ein sogenanntes EE- oder NH-Paket umgesetzt wird, erhöhen sich die jeweiligen Fördersätze einmalig um 2,5 Prozentpunkte bei Neubauten und um 5 Prozentpunkte bei Sanierungen. Details und Förderbestimmungen wird die KfW im April 2021 veröffentlichen. www.kfw.de Infos im Detail zum neuen BEG liefert Euch unsere Hausbauheldin auf www.youtube.com/ hausbauhelden

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Heizung mit regenerativen Energiequellen entscheiden und für eine Anlage, die den Energieträger eizient ausnutzt. Es bieten sich Holz, solare Warmwasserkollektoren für Brauchwasser und Heizungsunterstützung, Erd-, Luft- und Wasserwärme, aber auch Biogas, Bioöl und selbst erzeugter Photovoltaikstrom an. Als Basis für die Wärmeerzeugung gibt es Wärmepumpen, eiziente Brennwertheizungen, Mini-Blockheizkraftwerke, die neben Wärme gleichzeitig Strom erzeugen und Holz-Pelletheizungen. Welches System das richtige ist, hängt von den vor Ort verfügbaren Energiequellen, dem Wärmebedarf des Hauses und von einem potenziellen Lagerplatz für Brennstoffe vor Ort ab. Wer zum Beispiel ein gefördertes KfW-Eizienzhaus 55 plant, kann mit einem Anlagentechniksystem, bestehend aus Gas-Brennwertkessel, solarer Trinkwassererwärmung und einer kontrollierten Wohnungslüftungsanlage die Anforderungen problemlos erfüllen. Wobei jedoch herkömmliches Erdgas kein regenerativer Brennstoff ist. Für ein Eizienzhaus 40 braucht es dann aber ein regeneratives Heizsystem, bei der höchsten Stufe – 40 Plus – kommen dann noch, neben einer PV-Anlage, ein Stromspeicher und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung hinzu. gw#H4F

homes4future 2/2021 #H4F

Adressen Seite 51

Die Zukunft gehört dem energieffizienten Haus – und der Elektromobilität. Ein Effizienzhaus 40 Plus erzeugt selbst Energie, die man nicht nur in den eigenen vier Wänden nutzen kann, sondern auch für den Betrieb eines Elektroautos. Wer es mit selbst erzeugtem Strom umweltfreundlich „tankt“, reduziert nicht nur seine Mobilitätskosten, sondern optimiert die Wirtschaftlichkeit der eigenen Photovoltaikanlage, weil der „Eigenverbrauchsanteil“ am selbst erzeugten Ökostrom gesteigert wird. www.weberhaus.de


#nachhaltig #familiengerecht #energieeffizient


VORHER > < NACHHER

„Das macht man nur einmal im Leben", sagt Philippe Frey, Bauherr und Architekt des lichten Doppelhauses, das aus der Grundsubstanz eines ehemaligen Mehrfamilienhauses mit drei dunklen Wohnungen, Baujahr 1938, entstanden ist. Was er damit meint: Das Herausreißen ganzer Wände, das Entschlacken der Decken, das Versetzen und Vergrößern von Öffnungen, das Einziehen neuer Innenwände – und nicht zuletzt: das Schleppen von rund 200 Tonnen Bauschutt. Doch

für ihn und alle Beiligten steht fest: Es hat sich gelohnt! Alle, das sind das Architektenehepaar Maria und Philippe Frey mit ihren mittlerweile drei Kindern, und das Ehepaar Theresa und Michael Roth, die ebenfalls drei Kinder haben. Die Eltern hatten sich über den Kindergarten ihres Nachwuchses kennengelernt, sich angefreundet und beschlossen, gemeinsam dieses Projekt anzugehen. Allerdings erst nach anfänglichem Zögern seitens Familie Roth. Auch verständ-

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Ein Altbau aus den 1930er-Jahren in einem völlig verwilderten Garten wurde von zwei jungen Familien aus dem Dornröschenschlaf geweckt, zu einem lichten, energieeizienten Doppelhaus umgebaut – und gewann 2020 den KfW Award Bauen.

futurehomes #vorher_nachher

ZEITGEMÄSS AUFGESTELLT


VIEL LICHT IN ALLEN R ÄUMEN


Unten links: Helligkeit und Bewegungsfreiheit kennzeichnen den Küchenbereich mit direktem Zugang zum Garten. Oben links: Die Familien Frey (hinten ) und Roth vor ihrem Haus. Oben rechts: Die alten Treppenstufen wurden bei Familie Frey zum Esstisch.

