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Von der Lust, ein Gastwirt zu sein Seite 2

14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296 / 7. Jahrgang / Preis Deutschland 1,80 €

Der goldene Fluch des Amazonas Seite 7

Große Kunst auf ulkigen Instrumenten Seite 9

Die Holzschnitzer von Oberammergau Es gibt nur noch etwa 60 Holzschnitzer in Oberammergau. Ihre wahrhaftige Kunst ist es wert, erhalten zu werden. Aus ihren Figuren spricht das Leben.

mehr auf Seite 3

Chinas Finanzsystem steht kurz vor dem Kollaps Durch fehlende Kredite sind bereits viele Privatunternehmen in China bankrottgegangen; ein ähnliches Schicksal droht nun auch den staatlichen Unternehmen. mehr auf Seite 4

Dunkle Wolken über Durban Die fast 200 Nationen, die zukünftig mit einer Umwelt mit instabilerem Klima fertigwerden müssen und in Durban auf der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen wegen des Klimawandels zusammenkamen, fanden keine leichten Antworten. F O T O : S O N N Y T U M B E L A K A /A F P/G E T T Y I M AG E S

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Wie kommt der „bungee-jumpende“ Weihnachtsmann von Bali auf die Titelseite der Epoch Times? Lustig sollte es sein, so lautete der Beschluss der Redaktionskonferenz für das letzte Titelfoto in diesem Jahr – denn die Zeiten sind schwierig genug und nicht vorhersehbar. Wenn die Redaktion Pause macht, dann sollten unsere Leser etwas zum Schmunzeln haben. Aber was der warm angezogene Weihnachtsmann in tropischer Hitze wollte, außer einen Gag zu landen, das wissen wir nicht. „Fröhliche Weihnachten!“

Frohes Fest!

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ie kommen so harmlos daher, die Glocken am goldenen Band, um die Weihnachtszeit einzuläuten. Tatsächlich wissen wir jedoch gar nicht, was die Glocken geschlagen haben für uns, für unsere Leser, für das Geld, für das Klima der Welt. Aber ist das nicht etwas, was jeden Tag so ist, nicht nur zur jetzigen Zeit? Wissen wir jemals im Voraus, was uns am Telefon gesagt wird, wenn es ganz harmlos klingelt? Heutzutage kommen alle Nachrichten in Windeseile per Handy aus aller Welt. Gute wie schlechte. Eine Prüfung wurde bestanden, ein Urlaub ist schön, ein Kind wurde geboren, gut zu wissen. Ein Mensch ist gestorben, ein Freund ist verunglückt, ein Kind ist verschwunden, schwer, es zu wissen und nichts tun zu können. Ein Lehrer tat unrecht, ein Chef hat versagt, ein Sturm knickte Bäume, eine Krankheit ist unheilbar. Wir haben manches Mal keine Wahl. Das Schicksal steht vor der Tür. Wir wissen, was dann die Glocken geschlagen haben. Schon längst hatten wir die Wahl. Das Leben ist innen, nicht außen. Wovor fürchten? Ein frohes Fest wünscht Ihnen die Redaktion der Epoch Times und Renate Lilge-Stodieck, Chefredakteurin

Meditation kann Psychosen verhindern „Die Augen zu schließen und sich zu entspannen …“, ist etwas, das die Menschen versuchen sollten, laut einer neuen Studie, die im Journal Psychological Science veröffentlicht wurde.

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Gibt es den Weihnachtsmann?

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lle Jahre wieder wünscht die Redaktion der Epoch Times Deutschland ihren Leserinnen und Lesern mit diesem Text aus dem Jahr 1897 vom Chefredakteur der New Yorker „Sun“ ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr. Der folgende Briefwechsel zwischen Virginia O‘Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert – bis zur Einstellung der „Sun“ im Jahre 1950 – alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung gedruckt. Die achtjährige Virginia aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb sie an die Tageszeitung „Sun“ einen Brief: „Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der ‚Sun‘ steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?“ Die Sache war dem Chefredakteur Francis Church so wichtig, dass er selbst anwortete – auf der Titelseite der „Sun“: „Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im

Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn sie zu sehen –, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönsten Farb-

figuren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter zu erkennen sein. ‚Ist das denn auch wahr?‘, kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Der Weihnachtsmann lebt und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen. Frohe Weihnacht, Virginia.“ Dein Francis Church. Die nächste Ausgabe der Epoch Times Deutschland erscheint am 4. Januar 2012.


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Deutschland

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

Von der Lust, ein Gastwirt zu sein Anja Mayr

Nachdenklichkeit, Entschlossenheit, Humor, Lebensfreude und Unternehmungslust. Ansteckende Eigenschaften zeigt der Münchner Gastronom Carlo Rieder. „Mein Motto ist“, so Rieder, „lieber Qualität als Quantität.“

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was sie brauchen, die im direkten Umfeld leben. Die Gäste aus der nahen Umgebung decken circa 60 Prozent des Tagesgeschäfts ab. Das heißt, das richtige Produkt muss zur richtigen Tageszeit angeboten werden.“ An diesen Gästen orientieren sich das Speisenangebot, ganzjährige Veranstaltungsprogramme und spezielle Aktionen sowie die Ausstattung der Räumlichkeiten. Eine Dekorateurin und Einrichterin gestaltet die Räumlichkeiten entsprechend den Konzepten und Zielgruppen in Rieders Lokalen. Traditionelle Elemente Italiens und Südtirols, moderne Komponenten und warme Farben verbinden sich harmonisch zu verschiedenen Stilen. Das Primafila beispielsweise liegt in der Nähe eines Sportzentrums und so befinden sich in diesem Lokal

ein Restaurantbereich, eine Lounge und ein Nebenraum, in dem Sportmitglieder oder andere Gruppen separate Versammlungen abhalten können; die mobilen Wände der drei Bereiche ermöglichen Veranstaltungen und Feste für bis zu zweihundert Personen; Parkplätze gibt es direkt vor der Haustür und „es darf auch einmal lauter gefeiert werden, da das Lokal etwas außerhalb liegt“, erzählt Rieder. Für die kleinen Gäste gibt’s eine Kinderspielecke und Sonntagsspaziergängern aus dem naheliegenden Nymphenburger Schlosspark bietet das Primafila Kuchen- und Eisspezialitäten an. Einige große Feiern, für die das ganze Lokal gebucht werden kann, kommen oft über die anderen Restaurants zustande, weil deren Räumlichkeiten mitunter zu klein dafür sind.

„Mein Motto ist“, so Rieder, „lieber Qualität als Quantität. Die Qualität darf nicht leiden. Wir haben auch im ersten Lokal Trattoria Lindengarten nicht mit Billigangeboten angefangen und dies hat sich langfristig gelohnt.“ In den elf Lokalen werden täglich rund 1.500 Gäste verköstigt. Die Lebensmittel und Weine stammen teilweise von regionalen Anbietern und selbstverständlich aus Bella Italia. F o t o s : B E J A N de s i g n f ü r T h e E p o c h T i m e s

ie Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und wir denken sehnsüchtig an warme Sommertage, Sonne und vielleicht an den letzten Urlaub in mediterranen Landschaften zurück. Der Besuch in einem von Carlo Rieders Lokalen kann Sommergefühle wieder aufleben lassen. Von der traditionellen Trattoria, dem klassischen Ristorante und der Pizzeria bis hin zur Enoteca und schickem Szenelokal bleiben keine Wünsche der Gäste nach italienischem Lebensgefühl und kulinarischem Genuss offen. Mit der Neueröffnung der „Trattoria Lindengarten“ im Stadtteil Laim vor 21 Jahren, ehemals „Beim Lindenwirt“, startete der aus Südtirol stammende Gastronom Carlo Rieder erfolgreich mit seinen Geschäftsideen. In den darauf folgenden Jahren entstanden zehn weitere Lokale im Münchner Raum, ein jedes ist individuell ausgestattet und spricht unterschiedliches Publikum an: „Jeder kann hingehen und viel oder weniger Geld ausgeben, weil es Angebote sowohl für den Geschäftsmann als auch für Familien gibt“, erklärt Rieder. Er vertraut im Geschäftsalltag auf seine eigenen, teilweise langjährigen Mitarbeiter. Aus dem Kreis von derzeit 320 Mitarbeitern gewinnt Rieder auch die Geschäftsführer für seine Lokale und beteiligt sie als Inhaber: „Es ist eine Art Philosophie von mir, eigenen Mitarbeitern diese Möglichkeit zu geben, wenn jemand die Fähigkeit besitzt, Menschen zu führen, Ideen zeigt und etwas bewegen möchte. Und es ist wichtig, dass mich meine Geschäftspartner ganz genau kennen. Für eine gute Zusammenarbeit ist das unerlässlich.“ Auf seine Stammkundschaft legt Rieder ganz besonderen Wert: „Die Konzepte der Lokale sind immer an die jeweilige Gegend angepasst. Ich überlege und versuche zu erspüren, was sich die Leute wünschen und

i PRIMAFILA Cucina · Caffé · Bar Margarethe-Danzi-Straße 25 80639 München Tel. 089 - 10 11 94 00

Mindestlöhne nützen Arbeitgebern J eder kennt die Parole: „Mindestlöhne gefährden Arbeitsplätze.“ Jetzt bewies das Bundesarbeitsministerium erneut durch Gutachten in acht Branchen, dass dies ein Irrtum ist. Die kürzlich veröffentlichten Gutachten wurden vom Ministerium erarbeitet zu den Auswirkungen von Mindestlöhnen für acht der zehn Branchen, in denen aktuell in Deutschland Lohnuntergrenzen gelten. Keine einzige Stelle wurde wegen gestiegener Personalkosten abgebaut. Im Gegenteil, die Analysen, an denen das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) mitgewirkt hat, zeigen, dass die meisten Unternehmen Mindestlöhnen positiv gegenüberstehen, weil sie für einen fairen Wettbewerb sorgen und damit auch die Chancen des Unternehmens am Markt erhöhen.

Vier Jahre Mindestlohn

Als eines von sechs beauftrag-

ten Instituten hatte das IAQ zwei Branchen genauer unter die Lupe genommen: die Gebäudereinigung, in der seit Langem ein Mindestlohn gezahlt wird. Seit dem 1. Juli 2007 gilt er auch nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz und beträgt zurzeit 7 Euro (Ost) bzw. 8,55 Euro (West); und die Wäschereien, für die seit Oktober 2009 entsprechende Regelungen greifen. Hier gibt es aktuell mindestens 6,75 Euro (Ost) und 7,80 Euro (West) pro Stunde. Haben nun Umsätze, Beschäftigtenzahlen und Arbeitsumfang unter den Mindestlöhnen gelitten? Diese Frage beantworten die Wissenschaftler mit einem klaren „Nein, in keinem Fall“. Vor allem für die Gebäudereiniger haben sich die letzten Jahre fast durchgängig positiv entwickelt. Wie Berechnungen des IAQ beim Vergleich mit Reinigungskräften etwa in Kommunen oder Krankenhäusern ergaben, hat sich die Beschäftigungsentwicklung in der Branche durch die höheren

Um Dumpinglöhne in Deutschland zu verhindern, ist – wie in den meisten europäischen Ländern üblich – auch eine gesetzliche Mindestbezahlung für alle Beschäftigten notwendig, meinen Bosch und Weinkopf vom Institut Arbeit und Qualifikation.

Löhne nicht verschlechtert. Auch der Abgleich mit Beschäftigtengruppen ohne Mindestlohn, wie (bis zum 1. Juni 2011) im Wach- und Sicherheitsgewerbe sowie in der getränkegeprägten Gastronomie, dazu zählen Discos, Kneipen oder Bars, ergab keine nennenswerten Unterschiede.

Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die IAQ-Forscher stellten bei den Gebäudereinigern allerdings Verschiebungen von Minijobs hin zu sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen fest. „Dies liegt vermutlich an den effektiveren Kontrollen und Sanktionen, die die Zollämter im Kampf gegen Schwarzarbeit vornehmen. Denn in der Vergangenheit wurden geringfügig Beschäftigte nicht immer nach den Tarifverträgen entlohnt, obwohl diese bereits seit Langem allgemeinverbindlich sind“, erklärt IAQ-Direktor Prof. Dr. Gerhard

Bosch. Weite Teile der Branche zahlen den Servicekräften in der Unterhaltsreinigung nur die Mindestlöhne. Ohne gesetzliche Untergrenze wäre der Stundenlohn etwa einen Euro niedriger, schätzen die Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter. Etwas anders verhält es sich bei den Wäschereien. Hier gelten Mindestlöhne ausschließlich für Betriebe, die mehr als 80 Prozent ihres Umsatzes im Objektkundengeschäft erzielen, also Wäschereien, die für Hotels, Krankenhäuser oder die Industrie waschen. Eine repräsentative Befragung ergab, dass etwa 40 Prozent der Wäschereien mit circa 85 Prozent der Beschäftigten unter die Mindestlohnregelungen fallen. Jede dritte dieser Firmen musste wegen der Regelungen Löhne erhöhen, in Ostdeutschland waren es sogar zwei Drittel der Unternehmen. Doch zu Stellenstreichungen hat das nicht geführt, fanden die Wissenschaftler heraus. „Die Betriebe berichteten

Impressum Chefredakteurin Renate Lilge-Stodieck Art Direction Szilvia Akbar, Mihai Bejan (Beratung) Verantwortliche redakteure Renate Lilge-Stodieck (Deutschland), Sebastian Menke (International), Detlef Kossakowski (Wissen), Caroline Chen (Feuilleton), Anke Wang (The Epoch Life) Layout Iris Lindenmaier, Johanna Loebig-Winnefeld, Dima Suchin redaktionelle Übersetzer Eckehard Kunkel, Franz Vogel, Eyline Martini Verlag und redaktion Epoch Times Europe gGmbH, Kurfürstenstraße 79, 10787 Berlin Tel.: +49(0)30/26395312/13, Fax: +49(0)30/31999684 e-mail Chefredaktion@EpochTimes.de

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überwiegend von positiven oder neutralen Wettbewerbswirkungen. Auch hat sich wohl das Image der Branche verbessert, was ihnen die Personalrekrutierung erleichtert“, sagte Dr. Claudia Weinkopf, die stellvertretende IAQ-Leiterin. Bosch und Weinkopf warnen allerdings davor, allein auf branchenbezogene Untergrenzen zu setzen. Sie fanden, das reiche nicht aus. Um Dumpinglöhne in Deutschland zu verhindern, sei – wie in den meisten europäischen Ländern üblich – auch eine gesetzliche Mindestbezahlung für alle Beschäftigten notwendig. Dieser Mindestlohn dürfe in keiner Branche unterschritten werden. Es stehe jedoch weiterhin jedem frei, übertariflich zu bezahlen oder gleich höhere Tariflöhne zu vereinbaren. Diese können über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz dann auch als branchenbezogene Mindestlöhne für allgemeinverbindlich erklärt werden. (sfr / UDE)


Deutschland

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

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Die Krippenschnitzer von Oberammergau Renate Lilge-Stodieck

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udwig Ganghofer hat den „Herrgottschnitzern von Oberammergau“ sogar einen ganzen Roman gewidmet hat. In neuester Zeit gewinnen allerdings eher die „Krippenschnitzer“ wieder an Beliebtheit. Die Tradition der Holzschnitzerei reicht weit bis ins Mittelalter zurück. Aus dem Jahr 1520 stammt der Bericht eines durchreisenden Florentiners, der die Feinheit der Oberammergauer Schnitzerei lobte. Und 1563 erhielten die Ammergauer Schnitzer durch den Abt von Ettal sogar eine eigene Handwerksordnung. Jahrhundertelang waren die Schnitzer in vielen Kleinbetrieben tätig und wandelten ihr Angebot auch dem Zeitgeschmack entsprechend um. In die ganze Welt verbreiteten Verlegerhäuser die Holzkunst aus dem Ammergau. Geht man heute durch die zahlreichen Souvenirläden Oberammergaus, hat man den Eindruck, dass Schnitzereien oder sakrale Kunst nur noch die allerwenigsten Käufer interessieren. Die maschinell hergestellte Billigware oder die grundsätzliche gesellschaftliche Veränderung lassen den goldenen Boden des Handwerks schrumpfen. Die Zahl der Schnitzer ist seit den 1980er-Jahren rapide gesunken. Und dennoch wächst inmitten der Überfremdung durch maschinelle Fertigung von Holzarbeiten

wieder ein künstlerisches Selbstbewusstsein. Und wer sich die Zeit nimmt, genauer hinzuschauen, wird schnell den wahren Wert der künstlerischen Durchdringung einer Figur mit ihrer Geschichte, ihrem Leben und ihrer Haltung im Leben erspüren, wenn sie durch einen hingebungsvollen Künstler im Holz wiederersteht. Dass diese Umsetzung Zeit braucht – und wenn der Künstler davon leben muss, auch mehr Geld kostet – ist einleuchtend. Dabei sind sie „nur“ Holzschnitzer und geben doch den ganzen Schatz ihrer Erfahrungen in jeden Menschen- oder Tierkörper, sein Wesen nachempfindend. Sie selbst sehen vielleicht aus wie Meister Eder aus der Fernsehserie „Pumuckl“, aber ihre wahre Kunst zeigt sich in den geradezu sprechenden Figuren. Sie lassen sich gerne ansprechen, geben Kurse, die auch bezahlbar sind und haben einen inspirierenden Einfluss auf viele junge Bewohner Oberammergaus. Es ist die kulturelle und schöpferische Energie dieses Ortes, aus dem Theater, Musik, Bildhauerei, Malerei, die sich in der Bewahrung und künstlerischen Wiederbelebung traditioneller Produktionsweisen spiegelt. Grund genug, einmal Ferien im Sommer oder Winter in Oberammergau zu verbringen und durch alle Berge von Billigwaren zu den wahren Künstlern vorzudringen.

Holzschnitzer in Oberammergau. Sie heißen Herbert Haseidl (r.) und Heinrich Zwink (unten l.), außer ihnen gibt es noch etwa 60 andere Holzschnitzer. Ihre wahrhaftige Kunst ist es wert, erhalten zu werden. Aus ihren Figuren spricht das Leben.

Kunst bewahren An der Fachschule für Bildhauerei und in vielen Werkstätten werden Kenntnisse und Fähigkeiten heimischer Schnitzerei am Leben erhalten. Die Schlösser Neuschwanstein und Linderhof, die Wieskirche und das Kloster Ettal in der Nähe sind – nebenbei bemerkt – beliebte Urlaubsziele.

F o t o s : J o h a nne s S i m o n /G ett y I m age s

Mindestens ebenso bekannt wie für die alle zehn Jahre stattfindenden Passionsspiele ist das bayerische Oberammergau für seine „Herrgottschnitzer“.


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WIRTSCHAFT

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Das chinesische Finanzsystem steht kurz vor dem Kollaps

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ufgrund der weltweiten Finanzkrise startete die chinesische Regierung ein gewaltiges Konjunkturprogramm. Es wurde an allen Ecken und Enden gebaut. Gleichzeitig wurde der enorme Kapitalbedarf durch verstärktes Drucken von neuen Geldscheinen gedeckt. Die daraus folgende Inflation bekämpfte die Regierung panikartig mit der Erhöhung der Zinsen und der Eigenkapitalquote der Banken. Die daraus resultierende Kreditverknappung trieb private Unternehmen in die Arme von Wucherern [Die Epoch Times berichtete davon]. Die Banken, denen Kapital zur Unterstützung der staatlichen Unternehmen fehlte, legten neue Finanzprodukte mit hohen Zinsen auf, um private Anleger zu motivieren. Diese sahen es nach kurzer Zeit jedoch als profitabler an, sich selbst als Wucherer zu betätigen und so waren die chinesischen Banken in der Folge nicht mehr in der Lage, staatliche Unternehmen mit den dringend benötigten Krediten zu versorgen. Durch die fehlenden Kredite sind bereits viele Privatunternehmen in China bankrottgegangen und ein ähnliches Schicksal droht nun auch den staatlichen Unternehmen. Welche Folgen das für das chinesische Wirtschaftssystem, die Regierung und die Gesellschaft haben wird, ist noch nicht in vollem Umfang abzusehen.

