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DAS WIRTSCHAFTSMAGAZIN

DIE WISSENS GESELLSCHAFT Warum Kompetenzen allein auch nicht weiterbringen.

Ausgabe Nr. 05 | Juni 2019 P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck ZNr. GZ 02Z030672 M | Euro 3.00

BESUNGENER BEZIRK. Kufstein – die Perle Tirols TIROL INNOVATIV. Nachhaltigkeit mit Leben füllen GELDWISSEN. Finanzieller Analphabetismus GESCHICHTE - ERZÄHLER. Das Innsbrucker Zeughaus


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© MARIAN KRÖLL

eco.edit

Mag. Sandra Nardin und Christoph Loreck, eco.nova-Herausgeber

50 Shades of Bildung Bildung hat viele Facetten. Der Erwerb von fachlicher Kompetenz ist nur eine davon.

Ü

ber Bildung ist schon viel diskutiert worden. Meist geht es dabei um unser – nennen wir es – nicht gänzlich optimales Schulsystem. Oder das System im Allgemeinen. Bildung scheint das Allheilmittel zu sein. Sie schütze vor Arbeitslosigkeit, löse den Fachkräftemangel und überhaupt sämtliche Probleme der Welt. Das mag in Ansätzen richtig sein – oder wie es Redakteur Marian Kröll in der Titelgeschichte so schön feststellt: Ohne Bildung ist alles doof –, doch die reine Kompetenzorientierung bringt uns eben auch nicht wirklich weiter. Deshalb haben wir uns in dieser Ausgabe den vielen verschiedenen Aspekten von Bildung gewidmet und etwas genauer hingeschaut, was dieser Fokus auf universitäre Ausbildungen mit uns als AllEs ist nicht wahr, dass gscheite gemeinheit macht. Denn mehr Uniabsolventen bedingen Kinder nur in reichen Familien nicht zwangsläufig eine klügere Gesellschaft. Man müsse ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Inforauf die Welt kommen.“ mation nicht gleich Wissen und Wissen nicht gleich Bildung BRUNO KREISKY oder gar Weisheit sei, sagt MCI-Rektor Andreas Altmann im Interview. Dem schließen wir uns vollinhaltlich an. Bildung ist mehr als fachliches Know-how. Es geht um soziale Kompetenz, kritisches Denken, Mut und Neugierde. Eine Gesellschaft braucht Menschen mit Ecken und Kanten und keine stromlinienförmige Uniformiertheit. Wir sollten nicht nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner suchen, sondern die Individualität jedes Menschen als etwas Bereicherndes sehen.

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E C O .T I T E L 14 ICH DENKE, ALSO BILDUNG.

Von der kindlichen Neugierde zum Bachelor ist es ein weiter Weg. Dass Bildung nur am Rande mit Kompetenzerwerb zu tun hat, muss sich das Bildungssystem erst wieder in Erinnerung rufen.

E C O .W I R T S C H A F T 34 PERSÖNLICHKEITSBILDUNG.

Führung braucht nicht nur die fachliche Auseinandersetzung sondern auch die Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion. 44 IM PORTRÄT. Travel Europe: Teamwork makes the dream work. 50 DIE PERLE TIROLS. Eines der bekanntesten volkstümlichen Lieder besingt Kufstein. Das Städtchen am Inn wird immer mehr zur Stadt, die Region zum Vorzeigeprojekt.

ECO.ZUKUNFT 74 LESEKULTUR.

Was digitales Lesen mit unseren Gehirnen macht. 76 TIROL INNOVATIV. Nachhaltigkeit ist vielfach zum Marketingsprech verkommen, doch es gibt Unternehmen, die dem Begriff tatsächlich gerecht werden. 88 FORSCHUNG FÖRDERN. Forschung darf nicht nur hinter geschlossenen Türen passieren.

ECO.GELD 92 FINANZIELLER ANALPHABETISMUS. Bei der Finanzbildung gibt’s Aufholbedarf. Im Bildungsbereich wird dennoch wenig dafür getan.

ECO.ART 106 GESCHICHTE-ERZÄHLER.

Es gibt Gebäude, die erzählen Geschichten, und es gibt Gebäude, die schreiben sie selbst. Das Zeughaus macht beides.

ECO.MOTOR 112 VANDASTISCH!

Drei Räder, zwei Sitze und ganz viel Fahrspaß. Das sind die wesentlichen Eigenschaften eines „Vanderhall“. 116 POLE POSITION. Ein europaweit einzigartiges Konzept am Eingang zum Ötztal lässt nicht nur Herzen Motorsportbegeisterter höher­ schlagen. 118 KIA E-NIRO 122 START IN DIE MOTORRADSAISON. Im High-Bike Testcenter in Ischgl warten 40 neue Motorräder auf testwillige Fahrer. 124 PEUGEOT 508 GT 126 MOBILE NEWS

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ECO.LIFE 130 WIDER DIE BEQUEMLICHKEIT.

Convenience kennt nur das Ziel, nicht die Reise. Manchmal aber ist der Weg das Ziel und der darf gern auch mal anstrengend sein. 134 UND ZACK. VERLIEBT! Die unterschätzte Schöne: Turin ... und weitere Reisetipps.

03 EDITORIAL 06 KOMMENTAR 08 KOPF DER AUSGABE 96 ECO.STEUERN 102 ECO.RECHT 140 IM GESPRÄCH

HER AUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at GESCHÄF T SLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin A S SIS TENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAK TION: Marina Kremser REDAK TION: eco.wirtschaft: Marian Kröll, Alexandra Keller, Sonja Niederbrunner, MMag. Klaus Schebesta, Renate Linser-Sachers, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Marion Witting, MSc., Stefan D. Haigner // eco.zukunft: Doris Helweg // eco.geld: Dr. Michael Posselt // eco.kultur: Julia Sparber // eco.mobil: Bruno König // steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian // recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg // eco.life: Marina Kremser ANZEIGENVERK AUF: Ing. Christian Senn, Bruno König, Hannah Oderich, Hannelore Weissbacher, Matteo Loreck L AYOUT: Tom Binder PRODUK TION: Rabea Siller, Tom Binder DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHT UNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Well­ness, Steuern, Recht, Kulinarium und Life­s tyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRE SABO: EUR 25,00 (14 Ausgaben) UNTERNEHMENS GEGENS TAND:

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eco.mmentar

Tabu or not Tabu? In den letzten Tagen ist ein Tabu nach dem anderen gefallen. Vieles ereignete sich „erstmals in der Zweiten Republik“. Die Eskalationsspirale ist bis zum Misstrauensantrag ausgereizt worden. Jetzt bleibt nur mehr, die Scherben aufzuräumen.

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an kann derzeit über nichts anderes schreiben als die aktuelle Entwicklung auf Bundesebene. Das Ibiza-Video ist wie eine Bombe hochgegangen und hat nie gekannte Krater in der politischen Landschaft Österreichs zurückgelassen. Die Geschichte selbst ist hinlänglich bekannt: Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat sich mit seiner Korruptionsbereitschaft (Staatsaufträge), der detaillierten Anleitung zur Parteienfinanzierung (Umgehung mittels Vereinsgründung) und seinen Visionen zur Steuerung der Medien (Übernahme der Krone) selbst publikumswirksam in die Luft gesprengt. Doch die Druckwelle hat die gesamte Bundesregierung ausgelöscht. Es ist nichts anderes als eine schnurgerade Linie aus Tabubrüchen, die ein ganzes System wie Dominosteine zu Fall gebracht hat: Von der Kette aus „Einzelfällen“ über Ibiza (das seinerseits auf einem hierzulande noch nie dagewesenen Tabubruch einer illegalen Abhörung basiert) bis hin zur Entlassung des Innenministers und dem Showdown per Misstrauensantrag. Auf alle Ereignisse trifft die Aussage von Ex-Präsident Heinz Fischer zu: „Das ist in dieser Form in der Geschichte der Zweiten Republik noch nie vorgekommen.“ Tabubrüche haben eben Tabubrüche zur Folge. Alles, was bisher üblich war, ist Schnee von gestern. Das ist, um es auf eine Ebene höher zu bringen, auch das Gefährliche an Gestalten wie Trump: Auch er pfeift auf Konventionen und langjährige Übereinkommen. Er überschreitet laufend Grenzen und verschiebt sie dadurch für immer. Man möchte laut schreien: „Beruhigt euch!“, was Bundespräsident Alexander Van der Bellen nach Kräften versuchte – aber in der Hitze des Gefechts hörte das längst keiner mehr. Es hat etwas von der Dramaturgie eines Tarantino-Films, bei dem am Schluss alle ins Gras beißen, weil sie „nicht anders können“. Eine gute Woche nach der Veröffentlichung der Ibiza-Entgleisungen erhielt auch die EU-Wahl eine ganz andere Bedeutung als üblich und musste zumindest teilweise als Testballon herhalten. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die

V O N K L A U S S C H E B E S TA

Österreicher wollen ihre Ruhe. Die ÖVP hat offenbar die richtigen Knöpfe gedrückt und konnte massiv zulegen; die FPÖ-Wähler sind erstaunlicherweise genauso situationselastisch wie moralflexibel und ließen ihre Partei sogar einen kommunikativen GAU überstehen; noch erstaunlicher ist nur, dass Strache für seine ethischen Abgründe mittels 40.000 Vorzugsstimmen sogar mit einem Direktmandat für das EU-Parlament belohnt wurde; die SPÖ konnte den scheinbar aufgelegten Elfmeter nicht verwandeln und stagniert auf niedrigem Niveau; die NEOS haben sich zur ernstzunehmenden Konstante entwickelt; die Grünen sind wieder da – und Pilz ist, Jetzt, weg. Es waren zwar EU-Wahlen, aber mit einer hohen innenpolitischen Komponente, die auch Schlüsse auf die kommenden Nationalratswahlen zulässt. Der Ausgang der Europawahlen hat sicherlich auch die Entscheidung von SPÖ und FPÖ beeinflusst. Diese befanden sich nämlich in einer veritablen Zwickmühle: Entweder die Eskalationsspirale einbremsen und Sebastian Kurz den Kanzlerbonus für die September-Wahlen belassen oder auch das letzte Tabu niederreißen und Kurz aus dem Amt schießen – was ihm den Märtyrerstatus und jede Menge Munition gegen die „Rot-Blaue Koalition“ bietet. Gut, nun wissen wir, wie sich die beiden entschieden haben: Nach endlosen Vorwürfen und Rechtfertigungen haben SPÖ und FPÖ tatsächlich den roten Knopf gedrückt und die Regierung gefeuert – gegen den Willen einer breiten Mehrheit in der Bevölkerung, wie Umfragen belegen. Wir können uns auf einen wahrlich „heißen Sommer“ einstellen, in dem ohne Rücksicht auf Verluste (genauso wie in den letzten Tagen) die Fetzen fliegen werden. Der Bundespräsident wird zur Ruhe mahnen, aber es wird ihm wieder keiner zuhören. Die große Herausforderung im September wird dann, die Gemüter wieder auf Normaltemperatur zu kühlen und zu dem zurückzukehren, was zwar alle Parteien ständig betonen, aber den nötigen Ernst dazu vermissen lassen: Stabilität. Die ist zwar stinklangweilig, aber im Gegensatz zur aktuellen Dauererregung Balsam für die Nerven. Und den Standort. Und überhaupt. 


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eco.porträt

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Wolfgang Mair Unter dem Künstler-Alias Kowalski startet der gebürtige Osttiroler in zweiter Karriere nach dem Leben als Profifußballer durch. Mit der Ausstellung ICONS zeigt Mair noch bis 2. August in Lienz seine facettenreiche Kunst, die zum Nachdenken anregen soll. Die Synthese von Kunst und Fußball vollbrachte Kowalski im Rahmen eines Live-Porträts von Superstar Neymar jr. in Paris. TEXT: MARIAN KRÖLL

© ANZHELIKA KROISS (@ANZHELIKAKROISS)


eco.porträt

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önig Fußball kam ihm in die Quere. Eigentlich wollte Wolfgang Mair, ballesterisch immer kurz Wolfi genannt, etwas Kreatives machen. Nicht dass Fußball per se unkreativ wäre. Als Kicker war der im Februar 1980 in Lienz geborene Flügelflitzer durchaus erfolgreich. Dreimal holte der Jungspund damals noch mit dem FC Tirol den Meisterteller in die Landeshauptstadt und durfte unter Hans Krankl auch mehrmals im Trikot der Nationalmannschaft schwitzen.

KÜNSTLERISCHE ADER

In einer Profikarriere nimmt selbstverständlich der Fußball den meisten Raum ein. Mair absolvierte im Lauf seiner Karriere die Trainerprüfung für die UEFA-A-Lizenz, widmete sich aber auch der Kunst und schloss eine Grafik und Designausbildung in Salzburg ab. Als Künstler ist Mair Autodidakt und hätte nach der Matura – wäre nicht der Fußball dazwischengekommen – am liebsten Innenausstattung und Design studiert. Jede Fußballergeneration hat andere Präferenzen als die vorhergehende, was das Leben danach, nach der Karriere, betrifft. Jene aus der 78er-Generation, die ihren Ruhm nicht versilbern konnten, sind als Tankstellenbesitzer und Trafikanten in Erscheinung getreten, Andi Ogris besitzt einen Friseursalon. Für Wolfi Mair erschallte der Ruf der Kunst indes schon, als er sich noch primär zwischen den Linien aus gebranntem Kalk bewegte, wieselflink, mit einem „Antritt“, der so manchen Defensivmann in arge Verlegenheit brachte. Vor einigen Jahren, nachdem Mair die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, avancierte schließlich die Nebensache zur Hauptsache. Seine künstlerische Freiheit kann Mair aus-

kosten, zumal er nicht von der Kunst allein leben muss. Seine Arbeit als Grafiker und Mediendesigner tut ein Übriges dazu.

HIER KOMMT KOWALSKI

Es fällt vielen Sportlern außerordentlich schwer, sich von ihrer Identität als Sportler zu emanzipieren. Um sich diesen Schritt zu erleichtern, sich gewissermaßen freizuspielen, hat sich Mair einen Künstlernamen zugelegt. Kowalski nennt sich der Künstler Wolfgang Mair. Warum gerade Kowalski, lässt sich nicht mehr so genau eruieren. Den Spitznamen haben ihm einst die Schulkollegen im Rahmen der Maturareise umgehängt. In seiner künstlerischen Arbeit spielen Ikonen aus der Populärkultur eine wesentliche Rolle. „Icons“ heißt dementsprechend die aktuelle Ausstellung, die noch bis zum 2. August 2019 in der Dolomitenbank in Lienz zu sehen ist. Es ist dies die Osttirol-Premiere für den Künstler. Das Titelbild zur Ausstellung ziert auch zweimal der Kopf von David Bowie oder vielmehr dessen Kunstfigur Ziggy Stardust, dieses wunderbare androgyne Wesen, das nicht zu Unrecht als die Mutter aller Kunstfiguren gelten darf. In seiner Malerei seien Papierflächen oder Leinwände Orte, an welchen Widersprüche, Gesellschaftskritisches und das Sicherheitsdenken unseres soziokulturellen Gefüges bewusst vor Augen geführt würden. „Wir konsumieren zur Zeit in unserer Gesellschaft zu schnell zu viel, weslhalb ich versuche, mit meinen Arbeiten einen Raum zu öffnen, in dem man Ruhe findet und dem Alltagsstress entfliehen kann“, sagt Mair zu seiner Intention. Das macht Mair auf verschiedene Arten, unter anderem in seinen Rorschachtests genannten und an

selbige erinnernden Schwarz-Weiß-Malereien oder der Serie „news on paper“, in der er Zeitungen als Arbeitsfläche verwendet. Dazu kommt, dass man Mairs Werke immer wieder neu entdecken kann, sich auf den zweiten Blick Neues erschließt: „In meinen Arbeiten gibt es viele Details, die man erst nach und nach für sich entdeckt. Darüber hinaus bearbeite ich auch gern die Rückseiten meiner Werke mit Scribbles, Infos oder Fakten zum Hauptwerk.“ Die Kunst des Kowalski ist facettenreich, facettenreicher noch als das Spiel des fußballspielenden Alter Egos. Sie ist spannend, interessant, geistreich und nicht selten auch witzig. Wolfgang Mair hat auch als Kowalski mit dem Pinsel richtig was auf dem Kasten. Ganz lässt ihn der Fußball aber auch in der Kunst nicht los. Im Rahmen einer Live-Action zum 27. Geburtstag von Superstar Neymar jr. in Paris fertigte Kowalski ein Porträt an. Mit geliehener Ausrüstung, weil die Airline das Gepäck vertändelt hatte. Mehr Nervenkitzel geht fast nicht mehr. Dem Geburtstagskind Neymar jr. gefiel’s trotzdem. 

ZUR PERSON

Wolfgang Mair wird am 17. Februar 1980 in Lienz geboren. Das Fußballtalent wechselt mit 16 Jahren von Rapid Lienz zum FC Tirol. Dort beginnt eine 16 Jahre andauernde, erfolgreiche Fußballerkarriere, gekrönt von mehreren Titeln. Nach dem Fußball geht Mair unter dem Künstlernamen Kowalski seiner großen Leidenschaft, der Kunst, nach. Instagram: @kowalski_artist

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WIRTSCHAF

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wirtschaft & unternehmen BUCHTIPPS

BILDUNG

ALS PROVOKATION Konrad Paul Liessmann Zsolnay Verlag 240 Seiten, EUR 22,00 Nicht mehr ganz neu, deshalb aber nicht weniger klug. Schon immer hatte Konrad Paul Lissmann selbst zu philosophischen Themen einen messerscharf-analytischen Zugang. So auch zur Bildung, wo er klar unterscheidet zwischen der Bildung als viel strapazierte säkulare Heilslehre für die Lösung quasi sämtlicher Probleme der Erde und dem Gebildeten an sich, der sich tatsächlich Wissen aneignen will. Kurzum: Er liefert eine treffende Analyse zum Dilemma unseres Bildungssystems.

Standortfaktor Bildung? Fachkräftemangel, Arbeitslosigkeit, Bildung und Flexibilisierung – das sind die zentralen Themen der heimischen Wirtschaft. Während die Arbeitslosigkeit tendenziell sinkt, klagen die Unternehmen europaweit über große Schwierigkeiten bei der Suche nach ausreichend qualifiziertem Personal. Das Bildungssystem schafft es nach wie vor nicht, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Auch bei der Chancengleichheit ist Österreich kein Vorreiter. So das Resümee des Deloitte-Radars 2019. Das duale Ausbildungssystem wird in den internationalen Rankings als vorbildlich hervorgehoben, das Qualifikationsniveau gilt als hoch. Auch der universitäre Sektor entwickelt sich positiv. Die zusätzlichen finanziellen Mittel und ein studienplatzorientiertes Finanzierungsmodell waren dringend notwendig und können den Universitäten einen neuen Schub bringen. Aktuelle Hochschul-Rankings zeigen bei diesem Thema einen leichten Trend nach oben. Die größte Herausforderung hat das Land weiterhin im schulischen Bereich und ganz besonders in der Elementarbildung zu stemmen. Leider werde in diesem wichtigen Feld oft zu ideologisch diskutiert und Bildung zu häufig „vererbt“. Damit verknüpft sind wichtige Themen wie Teilzeitfalle und Chancengleichheit, digitale Kompetenzen oder Fachkräftemangel. In diesen Punkten hat Österreich weiterhin Handlungsbedarf.

DIE DURSCHNITTSFALLE Markus Hengstschläger ecowin Verlag 188 Seiten, EUR 17,99 „Entweder man hat’s oder man hat’s nicht.“ Stimmt das? Kann man ohne bestimmte genetische Voraussetzungen nicht erfolgreich sein? Oder ist es umgekehrt? Ohne Fleiß kein Preis? In der vielbeschworenen Leistungsgesellschaft ist die Hervorbringung durchschnittlicher Allroundkönner zur obersten Priorität geworden. Aber wer bestimmt überhaupt, was „normal“ ist? Und hilft uns diese „Normalität“? Autor Markus Hengstschläger hat selbst ein ziemlich bewegtes Leben hinter sich und zeigt, dass Erfolg aus Individualität besteht.


eco.wirtschaft

© JULIA TÜRTSCHER

eco.mmentar

Marina Kremser, Chefredaktion

Eingebildet Einbildung ist auch eine Form der Bildung. Bei manchen leider die einzige.

UNTERNEHMEN DER AUSGABE Die Innsbrucker Glockengießerei Grassmayr wird heuer 420 Jahre alt und wurde kürzlich als einer von 25 Tiroler Traditionsbetrieben, die heuer ein rundes Firmenjubiläum feiern, im Congress Igls geehrt. Zu den drei ältesten Betrieben gehören außerdem die Innsbrucker Wagner’sche Universitätsbuchhandlung mit 380 Jahren und die Recheis Teigwaren GmbH aus Hall mit 130 Jahren. Den Grundstein für das Familienunternehmen legte Bartlme Grassmayr 1599 mit dem Guss der ersten Glocke, im Laufe der Zeit wurden Glocken für verschiedene christliche Konfessionen sowie Buddhisten und Hinduisten in über 100 Ländern gegossen. Außerdem spielen zahlreiche Orchester in der ganzen Welt mit Glocken, Orchesterschalen und Klangplatten aus Tirol. Aktuell leiten die Brüder Johannes und Peter Grassmayr das Unternehmen. Heute bereitet sich die 15. Generation auf den Einstieg und die Weiterentwicklung des Familienbetriebes mit derzeit 18 Mitarbeitern vor.

KO O P E R AT I O N Ü B E R KO N K U R R E N Z Vor knapp einem Jahr wurde die TirolPack GmbH, Tirols erste Käseschneide- und Verpackungsanlage, in Schlitters in Betrieb genommen. Sie ist ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Kooperation. Eine derartige Zusammenarbeit von mehreren Wirtschaftsbetrieben in einem Dienstleistungsbetrieb ist in dieser Form österreichweit einzigartig und neu. „Zehn Kleinsennereien haben sich – begleitet von der Agrarmarketing Tirol – zusammengefunden und ein kräftiges, positives Zeichen für die Milchwirtschaft in Tirol gesetzt. Diese Anlage bringt einen Schub in der Vermarktung heimischer Käsespezialitäten und stärkt die bäuerliche Landwirtschaft“, so Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler. Das Investitionsvolumen betrug 17 Millionen Euro, neben der EU und dem Bund wurde das Projekt auch vom Land Tirol maßgeblich unterstützt. Pro Tag werden hier rund 20.000 Kilo Käse geschnitten und verpackt.

Zugegeben, es ist schon ein paar Jahre her, dennoch bleibt mir ein Satz, gesagt von einem honorigen Universitätsprofessor, den ich aus Recherchezwecken besuchte, wohl für immer in Erinnerung. Eingeleitet hat er unser Gespräch mit den Worten: „Wissen Sie, ich bin gescheit. Ich hab studiert.“ Eigentlich hätte ich unwissende Nichtstudierte daraufhin gleich gehen sollen. Aber Perplexität schlägt Reaktionsfähigkeit. Kurz dachte ich zu seinen Gunsten, er meinte, es wäre generell klug von ihm gewesen, studiert zu haben, um damit jenen Beruf ausüben zu können, den er eben ausübt. Im Laufe des Gesprächs stellte sich jedoch heraus, dass er sich als Mensch tatsächlich als unglaublich gelungen fühlt, unfehlbar und allwissend. Das Maß(lose) aller Dinge quasi. Und trotzdem konnte er mir meine Fragen in keinem für die Allgemeinheit verständlichen Deutsch beantworten. Ein Lateiner hätte seine helle Freude an ihm gehabt. Freud wahrscheinlich auch. Was ich damit sagen will: Wir müssen uns dringendlich davon verabschieden, schulische und/oder universitäre Bildung mit Intelligenz gleichzusetzen. Jemand, der keine akademische Laufbahn einschlägt, ist nicht dümmer, ein Studienabsolvent nicht zwangsläufig klüger als andere. Verstehen Sie mich nicht falsch: Unsere Gesellschaft braucht Akademiker und ich ziehe alle meine Hüte vor jenen, die sich für eine Hochschulausbildung entscheiden – wenn sie aus der richtigen Motivation heraus tun, nämlich sich tatsächlich Wissen aneignen zu wollen und nicht irgendeinen Titel. Mit der Klugheit verhält es sich ein klein wenig wie mit Geld: Wer wirklich welches besitzt, redet nicht drüber. Man muss niemandem etwas beweisen, schon gar nicht, wie gebildet man ist. Das merkt das Gegenüber recht flott von alleine. Anregungen und Kommentare bitte an kremser@econova.at

„Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.“ JOHN RUSKIN

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© KUNSTFOTOGRAFIN

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Ausgebildet?! Alle reden von und über Bildung, aber nur wenige tun etwas dafür. Und wenn, ist man sich uneins darüber, ob die eingeschlagene Richtung richtig ist. Was muss Bildung heute leisten, damit nicht erst die Enkel fit werden? Und noch viel wichtiger: Wie definieren wir Bildung zukünftig überhaupt?

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urch die rasche Beschleunigung unserer technologischen Entwicklung und den damit verbundenen Fortschritt verkürzt sich die Halbwertszeit des dazu notwendigen Wissens. Und je kürzer die Halbwertszeit des Wissens, umso öfter wiederholt sich für jeden von uns der Lernprozess. Dazu ist es aber auch notwendig, das Alte zu verlernen, um sich das Neue aneignen zu können.

sowie auf eine reflektierte Art und Weise Herausforderungen offen diskutieren und Lösungen finden, die von der Mehrheit getragen werden und Minderheiten nicht benachteiligen. Dieses schrittweise Heranführen im Rahmen unseres Ausbildungssystems hat in den letzten Jahrzehnten gelitten. Zu selbstverständlich sind hart erkämpfte Errungenschaften aus der Vergangenheit geworden. Gesellschaftspolitische Bildung über das Miteinander, in Österreich und in Europa, braucht wieder mehr Bedeutung, um so etwas wie den berühmten Hausverstand allgemein zu verbreiten.

Es ist eine Errungenschaft, dass sich der Begriff des lebenslangen Lernens inzwischen größtenteils herumgesprochen hat und „ausgebildet“ als Synonym für eine Basisausbildung verwendet wird. In dem Moment, in dem man meint, nichts Neues mehr lernen zu müssen, gerät man ins Hintertreffen und kann nur mehr bedingt etwas zur Weiterentwicklung – der eigenen und der seines Umfelds – beitragen. Hier hat das Internet positiv dazu beigetragen, dass inzwischen sehr spezifisches Wissen und Erfahrung mittels Onlinekursen fokussiert weitergegeben werden kann. Auch wenn wir uns tendenziell immer mehr zu einer Wissensgesellschaft transformieren, wird es noch sehr lange handwerklich geschickte Menschen geben müssen, die unsere Abflüsse reparieren, Lampen montieren, Möbel zusammenbauen oder unser Bad neu verfliesen. Aber selbst in diesen klassischen Handwerksberufen hat sich das Berufsbild stark verändert. Die Technologien machen auch hier Fortschritte und müssen entsprechend erlernt und sachgemäß eingesetzt werden können. Theorie und Praxis verschmelzen mehr und mehr.

Bevor man sich Gedanken über die Form und Benennung der unterschiedlichen Ausbildungsarten und Institutionen macht, sollte ein Konsens darüber herrschen, was Bildung in unserer Gesellschaft bedeutet und welchen Stellenwert wir ihr geben. Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass je mehr theoretisch und praktisch befähigte Menschen in einer Gesellschaft leben, die Wahrscheinlichkeit für eine effiziente Lösung von Problemen ansteigt. Anders formuliert: Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nimmt zu und die Gesellschaft gewinnt an Wohlstand. Gemäß der Binsenweisheit „Von nix kommt nix“ liegt es also an uns, der Bildung einen höheren Stellenwert, ausgedrückt durch bessere Organisation und mehr finanzielle Mittel, zu verleihen. Es ist Zeit, unser Schulsystem aus Maria Theresias Zeiten zu verlernen und zeitgemäß neu zu gestalten. Die Jugend von heute wird damit zurechtkommen. Schaffen wir Erwachsenen das auch? 

VON ALEXANDER M. SCHMID

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Eine resiliente Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Mitglieder über Rechte und Pflichten Bescheid wissen

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Gnothi seauton ist eine viel zitierte Inschrift am Apollotempel von Delphi, dessen Urheber Chilon von Sparta als einer der „Sieben Weisen“ angesehen wird. Es steht für „Erkenne dich selbst“ (lat. Nosce te ipsum oder Temet Nosce) und hängt auch in der Innsbrucker Leopold-Franzens-Universität.

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ICH DENKE, ALSO BILDUNG

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eugier und Erkundungsdrang sind die Motoren der kindlichen Entwicklung. Dieses leichtfüßige, spielerische Element wird ihnen von unserem Bildungssystem aber wieder abtrainiert. Plötzlich heißt es nämlich still sitzen, Frontalunterricht, ständig wechselnde Unterrichtsinhalte. Es gilt, die kindlichen Gehirne mit möglichst viel Sachwissen zu füllen. Wissenschaftlich darf mittlerweile als gesichert gelten, dass sich Bildungsprozesse nicht so einfach von außen in ein kindliches Gehirn einpflanzen und sich Motivation, Selbstkontrolle und Empathie nicht unterrichten lassen. Stattdessen brauchen Kinder Räume, in denen sie sich bilden und sich selbst erfahren können. Dafür ist das heutige Bildungssystem über weite Strecken nicht ausgelegt. Neugier ist eine sehr starke Triebfeder. Das wusste schon Albert Einstein, der Inbegriff des Genies, der von sich behauptete: „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“ Und bescheiden. Erst kürzlich hat eine Studie einen Zusammenhang zwischen kindlicher Neugier und schulischem Erfolg untersucht – und gefunden. Die University of Michigan wertete dazu die Daten von 6.200 Kindern aus. Vor dem Hintergrund, dass gerade auch in Österreich (Aus)bildung wesentlich „vererbt“ wird, hat das Untersuchungsergebnis ganz besondere Bedeutung: Neugier führt tendenziell zu besseren Leistungen in der Schule, und zwar unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund der Eltern. Der Zusammenhang FOTOS: © MARIAN KRÖLL

Von der kindlichen Neugierde bis zum Bachelor ist es ein weiter und oft steiniger Weg. Das muss nicht so sein, ebenso wie das Bologna-System kein verschultes Gefängnis sein muss. Dass Bildung nur am Rande mit Kompetenzerwerb zu tun hat, muss sich das Bildungssystem erst wieder in Erinnerung rufen. TEXT: MARIAN KRÖLL

15 zwischen Neugier und Erfolg sei bei einkommensschwächeren Familien sogar überdurchschnittlich groß. „Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die Förderung der Neugier eine wertvolle Intervention sein kann, um frühe schulische Leistungen zu fördern, mit besonderem Vorteil für Kinder mit Armutserfahrung“, konstatiert die Studienautorin Prachi E. Shah. Für Neugier braucht es einen Rahmen, und es scheint zumindest fragwürdig, dass das bestehende Schulsystem der geeignete ist. In den Schulen scheint Neugier bei den wünschenswerten Eigenschaften konsequent hinter dem „Brav sein“ zu rangieren. Inwiefern das in einer veränderten Pädagogenausbildung kuriert werden kann, ist eine andere Frage.

KOMPETENT STATT GEBILDET

„In der Universität geht es primär darum, die Bildung wachzuhalten.“ BERNHARD FÜGENSCHUH, VIZEREKTOR UNI INNSBRUCK

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann wird in Österreich zu allen philosophischen Debatten herumgereicht wie Kartoffelsalat an lauen Grillabenden, und das nicht ganz zu Unrecht. Er hat sich in Buchform luzide Gedanken zur Bildung gemacht. „Bildung als Provokation“ nennt sich der Titel, und damit ist die Hauptaussage auch schon getätigt. Während Bildung den Status der säkularen Heilslehre angenommen habe, sei der Gebildete, das eigentliche Ziel aller Bildungsanstrengungen,


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„Formale Bildungsabschlüsse, die ursprünglich Chancen für diejenigen eröffnen sollten, die mit diesen Abschlüssen auf eine bedeutende Leistung verweisen konnten, verlieren diese Funktion dann, wenn alle oder sehr viele diese Abschlüsse erhalten.“ PHILOSOPH KONRAD PAUL LIESSMANN

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aus dem Wortschatz getilgt worden, hält Liessmann fest und konkretisiert: „Weder sollen sich die Menschen bilden noch sollen sie gebildet werden, gefordert ist heute der Erwerb von ‚Kompetenzen‘ wie Teamfähigkeit, Kommunikationsbereitschaft, Innovationsfreude und digitale Fitness.“ Die, wie Liessmann formuliert, grassierende Kompetenzorientierungskompetenz geht für den Philosophen am Wesenskern der Bildung vorbei: „Bildung ist untrennbar mit der Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit verbunden, mit dem Wissen des Nichtwissens.“ Der Philosoph, Professor für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Universität Wien, bricht eine Lanze für die klassische Bildung, im Besonderen für die Literatur, wenn er schreibt: „Literarische Bildung lebt von der Fiktion, dass es Bücher gibt, deren Lektüre uns verändern kann, und dass dies nicht nur an uns, unserer Disposition und Situation liegt, sondern auch genau an diesen Büchern.“ Die Digitalisierung ist dieser Fiktion abträglich, denn: „Die aktuell forciert betriebene Digitalisierung von Schulen und Universitäten, die sich alles Heil von Geräten und nicht von Ideen erwartet, verhindert in großem Maßstab die Entwicklung jedes Interesses für die Literatur.“ Bernhard Fügenschuh, Vizerektor für Lehre und Studierende an der Universität Innsbruck, illustriert das Spannungsverhältnis zwischen Bildung und Kompetenzerwerb so: „Das ist ein großer Spannungsbogen. Je stärker verschult ein System ist,

desto mehr stellt es auf Kompetenzen ab. In der Universität geht es primär darum, die Bildung wachzuhalten. Die Frage des Wissens ist heute einer unheimlichen Dynamik ausgesetzt. Wer etwas nicht weiß, schaut in der Wikipedia nach und hat plötzlich – unter Anführungszeichen – Wissen erworben. Man kann Antworten auf eine Frage finden, ohne deren Bedeutung zu kennen. In dem Moment, in dem Wissen operativ wird, ist aber der Bildungskontext gefragt. Wissen per se, ohne Kontext, ist relativ wenig.“

SCHULE KOMMT VON MUSSE

Konrad Paul Liessmann hat entdeckt, dass es uns in der heutigen Zeit an all dem mangelt, was man früher Muße genannt hat. Bei den alten Griechen hieß die Muße scholé. Auf dieses Wort geht unsere Schule zurück. Das war früher jener Ort, an dem man sich aufzuhalten pflegte, wenn man nicht arbeiten musste. Die Arbeit war definiert als die Abwesenheit von Muße, die ascholia. Man sollte nicht den Fehler machen, Muße mit Nichtstun gleichzusetzen. Nein, au contraire. Schule war die Zeit, über die man frei verfügen konnte und die man den Dingen zu widmen pflegte, die inhärent wertvoll waren. Dinge wie Schönheit, Erkenntnis, Freundschaft und Erotik. Vor allem von Letzterer hat sich die heutige Schule doch recht weit entfernt, denn – seien wir ehrlich – kaum jemand ist heutzutage noch richtig scharf auf Bildung. Liessmann weist dementsprechend völlig richtig darauf hin, dass es erst die Moderne war, welche die

Arbeit zur Tugend erhob und den Müßiggang, die Muße, zum Anfang aller Laster. Es war kein Geringerer als Friedrich Nietzsche, dem das erstmalig aufgefallen war: „Man schämt sich jetzt schon der Ruhe; das lange Nachsinnen macht beinahe Gewissensbisse. Man denkt mit der Uhr in der Hand, (...) man lebt, wie Einer, der fortwährend Etwas ‚versäumen‘ könnte. (...) Der Hang zur Freude nennt sich bereits ‚Bedürfnis der Erholung‘“. Und Liessmann überführt die keineswegs antiquierte Nietzsche-Kritik in die Sprache der Gegenwart: „Die Konzentration auf die Kompetenzen einerseits und das Postulat, dass alles Wissen unmittelbar anwendungsfähig und nützlich sein soll, zerstört jeden Gedanken an Phasen der Muße im Bildungsprozess.“ Die Frage, ob Muße in der Jetztzeit noch als wertvolle Eigenschaft betrachtet wird, ist damit – tadaa! – müßig.

EINMAL IN BOLOGNA AMORE GEMACHT!

Was hat das alles mit Bologna zu tun, der Stadt, von der die Wiener Rockband Wanda singend behaupten, Tante Ceccarelli habe in ihr Amore gehabt? Der sogenannte Bologna-Prozess ist eine europäische Studienreform, deren Ziel die Vereinheitlichung von Studiengängen und -abschlüssen und die Erhöhung der internationalen Mobilität der Studenten war. Mit Bologna sollte ein einheitlicher Europäischer Hochschulraum geschaffen werden. Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit.


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Bologna stand gerade zu Anfang schwer in der Kritik, nicht nur medial, sondern auch im Hochschulsektor, besonders vonseiten der Universitäten. Bernhard Fügenschuh räumt ein, dass man bei der Einführung des Bologna-Systems wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen sei, was die Verschulung der Studien betrifft. Zur Ehrenrettung des vielkritisierten Hochschulraums führt er ins Feld: „Sieht man sich das Bologna-System im Detail an, wird man feststellen, dass stärkere Verschulung gar nie das Ziel war. Bei Bologna wurden Rahmenbedingungen vorgegeben, aus denen man selbst etwas machen konnte. Es war aber vielfach und fast flächendeckend so, dass man in ein verschulteres System hineingegangen ist. Das ist jedoch in keiner Weise dem Bologna-System selbst geschuldet.“ So manches Argument – darunter freilich auch der eine oder andere Truismus * – aus dem Repertoire der Bologna-Kritik hat sich verstetigt, gehört mittlerweile (fast) unhinterfragt zum Common Sense. Beispiel gefällig? Mit den Bachelor-Studiengängen schaffe man eine verschulte Ausbildung ohne akademische Tiefe, die weder für einen Beruf und erst recht nicht für die Wissenschaft angemessen qualifiziere. Durch die behauptete Orientierung an der Beschäftigungsfähigkeit bzw. Employability leide die

WIEDERBELEBTES WORT DER AUSGABE Jedes Jahr streicht der Duden Worte aus seiner Printausgabe. Wir machen es uns dieses Jahr zur Aufgabe, einige von ihnen wiederzubeleben. Truismus: eine Binsenwahrheit bzw. ein Gemeinplatz. *

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18 Wissenschaftsorientierung des Studiums. Ergo sei das Humboldt’sche Ideal der Bildung durch Wissenschaft und der Einheit von Forschung und Lehre in Gefahr, wurde gewarnt. Das ist im Kern nicht ganz falsch, aber womöglich übertrieben. „Man wollte mit Bologna eine gewisse Struktur hineinbringen und hat mit den ECTS-Punkten eine neue ‚Währung‘ eingeführt. Unsere Bachelorangebote umfassen beispielsweise 180 ECTS-Punkte. Was an tatsächlichem Stundenaufwand dahintersteckt, ist völlig unterschiedlich. Aus der Bologna-Logik kommt auch das Denken in Modulen. Nach selbiger gibt es Kontingente an Lehrveranstaltungen, die zusammen ein größeres Ganzes abbilden. Man kann Bologna ganz anders leben, nicht verschult, sondern offen und dynamisch“, sagt Fügenschuh. Dementsprechend hat an der Universität Innsbruck schon vor einiger Zeit ein Umdenken stattgefunden. Man will die Spielräume, die auch Bologna bietet, besser nutzen, erläutert der Vizerektor: „Anfangs wurde das, einer gewissen Pragmatik geschuldet, vielleicht auch etwas überschießend gehandhabt. Wir sind aber gerade sehr erfolgreich dabei, das System zu öffnen und wieder Flexibilität hineinzubringen. Dadurch entsteht die Möglichkeit, sich aus der gesamten Fächerbreite einer Volluniversität Elemente ins eigene Studium hineinzunehmen.

Bildung ist nicht gleich Kompetenzerwerb, sie geht weit darüber hinaus und ist der Kitt einer kultivierten Gesellschaft, die sich ihrer selbst bewusst ist. Wir sind derzeit dabei, das breit auszurollen und bei den Bachelorstudien von den insgesamt 180 ECTS-Punkten 30 völlig zu öffnen. Das ist ein ganzes Semester.“ Die Flexibilität ist zurück, ohne dabei die Vorteile des gemeinsamen Bildungsraums preiszugeben. Das klingt nach einem Rezept, um Bologna – fast so wie bei Tante Ceccarelli – doch noch zum erotischen Erlebnis werden zu lassen, das so richtig Bock auf Bildung macht.

MEHR MUT ZUM GEBILDETSEIN

Liessmann hat wohl auch als Berufsdenker mit dem Bachelor und dem diesen vorausgegangenen Trend zur Kompetenzorientierung keine große Freude, wie er recht deutlich und wunderbar polemisch zum Ausdruck bringt: „So führt die Kompetenzorientierung zu einer wundersamen Vermehrung der Fähigkeiten junger Menschen, die Absolventen einer Grundschule beherrschen dann schon einmal über fünftausend Kompetenzen, dagegen war die Verwandlung von Wasser in

Wein bei der Hochzeit zu Kana ja gerade einmal eine Fingerübung. (...) Das Zentralabitur (Zentralmatura, Anm. d. Red.) verwandelt durchschnittliche Schüler in Hochbegabte, die Inklusion verwandelt Behinderte in anders Begabte, die Individualisierung verwandelt durchschnittliche, am Unterricht eher desinteressierte Medienkonsumenten in neugierige Jungforscher, und die Bologna-Reform schließlich macht Studienabbrecher zu Bachelors.“ Das sitzt. Liessmanns Buch ist überhaupt als scharfsinniges Plädoyer für mehr Mut zum Gebildetsein geschrieben. Der darin zum Ausdruck kommende Gestus des grantelnden Kulturpessimisten steht dem gebürtigen Villacher gut. In Österreich sind tatsächlich seit geraumer Zeit Akademisierungstendenzen zu beobachten. Das ist nicht per se negativ, sondern differenziert zu betrachten. Das besorgt Universitätsprofessor Bernhard Fügenschuh: „Man hat innerhalb der EU festgestellt, dass Europa mit seinen Bildungssystemen gerade


Wo sind wir daheim?


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im Vergleich mit den USA hintennach hinkt. Dort gibt es viel mehr formell akademisierte Berufe und Ausbildungsstränge. Man hat versucht, nachzuziehen. Viele Ausbildungen wurden auf akademische Abschlüsse umgestellt. Die Form ist bessergestellt, der Inhalt aber nicht automatisch. Da gibt es eine große Denkbaustelle, die gesellschaftliche Auswirkungen hat. Wenn ich formeller Natur breit akademisiere, entsteht die Wahrnehmung, dass man sich möglichst weit weiterbilden müsse, um überhaupt Chancen zu haben. Das ist nicht die Realität. Es wird letztlich immer darum gehen müssen, welche Qualität hinter der Ausbildung steckt, und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen akademischen Abschluss oder einen Lehrabschluss handelt. Die Qualität zählt.“ Ihm fiel mit Blick auf die Statistiken der Universität auf, dass effizienter studiert wird, je klarer eine Berufsperspektive nach dem Studium sichtbar wird. „Immer dort, wo man ein konkretes Berufsbild vor Augen hat, wird dieses fokussierter angesteuert. Dort, wo das gewissermaßen hängig ist, beginnt eine andere Logik zu greifen. Vielfach tritt man schon während des Studiums ins Erwerbsleben ein und der Abschluss wird nicht mehr als zwingend notwendig empfunden.“ Liessmann steht, was die Akademisierung anbelangt, stärker auf der Bremse: „Formale Bildungsabschlüsse, die ursprünglich Chancen für diejenigen eröffnen sollten, die mit diesen Abschlüssen auf eine bedeutende Leistung verweisen konnten, verlieren diese Funktion dann, wenn alle oder sehr viele diese Abschlüsse erhalten und Zweifel an den damit bescheinigten Leistungen und Qualifi-

„Die aktuell forciert betriebene Digitalisierung von Schulen und Universitäten, die sich alles Heil von Geräten und nicht von Ideen erwartet, verhindert in großem Maßstab die Entwicklung jedes Interesses für die Literatur.“ PHILOSOPH KONRAD PAUL LIESSMANN

kationen laut werden.“ Fügenschuh wünscht sich in gewissen Bereichen dagegen explizit eine Akademisierung und überdies eine Gesamtschule, wie er erläutert: „Ich bin der Meinung, man sollte die Elementarpädagogik, sprich den Kindergarten, akademisieren. Dort passiert wichtige und gute Arbeit, die Leute werden gesellschaftlich aber weit unter Wert wahrgenommen. Dasselbe gilt für die Volksschulpädagogik. Im Sekundarbereich wäre meine kleine Utopie, bis zum 14. Lebensjahr ein durchgängiges Schulsystem zu haben, wie es in vielen Ländern bereits Realität ist. Diese frühe Ausdifferenzierung und Bildung von Pseudoeliten und die damit verbundene Erwartungshaltung ist für das 21. Jahrhundert nicht mehr konform.“

ÜBERFORDERTE BILDUNGS DROGEN - DEALER

Was Karl Marx von der Religion behauptet hat, sagt Konrad Paul Liessmann über die Bildung. Sie sei das neue Opium des Volkes, gleichsam säkularisierte Religion. „Wer heute von Bildung spricht, glaubt an Wunder. Es gibt nichts, was man den Schulen nicht zutraut“, stellt Liessmann fest und zählt all

die unzähligen widersprüchlichen Dinge auf, die Schulen leisten sollen. Dass man an unrealistischen Ansprüchen zwangsläufig scheitert, liegt auf der Hand. Die Lehrer sind es, die das Bildungswunder realisieren sollen. Sie unterliegen, kritisiert Liessmann, einem zu starken Fokus auf die Praxis. Ein selten gehörtes Argument, das allerdings durchaus Substanz zu haben scheint: „Dass etwa im Zuge der Reform der Lehrerausbildung die Studenten schon von allem Anfang an in Praxiserfahrungen gehetzt werden, ihnen die Muße genommen wird, sich überhaupt erst mit einer Disziplin, einer Sache, einem wissenschaftlichen Konzept anzufreunden und zu beschäftigen, wird keine besseren, sondern schlechtere Lehrer hervorbringen. Diese werden in ihrem Unterricht hektisch Lern- und Gruppenprozesse organisieren, aber weder für sich noch für ihre Schüler zu jener Muße finden, der die Institution, an der sie tätig sind, einmal ihren Namen verdankte.“ Selten war eine Aufforderung zum Müßiggang besser begründet. Der Philosoph liefert, ganz ketzerisch, noch ein Bildungsglaubensbekenntnis mit, das die Absurdität des Ganzen greifbar werden lässt: „Ich glaube daran, dass jedes Kind gleich, aber einzigartig ist, voll von Begabungen und Talenten, die entdeckt und gefördert werden können; ich glaube daran, dass jedes Kind kreativ und innovativ ist und nur durch ein schlechtes Schulsystem daran gehindert wird, selbst alles zu entdecken, was es zu entdecken gibt; ich glaube, dass jedes Kind am besten selbst weiß, was und wie es lernen will; ich glaube an die Segnungen der Digitalisierung, die es jedem erlaubt, jederzeit alles zu lernen und alles zu wissen; ich glaube deshalb, dass die Belastung des jugendlichen Gedächtnisses mit Wissen unnötig, ästhetische Kanons ein Übel, Inhalte verwerflich und Frontalunterricht des Teufels ist; ich glaube an den Lehrer als Coach, als Begleiter, als Berater, der sozial kompetent im Hintergrund autonomer Lernprozesse lauert und dem nur eines verboten ist: zu lehren. Ich glaube an Teams, an Projekte, an


Mitten im Betrieb.

re e s n u Für chaft! Wirts Unsere Tiroler Wirtschaft arbeitet nicht im luftleeren Raum. Sondern im realen Leben. Mit starken Leistungen. Und echten Werten. Dort bin ich daheim. Und dafür setze ich mich ein.

Euer Christoph Walser Präsident der Wirtschaftskammer Tirol


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„Die Frage des Wissens ist heute einer unheimlichen Dynamik ausgesetzt. Wer etwas nicht weiß, schaut in der Wikipedia nach und hat plötzlich – unter Anführungszeichen – Wissen erworben. Man kann Antworten auf eine Frage finden, ohne deren Bedeutung zu kennen.“ BERNHARD FÜGENSCHUH

Kommunikation. Ich glaube an die Heilige Dreifaltigkeit von Kompetenzorientierung, Individualisierung und Standardisierung. Ich glaube an die inklusive Schule und an die inklusive Gesellschaft; ich glaube an die Matura, das Abitur für alle.“ Dieses spöttelnde Bekenntnis enthält so ziemlich alle Buzzwords, die unsere Bildungsdiskurse bestimmen. Es mag reaktionär sein, aufschlussreich ist es allemal.

DIE REDAKTIONELLE GESELLSCHAFT ALS NIRGENDLAND * DER BILDUNG

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Immer wieder werden Bildungsutopien formuliert. Manche sind es wert, erwähnt zu werden: Im Training der Diskursformen sieht Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen eine wesentliche Aufgabe eines zukünftigen Bildungssystems. Eine Bildungsaufgabe, die auf Abkühlung, Mäßigung, Austausch und den zwanglosen Zwang des besseren Arguments setze. Pörksen schwebt als konkrete Bildungsutopie die Idee der redaktionellen Gesellschaft vor. Das, weil wir heute eine unfassbare Ausweitung der publizistischen Verantwortungszone erleben würden, argumentiert Pörksen. Jeder kann heute mit einfachen Mitteln die Gestalt des Öffentlichen mitprägen und das kommunikative Weltklima beeinflussen. Redaktionelle Gesellschaft nennt der Wissenschaftler seine Utopie deshalb, weil es mit dem guten Journalismus ein publizistisches Wertegerüst und Handwerk gebe, das zum Bestandteil der Allgemeinbildung werden möge. „In den Prinzipien des guten Journalismus – arbeite wahrheitsorientiert, prüfe erst, publiziere später, sei skeptisch, versuche der Verführung durch Ideologien zu entgehen, benutze mehrere Quellen, unterscheide klar zwischen Werbung und Berichterstattung, skandalisiere nur, was tatsächlich relevant ist –, in solchen Maximen verbergen sich die Kommunikationsregeln, die aus meiner Sicht heute für die Allgemeinheit gelten sollten. Vielleicht noch eine ganz wichtige: Höre auch die andere Seite“, sagte Pörksen der NZZ.

IST DAS BILDUNGSSYSTEM UP -TO - DATE? Das ist eigentlich die falsche Frage. Und im Gegensatz zur gängigen Meinung ist es bei genauer Betrachtung eigentlich von begrenzter Relevanz, was die Skandinavier in ihren Schulen gerade machen. Man muss nicht jeder Bildungs-„Innovation“ hinterherhecheln, und manchmal ist die behutsame Modifikation von Bewährtem nicht der schlechteste Weg, so wie Neues nicht automatisch gut ist, nur weil es eben neu ist. Und so mag es nicht verwundern, dass Liessmann wieder mit Nietzsche spricht, wenn er argumentiert, warum wir im Bildungswesen so erpicht auf Kompetenzen und Effizienzsteigerung sind: „Jede Bildung ist hier verhasst, die einsam macht, die über Geld und Erwerb hinaus Ziele steckt, die viel Zeit verbraucht (...).“ Dem Menschen wird nur so viel Kultur gestattet, als im Interesse des Erwerbs ist, aber so viel wird auch von ihm gefordert.

