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Ausgabe Nr. 14 / November 2014, P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck, ZNr. GZ 02Z030672 M, Euro 3.00

KREATIVE Kร–PFE Die Gewinner des Innovationspreises 2014

MUT ZUM RISIKO

Innovation ermรถglichen

DER KREATIVE MITARBEITER Wem gehรถrt Innovation?

www.econova.at

TIROL INNOVATIV


INDUSTRIE + FORSCHUNG = ARBEIT + WOHLSTAND. Wissen ist Österreichs größtes Kapital. Die Übersetzung in Produkte und Dienstleistungen schafft Arbeitsplätze der Zukunft. Foto: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss

www.iv-tirol.at


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INHALT 04

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EIN PLÄDOYER FÜR DEN FORTSCHRITT

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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Deshalb lassen viele alles gerne einfach so, wie es ist. Würde aber jeder so denken, wären wir vermutlich nie von den Bäumen gestiegen.

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aut einer IMAS-Umfrage ist die Aufgeschlossenheit der Österreicher gegenüber neuen Trends und Technologien eher gering. Dabei will sich unser Land vermehrt als Innovationsstandort positionieren. Das scheint in den Köpfen der Bevölkerung jedoch noch wenig anzukommen. Im Gegenteil: Die Sehnsucht nach Stabilität und Tradition wächst. Mehr denn je. Doch ein Land braucht Innovationen, um sich weiterzuentwickeln, voranzukommen und den Wohlstand zu sichern. Deshalb gilt es, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kreativität möglich ist. Mut gehört gefördert, Visionen unterstützt. Dass der Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft funktionieren kann, lässt sich in England sehen. Dr. Hermann Hauser ist in London und Cambridge tätig – dort, wo „Science Translation“ zur Tagesordnung gehört. Im Interview auf Seite 4 erzählt er, welche Voraussetzungen es seiner Meinung nach auch in Österreich für Forschung und Innovation braucht. Unternehmer, die es bereits geschafft haben, stellen wir Ihnen in der Titelgeschichte vor. Sie sind die Gewinner des diesjährigen Innovationspreises, der auch heuer wieder findige Köpfe und kreative Geister vor den Vorhang holt. Sie stehen stellvertretend für das große Potenzial in unserem Land. Denn es gibt sie: die Freigeister, die Kreativen, die Denker. Unser Land steckt voller Ideenreichtum, Talent und Produktivität. Was es braucht, ist Mut: Mut, als Unternehmer den Schritt aus der eigenen Wohlfühlzone zu wagen; und Mut in der Bevölkerung, Neues anzunehmen und neugierig zu sein.

Haben Sie Mut! Ihre Redaktion der eco.nova

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Mut zum Risiko

Risikokapital-Unternehmer Dr. Hermann Hauser über den Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft.

Innovative Gewinner

Die Sieger des diesjährigen Innovationspreises – vergeben von der Wirtschaftskammer und dem Land Tirol – im Porträt. Plus: Alle Nominierten.

Produkten Wert geben

Autor und Kreativstratege Mario Pricken über den Wert echter Innovation. Plus: Die Macht der Marke.

Die Muster-Frage

Die Unterschiede zwischen Geschmacks- und Gebrauchsmustern.

Der kreative Mitarbeiter

Wem gehört Innovation?

Clevere Stoffe

Die Standortagentur Tirol unterstützt forschungsgetriebene Produktentwicklung. Ein Beispiel.

Hightech-Info aus Tirol

ONLIM – ein junges Tiroler Start-up als Spin-off der Universität Innsbruck.

Was wurde aus ...

1993 wurde der erste Tiroler Innovationspreis vergeben. Seitdem hat sich viel getan. Wir zeigen, was aus einigen Unternehmen geworden ist.

IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova corporate publishing, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, E-Mail: redaktion@econova.at, www.econova.at Autoren dieser Ausgabe: Mag. Barbara Wildauer, Tamara Kainz, Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Bruno König, Tanja Ischia, Martin Weissenbrunner, Hannelore Weissbacher // Grafik: Sophie Frenzel, Ines Weiland // Druck: Radin-Berger-Print GmbH // Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben) Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.

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MUT ZUM RISIKO Dr. Hermann Hauser ist in Österreich geboren. Mit 15 Jahren ging er nach Cambridge – um Englisch zu lernen und später sein Physikstudium am Kings College abzuschließen. Er selbst sagt von sich, er „habe ein bisschen Geld gemacht“ mit seiner Firma Acon und der Entwicklung des ersten Heimcomputers in den 1980er-Jahren, später mit seinen Mikroprozessoren von ARM, die noch heute in fast jedem Mobiltelefon stecken. Beim Forum Alpbach sprach Hermann Hauser heuer im August über Faktoren, die Innovation möglich machen. // Text: Barbara Wildauer

ECO.NOVA: Was ist für Sie die Voraussetzung für Forschung und in weiterer Folge Innovation? HERMANN HAUSER: In der Forschung wird versucht, auch riskantere Probleme zu lösen. Die Forschung z. B. an der Universität bringt dabei viele Ergebnisse, die auch für Unternehmen interessant sind, um Lösungen für ihre Kunden oder gesellschaftliche Probleme anbieten zu können. Es geht im ersten Schritt also darum, wie die Ergebnisse zu den Unternehmen kommen und dort weiterentwickelt werden können.

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eute hilft Hermann Hauser mit dem Risikokapital-Unternehmen „Amadeus Capital Partners“ Unternehmen bei der Umsetzung von Innovation. Er nimmt dazu im Vorstand der Unternehmen Platz und bringt sein Wissen im technischen Bereich und im Bereich Mikrobiologie ein. Der Schlüssel zur Innovation ist für ihn, wie gut Forschungsergebnisse aus der Universität in die Wirtschaft und Gesellschaft fließen bzw. übersetzt werden können. In England wird dieser „Science Translation“ viel Raum und auch gezielte Infrastruktur gewidmet. Was an den Universitäten an Forschungserkenntnissen in den Laboren entsteht, wird dabei für die Lösung von wirtschaftlichen und vor allem gesellschaftlichen Fragestellungen verfügbar gemacht. Dazu brauche es Strukturen, Netzwerke und vor allem eines, so Hauser: Risikobereitschaft und Mut, sich neuen Entwicklungen zu stellen, sowie Neugierde und Interesse, was sich in den heiligen und vielfach historischen Hallen der Universitäten so regt.

STEVE JOBS VON ENGLAND

Hermann Hauser ist in London und Cambridge tätig – das Silicon Valley Europas. Wir baten ihn zum Interview.

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Wie kann das funktionieren? Es gibt grundsätzlich zwei Methoden. Die eine ist die Umsetzung von Forschungserkenntnissen in Betrieben, die schon da sind. Das funktioniert gut, wenn ein Unternehmen eine Problemlösung sucht und Forschungsergebnisse Lösungen bieten oder anregen können. Wenn es noch kein Unternehmen gibt, ist der zweite Weg die Gründung von Startups. Diese können im Umfeld der Universität ihre ersten Schritte tun. Welche Rolle kann eine Landesförderung, die in Tirol gerade von 800.000 Euro auf vier Millionen Euro jährlich aufgestockt wurde, spielen? Eine Landesförderung ist sehr wichtig, die Mittel müssen dazu verwendet werden, in enger Zusammenarbeit mit der Universität Forschungsergebnisse umzusetzen. Der Forschungsschwerpunkt IT ist dabei vernünftig und auch förderungswürdig – und natürlich ausbaufähig. Irgendwo muss man aber anfangen und vier Millionen Euro sind besser als nichts. Warum sind Großbritannien und die USA hier viel besser als andere? In den angelsächsischen Ländern gibt es viel mehr Infrastruktur. Es macht auf jeden Fall für Interessierte Sinn, sich das anzuschauen, wie hier Vernetzung, Transfer und die Zu-

sammenarbeit zwischen Universitäten und Forschungseinrichtungen in Richtung Wirtschaft funktioniert. Sie sprechen gerne auch von revolutionärer Forschung im Unterschied zur evolutionären Forschung. Wo liegt der Unterschied? Revolutionäre Forschung baut sich am Interesse der Forscher selber auf und findet sich eher in den Universitäten und den Forschungslabors. Revolutionäre Forschung passiert dabei meistens zufällig und die Forscher brauchen dazu die Freiheit, sich mit Fragen, Themen und Lösungen ohne weitere Vorgaben befassen zu können. Bei Start-ups werden die Themen bereits eingegrenzt. Allerdings räumen die großen erfolgreichen Unternehmen wie Microsoft, Google oder Apple ihren Forschungsteams ganz bewusst einen großen Freiraum ein, damit diese revolutionäre Forschung stattfinden kann. Nur so können neue Themen gesetzt werden. In welchen Zukunftsthemen sind Sie tätig? Ich komme sozusagen aus der Halbleitertechnologie bzw. Physik. In den letzten fünf bis zehn Jahren habe ich mich mit Molekularbiologie beschäftigt, konkret mit Genfrequenzierung. Innsbruck ist bzw. war hier übrigens weltführend mit der Gruppe um Rainer Blatt, diese Gruppe hat auch Anton Zeilinger hervorgebracht, der nicht nur in Österreich ein Begriff in der Quantenphysik ist. Ich war zehn Jahre lang Vorsitzender des Quanteninstituts in Cambridge. Ab und zu begegnen mir auch Innsbrucker Studierende in Cambridge. Derzeit habe ich konkret zwei, die gerade hier anfangen. Wo sind derzeit die interessanten Forschungszentren im technischen Bereich? Silicon Valley ist die Nr. 1, weil dort auch nach wie vor die führenden Unternehmen sitzen, die die Trends vorgeben wie Google und Apple. Cambridge, Oxford und London in England, Berlin, München sowie Stockholm und Helsinki sind auch wichtige Inkubatoren.


entgeltliche.einschaltung

MOTOR FÜR DIE WIRTSCHAFT Die Wirtschaftsförderung des Landes Tirol ist ein starker Motor für die Betriebe und Unternehmen – immerhin gehen insgesamt rund 32 Millionen Euro über verschiedene Fördermaßnahmen an die Tiroler Wirtschaft.

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ie Schwerpunkte liegen auf Verbesserungen von Strukturen und Qualität bei Klein- und Mittelbetrieben sowie auf Unterstützung von Forschung, Entwicklung und Innovation. Darüber hinaus werden Gemeinden und Unternehmen beim Breitbandausbau unterstützt. Denn: Superschnelles Internet ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Wirtschaftsstandortes Tirol. Schlussendlich profitiert aber die gesamte Bevölkerung von den öffentlichen Geldern, denn sie werden zugunsten von Wertschöpfung und der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen investiert. Nun hat die Wirtschaftsförderung auch wesentliche Verbesserungen erfahren, wie Erleichterungen für Kleinst- und Jungun-

ternehmerInnen oder den Abbau von Bürokratie. Insgesamt wurden die Verfahren vereinfacht und nationale und EU-Vorschriften verständlich eingearbeitet. Darüber hinaus werden alle Förderungen des Landes ab einer Höhe von 2.000 Euro in der Transparenzdatenbank des Landes online veröffentlicht.

KONTAKT

Amt der Tiroler Landesregierung Abt. Wirtschaft und Arbeit Heiliggeiststraße 7-9, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/508-2402 wirtschaft.arbeit@tirol.gv.at Weitere Infos unter www.tirol.gv.at/wirtschaftsfoerderung

DIE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG AUF EINEN BLICK

Die Wirtschaftsförderung gliedert sich in sechs verschiedene Programme: • Wirtschaftsförderungs(WIFÖ)-Programm • Tiroler Wirtschaftsförderungsfonds (TWFF) • Infrastrukturförderungsprogramm • Technologieförderungsprogramm • Breitbandförderungsprogramm • Sonderförderungsprogramme für die regionale Wirtschaftsförderung

© istock

Schnelles internet für das ganze land

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Breitbandoffensive Tirol

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GESUCHT Innovation ist, wenn der Markt „Hurra!“ schreit. Unter diesem Motto stand der heurige Tiroler Innovationspreis, vergeben vom Land Tirol und der Wirtschaftskammer. Gesucht werden jährlich Produkte, Technologien und Dienstleistungen aus allen Bereichen der Wirtschaft, die Vorreiter sind und Gutes noch ein Stück besser machen. Es geht um handfeste Verbesserungen, keine Theorien und Hypothesen. Was zählt, ist Praxistauglichkeit. Mitte Oktober wurden die Preise vergeben. Wir zeigen Ihnen die Sieger und die Nominierten. In diesem Sinne: Hurra, wir haben sie gefunden!

KATEGORIE DIENSTLEISTUNG Sieger: Laserdata GmbH & STEPS e. U. Mag. Markus Posch und Dipl.-Geogr. Frederic Petrini-Monteferri

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KATEGORIE TECHNIK Sieger: Liebherr-Hausger채te Lienz GmbH DI Thomas Gruidl

KATEGORIE KONZEPT Sieger: Bucinator e. U. Dr. Johannes Hilbe M.Sc.

