Issuu on Google+

Prostatakrebs Früherkennung Uro-Radiologie als moderne Bildgebung Die effektivsten Behandlungsmöglichkeiten Selbsthilfegruppe – Unterstützung in schweren Zeiten

Juli 2011

DAS EUROPÄISCHE PROSTATAZENTRUM INNSBRUCK EPI


NEU

„Dieser Katheter ist so einfach zu benützen, das kostete mich keine Überlegung.“ Peter, Anwender

SpeediCath Compact Männer Eine Revolution im Katheterdesign Für viele Endverbraucher ist Diskretion rund um den Katheterismus ein großes Anliegen. SpeediCath Compact Männer wurde entwickelt, um dem Wunsch nach mehr Diskretion entgegenzukommen. Im geschlossenen Zustand ist der Katheter nur 19 cm lang und kann somit diskreter aufbewahrt, befördert und angewendet werden.

Wegen seiner kürzeren Katheterlänge (inklusive Konnektor 33 cm) und der somit gegebenen Stabilität des Katheters kann SpeediCath Compact Männer ohne Berührung des sterilen Bereiches eingeführt werden. Durch seine Einbettung in sterile Kochsalzlösung ist SpeediCath Compact Männer sofort - immer und überall einsatzbereit.

Originalgröße

Coloplast entwickelt Produkte und Dienstleistungen, die Menschen mit sehr persönlichen und privaten medizinischen Bedürfnissen das Leben leichter machen. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Menschen, die unsere Produkte verwenden, schaffen wir Lösungen, die ihre speziellen Bedürfnisse erfüllen. Wir nennen das persönliche Gesundheitsversorgung. Unser Geschäft umfasst Stomaversorgung, Urologie und Kontinenzversorgung, Wundversorgung und Hautpflege. Wir sind weltweit tätig und beschäftigen mehr als 7.000 Menschen. B.C 055 427 11, Das Coloplast Logo ist eingetragene Marke der Firma Coloplast A/S. © 2011-05 Coloplast GmbH, 1030 Wien

Coloplast GmbH 1030 Wien, Thomas Klestil Platz 10 Tel: 01 / 707 57 51-0, Fax: 01 / 707 57 51-40 e-mail: at@coloplast.com

www.coloplast.at


3

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Sehr geehrter Leser, lieber Patient! Haben Sie sich eigentlich schon einmal ernsthaft mit dem Thema Prostatakrebs beschäftigt? Oder, als Betroffener, wann haben Sie sich zum ersten Mal damit auseinandergesetzt? Aus Erfahrung wissen wir Mediziner, dass gerade Männer den Gedanken an ernsthafte Erkrankungen wie Krebs häufig verdrängen und das Thema Vorsorge oft stiefmütterlich bzw. -väterlich behandeln. „Ich bin doch kerngesund“, gibt es zu hören, oder: „Mich haut so schnell nichts um“. Viele Männer tätigen solche Aussagen, weil sie ihre Verletzlichkeit oder Schwäche nicht vor sich und den Angehörigen eingestehen mögen. In besonderem Maße gilt dies für Erkrankungen an der Prostata. Der Gedanke an die klassische Vorsorgeuntersuchung, das Abtasten, ist vielen unangenehm. Und über Probleme beim Wasserlassen, ein weit verbreitetes Symptom, spricht MANN auch nicht gern. Dabei befindet er sich in guter Gesellschaft. Allein unter einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, mit dem genannten Problem, leidet etwa die Hälfte der über 50-jährigen Männer. Aus diesem Grund haben wir das Europäische Prostatazentrum Innsbruck im Jahr 2007 ins Leben gerufen. Mit dieser Broschüre möchten wir Sie über dieses Zentrum informieren und fordern Sie auf, Ihre Hemmungen abzulegen und sich Ihrem Arzt anzuvertrauen. Denn: Diese Offenheit kann Leben retten. Wie bei vielen anderen Krebsarten verhält es sich auch beim Prostatakrebs: Der Betroffene bemerkt lange nichts von dem wachsenden Tumor. Umso wichtiger ist es, nicht erst bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, sondern bereits vor deren Auftreten die Angebote zur Früherkennung wahrzunehmen. Wir hoffen, dass diese Broschüre Ihnen ein hilfreicher Ratgeber ist und Sie bei Fragen nicht zögern, uns oder die Selbsthilfegruppe zu kontaktieren! Herzlichst, Ihr Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger Leiter der Universitätsklinik für Urologie Vorstand des Europäischen Prostatazentrums Innsbruck

Inhalt 4

5

6

8

Das europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI) _Bündelung von medizinischen Kompetenzen _Aufgaben und Herausforderungen _Einführung in das Thema Prostata Der Prostatakrebs – das Prostatakarzinom _PSA – prostataspezifisches Antigen Prostatakrebs-Früherkennung _PSA-Screening in Tirol _Statistiken zeigen positive Entwicklungen Kritisch hinterfragt _Prof. Dr. Horninger im Interview

10 Vom Verdacht zur Diagnose

18 Urologielabor und Abteilung für

_Uro-Radiologie als moderne Bildgebung _Ultraschallverfahren _Multiparametrische MagnetResonanztomographie MRT _Cholin PET/CT

Experimentelle Urologie _ Forschungsschwerpunkte

20 Aufgaben der Nuklearmedizin in

der Diagnostik und Nachsorge nach Prostatakarzinom

11 Fragen und Anworten

21 Aufgaben der Uropathologie

_FAQ zum Thema Prostatakrebs

12 Therapie & Behandlungs

möglichkeiten _Die radikale Prostatektomie _Alternative Behandlung: Schlüssellochchirurgie _Erfahrene Operateure _ Strahlentherapie: Brachytherapie und externe RT _ Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms

_ Analyse der Gewebsproben _ Der pathologische Befund

24 Prostatakrebs Selbsthilfegruppe

Tirol _ Wissenswertes über Unterstützung in schweren Zeiten


Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

4

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI) Um eine optimale Patientenbetreuung zu gewährleisten und die klinische Forschung zu optimieren, wurde 2007 an der Urologischen Klinik der Universität Innsbruck österreichweit das erste ISO-zertifizierte Prostatazentrum eingerichtet. Alle Ärzte, die im Prostatazentrum tätig sind, arbeiten schwerpunktmäßig klinisch und wissenschaftlich auf dem Gebiet der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH – benigne Prostata-Hyperplasie) und/oder des Prostatakarzinoms. Die Bündelung von medizinischen Kompetenzen

Aufgaben und Herausforderungen

>> Zur Einführung in das Thema Prostata

Im Prostatazentrum arbeitet ein Netzwerk von Spezialisten unterschiedlichster medizinischer Fachrichtungen zusammen: Vertreten sind die Disziplinen: Urologie, Strahlentherapie – Radioonkologie, Pathologie, Nuklearmedizin, internistische Onkologie, das urologische Labor (Abteilung für experimentelle Urologie), Uro-Radiologie sowie das Institut für klinische Epidermiologie der TILAK. Durch dieses disziplinenübergreifende Netzwerk und die Einbeziehung aller Beteiligten können wir eine Versorgung auf international sehr

hohem medizinischen Standard garantieren. Das EPI wird gemeinschaftlich von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger und OA. Dr. Arpad Sztankay, Universitätsklinik für Strahlentherapie – Radioonkologie, geleitet.

Neben der Diagnostik und Behandlung von Prostataerkrankungen werden auch zahlreiche klinische Studien, die die gutartige Prostatavergrößerung wie auch das Prostatakarzinom betreffen, durchgeführt. Bei der Behandlung der gutartigen Vergrößerung der Prostata sind primär verschiedene medikamentöse Therapien möglich, die an unserer Klinik ange-

boten und auch durchgeführt werden. Bei der operativen Therapie der BPH steht an erster Stelle die transurethrale Prostataresektion, das sogenannte „Hobeln“. Alternativ hierzu bieten wir aber auch die transurethrale Mikrowellentherapie der Prostata an. Für 2012 ist die Anschaffung eines Lasers zur Behandlung der gutartigen Prostatahyperplasie geplant.

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine Drüse beim Mann, die direkt unter der Harnblase liegt und Blasenhals und Harnröhre umgibt. Ihre Hauptfunktion liegt in der Produktion einer Flüssigkeit, die dem Samen beigemischt wird. Auch wenn die Prostataforschung in den letzten 20 Jahren stark intensiviert wurde, sind bis heute die Entstehungsfaktoren für bösartige Tumorerkrankungen an der Vorsteherdrüse ungeklärt. Das höchste Risiko tragen Männer über 50 Jahren, der Krebs kann jedoch leider

Zusätzlich bestehen Kooperationen mit der Sozialberatung der TILAK, der Tiroler Hospizgemeinschaft, der Prostatakrebs Selbsthilfe Tirol, der Abteilung für physikalische Medizin und Rehabilitation sowie der Universitätsklinik für Psychologie und Psychotherapie.

auch bei jüngeren Männern auftreten. Fest steht, dass Hormone einen wesentlichen Faktor bei der Entstehung der Krankheit darstellen, obwohl ihre genaue Rolle nicht ganz klar ist. Ohne das männliche Geschlechtshormon Testosteron, das vor allem in den Hoden produziert wird, kann kein Prostatakrebs entstehen. Testosteron ist für die Funktion der Prostata notwendig, fördert aber auch das Wachstum von Prostatakrebszellen. Auch genetische Faktoren spielen mit.


5

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Der Prostatakrebs – das Prostatakarzinom Der Prostatakrebs wächst in der Regel sehr langsam. Solange der Tumor klein und auf das Organ Prostata begrenzt ist, kann er durch eine Operation oder Strahlentherapie heute geheilt werden. Im Frühstadium, wenn der Tumor klein und auf die Prostata begrenzt ist, sind für den Betroffenen keine Symptome bemerkbar. Daher raten wir Urologen Männern ab dem 45. Le-

bensjahr dringend zur regelmäßigen Kontrolle beim Facharzt. Das wesentliche Standbein bei der Diagnostizierung des Prostatakrebses stellt heute der PSA-Test dar.