Das Eisenbahnministerium ist bankrott

Am 31. Juli berichtete die chinesische Zeitung „Time Weekly“, dass das Eisenbahnministerium Schulden in Höhe von fast zwei Billionen Yuan habe und einen Verschuldungsgrad von 58,24 Prozent aufweist. Ab November erschienen in China mehrere Berichte über die vielen menschenleeren Baustellen der Eisenbahnprojekte und als Grund wurde genannt, dass dem Eisenbahnministerium das Geld ausgegangen sei. Ein Mitarbeiter des Eisenbahnministeriums äußerte auf einer chinesischen FinanzWebseite: „Fast alle Banken setzten ihre Kredite an das Eisenbahnministerium vorübergehend aus“ und dass mehr als 80 Prozent der sich in der Bauphase befindenden Projekte „verlangsamt“ werden (ein Euphemismus für den Abbruch der Projekte). www.21cbh.com ( 21. Jahrhundert Net) Am 1. Oktober 2011 äußerte Wang Mengshu, Vize-Projektleiter des Tunnelbauamtes, gegenüber dieser chinesischen Finanz-Webseite, dass die Arbeit auf der Baustelle eines Tunnels, der zu einem wichtigen Eisenbahnprojekt gehört, eingestellt werde, obwohl solche entscheidenden Eisenbahnprojekte zum großen Teil durch Staatsanleihen finanziert werden. Es handelt sich um die Qingzang Eisenbahnlinie zwischen Xi´ning und Golmud. Wang Mengshu sagte weiter: „Nachdem das Bauprojekt unterbrochen wurde, drangen große Mengen Wasser in den Tunnel ein. Es hätte nicht abgebrochen werden dürfen, aber

Projekte ohne Gewinn, aber gewaltiger Kapitalbedarf

Warum unterstützen die Banken die vielen Projekte des Eisenbahnministeriums nicht mehr? Um diese Frage zu beantworten, müssen zuerst die vielen Bauprojekte in China betrachtet werden, die von der chinesischen Regierung gefördert werden. Sie stellen einen gewaltigen Kapitalbedarf dar. Dies kann anhand des Immobilienmarktes von Peking erklärt werden. Eine chinesische Analystenfirma, das Yahao Institut, gab am 4. September bekannt, dass es in Peking ungenutzte Gewerbefläche im Wert von 229,6 Milliarden Yuan gebe. Nicht nur in Peking, sondern überall in China wurde in den vergangenen Jahren exzessiv gebaut. Dadurch entstand beispielsweise die bekannte menschenleere Geisterstadt Ordos, für die einfach keine Nachfrage besteht. Eisenbahnprojekte gehören ebenfalls zu den staatlich geförderten Bauprojekten, die keinen Gewinn erzielen, aber große Summen an Investitionen erfordern.

Die Banken können es sich nicht mehr leisten, die systeminternen Unternehmen weiter zu unterstützen

In China werden „systeminterne Unternehmen“ und „systemexterne Unternehmen“ unterschieden. Vereinfacht ausgedrückt sind „systeminterne Unternehmen“ die staatlichen Unternehmen und „systemexterne Unternehmen“ die privaten Unternehmen. Die systeminternen Unternehmen genießen bisher unter anderem finanzielle Vorteile und können viel Geld von den Banken bekommen. In den vergangenen Jahren druckte China Unmengen neuer Geldscheine, um den immensen Finanzbedarf zu decken und die verschiedenen Projekte zu finanzieren. Diese Maßnahme trieb die Inflation in schwindelerregende Höhen von schätzungsweise 16 Prozent. Um dagegen anzukämpfen, erhöhte China seit Anfang 2010 fünfmal den Zinssatz und zwölfmal die Eigenkapitaldeckung der Banken und drosselte das Drucken neuer Geldscheine. Diese Maßnahmen führten dazu, dass die privaten Unternehmen sehr schwer an Kredite kommen können. Da die Exportverträge wegen weltweit schlechter Konjunktur stark geschrumpft sind, geraten viele kleine und mittelständische Unternehmen in Schwierigkeiten. Dies ist der Grund für das Phänomen der „fliehenden Geschäftsführer“ in China, das in letzter Zeit oft für Schlagzeilen sorgte. Aber die „systeminternen Unternehmen“ wurden weiterhin von den Banken unterstützt. Ab Anfang 2011 wurde in China immer häufiger über die ungleiche Behandlung von „systeminternen“ und „systemexternen“ Unternehmen durch die Banken berichtet. Die Banken boten ab Ende 2010 verschiedene Finanzprodukte mit besonders günstigen Zinsen an, um private Anleger zu motivieren und somit ihren Kapitalbedarf zu decken. Das führte dazu, dass die vier größten chinesischen Banken im ersten Halbjahr 2011 etwa neun Billionen Yuan an zusätzlichen Investitionen von privaten Anlegern zu verzeichnen hatten. Wie zuvor erwähnt, schränkten die Banken die Kreditvergabe an Privatunternehmen stark ein. Diese waren deswegen gezwungen, Wucherkredite in Anspruch zu

nehmen. Dadurch wurde es für private Anleger auf einmal attraktiver, selbst Wucherkredite zu vergeben, anstatt die Finanzprodukte der Banken zu erwerben und so zogen sie ihr Kapital wieder von den Banken ab. Aufgrund sinkender Exportzahlen und des Rückzugs ausländischer Unternehmen aus dem chinesischen Markt und der damit verbundenen Schließung von Standorten sanken die Devisenreserven der vier größten chinesischen Banken ab dem dritten Quartal 2011 deutlich. In dieser Situation können die Banken auch die systeminternen Unternehmen nicht länger unterstützen.

Ein großes gesellschaftliches Problem steht bevor

In Gegensatz zum Zusammenbruch der kleinen und mittelständischen Unternehmen in China, deren direkte Wirkung hauptsächlich in ein paar wirtschaftlich gut entwickelten Provinzen zu spüren ist, erweitert sich die Finanzkrise der „systeminternen Unternehmen“ schnell zu einem gesellschaftlichen Problem. Das zeigt das Beispiel der Eisenbahnprojekte deutlich. „Welche Auswirkungen haben die vielen stillgelegten Eisenbahnbauprojekte auf die Gesellschaft?“, fragte ein Journalist einer renommierten Wirtschaftszeitung, der „China Economic Times“. Darauf antwortete Wang Mengshu, der Vize-Projektleiter des Eisenbahnministeriums, dass vom Etat des Ministeriums sechs Millionen Arbeitsplätze im Eisenbahnbau und insgesamt etwa 20 Millionen Bahnmitarbeiter bezahlt werden müssen. Die Anzahl der Betroffenen stellt ein großes gesellschaftliches Pro-

Durch fehlende Kredite sind bereits viele Privatunternehmen in China bankrottgegangen; ein ähnliches Schicksal droht auch den staatlichen Unternehmen.

blem dar. Tatsächlich erschienen ab November viele Meldungen über Baustellenarbeiter, die wegen nicht bezahlter Löhne protestierten. Wang Mengshu sagte: „Manche Arbeiter haben drei Monate oder sogar ein halbes Jahr lang keine Löhne mehr bekommen. Allein bei der China Railway Group Ltd. gab es über 2000 Fälle von Protesten“. Das finanzielle Desaster beschränkt sich aber nicht nur auf die Mitarbeiter der chinesischen Eisenbahn. Die Zulieferer, Zwischenhändler, Kunden und so weiter sind ebenfalls von der Pleite des Eisenbahnministeriums betroffen. So trat zum Beispiel bei Firmen wie der „China South Locomotive & Rolling Stock Corporation Ltd.“ und der „China CNR Corporation Limited“, deren Hauptkunde das Eisenbahnministerium war, ein deutlicher Rückgang der Aufträge auf.

Das chinesische Finanzsystem steht kurz vor dem Kollaps

Nicht nur Eisenbahnprojekte, auch die Kraftwerke machten Verluste. Im März gab Qu Ruoyu, ein ehemaliger Geschäftsführer des Kraftwerks China Datang Corporation zu, dass die fünf größten chinesischen Kraftwerke in den vergangenen drei Jahren mehr als 60 Milliarden Yuan Verluste zu verzeichnen haben.

Die vielen ruinierten kleinen und mittelständischen Unternehmen in China zeigen die Finanzkrise der „systemexternen Unternehmen“. Die vielen abgebrochenen Projekte des Eisenbahnministeriums geben Hinweise darauf, dass die Finanzkrise bereits die „systeminternen Unternehmen“ erreicht hat. Die Banken haben keine Kraft mehr, die systeminternen Unternehmen weiterhin zu unterstützen. Professor Lang Xianping, Wirtschaftsprofessor der Chinesischen Business School in Hongkong, hielt am 22. Oktober in Shenyang, China, einen bemerkenswerten Vortrag über Chinas Wirtschaft und prophezeite, dass es bald eine Bankenkrise in China geben werde. In einem chinesischen Wirtschaftsforum schrieb ein Teilnehmer: „… die Aktienkurse fallen in den Keller, die Immobilienpreise brechen zusammen, die Finanzprodukte werden demnächst ebenfalls zusammenbrechen, die Wucherkredite nähern sich dem Ende, das Finanzsystem und damit die gesamte chinesische Wirtschaft kann innerhalb einer Woche zusammenbrechen.“ Info: 1.000 000 Yuan haben zurzeit etwa einen Wert von 117.600 Euro.

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Ying Hartmüller

es ist kein Geld mehr vorhanden.“ Wenn solch entscheidende Projekte unterbrochen werden, meinte er, könne man sich vorstellen, wie das Schicksal der „unwichtigen Projekte“ aussähe.

„Welche Auswirkungen haben die vielen stillgelegten Eisenbahnbauprojekte auf die Gesellschaft?“, fragte ein Journalist einer renommierten Wirtschaftszeitung, der „China Economic Times“. Darauf antwortete Wang Mengshu, der Vize-Projektleiter des Eisenbahnministeriums, dass vom Etat des Ministeriums sechs Millionen Arbeitsplätze im Eisenbahnbau und insgesamt etwa 20 Millionen Bahnmitarbeiter bezahlt werden müssen. Die Anzahl der Betroffenen stellt ein großes gesellschaftliches Problem dar.

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Wie konnte es so schnell dazu kommen, dass China, dessen Wirtschaft in den vergangenen Jahren in Zeiten der Krise auf mysteriöse Weise großartige Zahlen präsentierte, am Rande eines finanziellen Zusammenbruches zu stehen scheint?


INNOVATION

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Das Energieeffizienzhaus Plus mit Elektroauto Mit eigener Stromproduktion modern wohnen und Auto fahren ohne weitere Kosten? Dieses Haus erzeugt mehr Energie als eine vierköpfige Familie verbraucht. Sonja Flesch-Reiss

Energie-Zwischenspeicher

Um die Umwelteffizienz noch weiter

FOTO: WERNER SOBEK , STUT TG ART

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eine Nebenkosten für Energie, keine Spritkosten, sondern Auto kostenlos aufladen und im Sommer noch Strom ins Netz einspeisen und Vergütung dafür erhalten? Das alles ist jetzt möglich, denn genau das ist das Plus am Energieeffizienzhaus Plus. Das Energieeffizienzhaus Plus erzeugt durch den Einsatz modernster Technologien mehr Elektrizität, als eine Familie verbraucht. Im Jahr soll das Haus 16.000 Kilowattstunden Strom durch Solarzellen produzieren, wovon nur 10.000 Kilowattstunden für den familiären Bedarf benötigt werden. Der Energiegewinn entsteht durch großflächigen Einsatz von Photovoltaik auf Dach- und Fassadenflächen und eine hocheffiziente Wärmepumpe. Zusätzlich minimieren die isolierende Gebäudehülle und die optimierte Gebäudetechnik die Wärmeverluste. Der so erzeugte Strom kann gewinnbringend ins Stromnetz eingespeist werden und bei Bedarf wieder entnommen und, als Plus, muss sich die Familie nicht mehr um steigende Spritkosten für das Familienauto sorgen. Via Induktionsschleife oder Stromkabel der integrierten hauseigenen Ladestation wird das Elektroauto aufgeladen für die leise Fahrt zur Arbeit und zum Einkauf. Fünf deutsche Automobilhersteller stellen der Probewohnfamilie Elektrofahrzeuge zur Verfügung.

Keine Nebenkosten für Energie (außer Wasser), Auto kostenlos aufladen und im Sommer noch Strom ins Netz einspeisen und Vergütung dafür erhalten? Alles möglich, denn das genau ist das Plus am Energieeffizienzhaus Plus. zu steigern, kann der als Solarenergie erzeugte überschüssige Strom in einem „Energieteil“ des Energieeffizienzhauses Plus zwischengespeichert werden. Der Autobauer BMW stellt gebrauchte Li-Ionen-Batterien vom Mini E zur Verfügung, die dann auch zur Aufladung der Elektrofahrzeuge der Bewohner zur Verfügung stehen. Die Zweitnutzung („Second Life“) der Elektrofahrzeug-Batterien als stationäre Energiespeicher für Erneuerbare Energie verlängert deren Leben bis zur Wiederverwertung. Damit verbessert sich der Umweltbeitrag der Batterien und die hohen Kosten für die Batteriezellen verteilen sich auf einen längeren produktiven Zeitraum. Das Energieeffizienzhaus Plus

in der Fasanenstraße in Charlottenburg wurde Anfang November von Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit Bundesbauminister Peter Ramsauer feierlich eröffnet. Das nach nur einem Jahr Planungs- und Bauzeit fertiggestellte Modellhaus auf dem Gelände des Bundesbauministeriums in Berlin ist Ergebnis eines Wettbewerbs des Bundesverkehrsministeriums von 2010. Ausgeschriebenes Ziel war, mittels eines architektonisch attraktiven Pilotprojekts den Entwicklungsstand von nachhaltigen und energieeffizienten Gebäuden zu zeigen, bei denen zusätzlich Elektromobilität ein integraler Bestandteil des Gebäudekonzepts sein sollte. Die Bundeskanzlerin sagte dazu

in ihrer Eröffnungsrede: „Dieses Haus zeigt, was heute schon möglich ist. Hier wird energieeffizientes Bauen intelligent mit innovativer Mobilität verknüpft. Energieeffiziente Gebäude und Elektromobilität sind wichtige Grundpfeiler für die beschleunigte Umsetzung unseres Energiekonzepts. In beiden Bereichen steckt noch viel Potenzial. Ich freue mich, dass wir hier wegweisende Innovationen in der Praxis testen.“

Forschung und Lebensqualität

Architektonisch ist das Konzept dreigeteilt. Da gibt es zur Straße hin das sogenannte Schaufenster, an dem sich Interessenten über das Haus und seine Eigenschaf-

ten informieren können. Zentral konstruiert ist der Energiekern mit allen technischen Anlagen. Die Wohnräume öffnen sich nach hinten. Durch die vollflächige Verglasung von Straßen- und Rückseite sollen die künftigen Bewohner ein großzügiges Raumgefühl mit viel Tageslicht empfinden. Vor Überhitzung schützt im Sommer ein außen liegender beweglicher Sonnenschutz. Für die Innenbeleuchtung des Energieeffizienzhauses werden energieeffiziente, dimmbare LEDs verwendet. Das Schaufenster hat eine besondere Funktion, es ist integrierter Parkplatz für die Elektrofahrzeuge des Hauses, die hier berührungslos aufgeladen werden können.

Alltagstauglicher Forschungsbeitrag

Bis März 2012 kann das Energieeffizienzhaus Plus besichtigt werden, während es auf Alltagstauglichkeit getestet und optimiert wird hinsichtlich Energieeffizienz und Komfort. Danach soll das Haus von einer Berliner Modellfamilie bezogen werden. 15 Monate lang soll die vierköpfige Familie herausfinden, wie es sich in einem solchen Haus lebt und ob die fünf verschiedenen Elektrofahrzeuge auch im Alltag optimal funktionieren. Noch soll aber nicht feststehen, wer die Testfamilie sein wird. Nach maximal drei Jahren soll das Gebäude vollständig zurückgebaut und wiederverwertet werden.

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Dunkle Wolken über Durban Die fast 200 Nationen, die zukünftig mit einer Umwelt mit instabilerem Klima fertig werden müssen und in Durban auf der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen wegen des Klimawandels zusammenkamen, fanden keine leichten Antworten. J.R. McNeill

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ie Welt scheint im 20. Jahrhundert stecken geblieben zu sein und noch keine technologischen Fortschritte erreicht zu haben, die die Klimafolgen durch das Verfeuern fossiler Brennstoffe lindern könnten. Der Erfolg der stärksten Volkswirtschaften beruht auf dem Verbrauch fossiler Brennstoffe. Die Kernfusion bleibt ebenso ein Traum wie ein tatsächlicher Verzicht auf Kohle. Wir verlassen uns auf komplizierte technologische Systeme, die unglückselige Folgen haben können, wie es sich in Tschernobyl im April 1986, beim Unglück im Golf von Mexiko im April 2010 oder in Fukushima im März 2011 zeigte. Die politischen Institutionen und die Einstellungen, die im Laufe der Jahrhunderte Gestalt annahmen, tragen nicht zur weltweiten Zusammenarbeit bei, die der Klimawandel verlangt. Nationale Regierungen verfolgen normalerweise zuerst kurzfristige Eigeninteressen. Einige Regierungen haben ihre Standpunkte geändert. Die Wahl des neuen Premierministers in Australien 2007 und eines neuen amerikanischen Präsidenten 2008 beseitigte vorläufig einen starken Widerstand gegen Verhandlungen

Ein mit Kohle betriebenes Kraftwerk in Ostchina. China erzeugt die meisten Treibhausgase der Welt. über den Klimawandel. Aber bis jetzt folgten auf die Verhandlungen noch keine Taten, was teilweise daran lag, dass 2008 die Finanzkrise dazwischenkam.

Das Streben nach Wachstum

Die internationalen Machtverhältnisse ändern sich schnell. Der Aufstieg Chinas ist historisch gesehen mit dem einer globalen und größer dimensionierten Ausführung des meteorhaften Aufstiegs Deutschlands innerhalb Europas um 1870 bis 1900 vergleichbar. Aber China

wird wohl nicht so schnell die Geschichte der globalen Umweltpolitik grundlegend verändern und verhält sich ganz so wie eine traditionelle Großmacht, die ihr Eigeninteresse verfolgt, ohne sich allzu sehr um die Biosphäre zu kümmern. Dasselbe trifft auf Indien und seinen Aufstieg ins internationale System zu. Die Spieler können sich ändern, aber die Spielregeln bleiben dieselben. Die Wirtschaftsideologien des 20. Jahrhunderts bleiben auch im 21. intakt. Das Streben nach Wirtschafts-

wachstum beherrscht weiterhin die Politik, ob in Sitzungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, in der US-Notenbank in Washington oder an den Schalthebeln der Macht in Brüssel. Einige einzelne Stimmen können Ideen anbieten, die den Konsum als den Weg zu Wohlstand und Glück infrage stellen. Buddhistische, christliche oder andere religiöse Führer rufen regelmäßig dazu auf, sich nach den nichtmaterialistischen Grundsätzen innerhalb ihrer Traditionen zu richten, aber nur wenige der Gläubigen haben sich dazu entschlossen, diesem Aufruf zu folgen. Gut gemeinte Appelle, sich in Selbstverpflichtung, Selbstbeherrschung und Verantwortungsbewusstsein für zukünftige Generationen zu üben, stoßen vielfach auf taube Ohren. Die Umweltschutzbewegung nahm seit 2000 teilweise an Beliebtheit zu, aber wenn sie der Forderung nach Wirtschaftswachstum gegenübergestellt wird, wird sie verdrängt. Sie konnte die gleichgültigen Massen nicht für sich gewinnen. Sie konnte die Macht derjenigen nicht verringern, die dem Umweltschutz feindlich gegenüberstehen, einschließlich der konservativeren Hälfte der republikanischen Partei in den Vereinigten Staaten, der Neuen Rechten in Australien oder eines Flügels der Unabhängigkeitspartei im Vereinigten Königreich. Ideen bedeuten so viel, weil sie so wenig verändert haben.

vor der Wirtschaftskrise leicht rückläufig. Der weltweite Gesamtenergieverbrauch sank 2009 zum ersten Mal nach einigen Jahrzehnten. Zwei Veränderungen im Weltenergiesystem verdienen eine besondere Erwähnung. Die erste ist der bescheidene Anstieg bei Windund Sonnenenergie in Westeuropa seit 2000. Dänemark, Deutschland, Spanien und Portugal erhöhten ihre Kapazität deutlich, um Elektrizität aus diesen erneuerbaren Energien zu erzeugen. Die zweite ist die enorme Zunahme des Kohleverbrauchs in China, sodass es 2006 weltweit die höchsten CO2-Emissionen verursachte. China erzeugte 2009 24 Prozent der CO2-Emissionen des Erdballs, die Vereinigten Staaten 19 Prozent und die EU 13 Prozent. Eine dritte große Veränderung stellt das Wiederaufleben der Kernkraft dar. Kernkraftwerke produzieren nur wenige Treibhausgase, aber die sozialen und wirtschaftlichen Kosten von Katastrophen, wie sie sich drastisch in Fukushima zeigte, sind schrecklich. Italien, das den weiteren Bau von Kernkraftwerken direkt nach dem Tschernobyl-Unglück 1986 verbot, hob dieses Gesetz 2009 auf. Nach dem Fukushima-Unfall legte die deutsche Regierung ihre ältesten Reaktoren still und verpflichtete sich, alle Kernreaktoren bis 2022 herunterzufahren. Aber Fukushima dürfte sich auf die Zukunft der Kernkraft wohl schwächer auswirken als Tschernobyl. 2011 waren etwa 440 Kernkraftwerke in 44 verschiedenen Ländern in Betrieb und 50 weitere befinden sich im Bau. Inzwischen häufen sich die Zeichen für den vom Menschen verursachte Klimawandel. Daten, die an Tausenden von meteorologischen Stationen um die Welt gesammelt wurden, zeigen seit 1970 eine Tendenz zu schneller Erwärmung an. Der Sommer 2003 und der Tod von 70.000 Europäern trugen dazu bei,

Die Szene verändert sich

Doch nicht alles verharrt im Stillstand und es gibt einige Anzeichen für eine Veränderung im Energiebereich. In Nordamerika, Europa und Japan lag der Gesamtenergieverbrauch so hoch wie kurz nach 2004: Das Maximum wurde 2004 in Frankreich, 2005 in den Vereinigten Staaten, 2005 in Japan und 2006 in Europa insgesamt erreicht. In all diesen Ländern war der Energieverbrauch

Millionen zu überzeugen, dass der Klimawandel ein dringendes Problem ist. Die durchschnittlichen globalen Temperaturen sowohl der Atmosphäre als auch der Ozeane erhöhen sich weiterhin, was auch auf den Meeresspiegel und die Kohlendioxyd-Konzentrationen in der Atmosphäre zutrifft. Der Klimawandel ist das vorherrschende Umweltproblem unserer Zeit und könnte zu ungekannten Brüchen und Bündnissen in der internationalen Politik führen. Die neuen Mächte in Asien zeigen deutlich, was sich in der Geschichte der Umweltpolitik im 21. Jahrhundert verändert hat und was gleich bleibt. Die von der Versäuerung am stärksten betroffene Gegend der Erde hat sich nach Ostasien verschoben. Die größte Quelle von CO2-Emissionen ist jetzt China. Es weist auch das am schnellsten wachsende Elektrizitätsnetz, das größte Straßennetz und den höchsten Kraftfahrzeugbestand auf. Gleichzeitig führt Chinas Aufstieg dazu, dass sich in der Umweltpolitik nur wenig bewegt. Ohne China hätten sich die CO2-Emissionen verringert. Das globale Wachstum des Energieverbrauchs würde weniger als ein Drittel seiner gegenwärtigen Höhe betragen. Chinas wirtschaftlicher Fortschritt macht fast den ganzen Umwelterfolg, der anderswo in der Welt bei CO2- und SO2-Reduzierung sowie Luftqualitätsverbesserungen erreicht wurde, wieder zunichte. Die wichtigsten Entscheidungen über die Geschichte der Umweltpolitik des 21. Jahrhunderts werden nicht in Durban, sondern in Peking getroffen, wenn es nicht schon dazu kam. J.R. McNeill ist Professor für Geschichte und Universitätsprofessor an der Georgetown University. Sein neuestes Buch heißt „Mosquito Empires: War and Ecology in the Greater Caribbean, 1620-1914"

Neun Kommentare über die Kommunistische Partei Chinas

10 7.4 19.89 9

Das Buch „Die Neun Kommentare“ trägt zur Auflösung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) bei und verändert China. Die preisgekrönte Epoch Times-Serie beschreibt die wahre Geschichte und das Wesen der KPCh. Sie erscheint hier als Fortsetzungsbericht.