WIEDERBELEBTES WORT DER AUSGABE * Nirgendland: Eine deutsche Entsprechung für den Begriff der Utopie, die etwas kennzeichnet, was (bislang) nur in der Vorstellung von Menschen existiert.

Bildung ist nicht gleich Kompetenzerwerb, sie geht weit darüber hinaus und ist der Kitt einer kultivierten Gesellschaft, die sich ihrer selbst bewusst ist. Bildung lässt sich mit formellen Abschlüssen allein nicht abbilden, sie ist mehr als der Bachelor, der Master oder der Ph. D. Im schlechtesten Fall können auch die (formal) Bestausgebildedeten ignorant und ungebildet sein. Selbst die Digitalisierung allein wird auch nicht das Allheilmittel sein und die hochgesteckten Erwartungen vermutlich enttäuschen. „Nach Phasen einer technophilen Euphorie folgt im Bildungsbereich regelmäßig der Katzenjammer“, weiß Liessmann. Aus einer weltweiten Metastudie ging nämlich hervor, dass – Überraschung – für Lernprozesse nach wie vor das persönliche Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler das Entscheidende ist. Das galt zu sokratischen Zeiten auch schon. „Ersetzt wurde nur der Papyrus durch das Tablet. Alles andere bleibt, pointiert formuliert, gleich“, so der Philosoph, der davor warnt, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Bildung ist in vielerlei Hinsicht l’art pour l’art, kultureller und persönlicher Selbstzweck. Man sollte sie, sofern sie sich am Menschen, seiner Individualität, Kultur und Humanität orientiert, von Fragen des Nutzens und der Verwertbarkeit freihalten. Und sich von der naiven Vorstellung verabschieden, Bildung wäre der Stein der Weisen, der Schlüssel zur Lösung aller Probleme der Menschheit. Eines liegt auf der Hand: Ohne Bildung ist alles doof.


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DIE VERMESSUNG DER BILDUNGSLANDSCHAFT Andreas Altmann hat mit dem Management Center Innsbruck eine Fachhochschule auf den Weg gebracht. Als Rektor ist er intimer Kenner der Hochschullandschaft und erwartet dynamische Veränderungen und neue Konkurrenz durch Verlage und Technologiegiganten. Den Diskurs über kontroversielle Themen will er nicht dem Boulevard oder der Straße überlassen. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

Sie haben den Wandel der Universitätslandschaft mit dem MCI genau mitverfolgt, -vollzogen und -gestaltet. Würden Sie diesen anhand Ihrer persönlichen Erfahrungen kurz nachzeichnen? ANDREAS ALTMANN: Die akademische Landschaft in Österreich und Tirol hat sich dramatisch gewandelt. Gab es früher klassische Universitäten ausschließlich in Wien, Graz und Innsbruck sowie Spezialunis wie die Montanuni Leoben oder das Mozarteum Salzburg, kamen ab den 1960er-Jahren Universitäten in Salzburg, Linz, Klagenfurt sowie die Donau-Uni in Krems dazu. Mit der Schaffung des Fachhochschulsektors im Jahr 1994 mit mittlerweile 55.000 Studierenden und 120.000 Absolventen wurde dann endgültig der Turbo gezündet. Das MCI ist in gewisser Weise etwas ganz Besonderes: Gegründet von einer Universität ursprünglich für universitäre Weiterbildung, in weiterer Folge auch Anbieter von FH-Studiengängen und mittlerweile abgerundet um ein breites Portfolio in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Unternehmensgründung und Beteiligungen sowie Start-ups. So etwas sehe ich sonst nirgends.

ECO.NOVA:

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Wie viel Platz hat kritisches Denken heutzutage im Hochschulsektor? Kritisches Denken hat heute ebenso viel oder sogar mehr Platz als früher. Die knappe Zeit für Recherche, Reflexion etc. und ein gewisser Hang zu Oberflächlichkeit werden kompensiert durch die Omnipräsenz der verfügbaren Information. Bewusstsein schaffen muss man aber dafür, dass Information nicht gleich Wissen und Wis-

„Bewusstsein schaffen muss man aber dafür, dass Information nicht gleich Wissen und Wissen nicht gleich Bildung oder gar Weisheit ist. Aber das war auch früher so.“ ANDREAS ALTMANN

sen nicht gleich Bildung oder gar Weisheit ist. Aber das war auch früher so.

Sehen Sie in der Omnipräsenz der Information nicht die Gefahr einer Überforderung? Ein gewisser Hang zur Oberflächlichkeit ist nicht zu leugnen und auch nicht zu unterschätzen. Andererseits halte ich die unglaubliche Fülle verfügbarer Informationen für eine unschätzbare Möglichkeit für all jene, die den Anspruch haben, die Verhältnisse kritisch zu hinterfragen.

Haben sich dadurch die Anforderungen an den Hochschulbereich verändert, neben der Vermittlung lexikalischen Wissens auch Werkzeuge an die Hand zu geben, um dieses Wissen nützen zu können? Absolut! In unserer inhaltlichen Ausrichtung am MCI geht es sehr stark um den Umgang mit Wissen und um dessen Selektion, Verarbeitung und Beurteilung. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es

fundiertes Wissen unverändert braucht. Ich habe Vorbehalte gegen all jene, die nur mehr auf die Werkzeuge konzentriert sind. Wer kein solides Wissensfundament hat, wird sich schwertun, Informationen in einen sinnvollen Kontext zu stellen.

Man sagt dem Schulsystem häufig nach, hinterherzuhinken. Sehen Sie das auch so? Sieht man von berufsbildenden Schulen ab, wird Unterricht derzeit faktisch nur von Lehrerinnen und Lehrern geleistet. Ich glaube, dass sich die Schulen damit unnötig stark verschließen und Potenziale liegen lassen. Heute dürfen die jungen Leute zwar mit 16 Jahren wählen, sie werden in den Schulen aber bis zum 18. oder 19. Lebensjahr zu sehr von der Außenwelt isoliert. Es findet zu wenig Interaktion statt, anstatt Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur einzubinden und die jungen Menschen aktiv an die Welten heranzuführen, in denen sie sich später bewegen werden. Auch die Schulautonomie könnte noch viel stärker ausgebaut werden. In welche Richtung wird sich der Hochschulbereich entwickeln? Im klassischen Hochschulbereich habe ich manchmal den Eindruck, dass sich Einrichtungen zu sehr selbst genügen und zu wenig darauf achten, Nutzen für ihre Zielgruppen, Stakeholder und die Gesellschaft zu stiften. Wie zufrieden sind die Studierenden? Wie entwickeln sich die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt und im weiteren Leben? Wie zufrieden sind die Arbeitgeber? Wie die Forschungspartner der Hochschulen? Hier gibt es Luft nach oben. Ähnliches


© MARIAN KRÖLL

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„Sieht man von berufsbildenden Schulen ab, wird Unterricht derzeit faktisch nur von Lehrerinnen und Lehrern geleistet. Ich glaube, dass sich die Schulen damit unnötig stark verschließen und Potenziale liegen lassen.“ ANDREAS ALTMANN

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gilt für den Bereich Innovation. Denken wir nur an den Onlinebereich, der über die Hochschulen hereinbricht, an den Einsatz neuer Technologien, veränderte Kundenerwartungen und den zunehmend internationalen Wettbewerb.

Ist gerade im Onlinebereich mittlerweile nicht die Didaktik die größere Herausforderung als die Technik? So ist es. Wir haben am MCI mittlerweile acht Studiengänge im Angebot, die stark onlinegestützt sind. Die Wissensvermittlung funktioniert online teils sogar besser, weil sie sich – vorausgesetzt, man arbeitet mit hochwertigen digitalen Materialien – besser unterstützen, steuern und „monitoren“ lässt. Ein Studium besteht aber auch aus Dialog, Auseinandersetzung, Kommunikation, dem Aufbau von Netzwerken, aus interaktiver Teamarbeit und vielem mehr, wofür wir intensive Präsenzphasen vorsehen. Was tut sich wettbewerbsmäßig im Hochschulbereich? Es treten völlig neue Hochschulmodelle auf. Damit meine ich nicht die klassischen Online-Universitä-

ten, sondern beispielsweise Verlage, die zum Beispiel mit professionellen Lehrmaterialien bereits umfassendes Know-how besitzen und nun beginnen, Hochschulen zu gründen, zu erwerben, sich zu beteiligen oder strategische Partnerschaften einzugehen. So entstehen hybride Geschäftsmodelle mit spannenden Ergebnissen. Auf der Technologieebene passiert Ähnliches: Google, Apple, Amazon oder Microsoft besitzen gleichermaßen Technologie wie Content. Der Fortschritt ist atemberaubend, spannend und bietet Chancen ebenso wie Herausforderungen. Wie sehen Sie diese Entwicklungen als Rektor einer Hochschule? Sie sind schlicht Realität, ob man sie sich wünscht oder nicht. Am MCI versuchen wir das Beste daraus zu machen und die sich neu ergebenden Möglichkeiten aktiv zu nützen. Es ist erstaunlich, was auch mit beschränkten Mitteln möglich ist, sofern man innovativ, agil und international vernetzt ist. Der Markt für akademische Angebote ist in dramatischer Veränderung begriffen. Damit gehen Chancen einher und nicht nur Bedrohungen.

Es wurde viel über Bologna geredet. Wie bewerten Sie dessen Umsetzung und Folgen? Die europäische Studienarchitektur nach Bologna – bestehend aus Bachelor-, Master- und Doktoratsstudium – ist in Europa nicht vom Himmel gefallen. Man hat einsehen müssen, dass man letztlich gar nicht anders kann, als sich an das übermächtige angelsächsische Modell anzupassen, um im globalen Wettbewerb nicht außen vor zu bleiben. Weiters wollte man die in Europa oft überlangen Studienzeiten auf ein vernünftiges Maß zurückführen, höhere Vielfalt, Flexibilität und Durchlässigkeit erzielen. Dies ist im Wesentlichen gelungen. In den amerikanischen Universitäten gibt es bis in die elitären Ivy-LeagueUniversitäten hinauf Safe-Spaces und Trigger-Warnings, es ist von Microaggressions die Rede. Nehmen Sie derartige Entwicklungen, dass man es mit äußerst zart besaiteten jungen Menschen zu tun bekommt, in zunehmendem Maße auch hierzulande wahr? In der Form, dass man über manche Dinge gar nicht mehr reden kann, weil sich jemand ange-


1. J U L I B I S 3 1. AU G U S T TÄGLICH BIS 22:00 UHR KRI STA L LW E LTE N . CO M / SO M M E R

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„Seien wir doch froh, wenn es Arenen gibt, in welchen pointiert argumentiert und kontroversiell diskutiert werden kann. Der Diskurs ist zu führen und darf nicht dem Boulevard oder der Straße überlassen werden. Der Hang zur illiberalen Gesellschaft macht mir Sorgen.“ ANDREAS ALTMANN

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griffen, verletzt, ja möglicherweise sogar traumatisiert fühlt? Ja, so etwas gibt es in Ansätzen auch hierzulande. Wir haben am MCI aber das Privileg, uns die Studierenden aussuchen zu dürfen. Deswegen haben wir noch keine Garantie, es nicht auch mit schwierigen Persönlichkeiten zu tun zu bekommen, aber es hilft sehr, dass so etwas nicht überhandnimmt. Grundsätzlich gibt es aber auch in Europa derartige Trends, das steht zweifelsfrei fest. Für eine einigermaßen liberale Gesellschaft ist das eigentlich ein Armutszeugnis. Es gibt Dinge, die man bei uns nicht sagen darf, weil sie strafbewehrt sind, und das ist gut so. Aber darüber hinaus sollte man eigentlich über alles reden können. So ist es, nehmen wir folgendes Beispiel: Eine Vorlesung wird heimlich aufgezeichnet, und man wartet aus politischen, ideologischen, aber auch religiösen Motiven auf Keywords, nebensächliche Anmerkungen, einen Schlüsselsatz oder Ähnliches und reißt das Ganze aus dem Kontext, nur um jemanden zu diskreditieren. Mit dem Vorwurf von Mobbing, Diskriminierung, Sexism, Racism, Ageism, mangelnder Political Correctness etc. kann man schnell punkten und Menschen ruinieren. Aus meiner Sicht ist das eine bedenkliche Entwicklung. Hier müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht von Interessengruppen vor den Karren spannen lassen und die Freiheit der Meinungsäußerung verlieren. Seien wir doch froh, wenn es Arenen gibt, in welchen pointiert argumentiert und kontroversiell diskutiert werden kann. Ob das nun das Thema Darwinismus vs. Kreationismus ist oder Migration und Integration und dergleichen. Der Diskurs ist zu führen und darf nicht dem Boulevard oder der Straße

überlassen werden. Der Hang zur illiberalen Gesellschaft macht mir Sorgen.

Was soll – abseits der in den jeweiligen Curricula vermittelten Inhalte – ein Absolvent des MCI in jedem Fall gelernt haben, wenn er das Haus verlässt? Ein MCI-Studium zeichnet sich insbesondere aus durch anspruchsvolle Aufnahmeverfahren, hochdichte Inhalte mit Anwesenheitspflicht, Praxisnähe, Internationalität, kontinuierliche Innovation und enge Vernetzung mit der Wirtschaft. Vor allem aber geht es uns darum, die „richtigen“ Personen zu identifizieren, zu erreichen, auszuwählen und zu fördern: Persönlichkeiten mit dem „unternehmerischen Gen“ und dem Willen zum Gestalten. Das sind Menschen, die etwas schaffen, leisten und erreichen wollen, Menschen, die bereit sind, für sich und ihre Umwelt einzutreten und aktiv Verantwortung zu übernehmen.

Sie sind mit dem MCI als „Unternehmerische Hochschule“ nahe dran am Puls der Wirtschaft. Was verlangt die Wirtschaft heute von Akademikern? Derzeit gibt es konjunkturell bedingt einen ausgesprochen robusten Arbeitsmarkt mit hoher Nachfrage nach so gut wie allen Qualifikationen. Neben den jeweiligen inhaltlichen Kompetenzen hat die besten Karten, wer etwas wagt, neue Wege beschreitet, bereit ist, etwas zu entscheiden und fundierte Kritik zu üben. Solche

Persönlichkeiten sind leider rar: Es gibt zu viele Menschen, die keine Verantwortung übernehmen wollen, unter anderem aus Angst, Fehler zu machen. Mir aber sind Menschen suspekt, die nie einen Fehler machen. Nur nichts falsch zu machen heißt noch nicht, die Dinge richtig zu machen. Sollte Hochschulbildung über den reinen Erwerb von Kompetenzen hinausreichen? Bei allem Respekt vor dem Trend zur Kompetenzorientierung: Ohne fundiertes Wissen wird es nicht gehen, wenn man etwas qualitätsvoll beurteilen, entscheiden oder umsetzen möchte. Bildung, Reflexion, Werte, Haltung und Verantwortung sind Schlüssel und Kleister einer Gesellschaft. Gerade diese Aspekte können nicht stark genug gefordert und gefördert werden und genießen am MCI hohes Gewicht. Wir scheuen uns auch nicht davor, Themen anzugreifen, an die man sich an anderen Hochschulen aus lauter Sorge, ja nichts falsch zu machen, kaum mehr herantraut.

Nehmen Sie ein gewisses Anspruchsdenken unter den Studierenden wahr, was den Erwerb eines akademischen Grades betrifft? Wir spüren so etwas nur sehr eingeschränkt. Sollte es einen gesellschaftlichen Trend in diese Richtung geben, sorgen unsere Positionierung und unser Aufnahmeverfahren dafür, dass so etwas nicht überhandnimmt.


Wohnen am Waldrand

Übergabe Jenbach – Wohnanlage Burgeck: Neue Heimat für 19 Familien

Die NEUE HEIMAT TIROL dankt dem Land Tirol für die Bereitstellung der Wohnbau­ förderungsmittel, der Marktgemeinde Jenbach

für die jahrelange ausgesprochen gute Zusammenarbeit sowie den Planern und ausführenden Firmen für die hervorragende Arbeit und termingerechte Fertigstellung. Mit der feierlichen Wohnungsübergabe wünschen wir den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern viel Freude und Zufriedenheit in ihrer „Neuen Heimat“.

Es sind noch Eigentumswohnungen in dieser Wohnanlage verfügbar. Bei Interesse kontaktieren Sie bitte die NEUE HEIMAT TIROL, Ing. Dr. Raimund Noichl, Tel.: 0512/3330­550 bzw. per E­Mail: noichl@nht.co.at

Bauausführende Firmen: Planverfassung: DIN A4 Architektur ZT GmbH, Innsbruck • Baumeister: Ing. Hans Bodner BauGmbH & Co KG, Kufstein • Abbruch: Hollaus­Bau GmbH, Uderns • Aufzugsanlagen: Schindler GmbH, Wien • Baureinigung: Andreas Markl e.U., Innsbruck • Bauspenglerarbeiten: Hans Brandner, Kufstein • Bodenbelags­ arbeiten: Schatz Objekt GmbH, Wolfsberg • Elektro: Andreas Singer, Zellberg • Estricharbeiten: Dengg & Tasser GmbH, Mayrhofen • Fenster: Martin Kerber KG, Reutte • Fliesenlegerarbeiten: Troyer GmbH, Innsbruck • Heizung: Rettenwander GmbH & Co KG, Kirchberg in Tirol • Lüftung: Ing. G. Trenkwalder GmbH, Jenbach • Malerarbeiten: Allianz Malerei und Bau KG, Innsbruck • Metallbauarbeiten: Nocker Metallbau GmbH, Navis • Sanitäre: Rettenwander GmbH & Co KG, Kirchberg in Tirol • Terrazzo: HTB Baugesellschaft m.b.H., Arzl im Pitztal • Trockenbauarbeiten: Ing. Franz Thurner Baumeister GmbH & Co KG, Oetz • Türen: Eller Türen + Möbel GmbH, Matrei am Brenner • Zimmererarbeiten: Holzbau Wurm GmbH, Stumm Die NEUE HEIMAT TIROL schafft derzeit in weiteren 20 Tiroler Gemeinden leistbaren Wohnraum: Axams, Baumkirchen, Brixlegg, Götzens, Haiming, Innsbruck, Kitzbühel, Kundl, Landeck, Niederndorf, Obsteig, Polling, Schwaz, St. Johann in Tirol, Stams, Umhausen, Unterperfuss, Volders, Wildschönau und Wörgl.

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In Jenbach, Hubersiedlung 9a, errichtete die NEUE HEIMAT TIROL eine Wohnanlage mit 19 Eigentumswohnungen samt dazugehöriger Tiefgarage. Der standortbezogene Heizwärme­ bedarf für die Wohnungen beläuft sich laut Energieausweis auf ca. 11 kWh/m²a.


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FUCK YOUR FEELINGS. Es mag ein wenig befremdlich wirken, einen Essay über den Status quo der Universitätslandschaft mit einem englischen Kraftausdruck zu beginnen. Und doch ist es folgerichtig. Seit einigen Jahren zeichnet sich nämlich – hauptsächlich ausgehend von den Universitäten im anglophonen Raum – eine allgemeine Entwicklung ab, die geeignet ist, das Wesen der Universität radikal zu verändern, und zwar nicht zum Positiven.

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och ist nichts verloren. Die Mehrheit der US-amerikanischen Studenten tritt nach wie vor für „Free Speech“ ein, für die freie Meinungsäußerung. Aber immerhin 20 Prozent der dortigen Hochschulstudenten würden illiberalen Tendenzen anhängen, hat etwa der Economist auf Grundlage verschiedener Umfragen herausgefunden. Diese Studenten halten es sogar für akzeptabel, Gewalt anzuwenden, wenn es den Auftritt von kontroversiellen Rednern bzw. Vortragenden zu verhindern gilt. In dieser Größenordnung kann man nicht mehr von einem Narrensaum sprechen, zumal diese Studenten – obwohl in der Minderheit – überaus laut sind.

VON MARIAN KRÖLL

WER NICHT DENKEN WILL, MUSS FÜHLEN

Um in einer Debatte die Oberhand zu gewinnen, reicht es heute meist völlig aus, sich anstelle von guten Argumenten auf das persönliche Erleben, Empfinden, auf das Gefühlige und nicht zuletzt die eigene Identität zu berufen. Gefühle empfindet schließlich jeder psychopathologisch einwandfreie Mensch, sie sind – ganz bequem und mühelos – einfach da. Argumente muss man sich dagegen zurechtlegen. Sie wollen erarbeitet werden, müssen sich entwickeln, reifen. Ist man kein beinharter Dogmatiker, verwirft man sie

wieder, zugunsten anderer, besserer Argumente. Das ist ein mühevoller Prozess, der nach Anstrengung verlangt, sich aber lohnt. Zumal abseits der Sphären des Religiösen mit seinen Dogmen unser aller Zusammenleben bislang diskursiv ausgehandelt werden wollte. Natürlich ist auch das, was wir Denken nennen, nie eine rein rationale Angelegenheit, sondern immer beeinflusst von Emotionen und sprachlichen Bildern. Es wird uns nie gelingen, gänzlich von unseren Vorurteilen – ohne die wir die Welt um uns herum nicht begreifen könnten – zu abstrahieren, so dass am Ende ein sachliches, rein faktisches Denken herauskäme. Dessen sollten wir uns bewusst sein. Aristoteles hat uns jedoch mit dem Logos bzw. der Logik ein recht taugliches Instrument zum Erkenntnisgewinn an die Hand gegeben. Ein logisch kohärentes Argument ist zwar schön, aber Meinungen müssen diesem hehren Anspruch nicht genügen. Sie sind nicht einer größtmöglichen Rationalität verpflichtet und so vielfältig wie die Individuen, die sie äußern. Das ist gut so, aber keineswegs selbstverständlich.

DAS EMPÖRIUM SCHLÄGT ZURÜCK

Aus Hannah Arendts Ideal vom „Denken ohne Geländer“ ist binnen weniger Jahrzehnte ein gefühlsgeleitetes, oft von heilloser Empörung begleitetes Herumschreien im


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„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ Wenn man diese Feststellung voranstellen muss, sollte man es sich überlegen, ob das, was man zu sagen beabsichtigt, besonders klug ist.


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gar nicht so stillen Echokämmerlein geworden, ein stur heiles Geradeausgehen im immer enger werdenden Meinungskorridor, ohne auch nur einmal kurz nach links und rechts zu blicken. Eine durch die sozialen Medien herangewachsene Blasenschwäche, die einem das, was man für Realität hält, nur noch in gefilterter, vorsortierter Form zugänglich macht. Confirmation Bias heißt in diesem Zusammenhang das Schlagwort. Damit beschreibt die Kognitionspsychologie unsere Neigung, Informationen so auszuwählen, dass diese unsere Erwartungen erfüllen. Mit Widersprüchen hat unsere Psyche ein Problem, der Denkfehler ist uns quasi mitgegeben. Dessen sollte man sich einmal bewusst werden, selbst wenn sich der Confirmation Bias nie ganz ausschalten lässt. Man kann aber dazu übergehen, sich bewusst mit anderen, vom eigenen Bias abweichenden Standpunkten zu konfrontieren. Das ist mühsam, aber es lohnt sich, die Echokammer zu verlassen und dorthin zu gehen, wo es weh tut. Nur da, wo es Differenzen gibt, kann man die eigene Meinung, den eigenen Standpunkt einer echten Prüfung unterziehen und gegebenenfalls ändern – oder sich bestärkt fühlen. Verstärkt wird unser natürlicher Confirmation Bias heutzutage durch intransparente Algorithmen, die uns dabei „helfen“, nicht etwa Informationen ausgesetzt zu werden, die unser Weltbild erschüttern könnten. Die Universitäten sollten gerade in Zeiten wie diesen der Ort sein, an dem die Streitkultur gepflegt wird. Ein Leuchtturm des Diskurses. Doch Pustekuchen! Der Philosoph Konrad Paul Liessmann schreibt, dass sich gerade an den Universitäten ein besorgniserregender Ungeist breitmache und dass die Denunziation, die sich als Empörung tarne, mittlerweile in bestimmten Kreisen zum Common Sense geworden sei. Das ist ein Alarmsignal. In den USA ist man Vorreiter, was diesen Ungeist betrifft. Safe Spaces, Microaggressions und Trigger Warnings * lassen die Millennials, die gerade auf den Universitäten ein- und ausgehen, in keinem allzu vorteilhaften Licht erscheinen. Eine Universität ist kein Kindergeburtstag. Wer Angst hat, von unangenehmen Fakten traumatisiert zu werden, möge doch lieber zu Hause bleiben und es sich in seiner Blase fein machen. Gegen diesen Ungeist gilt es zu streiten. Ihm etwas entgegenzusetzen, innerhalb wie außerhalb der Universitäten. Wer diskutieren möchte, muss in Kauf nehmen, die Gefühle anderer zu verletzen. Noch dazu, wenn es eine zunehmend große Menge an Menschen gibt, die sich in so vielerlei Hinsicht als ohnmächtige Opfer der Umstände sehen. Mittlerweile gibt es ganze Heerscharen an Multidiskriminierten, die sich unterdrückt wähnen – vom Patriarchat, vom Kapitalismus, vom Staat, den Behörden, vom Arbeitgeber, der Gesellschaft als Ganzem. Diese Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen, es gibt

nur noch wenige Akteure, die nicht als Diskriminierende in Erscheinung treten können. Selbstverständlich kann man nicht alles sagen. Manches ist sogar strafbewehrt. Das hat sich im Großen und Ganzen bewährt. Denk- oder Sprechverbote dagegen nicht. Religionskritik auch nicht. Es ist sonderbar genug, dass die Herabwürdigung religiöser Lehren in einem säkularen Staat wie Österreich unter Strafe steht und Religiöse mit Samthandschuhen angefasst werden. Aufklärung war und ist nämlich im Wesentlichen Religionskritik. Die Vernunft soll und darf keine Rücksicht nehmen auf religiöse Gefühle, muss keine Glaubenswahrheiten – ganz gleich aus welcher Richtung – tolerieren. Wären die großen Aufklärer so feig gewesen wie weite Teile der heutigen Gesellschaft, wäre es zu einer Aufklärung gar nicht erst gekommen und das Leben würde sich immer noch zentral um die Frage bewegen, wer den Größten (Gott) hat.

TO PC OR NOT TO PC

Geht es um die Bedrohung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, wird häufig die Geisteshaltung der Political Correctness (PC) als Ursache namhaft gemacht. Manche sehen in ihr sogar eine Bewegung, die sich in doktrinärem Fahrwasser befindet und sich anmaßt, darüber zu befinden, was als Meinungsäußerung zulässig und was falsche Meinung ist. Der deutsche Professor Bernd Pörksen hat in seinem Buch „Empörungsdemokratie“ dargelegt, dass es vielen Menschen immer schwerer zu fallen scheint, mit Meinungen umzugehen, die man nicht teilt. Pörksen diagnostiziert hellsichtig einen „Kollaps der Kontexte“, der vor allem durch die sozialen Medien befeuert wird und in dem es gar nicht mehr darum geht, das Gegenüber im Gewitter der Empörung zu hören und zu verstehen. Context matters! Es kommt immer auf den Zusammenhang an. Aus einzelnen, aus dem Kontext gerissenen Soundbites, Tweets oder meinetwegen Facebook-Posts lässt sich schnell etwas zusammenzimmern, das dem Absender der Nachricht schaden kann, und SAFE SPACE zwar sowohl beruflich als auch Schutzräume für Personen, persönlich. Und es ist eben nicht die sich diskriminiert oder jeder in der komfortablen Lage, ausgegrenzt fühlen. Zu US-Präsident zu sein und das Herz finden fast ausschließlich auf Universitätsgeländen auch in den Sphären des Digitalen der westlichen Welt. auf der Zunge tragen zu können. Noch irgendwer Covfeve *? Eben dieser Bernd Pörksen MICROAGGRESSIONS Begriff, der winzige, hat neben den klassischen Geals übergriffig walten und der vierten Gewalt, wahrgenommene Äußerungen den klassischen Medien, eine in der alltäglichen neu dazugekommene fünfte GeKommunikation beschreibt. walt der „vernetzten Vielen“ ausgemacht, die eine Zeitenwende TRIGGER WARNINGS eingeleitet hat, hin von der MeHinweise, dass die diendemokratie alten Typs, die kommunizierten Inhalte durch klares Agenda-Setting und provozierend, beleidigend Gatekeeping durch Journalisten oder verstörend sein können. Studenten gekennzeichnet war, hin zu eikönnen dann vorab selbst ner Empörungsdemokratie, in entscheiden, ob sie sich die sich jeder jederzeit einklinmit Themen konfrontieren ken kann. Die Partizipation mögwollen, die sie eventuell lichst vieler am Diskurs ist an sich traumatisieren könnten.


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Was uns Donald Trump vor zwei Jahren mit seinem Tweet sagen wollte, weiß man nicht genau. Ist vermutlich aber auch egal ...

wünschenswert, doch dafür braucht es gewisse Spielregeln, die im menschlichen Zusammenleben ohnehin selbstverständlich sein sollten, aber auch im Netz gelten sollten. Dazu gehören ein Mindestmaß an Anstand und Respekt vor der Würde des Menschen. Dann könnte am Ende ein Diskurs herauskommen, der diesen Namen verdient, in dem Argumente ausgetauscht werden und nicht unflätige Beschimpfungen. „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ Als Faustregel gilt: Wenn man diese Feststellung voranstellen muss, sollte man es sich überlegen, ob das, was man zu sagen beabsichtigt, besonders klug ist – und wenn nicht, es so weit zu modifizieren, dass es ein wertvoller Beitrag zur Diskussionskultur werden kann. Respekt und Anstand sind imstande, uns miteinander ins Gespräch zu bringen.

WAS VOLTAIRE WOLLTE

hüllungsjournalismus zum Leitmedium der deutschen Presselandschaft geworden war, ist ein Luftgewehr der Fantasie geworden, wie Zeitungsverleger-Präsident und Springer-Vorstandschef Matthias Döpfner süffisant zwar, aber zu Recht, feststellte. Döpfner sieht die vielzitierte Krise des Printjournalismus nicht durch den technologischen Wandel verursacht, sondern hausgemacht, durch Selbstzufriedenheit und Überheblichkeit. Tatsächlich haben die selbsterklärten Volkspädagogen in den Redaktionsstuben zu einem viel zu großen Teil längst aufgehört, zu sagen, was ist. Es wird zu viel belehrt und zu wenig beschrieben. Das „Wie es sein soll“ hat das „Wie es ist“ abgelöst. Das hat wieder damit zu tun, dass es weniger anstrengend ist, normativ herumzuschreiben als die Wirklichkeit möglichst exakt zu beschreiben. Letzteres verlangt nach Analyse, für Ersteres reichen ein bisschen Weltanschauung und ein gerüttelt Maß Sendungsbewusstsein. Gerade daran gebricht es den aufrechten Haltungsjournalisten am wenigsten. Klare Kante zeigen, nennt sich das heutzutage. Es ist schon klar, dass es keine wirklich objektive Beschreibung der Realität geben kann. Dennoch schadet es nicht, wenn man versucht, sich ihr journalistisch zu nähern. Sich eine Wunschwirklichkeit herbeischreiben kann jeder.

Vielfach ist der Austausch von Argumenten gar nicht mehr erwünscht. Von der eigenen abweichende Meinungen werden lieber einfach niedergebrüllt. Es kann heute schon genügen, ein alter, weißer Mann zu sein, um in einer Debatte einen Maulkorb verpasst zu bekommen. Dabei hätten gerade jene, die am lautesten schreien, ohne alte weiße Männer gar keine Plattform, wo sie Gehör finden könnten. Das Internet gäbe es ohne den alten weißen Mann ebenso wenig wie die MEHR POLEMIK WAGEN Glühbirne oder das Telefon und zahllose andere Dinge des Problematisch ist auch die politische Vereinnahmung der MeiAlltags, die uns heute als selbstverständlich, wenn nicht gar nungsfreiheit. Der Gebrauch des Rechts auf freie Meinungslebensnotwendig erscheinen. Aber wer zählt schon? äußerung ist nicht rechts oder links, sondern ein elementarer In einer Voltaire-Biografie findet sich dessen Überzeugung Bestandteil unserer Demokratie. So wie im Übrigen auch die zur Meinungsfreiheit zu einem einzelnen, Pressefreiheit, die es ebenso zu behaupbedeutungsschwangeren Satz verdichtet: ten und zu verteidigen gilt. Journalisten Nur da, wo es “I disapprove of what you say, but I will kann und soll man kritisieren, wenn sie Differenzen gibt, defend to the death your right to say it.” zu unkritisch sind oder eine Agenda haMan kann freilich zutiefst ablehnen, was kann man die eigene ben, aber nicht, weil sie – wie es jüngst jemand zu sagen hat, und doch genauso ORF-Anchor Armin Wolf ergangen ist – zu Meinung einer vehement für dessen Recht eintreten, es kritische, unbequeme Fragen stellen. Das echten Prüfung nur sagen zu können. Es scheint zunehist absurd. Noch dazu, wenn von einem parmend in Vergessenheit zu geraten, dass teiischen ORF-Aufsichtsratsvorsitzenden unterziehen und das keineswegs ein Widerspruch ist. Erich diese als „unbotmäßig“ oder gar „pervers“ sie gegebenenfalls Fromm hat in seinem Werk „Die Furcht vor (sic!) abqualifiziert werden. Die Gefahr für ändern. der Freiheit“ nachgezeichnet, was die Angst die Demokratie geht nicht vom kritischen vor der Freiheit, verstanden als positive Journalismus aus, sondern gleichermaßen Verwirklichung seines individuellen Selbst, zeigt: Nämlich vom Haltungsjournalismus wie von einem Verlautbarungsdie Flucht ins Autoritäre, ins Destruktive oder ins Konforjournalismus, der sich aus Furcht vor Repressalien durch die mistische. All das ist heute zumindest in Ansätzen zu sehen. Herrschenden selbst zensiert. Wir müssen wieder mehr Polemik wagen, und zwar in der ursprünglichen Wortbedeutung als scharfen Meinungsstreit, als Streitkunst im besten Sinne. SCHREIBEN, WAS IST Der Comedian und Autor Ricky Gervais hat es sehr gut auf den Der „Spiegel“ ist nach den peinlichen Enthüllungen um den Punkt gebracht: „Just because you're offended, doesn't mean als Journalist beschäftigten Märchenonkel Claas Relotius im you're right. Some people are offended by mixed marriage, freien Fall. Aus dem einstigen Sturmgeschütz der Demokratie, gay people, atheism. So what? Fuck 'em.“ das unter Herausgeber Rudolf Augstein durch politischen Ent-

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PERSÖNLICHKEITSBILDUNG Führung ist ein permanenter Lernprozess. Das braucht nicht nur die stete fachliche Auseinandersetzung, sondern auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion. INTERVIEW: MARINA KREMSER


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„Die Beschäftigung mit sich selbst mögen die wenigsten, weil einem nicht immer gefällt, was man tief in sich drin findet.“ HUBERT SCHENK

wissen zu müssen, wo sie hinwollen, und für Führungskräfte, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Das braucht ein hohes Maß an Selbstreflexion und permanente Weiterentwicklung. Was dabei hilft, ist der Austausch mit Gleichgesinnten. Vor 40 Jahren wurde zu diesem Zweck das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) gegründet, eine unabhängige, weder wirtschaftlich noch politisch gesteuerte Plattform, bei der sich Führungskräfte vorrangig aus dem mittleren Management quer durch alle Branchen treffen, um sich auszutauschen und von den Erfahrungen anderer zu lernen.

DIE (FAST) VERGESSENE MITTE

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ie Arbeitswelt ist einem permanenten Wandel unterzogen. Das war schon immer so, dieser ist ob des technischen Fortschritts aber heute schnell wie nie. Das stellt Führungskräfte zunehmend vor Herausforderungen, weil sich in Zeiten von Digitalisierung und Fachkräftemangel auch der Mitarbeiter an sich verändert. Die Art der Führung ändert sich mit der Art, wie wir arbeiten. Wir bewegen uns immer weiter weg von strikten Anweisungen, wie Arbeit zu erfolgen hat, hin zu Eigenverantwortung bei den Mitarbeitern und Zielvorgaben, die individuell erreicht werden. Das heißt für Unternehmen, genau

Während der Geschäftsführer an der Spitze oft das Gesicht eines Unternehmens nach außen ist, ist es vielfach die mittlere Managementebene, die für die operative Umsetzung von Strategien und Maßnahmen zur Zielerreichung die Hauptverantwortung trägt. Sie findet sich jedoch kaum in irgendwelchen (Interessen-)Vertretungen wieder. Das WdF fördert den offenen Austausch – niederschwellig, unkompliziert und ohne Verpflichtungen. „Die Idee dahinter ist, sich zu treffen und miteinander über Führungsthemen zu sprechen, die uns alle bewegen“, erklärt Hubert Schenk, Vorsitzender der WdF-Landesgruppe Tirol. „Das Wesentliche dabei ist, aus Best-Practice-Beispielen einen Mehrwert für sich selbst zu generieren.“ Fünf bis sechs Veranstaltungen gibt es im Jahr, im Zuge derer erfolgreiche Unternehmen besucht werden. Zusätzlich gibt es als neues Format den Stammtisch

im Bierstindl in Innsbruck, bei dem regelmäßig tiefgehende Diskussionen zu fest vorgegebenen konkreten Führungs- bzw. Leadershipthemen stattfinden. Mitglieder sind eingeladen, sich daran zu beteiligen und mitzudiskutieren. „Es gibt keine Verpflichtung zur Teilnahme“, sagt Hubert Schenk. „Ob drei, zehn oder 20 Leute da sind, ist völlig egal, es geht um ein konstruktives Miteinander.“ Wir haben Hubert Schenk in seiner eigentlichen Wirkungsstätte, der Raiffeisen-Landesbank Tirol, getroffen, um mit ihm über das Berufsbild „Führung“ zu sprechen.

ECO.NOVA: Die Arbeitswelt ist im Wandel – nicht nur die Art der Arbeit an sich ändert sich, sondern auch, wie wir arbeiten. Wie hat sich im Zuge dessen die Führungsarbeit entwickelt? HUBERT SCHENK: Sie hat sich sehr verändert. Man spricht heute eher von Leadership denn von Führung. Es geht darum, den Mitarbeitern Orientierung zu geben und Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer sie sich entwickeln und entfalten können. Dafür braucht es ein neues Führungsverständnis, weg von Technokratie und festgefahrenen Strukturen. Organisationen werden immer agiler, die Arbeit ist vermehrt projektbezogen. Vor allem in größeren Unternehmen werden immer häufiger bereichsübergreifende Kooperationen gelebt. Als Führungskraft greift man deshalb nicht mehr in Detailprozesse ein, sondern gibt den Mitarbeitern die Freiheit, in die Selbstverantwortung zu gehen. Dafür braucht es ein hohes Maß an

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„Führung braucht maximale Aufmerksamkeit.“ HUBERT SCHENK

36 Vertrauen und auch die Fähigkeit, sich als Führungskraft selbst zurückzunehmen.

WIRTSCHAFTSFORUM DER FÜHRUNGSKRÄFTE

Das WdF wurde 1979 in Wien gegründet und ist eine (politisch wie wirtschaftlich) unabhängige Plattform für Führungskräfte. Aktuell zählt das Netzwerk rund 3.000 Mitglieder in ganz Österreich, ca. 160 davon in Tirol. Vorsitzender der WdF-Landesgruppe Tirol ist Hubert Schenk, selbst Firmenkundendirektor in der Raiffeisen-Landesbank Tirol. www.wdf.at

Führung erfordert eine Reihe an Kompetenzen, die mit der fachlichen Arbeit im Unternehmen oft nichts gemein haben. Sie sind selbst Bereichsleiter in der Raiffeisen-Landesbank Tirol. Inwieweit sind Sie noch im operativen Tagesgeschäft tätig? Meine Hauptaufgabe ist ganz klar die Führung des Teams sowie die Gestaltung möglichst optimaler Prozesse bzw. Rahmenbedingungen. Selbstverständlich stehe ich aber nach wie vor mit Kunden sowie als Unterstützer unserer Firmenkundenbetreuer bei komplexeren Themenstellungen in Kontakt. Die direkte und laufende Begleitung im Tagesgeschäft unserer Schlüsselkunden obliegt meinen Firmenkundenbetreuern. Führung ist ein eigenes Berufsbild und nichts mehr, das sich heute so nebenher machen ließe oder weil man als primus inter pares gilt. Bis jetzt war die landläufige Entwicklung so, dass der Beste unter den Gleichen in die Führung geht, doch nur weil jemand fachlich perfekt ausgebildet ist, sagt das noch nichts über seine Führungsqualität oder -fähigkeit aus.

Kann man Führung lernen? Es gibt zwei Motivationslagen, um eine Führungsposition zu übernehmen: intrinsische und extrinsische. Bei Zweiterer geht es darum, sich Belobigungen und Belohnungen zu holen, Geld oder Macht zu erwerben. Die wichtigere Motivation ist meines Erachtens jedoch die intrinsische, das wirkliche Wollen. Darauf wird bei der Auswahl einer Führungspersönlichkeit oft zu wenig geachtet – ob jemand neben der Qualifikation auch die Motivation dazu mitbringt. Manchmal macht man sich darüber auch selbst zu wenig Gedanken, weil man sich dazu sehr genau mit sich selbst beschäftigen müsste. Doch das mögen die wenigsten, weil das Hinschauen auch schmerzhaft sein kann. Man weiß nicht, was dabei herauskommt, und so kann es passieren, dass man merkt, für diese Aufgabe nicht geschaffen zu sein. Deswegen vermeiden es viele und richten sich nach der extrinsischen Motivation aus – höhere Bezahlung, machtvolle Position, das Dekorieren mit Erfolgen. Das funktioniert in Erfolgsphasen ganz gut, in schwierigen Situationen wird man mit dieser Einstellung aber schnell in die Enge getrieben. Man sagt jungen Menschen heute gerne nach, dass sie keine Verantwortung mehr übernehmen möchten. Wird das künftig zu einem Problem? Ich glaube, das ist eine Frage der Perspektive. Die potenziellen Führungskräfte der Generation Y oder Z haben eine ganz andere Vorstellung von Führung. Viele Führungskräfte der älteren Generation sind getrieben von Macht und Geld, die nachkommende Generation ist eher kooperativ. Aktuell befinden wir uns in einer Übergangsphase, das macht es nicht unbedingt einfacher. Viele junge Führungskräfte können sich mit der klassischen Führungswelt nicht mehr identifizieren, dennoch gibt es sie mancherorts noch. Das führt zu Verständigungsproblemen. Führung bedeutet nicht zwangsläufig, eine 80-Stunden-Woche zu haben. Die viel zitierte Work-LifeBalance gilt nicht nur für Mitarbeiter sondern auch für das Management. Die jungen Generationen nehmen darauf Bedacht und stoßen damit häufig auf Unverständnis. Und wenn eine Führungskraft Verantwortung an seine Mitarbeiter abgibt, heißt das nicht, dass sie damit Arbeit „abschiebt“. Es geht vielmehr darum, den Mitarbeitern selbstverantwortlich größere Handlungsspielräume einzuräumen.


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„Als Führungskraft greift man nicht mehr in Detailprozesse ein, sondern gibt den Mitarbeitern die Freiheit, in die Selbstverantwortung zu gehen.“ HUBERT SCHENK

Der Zugang zu Bildung war noch nie so einfach wie heute. Hat sich damit auch der Mitarbeiter an sich verändert? Führt ein abgeschlossenes Studium, ein Titel, zum größeren beruflichen Erfolg? Wie damit innerhalb eines Unternehmens umgegangen wird, hängt stark von dessen Kultur ab. Für eine Karriere, sei es als Fachspezialist oder als Führungskraft, mag eine universitäre Ausbildung oftmals ein Vorteil sein, jedoch stellt diese keine Grundvoraussetzung dar. Natürlich machen Hochschulausbildungen in verschiedenen Bereichen Sinn – aber nicht unter dem Aspekt, einen Titel zu tragen. Ich sehe die universitäre Ausbildung generell aus einem anderen Blickwinkel. Letztlich geht es in der Bildung immer um Reflexion. Was kann ich aus dem Gelernten für mich persönlich mitnehmen. Es geht in der Wissenschaft auch um Empirie, darum, aus Erfahrungen und Erkenntnissen Wissen zu generieren. Es macht immer Sinn, seinen eigenen Horizont zu erweitern, aber stets unter der Prämisse, für sich selbst etwas daraus mitzunehmen und zu schauen, wohin man sich selbst in Zukunft weiterentwickeln will. Bildung ist wichtig, man darf sie aber nicht ausschließlich als (Hoch-)Schulbildung definieren.

Ist die Persönlichkeit einer Führungskraft also tendenziell wichtiger als das fachliche Know-how? Neben einer fundierten, auch universitären Fach- oder Managementausbildung ist es genauso wichtig, aus Erfahrungen und voneinander zu lernen. Darauf muss man sich aber auch einlassen können und diese persönlichen Fähigkeiten, Empathie, das Anerkennen von Erfolgen anderer, zulassen. Dieser Best-Practice-Austausch ist ein wesentlicher Bestandteil des WdF und Zweck der Plattform. Jeder soll aus den Gesprächen etwas für seine persönliche Führungstätigkeit mitnehmen können. Seit ein paar Jahren gibt es außerdem das so genannte ylf, das young leaders forum, mit dem wir (potenzielle) Nachwuchsführungskräfte ansprechen möchten. Wir bieten ihnen an, im Zuge von Mentoringprogrammen von arrivierten Führungskräften zu lernen. Im Gegensatz dazu steht das reverse mentoring, in dem sich die Rollen quasi umdrehen: Was können ältere Führungskräfte von den jungen lernen. Gerade im Bereich der Social Media und neuen Arbeitsformen ist das ein Thema. Letztlich geht es auch hier wieder darum, sich aufeinander einzulassen und voneinander zu profitieren und sich damit selbst weiterzuentwickeln. Es geht nicht darum, besser zu sein als der andere, sondern um persönliche Weiterbildung. Persönlichkeitsbildung sozusagen.

experten.tipp

Priv.-Doz. Dr. Sepp Braun, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie

Hören Sie auf Ihren Körper Schulter-Nacken-Beschwerden als Frühwarnsystem. Wer kennt es nicht: Der Nacken ist verspannt, die Schulter fängt schon an zu schmerzen und morgen steht ein wichtiger Termin an, für den noch nicht alles fertig ist. Eine typische Situation gerade für Vielbeschäftigte, die unter Termindruck arbeiten. Durch lange Arbeitstage und eine hohe körperliche und geistige Belastung im rasanten und eng getakteten Arbeitsalltag kommt es häufig zu schmerzhaften Verspannungen der Schulter-Nacken-Region. In den meisten Fällen löst sich dieses Problem, wenn die stressige Phase überstanden ist und man wieder etwas zur Ruhe und zu ein bisschen sportlicher Aktivität kommt. Wenn die Beschwerden aber länger anhalten oder sogar zunehmen, lohnt es sich, diese genauer abzuklären. Denn die muskulären Symptome können nicht nur stressbedingt ausgelöst sein, sondern auch strukturelle Ursachen sowohl in der Halswirbelsäule als auch an der Schulter selbst haben. So kann auch eine funktionelle Störung oder gar eine Sehnenverletzung der Schulter den gesamten Bereich bis zum Nacken schmerzhaft beeinflussen. Es ist also ratsam, bei länger anhaltenden Beschwerden einen auf die Schulter spezialisierten Facharzt aufzusuchen. Dieser wird dann eine detaillierte Abklärung der Symptome mit einer sorgfältigen Untersuchung und gegebenenfalls mit ergänzenden Bildgebungsprogrammen vornehmen. Häufig sollte dann auch ein Neurochirurg oder ein orthopädischer Wirbelsäulenspezialist zur Beurteilung hinzugezogen werden, um eine mögliche Überlagerung durch die Halswirbelsäule auszuschließen. Gerade für beruflich wie privat engagierte und stark eingebundene Patienten ist eine kurzfristige Terminvergabe auch nach der Arbeit wichtig, damit sich die Beschwerden nicht unnötig lange unerkannt hinausziehen. Einfach ignorieren sollte man die Zeichen, die der eigene Körper gibt, nicht. PR

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EINE REGION REFLEKTIERT SICH SELBST

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as Thema Fachkräftemangel beschäftigt uns schon eine ganze Weile und fast gleichzeitig mit der Habhaftwerdung des Problems wurde „Employer Branding“ auch hierzulande zum Begriff. Um an die besten Leute da draußen zu kommen, müssen Arbeitgeber zur Marke und nach außen hin sicht- und fassbar werden. Das geht nur dann, wenn man selbst weiß, wer man ist, wofür sein Unternehmen steht und wo man künftig damit hin will. Man mag es auch Unternehmenskultur nennen. Das ist durchaus mit Arbeit verbunden – und ganz genauem Hinschauen ins Innerste des (eigenen) Unternehmens. Achensee Tourismus hat dieses Prinzip noch weiter gefasst und mit „Job-Life-Achensee“ eine Initiative gestartet, mit dem Ziel, die besten Mitarbeiter für die Region zu gewinnen und sie in der Folge auch hier zu halten. Entwickelt wurde das Programm vom Tourismusverband gemeinsam mit Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Gemeinden, Experten und der Politik. Auch wenn das Projekt als Reaktion auf den Fachkräftemangel im Tourismus initiiert wurde, so richtet es sich dennoch an alle, die in der Achenseeregion arbeiten.“

VORREITERROLLE

Mit dem Regionalentwicklungskonzept „Job-Life Achensee“ soll in Zukunft der Attraktive Arbeitsraum Achensee – also Triple A – nachhaltig als Arbeitgebermarke positioniert werden. Für die umfassende Initiative, die weit über die touristische Relevanz hinausgeht, wurde vom Achensee Tourismus nicht nur eine eigene Mitarbeiterin eingestellt, mit Christian Bauer, Geschäftsführer von Connect Competence, ist auch ein Experte für den Bereich Employer Branding beteiligt: „Bei Job-Life Achensee geht es nicht nur um die Mitarbeiterakquise und auch nicht nur um Personalmarketing.

Wir haben für diese Ausgabe viele Gespräche geführt. Über Ausbildung, Weiterbildung, Persönlichkeitsbildung und Lebensbildung. Ein Wort fiel dabei immer wieder und in den verschiedensten Zusammenhängen: (Selbst-)Reflexion. TEXT: MARINA KREMSER

Mit dem weitreichenden Konzept soll die Positionierung der Region nachhaltig am Arbeitsmarkt gestärkt werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Arbeitgeber der Region mit dabei sind. Ein derartiges Branding beginnt eben immer mit Employer.“ Für diese wurde ein Leitfaden mit der Möglichkeit zur Selbstevaluierung ausgearbeitet. Wer möchte, kann sich künftig auch einem individuellen Coaching unterziehen. Letztlich geht es um ein faires Miteinander zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist es leider in vielen Betrieben nicht – weil im Stress die gegenseitige Wertschätzung verloren geht, damit das Betriebsklima und das Teamwork leiden. Und in den Alltagsroutinen die Zeit fehlt, sich konkret damit aus-

einanderzusetzen und Lösungen zu finden. Gastwirtin Loisi Rieser war eine der Ersten, die das Projekt aus Arbeitgeberperspektive begleitet: „Wir Unternehmer werden es uns auf Dauer nicht leisten können, wenn kein Umdenken stattfindet. Eine faires Miteinander sollte Voraussetzung sein – ebenso wie zwischendurch ein einfaches und ehrliches ‚Danke‘. Der kritische Blick auf sich als Arbeitgeber selbst ist, wie jede Kritik, nicht immer besonders angenehm. Durch die Selbstevaluierung und die Coachings wird aber der ideale Rahmen geboten, um uns als Arbeitgeber weiterzuentwickeln und für die Arbeitswelt attraktiv zu machen.“ Bildung ist nicht zwangsläufig immer fachlicher Natur, sondern hat auch ganz viel mit persönlicher Entwicklung zu tun.