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RECHNEN: SEHR GUT

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ür Solarpotenzialauswertungen von Gebäuden gibt es bereits mehrere Methoden. Bisher konnten jedoch nur Dach- und freiflächenbezogene Auswertungen erstellt werden. Energietechnisch wichtige Gebäudefassaden wurden nicht berücksichtigt. Daten darüber sind aber für viele Bereiche wichtig – etwa für solares Heizen oder Kühlen, bei der Sanierung oder zur Ermittlung von Sonnenstunden in Räumen und Gebäudeteilen. Ein Team bestehend aus Frederic Petrini-Monteferri, Volker Wichmann und Christian Georges (allesamt Laserdata GmbH), Markus Posch (STEPS F&E OG), Magnus Bremer (Universität Innsbruck) sowie Stefan Dürauer und Christian Sam (Magistrat der Stadt Wien, MA 41) hat am Beispiel des Modells der Stadt Wien ein neues Verfahren für Solarpotenziale entwickelt. Das Neue daran ist, dass aufgrund von vorliegenden Gebäudedaten die Fassaden und auch markante Gebäudeteile berechnet und in die Analyse des bereits vorhandenen Solarpotenzials eingerechnet werden. Die Berechnung basiert auf Daten aus der Laserscantechnik, die das an der Innsbrucker Universität beheimatete Spin-off Laserdata liefert, und weiterem Input von Markus Posch, der Energiekonzepte und entsprechende Berechnungen einbringt.

DER PROZESS

Aus einer „Punktwolke“ an Daten der generierten Fassadenpunkte, einem digitalen Oberflächenmodell der Laserscanning-Daten und einem digitalen Geländehöhenmodell erfolgt die Berechnung des so genannten Vertisol-Fassadenkatasters. Heraus kommt eine grundlegende Information, wo die Anbringung von Solar- oder Photovoltaikpaneelen Sinn macht oder Sanierungs- und Dämmmaßnahmen bzw. Beschattungen vorgenommen werden sollten – und das viel treffsicherer als bisher. Der Vorgang mag etwas sperrig sein, das Ergebnis jedoch ist nachvollziehbar, wird es doch unkompliziert visuell ausgegeben – für jedes Gebäude, an allen Gebäudeteilen, in allen Himmelsrichtungen, zu jedem beliebigen Sonnenstand im Jahr. // www.laserdata.at

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KATEGORIE DIENSTLEISTUNG Sieger: Laserdata GmbH, Innsbruck & STEPS e.U., Volders Projekt: VERTISOL – weltweit erster großflächiger Fassadenkataster

Mag. Markus Posch, B.sc. und Dipl.-Geogr. Frederic Petrini-Monteferri (sitzend)

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KATEGORIE: KONZEPT Sieger: Bucinator e.U., Innsbruck Projekt: Kontaktfreie ambulante Patienten端berwachung

Dr. Johannes Hilbe MSc

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HILFREICHER WÄCHTER

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ucinator, Kirchenlatein für „Nachtwächter“, nennt sich Johannes Hilbes neuartige, berührungslose Überwachung biometrischer Daten. Das Bucinator-Pad, das im Bett eingelegt wird, kann Informationen generieren, die pflegerische und medizinische Diagnostik frühzeitig unterstützen. Damit bietet das System Sicherheit und Entlastung in der Betreuung kranker und geriatrischer Patienten im stationären wie ambulanten Bereich.

DER PROZESS

Ein unter einer herkömmlichen Matratze platziertes Luft-Pad wandelt in Kombination mit hochsensitiven Drucksensoren Mikrobewegungen in Drucksignale um. Dies ermöglicht sowohl die Detektion kleinster Körperbewegungen als auch die Messung von Atem- und Herzfrequenz. Die aufgenommenen Signale werden mittels einer kleinen am Bett montierten elektronischen Einheit digitalisiert und über WLAN, LAN oder Bluetooth berechtigten Personen zugänglich gemacht. Autonome im Hintergrund aufgebaute Bluetooth-Verbindungen ermöglichen den Einsatz unabhängig von bestehender Netzwerk-Infrastruktur. Neben dem Einsatz in Gesundheitseinrichtungen ist auch der Einsatz im ambulanten Bereich durch ein optional integrierbares GSM- und Funkmodul gewährleistet. Die akquirierten biometrischen Daten können zum einen die Früherkennung von Erkrankungen wie Infektions-, Herz-Kreislauf- oder psychischen Erkrankungen unterstützen, zum anderen die Analyse der Wirksamkeit und der korrekten Dosierung medikamentöser Interventionen wie Sedativa erleichtern. Darüber hinaus können durch Echtzeitanalyse der Messdaten Stürze oder dekubitale Veränderungen bzw. Nekrosen durch die Generierung von aktiven Warnmeldungen bzw. Alarmen verhindert werden. Mittels Atem- bzw. Pulsüberwachung können zudem generelle Aussagen über den Gesundheitszustand des Patienten getroffen und die korrekte Dosierung von Medikamenten unterstützt werden. Diese Informationen verbessern die Versorgung und erhöhen die Sicherheit des Patienten, ohne zusätzliche am Körper befindliche Messinstrumente. // www.bucinator.at eco.nova

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VOM KUNDENWUNSCH ZUR INNOVATION

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upermarktkühltruhen sind an sich etwas Alltägliches, aus denen die meisten von uns regelmäßig Produkte entnehmen und auch mal mit dem Einkaufswagen dagegendonnern. Das Design indes fällt dabei nicht unbedingt ins Auge. Wie viel Innovation aber in einer solchen Kühltruhe stecken kann, zeigt Liebherr-Hausgeräte aus Lienz mit seiner Supermarktkühltruhe, bei der in der Herstellung, im Design und in der Technik bisher unbekannte Wege beschritten wurden. Dipl.-Ing. Thomas Gruidl leitet den Bereich Prozesstechnik und -entwicklung im Unternehmen und ist einer der „Väter“ des heurigen Innovationspreis-Siegers: „Unser Kunde wünschte sich für seine Supermarkttruhen ein Design und eine Größe, die wir bisher so nicht im Angebot hatten. Wir haben also überlegt, wie wir eine große Truhe inklusive Kühltechnik ganz neu aufbauen. Herkömmliche Supermarkttruhen werden aus vielen Einzelkomponenten zusammengebaut, das war bei der gewünschten Truhe aufgrund des geschwungenen Designs und der Größe aber nicht möglich. Das Design forderte unseren Ehrgeiz heraus, etwas ganz Neues zu entwickeln.

DER PROZESS

Schlussendlich beschäftigte sich ein insgesamt fast 50-köpfiges Entwicklungsteam in den Bereichen Gehäuseaufbau, Endmontage, Kältetechnik, Elektronik, Logistik und Vertrieb damit, dieses innovative Kühlgerät unter Einsatz einer neuartigen Fertigungsmethode zu entwickeln. Die Truhe entsteht in einem Arbeitsschritt innerhalb einer Stunde, indem sie aus mehreren Lagen Kunststoff in einem Sprühverfahren hergestellt und die Kältetechnik direkt in diesem Fertigungsschritt verbaut und eingeschäumt wird. Gruidl: „Im Produktionsprozess wird die Arbeit von Robotern erledigt, aber um das Projekt von der Idee über den Prototyp bis zur automatisierten Produktion und Umsetzung am Markt zu entwickeln, ist nicht nur die Arbeit von Spezialisten gefragt, sondern letztendlich ein ganzes Entwicklungsteam im Einsatz.“ // www.liebherr.com

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Dipl.-Ing. Thomas Gruidl


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KATEGORIE: TECHNIK Sieger: Liebherr-Hausgeräte Lienz GmbH, Lienz Projekt: Neuartige Supermarkt-Truhe

Wir sind keine Unternehmensberater. Wir sind unternehmensentwickler!

ErFolg ist inDiViDuEll. Wie wir unser Handeln und Tun für Sie einsetzen können, sehen Sie auf: pratto.at

prátto consulting gmbh, Brixner Straße 1, 6020 Innsbruck, Austria, PH +43(0) 512 214 555, FX +43(0) 512 214 555-99, EM office@pratto.at

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DIE NOMINIERTEN KATEGORIE: DIENSTLEISTUNG Unternehmen: Golden Fly Sports GmbH, Sistrans Projekt: Golden Fly Series VERANSTALTUNGEN GANZ MOBIL

Die Golden Fly Series ist die erste In-City-Athletics-Serie der Welt. Sie wurde ins Leben gerufen, um die spektakuläre Olympische Kernsportart Leichtathletik mitten in die Zentren der schönsten Städte und Locations der Welt zu tragen und attraktive Weltklasse-Sportevents direkt einem breiten Publikum zu präsentieren – auch wenn keine fixe Sport-Infrastruktur vorhanden ist. Hierfür wurde mit „The FlySwat™“ die größte mobile Leichtathletikanlage der Welt konstruiert. Die Weltklassebewerbe im Stabhoch- und Weitsprung werden gleichzeitig im Kreuzfeuermodus durchgeführt. So werden Pausen und tote Zonen rund um die Anlage vermieden und es entsteht ein neuartiges und fesselndes Veranstaltungsformat, bei dem Fans und Passanten die Athleten auf Augenhöhe bewundern können. //www.goldenflysports.com

Unternehmen: Holzbauteam Tirol htt15, Innsbruck Projekt: Entwicklung Holzhaus-Konf igurator VIRTUELLES (HOLZ)HAUS

Der Holzhaus-Konfigurator wurde von Mitgliedsbetrieben von htt15-Holzbau Team Tirol gemeinsam mit externen Partnern und unter Koordination von proHolz Tirol / Holzcluster entwickelt. Unter www.holzhauskonfigurator.at können sich interessierte Bauherren ihr Haus zusammenstellen und ökologisch bewerten. Mit dem Holzhaus-Konfigurator lassen sich viele Fragen rund um Engergiebedarf, Baumaterialien & Co. im Handumdrehen beantworten. Die Antworten ergeben in Summe das optimale Holzhaus bzw. zeigen Verbesserungen, die an bestehenden Gebäuden durch Aufstockungen und Zubauten möglich sind. Mit diesen Ergebnissen wird man folglich nicht alleine gelassen, sondern kann im zweiten Schritt in direkten Kontakt mit einem von zehn Holzbau-Team-Tirol-Mitgliedsbetrieben treten. // www.htt15.at

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KATEGORIE: KONZEPT Unternehmen: Heliotherm Wärmepumpentechnik GmbH, Langkampfen Projekt: Entwicklung eines integrativen Gesamtenergiedaches AUS EINEM GUSS

Das modulare Vollenergiedach von Heliotherm erlaubt die Integration von bestehenden Systemen wie Photovoltaik oder Solarthermie als Dachelement. Dadurch entsteht ein einheitliches Gesamtbild des Daches, die Sonnenstrahlung kann ideal genutzt werden. Anders als bei den bestehenden Systemen wird dazu der Dachstuhl durch die Metallkonstruktion ersetzt. Die Sparren bestehen ebenfalls aus Metall und sind mit dem patentierten Montageschloss für die Modulbefestigung versehen. Photovoltaikmodule, Solarthermiemodule oder Designermodule ersetzen den Dachziegel. Durch die Hinterlüftung wird die thermische Energie nutzbar und installierte Photovoltaikmodule werden gekühlt. Dies optimiert den elektrischen Ertrag. Der Hausbesitzer gewinnt eine einheitliche und optisch ideale Gesamtlösung, Kostenersparnis aufgrund des Systemaufbaus und der reduzierten Montagezeit und flexible Erweiterungsmöglichkeiten durch modularen Systemaufbau. // www.heliotherm.com

Unternehmen: polychromeLAB GmbH, Hall Projekt: polychromeLAB Greenrevolution Thermostat-Jacke 100 PROZENT TIROL

Die Innovation, das Albedo-Rückkopplungsverfahren zur reaktiven Themoregulation zu nutzen, ist in der Geschichte von polychromeLAB ein wichtiger Meilenstein. Bisher war es in der Textilforschung nur mit stark gegensätzlichen Oberflächen möglich, UV/IR-Reflektion und UV/IR-Absorption zu erreichen. Die Problemstellung war in diesem Fall, sich zur Gänze vom Farbweg Schwarz/Silber zu trennen und ganzheitlich neue Wege zu gehen. Bisher konnte reaktive Thermoregulation ausschließlich mit sehr starken Kontrasten generiert werden. polychromeLAB ist es gelungen, mit Metallic-Grün, kaltem Grau und einer neu entwickelten Membran sechs Grad Thermoregulation bei 100 Prozent Wasserdichtigkeit zu erzielen. polychromeLAB ist damit das einzige Unternehmen weltweit, das einen winddichten, wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen, reaktiv thermoregulierenden technischen Oberstoff so konzipieren kann, dass unterschiedliche metallische und nichtmetallische Farbspektren abgebildet werden können. Das Wendelaminat mit metallicgrüner und mattgrauer Seite als Jacke konzipiert ist eine Branchenneuheit. // www.polychromelab.com

KATEGORIE: TECHNIK Unternehmen: Mattro Mobility Revolutions GmbH, Schwaz Projekt: Der Ziesel SPASSMOBIL