Kommentar Zwei Fortsetzung Wenn alle Parteiführer schlecht waren, warum konnte die Revolution trotzdem durchgeführt und sogar ausgeweitet werden? In vielen Fällen, als die KPCh einen Gipfel der Niedertracht erreicht hatte, sind die höchsten Funktionäre der Partei auf der Strecke geblieben, weil deren Bösartigkeit nicht das von der Partei geforderte Maß erreicht hatte. Nur die Niederträchtigsten konnten den Anforderungen der Partei genügen. Die Parteiführer schließen den Vorhang am Ende ihrer politischen Laufbahn mit einer Tragödie – die KPCh selbst überlebt dagegen ungebrochen. Diejenigen Führer, die dennoch ihre Ämter behielten, behielten diese nicht, weil sie die Partei beherrschten, sondern weil sie die Partei durchschauten und gerade der Bösartigkeit der Partei folgten; damit fügten sie der Partei weitere Energie hinzu und halfen ihr, ihre Krisen zu überstehen. Es ist nicht verwunderlich, dass die Par-

teimitglieder mit dem Himmel, der Erde und der Menschheit kämpften, aber niemals mit der Partei. Sie sind lediglich dressierte Handlanger der Partei, bestenfalls können sie nur erreichen, dass sie und die Partei sich gegenseitig nutzen. Schamlosigkeit ist heute zum Aushängeschild der Partei geworden: Diese Fehler der Partei waren die Schuld von Zhang Guotao, jene Fehler waren die Schuld der Viererbande26. Mao Tse-tung lag zu siebzig Prozent richtig und dreißig Prozent falsch, Deng Xiaoping lag zu sechzig Prozent richtig und vierzig Prozent falsch. Die Partei hat niemals Fehler gemacht, selbst wenn die Partei Fehler hätte, würde sie sich korrigieren; schau nach vorne, halte ihr nicht die vergangenen Rechnungen vor. Das kommunistische Paradies wurde auf eine sozialistische Welt mit ausreichender Nahrung und Kleidung reduziert; Marxismus und Leninismus wurden durch die „Drei Vertretungen“ ersetzt; man schimpft sogar auf sich selbst. Um ihre Herrschaft zu bewahren, würde die KPCh die Demokratie fördern, Glaubensfreiheit zulassen, Jiang Zemin über Nacht fallen lassen und Falun Gong rehabilitieren. Falls man dies wirk-

BRIEFE AN DIE REDAKTION

lich erleben sollte, braucht man sich nicht darüber zu wundern. Nur eines wird sich niemals ändern – die Maxime der kollektiven Einheit hinsichtlich Ziel, Existenz und Macht der Partei bleibt unberührt, die Macht und Herrschaft der KPCh muss bewahrt werden. Die KPCh hat aus Gewalt, Terror und Erpressung die theoretische Grundlage der Partei geschmiedet. Sie flößt diese in das Parteibewusstsein und die höchsten Prinzipien der Partei ein, sie flößt diese in den Geist ihrer Führer ein und letztendlich in den gesamten Parteiapparat und den Handlungsmaßstab aller ihrer Mitglieder. Die Partei ist eine Partei aus Stahl, sie hat eine eiserne Disziplin, nur einen Willen und die Gesamtheit ihrer Mitglieder muss geschlossen handeln.

Schlusswort

Welche Kräfte in der Geschichte haben die Kommunistische Partei ausgewählt? Warum wurde niemand anderes, sondern die KP Chinas gewählt? Wir alle wissen, dass auf der Welt zwei Mächte, zwei Möglichkeiten zur Wahl existieren. Die eine ist die alte und böse, die das Schlechte und das Negative wählt. Die andere ist die aufrichtige

und gütige, die das Gute und das Barmherzige wählt. Die Kommunistische Partei ist die Wahl der alten Mächte. Der Grund für diese Entscheidung ist, dass die KPCh alles Böse auf der Welt vereint, sei es chinesisch oder ausländisch, in der Vergangenheit oder in der Gegenwart. Sie ist der konzentrierte Repräsentant des Bösen. Sie ist besonders fähig, die Gutherzigkeit der Menschen auszunutzen und zu missbrauchen und so hat sie, Schritt für Schritt, das heutige Klima geschaffen. Was wollte die Kommunistische Partei erreichen, als sie propagierte: „Ohne die Kommunistische Partei kein neues China“? Für den Zeitraum der Entstehung der KPCh im Jahr 1921 bis hin zur Machtergreifung im Jahr 1949 ist die Beweislage klar: Ohne Betrug und Blutvergießen wäre sie nicht an die Macht gekommen. Die KPCh unterscheidet sich von allen Organisationen in der Geschichte, sie legt beliebig die Lehren von Marx und Lenin aus, sie gibt allen ihren willkürlichen Handlungen einen wohlklingenden Namen und rechtfertigt sie mithilfe von Täuschung, Aufhetzung und Ausnutzung eines Teils der Bevölkerung. Mit tag-

täglicher Propaganda aller Art kleidet sie ihre Strategie und Politik in eine passende Theorie, um ihre ewige Unfehlbarkeit unter Beweis zu stellen. Der Aufstieg der KPCh ist ein Prozess der ständigen Ansammlung aller erdenklichen Bösartigkeit, wobei es nicht einen einzigen ruhmreichen Punkt in ihrer Geschichte gibt. Die Entstehungsgeschichte der KPCh hat gerade gezeigt, dass die Machtposition der KPCh keine Legitimation hat. Es ist nicht das chinesische Volk, das die Kommunistische Partei gewählt hat, sondern mit ihren üblen Grundfaktoren von „Bösartigkeit, Betrug, Hetze, Asozialität, Spionage, Raub, Kampf, Vernichtung und Kontrolle“ hat die Kommunistische Partei dem chinesischen Volk ein fremdes bösartiges Gespenst aufgezwungen. Die „Viererbande“ setzte sich aus Mao Tsetungs Frau Jiang Qing (1913-1991), dem Shanghaier Propagandaoffizier Zhang Chunqiao (19171991), dem Literaturkritiker Yao Wenyuan (1931) und dem Shanghaier Sicherheitsführer Wang Hongwen (1935-1992) zusammen. Sie kamen während der großen Kulturrevolution (19661976) in mächtige Positionen und dominierten in den frühen Siebzigerjahren die chinesische Politik. 26

Bitte senden Sie die Briefe an leserbriefe@epochtimes.de Epoch Times Europe GmbH, Kurfürstenstraße 79, 10787 Berlin Tel.: +49 (0) 30 / 26395312/13, Fax: +49 (0) 30 / 319 99 684

107.419.899 MENSCHEN

haben mit dem Stichtag 10. Dezember 2011 ihre Austrittserklärung auf der Webseite http://quitccp.org veröffentlicht.

A

m 18. November 2004 veröffentlichte „The Epoch Times“ erstmals die Neun Kommentare über die Kommunistische Partei Chinas (KPCh). Darin werden die Geschichte und das Wesen der KPCh dokumentiert und analysiert. Seitdem erklären täglich rund 25.000 Chinesen ihren Austritt aus der KPCh, dem Kommunistischen Jugendverband und den Jungen Pionieren. Die per Telefon, Fax oder E-Mail erklärten Austritte werden von drei „Tuidang“ (Austritts-) Centern gesammelt und im Internet auf http://quitccp.org veröffentlicht.


USA

Internationales

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

Der goldene Fluch des Amazonas Dr. César Chelala

F o t o : D a n C o l ly n s /A F P/G ett y I m age s

M

adre de Dios an der brasilianisch-bolivianischen Grenze ist eine Region im südöstlichen Peru. Es bedeutet Jungfrau Maria oder Mutter Gottes, wie es auf Spanisch genannt wird. Einer anderen Bedeutung zufolge ist Mutter Gottes auch ein Fluch: Die intensive und unregulierte Goldsuche und Goldgrabungen in einer bis jetzt privilegierten Region Perus. In Madre de Dios gibt es große Anbauflächen von Baumwolle, Kaffee, Zuckerrohr, Kakao, Nüsse und Palmöl. Die reichen Goldvorkommnisse haben zudem Zehntausende illegale Minenarbeiter angezogen, deren Aktivitäten nicht nur für die ansässige Tierwelt schädlich ist, sondern auch für die Umwelt und Lebensqualität der Eingeborenen und Zugewanderten. Angetrieben von dem hohen Goldpreis ist die Goldförderung im peruanischen Amazonasgebiet in den letzten Jahren rapide nach oben geschnellt. Obgleich viele Konzessionen für Dschungelminenförderungen ausgestellt wurden, ist der informelle Goldabbau außer Kontrolle geraten. Schätzungen gehen davon aus, dass ein Viertel der in Peru, demweltweit sechstgrößten Golderzeuger, betriebenen Goldförderung illegal abläuft. Der Großteil dieses illegal geförderten Goldes kommt

Ein Goldschürfer beim Wegwaschen von Erde für die Goldgewinnung mit einem Hochdruckschlauch in einem Krater nahe dem Delta Uno in der Madre de Dios-Gegend in Peru.

von der Madre de Dios-Region. Lokale Nichtregierungsorganisationen beziffern die Minenarbeiter mit circa 30.000 in der Region. Gold wird sowohl von Großunternehmern wie auch einzelnen Minenarbeitern gefördert. Sie verwenden hydraulische Minenförderungsgeräte und schwere Maschinen, die große Mengen an Kies

mit Goldvorkommnissen ausgraben. Das Gold wird mittels spezieller Waschrinnen, die über hundert Jahre verwendet wurden, extrahiert. In diesen Waschrinnen werden die schweren Bestandteile abgetrennt und mittels von Quecksilber die Goldteile miteinander verschmolzen. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die kleinen Minenarbeiter viel

650 370.650 146.300 370

ineffizienter mit dem Quecksilber umgehen als die industriellen. Deshalb verschwinden 2,91 Pfund Quecksilber pro 2,2 Pfund produzierten Goldes in den Wasserkanälen. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 40 Tonnen Quecksilber in den Flüssen des Madre de Dios eingeleitet wurden und die Nahrungsketten vergiften.

7

Kolumbien

Brasilien

Peru

Das Quecksilber verschmutzt nicht nur die Wasserwege und bedroht die Gesundheit der Anlieger, sondern es ist auch ein gefährliches Gift für die Fische. Die Fische in der Gegend enthalten dreimal mehr Quecksilber als die Weltgesundheitsorganisation zulässt. Gemäß dem World Wildlife Fund ist „der Goldabbau im kleinen Stil nach dem Verbrennen der fossilen Brennstoffe die zweitgrößte Quelle der Quecksilberverschmutzung, die weltweit circa ein Drittel der gesamten Quecksilbervergiftung ausmacht". Die Quecksilbervergiftung ist nicht der einzige Nachteil des informellen Goldabbaus. Ein anderer Nachteil ist die erhebliche Entwaldung, die mit den notwendigen Straßenbauten für die Arbeiterbehausungen und Immobilienspekulanten einhergehen. Die Ursache der Entwaldung ist auch auf das Bäumefällen insbesondere für Bau- und Heizmaterial zurückzuführen. Das Ausmaß des Schadens ist in Studien von amerikanischen, französischen und peruanischen Forschern im Fachmagazin PLoS ONE dokumentiert worden. Nach dieser Publikation, die Satellitenbilder von der NASA einbezieht, sind wegen der informellen Goldwirtschaft zwischen 2003 und 2009 siebentausend Hektar Wald in Peru gefällt worden. Diese Fläche ist größer als Bermuda. Die Hauptautorin Jennifer Swen-

Bolivien

Madre de Dios son kommentierte, dass diese enorme Entwaldung mit freiem Auge aus dem All erkennbar sei und fordert, dass Peru die Einfuhr von Quecksilber limitieren solle. Hinzu kommt, dass durch diese Goldwirtschaft die Anzahl der von den Zuhälterringen rekrutierten 12 bis 17-jährigen Zwangsprostituierten massiv angestiegen ist. Die jungen Mädchen werden aus dem ganzen Land angeschleppt und in neu errichteten Bordellen untergebracht. Viele dieser jungen Frauen werden verschleppt und bleiben vermisst. Durch die Minenarbeiter werden verschiedene Krankheiten bei den Urvölkern verbreitet. Die peruanischen Behörden haben bis jetzt beinahe eintausend Sicherheitsleute beauftragt, die Bagger der illegalen Minenarbeiter in Madre de Dios zu zerstören, aber es sind noch weitaus drastischere Methoden, wie etwa strenge Gesetze, notwendig. Es geht um eine der reichsten und artenvielfältigsten Biosysteme der Welt. Dr. César Chelala ist der Autor der „Environmental Impact on Children's Health", Publikation der Pan American Health Organization in Washington, D.C.

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FEUILLETON

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

FOTO: SUSAN JAMES

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F O T O : WA R N E R B R O S . P I C T U R E S

Bachs Silhouette vor St. Thomas in Leipzig.

Die Echtheit im Film von "Happy Feet 2" wird einen in Versuchung führen, die Hand auszustrecken um den Schnee zu berühren ...

Lebhafte Bande in der Antarktis Pinguin Ramon und Liebesguru Lovelace sind mit einer Fortsetzung des Animationsfilms „Happy Feet 2“ zurück auf der Leinwand. Hollywood-Schauspieler wie Robin Williams leihen in diesem Film den drolligen Arktis-Gefährten ihre Stimme.

Viktoria Ku

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ach ihrem Erfolg und als Gewinner des Academy Award vor fünf Jahren sind die beliebten Pinguine jetzt in „Happy Feet 2“ mit neuer Musik, neuen Bewegungen und Abenteuern zurück. Thema der Fortsetzung ist gleich dem des ersten Films, der uns in das schöne

Land der Antarktis zurückbringt und den Zuschauern lehrt, die Individualität zu schätzen. Mumble (Elijah Wood) und seine Gefährtin Gloria (Pink) haben einen Nachkommen, Erik (Ava Acres), der ähnlichen Problemen wie sein Vater einst gegenüber steht, nämlich sich an den Rest der Kaiserpinguin-Bevölkerung anzupassen. Erik hat keinen Rhythmus, er kann nicht tanzen und ist nicht in der Lage, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Mumble versucht, seinen Sohn zu ermutigen, scheitert aber in einem Gespräch mit ihm. Als Erik Ramon (Robin Williams) folgt und sie mit seinen Freunden zum Land Adelie fliehen, treffen sie auf Lovelace (auch von Robin Williams gesprochen) und den mächtigen Sven (Hank Azaria), einen Papageientaucher, der angebetet wird, weil er, wie man glaubt, der einzige fliegende Pinguin sei. Lovelace ist ein aus einer Ölkatastrophe geretteter Pinguin, von Menschen gesäubert – was unter

Pinguinen als „Außerirdische“ bezeichnet wird – und in einen gestrickten kleinen hellen Pullover gesteckt, um ihn nach der Ölkatastrophe, bei der er auch seine Schwimmkraft verlor, zu wärmen. Regisseur George Miller spielt wieder auf das Umweltbewusstsein an, als ein massiver Eisberg bricht und sich in Richtung Kaiserkolonie bewegt und jeden Einund Ausgang für die Pinguine versperrt und es für die Kolonie unmöglich erscheint, auf Fischfang zu gehen. Jetzt hängt es von Mumble ab, der gerade von der Suche nach Erik zurückgekehrt ist, einen Weg zu finden, die gesamte Kaisergemeinschaft zu retten und alle Wesen der Antarktis – Groß und Klein – miteinander zu vereinen.

Schöne Landschaftsbilder

Die Fortsetzung landet in jeder Hinsicht einen Volltreffer, obgleich es auch das erfolgreiche Schema des Originals wieder aufwärmt – drollige und liebenswerte Charaktere, eingängige Melodien, die zum Tanzen animieren und ein

atemberaubender Zeichentrickfilm, der die herrliche Landschaft der Antarktis zeigt. Der erfindungsreiche Kontrast zwischen den verschiedenen Wesen der Antarktis – vom äußerst unbeholfenen Seeelefanten bis hin zum furchtsamen Krill aus der blauen Tiefe – ist genial. Die Nebenrollen von Will und Bill dem Krill (mit den Stimmen des dynamischen Duos Brad Pitt und Matt Damon) rückt ins Scheinwerferlicht, aber letztendlich nimmt Mumble die Anstrengungen auf sich, die kaiserliche Bevölkerung zu retten. Die lebendige und witzige Neckerei zwischen den beiden ist besonders unterhaltsam, weil sie zwei kämpfende Kleinstlebewesen sind, die versuchen, in der Nahrungskette aufzurücken, um zu verhindern, dass sie zur Beute für die anderen Meeresbewohner werden. „Happy Feet 2“ vereint die großen Stimmen der Starbesetzung einschließlich die von Elijah Wood und Robin Williams samt neuer

tatkräftiger Unterstützung von Hank Azaria, Alecia Moore (Popstar Pink), Sofia Vergara, Brad Pitt und Matt Damon.

Antarktis-Welt zum Anfassen

Über das lebhafte stimmliche Ensemble hinaus hat sich der Zeichentrick im Film im Gegensatz zum ersten gewaltig verbessert. In „Happy Feet 2“ werden Details der Wolken im tiefblauen Himmel, Luftblasen und die Bewegungen des Ozeans, schneebedeckte arktische Berge und Hänge auf geschickte Weise lebendig. Die Echtheit wird einen in Versuchung führen, die Hand auszustrecken, um den Schnee zu berühren oder an dem flaumigen Fell der Pinguine zu reiben; es werden neue Maßstäbe für das zukünftige 3D-Kino gesetzt.

„UDO. Die Ausstellung“ in Hamburg Udo Lindenberg auf dem Dach des Hotels Atlantic in Hamburg.