Kontrolle als Vorsorge

Die einzige Möglichkeit, um die Prostatakrebssterblichkeit zu senken, ist die frühe Erkennung in einem heilbaren Stadium mit nachfolgender effektiver Therapie zum richtigen Zeitpunkt. Solch eine frühe Erkennung von Tumoren wird „early detection“ oder „Screening“ genannt. Screeningprogramme haben viel Nutzen (z.B. Senkung der Sterblichkeit) gebracht, sind allerdings auch nicht ganz ungefährlich. Deshalb sollte jeder Mann, der eine Prostatakrebsfrüherkennung in Erwägung zieht, nach bestmöglicher Information über Vor- und Nachteile selbst entscheiden,

ob er eine Blutabnahme will oder nicht. Zu den Methoden der Therapie zählen die Operation, die Strahlentherapie sowie eine Hormontherapie. Die Therapiemethoden entsprechen je nach Patient und Erkrankungsgrad individuell jeweils den bestimmten Stadien der Erkrankung. Auch das Alter der betroffenen Person spielt eine Rolle. Die Heilungsaussichten sind im frühen Stadium der Erkrankung sehr gut. Bei der weiteren Überwachung des Behandlungserfolgs kommt der Bestimmung des PSA-Wertes im Blut eine entscheidende Bedeutung zu.

Früherkennung

PSA – prostataspezifisches Antigen

Nieren

Harnleiter

Harnblase Prostata Die inneren und äußeren Geschlechtsorgane des Mannes

Harnröhre Hoden Penis

Die Vorsteherdrüse/Prostata setzt ein spezielles, mit einem Zuckeranteil versehenes Eiweiß frei, welches als prostataspezifisches Antigen (PSA) bezeichnet wird. PSA ist im Ejakulat (Samenflüssigkeit) sowie im Blutserum vorhanden und nachweisbar.

Dazu Prof. Dr. Horninger: „PSA ist eigentlich nicht der ideale Tumormarker, aber derzeit unser bester. Es handelt sich nämlich um einen organspezifischen, aber nicht um einen krankheitsspezifischen Marker. Ein erhöhter PSA-Wert tritt nicht nur bei Krebs auf, sondern auch bei häufig vorkommenden gutartigen Prostataentzündungen und -vergrößerungen. Daher sagt ein einzelner PSA-Wert eigentlich nichts aus. Vielmehr geben mehrmals gemessene Werte besseren Aufschluss. Vor allem in der Früherkennung stellt der Test jedoch das wichtigste Diagnosemittel dar.“


6

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Prostatakrebs-Früherkennung Ein weiterer Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt des Prostatazentrums ist die Prostatakrebs-Früherkennung mit Hilfe des PSA. Mit Hilfe dieses Eiweißstoffes, der ausschließlich von der Prostata produziert wird und im Blut vorkommt, ist es möglich, Prostatakrebs frühzeitig zu diagnostizieren und auch zu heilen.

Aus diesem Grund wird seit 1993 ein spezielles Prostatakrebs-Früherkennungsprogramm, das sogenannte Projekt Tirol, durchgeführt. An diesem Projekt nahmen und nehmen die Urologische Universitätsklinik, sämtliche niedergelassene Urologen, alle praktischen Ärzte, der Blutspendedienst der Blutbank und des Roten Kreuzes, die Tiroler Laborärzte, die Tiroler Ärztekammer, die Tiroler Gebietskrankenkasse als auch das Tiroler Tumorregister teil. Solch ein landesweites Screeningprogramm, wie wir es zur Zeit durchführen, kann nur funktionieren, wenn es auch

von der Bevölkerung angenommen wird. In Tirol war dies überwältigend. In Tirol leben ca. 65.000 Männer zwischen 40. und dem 79. Lebensjahr und alleine im ersten Jahr nahmen 21.078 Männer an unserem Programm teil. Das entspricht einer Screeningrate von 32 %. In den ersten 6 Jahren unseres Projektes wurden insgesamt 68 % aller Tiroler Männer in dieser entsprechenden Altersgruppe einmal mit PSA gescreent. Bezüglich der Beteiligungsrate stellt somit unser Programm das weltweit größte Prostatakrebs-Screeningprogramm dar.

„Den zentralen Mittelpunkt unseres Handelns stellen selbstverständlich unsere Prostatakarzinompatienten dar, im Rahmen unseres Zentrums wurde und wird auch in Zukunft gemeinsam versucht, die Versorgung aller Männer mit, aber auch ohne Prostatakrebs zu optimieren“, erklärt der Leiter des Prostatazentrums, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: http://www.uro-innsbruck.at/ prostatazentrum/

PSA-Screening Mit Screening wird ein Reihentest zur Erkennung bestimmter Merkmale bei einer Vielzahl von Personen bezeichnet, der hauptsächlich in der medizinischen Diagnostik zur Früherkennung von Krankheiten angewendet wird.

Wie funktioniert das PSA-Screening in Tirol? Für alle männlichen Tiroler besteht ab dem 45. Lebensjahr die Möglichkeit, sich den PSA-Wert kostenlos und ohne Krankenschein einmal jährlich bei uns bestimmen zu lassen. Die Patienten erhalten einen Befundbrief, der den PSAWert und einen PSA-Pass enthält. Falls laut Befund erforderlich, erfolgt gleichzeitig eine schriftliche Aufforderung, sich zu einer Kontrolluntersuchung zu begeben. Wenn die normale Gewebearchitektur durch eine Prostataerkrankung gestört ist, gelangt PSA in die Blutbahn und kann dort nachgewiesen werden. Diese Erkenntnis macht man sich für die Früherkennung von Prostatakrebs zunutze.


7

>>

Statistiken zeigen positive Entwicklungen in Erkennung und Therapie

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Aus der Tumorausbreitung und der Biopsie ergibt sich das für die Prognose und Behandlungsplanung wichtige Tumorstadium. Die individuelle Prognose hängt von vielen Faktoren ab und kann mit Nomogrammen abgeschätzt werden. Gerade deshalb ist es wichtig, den Tumor in einem frühzeitigen Stadium zu entdecken. Erfreulicherweise nimmt die Sterblichkeitsrate bei Prostatakrebs in Österreich in den letzten Jahren kontinuierlich ab. Noch besser stellt sich die Situation in Tirol dar. Seit 1996 sterben in Tirol signifikant weniger Männer an Prostatakrebs als in den anderen österreichischen Bundesländern und in Europa. Wie neueste Auswertungen des Europäischen WHO-Instituts belegen, konnte die Prostatakrebssterblichkeit in Tirol bei Männern im Alter von 40 bis 79 Jahren in den letzten fünf Jahren um 50 Prozent gesenkt werden. Seit 2002 beobachten Innsbrucks Mediziner, dass bei Prostatakrebspatienten über 80 Jahren die Sterblichkeitsrate signifikant abnimmt. Gleichzeitig fällt auf, dass in den letzten Jahren in Tirol immer mehr Tumore im heilbaren Frühstadium entdeckt werden. Bedingt also durch das Screening werden Tumore immer früher in heilbarem Stadium gefunden – was die Chancen für Betroffene enorm steigert! Aufgrund der oben erwähnten Tatsachen und um eine ideale Patientenversorgung im Sinne von Diagnostik, Therapie und Nachsorge zu gewährleisten, wurde 2007 in Zusammenarbeit mit der Tiroler Landeskrankenanstalten GesmbH TILAK österreichweit das erste ISO-zertifizierte (also qualitätsgeprüfte) Prostatazentrum gegründet.

PHARMA-NEWS Aglandin® & Androfin®

Effektive medikamentöse Therapie des benignen Prostatasyndroms

H

äufiger Harndrang und duziert werden. Finasterid ist in kliAglandin® Androfin® beim Wasserlassen auftrenischer Effizienz3 und Verträglichkeit Tamsulosin Finasterid tende Schmerzen sind jene mit Dutasterid vergleichbar. Die beste ret. 0,4 mg 5 mg Kapseln Filmtabletten Symptome, die Patienten mit Wirkung ist bei größeren Prostatae mit benignem Prostatasyndrom beeinem Volumen von 30–40 ml zu erwarlasten. Als primäres Ziel in der ten4. Bei diesen Patienten (höheres ProTherapie des benignen Prostagressionsrisiko) ist daher eine Kombinatasyndroms gilt daher die Symtion aus -Rezeptorblocker und 5ARI ptomreduktion. In der medisinnvoll. BPH/BPE-assoziierte Blutunkamentösen Behandlung komgen konnten im Rahmen einer 5ARImen heute in erster Linie Therapie (Datenlage v.a. für Finasterid -Rezeptorblocker wie Tamsulosin (Aglandin®) und 5-Reduk- [Androfin®]) erfolgreich behandelt und in ihrer Häufigkeit wetase-Inhibitoren (5ARI) wie Finasterid (Androfin®) zum Einsatz. sentlich reduziert werden. zur Steigerung der Effizienz 1

für Ihre Patienten

Ihr österreichischer Partner im Bereich Urologie

02/03.11

aglandin_185x122mm_02.03.2011.indd 1

Die Wirkung der -Rezeptorblocker tritt nach Erreichen der Zieldosis rasch ein, und der therapeutische Effekt hält bei Dauermedikation mindestens vier bis sechs Jahre an1. Betreffend Nebenwirkungen wird Tamsulosin die am besten dokumentierte kardiovaskuläre Sicherheit attestiert. 5ARI können aufgrund einer partiellen Involution der Prostata langfristig eine Volumenreduktion der Prostata um 20–25 % bewirken2. Dadurch können Komplikationen wie akuter Harnverhalt oder die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs re-

1

J UROL UROGYNÄKOL 2009; 16 (2)

30.03.11 08:03

1 2 3 4

Djavan B et al., Urology 2004; 64:1081–8 Thomas LN et al., Eur Urol 2008; 53:244–52 Madersbacher S et al., Eur Urol 2007; 51:1522–33 Madersbacher S et al., Eur Urol 2004; 46:547–54

Weitere Informationen: Dr. med. Hugo Leodolter G.L. Pharma GmbH, 1160 Wien, Arnethgasse 3 Tel.: +43 1/485 35 05-170 E-Mail: hugo.leodolter@gl-pharma.at


8

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Kritisch hinterfragt – im Interview Prof. Dr. Horninger, was sagen aktuelle Studien zu PSA und PSAScreening? Es geht bei der Bestimmung des PSAWertes nicht darum, möglichst viele oder gar alle Prostatakarzinome zu entdecken. Ziel des Einsatzes von PSA ist grundsätzlich die Früherkennung von auf die Prostata begrenzten, jedoch potentiell aggressiven Tumoren bei Männern mit einer Lebenserwartung von zumindest 10 Jahren.