„Wenn man Fahrzeuge mit den Möglichkeiten, die Elektroantriebe tatsächlich bieten, von Grund auf neu denkt, kann das Ergebnis ganz anders ausschauen“, findet Alois Bauer von der Mattro Mobility Revolutions GmbH und hat seinen Ziesel zum Innovationspreis 2014 eingereicht. „Die Vorgeschichte des Ziesel ist eigentlich die Suche nach einem neuen Transportfahrzeug speziell für Hütten und den alpinen Bereich im Winter, das eine Marktlücke zwischen Motorschlitten und Pistenraupe schließen soll. Ich habe viel recherchiert, welche Basis man verwenden könnte, auf der sich aufbauen lässt, und keine Fahrzeugart, die man adaptieren könnte, gefunden“, so Bauer. So folgte der Entschluss: Was es nicht gibt, muss man eben bauen. Alois Bauer hat über ein Jahr gebraucht, passende Partner und Finanzierungsmöglichkeiten zu finden. Über ein europäisches Förderprojekt konnte er schließlich mit zwei Hochschulen und sechs Partnerunternehmen den ersten Prototypen mit Elektroantrieb bauen. Das Ergebnis war der „Steinbock“, dessen Marktreife jedoch noch etwas dauert. Aus einer Spielerei mit den Steinbock-Grundlagen entstand jedoch der Prototyp des ersten „Ziesel“. Bauer: „Das Teil hat uns selber so viel Spaß gemacht, dass wir das Fahrzeug auf einer Messe ausgestellt haben, um zu sehen, wie andere darauf reagieren. Aufgrund des guten Feedbacks haben wir beschlossen, ein Produkt daraus zu machen.“ // www.mattro.eu, www.derziesel.eu

Unternehmen: Oroboros Instruments GmbH und Oroboros Dr. Erich Gnaiger e.U., Innsbruck Projekt: Licht in die Kraftwerke der Zellen – Das O2k-Fluorometer ZELLEN DURCHLEUCHTEN

Das Projekt MitoCom befasst sich mit Mitochondrien, den biochemischen Kraftwerken der Zellen, und hebt die besondere Bedeutung der mitochondrialen Funktion für Diagnose und Therapie besonders von degenerativen Krankheiten wie Diabetes 2, Alzheimer und manchen Krebsarten hervor. Im Fokus von MitoCom steht die technische Entwicklung und Anwendung der hochauflösenden Messung der Zellatmung. Als messtechnische Innovation wurde die hochauflösende Respirometrie mit der fluorometrischen Analyse von reaktivem Sauerstoff kombiniert. Dieses optische Verfahren bringt Licht in die Kraftwerke der Zellen, durchleuchtet mit höchster Präzision deren Funktionen und Zustände, die bisher nur isoliert von deren Atmungsfunktion untersucht werden konnten. Aus der Erforschung der Zusammenhänge können neue Einsichten und optimierte Therapieansätze gewonnen werden. Dabei soll die neue Methode der O2k-Fluorometrie einen wesentlichen Beitrag leisten: Als erstes Messgerät weltweit ermöglicht das Fluoreszenzmodul (eine Vorstufe des O2k-Fluorometers) in Kombination mit dem Oxygraph-2k eine Analyse der wichtigsten Zellparameter in einem Experiment unter den gleichen Bedingungen. Bereits während der dreijährigen Laufzeit des MitoCom-Projekts konnte das O2k-Fluoreszenzmodul erfolgreich eingeführt und an über 100 international führende Labors verkauft werden. // www.oroboros.at eco.nova

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Entsteht hier Wert? Wir haben rund 300 kostbare Objekte aus Wirtschaft, Kunst und Religion untersucht und dabei 80 Wertparameter entdeckt, die in unterschiedlichsten Mischungen in all diesen Objekten zu finden waren. Wertvolle Produkte haben eine Biografie, die sich am ehesten mit interessanten Persönlichkeiten wie Ferdinand Porsche oder Frank Sinatra vergleichen lässt. Unternehmen sollten unbedingt darauf achten, die Geschichten zu den Biografien ihrer Produkte selbst herzustellen, sie sind aus meiner Sicht essentieller Teil der Produktion. Diese Aufgabe im Nachhinein an Agenturen auszulagern wird künftig immer weniger von Erfolg gekrönt sein. Denn authentisch kann etwas nur dann sein, wenn die Geschichten, die erzählt werden, tatsächlich aus der Biografie des Produktes heraus entstehen. Da braucht es die „Bauchredner der Werbebranche“ nicht, die sich unter massivem Einsatz von Kreativität Geschichten ausdenken, die mit dem Produkt selbst meist kaum noch etwas zu tun haben.

PRODUKTEN WERT GEBEN Wie können Unternehmen ihre Objekte, Marken oder Produkte wertvoll machen? Und wie gestaltet man echte Innovationen? // Foto: Christian Postl

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ario Pricken ist seit über 17 Jahren in den Creative Industries tätig, berät internationale Konzerne, Designfirmen, namhafte Agenturen und Fernsehstationen im Bereich Kreativstrategien und Innovation … und schreibt Bücher. 2001 erschien „Kribbeln im Kopf“, das seitdem als international anerkanntes Standardwerk gilt. Kürzlich erschien sein neues Werk „Die Aura des Wertvollen“. Wir baten den Autor zum Interview.

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ECO.NOVA: Eine Ihrer Thesen ist, dass begehrte Produkte jene sind, die eine Geschichte erzählen. Wie lassen sich Produkte etwa von Jungunternehmern oder Start-ups ohne Wurzeln in der Vergangenheit mit einer entsprechenden Aura aufladen? MARIO PRICKEN: Entscheidend ist, sich von der ersten Produktidee über die Materialgewinnung, Herstellung, Verpackung und Lagerung bis hin zu Service und Entsorgung immer wieder eine zentrale Frage zu stellen:

Ist es in Zeiten wie diesen, in denen es alles in irgendeiner Form schon zu geben scheint, überhaupt noch möglich, echte Innovationen zu schaffen, die den Kunden überraschen? Wenn ich es überspitzt formulieren darf, würde ich es mit den Worten von John Rishton, dem CEO der Luxusautomarke Rolls Royce, tun: „Unsere Konkurrenz sind nicht andere Automarken, wir konkurrieren lediglich mit Privatjets, Yachten oder teurem Schmuck.“ Er hat erreicht, wovon viele nur träumen können: In seinem Segment ist er konkurrenzlos, kein anderer Autohersteller kann ihm das Wasser reichen. Bis heute galt das Credo „abweichen von der Norm, anders sein, aus der Masse sichtbar herausragen“. Doch meiner Erfahrung nach reicht das für hochwertige Produkte schon lange nicht mehr. Heute heißt es „Rage nicht aus der Masse, sondern sei gar nicht erst Teil von ihr!“. Eine einzelne Innovation genügt oft nicht mehr, um Copycats und andere Trittbrettfahrer abzuhängen. Es muss ein ganzes Paket sein, das ein Produkt herausragen lässt, wozu meiner Meinung nach auch eine unverwechselbare und stark aufgeladene Marke dahinter gehört. Ein Produkt an sich lässt sich optisch und haptisch erfassen, die Aura eines Produktes ist ein Gefühl. Wie lässt sich dieser Wert dennoch rational beschreiben? Mit dem Wert eines Produktes verhält es sich wie mit seiner Schönheit – beide liegen im Auge des Betrachters. So hielt die Gemälde-


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galerie in Berlin das Bild „Der Mann mit dem Goldhelm“ über Jahrzehnte für ein Original von Rembrandt, dessen Wert auf Millionen geschätzt wurde. Tausende Menschen pilgerten jährlich ins Museum, um einen Blick darauf zu erhaschen. Vor Jahren wurde bei Restaurierungsarbeiten entdeckt, dass es maximal von einem Schüler aus dem Umfeld von Rembrandt stammen kann, womit sein Wert augenblicklich in die Bedeutungslosigkeit abrutschte. Heute hängt es verstohlen in einem Nebenraum und kaum noch jemand möchte es fotografieren. Wohin ist der Wert des Bildes verschwunden? Dieses Phänomen bezeichne ich als die vierte Dimension eines Objektes, die Aura. Sie existiert nur in der Vorstellung des Betrachters und wird in das Objekt der Begierde gleichsam hineinprojiziert. Wird ein neues Hightech-Mountainbike zum Ladenhüter, erübrigt sich die Frage nach den investierten Ressourcen, den Materialien, der Arbeitszeit. Man könnte das Ganze auch mit dem Verliebtsein vergleichen: Wir sehen etwas Bestimmtes in einem Menschen, was viele andere beim besten Willen nicht erkennen können. Wenn Sie sich in eine besondere Uhr, ein formschönes Auto oder ein edles Kleidungsstück „verlieben“, dann ist dieses Objekt von einer Aura umgeben, die in Ihnen ein „Will-ich-haben“-Gefühl auslöst. Was macht für Sie ein „wertvolles“ Produkt aus? Produkte werden zu einer Art Wertspeicher, wenn besonders viel Zeit, Liebe, Innovationen und Wissen eingeflossen sind, in jeder einzelnen Phase ihres „Lebens“. Da kann ein Entstehungsmythos eine Rolle spielen, gepaart mit einer besonderen Form von Handarbeit, verblüffender Technik oder auch einer besonderen Form der Lagerung oder der Übergabe an den Kunden. Und natürlich bestimmt auch immer die zur Verfügung stehende Stückzahl, wie wertvoll uns etwas erscheint. Ein schönes Beispiel für ein Gut, das wir überhaupt nicht zu schätzen wissen, weil wir es nicht als wertvoll empfinden: Luft. Luft steht uns täglich in fast unbegrenzter Menge zur Verfügung, kein Mensch würde jemals daran denken, dafür zu bezahlen. Daher ist Luft per Definition das Gegenteil von einem Luxusgut. Erst wenn die Luft knapp werden würde, wäre sie plötzlich unbezahlbar. Daher kann die Hose eines Modelabels, die hunderttausendfach existiert, auch per se kein glaubwürdiger Wertspeicher sein – selbst wenn „Luxus“ draufsteht! Wenn Sie ein Beispiel aus Ihrem Buch wählen müssten: Welche Inszenierung hat Sie am meisten beeindruckt. Der Aston Martin One77, ein Sportwagen, ist ein faszinierendes Produkt, das bereits die Grenzen zur Kunst überschreitet. Über den gesamten Lebenszyklus hinweg wurde konsequent die Frage gestellt: Wie können wir hier Wert erzeugen? Dieses Streben nach absoluter Exzellenz wurde derart auf die Spitze getrieben, dass man sogar an jenen Stellen Materialien erster Güte verarbeitete, die kein Mensch jemals zu Gesicht bekommen wird. Als der letzte Wagen die Fabrik verließ, hatte fast jedes der 77 Autos einen Käufer gefunden. Gibt es Beispiele aus Tirol, die für Sie in die „Aura des Wertvollen“ fallen? Da komme ich wohl nicht um Swarovski herum: eine internationale Marke mit Produkten, die enorm mit Wert aufgeladen wurden. Die Formel für die Herstellung des Glases ist immer noch geschützt, habe ich gehört. Die Produkte dienen zur Veredelung vieler Modeprodukte, man kooperiert mit den ganz Großen der Modewelt und ist gleichzeitig auf den „roten Teppichen“ dieser Welt präsent. Beim Design hat Swarovski in den letzten Jahren enorm zugelegt. Das schafft Begehren bei Sammlern in der ganzen Welt, einfach großartig.

DIE MACHT DER MARKE Für Klein- und Mittelunternehmen spielt die „Macht der Marke“ im Bewusstsein oft eine sehr unterschätzte Rolle. Viele Unternehmen sind sich nicht bewusst, welches Potenzial ihre Produkte und Leistungen durch Markenschutz entwickeln könnten. Der Innsbrucker Rechtsanwalt Dr. Stefan Warbek befasst sich seit Jahren mit dem Thema Schutzrechte, insbesondere mit Urheberrecht, Patenten und Marken. Das Interview. ECO.NOVA: Was ist durch die Marke geschützt? STEFAN WARBEK: Beim Markenschutz geht es im Gegensatz zum Patent nicht um den Schutz einer Erfindung, sondern darum, ein Zeichen untrennbar mit der Ware oder der Dienstleistung eines Unternehmens zu verknüpfen. Dieses kann ein Wort, aber auch ein Bild sein. Sogar Produkt- und Verpackungsformen sind teilweise markenrechtlich schützbar. Man denke nur an die Maggi-Flasche – durch den Schutz ihrer Form als Marke wurde sie einzigartig. Im Unterschied zu Patenten können Marken auch dauerhaft geschützt werden. Allerdings bezieht sich der Markenschutz immer nur auf die Erscheinungsform, Inhalte können mit Markenrechten nicht geschützt werden und auch keine Geschäftsidee. Wie wirkt sich der Markenschutz konkret aus? Unternehmen schützen sich mit einer Marke davor, dass ihre Leistungen mit jenen anderer Unternehmen verwechselt werden, gleichzeitig können sie sich durch die Marke eine Monopolstellung gegenüber Mitbewerbern verschaffen. Der Konsument erkennt die Produkte an der Marke. Weiters trägt eine Marke zur Steigerung der Bekanntheit der von ihr geschützten Produkte bei und nicht zuletzt kann sie eines Tages einen erheblichen Teil des Unternehmenswerts ausmachen. Was macht eine erfolgreiche Marke aus? Vor der Markenanmeldung muss im Unternehmen genau festgelegt werden, wozu die Marke verwendet werden soll, welche Produkte also unter der Marke vertrieben werden sollen. Außerdem müssen die Ziele erarbeitet werden, die mit der Marke erreicht werden sollen. Das kann die Steigerung des Bekanntheitsgrades genauso sein wie die Unterscheidbarkeit von Produkten des Mitbewerbers. Es kommt auch vor, dass „Defensivmarken“ angemeldet werden, also Marken, die registriert werden, um die Registrierung und Markenverwendung durch andere zu verhindern. Grundsätzlich sollte eine Marke aber aktiv verwendet, weiterentwickelt und für Partner und Kunden erlebbar sein. Hat man eine Marke kreiert, was ist zu beachten? Es empfiehlt sich, vor der Wahl eines Markenzeichens zu recherchieren, ob dieses nicht schon von der Konkurrenz verwendet wird. Selbstrecherchen sind empfehlenswert. Zusätzlich sollte eine spezialisierte Anwaltskanzlei eine Markenrecherche durchführen; dies kann ohne weiteres auch im Rahmen der Markenanmeldung erfolgen.