F O T O : M KG / T I N E A C K E

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ntschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow...?“ – was war das noch „ mal? Der überragenden Ost-WestKlassiker der frühen 80er-Jahre der deutsch-deutschen Musikszene. Grenzüberschreitend, provokant, schillernd und humorvoll, genauso, wie sein Interpret: „Panikrocker“ Udo Lindenberg. Dieser Song, frei nach einem Lied der Swing-Legende Glen Miller, richtete sich 1983 direkt an den damaligen „Oberindianer“ des SED-Regimes in Ostberlin, Erich Honecker. Lindenberg wollte damit auf seine ganz persönliche Art gegen das Konzertverbot von 1979 protestieren und sagen, dass er immer noch für die Leute im Osten, die auf der anderen Seite des Stacheldrahts stehen, spielen will. Der Song erreichte Kultstatus in der damaligen DDR und vermischte sich mit der Sehnsucht der Menschen dort nach Freiheit. Im Osten, wie auch im Westen wurde Udo Lindenberg durch sein Engagement für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit bald zum Sprachrohr einer ganzen Generation. Seine klaren, undiplomatisch ehrlichen Worte gegen Krieg, Rassismus, braunen und roten Terror spiegelten sich in Liedern wie „Wozu sind Kriege da?“

(1981), „Sie brauchen keinen Führer“ oder „Russen“ (1984) wider. Er ist aber auch ein Musiker der Menschen, spricht die einfachen Dinge des Lebens an, die Sorgen und Ängste.

UDO – Die Ausstellung

Hamburg – Jahrzehnte später: Vom 21. Dezember 2011 bis zum 11. März 2012 würdigt das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg das Leben und das künstlerische Schaffen des kantigen Wahlhamburgers

und Alltagsgeschichtenerzählers Udo Lindenberg durch eine Ausstellung der besonderen Art. Dadurch wird der Schleier des deutsch-deutschen Vergessens wieder ein wenig gelüftet. Es werden überraschende Einblicke in ein Künstlerleben gezeigt, das die deutsche Musikgeschichte vom reinen Schlagerdasein etwas befreite. Der Texter, Komponist, Maler und menschgebliebene Musiker Udo Lindenberg wird mit über 400 Exponaten, Gemälden, Fotografien, Texten, Songs und

Interviews während seiner 40-jährigen Schaffensperiode beleuchtet.

werden. Beleuchtet von zahlreichen Bühnenstrahlern können die Besucher somit stilecht in die Welt Udo Lindenbergs eintauchen. Im Rundgang durch die Ausstellung entsteht ein Panorama, das die vielen Facetten des Werkes von Udo Lindenberg beleuchtet und mit seiner Lebensgeschichte verknüpft. Die Ausstellung gliedert sich in 14 Kapitel, die jeweils den Titel eines Udo-Songs tragen. Ihnen werden Exponate zugeteilt, bei denen es sich um bedeutende und vielschichtige Stücke handelt, die in Bezug zum Wirken und Leben des Künstlers stehen und gleichzeitig ein Stück deutsche Nachkriegsgeschichte dokumentieren. Der Rundgang wird mit Videoausschnitten des eigens für die Ausstellung geführten Interviews von Bernd Kauffmann und Manfred Besser mit Udo Lindenberg ergänzt. (red)

14 mal Udo

Die Ausstellung gliedert sich in 14 Kapitel. Durch den Einsatz typischer Elemente, wie sie auf großen Rockkonzerten verwendet werden, schafft die Ausstellung eine überzeugende Konzertatmosphäre. Die Exponate, Audiostationen und Monitore werden in Vitrinen präsentiert, die den Transportkisten nachempfunden sind, in denen Instrumente und Technik für Konzerte verpackt

i 21. Dezember 2011 bis 11. März 2012 UDO. Die Ausstellung Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Steintorplatz 1 20099 Hamburg Eröffnung: 20. Dezember 2011, 19 Uhr

800 Jahre Thomanerchor Leipzig Seit 1212 gibt es ihn bereits: Den Knabenchor der St. Thomaskirche in Leipzig, besser bekannt als der Thomanerchor. Susan James

M

it dem Jahr 2012 feiert der Thomanerchor sein 800-jähriges Bestehen. Als einer der ältesten und berühmtesten Knabenchöre der Welt wird der Chor der Leipziger Thomaskirche dieses Jubiläum das ganze Jahr mit Konzerten feiern. Es soll eine Hommage werden an die reiche Geschichte des Chores und ein berühmtes musikalische Erbe, das seinen Höhepunkt erreichte, als Johann Sebastian Bach Thomaskantor war. Uraufführungen der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina stehen auf dem Jubiläumsprogramm sowie Werke von Hans Werner Henze, Heinz Holliger und des australischen Komponisten Brett Dean. In der Jubiläumswoche vom 19. bis 25. März und während des Bach Festivals vom 7. bis 17. Juli werden in der St. Thomaskirche besondere Veranstaltungen laufen. Johann Sebastian Bach schrieb seiner Zeit als Thomaskantor von 1723 bis zu seinem Tod 1750 einige seiner bedeutendsten Werke für diesen Chor. Über die Jahrhunderte haben die Thomaner voller Stolz eine musikalische Tradition weitergeführt, die bis heute frisch und künstlerisch außerordentlich lebendig geblieben ist. „Es ist eine sehr alte Tradition, aber es ist ein sehr junger Chor“, erklärte der Lehrer und Internatsleiter Thoralf Schultze. Heute umfasst der Chor 98 Jungen im Alter von 9 bis 19 Jahren einschließlich einer Kindergartentagesschule für vielversprechende Talente zwischen 3 und 6 Jahren. Mit Schularbeiten, Proben, Tourneen und drei wöchentlichen Aufführungen in der Thomaskirche ist das für die Jungen eine große Herausforderung. Conrad, einer der älteren Sängerknaben, erklärt es so: „Das Besondere daran, ein Thomaner zu sein, ist, dass man Künstler ist und in der Schule auch ein Heim und eine Familie hat.“ Im Alter von neun Jahren Bach zu singen, klingt nach einer überwältigenden Aufgabe, aber diese Jungen können damit umgehen: „Man versteht die Musik selbst als Schule“, erklärte Conrad, „aber wenn man älter wird, versteht man mehr vom essentiellen Bach. Das Wissen wächst.“ Georg Christoph Biller, der derzeitige Kantor, hilft dabei. Selbst ehemaliger Schüler des Thomanerchors, kennt Biller die Schwierigkeiten und Erfolgserlebnisse, die man als Mitglied dieser Elite-Sängergruppe erlebt. „Einmal Thomaner, immer Thomaner“, ist sein Motto. Susan James ist freischaffende Schriftstellerin mit Wohnsitz in Los Angeles. Sie hat in Indien gelebt, in England und Hawaii. Sie schreibt über Kunst und Kultur.


FEUILLETON

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

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Große Kunst auf ulkigen Instrumenten

Gitarren gibt’s hier nicht

„The Ukulele Orchestra of Great Britain“, abgekürzt „The Ukes“, ist ein Ensemble aus acht Persönlichkeiten, die ihre Instrumente und der Spaß daran so sehr zusammengeschweißt hat, dass sie seit 20 Jahren in derselben Formation spielen. Unglaublich, wenn man die Halbwertzeit mancher moderner Ehe bedenkt. Doch was ist, bitte, nun der Unterschied zur Gitarre? Die Ukulele hat vier statt sechs Saiten und eine andere Stimmung und selbstverständlich benutzt niemand im Ukulele Orchestra „das böse G-Wort“.

In London fing alles an

Als die Ukes 1985 starteten, war die Ukulele praktisch unbekannt. Die Musiker mussten ihr Publikum erst einmal überzeugen. Meistens waren dies Londoner Kneipenbesucher, die vorbeischauten, wo was los war. Indem sie auf einem unterschätzten Miniatur-Instrument Dinge anstellten, die vorher noch niemand gemacht hatte, wurden sie mit der Zeit immer erfolgreicher.

Ein uraltes Kunstverständnis

Nichts ist vor ihnen sicher

Ihre Moderationen dienen der heiteren Desinformation des Publikums. Denn das Repertoire der Ukes lässt sich auf die Formel bringen: Sie spielen einfach was sie wollen. Und kein Musikstück ist vor ihnen sicher. Sie haben äquivalente Ukulelen-Klänge entwickelt, um Werke von Nirvana, ACDC, Saint-Saëns und Beethoven zur Aufführung zu bringen. Auch Ennio Morricone, Blues und unbekannte Freejazznummern mussten daran glauben. Wirklich gute Kompositionen erkennt man ihrer Meinung nach daran, dass sie auch auf der Ukulele gut klingen.

Ähnlichkeiten mit anderen Liedern sind beabsichtigt

Eine besondere Spezialität der Ukes sind ihre Medleys, in denen sie vier und mehr verschiedene Songs zeitversetzt gemeinsam singen. Die vokalen Starqualitäten jedes einzelnen Bandmitglieds machen dies möglich. Überhaupt gewinnen sie allem, was sie spielen, völlig neue Sichtweisen ab. Und auch darauf, dass sie all das ernst meinen, muss man gefasst sein. George Hinchliffe ist ein Gründungsmitglied der Gruppe und der Einzige, für den die Ukulele das erste Instrument war (er begann mit acht Jahren eine „Uke“ zu spielen,

CAMPBELL

N

ach einem Mission Statement wurden sie schon öfter gefragt. Vielleicht bringt es am ehesten der Stoßseufzer von Sopran-Ukulelist David Suich auf den Punkt. Nach einem Berliner Auftritt äußerte er neulich erschöpft aber glücklich: „Ist das nicht schön, den Leuten ein bisschen Fröhlichkeit zu bringen?“ Eine weitere häufig gestellte Frage ist: „Wie wird der Name des Instrumentes ausgesprochen?“ Die englische Antwort: „Yoo-koo-ley-lee.“

sogar vor 6000 Zuhörern. Dieses Konzert wurde auf DVD verewigt. „Das Interessante ist ja, dass die meisten Menschen Anarchie mit Zerstörung assoziieren. Dabei gibt es verschiedene AnarchieKonzepte. Eines besteht zum Beispiel gerade nicht darin, dass jeder tut was er will, sondern, dass man sich gegenseitig hilft“, sagt George Hinchliffe. „Wenn wir das Lied auf die friedliche Lagerfeuerart singen, machen wir uns über den Fakt lustig, dass Anarchie in den meisten Gesellschaften als schwierig angesehen wird.“

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Rosemarie Frühauf

Die Popularisierung des Internets und Youtube ebneten ihnen dann den Weg zur Weltkarriere. Der Name „Ukulele Orchestra of Great Britain“ (einst eine Erfindung von Kitty Lux, der stoischen Dame mit der Witwe-Bolte-Schleife) klingt, als hätten sie all das geplant. Humor ist die Hauptzutat ihrer Konzerte, serviert auf einer Grundlage von musikalischer Perfektion und Virtuosität, die ihresgleichen sucht. Der Klang der Ukes ist harfenartig zupfend und reicht bis ins gitarresk Schrammelnde. Ihr Sound entstand auf einem langen experimentellen Weg und wird durch die Bass-Ukulele (eine viersaitige Bassgitarre in UkulelenStimmung) abgerundet. Ihr Spieler, Jonty Bankes, pflegt sie als „Instrument der Zukunft“ vorzustellen – Widerstand zwecklos.

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Am Anfang war es ein Jux, heute ist die britische Ausnahme-Band „The Ukulele Orchestra of Great Britain“ eine international beliebte Institution zwischen E- und U-Musik.

The Ukulele Orchestra of Great Britain: (v.l.n.r.) Richie Williams, Jonty Bankes, Hester Goodman, George Hinchliffe, David Suich, Peter Brooke Turner, Kitty Lux und Will Grove-White.

die sein Vater zufällig geschenkt bekommen hatte). Heute hat der gesetzte Gentleman meist die dicken Solos und die Anmoderation inne. Und doch ist er weit davon entfernt, seine Kollegen zu übertönen. Das Erfolgsrezept der Ukes beschreibt er so: „Wir sagen zum Publikum: Guten Tag, hier sind wir und das machen wir. Sie sind herzlich willkommen, dabei zu sein. Aber selbstverständlich werden wir Sie nicht dazu zwingen ...“

Harmonie in der Anarchie

„Menschen sind ja so unterschiedlich“, sagt Hinchliffe, „jeder hat

eigene Ideen davon, was er mag oder nicht. Da kommt es manchmal schon bei zwei oder drei Leuten zum Krach. Ich schätze, unser großer Erfolg liegt daran, dass wir uns im Ukulele Orchestra eher auf Dinge konzentrieren, die die Leute mögen werden, als auf das, was Streit verursacht.“ Zu diesem alternativen musikalischen Lebensentwurf passt genau, dass die Ukes gerne „Anarchy in the UK“ von den Sex Pistols spielen. Fast scheint es ihre heimliche Hymne sein. Bei ihrem Londoner Proms-Debut in der Royal Albert Hall 2009 sangen sie es

Natürlich schwimmen die Ukes mit ihrer Rückbesinnung auf die einfachen Dinge des Lebens und der Kunst gegen den Strom der modernen Musikwelt. „Vor hundert Jahren waren die Menschen in diesem Punkt noch sensibler“, sagt Hinchliffe: „Wenn nur einer sang oder Klavier spielte, konnte es schon die wundervollste und lebensverändernde Erfahrung sein. Heutzutage fallen viele Menschen, die den Feinheiten der Kunst wenig Bedeutung beimessen, leicht darauf herein, dass etwas, um künstlerisch und gut zu sein, ein außergewöhnliches Spektakel mit viel Geld und Spezialeffekten sein muss. Ich denke, es ist möglich, etwas sehr Subtiles und Komplexes mit einfachsten Mitteln zu erzählen.“

i Im Januar und Februar 2012 tourt das Ukulele Orchestra durch Deutschland. Es wird u.a. in der Hamburger Laeiszhalle, dem Münchner Prinzregententheater, dem Konzerthaus Dortmund, der Tonhalle Düsseldorf und an vielen weiteren Orten auftreten. Es lohnt sich, den Tourneeplan auf der Website zu überprüfen. Auch CDs und DVDs werden dort exklusiv vertrieben. www.ukuleleorchestra.com

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29.11.11 13:39


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Wissen

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

Wilderei gefährdet Nashörner weltweit Wegen des illegalen Nashornhandels wurde eine afrikanische Nashornart bereits komplett ausgerottet. In Asien existiert das Java-Nashorn nur noch in geringer Anzahl. Andere Arten sind ebenfalls vom Aussterben bedroht oder ihre Lage verschlechtert sich. Nur der rigorose Schutz, wie er zum Beispiel in Südafrika umgesetzt wird, scheint Erfolge zu zeigen.

F o t o : R o b ert o S c h n i dt/A F P/G ett y i m ages

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as gefährdete Java-Nashorn wurde in Vietnam durch Wilderei bereits ausgerottet, meldete ein Naturschutzbund diesen November. Der WWF bestätigte, dass in Vietnam das letzte Java-Nashorn getötet wurde, nachdem es „mit einer Kugel im Bein und ohne Horn aufgefunden wurde“. Weniger als 50 Nashörner dieser Art sollen noch in einem Naturschutzpark in Indonesien leben. (Die letzte Sichtung eines lebenden Nashorns in Vietnam war im Jahr 2008.) „Das Java-Nashorn galt auf dem Festland Asiens als ausgestorben, bis man 1988 eine kleine Population entdeckte, als man ein Rhinozeros jagte“, ergänzte er. Der WWF gab bekannt, dass der Schutz und seine Ausweitung auf die gesamte schwindende Population absolut notwendig sind, um das Überleben der Spezies zu sichern. „Dazu gehören eine Erweiterung der Maßnahmen gegen Wilderei, die Überwachung der existierenden Populationen und der Aufbau weiterer Populationen in anderen Gebieten durch „Umsiedlung“, fügte die Naturschutzgruppe hinzu. Die illegale Wilderei wird hauptsächlich durch die Nachfrage nach Hörnen in Asien angetrieben, wo diese für medizinische Zwecke benutzt werden. Das Java-Nashorn, das typischerweise kleiner ist als seine afrikanischen Artgenossen und nur

Zwei weibliche Nashörner ruhen sich gemeinsam in der Savanne im Lewa Naturschutzpark, Kenia, aus. ein Horn besitzt, war in Asien eine der bekanntesten Arten und kam sowohl in Indonesien als auch in Indien und China vor.

Das westafrikanische Spitzmaulnashorn ist ausgerottet

Auch das westafrikanische Spitzmaulnashorn wurde offiziell für ausgestorben erklärt. Dies stand in der letzten Veröffentlichung der internationalen Union zur Bewahrung der Natur und ihrer natürlichen Ressourcen (International Union for Conservation of Nature, IUCN). Die Naturschutzorganisation fügte hinzu, dass das Breitmaulnashorn ebenfalls kurz vor dem Aussterben ist und in die Liste der

potentiell aussterbenden Arten aufgenommen wurde. „Die Menschen sind die Verwalter der Erde und verantwortlich dafür, die Tierarten zu schützen, die mit uns den Lebensraum teilen“, betonte Simon Stuart, der Leiter der Kommission für Artenerhaltung in einem Statement. Die Situation des Breitmaulnashorns und des Spitzmaulnashorns „könnte ganz anders sein, wenn die vorgeschlagenen Erhaltungsmaßnahmen umgesetzt worden wären“, fügte er hinzu. Wie in Asien ist auch in Afrika die Wilderei der Hauptgrund für das Schwinden der Populationen. Die Schätzungen der IUCN ergeben das pessimistische Bild, das weltweit 25 Prozent aller Säugetiere vom Aussterben bedroht sind.

Der WWF gab bekannt, dass der Schutz und die Ausweitung auf die gesamte schwindende Population absolut notwendig sind, um das Überleben der Spezies zu sichern.

Wilderei in Südafrika auf Rekordniveau

Derzeit erlebt in Südafrika die Wilderei von Nashörnern einen noch nie dagewesenen Boom, berichtete der WWF Anfang November. Die Naturschutzorganisation spricht von 341 Nashörnern, die im Jahr 2011 bisher getötet wurden, und führt ebenfalls den Schwarzmarkt für Hörner als den Hauptgrund für die Tötungen an. Die Zahlen im Oktober sind höher als alle im Jahr 2010 verzeichneten Fälle, bei denen 333 Tiere getötet wurden. „Das unbegründete Gerücht, dass die Hörner des Rhinozeros Krebs heilen können, besiegelte aktuell das Schicksal des letzten Nashorns in Vietnam“, sagte Dr. A. Christy Williams von der asiatischen

Nashornbehörde des WWF. „Das ist dasselbe Problem, das jetzt andere Nashorn-Populationen in ganz Afrika und Südasien bedroht.“ Von fünf Nashornarten stehen weltweit drei kurz vor dem Aussterben. Südafrika – mit der größten Nashornpopulation der Welt – hat vor Kurzem seine Bemühungen verstärkt, die Rhinozerosse zu schützen. „Da der bewaffnete Schutz der Nashörner in Südafrikas Nationalparks sehr stark ist, weichen illegale Syndikate anscheinend auf Länder mit weniger Kontrolle aus, wobei die asiatischen Länder möglicherweise überrumpelt wurden“, äußerte Dr. Carlos Drews, Biologe und WWF-Koordinator. (red)

Neuer Hinweis auf 2012 in Südmexiko gefunden i

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in neuer Hinweis auf das Ende des Maya-Kalenders am 21. Dezember 2012 (dem Tag der Wintersonnenwende) wurde vor Kurzem entdeckt. Er befindet sich auf einem Stein, der in Comalcalco in Südmexiko gefunden wurde. Die Inschrift – bekannt als der

F o t o : OM A R T O R R E S /A F P/G ett y i m ages

Der Longcount der Maya zählt 13 Baktun (ca. 5.200 Jahre). Nach ihrem Verständnis beendet die Erde nach fünf dieser Zeitabschnitte (also nach ca. 26.000 Jahren) einen „Kreislauf der Erzeugung“ und tritt in eine neue Ära ein. Das ist im Statement des Nationalen Instituts für Geschichte und Anthropologie in Mexiko (INAH) zu lesen. „Comalcalco-Stein“ – ist 1.300 Jahre alt. Man nimmt an, dass die Tafel umgedreht oder mit Erdreich bedeckt wurde, damit sie nicht von Unbefugten gelesen werden konnte. Mexikos Nationales Institut für Geschichte und Anthropologie (INAH) gab ein Online- State-

ment über diese Inschrift heraus mit der Bemerkung, dass das westliche messianische Denken die Ansichten der alten Zivilisationen verdreht hätte. Die Meinung, dass die Maya eine Apokalypse vorhergesagt hätten, sei hierfür ein Beispiel. Tatsächlich besteht jedoch der Maya-Kalender aus

Der „Tempel der Inschriften“ in der Ausgrabungsstätte in Palenque, Bundesstaat Chiapas in Südmexiko. In Palenque trafen sich mehr als 50 Experten für Maya-Kultur.

einer Serie von Zyklen, wobei das Ende einer Ära den Beginn für die nächste bildet. Laut dem Konzept des Maya-Kalenders beginnt nach fünf Zeitabschnitten von jeweils 13 Baktun (ca. 26.000 Jahre) ein neuer „Kreislauf der Erzeugung“. Die Zivilisation der Maya erleb-

Der Maya-Kalender Die größte Zahl der Maya war ein Baktun (144.000 Tage oder umgerechnet ca. 395 Jahre). Da es bei den Maya 13 Töne bzw. 13 Tage der Schöpfung gab, betrug die Dauer des Langzeitkalenders 13 Baktun (ca. 5.200 Jahre). Die nächstgrößere Zeiteinheit waren 5 Longcounts (26.000 Jahre), nach denen ein Kreislauf beendet war und „ein neuer Kreislauf der Erzeugung“ begann. Die Maya waren Meister der Astronomie und sagten bereits vor Tausenden von Jahren Planetenkonstellationen punktgenau voraus. Nach Feststellung heutiger Astronomen ist am letzten Tag des Maya-Kalenders, dem 21. Dezember 2012, die Wintersonnenwende. Die Sonne befindet sich dann auf ihrer Bahn um das galaktische Zentrum genau an der Stelle, an der die Bahn die Äquatorebene der Milchstraße schneidet. An diesem Punkt soll sich die Sonne in der “Dunklen Spalte“ der Milchstraße befinden (oder die Milchstraße “sitzt“ auf der Erde). Es wird fast so sein, als ob man für die Erde eine Tür zum Himmel öffnet.

te zwischen 200 und 900 n. Chr. ihre Blütezeit. Der letzte Maya-Kalender beginnt 3.114 v. Chr. und ist in 13 Perioden von je 394 Jahren (ein Baktun) eingeteilt. Die Tortuguero-Tafel beschreibt Ereignisse am Ende des 13. Baktun im Dezember 2012, „wenn die Götter und Gott Balun Yokte (was

übersetzt ‚neun Säulen‘ bedeutet) auf die Erde herunterkommen werden“. Mehr als 50 Experten für Maya-Kultur aus 12 Ländern nahmen am siebten Runden Tisch in Palenque Platz; dabei wurden diverse Aspekte des Kalenders besprochen. (red)


WISSEN

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

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Meditation kann Psychosen verhindern „Die Augen zu schließen und sich zu entspannen …“ ist etwas, das die Menschen versuchen sollten, steht in einer neuen Studie, die im Journal Psychological Science veröffentlicht wurde. Laut dieser Studie bewirken kurze Meditationen positive Stimmungsänderungen.