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futurehomes #vorher_nachher Oben links: Die Wohnecke mit Kamin aus Schamott-Beton bei Familie Frey. Die Holztreppe führt ins Obergeschoss.

wachsenen Steinwege reaktiviert. So kristallisierten sich der respektvolle Umgang und die Einbindung der vorhandenen Struktur als zentrale Motive des Entwurfs heraus. Vorhandene Materialien wurden beim Umbau – soweit möglich – wieder oder anderweitig verwendet. Das bestehende Dach wurde saniert und mit einer Aufdachdämmung sowie einer Einblasdämmung aus Holzfaser gedämmt. Als Eindeckung kamen rote Biberschwanzziegel zum Einsatz. „Damit sich das Haus der Umgebung anpasst und nicht wie ein Neubau aussieht", sagt Philippe Frey. Die Außenwände aus Ziegelmauerwerk blieben vollständig stehen und erhielten ein 16 cm dickes Wärmedämmverbundsystem. Zum Einsatz kamen außerdem naturbelassene Eichenfenster. Mit einer gemeinsam betriebenen Gas-Brennwerttherme, einer Indach-Solarthermieanlage und einer Fußbodenheizung ist das Haus energetisch zeitgemäß aufgestellt und erfüllt die Anforderungen eines Eizienzhauses 100. Dafür gab es nicht nur Fördergelder von der KfW-Bank, sondern das Objekt war auch der Gewinner in der Kategorie Bestand beim KfW Award Bauen 2020. gw#H4F

homes4future 2/2021 #H4F

Der Umbau ermöglicht der Baugemeinschaft stadtnahes, familiengerechtes Wohnen mit Garten.

lich, denn das Haus war ziemlich verkommen, von Gestrüpp zugewuchert und stand jahrelang leer. „Wir konnten noch nicht einmal hingehen, so verwildert war der Hang“, erzählt Maria Frey, „ich musste viel Überzeugungsgarbeit leisten." Mit Theresa Roth war sie schon länger auf der Suche nach einer größeren Bleibe für ihre Familien. Mit Mitte dreißig wohnten sie beide mit damals jeweils zwei kleinen Kindern zur Miete ohne Garten. Diese führte dann aber auch zum Erfolg, denn letztendlich taten sich die beiden Familien zusammen und weckten das alte Haus aus seinem Dornröschenschlaf. Das Umbauprojekt begann mit dem gemeinsamen Abbruch der ersten Wand und führte dazu, dass die vollständigen Entkernungsarbeiten, große Teile der Zimmermanns- und Rohbauarbeiten über Monate durch die zwei Familien selbst ausgeführt wurden. Philippe Frey: „Wer günstig bauen will, muss eben viel selber machen." Unterstützt von ihren vier Kindern wurde Schicht für Schicht freigelegt – im Haus, wie auch im umliegenden Garten. Die Struktur des ursprünglichen Weinberghangs haben die Baufamilien wieder freigelegt und die alten, zuge-


DAS ALTE BEWAHREN

Oben: Die Struktur des Altbaus wurde teilweise erhalten und neu in Szene gesetzt. Unten links: Zeitgemäße Ausstattung sorgt für hohen Wohnkomfort. In den Bädern wurde Kalkputz eingesetzt, um ein ausgewogenes Raumklima zu erreichen. Unten rechts: Bodentiefe Fenster mit naturbelassenen Eichenholzrahmen sorgen für viel Tageslicht.


futurehomes #vorher_nachher

SCHLAFEN 28,5 AR 1,5 AR 2 BAD 7,5 SCHLAFEN 21

Es entstand ein Doppelhaus mit nahezu identischen Grundrissen und ausreichend Platz auf drei Wohnebenen.

DG

Das Architektenteam: Bauherrin Maria Frey, Bauherr Philippe Frey, Steffen Kirchmaier FLUR 7

BAD 11

KIND 15

KIND 15

KIND 11,5

BAD 11

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KIND 11,5

FLUR 7

KOCHEN 14,5

DATEN + FAKTEN

WC 1,5 WC 1,5 WOHNEN/ ESSEN 26,5

DIELE 4,5 KOCHEN 14,5

9,00 m

EG

Baujahr: 1938 Umbau: 2017/2018 Gesamtwohnläche 270 m2 Konstruktion: Ziegelmauerwerk mit 160 mm Mineralwolle als Wärmedämmverbundsystem, Putzfassade, U-Wert Außenwand 0,19 W/m2K, Satteldach 42 Grad U-Wert 0,17 W/m2K, Holzfenster mit Wärmeschutzverglasung U g -Wert 0,85 W/m2K Technik: Gas-Brennwerttherme, Solarthermie, Fußbodenheizung