// dieauradeswertvollen.com eco.nova

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INNOVATION VOR DEN VORHANG Der Innovationspreis der Wirtschaftskammer wird einmal jährlich ausgeschrieben. Die Abteilung Innovation & Technologie der Wirtschaftskammer Tirol befasst sich das ganze Jahr mit allen Fragen rund um Innovation für Betriebe aller Größen und aus allen Bereichen. // Text: Barbara Wildauer, Foto: Die Fotografen

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nnovation steckt in jedem Unternehmen. Ziel des Innovationspreises ist es, Unternehmen vor den Vorhang zu bitten, die Innovation strategisch und gezielt angehen. Dipl.-Ing. Gernot Bock: „Das ist auch gleich die erste Voraussetzung für Innovation: Das Bewusstsein, dass Innovationsprozesse nicht zufällig passieren, sondern geplant und strategisch angepeilt werden müssen. Hier versucht die Wirtschaftskammer mit verschiedenen Maßnahmen, dieses Bewusstsein aktiv zu schärfen und zu aktivieren. Ein Teil dabei ist der Innovationspreis – die Gewinner und auch die Nominierten zum Innovationspreis sind Botschafter und Beispiele für Innovation in Tiroler Unternehmen und Forschungseinrichtungen.“ Der nächste Schritt auf dem Weg zu Innovation ist für die Unternehmen oft ein ungewohnter. Bock: „Damit Innovation entstehen kann, braucht es Freiräume und Ressourcen, an neuen Entwicklungen zu tüfteln und sie marktreif zu machen. Eine Idee ist noch lange keine Innovation – erst wenn das Produkt seinen Weg zum Kunden gefunden hat und auch wirtschaftlich erfolgreich ist, sprechen wir von Innovation.“

Dipl.-Ing. Gernot Bock, Leiter der Abteilung Innovation & Technologie der Wirtschaftskammer Tirol

Weglassen. Es wird genau überlegt, worauf im Unternehmen verzichtet, was ausgelagert werden kann und wie Zeit für Entwicklungen zu gewinnen ist. Die Möglichkeiten dazu sind in jedem Unternehmen vielfältig. Innovation ist dabei ein sehr zielgerichteter Pro-

„DIE GEWINNER UND AUCH DIE NOMINIERTEN ZUM INNOVATIONSPREIS SIND BOTSCHAFTER UND BEISPIELE FÜR INNOVATION IN TIROLER UNTERNEHMEN UND FORSCHUNGSEINRICHTUNGEN.“ Gernot Bock

Freiräume zu schaffen für kreative Entwicklungen ist dabei eine große Herausforderung für Unternehmen. Die Arbeitslast nimmt stetig zu, auch Produktionsbetriebe müssen heute ein Vielfaches an Dienstleistung für immer individueller werdende Kundenanforderungen erbringen. Das kostet Zeit und braucht dienstleistungsorientierte Mitarbeiter, die dann noch Zeit finden sollen, Neues zu entwickeln. Bock: „Innovationsorientierte Unternehmen finden die Lösung dazu oft im

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zess, in dem neue Marktideen konsequent verfolgt und entwickelt werden. Chaos und Zufälligkeit sind weniger die Eltern von Innovation.“

WEG ZUR INNOVATION

Die Abteilung Innovation & Technologie der Wirtschaftskammer Tirol ist Anlaufstelle für alle Unternehmen. „Es gibt beim Thema Innovation Fragen, die für alle Branchen gleich sind. Das reicht von rechtlichen Fra-

gen, Schutzrechten, Förderungen, CE-Kennzeichnung bis zu vertraglichen Aspekten. Generell bieten wir uns als erste Anlaufstelle für alle Fragen zu Innovation an, die dann auch weitervermittelt. Bei den Förderungen haben die Wirtschaftskammer und das Land Tirol ein Programm initiiert, das mittlerweile von den anderen Bundesländern als Vorbild genommen wird. Insgesamt präsentiert sich die Förderlandschaft aber gerade im Bereich Innovation nach wie vor auf Bundes- und auch EU-Ebene als sehr dichter Dschungel, in dem wir sozusagen als Scouts versuchen, mit den Unternehmen den jeweils richtigen Pfad zu finden. Es gibt viele Förderungen, die Schwierigkeit ist, die richtige Schiene zu finden“, so Bock.

WIRTSCHAFTSKAMMER TIROL

Abteilung Innovation & Technologie Meinhardstraße 14, 6020 Innsbruck Tel.: 05 90 905-1372 innovation@wk-tirol.at http://wko.at/tirol/innovation


promotion

gründung. Hier tritt das innet.investorenneztwerk tirol auf den Plan. Innerhalb des Netzwerks werden interessierte Investoren mit den Start-ups zusammengebracht. Wir unterstützen dabei sowohl die Unternehmen bei der Vorbereitung inklusive der Ausarbeitung notwendiger Unterlagen als auch die Investoren bei allen Fragen. Zusätzlich initiieren wir aktive Vernetzung und machen Eigenkapitalfinanzierung am Standort zum Thema.“ Das innet. investorennetzwerk tirol zielt auf Unternehmen, die eine innovative Idee mit großem Marktpotenzial umsetzen möchten beziehungsweise Wachstum anstreben. Die Finanzierungen bzw. Möglichkeiten für Investitionen liegen in der Regel zwischen 25.000 und 500.000 Euro. Auf Investorenseite richtet sich das innet. an Privatpersonen, die sich an innovativen Unternehmen durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln beteiligen wollen oder die neben der finanziellen Beteiligung dem Unternehmen Unterstützung in Form von Management-Knowhow bieten können. Gesucht sind auch institutionelle Investoren wie Venture-Capital- oder Beteiligungsgesellschaften sowie strategische Investoren. Nähere Informationen und Programm finden Sie auf www.innet-tirol.com

GELD UND IDEE – ZUSAMMENBRINGEN, WAS ZUSAMMENGEHÖRT Das innet. investorennetzwerk tirol ist eine Initiative des Landes Tirol und hat das Ziel, Start-ups mit Innovationen und Investoren mit Kapital gepaart mit unternehmerischer Erfahrung auf fachkundige Weise zusammenzubringen. // Text: Barbara Wildauer, Foto: CAST/birgitkoell.at

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is ein Produkt oder eine Leistung Marktreife erlangt, sind viele Schritte und vor allem Geld nötig. Das innet. investorenneztwerk tirol ist ein Andockpunkt für alle Unternehmen am Standort, die auf der Suche nach kapitalträchtigen Investoren sind. Das können institutionelle oder strategische Investoren oder Privatpersonen mit Kapital und Knowhow, sogenannte Business Angels, sein. Das Investorennetzwerk bietet hier einen begleiteten Prozess, bei dem sowohl Unternehmen

Dr. Florian Becke, CAST Gründungszentrum GmbH und innet.

als auch Investoren sehr intensiv und umfassend beraten und vorbereitet werden.

INNOVATION KOSTET GELD

Dr. Florian Becke, Geschäftsführer des innet. investorennetzwerk tirol, weiß: „Zentrale Herausforderung für junge und innovative Unternehmen ist die Finanzierung. Als junges Unternehmen mit einem Produkt, das am Markt noch keine Erfahrungen oder Erfolge vorzuweisen hat, erhält man in der Regel von Banken keinen Kredit zur Unternehmens-

SAVE THE DATE

4. Tiroler Eigenkapitalforum: Einblick, Ausblick und Vernetzung Donnerstag, 2. Dezember 2014, ab 16 Uhr Landhaus 1, Großer Saal, EduardWallnöfer-Platz 3, 6020 Innsbruck

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GESCHMACKS- UND GEBRAUCHSMUSTER – ZWEI UNGLEICHE BRÜDER? In der Praxis kommt es zwischen Geschmacksmustern und Gebrauchsmustern, wohl wegen des gleichen Wortbestandteils „Muster“, häufig zu Verwechslungen. Es ist daher sinnvoll, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser sehr wichtigen Schutzrechte aufzuzeigen. // Text: Paul Torggler

GEMEINSAMKEITEN

Sowohl beim Geschmacksmuster als auch beim Gebrauchsmuster handelt es sich um gewerbliche Schutzrechte, die dem Anmelder und späteren Schutzrechtsinhaber für neue Erfindungen oder Schöpfungen ein territorial begrenztes Monopol auf Zeit gewähren. Beide Schutzrechtstypen werden typischerweise von den Patentämtern nicht oder nur beschränkt geprüft. Sie sind wesentlich leichter zu erlangen als das vollständig geprüfte Patent und damit im Allgemeinen auch kostengünstiger. Die Gemeinsamkeit im Wortbestandteil „Muster“ ist nur eine formelle, sie führt in der Praxis häufig zu Verwechslungen. Außerdem werden beide Schutzrechte häufig „zu nieder“ eingeschätzt. Als Patentanwalt hört man häufig „Für ein Patent wird’s wohl nicht reichen, deshalb möchte ich gerne ein Muster anmelden“. Dabei wird nicht spezifiziert, ob damit ein Geschmacksmuster oder ein Gebrauchsmuster gemeint ist. Diese Unterscheidung ist aber von wesentlicher Bedeutung, denn die beiden Schutzrechte schützen ganz verschiedene Dinge.

GESCHMACKSMUSTER

Mit Einführung des europäischen Gemeinschaftsgeschmacksmusters (kurz: EU-Muster) haben zumindest in Europa die nationalen Musterrechte stark an Bedeutung verloren. So kann man mit einem einzigen Muster einen Schutz in der ganzen EU erzielen. Geschützt ist alles, was im Wesentlichen so ähnlich aussieht wie im registrierten Muster. Der Schutzumfang eines Geschmacksmusters ist aber eine dynamische Größe: Diese hängt stark vom vorbekannten Formenschatz und von der Gestaltungsfreiheit des Schöpfers ab. Ein typisches Geschmacksmuster weist folgende Abbildung auf:

WESENTLICHE UNTERSCHIEDE

Das Geschmacksmuster schützt das Aussehen von Erzeugnissen (unabhängig von der Technik). Das Gebrauchsmuster hingegen schützt – ähnlich wie das Patent – die Technik (unabhängig vom Aussehen). Hat ein technisch neues Produkt auch ein neues Aussehen, kann ein und dasselbe Produkt natürlich auch Gegenstand eines Geschmacksmusters und eines Gebrauchsmusters sein.

GEBRAUCHSMUSTER VERSUS PATENT

Das Gebrauchsmuster hat hohe Verwandtschaft mit dem Patent. Es wird allerdings typischerweise vom jeweiligen Patentamt nicht auf Neuheit geprüft oder nur ein (unverbindlicher) Recherchenbericht zum Stand der

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WAS IST GESCHÜTZT?

Dass ein Fahrrad geschützt ist, welches genauso aussieht wie am Bild – inklusive der Details: Beschriftung, Lampen, Scheibenbremsen, zweifarbiger Rahmen etc. –, steht außer Zweifel. Der Schutzumfang geht aber noch weiter: Wenn man davon ausgeht, dass „normale“ Fahrräder (= vorbekannter Formenschatz) nur gerade Rahmenrohre haben, ist hier geschützt, dass das obere Hauptrohr gekrümmt ist und sich in einem Bogen zum Hinterrad fortsetzt, wobei auch das andere (weiße) zum Hinterrad führende Rohr ähnlich gekrümmt ist. Auf die oben angeführten Details kommt es nicht an. Auch ein Fahrrad ohne Lampen und Scheibenbremsen würde bei gleich oder ähnlich gekrümmter Rahmengestaltung geschützt sein, weil es immer noch denselben Gesamteindruck erweckt.