Mimi Nguyen Ly

Foto: The Epoch Times

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rfahrene Meditierende sollen in der Lage sein, Hirnregi­ onen, die mit Tagträumen, Ängsten und bestimmten psychi­ schen Krankheiten wie Autismus und Schizophrenie in Verbindung stehen, auszuschalten, ergab eine neue in den USA durchgeführte Studie. „Meditation hat sich als Hilfe bei einer Vielfalt von gesundheit­ lichen Problemen erwiesen, zum Beispiel, um mit dem Rauchen aufzuhören, mit Krebs umzuge­ hen oder sogar, um Psoriasis in den Griff zu bekommen“, betonte der Hauptautor der Studie, Judson A. Brewer von der Yale Universität in einer Pressenachricht. Die Forscher wandten zur Un­ tersuchung bei neuen und auch bei erfahrenen Meditierenden funkti­ onelle Magnetresonanztomografie an, wobei drei verschiedene Me­ ditationstechniken Anwendung fanden. Mit funktioneller Magnet­ resonanztomografie werden phy­ siologische Funktionen im Inneren des Körpers – wie zum Beispiel aktivierte Hirnareale – mit hoher räumlicher Auflösung dargestellt. Die Ergebnisse zeigten, dass während der Meditation das so­ genannte Ruhezustandsnetzwerk (default mode network, DMN) – eine Gruppe von Gehirnregionen, die beim Nichtstun aktiv sind und beim Lösen von Aufgaben ausge­ schaltet werden – aktiviert war. Dieses neurale Netzwerk bein­

Sich zurückzuziehen von der Aktivität …, einmal wirklich bei sich zu sein und ungestört…, etwas für sich zu tun …, alles loszulassen …, wahre Ruhe zu finden … haltet Areale, die mit auf Angst beruhenden Krankheiten, Auf­ merksamkeitsdefiziten, Hyper­ aktivitätsstörungen und der Plaque-Bildung bei der AlzheimerKrankheit in Verbindung stehen. Die Regionen mit abnehmen­ der Aktivität, die mit diesem Netz­ werk in Verbindung stehen, sind der sogenannte vordere, mittlere und hintere Gyrus Cinguli, eine Struktur des Endhirns, die zum sogenannten limbischen System gehört. Die Abnahme der Aktivität war unabhängig von der Art der Meditation, die während des Ex­ periments praktiziert wurde. War das Ruhezustandsnetz­ werk des Gehirns aktiv, so waren bei den erfahrenen Meditieren­ den auch jene Hirnregionen, die mit Selbstkontrolle und kogniti­ ver Kontrolle in Verbindung ste­ hen, hinzugeschaltet, nicht aber bei den Anfängern. Das war nicht

nur während der Meditation der Fall, sondern auch im Schlaf. Das Meditieren konnte auch mit zunehmendem Wohlgefühl in Ver­ bindung gebracht werden, erklärte Brewer laut der Pressenachricht. Die Wissenschaftler glauben, dass Meditierende sich besser auf das Hier und Jetzt konzentrieren können und kontinuierlich egois­ tische und umherschweifende Ge­ danken unterdrücken, die in enger Beziehung mit Autismus und Schi­ zophrenie stehen. „Die Kraft der Meditation, die es den Menschen ermöglicht, in in­ nere Harmonie zu kommen, wird seit Tausenden von Jahren bei phi­ losophischen und kontemplativen Praktiken genutzt“, sagte Brewer. „Umgekehrt ist ein Hauptmerkmal vieler mentaler Krankheiten die Beschäftigung mit den eige­ nen Gedanken ein Symptom, auf das Meditation Einfluss ausübt.

Wenn im Gehirn von erfahrenen Meditierenden das Netzwerk für den Ruhezustand in Aktion war, waren gleichzeitig auch jene Hirnregionen, die mit Selbstkontrolle und kognitiver Kontrolle in Verbindung stehen, hinzugeschaltet.

Das gibt uns wichtige Hinweise auf den neuralen Mechanismus und auf klinische Konsequenzen.

Verbesserung der Stimmung in nur fünf Wochen

Die Studie mit dem Titel „Fronta­ le EEG Asymmetrie mit positiven Emotionen durch kurzes Medita­ tionstraining in Verbindung gebracht“ postuliert, dass sich Ge­ hirnaktivitäten bereits nach fünf Wochen Meditationstraining verändern. Frühere Studien, einschließlich eines Berichtes von 2010 über die Wirkung der Meditation, unter­ suchten ebenfalls ihre positiven neurologischen Effekte. Jane Anderson, eine Forscherin an der Universität in WisconsinStout, wurde zu einer neuen Stu­ die inspiriert, nachdem sie einen Monat lang eine Meditation prak­

tiziert hatte und positive gesund­ heitliche Änderungen bemerkte. „Ich erlebte ein Gefühl der Gelassenheit und die Fähigkeit, meine Emotionen besser zu kon­ trollieren“, berichtete Ander­ son in der Pressenachricht der Vereinigung für psychologische Wissenschaften. Zusammen mit einem Team aus Studenten und Mitgliedern der Fakultät führte Anderson mittels EEG Messungen der elektrischen Gehirnaktivität an 21 Personen durch, während sie meditierten. Elf der Teilnehmer nahmen an zwei halbstündigen Meditations­ trainings pro Woche teil; zusätz­ lich wurde ihnen empfohlen, in der Zeit zwischen den Trainings zu meditieren. Die anderen zehn Teil­ nehmer erhielten kein Training. Im Durchschnitt absolvierten die elf Teilnehmer in einem Zeit­ raum von fünf Wochen insgesamt sieben Stunden Meditationstrai­ ning und selbständige Praktik. Nach Ablauf der fünf Wochen wurden weitere EEG-Kontrollen durchgeführt. Die elf Personen, die medi­ tiert hatten, zeigten andere neu­ rale Aktivitäten als die Personen ohne Training; es wurden verstärk­ te Gehirnaktivitäten im Vorderhirn festgestellt. Wie aus anderen vorhergehen­ den Forschungsarbeiten bekannt ist, sind mit dieser Art Gehirn­ aktivität positive Emotionen verbunden. „Es tut nicht weh und kann viel Gutes bewirken“, sagte Koautor Christopher Moyer, als er die Ef­ fekte der Meditation beschrieb. „Sollte jemand in Erwägung ziehen, mit Meditation zu begin­ nen und denken ‚das ist mir zu viel, ich muss viel zu hart trainie­ ren, um einen wirklichen Effekt zu erzielen‘, so beweisen ihm unse­ re Ergebnisse, dass das nicht der Fall ist.“ In den 90er-Jahren, als Ander­ son noch in Minnesota lebte, be­ kämpfte sie ihre Winterdepression. Ihre jetzigen Untersuchungsergeb­ nisse bestätigen die Erfahrungen, die sie an sich selbst gemacht hatte. „Ich denke, Meditation hilft, dass man mit mehr Zuversicht in die Zukunft sehen kann“, sagte sie abschließend. „Mir hat die Medi­ tation wirklich geholfen!“

Woher kommen Sterne, die sich mit hoher Geschwindigkeit quer durch das All bewegen? Vor Jahren war dies noch ein Rätsel; Mittlerweile gibt es für ihre Entstehung zwei Theorien und etliche neu entdeckte Exemplare.

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ngewöhnlich schnelle Ster­ ne, die ungefähr 20 Pro­ zent aller massiven Sterne unseres Milchstraßensystems aus­ machen, entstehen durch starke Wechselwirkungen der Schwere­ felder innerhalb dichter Haufen re­ lativ leichter Sterne. Laut einer Studie, die im Jour­ nal Science am 17. November ver­ öffentlicht wurde, entstehen die meisten OB-Ausreißer durch die Interaktion dreier Sterne. Dies wi­ derspricht der bisher akzeptier­ ten Zwei-Körper-Hypothese, die als Ursache die Supernova-Explo­

sion eines Zwei-Sterne-Systems vorschlägt. Die Bezeichnung „OB“ be­ schreibt die Spektralklasse eines Sterns und bezieht sich auf die aus der Oberflächentemperatur resul­ tierende Farbe des Sterns. Dabei steht „O“ für Blau und „B“ für BlauWeiß. Die Oberflächentemperatur solcher Sterne kann bis zu 50.000° C betragen. Zwei Astronomen nutzten Ster­ nenbeobachtungen und numerische Berechnungen, um die dynami­ schen Interaktionen aufzudecken, die bei der Bildung von AusreißerSternen oft zwischen einzelnen Ster­ nen und binären Paaren auftreten. Die Forscher bemerkten, dass Sterne mit der 100-fachen Masse unserer Sonne oder noch größere in den Bereichen um junge Sternen­ haufen wie R136 und Westerlund 2 zu finden sind. Ausreißer mit Geschwindigkei­ ten von bis zu 30 Kilometern pro Sekunde und mehr können durch zwei Mechanismen entstehen: Ent­ weder werden solche Sterne durch eine Supernova-Explosion ihres frü­

Zwei Astronomen kombinierten Sternenbeob­ achtungen und numerische Berechnungen, um die dynamischen Interaktionen aufzudecken, die bei der Bildung von Ausreißer-Sternen oft zwischen einzelnen Sternen und binären Paaren auftreten.

heren Partners (eines Doppelster­ nensystems) beschleunigt oder sie werden irgendwann (als Teil meh­ rerer sich gegenseitig umkreisender Massen) fortgeschleudert. Typischerweise flüchtet der leichteste Stern; das bedeutet, dass die anderen beiden Sterne des Dop­ pelsystems schwerer sind. Am häu­ figsten neigen Systeme mit großer Ausdehnung zu diesem Verhalten, wobei sich die massivsten Sterne im Kern des Sternenhaufens befinden. Der gravothermale Kollaps des Kerns eines Sternenhaufens erzeugt gewöhnlich solch ein Doppelstern­ system, das sich anschließend ver­ dichtet. Dabei werden so lange Sterne fortschleudert, bis das Sys­ tem kollidiert oder bis eine kritische Bindungsenergie erreicht ist. An­ schließend wird das Objekt durch eine Begegnung aus dem Haufen geschleudert. Die Mehrheit der galaktischen OB-Ausreißer scheinen aus Sternen­ haufen nach einem Kernkollaps in­ nerhalb der ersten Million Jahre seiner Existenz zu stammen“, ist im Bericht zu lesen.

F o t o : N A S A Inf r a r o t W e lt r a u m te l e s ko p W IS E

Wie entstehen Ausreißer-Sterne im Kosmos?

Die Stoßwelle, die der Ausreißer-Stern Zeta Ophiuchi auf seinem Weg durch eine Staubwolke vor sich herschiebt, ist deutlich zu sehen. Ein interessantes Beispiel wurde Anfang dieses Jahres entdeckt: Es ist ein riesiger Stern, der aus einem binären System geschleudert wurde; es ist deutlich zu sehen, wie er auf seinem Weg durch eine kosmische Staubwolke eine große Wand vor sich herschiebt. Dieser Stern mit dem Namen Zeta Ophiuchi ist ein Koloss mit der 20-fa­

chen Masse der Sonne. Wenn er nicht von einem dicken Schleier aus Staub umgeben wäre, würde er 65.000-mal heller leuchten. Er ist vier Millionen Jahre alt und 460 Lichtjahre von der Erde entfernt. Laut NASA bewegt sich der Stern mit der unglaublichen Geschwindigkeit von 87.000 Kilome­ tern pro Stunde (24 Kilometer pro Se­ kunde) durch das All. (red)


MENSCHEN UND MEINUNGEN

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

Z IT R D

AN EN

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r hatte sich vor allem durch seine Standhaftigkeit aus dem Joch der DDR-Diktatur befreit. Er beschrieb für uns, was mit einem Menschen passieren konnte, wenn er sich nicht der ideologischen Gleichschaltung des DDR-Regimes unterordnen wollte und sich erdreistete, eine eigene Meinung zu haben … Nachdem ich meine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hatte, wollte ich eigentlich auf der Abendschule mein Abitur nachmachen, damit ich später noch studieren könnte. Aber zu meinen Studienplänen im Sozialbereich sagte die Kaderleitung: „Dann nützen Sie ja unserem Betrieb nach dem Studium gar nichts. Deshalb stimmen wir nicht zu, dass Sie auf der Abendschule das Abitur nachholen können.“ Ich war erschüttert! Unfassbar, dass man mir einfach so verbieten konnte, mich weiterzuentwickeln. Wenn du nicht immer wieder dazulernen darfst – wo ist denn da noch eine Perspektive für so ein junges Leben? Ich war damals 19 Jahre alt, als ich feststellen musste, dass mein Leben gänzlich fremdbestimmt war. Und obwohl ich wusste, dass Republikflucht lebensgefährlich war, war es dieser Gedanke, der von nun an mein Leben bestimmen sollte. Zur Flucht entschied ich mich für eine Stelle in der Nähe von Eger, dem jetzigen Cheb in Tschechien, und das einzige Hilfsmittel, das ich mir organisieren konnte, war eine Wanderkarte aus diesem Bereich. In Eger hab ich mir ein Hotel gesucht und am nächsten Abend ging ich an einen Stausee, der unmittelbar an die Grenze zur BRD heranreichte. Ich bin am Ufer des Sees unter Büsche gekrabbelt und war immer noch der Meinung, ich sei unentdeckt bis dorthin gekommen. Kurz darauf schaute ich in diverse MG-Mündungen. Da kam die kalte Angst hoch und es entstand in mir der Gedanke, dass dieser Fluchtversuch möglicherweise auch einer von denen sein könnte, die tödlich enden. Mir blieb nur noch, mit erhobenen Händen in Richtung

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: STEF F

Thorsten Graupe / Steffen Andritzke

Ufer zu gehen und in das Boot der „Grenzer“ einzusteigen. Beim Eintreffen in der Grenzstation ging es gleich mit dem „Verhör“ los und es gab auch erst einmal so richtig was „auf die Fresse“. Natürlich hatten die „kommunistischen Friedensgrenzer“ nicht vergessen, mich vorher mit Handschellen an der Heizung festzumachen. Dann hatte ich etwa zwei Stunden Pause und als nächstes wurde mir eine vorgefertigte Erklärung vorgelegt, in der stand, dass „ich am 16.3.1983 versucht habe, die Grenze zu überschreiten“. Im Anschluss daran gab es erst einmal drei Tage Kellerhaft. Von dort aus wurde ich nach Prag gebracht, aber ich wusste nie, was nun mit mir passiert. Nach 14 Tagen wurde ich in ein Flugzeug gesteckt und bei der Landung konnte ich den Fernsehturm von Berlin sehen, sodass ich wenigstens wusste, in welcher Stadt ich jetzt war. Und immer wieder diese Ungewissheit und diese Angst. „Vielleicht fahren sie dich ja jetzt in einen Steinbruch und knallen dich über den Haufen.“ Wenn meine Familie wüsste, was mit mir hier gerade geschieht ... Man vegetiert diese Wochen unter permanenter Anspannung. Man weiß nie, was als nächstes mit einem passiert. In Erfurt war ich drei Monate in Untersuchungshaft. Ständige Verhöre. „Das kann doch gar nicht sein, dass du das ganz alleine gemacht hast. Da hängen doch mindestens noch deine Eltern mit drin. Oder Arbeitskollegen, die dir geholfen haben; Kumpels und überhaupt ein ganzes Netzwerk von Staatsfeinden. Los, sag das jetzt, gib es doch endlich zu!“ Die hatten ein großes Problem damit, dass es Menschen gibt, die etwas für sich alleine entscheiden und die für sich und ihr Leben Verantwortung übernehmen. Das haben die gehasst. Der Einzelne war wertlos. Ich kann mich heute noch sehr gut daran erinnern, dass mir damals jeder Sonnenstrahl wichtig war. Das mag pathetisch klingen. Doch diese Schweinebuchten, in denen wir „Ausgang“ hatten, waren nicht größer als 12 bis 15 Quadratmeter. Meterhohe Betonwände und oben ein Gitter darauf. Da mussten wir Runden laufen. Nicht stehenbleiben. Manchmal hat da die Sonne hinein geschienen und das Laufen durch den Sonnenstrahl war wie eine Sekunde des Aufbauens. Das gab mir wieder etwas Lebensmut und die Sonne schien zu sagen: „Halte durch, es geht vorbei.“ Aber es war selten, dass man draußen sein durfte; das wurde mir nicht jeden Tag gewährt. Schikane halt. Noch eine Woche später „durfte“ ich zum ersten Mal Besuch bekommen. Meine Eltern kamen. Bis

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Für manche Menschen ist der 8. Dezember ein Tag wie jeder andere – für Thorsten Graupe ist dies aber der Tag, an dem er ein neues Leben beginnen konnte.

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Statt zum Abitur in den Stasiknast

Alles war ein mieses Ausnutzen der Macht und es ist Absicht, die Menschen permanent in solch einem verunsicherten Zustand zu halten. Thorsten Graupe, Finanzberater des Jahres 2006

dahin wussten sie nicht, wo ich verblieben war und ob ich überhaupt noch am Leben war. Sie hatten von mir auf dem Kühlschrank nur einen Zettel vorgefunden „Bin ein paar Tage in Prag“. Seitdem waren knapp sieben Wochen vergangen. Sie hatten nur in der Zwischenzeit reichlich Besuch von der Stasi bekommen und auch sie wurden verhört. Wie gerne hätten sie meinen Eltern noch Mittäterschaft angehängt. Konnten sie aber nicht. Konsequenzen gab es aber trotzdem für meine Familie: Meine Eltern durften nicht mehr arbeiten gehen und meine Schwester durfte nicht mehr die Schule besuchen; sie durfte ihr Abi nicht weitermachen. Nun waren sie arbeits- und perspektivlos. Meine Eltern haben mir dann einen Anwalt besorgt, der auch wirklich meine Interessen vertreten hat. Der hat mich in dieser Zeit auch zweimal besucht. Schon beim ersten Mal, als er hereinkam, hat er den Finger an die Lippen gelegt und mir zu verstehen gegeben, dass wir abgehört werden. Mit dem habe ich dann verbal völlige Belanglosigkeiten ausgetauscht. Das Wesentliche haben wir schriftlich in Kurzform über den Tisch hin- und hergeschoben. Mein Strafmaß von einem Jahr hatte unter den Mithäftlingen den Effekt „Wer weiß, was du für einer bist. Du kannst ja keiner von uns, den politischen Häftlingen, sein, wenn du das Strafmaß von über 12 bis 24 Monaten nicht hast.“ Im Juli nach der Gerichtsverhandlung wurde ich in die Strafvollzugsanstalt nach Naumburg verlegt. Gleich nach meiner Ankunft versuchte ein Politoffizier, mir eine Spitzeltätigkeit anzutragen. Man wollte mir dafür im Gegenzug gewisse Vorzüge angedeihen lassen. Aber auch das habe ich in aller Deutlichkeit abgelehnt, damit die wussten woran sie sind.