Welche grundsätzlichen Informationen können Sie uns dazu sagen? Zuerst einmal möchte ich festhalten: Ein PSA-Normalwert existiert nicht. Ein hoher PSA-Wert ist nicht sicher durch ein Prostatakarzinom bedingt. So können zum Beispiel auch Männer mit sehr niedrigen PSA-Werten ein Prostatakarzinom haben. Je höher der PSA-Wert ist, desto größer ist, pauschal ausgedrückt, die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Probeentnahme ein Prostatakarzinom entdeckt wird oder ein Prostatakarzinom vorliegt.

(Proscar, Avodart, Casodex, Fugerel), eine bereits bestehende Prostataerkrankung (akute/chronische Prostatitis, gutartige Prostatahyperplasie, akute Harnverhaltung) oder so genannte Manipulationen wie eine Biopsie, Samenerguss bis 48 Stunden vor Abnahme, rektale Untersuchung. Aber auch sehr langes Fahrradfahren oder eine Katheterisierung können den PSA-Wert beeinflussen.

Worin bestehen die Vorteile des PSA-Screenings? Es kann einerseits Screener beruhigen, wenn der Test „normal“ ist. Durch das Screening können Karzinome in einem frühen Stadium diagnostiziert werden, in dem Therapien vorteilhaft sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass – wenn die Therapie erfolgreich ist – Folgen von Spätstadien wie Metastasen, pathologische Frakturen, Schmerzen etc. vermieden werden können. Außerdem reduziert es das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, um 20–64 %(je nach Studie).

Gibt es denn auch Nachteile? Was kann den PSA-Wert und somit die Einschätzung der Prostatakarzinomwahrscheinlichkeit verfälschen? Zum Beispiel die Einnahme von (zumeist urologischen) Medikamenten

Hier müssen wir ehrlich sein: Es kann passieren, dass Karzinome nicht gefunden werden und somit falsche Zuversicht erwecken, kein Prostatakarzinom zu haben. Weiters bedingt so eine Screeninguntersuchung auch manch-

mal unnötige Angst und unnötige Untersuchungen, wenn tatsächlich kein Prostatakarzinom vorliegt. Durch das Screening können beispielsweise auch langsam wachsende Prostatakarzinome gefunden werden, die etwa nie Symptome gemacht hätten bzw. die nicht lebensbedrohlich wären. Die meisten Behandlungsformen beim Prostatakarzinom können beachtliche Nebenwirkungen haben – und bedauerlicherweise führt nicht jede Therapie zum gewünschten Erfolg.

Was ist das Besondere am Prostatazentrum Innsbruck? An unserem ISO-zertifizierten Prostatazentrum in Innsbruck arbeiten wir interdisziplinär seit mehr als 20 Jahren am Prostatakarzinom. Dieses Zentrum ist ein Netzwerk von Spezialisten unterschiedlichster Fachrichtungen: der Urologie, Strahlentherapie – Radioonkologie, Pathologie, Nuklearmedizin, internistischen Onkologie, des urologischen Labors, der Uro-Radiologie sowie des Instituts für klinische Epidemiologie. Den zentralen Mittelpunkt unseres Handelns stellen selbstverständlich unsere Prostatakarzinompatienten dar. Unser Ziel ist und bleibt von Anfang an die Optimierung der Versorgung aller Männer mit, aber auch ohne Prostatakrebs.


Aglandin

®

Tamsulosin

Androfin

®

Finasterid

ret. 0,4 mg Kapseln

5 mg Filmtabletten

zur Steigerung der Effizienz 1

für Ihre Patienten

Ihr österreichischer Partner im Bereich Urologie

02/03.11

1

J UROL UROGYNÄKOL 2009; 16 (2)

aglandin_185x122mm_02.03.2011.indd 1

30.03.11 08:03

FÜR MEHR LEBENSQUALITÄT! Fordern Sie die Patientenbroschüren an unter uro-info@takeda.at

TRMA04114, Stand April 2011

Sie müssen nicht alt sein, um ein Prostatakarzinom zu bekommen. Aber Sie können durchaus alt werden.

TAK_URO_INS_Pat._185x122_4.5.11_bel.indd 1

04.05.11 14:43


10

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Vom Verdacht zur Diagnose URO-RADIOLOGIE: moderne Bildgebung des Prostatakarzinomes Das Prostatakarzinom stellt derzeit den häufigsten Tumor des Mannes dar. Im Rahmen der Abklärung werden drei diagnostische Tests verwendet: 1. das prostataspezifische Antigen (PSA), 2. die digitale rektale Untersuchung und 3. der transrektale Ultraschall bzw. die Gewebeentnahme.

Die Prostatakarzinom-Bildgebung spielt eine wesentliche Rolle bei Diagnose und Wahl der Therapie. In diesem Kapitel möchten wir Ihnen den derzeitigen Stand sowie auch das Zukunftspotential der Ultraschall- und MRT (Magnetresonanztomographie)Methoden vorstellen.

Ultraschallverfahren

Der transrektale Ultraschall der Prostata hat die Fähigkeit, die Prostata exakt zu untersuchen. Diese Methode wird in erster Linie zur Gewebeentnahme und Größenbestimmung eingesetzt. Die farbkodierte Duplexsonographie,

die amplitudenkodierte Dopplersonographie sowie die spektrale Dopplermethode ermöglichen eine Darstellung der Durchblutung, die Tumorgefäßerkennung ist aber limitiert.

Multiparametrische Magnetresonanztomographie MRT

Die Kernspintomographie ist ein bildgebendes Verfahren, welches ohne Röntgenstrahlen (ionisierende Strahlung) arbeitet und sich durch einen guten Kontrast von Weichteilgewebe auszeichnet. Mit Hilfe von Radiofrequenzwellen und Magnetfeldern werden die Bilder erzeugt. Dazu wird der Patient in einer Röhre mit starkem Magnetfeld untersucht. Durch entsprechende Geräteeinstellungen und Kontrastmittelverabreichung können unterschiedliche Informationen über die Prostata, z.B. über Struktur, Durch-

blutung, Stoffwechsel oder Molekülbewegung, gewonnen werden. Die diffusionsgewichtete MRT ist eine weitere Methode, welche für die Prostatakarzinomerkennung geeignet scheint. Diese beruht auf der bildlichen Darstellung der eingeschränkten Wasserbeweglichkeit im Tumorgewebe. Auf Grund der erhöhten Zelldichte weist Tumorgewebe dabei im Allgemeinen eine stärkere Einschränkung der Diffusion auf als gesundes Gewebe und lässt sich im sogenannten ADC-MAP als Areal erniedrigter Signalintensität darstellen.

Cholin PET/CT (siehe auch Nuklearmedizin)

Die PET/CT-Untersuchung ist eine Kombination aus Positronen-EmissionsTomographie und der Computertomographie. Es wird ein radioaktiv markierter Zucker als Tracer verwendet, der sich besonders in den stoffwechselaktiven Tumorzellen anreichert. Die Zellen des Prostatakarzinoms bauen vermehrt Cholin ein, welches sich, wenn es radioaktiv markiert ist, mittels PET nachweisen und bildlich darstellen lässt. Das Potential dieser Methode liegt, wie die Literatur zeigt, in der Primärdiagnostik, in der Risikobeurteilung zur stadienadaptierten Therapie, im Staging sowie auch in der Rezidivdiagnostik.


11

?

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Fragen & Antworten

Sind eindeutige Auslöser für Prostatakrebs bekannt? Eindeutige Ursachen für die Entstehung eines Prostatakarzinoms sind nicht bekannt. Mögliche Faktoren sind allerdings das Sexualverhalten und hormonelle Einflüsse. Auch Rauchen, starker Alkoholkonsum sowie eine fettreiche Ernährung können die Entstehung eines bösartigen Tumors begünstigen. Genetische Risiken sind ebenfalls erkennbar, denn in manchen Familien tritt Prostatakrebs überdurchschnittlich häufig auf. Wie kann man Prostatakrebs vorbeugen? Auch wenn die oben genannten Risikofaktoren nicht gesichert sind, empfiehlt sich eine ausgewogene, fettarme Ernährung. Auf jeden Fall sollte jeder Mann ab einem Alter von 45 Jahren jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen, damit bösartige Veränderungen der Vorsteherdrüse rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Was ist der Unterschied zwischen Prostatakrebs und BPH (benigne Prostatahyperplasie)? Ist das das Gleiche? Nein. Im Laufe des Lebens eines Mannes wächst die Prostata ungefähr ab dem 40. Lebensjahr stetig. Dies ist ein normaler und physiologischer Prozess, der als gutartige Prostatavergrößerung (BPH = benigne Prostatahyperplasie) bezeichnet wird. Diese gutartige Prostatavergrößerung unterscheidet sich in Entstehung und Verlauf komplett von einem Prostatakrebs. Was ist der PSA-Wert? Der PSA-Wert dient zur Diagnose. Die Zellen der Prostata bilden ein Eiweiß, das prostataspezifische Antigen (PSA). Eine erhöhte PSA-Konzentration im Blut kann ein Hinweis auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms sein. Dies ist aber auch bei Männern der Fall, die eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Infektion der Prostata aufweisen. Wann muss eine Biopsie durchgeführt werden? Ist die Tastuntersuchung (DRU = Digitale Rektale Untersuchung) auffällig bzw. die Ultraschalluntersuchung und/oder ein erhöhter PSA-Wert festgestellt worden, ist die Biopsie angezeigt, um eine endgültige Klärung zu schaffen. Eine Biopsie ist eine ultraschallgesteuerte transrektale (über den After) Entnahme einer Gewebeprobe mit Hilfe einer Hohlnadel.