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Verantwortung übernehmen Beruflicher Erfolg muss nicht immer mit einer steilen Karriereleiter einhergehen. Erfolg zu haben, bedeutet Verantwortung zu übernehmen – für Kunden, für seine Arbeitskollegen, für sich selbst. INTERVIEW: MARINA KREMSER

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ut ausgebildete Fachkräfte werden nicht nur hierzulande händeringend gesucht. Gleichzeitig war auch der Zugang zu Bildung nie so unkompliziert wie heute. Es gibt sie, die qualifizierten Mitarbeiter. Die Anforderungen an Arbeitgeber sind mit dem neuen Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer jedoch signifikant gestiegen. Das sieht auch Jane Platter so, die für Personalmarketing und betriebliches Gesundheitsmanagement in der TIROLER VERSICHERUNG verantwortlich zeichnet. Wir haben mit ihr und Vorstand Franz Mair über die Mitarbeiter von heute gesprochen.

Die TIROLER VERSICHERUNG ist ein breit aufgestelltes Unternehmen. Wen wollen Sie als Arbeitgeber ansprechen. JANE PLATTER: Wir suchen für die vielen unterschiedlichen Aufgabenbereiche jeweils die passendsten bzw. die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir wollen die besten Köpfe in unser Unternehmen holen – Persönlichkeiten, die sich bewusst für uns entscheiden. Denen Regionalität und nachhaltiges Wirtschaften wichtig sind. Die mitgestalten wollen, offen und neugierig sind. Im Bewerbungsprozess nehmen wir uns viel Zeit, um gemeinsam mit den Bewerbern zu schauen, ob unsere Werte, unsere Haltung und die gegenseitigen Vorstellungen zusammenpassen. Nach dem intensiven Auswahlprozess durchlaufen alle Neuen, unabhängig davon, welche Aufgabe sie im Unternehmen übernehmen, eine zweimonatige Grundausbildung, um alle Facetten des Unternehmens kennenzulernen und die Grundprinzipien unseres Geschäfts zu verstehen. ECO.NOVA:

Welche Möglichkeiten haben Mitarbeiter, sich in der TIROLER weiterzuentwickeln? FRANZ MAIR: Wir haben rund 300

Ort oft mehr entschieden als in so mancher Landesdirektion der Mitbewerber. Wir fordern viel, sind im Gegenzug aber auch bereit, viel zu geben. Es ist auch möglich, in ein ganz anderes Aufgabenfeld zu wechseln. Wir haben in der TIROLER knapp 100 Berufsbilder. Neben den klassischen Versicherungsabteilungen haben wir unter anderem eine eigene Immobilien-, Rechnungswesen- und Marketingabteilung, wir brauchen zum Beispiel aber auch Mathematiker, Techniker, Juristen, IT- und Veranlagungsexperten.

„Wenn man die besten Leute zu sich holen will, gilt es, beweglich zu bleiben und für sie einiges möglich zu machen.“ JANE PLATTER

Mitarbeiter und sehr flache Hierarchien. Wir können neuen Mitarbeitern keinen Aufstieg im Sinne großer Karrieresprünge versprechen, Entwicklungsmöglichkeiten gibt es jedoch viele. Bei uns definiert man sich nicht über eine Position, sondern über die Aufgabe. Wer sich fachlich und persönlich weiterentwickeln, entscheiden und Verantwortung übernehmen will, ist bei uns richtig. Unsere gesamte Organisation ist darauf ausgerichtet, dass alle Entscheidungen schnell und so nah am Kunden wie möglich getroffen werden. Keine langen Instanzenzüge, sondern gelebtes Subsidiaritätsprinzip. Wir begleiten unsere Mitarbeiter und statten sie schrittweise mit weiteren Kompetenzen aus. In unseren Kundenbüros wird vor

Fachliches Know-how lässt sich mit Fleiß und Disziplin aneignen. Glauben Sie, dass man auch Sozialkompetenz lernen kann? MAIR: Sehr bedingt, deshalb sind wir schon in unserem Auswahlprozess darauf bedacht, jene Leute zu finden, die auch menschlich zu uns passen. Man kann soziale Kompetenzen fördern, aber wir merken, dass bestimmte Eigenschaften immer dünner gesät sind – das Übernehmen von Verantwortung zum Beispiel. Heutzutage wollen viele zwar überall mitreden, aber wenn es darum geht, wirklich anzupacken, zu entscheiden und dafür einzustehen – da werden das schnell weniger. Wir übertragen unseren Mitarbeitern sehr viel Verantwortung, deshalb brauchen wir jene, die diese auch übernehmen wollen. Keine Schönwettermanager, sondern Leute, die couragiert vorangehen, auch und gerade wenn es mal schwierig wird. Diese Bereitschaft wird weniger. Vielleicht auch, weil die jungen Menschen zunehmend „stromlinienförmig“ ausgebildet werden. Die „Typen“ mit Ecken und Kanten werden weniger. PLATTER: Neugier und Mut sind wichtig. Aber auch die Fähigkeit der Selbstreflexion. Voran kommt man, wenn man nicht nur fachlich gut ist, sondern


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© ANDREAS FRIEDLE

sich auch persönlich weiterentwickelt. Deshalb geht unser internes Weiterbildungsprogramm weit über die Fachkompetenz hinaus. Wir fördern unsere Mitarbeiter und ermutigen sie, sich aus der eigenen Komfortzone herauszubewegen. MAIR: Das braucht auch einen internen Umdenkprozess. Für manche Führungskraft ist es schwer, sich aus alten Handlungsmustern zu lösen. Die Arbeitswelt heute verlangt aber Flexibilität und Individualität. Wir sind der einzige in Tirol ansässige Universalversicherer, wir brauchen die besten Mitarbeiter. Wir wollen eine Vielfalt an Menschen in unserem Unternehmen, um voneinander zu lernen und uns gegenseitig weiterzubringen. PLATTER: Dieser Mix ist uns extrem wichtig – Frauen, Männer, Ältere, Junge, Quereinsteiger. Wir sind überzeugt, dass sie alle Fähigkeiten mitbringen, die wir als Unternehmen brauchen können. Dazu sind wir auch bereit, uns zu bewegen. Nicht nur, dass wir im ganz wörtlichen Sinn mit einem sehr vielseitigen Gesundheitsprogramm die Gesundheitskompetenz unserer Mitarbeiter stärken – wir gehen auch als Unternehmen mit. Lebensphasen sind verschieden und ändern sich. Deshalb schreiben wir zum Beispiel alle Stellen auch in Teilzeit aus. Wenn man die besten Leute zu sich holen will, gilt es, beweglich zu bleiben und für sie einiges möglich zu machen.

„Wer sich fachlich und persönlich weiterentwickeln, entscheiden und Verantwortung übernehmen will, ist bei uns richtig.“ FRANZ MAIR

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eco.wirtschaft Peter Hauser (Mi.) ist seinen Kunden partnerschaftlich verbunden.

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Gemeinsam wachsen Peter Hausers externes Betriebsmanagement trägt Früchte. Ziemlich erfolgreiche sogar – und das bereits im zweiten Jahr seines Bestehens. Wir sprachen mit ihm und drei seiner Kunden bei einem gemütlichen Mittagessen im Gasthof Schwan in Wattens darüber, wie externes Management funktioniert, wie wichtig Netzwerke sind und wie man gemeinsam erfolgreich wachsen kann. T E X T : D O R I S H E LW E G

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ein Konzept scheint aufzugehen und seine Philosophie den Nerv der kleineren Unternehmen zu treffen. Denn im Gegensatz zu klassischen Unternehmensberatern fungiert Hauser-xb wie ein hauseigener Manager, ein operativer Partner, den sich auch Klein- und Mittelbetriebe gut leisten können. „Peter Hauser ist wie unsere eigene Managementabteilung, die wir normal gar

nicht bezahlen könnten“, findet Hansjörg Oberhollenzer, Geschäftsführer der David Facility Service in Vomp, nur lobende Worte für die Leistungen von Hauser-xb. Denn Hausers Mission ist klar: Unternehmen zu entlasten, damit sie sich auf das Wesentliche, auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. „Und wirklich entlasten können wir Unternehmer nur, indem wir wie ein eigener Mitarbeiter agieren“, ist Hauser überzeugt.

EXTERNES MANAGEMENT „Wir sind in unserer Geschäftstätigkeit Profis und damit auch mehr als ausgelastet, die betriebswirtschaftlichen Agenden sind nicht mein Spezialgebiet und genau hier unterstützt uns Peter mit seiner jahrzehntelangen praktischen Erfahrung perfekt“, so Oberhollenzer. Er kennt den Unterschied aus eigener, früherer Erfahrung mit Unternehmensberatern: „Das betriebswirtschaftliche Know-how und die praktische Erfahrung von Hauser-xb sind für uns von großem Nutzen. Und der entscheidende Vorteil ist, dass sich durch die laufende Begleitung Prozesse in der Praxis entwickeln und Konzepte auch mal nachjustiert werden können. Unser Unternehmen wächst und unser Ziel ist es, Marktführer im Facility Service zu werden. Dabei hilft uns die Unterstützung von Peter enorm.

FINANZIELLES RÜCKGRAT

Als externer Manager bringt Peter Hauser mit seinem mittlerweile dreiköpfigen Mitarbeiterteam seinen Erfahrungsschatz genau dort ein, wo er gebraucht wird – sei es in Personalfragen oder Finanzierungsangelegenheiten, in der Gründungs- oder Wachstumsphase oder auch als Begleiter in Sachen Digitalisierung. So weiß auch Daniel Mo-


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dersbacher, Geschäftsführer der Stein und Fliesen Galerie in Weer, das Know-how von Peter Hauser und seinem Team zu schätzen. „Er wickelt auch meine Geschäfte mit den Banken ab und bereitet alles professionell vor. Das spart extrem viel Zeit, die ich lieber in meine Kernkompetenzen stecke, und ich muss ehrlich zugeben, ich hätte auch das Geschick dazu nicht. Und so haben wir mit Peter eine solide Finanzstruktur aufgebaut und bislang immer in die richtige Richtung gearbeitet. Durch das professionelle Controlling weiß ich jeden Moment, wo ich stehe. Aber auch marketingtechnisch ist Peter mir sehr hilfreich.“

LICHT IM FÖRDERDSCHUNGEL

Auch Förderungen spielen bei Klein- und Mittelbetrieben eine große Rolle. „Welche gibt es überhaupt und wie und wo kann man die unterschiedlichsten Förderungen beantragen, da weiß Peter bestens Bescheid und bereitet uns alles penibel vor“, ist Patrick Lindner, Geschäftsführer von Solution 360 (ehemals Textilfabrik) in Stans, von der gewinnbringenden Zusammenarbeit mit Hauser-xb voll und ganz überzeugt. „Ich komme aus dem Handwerk, kann gut produzieren und drucken, aber das Wirtschaftliche ist nicht so meins. Dank Peter haben wir unsere Hausaufgaben bei der Gründung gemacht, die Betriebsanlage rechtlich korrekt genehmigt und mögliche Förderungen beantragt. Ohne dem Wissen und der Hilfe von Peter hätte ich diese ganze Bürokratie nie bewältigen können.“ Und so besinnt sich Patrick Lindner auf sein Kerngeschäft, die Veredelung von Merchandisingprodukten, und ist dabei schon ziemlich erfolgreich unterwegs. Denn sein großer Vorteil ist die Regionalität und dass er auch kleinere Mengen an Werbeartikeln produzieren kann, hohe Qualität vorausgesetzt.

PATRICK LINDNER / SOLUTION 360, STANS:

Die Veredelung von verschiedensten Werbematerialien und Textilien ist Patrick Lindners Kernkompetenz. Seit Kurzem ist er alleiniger Inhaber der ehemaligen Textilfabrik, die seit April 2019 als „Solution 360“ firmiert, um den angebotenen Rundumservice besser zu unterstreichen. Ob Kugelschreiber, Banner, T-Shirt oder Berufsund Vereinsbekleidung, Patrick Lindner veredelt alles mit dem gewünschten Logo als Aufdruck oder Stickerei. Das Besondere daran: Bei Solution 360 gibt es nicht den Zwang, große Mengen abzunehmen, hier bekommt man auch kleine Mengen an Merchandisingartikeln. Auch die langen Lieferzeiten sind mit Solution 360 passé.

QUALITATIVES NETZWERKEN Was alle Anwesenden eint, ist ihr hohes Qualitätsverständnis und dass sie nicht nur von Hausers Managementqualitäten profitieren, sondern auch von seinem Netzwerk. Peter Hauser versteht es perfekt, die geschäftlichen Zusammenhänge zu erkennen und zusammenzuführen. Die jungen Unternehmer

DANIEL MODERSBACHER / STEIN UND FLIESEN GALERIE, WEER:

Die Stein und Fliesen Galerie hat er ursprünglich als Bereichsleiter für die Firma Fluckinger aufgebaut, 2018 hat Daniel Modersbacher sie dann quasi in einem Management-Buyout übernommen. Das Geschäft entwickelt sich prächtig und die Arbeit geht dem jungen Unternehmer und seinen mittlerweile sieben Mitarbeitern nicht aus. Der Verkauf und das Verlegen von Steinen und Fliesen ist seine Kernkompetenz, strategisch, finanziell und marketingtechnisch lässt er sich von Peter Hauser unter die Arme greifen – eine Win-winSituation.

sind sich einig: „Qualität hat ihren Preis. Man muss nicht jeden Auftrag um jeden Preis annehmen und auch mal nein sagen können.“ Und so wachsen die Partner, wie Peter Hauser seine Kunden nennt, nicht nur mit ihren Unternehmen, sondern auch zu einem gemeinschaftlichen Netzwerk zusammen. www.hauser-xb.at

HANSJÖRG UND DAVID OBERHOLLENZER / DAVID FACILITY SERVICE, VOMP:

Nach Juniorchef David wurde das Unternehmen benannt, das 2010 in einem Container gegründet wurde und vorerst als klassischer Hausmeisterbetrieb fungierte. Heute beschäftigen Hansjörg und David Oberhollenzer im Schnitt 15 Mitarbeiter und haben kürzlich ein Firmenareal von 2.500 Quadratmetern bezogen. Auch das Angebot hat sich vergrößert, bietet das Unternehmen doch so ziemlich alles, was es im Facility Service Management zu bieten gibt – Liegenschaftsbetreuung, Hausmeisterservice, Gebäudeund KFZ-Reinigung (Meisterbetrieb), Grünflächenservice, Räum- und Winterdienst, Erdbewegung und Entsorgung sowie Seminar- und Veranstaltungsservice. Und das alles aus einer Hand. Das ist gerade für Unternehmen und größere Objekte ein ideales Angebot. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Marktführer im Facility Service zu werden“, sind sich die Oberhollenzers einig. Ein Weg, den sie gemeinsam mit Hausers externem Betriebsmanagement gehen wollen. Im betriebseigenen Gebäude, genannt B3 (Business Blackbox), haben sich noch mehrere Unternehmen niedergelassen. Zwei Büros stehen aktuell noch frei. Im B3 wird zudem seit Mai auch die Möglichkeit geboten, einen modern ausgestatteten Meetingraum für Workshops und Veranstaltungen bis zu 30 Personen zu mieten.

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TEAMWORK MAKES THE DREAM WORK Es gibt Unternehmen, die einem auf Anhieb ein positives Gefühl vermitteln – vom ersten Augenblick an, wenn man durch deren Tür tritt. In denen man sich als Mitarbeiter wohl und als Besucher willkommen fühlt. TEXT: MARINA KREMSER

G erade einmal knapp über 2.000 Einwohner zählt die Gemeinde Stans. Sie wirkt ein wenig unscheinbar und doch ist sie ihren Bewohnern eine gute Heimat und Standort renommierter Unternehmen. Für Travel Europe zum Beispiel, deren Zentrale sich hier befindet, die nicht nur architektonisch mehr als gelungen ist. Begonnen hatte alles im Jahr 1984 mit der Vermittlung von Busgruppen und unter dem Namen „Tirol Hotels“ – einst ursprünglich mit dem Ansinnen, das im Familienbesitz befindliche Hotel Schwarzbrunn entsprechend auszulasten. So befand sich auch das erste Büro noch im Hotel. Aufgrund der regen Nachfrage und der gut laufenden Buchungen vor allem aus Frankreich gründeten Anton und Helmut Gschwentner fünf Jahre danach die „Tirol Hotels GmbH“. 1993 beginnt man damit, das Angebot sukzessive auszuweiten. Neben Busgruppenreisen nach Tirol wird das Angebot in Richtung Ostösterreich und folglich nach Osteuropa ausgeweitet, kurz danach die Tochterfirma „Destination Autriche“ in Paris gegründet.

Um die Reisegruppen auch direkt vor Ort optimal betreuen zu können, wird ein neues Büro in Prag eröffnet. Knapp vor der Jahrtausendwende erfolgt der nächste Meilenstein: Neben dem Busgruppen-Geschäft startet das Unternehmen mit der Durchführung von punktuellen Charterflügen von Frankreich nach Prag, Wien und Budapest eine neue Sparte. Und weil man auch dort wiederum ganz nah am Kunden sein will, entstehen weitere Büros in Wien und Ungarn. Das Unternehmen wächst unverkennbar. Helmut und Anton Gschwentner beweisen ein gutes Händchen und setzen ihre Expansionsschritte mit Bedacht. Was die Eltern mit dem Hotel begonnen haben, setzen die Kinder mit Weitblick fort. Schließlich übersteigt die Mitarbeiterzahl die räumlichen Kapazitäten im Hotel Schwarzbrunn. Anfang der 2000er-Jahre entschied man sich dafür, ein gänzlich neues Gebäude zu errichten. Es war ein mutiger Schritt, vor allem auch deshalb, weil man sich architektonisch aus der üblichen Dorfidylle herausgewagt hat. Entstanden ist ein damals fast schon futuristisch anmutendes Gebäude mit viel Glas – innen wie außen. Das sorgt für Transparenz, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Mit der Übersiedlung an den heutigen Standort erfolgte die Umbenennung in „Travel Europe“, um die Internationalität des Unternehmens zu unterstreichen. Travel Europe hat nichts zu verstecken. Es ist ein offenes Unternehmen mit einem extern-offenen Ohr für seine Kunden und intern für seine Mitarbeiter. Die Arbeitsatmosphäre ist entspannt. Travel Europe ist ein großes Unternehmen geworden, fühlt sich aber noch immer familiär an. Das spürt man auch als Besucher. Keiner wirkt hier, als „müsse“ er arbeiten. Man tut es gerne. Mag

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TEIL DES TEAMS WERDEN

Was die Eltern mit dem Hotel begonnen haben, setzen Helmut und Anton Gschwentner mit Weitblick fort.

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Die Atmosphäre im Unternehmen ist offen und authentisch. Das spürt man auch als Besucher.

die Transparenz durch das viele Glas anfangs etwas gewöhnungsbedürftig wirken, spürt man schnell, dass dies hier durchaus Sinn ergibt. Auch wenn die gesamte Belegschaft in kleinere Teams aufgesplittet ist, ist es ein großes Miteinander. Die Hierarchien sind flach, die Chefs jederzeit greifbar. Dass die beiden Brüder ganz unterschiedliche Persönlichkeiten sind, ist ein Vorteil, balancieren sie sich damit doch ganz gut aus. Der eine der strukturierte Finanzer, der andere die Verbindung nach außen zum Kunden. Sie sind in ihren Beruf hineingewachsen und auch wenn die Entwicklung ebenso schnell wie erfolgreich nach oben ging, ist das Unternehmen mit der Region verwurzelt. Manche Familienunternehmen brauchen Generationen, um dort hinzukommen, wo Anton und Helmut Gschwentner mit ihrem Travel Europe heute sind. Mittlerweile ist Travel Europe noch weiter gewachsen, eigene Schiffe wurden vom Stapel gelassen. Man ist zum führenden Spezialisten für Gruppenreisen in Europa geworden mit insgesamt 210 Mitarbeitern, verteilt auf 16 Außenstellen quer über den Kontinent. Allein 130 Mitarbeiter sind in der Zentrale in Stans beschäftigt. Und genau die sucht noch weitere. Als international tätiger Reiseveranstalter arbeitet Travel Europe mit Kunden aus der ganzen Welt. Der Hauptanteil davon kommt aus Frankreich, dicht gefolgt von Spanien und Portugal sowie dem englischsprachigen Markt. Dementsprechend werden Mitarbeiter mit hoher fremdsprachlicher Kompetenz in Wort und Schrift gesucht – hauptsächlich Französisch, Spanisch und Englisch. Auch Portugiesisch. Die Kommunikation in diesen Sprachen gehört zum unternehmerischen Alltag. Neue Kollegen sind immer gerne willkommen, in quasi allen Bereichen des Hauses, aktuell vor allem im Einund Verkauf. Travel Europe verkauft kein Produkt zum Angreifen, das macht es nicht einfach, die Arbeit mit Worten zu beschreiben. Es ist ein wenig das Los der Dienstleistung. Und der Branche. Denn Travel Europe ist kein klassisches Reisebüro, auch wenn es Reisen verkauft.

Wenn Sie gerne mit Menschen arbeiten und lösungs- und dienstleistungsorientiert sind, lohnt es sich, Travel Europe als Arbeitgeber näher kennenzulernen. Das Thema Reisen ist spannend und vielseitig. Das macht die Arbeit abwechslungsreich, auch weil ausführliches Wissen über Kultur, Land und Leute in den angebotenen Destinationen unerlässlich ist. Deshalb organisiert Travel Europe nicht nur für andere, sondern auch regelmäßige Studienreisen für das Team. Das ist gut für den Job und den eigenen Horizont. Generell gibt es im Unternehmen viele Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung und Weiterbildung, die Arbeitszeiten sind flexibel, die Mitarbeiter genießen zahlreiche Benefits – von der Zukunftsvorsorge über Impfaktionen und Treueprämien bis zum kostenlosen Mittagsbuffet im Gasthof Marschall. Und weil Erfolg besser im Team zu erreichen ist, werden zur Stärkung der Zusammengehörigkeit neben der fast schon legendären Weihnachtsfeier immer wieder Wander- und Skitage oder Grillabende für alle veranstaltet. Jedes Team bekommt außerdem ein kleines Startkapital für gemeinsame Aktivitäten. Das Team kann dabei frei entscheiden, was es mit dem Geld gemeinsam unternehmen und wie es seine Team-Time miteinander verbringen möchte. Und auch der Standort Stans hat seine Vorteile: Viele Mitarbeiter kommen mit dem Zug oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, für Selbstfahrer steht ein großer Parkplatz zur Verfügung. Unternehmenskultur ist hier keine leere Floskel. Man bekommt, was man sieht. Nicht nur wegen des Glases.

INFOS

Sie wollen Travel Europe kennenlernen oder selbst Teil des Teams werden? Infos und Bewerbungsmöglichkeit unter karriere.traveleurope.cc.


WK BAU

VERGABE AUF AUGENHÖHE

© ADOBE STOCK / ARTFAMILY

Regionale Stärken von kleinen und mittleren Unternehmen werden in Vergabeverfahren oftmals nicht berücksichtigt. Nicht das Gesetz, sondern die operative Umsetzung legt Stolpersteine in den Weg.

IMMOBILIEN LEIDENSCHAFT aktuelle Projekte

Im Wettbewerb um öffentliche Aufträge sollen neben großen Unternehmen auch KMU in den Vergabeverfahren berücksichtigt werden.

Freigasse, Brixen im Thale

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ffentliche Aufträge sind für die Wirtschaft ein wesentlicher Faktor. Trotz der Erzeugung von hervorragenden Produkten und Dienstleistungen kommen kleine und mittlere Bauunternehmen (KMU) sowie Unternehmen im Baunebengewerbe bei den Vergabeverfahren häufig nicht zum Zug. Obwohl sowohl auf EU- als auch auf Bundes- und Landesebene die Berücksichtigung dieser Unternehmen gewünscht und auch gesetzlich festgelegt ist, stehen die Auftragswerber vor vielen Hürden. Unausgewogene Vertragsbedingungen und unverhältnismäßige Eignungskriterien verhindern den Zugang für viele Unternehmen. Die Gemeinde trägt als Bauherr die Verantwortung für die Gestaltung ihrer Projekte und kann die jeweilige Vergabemethode – auch zugunsten von KMUs – bestimmen. Selbst wenn man Berater mit der Abwicklung der formalen Vorschriften betraut, kann man Vorgaben wie etwa eine besondere Berücksichtigung der regionalen Betriebe bei öffentlichen Ausschreibungen vorgeben.

An der Seeache, Achenkirch

Brandjochblick, Völs

FAIRE EIGNUNGSKRITERIEN

© CH. ASCHER

Die Eignungskriterien stellen die „Eintrittsschwelle“ für einen Bieter dar – werden sie nicht erfüllt, ist man automatisch aus dem Rennen. „Im Sinne eines fairen Wettbewerbs sollten Auftraggeber von der Festlegung von nicht gerechtfertigten Eignungskriterien Abstand nehmen. Geht es beispielsweise um die Errichtung eines Schulgebäudes in einem Dorf, sollten keine internationalen Referenzen notwendig sein, um am Vergabeverfahren teilhaben zu können“, betont der Tiroler Landesinnungsmeister DI Anton Rieder. PR

„Der Zugang für KMU im Rahmen diverser Vergabeverfahren sollte immer berücksichtigt werden – nicht zuletzt im Interesse des Auftraggebers, um aus einem breiten Adressatenkreis den besten Anbieter zu ermitteln.“ LANDESINNUNGSMEISTER DI ANTON RIEDER

Franziski, Bad Häring

Fourty2, Igls

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WERTVOLLE INSTRUMENTE Noch bedeutend länger als in Nordtirol schreibt Business Pool in Südtirol an Erfolgsgeschichten mit – wie an jener der Steuerberatungskanzlei Graber und Partner aus Bruneck.

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usiness Pool wurde im Jahr 2000 in Bozen mit dem Unternehmensschwerpunkt Personalsuche gegründet. Die Angebotspalette ist inzwischen wesentlich breiter geworden, und auch räumlich haben sich Barbara Jäger und Günther Wurm vor vier Jahren erweitert. Seitdem sind sie auch in Nordtirol aktiv und bringen hier dieselben Leistungen und Tugenden ein, die in Südtirol zum Erfolg geführt haben. Dort wird Business Pool seit langem von namhaften Kunden geschätzt. Einer davon ist die in Bruneck ansässige Kanzlei Graber & Partner GmbH. Sie arbeitet seit 2012 mit Business Pool zusammen, wie Kanzleimanager Markus Kirchler erzählt: „Gestartet sind wir 2012 mit einer typischen Personalsuche. Im selben Jahr haben wir auch das erste Mal intern an der Mitarbeiterbefragung teilgenommen, die sich damals in Anlehnung an das Projekt ‚Great Place to Work’ noch ‚Best Workplace’ nannte.“ Die Kanzlei verweist seither auch ihre Mandanten in Angelegenheiten der Personalsuche und der nicht minder wichtigen -entwicklung an die Business Pool als kompetenten Netzwerkpartner. Business Pool unterstützte die Kanzlei auch dabei, das Leitbild zu aktualisieren und

die Vision, Mission und Werte der Steuerberatungskanzlei zu konkretisieren. „In den Folgejahren blieb die Zusammenarbeit stets aufrecht und vor allem die Mitarbeiterbefragung etablierte sich mehr und mehr zu einem wertvollen Instrument, das nicht nur im Kanzleimanagement-Team, sondern auch bei den Mitarbeitern großen Anklang fand. Dies zeigte sich unter anderem in den diversen Topplatzierungen der letzten Jahre, darunter der 1. Platz in den Jahren 2015, 2018 und 2019“, sagt Kirchler. Doch damit nicht genug: „Auch die anonyme Mandantenbefragung aus dem Jahr 2017, ebenfalls organisiert von Business Pool, hatte eine sehr hohe Rücklaufquote und mit 93 Prozent Zufriedenheit eine außerordentlich hohe Bewertung.“ Von der Dienstleistung aus Bozen profitieren die Brunecker insofern, als dass sich „vor allem die Mitarbeiterbefragung zu einem beliebten Instrument entwickelt hat, über das unsere Mitarbeiter wertvolles Feedback zum Unternehmen liefern können. Die stetige Weiterentwicklung und Perfektionierung dieses Instruments, begleitet von den internen Maßnahmen wie Employer Branding, Mitarbeitergespräche und dergleichen, hält uns in Sachen Mitarbeiter auf Kurs. Zudem hat sich der interne

Zeitaufwand für die Erstellung und Auswertung der Fragebögen von Jahr zu Jahr stark reduziert“, zeigt man sich bei Graber & Partner äußerst zufrieden. „Auch die Mandantenbefragung und die Beratung bezüglich Leitbild hat interessante Erkenntnisse und sehr gute Ergebnisse geliefert, von denen wir täglich profitieren“, so Kirchler. Der Grundstein für erfolgreiches Wirtschaften ist mit guten, qualifizierten und nicht zuletzt zufriedenen Mitarbeitern gelegt. Doch es wird in der Branche nicht einfacher, wie Kirchler erläutert: „In den vergangenen Jahren war es bereits sehr schwierig, Mitarbeiter zu finden. Durch die steigenden Anforderungen bezüglich Fach- und technischem Wissen, Sprachkompetenz und so weiter wird in Zukunft nochmals mehr der Fokus auf bestens ausgebildeten, vielseitigen und kompetenten Mitarbeitern liegen. Die elektronische Rechnung hat bezüglich Automatisierung und Digitalisierung eine Revolution ausgelöst, die erst begonnen hat.“ Die Herausforderungen sind vielfältig, sie erfolgreich zu meistern wird nicht zuletzt davon abhängen, die Mitarbeiter motiviert zu halten. In dieser Hinsicht ist Graber & Partner bei Business Pool, wie die Erfahrung zeigt, in den besten Händen. www.businesspool.at 


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erfolgs.geschichten

Karl Peter Huber (re.) mit seinem Bankbetreuer Bernhard Gründler, Hypo Tirol Bank

Feinste Heimatspezialitäten „Klasse statt Masse“ lautet die Philosophie von Huber Tirol. Das Familienunternehmen in St. Johann zählt zu den modernsten Schlacht- und Zerlegebetrieben Österreichs. Natur, Handwerk und Qualität im Einklang – unter diesem Motto hat Huber Tirol seit seiner Gründung im Jahr 1940 das Produkt in den Mittelpunkt gestellt. Das Produkt ist hochwertiges Fleisch, allen voran feinstes Tiroler Kaiser Kalb, aber auch Kaiser Beef, Kaiser Bio Jungrind, Halbfertigprodukte wie der KALBLI Burger oder auch Fleischspezialitäten aus Übersee unter der Marke 4you. Eines ist allen Gustostückerln gemeinsam: die einzigartige Qualität und die Verarbeitung nach höchsten Hygienestandards. Von der Schlachtung, Zerlegung, Verpackung von Grob- und Feinteilen für die Bedientheke bis hin zur Weiterverarbeitung zu Halbfertigprodukten – sämtliche Arbeitsschritte erfolgen bei Huber in Tirol nach modernsten Standards. Innovationsgeist zeigt das Familienunternehmen, das pro Jahr etwa eine Million SB-verpackte Fleischstücke produziert, auch mit der FlatSkin-Verpackung. „Als einer der Ersten in der EU haben wir uns mit FlatSkin für eine neue Verpackungstechnik entschieden. Sicher, haltbar, attraktiv und ökologisch überzeugend“, so Geschäftsführer Karl Peter Huber. Besonders, wenn es um Ressourcenschonung und Umwelt geht, setzt das Unternehmen maßgebende Akzente. Huber Tirol steht für persönliches Engagement und herausragende Qualität – was das Fleisch, aber auch die Kundenbeziehungen betrifft. Denn nur eine flexible Kleingruppe kann individuell auf ihre vielfältigen Kundenwünsche eingehen. So wie Huber Tirol für seine Kunden ein verlässlicher Partner ist, so ist die Hypo Tirol Bank ein fairer und verlässlicher Begleiter für das Tiroler Familienunternehmen. „Wir arbeiten schon seit Jahrzehnten mit der Hypo Tirol Bank erfolgreich zusammen. Diese gute Zusammenarbeit mit unserer Hausbank ist ein entscheidender Stabilitätsfaktor für unser Unternehmen“, schätzt Huber diese Partnerschaft auf Augenhöhe sehr. PR

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DIE PERLE TIROLS Eines der bekanntesten volkst체mlichen Lieder besingt Kufstein als Perle Tirols. Und tats채chlich hat sich das St채dtchen am gr체nen Inn zu einer Stadt gemausert und sich mit seinen umliegenden Gemeinden zu einer Vorzeigeregion entwickelt. Das Zusammenwirken unterschiedlicher Interessengruppen sowie der gemeinsame Blick nach vorne zeigen Wirkung. T E X T : D O R I S H E LW E G

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eografisch gesehen liegt Kufstein am Rande Tirols, man könnte auch sagen, Kufstein ist das Tor zu Tirol. Geschichtlich gesehen gehörte Kufstein auch immer wieder zu Bayern. Und irgendwie ticken hier im Unterland die Uhren auch ein wenig anders. Das zeigt sich schon an der offeneren Mentalität der Bürger dieser Region. Es ist alles ein wenig lockerer, vielleicht eine Spur gemütlicher und vor allem weltoffener, pendeln doch auch einige deutsche Staatsbürger zum Arbeiten in die Region. „Die Fachhochschule sowie einige ansässige international agierende Unternehmen bringen einen Hauch Internationalität in die eher an sich ländliche Region“, sagt Mag. Stefan Pühringer, MA, Direktor des Tourismusverbandes Kufsteinerland sowie der Standortmarketing Kufstein GmbH. Dass sich Kufstein in den letzten Jahren gut entwickelt hat, bestätigt nicht zuletzt das von der Pöchhacker Innovation Consulting GmbH erstellte Zukunftsranking der österreichischen Bezirke, in dem Kufstein den hervorragenden dritten Platz aller 96 Bezirke Österreichs belegt, in Tirol sogar den ersten. „Es lebt sich gut in Kufstein“, ist der Tenor aller Befragten, die Stadt biete alles, was eine Stadt so braucht. Auch die Standortstudie der CIMA besagt, dass sich Kufstein als Handelsstandort sehr gut behauptet, im Vergleich mit Städten gleicher Größenordnung sehr gut positioniert ist und sich als Zentrum in der Region außerordentlich gut stabilisiert hat.

ZUKUNFTSRANKING

Was macht es nun aus, dass sich die Region, die wirtschaftlich zwar schon immer recht gut aufgestellt war, sich in den letzten Jahren besonders fortschrittlich entwickelt hat? „Kufstein hat eine tolle Entwicklung gemacht und ist ein großer Motor für die ganze Region“, weiß MMag. Peter Wachter, Leiter der Bezirksstelle Kufstein in der Wirtschaftskammer Tirol. „Schon mit der Gründung der Fachhochschule Kufstein hat ein guter Kreislauf begonnen und insbesondere in den letzten Jahren ist recht viel Bewegung reingekommen. Die Stadt hat viel investiert und auf diesen Zug sind viele Investoren aufgesprungen. So ist in Kufstein wirklich etwas Tolles entstanden.“ Eine Besonderheit ist sicherlich auch, dass in Kufstein die Einkaufszentren innerstädtisch angesiedelt sind. Auch wenn sich am Stadtrand ebenfalls Einkaufsmöglichkeiten befinden, so sind dies eher Fachmarktagglomerationen. „Vor zwanzig Jahren wurde diese Entscheidung in Frage gestellt, heute weiß man, dass die Entscheider richtig gehandelt haben. Denn in der für den Handel schwierigen Zeit bietet eine attraktive Innenstadt mit tollen Einkaufsmöglichkeiten und guten Lokalen mehr Einkaufserlebnis“, ist Thomas Ebner, MA, Leiter Stadtmarketing Kufstein, überzeugt. „Einziger Wermutstropfen ist – und das ist leider ein Trend, der sich durch den niedergelassenen Handel in allen Standorten zieht – die Konkurrenz aus dem Internet. Hier verzeichnet natürlich auch Kufstein Abflüsse.“

Der Bezirk Kufstein liegt auf Platz drei im Pöchhacker Zukunftsranking und hat sich damit 2019 nach Rang sechs im Vorjahr ebenfalls in der Spitzengruppe eingefunden. Die besten Ergebnisse verzeichnet der Bezirk in den Indikatorenbereichen Arbeitsmarkt und Lebensqualität. So konnten die Arbeitslosenrate deutlich gesenkt und sowohl die Arbeitsplatzdichte, das Pro-Kopf-Einkommen, die Frauenerwerbsquote sowie das Qualifikationsniveau signifikant erhöht werden. Dazu war die Kriminalitätsrate in den letzten Jahren stark rückläufig und die Bereitstellung von Kindertagesstätten wurde erheblich gesteigert. Außerdem beeindruckt der Bezirk mit Top-Kennzahlen bei den demografischen Indikatoren (Wanderungssaldo und Anteil junger Erwachsener an der Bevölkerung, Geburtenrate) sowie mit dem österreichweit fünfthöchsten Wert bei den Hightech-Beschäftigten.

WIRTSCHAFTSSTANDORT Auch in der Bezirksstelle Kufstein der Wirtschaftskammer Tirol sieht man die hervorragende Platzierung Kufsteins im Pöchhacker Zukunftsranking positiv: „Ausschlaggebend für die gute Platzierung des Bezirks Kufstein ist die sehr gute Entwicklung am Arbeits-

„Kufstein hat viel investiert und auf diesen Zug sind viele Investoren aufgesprungen.“ PETER WACHTER, LEITER DER BEZIRKSSTELLE KUFSTEIN IN DER WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL


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markt. Die Arbeitslosenquote liegt bei 1,35 Prozent und die Zahl der Arbeitnehmer wurde maßgeblich erhöht. Es sind vor allem die mittelständischen Unternehmen mit mehr als 100 Arbeitnehmern, die wieder aufgestockt haben. Erfreulicherweise konnte das Pro-Kopf-Einkommen um mehr als 2.000 Euro pro Jahr erhöht werden, wofür vor allem den Betrieben zu danken ist“, sind sich Bezirksobmann KR Martin Hirner und Bezirksstellenleiter MMag. Peter Wachter einig. Positiv zu erwähnen sei auch die gute Wirtschaftsstruktur der Region mit einer der besten Durchmischungen. „Wir haben einen sehr starken Tourismus mit über einer Million Nächtigungen in der Wintersaison 18/19 in der Tourismusregion Wilder Kaiser, erfolgreiche Industriebetriebe entlang der Inntalfurche, eine der höchsten Speditionsdichten wie auch gute Regionalbanken. So eine gut durchmischte Struktur macht auch krisenbeständig“, so Wachter. Und tatsächlich finden sich in der Region namhafte Betriebe wie Sandoz, die Montanwerke Brixlegg, STIHL Tirol, die Unterberger und Bodner Gruppe, Transped und Berger Logistik, Fercam, das Traktorenwerk Lindner oder Aqipa – ein bunter Mix an erfolgreich am Markt agierenden Unternehmen. Und mit einem klaren Bekenntnis zum

Die Stadt Kufstein hat eine tolle Entwicklung hingelegt und fungiert als großer Motor für die gesamte Region. Standort. So hat gerade im Februar die STIHL Tirol GmbH mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus Platz für 150 neue Mitarbeiter geschaffen. „Mit dem neuen Erweiterungsbau haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung weltweiter Vertriebsperspektive gesetzt. Der Standort in Langkampfen zeichnet sich als Kompetenzzentrum und Fertigungsstandort mit hohem Erfahrungsschatz aus“, erklärt Geschäftsführer Clemens Schaller von der STIHL Tirol GmbH.

MITEINANDER REDEN

Die gute Gesprächskultur, wie sie in der Region Kufstein offenbar gepflegt wird, erstreckt sich auch auf den Wirtschaftsbereich. „Wenn alle an einem Strang ziehen, bringt man viel weiter und erzielt einen anderen Effekt als allein. Das hat man in Kufstein nicht nur erkannt, hier wird diese Weisheit gelebt. Man redet miteinander. Das gibt es nicht in vielen Regionen“, so Hirner über die all-

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gemein gute Stimmung in der Region. „Natürlich gibt es auch hier Probleme, die aber zumeist ohne Streit mit Gesprächen gelöst werden können.“ Miteinander reden, das tun in Kufstein auch die Wirtschaftstreibenden mit den Beamten. Im Mai 2017 startete auf Initiative der Wirtschaftskammer das Pilotprojekt Beamtendialog, bei dem man Wirtschaftstreibende und Entscheidungsträger der Beamtenschaft an einen Tisch geholt hat. „Aus dem anfänglichen Beschnuppern und Kennenlernen wurde in weiteren Veranstaltungen die Zusammenarbeit vertieft, eine Clearingstelle geschaffen und einfach das gegenseitige Bewusstsein für die Belange des anderen geschärft“, erzählt Wachter. Als sehr spannendes und interessantes Netzwerk erweist sich auch i.ku, die Innovationsplattform Kufstein. Mit acht beteiligten Partnern, allen voran die FH Kufstein, Kufgem GmbH, Stadtwerke Kufstein GmbH,

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J

ennifer Praschberger absolvierte kürzlich die Bürokauffraulehre bei Spar in Wörgl. Parallel nutzte sie „Lehre und Matura“ (LEMA), um sich für höhere Aufgaben im Unternehmen zu qualifizieren. Nun bildet sie sich in der Personalverrechnung im WIFI Kufstein weiter. Was sie zu LEMA bewogen und wie es ihr genützt hat, erzählt sie hier: „Ich wollte immer schon die Matura machen. Mit LEMA geht dies ganz einfach neben der Lehre. Die Matura ist für mich das Sprungbrett für meine weitere berufliche Karriere. Einerseits habe ich die Möglichkeit zu studieren, andererseits qualifiziere ich mich für Führungsaufgaben im Betrieb. Arbeitgeber bekommen dadurch top-ausgebildete Fachkräfte, binden die Mitarbeiter ans Unternehmen und bilden ihre Führungskräfte von Morgen aus. PR

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eco.wirtschaft

© SEBASTIAN SCHELS

Kufstein war Startpunkt für die Eliterennen der Rad-Weltmeisterschaft im letzten Jahr und hat sehr davon profitiert.

Stadt Kufstein, der TVB Kufsteinerland, die Standortagentur Tirol, Wirtschaftskammer Kufstein und Sparkasse Kufstein, will das als LEADER‐Projekt durch Bund, Land und die Europäische Union geförderte Projekt die Region fit für die Zukunft machen. Das Erkennen von zukünftigen Herausforderungen, das Setzen von Impulsen und Innovationsprojekten sowie die Unterstützung bei der Entwicklung notwendiger Kompetenzen stehen dabei im Vordergrund. „Man will hier insbesondere die Bildung und die Wirtschaft miteinander vernetzen, das reicht von Programmiercamps für Kinder bis hin zu Digitalisierungsworkshops für Unternehmer“, erläutert Wachter „i.ku ist ein gutes Vehikel, um kooperativ zusammenzuarbeiten.“

HOHE LEBENSQUALITÄT

„Der Wermutstropfen der guten Stadtentwicklung ist, dass damit auch die Immobilienpreise steigen“, so Wachter. Bei Preisen von 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter Gewerbegrund tun sich kleinere Unternehmen zunehmend schwer. „Durch die guten Zuzugswerte wird natürlich auch der Wohnraum knapper“, ergänzt Thomas Ebner. „Laut Schätzungen werden wir in zwei bis drei Jah-

Betriebe wie STIHL Tirol schätzen die Region vor allem auch wegen der hohen Lebensqualität. „Die vielen und attraktiven Freizeitmöglichkeiten erhöhen die Attraktivität für potentielle Mitarbeiter ebenso wie die ausgezeichnete Infrastruktur und eine gute Verkehrsanbindung“, so Heike Scheumann, Leiterin des Personalmanagements. Als einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region vergrößerte sich das Unternehmen nicht nur

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Der Bezirk Kufstein ist Heimat von rund 6.000 Betrieben, davon zahlreiche international tätige Unternehmen. ren die 20.000-Einwohner-Marke knacken. Es sind aber tolle Projekte am Entstehen, wie die Südtirolersiedlung, wo fast ein ganzer Stadtteil mit hochwertigen Wohnungen erneuert wird.“ Leistbarer Wohnraum ist vor allem auch bei den florierenden Wirtschaftsbetrieben gefragt, die für ihre Mitarbeiter auch ein attraktives Lebensumfeld bieten wollen.

flächenmäßig, sondern schuf zusätzlich 150 neue Arbeitsplätze. „Die Weiterentwicklung des Kompetenzzentrums und Fertigungsstandorts in Langkampfen stützt sich auf die Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deswegen wird am Standort in Tirol das Wissen und Know-how kontinuierlich weiterentwickelt und gefördert. Das stärkt nicht nur die Position am weltweiten Markt, sondern auch die Region“, ist STIHLTirol-Boss Clemens Schaller überzeugt. Auf die generelle Frage, wie es mit Flächen für Betriebsansiedelungen oder -erweiterungen aussehe, meint Hirner: „Wenn man das Kirchturmdenken beiseitelegt und die Region als ein großes Ganzes betrachtet, dann ist in manchen Gemeinden schon noch Platz vorhanden. Kufstein selbst hat im Kasernenareal noch Entwicklungsmöglichkeiten, ansonsten beschränken sich die Gebiete auf Langkampfen, Ebbs und Niederndorf.“


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„In Kufstein selbst hat sich da so eine Dynamik entwickelt, dass viele Unternehmen hier starten, dann aber mit einem gewissen Wachstum an ihre Grenzen stoßen und in umliegende Gemeinden abwandern. Jedoch siedeln sich in gleichem Maße wieder neue Betriebe an, so bleibt die Mitarbeiterzahl in Kufstein immer gleich hoch. Zudem ist und bleibt Kufstein das Zentrum der Region“, sieht Stadtmarketing-Chef Ebner die Entwicklung positiv und ergänzt: „Wir haben praktisch Vollbeschäftigung.“

PROBLEMFAKTOR VERKEHR

Thomas Ebner (li.) vom Stadtmarketing Kufstein und Stefan Pühringer vom Tourismusverband Kufsteinerland kamen gemeinsam zum Interview.

© DORIS HELWEG

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Der einzige wirkliche Problemfaktor für Kufstein ist die Verkehrssituation. „Die Grenzkontrollen sowie die Vignettenproblematik sorgen an den Wochenenden für eine hohe Verkehrsbelastung und führen zu einem spürbaren Frequenzrückgang für unsere Innenstadt“, so Ebner. Auch für Bürgermeister Martin Krumschnabel zeichnet sich die Verkehrsproblematik als größtes Problem von Kufstein ab. „Wir sind gerade dabei, gemeinsam mit dem Baubezirksamt und dem Land Tirol nach regionalen Lösungen zu suchen, nachdem sich Kufstein nicht darauf verlassen kann, dass seitens des Bundes die versprochenen Lösungen tatsächlich kommen.“ Und so bleibt es Kufstein zu wünschen, dass sich auch hier mit der Kunst des „Miteinanderredens“ bald eine erwünschte Entlastung einstellen wird.

DIE STIMMUNG IST GUT Dass sich Kufstein so gut entwickelt hat, liegt vor allem daran, dass alle in die gleiche Richtung arbeiten – wie Thomas Ebner vom Stadtmarketing Kufstein und Stefan Pühringer vom Tourismusverband Kufsteinerland, die wir – bezeichnenderweise – zum gemeinsamen Interview getroffen haben.

Sie haben Ihre Zusammenarbeit im Jahr 2017 mit der Gründung der Standortmarketing Kufstein GmbH besiegelt. Welche Funktion und Aufgaben hat diese Gesellschaft konkret? STEFAN PÜHRINGER: Wie der Name sagt, geht es um den Standort als Ganzes. Die Stadtgemeinde Kufstein und der Tourismusverband Kufsteinerland sind zu je 50 Prozent an dieser in Form einer Marketingagentur strukturierten Gesellschaft beteiligt. Weiters ist auch noch die Kaufmannschaft integriert, indem sie ihre Agenden an diese GmbH ausgelagert hat. Die Einnahmen der Kaufmannschaft gehen zu einem großen Teil zweckgebunden an bestimmte Projekte. Die Gesellschaft ist in verschiedene Unternehmensbereiche gegliedert. Wir haben einerseits gemeinsame Veranstaltungen, eine einheitliche Grafik, gemeinsame Kampagnen und Marketinginitiativen etwa im angrenzenden Bayern, wo neben dem Einkaufen auch kulturelle Themen kommuniziert werden. ECO.NOVA:

Wir haben unter anderem den Auftrag für das Marketing für das Naturerlebnis Kaisergebirge und zum Teil auch für die Festung und haben zudem überregionale Veranstaltungen in die GmbH eingegliedert, das Kultur Quartier und Drittmittelbeschaffung über Leader-Programme. Des Weiteren beschäftigen wir uns mit Standortthemen wie regionale Produkte, Verkehr, Immobilienentwicklung, Standortansiedelung, Coworking Spaces und Wirtschaftsförderungen. THOMAS EBNER: Mit diesem Schritt haben wir gewisse gemeinsame Themen gebündelt und konzentrieren uns auf den Standort in seiner Gesamtheit. Im Geschäftsbereich Stadtmarketing wird das klassische Innenstadtmarketing betrieben, hier laufen die üblichen Maßnahmen für den Standort zusammen – zum Beispiel Kaufkraftanalysen, Frequenzmessungen, Kampagnen für den Handel, Weiterbildungsmaßnahmen sowie Beschilderungs- und Leitsysteme. Insgesamt sind wir aufgestellt wie eine Agentur, die für alle Partner vor allem die marketingtechnischen Agenden übernimmt und abwickelt.

Wie ist es zu diesem Zusammenschluss gekommen? EBNER: Es hat schon einige Zeit gedauert, diese Standortdenke in den Köpfen zu verankern und dann auch in dieser Form umzusetzen. Wir haben


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jedoch festgestellt, dass viele Synergien und Vereinfachungen dahinterstecken, und das hat letztendlich zu dieser Entscheidung geführt. PÜHRINGER: Im Vorfeld fanden Strategieprozesse statt, in zahlreichen Workshops wurde an dem Projekt Corporate Identity ein halbes Jahr lang gearbeitet. In Tirol sind wir damit noch Vorreiter, in Osttirol oder Oberösterreich haben sich solche Zusammenschlüsse schon gut etabliert. Gibt es Situationen, wo nicht alle einer Meinung sind und unterschiedliche Interessen aufeinanderprallen? Wie finden Sie in solchen Fällen einen Konsens? EBNER: Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen, das ist in einem solchen Projekt sogar befruchtend. Im Grunde genommen verfolgen alle beteiligten Partner die gleichen Ziele, somit

liegen diese Meinungsunterschiede nie so weit auseinander, dass sie nicht im Sinne aller zu lösen sind. Damit haben wir also – zum Glück – wirklich keine Probleme.