Bei solchen „Gesprächen“ kommst du in ein Zimmer, das ist komplett kommunistenrot angestrichen und mit Wimpelchen, Fähnchen und Sprüchen „geschmückt“, dass der rote Terror letztendlich doch siegen wird. Da fragt dich der Politoffizier dann jedes Mal: „Na, wie sieht‘s aus, konnten wir Sie hier vom Gegenteil überzeugen? Nehmen Sie jetzt Abstand von Ihrem Vorhaben, die Staatsbürgerschaft der DDR abzulegen?“ Wankelmütigkeit hilft dir da wenig! Als Politischer konnte man sich auch ganz schnell Einzelhaft und Dunkelhaft einhandeln, indem man auf die Provokationen der Wärter reagierte. Als ich zu meinem 20. Geburtstag einen Brief von meinen Eltern bekam (außer meinen Eltern und meiner Schwester durfte mir keiner Briefe schicken), hat mir der Genosse den Brief gezeigt und mit einem zynischen Grinsen gesagt „Den kann ich Ihnen leider nicht aushändigen, denn da steht etwas drin, was man Ihnen nicht sagen darf. Wir halten das für falsch, wenn Sie den bekommen würden.“ Dann hat er den Brief vor meinen Augen zerrissen. „So, und jetzt können Sie wegtreten.“ In der Naumburger Haftanstalt musste ich Metallteile bearbeiten. Ohne Arbeitshandschuhe nicht entgratete scharfkantige Stahlteile ausstanzen. Alle hatten zerschundene Hände und unter der Dusche haben die Aufseher uns IMI (das ist ein Scheuersand) auf die wunden, aufgerissenen Hände gestreut. Körperliche Schmerzen, seelische Schmerzen – das ganze Programm!. Andere Häftlinge mussten ohne Mundschutz, ohne Atemschutz, ohne Absauggerät Metallschienen polieren. Die dort arbeiteten, sahen nach jeder Schicht rabenschwarz aus – deren Lunge wohl auch. Ich habe miterlebt, dass politische Häftlinge, die sich bei der Arbeit im Strafvollzug dauerhaft verletzt hatten, überhaupt keine Chance mehr hatten, die DDR zu verlassen, denn das wäre ja der Beweis für die schlechten Strafvollzugsbedingungen gewesen. Es deutete sich eine Veränderung an als wir – es waren noch drei andere Häftlinge dabei – eines Tages nach dem Morgenappell auf dem Hof stehen bleiben mussten. Kurz und knapp und ohne Angaben von Gründen ist uns dann gesagt worden, dass wir unsere persönlichen Sachen aus der Zelle zu holen haben. Auch das ist wieder solch ein mieses Ausnutzen der Macht und es ist Absicht, die Menschen permanent in solch einem verunsicherten Zustand zu halten. Eine halbe Stunde später wurden wir in einen Lkw verladen und ab

ging die Reise. Wohin, wusste keiner und als wir im neuen Knast die Eingangsbestätigung unterschreiben mussten, haben wir gesehen, dass wir uns nun im Strafvollzug von Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) befanden. Was aber alle von uns wussten, war, dass das der Strafvollzug war, von dem aus alle in der DDR einsitzenden politischen Häftlinge abgeschoben wurden. Trotzdem ging die Mühle da wieder von vorne los. Wieder Verhöre, Überprüfungen, ob man immer noch daran festhält ... es ist schier unglaublich, wie arrogant und von sich überzeugt dieses menschenverachtende System war. Und irgendwann am Donnerstag, am 8. Dezember 1983, war es dann so weit und du kannst es kaum glauben, wenn die Tür aufgeschlossen wird; wenn sie deine Häftlingsnummer rufen und dann darfst du den langen Flur entlanggehen, die Treppen hinunter. Mit zittriger Hand unterschreibst du deine Ausbürgerung und bekommst die paar persönlichen Sachen wieder, die du anhattest als sie dich gefangen haben. Du siehst diesen Bus da stehen und dir wird klar, dass es jetzt nicht mehr lange dauern wird – wenn du nur nicht die Nerven verlierst. An der Bustür stand Rechtsanwalt Vogel mit einer langen Liste und hat alle Namen abgehakt. Dann alle rein in den Bus und auf der hinteren Bank saß schon das Stasi-Begleitpersonal. Herr Vogel hat noch einmal kurz eine ermahnende Ansprache gehalten, dass wir uns unbedingt ganz ruhig verhalten sollten und er hat gesagt, dass dieser Bus jetzt in die BRD fährt ... Kurz vor der Grenze hat der Bus angehalten und unsere Begleitpersonen sind ausgestiegen und das war ein Moment, da hab ich gedacht, der Bus kippt um ... da saßen ja schon seit Stunden Ehepaare getrennt in dem Bus, die nicht miteinander reden durften, und als die Stasi endlich raus war, ist natürlich jeder Damm gebrochen, das war unglaublich. Angekommen, endlich angekommen, unbeschreiblich, da sind die von den Kommunisten gequälten Leute vor Freude auf die Knie gefallen und haben den Boden geküsst. Sie haben gejubelt, geschrien, gedrückt, geküsst, Wahnsinn, mächtige große Gefühle, von denen man sich nicht vorstellen kann, dass die in einem drin sind. Heute ist Thorsten Graupe ein erfolgreicher, selbstständiger Finanzberater; er wurde unter anderem zum Finanzberater des Jahres 2006 gewählt.

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Im Freien spielen, hilft gegen Kurzsichtigkeit Seite 15

Zwischen Gaumenfreuden und Historie

Der schönste Geschenktipp zu Weihnachten

Weihnachtserinnerungen Seite 20

Seite 19

vom Epoch Times-Team Shen Yun kommt wieder Die Tanz- und Musikgala mit Live-Orchester kommt 2012 mit neuem Programm. 16. bis 18. März 2012 in Berlin 30. bis 31. März 2012 in Frankfurt www.ShenYun2012.com Hotline 030 / 609885290

Im März 2012 ist SHEN YUN wieder mit neuem Programm in Berlin und Frankfurt zu Gast.

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F O T O S : © 2 012 S H E N Y U N P E R F O R M I N G A R T S

nspiriert von 5000 Jahren chinesischer Kultur wird das Künstler-Ensemble aus New York sein Publikum auch 2012 wieder mit einer Neuinszenierung überraschen. Seit 2007 stellt Epoch Times als Medienpartner dieses Kulturereignis ihren Lesern mit großer Freude vor. In diesem Jahr empfehlen wir Ihnen, für sich und Ihre Lieben schon jetzt die besten Tickets zu sichern und

als Weihnachtsgeschenk auf den Gabentisch zu legen. Mit ihren Choreografien und solistischen Darbietungen zeigen die Künstler von SHEN YUN die traditionelle chinesische Kultur aus längst vergangenen Jahrhunderten: Anmut, Weisheit und menschliche Werte, die sich in der 5000 Jahre alten chinesischen Kultur entwickelt haben. Im Mittelpunkt der Aufführungen des chinesischen Ensembles aus New York steht der klassische chinesische Tanz mit seinen zahlreichen ethnischen und folkloristischen Facetten, mit Geschichten aus der Zeit der Tang-Dynastie Ende des ersten Jahrtausends und aus anderen Dynastien. Viele szenisch dargestellte Episoden basieren auf alten Mythen

RENAISSANCE VON 5000 JAHREN CHINESISCHER KULTUR

und Legenden. Damit entführen die Tänzer und Sänger von Shen Yun ihre Zuschauer auf eine Reise durch die Vielfalt der chinesischen Kultur von ihren Anfängen bis in die heutigen Tage. Neben Faszination und Tanzbegeisterung weckt die Aufführung auch Nachdenklichkeit, Phantasie und Herzenswärme. Das Shen Yun Performing Arts-Orchester vereint klassische westliche und chinesische Instrumente in eigenen Kompositionen und Arrangements. Aus den zwei großen Musiktraditionen entsteht eine reichhaltige und unerwartete Klangwelt. Shen Yun heißt „Göttliche Schönheit“. Damit lebt die traditionelle chinesische Kultur wieder auf. Sie wurde jahrtausendelang

von den Chinesen als „göttlich inspiriert“ angesehen. „60 Jahre kommunistische Herrschaft konnten zwar die traditionelle chinesische Kultur größtenteils vernichten, nicht jedoch deren tieferliegenden spirituellen Kern, der nun mit seinen Werten von Güte, Weisheit und Aufrichtigkeit sowie der Ehrerbietung gegenüber den Gottheiten in Shen Yun wieder aufersteht“, sagt Peter Recknagel, Veranstaltungsleiter für Shen Yun Frankfurt. Als „absolut schön“ bezeichnete Robert Stromberg, der als Bühnenbildner für die Filme Avatar und Alice im Wunderland den Emmy- und Academy Award gewann, die Show: „Es war so inspirierend, ich glaube, ich habe auch einige neue Ideen für den nächsten Avatar gefunden.“

DIE NEUE SHOW

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Oscar- und Golden-Globe-Preisträgerin

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Erleben Sie die fantastische reiche Kultur des klassischen Chinas, die durch brillant choreografierte Tänze und faszinierende orchestrale Kompositionen zum Leben erweckt wird. Spitzentänzer in prächtigen Kostümen beleben in poetischen Arrangements idyllische Schönheit, imperiale Dramen und den Glanz einer antiken Zivilisation.


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FITNESS

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

Karate für die körperliche und geistige Gesundheit von Senioren

F O T O : K I M J A E - H WA N /A F P/G E T T Y I M AG E S

Eine neue Studie belegt, dass Karate im hohen Erwachsenenalter körperlich fit hält und gleichzeitig optimales Gehirnjogging ist.

Karate kann auch glücklicher machen

Karate und Kampfsport im Allgemeinen eignen sich auch für Senioren.

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ir können den Lauf der Geschichte nicht aufhalten, weder die Politik noch die Wissenschaften haben ein Allheilmittel oder ein Rezept. Was kommen soll, das kommt. Aber wir können trotzdem etwas tun, um zumindest gewappnet zu sein. Wir können von nun an jeden Moment dafür nutzen, unsere ganzheitliche Fitness zu steigern, um den Herausforderungen der Zukunft besser gewachsen zu sein. Es gibt unzählige Methoden, den Körper zu trainieren und seine Leistungsfähigkeit zu steigern – Laufen, Radfahren, Schwimmen,

„Es ging dabei darum, die Effekte eines Karate-Trainings gezielt mit den Einflüssen eines ‚rein‘ kognitiven bzw. ‚rein‘ motorischen Trainings zu

vergleichen“, erläuterte Prof. Dr. Petra Jansen vom Institut für Sportwissenschaft. Die Ergebnisse der Studie wurden im November während einer Pressekonferenz an der Universität Regensburg vorgestellt, an der neben

Karate-Do ist eine Körper- und Kampfkunst sowie eine Methode der Selbstverteidigung. Es bietet im besonderen Maße gleichzeitige motorische und geistige Beanspruchung.

den Projektverantwortlichen auch Bayerns Sozialstaatssekretär Markus Sackmann teilnahm: „Die heutige Generation der Senioren ist so fit wie keine vor ihr“, sagte er. „Heute gehören ältere Menschen noch lange nicht zum ‚alten Eisen‘, sondern wollen möglichst lange mobil sein und bleiben. Dass Sport nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist ein echter Jungbrunnen ist, zeigt die Studie der Universität Regensburg eindrucksvoll. Ich hoffe, dass sich viele Seniorinnen und Senioren diesen wissenschaftlichen Beleg zu Herzen nehmen, um durch eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung bis ins hohe Alter vital zu bleiben!“ Nach Ansicht der Regensburger Forscherinnen und Forscher ist dieser doppelte Gesundheitseffekt auf den Umstand zurückzuführen, dass im Zusammenhang mit dem Karate-Training komplizierte Bewegungsabläufe im Gedächtnis behalten werden müssen. Zudem wies das Forscherteam nach, dass KarateSeniorinnen und -Senioren am Ende des Experiments weitaus weniger depressive Stimmungen zeigten; somit glücklicher waren als zuvor. (idw/mcd)

Gedanken zum neuen Jahr Krafttraining und viele mehr. Genauso gibt es Methoden, den Körper zu entspannen, zum Beispiel Yoga, Autogenes Training, Qigong und Meditation. Oft wird die körperliche Entspannung durch eine geistige Entspannung herbeigeführt. Was unsere Psyche betrifft, so können wir uns vornehmen, mehr Heiterkeit und Gelassenheit trotz oder gerade wegen aller Strapazen in unser Leben einkehren zu lassen. Uns nicht immer nur zu ärgern oder zu streiten, sondern einfach mal zu lächeln und uns der Winzigkeit unserer Probleme vom Universum aus betrachtet bewusst zu werden. Li Hongzhi sagt in seinem Buch Zhuan Falun: „Das Meer ist weit, der Himmel endlos.“ Warum dann festhalten an dem, was uns erzürnt, an unserer Geltungssucht und unserem Egoismus. Lassen wir die schlechten Dinge also gar nicht erst durch negative Gedanken oder Gefühle oder Begierden in unseren Körper herein und halten ihn damit gesund.

Was unseren Geist betrifft, so könnten wir endlich selbst wieder einmal auf Entdeckungsreise gehen und schauen, was alles in ihm steckt. Der Fernseher bleibt aus, wir schalten unsere Phantasie ein. Geschichten und Gedichte schreiben, das kann jeder, dafür muss man nicht studieren. Sich hinsetzen und einfach niederschreiben, was einem in den Sinn kommt. Das kann zu einem bestimmten, tatsächlich existierenden Thema sein oder einfach nur Erfundenes, Wünsche, Träume. Nähren wir unseren Geist mit den schönen und positiven Bildern und Geschichten, die das Leben so schreibt, schöner Poesie und farbenfroher Kunst. Und finden wir wieder zurück zur Gemeinschaft, zur gegenseitigen Unterstützung und erleben, dass wir gemeinsam doch so stark sind. In diesem Sinne wünsche ich uns allen heitere und friedvolle Weihnachten und ein kraftvolles neues Jahr. Ihre Fitnessredakteurin Nancy McDonnell

F O T O : L I L LYS M U M ( O R C H I D E E N , B E A R B E I T U N G ) & K U R T B O U D A ( H I M M E L ) P I X E L I O. D E

Das neue Jahr steht vor der Tür. Es ist nicht nur irgendein Jahr, es ist 2012. Prognosen, Prophezeiungen, der Maya-Kalender. So mancher ist hin- und hergerissen, die Welt scheint aus ihren Fugen zu geraten, alles Mögliche kann passieren, aber keiner weiß es genau.

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ie Lebenserwartung in Deutschland ist hoch. Noch mehr als ein langes Leben wünscht man sich aber, auch die späten Lebensjahre in guter Gesundheit zu verbringen. Ab dem frühen Erwachsenenalter verringert sich allerdings die motorische Leistungsfähigkeit kontinuierlich. Es kommt allmählich zu einem Verlust an Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Im späten Erwachsenenalter macht sich zudem ein Nachlassen der kognitiven (geistigen) Leistungsfähigkeit bemerkbar. Sportliche Aktivität kann neben dem positiven Einfluss auf die körperliche Fitness auch zur Erhaltung dieser Fähigkeiten beitragen. Neuere wissenschaftliche Studien legen sogar den Schluss nahe, dass ein synchrones motorisches und kognitives Training besonders hilfreich zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit ist. Karate-Training bietet in besonderem Maße eine gleichzeitige motorische und kognitive Beanspruchung des Körpers. Karate-Do ist eine Körper- und Kampfkunst sowie eine Methode der Selbstverteidigung. Es trägt aber auch zur Stimulation der inneren Organe bei, verbessert Kreislauf, Atmung und Verdauung und fördert insgesamt die Gesunderhaltung und Beweglichkeit. Darüber hinaus ist Karate-Do eine Schule der Geistesbildung, die einen bis ins hohe Alter begleiten kann. Als ganzheitliche Bewegungsform fördert ein KarateTraining somit konditionelle, koordinative und kognitive Fähigkeiten. Das Erlernen neuer, unbekannter Bewegungsabläufe stellt für ältere Menschen eine große Herausforderung dar und führt dabei gleichzeitig zu physischem und psychischem Wohlbefinden und zu Entspannung. Dass Karate im hohen Erwachsenenalter körperlich fit hält und gleichzeitig ein optimales Gehirnjogging ist, belegt jetzt eine Untersuchung der Universität Regensburg in Kooperation mit dem Bayerischen Karatebund und einem Regensburger Facharzt für Allgemeinmedizin.


GESUNDHEIT

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

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Im Freien spielen hilft gegen Kurzsichtigkeit Die Kurzsichtigkeit in der Bevölkerung steigt statistisch gesehen weiterhin an. Das Spielen im Freien fördert das Sehvermögen des Kindes und beugt der Kurzsichtigkeit vor.

schnittlich 3,7 Stunden pro Woche weniger im Freien verbringen als jene, die normal sehen oder weitsichtig sind. Die genauen Gründe dafür sind jedoch noch nicht erforscht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder, die mehr im Freien sind, weniger Zeit mit Lesen, Lernen oder Computerspielen verbringen. In zwei der acht Studien, die genau diesen Zusammenhang untersuchten, konnte jedoch kein Beweis dafür erbracht werden. Sherwin betont, dass genauere Daten erforderlich sind, um zu veratürliches Licht und die Zeit, stehen, welches die wesentlichen die damit verbracht wird, Faktoren hierfür sind. So muss auf entfernte Objekte zu schauen, könnten laut Forschungsergebnissen von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Natürliches Licht Kindes sein. Wissenschaftler der Universität von Cambridge haben und Fernblick acht Studien ihrer Universität analysiert und nachgewiesen, dass das tragen entscheiRisiko der Kurzsichtigkeit mit jedende Bedeutung der Stunde, die pro Woche mehr im Freien verbracht wird, um zwei für die Entwicklung Prozent sinkt. Die Zeit, die Kinder im Freien verbringen, steht also des Kindes. mit einem verringerten Risiko einer Kurzsichtigkeit in direktem Zusammenhang. Für die aktuelle Studie wurden die Daten von über 10.000 Kindern und Jugendlichen weiter untersucht werden, wie ausgewertet. sich häufigeres Sehen in die Ferne, Kurzsichtigkeit weit verbreitet weniger Schauen im Nahbereich, Das Wissenschaftlerteam um Justin der Kontakt mit natürlichem UVSherwin kommt zu dem Schluss, Licht oder körperliche Aktivitäten dass kurzsichtige Kinder durch- auf die Entwicklung des Sehver-

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Unglaublich wie Interessant: Blick wie durch den dunklen Baumstamm fordern das Sehvermögen und hemmen Kurzsichtigkeit.

mögens auswirken. Zusätzlich sei es notwendig, weitere Faktoren zu berücksichtigen. „Die Zeit, die außerhalb des Hauses verbracht wird, muss gegen den Kontakt mit UV-Strahlung abgewogen werden und damit gegen ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs, Katarakten und anderen Krebsarten zu erkranken. Andererseits sollte mehr Bewegung an der frischen Luft gegen Diabetes, Fettsucht, Vitamin D-Mangel und Osteoporose schützen.“ Kurzsichtigkeit ist heute in Großbritannien und Amerika deutlich stärker verbreitet als noch vor 30 oder 40 Jahren. Schätzungen gehen davon aus, dass ein bis zwei Prozent der siebenjährigen Briten kurzsichtig sind. Rund fünf Millionen sind insgesamt kurzsichtig und rund 200.000 sehen schlecht. In manchen Regionen Asiens leiden über 80 Prozent der Bevölkerung an Kurzsichtigkeit.

Alle Neugeborenen sind weitsichtig

Susan Blakeney vom OptometristsCollege betont, dass alle gesunden Kinder weitsichtig zur Welt kommen. Je älter sie werden, desto mehr lässt die Weitsichtigkeit nach. Wenn sie aufhören zu wachsen, sollte ihre Sehfähigkeit eigentlich optimal sein. „Es gibt viele Faktoren, die diese Entwicklung beeinflussen können. Die entscheidende Frage ist, welche Faktoren wirklich ausschlaggebend sind“, so die Wissenschaftlerin. (pressetext / ps)

Alarmierende Handy-Studie D

er Gebrauch von Handys nimmt unter Kindern und Jugendlichen immer stärker zu. Experten warnen vor den Gefahren, da Kinder durch die Strahlung stärker gefährdet sind. Aus einer kürzlich durchgeführten Studie folgerte ein internationales Forschungsteam, dass der Gebrauch von Handys unter Kindern nicht die Gefahr erhöht, an einem Gehirntumor zu erkranken. Eltern, die jetzt beruhigt aufatmen, sollten aber zweimal darüber nachdenken. Laut einer schwedischen Expertin kann man diesen Ergebnissen nur beschränkt Glauben schenken. Und sie ist nicht die einzige, die so denkt.