Prostataoperation: Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt? Wie lange bin ich krank? Der Krankenhausaufenthalt dauert in der Regel maximal 13 Tage. Danach ist eine Krankenhausentlassung problemlos möglich. Man sollte aber bedenken, dass man – äußerlich nicht sichtbar – innen eine sehr große Wundhöhle hat. Eine 4- bis 6-wöchige Schonung ist für die Heilung wichtig. Besteht die Gefahr des Urinverlustes, also der Inkontinenz? Die Kontinenzraten an der Universitätsklinik für Urologie Innsbruck betragen ein Jahr nach der Operation 97 %, das bedeutet, dass fast alle Betroffenen nach der Operation nicht mit Inkontinenzproblemen belastet sein werden. Wie steht es um meine Potenz nach der Operation? Je nach Tumorstadium achten die Ärzte der Urologischen Klinik darauf, so möglich, die Operation potenzerhaltend durchzuführen. Das bedeutet also: Je nach Potenz vor der Operation liegt die Rate für die Potenz etwa ein Jahr nach der Operation bei etwa 75 %. Muss ich mit Veränderungen in meinem Geschlechtsleben rechnen? Die Fähigkeit zum Orgasmus ist unverändert und unbeeinträchtigt. Allerdings ist kein Samenerguss mehr möglich, da bei der Operation die Samenleiter durchtrennt werden müssen (trockener Orgasmus). Sind Komplikationen möglich? Blutungen und Infektionen sind Komplikationen, die auftreten können. Zur Infektionsvorbeugung erhalten Sie am Operationstag und am darauf folgenden Tag ein Antibiotikum. Seltene Komplikationen sind Harnröhren- oder Blasenhalsengen. Nach der Operation: Was kann ich für mich tun? Nach einer transurethralen, aber auch nach einer offenen Prostataoperation müssen einige wichtige Punkte beachtet werden. Wegen der Nähe zum Enddarm mit einem Abstand der Kapsel zum Enddarm von max. 1 cm sollte man für regelmäßigen weichen Stuhlgang sorgen, damit nicht durch harten Stuhl und Pressen beim Stuhlgang eine Nachblutung provoziert wird. In den ersten 6 Wochen nach der Operation ist eine stärkere körperliche Betätigung (auch Radfahren) zu vermeiden. Sie können eine Nachblutung auslösen. Mindestens 6 Wochen nach der Operation sollte man Saunabesuche unterlassen. Für Ihr Wohlbefinden raten wir Ihnen zu einer ausgewogenen Ernährung und einer ausreichenden, nicht belastenden körperlichen Betätigung, wie z. B. Spaziergänge, Schwimmen ab der 4. Woche etc.


Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

12

Therapie und Behandlungsmöglichkeiten Wird die Diagnose Prostatakrebs gestellt, gibt es verschiedene Therapieansätze. Im Wesentlichen hängt die Wahl der Behandlung von der Art und Ausdehnung des Tumors ab.  Eine kurze Zusammenfassung bietet Ihnen einen ersten Überblick über die Möglichkeiten der Behandlung. Vertiefende Informationen finden Sie im Anschluss jeweils in den Kapiteln der einzelnen medizinischen Fachrichtungen.

>> >>

Chirurgie

Für die Mehrzahl der lokal begrenzten Karzinome ist  das  operative Entfernen der Prostata (radikale Prostatektomie) nach wie vor die Therapie der ersten Wahl. Die Operation wird an der Universitätsklinik Innsbruck sowohl offen als auch in „Schlüssellochtechnik“ (Laparoskopie) durchgeführt.

Radiotherapie

Je nach Begleiterkrankungen und  Tumorgröße kommen auch radiotherapeutische Behandlungsmethoden zur Anwendung. Perkutane Radiotherapie: Die perkutane Radiotherapie wird kombiniert mit einer medikamentösen Therapie, die temporär einen Hormonentzug bewirkt. Bestrahlt wird auf der Höhe des kleinen Beckens durch die Haut. In der Regel kann diese Therapie ambulant in der Radioonkologie durchgeführt werden. Brachytherapie: Bei dieser Bestrahlungsform werden radioaktive „Seeds“ direkt in die Prostata eingebracht. Die Drüse wird so „von innen heraus“ bestrahlt und das innenliegende Tumorgewebe zerstört. 

>>

Medikamentöse Therapien

Bei  fortgeschrittenen Tumorleiden, wenn Metastasen  (wachsende Krebszellennester außerhalb des Organs) nachweisbar sind, kommen in erster Linie medikamentöse Therapien zum Einsatz. Hormonblockierende Medikamente: Da Prostatakarzinome (bis auf wenige Ausnahmen) durch das körpereigene Hormon Testosteron im Wachstum unterstützt werden, kommen hormonblockierende Medikamente zum Einsatz (in Form von Tabletten oder Spritzen). Damit lässt sich das Wachstum der Tumorzellen bremsen, die Metastasen schrumpfen. Chemotherapie: Auch diese Therapieform hat zum Ziel, das Tumorwachstum zu bremsen und lokale Komplikationen zu verringern.


13

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Die radikale Prostatektomie Die radikale Prostatektomie (radikale Entfernung der Prostata) ist heute eine sichere Methode in der Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms. Durch die frühzeitige Erkennung mit Hilfe von PSA-Screening-Programmen konnte in den letzten Jahren die Heilungsrate mit der radikalen Entfernung der Prostata deutlich gesteigert werden. Diese Methode gilt heute als eine Therapie der Wahl des lokal begrenzten Prostatakarzinoms. Nach kompletter Entfernung des Karzinoms kann eine dem Alter entsprechende normale Überlebenszeit erwartet werden. Am Europäischen Prostatazentrum Innsbruck werden zwei verschiedene Operationsmethoden zur radikalen Entfernung der Prostata angeboten, die offene Methode und die laparoskopische „Schlüssellochchirurgie“ mit dem da Vinci®-Operationsroboter. Beide Operationen werden in Allgemeinnarkose durchgeführt. Durch die in den letzten Jahrzehnten

perfektionierte Operationstechnik konnten die Komplikationsraten des Europäischen Prostatazentrums jedoch bedeutend minimiert werden.

Alternative Behandlung: Schlüssellochchirurgie Als Alternative dazu bietet das Europäische Prostatazentrum Innsbruck seit 2005 eine neue Operationsmethode mit roboterunterstützter laparoskopischer „Schlüssellochchirurgie“ an. Anstatt eines großen Schnittes werden fünf kleinere Schnitte am Bauch in der Länge von 5 bis 12 mm benötigt. Dadurch werden die Kamera und die Instrumente eingeführt, welche der Operateur mit dem Operationsroboter steuert. Dem Operateur bieten sich mit dieser Methode bessere Sichtverhältnisse als mit der rein laparoskopischen Methode, da er mit der Kamera das Operationsgebiet in 3-D und bis zu 12mal vergrößert sieht. Die Ergebnisse und Komplikationsraten nach der Operation sind vergleichbar mit jenen der

offenen Variante und zeigen keine signifikanten Unterschiede. Die Prostata wird nach der Operation exakt pathologisch untersucht und so die genaue Tumorausbreitung festgestellt.

Erfahrene Operateure – geringe Inkontinenzrate Aufgrund der überaus erfahrenen Operateure werden bei beiden Operationsmethoden exzellente Ergebnisse bei Kontinenz und Potenz nach der Operation erzielt. Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck kann eine Kontinenzrate ohne Einlagen nach einem Jahr von 95 % aufweisen. Bezüglich Potenz muss auf mehrere Faktoren geachtet werden, z.B. sind das Alter, der Gesundheitszustand, das Tumorstadium und das Können des Operateurs wesentlich. 75 % unserer Patienten, die vor der Operation potent waren, sind nach einem Jahr wiederum potent. Bei Fragen beraten Sie unsere Mitarbeiter gerne.


14

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Strahlentherapie des Prostatakarzinoms Neben der radikalen Prostatektomie ist Strahlentherapie eine alternative und in gleichem Maße wirksame Therapiemodalität in der Behandlung von Prostatakarzinomen im frühen Stadium. Weiters kommt sie auch als kurative Therapieoption bei Patienten mit lokal fortgeschrittener Erkrankung sowie bei Patienten mit postoperativ aufgetretenem Rezidivtumor zur Anwendung.

diotherapie, oft auch als Hochvolttherapie bezeichnet. Die zielgerichtete und punktgenaue Bestrahlung erfolgt nach sorgfältiger Vorbereitung und Planung. Die Bestrahlungsplanung wird auf der Basis eines dreidimensionalen Datensatzes, gewonnen mittels modernster bildgebender Verfahren (Computertomographie, Magnetresonanztomographie), computergestützt angefertigt.

Hohe Präzision

Der Einsatz bildgebender Verfahren im Behandlungsraum dient zur Überprüfung der Genauigkeit der Positionierung vor der Durchführung der täglichen Strahlenbehandlung. Der Abgleich der aktuell angefertigten Bilder mit dem Bestrahlungsplan ermöglicht die Korrektur von Ungenauigkeiten der Patientenpositionierung. Die Einbeziehung moderner bildgebender Verfahren in die Bestrahlungsplanung sowie in die Kontrolle der täglichen Bestrahlung garantiert eine hohe Qualität der Strahlentherapie.