Als Wirtschaftsstandort ist Kufstein seit jeher gut aufgestellt. Kufstein hat sich aber auch als Bildungsstandort einen Namen gemacht. Hat das Auswirkungen auf das Stadtleben und den Standort? EBNER: Ja, neben der Fachhochschule, die nicht nur viele Studenten, sondern auch Lehrende in die Stadt gebracht hat, wird auch die International School sehr gut angenommen. Aus der Idee des internationalen Wirtschaftsstandortes ist die Idee einer erhöhten Bildungsqualität in Form dieser International School entstanden, die wirklich eingeschlagen hat, sodass bereits die Erweiterung auf die Unterstufe disku-

tiert wird. PÜHRINGER: Bildung beginnt in Kufstein schon bei der Geburt, wo jede Familie ein Geschenk bekommt, über Kleinkinderempfänge und Leseförderungen bis hin zum Jugendschutz. Im Ausbau der Kinderbetreuungsplätze ist Kufstein und Umgebung sicher Vorreiter. Hier ist wirklich ein lückenloses Angebot von der Geburt bis zur Jugend und sogar zum Studium geboten.

Die Errichtung des Kultur Quartiers war auch ein großer Schritt für Kufstein, im Vorfeld gab es jedoch nicht nur Befürworter. Wie hat es sich bislang etabliert? PÜHRINGER: Das Kultur Quartier setzt sich insgesamt aus mehreren Teilen zusammen. Im gesamten Komplex befinden sich eine Bank, ein Hotel, einige Shops und Wohnungen. Ein Teil des Ganzen ist das Kultur-Veranstaltungs-


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„Bildung beginnt in Kufstein schon bei der Geburt, wo jede Familie ein Geschenk bekommt, über Kleinkinderempfänge und Leseförderungen bis hin zum Jugendschutz.“Kufsteinerland in der Kongressdestination

Stressfrei Tagen

Gute Erreichbarkeit, professionelle Umsetzung, inspirierende Erlebnisse im Kufsteinerland STEFAN PÜHRINGER, TVB KUFSTEINERLAND

Ist das Kultur Quartier also auch ein zentrum, das von der Stadt gekauft wurBaustein, um im MICE-Segment erfolgde. Die Standortmarketing GmbH wurde reich mitzuspielen? PÜHRINGER: Auf jeden mit dem Saalmanagement betraut. Gerade erst fanden im Kultur Quartier der BioFall. Es ist aber abseits davon ein ganz konmed-Kongress und der Edelstoff-Markt kretes Bestreben des Tourismusverbandes, statt. Von solchen Events profitieren auch mit dem Convention Bureau gezielt das alle umliegenden Betriebe. EBNER: Sich Tagungsgeschäft und Kongresse zu bewerben. Mit der Fülle an Räumlichkeiten wie als Kleinstadt den Luxus eines Stadttheuahc dem zentral gelegenen Stadtsaal oder aters zu leisten, ist natürlich mutig. Aber der Festung, der guten Verkehrsanbindung die Auslastung ist bislang sehr positiv. sowie den zahlreichen Möglichkeiten für Das Kultur Quartier wird sowohl für KulRahmenprogramme sind wir hier schon turveranstaltungen als auch mehr und auf einem sehr guten Weg. mehr für den Kongressbereich genutzt. Die Investition war natürlich eine große, Kufstein Convention Bureau Wie hat sich das Engagement und aber es geht in die richtige Richtung und Ihr professioneller Partner für Organisation, Planung und Umsetzung. convention@kufstein.at 622070 ·Kufstein 6330 Kufstein Investment der Stadt Kufstein als vor allem auch in· +43 die 5372 Richtung, Startpunkt für die Eliterennen der urbaner zu machen. www.kufstein.com

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Rad-Weltmeisterschaft ausgewirkt? PÜHRINGER: Einerseits hat es uns mit einem sechsstelligen Betrag eine direkte Wertschöpfung im September gebracht, in einem Monat der Nebensaison wurden die Betten sehr gut gefüllt. Auch die mediale Wertschöpfung war sehr gut, vor allem in unseren Kern- und Hoffnungsmärkten war die TV-Präsenz nicht zu unterschätzen. Nach innen merkt man ein wenig zeitverzögert, dass in die Infrastruktur Geld hineinfließt, etwa die Kaiser Radrunde, Ausbau des Innradweges, neue Beschilderungen, neue Mountainbike-Strecken. Inwieweit hat die Problematik um den gegangenen Festspieldirektor den

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© MARIAN KRÖLL

Mit dem multifunktionalen Kultur Quartier hat Kufstein eine enorme Aufwertung erfahren, auch wenn es anfangs nicht nur Befürworter für das Großprojekt gab.

„Wir haben mehrere bereits etablierte Veranstaltungen unter unsere Fittiche genommen und versuchen diese unter dem Dach der Marke Kufstein wahrnehmbarer zu machen.“ THOMAS EBNER, STADTMARKETING KUFSTEIN

Festspielen Erl geschadet? Sind noch Nachwehen für Kufstein spürbar? PÜHRINGER: Für die Stadt hat es keine negativen Auswirkungen gehabt, für das kulturelle Image war es natürlich nicht förderlich. Aber ich muss sagen, so schnell wie es gekommen ist, so schnell hat es sich wieder in eine positive Richtung gewendet. Ich glaube, es ist gut, was jetzt kommt, und habe auch das Gefühl, es wird ein wenig internationaler und auch die Qualität wird noch mehr steigen. Wir stecken viel in die Ganzjahresbespielung des Festspielhauses Erl, wie zum Beispiel Klaviertage, Erntedank oder auch das neue La Guitarra Festival im August. Mit der Festung Kufstein, dem Stadtsaal und dem Kultur Quartier stehen

großartige Eventlocations zur Verfügung, die Eventhighlights werden immer mehr. Wie bekommt man auch junge Stars wie Nicos Santos nach Kufstein? PÜHRINGER: Es kommen einerseits Anfragen für Acts von Veranstaltern auf uns zu, auf der anderen Seite versuchen wir auch mit Partnern Festivals wie das Music Festival zu entwickeln. EBNER: Wir haben auch mehrere bereits etablierte Veranstaltungen unter unsere Fittiche genommen und versuchen diese unter dem Dach der Marke Kufstein etwas größer aufzubauen und wahrnehmbarer zu machen. So wird zum Beispiel das alljährliche Schulschlusskonzert auf größere Beine gestellt und mit dem Nicos-Santos-Konzert und der Afterparty auf der Festung schon ein Eventhigh-

light geboten. Bei „Kufstein unlimited“ verhält es sich ähnlich. Dieses Event wurde früher von der Volksbank veranstaltet, jetzt von uns.

Worauf ist es aus Ihrer Sicht zurückzuführen, dass Kufstein im PöchhackerZukunftsranking der österreichischen Gemeinden auf den hervorragenden dritten Platz Österreichs gelandet ist? PÜHRINGER: Es spielen viele Faktoren mit. Die Stadt und Immobilienentwickler haben viel investiert. Touristisch gesehen, hat der TVB eine neue Strategie eingeschlagen und konnte über die letzten Jahre über hunderttausend Nächtigungen zulegen. Das ist für uns sehr viel. Die Zuwächse liegen im zweistelligen Prozentbereich. Es sind auch neue Hotels entstanden und bestehende wurden neu renoviert. Alles in allem: Es herrscht eine positive Dynamikin der Stadt und Region. EBNER: Ja, die Stimmung ist gut. Es gibt viele Netzwerke wie die Innovationsplattform i.ku, das Netzwerk Kultur oder den Ambassador Club. Die Leute reden einfach miteinander in verschiedensten Richtungen und das ist gut für das Gesamte.


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Als parteifreier Bürgermeister hat Mag. Martin Krumschnabel in den letzten Jahren einiges bewegt. Kufstein wird immer mehr zur Stadt, mit allem, was eine Stadt so braucht. Und zu einer Vorzeigegemeinde, wenn es darum geht, gemeinsam für eine Sache zu arbeiten.

KUFSTEIN WIRD IMMER URBANER Kufstein gehört geografisch und politisch zu Tirol, irgendwie ticken die Uhren hier aber anders. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? MARTIN KRUMSCHNABEL: Kufstein gehörte einerseits immer wieder zu Bayern, andererseits sind wir eben eine Grenzstadt, die vielfältigen Einflüssen unterliegt. Der Unterschied zu vielen anderen Gemeinden in Tirol liegt meines Erachtens aber eher daran, dass Kufstein eine gewisse Größe erreicht hat, wo durchaus schon urbanes Leben möglich ist. Damit verändert sich auch die Einstellung zu manchen Dingen. ECO.NOVA:

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Was macht für Sie ein gutes Stadtleben aus? Ein gelungenes Stadtleben bedeutet neben Wohnen und Arbeiten natürlich auch gewisse Vorzüge zu nutzen, die es so vielleicht am Land nicht gibt. Ich denke hier an ein reichhaltiges Kulturleben, die Möglichkeit, viele Lokale zu besuchen, und auch eine gewisse Internationalität, wie es Kufstein durch die Fachhochschule und die Internationale Schule erreicht hat. Wir haben sehr auf Bildung gesetzt, womit wir auch junge Menschen nach Kufstein gelockt haben. Kufstein gilt als Heimat starker Unternehmen, hat sich aber auch in anderen Bereichen in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte? Zu unseren Schwerpunkten zählt einerseits die Bildung, wofür wir auch enorme Investitionen von Seiten der Stadt tätigen. Wir bauen ständig Schulen und Kindergärten, investieren in die Fachhochschule sowie die Internationale Schule und kümmern uns um die Unterbringung der Studenten, die ja nicht alle


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aus Kufstein stammen. Ein reichhaltiges Kulturprogramm hat die Stadt attraktiver gemacht und unser nächster Schwerpunkt wird es sein, uns noch mehr dem Thema Wohnen zu widmen, weil eine Wohnung natürlich die Grundlage ist, auf der man ein Leben aufbauen kann. Kufstein ist das Tor zu Tirol, man sagt auch: An Kufstein kommt niemand vorbei. In puncto Verkehrsbelastung ist dies jedoch nicht so von Vorteil. Wie begegnen Sie dieser Problematik? Die Verkehrsproblematik ist eigentlich das größte Problem von Kufstein, wenngleich mittlerweile offensichtlich ist, dass ganz Tirol davon betroffen ist. Bei uns ist es besonders ärgerlich, weil wir von der Verkehrslawine am Wochenende nichts haben. Die Menschen wollen in die Skigebiete und fahren dabei durch unser Stadtgebiet. Die unflexible Verkehrspolitik des Bundes hinsichtlich einer möglichen Vignettenausnahme einerseits sowie die sture Haltung auf bayrischer Seite, dass man unbedingt Grenzkontrollen haben möchte, verschärfen das Problem zusätzlich. Wir sind gerade dabei, gemeinsam mit dem Baubezirksamt und dem Land Tirol nach regionalen Lösungen zu suchen. Wohnraum wird in Tirol und speziell in urbanen Gegenden immer knapper und somit teurer. Ist leistbares Wohnen in Kufstein ein Thema? Die Grundpreise in Kufstein sind in den letzten Jahren dauernd gestiegen, wir verzeichnen auch ein ständiges Bevölkerungswachstum. Nun geht es darum, für all diese Menschen auch leistbare Wohnungen zu finden, weil im höheren Segment ohnehin die privaten Wohnbauträger die Nachfrage bereits befriedigen. Mir geht es darum, speziell in Absprache mit gemeinnützigen Bauträgern leistbare Eigentums- und Mietwohnungen zu ermöglichen. Dabei sind wir an sich auf einem guten Weg, der gesamte Ortsteil Sparchen wird durch die Neue Heimat praktisch neu errichtet, hier entstehen bis zu 200 zusätzliche Wohnungen. Aus meiner Sicht sollten die gemeinnützigen Wohnbauträger hauptMag. Martin Krumschnabel (Die Parteifreien) wurde im Feber 2016 mit 62,7 % zum Bürgermeister von Kufstein gewählt.

„In vielen Bereichen ziehen in Kufstein fast alle im Gemeinderat mit. Überraschenderweise ist gerade beim Thema Wohnen jetzt aber Widerstand zu merken.“ MARTIN KRUMSCHNABEL

sächlich auf Eigentumswohnungen setzen, weil dies für die Menschen eine echte Chance darstellt, das Wohnungsproblem langfristig zu lösen, dies sogar in der Pension und vor allem auch für die nächste Generation.

Die Fachhochschule Kufstein setzt stark auf wirtschaftliche und Digitalisierungsthemen. Profitieren die umliegenden Betriebe davon? Unsere Fachhochschule setzt ganz bewusst auf die modernen Themen, weil die Zukunft einerseits in der Bildung liegt, andererseits aber auch in den richtigen Inhalten. Mir haben schon Unternehmer erzählt, dass Kufstein als Standort immer attraktiver wird, weil mit der Fachhochschule eine echte Kaderschmiede entstanden ist. Natürlich bleiben nicht alle Studenten in Kufstein, die Ausbildung ist international ausgelegt und den jungen Menschen soll mit einer guten Ausbildung auch die Welt offen stehen. Gefragt sind in letzter Zeit auch vermehrt Techniker (z. B. HTL-Abgänger) und Facharbeiter. Welche Maßnahmen setzen Sie in diesem Bereich? Aus meiner Sicht würden wir dringend zusätzliche technische Ausbildungen benötigen. Wie man den Medien entnimmt, gibt es auch genug Interesse seitens der jungen Menschen, lediglich die Republik Österreich stellt die Studienplätze nicht zur Verfügung. Das ist ein fataler Fehler, der uns in Zukunft noch schwer zu schaffen machen wird. Ich kann nicht verstehen, warum die Politik nicht auf die Notwendigkeiten eingeht. Kufstein wäre jederzeit bereit, eine technische Schule mit Handkuss aufzunehmen, so etwas ist aber aus Bundes- und Landessicht nicht geplant. Kufstein hat unter anderem beim Audit „familienfreundliche Gemeinde“ teilgenommen. Gibt es hier Ergebnisse? Schon während des Audits waren wir in der Umsetzung vieler Projekte,

die es so nur in Kufstein gibt, wie unsere Empfänge für Kleinkinder. Auch in der Gemeinde haben wir die für Mitarbeiter diesbezüglich wichtigen Themen abgeklärt und der Umstand, dass Kufstein erheblichen Zuzug hat, spricht schon dafür, dass unsere familienfreundlichen Maßnahmen durch ständige Schaffung von Angeboten an Kindergärten und Schulen sowie die Förderung von Kinderkrippen sehr gut ankommen. Aus dem Maßnahmenkatalog sind Punkte wie Erste-Hilfe-Kurs für Kinder und Jugendliche, die Schaffung eines Jugendgemeinderates, eine eigene Anlaufstelle im Rathaus für Kinder und Jugendliche sowie Familien, der Ausbau von Kinderspielplätzen insbesondere im Stadtpark sowie die Einführung der gesunden Ernährung in Kindergärten und Schulen bereits umgesetzt. Wir sind auch stolz darauf, dass bei uns die Schulen für berufstätige Eltern bereits ab 6:45 Uhr geöffnet sind und die Kinder dort ein Frühstück erhalten. Wir haben Schulsozialarbeiter eingeführt, eine Kinder- und Übergangswohnung geschaffen, subventionieren den Winterspielplatz und erweitern ständig die Kufstein-Card. Wie gelingt es Ihnen, die Stadtentwicklung noch immer voranzutreiben? In vielen Bereichen ziehen in Kufstein fast alle im Gemeinderat mit. Überraschenderweise ist gerade beim Thema Wohnen jetzt aber Widerstand zu merken. Es kündigen zwar alle Parteien in ihrer Werbung an, dass sie sich für leistbares Wohnen einsetzen, wenn es aber um konkrete Projekte geht, gibt es aus verschiedensten Gründen doch politischen Widerstand. Das ist mir eigentlich unverständlich, da das Thema viel zu wichtig ist, um gerade daran Widerstand aufzuhängen. Grundsätzlich bin ich aber mit der Zusammenarbeit mit allen Fraktionen im Kufsteiner Gemeinderat sehr zufrieden.

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VORZEIGESTADT Die Entwicklung einer Region wird nicht zuletzt durch die dort ansässigen Unternehmen geprägt. Mit der Bodner Gruppe hat Kufstein ein starkes Zugpferd.

„Das Zusammenspiel zwischen Investoren und Politik hat ein Umfeld geschaffen, das weitere große und durchaus mutige Investitionen nach sich zieht.“

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SANDRA BODNER

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ufstein ist seit den 1930er-Jahren Hauptsitz der Bodner Gruppe. Das Familienunternehmen wird aktuell in dritter Generation geführt und ist tief mit der Festungsstadt verwurzelt. Sandra Bodner: „Kufstein hat für uns als Dreh- und Angelpunkt zwischen Vorarlberg, Nord- und Osttirol, Salzburg, dem Voralpenland und Bayern eine ideale geografische Lage.“ Wir sprachen mit ihr über die Stadt und den Wirtschaftsstandort.

Die Bodner Gruppe ist eines der größten Unternehmen in der Region. Wie beurteilen Sie den Standort aus unternehmerischer Sicht? SANDRA BODNER: Das Arbeits- und Wohnumfeld in intakter Natur, mit optimaler Infrastruktur und interessanten Firmen liefert auch Menschen, die aus Berufs- oder Ausbildungsgründen nach Kufstein kommen, beste Voraussetzungen, hier kurz oder langfristig zu arbeiten und zu leben. Aber auch für jene, die beispielsweise in den südlichen Raum von München zum ArbeiECO.NOVA:

ten pendeln, ist Kufstein als Wohnort eine Alternative.

Wie hat sich die Stadt Kufstein in den letzten Jahren als Lebensraum entwickelt? In den letzten zehn bis 15 Jahren hat sich Kufstein zu einer Vorzeigestadt entwickelt. Bestehende Großunternehmen investieren in den Standort, interessante neue Unternehmen und Ausbildungszentren haben sich angesiedelt, neue Hotels wurden gebaut, bestehende Hotels renoviert, Schulen und die Kinderbetreuung erweitert. Erwähnt seien hier die Fachhochschule mit der ISK oder die Kufstein Galerien, eröffnet vor zehn Jahren, die der Einkaufsstadt Kufstein insgesamt zu neuem Leben verholfen haben, sowie die Neugestaltung des Unteren Stadtplatzes, die diversen Shared-SpaceZonen und nicht zuletzt das Kultur Quartier als eine Bereicherung in der Innenstadt, die ihresgleichen sucht. Das Zusammenspiel zwischen Investoren und Politik hat ein Umfeld geschaffen, das weitere

große und durchaus mutige Investitionen nach sich zieht.

Wie hat sich das Kultur Quartier aus Ihrer Sicht bislang entwickelt? Sind Sie zufrieden? Die Bodner Gruppe hat das Kultur Quartier mit all seinen verschiedenen Nutzungen konzipiert, geplant und umgesetzt. Die Spiel- und Veranstaltungsstätten, also das Stadttheater und der Veranstaltungssaal mit dem Großen Foyer, waren ebenfalls von Anfang an Teil dieses Konzeptes und werden jetzt auf höchstem Niveau von der Stadt Kufstein als Eigentümer dieser Flächen betrieben. Die Hauptniederlassung der Raiffeisenbank sowie die große zentrale Garage, diverse Shops und Gastroangebote verleihen diesem Areal Leben und der Innenstadt urbanes Flair. Dass sämtliche Wohnungen und verfügbaren Flächen verkauft oder vermietet sind und hier kein Leerstand im gesamten Areal ist, zeigt, dass das erdachte Konzept perfekt funktioniert.


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STIHL TIROL WÄCHST WEITER In mehreren Bereichen wird kräftig nach Personal gesucht.

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er Tiroler Standort der STIHL Gruppe mit Sitz in Langkampfen weihte kürzlich einen großen Erweiterungsbau ein. Realisiert wurde das Bauprojekt des Gartengeräteherstellers in nur 16 Monaten. Mit einem Investitionsvolumen von 22,8 Millionen Euro handelte es sich um die bislang höchste Einzelinvestition von STIHL Tirol (ehemals VIKING). Auf insgesamt 20.000 Quadratmetern Nutzfläche entstanden auch rund 150 neue Arbeitsplätze. Davon konnten bereits 65 zum Jahreswechsel besetzt werden, wodurch sich der Mitarbeiterstand kürzlich auf über 600 erhöhte. Dabei wurde auch die Produktion der Rasenmäher sowie anderer bodengeführter STIHL Gartengeräte kräftig ausgebaut. Außerdem entstanden ein modernes Elektrolabor für die STIHL Mähroboter iMow sowie Dauerprüfräume. Ein Highlight ist das begrünte Dach, das als Testfläche für die Mähroboter dient. Die Logistik wurde um ein hochmodernes, vollautomatisiertes Kleinteilelager erweitert. Zudem wurde eine eigene

STIHL Tirol sucht derzeit stark nach Kolleginnen und Kollegen für die Montage.

STIHL Tirol, Langkampfen: Spannende Jobmöglichkeiten in einem attraktiven Umfeld

Lehrwerkstatt für die zielgerichtete Ausbildung von Nachwuchsfachkräften errichtet. Mit der erweiterten Gebäudefläche hat man am Gelände in Langkampfen noch mehr Raum für die Herstellung und Entwicklung der innovativen STIHL Gartengeräte. Was auch

dringend nötig ist. Gesucht werden derzeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorrangig für die Bereiche Produktion, Logistik, Qualitätsmanagement, Technischer Einkauf und Produktentwicklung. Die aktuellen Jobangebote finden Sie unter jobs.stihl.at. PR

Die Unterberger Gruppe ist seit über 40 Jahren ein traditionelles Familienunternehmen, welches in den Bereichen Automobile, Immobilien und Beteiligungen sehr erfolgreich tätig ist.

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EINE DYNAMISCHE REGION Rieder Bau zählt zu den wachsenden und aufstrebenden Bauunternehmen in der Region Kufstein. Wir haben Anton Rieder unter anderem zum Wirtschaftsstandort und seiner Entwicklung befragt. Sie sind mit Ihrem Bauunternehmen Rieder Bau in Kufstein angesiedelt. Wir beurteilen Sie den Standort aus Sicht des Unternehmers? ANTON RIEDER: Kufstein ist insgesamt ein sehr guter Standort und liegt zwischen den pulsierenden Regionen Salzburg, München und Innsbruck sowie Kitzbühel. Es gibt gute Jobs und eine hohe Lebensqualität. Die Kombination aus Pro-Kopf-Einkommen und Lebensqualität führt zu einer guten Work-Life-Balance. Insgesamt kann man sagen, Kufstein ist eine wachsende und dynamische Region. Es ist in den vergangenen Jahren in Kufstein

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vieles entstanden, das den Standort auch für Konzerne wie STIHL oder Novartis interessant macht. Die hohe Lebensqualität erleichtert es, Mitarbeiter für diesen Standort zu lukrieren. Generell ist die Lebensqualität in Kufstein sehr hoch. Die umliegende Natur, die Berge vor der Haustür sowie ein wachsendes kulturelles Angebot bieten auch abseits des Jobs ein vielfältiges und lebenswertes Angebot. Während man an anderen Standorten oft lange fahren muss, um ins Grüne zu gelangen, hat man in Kufstein die Berge quasi vor der Haustüre.

Im Februar wurde der STIHL-Erweiterungsbau offiziell eröffnet, für den Sie als Generalunternehmer verantwortlich zeichnen. Ja, das war einer unserer größten Aufträge bislang als Totalunternehmer. Von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe konnten wir das Großprojekt in einer Rekordzeit von nur 16 Monaten planmäßig abschließen. Darauf sind wir sehr stolz. Auch Sie selbst setzen gerade einen groß angelegten Erweiterungsbau um. Was ist hier gerade am Entstehen? Wir erweitern unser Betriebsgelände und


eco.wirtschaft

Sie gelten als mittelständisches Bauunternehmen als innovativ – insbesondere in Blickrichtung Digitalisierung. Welche Maßnahmen setzen Sie in diesem Bereich? Wir beschäftigen uns schon seit vielen Jahren mit dem Thema Digitalisierung am Bau. Gemeinsam mit fünf weiteren mittelständischen Bauunternehmen aus anderen Bundesländern haben wir vor Kurzem die Smart Construction Austria GmbH gegründet. Diese Hundertprozenttochter dieser sechs Bauunternehmen fungiert als eigene GmbH mit Sitz in Wien und ist der gemeinsamen Forschung und Entwicklung gewidmet. Inhaltlich soll sich die F&E-Gesellschaft vor allem um Zukunftsthemen wie die Digitalisierung kümmern und etwa Systeme für Building Information Modeling oder Lean Construction entwickeln. Dazu kommen konkrete Forschungs- und Entwicklungsaufträge aus den beteiligten Unternehmen sowie klassische Forschung gemeinsam mit Universitäten. Und natürlich ist uns auch

„Nur mit einer guten Ausgewogenheit an öffentlichen und privaten Investitionen kann sich eine Region gut entwickeln.“ ANTON RIEDER

der gegenseitige Erfahrungsaustausch wichtig.

Sie wurden letztes Jahr im Rahmen des Audits „Beruf und Familie“ von der österreichischen Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Dr. Juliane Bogner-Strauß, geehrt. Warum ist Ihnen diese Vereinbarkeit von Beruf und Familie wichtig? Für mich als vierfachen Familienvater spielt die Familie eine zentrale Rolle und daher ist es mir wichtig, Familienfreundlichkeit auch in meinem Betrieb zu leben. Zudem sehe ich an meiner Frau, wie schwierig es ist, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Die positiven Auswirkungen von familienfreundlichen Maßnahmen auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter kann ich

bei uns im Betrieb feststellen. Die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen ist höher, der Wiedereinstieg nach der Karenz leichter und einige unserer Papas haben auch schon den Papamonat in Anspruch genommen.

Wie man diesen Entwicklungen entnehmen kann, werden Sie dem Standort Kufstein treu bleiben? Ich sehe Kufstein als dynamische Region, die auch weiterwachsen wird. Und ich erachte es als durchaus positiv, wenn Investoren in interessante Projekte oder Unternehmen investieren, zumal die meisten sogar aus der Region kommen. Nur mit einer guten Ausgewogenheit an öffentlichen und privaten Investitionen kann sich eine Region gut entwickeln.

be inspired. be art. Im arte Hote Kufstein findest du neben kunstvoller Inspiration den nötigen Komfort eines modernen Seminarhotels. Klimatisierte und

tonality

schaffen ein Kompetenzzentrum für digitales Bauhandwerk. Die Prozesse wachsen und erweitern sich, die Ansprüche unserer Zielgruppen werden komplexer, die Erwartungen an eine vorausschauende, nachhaltige Städte- und Umgebungsentwicklung steigen. Und so ist es an der Zeit, auch unsere eigenen Gebäude- und Bürostrukturen hinsichtlich der Arbeitsprozesse mitwachsen zu lassen. Auf knapp 600 Quadratmetern wird ein Gebäudekomplex in Massivbauweise in einer zurückhaltenden, schlichten Stillinie auf dem Firmenareal entstehen, der mit einer Ziegeloptik zum einen ästhetisch überrascht und zum anderen Energieeffizienz sichert. Das neue Kompetenzzentrum wird im Bürolayout den neuen Standards für ein kommunikatives Arbeiten mit ergonomischen Annehmlichkeiten entsprechen und bietet den Mitarbeitern überdurchschnittlich viel Platz. Hier entstehen verschiedene modernste Arbeitsplätze mit hohem Digitalisierungsgrad. Zudem werden die Vorteile der digitalen Welt – wie computerunterstütztes Gebäude- und Anlagenmanagement, 3D-Beamer und Gebäudebesichtigungen mittels Virtual-Reality-Brillen – noch greifbarer für die Kunden werden. Die Eröffnung des angrenzenden Neubaus findet am 30. August 2019 statt. Die Umgestaltung des bestehenden Gebäudes wird danach in Angriff genommen.

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69


BEZIRK KUFSTEIN IN ZAHLEN 833

108.492

STERBEFÄLLE 2017

EINWOHNER

Davon 15,4

1.207

GEBURTEN 2017

% Kinder von 0 bis 14 Jahren und 17 % 65 Jahre und älter Von 2011 bis 2017 ist die Einwohnerzahl um 7,1 % gestiegen. Bis 2030 rechnet man mit 118.000 Einwohnern.

6.113

48.667

UNSELBSTÄNDIG BESCHÄFTIGTE

(März 2019, laut AMS) rund 11.000 davon arbeiten in den 13 Großbetrieben des Bezirks

BETRIEBE DER GEWERBLICHEN WIRTSCHAFT

davon 55 % Einpersonenunternehmen (EPU)

GEMEINDEABGABEN

Haushaltsjahr 2017:

62.266.562 Euro

= 592 Euro/Einwohner davon GRUNDSTEUER: 9.540.246 davon KOMMUNALSTEUER: 43.734.763


30

BRUTTOWERTSCHÖPFUNG/EINWOHNER:

GEMEINDEN, darunter 2 MARKTGEMEINDEN (Brixlegg, Kundl) und

575

40.076 Euro

LEHRBETRIEBE

(NACH EINWOHNERN)

DIE 10 GRÖSSTEN GEMEINDEN

3 STÄDTE (Kufstein, Rattenberg, Wörgl)

Kufstein: 19.223 Wörgl: 13.811 Kirchbichl: 5.855 Ebbs: 5.601 Kramsach: 4.891 Kundl: 4.464 Wildschönau: 4.242 Langkampfen: 4.108 Söll: 3.631 Breitenbach am Inn: 3.475

ARBEITSLOSENQUOTE

im März 2019:

4,4 %

1.698 LEHRLINGE

2.736

vorgemerkte Arbeitslose

978

sofort verfügbare Stellen

107

FINANZKRAFT PRO EINWOHNER:

UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN

im Jahr 2017

176

585

1.068 Euro

SCHEIDUNGEN 2017

EHESCHLIESSUNGEN 2017

Der Bezirk Kufstein bedeckt

7,7 %

DER GESAMTFLÄCHE

des Landes Tirol

Quellen: Wirtschaftskammer Tirol, AMS Tirol. Aktuellst verfügbare Zahlen


ZUKUNF

bildung & innovation

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Lernhilfe Fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung sind von Lernstörungen wie Dyskalkulie und Legasthenie betroffen. Das bedeutet, dass statistisch in einer Schulklasse ein bis zwei Kinder – trotz normaler Intelligenz – keine altersentsprechenden Leistungen in Mathematik oder Deutsch erbringen können. Doch Lesen, Rechtschreiben und Rechnen sind Kompetenzen, die für die berufliche Entwicklung sowie den Alltag eine zentrale Rolle einnehmen. Defizite in diesen Kernkompetenzen sind zumeist mit massiven Einschränkungen verbunden. Das „Zentrum für Lernen und Lernstörungen“ beschäftigt sich an der Universität UMIT seit dem Jahr 2010 mit Fragen rund um diese Defizite. Es versteht sich als Lehr- und Forschungseinrichtung, was bedeutet, dass aktuelle Erkenntnisse nicht nur in die Praxis, sondern auch direkt in das Bachelorstudium Psychologie und in die Universitätslehrgänge zum „Dyskalkulie-Therapeuten“ und zum „Legasthenie-Therapeuten“ einfließen. Vor Kurzem ist das Zentrum in seine neuen Räumlichkeiten in die Zollstraße 12a in Hall eingezogen. Damit können das Beratungsangebot, die Diagnostik und Förderung bei Lernstörungen und schulbezogenen Problematiken massiv ausgebaut werden. So können in den neuen Räumlichkeiten die Therapieplätze auf 40 Plätze verdoppelt und in den Sommermonaten zusätzlich Intensiv-Ferienkurse in Kleingruppen und spezifische Kleingruppen mit Schwerpunkten wie Prüfungsangst oder Aufmerksamkeit eingerichtet werden.


eco.zukunft

ZUKUNFTSZAHL DER AUSGABE: 2.847 ZUM VORMERKEN Exakt so viele Neugründungen wurden im vergangen Jahr in Tirol verzeichnet. Das sind mehr als 230 neue Unternehmen pro Monat in Tirol. Clemens Plank, Obmann der Jungen Wirtschaft Tirol: „Jungunternehmer sind mutig und offen für ständige Veränderungen. Vor allem im Zeitalter der Digitalisierung ist das eine Grundvoraussetzung. Innovative Technologien, die ganz neue Möglichkeiten in Marketing, Vertrieb und Produktion eröffnen, sind eine Chance für die Unternehmer.“ Das stärkste Motiv für Gründer, den Schritt zum eigenen Unternehmen zu gehen, ist mit mehr als 70 Prozent die Flexibilität in der Zeit- und Lebensgestaltung. Für rund 69 Prozent ist das Hauptmotiv, sein „eigener Chef“ zu sein, und 62 Prozent wollen die Verantwortung, die sie als Angestellter tragen, ins eigene Unternehmen einbringen. Das Durchschnittsalter eines Neugründers beträgt in Tirol knapp 39 Jahre, 52,3 Prozent sind Frauen. Was die verschiedenen Sparten anbelangt, verzeichnet das Gewerbe und Handwerk mit 1.399 fast die Hälfte aller Neugründungen. „Die ermittelte Lebensdauer von neu gegründeten Unternehmen ist insgesamt hoch: Nach drei Jahren bestanden noch drei von vier der neugegründeten Unternehmen, nach fünf Jahren sind fast zwei Drittel der Unternehmen am Markt tätig und nach sieben Jahren sind es über 55 Prozent“, sagt Plank.

Die Lebensraum Tirol 4.0 GmbH ist eine Einrichtung des Landes Tirol, die allen zukunftsorientierten Kräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Interessenvertretungen bei der Initiierung und Begleitung von innovativen Projekten Unterstützung bieten kann. Die Holding hat dafür unterschiedliche Themenschwerpunkte definiert – einer davon steht unter dem Motto „Alpine Technologien“. Auch der diesjährige Innovationstag der Standortagentur Tirol ist an das Thema angelehnt und erklärt, was darunter verstanden wird und welche Vorhaben künftig zum Thema geplant sind. INNOVATIONSTAG Dienstag, 25. Juni 2019 Congresspark Igls

„Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“ ALAN KAY

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B I L D U N G D I G I TA L

DIE GENE ERKLÄREN

Unter dem Motto „Bildung 4.0 – Tirol lernt digital“ investiert das Land von 2018 bis 2022 insgesamt fünf Millionen Euro, um Schulklassen mit entsprechender Infrastruktur auszustatten und IT-Maßnahmen zu setzen. Dabei soll es nicht nur darum gehen, die Bildung an sich zu digitalisieren, sondern auch digitale Bildung zu ermöglichen. Unter anderem gibt es im Zuge dessen eine Kooperation mit der Werkstätte Wattens, in deren Mittelpunkt die Ausbildung von Lehrpersonen zu FabLab-Tutorinnen steht. FabLabs sind generell digitale Werkstätten, in denen an unterschiedlichen Maschinen und Geräten kreativ gearbeitet werden kann. In Wattens lassen sich unter anderem Roboter bauen oder man kann am 3-D-Drucker experiementieren. „Das Ziel ist es, Lehrpersonen zu schulen, dass sie ihr Wissen an ihre Schüler weitergeben können“, so Landesrätin Beate Palfrader.

Um den steigenden Bedarf an professioneller Beratung und Kommunikation vor und nach einer genetischen Untersuchung abzudecken, bietet die Medizinische Universität Innsbruck ab Herbst 2019 erstmals im deutschsprachigen Raum einen Universitätslehrgang für „Genetisches und Genomisches Counselling“ an. Damit soll der Weg zu einem zeitgemäßen biomedizinischen Beruf geebnet werden. „Die stark zunehmende Verfügbarkeit genetischer Tests für verschiedenste medizinische Fragestellungen bringt auch einen steigenden Bedarf an kompetenter Kommunikation und Aufklärung mit sich. Hintergründe, Methoden, Ergebnisse und Konsequenzen von genetischen Untersuchungen müssen den Betroffenen professionell und wertfrei weitergegeben werden, schließlich haben sie oft lebensbestimmende Folgen“, beschreibt Johannes Zschocke, Leiter der Innsbrucker Sektion für Humangenetik sowie des neuen Masterstudiums, die Ausgangslage.


eco.zukunft

Wer (analog) lesen kann, ist klar im Vorteil Neurolinguistin Maryanne Wolf hat ein Buch geschrieben, in dem sie sich mit den Auswirkungen des digitalen Lesens auf unsere Gehirne beschäftigt. Dabei jagt eine Anekdote die andere, eine steile These die nächste. Genuin wissenschaftlich mag das nicht sein, interessant allemal. TEXT: MARIAN KRÖLL

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D

ie Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Geht es nach Maryanne Wolf, der Direktorin des Zentrums für Dyslexie, Diverse Learners und Social Justice an der University of California in Los Angeles, ist die Sache ausgemacht: Wir bekommen Twitter-Gehirne. Selbiges verkündete die Neurowissenschaftlerin unlängst im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung. Um nachvollziehen zu können, warum das so sein könnte, muss man ein wenig ausholen. Wolf argumentiert nämlich, wir seien nicht zum Lesen geboren. Lesen sei nicht natürlich. Im Gegensatz zur gesprochenen Sprache seien wir dafür genetisch nicht programmiert. „Unser Gehirn ist in der Lage, neue Schaltkreise für neue kognitive Funktionen zu schaffen, und das hat es vor rund 6.000 Jahren fürs Lesen getan“, sagt Wolf. Use it or lose it, heißt es in den Neurowissenschaften, was die Fähigkeiten des Gehirns angeht, das immer weiter lernt. Goethe hat von sich behauptet, er habe achtzig Jahre dazu gebraucht, um lesen zu lernen, und könne dennoch nicht behaupten, am Ziel angelangt zu sein. Um ein einziges Wort zu lesen, müssen verschiedene Bereiche im Gehirn, darunter das Sehen, die Sprache, die Kognition, motorische Fähigkeiten und Affekt, perfekt zusammenspielen. Das ist ein Prozess, dessen Komplexität nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Doch das ist für sich noch keine neue Erkenntnis. Maryanne Wolf hat unter-

sucht, ob es einen Unterschied macht, ob man digital oder altmodisch in einem Buch liest. Und ja, tut es. Ganz überraschend ist das ja nicht, aber interessant allemal.

SPEED KILLS

Wolf unterscheidet zwischen zwei Arten des Lesens: Das digitale Lesen, das oberflächlich und auf maximalen Speed getrimmt sei und bei dem es darum gehe, möglichst schnell eine möglichst große Menge an Informationen zu verarbeiten. Dazu lesen wir den Anfang, überfliegen den Mittelteil und lesen erst wieder den Schluss. Den Gegensatz dazu bildet das „tiefe“ Lesen. Es braucht Zeit, in einen Text einzutauchen, aber es lohnt sich, würden doch dabei das kritische Denken, aber auch Empathie und Einsichten geschult, argumentiert die Wissenschaftlerin. Das „tiefe“ Lesen kann die bloße Information transzendieren, sagt Wolf: „Wir gehen über die bloße Information hinaus und zapfen unser Wissen an. Wenn wir Glück haben, gehen wir über unser gespeichertes Wissen hinaus, um unsere eigene Weisheit zu entdecken. Das ist die produktivste Form des tiefen Lesens.“ Das klingt doch gut. Wolf führt exemplarisch an, warum durch das digitale Lesen oder viel mehr Überfliegen unser kritisches Denken verkümmere: „Wie wir lesen, beeinflusst aber, was wir lesen, denn wir wenden uns dem zu, was am wenigsten Aufwand braucht. Wenn wir Google konsultieren, schauen wir die ersten Resultate an, niemand schaut auf Seite 20 nach. Wir lassen den Algorithmus über unser Wissen

bestimmen. Das ist oft kein Wissen, sondern Information, die gekauft wurde oder sonst aus einem Grund populär ist. So verkümmern die Bereiche in unserem Gehirn, die für kritisches Denken zuständig sind. Wir geben den Sätzen nicht mehr unsere ganze Aufmerksamkeit. Das führt dazu, dass wir alle Twitter-Gehirne bekommen.“ Eine steile These, die man als Printmedium natürlich mit ähnlich verschämter Dankbarkeit aufnimmt wie einen Elfmeter, dem kein Foul vorangegangen ist. Allerdings nicht, ohne einräumen zu müssen, dass die medizinische bzw. neurologische Beweisführung noch weitestgehend ausständig ist, wenn man denn einen Blick auf den Stand der einschlägigen Forschung wirft. Auch ist die Behauptung eines kausalen Zusammenhangs zwischen gründlichem Lesen und kritischem Denken zumindest unerwiesen, wenn nicht gar gewagt. Gewagt ist auch die Annahme, dass neben der Komplexität der Gedanken beim digitalen Schnelllesen auch die Schönheit verlorenginge. Und zwar dergestalt, dass wir nicht mehr verstehen würden, wie sehr der Autor damit gerun-


eco.zukunft

„Welchen Leser ich wünsche? Den unbefangensten, der mich, sich und die Welt vergißt und in dem Buche nur lebt.“ JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

kurze Sätze zum Ausdruck. Selbstredend sind beide Literaten von Weltrang. Ihre Feststellung, dass beim digitalen Schnelllesen die Empathie litte, illustriert sie mit einer der kürzesten Kurzgeschichten aller Zeiten, die Ernest Hemingway zugeschrieben wird. Hemingway hatte mit sechs Worten das Auslangen gefunden und schrieb: „For sale: baby shoes, never worn.“ Das kann man durchaus auch traurig finden, wenn man es digital vor sich hat.

FAZIT

gen haben müsse, den richtigen Ausdruck zu finden. Daraus leitet Wolf sogar eine Gefahr für die Demokratie ab: „Wir werden faul, kognitiv ungeduldig und bleiben lieber in unseren Gedankensilos, weil das weniger Zeit und Anstrengung braucht. Damit sind wir leichte Beute für falsche Ängste und trügerische Hoffnungen, und dies sind die beiden wichtigsten Werkzeuge von Demagogen. Diese Atrophie, also das Verkümmern unseres Denkens, hat Auswirkungen auf unsere Demokratie.“ Dass uns durch das digitale Schnelllesen eine direkte Gefahr für die Demokratie erwachsen könnte, möchte man auch nicht vermuten, und ohne die Warnung vor dem bösen Wolf in Gestalt des Demagogen scheint heute kaum mehr ein Interview auszukommen. Aber das nur am Rande. Wolf führt weiter aus, dass der Verlust des Tiefenverständnisses und analytischen Denkens ein Kollateralschaden unserer digitalen Kultur sei. Wieder eine medienwirksame These, deren Nachweis aussteht. Immerhin konzediert Wolf, dass Papier und Bildschirm keine Feinde seien. Große Erleichterung macht sich breit.

LESEKULTUR Wie wichtig das Lesen als Kulturtechnik ist, wurde Maryanne Wolf klar, als sie in den 1970er-Jahren einige Zeit in einem ärmlichen Dorf in Hawaii verbrachte, dessen Bewohner teils nicht alphabetisiert waren. Dieses Schlüsselerlebnis hatte die Wissenschaftlerin erst dazu bewogen, sich der Neurolinguistik zuzuwenden. Wolf verfolgt die Vision, die Kindergehirne biliteral schulen zu können. Das bedeutet, Kindern sowohl das analoge als auch das digitale Lesen beizubringen. „Wir müssen eine neue Art von Gehirn kultivieren“, meint die Wissenschaftlerin. Geschehen soll das am besten dadurch, dass die Kinder programmieren lernen sollen. Das sei etwas Aktives und Kreatives. Wolf plädiert ferner dafür, dass Kinder weiterhin auf Papier Lesen lernen, bis die Fähigkeit zum „tiefen“ Lesen ausgebildet sei. Na dann. Es geht auch nicht klar hervor, ob nun kurze oder lange Sätze beim „tiefen“ Lesen zu bevorzugen seien. Diesbezüglich legt sich die Neurolinguistin nicht genau fest, bringt abwechselnd ihre Bewunderung für Prousts lange und Hemingways

Das Buch, das Maryanne Wolf mit „Reader, Come Home: The Reading Brain in a Digital World“ vorlegt, erhebt zwar einen wissenschaftlichen Anspruch, ohne sich stringent an die wissenschaftliche Methode zu halten. So ist das Buch eher anekdotisch aufgebaut. Das ist nicht per se schlecht, die Anekdoten und die Selbstbeobachtung, die im Buch stattfindet, sollte man nur nicht für gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse halten. Interessant sind die Thesen, die Wolf in ihrem Werk aufstellt, aber allemal. Und sie laden einmal zur kritischen Selbstbeobachtung ein, was das eigene digitale und analoge Leseverhalten angeht.

FÜR SIE GELESEN

Reader, come home: The Reading Brain in a Digital World Maryanne Wolf, Harper Verlag, 2018, 272 Seiten, EUR 21,80 Derzeit nur auf Englisch, auch als Hörbuch und E-Book erhältlich.

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eco.zukunft

TIROL INNO VAT I V

MEHR ALS EIN SCHNÖDES WORT Nachhaltigkeit ist ein derart inflationär gebrauchtes Wort, dass man damit eigentlich gar nicht mehr wirklich etwas anzufangen weiß. Vielfach ist es zum reinen Marketingsprech verkommen und so verwässert, dass es seine Bedeutung verliert. Und dennoch gibt es sie, die Unternehmen, die dem Begriff tatsächlich gerecht werden. Zwei davon zeigen wir Ihnen hier. TEXT & FOTOS: MARIAN KRÖLL

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Die Alpenkohle GmbH ist im Jänner von Benjamin Hupfauf aus dem MCI-Spin-off Syncraft ausgegründet worden. Die Kohle sei dem Unternehmen tatsächlich „passiert“, sagt dessen CEO Marcel Huber. Vorrangig soll die Kohle heimische Grillfreunde erfreuen – sozusagen die konsequente Fortsetzung des Regionalitätsgedankens: Heimisches Fleisch und Gemüse gegrillt auf heimischer Kohle.


QWSTION produziert Rucksäcke und Taschen und ist eigentlich aus einem Mangel geboren. Ziel war es, einen Rucksack zu kreieren, der in der Freizeit wie im Geschäftsleben gleichermaßen gute Figur macht und zudem funktionell ist. Gefertigt werden die Teile aus dem ebenso innovativen wie reißfesten Bananatex® oder Canvas aus 100 Prozent Bio-Baumwolle.

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eco.zukunft

So einfach kann es sein: Klare Vorstellungen des Bauherrn, dem Arbeitsatmosphäre und Nachhaltigkeit ein Anliegen sind, gepaart mit solider Holzkonstruktion in blanker Brettsperrholz-Ausführung und einer guten architektonisch-funktionellen Organisation, ergeben lebenslustige Räume für die tägliche Arbeit. Das Firmengebäude von QWSTION In Reith bei Seefeld wurde heuer mit dem Tiroler Holzbaupreis ausgezeichnet.

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GANZ SCHÖN PRAKTISCH

B

eim Betreten eben jenes Gebäudes im Gewerbegebiet von Reith bei Seefeld steigt einem unverzüglich der wohltuend-harzige Geruch von Holz in die Nase. Kein Wunder, besteht das gesamte Bauwerk doch aus Brettsperrholz und Glas. Für das Unternehmen, das seit Oktober letzten Jahres darin sitzt, ist Nachhaltigkeit kein bloßes Lippenbekenntnis. Mit dem Firmensitz aus Holz hat man eine erste Duftmarke gesetzt. Für das architektonisch wie funktionell überzeugende Gebäude gab es sogar den Tiroler Holzbaupreis in der Kategorie Gewerbe. Nun stellt sich die Frage, wer da wohl bei Seefeld Quartier bezogen haben mag?

QWSTION IS THE ANSWER

In diesem Fall ist QWSTION die einzig richtige Antwort. Das wird genauso ausgespro-

Mit den Fasern der Banane, Bienenwachs und jeder Menge Hirnschmalz schafft der Rucksack- und Taschenproduzent QWSTION zeitlose Designklassiker, die nach ihrer Lebensdauer sogar kompostiert werden können. Nachhaltiges Wirtschaften ist dem Unternehmen ein Anliegen, das konsequent und glaubwürdig vertreten wird. Als EU-Zentrale hat man Reith bei Seefeld ausgewählt und dort ein preisgekröntes Holzgebäude errichtet.

chen wie das englische Vokabel Frage. Gegründet wurde das Unternehmen bereits vor etwas mehr als zehn Jahren in Zürich von den fünf Freunden Christian Kägi, Fabrice Aeberhard, Matthias Graf, Sebastian Kruit und Hannes Schönegger, der als CEO hauptsächlich in Seefeld sitzt. Erstere drei stammen aus der Schweiz und konstituieren den kreativen Part, Kägi und Aeberhard sind Industriedesigner, Graf ist grafischer Designer. Der Niederländer Sebastian Kruit verfügt über Marketing-Know-how, Hannes

Schönegger ist – unter anderem – der Mann für die Zahlen, der früher über Jahre hinweg den Air & Style mitorganisiert und die World Snowboard Tour mit aufgebaut hat.

AUS DEM MANGEL ENTSTANDEN

Produziert werden Rucksäcke und Taschen. Das klingt zunächst einmal nicht besonders spannend oder gar innovativ. Man sollte aber keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ein Rucksack ist an sich ein ausgereiftes Produkt, und dennoch lassen sich viele kleine Verbesserun-


eco.zukunft

gen daran vornehmen, die für das Nutzererlebnis mehr sind als bloß die Summe ihrer Teile. „Wir waren beruflich immer viel unterwegs und hatten beim Reisen natürlich viel mit Taschen zu tun“, sagt Schönegger. „Diese Taschen waren entweder businesstauglich oder funktionell, aber nie beides. Man musste sich immer entscheiden, und das wollten wir eigentlich nicht. Die Tasche, die wir alle selbst gern benützt hätten, gab es nicht.“ QWSTION ist eigentlich aus einem Mangel geboren. Ziel war es, einen Rucksack zu kreieren, der in der Freizeit wie im Geschäftsleben gleichermaßen gute Figur macht und zudem funktionell ist. Im Unternehmen beginnt alles damit, die richtigen Fragen zu stellen und das Bestehende, die Norm, zu hinterfragen. So steht es im Mission Statement, das man sich selbst gegeben hat. Selbiges ist nicht etwa nur leeres Gerede, sondern es wird im Unternehmen durchaus ernst genommen, und zwar konsequent.