Energiebedarf: Primärenergiebedarf 63,3 kWh/m2a KfW-Eizienzhaus 100 Planung: Frey Architekten Dipl.-Ing. Maria Frey Dipl.-Ing Philippe Frey 70199 Stuttgart Tel. 0711/4658262 www.freyarchitekten.de

homes4future 2/2021 #H4F

DIELE 4,5

WOHNEN/ ESSEN 26,5

13,50 m

Adressen Seite 51, Fotos: KfW Bankengruppe / Claus M. Morgenstern, Frey Architekten

OG


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BES SER BAU EN Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) zeigt in einem neuen Report auf, wie Gebäude einen Beitrag zu den in der Agenda 2030 verabschiedeten Nachhaltigkeitszielen leisten können. Der interessante Leitfaden für Architekten und Planer, aber auch Bauherren und Kommunen ist digital oder gedruckt kostenlos erhältlich unter w w w.d g n b .d e /p u b l i k a t i o n e n

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D e r D esign - S e nso r „ L A IR “ misst Raum luf t we r te in Ec ht zei t . D e r in eine smar te Hauste c hnik inte grie r te S e nso r info rmie r t p e r A PP (iO S und A ndroid ) üb e r de n Zustand de r Raumluf t we r te. O ptisc h angezeig t wird de r S tatus üb e r ein L ic htband , das vo n Tür k is (alles in O rdnung) üb e r Gelb zu Rot we c hsel t . B ei Rot soll te de r Raum auf je de n Fall g elüf tet we rde n .

Foto: bofotolux, Fotolia.com

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RUND

46 PROZE NT des Bru t tostromverbrauchs in Deu tschland stammten 20 20 aus erneuerbaren Energien. A n erster S telle lag dabei die W indenergie nu t zung im Binnenland.

Foto: www.maxit.de

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GESUNDE WECHSELWIRKUNG

ZIEL ER R EICHT Nicht nur beim Sport, auch privat hat der ehemalige Skirennläufer Felix Neureuther genaue Ziele vor Augen – an erster Stelle steht dabei ein naturnahes Wohlfühlzuhause für seine Familie.

Für dauerhaft gutes Klima in den Räumen sorgt der ökologische, feuchteregulierende Innenputz „maxit 381 pluscalc“ mit CO2-reduzierendem Bindemittel „maxplus“. Dieser nimmt Wasserdampf auf und gibt ihn bei Bedarf wieder an die Raumluft ab. Das Produkt erhielt eine Auszeichnung vom Eco-Institut für emissionsarme Baustoffe. Für die Fassade wählten sie die „maxit Solarfarbe“, die Sonnenstrahlen absorbiert und der Wand zuführen. w w w. m a x i t .d e

Oeko-Tex wird in diesem Jahr bei der Vergabe von Produktlabeln noch mehr Transparenz für die Verbraucher umsetzen. Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse oder gesetzlicher Vorgaben werden die bestehenden Prüfkriterien und Grenzwerte für Zertiizierungen und Services angepasst. Die Umsetzung soll ab 1. April erfolgen. Unter anderem wird Oeko-Tex im „Standard 100 by Oeko-Tex“ künftig Recylingmaterialien integrieren. Für Verbraucher soll die Information über einen Hangtag (ein der Textilie angehängtes Schildchen) sichtbar werden. Eine weitere Neuerung ist für die Zertiizierung von chromund metallfrei gegerbtem Leder vorgesehen. w w w.o e ko -t e x .c o m


#grün+genial

HEIZEN MIT GUTEM GEWISSEN

M O D E R N E G A S TA R I F E Zum umweltfreundlich Heizen braucht man nicht sofort eine neue Heizungsanlage. Das CO 2- neutrale Gas von Vattenfall basiert zwar auf Erdgas, anders als bei konventionellen Gastarifen erfolgt jedoch eine Kompensation für die bei der Verbrennung entstehende CO 2-Emissionen. Der Anbeiter investiert dafür weltweit in verschiedene Klima- undUmweltschutzprojekte im Bereich Wind- und Solarkraft.

Foto: www.freystil.bayern

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ZWISCHEN WA N D U N D B O D E N A ls besonders umwelt freundliches und wohngesundes Produk t wurden die S o ckelleisten von Noël Marquet mit dem Prüfsiegel für Umwelt freundlchkeit, dem Blauen Engel, ausgezeichnet. Die Produk te von Noël Marquet vereinen Design und Funk tionalität und bieten für jeden Übergang von Wand und B oden das passende Ou t f it. w w w. n o e l - m a r q u e t .d e

homes4future 2/2021 #H4F

Der auf der Schwäbischen Alb angesiedelte Hersteller für Fertighäuser Schwörer Haus wurde mit dem Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg in der Kategorie „Unternehmen über 250 Mitarbeiter“ ausgezeichnet. Franz Untersteller, Umweltminister von B-W, ehrte die Firma für ihr langjähriges Engagement, ihre Innovationskraft und die ehrgeizigen Ziele in Sachen Nachhaltigkeit.