Ziel der Strahlentherapie ist die Zerstörung aller Tumorzellen, ohne umliegende gesunde Organe, wie z.B. die Harnblase oder den Enddarm, in Mitleidenschaft zu ziehen. Diese Zielsetzung verlangt nach hoher Präzision in der Planung und Durchführung der Strahlenbehandlung. Die rasante Entwicklung der Informations- und Elektrotechnik in den letzten Jahrzehnten trug maßgeblich dazu bei, dass die Strahlentherapie mit hoher Genauigkeit und vertretbar niedriger Toxizität durchführbar geworden ist. Zur Anwendung kommen hochenergetische Photonen (Röntgenstrahlen) eines Linearbeschleunigers, die es ermöglichen, in das Körperinnere einzudringen und dort die zur Tumorvernichtung notwendige Dosisleistung zu verabreichen. Diese strahlentherapeutische Behandlung nennt sich externe oder perkutane Ra-

Dauer der Behandlung Die Gesamtdauer der perkutanen Strahlentherapie beim Prostatakarzinom beträgt acht Wochen. Bestrahlungen finden an jedem Tag der Arbeitswoche (Montag bis Freitag) statt. Der tägliche Zeitaufwand pro Bestrahlung umfasst im Durchschnitt fünfzehn bis

zwanzig Minuten, wobei die effektive Bestrahlungszeit nur vier bis fünf Minuten beträgt. Die Strahlenbehandlung hat keine Schmerzen zur Folge. Ab der dritten Bestrahlungswoche können radiogen bedingte Reaktionen (auch als akute Nebenwirkungen bezeichnet) auftreten, die in der Regel medikamentös gut behandelbar sind und nach Abschluss der Strahlentherapieserie im Laufe von ein bis zwei Wochen spontan abklingen. Die externe Strahlentherapie wird auch als palliative Therapiemaßnahme bei Patienten mit fortgeschrittener, metastasierender Erkrankung zur Symptomkontrolle und Verbesserung der Lebensqualität mit Erfolg eingesetzt.

Brachytherapie (Nahbestrahlung) Die interstitielle Brachytherapie (= Nahbestrahlung) stellt eine hochkonformale strahlentherapeutische Behandlungsmodalität zur primären Lokaltherapie des Prostatakarzinoms bei wenig aggressiven Tumoren im frühen Stadium dar. Im Rahmen dieser Therapieform wird eine umschlossene radioaktive Quelle durch Hohlnadeln in das Prostatagewebe eingebracht, um dort die Krebszellen von unmittelbarer Nähe zu bestrahlen.


15

Zwei Formen der Brachytherapie Abhängig von der zur Bestrahlung verwendeten Strahlenquelle unterscheidet man zwei Formen der Brachytherapie:

1 Im Falle eines permanenten Implantates werden zahlreiche winzige radioaktive Kapseln in die Prostata eingebracht und dort belassen. Diese radioaktiven „Körnchen“ (englisch als seeds bezeichnet) bleiben lebenslang im Körper des Patienten. 2 Anders im Rahmen einer transienten Implantation; hierbei wird eine Strahlenquelle mit einer hohen spezifischen Aktivität mittels computergestützter Nahladeverfahren nur vorübergehend in die Prostata eingebracht und nach der Bestrahlung sofort wieder entfernt.

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Die genaue Applikation der Strahlenträger wird in beiden Fällen nach vorhergehender Berechnung der notwendigen Dosis und deren Verteilung im Organ (im Rahmen des Bestrahlungsplans) mittels echtzeitiger Sonographie kontrolliert. Die Applikation erfolgt jeweils unter sterilen Bedingungen im Operationssaal unter allgemeiner Anästhesie. Vorteile der interstitiellen Brachytherapie bestehen in der kurzen Behandlungsdauer und in der hohen Konformität der Therapie. Da aufgrund des sehr steilen Abfalls der Dosis außerhalb der Prostata eine weitgehende Schonung angrenzender Organe gewährleistet werden kann, zeichnet sich diese Bestrahlungsmodalität durch eine sehr gute Verträglichkeit und niedrige Nebenwirkungsrate aus. Der Krankenhausaufenthalt beträgt in der Regel zwei bis drei Tage.


16

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Therapie des fortgeschrittenen und metastasierten Prostatakarzinoms Um die Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms zu verstehen, muss man die Wachstumsfaktoren dieses Organs und ihre Regelkreisläufe kennen. Die Prostata und auch das Prostatakarzinom sind für ihr Wachstum sehr stark vom männlichen Sexualhormon, dem Testosteron, abhängig. Um die Produktion von Testosteron zu steuern, werden aus dem Hypothalamus, einem Teil des Zwischenhirns, sogenannte Releasing-Hormone freigesetzt. Durch eine Ausschüttung alle 60 bis 90 min werden die Hormone aus der untergeordneten Hypophyse in die Blutbahn geschickt, welche die Testosteronproduktion im Hoden initiieren. Gleichzeitig drosselt sich die Hormonproduktion auch selbst über einen negativen Feedbackmechanismus, sobald zuviel Testosteron im Blut vorhanden ist.

Nebenwirkungen Chancen & Möglichkeiten In der Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms gibt es nun mehrere Möglichkeiten, dem Körper das für die Prostata so wichtige Testosteron zu entziehen. Das sogenannte Kastrationslevel wurde als Testosteron im Blut < 20 ng/dl definiert. Die älteste Methode ist die subkapsuläre Orchiektomie, die chirurgische Entfernung der Hoden. Dies ist ein sehr einfacher Eingriff, hat jedoch den Nachteil, dass er nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Als Alternative dazu kann man den Zustand einer Kastration seit über 20 Jahren auch über medikamentöse Hormontherapie erreichen. Dabei werden Medikamente eingesetzt, welche als Depotspritzen unter die Haut verabreicht werden und als 1-, 3- oder 6-Monats-Depots erhältlich sind. Um einen anfänglichen Testosteronanstieg durch die Überstimulierung abzufangen, werden während der ersten 28 Tage der Therapie zusätzliche Testosteronblocker eingesetzt. Der größte Vorteil dieser Methode gegenüber der chirurgischen Kastration liegt in einer höheren Patientenakzeptanz.

Nebenwirkungen sind bei beiden Therapieformen annähernd dieselben, da sie vorwiegend auf den Testosteronabfall zurückzuführen sind. Die wichtigsten Nebenwirkungen sind Libidoverlust, Verlust der Erektion, Osteoporose oder Hitzewallungen.

Methode mit weniger Nebenwirkungen Eine weitere Gruppe sind die Antiandrogene, die direkt den Testosteronrezeptor blockieren. Die steroidalen Antiandrogene haben den zusätzlichen Vorteil, dass die Testosteronproduktion im Hoden zusätzlich über eine zweite Wirkung gehemmt wird. Eine weitere Gruppe der nichtsteroidalen Antiandrogene wirkt ausschließlich auf den Testosteronrezeptor und entkoppelt zusätzlich den negativen Feedbackmechanismus mit dem Hypothalamus. Der große Vorteil besteht darin, dass weiterhin Testosteron im Körper vorhanden ist und die kastrationsbedingten Nebenwirkungen wie Libidoverlust oder Osteoporose eingedämmt werden. Eine spezielle Nebenwirkung dieser Therapie ist eine Vergrößerung

der Brüste aufgrund eines Überangebots von Östrogenen im Körper. Dies wird jedoch leicht gehemmt durch ein bis drei Bestrahlungen der Brustdrüsen oder durch Einnahme eines Östrogenrezeptorblockers.

Neue Therapien Die Hormontherapie ist jedoch eine der Hauptgründe für Osteoporose beim Mann. Zusätzlich metastasiert das Prostatakarzinom in 75 % Prozent der Fälle in die Knochen. Die Metastasen führen zu vermehrtem Knochenaufbau und stören das Gleichgewicht des Knochenstoffwechsels. Es kann vor allem zu pathologischen Knochenbrüchen und Wirbelkörpereinbrüchen kommen, die bis zur Querschnittsymptomatik führen können. In dieser Therapie setzt man daher auf Medikamente, die das Gleichgewicht im Knochenstoffwechsel wiederherstellen. In Studien konnte eine Reduktion von pathologischen Knochenbrüchen um 40 % erreicht werden. Ein neues erfolgversprechendes Präparat (Denosumab) zum Schutz des Knochens wirkt auf den zentralen Knochenstoffwechsel. Bei medikamentös


17

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

austherapierten schmerzhaften Knochenmetastasen besteht die Möglichkeit einer Bestrahlung, womit sehr gute Ansprechraten von bis zu 80 % erzielt werden.

Wenn Tumorzellen lernen ... Das Prostatakarzinom ist zwar initial ein hormonabhängiger Tumor, nach ca. 36 bis 48 Monaten der ersten Mono-Hormonentzugstherapie werden die Karzinomzellen jedoch resistent gegen die erwähnten Medikamente. Sie lernen, ohne Testosteron weiter zu wachsen. Nun gibt es mehrere Ansätze, den Tumor weiter zurückzudrängen, durch Wechsel auf eine zweite Hormonentzugstherapie, Kombinationstherapie oder sog. intermittierende „On-off“ Androgenblockade. Der Tumor lässt sich so noch Monate bis wenige Jahre beherrschen, bevor er komplett resistent wird gegen jegliche Hormontherapie.

Chemotherapie Zu diesem Zeitpunkt der Erkrankung ist die systemische Chemotherapie die Methode der Wahl. Aufgrund der starken Nebenwirkungen der verfügbaren Chemotherapeutika (Doxetacel, Mitoxantron) sollten jedoch zunächst die Ziele für den Patienten klar definiert werden. Diese Ziele können Minimierung von Symptomen, Minimierung der Toxizität oder Verlängerung der Lebenszeit sein. Die Patienten sollten vor Beginn der Chemotherapie einen guten Allgemeinzustand erfüllen.