Mehrdeutige Studienergebnisse

Laut Professorin Maria Feychting vom Institute of Environmental Medicine im Karolinska-Institut (KI), die den schwedischen Teil der CafaloStudie leitete, zeigen die Ergebnisse kein erhöhtes Risiko bei jungen Handynutzern, an einem Hirntumor zu erkranken. Basis dieser Studie sind standardisierte Interviews mit 352 Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 19 Jahren in Dänemark, Norwegen, Schweden und der Schweiz, die zwischen 2004 und 2008 an einem Gehirntumor erkrankten. Die Teilnehmer wurden über ihre Handygewohnheiten befragt, die mit den Gewohnheiten von 646 gesunden Kontrollpersonen im gleichen Altern verglichen wurden. Die Ergebnisse wurden im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die seit über 2,8 Jahren ein eigenes Handy besaßen, ein mehr als zweimal so hohes Risiko hatten, an einem Hirntumor zu erkranken.

Ergebnisse der Cafalo-Studie nicht sehr beruhigend. Ganz im Gegenteil: Die Ergebnisse sind sehr besorgniserregend. Die Studie besagt eigentlich, dass der Gebrauch von Handys das Erkrankungsrisiko erhöht. Selbst bei einem nach heutigem Maßstab gesehen seltenen Gebrauch. Nilsson glaubt, dass die Wissenschaftler ihre eigenen Ergebnisse ignorieren und dass es sich hier um die gleichen Wissenschaftler handelt, die vor einem Jahr versuchten, das erhöhte Hirntumorrisiko bei der international durchgeführten WHO Studie abzuwiegeln. Die Wissenschaftler lehnen ihre eigenen Ergebnisse ab, da bei schwedischen Statistiken in Bezug auf Gehirntumore im Allgemeinen kein ansteigender Trend zu verzeichnen ist. Das ist, als würde man sagen, dass das Rauchen für Jugendliche nicht gefährlich sei, weil die Statistiken über Lungenkrebs keine Steigerung in der Zeit zeigten, als es für Jugendliche normal wurde zu rauchen.

Verschiedene Interessen führen zu unterschiedlichen Folgerungen

Alle Krebs-Experten wissen, dass es mehrere Jahre dauert, bis sich der Krebs entwickelt und in den Statis tiken auftaucht. Die Art, wie die Ergebnisse präsentiert werden, lässt Missverständnisse bei Kindern und Eltern aufkommen. Unglücklicherweise zeigt das die enormen finanziellen Interessen, die hinter der Erforschung der mit der Handybenutzung einhergehenden Gefahren stehen. Die Cefalo-Studie wurde ebenfalls von der Professorin Devra Davis und Professor Ronald Herberman in Frage gestellt. Davis ist Krebsspezialistin und hat verschiedene Bücher über Krebs verfasst. 2010 schrieb sie das Buch „Disconnect“, das die gesundheitlichen Risiken der Handystrahlung beleuchtet. Beunruhigende Resultate Herberman ist wie Davis KrebsDie Journalistin und Autorin experte und ehemaliger Leiter von Mona Nilsson verfolgt seit mehre- 600 Krebsspezialisten am Pittsburgh ren Jahren Studien zu Risiken von Cancer Institute. Zusammen mit Handynutzung und sie findet die Lloyd Morgan haben sie die Studie

bewertet und sie in einer Pressemitteilung kommentiert. Lloyd Morgan ist Mitglied der Forschungsorganisation „The Bioelectromagnetics Society“ und Geschäftsführer der Central Brain Tumor Registry of the United States. „Tatsächlich spielen die Forscher der JNCI ihre eigenen Ergebnisse, dass Kinder, die am längsten ein eigenes Handy besaßen, ein erhöhtes Hirntumorrisiko hatten, herunter. Außerdem zeigen andere Studien auf, dass Kinder weiteren gesundheitlichen Risiken bei der Nutzung von Handys ausgesetzt sind. Einschließlich Lernproblemen, Autismus, Verhaltensstörungen, Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite und eine breite Anzahl von Störungen bei der Entwicklung des Nervensystems“, sagten sie in der an einem Hirntumor zu erkranken. Pressemitteilung. Hierbei handelt es sich um Professor Lennart Hardells Studie aus Örebro Abhängigkeit durch die aus dem Jahr 2009, die im InternaIndustriefinanzierung tional Journal of Oncology veröffentProfessor Joel M. Moskowitz von der licht wurde, sagt Nilsson. University of California in Berkeley, der ebenfalls die Gefahren von Han- Forderung nach dystrahlung erforscht, steht der Stu- Aufklärungskampagnen die ebenso kritisch gegenüber. Auch Fast alle Studien, die sich mit der er ist der Ansicht, dass sie die Mög- heutigen Nutzung und der damit lichkeit eines erhöhten Risikos, an zu erwartenden Latenzzeit für Hirneinem Gehirntumor zu erkranken, tumore beschäftigen, zeigen ein erherunterspielt. Er stellt Forschungen, höhtes Risiko. Die Situation ist durch die von der Handy-Industrie finan- die weitverbreitete Nutzung von ziert werden, in Frage: „Obwohl die Handys alarmierend. Besonders unForscher argumentierten, dass die ter Kindern und Jugendlichen, weil Untersuchung unabhängig von der diese anfälliger und gefährdeter sind. Handy-Industrie durchgeführt wurde, kamen sowohl Teile der Finanzierung als auch der Gutachter aus ANZEIGE der Industrie oder führten für sie Forschungen durch. In Zukunft müssen wir solche Versuche ohne finanzielle Mittel aus der Industrie durchführen.“ „Wir sollten ein Forschungsforum aufbauen, das unabhängig von der Industrie arbeitet, um mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden“, schreibt Moskowitz in einem Artikel. Bis heute hat nur eine von der Finanzierung her gesehen unabhängige Studie die Risiken für junge Handynutzer untersucht. Diese zeigt, dass junge Menschen einem höheren Risiko als Erwachsene ausgesetzt sind, durch Handynutzung

Untrennbarer Begleiter Wie an das Telefon angekettet: Manche Jugendliche sind von ihrem Telefon nicht mehr zu trennen, doch birgt der Gebrauch von Handys vor allem für Kinder und Jugendliche gesundheitliche Gefahren.

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Susanne Larsson

Kinder und Eltern sollten jetzt gewarnt sein. Es sollte intensive Aufklärungskampagnen geben, sagt Nilsson. Feychting sagte in einer E-Mail an die Epoch Times, dass sie die kritischen Artikel über die Cefalo- Untersuchung nicht gelesen habe und sich daher nicht dazu äußern könne. „Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen im Vergleich mit Kindern, die kein Handy benutzen, kein erhöhtes Risiko, einen Hirntumor zu bekommen. Wenn es ein erhöhtes Risiko gäbe, würden wir erwarten, dass das Risiko unter denen, die ein Handy lange Zeit benutzten, höher ist als bei denen, die es nur für

kurze Zeit benutzten. Das war nicht der Fall“, sagte sie. Sie macht deutlich, dass die Studie in ihrem Ausmaß begrenzt ist und dass es einen geringen Anstieg des Risikos geben mag – wie im Artikel erwähnt wurde. Sie glaubt, dass es daher wichtig ist, die Cancer Registry of cancer morbidity über die nächsten Jahr zur verfolgen. Es entspricht nicht den Tatsachen, dass die Studie kein erhöhtes Risiko im Fall einer höheren Handynutzung aufweist. „Verschiedene Tests zeigten genau, dass, je länger ein Kind ein Handy benutzte, das Risiko umso stärker anstieg“, sagte Nilsson. Die schwedischen und norwegische Teile der Cefalo-Studie wurden nicht von der Handyindustrie finanziert – allerdings wurden Anteile der schweizerischen und dänischen Untersuchungen teilweise von der Industrie finanziert; die Restfinanzierung oblag der Regierung. Die Studie ist laut Feychting so organisiert, dass sie die Unabhängigkeit der Forscher garantiert.


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AUTO DRIVE & STYLE

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Radar Ultraschall Front-Kamera

ie Zukunft verspricht unfallfreies Fahren D

as größte Risiko für Autofahrer ist in dieser Jahreszeit plötzlich auftretender Nebel. Wer in eine dichte Nebelwand einfährt, ist nahezu chancenlos, unversehrt herauszukommen, selbst wenn er schnell genug reagiert und abbremst. Zwar vermeidet er damit eine Kollision mit dem Vorausfahrenden, riskiert aber, dass der nachfolgende Verkehr ungebremst auffährt. Eine Lösung sind „sprechende“ Autos, die sich gegenseitig vor einer Gefahr warnen.

Auf dem Gelände des europäischen Ford-Forschungszentrums in Aachen arbeiten Ingenieure des Autoherstellers an Systemen, die jeden Unfall vermeiden sollen. Ausgestattet mit modernen Fahrer-Assistenzsystemen kann ein Fahrzeug schon viel eher reagieren, bevor der Fahrer die Gefahr erkennt. Die intelligenten Ford-Fahrzeuge kommunizieren direkt untereinander und teilen den anderen Verkehrsteilnehmern via Funk Verkehrsinformationen – zum Beispiel über Gefahren, Baustellen, Verkehrshindernisse oder Staus – mit.

Das Prinzip dahinter heißt car-to-carKommunikation. Radar, Kameras und Sensoren könnten in Zukunft telemetrische Daten mit dem eigenen oder mit Fahrzeugen in der Umgebung teilen. Auf diese Weise lassen sich Systeme wie das elektronische Sicherheitsund Stabilitätsprogramm oder die Traktionskontrolle aktiv beeinflussen, um einen eventuellen Unfall zu verhindern oder zumindest die Auswirkungen zu minimieren. Bereits heute sind einige Ford-Modelle mit Fahrer-Assistenzsystemen

Das mit modernen Fahrer-Assistenzsystemen ausgestattete das Fahrzeug reagiert schon lange, bevor der Fahrer die Gefahr erkennt.

ausgestattet, die die unmittelbare Fahrzeugumgebung erfassen. Dazu zählen der Fahrspur-Assistent, der Fahrspur-Halteassistent, Active City Stop, der Müdigkeitswarner, das Verkehrsschild-Erkennungssystem oder die Adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Auffahrwarnsystem und Geschwindigkeitsbegrenzer. Und selbst bei Nebelsichtweiten unter zehn Metern würde das eingebaute Radarsystem trotzdem 200 Meter weit scannen und vorausfahrende Autos erkennen. Reagiert der Fahrer nicht, bremst das Auto selbst.

Autos der Zukunft

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as Auto wird gerade zum zweiten Mal erfunden“, erzählt uns ein Entwicklungsleiter. Die Elektromobilität wird nahezu jeden Wunsch an Design und Funktion erfüllen, träumen die Designer. Doch wie wird das Auto der Zukunft aussehen? General Motors meint, ähnlich wie eine Gondel, Toyota wie eine Telefonzelle. Audi zeigt sich überzeugt, dass es im Grunde wieder dem heutigen Auto ähneln wird. Allerdings wird beim Zukunftsauto in zehn bis 15 Jahren im Vergleich zum heutigen Fahrzeug vieles anders sein. Möglicherweise könnten Kugeln die Räder ersetzen und der Ein- und Ausstieg könnte über Flügeltüren erfolgen. Das

Das Konzeptauto EN-V von Chevrolet: ein kleines rollendes Ei, vollgestopft mit modernster Technik. Es ist so klein, dass es eigentlich überall geparkt werden kann.

FOTO: © AUDI

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Autofahren könnte bei Bedarf vom Computer übernommen Eine ungefähre werden und alles elektronisch funktionieren. Vorstellung gibt der Eine ungefähre Vorstellung gibt der Dienstwagen von Hollywood-Star Will Smith in dem Film „I, Robot“. Dieses Dienstwagen von Fahrzeug gilt als das erste Modell eines neuen Mobilitätskonzeptes. Hollywood-Star Der bayerische Hersteller mit den Ringen geht bei Will Smith in dem seinem Zukunftskonzept von neuartigen Fahrzeugen und einer veränderten Fahrzeugnutzung aus. Film „I, Robot“. Man darf annehmen, dass jedes Auto eine rollende Kommunikationszentrale sein wird mit Navigation und Nachrichtenübertragung in Echtzeit sowie globaler Vernetzung, die Büroarbeiten und Bankgeschäfte während der Fahrt ermöglicht.

Das Auto der Zukunft hat auf jeden Fall mehr Platz im Innenraum, denn Getriebe und Kupplung entfallen. Der Elektroantrieb verschwindet unter dem Fahrzeugboden.


auto drive & style

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Die Überall-Reparatur: Das bordeigene Diagnosesystem weist auf erforderliche Reparaturen oder Serviceintervalle hin. Dank der engen Datenvernetzung zwischen Auto, Hersteller und Servicebetrieb kann der Fahrer schon während der Fahrt eine geeignete Werkstatt suchen. Einzelne zugelassene Betriebe geben dazu über eine Angebotsplattform verbindliche Angebote inklusive Termin ab. Der Kostenvoranschlag wird anhand der Systemdetails erstellt, den das Auto über eine sichere Internetverbindung versendet. Einfache Reparaturen oder Beseitigung von Lackschäden werden von spezialisierten Dienstleistern durchgeführt, die die Reparatur auch vor Ort erledigen – beispielsweise während des Großeinkaufs oder einer Freizeitveranstaltung. Die Zustimmung zur Lokalisierung wird mit der Auftragsvergabe erteilt. Über das Smartphone wird stets der aktuelle Stand der Reparatur angezeigt. Auf diesem Weg erteilt der Kunde auch seine Einwilligung zur Bezahlung.

a l e F o t o s : © D o m i n i c S c h i nd l e r / d r i v e & s t y l e

Fashion-Salon: Reparaturzentren für Automobile haben das Flair von Kinos oder Designerläden. Spots, Technikfilme oder Fahrtest können individuell ausgewählt werden. Zwischen Accessoires, Zubehör und Modeartikeln der Hersteller werden auch neue Fahrzeuge präsentiert. Roboter, wie man sie auch aus der Automobilproduktion kennt, erledigen einfache Reparaturen oder Serviceaufgaben innerhalb von Minuten. Ein Avatar erklärt die Notwendigkeit und die Art der Durchführung der Reparatur. Nach getaner Arbeit gibt der Kunde sein Okay für die Bezahlung der Arbeit. Darüber hinaus kann er sich auch den aktuellen Restwert seines Fahrzeugs anzeigen lassen.

Werkstatt 2020: Meinem Auto geht es gut Rosige Aussichten: Die Elektromobilität erstrahlt in leuchtenden Farben von Hellgrün bis Himmelblau. Selbst Familienlimousinen versprühen einen Hauch von Leichtigkeit. Mit jeder Batterieladung wächst jedoch die Angst vor dem Service. Denn schon heute bringt die verbaute Elektronik die Branche zum Schwitzen.

Andreas Burkert

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lankes Entsetzen zeichnet das Gesicht des Werkstattmeisters. Das geschulte Kopfschütteln beim Öffnen der Motorhaube und das souveräne „Da haben wir ja den Fehler“ weicht einem zittrigen Hin-und-Herfuchteln mit den Händen. Seine Erklärungsversuche kommen beim Kunden schon lange nicht mehr an. Seit Tagen streikt der Wagen, seit Tagen bemüht er sich um Abhilfe, hat mal dies, mal das probiert, getauscht und neu initialisiert. Es ist, soweit ist klar, die Elektronik. Und die ist mittlerweile so komplex, dass fürs Reparieren ein Elektronikfachmann benötigt wird. Doch den Werkstätten fehlt es an geschulten Mitarbeitern im Bereich Kfz-Elektronik. „Das Niveau der Ausbildung hinkt hinter weit hinter der technischen Entwicklung hinterher“, erzählt uns ein Kfz-Elektronikspezialist, der nicht genannt werden

will. Doch damit umschreibt er nur diplomatisch den Zustand in vielen deutschen Werkstätten. Fundiertes Elektronik-Know-How findet sich nur in wenigen Betrieben wie etwa in den Bosch-Service-Werkstätten. Der weltgrößte Automobilzulieferer ist nämlich auch Technologieführer bei zahlreichen Steuergeräten.

Ich tausche dann mal

Und was geschieht in den anderen Systemwerkstätten? Viele werden von Teilelieferanten gelenkt, die zwar auch Elektronikkompetenz für ihre Systembetriebe anbieten, doch trennt sich da oft die Spreu vom Weizen. So mancher ist nämlich froh, wenn er über sein Werkstattsystem den Umsatz im Ersatzteilgeschäft steigern kann. Nur wenige haben sich spezialisiert. So glaubt man in deutschen Werkstätten das, was das Diagnosegerät anzeigt und tauscht aus, was das Lager hergibt, mit der Folge, dass jedes zweite getauschte Steuergerät fehlerfrei ist und überhaupt nicht die Ursache der Störung

war. Eine folgenschwere Strategie, auch wenn sie auf den ersten Blick Erfolg verspricht. Denn die unkoordinierte Fehlersuche wird schnell zum finanziellen Vabanque-Spiel. Wurde nämlich die Komponente zu Unrecht gewechselt, kommen zum getauschten Gerät noch die Kosten für das Weitersuchen hinzu. Dass die Werkstatt eine Arbeitsstunde im günstigsten Fall mit 65 Euro berechnet, lässt erahnen, wie teuer Unkenntnis werden kann.

Mein Auto fühlt, was ihm fehlt

Dabei sind die Strategien für das Auffinden von Fehlern in elektronischen Systemen bestens bekannt. Schon heute wenden einige Autohersteller diese für ihre OnBord-Diagnose an. Das Auto diagnostiziert sich selbst und meldet den Befund – je nach Schwere des Fehlers – schon vorab an den Servicebetrieb. Dort ist man vorbereitet und mit Ersatzteilen versorgt. Bei komplizierten Reparaturen schaltet sich sogar die Expertenhotline des Herstellers zu und hilft beim Diagnostizieren und Reparieren.

Freie Fahrt im Technik-Simulator: Im Wirrwarr der Bezeichnungen von ABS bis ACC von ESP bis LDC verirren sich selbst Autoverkäufer. Wie nur sollen Fahrerassistenzsysteme erklärt werden und wie kann das Fahrgefühl vermittelt werden? Im sogenannten Fahrsystemsimulator können sämtliche Fahrzeugmodelle simuliert werden. Selbst die Sitze werden kurz zuvor eingepasst. Gewünschte Fahrassistenzfunktionen oder Fahrdynamikprogramme können vor einer simulierten Kulisse probegefahren werden. Neue Systeme wie die Automatische Notbremsung, die Berganfahrhilfe oder der Spurhalteassistent können im Gelände, auf der Autobahn oder in den Bergen ausgiebig getestet werden. Gefällt eine Funktion, genügt ein Knopfdruck und sie wird ins eigene Auto einprogrammiert. Die Kosten dafür werden auch gleich vom Konto abgebucht.

Die Komplexität elektronischer Systeme im Auto wird heute nur noch von Expertenteams beherrscht. Der Elektronik-Overkill lähmt die Basis. Erklärungsversuche scheitern im Ansatz. Mit fatalen Folgen, wie uns ein Händler vor Augen führt. Er bringt das ganze Dilemma auf den Punkt: „Eine Lederausstattung verkaufe ich in nur fünf Minuten – für ein ACC-System muss ich etwa eine halbe Stunde erklären. Für beide Ausstattungen bekomme ich aber den gleichen Gewinn.“ Da bis heute geeignete Strategien fehlen, um diese Art von erklärungsbedürftigen Produkten an die Frau oder den Mann zu bringen, bleiben sinnvolle Fahrerassistenzsysteme in den Regalen liegen.

Jetzt auch noch Elektromobilität?