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NICHTPRÜFUNG BIRGT GEFAHREN

GEBRAUCHSMUSTER

Im Gegensatz dazu schützt das Gebrauchsmuster technische Aspekte einer Erfindung. Die Figur 1 samt Anspruch 1 eines typischen Gebrauchsmusters sieht wie folgt aus:

Anspruch 1: Fahrrad mit einem von einer aufladbaren Batterie versorgten Antriebsmotor, insbesondere Nabenmotor für ein Rad; dadurch gekennzeichnet, dass eine Batterie entsprechender Größe in einer die Form einer angepassten, am Fahrrad auswechselbar befestigten Trinkflasche aufweisenden, vorzugsweise sogar von einer handelsüblichen Trinkflasche selbst gebildeten Aufnahme untergebracht und über an der Trinkflasche vorgesehene Steckanschlüsse mit dem Leitungsanschluss des Nabenmotors bzw. einem Batterieladegerät verbindbar ist.

WAS IST GESCHÜTZT?

Der Schutzumfang ergibt sich aus dem Wortlaut des Anspruchs 1, in welchem die Erfindung in einem Satz zu definieren ist. Die Figuren und die Beschreibung haben nur sekundäre Bedeutung. Unter Schutz gestellt werden soll hier im Wesentlichen die im Wortlaut des Anspruchs 1 aufgezeigte Idee, die (aufladbare) Batterie so auszubilden, dass sie in übliche Trinkflaschenaufnahmen passt. Damit ist sie leicht unterzubringen. Es kommt nicht darauf an, dass das Fahrrad so aussieht wie in der Figur 1. Das Aussehen ist völlig egal, ebenso wie die Details der Batterie und des Motors.

Technik erstellt. Die Laufzeit beträgt meistens nur 10 Jahre, im Gegensatz zu den 20 Jahren beim Patent. Ein Vorteil des Gebrauchsmusters gegenüber dem Patent besteht darin, dass die für den Schutz nötige Neuheit auch dann noch gegeben ist, wenn der Anmelder selbst binnen 6 Monaten vor der Anmeldung die Erfindung veröffentlicht hat (6 Monate Neuheitsschonfrist). Diese Neuheitsschonfrist gibt es allerdings nicht in allen Ländern, aber zumindest in Deutschland und in Österreich. Überhaupt gibt es nicht in allen Staaten ein Gebrauchsmuster, beispielsweise haben die Schweiz und die USA kein Gebrauchsmuster. Auch ein EU-Gebrauchsmuster gibt es nicht. Ein landläufiger Irrtum bezüglich des Ge-

brauchsmusters besteht in der Meinung, ein Gebrauchsmuster bedürfe nur einer „kleineren“ Erfindung, damit es rechtsbeständig ist, während das Patent für große Erfindungen gedacht ist. Das ist aber so nicht richtig. Sowohl in Deutschland wie in Österreich haben oberstgerichtliche Entscheidungen festgestellt, dass die Anforderungen an die „erfinderische Tätigkeit“ für Patent und Gebrauchsmuster gleich sind. Das ist auch durchaus gerecht, sind doch auch die Wirkungen des Gebrauchsmusters im Wesentlichen gleich wie beim Patent. Man darf also aus der Tatsache, dass das Gebrauchsmuster nicht oder nicht so vollständig geprüft wird wie das Patent, nicht schließen, dass es damit auch materiellrechtlich anders zu bewerten ist.

Die „Nichtprüfung“ birgt die Gefahr, dass sich der Anmelder über ein registriertes Gebrauchsmuster freut, um dann erst im Klagsfall – wenn er also einen Verletzer damit verfolgt und der das Gebrauchsmuster in seiner Rechtsbeständigkeit angreift – feststellen zu müssen, dass das Gebrauchsmuster gar nicht hält. Man muss also den Wert des eigenen Gebrauchsmusters anhand des tatsächlich bekannten Standes der Technik realistisch einschätzen oder am besten von einem (Patent-)Anwalt einschätzen lassen. Das gilt für den Anmelder selbst und für den Gegner. Diese Gefahr der Fehleinschätzung der Rechtsbeständigkeit hat das Gebrauchsmuster übrigens mit dem Geschmacksmuster gemeinsam, denn auch die Geschmacksmuster werden (meist) vom (Patent-)Amt nicht auf Neuheit gegenüber dem vorbekannten Formenschutz geprüft. 

FAZIT

Gebrauchsmuster und Geschmacksmuster sind keine Brüder: Sie haben zwar ein paar formelle Gemeinsamkeiten, sind aber tatsächlich kaum miteinander verwandt. Das Geschmacksmuster schützt das Aussehen. Das Gebrauchsmuster hingegen ist die (kleine) Schwester des Patents, etwas unscheinbar und nicht leicht einzuschätzen. Bei richtiger Beurteilung durch den (Patent-)Anwalt ist das Gebrauchsmuster aber eine wichtige Alternative oder auch Ergänzung zum Patent.

DR. PAUL TORGGLER

Patentanwälte Torggler & Hofinger Wilhelm-Greil-Straße 16 6020 Innsbruck Tel.: 0512/583402 patent@tirol.com www.patentattorney.at

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INNOVATIVE UND KREATIVE MITARBEITER Was immer auch Unternehmen besitzen mögen: Innovationsgeist und Kreativität werden sie nie haben können. Letztlich sind es immer einzelne Menschen, die mit ihrer Fantasie ihr Unternehmen und die Welt bereichern. Der weitaus größte Beitrag an innovativen und kreativen Leistungen lässt sich auf Mitarbeiter von Unternehmen zurückführen. // Text: Stefan Warbek

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enschen erfinden, sie designen Produkte, schreiben Artikel, fotografieren und filmen, kreieren Werbeslogans, programmieren Software und Websites, entwickeln Geschäftskonzepte und setzen Produktideen um. Dementsprechend wichtig sind Regelungen, die sowohl die Interessen der Unternehmen als auch jene ihrer Mitarbeiter an deren geistigen Leistungen angemessen berücksichtigen. Die Ausgangspositionen sind ja grundsätzlich konträr: Auf der einen Seite beansprucht ein Arbeitgeber naturgemäß die Arbeitsergebnisse seines Arbeitnehmers für sich. Auf der anderen Seite baut das Recht am geistigen Eigentum auf dem Grundsatz auf, dass die Rechte an besonderen geistigen schöpferischen Leistungen demjenigen zukommen sollen, der sie geschaffen hat. Wie löst die Rechtsordnung dieses Spannungsverhältnis? Unterschiedlich: Nur für innovative Technologien (Erfindungen) gibt es detailliertere gesetzliche Regelungen. In allen Fällen jedoch empfiehlt es sich, klare Vereinbarungen zu treffen. Das Diensterfindungsrecht sieht vor, dass Erfindungen grundsätzlich dem Arbeitnehmer zustehen, der sie gemacht hat! Der Arbeitgeber kann jedoch bereits im Vorfeld etwa im Rahmen des Dienstvertrages schriftlich mit dem Arbeitnehmer vereinbaren, dass künftige Erfindungen ihm gehören sollen. In manchen Kollektivverträgen gibt es genauere Regelungen dazu.

ERFINDUNG IM DIENST

Doch selbst wenn ein solches „Erfindungsaufgriffsrecht“ vereinbart ist, bedeutet dies nicht, dass ein Unternehmer alle Erfindungen seiner Arbeitnehmer für sich vereinnahmen darf. Aufgreifen darf er nämlich nur „Diensterfindungen“: Wichtigste Voraussetzung einer Diensterfindung ist, dass sie während des aufrechten Dienstverhältnisses gemacht wurde. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Dienstnehmer zum Erfindungszeitpunkt tatsächlich

im Betrieb oder etwa auf Urlaub war. Eine Diensterfindung muss zudem in das Arbeitsgebiet des Arbeitgebers fallen und der Arbeitgeber muss in gesetzlich vorgesehener Weise einen Beitrag zur Erfindung geleistet haben. Eine Diensterfindung muss der Arbeitnehmer dem Dienstgeber melden und sie so ausführlich und detailliert beschreiben, dass sich dieser über den „technischen Clou“ ein Bild machen kann. Nimmt der Arbeitgeber die Diensterfindung für sich in Anspruch, so hat er dem Erfinder ein besonderes Entgelt – die sogenannte Diensterfindungsvergütung – zu bezahlen. Gelangen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu keiner Einigung, so ist die – übrigens steuerlich begünstigte – Diensterfindungsvergütung gerichtlich festzusetzen. Das Gesetz hingegen enthält – außer vereinzelte Grundregeln – keine konkrete Regelung für Kreativleistungen, die im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses geschaffen wurden. Der Arbeitgeber sollte sich daher vertraglich absichern und entsprechende Nutzungsrechte erwerben. So kann man zwar in der Regel von einer stillschweigenden Rechteinräumung ausgehen und einen Arbeitsvertrag grundsätzlich so auslegen, dass mit Abschluss des Arbeitsvertrags der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber ein Nutzungsrecht an den in Erfüllung seiner Arbeitspflicht geschaffenen Leistungen einräumt. Was aber, wenn zum Beispiel die „Arbeitspflicht“ des Arbeitsnehmers unklar ist? Kommen für eine kreative Leistung gleich mehrere geistige Eigentumsrechte in Betracht, wird die Rechtslage entsprechend komplexer. Ein teures und unsicheres Gerichtsverfahren sollte man nicht riskieren, wenn eine überlegte Vereinbarung bereits im Vorfeld Klarheit schaffen kann.

pflicht des Arbeitnehmers möglichst klar festzulegen. In der Praxis kommen oft stillschweigende Veränderungen der Arbeitspflicht vor: Nämlich dann, wenn dem Arbeitnehmer „schleichend“ andere als ursprünglich vereinbarte Tätigkeiten zugewiesen und diese dann von ihm auch widerspruchslos verrichtet werden. Kommen dann schutzrechtsfähige Arbeitsergebnisse zustande, die sich nicht aus der (ursprünglichen) Arbeitspflicht des Arbeitnehmers ergeben, herrscht unerwünschte Unklarheit. So vielfältig die Ideen der Innovativen und Kreativen sind, so vielschichtig sind auch die diesbezüglichen rechtlichen Implikationen. Zudem gibt es zahlreiche branchenbezogene Sonderregelungen (wie etwa für die Branchen Film und Foto, Software oder Industrial Design). Komplexe Differenzierungen finden sich etwa auch bezüglich Gebrauchszwang (z. B. wenn das Design vom Arbeitgeber gar nicht genutzt wird), Persönlichkeitsrechte (z. B. Recht auf Nennung als Designer, Veränderungen bzw. Übersetzungen) oder separater Vergütungsansprüche (z. B. Vergütung zusätzlich zu Gehalt). Es zeigt sich, dass das weit verbreitete Vorurteil, wonach sämtliche Arbeitsergebnisse immer dem Arbeitgeber gehören, in seiner Verallgemeinerung nicht richtig ist. Als Ergebnis bleibt: Unternehmen, die kreativ und innovativ tätig sind, sollten bereits bei Einstellung ihrer Arbeitnehmer unbedingt regeln, wer in welcher Weise von deren erfinderischen Geistesblitzen profitiert!

IN DER PRAXIS

Für innovative und kreative Branchen ist es in der Praxis besonders wichtig, die Arbeits-

5 FRAGEN ZUR VERTRAGSERRICHTUNG 1. Welche Aufgaben hat der Arbeitnehmer? 2. Wem sollen künftige Innovativ- und Kreativleistungen, die im Rahmen des Arbeitsverhältnisses entstehen, gehören? 3. Soll der Arbeitnehmer Rechte an seinen Leistungen zurückverlangen können, wenn diese vom Arbeitgeber nicht oder nur unzureichend genutzt werden? 4. Soll der Arbeitnehmer für (bestimmte) Leistungen ein gesondertes Entgelt bekommen? 5. Soll der Arbeitgeber auch das Recht erhalten, Veränderungen bzw. Übersetzungen vorzunehmen?

DR. STEFAN WARBEK

ist spezialisierter Rechtsanwalt und hat 1999 die Wirtschaftsrechtskanzlei Warbek in Innsbruck gegründet.

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Hightech-Materialien eco.innovativ vollgepackt mit Know-how: Daran t端fteln Unternehmen und F&E-Einrichtungen in Tirol, Vorarlberg und Norditalien.

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CLEVERE STOFFE In Tirol und Vorarlberg werden innovative Textilien und Materialien für Sport, Gesundheit und Freizeit entwickelt. Auch norditalienische Unternehmen sind mit an Bord. // Foto: polychromeLab GmbH

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chlicht „Textiles“ nennt sich das Verbundforschungsprojekt unter der Leitung des Technologiezentrums für Ski- und Alpinsport der Universität Innsbruck, in dem insgesamt 21 Unternehmen und Verbände und vier Forschungseinrichtungen aus Nordtirol und Norditalien sowie aus Vorarlberg an Sporttextilien tüfteln. Textilien für sportliche Aktivitäten, die das Verletzungsrisiko im Sport minimieren, Leistungssteigerungen ermöglichen und sowohl im Leistungs- als auch im Breitensport zum Einsatz kommen werden. Dabei arbeiten die Firmenpartner von „Textiles“ von der Faser bis zur Konfektion zusammen, die Erkenntnisse ihrer Kooperation mit den wissenschaftlichen Partnern fließen direkt in die Produktgestaltung, ins Marketing und in die betriebsinterne Forschung und Entwicklung ein. Dadurch haben gerade die Kleinstund Kleinunternehmer im Verbund gute Voraussetzungen, Fragestellungen zu lösen und Produktevaluierungen gut organisiert und mit optimaler wissenschaftlicher Begleitung durchzuführen.