Kombinationen von Therapie- mitteln Derzeit stellt die Kombination von Doxetacel und Cortison die erste Wahl dar und wird im dreiwöchigen Abstand intravenös verabreicht. Diese Therapie zeigte in bisherigen Studien die besten

Ergebnisse, so konnte zum Beispiel die Überlebenszeit verlängert werden. Leider treten auch starke Nebenwirkungen auf, vor allem die Blutbildung wird unterdrückt. Zusätzlich laufen noch Studien, bei denen verschiedene neue Kombinationen von Chemotherapien getestet werden. Diese könnten in Zukunft die Effektivität der bisherigen Mono-Doxetaceltherapie noch weiter verbessern. Mit dem neuen Medikament Abiraterone wird uns in Kürze ein neuer Arzneistoff, der auch zur Hormontherapie und zur Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakrebs eingesetzt werden kann, zur Verfügung stehen. Abiraterone ist ein selektiver Hemmer jenes Enzyms, welches Schritte in der Testosteronerzeugung katalysiert. Dadurch senkt es zusätzlich die Hormonproduktion auch in der Nebenniere.

RegNr: 105790 Ref.Nr: ALL/ONC/ADS/MAI2011/AUT001

Entspannen – Harndrang unter Kontrolle

Our commitment to Oncology As scientists, we never lose sight of those who rely most on our discoveries — the patients. As Janssen, we have the resources, the experience and the perseverance to lead in this fight against disease.

Janssen-Cilag Pharma GmbH Vorgartenstraße 206B, 1020 Wien www.janssen.at solifenacin


18

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Urologielabor und Abteilung für Experimentelle Urologie Das Urologielabor setzt seinen Schwerpunkt auf urologische Krebserkrankungen wie Prostata-, Hoden- und Blasenkrebs. Hier wird die Bestimmung von Tumormarkern organisiert, die für die Diagnose von Krebserkrankungen, für die Kontrolle des Therapieverlaufes und die Langzeitnachsorge essentiell sind. Ein wichtiger Teil ist die Organisation der PSA-Analysen für das Prostatakrebs-Früherkennungsprogramm, das von der Universitätsklinik für Urologie tirolweit angeboten wird. Innerhalb von 2 bis 3 Tagen erhalten die Männer, die bei Blutspendeaktionen des Roten Kreuzes, bei Gesundheitstagen oder im Prostatazentrum der Urologie am Früherkennungsprogramm teilnehmen, ihre

PSA-Werte – inklusive der vorhandenen Vorwerte und einer Empfehlung für die weitere Vorgangweise – in einem Brief mitgeteilt. Darüber hinaus arbeiten im Urologielabor Naturwissenschaftler und Mediziner in enger Zusammenarbeit mit den Klinikern in der urologischen Forschung mit dem Schwerpunkt Prostatakarzinom. Dieser häufigste Tumor des Mannes wird in Österreich und den westlichen Industrieländern bei etwa jedem 8. Mann im Laufe seines Lebens diagnostiziert. Diese Krebserkrankung näher zu erforschen und bessere Werkzeuge für die Diagnose und Therapie zu entwickeln ist das Ziel der Forschungsaktivitäten.


19

Auch in der Forschung: Vernetzung und Zusammenarbeit Die gute Vernetzung von klinischen Routineanalysen, Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung im Urologielabor und die intensive Zusammenarbeit mit den Klinikern und Pathologen ist eine wichtige Voraussetzung für die Erfolge bei nationalen und internationalen Forschungsprojekten mit Schwerpunkten in der Entwicklung von neuen Markern und therapeutischen Ansätzen für Prostatakrebspatienten sowie zur Charakterisierung der molekularen Vorgänge bei der Tumorprogression und der Resistenzbildung gegenüber den gängigen Therapien.

Forschungsschwerpunkte Ein Schwerpunkt der Prostatakarzinomforschung bildet seit Jahren die Funktion des Androgenrezeptors. Dieses Protein, das die Wirkung der männlichen Sexualhormone vermittelt, ist das wichtigste Zielobjekt der Therapie des fortgeschrittenen Prostatakrebses. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Tumorentstehung, der Progression und Metastasenbildung sowie der Entwicklung von Therapieresistenz. Durch die Arbeiten im Urologielabor konnten verschiedene Mechanismen aufgeklärt werden, wie Veränderungen des Androgenrezeptors und seiner Signalübertragung in den Tumorzellen zu diesen

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Problemen führen. Die Forschungsergebnisse aus dem Urologielabor sollen in Zukunft zur Verbesserung von Therapien beitragen. Neben der Aufklärung der biologischen Vorgänge und Zusammenhänge in den Prostatakrebszellen besteht ein weiterer Schwerpunkt in der Erforschung neuer Marker für Diagnose, vor allem aber für die nichtinvasive Charakterisierung von Prostatakrebserkrankungen und eine bessere Vorhersage des Risikos für ein rasches Fortschreiten der Erkrankung. Mit dem prostataspezifischen Antigen, das im Blut bestimmt wird, gibt es für den Prostatakrebs zwar einen sehr vielseitig einsetzbaren Marker, dieser ist jedoch nicht tumor- sondern organspezifisch und kann schlecht zwischen einer Krebserkrankung und einer gutartigen Erkrankung der Prostata unterscheiden.

den individuellen Tumor abzustimmen, ein entscheidender Schritt zur maßgeschneiderten, personalisierten Krebstherapie. In mehreren Forschungsprojekten werden neue Marker, wie zum Beispiel Autoantikörper oder Proteine, RNA- und DNA-Moleküle im Harn identifiziert und auf ihre Verwendbarkeit für die Unterteilung von Tumoren auf Grund ihrer biologischen Eigenschaften charakterisiert, um diese dann in Kooperation mit Firmen zu neuen diagnostischen Produkten zu entwickeln.

Ziel: personalisierte Krebstherapie Darüber hinaus gibt es nur sehr unzureichende Möglichkeiten, zwischen wenig aggressiven Tumoren und aggressiven Tumoren, die rasch fortschreiten, zu Therapieresistenz, Metastasenbildung und zum Tod durch den Tumor führen, zu unterscheiden. Erklärtes Ziel ist es, neue Marker im Blut oder Harn zu finden, die diese Lücke schließen können. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung, um die Therapiewahl optimal auf

Med by UNIQA. + meduniqa.at + VitalCoach + FitnessBonus


Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

20

Aufgaben der Nuklearmedizin in der Diagnostik und Nachsorge nach Prostatakarzinom

>>

Die nuklearmedizinischen diagnostischen Verfahren kommen routinemäßig erst nach der histologischen Verifizierung eines Prostatakarzinoms zum Einsatz. In der präoperativen Diagnostik hat sich seit Jahren die Skelettszintigraphie als Screeningmethode zum Ausschluss bzw. Nachweis einer Knochenmetastasierung etabliert. Die Positronenemissionstomographie (PET/CT) mit 18F-Cholin bleibt speziellen Fragestellungen vorbehalten und kann eine entscheidende Rolle in der Lokalisation eines Tumorrezidivs (eines zurückgekehrten Tumors also) spielen.

Skelettszintigraphie Die Skelettszintigraphie ist häufig ein Bestandteil des präoperativen Screenings und dient zum Ausschluss bzw. Nachweis einer Knochenbeteiligung im Rahmen der bösartigen Prostataerkrankung. Sie wird in manchen Fällen auch in der Nachsorge bei Patienten mit höherem Risiko für das Auftreten von Knochenmetastasen angewendet. Die Knochenszintigraphie wird routinemäßig als eine Ganzkörperuntersuchung zwei bis drei Stunden nach Verabreichung von unschädlichen, radioaktiv markierten, knochengängigen Substanzen durchgeführt. Dabei wird der krankhaft gesteigerte Knochenstoffwechsel von möglichen Metastasen bildlich erkennbar.

Positronenemissions- tomographie (PET/CT) mit Fluorocholin

Cholin ist eine Substanz, welche sich auch physiologisch im Körper befindet, aber im stoffwechselaktiven Tumorgewebe besonders gehäuft vorkommt. Die radioaktive Markierung von Cholin ermöglicht mit Hilfe einer Gammakamera die Tumordarstellung. Die verwendete Dosis an radioaktiver Strahlung kann in keinem Fall unmittelbare unerwünschte Wirkungen hervorrufen und ist bereits nach einem Tag nicht mehr nachzuweisen.

Der Zweck dieser Untersuchung ist eine bildliche Darstellung von sämtlichen möglichen bösartigen Absiedlungen des bereits nachgewiesenen Prostatatumors (auch in den Weichteilen).

Ein Vorteil dieser Untersuchungsmethode liegt in einer ausgesprochen hohen Detailauflösung, die unter Umständen auch die Entdeckung von sehr

kleinen Krankheitsherden ermöglicht. Insbesondere durch die Kombination von Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit Fluorocholin und Computertomographie hat sich die Auffindung von Tumorherden erheblich verbessert. Nachweis bzw. Ausschluss solcher Herde, insbesondere die frühzeitige Erkennung von Metastasen und möglichen Rezidiven (Rückfällen) nach Operationen und Strahlentherapie, ist enorm wichtig und spielt eine entscheidende Rolle bei der Planung einer optimalen Behandlung bzw. kann unter Umständen zur Änderung der Behandlungsstrategie führen.


21

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Aufgaben der Uropathologie: Analyse der Gewebsproben Bei Männern liegt das Prostatakarzinom in der Sterblichkeit – nach Lungen- und Dickdarmkrebs – an dritter Stelle. In der Häufigkeit des Auftretens liegt das Prostatakarzinom seit 1994 unverändert an erster Stelle, jedoch gehen, wie die Daten der Statistik Austria zeigen, sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeitsrisiko bei Prostatakarzinom tendenziell zurück – nicht zuletzt als eine Folge von Maßnahmen zur Früherkennung und von verbesserten Behandlungsmethoden.