VÖLLIG BANANE

Dementsprechend geht man auch am Materialsektor neue Wege. Einen Rucksack aus den Fasern der Stämme der Abacá-Pflanze zu machen, klingt im ersten Moment vielleicht ein bisschen Banane. Ist es auch. Die Abacá, auch Bananenhanf genannt, gehört nämlich zur Familie der Bananengewächse. Als Faserpflanze genutzt, werden aus ihr unter anderem salzwasserresistente Schiffstaue hergestellt. Und neuerdings eben auch stylische Taschen und Rucksäcke. Eigens dazu hat man ein technisches Gewebe entwickelt, das auf den stimmigen Namen Bananatex® hört und die logische Konsequenz des Unternehmensziels ist, möglichst nachhaltige Textilien zu entwickeln. Das Gewächs ist robust, wird in einem Ökosystem nachhaltiger Forstwirtschaft kultiviert und braucht weder Pestizide noch Dünger. Es eignet sich auch hervorragend zur Wiederaufforstung ehemaliger Palmölplantagen auf gerodetem Urwaldgebiet. Dort verhindert der Abacá-Anbau die Erosion der anfälligen Böden. Vor etwas mehr als drei Jahren rückte die Abacá, die botanisch als Musa textilis bekannt ist, in den Fokus der Schweizer. Als nachhaltige Alternative in einem Markt, der von erdölbasierten Produkten dominiert wird. Wenn man nicht gerade aus Bananenstauden Rucksäcke macht, greift QWSTION seit rund acht Jahren auf ein Canvas aus 100 Prozent Bio-Baumwolle zurück. Die weiche Baumwolle wird durch ein spezielles, vom Unternehmen entwickeltes Verfahren in ein besonders robustes, reißfestes

„Es ist nicht wichtig, wo man produziert, sondern wie man produziert.“ HANNES SCHÖNEGGER

Hannes Schönegger sitzt als CEO von QWSTION vorwiegend in Seefeld und ist – unter anderem – der Mann für die Zahlen.

79 Textil verwandelt, das es in dieser Form am Markt zuvor nicht gab. Robust und langlebig ist auch Bananatex®, und dazu noch leicht und flexibel. Außerdem wird das Gewebe mit natürlichem Bienenwachs beschichtet, um es wasserabweisend zu machen. Die Suche nach einer Alternative zu den chemischen Mitteln, die zur normalerweise zur Beschichtung herangezogen werden, war nicht einfach, aber erfolgreich. Kurzum: An der Textil-Innovation lässt sich nicht das Geringste aussetzen. „Wir sehen in Bananatex® großes Potenzial“, ist Schönegger überzeugt. Wohl auch deshalb ist die Bananatex®-Entwicklung als Open-Source-Projekt aufgesetzt worden. Das heißt, dass die Expertise zur Herstellung des Gewebes prinzipiell auch anderen Herstellern zugänglich ist. Sharing is caring. Bei QWSTION glaubt man ans Teilen. Allein kann man als kleiner Hersteller nur wenig bewirken, wenn mehrere Marken auf den Zug aufspringen, lässt sich in Sachen Nachhaltigkeit in der Branche einiges zum Positiven wenden. Das taugt zwar nicht dazu, den eigenen Profit zu maximieren, aber das ist es ohnehin nicht, was den Schweizer Taschenhersteller mit EU-Sitz in Seefeld antreibt. Schönegger weist auf die Vielseitigkeit des Materials hin: „Wir teilen Bananatex® mit allen, die Interesse daran haben. Damit lassen sich zum Beispiel auch

Turnschuhe herstellen oder ein Sofa überziehen.“ Das Feedback auf diese Ankündigung sei überwältigend gewesen. Es habe über 200 ernstzunehmende Anfragen wegen des neuen Materials gegeben. Darunter klingende Namen wie Google-Mutter Alphabet oder Samsonite. Selbst die Autoindustrie ist interessiert. Im stillen Kämmerchen sein eigenes Süppchen zu kochen hält Schönegger zwar für eine in der Wirtschaft sehr weit verbreitete Art zu agieren, „die Zukunft ist das aber nicht. Wir sind davon überzeugt, dass Kooperation besser funktioniert als Konkurrenz.“

ES ZÄHLT DAS WIE

Es ist keineswegs selbstverständlich, dass ein Hersteller die gesamte Produktionskette vom Ausgangsrohstoff bis zum fertigen Produkt mitgestaltet. Dazu verfolgte man den Weg, den Textilien normalerweise nehmen, zum Ursprung zurück, von der Weberei über den Garnproduzenten bis hin zu den Bauern, die die Abacá in Permakultur anbauen. Dabei werden die Pflanzen nicht etwa gerodet, sondern lediglich die sogenannten Scheinstämme abgeschnitten. Dieser Erntevorgang lässt sich wiederholen, sobald die Stämme nachgewachsen sind. „Abgesehen vom unschlagbaren sozialen Fußabdruck ist der Anbau von Abacá auch ökologisch


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sehr sinnvoll, weil die Pflanze ohne künstliche Bewässerung und Pestizide auskommt. Die Faser selbst ist sehr reißfest und, wie wir glauben, sehr langlebig. Das sind für eine Tasche natürlich sehr gute Eigenschaften“, führt der CEO aus. Um aus der Rohfaser ein technisches Gewebe erzeugen zu können, ist ein Zwischenschritt notwendig. Aus den Fasern wird nämlich eine Art Papier hergestellt, das dann in dünne Fäden geschnitten wird, aus denen ein Garn gemacht wird, das in einem letzten Schritt in der Weberei zu einem Stoff gewoben wird. Das geschieht im konkreten Fall in Taiwan. Generell lässt das Unternehmen in Asien produzieren und kommuniziert das auch ganz transparent. „Es ist nicht wichtig, wo man produziert, sondern wie man produziert“, meint Schönegger und fährt fort: „Die Leute, mit denen wir arbeiten, machen das seit acht Jahren, lernen und entwickeln sich mit uns. Wir sind viel vor Ort und kennen jeden, der dort an der Nähmaschine sitzt.“ Sofern sie nicht naturbelassen bleiben, werden die Textilien bei QWSTION mit natürlichen Farbstoffen eingefärbt. Nach dem Ende der Lebensdauer lässt sich Bananatex® überdies ganz einfach kompostieren. Konsequenterweise kann man die Taschen und Rucksäcke auch verhältnismäßig einfach reparieren. „Es macht einfach Sinn, Dinge zu reparieren und nicht ständig alles wegzuschmeißen“, sagt Schönegger. Die Rucksäcke sind so konzipiert, dass beim Zuschneiden möglichst wenig Stoffreste übrig bleiben. Diese radikale Reduktion auf das Wesentliche war für das Designteam eine weitere Herausforderung, die offenbar erfolgreich gemeistert wurde.

STRAIGHTER DESIGNKLASSIKER

Im Produktdesign geht es darum, Rucksäcke und Taschen zu gestalten, die hoch funktional sind und dabei dennoch einen Look haben, der möglichst reduziert wirkt. „Clean“ nennt Hannes Schönegger das. Und tatsächlich gibt es nichts an den Taschen und Rucksäcken, das ablenken oder gar stören würde, alles hat einen Zweck. Rechteckig, praktisch, gut. So einfach kann gutes Design sein. Anfangs wurden die Produkte nach dem Marktstart im Jahr 2008 überwiegend online und über eine Handvoll Händler bzw. eigene Flagshipstores in einigen europäischen Städten vertrieben. „Unsere Taschen und Rucksäcke haben sich gleich von Anfang an gut verkauft, die Produktfamilie und Stückzahlen sind kontinuierlich und organisch gewachsen. Dabei haben wir gesehen, dass die einzelnen Vertriebskanäle einander wechselseitig brauchen“, erinnert sich Schönegger. Die fünf QWSTION-Gründer haben jahrelang fast alle Tätigkeiten im Unternehmen selbst erledigt und den Betrieb finanziell ohne Fremdfinanzierung auf die Beine gestellt. „Einer


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Können Rucksäcke innovativ sein? Ja, wenn sie aus Bananatex® hergestellt sind zum Beispiel, einem technischen Gewebe aus den Fasern der Stämme der AbacáPflanze, auch Bananenhanf genannt.

CONTURE® MAKE-UP

hat gezeichnet, ein anderer ging verkaufen, wieder ein anderer hat die Produkte verschickt.“ Generell spielt im Unternehmen Intuition eine wichtigere Rolle als komplizierte Strategien und detaillierte Businesspläne. Natürlich ist jedes Unternehmen gemäß der inhärenten Logik unseres Wirtschaftssystems gewissermaßen zum Wachstum verdammt. Das hat QWSTION im ersten Jahrzehnt seines Bestehens auch sehr gut hingekriegt. „Wir sind mit 30, 40 Prozent im Jahr gewachsen. Das wird klarerweise nicht ewig so weitergehen, aber wir wachsen nach wie vor sehr ordentlich und werden auch unser Team in den kommenden Jahren kontinuierlich vergrößern“, sagt Schönegger. Derzeit beschäftigt das Unternehmen insgesamt 25 Personen in Zürich, Seefeld, Wien, Kopenhagen und Lausanne. Der Taschenmarkt sei an sich zwar gesättigt, aber das Interesse und Bewusstsein der Konsumenten, wer was mit welchen Mitteln produziere, sei im Wachsen. QWSTION-Rucksäcke gibt es in allen möglichen Farben. Obwohl es bis zu 18 Monaten an Vorlaufzeit braucht, bis ein Rucksack vom Entwurf bis zur Farbgebung Realität wird, hat man schon mehrmals die trendigsten Farben vorausgeahnt. So auch die Pantone-Modefarbe des Jahres, das korallenrote Coral. Dennoch hechelt man bei QWSTION nicht atemlos Modetrends hinterher, wie Schönegger erklärt: „Unsere Idee ist es, nicht jede Saison etwas Neues zu machen, sondern Klassiker zu schaffen.“ Klassiker, die natürlich punktuellen Veränderungen unterworfen sind, wenn sich Rahmenbedingungen ändern.

Das Designstudio, in dem alle kreativen Prozesse passieren, ist und bleibt in Zürich beheimatet. Dort werden die neuen Produkte entwickelt und auch die Prototypen hergestellt. Am Standort bei Seefeld sind die Logistik, Administration, der Finanzbereich, die Kommunikation und das Marketing gebündelt. Das große Lager hat auch die Kubatur des neuen Holzgebäudes vorgegeben. Nachdem mit Schönegger und Kruit zwei der fünf Gründer Tirol-Hintergrund haben, schien es folgerichtig, hier die EU-Zentrale einzurichten. Früher war QWSTION in unterschiedlichen Objekten eingemietet, denen man aber immerzu entwachsen ist. Vor zwei Jahren fiel deshalb die Entscheidung, im Gewerbegebiet neu und an die Bedürfnisse angepasst zu bauen. Dementsprechend bietet der Bau in Reith Erweiterungsmöglichkeiten und ist noch nicht voll belegt. Ganz leicht sei die Standortwahl nicht gewesen, erzählt Schönegger, der in Tirol einen generellen Mangel an Gewerbeflächen und dementsprechend hohe Grundstückspreise ausmacht. Es war rasch klar, dass Holz das richtige Baumaterial für QWSTION sein würde. „Die Entscheidung, unser Haus so zu machen, wie wir auch unsere Produkte machen, war einfach. Nämlich mit nachhaltigen Materialien und so klimaschonend wie möglich. Alles andere wäre unlogisch gewesen“, so Schönegger. So wird auch der Strom für die hauseigene Erdwärmesonde mittels Photovoltaik selbst erzeugt. Das Gebäude ist wie die Produkte: funktionell und simpel, ohne dabei den ästhetischen Anspruch preiszugeben. Noch Fragen?

Perfekte Augenbrauen verleihen dem Gesicht Ausdrucksstärke, Augen werden durch Lidstriche perfekt in Szene gesetzt und Lippen wirken durch natürliche Konturen mit farbiger Einschattierung voll und ebenmäßig: Mit dem LongTime-Liner® Conture® Make-up wird die natürliche Schönheit jedes Menschen hervorgehoben. Als eine der Ersten in Österreich ließ sich Gerlinde Jirka zur Permanent-Make-up-Stylistin ausbilden und betreut ihre Kundinnen mit viel Feingefühl und Fachwissen.

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INSTITUT

MICRONEEDLING R ADIOFREQUENZ JETPEEL K R YO L I P O LYS E G A N Z KÖ R P E R M A S S AG E N ROBERT FR ANZ SHOP

IHR 1. DERMAKOSMETISCHES FACHINSTITUT IN TIROL

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eco.zukunft

MIT KOHLE KOHLE MACHEN

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Und dabei noch kurz die Welt retten.

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it Alpenkohle ist im Jänner ein Unternehmen aus dem heuer das zehnjährige Jubiläum feiernden MCISpin-off Syncraft ausgegründet worden. Das Spin-off des Spin-offs sozusagen. Syncraft versteht sich auf die Herstellung flexibler Biomasseheizkraftwerke und möchte in Zukunft einen wichtigen Rohstoff, der bisher nicht mehr war als ein Nebenprodukt, zum Hauptdarsteller machen: Kohlenstoff. „Wasser mag das Lösemittel des Universums sein, aber Kohlenstoff ist das Klebeband des Lebens“, schrieb einst Pulit-

zer-Preisträgerin Natalie Angier in ihrem Buch „Naturwissenschaft“. Der Mensch besteht zu zwei Dritteln aus Kohlenstoff, der Bau- und Brennstoff zugleich ist. Im Periodensystem wird er mit dem Buchstaben C bezeichnet. Kohlenstoff ist ein äußerst bindungsfreudiges Element und begegnet uns im Alltag sehr häufig als Energieträger, Rohstoff für die chemische Industrie oder Bestandteil von Kunststoffen. Es gibt unzählige Anwendungen mehr. Wir dürften in der Zukunft noch so manches von den C-Atomen hören, zum Beispiel in ihrer spezifischen Gestalt als Fullerene oder Graphen.

Ferner bildet C als Graphit zugleich eines der weichsten Materialien und als Diamant eines der härtesten, die uns bekannt sind. In den CraftWERKEN von Syncraft fällt ebenfalls Kohlenstoff an. Die Holzgasanlagen erzeugen aus trockenem Hackgut, das zuerst thermochemisch in einen gasförmigen Brennstoff überführt wird, praktisch feinstaubfrei Strom und Wärme. Die zugrunde liegende Technologie haben CEO Marcel Huber und sein Team von Grund auf selbst entwickelt und schützen lassen. Als Huber 2002 mit der Entwicklung der Schwebefestbett-Technologie begonnen hatte, war Bio-


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„Der Kraftwerksbetreiber hat zunächst nur den Rohstoff Holzkohle, aber noch kein Produkt definiert. Dabei können wir ihm helfen.“ BENJAMIN HUPFAUF, GESCHÄFTSFÜHRER ALPENKOHLE GMBH

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masse hoch im Kurs und die Entwicklung der Photovoltaik noch weniger weit fortgeschritten. Aus der eingesetzten Biomasse in Form von Waldhackgut oder aber auch Sägenebenprodukten entstehen im Heizkraftwerk von Syncraft etwa 30 Prozent Strom, 60 Prozent Nutzwärme und nicht zuletzt zehn Prozent Biokohle. Der Wirkungsgrad der Heizkraftwerke aus dem Hause Syncraft liegt über 90 Prozent. Das ist schon für sich genommen eine Ansage. „Wenn man Kraftwerke baut, möchte man Strom und Wärme haben. Das mit der Kohle ist uns tatsächlich passiert“, sagt der CEO. Bei der Konkurrenz bleibt näm-

lich oft nur noch Asche zurück. Das war auch einmal Hubers Ziel: „Wir wollten auch noch mehr aus dem Brennstoff herausholen, dass am Ende nur noch Asche übrig bleibt. Jetzt tun wir aber das Gegenteil. Die Kohle hat mittlerweile einen viel zu hohen Wert, um sie einfach weiter zu veraschen.“ Mit der Biokohle erzeugen die Anlagen Einnahmen, wo man normalerweise mit Ausgaben rechnen muss. Das ist ein ökonomisches Argument, das zunehmend wichtiger wird und deshalb in letzter Zeit stark in den Fokus des Unternehmens gerückt ist. Marcel Huber erklärt: „Kunden decken ihre Opex (Betriebskosten) durch die Kohle, das ist nicht mehr nur ein netter Nebeneffekt, sondern ein Verkaufsargument.“ Die Biokohle wird in den Anlagen meist in Bigbags oder Container abgefüllt und wurde bislang vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt. Die sogenannte Kohlenstoffsequestrierung, also die Festlegung von Kohlenstoff in einem anderen Reservoir als in der Atmosphäre, wird vor allem vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaziele zunehmend relevant. Im konkreten Fall wird der Kohlenstoff in Form von Biokohle als Bodenverbesserer in den Pflanzenkreislauf rückgeführt bzw. in den Boden eingebracht. Die Biokohle fungiert dabei nicht direkt als Düngemittel, hilft aber dabei, Düngesubstanzen über lange Zeit im

Boden zu speichern, was den Düngemitteleinsatz wesentlich reduzieren kann. Durch die Sequestrierung wird der CO2-Fußabdruck, auch Carbon Footprint genannt, der Holzkraftwerke sogar negativ. „Wir können CO2 speichern und Strom produzieren. Das kann sonst niemand“, erklärt Huber. Auch eine Photovoltaikanlage nicht. Das heißt, dass mehr Kohlenstoff gebunden wird als ausgestoßen, was wiederum für das Weltklima als äußerst positiv zu bewerten ist. Der Biomasse dürfte eine Schlüsselrolle in der Verfolgung der Klimastrategie zukommen. „Unsere Art, Kohle herzustellen, ist maximal effizient“, so Huber. Nachsatz: „Wir sehen uns in der Entwicklung ganz klar in Richtung Holzkohleproduzent, der als Nebenprodukte Strom und Wärme erzeugt.“ Kohle, erklärt Huber, sei ja schließlich ein Rohstoff, der in unzähligen Produkten enthalten sei, von der Farbe über die Aktivkohle bis hin zum Bestandteil von Baustoffen. Mit der Biokohle aus dem Holzkraftwerk habe man außerdem eine Antwort auf die aus Klimaschutzgründen in Verruf geratene fossile Kohle, meint Huber: „Momentan ist noch die Kohle das Nebenprodukt. Wir glauben, dass sich das in Zukunft ändert.“ Mittlerweile scheint EU-weit sogar die zukünftige Einführung einer CO2-Steuer nicht mehr ausgeschlossen. Eine solche käme Syncraft natürlich zupass.


eco.zukunft

Alpenkohle-Geschäftsführer Benjamin Hupfauf und Syncraft-CEO Marcel Huber machen gemeinsame Kohle umweltfreundlich.

VOM ROHSTOFF ZUM PRODUKT

SCHWARZES GELD

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Erstmals hat man sich im Herbst 2018 intensiver damit auseinandergesetzt, die anfallende Biokohle besser zu nutzen und auch abseits landwirtschaftlicher Anwendungen zu monetarisieren. An dieser Stelle kommt Benjamin Hupfauf ins Spiel, der am MCI Verfahrens- und Umwelttechnik studiert hat und dort auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Im Jänner 2018 hat er die Alpenkohle GmbH gegründet. Syncraft ist dort mit drei weiteren natürlichen Personen als Gesellschafter an Bord. „Wir haben die Firma gegründet, um uns auf die Verwertung dieser einzigartigen Kohle zu konzentrieren. Sonst hätte es irgendwann jemand anders gemacht“, erläutert Hupfauf die Motivation hinter der Gründung. Bisher war die Herstellung von Holzkohle allgemein keine besonders umweltfreundliche Angelegenheit. Der Großteil der Produktion für den Weltmarkt stammt aus Schwellen- bzw. Entwicklungsländern. Der Beruf des Köhlers ist in Europa praktisch ausgestorben, was auch auf gestiegene Umweltstandards in Europa zurückzuführen ist. „Die meiste Kohle wird global gesehen in den Schwellen- und Entwicklungsländern hergestellt und zum Kochen und Heizen verwendet“, sagt Hupfauf. Anders als beim Heizkraftwerk wird in der technischen Kohleherstellung kein Strom erzeugt und auch die Abwärme nicht immer genutzt. Die Erzeugung von Kohle in sogenannten Kohlenmeilern, das sind bedeckte Holzhaufen, die in Brand gesetzt werden, ist zwar Kulturgut, spielt aber in Österreich faktisch keine Rolle. So wie das Land überhaupt zu 100 Prozent auf Kohleimporte angewiesen ist. Das muss nicht so bleiben.

Hupfauf ist mit seiner Alpenkohle nicht angetreten, um den Markt umzukrempeln. Dazu sind die verfügbaren Mengen – noch – viel zu gering. Er möchte eine Kohle aus heimischer Erzeugung anbieten, mit der man mit gutem Gewissen den Griller anheizen kann. Sozusagen die konsequente Fortsetzung des Regionalitätsgedankens: heimisches Fleisch und Gemüse gegrillt auf heimischer Kohle. Gewissermaßen ein Lifestyleprodukt zum Wohlfühlen. Doch Grillkohle soll keineswegs das Ende der Fahnenstange darstellen.

„Wir sehen uns in der Entwicklung ganz klar in Richtung Holzkohleproduzent, der als Nebenprodukte Strom und Wärme erzeugt.“ MARCEL HUBER, CEO SYNCRAFT ENGINEERING GMBH

Die Alpenkohle GmbH lässt die Biokohle auch analysieren und zertifizieren. So entsteht aus einem Rohstoff ein Produkt. Holzgrillkohle sei derzeit ein großes Thema, auch deshalb, weil WWF und Stiftung Warentest plakativ darauf aufmerksam gemacht hätten, dass Grillkohle teils aus illegalen Quellen stamme, Tropenhölzer enthalte und von sehr weit her herangekarrt werde, erklärt Hupfauf. Die ökologischen, ethischen und sozialen Aspekte sind jedenfalls nicht zu vernachlässigen. In Summe macht diese Grillkohle keinen schlanken (ökologischen) Fuß(abdruck). Mit der Alpenkohle kann einem das freilich nicht passieren. Die Alpenkohle GmbH sieht sich zuerst als Dienstleister, der die je nach Brennstoff und Lage des Heizkraftwerks unterschiedlichen Qualitäten analysiert und in jenen Märkten unterbringt, wo die Kohle sich am besten absetzen lässt. Bislang sind insgesamt sieben Syncraft-Anlagen in Betrieb und acht weitere in Bau. Mit vier davon hat die Alpenkohle GmbH ein aufrechtes Vertragsverhältnis. Zukünftig bietet Syncraft beim Verkauf an, den Kunden die Kohle abzunehmen und über das Spin-off zu vertreiben. „Wir sehen da für die Zukunft ein riesiges Potenzial“, ist Huber überzeugt. „Der Kraftwerksbetreiber hat zunächst nur den Rohstoff Holzkohle, aber noch kein Produkt definiert. Dabei können wir ihm helfen“, sagt Hupfauf, der es beim Kohlevermarkter und Grillkohleproduzent ohnehin nicht belassen will. Finanziell am einträglichsten, aber auch am herausforderndsten sei die Pharmabranche, wo der verarbeitete Rohstoff als Aktivkohle zum Einsatz kommt. Interessant ist auch die Industrie, wo diese Aktivkohle als Filter Verwendung findet. „Wir sind vordergründig ein Handelsunternehmen, werden uns aber auch als Entwickler etablieren“, schaut Hupfauf nach vorn. Aber das ist derweil noch Zukunftsmusik. Wer einstweilen guten Gewissens grillen und dabei sogar noch ein klein wenig die Welt retten möchte, kann jedenfalls auf Grillkohle aus Tirol vertrauen.


LEHRE & MATURA

ERFOLGSMODELL LEHRE UND MATURA

INFOS Allgemeine Information Die Matura wird in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und dem Fachbereich abgelegt. Der Fachbereich richtet sich nach dem Lehrberuf.

Das Land Tirol unterstützt seit 2008 das Projekt „Lehre und Matura“. Bereits 948 Lehrlinge gehen mit der allgemeinen Hochschulreife doppelt sicher in die Zukunft.

Modelle 1. Integriertes Modell Das integrierte Modell ist Bestandteil des Lehrverhältnisses und muss mit dem Lehrbetrieb abgeklärt sein. Der Unterricht findet bei diesem Modell einmal pro Woche am Vormittag oder Nachmittag statt.

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irol genießt international große Anerkennung als idealer Wirtschaftsstandort, eine wichtige Rolle spielen dabei hoch motivierte und bestens qualifizierte Fachkräfte. Früher mussten sich Jugendliche entweder für eine Lehrausbildung oder eine rein schulische Ausbildung entscheiden. Durch das Modell „Lehre und Matura“ schließen sich nunmehr eine Lehre und eine höhere schulische Ausbildung nicht mehr aus. Denn „Lehre und Matura“ verbindet seit 2008 eine vollständige Berufsausbildung mit der allgemeinen Hochschulreife und wird – durch die Unterstützung des Landes Tirol und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung – kostenlos angeboten. Bereits 948 Lehrlinge (374 Frauen, 574 Männer) haben sich für diesen Ausbildungsweg entschieden und konnten neben ihrer Berufsausbildung die Maturaprüfung

erfolgreich ablegen. In Tirol wird die Ausbildung „Lehre und Matura“ vom WIFI und vom BFI angeboten. Dabei kann zwischen einem „Begleitenden Modell“ und einem „Integrierten Modell“ gewählt werden. „Lehre und Matura“ kombiniert die Lehrausbildung im Betrieb mit der schulischen Vorbereitung auf die Matura. Die Jugendlichen starten damit höherqualifiziert und doppelt sicher in ihre Zukunft. www.tirol.gv.at/lehre-und-matura

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2. Begleitendes Modell Im begleitenden Modell findet der Unterricht in der Freizeit statt. Damit ist der Unterricht unabhängig vom Lehrbetrieb und es gibt keine Überschneidungen mit dem Berufsschulunterricht. Kosten Die Finanzierung des Ausbildungsmodells „Lehre und Matura“ erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) mit Unterstützung des Landes Tirol. Damit können diese Kurse vom BFI Tirol und WIFI Tirol für Lehrlinge kostenlos angeboten werden.

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mit zwei ausbildungen doppelt sicher in die zukunft. Lehre & Matura verbindet eine vollständige Berufsausbildung mit der allgemeinen Hochschulreife. In Tirol wird dieses Angebot vom WIFI und vom BFI durchgeführt. Mehr Informationen unter: www.tirol.gv.at/lehre-und-matura

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Rund 8.000 Firmenkunden vertrauen bei ihrer Unternehmensfinanzierung auf die Volksbank Tirol – eine starke Tiroler Regionalbank.

STARKER PARTNER FÜR DIE TIROLER WIRTSCHAFT

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Als Unternehmer-Bank konzentriert sich die Volksbank Tirol auf die Finanzierung der Tiroler Wirtschaft. Die Unternehmer-Milliarde der Volksbanken geht 2019 in die dritte Runde – an die Erfolge der Vorjahre soll nahtlos angeknüpft werden.

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ereits zwei Jahre in Folge konnten die Volksbanken das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft – die Kleinund Mittelunternehmen – erfolgreich mit Finanzierungen aus der Unternehmer-Milliarde stärken. 2017 konnten Finanzierungen von 1,05 Milliarden Euro abgeschlossen werden. 2018 waren es sogar 1,21 Milliarden Euro. 2019 soll diese Erfolgsgeschichte um ein drittes Kapitel verlängert werden.

dritte Runde. So sollen auch 2019 wieder österreichische Unternehmen mit über einer Milliarde Euro an Kreditvolumen gestärkt werden. Die Unternehmer-Milliarde ist eine Initiative, auf die die Volksbanken besonders stolz sind. Mit über 328.000 Betrieben, 68 Prozent aller Beschäftigten und 63 Prozent aller getätigten Umsätze stellen KMU das

Fundament der österreichischen Wirtschaft dar. Als Hausbank wollen die Volksbanken diesen weiterhin als verlässliche Partner zur Seite stehen. Im letzten Jahr wurde mit dem Aufwind einer guten Konjunktur die Milliarde Kreditvolumen noch schneller vergeben als 2017. Dies ist nicht zuletzt auch der erfolgreichen Neuausrichtung des Verbundes

UNTERNEHMER - MILLIARDE 2019

„Die Volksbank Tirol kennt die Betriebe vor Ort und kann daher Kredite rasch und bedarfsorientiert an die Tiroler Wirtschaft vergeben.“ © VOLKSBANK

Verteilte sich das Finanzierungsvolumen von über eine Milliarde Euro im Rahmen der „Unternehmer-Milliarde“ im Jahr 2017 auf über 3.500 Einzelkredite, konnte die Zahl 2018 auf insgesamt 4.093 Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1,21 Milliarden Euro gesteigert werden. Der Fokus lag dabei klar auf der Kernzielgruppe der Volksbank, den KMU. Nach den Erfolgen der beiden Vorjahre geht die Finanzierungsoffensive in diesem Jahr in die

STEFAN POSCH, REGIONALDIREKTOR DER VOLKSBANK TIROL AG


© SHUTTERSTOCK.COM

© PHOTOGRAPHY RABENSTEINER

VOLKSBANK TIROL

geschuldet. Nach den strukturellen Veränderungen vergangener Jahre konnten sich die Volksbanken zuletzt noch stärker auf die Bedürfnisse der Unternehmerkunden konzentrieren, was sehr gut gelungen ist.

DIE HAUSBANK FÜR UNTERNEHMER

„Die Volksbank Tirol ist als UnternehmerBank ein verlässlicher Partner für Kleinund Mittelbetriebe. Unser Anspruch ist es, die Hausbank der Tiroler Unternehmer zu sein.“ MAG. MARTIN HOLZER, VORSTANDSVORSITZENDERSTELLVERTRETER DER VOLKSBANK TIROL AG

banken-Verbund ist das gesamte Kreditvolumen im Vorjahr um 1,39 Milliarden Euro bzw. +7,2 Prozent von 19,42 auf 20,81 Milliarden Euro gestiegen. Allein in der Volksbank Tirol wurden 2018 rund 700 Neukredite an Tiroler Unternehmen mit einem Finanzierungsvolumen von insgesamt knapp 340 Millionen Euro vergeben.

Wie in den Vorjahren erwarten die Volksbanken eine breite Streuung bei der Kreditvergabe. Dabei ist es auch 2019 das Ziel, die Zahl der Einzelkredite erneut zu steigern und noch mehr Unternehmer zu unterstützen. Volksbank-Vorstand Mag. Martin Holzer: „Unsere Kundengespräche in den letzten Jahren haben uns in der Annahme gestärkt, die dieses Projekt erst ins Rollen gebracht hat: Gerade auch kleinere Unternehmen können von einer anziehenden Konjunktur profitieren. Dazu brauchen sie einen vertrauensvollen Finanzpartner, der ihnen bei ihren Investitionen zur Seite steht, ihre Bedürfnisse und Anliegen kennt und sie auf Augenhöhe berät. Sie benötigen eine Hausbank.“ „Wir übernehmen diese Funktion für mehr und mehr heimische Unternehmer in allen Branchen. Die Unternehmer-Milliarde demonstriert unsere Finanzierungsbereitschaft und unsere Wachstumsziele“, ergänzt Volksbank-Regionaldirektor Stefan Posch.

GUTES KREDITWACHSTUM

Der Fokus auf persönliche und langfristige Kundenbeziehungen schlägt sich auch in der Kundenzufriedenheit nieder. So zeigte eine von den Volksbanken durchgeführte Kommerzkundenbefragung aus dem Sommer 2018, dass 90 Prozent der Unternehmenskunden mit den Leistungen der Volksbank Tirol zufrieden oder sehr zufrieden sind. Insbesondere wird von Unternehmerinnen und Unternehmern die persönliche Beratung wertgeschätzt: Für 68 Prozent der Kommerzkunden ist diese wichtig oder sehr wichtig, für weitere 26 Prozent sogar entscheidend. Dabei gaben nicht weniger als 96 Prozent an, mit der individuellen Beratung der Volksbank Tirol zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. „So ein positives Feedback bestätigt uns natürlich in unserer Ausrichtung als Hausbank“, freut sich Mag. Martin Holzer.

Dass die Volksbanken einen zentralen Platz in der österreichischen Bankenlandschaft einnehmen, beweist auch das generelle Wachstum des Kreditvolumens. Im Volks-

Nützen auch Sie die Unternehmer-Milliarde der Volksbank, profitieren Sie von den derzeit günstigen Konditionen und sichern Sie sich die passende Förderung für Ihr Finan-

TIROLER KOMMERZKUNDEN SCHÄTZEN PERSÖNLICHE BETREUUNG

zierungsvorhaben. Nützen Sie das Know-how unserer Berater im Finanzierungs- und Förderbereich. In gezielten Beratungsgesprächen wird der Finanzierungsbedarf Ihres Unternehmens analysiert und – maßgeschneidert auf Ihre Bedürfnisse – ein Angebot zur Finanzierung gelegt. Ein Gespräch mit Ihrem Firmenkundenberater in der Volksbank Tirol lohnt sich. www.unternehmer-bank.at PR

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eco.zukunft

Von der Forschung zur Entwicklung Forschung ist für die Weiterentwicklung eines Landes und der Gesellschaft essenziell. Wichtig ist, dass diese nicht nur hinter verschlossenen Türen passiert, sondern das Know-how auch der Wirtschaft zugänglich gemacht wird. TEXT: MARINA KREMSER

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ie Forschung ist ein Bereich, der in der breiten Öffentlichkeit oft nicht verstanden wird. Zu komplex, zu weit weg vom eigenen Leben. Vor allem die Grundlagenforschung hat es in der öffentlichen Wahrnehmung nicht einfach, weil sie in der Regel kaum fassbare Ergebnisse liefert – wenn überhaupt. Nicht selten sind daraus gewonnene Erkenntnisse nicht unmittelbar verwertbar, sondern helfen manchmal erst Jahre oder Jahrzehnte später bei der Lösung

von Problemstellungen weiter. Dabei ist eine Weiterentwicklung eines (Wirtschafts-) Standortes und der Gesellschaft generell ohne Forschung nicht möglich. Vor allem in jenen Ländern, die über keine Rohstoffe verfügen, und Österreich ist in diesem Punkt bekanntlich eher wenig gesegnet. Unser größtes Asset ist unser Wissen.

FORSCHUNG FÖRDERN

Die Universität Innsbruck versteht sich als Forschungsuniversität und hat zur Schär-

fung und Stärkung ihres Profils neben den 16 Fakultäten sechs Forschungsschwerpunkte eingerichtet: Alpiner Raum, Digital Science Center (DiSC), Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte, Centrum für Molekulare Biowissenschaften Innsbruck (CMBI), Physik und Scientific Computing. Daneben bestehen vier fakultätsübergreifende Forschungsplattformen und 40 Forschungszentren, die die Vernetzung der Wissenschaftler fördern. Einige Projekte werden dabei vom COMET-Programm unterstützt, das den Auf-


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© UNIVERSITÄT INNSBRUCK

bau von Kompetenzzentren fördert, in denen Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam Forschung auf höchstem Niveau betreiben – stets mit dem Ziel, sich innerhalb der Projektzeit ein so breites Netzwerk und Knowhow aufzubauen, sodass am Förderende ein selbständiges Unternehmen steht. Auf diese Weise soll die Forschung an der Universität nach außen hin nicht nur sicht-, sondern auch nutzbar gemacht werden. Oncotyrol (Krebsmedizin) oder VASCage (Gefäßerkrankungen) sind Unternehmen, die erfolgreich aus dem universitären Umfeld ausgegründet wurden und aus einem COMET-Zentrum entstanden. Kürzlich gelang dies auch mit dem Klimawandel-Kompetenzzentrum alpS.

VON DER FORSCHUNGS - GMBH ZUM KOMMERZIELLEN UNTERNEHMEN

Bereits seit 15 Jahren steht das Ingenieurund Beratungsunternehmen alpS für Forschung, Entwicklung und Beratung zum Thema Klimawandel auf höchstem Niveau und wurde nun auf neue – eigenständige – Beine gestellt. Neuer Geschäftsführer von alpS ist Maximilian Riede, der das Unternehmen „auch auf dem freien Markt auf einem guten Weg“ sieht. Das Uni-Spin-off beschäftigt aktuell 14 Mitarbeiter. „Wir wollen unsere hohe Forschungskompetenz auch der Wirtschaft und Gesellschaft zur Verfügung stellen“, sagt Riede, und der Klimawandel ist definitiv ein Thema, das uns alle beschäftigt. Nachhaltige Entwicklung, Klimawandelanpassung und Risikomanagement sind zentrale Fragen unserer Zeit. Seit 2002 hat alpS dazu unzählige Projekte mit vielen Wirtschafts- und Wissenschaftspartnern, Behörden, Vereinen und NGOs umgesetzt. Nach Ablauf der COMET-Förderphase will das Unternehmen der immer stärker zunehmenden Nachfrage nach Kompetenz in Fragen der strategischen Positionierung gegenüber den „Sustainable Development Goals“ (SDGs) sowie des Umgangs mit den Folgen des Klimawandels entgegenkommen. „Mehr als 1.000 wissenschaftliche Publikationen sowie Beratung von weit mehr als 300 öffentlichen Einrichtungen und 200 Unternehmenspartnern sprechen für sich. Aufbauend auf diesen Erfahrungswerten und der Kompetenz unserer Mitarbeiter haben

Uni-Rektor Tilmann Märk mit dem neuen Geschäftsführer von alpS, Maximilian Riede

wir uns nun neu positioniert“, erklärt Riede. Der promovierte Geograph war bereits mehr als fünf Jahre im Unternehmen tätig und hat die Geschäftsführung im vergangenen Sommer von der interimistischen Leiterin, Sara Matt-Leubner, übernommen, die auch die Transferstelle Wissenschaft – Wirtschaft – Gesellschaft der Uni Innsbruck leitet. Riede verfügt zudem über unternehmerische Erfahrung in Start-ups und arbeitet seit Jahren als Forscher am Institut für Geographie der Universität Innsbruck. Auch Rektor Tilmann Märk sieht die Entwicklung und die Neustrukturierung des Unternehmens positiv: „Die Universität Innsbruck verfolgt seit Jahren konsequent eine Strategie, die Ideen und Wissen aus der Universität möglichst unmittelbar für Wirtschaft und Gesellschaft verfügbar macht. alpS ist dafür ein gelungenes Beispiel und wir sind sehr stolz, dass wir als Universität Innsbruck das Unternehmen als alleiniger Gesellschafter übernehmen konnten. Der erfolgreiche Mix aus praxisnaher Forschung und wissenschaftlich fundierter Beratung zu Fragen des Klimawandels ist gerade heute von größter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung.“ Im Zuge des Neustrukturierungsprozesses hat sich

„Wir wollen unsere hohe Forschungskompetenz auch der Wirtschaft und Gesellschaft zur Verfügung stellen.“ MAXIMLIAN RIEDE , ALPS-GESCHÄFTSFÜHRER

das Unternehmen in zwei sich synergetisch ergänzende Organisationseinheiten aufgeteilt: alpS Consulting und alpS Research. „In der Einheit alpS Consulting agieren wir als Unternehmensberatung und Ingenieurbüro am freien Markt, während in alpS Research Forschungsprojekte in enger Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck gebündelt werden“, sagt Riede. Das Portfolio von alpS umfasst dabei die drei Bereiche Klimawandelanpassung, Nachhaltigkeitsberatung sowie Hydrologie und Wasserwirtschaft. Aktuell berät alpS die Landesregierungen Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Niederösterreich, etliche Gemeinden in Österreich sowie Landkreise und Städte in Süddeutschland zu den Themenbereichen Vulnerabilität, Risiko, Klimafolgen und Strategieentwicklung. Zu den Kunden zählen außerdem international tätige Unternehmen, die auf die Unterstützung des Innsbrucker Büros bauen, wenn es darum geht, das Thema Nachhaltigkeit im Betrieb zu verankern und mit Leben zu füllen. Im Rahmen des Portfolios „Wasser & Klima“ wird aktuell beispielsweise an der Weiterentwicklung eines Hochwasserprognosemodells für den Tiroler Inn, an hydrologischen Abflussuntersuchungen sowie an Fragestellungen im Bereich Hochwasserrisikomanagement gearbeitet. Die alpS GmbH ist nach der Neustrukturierung im vergangenen Jahr auch verstärkt auf internationaler Ebene aktiv und erstellt Klimarisikoanalysen für Projekte beispielsweise im Kosovo, in Afghanistan, Pakistan und Malawi. www.alp-s.at 

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GEL

finanzieren & versichern

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Wissen auf Rädern

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er Bedarf an gezielter Wissensvermittlung bei Wirtschafts- und Finanzthemen ist groß. Mit FLiP hat die Erste Bank und Sparkasse die größte Finanzbildungsinitiative Europas gestartet. Der Erste Financial Life Park ist ein innovativer Vermittlungsort, der die Bedeutung der Finanzen für die persönliche Lebensplanung aufzeigt und erklärt, was die volkswirtschaftlichen Aufgaben einer Bank sind. Als Teil des Erste Campus bietet das FLiP auf ca. 1.500 Quadratmetern interaktive Ausstellungsfläche, Themenstationen sowie einen Seminar- und Workshopraum. Nun bekommt das Projekt eine mobile Erweiterung: FLiP2Go tourt mit ei-

nem Doppeldeckerbus durch ganz Österreich und vermittelt anhand von sieben interaktiv-multimedialen Spielstationen umfangreiches Finanzwissen. FLiP2Go richtet sein Angebot an zwei Zielgruppen: Für Kinder von zehn bis 14 Jahren und Jugendliche von 15 bis 17 Jahren. Aber auch Erwachsene sind eingeladen, ihr Wissen auszubauen. Bis zu 32 Spielende können die rund 100-minütige Spielrunde auf den zwei Ebenen des Busses gleichzeitig absolvieren. Der Bus ist mit großen HD-Touchscreens ausgestattet, auf denen die unterschiedlichen Aufgaben gespielt und gelöst werden können. Weitere Infos unter www.financiallifepark.at/flip2go


© HYPO TIROL BANK

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Simone Fink MA, Marcel Schmid und MMag. Katharina Hofmann absolvierten die BÖV-Prüfung mit „ausgezeichnetem Erfolg“.

G E P R Ü F T, U N D F Ü R G U T B E F U N D E N Zehn Mitarbeiter der TIROLER VERSICHERUNG haben kürzlich die so genannte BÖV-Prüfung erfolgreich absolviert und somit die Ausbildung zum geprüften Versicherungsfachmann bzw. zur geprüften Versicherungsfachfrau abgeschlossen. Der Versicherer stellt nicht nur knapp 75 Prozent aller Prüfungskandidaten, auch sämtliche Auszeichnungen gingen an die TIROLER. Nur drei Personen konnten die anspruchsvolle BÖV-Prüfung mit „ausgezeichnetem Erfolg“ bestehen, zwei mit „gutem Erfolg“. Zwei der Auszeichnungen gingen mit Katharina Hofmann und Simone Fink an Mitarbeiterinnen aus dem TIROLER-Innendienst, die dritte an den jüngsten Außendienstmitarbeiter im Unternehmen, Marcel Schmid. Mit Markus Reich hat zudem ein selbständiger Versicherungsagent, der bereits seit 25 Jahren für die TIROLER tätig ist, die Prüfung positiv absolviert.

EINE IDEE WIRD 200 Der Grundstein der Sparkassenorganisation wurde am 4. Oktober 1819 mit der Ausgabe des ersten Sparbuches in Österreich gelegt. 1822 wurde aus wohltätigen Motiven im Sinne der Sparkassenidee die Tiroler Sparkasse gegründet, die damit zweitälteste Sparkasse Österreichs und das älteste Geldinstitut Tirols ist. „Bald 200 Jahre später ist es noch immer unser größtes Anliegen, unseren Kunden Mut zu machen. Mut, an etwas zu glauben, an Zielen festzuhalten und diese schließlich zu verwirklichen. Daher können wir auch 2018 auf ein positives Jahresergebnis verweisen“, sagt Hans Unterdorfer, Vorstandsvorsitzender der Tiroler Sparkasse. Das Betriebsergebnis konnte demnach mit 28,1 Millionen Euro um 13 Prozent gesteigert werden, der Jahresüberschuss vor Steuern lag bei 26,6 Millionen Euro. Auch die Einlagen sowohl von privaten Sparern als auch jene von Tiroler Unternehmern haben sich im Jahr 2018 abermals erhöht, insgesamt konnten zudem 644 Millionen Euro an Neukrediten vergeben werden. Allein im vergangenen Jahr wurden außerdem exakt 7.766 neue Privat- und Firmenkunden gewonnen.

Hypo-Vorstand Mag. Johannes Haid, Aufsichtsrat­vorsitzender Mag. Wilfried Stauder, Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Hörtnagl und Vorstand Mag. Alexander Weiß

ALLES GUT Kurz vor Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2018 attestiert Moody‘s der Hypo Tirol Bank gute Arbeit und hebt das Rating um eine weitere Stufe auf Baa1 mit stabilem Ausblick. Die Rating­agentur begründet dieses Upgrade mit der verbesserten Rentabilität als Ergebnis des kontrollierten Wachstums in Kombination mit Kostendisziplin. Der stabile Ausblick reflektiert die Erwartung einer weiterhin soliden Ergebnisentwicklung der Hypo Tirol Bank. Nach vier Jahren im Amt freuen sich die Vorstände Peter Hörtnagl, Johannes Haid und Alexander Weiß über das neuerliche Upgrade. Eben jener Vorstand wurde kurz darauf vom Aufsichtsrat bestätigt. Aufsichtsratvorsitzender Wilfried Stauder: „Das Vorstandsteam hat die Bank in den letzten vier Jahren durch konsequente Arbeit auf den Erfolgsweg zurückgeführt. Ich bin überzeugt, dass die Verlängerung der Verträge daher die einzig sinnvolle Maßnahme ist, um dafür zu sorgen, dass unsere Landesbank den eingeschlagenen Kurs effizient weiterführen kann. Ihre Qualifikation, ihre Einstellung und vor allem ihre bisherige Arbeit haben dem Aufsichtsrat nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren die Entscheidung leicht gemacht.“ Das Vorstandstrio rund um Hans-Peter Hörtnagl macht seine Ziele daran fest, die fundamentalen Daten der Bank durch ein gesundes Wachstum im Kernmarkt Nord-, Ost-, Südtirol und Wien weiter zu verbessern.

„Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld.“ ARISTOTELES ONASSIS

GENERALI ALS GESAMTSIEGER Gleich in drei Kategorien zeichneten die österreichischen Makler die Generali Versicherung mit Topplatzierungen beim Assekuranz Award 2019 aus – erste Plätze konnte der Versicherer in den Kategorien Gewerbe und Landwirtschaft erreichen, gemeinsam mit dem zweiten Platz in der Sparte Kfz-Kasko sicherte dies den Gesamtsieg. Diese Platzierungen reihen sich an zahlreiche Erfolge der Vergangenheit und bestätigen die Kontinuität des Unternehmens.

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FINANZIELLER ANALPHABETISMUS Bei der Finanzbildung der Österreicher gibt’s Aufholbedarf. Darüber herrscht ziemlich flächendeckender Konsens. Im Bildungsbereich wird dennoch wenig dafür getan. Jugendliche jedoch gänzlich ohne Finanzwissen in die Wirtschaft und generell ins Leben zu entlassen, ist ein bisschen wie Fahren ohne Führerschein. TEXT: MARINA KREMSER


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„Ich würde nicht sagen, Schulen seien nicht bemüht um finanzielle Bildung, dennoch haben wir großen Nachholbedarf.“ MARKUS HÖRMANN, VORSTANDSVORSITZENDER DER VOLKSBANK TIROL

Wissens. Generell gilt: Im Leben ist nichts umsonst.

ÜBER GELD SPRICHT MAN NICHT

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m vergangenen Jahr war laut Umfragen das Sparbuch immer noch der Österreicher liebste Anlageform. Weil sie Wertpapiere generell für zu risikoreich halten. Auch die Altersvorsorge scheint an Bedeutung zu verlieren. Das mag nun ein Stück weit der aktuellen Erbengeneration zuzuschreiben sein, dennoch zeigt es eine unschöne Tendenz: Man macht sich wenig bis keine Gedanken übers (eigene) Geld. Nicht jetzt und nicht für die Zukunft. Dass viele die Null-Prozent-Finanzierungen diverser Elektrohändler für ein freundliches Angebot halten und dankbar für Ratenzahlungen in Versandhäusern sind, sind weitere Auswüchse mangelnden

Sollte man aber und muss es sogar. Haben Sprichwörter oft einen wahren Kern, so ist dieses auf ganzer Linie misslungen. Vor allem mit dem Zusatz „Man hat es“. Denn das funktioniert nicht, ohne darüber zu reden. Eine kluge Finanzplanung kann zu einem höheren Lebensstandard verhelfen und dazu beitragen, finanzielle Turbulenzen zu überstehen. Finanzwissen spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Das stellte nicht nur Ben Bernanke, ehemaliger Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve, schon fest. Und das betrifft nicht nur, wie man vielleicht meinen könnte, Menschen, die ohnehin schon viel Geld besitzen. Lebens- und Finanzplanung sollten einhergehen. Immer. Ein Grund dafür, dass man sich nicht damit beschäftigt, ist fehlendes Wissen. Oft mangelt es dabei schon an den Basics: Zinsen, Inflation, Überziehungsrahmen, (Konsum-)Kredit. Selbst wenn viele Menschen mit der aktuellen Lage unzufrieden sind, haben sie trotz Niedrigzinsumfeld ihr Anlageverhalten nicht verändert und halten an ihren Spareinlagen fest. Das untermauert das Ergebnis einer kürzlich vom Marktforschungsinstitut market im Auftrag der Wiener Börse durchgeführten Umfrage: Die Österreicher scheuen nach wie vor die Geldanlage in Wertpapieren, wenn sie sich in Wirtschaftsfragen zu unerfahren fühlen und das Risiko nicht abschätzen können. Das ist an sich kein schlechter Ansatz – nur

Finanzprodukte zu kaufen, die man auch versteht –, es bringt einen à la longue aber nicht weiter, wenn man nicht gewillt ist, über den eigenen Tellerrand zu schauen. In manchen Bereichen ist Nichtwissen kein Beinbruch, beim Thema Geld kann geringes Wissen durchaus auch schaden. Bei der Pensionsvorsorge zum Beispiel. Eine Studie der Fachhochschule St. Pölten und der Hochschule Luzern hat untersucht, wie sich Finanzkompetenz (Financial Literacy) auf die Pensionsvorsorge und das Anlageverhalten auswirkt. Das Ergebnis: Wer besser über Finanzthemen Bescheid weiß, sorgt eher für später vor. „Es zeigt sich, dass Finanz(in)kompetenz sowohl zwischen Ländern als auch innerhalb von Gesellschaften signifikant divergiert. Wir wissen, dass sich diese Unterschiede stark auf die Pensionsvorsorge, das Investitions- und Informationsverhalten auswirken und in Folge den individuellen und sozialen Wohlstand fördern, aber auch gefährden können“, so die Studienautorinnen. Financial Literacy gewinnt demnach auch für sie immer mehr an Bedeutung. Die Verantwortung für die Pensionsvorsorge wird zunehmend aus dem staatlichen in den privaten Bereich verschoben. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten der Veranlagung zahlreich und die einzelnen Finanzprodukte durchaus komplex. Die Entscheidung, wie für die Pension am besten vorgesorgt werden kann, stellt viele vor eine große Herausforderung. Um den Lebensstandard auch in der Pension halten zu können, kann insbesondere für jüngere Generationen ein Mindestmaß an Finanzkompetenz entscheidend sein.