FORSCHUNGSGETRIEBENE PRODUKTENTWICKLUNG

Während man am Institut für Textilchemie und -physik der Universität Innsbruck in Dornbirn mit ausgewählten Wirtschaftspartnern neue Möglichkeiten zur Hydrophobierung von Outdoorbekleidung entwickelt, konzentriert man sich in Innsbruck mit weiteren Unternehmen auf alle Aspekte der Biomechanik und den Bereich der Thermoregulation für den ganzen Körper. „Ein neues Feld wird auch die Kohle- und Glasfasertechnologie für den Sportbereich, genauer für die Ski- und für die Schuhproduktion, sein. Hier bauen wir auf die technische Stickerei in Vorarlberg auf, die für die Autoindustrie z. B. Motorhauben aus Carbon produziert. Zusätzlich denken wir unter dem Titel ‚Alpine Proof‘ an eine Art Gütesiegel für Textilien, die in den Tiroler Alpen auf Herz und Nieren

geprüft worden sind. Zum Beispiel könnte ein Zelt, das vom starken Wind etwa im Himalaya nicht weggeweht wird, weil wir es bei über 200 km/h im alpinen Gelände unter realen Bedingungen getestet haben, ein solches Gütesiegel tragen und damit außergewöhnlich hohe Qualität versprechen und einhalten“, erzählt Werner Nachbauer vom Technologiezentrum Ski- und Alpinsport. „Es gibt eine große Menge an Gütesiegeln für Bekleidung, aber wir haben festgestellt, dass sie für den Outdoorbereich nicht relevant sind“, bestätigt sein Kollege Michael Hasler. „Wir wollen ein Siegel entwickeln, bei dem der Kunde und auch der Hersteller einen konkreten Nutzen ableiten können.“ Wirtschaftspartner im Teilprojekt „Alpine Proof“ ist etwa das Tiroler Start-up-Unternehmen polychromeLAB. Dessen Funktionsjacke „alta rossa“ wurde vor ihrer Markteinführung bereits einem ähnlichen Realtest im Hochgebirge unterzogen: polychromeLAB-Gründer Michele Stinco testet seine Produkte seit einem Jahr an einer Freibewitterungsstation auf 2.610 Meter Höhe am Glungezer, dem Nachbargipfel des Innsbrucker Patscherkofels. „In Zusammenarbeit mit den Instituten für Sportwissenschaft sowie Textilchemie und Textilphysik können wir die Auswertung der Freibewitterung der polychromeLAB-Produkte auf valide Beine stellen und so unsere eigene Marktposition verbessern. Im speziellen Projekt wollen wir aber auch anderen Herstellern von Sportbekleidung oder -equipment für den alpinen Raum die Testung, Erprobung und Einstufung ihrer Materialien und Produkte unter Einwirkung von Sonne, Hitze, Regen, Kälte und Wind im Freilabor und durch Experten ermöglichen“, erklärt Stinco.

SPITZENKLASSE STATT MITTELMASS

Auch die Hydrophobierung von Textilien wird untersucht: Sie sollen wasserabstoßend sein, ohne die Nachteile herkömmlicher Ma-

terialien, die wegen ihrer perforierten Kohlenwasserstoffe im Generalverdacht stehen, gesundheits- und umweltgefährdend zu sein. 20 Forscher tüfteln in Dornbirn gemeinsam mit Herstellern von Outdoorbekleidung an Alternativen. Auch TEXmarket aus Bozen ist Teil von „Textiles“. „Unsere Kunden verlangen nach Spitzenprodukten, nicht nach Mittelmaß. Ohne Forschung, Entwicklung und Innovation könnten wir am Markt gar nicht bestehen“, erklärt TEXmarket-Chef Christoph Widmann, warum er im Projekt mitmacht. Messungen an Stoffen und Produkten, um deren Aerodynamik, Luftdurchlässigkeit, Feuchtigkeitstransport und Reibung immer weiter zu optimieren, stehen im Mittelpunkt seiner Projektmitarbeit. TEXmarket hat sich auf die Produktion von individuell gefertigter Rad- und Laufsportbekleidung spezialisiert. Um allen Kundenanfragen nachkommen zu können, werden 100 Prozent individuelle Designs kreiert. „Wir bieten Produkte sowohl für den Breiten- wie den Spitzensport an. Auch hier hilft das Projekt Textiles, herauszufinden, wie wir die jeweiligen besonderen Ansprüche noch besser bedienen können“, so Widmann.

FINANZIERUNG

Insgesamt stecken 2,3 Mio. Euro in „Textiles“: Sowohl die Länder Tirol und Vorarlberg als auch die beteiligten Unternehmen stellen je 1,1 Mio. Euro bereit, weitere 115.000 Euro kommen von den Wissenschaftspartnern. „Das Projekt ‚Textiles‘ stellt die Kraft von Kooperationen mehr als eindrucksvoll unter Beweis. Umso mehr freue ich mich, dass die Standortagentur das Projekt von mehreren Seiten unterstützen kann. Ging es zunächst darum, die passenden Partner zu vernetzen und Betriebe wie die im letzten Jahr angesiedelte Habcore GmbH in das Vorhaben zu integrieren, werden wir uns künftig um die Abwicklung des Förderprojektes kümmern“, freut sich Harald Gohm, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. eco.nova

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POSITIVE ENTWICKLUNG Zum Start des 14. akademischen Jahres der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT präsentierten das Rektorenteam der Tiroler Universität, Rektorin Univ.-Prof. Dr. Christa Them und Vizerektor Philipp Unterholzner, M.Sc., sowie Wissenschaftslandesrat Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Tilg positive Zahlen und Fakten.

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m Oktober werden insgesamt 1.531 Studierende das Studienjahr 2014/15 an der UMIT in Angriff nehmen. Davon haben 422 Personen ein Studium neu aufgenommen. 59 Prozent aller Studierenden sind in den Bachelor-, 22 Prozent in den Master-, neun Prozent in den Doktoratsprogrammen und zehn Prozent in den Diplom­ ausbildungen und Universitätslehrgängen inskribiert. Der Anteil an ausländischen Stu-

dierenden beträgt 24 Prozent, 60 Prozent der Studierenden sind Frauen. „Die Buchungslage bei den Studierenden zeigt auch heuer wieder klar, dass wir bei uns an der UMIT Ausbildungen anbieten, die von den Studierenden als zukunftsträchtig angesehen werden. Für uns ist das ein klarer Vertrauensbeweis der Studierenden hinsichtlich der Qualität der Lehre, an deren Verbesserung wir laufend arbeiten“, sagte dazu Rektorin Dr. Christa Them.

DIE TIROLER HEALTH & LIFE SCIENCES UNIVERSITÄT UMIT ENTWICKELT SICH WEITER POSITIV. IM OKTOBER NEHMEN 1.531 STUDIERENDE DAS NEUE STUDIENJAHR IN ANGRIFF – 60 PROZENT DER STUDIERENDEN SIND FRAUEN. DERZEIT LAUFEN AN DER UMIT 104 FORSCHUNGSPROJEKTE MIT EINEM GESAMTVOLUMEN VON 6,5 MILLIONEN EURO. Christa Them hat das Amt der Rektorin kürzlich an Sabine Schindler übergeben

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104 FORSCHUNGSPROJEKTE

Auch im Bereich der Forschung kann die UMIT auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Insgesamt laufen an der UMIT derzeit 104 Forschungsprojekte mit einem Gesamtprojektvolumen von 6,5 Millionen Euro. Im Studienjahr 2013/14 konnten insgesamt 29 Projekte mit einem Volumen von 1,9 Millionen Euro neu eingeworben werden. Damit hat sich das Forschungsvolumen aus Drittmittelprojekten im vergangenen Jahr um immerhin eine halbe Million Euro erhöht. Im Rahmen ihres letzten öffentlichen Auftrittes als UMIT-Rektorin bedankte sich Them bei den Mitarbeitern für ihr Engagement und für ihren Einsatz. „Es war eine spannende Herausforderung, fast fünf Jahre lang an der Spitze der Universität zu stehen. Wir haben in den vergangenen Jahren Höhen und Tiefen durchwandert. Gemeinsam ist es uns aber gelungen, die Universität weiterzuentwickeln und sie national wie international in Forschung und Lehre sichtbar zu machen“, schloss Them.

UMIT SEHR KOMPETITIV AUFGESTELLT

Der Tiroler Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg betont, die UMIT sei als Landesuniversität „mit einem Eigenmittelanteil von 60 Prozent kompetitiv sehr gut aufgestellt“. Und weiter: „Die UMIT macht sehr gute Lehre und Wissenschaft, die zum einen in Bereichen wie etwa Public Health international stark sichtbar ist und zum anderen in bestimmten Themenbereichen, wie etwa im Aufbau der Pflegewissenschaft, eine führende Rolle in Österreich einnimmt.“

UMIT-Vizerektor Philipp Unterholzner

ZEHN JAHRE UNIVERSITÄTSSTADT HALL Vor nunmehr genau zehn Jahren im Oktober 2004 hat die UMIT den modernen Universitätscampus in Hall in Tirol bezogen. Das heißt, seit zehn Jahren ist die Stadt Hall Universitätsstadt. Für den Vizerektor der UMIT, Philipp Unterholzner, war der Umzug der Universität an den Campus in Hall ein „Meilenstein in der Geschichte der Universität. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch unsere Studierenden finden hier optimale Rahmenbedingungen für ihre Arbeit vor.“ Unterholzner untermauerte die positive Entwicklung, die die UMIT in Hall genommen hat, mit ein paar Zahlen. „Wir konnten den Mitarbeiterstand in den vergangenen Jahren von 70 auf 170 Mitarbeiter weit mehr als verdoppeln, die Zahl der Studierenden von 400 auf über 1500 fast vervierfachen und das Budget von 5,5 Millionen Euro auf 12,5 Millionen Euro ebenfalls verdoppeln. Insgesamt haben wir in diesen zehn Jahren am Standort Hall ein Gesamtbudget von 102 Millionen Euro erwirtschaftet. 1500 Absolventinnen und Absolventen haben bei den akademischen Feiern im Beisein von 10.000 Gästen in der Aula der UMIT ihre Sponsions- und Promotionsurkunden entgegengenommen“, sagte Unterholzner. Unterholzner betonte auch die Umwegrentabilität, die die Universität für die Region mit sich bringt. „Vom Kongresstourismus über den Konsum der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen immerhin ein Drittel in der Region leben, über die Ausgaben der Studierenden bis hin zu Instandhaltungsarbeiten am Campus profitiert die Wirtschaft in der Region von der UMIT“, sagte Unterholzner. Dasselbe gelte auch für die Stadt Hall, die beträchtliche Einnahmen aus der Kommunalsteuer und aus Gebühren lukriere, schloss der Vizerektor.

DR. SABINE SCHINDLER IST NEUE UMIT-REKTORIN

Im Rahmen der akademischen Feier an der UMIT bedankte sich Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg (li.) bei Altrektorin Christa Them (re.) und wünschte der neuen Rektorin Sabine Schindler alles Gute. // Foto: UMIT/Kern

Im Rahmen des Festaktes zum Start des 14. akademischen Jahres der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT absolvierte die neue UMIT-Rektorin Univ.-Prof. Dr. Sabine Schindler vor 400 Besuchern ihren ersten öffentlichen Auftritt und überreichte an 60 UMIT-Absolventen die Abschlussdiplome. Altrektorin Univ.-Prof. Dr. Christa Them überreichte Schindler Talar und Rektorenkette und wünschte ihr alles Gute für die kommenden Aufgaben. Schindler, die seit 2002 als Professorin am Institut für Astro- und Teilchenphysik an der Universität Innsbruck arbeitet und dieses Institut auch von 2004 bis 2012 leitete, versprach im Rahmen ihrer Grußworte, dass sie sich der neuen Aufgabe mit vollem Elan und Engagement stelle. „Die UMIT hat als Privatuniversität einen festen Platz in der Tiroler Hochschullandschaft. Aufgrund ihres Angebotes in Lehre und Forschung stärkt sie den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Tirol im Wettbewerb um die besten Köpfe. Aufbauend auf den sehr guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit zwischen der UMIT und der Universität Innsbruck bietet sich die Chance, künftig auch im Bereich der Gesundheits- und Pflegewissenschaften gemeinsame Wege zu gehen“, sagte Schindler, die an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck weiterhin als Vizerektorin für Forschung tätig sein wird. Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg betonte in seinen Grußworten, dass er die Bestellung von Schindler für ein klares Signal in Richtung Campus Tirol sehe. „Die Topwissenschaftlerin ist die Idealbesetzung für das Rektorat der UMIT, da sie auch in den Führungsgremien der Leopold-Franzens-Universität vertreten ist. Damit haben wir den ersten Schritt in Richtung ‚Campus Tirol‘ gesetzt“, so Tilg.