...  wird dieses hübsche Holzpferd K inderher zen erobern. Das T Ü V- geprüf te S piel zeug wird von Freystil in Bayern aus mas sivem Douglasienholz hergestellt und ist sowohl für innen als auch für den Außen bereich ge eignet. Für kleinere Reiter * in nen empf iehlt sich „Vroni “ (im Bild) mit 59 Zentimetern , die S chwester „ Fanny “ misst stolze 8 9 Zentimeter. Unerlässlich fürs per fek te K inderglück : Das Zubehörset mit S at tel, Half ter und S triegelbürste.

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I M G A L O P P   ...


ansichtssachen #mein_beitrag

82 homes4future 2/2021 #H4F

MEIN BEITR AG

WAS NOCH GEHT BLEIBT! Mein Prinzip: Wenn etwas kaputtgeht, das ich regelmäßig benutze, wird es umgehend ersetzt. Aber erst dann! Ich bin zwar in der glücklichen Lage, dass mir eine kaputte Waschmaschine keine schlaflosen Nächte bereitet, aber was läuft, läuft – und bleibt. Nicht nur, aber auch der Umwelt zuliebe! Denn Elektromüll gibt es schon mehr als genug.

Warum

Wie

Fazit

53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott sind laut The Global E-waste Monitor 2020 weltweit angefallen. In Deutschland verursacht jeder Einwohner laut des Statistik-Online-Portals Statista jährlich durchschnittlich 19,4 Kilogramm Elektroabfall. Insgesamt landen hierzulande 837000 Tonnen Geräte in den Abfallsammelstellen. Diese Zahl spiegelt das Problem aber noch nicht umfassend wider. Denn Elektroschrott ist nicht einfach nur Müll. Bestandteile in Smartphones und anderen Elektrogeräten sind nicht nur wertvoll – eine Tonne Smartphones birgt heute mehr Gold als eine Tonne Gold-Erz – sondern häuig auch giftig. Elektromüll macht zwar nur zwei Prozent der Abfallströme aus, dafür aber 70 Prozent der gefährlichen Abfallbestandteile, die auf Deponien enden. Eine genaue Auftrennung der einzelnen Bestandteile, um wieder verwendbare Teile zu recyceln, ist aber aufwendig und lohnt sich nicht immer.

Mein Smartphone ist über fünf Jahre alt! Mein Smart-TV-Gerät sogar schon fast sieben. Sie funktionieren nach wie vor einwandfrei – und können alles, was ich von ihnen erwarte. Mein Handy hat Sprachsteuerung, Navi, bringt bisher jede App zum Laufen und macht für meine Zwecke ausreichend gute Bilder. Ach ja – telefonieren geht natürlich auch. Mein Fernseher liefert Bilder in Full-HD-Qualität, kann Internet und zur akustischen Optimierung hängt er an einer Surroundanlage gleichen Alters. Meine Waschmaschine hat gar schon eine zweistellige Anzahl an Jahren auf der Trommel. Da es sich dabei aber – wie bei fast allen meinen Elektrogeräten – um ein hochwertiges und nicht ganz billiges Teil handelt – tut sie weiterhin ihren Dienst. Bei meinen als Werktag-Single ein bis maximal zwei Waschgängen pro Woche, fällt die schlechtere Energieeizienz im Vergleich zu einem Neugerät wohl kaum ins Gewicht.

Einen angeblichen Trend kann ich persönlich nicht bestätigen: Dass elektronische Geräte eine immer kürzere Lebensdauer haben oder gar von Herstellerseite eben dafür gesorgt wird. Voraussetzung ist dabei natürlich – wie bei den meisten anderen Gebrauchsgegenständen auch – dass man sich keine billige Ramschware anschafft, sondern auf eine gewisse Qualität achtet – und die gibt es halt nicht immer zum Schnäppchenpreis. Dafür hat man aber in den meisten Fällen länger Freude daran und der Nachhaltigkeit dient es auch. Also liebe Jünger des angebissenen Apfels: Wenn ihr demnächst mal wieder vor dem Apple-Store übernachtet, um ein neues iPhone zu ergattern – weil das „alte“ ja schon mindestens zwei Jahre auf dem Akku hat – werde ich euch bestimmt keinen Platz streitig machen. Andererseits: Tut, was ihr nicht lassen könnt! Wenn die verdammte Pandemie endlich vorbei ist, freut sich der Einzelhandel über jeden Euro!