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WISSEN IST ZUKUNFT

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Unter Financial Literacy versteht man einerseits Kenntnis und Verständnis von Finanzprodukten, Finanzmärkten und den wesentlichen finanzwirtschaftlichen Zusammenhängen, andererseits die Fähigkeit, dieses Wissen anzuwenden. Dabei geht es nicht um hochprofessionelle Finanzexpertise, sondern um Basiswissen, um den finanziellen Alltag gut zu bewerkstelligen. Personen, die „financially literate“ sind, können zum Beispiel beurteilen, wie sich die Inflation auf ihre Ersparnisse auswirkt, welche Finanzprodukte unter den aktuellen Bedingungen sinnvoll sind oder wie sich Wechselkursänderungen bei Fremdwährungskrediten auswirken. Andere können genau dies nicht – und laufen Gefahr, Fehlentscheidungen zu treffen. Besonders negativ wirkt sich fehlendes Finanzwissen aus, wenn man bereits als quasi Jugendlicher in die Schuldenfalle tappt. Immer mehr junge Leute häufen Schulden an, die sie nicht mehr zurückzahlen können. Finanzbildung wäre folglich ein wichtiger Schritt in Richtung gesundes Geldleben sowie Prävention von Überschuldung. Der Bedarf an Wissensvermittlung bei Wirtschafts- und Finanzthemen ist groß. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass das Thema Finanzbildung in den Stundenplänen allgemein bildender Schulen quasi nicht auftaucht. Auch wenn von der Wiener Börse und der Nationalbank abwärts institutsseitig viele Anstrengungen unternommen werden, Kindern auf spielerische Weise und Erwachsenen mit niederschwelligem Zugang Finanzwissen zu vermitteln, so wäre es doch höchst an der Zeit, dieses in den (Pflicht-)Schulbereich aufzunehmen und schon die Kleinen sukzessive an den Umgang mit Geld heranzuführen – weil auch viele Erwachsene, also Eltern, selbst oft nicht in der Lage dazu sind, ihre Kinder in dieser Hinsicht anzuleiten. Viele Initiativen sind bereits gestartet und Angebote in Richtung Schulen gemacht worden – meist vergebens. Ein gelernter Umgang mit Geld führte jedoch zu weniger Privatkonkursen, Hellhörigkeit bei unseriösen Investmentangeboten oder mehr privater Vorsorge, was neben positiven Auswirkungen auf den Einzelnen auch auf die gesamte Volkswirtschaft ausstrahlte.

AUFHOLPOTENZIAL

Jugendliche fühlen sich beim Thema Geld unsicher. Diese Erfahrung hat auch Mag. Markus Hörmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Tirol AG, gemacht und konstatiert fast ein wenig höflich: „Die finanzielle Ausbildung in den österreichischen Schulen ist nicht optimal.“ Das sei schon zu seiner Schulzeit so gewesen und ziehe sich bis heute. Wir haben mit ihm über Finanzbildung gesprochen.

„Früher hat man das Geld einfach auf ein Sparbuch gelegt. Die heutige Finanzwelt ist komplexer.“ MARKUS HÖRMANN


eco.geld

ECO.NOVA: Sie halten selbst Vorträge zum

Thema Geld an Gymnasien. Wie empfinden Sie das Finanzwissen aus der Praxis? MARKUS HÖRMANN: Finanzbildung kommt auf den Stundenplänen so gut wie nicht vor. Letztlich werden dann junge Menschen fast hilflos in die Wirtschaft und ins Leben entlassen, wollen eventuell ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen und wissen nicht, was Kredite oder Zinsen sind. Dabei kommt mit diesen Themen jeder im Laufe seines Lebens in Berührung und ich merke, dass das Interesse seitens der Schüler durchaus vorhanden ist. Natürlich hängt es davon ab, wie man seinen Vortrag gestaltet, versucht man es jedoch mit Praxisbeispielen, kann man auch jungen Leuten Finanzwissen durchaus spannend vermitteln. Vor allem Tiroler sind sehr darauf bedacht, sich ein Eigenheim zu schaffen. Eine solch wichtige Lebensentscheidung sollte man nicht unbedarft treffen müssen. Auf der anderen Seite gibt es durchaus junge Leute, die sich in der Materie schon sehr gut auskennen und ganz gezielt nachfragen, warum der Kurs dieser oder jener Aktie fällt oder steigt. Das ist aber eher die Ausnahme. Steigt das Finanzwissen mit der Höhe des Vermögens? Natürlich setzt man sich eher mit Anlagealternativen auseinander, wenn man auch Anlagevermögen zur Verfügung hat. Wenn man kein oder wenig Geld besitzt, interessiert man sich kaum für Aktien oder Investmentfonds. Deshalb gehe ich schon davon aus, dass das Wissen mit dem Vermögen ansteigt. Trotzdem gibt es auch hier teils eklatante Lücken. Nicht jeder kennt den Unterschied zwischen Aktien und Anleihen.

War Veranlagen früher einfacher? Vor 20 oder 30 Jahren war die Situation natürlich eine andere. Es gab noch den klassischen Bausparvertrag, mit dem man Anspruch auf einen Wohnkredit mit einer Fixverzinsung von sechs Prozent hatte. Das wäre in der heutigen Zeit völlig sinnlos. Es hat sich viel verändert. Durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank kostet Geld quasi nichts mehr. Der Preis des Geldes ist fast null. Das ist aktuell für Kreditnehmer zwar sehr schön, man muss aber auch weiterdenken: Ein Haus finanziert man auf 20 Jahre oder mehr. Was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen? Auf der anderen Seite ist diese Zinspolitik schwierig, um sein Geldvermögen zu erhalten oder zu vermehren. Früher hat man sein Geld einfach auf ein Sparbuch ge-

legt und dafür vier oder fünf Prozent Zinsen bekommen. Mit der jetzigen Nullzinsphase bekommt man so gut wie keine Zinsen mehr und muss sich fast gezwungenermaßen mit Alternativen beschäftigen.

Dennoch ist das Sparbuch nach wie vor extrem beliebt. Weil es ein leicht verständliches Produkt ist und Tradition hat. Jedoch macht es zum Ansparen keinen Sinn. Mit einer Inflation von zwei und Zinsen von null Prozent ergibt das unterm Strich ein Minus. Das ist vor allem in Hinblick auf die ganz Jungen spannend. Diesen muss von Beginn an ein völlig neues Gefühl des Sparens vermittelt werden. Erwachsenen ertragreiche und gleichzeitig stabile Alternativen zum Sparbuch näherzubringen, ist nicht einfach. Sparen impliziert, dass man irgendwann mehr Geld hat als vorher. Auf dem klassischen Sparbuch wird das Geld im jetzigen Umfeld aber weniger. Man muss also anfangen, sich mit Alternativen wie Fonds-, Aktien- oder Wertpapiersparen zu beschäftigen. Als man noch sieben Prozent Zinsen auf eine Bundesanleihe bekam, war es schlichtweg nicht nötig, sich mit Aktien auseinanderzusetzen. Jetzt ist es das, auch im Kleinen.

Soll und kann es Aufgabe der Bank sein, dieses fehlende Basiswissen zu vermitteln, oder braucht es auch Selbstverantwortung seitens der Kunden? Wir sind eine regionale Bank und stolz darauf, für die Tiroler Unternehmen und Privatkunden da zu sein. Es ist unsere Aufgabe, der Region etwas zurückzugeben und unsere Kunden auch entsprechend zu beraten. Wir müssen sie dort abholen, wo sie aktuell stehen. Unserem Leitbild folgend, versuchen wir den Wohlstand in der Region zu fördern und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die beste Investition in die Zukunft ist die (Aus-)Bildung. Deshalb ist es uns wichtig, hier einen Beitrag zu leisten. Das machen wir seit Jahrzehnten in Form verschiedener Veranstaltungen wie Anlage-Foren oder Wohnbau-Abenden, im Zuge derer wir zu unterschiedlichen Themen informieren. Die Besucherzahlen sind konstant hoch, das Interesse ist groß. Immer wieder starten Banken verschiedene Initiativen, um Finanzwissen zu vermitteln. Sie haben 2015 „Fit for Banking“ ins Leben gerufen. Worum geht es dabei? Fit for Banking ist eine kostenlose Veranstaltungsreihe mit Experten der Volksbank

Tirol, in der Jugendliche in sechs Modulen bzw. Unterrichtseinheiten Wissen zu verschiedenen Finanzthemen vermittelt bekommen. Wir haben die Veranstaltung nun zwei Mal abgehalten, das letzte Mal haben über tausend Schüler daran teilgenommen. Zum Abschluss wird das erworbene Wissen in einem Multiple-Choice-Test abgefragt, bei Bestehen bekommt man den Börsenführerschein. Alle Schüler, die mit Auszeichnung abschließen, nehmen außerdem an einer Verlosung teil, bei der es Preise im Wert von insgesamt 15.000 Euro zu gewinnen gibt. Die vergangenen Veranstaltungen waren stark auf Anlagewissen fokussiert, die nächste wollen wir um die Bereiche Finanzierung und (digitalen) Zahlungsverkehr erweitern. Wie haben auch die Unterrichtsmittel angepasst und jetzt unter anderem eine Virtual-Reality-Brille im Einsatz oder digitale Erklärvideos. Hat sich die Arbeit mit den Kunden in den letzten Jahren verändert? Generell ist die Bürokratie gestiegen, das betrifft aber auch viele andere Branchen. Was heute wichtiger denn je ist, ist neben der fachlichen eine hohe soziale Kompetenz in Beratungssituationen. Wir müssen uns verstärkt auf unser Gegenüber einlassen und noch mehr Partner sein. Es geht nicht mehr nur darum, über fixe oder variable Zinsen zu reden, sondern um Zielvorstellungen bei Unternehmen, Lebensplanungen bei Privatpersonen oder um Vermögensanlage rund um die Bereiche Erben, Schenken und Stiften. Dafür braucht es eine gute Vertrauensbasis zwischen Kunde und Berater und die erreicht man bei aller Digitalisierung immer nur dadurch, indem man sich trifft und miteinander redet.

FIT FOR BANKING

Unter diesem Motto initiierte die Volksbank Tirol AG einen Wissenstransfer zwischen Finanzwirtschaft und Schulen. In verständlicher und praxisnaher Form geben Bankberater ihr Knowhow in Sachen Wertpapiere, Börsen und Finanzinstrumente weiter. Bei bestandener Abschlussprüfung wird den Teilnehmern der Börsenführerschein verliehen. Zwei Mal fand die Veranstaltungsreihe bereits statt, wobei beim letzten Mal über 1.000 Schüler daran teilgenommen haben. Weitere Infos unter www.fitforbanking.at

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STEUERPOSTEN BILDUNG AUF REISEN Wann können welche Reisekosten steuerlich abgesetzt werden? TEXT: STB DR. VERENA MARIA ERIAN, STB RAIMUND ELLER, S T B M A G . E VA M E S S E N L E C H N E R

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abei gilt der einfache Grundsatz, dass Ausgaben für betrieblich oder beruflich veranlasste Reisen und Fortbildung steuermindernd geltend gemacht werden dürfen. In bestimmten Konstellationen ist auch eine teilweise private Mitveranlassung kein unbedingtes Knock-out-Kriterium. Wie so oft im Steuerrecht steckt der Teufel hier ganz besonders im Detail. Haarig geht es vor allem bei Studien- und Sprachreisen sowie bei so genannten Mischreisen zur Sache. Im Folgenden geben wir einen Überblick, wann und inwieweit Sie verlässlich zur Erlangung der steuerlichen Absetzbarkeit kommen.

STUDIENREISEN Dazu sind eine Reihe von Urteilen des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH) ergangen, die einen sehr strengen Maßstab für die Absetzbarkeit solcher Reisen vorgeben. Die Kernaussage all dieser Urteile ist, dass Studienreisen nur dann Betriebsausgaben darstellen, wenn die Reise nahezu ausschließlich betrieblich veranlasst ist. Dies ist der Fall, wenn folgende Punkte kumulativ erfüllt sind: • Planung und Durchführung der Reise erfolgt im Rahmen einer lehrgangsmäßigen Organisation oder in einer Weise, die eine weitaus überwiegende betriebliche Bedingtheit erkennen lässt.

• Die Reise bietet die Möglichkeit, Kenntnisse zu erwerben, die eine einigermaßen konkrete berufliche bzw. betriebliche Verwertung zulassen. • Reiseprogramm und Durchführung müssen nahezu ausschließlich auf interessierte Teilnehmer im Tätigkeitsbereich des Steuerpflichtigen abgestellt sein, sodass sie auf andere Teilnehmer keine Anziehungskraft ausüben. • Allgemein interessierende Programmpunkte (Privatzeit) dürfen nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen, als während einer regelmäßigen betrieblichen Betätigung als Freizeit verwendet wird. Dabei ist von einer Normalarbeitszeit von


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» Praxistipp: Manchmal sind die in Kongressprogrammen aufscheinenden „Arbeitszeiten“ weniger als acht Stunden. Stattgefundene Arbeitssitzungen, Tischvorführungen, Demonstrationen etc. außerhalb des offiziellen Programms sollten daher unbedingt präzise dokumentiert werden.

SPRACHKURSE

Die reinen Kurskosten sind jedenfalls dann abzugsfähig, wenn berufsbezogene Kenntnisse vermittelt werden. Weiters ist die Vermittlung allgemeiner Sprachkenntnisse absetzbar, wenn diese für den Beruf notwendig sind.

STOLPERSTEIN MISCHPROGRAMM

Treten allgemeine Programmpunkte gegenüber den ausschließlich betrieblich veranlassten Tätigkeiten gemessen am zeitlichen Ausmaß nicht in den Hintergrund, so liegt ein Mischprogramm vor. Dies führt dazu, dass die gesamte Reise der Privatsphäre zugeordnet wird. In diesem Fall sind nicht einmal jene Reisekosten absetzbar, die anteilig auf einen ausschließlich dem beruflichen Zweck gewidmeten Reiseabschnitt entfallen. Die Gebühren für die Teilnahme an Berufsveranstaltungen (Kongresse, Seminare etc.) bleiben selbstverständlich immer als Betriebsausgabe bestehen. » Praxistipp: Rügen Sie Kongressveranstalter, die diesbezüglich fehlerhafte Programme herausgeben.

Wird ein privater Urlaub vorangestellt oder angehängt, so sind folgende Punkte für die

anteilige steuerliche Abzugsfähigkeit Voraussetzung: • Die Reise muss sich klar in einen beruflichen und einen privaten Abschnitt teilen lassen, die zeitlich aufeinander folgen müssen. Im Ergebnis wird somit nicht eine ausschließlich beruflich veranlasste Reise nach dem Motto alles oder nichts verlangt, sondern es können auch die anteiligen Kosten eines ausschließlich beruflich veranlassten Reisetages zum Ansatz kommen. • Die Fahrtkosten sind dabei in einen beruflichen und einen privaten Teil aufzuteilen. In der Regel ist dabei nach dem Verhältnis zwischen den ausschließlich beruflich veranlassten und den übrigen Aufenthaltstagen aufzuteilen. Es sei denn, dass die berufliche Veranlassung eindeutig das auslösende Moment für den Antritt der betreffenden Reise war. Hierfür verwendet der VwGH den Terminus „fremdbestimmte Reise“ und konstatiert eine gänzliche Absetzbarkeit der Fahrtkosten. Dies gilt auch dann, wenn bei einer solchen Reise auch private Unternehmungen von untergeordneter Bedeutung stattfinden. Wenn im Zuge einer Urlaubsreise nebenbei berufliche Termine wahrgenommen werden, ist weiterhin kein anteiliger Abzug der Reisekosten zulässig. » Praxistipp: Wenn Sie gerne Nützliches mit dem Angenehmen verbinden und planen, einer beruflichen Reise einen Privaturlaub anzuhängen oder umgekehrt, so sollte die vorrangige berufliche Veranlassung sowie

© HOFER

acht Stunden täglich auszugehen. Die acht Stunden gelten auch dann, wenn Ihre Arbeitszeit zuhause davon abweichen würde. Privatzeiten an den Wochenenden bleiben außer Ansatz, da diese auch während der Berufsausübung zuhause zur Verfügung stehen. Der Steuerpflichtige hat dies anhand des Reiseprogramms nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Eine pauschale Angabe über die Arbeitszeiten ist jedenfalls nicht ausreichend. Ein Ausgleich von Minderzeiten einzelner Tage kann durch Mehrzeiten anderer Tage kompensiert werden. So ist eine zweiwöchige Reise zum Beispiel dann absetzbar, wenn nach dem Reiseprogramm eine Arbeitszeit von 80 Stunden zustande kommt.

Koproduktion der EMF Team Tirol Steuerberater GmbH und den Ärztespezialisten vom Team Jünger: StB Dr. Verena Maria Erian, StB Mag. Eva Messenlechner, StB Raimund Eller, v. l.

das Vorliegen getrennter Reiseabschnitte unbedingt dokumentiert und belegt werden.

STOLPERSTEIN MITREISENDE FAMILIENANGEHÖRIGE

Auslandsreisen in Begleitung der Familie sieht die Finanz als Indiz für Privatreisen. Teilweise stattfindende Geschäftsbesprechungen ändern daran nichts. Dies gilt auch für lehrgangsmäßig organisierte Studienreisen. Die betriebliche Veranlassung der Mitreise eines nahen Angehörigen als Dienstnehmer wird nur dann bejaht, wenn der Steuerpflichtige unter den gleichen Bedingungen und mit demselben Aufwand auch einen familienfremden Arbeitnehmer auf die Reise mitgenommen hätte.

» Praxistipp: Wenn Sie eine „einwandfreie“ Fortbildung besuchen und Familienangehörige das mit einer Privatreise verbinden, sind getrennte Rechnungen von Vorteil. Nur der tatsächlich durch Sie verursachte betriebliche Aufwand findet Eingang in die Buchhaltung.

RESÜMEE

Dank der klaren Rechtsprechung ist die steuerliche Absetzbarkeit anteilig betriebsbedingten Reisekosten auch in Verbindung mit einem Urlaub möglich, wenn eine klare Trennbarkeit zwischen privaten und betrieblichen Reiseabschnitten vorliegt. Nützen Sie dieses Wissen! Wer weiß, was die Finanz will, kann sich ja wohl auch zu seinem Vorteil danach richten.

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GRENZEN DER BESCHRÄNKTEN HAFTUNG BEI GMBHS – GESCHÄFTSFÜHRERHAFTUNG Viele Unternehmen in Österreich werden in der Rechtsform einer GmbH oder einer GmbH & Co KG geführt. Ein wesentlicher Grund dafür ist meist die beschränkte Haftung der Gesellschafter gegenüber Dritten. Aber dabei ist Vorsicht geboten: Die Beschränkung gilt nicht immer und ausnahmslos, sondern ist an Sorgfaltspflichten der Geschäftsführung gebunden, was von besonderer Bedeutung ist, sind Gesellschafter doch gleichzeitig auch Geschäftsführer. Bei Verletzung dieser Pflichten kann dies zur persönlichen Haftung der Geschäftsführung führen. TEXT: CHRISTOPH BÖDL, ANDREAS KAPFERER

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erartige Bestimmungen finden sich in Gesetzen wie beispielsweise der Bundesabgabenordnung (BAO), dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG), dem Unternehmensreorganisationsgesetz (URG), dem Eigenkapitalersatzgesetz (EKEG), der Insolvenzordnung (IO), dem GmbH-Gesetz (GmbHG), dem Strafgesetzbuch (StGB) und anderen.

BUNDESABGABENORDNUNG / ALLGEMEINES SOZIALVER SICHERUNGSGESETZ

Die Bundesabgabenordnung normiert, dass die Geschäftsführung zur ordnungsgemäßen Entrichtung der Abgaben für die Gesellschaft verpflichtet ist. Bei schuldhafter Verletzung dieser Verpflichtung haften die Geschäftsführer neben der Gesellschaft dafür ebenfalls persönlich. Dies kann beispielsweise die Nicht- oder Falschmeldung von Abgaben betreffen oder den Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz von Gläubigern im Insolvenzfall. Zum Beispiel: Mitarbeitern wird in der Krise noch ein Lohn ausbezahlt, entsprechende Lohnabgaben und Sozialversicherungsbeiträge werden aber nicht oder nicht vollständig entrichtet.

UNTERNEHMENSRE ORGANISATIONSGESETZ

Eine weitere Haftungsbestimmung findet sich im URG. Diese kann zur Anwendung kommen, wenn über eine prüfungspflichtige Gesellschaft ein Insolvenzverfahren eröffnet wird und in einem der beiden da-

vorliegenden Geschäftsjahre das Nichterfüllen der beiden Kennzahlen Eigenmittelquote (8 %) und fiktive Schuldentilgungsdauer (15 Jahre) durch den Prüfer festgestellt wurde. Nach einer solchen Feststellung besteht die Verpflichtung der Geschäftsführung, ein Reorganisationsverfahren für die Gesellschaft einzuleiten. Wird dieser Verpflichtung nicht entsprochen, können die Geschäftsführer der Gesellschaft im Insolvenzfall persönlich der Gesellschaft gegenüber mit bis zu 100.000 Euro für nicht aus der Insolvenzmasse gedeckte Verbindlichkeiten haften. Die gleiche Haftungsbestimmung gilt auch, sollte

innerhalb der letzten zwei Jahre vor Insolvenz verabsäumt worden sein, einen Jahresabschluss zeitgemäß aufzustellen und zur Prüfung vorzulegen.

EIGENKAPITALERSATZGESETZ

Kredite, die einer Gesellschaft in der Krise von Gesellschaftern gewährt werden, sind gemäß EKEG als Eigenkapital zu qualifizieren. Unter Krise versteht das EKEG die Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit gemäß Insolvenzordnung oder das Nichterfüllen der URG-Kennzahlen. Somit wird das zur Verfügung gestellte Darlehen zum Haftungskapital und unterliegt damit einer Rückzahlungs-


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sperre an den Gesellschafter. Wird dieses Darlehen dennoch wieder zurückgefordert, kann der rückbezahlte Betrag wieder von der Gesellschaft eingefordert werden. Sollte diese Rückforderung vom darlehensgebenden Gesellschafter nicht mehr möglich sein, kommt auch eine persönliche Haftung der Geschäftsführung für die gesetzeswidrige Rückzahlung in Frage.

INSOLVENZORDNUNG

Laut der Insolvenzordnung ist bei GmbH und Co KGs, bei denen der unbeschränkt haftende Gesellschafter lediglich eine GmbH ist, zwingend durch die gesetzlichen Vertreter, also die Geschäftsführer, ein Insolvenzverfahren zu eröffnen, wenn Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt. Das Insolvenzverfahren ist nach Eintritt ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber 60 Tage danach zu beantragen. Werden Insolvenzgläubiger durch eine schuldhafte Verzögerung der Insolvenzeröffnung geschädigt, können Schadensersatzforderungen gegen die Vertreter der Gesellschaft geltend gemacht werden. In der Praxis zeigt sich: Gerade die Frage nach der Überschuldung wird häufig auf die leichte Schulter genommen. Denn im Rahmen der Jahresabschlusserstellung nach UGB müssen die Geschäftsführer bei negativem Eigenkapital im Anhang Stellung zur Frage einer Überschuldung gemäß Insolvenzordnung nehmen. Wenn diese Frage nicht verneint werden kann, stellt sich implizit die Frage, ob die Erstellung des Jahresabschlusses überhaupt unter der Prämisse der Unternehmensfortführung erfolgen kann. Sehr häufig wird bei negativem Eigenkapital laut Bilanz eine Überschuldung nach Insolvenzrecht mit einer im Ernstfall völlig unzureichenden Begründung verneint: Beispielsweise mit dem Verweis auf stille Reserven, die zahlenmäßig nicht belegt werden können, oder fiktive zukünftige Gewinne, die durch keine ordnungsgemäße Planung (Fortbestehensprognose) begründet werden können. Wird festgestellt, dass das Unternehmen ein negatives Eigenkapital aufweist und eine Insolvenz im Bereich des Möglichen liegt, kann sich ein Geschäftsführer den erwähnten Schadensersatzforderungen im Ernstfall nur dadurch entziehen, indem er rechtzeitig ein Insolvenzverfahren eröffnet oder die rechnerische Überschuldung durch einen vollständigen Liquidationsstatus oder durch eine vollständige Prognoserechnung, die künftige Gewinne aufzeigt, verneinen kann. Die Erstellung einer Fortbestandspro-

Mag. Christoph Bödl, Steuerberater bei Deloitte Tirol, und Mag. Andreas Kapferer LL.M., Partner bei Deloitte

gnose ist an sehr hohe qualitative Kriterien gebunden, denn sie soll im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung auch als Nachweis der „Nichtüberschuldung“ standhalten.

GMBH - GESETZ

Laut GmbH-Gesetz ist die Geschäftsführung verpflichtet, bei ihrer Tätigkeit die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes walten zu lassen. Bei einer schuldhaften Verletzung dieser Pflichten haftet sie der Gesellschaft gegenüber im Innenverhältnis jedenfalls immer für daraus entstandenen Schaden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn gegen eine Geschäftsführungsordnung verstoßen wird oder anderweitig riskante oder pflichtwidrige Geschäfte abgeschlossen werden, die der vorherigen Zustimmung bedurft hätten. Ein häufiger Anwendungsfall in der Praxis ist die verbotene Einlagenrückgewähr. Dabei handelt es sich um unerlaubte Kapitalrückzahlungen an Gesellschafter, die nicht durch einen ausschüttbaren Bilanzgewinn gedeckt sind. Dies kann unter anderem bei nicht fremdüblich gestalteten Geschäften der Fall sein: Zum Beispiel der Vermietung einer Liegenschaft an einen Gesellschafter zu einem marktunüblich niedrigen Mietzins oder der Anschaffung von Wirtschaftsgütern/Leistungen aus der Gesellschaftersphäre zu einem überhöhten Preis. Ein weiteres Praxisbeispiel ist die Gläubigerbenachteiligung in Fällen, in denen eigentlich eine Insolvenz hätte beantragt werden müssen und dennoch Zahlungen an einzelne bevorzugte Gläubiger geleistet werden. In besonderen Fällen ist auch

eine direkte Haftung der Geschäftsführer gegenüber Dritten möglich, zum Beispiel wie bereits erwähnt bei einer verspäteten Insolvenzanmeldung oder bei schuldhafter Abgabenverkürzung gegenüber den Behörden.

STRAFGESETZBUCH

Auch im Strafgesetzbuch finden sich Bestimmungen, die neben den strafrechtlichen Konsequenzen auch zu damit verbundenen Schadensersatzforderungen der Gesellschaft und bei Schutzgesetzverletzungen auch von Dritten gegenüber der Geschäftsführung führen können. Dies kann beispielsweise bei Betrug, Untreue, betrügerischer Krida oder grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen der Fall sein.

FAZIT

Obwohl es bei der Gesellschaft mit beschränkter Haftung um eine Haftungsbeschränkung der Gesellschafter geht, ist bei kleinen Gesellschaften und Familiengesellschaften, bei denen die Geschäftsführer und Gesellschafter in einer Person vereint sind, Vorsicht geboten. Denn es gibt zahlreiche Bestimmungen, die zu einer persönlichen Haftung der Geschäftsführer führen können, insbesondere bei schuldhaftem, gesetzeswidrigem Verhalten oder bei Verstößen gegen Sorgfaltspflichten. Gerade dann, wenn das Unternehmen tatsächlich eine Krise durchlebt, empfiehlt es sich daher besonders, auf ebendiese Sorgfaltspflichten zu achten. So kann im Falle eines Falles eine persönliche Haftung vermieden werden. www.deloitte-tirol.at 

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KSW

PRAXISNAHE AUSBILDUNG Gemeinsam mit der Universität Innsbruck bietet die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) in Tirol mehrere Ausbildungen an. Die Vortragenden kommen dabei vorrangig aus der Praxis.

© BLICKFANG PHOTOGRAPHIE/JULIA TÜRTSCHER

Landespräsident Klaus Hilber mit den Absolventen des Universitätskurses Technik des Rechnungswesens inkl. USt-Recht 2018, die mit Auszeichnung abgeschlossen haben.

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n erster Linie muss das Konzept eines Kurses ausgewogen sein. Bei den Vortragenden ist es ein signifikanter Qualitätsunterschied, ob diese aus der Praxis kommen und das lehren, was im Berufsalltag relevant ist. Schließlich profitiert man von jeder Ausbildung auch in dem Maß, wie sehr man das Erlernte bei der Arbeit einsetzen kann“, so Univ.-Lektor StB MMag. Dr. Klaus Hilber, Präsident der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) in Tirol, über die Qualitäten einer guten Aus- und Weiterbildung. Hilber widmet sich im Besonderen auch den umfassenden Zusatzausbildungsmöglichkeiten für angehende Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer und jenen, die ihre berufliche Zukunft im steuerbasierten Rechnungswesen sehen. An der Universität Innsbruck werden aktuell mehrere Ausbildungen in Kooperation mit der KSW angeboten.

LOHNVERRECHNUNGSCAMP

All jenen, die das spannende Feld der Lohnverrechnung gerne vertiefend kennenlernen möchten und auch das Arbeiten in einer Wirtschaftstreuhand-Kanzlei neben dem Studium anstreben, kann man das Lohnverrechnungscamp ans Herz legen. Das dreiteilige Camp aus Basis-, Praxis- und Prüfungscamp beginnt mit einer fundierten Grundausbildung, die über zwei Wochen

geht und bei der ausgewiesene Experten als Vortragende engagiert werden. Dabei werden die Teilbereiche der Personalverrechnung mit den Kollektivverträgen, dem Sozialversicherungs-Leistungsrecht, den vielfältigen Aspekten des Arbeitsrechts, Betriebsvereinbarungen und vieles mehr durchgenommen. Was besonders betont werden darf, ist, dass alle Teilnehmer mit Laptop arbeiten und allen die Nutzung der in Westösterreich am weitesten verbreiteten Personalverrechnungs-Software zur Verfügung gestellt wird. Mit diesem „Rüstzeug“ können die Teilnehmer anschließend in das Praxiscamp wechseln, wo es darum geht, das erworbene Wissen in einer Wirtschaftstreuhand-Kanzlei im Ausmaß von 80 Stunden unter Beweis zu stellen. Den Schlusspunkt bilden die schriftliche Prüfung und das kommissionelle Fachgespräch. Jenen, die alle drei Teile des Camps positiv durchlaufen, ist nach dem Abschluss eine Mitarbeit im Bereich der Lohnverrechnung sofort möglich.

TECHNIK DES RECHNUNGSWESENS

Der Universitätskurs Technik des Rechnungswesens inklusive Umsatzsteuerrecht, kurz UK RW, ist der Basiskurs für Studierende mit Schwerpunkt Wirtschaft und Personen, die ihre Rechnungswesen-Kenntnisse aktualisieren möchten. Im Vordergrund

steht in diesem Kurs in jedem Fall die anwendungsbezogene Wissensvermittlung der insgesamt fünf Themenblöcke. Der Kursunterricht findet über drei Wochen im September ganztägig statt mit wöchentlichen Zwischenklausuren und einer zweistündigen Schlussklausur. Auch für den UK RW erhalten die Teilnehmer zeitlich begrenzte Lizenzen zur Nutzung facheinschlägiger Software. Gerade dadurch ist gewährleistet, dass die Absolventen nach Abschluss des Kurses bereits zur Mitarbeit in einer WT-Kanzlei befähigt sind.

UNIVERSITÄTSLEHRGANG STEUERRECHT, RECHNUNGSLEGUNG UND RECHNUNGSWESEN

Der viersemestrige Universitätslehrgang Steuerrecht, Rechnungslegung und Rechnungswesen wurde für Absolventen eines Diplom-, Master- oder Bachelorstudiums der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften konzipiert und wird berufsbegleitend angeboten. Nachdem die Spezialisierung im Wirtschaftsleben auf Grund der Zunahme internationaler Vorgaben, die aufgrund ihrer Komplexität selbstverständlich auch auf die nationale Rechtsentwicklung Einfluss haben, immer mehr an Wichtigkeit gewinnt, ist die Idee zum Universitätslehrgang entstanden. Alle, die ihre Karriere in der Steuerberatung, der steuerjuristischen Wirtschaftsprüfung sowie in steuerbasierten Wirtschaftsberufen und Behördenstellen sehen und die sich zu einem gewählten und bereits absolvierten Studium zusätzliche betriebswirtschaftliche und juristische Qualifikationen aneignen möchten, sind im Universitätslehrgang genau richtig. Den Absolventen wird nach positiver Beurteilung aller vorgeschriebenen Prüfungen und natürlich auch der positiven Beurteilung der Master-Thesis der akademische Grad Master of Laws (Tax and Accounting Law) – LL.M. verliehen. PR


PORTRÄTWASSERZEICHEN Hält man die Banknote gegen das Licht, werden das Porträt der mythologischen Gestalt Europa, ein Fenster und die Wertzahl sichtbar.

SATELLITENHOLOGRAMM Kippen Sie die Banknote. Ganz oben im Folienstreifen bewegen sich €-Symbole um die Wertzahl. Unter direktem Licht sind die €-Symbole besser zu erkennen. PORTRÄTFENSTER Betrachten Sie die Banknote gegen das Licht. Das im Hologramm enthaltene Fenster wird durchsichtig. In ihm erscheint ein Porträt der mythologischen Gestalt Europa, das von beiden Seiten des Geldscheins zu erkennen ist.

SMARAGDZAHL Kippen Sie die Banknote. Ein Lichtbalken bewegt sich auf der Zahl auf und ab. Außerdem verändert die Zahl ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau und es sind €-Symbole auf ihr zu erkennen.

PAPIER UND RELIEF Das Papier fühlt sich griffig und fest an. Auf der Vorderseite kann man am linken und rechten Rand erhabene Linien ertasten. Auch Hauptmotiv, Schrift und große Wertzahl haben ein fühlbares Relief.

SICHERHEITSFADEN Hält man die Banknote gegen das Licht, wird ein dunkler Streifen mit €-Symbol und Wertzahl sichtbar.

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eco.recht

EIN ABGESANG AUF DAS UNS BEKANNTE INTERNET Dem Internet wurde in der Vergangenheit oftmals der Charakter eines „rechtsfreien Raums“ unterstellt. Das war allerdings nie wirklich der Fall und gilt heutzutage noch viel weniger. Die Verrechtlichung des Internets schreitet munter voran. Während auf europäischer Ebene die Reform des Urheberrechts für Schlagzeilen sorgt, ließ die österreichische Bundesregierung mit einem Gesetzesentwurf zum „digitalen Vermummungsverbot“ aufhorchen. Was steckt dahinter? T E X T : I V O R U N G G & J O H A N N E S B A R B I S T, B I N D E R G R Ö S S W A N G R E C H T S A N W Ä LT E , I N N S B R U C K

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ie Europäische Union hat kürzlich eine Reform des Urheberrechts beschlossen. Zwei Aspekte der EU-Richtlinie waren während der monatelangen Verhandlungen in aller Munde: Das Leistungsschutzrecht für Verlage und die befürchtete Implementierung sogenannter Upload-Filter. Das Leistungsschutzrecht, das sich in Artikel 11 der neuen Urheberrechtsrichtlinie wiederfindet, untersagt sogenannten Aggregatoren (z.B. Facebook oder Google News) die Verwendung von „Snippets“. Diese Tools fassen Inhalte von Internetseiten kurz zusammen und sollen dem Internetnutzer einen Überblick darüber geben, ob eine Seite für ihn relevant ist. Sobald die EU-Richtlinie in Österreich umgesetzt ist, dürfen nur noch kurze Ausschnitte oder einzelne Wörter unentgeltlich angezeigt werden; längere Textausschnitte bedürfen hingegen grundsätzlich einer entgeltlichen Lizenz. Diese müssen Suchmaschinenbetreiber von einem Verlag erwerben. Kritiker machen geltend, dass dadurch das Prinzip der Verlinkung von Informationen, das dem Internet ganz wesentlich zu Grunde liegt, aufgeweicht wird. Zudem würden kleine Verlage, die auf die dadurch ermöglichte Reichweite angewiesen sind, benachteiligt. Zweite stark kritisierte Neuerung der Urheberrechtsreform stellen die befürchteten Auswirkungen des Artikels 13 der neuen Urheberrechtsrichtlinie dar: Diensteanbieter, die große Mengen an Werken speichern oder veröffentlichen (z.B. YouTube), müssen „angemessene Maßnahmen“ treffen, um auf diese Weise die Rechte der jeweiligen Rechteinhaber zu wahren. Da die manuelle Überprüfung hochgeladener Inhalte in der Praxis nicht bewältigbar wäre, werden wohl technische Maßnahmen implementiert werden. Diese überprüfen während des Uploads sämtlicher Inhalte durch einen User automatisch,

Dr. Ivo Rungg

ob eine Datei ein Urheberrecht verletzt und daher ausgefiltert werden muss. Kommt eine Plattform dieser Verantwortung nicht nach, begeht sie selbst eine Urheberrechtsverletzung und haftet für eben diese. Kritiker befürchten, dass nicht immer, schon gar nicht automatisch eine Unterscheidung zwischen legaler und unrechtmäßiger Werknutzung vorgenommen werden kann. Doch auch der nationale Gesetzgeber hat sich die Regulierung der Internetnutzung verschrieben. Da in der jüngeren Vergangenheit Herabwürdigungen, Demütigungen und Übergriffe vermehrt vorgekommen sind, plant die Bundesregierung eine Anpassung der Rechtslage: Ein Bundesgesetz über Sorgfalt und Verantwortung im Netz befindet sich derzeit in Begutachtung. Was will dieser Gesetzesentwurf? User sollen sich im Internet künftig nicht mehr die Strafverfolgung durch Angabe von Pseudonymen erschweren können. Vielmehr soll die Verfolgung von Straftaten und Eingriffen in fremde Rechte dadurch erleichtert werden, dass Plattformnutzer sich in Zukunft durch Angabe ihres Vor- und Nachnamens, ihrer Adressen sowie eines selbstgewählten Pseudonyms registrieren. Das anschließende Verfassen von Postings ist dem Nutzer erst dann möglich, wenn der Plattformbetreiber die vorgenommene Regis-

trierung überprüft hat. Wie genau eine solche Überprüfung vorgenommen wird, ist nicht gesetzlich geregelt. Den Plattformbetreibern stehen in dieser Hinsicht nach den Vorstellungen der Bundesregierung mehrere Möglichkeiten offen: Entweder kann dies durch eine Authentifizierung über das Handy des Nutzers oder durch den Upload eines Ausweises bewerkstelligt werden. Postings erscheinen dann in weiterer Folge zwar unter dem gewählten Pseudonym, der Zugriff auf die dahinterstehenden persönlichen Daten ist jedoch auf behördliches Verlangen möglich. Auch Dritten gegenüber ist die Identität des Nutzers offenzulegen, wenn der Dritte ein Privatanklagedelikt einleitet oder die Daten zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen notwendig sind. Ähnlich wie die neue Urheberrechtsrichtlinie soll jedoch auch das Bundesgesetz über Sorgfalt und Verantwortung im Netz nur für größere Plattformen gelten: Im Raum stehen durchaus hohe Erheblichkeitsschwellen wie ein Jahresumsatz in Höhe von 500.000 Euro oder eine Mindestanzahl von 100.000 registrierten Nutzern. Bei allen Überlegungen und Initiativen, das Internet dem „realen“ Leben anzupassen, darf aber auch nicht übersehen werden, dass gerade das Internet in weiten Bereichen anderen Voraussetzungen unterliegt. So ist es praktisch nicht möglich, sich im Internet zu bewegen, ohne Spuren zu hinterlassen, die regelmäßig auch nicht mehr beseitig- oder löschbar sind. Im Gegenteil ist es relativ einfach, durch Verknüpfungen und blitzschnelle Auswertungen Profile zu erstellen und Zuordnungen zu treffen, für die im analogen Leben normalerweise eine monate- oder sogar jahrelange Beobachtung und Arbeit notwendig wäre. Für eine sachgerechte Weiterentwicklung des Internets wird man bei einer Verrechtlichung diese besonderen Voraussetzungen beachten müssen.


AMS

FACHKRÄFTE IN MANGELBERUFEN FINDEN Abhängig von der Entwicklung des Arbeitsmarktes legt die Fachkräfteverordnung sogenannte Mangelberufe fest, für die eine Rot-Weiß-Rot-Karte beantragt werden kann. Für 2019 gibt es erstmals auch regionale Mangelberufe für die Bundesländer.

© ADOBESTOCK

TIROLER MANGELBERUFE: • Maurer/innen • Elektromechaniker/innen • Sonstige Techniker/innen für Datenverarbeitung • Maler/innen, Anstreicher/innen • Kellner/innen • Wirtschafter/innen, andere Hotelfachleute, Gastronomiefachleute, Heimverwalter/innen • Nicht diplomierte Krankenpfleger/ innen und verwandte Berufe

Die aufgelisteten Berufe in der Mangelberufsliste beziehen sich immer auf den Berufsüberbegriff wie „Koch/Köchin“ (AMS4-Steller), die jeweils dazugehörigen Berufe (6-Steller), in diesem Fall unter anderem auch „Gaststättenkoch/köchin“, finden Sie im AMS-Berufsinformationssystem unter www.ams.at/bis.

ROT- WEISS - ROT- KARTE FÜR FACHKRÄFTE IN MANGELBERUFEN

Die Anzahl der Rot-Weiß-Rot-Karten für regionale Mangelberufe ist für das Jahr 2019 auf 300 beschränkt. Diese Höchstzahl bezieht sich auf ganz Österreich: Es gilt also das „First-come-first-serve“-Prinzip.

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ür Unternehmen, die Fachkräfte aus Nicht-EU/EWR/CH-Ländern beschäftigen möchten, ergeben sich alljährliche Änderungen, welche Fachkräfte am österreichischen Arbeitsmarkt zugelassen werden. Mit der Novelle des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (AuslBG) Ende 2018 und der darauf beruhenden Fachkräfte-

verordnung 2019 wurde die gesetzliche Grundlage für regionale Mangelberufslisten geschaffen. Zusätzlich zu den 45 explizit aufgezählten Berufen (Liste auf www. migration.gv.at), für die österreichweit eine Rot-Weiß-Rot-Karte beantragt werden kann, gelten für das Jahr 2019 folgende Berufe als zusätzliche regionale Mangelberufe in Tirol:

Für alle 2019 festgelegten Mangelberufe kann vom Dienstnehmer eine Rot-Weiß-RotKarte beantragt werden. Wenn die erforderlichen 55 Punkte bei den Zulassungskriterien erreicht werden, wird eine auf 24 Monate befristete Rot-Weiß-Rot-Karte ausgestellt. Mit dieser kann die Tätigkeit in genau dem Betrieb aufgenommen werden, der auf der Karte vermerkt wurde. Nach zwei Jahren ist, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind, der Antrag für eine Rot-Weiß-Rot-Karte plus möglich, die ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Österreich und unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht. PR

KONTAKT:

Weitere Informationen erhalten Sie im Ausländerfachzentrum Tirol unter afz.tirol@ams.at oder 0512/58 19 99-0

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BUCHTIPPS

© S. SAGMEISTER

KULTU

kunst & design

DER STOTTERER

Charles Lewinsky, Diogenes 416 Seiten, EUR 24,70 „Ich kann besser schreiben als sein.“ Der Stotterer hat früh gelernt, das Sprechen zu vermeiden und sich stattdessen schriftlich auszudrücken. Das macht er in einer Art und Weise, die so schön und elegant wie zynisch ist. Ein Ein­ personen­stück in Schriftform.

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MENU SURPRISE

Martin Walker, Diogenes 432 Seiten, EUR 24,70 Bruno, Chef de police im (fiktiven) Städtchen Saint-Denis im Perigord, wird in seinem elften Fall zum Kochlehrer und muss gleichzeitig einen Doppelmord aufklären. Wir sprechen für die gesamte Serie unsere uneingeschränkte Empfehlung aus!

Popstar des Grafikdesigns Der weithin gefeierte Stefan Sagmeister, der bereits CD-Cover für Weltgrößen wie die Stones und Aerosmith kreierte, kommt ins Europahaus Mayrhofen. Am 22. August ist das Zillertal die Kulisse für den diesjährig einzigen Österreichtermin Sagmeisters. In seinem Vortrag „Glück = Erfolg | Erfolg = Glück“ bespricht der Stardesigner sein Projekt „Happy“, in dem er sich sechs Jahre lang auf philosophisch inspirierende Art mit diversen Selbstversuchen auf die Suche nach persönlichem Glück begeben hat. Unter anderem entstand daraus die hochgelobte Doku „The Happy Film“ sowie die interaktive Ausstellung „The Happy Show“. Infos unter www.europahaus.at/stefansagmeister. Tickets sind ab sofort unter www.oeticket.com erhältlich.

DAS GEBURTSTAGSFEST

Judith Taschler, Droemer Verlag 352 Seiten, EUR 22,00 Judith Taschler hat uns mit ihren Büchern noch nie enttäuscht – von „Sommer wie Winter“ bis „David“ mochten wir bisher alle. Und auch dieses Mal ist ihr wieder ein Roman gelungen, der einfühlsam und achtsam das Leben von anderen erzählt – und ein bisschen auch ihr eigenes.


© CHRISTOPH LIEBENTRITT

eco.art

Anna-Maria Hörfarter

Werner Barfus

Urbane Landschaften

GRENZENLOS

Vom 5. bis 29. Juni zeigt die Innsbrucker Galerie Nothburga konstruktive Malerei, Keramikobjekte und Installationen von Werner Barfus (*1945 in Schladming) und Anna-Maria Hörfater (*1985 in Kufstein). Barfus präsentiert dabei seinen Zyklus „Urbane Landschaften“ mit seiner außerordentlichen Vielfalt geometrischer Formen, Strukturen und Flächenkompositionen. Die Arbeiten aus Acryl auf Glas und Papier entstanden von 2004 bis 2012 und verzichten völlig auf Farbe. Auch Anna-Maria Hörfater setzt auf eine ihr eigene Weise auf Vielfältigkeit: „Meine Arbeit ist geprägt durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialien und physikalischen Phänomenen. Diesbezüglich faszinieren mich vor allem Wasser und andere Flüssigkeiten mit ihren ästhetischen Erscheinungsformen“, erklärt sie. ..................................................................................... www.galerienothburga.at

„Die Kunst ist die Tochter der Freiheit.“

Vom 14. bis 16. Juni verwandelt sich Kufstein in eine große Bühne. An diesen drei Tagen findet mit KUFSTEIN unlimited im Zentrum der Stadt das größte Rock- und Pop-Festival in Westösterreich statt. Dabei bilden die Auftritte von Clara Luzia (im Bild), Josh, Kaiser Franz Josef oder Luke Andrews die Highlights im Programm. Doch Kufstein unlimited ist mehr: Zusätzlich zu Rock, Pop, Jazz, Reggae, Blues und Soul verzaubern Straßenkünstler mit raffinierten Auftritten und fantasievollen Kostümen. Und das alles for free und unter freiem Himmel. �������������������� www.kufsteinunlimited.at

KUNST TUT GUT Julia Sparber-Ablinger hat sich vor einiger Zeit mit ihren „kunstkonzepten“ (www.kunst-konzepte.at) selbstständig gemacht, mit denen sie Unternehmen und Insitutionen, Architekten und Hoteliers, aber auch kunstaffine Privatpersonen in allen Belangen rund um die Kunst berät. Gerade in Unternehmen erzeugt Kunst Markenidentität, stärkt die Unternehmenskultur und öffentliche Wahrnehmung. Kürzlich eröffnete Huter Invest seine neuen Räumlichkeiten im Innsbrucker Arkadenhof. „Gegenwärtige Interaktionen“ lautet das Kunstkonzept, das zur Büroeinweihung entworfen wurde: „Wir wollten eine schöne Einweihung unserer Räume im Arkadenhof und gleichzeitig eine Kunstsammlung aufbauen, die inhaltlich zu uns passt“, erklärt Nikolaus Huter. Julia Sparber-Ablinger hat dafür eine Serie des Fotografen Clemens Ascher sowie gemalte Großformate von Georg Loewit ausgewält.

Albin Egger-Lienz, Die Tochter des Künstlers Ila im Kinderbettchen, 1916; © Leopold Privatsammlung

© IRENE ASCHER

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eco.kultur

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eco.kultur

GESCHICHTEERZÄHLER Es ist ein schöner Ort, das Innsbrucker Zeughaus – leider etwas außerhalb der Innenstadt, weshalb man auch als Städter nur ganz selten zufällig dort vorbeikommt. Es lohnt sich aber, sich bewusst dafür Zeit zu nehmen. TEXT: MARINA KREMSER

© MARIAN KRÖLL

Das Innsbrucker Zeughaus stammt aus den Jahren um 1500 und auch wenn es 1960 behutsam revitalisiert wurde, stammen die Gemäuer und Hölzer noch aus den Anfangszeiten. Vor allem weil der alte Verputz heruntergenommen wurde, wirkt das Zeughaus optisch aber viel jünger.

s gibt Gebäude, die erzählen Geschichte(n). Und es gibt Gebäude, die schreiben sie selbst. Das Innsbrucker Zeughaus macht beides. Seit 1970 ist das denkmalgeschützte Haus ein Museum und arbeitet in verständlicher Art und Weise die Geschichte Tirols auf. Das Haus an sich ist eines der wenigen derart gut und vollständig erhaltenen aus der Zeit Kaiser Maximilians I., dessen 500. Todestag in diesem Jahr auf verschiedene Arten in ganz Tirol zelebriert wird.

Vielen Einheimischen ist das Zeughaus vor allem durch das Open-Air-Sommerkino bekannt, das seit über 20 Jahren alljährlich im August im dortigen Innenhof Klassiker und aktuelle Filme zeigt, sobald es dunkel wird. Das Zeughaus ist aber noch viel mehr.

GESCHICHTE AUFARBEITEN

Die Bau- und Ereignisgeschichte des Hauses wurde im Zuge des Maximilianjahres kürzlich intensiv erforscht, dabei vieles zutage gebracht, einiges wird aber wohl für immer verborgen bleiben. Prinzipiell ist aber schon dessen Errichtung selbst der erste Meilenstein. Maximilian I. wird heute gleichsam als „letzter Ritter“ wie „erster Europäer“ gefeiert. Dabei werden vor allem seine dynastischen Schachzüge und die von ihm in Auftrag gegebenen kulturellen und künstlerischen Werke – in erster Linie im Dienste seiner „gedächtnus“ – hervorgehoben. Meist wird aber zu wenig berücksichtigt, dass Maximilian nicht nur die Tugenden des mittelalterlichen Rittertums würdigte, indem er Turniere veranstaltete und sogar selbst daran teilnahm, sondern an der Wende zur Neuzeit

auch als „erster Kanonier“ neue Methoden der Kriegstechnik übernahm. Unter Kaiser Maximilian (und kurz davor) hat sich das Kriegswesen massiv verändert. Aus den feudalen Ritterheeren sind Söldnerheere geworden. Hatten die Ritter noch ihre eigenen Waffen, mussten die Söldner entsprechend ausgestattet werden. So entstanden im 15. Jahrhundert die ersten Häuser, um das „Zeug“, also das Kriegsgerät, unterzubringen und zu verwahren. Bereits vor Kaiser Maxi-

AUSSTELLUNG „DES KAISERS ZEUG“

Anlässlich des Gedenkens an den 500. Todestag Kaiser Maximilians I. steht das Zeughaus selbst im Fokus der Aktivitäten des Museums. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Geschichte des Hauses und seiner Umgebung bis heute. „Des Kaisers Zeug“ ist noch bis 4. November 2019 zu sehen. Öffnungszeiten: Di. bis So. von 9 bis 17 Uhr. www.tiroler-landesmuseen.at

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eco.kultur

© ÖNB/WIEN, COD. 10815 FOL. II.