Bösartige Neubildungen der Prostata im Zeitverlauf altersstandardisierte Raten auf 100.000 Personen (WHO-Weltbevölkerung, 2001) Inzidenz

Mortalität

110 100 90 80

männlich

70 60 50 40 30

männlich

20 10

84

19

19

87

19

90

3 99

1

19

96

99

19

02 05 08 20 20 20

0

84 1987 990 1993 996 999 002 005 008 1 1 1 2 2 2

19

Q: Statistik Austria, Österreichisches Krebsregister (Stand 08.09.2010) und Todesursachenstatistik. Erstellt am 15.10.2010

  

w w w . d e n g g - m e d . a t

Gebietsvertretung Richard Wolf Generalvertretung uroVision (www.urovision.de)

(www.richard-wolf.com)


Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

So ermöglicht auch das an der Universitätsklinik für Urologie durchgeführte Tiroler PSA-Screeningprogramm eine frühzeitige Prostatakarzinomerkennung und Senkung des Sterblichkeitsrisikos. Hierbei fällt der Pathologie/Uropathologie in der diagnostischen Aufarbeitung der Gewebsproben eine wichtige Rolle zu. Diese inkludiert sowohl die mikroskopischen Untersuchungen kleinster Biopsieproben als auch die großer Operationspräparate bei notwendiger operativer Entfernung des gesamten Organs. Ein im PSA-Screening festgestellter erhöhter PSA-Wert ist nicht zwingend mit der Diagnose eines Prostatakarzinoms gleichzusetzen! Auch eine Entzündung oder eine gutartige Vergrößerung der Prostata kann die Ursache einer PSAErhöhung sein. Nur die Biopsie kann tatsächlich verifizieren, ob ein Prostatakarzinom vorliegt oder nicht. Deshalb ist zur exakten Bestimmung die Durchführung einer Gewebsentnahme (Biopsie) mit anschließender mikroskopischer Untersuchung (die

innerhalb von 1–2 Tagen möglich ist) notwendig. Dieser kurze und unkomplizierte Eingriff erfolgt ambulant. Routinemäßig werden 15 winzige Gewebezylinder entnommen. Diese werden pathologisch aufgearbeitet und mikroskopisch untersucht. Nur mit der Biopsie kann die Diagnose eines Karzinoms gestellt werden. Der Pathologe beurteilt des Weiteren die Bauform des Tumors. Sie lässt Schlüsse auf die biologischen Eigenschaften des Tumors zu. Nur mit dieser Information des Pathologen kann der Urologe die für den Patienten optimal angepasste Therapie festlegen. Trifft der Urologe mit dem Patienten die Entscheidung zur Operation („Prostatektomie“), so folgt nach der Entfernung der Prostata und der Samenblasen die pathologische Aufarbeitung und vollständige mikroskopische Untersuchung.

Der pathologische Befund ... enthält Aussagen über die exakte Zuordnung der Bauform, der Ausdeh-

22

nung des Karzinoms, eines eventuellen Lymphknotenbefalls (N-Stadium, „Node“) sowie die Beurteilung , ob das gesamte Tumorgewebe entfernt wurde. Das nach der Befundung verbleibende aufgearbeitete Gewebe kann über Jahre archiviert werden und wird in der „Prostatakarzinombiobank“ der Uropathologie/experimentellen Urologie aufbewahrt. So ist es möglich – auch zu einem späteren Zeitpunkt – erweiternde Untersuchungen und bei entsprechendem Einverständnis des Patienten – praxisbezogene Forschung durchzuführen.

>>

So leistet der Patient nach seiner Operation einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Diagnose und Therapie für Prostatakarzinom.


23

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Neuer Therapieansatz beim Prostatakarzinom • Firmagon® (Degarelix) bei fortgeschrittenem hormonabhängigem Prostatakarzinom • Degarelix verlängert das PSA-progressionsfreie Überleben

Erste Langzeitdaten zeigen, dass die effektive Testosteronsenkung mit dem Wirkstoff Degarelix über Jahre hinweg anhält. Weiters ermöglicht diese Therapie, dass betroffene Patienten länger überleben, ohne dass der PSA-Wert ansteigt.

Welche Therapiemöglichkeiten? Entscheidend für die Wahl der Therapie ist das Stadium des Prostatakarzinoms. Beim lokal begrenzten Karzinom besteht die Möglichkeit der radikalen Prostatektomie oder einer Strahlentherapie. Ist das Prostatakarzinom fortgeschritten oder haben sich bereits Metastasen gebildet, wird eine Hormonentzugstherapie angewandt. Bei einer Ausbreitung des Prostatakarzinoms über die Organgrenzen hinaus ist eine Heilung nicht mehr möglich.

Die Hormonentzugstherapie Um den Stellenwert der Hormonentzugstherapie auch im Vergleich zu den anderen Verfahren werten zu können, ist es wichtig, zu verstehen, dass man das Wachstum der Prostatakrebszellen durch einen Entzug des männlichen Geschlechtshormons Testosteron nur hemmen kann, solange die Zellen empfindlich gegenüber Testosteron sind. Der das Wachstum hemmende oder den Tumor zurückdrängende Effekt kann sehr lange anhalten, ist aber leider nicht dauerhaft garantiert. In späteren Prostatakrebs-Stadien wird das Wachstum unabhängig von Testosteron. Trotzdem ist die Hormonentzugstherapie insgesamt als eine höchst effektive Behandlungsmöglichkeit einzuschätzen. Hier arbeitet man bereits seit einigen Jahren mit so genannten GnRH-Agonisten, die den Testosteronspiegel senken. Die am häufigsten eingesetzte Methode ist, regelmäßig (einmal im Monat, alle drei oder alle sechs Monate) Medikamente in das Unterhautfettgewebe zu spritzen, die GnRH-Rezeptoren in der Hirnanhangdrüse überstimulieren. Das führt indirekt zu einer Hemmung der Freisetzung der hodenstimulierenden Hormone der Hirnanhangdrüse, so dass kein Testosteron mehr in den Hoden produziert wird. Die Wirkung dieser in der Fachsprache als GnRH-Agonisten bezeichneten Substanzen ist mit derjenigen der operativen Hodengewebeentfernung vollkommen identisch.

Firmagon® (Degarelix) – zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs Mit FIRMAGON® (Degarelix) ist eine neue Behandlungsoption für die hormonelle Therapie bei Prostatakrebs auf den europäischen Markt gekommen. FIRMAGON® ist ein neuartiger GnRH-Rezeptor-Blocker, der für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem hormonbedingtem Prostatakrebs indiziert ist. Das Medikament verfügt über einen Wirkmechanismus, der sich von üblichen Hormontherapien unterscheidet. FIRMAGON® wird unter die Haut injiziert und reduziert in sehr kurzer Zeit die Werte des prostataspezifischen Antigens (PSA), indem es direkt die GnRH-Rezeptoren in der Hirnanhangdrüse blockiert. Durch das Blockieren der Rezeptoren wird jenes Hormon unterdrückt, das die Produktion von Testosteron in den Hoden stimuliert. Prostatakrebs ist hinsichtlich seiner Progression von Testosteron abhängig, so dass eine Senkung des Testosteronspiegels das Wachstum der Krebszellen verlangsamen kann. In klinischen Studien unterdrückte Degarelix Testosteron und PSA schneller als Leuprolid, eine bereits bestehende Behandlung bei fortgeschrittenem Prostatakrebs. FIRMAGON® bietet vielen Patienten eine neue Behandlungsoption. Ziel ist es, eine schnelle und lang anhaltende Senkung des Testosteronspiegels zu erreichen. FIRMAGON® liefert eine schnelle Wirkung, die mit der Sofortwirkung eines operativen Eingriffs vergleichbar ist.


24

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Tirol – wichtige Unterstützung in schweren Zeiten Die Gründung der Prostatakrebs Selbsthilfegruppe Tirol erfolgte im Jahr 2003 auf die Initiative von Univ.-Prof. Dr. Georg Bartsch, ehemaliger Vorstand der Universitätsklinik für Urologie Innsbruck. Erfolgreicher Start Bereits die erste Versammlung zeigte, wie groß das Interesse an einem Prostatazentrum in Tirol war: Es nahmen über 250 Personen an dieser Versammlung teil! Getagt wurde im Plenarsaal der Stadt Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger, Leiter des Prostatazentrums Innsbruck, Margit Holzmann, Büroleiterin des Dachverbandes der Selbsthilfegruppen IBK, Ekkehard Büchler, Prostataselbsthife Wien, und Patient Artur Girardi organisierten und leiteten die offizielle Startveranstaltung und somit erfolgreiche Geburtsstunde des Prostatazentrums.

Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter Anfang 2004 fand die erste Sitzung im Dachverband der Selbsthilfegruppen statt, bei der alle ehrenamtlichen Mitarbeiter anwesend waren.

Es wurden folgende Gruppen gegründet: • Eine Gruppe für Ehepaare unter der Leitung von Josef und Gerlinde Gruber. • Selbsthilfegruppe Innsbruck, Leiter Hans Triendl. • Selbsthilfegruppe Innsbruck, Leiter Horst Cucek, zuständig für Beratung zum Behindertenpass, Pflegegeld, Steuerausgleich und bei Schwierigkeiten mit Behörden. • Selbsthilfegruppe Unterland, Leiter Walter Steurer. Als Sprecher für die Gruppe wurde Artur Girardi gewählt. Er ist – mit Unterstützung – bis heute zuständig für alle Gespräche, die mit der Urologie und anderen Institutionen geführt werden.