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HIGH-TECH INFORMATION AUS TIROL ONLIM – ein junges Tiroler Start-up-Unternehmen – ist auf Online-Marketing für touristische Betriebe spezialisiert. Onlim ist ein Spin-off des STI Innsbruck an der Universität Innsbruck, einem führenden Forschungsinstitut im Bereich der semantischen Technologie. Seit 2013 organisiert das STI mit anderen jährlich das Tourismus2020-Event in Mayrhofen. // Text Barbara Wildauer

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hemen des Spin-offs der Universität Innsbruck sind effiziente Mehrkanalkommunikation und Suchmaschinenoptimierung mittels semantischer Technologien. Dr. Anna Fensel: „Social Media wie Facebook, Twitter, YouTube und viele weitere sind mittlerweile sehr wichtig für Marketing, da heute praktisch alle Zielgruppen dort vertreten sind. Social-Media-Kanäle leben vom Dialog und fördern die Kommunikation und den Austausch. Das ist gerade im Tourismus ein wichtiger Ansatzpunkt, um Kunden zu erreichen und auch ganz konkret direkt Buchungen zu generieren. Onlim entwickelt dazu Software-

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lösungen, mit denen Informationen einfach und bequem vom Unternehmen zum Kunden kommen. Dazu werden Beiträge, Bilder oder Kurznachrichten über ein einziges Werkzeug eingegeben und über die Software auf die richtigen Kanäle verteilt. Es gibt heute sehr viele verschiedene Medienkanäle, auf denen Tourismusunternehmen ihre Kunden erreichen wollen oder müssen. Es geht dabei nicht nur um Buchungen, sondern auch Präsenz. Das Unternehmen wird bzw. bleibt für seine Kunden sichtbar, ruft sich ins Gedächtnis und bietet damit auch konkrete Anreize etwa zur Buchung des nächsten Urlaubs oder der nächsten Reise.“

KOMMUNIKATION WIRD KOMPLEXER

Für Unternehmen wird es mit der wachsenden Vielfalt der Kommunikation immer schwieriger, sowohl bisherige als auch potenzielle und vor allem interessierte neue Kunden zu erreichen. Onlim optimiert dabei mit der Technik der semantischen Technologie, die ein Schwerpunkt an der Universität Innsbruck ist, das Erkennen von bestimmten Themen. Dadurch können Anfragen zielsicher zu Anbietern geleitet werden. Potenzielle Kunden oder Interessierte sind heute mit verschiedenen technischen Kommunikationsgeräten ausgestattet. Auch da-


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Zu den ersten Kunden von Corneliu Valentin Stanciu, Ioan Toma und Anna Fensel (v. l.) zählen Hotels und Tourismusverbände.

„EINE DER KUNDENGRUPPEN, AUF DIE WIR UNS FOKUSSIEREN, SIND HOTELS UND TOURISTISCHE VERBÄNDE, WEIL DER TOURISMUS EIN SEHR HART UMKÄMPFTER BEREICH MIT EINEM HOHEN KOMMUNIKATIONSBEDARF IST UND EIN WICHTIGER TEIL DER TIROLER WIRTSCHAFT.“ Dr. Anna Fensel

trotzdem mit verschiedenen Angeboten ganz unterschiedliche Zielgruppen adressieren.“ Onlim befindet sich gerade im Aufbau und sucht interessierte Hotels und Tourismusunternehmen, mit denen auch Pilotprojekte entwickelt werden können.

EIN POSTING FÜR ALLE KANÄLE

rauf nimmt Onlim Bezug: Informationen, Beiträge, Bilder oder Kurznachrichten werden in alle Kanäle verteilt. Das spart im Unternehmen Zeit und optimiert vor allem die Effizienz. Die semantische Technologie liefert dazu die Grundlage, Onlim entwickelt die Software für Unternehmen und steht als Start-up an der Schnittstelle zwischen Technologie und praktischer Umsetzung. Eingesetzt werden kann die Technologie natürlich nicht nur im Tourismus. Dr. Anna Fensel: „Der Tourismus ist für uns ein sehr interessanter Bereich, wir haben hier viele kleine und mittlere Unternehmen, die im Grunde alle ähnliche Anforderungen haben, aber

Ein Beitrag wird verfasst bzw. das System hilft bereits bei der Erstellung des Postings, das dann in alle vorhandenen Medienkanäle „übersetzt“ und verteilt wird – der Traum aller Marketing- und Vertriebsmitarbeiter, die sich täglich oft viele Stunden damit befassen, die richtigen Informationen an die richtige Zielgruppe zu transferieren. Social Media ist hier neben den klassischen und herkömmlichen Werbeschienen ein wild wucherndes Feld, in dem täglich neue Möglichkeiten entstehen. Diese direkte Kommunikation mit Kunden und Interessierten, die das Merkmal und die Neuerung von Social Media ist, stellt eine riesige Herausforderung im Marketing und Vertrieb dar. Kleine Betriebe haben dabei die gleichen Chancen wie große, weil derzeit sozusagen alle gleichzeitig jeden Tag wieder neu am Start stehen, es jetzt darum geht, besser und effizienter als der Mitbewerb zu sein und damit ganz konkret und auch in Zahlen messbar mehr Direktbuchungen zu erhalten.

WISSENSCHAFTLICHE ERKENNTNISSE FÜR ALLE

Tourismusunternehmen müssen nun jedoch keine IT-Spezialisten werden und sich mit dem Thema der semantischen Technologie in

der IT beschäftigen, sondern haben die Möglichkeit, die Erkenntnisse der Universität Innsbruck und ihrer Spin-offs wie Onlim für Produkte zu nutzen, die im Unternehmen in der Kommunikation eingesetzt werden. Onlim nutzt dazu das Netzwerk und die Erkenntnisse der Universität Innsbruck sowie des Instituts STI und bereitet die neuesten Trends und Erkenntnisse für Unternehmen auf. Informationstechnologie ist in Tirol bereits heute ein wichtiger Arbeitgeber mit hochspezialisierten Arbeitsplätzen und die Universität mit ihren Instituten ein Nährboden, in dem viele weitere junge und dynamische Unternehmen das Wissen aus Forschung und Entwicklung für den Markt umsetzen und in den Markt einbringen können. ONLIM bedeutet Online Information Management. Die Software streut und verteilt dabei Beiträge in verschiedene Medienkanäle, dabei werden nicht nur Texte berücksichtigt, sondern auch Bilder und Kurznachrichten. Dr. Anna Fensel: „Die Innovation und unser spezielles Know-how dabei ist der Einsatz von semantischer Technologie. Das heißt im Grunde, dass die Software erkennt, wonach der Kunde sucht, und die Verknüpfung mit passenden Angeboten bereit stellt. Oder anders gesagt, Daten und Informationen werden so verknüpft, dass sie nach Bedarf und in den jeweiligen Medienkanälen bereitgestellt werden. Das ist z. B. sehr wichtig für Events und eben im Tourismus, wo Kunden nach bestimmten Themen und Angeboten suchen, die dann so treffsicher wie möglich zu ihnen kommen sollen.“

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MCI IST „TOP UNIVERSITY 2014“ Sensationeller Erfolg für das Management Center Innsbruck: Das MCI wurde erneut zur besten Hochschule Österreichs gewählt, erhielt die Auszeichnung als „Austria’s TOP University 2014“ und ist bei den Themen Zufriedenheit, Loyalität und Employability erstklassig. // Fotos: MCI, Julia Türtscher

Die Unternehmerische Hochschule®: renommierte Studiengänge & Weiterbildung auf hohem Niveau, lösungsorientierte Forschung & Entwicklung, hervorragende Berufsaussichten, laufende Spitzenplätze in Umfragen & Rankings

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inen neuerlichen Erfolg kann die Unternehmerische Hochschule® in Innsbruck verzeichnen. Das soeben erschienene Universum Survey 2014 weist das Management Center Innsbruck erneut als beste Hochschule Österreichs aus und verleiht die Auszeichnung „Austria’s TOP University 2014“.

tet. Dieses erfreuliche Ergebnis deckt sich mit zahlreichen Spitzenplätzen in Umfragen, Rankings und Auszeichnungen der letzten Jahre. Wissenschaftlichkeit, Praxisnähe, Leistungsbekenntnis, Internationalität, Service und konsequente Qualitätssicherung stehen am MCI seit jeher im Vordergrund. Beispielgebende Studienpläne, die internationale Zu-

„WIR BEGLEITEN MOTIVIERTE MENSCHEN! DAS KLARE BEKENNTNIS ZU LEISTUNG, ENGAGEMENT, INTERNATIONALITÄT UND VERANTWORTUNG HAT UNSERE HOCHSCHULE STARK GEMACHT.“

Dr. Andreas Altmann, Rektor, MCI Management Center Innsbruck

Zufriedenheit, Loyalität und Employability werden von den Studierenden erstklassig bewer-

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sammensetzung von Lehrenden und Studierenden, ein leistungsfähiges Career Center

AKADEMISCHER GRAD MIT ZUSATZ MCI

MCI-Absolventen können ihren akademischen Grad mit dem Zusatz „MCI“ führen. Diese Berechtigung wurde vom österreichischen Wissenschaftsministerium zuerkannt. Damit können MCI-Absolventen ihren akademischen Grad mit der Marke ihrer Hochschule versehen, wie es in anderen Ländern seit Jahren üblich ist, z. B. Dipl.-Ing. (ETH) oder Dr. oec. (HSG) in der Schweiz. Der Zusatz MCI darf auf Briefpapier, Visitenkarten, Lebensläufen etc. geführt werden und soll in einem zunehmend von Wildwuchs geprägten internationalen Bildungs- und Wissenschaftsmarkt Vertrauen und Orientierung schaffen.


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Ein innovatives Blended-Learning-Konzept bildet das Kernstück der neuen Studiengänge und Trainings an der Unternehmerischen Hochschule®.

© Syda Productions/Fotolia

und vielfältige Student Services bilden die Säulen der Auszeichnung als „Austria’s Top University 2014“. Dementsprechend groß ist die Freude über die erneute Spitzenplatzierung. Einig ist man sich am MCI, dass dieser schöne Erfolg als Auftrag zu verstehen ist, die Sicherung der Qualität in Lehre, Forschung, Weiterbildung und Services kontinuierlich zu optimieren. Universum befragte von November 2013 bis März 2014 mehr als 6.600 Studierende in Österreich zu Hochschulattraktivität, Rahmenbedingungen und Wahrnehmung ihrer Hochschule. Universum zählt zu den renommiertesten Einrichtungen im Bereich Qualitätssicherung und Employer Branding in Europa.

BEGEHRTER FORSCHUNGSPARTNER

Forschung mit konkreten Lösungen, so lautet das Credo am Management Center Innsbruck. Renommierte Unternehmen aus aller Welt zählen zunehmend auf das kreative Potenzial der Unternehmerischen Hochschule®. Die wissenschaftlichen Vorhaben befassen sich mit Forschungsfragen aus Mechatronik, Maschinen- & Fahrzeugbau, Medizin- und Elektrotechnik, Abwasser- & Umwelttechnik ebenso wie mit komplexen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Themen der Gesundheitsversorgung, Unternehmensführung, des Innovationsmanagements, Employer Brandings, des Einsatzes von Social Media oder der Tourismusforschung. Gemeinsam ist allen Projekten, dass sie einen unmittelbaren Mehrwert für Kunden und Partner generieren und zu konkreten Lösungen verhelfen.

DOKTORATSABKOMMEN

Die enge Zusammenarbeit mit Universität Innsbruck, Medizinischer Universität Innsbruck und weiteren Universitäten im In- und Ausland findet Ausdruck in mehreren Doktoratsabkommen, die die Einrichtung gemeinsamer Forschergruppen sowie die kooperative Betreuung von Doktoranden erlauben. Von dieser Zusammenarbeit profitiert nicht zuletzt der gemeinsame Wissenschafts-, Technologie- und Wirtschaftsstandort.

WEITERBILDUNG IM HERBST 2014 ZERTIFIKATSLEHRGÄNGE • Innovations-, Produkt- & Prozessmanagement: Start 06.11.2014 • Sales Management: Start 06.11.2014 • Brand Management: Start 07.11.2014 • Unternehmenskommunikation: Start 13.11.2014 • Controlling & Unternehmenssteuerung: Start 20.11.2014 • Personalmanagement: Start 28.11.2014 • Marketing: Start 05.12.2014

EXECUTIVE MASTERSTUDIUM

(jeweils 4 Semester, berufsbegleitend) • General Management Executive MBA: 4 Semester • Innovation & Intellectual Property Rights M.Sc. • NEU: International Management M.Sc. – Online* • Internationales Wirtschafts- & Steuerrecht LL.M. • Management & Leadership M.Sc. *in Vorbereitung, Start Herbst 2015 Beratung und Bewerbungen sind jederzeit möglich: executive-education@mci.edu

RENOMMIERTE WEITERBILDUNG

Entscheidungsträger unterschiedlicher Branchen und Managementebenen finden am MCI attraktive Möglichkeiten zur maßgeschneiderten Karriereentwicklung. Der modulare Aufbau der international akkreditierten berufsbegleitenden Masterstudien bietet die Möglichkeit zur intelligenten Kombination kompakter Lehrgänge entsprechend den Bedürfnissen und Anforderungen von Studierenden und Arbeitgebern.