Innenhof des Zeughauses in Innsbruck Mitte des 16. Jahrhunderts aus den Zeugbüchern Kaiser Maximilians.

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milian gab es in Innsbruck ein solches Zeughaus, dessen zentrale Lage neben dem Inntor bei der Innbrücke zwar damals Sinn machte, sich mit dem Aufkommen von Feuerwaffen jedoch als weniger optimal erwies. Zumal im Gebäude sohin auch Schwarzpulver und Sprengstoff gelagert werden musste. Wäre das Haus angegriffen worden, wäre die heutige Altstadt vermutlich komplett abgebrannt. Kaiser Maximilian suchte folgerichtig einen Standort fernab von Stadt und Residenz und wurde in der so genannten Kohlstatt fündig. Neben der Köhlerei existierte dort ein Schmelzwerk und auch der Sillkanal führte vorbei. So entwickelte sich daraus das Zentrum einer umfangreichen Rüstungsindustrie. Wie in den Zeugbüchern dargestellt, hatte das neu errichtete Zeughaus – mit Wassergraben, Zugbrücke, Palisadenzaun und Rondell(en) – einen weit wehrhafteren Charakter als heute. Unter den Arkaden im Innenhof wurden die berühmten Kanonen mit ihren klingenden Namen wie „die schöne Kattl“, „Schnurrhindurch“ oder „Leopard von Wilten“ aufbewahrt, im ersten Stock war die gesamte Kriegsausrüstung für 30.000 Mann gelagert. Damals war das Zeughaus ein reiner Zweckbau, heute ist es ein architektonischer Zeitzeuge mit Elementen aus Renaissance und Spätgotik, auch wenn man ihm sein Alter äußerlich nicht wirklich ansieht. Wie alt das Zeughaus tatsächlich ist, lässt sich nicht genau festlegen, der Zeitraum aber

Vielen ist das Zeughaus vor allem durch das Open-Air-Sommerkino bekannt. Das Zeughaus ist aber noch viel mehr. ganz gut eingrenzen. „Wir können bisher sagen, dass sich die ältesten Hölzer in diesem Haus in den beiden Quertrakten finden. Diese Hölzer sind im Winter 1499/1500 geschlagen worden“, erzählt Zeughaus-Leiterin Claudia Sporer-Heis. Wenn man davon ausgeht, dass die Hölzer ehestbaldig verarbeitet wurden, begann man mit dem Bau wohl um 1500. Sechs Jahre später muss es zumindest in Teilen fertiggestellt gewesen sein. Aus einer archivarischen Nachricht von 1506 empfiehlt Maximilian, die Kanonen nicht in der Nähe des neu gebauten Zeughauses einzuschießen, um es nicht zu beschädigen. In den folgenden Jahren wurde das Innsbrucker Zeughaus zu einem der wichtigsten des maximilianischen Imperiums. Die weitere Geschichte des Hauses ist man gerade dabei, akribisch aufzuarbeiten. Man weiß, dass das Gebäude auch weiterhin als Zeughaus Verwendung fand, wenngleich es bei Weitem nicht mehr den Glanz hatte wie zu Maximilians Zeiten. Verschiedenen Mitteilungen zufolge soll es bereits im 18. Jahrhun-

dert Besucher gegeben haben, die das Haus besichtigten. Der museale Charakter wurde quasi schon damals vorweggenommen. Man weiß auch, dass sich die Franzosen im Jahr 1805 ihre dort eingeschlossene Fahne wieder zurückgeholt haben. Insgesamt aber ist das Haus in den späteren Jahrhunderten immer mehr in Vergessenheit geraten, bis man es in den 1920ern insofern aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat, als dass sich der damalige Landeskonservator um dessen Weiterentwicklung bemüht hat. Doch erst in den 1950er-Jahren hat man endgültig begonnen, es wiederzubeleben. Das Zeughaus wurde 1960 von DI Robert Schuller, der unter anderem auch für das alte Festspielhaus in Erl architektonisch verantwortlich zeichnet, behutsam revitalisiert, „und zwar in einer Art und Weise die man dann versteht, wenn sie einem einer erklärt“, sagt Sporer-Heis. „Wenn man die alten Ansichten des Hauses kennt, hat sich Schuller schon sehr viel dabei überlegt, warum er die Dinge gemacht hat, wie er sie gemacht hat.“ Die Fenster zum Beispiel sind den früheren Holzgittern nachempfunden und auch die Betondecken, die so mancher gar nicht schön findet, haben einen tieferen Sinn. Die Kassettendecken folgen einem genauen Raster und wurden vom Außenbereich mit ins Innere gezogen. Schade, dass der alte Verputz den ersten Wiederbelebungsmaßnahmen zum Opfer gefallen ist. Was übrigens mit ein Grund ist, warum es für die Bauanalytiker nicht ganz einfach ist, die Historie des Gebäudes genau nachzuvollziehen. Schon länger gab es die Überlegung, die naturkundlichen Sammlungen des Landes im Zeughaus unterzubringen. 1969 – zum 450. Todestag Maximilians I. – wurde die erste Ausstellung zu Ehren des Kaisers im ersten Stock des Hauses eröffnet, 1973 bekam das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum dort mit dem Landeskundlichen Museum offiziell eine Außenstelle. 1999 wurde das Museum neu auf- und die Geschichte Tirols breiter dargestellt. „Wir möchten die Geschichte und Kultur des Landes vermitteln, dazu gibt es einen kleinen Raum für Sonderausstellungen“, erklärt Claudia Sporer-Heis, die übrigens selbst am liebsten im Dachboden des Hauses ist. Oder im Turmzimmer mit seinem gotischen Gewölbe. Beides wird in Teilen künftig auch öffentlich zugänglich gemacht.


promotion

eco.mmentar

Alternative zur Gehaltserhöhung Das Gehalt alleine spielt nicht mehr die ausschlaggebende Rolle für die Wahl seines Arbeitgebers. Die betriebliche Altersvorsorge bringt Vorteile für beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Neben der gesetzlichen Pension und der privaten Vorsorge ist die betriebliche Altersvorsorge eine weitere Säule, um im Ruhestand die finanzielle Lücke zum Erwerbseinkommen zu schließen. Mitarbeiter können dabei gemeinsam mit dem Arbeitgeber für die Pension vorsorgen – das bringt steuerliche Vorteile für beide Seiten, der Arbeitgeber spart zudem Sozialabgaben, denn die Beiträge in die Pensionskasse sind frei von Lohnnebenkosten, Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht und außerdem als Betriebsausgabe absetzbar. Gleichzeitig können mit einem betrieblichen Vorsorgemodell Anreize geschaffen werden, qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Häufig wird die betriebliche Vorsorge als – steuerbegünstigte – Alternative zu einer Gehaltserhöhung angeboten. Ein beliebtes und wirkungsvolles Instrument der Mitarbeiterbonifikation ist die betriebliche Zukunftssicherung (laut § 3 Abs. 1 Zi. 15 lit. a EStG). Hier können jährlich 300 Euro pro

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Mitarbeiter steuerfrei in eine Lebens-, Unfall- oder Krankenversicherung investiert werden. Ein Beispiel der s Versicherung, einer Marke der Wiener Städtischen Versicherung, zeigt: Zahlt ein Unternehmer seinen zehn Mitarbeitern zusätzlich je 25 Euro pro Monat in eine betriebliche Zukunftssicherung ein, betragen seine jährlichen Zusatzkosten 3.000 Euro. Im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung spart der Unternehmer insgesamt rund 933 Euro Lohnnebenkosten pro Jahr (bei einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von rund 23.000 Euro pro Dienstnehmer), aber auch für den Mitarbeiter selbst lohnt sich das Modell. Würde das Geld über eine Gehaltserhöhung ausbezahlt werden, würden bei einer angenommenen Steuerprogression von 35 Prozent von den ursprünglichen 25 Euro nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen nur noch 13,33 Euro beim Mitarbeiter ankommen. Die betriebliche Vorsorge funktioniert als Motivationsmodell in der Praxis schon vielfach wunderbar.

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MOBILITÄ

auto & motor Weitere Testberichte, News & Infos: 

www.eco-mobil.at

Sportskanone 110

Porsche steht ja generell für ziemlich sportliche Autos, mit dem Cayenne hat man sich auch ins Gelände gewagt. Irgendwie fast folgerichtig hat die SUV-Reihe mit dem Coupé nun eine athletische Ergänzung bekommen. Trotz neuer Karosserievariante beinhaltet der Neue alle technischen Highlights des aktuellen Cayenne, positioniert sich durch ein dynamischeres Design und neue technische Details aber noch progressiver. Gestartet wird mit 340 bzw 550 PS starken Turbomotoren, im Ab-Preis von rund 105.000 Euro für das Coupé und 190.000 Euro für das Turbo-Coupé ist eine umfangreiche Ausstattung inbegriffen.

DER ANKOMMER Subaru sagt über seinen neuen Levorg: Konzipiert, um anzukommen. Das ist für ein Auto vielleicht nicht ganz optimal getroffen, mit dem Levorg kommen Sie aber nicht nur irgendwie ans Ziel, sondern sicher und komfortabel. Im Modelljahr 2019 hat er dazu einige technische und optische Neuerungen mit auf den Weg bekommen. Der neue Zweiliter-Boxer-Benzinmotor mit 150 PS sorgt gemeinsam mit einer überarbeiteten Fahrwerkabstimmung außerdem für ein angenehmes Fahrverhalten. Startpreis: 34.490 Euro.

I M A L LTA G E N T S P A N N T, A U F K U R V I G E N S T R A S S E N S P O R T L I C H Das von Ford Performance entwickelte Sportmodell Focus ST startet im Sommer als Schrägheck- und Kombikarosserie sowie als Turbobenziner und -diesel durch. Alles dabei sozusagen – kraftvolle, drehfreudige Motoren mit bis zu 280 PS inklusive. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Ford Focus ST ist noch besser und stärker denn je. Erstmals in diesem Modell kommt auch der selektive Fahrmodus-Schalter zum Einsatz, der dafür sorgt, dass sich das Auto jeder Fahrsituation individuell anpasst. Ende des Jahres soll auch eine Automatikversion kommen. Verkaufspreise werden laut Ford „rechtzeitig bekannt gegeben“.


eco.mobil

© ANDREAS FRIEDLE

eco.mmentar

Golf vom Thron gestoßen

H A P P Y B I R T H D AY 30 Jahre nach seiner Weltpremiere in Chicago bringt Mazda den Kult­roadster MX-5 zu seinen Wurzeln zurück und präsentiert auf der – wie könnte es anders sein – Chicago Auto Show ein limitiertes Sondermodell im auffälligen Racing Orange. In puncto Ausstattung basiert der MX-5 30th Anniversary auf der Version „Revolution“, unter der Haube werkt ein Zweiliter-Skyactiv-Benziner mit 184 PS. Wie alle Mazda-Modelle folgt auch der MX-5 der Philosophie von Jinba Ittai, der perfekten Harmonie zwischen Fahrer und Fahrzeug. Das Sondermodell ist auf 3.000 Stück limitiert (angezeigt auf einer eigenen Plakette), nach Österreich kommen 50 davon.

Bruno König, Motorredaktion

GTI-EVOLUTION Er ist einer der erfolgreichsten Kompaktsportwagen: der Golf GTI. Nahezu 2,3 Millionen Exemplare wurden bislang über sieben Generationen verkauft. Jetzt bringt Volkswagen eine neue Evolutionsstufe des Kult-Kompakten: den optional bis zu 260 km/h schnellen Golf GTI TCR, eine aus dem Motorsport abgeleitete Straßenversion des gleichnamigen Rennwagens und zweifachen Gesamtsiegers der internationalen Rennserie. Die Gene des erfolgreichen Tourenrennwagens prägen dabei auch das neue GTI-Modell: Proportionen, Power und Performance folgen der reinen Sportwagen-Lehre. Ab 47.690 Euro.

Erstmalig seit über 40 Jahren ist nicht mehr der Golf die Nummer eins in Österreich. Immerhin ist es ein Modell aus dem VW-Konzern, das den Golf vom Thron stoßen konnte: Der Skoda Octavia verkaufte sich im April in Österreich 940 Mal und wurde damit 48 Mal öfter nachgefragt als der Dauerseriensieger Golf. Kumuliert von Jänner bis April 2019 liegt der Golf allerdings noch leicht vor dem Octavia. Doch schon knapp hinter dem Skoda folgt mit dem VW T-Roc (813 Stück) ein weiteres Modell, das den Golf unter Druck setzt. Insgesamt wurden im Kalendermonat April in Österreich 31.951 Neuwagenzulassungen registriert. Das sind 0,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit konnte die seit einigen Monaten rückläufige Marktentwicklung vorerst gestoppt werden. Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

„Jeder Käufer kann ein Auto in jeder Farbe haben, die er möchte, vorausgesetzt es ist schwarz.“ HENRY FORD (DER MIT DIESER SEITE WOHL NICHT GLÜCKLICH SEIN WÜRDE)

ZIEMLICH VIEL NEU Im März feierte die neue Mercedes-Benz V-Klasse ihre Messe­premiere in Genf. Ab sofort ist das größte Mitglied der Stuttgarter Pkw-Familie mit seinem neuen Frontdesign, Motor und Automatikgetriebe bestellbar. Hierzulande startet der Van ab einem Listenpreis von rund 56.000 Euro. Zur Modellpflege hat die V-Klasse den Vierzylinder-Dieselmotor OM 654 in drei Leistungsstufen – 163, 190 und 239 PS – erhalten, der zudem sauberer und effizienter geworden ist. Neue Lackfarben in Graphitgraumetallic und Selenitgraumetallic erweitern das Spektrum der beliebten Schwarz-/ Weißtöne. Ebenfalls erhältlich: Stahlblau und Hyazinthrotmetallic.

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eco.mobil

VANDASTISCH! Drei Räder, zwei Sitze und ganz viel Fahrspaß. Das sind die wesentlichen Eigenschaften von „Vanderhall“, einem handgefertigten Dreirad aus den USA, das ab sofort auch in Österreich zu haben ist.

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© WWW.GUENTHEREGGER.AT, VANDERHALL

TEXT: BRUNO KÖNIG


eco.mobil

Importieren den Vanderhall nach Ă–sterreich: Michael Karlinger, Mike Mayer und Michael Hauser (v. li.)

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eco.mobil

Wenig Gewicht und ein kräftiger Motor sorgen im Vanderhall für großen Fahrspaß.

„Die Marke Vanderhall soll Lifestyle, Fun, Unabhängigkeit und Einzigartigkeit verkörpern." MIKE MAYER

114 ass man einen „Vanderhall“ jetzt nicht mehr selbst aus Amerika importieren muss, ist vor allem den drei Michaels zu verdanken: Karlinger, Mayer und Hauser, so die Nachnamen der drei Tiroler. Das Trio war von dem dreirädigen Spaßmobil derart begeistert, dass kurzerhand eine Firma dafür gegründet wurde, um das fetzige Dreirad nach Österreich zu importieren. „Uns wurde die ‚Lizenz General Import Vanderhall Österreich‘ angeboten und nach der ersten Fahrt im Vanderhall war ich sofort in das einzigartige Fahrfeeling verliebt“, beschreibt Mike Mayer die Besonderheit des handgefertigten Fahrzeuges. Derzeit entsteht gerade ein eigener Vanderhall-Stützpunkt in Hall in Tirol inklusive Showroom, Werkstätte und Handel. Die drei Unternehmer erwarten sich einiges davon: „Die Marke soll Lifestyle, Fun, Unabhängigkeit und Einzigartigkeit verkörpern. Damit wollen wir Autofreunden den einzigartigen Vanderhall-Fahrspaß ermöglichen“, so das Trio.

VIEL POWER, WENIG GEWICHT

Angetrieben wird das spaßige Dreirad von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 180 PS, den General Motors beisteuert. Dieser Antrieb trifft auf gerade einmal rund 650 Kilo

Leergewicht – damit geht’s brachial nach vorne. Die 6-Gang-Automatik, die auch sequentiell bedient werden kann, übernimmt die Kraftübertragung auf die Vorderräder. Damit beschleunigt das Geschoß in nur 3,5 Sekunden auf Tempo 100 – und wer mutig ist, wird bis zu 230 km/h schnell. Apropos Mut: Angst vor schlechtem Wetter oder Regen sollte ein Vanderhall-Fahrer nicht haben. Dach gibt’s nämlich keines und der Regen prasselt einem direkt von oben ins Gnack. Allerdings darf bei den Farben gewählt werden: Schwarz, Weiß, Rot und Grau stehen zur Auswahl.

VERSCHIEDENE MODELLE

Zur Zeit sind der Zweisitzer „Venice“ und der „Speedster“ erhältlich. Die Modellpalette wird jedoch weiter wachsen und schon 2020 werden zusätzliche Modelle im Angebot sein, darunter auch der „Edison“, eine rein elektrisch betriebene Variante, oder der „Carmel“ mit rund 200 PS Leistung. Lederausstattung, Holzlenkrad und Tempomat gehören schon jetzt genauso zur Serienausstattung wie LED-Scheinwerfer, eine 200-Watt-Soundanlage und ein Edelstahl-Auspuff. Preislich beginnt der unvergleichliche Vanderhall-Fahrspaß bei 62.900 Euro inklusive aller Abgaben.

VANDERHALL AUSTRIA Löfflerweg 22 6060 Hall in Tirol Tel.: 0676/70 61 980 office@vanderhall.at www.vanderhall.at


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Von Ferrari, Bentley und Bugatti über Porsche und Lamborghini bis hin zu Königsegg sollen die unterschiedlichsten Nobelmarken in der „PolePosition“ Platz finden.

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irekt am Eingang des Ötztales gelegen, steht die Location mit dem treffenden Namen „PolePosition“ für ein breit gefächertes Konzept, das in dieser Form europaweit wohl einzigartig ist. Der Ötztaler Gastronom Andreas Brugger aus Sölden ist selbst Vollblutfreak für edle Autos und Motorräder und steht bei diesem Konzept an der Spitze. An die zwei Millionen Euro investierte er in das Projekt und möchte gemeinsam mit seinem Team täglich für Unterhaltung, Spaß und Geselligkeit in unvergleichlichem Rahmen sorgen. „Der Standort ist optimal, denn die hohe Gästefrequenz im Ötztal und auch die angrenzende Area47 tragen entscheidend dazu bei. Auch das restliche Einzugsgebiet Ötztal-Bahnhof ist riesengroß“, erklärt Brugger die Idee hinter der „PolePosition“. In modernem Ambiente werden gleich mehrere atemberaubende Fahrzeuge präsentiert. Zum einen stehen die ausgestellten Luxuswagen zum Verkauf, zum anderen dienen sie als Blickfang, denn wo sonst kann man bei Cappuccino oder Prosecco derart edle Karossen bewundern.

eco.mobil


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„POLEPOSITION“ FÜR EMOTIONEN Ein europaweit einzigartiges Konzept am Eingang zum Ötztal lässt nicht nur die Herzen Motorsportbegeisterter höherschlagen. In der „PolePosition“ können Besucher in eine reale Erlebniswelt eintauchen.

© GURSCHLER

TEXT: BRUNO KÖNIG

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Andreas Brugger hat mit der „PolePosition“ eine Erlebniswelt geschaffen

Das ist exakt jene Lücke, die Brugger mit seinem Projekt schließen möchte: „Wo hat man schon in Tirol die Möglichkeit, seltenste Fahrzeuge nobelster Marken an einem Standort zu besichtigen, Probe zu fahren oder zu kaufen?“ Deshalb setzt der erfolgreiche Gastronom, der bereits mehrere Lokale betreibt, auf ein ausgewogenes Angebot verschiedener Hersteller. „Die meisten Händler im Luxussegment sind auf ein bis zwei Nobelmarken ausgerichtet und selbst dort wird man selten limitierte Fahrzeuge sehen“, glaubt Brugger. In der „PolePosition“ sollen jedenfalls von Ferrari, Bentley und Bugatti über Porsche und Lamborghini bis hin zu Königsegg viele Hersteller Platz finden. Nicht ausschließen will der Geschäftsmann zudem, dass schon bald ein Formel-1- oder DTM-Fahrzeug zu sehen sein wird.

EHRGEIZIGE PLÄNE, GROSSES ANGEBOT Damit soll der Standort zur Anlaufstelle für neugierige Blicke, aber auch zur Plattform für unterschiedliche Podium-Motor-Talks mit prominenten Personen in Form von Inhouse-Events und verschiedenen Veranstaltungen werden. Ideen dazu gäbe es schon viele, ist zu hören. Sei es eine Präsentation eines jungen Fahrertalents oder die Präsentation eines limitierten Fahrzeuges: Die Themen, mit denen die „PolePosition“ bespielt wird, werden auf jeden Fall vielfältig und spannend sein. Daneben bietet das Unternehmen eine markenoffene KFZ-Werkstätte, die sich um Reparaturen und Instandsetzungen aller Art

kümmert. „Mit Martin Rauth konnten wir einen Topmann für unseren Betrieb engagieren“, freut sich Brugger. Obendrein beheimatet die Location eine Café-Bar mit wöchentlich stattfindenden Tanzabenden bei DJ- oder Livemusik. Es werden auch Events wie Modenschauen und Vernissagen für externe Firmen angeboten. Und wer einmal mit einem Ferrari oder Lamborghini fahren möchte, der hat hier die Möglichkeit, diesen für eine Spritztour oder auch tageweise anzumieten. Damit wird die „PolePosition“ zur Anlaufstelle für alle Erlebnishungrigen, auch für jene, die nicht nur Benzin im Blut haben, sondern einfach gute Unterhaltung, Spaß und Geselligkeit suchen.


eco.mobil

JO E! Sportliche Fahrleistungen, alltagstaugliche Reichweite, optisches Understatement. Mehr kann man sich von einem Elektroauto heutzutage kaum wünschen. Mit dem e-Niro bringt Kia einen rundum gelungenen Stromfresser an den Start, mit dem die im Elektrokosmos grassierende Reichweitenangst passé ist. TEXT & FOTOS: MARIAN KRÖLL

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s ist nur logisch, dass Hollywoodgröße Robert De Niro Werbung macht. Unter anderem für den neuen Kia e-Niro. Die beiden heißen schließlich im Nachnamen fast gleich. Man kann aber auch für unaufdringlichen, unprätentiösen Nicht-Tesla werben, ohne dafür bezahlt zu werden. Die Koreaner gehen optisch nicht damit hausieren, dass unter der Haube kein Verbrennungsmotor werkt. Von vorne deutet lediglich die abgedeckte Kühlerhaube darauf hin. Dort befindet sich auch die Ladeklappe.

REICHLICH REICHWEITE Das größte Asset des Koreaners ist aber die überdurchschnittliche Reichweite, die sich etwa Konkurrent Tesla sehr, sehr gut bezahlen lässt. Aber nicht nur in puncto Reichweite, auch in Sachen Verarbeitung braucht sich der e-Niro nicht vor der Konkurrenz aus dem Silicon Valley zu verstecken. Ganz im Gegenteil: Bei der Fertigung sind die Kia-Leute entschieden intoleranter, und das ist gut so. Am Innenraum gibt es bis auf die etwas ausufernde Knopf- und Schaltervielfalt am Lenkrad fast nichts zu mäkeln.

Gesessen wird bequem, gelenkt recht direkt und bei eingeschaltetem Fahrzeug ist nur ein kaum wahrnehmbares elektrisches Surren zu vernehmen. Aber auch nur dann, wenn es draußen ruhig ist und das Radio schweigt.

VON FEIN BIS BRACHIAL

Die Fahrdynamik ist stromgetrieben typisch und macht fahrwerksbedingt gar nicht wenig Spaß. Über das Gaspedal lässt sich der Strom fein dosiert an die Straße abgeben. Tritt man das Pedal voll durch, entfaltet der Kompakt-SUV mit seinen 204 PS und 395


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Ein ideales Gerät, um bei Ampelstarts verdutzten Verbrennern den nicht vorhandenen Auspuff zu zeigen.

Newtonmetern Drehmoment richtig guten Zug zum Tor. Schaltet man dann auch noch die Traktionskontrolle aus, gehen dem von außen unspektakulär und relativ brav aussehenden e-Niro schön die Gäule durch. Ein ideales Gerät, um bei Ampelstarts verdutzten Verbrennern den nicht vorhandenen Auspuff zu zeigen. Laut Werksangaben verbraucht der Gute auf 100 Kilometern rund 15,9 Kilowattstunden. Mit dem 64 Kilowattstunden großen Akku soll man damit laut WLTP-Standard 455 Kilometer weit fahren können. Ein nicht

unrealistischer Wert. Dazu tragen neben dem Rekuperationssystem, das Bremsenergie in elektrische zurückwandelt, auch durchdachte Systeme wie „Driver only“ in der Heizungssteuerung bei. Die Fahrmodi lassen sich bequem und intuitiv über einen Knopf in der Mittelkonsole wählen. Außerdem verfügt der Akku über ein aktives Thermalmanagement, weshalb ihm geringe Außentemperaturen untypisch wenig anhaben können.

LADELEID

In der Ladung scheiden sich die Geister. Der e-Niro ist prinzipiell schnellladefähig und kann theoretisch eine 100-kW-Ladeleistung aufnehmen. Damit würde sich eine Ladung von 20 auf 80 Prozent in knapp über 40 Mi-

nuten erledigen lassen. An der heimeigenen Steckdose dauert das satte 18 Stunden. Aus den heimischen Steckdosen kommt nämlich nur einphasiger Wechselstrom mit maximal etwas über zwei Kilowatt. Mit einer sogenannten Wallbox ließe sich Abhilfe schaffen, dann gehen nämlich 7,2 kW rein und die Ladung von 20 auf 80 Prozent gelingt in rund sechs Stunden. Klar, Benzin oder Diesel tanken geht schneller, aber insgesamt bringt der Stromer seine PS gut auf die Straße. Kia ist eine runde Sache gelungen, wie man zukünftig auf den heimischen Straßen noch zur Genüge besichtigen wird können.

KIA E-NIRO

Antriebsart: Permanentmagnet-Elektro Leistung: 150 kW/204 PS Drehmoment: 395 Nm Beschleunigung: 0–100 km/h: 7,8 sec Spitze: 167 km/h Reichweite: rund 400 Kilometer Spaßfaktor: 7 von 10 Preis: ab 39.090 Euro


eco.mobil

Praktisch-anders Der Citroën Berlingo ist seit 1996 am Markt und hat sich seitdem vom Transporter-Image zum angesehenen Familien-PKW gemausert.

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ie dritte Berlingo-Generation glänzt nicht nur durch ihre praktischen Qualitäten – viel Platz, Komfort und bequeme Schiebetüren –, auch das eigenständige Design kommt gut an: die Front ganz markentypisch, das Heck deutlich moderner und die seitlich platzierten Airpumps fügen sich nun gefällig ins Gesamtdesign. Einmal Platz genommen, fühlt man sich im Berlingo auf Anhieb wohl: Komfortable Sitze, eine üppige Ausstattung und die gute Übersicht fallen sofort auf. Beim näheren Betrachten entdeckt man dann weitere Vorzüge wie zahlreiche Staufächer, die leichte Bedienung, den gut positionierten Ganghebel und das feine Ein- und Aussteigen hinten. In der Ausstattungslinie „Shine“ ist so ziemlich alles enthalten, was sich verwöhnte Autofahrer wünschen. Der kräftige 130-PS-Diesel hat mit der Familienkutsche

Der neue Berlingo beeindruckt mit Platz, Komfort und Design.

keinerlei Probleme und beweist sich als optimale Motorisierung. Dazu ist der Antrieb leise und mit 5,9 Litern Testverbrauch sparsam. Fahrleistungen und Fahrwerk bewegen sich auf einem vernünftigen Niveau, weshalb der Fahrspaß nicht zu kurz kommt und vom Transporter-Feeling absolut nichts mehr zu

Only you Subaru zählt zu jenen Marken, die auf eine besonders treue Stammkundschaft setzen dürfen. Der XV gehört zu den jüngsten Modellen der japanischen Marke und wird seit 2012 angeboten.

Der Subaru XV überzeugt, das CVT-Getriebe weniger.

spüren ist. Abschließend lässt sich sagen: Das Platzangebot, das Design und der agile Motor überzeugen. Der Einstiegspreis liegt bei preiswerten 20.600 Euro. Unser Testfahrzeug mit voller Ausstattung kommt auf knapp 33.000 Euro. Der Berlingo ist allerdings vorsteuerabzugsberechtigt.

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ubaru und Boxermotor – das hat Tradition. Der japanische Hersteller hat die Technologie zwar nicht erfunden, aber konsequent weiterentwickelt und bringt den „Boxer“ sowohl in Diesel- als auch Benzinmotoren zum Einsatz. Unser Testwagen war mit dem Zweiliter-Benziner und 156 PS ausgestattet; ein feiner, unaufdringlicher Begleiter, der sich wacker schlägt, leider jedoch von der unsensiblen CVT-Automatik eingebremst wird. Durch das Stufenlosgetriebe wirkt der Motor stets angestrengt und wird erst mit hohen Drehzahlen kräftig. Das wiederum schlägt sich auf den Verbrauch nieder, Werte unter zehn Litern sind kaum zu schaffen. Davon abgesehen überzeugt der Subaru mit ordentlicher Ausstattung, einer angenehm erhöhten Sitzposition und natürlich dem permanenten Allradantrieb mit üppiger Bodenfreiheit. Ein revolutionäres Kamerasystem „EyeSight“, das gleich mit zwei Kameras Objekte erkennt und damit Unfälle vermeiden hilft, ist ebenso serienmäßig an Bord wie zahlreiche weitere Assistenzsysteme. Qualität und Verarbeitung des Innenraums gehen absolut in Ordnung. Am wohlsten fühlt sich der XV – wie alle Subaru-Modelle – abseits befestigter Straßen. Zu haben ist der XV schon ab 24.340 Euro.


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Freude am Fahren


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START IN DIE MOTORRADSAISON

Die Motorräder stehen bis Ende September für ganztägige Testfahrten auf rund 30 Passstraßen in den Alpen zur Verfügung.

Das High-Bike Testcenter Paznaun startet mit 40 brandneuen Leihmaschinen in die heurige Saison.

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Das einzige markenübergreifende Motorrad-Testcenter Europas befindet sich in Ischgl. Dort warten mehr als 40 brandneue Motorräder der Hersteller BMW, KTM, Triumph, Yamaha und Aprilia auf begeisterte Motorradfahrer. Die Bikes stehen bis Ende September für ganztägige Testfahrten auf rund 30 Passstraßen in den Alpen zur Verfügung.

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er Fuhrpark im High-Bike Testcenter Paznaun kann sich auch heuer sehen lassen. Getestet werden können von BMW unter anderem die neuen 1250er-Boxermodelle und das gelände- und langstreckentaugliche Schwestermodell R 1250 GS Adventure. Und wer einmal eine Sechszylinder-BMW ausprobieren möchte: Die K 1600 GT ist auch vor Ort. KTM stellt seine gesamte Straßen-Modellpalette für die High-Bike-Testfahrer zur Verfügung, Triumph hat seine Modellpalette für 2019 insbesondere bei seinen Modern-Classic-Bikes ausgebaut. Aprilia ist mit der neuen Tuono V4 1100 Factory SAS vertreten, zudem steht die Shiver 900 für Probefahrten bereit.

UND SO GEHT'S

Die Regeln für entspanntes Cruisen auf den Bergstraßen rund um Ischgl sind einfach: Die Ausgabe der Testmotorräder erfolgt täglich von 8 bis 10.30 Uhr, die Rücknahme von

findet. Geboten werden stundenweise Motorradtests, atemberaubende Stuntshows mit den Pro-Ridern Julien Welsch und Sarah Lezito, Motorrad-Schräglagentrainings oder geführte Ausfahrten. Dazu gibt es hochkarätige Musik, kulinarische Spezialitäten und eine Auffahrt auf der ansonsten gesperrte Straße auf die Idalp in 2.320 Metern Höhe. Programm und Anmeldung unter

www.bikersummit.com.

16.30 bis 19 Uhr. Ausgedruckte Roadbooks mit Tourenvorschlägen liegen bereit, einige Bikes sind mit Navi ausgerüstet. Im Tages-Testpreis von 100 bzw. 120 Euro sind eine Versicherung mit Selbstbeteiligung sowie die gefahrenen Kilometer enthalten. Übernachtungsgäste im Paznaun leihen ihr Testbike mit ihrer Gästekarte zu einem reduzierten Tarif. Im Testcenter stehen auch Rukka-Anzüge für Damen und Herren, die neuesten 2019er-Schuberth-Helme sowie Daytona-Stiefel zur Verfügung.

Man braucht kein eigenes Motorrad, um ein echter Biker zu sein. Das High-Bike Testcenter Paznaun hat die neuesten Modelle.

GIPFELTREFFEN AM „BIKER SUMMIT“

Vom 25. bis 28. Juli 2019 verwandelt der „Top of the Mountain Biker Summit“ Ischgl zum fünften Mal in den Motorrad-Hotspot der Alpen. Egal ob Sportfahrer, Harley-Cruiser oder Scooter-Freund – beim höchsten Motorradtreffen Österreichs ist jeder willkommen. Treffpunkt ist das Biker-Village am Silvretta-Parkplatz in Ischgl, wo sich auch das High-Bike Testcenter Paznaun be-

HIGH - BIKE TESTCENTER IM PAZNAUN Silvretta-Parkplatz, Ischgl Tel.: 0650/381 56 45 www.highbike-paznaun.com

Tipp: „Top of the Mountain Biker Summit“ vom 25. bis 28. Juli 2019


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Tivoli nun auch an der Haller Straße Das Autoland mit seinen Standorten in Innsbruck und Schwaz erweitert sein Portfolio. Mit den Fahrzeugen des koreanischen Allradspezialisten SsangYong erweitert das Mehrmarken-Autohaus sein Angebot

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ie Alessandro Chieppi, Geschäftsführer von SsangYong Österreich, und die Geschäftsführer der Autoland PPAT GmbH, Patrick Pfurtscheller und Peter Raunicher, haben kürzlich ihre Partnerschaft öffentlich bekannt gegeben. Gemeinsam wollen sie einen Marktanteil von zwei Prozent im Großraum Tirol erreichen. „Um dieses Ziel zu schaffen, sind wir auf der Suche nach weiteren Tiroler Vertriebspartnern. Einige Autohäuser haben sich bereits aktiv bei uns gemeldet und sind am Vertrieb der Marke interessiert“, freut sich Autoland-Boss Pfurtscheller. Beide Partner haben in der jüngeren Vergangenheit gezeigt, dass ihnen der Weg nach oben ernst ist. Die Autoland PPAT GmbH kann auf eine beachtliche Umsatzund Ertragsentwicklung verweisen, dazu heimste das Unternehmen mehrere

„Gemeinsam werden wir Tirol erobern.“ ALESSANDRO CHIEPPI, GF SSANGYONG ÖSTERREICH

Die Autoland-Geschäftsführer Patrick Pfurtscheller und Peter Raunicher (re.) freuen sich über Neuzugang SsangYong

Preise ein. „Die gute Stimmung im Unternehmen, die Energie des Teams – das hat uns von Anfang an überzeugt. Gemeinsam werden wir Tirol erobern“, ist sich SsangYong-Österreich-Geschäftsführer

Alessandro Chieppi sicher. Peter Raunicher und Patrick Pfurtscheller kennen das Angebot am Automarkt bestens und haben sich bewusst für SsangYong entschieden. „Die Marke hat mich überzeugt. Und wer mich kennt, weiß, wie schwer ich zu überzeugen bin“, betont Pfurtscheller. Aktuell wird SsangYong an den Autoland-Standorten Innsbruck und Schwaz angeboten. Der Einstieg in die SsangYongWelt beginnt mit dem Modell „Tivoli“ um 19.450 Euro.

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Schicker Püscho

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So schön und trotzdem ein schweres Los: Der Peugeot 508 tritt im Segment der Mittelklasse-Limousinen an, eines, das seit Jahren schrumpft. Trotzdem stehen die Chancen für den schicken Franzosen nicht schlecht. TEXT & FOTOS: BRUNO KÖNIG

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imousinen kämpfen hierzulande ums nackte Überleben. Einzig die viertürigen Coupés à la Audi A5, BMW 4er oder der Kia Stinger erfreuen sich wachsender Kundschaft. Dank seines optisch gelungenen Auftritts zählt der schicke Peugeot 508 auch eher zu diesem Segment und hat deshalb berechtige Chancen, sich erfolgreich am Markt etablieren zu können. Die aggressive Front mit Säbelzahn-Tagfahrlichtern, die elegante Linie, die muskulösen Flanken und das sportliche Heck mit durchgehender schwarzer Hochglanzblende machen aus dem Franzosen einen wahren Hingucker. Dazu kommen wunderschöne Räder in 19 Zoll und rahmenlose Scheiben wie in einem echten Coupé. Angetrieben wird unser Test-508er von einem feinen Benziner, der aus 1,6 Litern

Hubraum mittels 8-Gang-Automatik ordentliche 225 PS auf die Vorderräder überträgt. Damit passen auch die Fahrleistungen zum sportlichen Auftritt: 7,3 Sekunden bis Tempo 100, bis zu 250 km/h schnell und das alles bei einem Durchschnittsverbrauch von 7,3 Litern auf 100 Kilometer. Das geht o.k.

FUNKTIONELL UND SCHÖN

Das Innenleben des hübschen Löwen zeigt sich edel und funktionell. Das kleine Sportlenkrad, das man von Peugeot mittlerweile gut kennt, und die darüber angeordneten Armaturen ermöglichen einen guten Blick. Die Bedientasten für Radio, Navi und Sitzheizung sind im Mini-Klaviertasten-Design gehalten und erfreuen das Auge. Vorne sitzt es sich perfekt, hinten wird’s für Großgewachsene etwas eng. Der Kofferraum fasst locker das Gepäck von vier Personen.

PEUGEOT 508 GT LIMOUSINE 225 PURETECH Antriebsart: 1,6-Liter-Benziner Leistung: 165 kW/225 PS Drehmoment: 300 Nm Beschleunigung: 0–100 km/h: 7,3 sec Spitze: 250 km/h Testverbrauch: 7,3 Liter/100 km CO2 -Ausstoß: 134 g/km Spaßfaktor: 7 von 10 Preis: ab 34.150 Euro

Apropos locker: Locker kaufen ist aber nicht. Beim Preis zeigt sich, dass sich Peugeot mit dem 508 nach oben orientiert. Der Einstieg erfolgt bei 34.150 Euro. Mit Topmotorisierung und feiner Ausstattung wie in unserem Testauto klettert der Preis flott in Richtung 50.000 Euro. Aber schön ist er halt schon, der 508.


Einsteigen. Losfahren. Viele Tiguan & T-Roc ab Lager sofort verfügbar.

Mehr unter www.volkswagen.at. Verbrauch: 4,3 – 7,7 l/100 km. CO2-Emission: 113 – 175 g/km. Stand 05/2019. Symbolfotos.

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MOB AKT IL UEL L

Neues aus der Autobranche

E L E K T R O M O B I L I TÄT I M AU F W I N D

Bürgermeister Georg Willi (Mi.) mit den IKB-Vorständen Helmuth Müller (li.) und Thomas Pühringer

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In Österreich wurden im Vorjahr am zweitmeisten E-Autos in der EU zugelassen. Innsbruck liegt im Vergleich der österreichischen Landeshauptstädte unter den Top drei. „Die E-Mobilität ist ein wichtiger Baustein, um die Schadstoffemissionen in Zukunft weiter zu reduzieren und damit die Lebensqualität in unserer Stadt zu verbessern. Eine flächendeckende und funktionierende Ladeinfrastruktur ist der Schlüssel für den Durchbruch dieser Technologie“, betont Bürgermeister Georg Willi. Derzeit betreibt die IKB in der Landeshauptstadt 24 öffentliche Ladepunkte mit durchschnittlich 650 Ladevorgängen im Monat. Direkt bei der IKB-Zentrale in der Salurner Straße wurde jetzt die größte E-Ladestation Tirols in Betrieb genommen. „Als städtisches Infrastrukturunternehmen und regionaler Ökostrom-Erzeuger ist die E-Mobilität für uns ein wichtiges Zukunftsthema. Am neuen Standort nahe der Innenstadt können zeitgleich elf E-Autos sowie zehn E-Roller und E-Bikes aufgeladen werden“, so IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller.

UNTER NEUER LEITUNG Der Auto-Linser-Standort in Jenbach hat einen neuen Betriebsleiter: Hannes Brandacher wechselte kürzlich von der Unterberger-Autowelt in Strass zum Opel-Spezialisten Linser nach Buch und folgt damit Bernhard Riedl nach, der sich mit Ende März in den Ruhestand begab. Der Zillertaler ist kein Unbekannter in der heimischen Automobilwelt, ist er doch seit 33 Jahren in der Branche tätig und kennt alle Facetten des Autogeschäftes. „Mit seiner Erfahrung wird Hannes Brandacher die Herausforderungen, die in den nächsten Jahren auf die Automobilbranche zukommen, bestens meistern“, ist Doris Linser überzeugt. „Für mich steht der Mensch im Mittelpunkt, hier ist der Mitarbeiter genauso wichtig wie der Kunde, denn ein zufriedener Mitarbeiter wird auch unsere Kunden begeistern. Das hat mich bei Auto Linser überzeugt. Ich freue mich jedenfalls riesig auf die neue Herausforderung und habe bereits einige Ideen, um den Standort für unsere Kunden noch attraktiver zu machen“, so Brandacher.

Denzel-UnterbergerBetriebsleiter Andreas Resch kam mit passendem Jaguar-Trikot und freute sich über zahlreiche Besucher. Darunter auch Marianne Hacker mit Tochter Valentina und Sohn Clemens.

Gesamtverkaufsleiter Michael Schotzko mit Bernd Moser und Lukas Triendl (v. r.)

ART OF PERFORMANCE

Doris Linser freut sich über Neuzugang Hannes Brandacher.

Die Performance eines Jaguar lässt sich kaum beschreiben. Man muss sie selbst erleben. Deshalb lud Innsbrucks Jaguar-Händler Denzel-Unterberger jüngst zum Olympia Golfclub nach Igls, um dort alle neuen Modelle ausgiebig erfahren zu können. Diesem Aufruf folgten zahlreiche Interessierte und zeigten sich begeistert von der Raubkatzen-Performance.


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genuss & trends BUCHTIPP

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Riso Gallo, Callwey 240 Seiten, EUR 41,10 Gibt es eigentlich Menschen, die kein Risotto mögen? Also wir kennen niemanden, auch deshalb, weil sich ganz tolle Rezepte mit ganz wenig Zutaten zaubern lassen und man im Grunde verkochen kann, was auch immer der Vorratsoder Kühlschrank hergibt. Für dieses Buch von RisottoReis-Marktführer Riso Gallo verraten weltweite Spitzenköche ihre besten Rezepte.

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SAMMLERTIPP

Buzz Aldrin, Omega-Ambassador und Apollo-11-Astronaut mit der limitierten Speedmaster 50th Anniversary Moonlanding Edition

Fly me to the moon Neil Armstrong und Buzz Aldrin waren die ersten Menschen, die am 21. Juli 1969 die Mondoberfläche betraten. In diesem legendären Moment wurde die Omega Speedmaster Professional zur ersten Uhr, die an den Handgelenken der Astronauten auf dem Mond getragen wurde. Anlässlich des 50. Jubiläums der ersten Mondlandung präsentiert Omega die auf 1.014 Stück limitierte Speedmaster Apollo 11 50th Anniversary Limited Edition. Das 42-mm-Modell besteht aus 18 Karat Moon­ shine-Gold, einer neuen, helleren Gelbgoldlegierung, und ist mit einem burgunderfarbenen Lünettenring aus Keramik mit einer Tachymeter-Skala aus Ceragold ausgestattet. Auf der aufwändig gearbeiteten Gehäuserückseite erinnern zahlreiche Gravuren und Darstellungen an diese erste Mondlandung. Eine kleine Stückzahl wird im Sommer auch in Österreich zu haben sein.

MAX TO GO Anlässlich des heurigen Maximilianjahres haben die Traditions­ häuser Münze Öster­ reich und die Öster­ reichische Post ganz besondere Produkte entworfen: eine fünfteilige 10-EuroSilbermünzenserie namens „Mit Kettenhemd und Schwert“ sowie eine exklusive Jubiläumsbriefmarke.


eco.life

Feines für zwischendurch: Die Daumenkinos von Gerhard Haderer gibt‘s in vier Varianten um je vier Euro. Erschienen bei scherz & schund.

SCHON SCHMUCK

Großes Kino Um Bildern das Laufen zu lernen, braucht es nicht unbedingt einen Fernseher. Denn ja, es gibt sie noch: die guten alten Daumenkinos. Auch wenn wir in der Redaktion teilweise von der falschen Seite begonnen haben zu blättern, so hatten wir den Dreh doch ganz flott wieder raus. Die MOFF-Kinostrips haben je 100 Seiten und unterhalten für etwa drei Sekunden. Das dafür immer und immer wieder und ganz ohne Qulitätsverlust. Srrrrt, srrrrt, srrrrt ...

Viele Männer tragen ja nebst Ehering und Uhr aus Prinzip keinen Schmuck. Diese Armbänder aus Leder (auch erhältlich in Cord und mit Edelsteinen) der dänischen Marke Son of Noa wären allerdings ein guter Grund, von diesem Dogma abzuweichen. Gesehen und ab 25 Euro erhältlich bei der zauberhaften Petra Kaminsky in Hall.

© SWAROVSKI KRISTALLWELTEN

KNUSPER, KNUSPER, KNÄUSCHEN Nach dem Start der Kooperation mit Bio vom Berg 2017 geht die Bäckerei Therese Mölk jetzt noch einen Schritt weiter und stellt einen Großteil des Brotsortiments in den Baguette-Filialen auf Bioqualität um. So werden das „Reine Roggenbrot“ und 17 weitere Sorten künftig als Biobrot angeboten. Darüber hinaus ist Therese Mölk die erste BIO-AUSTRIA-zertifizierte Bäckerei in Tirol. Über 94 Prozent der verwendeten Bio-Rohstoffe kommen aus Österreich – darunter Mehl, Freilandeier, Saaten und Schrote. Durch die kurzen Transportwege werden die CO2-Emissionen so gering wie möglich gehalten. © PATRICK SARINGER

Interior vom Feinsten: Die Beletage zeichnet sich besonders durch modernes Design aus und bietet mit bis zu 120 Sitzplätzen Raum für Veranstaltungen und größere Gruppen.

PRÄCHTIGES STOCKWERK Kürzlich eröffnete im Daniels bei den Swarovski Kristallwelten mit der Beletage ein neuer Raum, der perfekt auf die Bedürfnisse von Gruppen abgestimmt ist. Das neue Stockwerk stammt aus der Feder des internationalen Designbüros Snøhetta. Auf knapp 200 Quadratmetern erwartet die Gäste ein elegantes Interieur, das mit Licht, Farbe, Reflexion und Transparenz spielt. In Kombination mit der eher schlichten Außenfassade entsteht der Eindruck einer rauen Schale mit einem überraschenden kristallinen Kern. Dazu wird richtig gutes Essen serviert – Ausblick auf den Riesen, die Kristallwolke und die Berge inklusive.

REDEWENDUNG DER AUSGABE: VON TUTEN UND BLASEN KEINE AHNUNG HABEN von etwas keine Ahnung haben, inkompetent sein

HERKUNFT: Diese Redewendung stammt aus dem späten Mittelalter. Früher, als es noch keine Alarmanlagen gab, gingen Nachtwächter durch die Straßen, um nach dem Rechten zu sehen. Bei Gefahr von Feuer, Angriffen oder Einbrechern bliesen sie ins Horn, um die Einwohner zu warnen, kündigten durch Tuten in ihre Tröten die Sperrstunde an und löschten mit einem Blasebalg die Straßenlampen, die früher noch Öllampen waren. Diese Arbeit war in den Städten am wenigsten angesehen, da man sonst nichts können musste, als wachzubleiben, herumzugehen und bei Bedarf ins Horn zu blasen. Wer noch nicht einmal dies auf die Reihe bekam, galt als dumm und schien zu nichts zu gebrauchen zu sein.

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eco.life

Wider die Bequemlichkeit Zugegeben, die Lifestyle-Rubrik der eco.nova ist normalerweise immer ein recht fluffiger Teil. Manchmal lohnt es aber, auch hinter die Fassaden der Annehmlichkeiten des Lebens zu blicken. TEXT: MARINA KREMSER

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onvenience verbinden die meisten wohl mit dem Thema Essen. Halbfertigprodukte, Nahrungsmittel, die für den Verbrauch schon weitgehend zubereitet sind. Bequemes Essen. Das muss nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein, denn im Gegensatz zu Fast Food – das in der Regel genau das ist, nämlich fast Essen – können Convenience-Produkte durchaus gesund sein. Auch Tiefkühlgemüse oder Mischsalate sind bereits „küchenfertig“ und auch der Gastronomie ist geholfen, wenn sie bereits geschälte Kartoffeln geliefert bekommt. Das Convenience-Konzept zieht sich aber viel weiter und durchdringt quasi alle Lebensbereiche. Je einfacher, desto besser. Das hat seine guten Seiten, weil es uns den Alltag in vielerlei Hinsicht erleichtern kann. Umsonst ist aber nichts im Leben. Schon gar nicht die eigene Bequemlichkeit. „Convenience ist die am meisten unterschätzte und am wenigsten verstandene Kraft in der heutigen Welt. Als Treiber menschlicher Entscheidungen bietet sie nicht den unerlaubten Nervenkitzel von Freuds unbewussten sexuellen Wünschen – Bequemlichkeit ist langweilig. Aber langweilig ist nicht dasselbe wie trivial“, schrieb NZZ Folio in einem Beitrag im vergangenen Herbst. Wenn es eine effizientere und einfachere Art gibt, um Dinge zu tun, wären wir tatsächlich dumm, diese nicht zu nutzen. Wer käme heute noch auf die Idee, trotz Waschmaschine seine gesamte Wäsche mit der Hand zu schrubben? Ein Hoch auch auf den Staubsauger. Bequemlichkeit ist nicht zu verwechseln

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mit Effizienz. Bedenklich wird es dann, wenn Convenience andere Optionen undenkbar zu machen scheint und wenn das Motto lautet: Einfach ist besser, am einfachsten ist am besten. Das ist es nämlich nicht. Die Dinge einfach zu machen, ist nicht per se böse. In vielen Bereichen ist es gut, nicht zu verkopft an sie heranzugehen und nicht alles zu zerdenken. Man braucht nicht immer einen Plan. Das Problem ist allerdings, dass Bequemlichkeit immer noch mehr Bequemlichkeit hervorruft, so lange, bis wir Gefahr laufen, uns selbst aufzugeben. Ein anderer wird’s schon machen. So wählen wir aus der Fülle von Entscheidungsmöglichkeiten, die sich uns jeden Tag eröffnen, doch immer

dieselbe. Man tut es sprichwörtlich als „die Macht der Gewohnheit“ ab, doch Gewohnheiten killen jene Herausforderungen, die das Leben erst lebenswert machen. Und spannend. Langeweile zu haben, tut manchmal dringend Not, langweilig zu werden, nicht. Die Bequemlichkeit hält uns davon ab, Dinge anders zu machen als bisher, uns aus der eigenen Komfortzone herauszubewegen, Diskurse zu führen, neue Menschen kennenzulernen, in einen Laden zu gehen statt im Internet zu kaufen. Letztlich entfernt uns die Bequemlichkeit davon, so zu leben, wie wir es uns vorstellen, während wir auf der Couch sitzen. Wurde Convenience früher gerne als Instrument der Befreiung gese-

Nun mag Convenience beim Essen noch ein bisschen Sinn machen, in anderen Lebensbereichen wird es schon kritischer. Beim Denken zum Beispiel.