no.3 2021

Ab 05.06.2021 gibt‘s die nächste homes4future im gut sortierten Zeitschriftenhandel. Dann geht es unter anderem um diese Themen:

VERLAGSLEITUNG: Christian Schikora, Tilmann Münch CHEFREDAKTION: Astrid Barsuhn (ab) verantwortlich Oliver Gerst (og) stellvertretend

#ausblick+impressum

#H4F

IMPRESSUM FACHSCHRIFTEN-VERLAG GMBH & CO.KG Höhenstraße 17, 70736 Fellbach Telefon (0711) 5206-1 Telefon Redaktion 0711/ 5206-271 Telefon Anzeigen 0711/ 5206-290 E-Mail: homes4future@fachschriften.de www.fachschriften-verlag.de www.hausbauhelden.de

REDAKTION: Christine Meier (cm), Susanne Neutzling (ne), Barbara Stierle (st), Gerd Walther (gw) ASSISTENZ: Susan Carlizzino-Hoog, Ilona Mayer E-Mail: homes4future@fachschriften.de STÄNDIGE MITARBEITER: Dr. Joachim Mohr (jm), Reinhard Otter (rot), Astrid Voss (av), Jürgen Wendnagel (jw), Dieter Ernst, Elke Raff (Zeichnungen) LAYOUT: Dolde Werbeagentur GmbH, 70327 Stuttgart Heike Heineman, Suzanne Tempes

DRUCK: westermann DRUCK | pva, Georg-Westermann-Allee 66, 38104 Braunschweig

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VERTRIEB: PARTNER Medienservices GmbH, Julius-Hölder-Str. 47, 70597 Stuttgart

PREIS: Einzelheft 5,00 € Direktbestellung im Verlag unter www.fachschriften-verlag.de/zeitschriften BANKKONTO: HypoVereinsbank IBAN: DE 72 670 201 900 025 059 506 BIC: HYVEDEMM489

GESUND BAUEN UND WOHNEN

Steuer-Nr.: 90492/10407 EG Ust.-Id.Nr.: DE 147 321 116

Viele Menschen legen Wert auf ein gesundes Leben – und dazu sollte auch ein gesundes Wohnumfeld gehören. Schließlich verbringen wir einen guten Teil unserer Zeit in den eigenen vier Wänden. Wir stellen Baumaterialien und Häuser vor, die ihren Fokus auf die Erfüllung dieser Ansprüche setzen.

Die veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen sind vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikroilm oder andere Verfahren – sowie Speicherung und Wiedergabe durch Datenverarbeitungsanlagen, auch auszugsweise, sind nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages gestattet. Das Führen der Zeitschrift im Lesezirkel sowie der Export und Vertrieb im Ausland ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages gestattet. Artikel, die mit Autoren-Namen gezeichnet sind, stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Für unverlangt eingereichte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Der Fachschriften-Verlag ist förderndes Mitglied im Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF), Bad Honnef, im Deutschen Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV), Stuttgart und im Deutschen Massivholz- und Blockhausverband e.V. (DMBV), München ISSN-Nummer 2699-9013 Printed in Germany.

#sommerlicher wärmeschutz und verschattung: Hitze, die nicht ins Haus gelangt, muss erst gar nicht bekämpft werden. Mit aktiven und passiven Maßnahmen bleibt es auch bei schweißtreibenden Außentemperaturen angenehm kühl im Haus. #zukunftssichere heizungen Neue Systeme und Modelle im Öko-, Leistungs- und Nachhaltigkeitscheck. #bad, sauna & pool Machen Sie Ihr Haus zur Wellnessoase. Wir geben Planungstipps und zeigen tolle Praxisbeispiele.

homes4future 2/2021 #H4F

ANZEIGEN: Jürgen Seiler (Verkaufsleitung) E-Mail: seiler@fachschriften.de Claudia Pastor (Disposition) E-Mail: pastor@fachschriften.de

Foto: www.baufritz.com

HERSTELLUNG: Anja Groth (Ltg.)


| Zuhause Was Eigenes schaffen, ein Stück Zukunft bauen, sich sicher fühlen, zufrieden und stolz sein, Glück empfinden...

gene Heim! Starte JETZT ins ei +49 5921 174-0 Einfach anrufen oder E-Mail senden ek.de hausinfo@guss Gussek-Haus Franz Gussek GmbH & Co.KG Euregiostr. 7 · 48527 Nordhorn www.gussek-haus.de

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