Zielsetzungen Im Vordergrund stand und steht die Beratung von Männern, die an einer Erkrankung der Prostata leiden – sowie

von deren Angehörigen. Vor der Operation versuchen wir den Patienten die Angst zu nehmen. Betroffene können aus eigener Erfahrung berichten und zeigen, wie gut es nach dem Eingriff geht. Nach der Operation besteht ein wesentlicher Beratungsanteil darin, aus der eigenen erlebten Erfahrung zu berichten und mit den Betroffenen zu teilen sowie entsprechende Ratschläge zu geben. Für rein medizinische Anliegen vermitteln die Selbsthilfegruppen gerne innerhalb kürzester Zeit einen Termin beim zuständigen Facharzt der Urologie, da der Dachverband der Selbsthilfegruppen hohes Ansehen und vor allem die Sympathie der Partner in der Universitätsklinik genießt. Prof. Dr. Horninger, der jetzige Leiter, unterstützt die Initiativen des Dachverbandes zu 100 Prozent.


25

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Bild links: Vortrag Arbeitnehmerveranlagung, speziell für Personen mit Behindertenausweis

Bilder rechts: Fahrtraining im ÖAMTC Trainingszentrum Zenzenhof, das Training wurde in Zusammenarbeit mit dem Club Mobil organisiert Das jährliche Knödelessen der Selbsthilfegruppen

Kontakt Die Prostata Selbsthilfegruppe hat sich seit ihrer Einrichtung im Jahr 2003 bewährt. Viele Patienten und Angehörige haben Hilfe gesucht – und gefunden. Falls auch Sie beitreten möchten, Fragen oder Anliegen haben, wenden Sie sich bitte an Horst Cucek Tel. 0664 - 355 01 10 E-Mail: horst.cucek@chello.at

NOV-PH/IV10/5127 Datum der Erstellung: 05/10

Spendenkonto Hypo Bank Tirol Kto. 21011140092 BLZ 57000

WO MIT DEM 1. TKI ENDSTATION IST, BEGINNT MIT AFINITOR® EINE NEUE ZUKUNFT.1 ®

AFINITOR®, der erste orale mTOR-Inhibitor kann das progressionsfreie Überleben von

Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom signifikant verlängern, wenn eine VEGFTherapie schon am Ende ihrer Möglichkeiten ist.1 Rechtzeitig umsteigen auf AFINITOR®.

rz_AFI_az_185x80.indd 1

Umsteigen bitte. Rechtzeitig!

19.04.2011 16:50:37 Uhr


26

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Weitere Vorteile und Nutzen für Betroffene Alle aktiven Mitglieder der Selbsthilfegruppen stehen den Patienten bei Fragen oder Anliegen jederzeit zur Verfügung. Bei den Gruppentreffen können die Betroffenen untereinander ihre Erfahrungen austauschen und über alles reden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter beraten die Leute auch, wie sie bei Bedarf zu offiziellen Dokumenten (z.B. einem Behindertenpass) kommen. Warum? Ein Patient mit einem Prostatakarzinom hat einen Anspruch auf einen Ausweis für fünf Jahre mit einer Behinderung von 50 % – mit der Möglichkeit zur Verlängerung. Auch Unterstützung bei Anträgen zum Pflegegeld, falls erforderlich, wird angeboten. Der Steuerausgleich mit dem Behindertenpass kann den Betroffenen in ihrer bereits sehr belastenden Situation doch auch finanzielle Unterstützung bringen: Aufgrund der Behinderung entfällt der Selbstbehalt und Ausgaben, die aufgrund der Erkrankung getätigt werden müssen können abgeschrieben werden.

Finanzierung

Gemeinsame Freizeitgestaltung

Ausflug zur Leutascher Klamm

Die Selbsthilfegruppe organisiert unter anderem auch Veranstaltungen für die Geselligkeit – die schönen Dinge im Leben: Die Bergwanderungen sind beispielsweise so geplant, dass alle die Anstrengungen problemlos schaffen können. Dasselbe gilt für Radausflüge – auch hier passt man sich gerne an das Können aller Beteiligten an. Rücksicht auf die körperliche Verfassung wird auch bei den gemeinsamen Schitagen genommen.

Die Finanzierung der Selbsthilfegruppe erfolgt über Spenden und von der öffentlichen Hand. Auch von privaten Sponsoren erhält der Verein Zuwendungen. Diese Gelder sind gut investiert: Die Selbsthilfegruppe verwendet die finanziellen Mittel für die Anschaffung von Foldern, Plakaten und anderen notwendigen Werbungen sowie für Vorträge von Ärzten oder Fachvorträge, wie z.B. über Patientenrechte und Patientenverfügung.

>>

Impressum: Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova corporate publishing, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, office@econova.at, www.econova.at. Für den Inhalt verantwortlich: Universitätsklinik für Urologie, Europäisches Prostatazentrum Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger. Fotos: Julia Türtscher, privat, istockphoto, fotolia, dreamstime.


27

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Es kann auch an IHM liegen!

Kinderwunsch? Man(n) kann etwas tun Als Antwort auf das weltweite Abnehmen der Samenqualität wurde in Wien PROfertil® entwickelt und erfolgreich klinisch getestet. PROfertil® wirkt wie ein Fitnesscenter für Ihre Samenzellen. Mit einem Mix aus acht Einzelsubstanzen trainiert das Präparat gezielt jene Probleme weg, welche die Samenqualität beeinträchtigen. Erste Wirkungen zeigen sich bereits nach drei Monaten, wie eine Studie des Universitätsdozenten Prim. Dr. Martin Imhof ergab. 120 Männer mit langjährigem Kinderwunsch erhielten drei Monate lang täglich zwei Kapseln PROfertil® – das Ergebnis zeigte, dass jeder vierte Teilnehmer nach der dreimonatigen Einnahme wieder ein normales Spermiogramm hatte. 21 davon sind – nach erreichter Schwangerschaft ihrer Partnerin – bereits Väter geworden.

Pilotstudie Varikozelestudie Einschlusskriterien: Ausschlusskriterien:

120, Ø 35,9 Jahre (23-58) Infertilität > 2 Jahre

51, Ø 32 Jahre (18-43) Infertilität > 2 Jahre

mind. 2 pathologische Spermiogramme

mind. 2 pathologische Spermiogramme

Varikozele, Infektionen, Aspermie, hormonelle Störungen

Infektionen, Aspermie, hormonelle Störungen

Verbesserung der Spermienparameter nach 3 Monaten Spermiendichte:

+ 80,54 %

+ 11,88 %

Volumen:

+ 24,05 %

+ 15,57 %

+ 115,30 %

+ 43,72 %

17,50 %

41,18 %

Progressive Motilität: Schwangerschaften:

„Einsatz von PROfertil® zur Therapie des „Male factors” und zur Verbesserung des Spermiogramms” und „Mikronährstoffe als Alternative zur Fertilitätstherapie bei Männern mit subklinischer Varikozele.”

www.profertil.at

TageSdOSiS: 2 Kapseln Rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Als Monats- und 3-Monatspackung. Als Kapseln oder Granulat erhältlich.

Patentnr.: 503.219

Patienten:


28

Das Europäische Prostatazentrum Innsbruck (EPI)

Kombination von zwei Wirkstoffen als sinnvolle Therapiealternative bei vergrößerter Prostata Was ist eine Benigne Prostatahyperplasie? Die Benigne Prostatahyperplasie (BPH - gutartige Prostatavergrößerung) ist eine bei älteren Männern verbreitete Erkrankung bei der sich die Anzahl der Zellen der Prostata vermehrt und die Prostata zu wachsen beginnt. Wenn die Prostata wächst, übt sie Druck auf den Teil der Harnröhre aus, der von ihr umschlossen wird. Dies kann verschiedenste Beschwerden mit sich bringen. Beispiele sind plötzlicher oder häufiger nächtlicher Harndrang, ein verzögertes Einsetzen des Harnstrahls oder das Gefühl, dass die Blase nicht vollkommen entleert ist. Wenn BPH nicht ausreichend behandelt wird, kann das zu Komplikationen, wie einer Operation oder einem akuten Harnverhalt (Urinieren ist nicht mehr möglich, es muss ein Katheter gesetzt werden) führen.

Die Behandlung von BPH Bei der Behandlung einer BPH hat Ihr Urologe mehrere Optionen, die er mit Ihnen besprechen kann, sobald er Ihre medizinische Vorgeschichte kennt und eine Erstuntersuchung durchgeführt hat. Die Therapieentscheidung wird dabei vom Schweregrad der Beschwerden, deren Auswirkung auf Ihre Lebensqualität sowie anderen Faktoren (z.B. Größe der Prostata, Stärke des Harnflusses etc.) abhängig gemacht. Medikamentöse Standardbehandlungen sind dabei so genannte Alphablocker und 5ARIs (5 Alpha Reduktase Hemmer): • Alphablocker wirken auf die Muskulatur des Blasenhalses und entspannen diese. So können Sie eine schnelle Verbesserung der Beschwerden erleben. • 5ARIs hingegen hemmen das Wachstum der Prostata - sie verbessern damit längerfristig die Beschwerden und reduzieren vor allem das Risiko, dass durch die vergrößerte Prostata Komplikationen auftreten. • Ein interessanter Ansatz, der in der Praxis immer mehr Stellenwert bekommt, ist , diese beiden Therapien zu kombinieren und so sowohl schnell die Beschwerden zu lindern als auch langfristig die Verschlechterung der Erkrankung einzudämmen. Sprechen Sie mit Ihrem Urologen über die bestehenden Möglichkeiten!

Harnblase

5ARIs reduzieren das Prostatavolumen

Prostata

Alphablocker entspannen die glatten Muskeln

Harnröhre

Dieser Artikel wurde unterstützt von GlaxoSmithKline Pharma – Ihrem Partner in der Urologie

GEMEINSAM EIN SCHRITT NACH VORNE BEI DER BEHANDLUNG VON BPH


Europäisches Prostatazetrum Innsbruck, Univ. Klinik für Urologie