Als wäre dies nicht genug, rollt unaufhaltsam und nahezu geräuschlos die Flotte moderner Elektrofahrzeuge auf uns zu. Hybridautos, batterie- oder wasserstoffbetriebene Elektrofahrzeuge und RangeExtender. Rosige Aussichten: Die Elektromobilität erstrahlt in leuchtenden Farben von Hellgrün bis Himmelblau. Doch wehe, ein Kabel löst sich. In welcher Werkstatt findet sich dann ein Meister, der weiß, was er tun muss? Und bitte schön, wer erklärt uns die Technik? Unsere Lösung lautet: „Fahren Sie in die Werkstatt 2020!“. Zusammen mit Dominic Schindler Creations haben wir das Autohaus der Zukunft als Zentrum der Mobilität entworfen, gestaltet nach den Megatrends der Branche. Dazu haben wir uns in den vergangenen Monaten bei den führenden Unternehmen der Szene umgehört und uns die Diagnose- und Reparaturmethoden angesehen und vorführen lassen. Die Seiten 16+17 wurden erstellt in Kooperation mit Drive & Style, dem Magazin für eine werteorientierte Mobilität. www.drive-and-style.de

i Die Megatrends der Kfz-Reparatur Eigendiagnose: Eine in den Steuergeräten des Fahrzeugs verbaute Computereinheit analysiert kontinuierlich den Datenfluss. Liegen Werte außerhalb einer festgelegten Grenze, wird eine Meldung im Fehlerspeicher abgelegt. Ein spezieller Algorithmus greift auf diese Meldung zu und erstellt daraus ein Fehlerbild. Das Programm wertet dazu über Jahre gesammelte Erfahrungswerte aus Daten verschiedener Quellen via Internet oder Intranet aus. Aus dieser virtuellen und interdisziplinären Expertendatenbank lässt sich künftig punktgenau der Fehler bestimmen. Fernwartung: Um den Fehler genauer einzukreisen oder um ihn sogar zu beheben, nutzt ein Servicebetrieb die Wartungsschnittstelle des Fahrzeugs. Per Fernzugriff kann das System in allen Details analysiert werden. Virtuelle Reparaturunterstützung: Komplexe Reparaturen werden mit Hilfe eines Expertenteams der OEMs durchgeführt. Der Kfz-Meister vor Ort trägt dazu eine spezielle Brille, die ihm den Ablauf der Reparatur projiziert. Mit den Ergebnissen der Fernwartung führt das Expertenteam durch die Reparatur. Modulares Reparaturkonzept: Oftmals verbergen sich Fehler innerhalb eines Steuergerätes oder einer Komponente. Das Tauschen des Moduls ist schneller und kostengünstiger. Die eigentliche Reparatur der getauschten Teile übernimmt ein spezialisierter Betrieb. Virtuelle Konfiguration: Smartphones, das iPad oder aber Projektionsräume dienen künftig dazu, sein Wunschauto zu konfigurieren.


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KULINARISCHES

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

Linsen M

it Omas Linseneintopf, dem Leibgericht vieler, schwelgt man in Kindheitserinnerungen. Doch die Hülsenfrucht hat weitaus mehr zu bieten: Meister der „Haute cuisine à la française“ Achim Schwekendiek zeigt die kulinarische Vielseitigkeit der geschmackvollen Perlen. Bei Gourmet-Köchen sehr beliebt sind die französischen PuyLinsen, die als schmackhafte Beilage zu Kalbsmedaillons mit Lauchzwiebeln und Kürbis zum Einsatz kommen. Sogar die Nachspeise wird mit Hülsenfrüchten verfeinert: Die Himbeercreme mit weißen Linsen und Apfelschaum überrascht durch eine süßfruchtige Note. Warenkunde und Tipps zur Lagerung der verschiedenen Linsensorten sowie über 70 Rezepte für alle Gelegenheiten bietet das Buch an. Exotische Arten wie die Kaviarlinsen eignen sich besonders für Vorspeisen wie Linsentartar mit Spiegelei und Rote-Beete-GurkenRelish. Der Autor Achim Schwekendiek, geboren 1965, ist Küchenchef des Gourmet-Restaurants im Schlosshotel Münchhausen in Aerzen bei Hameln. Der Meister

mit roter Linsencreme und Koriander Für 4 Personen Für die Saltimbocca • 4 Salbeiblätter • 520 g Seeteufelfilets, in 4 Portionen geteilt • 8 Scheiben Parmaschinken • 3 EL Öl zum Braten • Für die Linsencreme • 150 g rote Linsen, gewaschen • 2 Knoblauchzehen, geschält • 400 ml Geflügelbrühe • 4 EL Olivenöl • 1 rote Paprika, gewaschen, Samen und Scheidewände entfernt, in kleine Würfel geschnitten • ½ rote Chilischote, gewaschen, Samen und Scheidewände entfernt, fein gehackt • 5 Korianderblättchen, gewaschen und sehr fein gehackt, plus einige Blättchen zum Garnieren • 1 TL Limetten- oder Zitronensaft • Salz • 2 EL Ahornsirup

der „Haute cuisine à la française“ ist Mitglied der „Jeunes Restaurateurs d’Europe“ und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. (red)

Für 4 Personen • 150 ml Gemüsebrühe • 50 g gelbe Linsen, gewaschen • 200 g Mehl • 4 Eier • Salz • 300 ml Vollmilch • 500 g grüner Spargel, gewaschen und im unteren Drittel geschält • 150 g Nordseekrabben • 250 g Quark (40 % Fett) • 3 EL Olivenöl • 60 g Parmesan, frisch gerieben • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer • 4 Schnittlauchstängel, gewaschen • 2 EL Geflügelbrühe • 3 EL Aceto balsamico bianco • 2 EL Maiskeimöl • 100 g Feldsalat, gewaschen und geputzt

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Zubereitung

1. Die Gemüsebrühe erhitzen. Die Linsen zugeben und 10 Minuten köcheln lassen. Dann die überschüssige Flüssigkeit abgießen und mit Mehl, Eiern, Salz und Milch verrühren. Die Hälfte der Linsen dazugeben. 2. Den Spargel 6 Minuten in reichlich gut gesalzenem Wasser

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Zubereitung

1. Für die Saltimbocca je 1 Salbeiblatt auf jedes Seeteufelfilet legen und mit je 2 Parmaschinken-Scheiben umwickeln. Das Öl in einer antihaftbeschichteten Pfanne erhitzen und die Saltimbocca etwa 10 Minuten von beiden Seiten braten. 2. Für die Linsencreme die Linsen mit den Knoblauchzehen und der Brühe zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren. Den Topf zudecken und die Linsen etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis sie fast zerfallen. Bei Bedarf zwischendurch etwas Wasser zugeben. 3. Die Linsen abkühlen lassen und mit dem Olivenöl fein pürieren. Paprika, Chili und Koriander unterrühren. Die Creme mit Limettenoder Zitronensaft, Salz und Ahornsirup würzen. 4. Die Saltimbocca auf der Linsencreme anrichten. Mit Korianderblättchen garnieren.

Für 4 Personen • 400 g Seeteufelfilets, in 4 Portionen geteilt • 300 g Riesengarnelen, geschält, entdarmt • und in 4 Portionen geteilt • 4 EL Olivenöl • 2 Zwiebeln, geschält und fein gehackt • 1 rote Paprika, gewaschen, Samen und Scheidewände entfernt, in kleine Würfel geschnitten • 200 g rote Linsen, gewaschen • 700 ml ungesüßte Kokosmilch • Salz • 1 TL Limettensaft • 3 EL Dendê-Öl • 4 Tomaten, gewaschen und in kleine Würfel geschnitten • Korianderblättchen, gewaschen, zum Garnieren Für die Marinade • 3 Knoblauchzehen, geschält • Salz • 4 Korianderstängel, gewaschen und die Blättchen abgezupft • 4 Frühlingszwiebeln, gewaschen und fein gehackt • Saft von 1 Limette

kochen. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und mit kaltem Wasser abschrecken. Das untere Spargeldrittel in Würfel schneiden und mit den restlichen Linsen, Krabben, Quark, 1 EL Olivenöl und Parmesan verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. 3. Das restliche Olivenöl in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Etwa einen Schöpflöffel voll Teig hineingeben und durch Schräghalten der Pfanne gleichmäßig verteilen. Von beiden Seiten goldbraun backen. Auf diese Weise 4 Crêpes ausbacken. 4. Den Backofen auf 150 °C vorheizen. Den Schnittlauch einige Sekunden in kochendem Wasser blanchieren. Die Füllung auf den Crêpes verteilen, jede Crêpe zu einem kleinen Säckchen formen und mit dem Schnittlauch zubinden. 5. Die Crêpesäckchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im heißen Ofen etwa 12 Minuten backen. 6. Geflügelbrühe, Balsamico, Maiskeimöl, Salz und Pfeffer zu einer Vinaigrette rühren. Die Spargelspitzen und den Feldsalat damit mischen und zusammen mit den Crêpesäckchen anrichten.

Zubereitung

1. Für die Marinade Knoblauch, Salz, Koriander und Frühlingszwiebeln in einem Mörser zu einer Paste verarbeiten. Dann den Limettensaft unterrühren. Die Fischstücke und die Garnelen zusammen mit der Marinade in einen Gefrierbeutel geben und 3 Stunden im Kühlschrank marinieren. 2. 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln, Paprika und Linsen darin 2–3 Minuten anschwitzen. Die Kokosmilch zugeben und 12 Minuten köcheln lassen. 3. Den Seeteufel und die Garnelen aus der Marinade nehmen und in einem Topf in 2 EL Olivenöl von allen Seiten braten. Die Marinade und die Gemüse-Linsen-Mischung zugeben und 2 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und dem Limettensaft würzen. Zum Schluss das DendêÖl und die Tomaten hinzufügen und nochmals vorsichtig umrühren. Mit Korianderblättchen bestreuen und mit Basmatireis servieren.

Hinweis

Moqueca ist eines der Nationalgerichte Brasiliens. Die bekannteste Variante ist die »Moqueca Baiana«, ein Fischeintopf aus Fischfilets, Kokosmilch, rotem Palmöl (Azeite de dendê) und Tomaten. Ebenfalls bekannt ist die Moqueca Capixaba, bei der das Palmöl durch Olivenöl ersetzt und Annatto (in Brasilien Colorau oder Colorífico) zur Farbgebung hinzugefügt wird. Bei einer weiteren Variante wird der Fisch in Bananenblätter eingewickelt und über Feuer geröstet. Moqueca kann auch mit Muscheln zubereitet werden.

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REISE

The Epoch Times Deutschland / 14. Dezember 2011 - 3. Januar 2012 / Nr. 296

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Zwischen Gaumenfreuden und Historie F O T O : K A R L- H E I N Z L A U B E / P I X E L I O. D E .

Nicht ganz so berühmt wie Nürnberg oder Dresden, aber dafür umso uriger und voller Überraschungen, ist die schwäbische Weihnachtsstadt Konstanz.

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onstanz, die größte Stadt am Bodensee, deren Anfänge bis in die Römerzeit zurückreichen, verwandelt sich in der Vorweihnachtszeit in ein wahres Paradies für Weihnachtsfreunde. Genießer von Kultur und Kulinarik kommen auf ihre Kosten, wenn vor der Kulisse der mittelalterlichen Altstadt und des romantischen Bodensees der Konstanzer Weihnachtsmarkt mit 150 Buden seinen Glanz entfaltet. Historisch berühmt wurde Konstanz vor allem, weil hier 1414 bis 1418 das Konzil von Konstanz und damit die einzige Papstwahl nördlich der Alpen stattfand. Stadtführungen zur Historie umranken heute den Weihnachtsmarkt wahlweise mit gregorianischen Gesängen, Nachtwächtern oder derb-spaßigen Landsknechten. Dass Konstanz den Umgang mit der ehrwürdigen Stadtgeschichte leicht nimmt, bezeugt die Statue der Imperia, die neun Meter hoch im Hafen aufgestellt ist: Eine Hure, die in der einen Hand einen Papst und in der anderen einen Kaiser hält, nimmt die Verdorbenheit des Konzils aufs Korn. Das heftig umstrittene Kunstwerk von Bildhauer Peter Lenk (1993 aufgestellt) ist ein Wahrzeichen von Konstanz.

F O T O : T O U R I S T I N F O R M AT I O N KO N S TA N Z

Anke Wang

Der Konstanzer Weihnachtsmarkt ist mit seinen 150 Buden der größte und schönste der Gegend.

Auf der Dominikanerinsel, wo heute das Inselhotel steht, residierten schon Karl der Große und Kaiser Wilhelm II.

Das Inselhotel, die beste Adresse am Ort

Ein Ort, an dem man deutsche und regionale Geschichte direkt erleben kann, ist das Steigenberger Inselhotel auf der Dominikanerinsel. Wer hier verweilt, reiht sich ein in eine Reihe mit Gästen wie Karl dem Großen, Maximilian I. und Kaiser Wilhelm II. – auch sie residierten einst an diesem Ort. Einst Kloster und Wirkungsort des Mystikers Heinrich Seuse, wurde es 1875 im Besitz des Grafen von Zeppelin zum Hotel. Im zweiten Weltkrieg waren die Franzosen dort und aus dem Kloster wurde eine Unterkunft für Flüchtlinge, später eine

auf jeden Stuhl eine Rose [geschnitzt], Palmenhaus in einen Plüschtiermeine Großmutter hieß Rosaly.“ Dschungel zum Staunen, Träumen Die Dominikanerstube bietet heu- und Spielen. Daneben wird für die te regionale Gerichte auf höchstem Erwachsenen mit OriginalgegenstänNiveau und Rosalys Rosen blühen den die Firmengeschichte des Hauses heute noch auf den Stühlen. Steiff erzählt.

Mittelalterliche Mystik und atmosphärische Fresken

Die schwedische Küche Schwabens

Hinter den steinernen Gemäuern des Hotels verbergen sich Preziosen. Im mittelalterlichen Kreuzgang hielt der Stuttgarter Maler Carl von Häberlin Ende des 19. Jahrhunderts die Geschichte des Ortes in Bildern fest. Darunter auch die Darstellung des Reformators Jan Hus, der in einem Turm des Inselklosters eingekerkert und vom Konzil als Ketzer hingerichtet wurde. Im Festsaal bezeugen Märtyrerszenen, die Ende des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts aufgebracht wurden, den ehemaligen Sinn des Saals als Ort des Gebets und der Versenkung.

Gleich daneben gelangt man vom Schwäbischen ins Schwedische, und zwar kulinarisch. Schwedische Traditionen gelangten auf die Insel Mainau, weil dort die Wurzeln der dort ansässigen Adelsfamilie Bernadotte liegen. Die Küchenchefs der Insel Mainau kredenzen Besuchern deshalb jedes Jahr ein original Schwedisches Weihnachtsbuffet, Julbord genannt. Es findet ab 1. Dezember jeden Mittwoch bis Samstag ab 18.30 Uhr statt. Reservierungen nimmt das Mainau-Bankettbüro Montag bis Samstag unter der Nummer 07531-303-156 entgegen. Das Buffett beinhaltet Willkommens-Glögg und Fischspezialitäten wie Silboard-Heringvariationen, und Felchenkaviar. Außerdem gibt es Geflügelleberterrine, geräucherten Elch-, Rentier-, Hirsch- und Wildschweinpfefferschinken oder gebratene Gans. Ein typischer Nachtisch wie Mandeltorte rundet den Schmaus ab.

Spielbank und auch die Uni Kon- Ein weihnachtliches stanz unternahm auf dem Inselchen Spielzeugparadies ihre Anfänge. Heute ist es ein Luxus- Eine weitere berühmte Zweigstelle hotel mit fünf Sternen. Eine Episode der Weihnachtsromantik zeigt die des Inselchens führt in die mit Zir- Blumeninsel Mainau. Für Gartenbelholz gestaltete Dominikanerstu- kunst rund ums Jahr bekannt, bietet be. Die Eheleute Rosaly und Matthys sie in der Vorweihnachtszeit besonBrunner erwarben 1907 das Hotel. dere Events an. Dieses Jahr gibt es ein Die Enkelin der beiden, Frau Ma- Ausstellungs-Highlight für Familien. rie-Madeleine Brunner: „Mein GroßNoch bis zum 12. Februar 2012 vater hat Möbel in Auftrag gegeben, sind im Barockschloss und im suber hat gesagt, er möchte das MB für tropischen Palmenhaus die SpielMatthys Brunner auf den Stühlen. zeugausstellung „Teddy, Elefant und Dann hat der Schreiner gefunden, Co.“ zu sehen. Geschöpfe aus der ja aber die Frau arbeitet ja in dem Welt der Margarete Steiff, vom OrigiBetrieb mindestens so viel wie der nal „Filzelefäntle“ von 1888 bis zum Mann. Dann hat er klammheimlich aktuellen Bärchen, verwandeln das

i Ausstellung „Teddy, Elefant und Co.“ Barockschloss der Insel Mainau (11. 11. 2011 - 12. 2. 2012), täglich geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr. Steigenberger Inselhotel Auf der Insel 1 78462 Konstanz Telefon: 07531 125-0 Google: www.steigenberger. com/Konstanz

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WEIHNACHTEN

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Weihnachtserinnerungen erinnerungen W

eihnachten ist ein Fest, das vielerlei Erinnerungen weckt, herzwärmende, traurige, heitere und komische. Wir haben Prominente gebeten, uns einige ihrer spontanen Erinnerungen für unsere Leser zu überlassen. Zugeschickt bekamen wir Erzählungen von Weihnachten auf schwedische Art, „Baumschmuck-Meditation“ und mit den Liebsten gemeinsam verbrachter Zeit. Wir wünschen unseren Lesern viel Vergnügen bei der Lektüre! Die Redaktion

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„Das Weihnachtsfest meiner Kindheit ist der Inbegriff des Schönen und Liebevollen für mich“, erzählt Nicola Kastner, Film- und Fernsehschauspielerin, die einmal etwas sehr Schönes geschenkt bekam: „Mein Vater schenkte mir einmal ein nagelneues Alt-Saxophon. Mit 14 war ich schwer verliebt in den Musiker einer Big-Band, folglich musste ich dringend gut spielen lernen, um in diese Band zu kommen – was mir auch gelang. Aus der Liebe wurde nichts, das Saxophon aber habe ich noch immer.“

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Wenn auch nichts Großes, aber zumindest eine Kleinigkeit sollte es an Weihnachten schon geben, meint die Managerin Christiane zu Salm: „Es ist doch eine Freude, einem geliebten Menschen ein Geschenk zu machen.“ Am liebsten, so Christiane zu Salm, habe sie früher ihre Eltern und Geschwister beschenkt. Am allerliebsten jedoch ihre beste Freundin: „Es hat Spaß gemacht, sie vor Neugier auf mein Geschenk platzen zu lassen.“ Auch heute macht sie noch gerne Geschenke: „Vor allem originell sollte es sein und das Geschenk sollte etwas zu tun haben mit der beschenkten Person.“ Die besten Geschenke sind für sie die Geschenke, die mit persönlichem Zeiteinsatz zu tun haben – „ein Nachmittag im Zoo, ein gemeinsamer Theaterbesuch, ein gemeinsamer Waldspaziergang.“

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Maria von Heland ist Film- und Fernsehregisseurin aus Schweden und lebt seit 1991 in Berlin. Ihr neuester Film, „Die Sterntaler“ wird am 26. Dezember um 14.20 Uhr in der ARD gezeigt. Er hat bereits einen „Best of Fest-Award“ beim Internationalen Kinderfilmfest Chicago gewonnen. „Während meiner Kindheit in Schweden versorgten wir immer den Weihnachtsmann am Abend des 23. Dezember mit Essen, sodass er gute Laune für den nächsten Tag hatte. Er musste einen großen Teller mit Haferbrei aufessen, den wir für ihn in den Garten stellten. Wir sahen ihm dabei durch das Fenster zu: Er kam jedes Jahr gebückt, mit schweren Schritten und einer Laterne in der Hand. Mittlerweile kommt er in unseren Berliner Hinterhof, wenn meine Kinder für ihn Haferbrei rausstellen. Ich frage mich, ob meine Eltern sich auch so viel Mühe geben mussten, um jemanden zu finden, der dazu bereit ist, mit einem künstlichen Bart eine Schüssel Haferbrei hinunterzuschlingen.“

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Den Weihnachtsmann auf die schwedische Art anlocken...

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Für Film- und Fernsehschauspieler Oliver Broumis war das schönste an Weihnachten der Baum: „Am meisten habe ich es geliebt, als Kind mit meinem Opa zusammen unseren Tannenbaum zu schmücken. Ich hatte als Kind ein sehr gutes Händchen für eine tolle Mischung aus Kugeln und dem heute aus ökologischen Gründen verpönten Lametta. Unser Baum erstrahlte vollständig in kühlem Silber. Für mich war es eine meditative und spirituelle Erfahrung, mich um den Baum zu kümmern – das, was Weihnachten eigentlich sein sollte, jenseits allen Konsums.”

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„Meine Eltern haben mir aus pädagogischen Gründen leider nie eine Barbie geschenkt“, erzählt Schauspielerin Annika Ernst: „Das allerbeste und aufregendste Weihnachten war, als ich zwölf Jahre alt war: Bei uns in der Garage stand ein Pferd.“ Ob sie jemals durch’s Schlüsselloch geschaut hat? „Nein, das habe ich nie. Ich fand die Spannung großartig, wenn wir im Flur gewartet haben, dann hat das Glöckchen geklingelt und wir durften rein. Heute finde ich es am besten, dass ich meiner Tochter (4½ Jahre alt) Geschenke machen kann – weil sie sich so doll freut und schon seit August aufzählt, was sie sich wünscht. Unter anderem eine Barbie – die sie auch bekommen wird!“

The Epoch Times Deutschland - Ausgabe vom 14.12.2011  

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