MCI GOES MOBILE

In Ergänzung zum Bachelorstudium „Betriebswirtschaft Online“ bietet das MCI ab 2015 das englischsprachige Masterstudium „International Management“. Dieses Studium steht unter dem Motto „Manage globally – learn differently“, wird in Zusammenarbeit mit einer internationalen Partneruniversität durchgeführt und schließt mit dem akademischen Grad Master of Science ab. Das Studium unterstützt ideal die persönliche und berufliche Entwicklung international agierender Entscheidungsträger. Vermittelt werden Managementkompetenzen, Leadership-Skills und interkulturelle Erfahrungen.

ONLINETRAININGS FÜR UNTERNEHMEN

Neu entwickelte Trainingsmodule im Onlineformat können maßgeschneidert auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten werden, sind interaktiv gestaltet und ermöglichen hohe Zeitautonomie und Ortsunabhängigkeit. Aktuelle Themen wie Leadership, Change-Management, Cross-Cultural-Management oder Business-Communications, in Deutsch oder in Englisch, werden anwendungsorientiert vermittelt und können unmittelbar in den jeweiligen Verantwortungsbereich der Mitarbeiter transferiert werden.

MCI-FACTS

• Gegründet 1995 • 3.000 Studierende • 1.000 Lehrende aus Wissenschaft & Forschung, Wirtschaft und Freien Berufen • 200 Partnerunis aus aller Welt • Spitzenergebnisse in Umfragen und Rankings

MANAGEMENT CENTER INNSBRUCK Universitätsstraße 15 6020 Innsbruck Tel.: 0512/2070-0 office@mci.edu, www.mci.edu

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WAS WURDE AUS ... Seit 1993 begeben sich das Land Tirol und die Wirtschaftskammer auf die Suche nach Neuerungen, die die Wirtschaftswelt ein Stück vorwärts bringen. Dieses Jahr wird der Tiroler Innovationspreis zum 13. Mal vergeben – die heurigen Preisträger porträtieren wir zu Beginn der Sonderausgabe, hier werfen wir einen Blick zurück, haben stellvertretend für die vielen Gewinner fünf Unternehmen ausgewählt und schauen, was aus ihnen geworden ist. // Text: Tamara Kainz

Sieger in der Kategorie technische Innovationen, 2012: polychromeLAB GmbH, Hall

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FRITZ EGGER GMBH, ST. JOHANN

Sieger in der Kategorie Dienstleistungsinnovation, 2009 Innovatives Energie- und Umweltprojekt Geschlossener Kreislauf bringt allen was Die Egger Gruppe stellt europaweit an 17 Standorten eine umfassende Produktpalette aus Holzwerkstoffen (Span-, OSB- und MDF-Platten) sowie Schnittholz her. In dem seit 1961 bestehenden Familienunternehmen sind über 7.200 Mitarbeiter beschäftigt, das Stammwerk befindet sich in St. Johann in Tirol. Am dortigen Betriebsstandort wurde zuletzt unter anderem ein groß angelegtes Energie- und Umweltprojekt realisiert. Kern des Ganzen ist die Erzeugung von Wärmeenergie durch die Verbrennung von Biomasse und biogenen Produktionsrückständen. „Wir wollten den Verteuerungen am Rohstoffmarkt entgegenwirken und zugleich die Umweltsituation im Talkessel deutlich verbessern“, erklärt Albert Berktold, Werksleiter Technik/Produktion, die Überlegungen hinter der 40 Millionen Euro teuren Investition. Die im Trocknungsprozess entstehende Abwärme wird nun in das Fernwärmenetz der Gemeinden St. Johann und Oberndorf eingespeist und versorgt heute etwa 1.500 Haushalte sowie etliche Großverbraucher wie das Krankenhaus, die Panorama-Badewelt oder das Altenwohnheim mit Energie. Die gelungene Kombination aus betriebswirtschaftlicher Effizienz und gesellschaftlicher Verantwortung gefiel auch der Jury des Tiroler Innovationspreises. Egger wurde 2009 im Bereich Dienstleistung zum Sieger gekürt. Das Energie- und Umweltprojekt im Stammwerk, das den Kreislauf vom lebenden Baum bis zum fertigen Produkt optimal schließt, ist inzwischen Vorbild für ähnliche nachhaltige Projekte in der gesamten Egger Gruppe. // www.egger.at

SUNPLUGGED GMBH, SCHWAZ

Sieger in der Kategorie Innovationsidee, 2009 Projekt „Heliostar“ – die erste Photovoltaikanlage für Transportfahrzeuge Solarzellen in flexible Folien gepackt Warum gibt es Photovoltaikmodule nur auf Hausdächern oder in Solarparks und kaum integriert in mobile Endgeräte, Gebäudekomponenten oder Fahrzeuge? Diese Frage stellte sich Andreas Zimmermann und gründete Ende 2006 in Schwaz die Sunplugged GmbH, in der heute fünf Mitarbeiter beschäftigt sind. „Wir entwerfen Anwendungen, bei denen direkt beim Verbraucher Strom aus Licht erzeugt werden kann“, beleuchtet der Firmenchef das Tätigkeitsfeld. Die erste Produktentwicklung war ein Photovoltaiksystem, das in Nutzfahrzeugen Energie für die Kühlung oder andere Nebenverbraucher liefern kann. Für dieses Konzept gab es 2009 den Innovationspreis des Landes Tirol und der Wirtschaftskammer. „In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die gängige Technik für die volle Integration der Photovoltaik noch nicht geeignet war“, so Zimmermann. Ein neuer Typ von Solarzelle musste her. Nach einigem Grübeln kam die Idee: Wenn schon maßschneidern, dann im wahrsten Sinne des Wortes! Seit vier Jahren wird im Unternehmen nun an einer grundlegend neuen Solarfolie getüftelt, die nicht nur leicht ist, sondern sich auch in Größe, Form und elektrischen Eigenschaften sehr einfach dem jeweiligen Objekt anpassen lässt. „Trotz turbulenter Zeiten in der Branche ist es uns gelungen, die Solarzelle und ein darauf abgestimmtes Kontaktierungssystem zu entwickeln sowie eine Pilotproduktion auf die Beine zu stellen“, freut sich Zimmermann. Ab Herbst beginnt die Bemusterung von sechs ausgewählten Kunden im In- und Ausland. // www.sunplugged.at

INGENIEURBÜRO PASSER & PARTNER ZIVILTECHNIKER GMBH, INNSBRUCK

Sieger in der Kategorie Dienstleistungsinnovation, 2011 Achilles Schwachstellenidentifikation Wasserbaukompetenz mit Weitblick Das Ingenieurbüro Passer & Partner Ziviltechniker GmbH wurde 2011 in der Kategorie Dienstleistung für sein „Achilles“-Programm ausgezeichnet. Die softwaregestützte Methode ermöglicht es, Störfaktoren in Wasserversorgungsnetzen systematisch zu identifizieren. Leider kommt es in der Praxis derzeit nicht allzu oft zur Anwendung. „Für die Suche nach Schwachstellen ist bei Gemeinden und kommunalen Netzbetreibern in Zeiten extremer Sparkurse einfach kein Geld übrig. Dabei würde sich langfristiges Denken erst richtig bezahlt machen. Der Innovationspreis war dennoch ein weiteres Mosaiksteinchen in unserer breiten Wasserbaukompetenz“, resümiert DI Erich Fritsch (Bild), einer der vier Geschäftsführer von Passer & Partner. 30 Köpfe zählt das seit 1945 bestehende Unternehmen mit Zentrale in Innsbruck und kleinen Filialen in Lienz und Götzis insgesamt. Das Know-how umfasst sämtliche Bereiche von Gutachten über jedwede Form von Planung bis hin zum Projektmanagement. Ein Portfolio aus hochwertigsten Leistungen bringt jedoch nicht nur Vorteile, bedauert Fritsch, derzeit auch Vizepräsident der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg: „Eines unserer Hauptprobleme ist, dass die öffentlichen Auftraggeber – und die sind bei uns die Hauptklientel – dem Bundesvergabegesetz unterliegen und wir in unserer Branche deshalb meist nach dem Billigstbieterprinzip beauftragt werden. Da ist Zusatzkompetenz leider oft nicht gefragt, ja beizeiten sogar hinderlich.“ // www.passer.at eco.nova

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POLYCHROMELAB GMBH, HALL

Sieger in der Kategorie technische Innovationen, 2012 Oberstoff, der durch Textilphysik wärmt und kühlt Textilrevolution: So zieht Zukunft an Michele Stinco, Designer und Entwickler von Sport- und Funktionsbekleidung, hat einen Oberstoff erfunden, der wärmen und kühlen zugleich kann. Für das physikalische Prinzip gewann der Haller im Jahr 2012 in der Kategorie Technik den Innovationspreis. Seither laufen die Geschäfte gut für „polychromeLAB“. Nicht nur, dass das in der Form einzigartige Wendelaminat noch mehrere hochkarätige Preise einheimsen konnte, dem Textilbetriebswirt und seiner Partnerin Elisabeth Frey gelang es außerdem, die Produktpalette zu erweitern und die Werte der Jacke noch mal zu optimieren: „Nach zusätzlichen Tests in unserem eigenen Forschungslabor am Berg erreichen wir 99 Prozent UV-Absorption und 45 Prozent Reflexion. Das macht bis zu +/-6 Grad aus“, erklärt Stinco. Sein Prinzip kommt speziell Outdoorfans zugute: „Wer gerne draußen ist, kennt das: Mal schwitzt, mal fröstelt man. Das belastet den menschlichen Organismus. Unser Material wappnet den Träger für alle Bedingungen, es reagiert auf den Körper.“ Für die hochleistungsfähigen Stoffe – sie sind wind- und wasserdicht, hoch atmungsaktiv und äußerst robust – interessieren sich inzwischen auch renommierte Konzerne von der Sportbekleidungs- bis zur Automobilbranche. Stinco: „In Zukunft werden wir natürlich versuchen, hier neue Kooperationen einzugehen.“ polychromeLAB wächst mit Bedacht. Das Team ist mit drei Personen immer noch klein, aber das exklusive Sortiment ist gefragt und wird via Webshop jetzt schon in alle Welt vertrieben. Und der nächste große Wurf ist bereits in der Pipeline: Heuer hat Stinco wieder eine Innovation eingereicht – in der Kategorie „Konzept“ wurde polychromeLAB für seine bionische Thermoregulation durch UV/IR-Strahlenkopplung nominiert (siehe Seite 15). // www.polychromelab.com

TIROLAB, WATTENS

Sieger in der Kategorie Dienstleistungsinnovationen, 2012 Tiroler Roboter Labor Organisiertes Robotertraining TiRoLab – das Tiroler Roboter Labor hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Neugier auf Technik zu wecken. Mithilfe spannender Roboterkurse wird die Materie spielerisch greifbar. So werden die Kinder und Jugendlichen von der Schule bis in die Lehre, Hochschule oder Universität und darüber hinaus begleitet. „Wir fördern das Selbstvertrauen in die eigenen technischen Fähigkeiten und tragen zum Aufbau technischer Kompetenzen bei. Kursmaterialien und Lehrkonzepte werden ebenfalls von uns entwickelt. All das zielt auf ein gesteigertes Interesse an techniknahen Karrieren ab“, erklärt Dr. Michael Sieb. Der Gründer von TiRoLab will damit dem Problem des Facharbeitermangels aktiv entgegenwirken und zu einer nachhaltigen Stärkung des Wirtschafts- und Technologiestandorts Tirol beitragen. Für das zukunftsweisende Konzept wurde dem Wattener Unternehmen 2012 in der Kategorie Dienstleistung der Innovationspreis verliehen. Seither haben sich Sieb und sein nunmehr zweiköpfiges Team in erster Linie weiter vernetzt. „Wir veranstalten inzwischen zum Beispiel auch Workshops mit verschiedensten Institutionen und Firmen und eröffnen im September in Kooperation mit der Destination Wattens das ‚FabLab Wattens‘ – eine öffentlich zugängliche Hightech-Werkstätte“, zeigt sich „Dr. Robot“ voller Tatendrang. Das Angebot wird also richtig gut angenommen und eine Expansion in den gesamten deutschsprachigen Raum ist inzwischen längst keine Vision mehr. // www.tirolab.at

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Tirol ist ein starker Standort. Dafür sorgen du und mehr als 40.000 Unternehmen mit viel Mut, großem Fleiß und täglich neuen Ideen. Wir sind stolz auf dich. Wir kämpfen für dich. Und wenn es sein muss, gehen wir für dich auf die Straße. DEINE UNTERNEHMERKAMMER

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eco.nova ist ein unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissensc...

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