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hen, so hält sie uns heute vielfach davon ab, Dinge zu tun, und schränkt uns damit bisweilen sogar ein.

GENERATION THERMOMIX

„Convenience war die Haushaltsversion der industriellen Effizienz. Sie übertrug das Ethos der Fabrikarbeit auf das häusliche Leben“, konstatiert Tim Wu, Rechtsprofessor an der Columbia University in New York und Autor des erwähnten Artikels. Fertiggerichte, Brotbackmischungen, Thermomix. Um zu essen, brauchen wir nicht mehr zu kochen und man möge mir an dieser Stelle verzeihen, dass ich das Zusammenfügen von Lebensmitteln, die auf einem Display an einem Gerät angezeigt werden, das diese dann folglich in eine Mahlzeit transferiert, nicht als „Kochen“ anerkenne, wenngleich ich das System an sich nicht schlecht finde. Zwischendurch, wenn’s mal schnell gehen muss. Und auch wenn das Ergebnis von Thermomix und selber kochen am Ende dasselbe ist – Essen am Teller –, so ist der Weg von entscheidender Unterschiedlichkeit. Die Wertigkeit ist eine andere. „Wir sollten über die Tyrannei der Convenience nachdenken, öfter versuchen, ihrer betörenden Macht zu widerstehen – und sehen, was passiert. Wir dürfen nie vergessen, welche Freude wir empfinden, wenn wir etwas Langsames und Schwieriges bewältigen; welche Genugtuung es bedeuten kann, nicht das zu tun, was am einfachsten ist. Die Entscheidungen für das Unbequeme sind vielleicht alles, was zwischen uns und einem Leben in der totalen, effizienten Konformität steht“, sagt Wu. Seien Sie mutig, kochen Sie selbst!

BETREUTES DENKEN

Nun mag Convenience bei Mahlzeiten ja noch ein bisschen Sinn machen, weil es uns die Möglichkeit eröffnet, auch bei wenig Zeit halbwegs frisch zu essen. In anderen Lebensbereichen wird es schon kritischer. Beim Denken zum Beispiel. Wenn Algorithmen unsere Meinungen formen, kann das mitunter sogar gefährlich werden. „Wir sitzen mit dem Handy in der Hand auf dem Klo. Wir haben unterwegs Kopfhörer im Ohr. Wir drehen die Musik auf, damit wir sie beim Duschen hören können. Wir checken regelmäßig Facebook, Twitter und Co. Vor dem Sex trinken wir uns Mut an und drehen die Stereoanlage auf, um die eigenen Gedanken und Geräusche nicht hören zu müssen. Denken ist die kleine Stimme in unserem Kopf, die wir als Gedanken bezeichnen. Doch was macht diese Stimme,


eco.life

wenn wir etwas lesen? Die Stimme liest laut mit und erspart uns so das Denken. Was macht die Stimme beim Musikhören? Sie singt mit, selbst wenn wir den Text nicht kennen. Was macht die Stimme, wenn wir etwas spielen? Sie löst fiktive Probleme für fiktive Highscores, um uns das fiktive Gefühl zu geben, dass wir etwas erreicht haben. Aber wann nehmen wir uns noch wirklich die Zeit, selbst zu denken?“, steht unter dem Titel „Wann haben die Menschen das Denken verlernt?“ auf www. disziplinlos.com in der Einleitung geschrieben. Es mögen vermeintlich nebensächliche und teils lustig-nette Beispiele sein, sie zeigen aber recht deutlich, dass wir durch alle Ablenkungen, die der Alltag so zu bieten hat, nicht mehr in uns hinein- und auf uns selbst hören. Wir machen es uns laut, um die leisen Töne nicht hören zu müssen. Ob man der gesamten Gesellschaft damit kollektiv die Fähigkeit zu denken absprechen kann, ist zu bezweifeln, gut ist die Entwicklung mit Sicherheit nicht. Denn auch denken will gelernt sein und Fähigkeiten entwickelt man nur weiter, indem man sie nutzt. Bequemer – more convenient also – ist es natürlich, sich nicht mit anderen Ansichten herumplagen zu müssen, für den eigenen Horizont ist das aber nur mäßig nützlich. Wir verlieren damit zwar nicht die generelle Fähigkeit zu denken, sehr wohl aber jene, sich eine eigene Meinung zu bilden, und zwar derart, aus den verschiedenartigsten Informationen die Quintessenz für sich herauszufiltern und nicht von vornherein nur nach jenen Informationen zu suchen, die die vorgefasste Meinung vollinhaltlich bestätigen. Und es ist sogar noch bequemer: Wir brauchen danach nicht mal mehr zu suchen, weil sie uns Algorithmen schon frei Haus liefern. Der Verlust der Fähigkeit des selbständigen Denkens führt in der Konsequenz dazu, dass wir auch nicht mehr selbst entscheiden. Dass mit Hilfe mathematischer Formeln im Internet passgenau zugeschnittene Werbung eingeblendet wird, mag da Manchmal fast noch ein geringes Übel sein. Wenn sollten Algorithmen die (politische) Meinungswir einfach mache übernehmen, hat das viel weitreichendere Auswirkungen als auf das unbequem sein. eigene Konto. Künstliche Intelligenzen werden es uns künftig noch schwerer machen, uns auf die uns ureigenste Intelligenz zu verlassen, deshalb ist es umso wichtiger, uns so schnell wie möglich Kompetenzen anzueignen, die uns erlauben, mit den technologischen Fortschritten vernünftig umzugehen. Es mag nach einer schönen Welt klingen, wenn der Kühlschrank eigenständig Milch bestellt, die Frage aber ist, was solche Entwicklungen mit uns selbst machen, wenn algorithmische Systeme Einfluss auf wichtige Lebensentscheidungen nehmen können. Deshalb ist dieser Text ein kleines Plädoyer wider die Bequemlichkeit. Convenience-Produkte können uns in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen nützliche Helfer sein, letztlich kennt Convenience aber nur das Ziel und nicht die Reise. Manchmal ist jedoch tatsächlich der Weg das Ziel und der darf gerne auch anstrengend sein.

eco.mmentar

Michael Gruber, Leiter des VVTKundInnencenters

Wir alle sind Kunden Jeder von uns ist in unterschiedlichsten Formen täglich Kunde. Deshalb begegnen wir unseren Kunden so, wie wir auch selbst behandelt werden möchten. Die Arbeit im Kundenservice hat in den letzten Jahren einen Bedeutungswandel erfahren – weg von der reinen Verkaufs- und hin zu einer umfassenden Beratungstätigkeit. Wir wollen besseren Service bieten als erwartet. Wir müssen den Kunden positiv überraschen. Das steht für uns an oberster Stelle! Nur mit einem Team, das gut eingespielt ist und harmonisch funktioniert, ist es möglich, diese hohe Qualität zu bieten und auch zu halten. Das Kundencenter spielt eine große Rolle, wenn es um das Gesicht des VVT nach außen geht. Wir zeigen uns stets von unserer besten Seite, auch in Phasen mit hohem Aufkommen. Letztlich muss es immer das Ziel sein, flexibel auf den Bedarf unserer Kunden zu reagieren. So wurde zum Beispiel aktuell zum Start der neuen Tarifreform ein zusätzliches Callcenter eingerichtet, das in der Anfangszeit über alle wichtigen Neuerungen informiert. Manchmal kommen Kunden mit Kritik zu uns, sind verärgert. Treffen diese auf einen freundlichen Mitarbeiter, der konkret auf das jeweilige Problem eingeht und kompetent Lösungsvorschläge anbietet, geht bzw. fährt der Kunde mit einem guten Gefühl nach Hause. Es kommt beispielsweise immer wieder zu Rückfragen wegen der Preise für das neue Monatsticket. Oft stellt sich dann heraus, dass Kunden mit einem Jahresticket sehr viel besser bedient wären und darüber hinaus damit noch zahlreiche andere Vorteile haben. Die Aufklärung darüber sorgt kundenseitig für positive Aha-Erlebnisse und macht die Arbeit im VVT-KundInnencenter noch sinnstiftender. In Zukunft wird neben der Offenheit für neue Technologien der Multimodalität und damit der Beratung für das optimale Verbinden verschiedenster Verkehrsmittel (Rad, E-Car-Sharing etc.) eine noch größere Bedeutung zukommen. Dieser Wandel ist anspruchsvoll und stellt nicht allein die Mitarbeiter, sondern auch die Hardware, also die Räumlichkeiten, vor neue Anforderungen. Wir alle im VVT arbeiten täglich daran, unser Serviceangebot weiter zu verbessern. Deshalb nehmen wir das Feedback unserer Kunden sehr ernst und versuchen immer gemeinsam mit den Fachabteilungen Problemlösungen anzubieten. www.vvt.at

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Modernes hinter alten Gemäuern: Das zwischen 1984 und 2000 von Architekt Andrea Bruno vorbildlich renovierte antike Bauwerk Castello di Rivoli zeigt laufend Ausstellungen moderner Kunst.

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UND ZACK: VERLIEBT

Turin wird von Reisenden oft nicht beachtet, denn die meisten vermuten dort qualmende Schlote und viel Industrie. Doch sie täuschen sich: Die Stadt ist die grünste Italiens, Heimat der Slow-Food-Bewegung und dringend eine Reise wert. TEXT: SANDRA NARDIN

Die modern eingerichteten ZweiZimmer-Appartements im Estella mitten im Zentrum werden auch tageweise vermietet und sind perfekt, um die Stadt zu Fuß zu erkunden.


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TIPPS FÜR TURIN & UMGEBUNG

•P  iazza San Carlo: einen Kaffee im Schatten der Zwillingskirchen genießen • Porta Palazzo: größter offener Obst- und Gemüsemarkt Europas • Mole Antonelliana: mit dem Aufzug frei schwebend in 85 Metern Höhe fahren • Via Roma: die noble Einkaufsstraße lädt zum Flanieren ein • Castello di Rivoli: wunderbare Location mit wechselnden Ausstellungen meist zeitgenössischer Kunst • Sacra di San Michele: 35 Kilometer westlich von Turin, Drehort des Films „Der Name der Rose“

lassen hatten. Vielleicht ist das ein Grund für die Ignoranz, die viele Reisende Turin gegenüber hegen. Es blieb zum Schluss also nur noch die Industrie. „La Fiat.“ Ein gutes Jahrhundert lang hat die Fabbrica Italiana Automobili Torino die Stadt beherrscht. Die Agnellis waren die eigentlichen Herren der Stadt, bis in den 1990er-Jahren der Niedergang der Automobilindustrie begann und das Unternehmen radikal Arbeitsplätze abbaute. Turins Einwohnerzahl ist seitdem unter eine Million gesunken. Aber prägt das das heutige Stadtbild? Und wenn nicht, was dann?

WARUM TURIN?

urin gibt uns Rätsel auf. Wie kann es sein, dass Italiens viertgrößte Stadt bisher von uns unentdeckt blieb und für viele ItalienLiebhaber nach wie vor ein weißer Fleck auf der Landkarte ist, den man gerne rechts liegen lässt und sich aufmacht nach Florenz, Venedig, Mailand oder Rom? Nabel der Nation, Heimat der Könige, Wiege des Kinos, der Mode und des Automobils – all das war Turin. Hauptstadtstatus konnte Turin gerade einmal vier Jahre genießen (1861 bis 1865), dann zogen die Politiker des frisch geeinten Landes weiter nach Florenz. Mussolini befahl den aufstrebenden italienischen Film nach Rom, während Mailand die Modemacher weglockte, die sich einst um den Königshof niederge-

Der längste Fluss des Landes – der Po – zieht ein grünes Band durch die Stadt. Er gilt als die Lunge, die der Stadt die Luft zum Atmen gibt. Auf der östlichen Seite des gemächlich fließenden Gewässers klettern prächtige Villen die Hügel hinauf, gegenüber lassen Ruderclubs ihre Boote zu Wasser. Barocke Architektur dominiert das Stadtbild im Zentrum, die Flaniermeilen mit ihren kilometerlangen Bogengängen laden zum Lustwandeln ein. Turin ist eine herrschaftliche, stolze Stadt, die weit mehr mit Paris als mit Rom gemein hat. Immer wieder öffnet sich plötzlich eine Straße und verbreitert sich zu einem Platz. Dennoch ist die Stadt alles andere als protzig. Vielleicht ein Grund, warum das nahe gelegene Mailand jeder kennt und Turin sich erst langsam in unsere Herzen schleicht: Ein verschnörkelter Torbogen, ein versteckter Innenhof mit romantischem Brunnen, ein barocker Balkon und ganz viel Grün – es sind kleine Entdeckungen, die den subtilen Charme der Stadt komponieren und sie so liebenswert machen.

HEISS UND SÜSS

Turin ist bekannt für seine Kaffeehäuser, für Schokolade und süße Verführungen. Am bes-

ten beginnt man den Tag mit einem Kaffee am Hauptplatz, dem Herzen der Stadt. In den Kaffeehäusern rund um die imposante Piazza San Carlo scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Geschniegeltes Personal, üppige Kristallleuchter und viel Marmor – hier trifft man sich auf einen Kaffee, ein Brioche oder einen kleinen Snack. Turin ist – wie kann es anders sein – Heimat bester Köche. Vor 13 Jahren gründete der Piemonteser Carlo Petrini mit Freunden hier die Slow-Food-Bewegung. Alle zwei Jahre findet in Turin die ständig wachsende Slow-Food-Messe statt. Dass sich dieses neue Bewusstsein in den zahlreichen Restaurants der Stadt widerspiegelt, versteht sich von selbst. Ob von der einfachen Pizzeria bis zu zahlreichen Sterne-Restaurants – es gestaltet sich schwierig, nicht das Passende zu finden. Wunderbare Kreationen tischte uns Antonino Cannavacciuolo in seinem Michelinstern-dekorierten Restaurant auf. Die schnörkellose Küche des Hausherrn, der auch Moderator einer Kochshow im italienischen Fernsehen ist, ist frisch, elegant und überraschend leicht. Die geradlinige Einrichtung passt zum Gesamtbild – spannend fanden unsere Kinder die Tür zum WC, die nur vom Personal bei Bedarf per Touchscreen geöffnet wird. Einfacher speist man im unkomplizierten „Libery“, einer familiengeführten Trattoria, die neben Piemonteser Klassikern auch wunderbare Pizza bietet. Die eigene Bierkarte, aber auch die Auswahl an Weinen kann sich sehen lassen.

RESTAURANTS

• Cannavacciuolo, Via Cosmo 6, +39/011/83 99 893, www.cannavacciuolobistrot.it • Libery, Via Legnano 14, +39/011/45 46 040, www.libery.it

ÜBERNACHTEN

• Estella Luxury Suites, Via San Francesco da Paola 22, +39/0335/52 77 677, www.estellabnb.it

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Den Akku aufladen Im Winter pilgern Skiurlauber aus aller Welt auf den Arlberg. Der Sommer aber steht in Oberlech noch für Ruhe, idyllische Natur und diese ganz persönlichen „Golden Moments“ im Goldenen Berg.

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ur wer ganz genau hinhört, kann die Stille des Berges auch wahrnehmen. Dieses Geräusch ist ein Privileg, das man während eines Sommerurlaubs in Oberlech so schätzt. Peace nennt das

Hotel Goldener Berg die erste seiner sechs Säulen. Sie steht für die Auszeit, die man sich im Alpin Spa, bei einer Wanderung oder Mountainbiketour über die umliegenden Bergwiesen und Gipfel gönnen kann. Wie der Urlaub gestaltet wird, liegt ganz allein

Ich bleib noch ein bisschen hier! Die Sonne einfangen, Energie tanken, Gaumenfreuden genießen, aktiv sein und dabei den Alltag hinter sich lassen: Nirgendwo funktioniert das besser als im ****Superior-Hotel Balance in Pörtschach am Wörthersee.

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inmal tief Luft holen und das Wörthersee-Feeling einatmen. Herzlich empfangen und eingecheckt in Zimmern, die eher Wohlfühloasen genannt werden können, erwischt man sich beim herrlichen Blick über den See ganz schnell beim Träumen und Seele-baumeln-Lassen. Dabei gibt es hier so viel zu entdecken: Neben Radtour, Seewanderung oder Laufrunde gibt es vor allem für das Golferherz jede Menge Gründe, ins Balance zu kommen. Nach einem aktiven Tag ist die „SeenSucht“ dann groß nach einer gemütlichen Liege, Sonne tanken und einem Sprung in den 23 Meter langen Indoor- & Outdoor-Infinitypool. Auf dem Weg zum Pool ist eine

Entdeckungsreise im Wellnessbereich inklusive. Vom Wohlfühlgenuss geht’s quasi direkt zum Kulinarikgenuss. Nirgendwo sonst kann man die Region so schmecken wie in dem von Falstaff, A la Carte und Gault Millau ausgezeichneten Hotelrestaurant „la

in den Händen der Gäste. So ist der Inhaberin Daniela Pfefferkorn auch Säule zwei – Freedom – in ihrem Hotel ein großes Anliegen: „Wir distanzieren uns bewusst von vorgegebenen Regeln. Zu Happiness gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Denn für den Sommerurlaub am Arlberg ist grenzenlose Freude bereits vorprogrammiert.“ Die vielfältigen Zimmer laden schließlich zum Träumen ein – Dream lautet passend die nächste Säule –, und weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht, steht die fünfte Säule – Love – ganz im Zeichen der Kulinarik. Das Küchenteam setzt dabei ganz auf Regionalität und bringt täglich kreative und biologische Gerichte auf den Tisch. Doch was wäre ein Sommerurlaub in den Bergen ohne ein paar körperliche Herausforderungen? Säule sechs trägt deshalb den Namen Sweets und lädt dazu ein, aktiv zu sein. Ob Biken, Wandern, Bergsteigen oder Golfspielen – am Arlberg kommen bewegungshungrige Naturliebhaber voll und ganz auf ihre Kosten. Diesen Sommer steht alles im Zeichen der Jugend. „Bleib jung & fit“ lautet der Leitsatz im Hotel Goldener Berg.

������������������������������ www.goldenerberg.at

balance“. Das Küchenteam rund um Gastgeberin und „frisch gekocht“-TV-Köchin Andrea Grossmann und Küchenchef Toni Komrowski sorgt dafür, dass auch kulinarisch der Sommerurlaub zum Traumurlaub wird. Träume sind Schäume? In diesem Fall maximal ein Trüffelschaum nebst Steinpilzrisotto. Ja, ja – wenn man jetzt bloß die Welt anhalten könnte. ������������������������������� www.balancehotel.at


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Wellnesszeit ist Waldhofzeit Wellness unlimited! Das ****Superior Hotel Ebner’s Waldhof am See ist der beste Ort für zweisame Stunden!

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ibt es Schöneres, als dem Alltag für einen wohltuenden Kurzurlaub mit dem oder der Liebsten zu entfliehen und wieder einmal so richtig durchzuatmen? Das malerisch gelegene ****Superior Hotel Ebner’s Waldhof am See ist dafür genau das richtige Plätzchen. Der glasklare Fuschlsee und die mystische Region des Salzkammerguts mit ihren Glücksplätzen liefern genügend Argumente für einen abwechslungsreichen, sportlichen oder romantischen Urlaub zu zweit. Der Wellnessbereich und die ausgezeichnete Küche tun ein Übriges dazu, dass man am liebsten gleich um ein paar Tage verlängern möchte.

PARADIESISCHE WELLNESS - WELT

Diese Beschreibung ist für das Waldhof-Spa noch dezent untertrieben. Der über 4000 m2 große Wellnessbereich ist ein perfekter Ort

für süße Tagträume und Wohlfühlstunden. Verschiedene Saunen, Dampfbad oder ein Kräuter-Solebad sind nur einige der Highlights in diesem Garten Eden. Für Verliebte empfiehlt sich der Private Spa, in dem die romantische Zweisamkeit und Wellness bei wohltuenden Behandlungen, Leckereien und einem Gläschen Sekt genossen werden können.

GOURMETDINNER UND LANGSCHLÄFER - FRÜHSTÜCK

„Salzburgerisch aufgetischt bis hin zur leichten und modernen Kräuterküche“ lautet die Beschreibung der abwechslungsreichen 5-Gänge-Menüs. Damit man im wohlverdienten Urlaub auch die süßen Träume bis zur letzten Minute auskosten kann, gibt es ein Langschläfer-Frühstück. „Zeit können wir Ihnen nicht schenken, aber wir können sie Ihnen so angenehm wie möglich machen!

Bei uns gibt es einiges zu entdecken, alles möchten wir jedoch nicht verraten… „, freut sich das Team vom Ebner’s Waldhof am See auf Ihren Besuch.

WELLNESS UNLIMITED

Das Angebot ist buchbar ab drei Übernachtungen und beinhaltet das Genießer-Arrangement, zwei Behandlungen à 50 Minuten und Late Check-out. Buchbar vom 01.06. – 01.09.2019 bereits ab 480 Euro pro Person für drei Nächte im DZ Plomberg.

****SUPERIOR EBNER’S WALDHOF AM SEE Seestraße 30 5330 Fuschl am See Tel.: 06226/8264 info@ebners-waldhof.at www.ebners-waldhof.at


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Saisonales Gemüse, Obst und heimische Bauernprodukte zum Auswählen.

Das Gute liegt so nah Auf direktem Weg landen jede Woche Bauernkisten mit besten Tiroler Produkten vor der Haustür der Kunden. Im neuen Onlineshop sind Schmökern und Einkaufen noch attraktiver.

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D

ie Bauernkiste gibt es seit 1997, bis heute ist sie eine Erfolgsgeschichte. Beziehung ist das Schlüsselwort. Etwas, das in der industrialisierten, anonymisierten Nahrungsmittelproduktion nicht existiert. „Ich empfinde es als Luxus, dass ich den Großteil meiner Lebensmittel von Bauern bekomme, die ich kenne und zu denen ich Vertrauen haben kann“, so die Agrarökonomin und Bauernkiste-Gründerin Therese Fiegl. Diese Form der Direktvermarktung fördert Regionalität, Bodenständiges, lokale Wertschöpfung und ökologisches Bewusstsein. Kleine bäuerliche Betriebe und Familienunternehmen können ihre Produkte ohne Zwischenhändler zu fairen Preisen verkaufen. Die Kundinnen und Kunden wiederum können unmittelbar nachvollziehen, woher jedes einzelne Produkt kommt und unter welchen Bedingungen es erzeugt wurde – und sich jederzeit auf Wunsch vor Ort ein eigenes Bild machen.

ONLINESHOP RUNDERNEUERT

Mehr als 90 Prozent der Bauernkiste-Bestellungen werden mittlerweile online getätigt. Damit für die Kundschaft noch besser greif- und sichtbar wird, was schließlich auf ihrem Teller landet, wurde der Online-

shop technisch und optisch runderneuert. Die Produkte werden nun großformatig mit Bildern präsentiert, alle Lieferanten in Text und Bild vorgestellt. Auch für Bestellungen via Smartphones und Tablets wurde der Shop optimiert.

FREIE WAHL, GROSSE VIELFALT

Eine Besonderheit ist, dass man bei der Bauernkiste keine dauerhafte Verpflichtung eingeht. Bestellt werden kann frei nach den individuellen Bedürfnissen, sowohl was die Produkte als auch die Bestellhäufigkeit betrifft. Das Sortiment in der Bauernkiste spiegelt wider, was Tirol an kulinarischem

Reichtum zu bieten hat: Gemüse und Obst der Saison, Mehle und Getreide, Milchprodukte von Schaf, Ziege und Kuh, Fleischund Wurstwaren, Fisch, Brot und Gebäck, Schokoladen und Knabbereien, Marmeladen, Honig und Chutneys, Senfe, Säfte, Knödel und vieles mehr. Kundinnen und Kunden haben die Freude der Wahl – die Bauernkiste bringt’s.

BESTELLEN GANZ EINFACH GEMACHT

Sie bestellen bis spätestens Montagabend (im Onlineshop, per E-Mail oder telefonisch) für die laufende Woche, geliefert wird je nach Zustellgebiet am Donnerstag oder Freitag. Jede Lieferung kann individuell nach persönlichem Bedarf zusammengestellt werden, auch die Bestellfrequenz ist frei wählbar. Alle weiteren Informationen online oder telefonisch immer am Montag von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr unter 05238/88188 für den Großraum Innsbruck oder 0650/8889412 für das Tiroler Oberland ab Hatting. www.bauernkiste.at „Ich empfinde es als Luxus, meine Lebensmittel von Bauern zu bekommen, die ich kenne.“ Therese Fiegl


Eisgenuss wie in Italien! Seit fast 20 Jahren gilt die Gelateria TOMASELLI mit den beiden Filialen in der Innsbrucker Hofgasse und der Maria-Theresien-Straße als kulinarischer Tipp für alle Eisgenießer.

Die 2018 am Innsbrucker Baggersee eröffnete Filiale hat sich ebenfalls als Lieblingsadresse für alle Eisfans etabliert. Egal ob mit dem Rad oder zu Fuß, in der Schauproduktion beim Baggersee können Gelato-Freunde sogar die Fertigung ihrer Lieblingseissorten mitverfolgen.

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Über 50 Eissorten gibt’s bei TOMASELLI – vom Klassiker bis zu spannenden Neukreationen Tomaselli Gelateria Tel. +43/512/574609 www.gelateria-tomaselli.at

Der Eissalon

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© MISSMARGO

Mike Karlinger, Mario Karlinger und Michael Hauser haben sich mit Tirol Real Estate beruflich zusammengetan.

KULINARISCHE BEREICHERUNG Das Restaurant Gaia Cuisine galt als kulinarischer Geheimtipp in Söll und ist nun nach Innsbruck übersiedelt. Bei „fast“ sommerlichen Temperaturen servierte Küchenchef und Inhaber Sanyo Nagpal bei der Eröffnung Kostproben aus seiner vielfältigen Fusion-Kitchen. Bürgermeister Georg Willi, Vizebürgermeister Franz X.Gruber, Leopold Wedl, Patricia Niederwieser, Alexander Gottardi, Karl Ischia und zahlreiche weitere Gäste genossen den Abend. WWW.GAIACUISINE.AT

AU S G E Z E I C H N E T E B T V Bei der FMVÖ-Recommender-Gala Mitte Mai in Wien wurde der BTV das Gütesiegel für sehr gute Kundenorientierung verliehen. Die Befragung des Finanz-Marketing Verbandes Österreich (FMVÖ) fand dieses Jahr bereits zum 13. Mal statt und gilt als Branchenbarometer für Banken und Versicherungen. Als Grundlage dient eine österreichweite Umfrage unter 8.000 Kunden.

Stefan Nardin, BTV, und Rainer Biedermann, Klinik Innsbruck

BIG OPENING Unter dem Motto „Alles unter einem Dach“ verfolgen drei junge befreundete Tiroler Unternehmer der Tirol Real Estate – Michael Karlinger, Michael Hauser und Mario Karlinger – ein gemeinsames Ziel: Tirols innovativstes Immobilienmaklerbüro zu sein. Kürzlich wurde das Citybüro am Innsbrucker Marktgraben eröffnet und viele feierten mit – Morandell-Weinverkostung und Gourmetcatering vom Restaurant Die Mühle inklusive. Als Eyecatcher platzierten die Jungs den neuen Vanderhall vor dem Haus, der seit Mai erstmals auch in Österreich erhältlich ist.

NEU ERÖFFNET Eineinhalb Jahre lang sanierte und erweiterte die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) das Schul- und Internatsgebäude der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe und Mode „Ferrarischule“ in der Weinhartstraße in Innsbruck um rund 14 Millionen Euro. Kürzlich wurde das Gebäude wieder seiner Bestimmung übergeben. Schuldirektor Kurt Manfred Jordan nahm symbolisch den Schlüssel dafür entgegen.

Schlüsselübergabe durch BIG-Abteilungsleiterin „Schulbau“ Edith Klesl-Tauchner, Bildungsdirektor Paul Gappmaier (li.) und Bildungslandesrätin Beate Palfrader an Ferrarischuldirektor Manfred Jordan

© A.METH FERRARISCHULE

IM GESPRÄC

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news & events


© M. VANDORY

im.gespräch

35 JAHRE HORUCK Rund 200 Gäste sind der Einladung zum Festakt am Nachmittag gefolgt, mehr als 600 feierten am Abend – die Innsbrucker begleiteten Ende März „ihr“ Horuck in sein 36. Jahr des Bestehens und ehrten Langzeitgeschäftsführer (1986–2019) Wilfried Hanser, der im Zuge des Jubiläums die Leitung des gemeinnützigen Unternehmens an seine Nachfolger Thomas Holzer und Martina Wolf Kuntner übergab. Die 1.000 + 1 Quadratmeter große Halle des Indoor-Flohmarktes hat sich dafür ordentlich herausgeputzt.

© THOMAS STEINLECHNER

Vizebürgermeister Franz X. Gruber, Landtagsabgeordneter Heinz Kirchmair, das Horuck-Führungsduo Thomas Holzer und Martina Wolf Kuntner, der ehemalige Geschäftsführer Wilfried Hanser, Moderator Markus Koschuh, Ferdinand Lechner (Leiter der L&R Sozialforschung), arbeit-plusGeschäfts­führerin Judith Pühringer, Helmut Dietl (Horuck-Perspektivenwerkstatt), Evelyn Wind (Jugendwerkstätten Niederösterreich), Sabine Platzer-Werlberger (stellv. Geschäftsführerin des AMS Tirol) Bildungsstadträtin Elisabeth Mayr, Franz Weinberger (Leiter der Förderabteilung der Bundesgeschäftsstelle des AMS) und AMS-Tirol-Geschäftsführer Anton Kern

Unirektor Tilmann Märk, UMIT-Rektorin Sabine Schindler, Innovation-Sonderpreisträgerin Viktoria Wegscheider, Julia Katharina Kraus (Hauptpreisträgerin Graf Chotek Hochschulpreis 2019), MCI-Rektor Andreas Altmann, Tirol-Sonderpreisträgerin Stefanie Essl, Hans Unterdorfer (Vorstand der Tiroler Sparkasse) und EuropaSonderpreisträger Philipp Weinkogl

GRAF CHOTEK HOCHSCHULPREIS Insgesamt 54 Schüler von Uni, MCI und UMIT reichten ihre Arbeiten zum Graf Chotek Hochschulpreis der Tiroler Sparkasse ein. Der Hauptpreis des mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Jungakademikerpreises ging an Julia Katharina Kraus von der Universität Innsbruck. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Alten Rathaus im Stadtturm wurden Anfang Mai die Preise übergeben.

141 Michael Karlinger (Tirol Real Estate), Mike Mayer (Vanderhall Österreich), Ambros Einwaller und Michael Hauser (Tirol Real Estate, im Auto neben Ingeborg Einwaller sitzend), Tirol-Missen Marina Augsten und Theresa Ruetz mit Tänzern des Tiroler Landestheaters – Martine Reyn (Ballettmeisterin) und Solotänzer Addison Ector

TA N Z E N U N D S TAU N E N Mitte Mai wurde in Innsbruck wieder getanzt. Unter dem Motto „Ganz Innsbruck tanzt“ verwandelte sich die Innenstadt bereits zum fünften Mal wieder in eine einzige große Bühne. Schwungvoll ging es dabei auch vor dem „Anna“-Einwaller-Geschäft am Eingang der Altstadt zu. Während man im Geschäft shoppte, konnte man vor der Tür den neuen Vanderhall bewundern, der momentan der Hingucker auf vielen Veranstaltungen ist. MEHR ZUM VANDERHALL GIBT‘S AUF SEITE 112.

WEINFRÜHLING Mitte Mai lud die Weinkellerei Meraner zum Innsbrucker Weinfrühling, im Zuge dessen viele renommierte Winzer ihr aktuelles Sortiment präsentierten. Zahlreiche Weinfreunde, Sommeliers, Hoteliers und Gastronomen folgten der Einladung und kosteten sich durchs Angebot.

Li.: Hausherr Dietmar Meraner mit Nicola Scienza (Rubinelli Vajol) und Miguel Bollmann (Bagordi Rioja) Re.: Herbert Waltl (Hypo Tirol Bank) mit Marlis Waltl und Sieglinde Stübler


© IBMDW/HARTBERGER

G E FA H R B A D E S PA S S Kinder spielen mit Begeisterung am und im Wasser. Für Erwachsene eine Herausforderung, denn schon ein kurzer unbeaufsichtigter Moment kann für die Kleinen Lebensgefahr bedeuten. Anlässlich des diesjährigen Tages der Sicherheit macht die Vereinigung der Österreichischen Länderversicherer – darunter die TIROLER VERSICHERUNG – auf diese Thematik aufmerksam. Mit der Aktion „Sicherer Badespaß!“ sollen Eltern und Aufsichtspersonen für die Gefahren sensibilisiert werden.

Adolf Schinnerl, ärztlicher Leiter Rettungs­dienst des Landes Tirol und Landesfeuerwehrarzt, mit den TIROLER-Vorständen Walter Schieferer und Franz Mair

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© SPIESS FOTO TIROL

im.gespräch

Ingeborg Freudenthaler mit der damaligen Bundes­ministerin Margarete Schramböck

VERGOLDET Ingeborg Freudenthaler erhielt im April das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. „Sie selber sagen, Sie haben als Unternehmerin den schönsten Job der Welt – diese Begeisterung spürt man deutlich“, würdigte die Laudatio. Auch das soziale Engagement, das für Freudenthaler ein großes Anliegen ist, fand Erwähnung: „Als Gründerin und Obfrau des Vereins Lichtblicke – Demenzhilfe Tirol und mit der Unterstützung des VINZIBus Tirol setzen Sie beispielgebende Akzente.“ Freudenthaler leitet seit 1991 als Geschäftsführerin die Geschicke des Entsorgers Freudenthaler GmbH & Co KG, der im letzten Jahr sein 45-jähriges Bestandsjubiläum feierte.

DEZ-Centermanager Helmut Larch, TachezyInhaberin Barbara Sponring, DEZ-Filial­leiterin Petra Linninger und Make-upArtist Roland Berger

SCHÖNE SACHE Die Parfümerie Tachezy lud kürzlich zum dreitägigen Styleevent im Tachezy-Pop-up-Beautysalon am DEZ-Hauptplatz. Auf Terminwunsch erhielten interessierte Beautyqueens ein komplettes Styling mit Make-up und Hairstyling. Festgehalten wurde das Ergebnis mit einem Fotoshooting. Inspiration zu den neuesten Make-upTrends präsentierte Starvisagist Roland Berger, der auch TV-Stars wie Verona Pooth, Joko & Klaas, Sarah Lombardi, Jana Ina Zarrella oder Carolin Kebekus schminkt.

ERFOLGSPRÄMIE FÜR DIE BELEGSCHAFT

© HOLZFENSTER – NATÜRLICH AUS TIROL

Der Gartengeräte-Hersteller STIHL Tirol beteiligt die Belegschaft am Unternehmensergebnis und zahlt seinen Beschäftigten in diesem Jahr eine freiwillige Erfolgsprämie. Der ausbezahlte Brutto-Durchschnittsbetrag liegt dabei bei 1.000 Euro. Clemens Schaller, Geschäftsführer von STIHL Tirol: „Die Erfolgsprämie ist auch ein Zeichen des Dankes gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die durch ihre Leistung und ihr Engagement den Erfolg des Standorts in Langkampfen erst ermöglichen.“ Die freiwillige Erfolgsprämie ist Teil eines Pakets an Sozialleistungen, die STIHL Tirol seiner Belegschaft bietet. Dazu zählen neben der betrieblichen Altersvorsorge auch ein freiwilliger Fahrtkostenzuschuss oder ein Kantinenangebot mit vergünstigten Essenspreisen.

HTL KRAMSACH PUSHT HOLZFENSTER Namhafte Tiroler Holzfensterhersteller haben an der HTL Kramsach Glas und Chemie einen Wettbewerb zur Gestaltung eines Qualitätssymbols ausgelobt. Unter großem Interesse von Unternehmern und Schülern fand Mitte April in Kramsach die Preisverleihung statt, die von Martin Wegscheider, dem Vorsitzenden von „Holzfenster – natürlich aus Tirol“, eröffnet wurde. Ein tiefschürfender Vortrag über Design & Gestaltung rundete die gut besuchte Nachmittagsveranstaltung ab. Martin Wegscheider (Vorsitzender des Verbands „Holzfenster – natürlich aus Tirol“), Vortragender Günther Grall (Vizerektor der Fachhochschule Salzburg) und Simon Holzknecht (Geschäftsführer des „Holzfenster-Verbands“)


im.gespräch Die KAMA-Geschäftsführer Martin Hubmann und Paul Draxl

Astrid und Andreas Heigl (Geisler & Trimmel) mit Julia Wendt (Bildungsdirektion)

Susanne Kirchmair, Barbara „Transporte“ Schwaiger und Monica Voppichler-Thöni

143 Bernd Puelacher mit Anja Deutschmann Martin mit Marina Hubmann, Petra und Markus Rupprechter (Geisler & Trimmel)

Autorin Marina Camilla Hubmann mit Nadine Beiler

S T E I N S TA R K E S F E S T Zu ihrem 25-jährigen Bestehen luden die beiden Geschäftsführer von KAMA-Steinprojekte Kunden, Geschäftspartner und Freunde des Hauses zu einem Fest der Sinne ein. 300 Gäste genossen ein Live-Cooking von thaiLicious, ausgesuchte Weinköstlichkeiten vom Tiroler Sommelier-Verein und Gin an der Bar von Mate – Cocktails & More. Mit dem anschließenden Clubbing wurde das Jubiläum noch ausgiebig gefeiert.

Vor 25 Jahren gegründet ist KAMA-Steinprojekte zu einem Unternehmen mit 35 Personen angewachsen. Die geschäftsführenden Gesellschafter Ing. Martin Hubmann und Ing. Paul Draxl importieren Steine aus aller Welt und verarbeiten diese in der eigenen Produktion, die mit modernsten CNC-Maschinen ausgestattet ist und damit höchste Qualität gewährleistet. Als einziger Betrieb in Westösterreich mit der Kombination als Meisterbetrieb für Steinmetz und Pflasterer (in Österreich streng getrennt) produziert und verlegt KAMA mit eigenem Personal und höchstem Fachwissen. Es werden auch Lehrlinge in beiden Fachgebieten ausgebildet. Ein weiteres Augenmerk legt KAMA auf die Forcierung von heimischen Gesteinssorten. Diese können im gut sortieren Schauraum bei bester Beratung besichtigt werden. WWW.KAMA-NATURSTEIN.AT


im.gespräch

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1) Team Jünger/Team Tirol mit Univ.-Prof. Dr. med. Choi-Keung NG // 2) Mag. Hannes Erian, Freya Grillberger, Dr. Verena Maria Erian und MR Dr. med. Bernd Grillberger // 3) Dr. med. Romana Oberhammer mit Tochter Deborah und Mag. Martin Oberhammer MBL (Notariat Dr. Schwarz), Dr. Verena Maria Erian mit Tochter Victoria Maria Luise // 4) Mag. Thomas Spielmann (Sparkasse), Ingrid Eller und Dr. Verena Maria Erian // 5) MR Dr. med. Friedrich und Dr. med. Anna-Maria Scheffauer // 6) MR Dr. Franz mit Gattin Felizitas Pistoja und Familie Erian // 7) Raimund Eller und Dr. med. Lena Heijbel // 8) MR Dr. med. Christian und Gattin Hannelore Reitan // 9) Familie Dil & Somat Ghamal mit Tochter Diwani (Sensei – Sushi Bar) // 10) Helmuth und Michaela Steigberger (EBSSicherheitsagentur) // 11) MR Dr. med. Petra Lugger, MSc., und Dr. Thomas A. Allwissner // 12) Karin Fankhauser und Romed Giner (Vizebgm. von Rum)

1 0 J A H R E S T E U E R B E R AT U N G S K A N Z L E I T E A M J Ü N G E R U N D T E A M T I R O L Die Ärztespezialisten vom Team Jünger und die Kanzlei Team Tirol feiern heuer ihr zehnjähriges Jubiläum und setzen die Ära Horst Jünger fort. Gemeinsam sind es nun stolze 45 Jahre Ärzteexpertise im Land Tirol. Das Jubiläum beging die Kanzlei mit einem ganz besonderen Festakt. Das Team lud kürzlich zu einer Matinee mit drei romantischen Klavierquartetten von Komponisten ganz unterschiedlicher Prägung ins Haus der Musik. Dank Univ.-Prof. Dr. med. Choi-Keung NG ist es gelungen, mit Susanne Merth-Tomasi (Violine), Aliaksandr Khakhlou (Viola), Michael Tomasi (Violoncello) und Fausto Quintabà (Klavier) vier international renommierte Künstler zu gewinnen. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung, darunter Landeskapellmeister-Stellvertreter Dir. Josef Wetzinger mit Familie, Univ.-Prof. Dr. med. Paul Klingler mit Gattin Regina, DI Paul Passler (Stimpfl Baumanagement), PT Theresa Passler (Sporttherapie Huber & Mair), Dr. med. Peter Hintermüller, Ö3-Moderatorin Olivia Peter mit ihrer Mutter Reiseschriftstellerin Dr. Karin Peter und viele mehr. © RICARDO GSTREIN

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Die Preisträger: Benjamin Rau (Baufritz), Leonhard Unterrainer (Holzbau Unterrainer), Hannes Lad­stätter (Gebrüder Ladstätter), Josef Lohr (Langmatz), Lukas Schiffer (Tjiko) und Markus Wehner (lightweigth solutions)

H O L Z-I N N O VAT I O N S P R E I S Drei Auszeichnungen, zwei Anerkennungen und eine Sonderauszeichnung sind das Ergebnis der Innovationspreisverleihung 2019, die im Rahmen des Interreg-Projekts Inno4wood von proHolz Tirol, der Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern, dem Holzforum Allgäu und der Universität Innsbruck vorgenommen wurde. Die Preise wurden Ende April vergeben.

Spargelbauer Josef Harbich, Bruno und Patricia Niederwieser mit Stefan Wanner und Alois Schellhorn (beide Wirtschaftskammer Tirol)

S PA R G E L Z E I T Das mit 101 Jahren älteste Einzelhandelsgeschäft in Innsbruck, Obst Gemüse Niederwieser, feierte die 21. Spargelverkostung mit Spargelbauer Josef Harbich und Gottardi-Weinen. Das Team vom Restaurant Aui’s unterstützte dabei kulinarisch. Bei der diesjährigen Verkostung drehte sich alles um das richtige Schälen des Spargels. Als besondere Novität kann sich in diesem Spargeljahr jeder Kunde seinen Spargel mit der Spargelschälmaschine vor Ort selbst schälen. Gerne wurde diese Möglichkeit auch am Tag der Verkostung in Anspruch genommen.


© URLAUB AM BAUERNHOF ÖSTERREICH

im.gespräch

© DIE FOTOGRAFEN

20 JAHRE CHG Wenn man 20 wird, dann liegen die gröbsten pubertären Verwerfungen hinter einem. Unter diesem Motto luden die Czernich-Rechtsanwälte kürzlich zur großen Feier in die Paninothek. Zahlreiche Freunde und Klienten folgten der Einladung und genossen bei Wein und Antipasti einen feinen Frühsommerabend.

Urlaub-am-Bauernhof-Geschäftsführer Hans Embacher, Ulrike Rauch-Keschmann (Sektionsleiterin für Tourismus und Regionalpolitik im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus), Landtagsabgeordnete Michaela LangerWeninger und Urlaub-am-BauernhofÖsterreich-Obmann Johann Hörtnagl

MASTERPLAN Die CHG-Rechtsanwälte, mit Andrea Reindl, Mitarbeiterin seit dem ersetn Tag

Herbert Wild (IKB), CHG-Anwalt Günther Gast, Vizebürgermeister Franz X. Gruber und der ehemalige Vorstandsvorsitzende der IKB, Harald Schneider

„Innovation schafft Erfolg“ – unter diesem Motto stand die Jahreshauptversammlung bzw. der Innovationstag des Clusters Urlaub am Bauernhof Österreich. Auf kommende Veränderungen und Herausforderungen ist man bestens vorbereitet: Ein österreichweiter Innovationsprozess brachte neue Ideen und Projekte mit praktischem Nutzen für die Mitglieder – von neuen kreativen Nächtigungsformen bis zur Vermieter-App war vieles dabei.

Christoph und Andrea Norz in der Trauringlounge

LOVE IS IN THE AIR Bei Verlobung und Heiratsantrag spielen nicht nur der romantische Moment des Antrages, sondern auch die Organisation und die Planung des Drumherums eine wichtige Rolle. Für Verliebte, die sich mit dem Thema Antrag beschäftigen, gibt es viele Fragen. Der Liebesmonat Mai stand bei Goldschmiede Juwelier Norz deshalb ganz im Zeichen von Verlobung und Hochzeit. Dazu wurden in der eigens eingerichteten Trauringlounge speziell Kunden beraten, die sich mit dem Heiratsantrag beschäftigen, bzw. Paare, die bereits ihre Hochzeit planen.

SHOPPING REVOLUTION Karibische Leidenschaft ganz im Motto von „Cuba Liebe“: Für die Neuauflage von „Ganz Innsbruck tanzt“ rief das Kaufhaus Tyrol die Shopping Revolution aus und lud zum Late-Night-Shopping voll kubanischer Musik und sinnlicher Lebensfreude. Salsa, Bachata, Son und Afro – alle Rhythmen der Insel waren vertreten, dazu gab es Showacts von Tanzgruppen und Liveauftritte der kubanischen Sängerin Gina Duenas. Am Roulettetisch der Casinos Innsbruck konnten die Besucher außerdem tolle Preise gewinnen. Benno Hofer (Verein Salsa Libre), Gitarrenspieler Raul Funes, Kaufhaus-Tyrol-Center-Manager Sebastian Schneemann, Sängerin Gina Dueñas, Florian Fledersbacher (Kaufhaus Tyrol Marketing), Flora Schneider (Kaufhaus Tyrol), Moderator Bernd Obermayr und eine der vielen Cuba-Liebe-Show-Tänzerinnen.

JAHRHUNDERTCHANCE In den kommenden fünf bis zehn Jahren soll auf dem ehemaligen Kasernenareal in Kufstein ein neuer Stadtteil entstehen. Die Chance auf eine optimale städtische Weiterentwicklung ist groß, handelt es sich doch um insgesamt 65.000 Quadratmeter – eine Fläche so groß wie elf Fußballfelder! Knapp zwei Drittel der zu bebauenden Fläche besitzt das Bauunternehmen Bodner, ein weiteres Drittel gehört der Stadt Kufstein, ein kleiner Teil der B&U Immobilien GmbH. Baustart soll 2025 sein. MEHR ZU KUFSTEIN AB SEITE 50

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© WK TIROL

im.gespräch

FREIBADSAISON Nach einem guten Winter mit einem leichten Umsatzplus für die Tiroler Bäder starten die Betreiber zuversichtlich in den Sommer. Der Mystery-Check und die Badegästebefragung attestieren super Noten. Der Sommer könnte also kommen ... Ulrich Mayerhofer (Berufsgruppenobmann der Tiroler Bäder), IMAD-Geschäftsführerin Barbara Traweger-Ravanelli und Bernhard Wanner (Fachgruppengeschäftsführer der Tiroler Bäder)

Laura Sutera (Weingut Collosorbo) und Sebastian Matta (Castello Vicchiomaggio)

Lukas Schmittner (Weingut Poggio Rozzi – Conti Toggenburg) mit Lisa Gottardi

C O C K TA I L S , F I N G E R F O O D U N D B A R B E R

FRÜHLINGSVERKOSTUNG

Anfang Mai lud Achim Schneider, Leiter von Agape Innsbruck und München, zum Open House in die Haller Straße. Bei chilligen Rhythmen und coolen Drinks konnten sich die Gäste vom puristischen italienischen Baddesign überzeugen und sich gleich auch von Barber Samuel K. aus Schwaz die Bärte stutzen lassen.

Anfang Mai lud die Vinothek Gottardi wieder ein, um sich durch den Weinfrühling zu kosten. Neben den neuen 2018er-Jahrgängen in Weiß und Rosé erwarteten die Besucher auch ein paar ganz besondere Rotweinhighlights unter anderem aus Italien, Frankreich und Rumänien. Insgesamt konnte man sich an 15 Ständen durch das gesamte Sortiment an ca. 70 verschiedenen Weinen kosten. Rund 300 Besucher ließen sich das nicht entgehen.

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FEINES WOCHENENDE Der „Lions Congress Austria 2019“ in Kufstein war ein voller Erfolg. Bei perfektem Wetter erlebten zahlreiche auch internationale Lions-Funktionsträger ein entspanntes Wochenende. Geschichtsträchtige Locations, eine Zeltstadt, in der für Außenstehende die Leistungen der österreichischen Lions gezeigt wurden, und ein attraktives Freizeitangebot waren das Umfeld für eine nachhaltige und gelungene Veranstaltung. Gleichzeitig feierte der LC Kufstein auch seinen 25-jährigen Geburtstag.

© BLICKFANG PHOTOGRAPHIE

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel (2. v. r.) eröffnete im Beisein der höchsten Vertreter österreichischer Lions und des aktuellen Präsidenten des LC Kufstein, Markus Sappl (1. v. r.), den „Lions Congress Austria 2019“.

AU S D E R P R A X I S Der Ausbildungszweig CWS (Controlling, Wirtschaftspraxis und Steuern) gilt als Kaderschmiede für Wirtschaftstreuhänder. Die Zusammenarbeit zwischen der HAK Innsbruck und verschiedenen Steuerberatungskanzleien besteht seit mittlerweile zehn Jahren. Kürzlich übernahmen die Kanzleien wieder ihre Patenschaften für die Schüler der 2c, im Zuge derer die Jugendlichen Einblicke in den Arbeitsalltag bekommen. Kammerpräsident Klaus Hilber, die HAK-Absolventen des CWSZweiges, Klassenvorständin Anita Rachbauer und Direktor Peter Kreinig


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Kraftstoffverbrauch (Prüfverfahren: WLTP *): Ford Transit: innerorts 6,2–11,4l / außerorts 5,4–8,4l / kombiniert 5,5–9,5l / CO2-Emission 144–250g/km

* Werte nach dem Prüfverfahren WLTP ermittelt und zurückgerechnet auf NEFZ. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO 2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO 2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Kraftwagen entnommen werden, der bei allen Ford Vertragspartnern unentgeltlich erhältlich ist und unter http://www.autoverbrauch.at/ heruntergeladen werden kann. Symbolfoto. 1) Unverbindlich empfohlener nicht kartellierter Aktionspreis (beinhaltet Importeurs- und Händlerbeteiligung) exkl. USt. Aktion nur gültig für Gewerbekunden. Aktion gültig bei Ihrem teilnehmenden Ford Händler, solange der Vorrat reicht. Nähere Informationen auf www.ford.at. Freibleibendes Angebot.

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eco.nova Juni 2019  

eco.nova ist ein unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissensc...

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