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AlpenBank vermögen verpflichtet

Die AlpenBank rät vorausschauenden Österreichern ihre ausländischen Vermögenswerte (insbesondere in der Schweiz und Liechtenstein) hinsichtlich möglicher Steuersünden zu prüfen und gegebenenfalls rechtzeitig eine Rückführung (sogenannte Repatriierung) der Vermögenswerte zu veranlassen. Die AlpenBank verfügt über langjährige Erfahrung in der diskreten Rückführung nicht deklarierter Auslandsvermögen, u.a. auch im Rahmen der aktuellen italienischen Steueramnestie, dem sogenannten Scudo fiscale. Zahlreiche Mandanten nutzten unser Know-how um diskret Vermögen nach Italien zurückzuführen. Unsere Erfahrungen zeigen auch, dass viele Mandanten eine diskrete Abwicklung getrennt von ihrer Hausbank wünschen. Bei der Rückführung von Auslandsvermögen führt die AlpenBank auf Wunsch gemeinsam mit den Mandanten ein unverbindliches Gespräch mit Steuerexperten, um die individuelle Vorgehensweise und auch die Höhe etwaiger Steuernachzahlungen zu evaluieren. Hierbei ist es in der Regel unerheblich, ob die Vermögenswerte direkt oder durch Gesellschaften – wie Stiftungen, Anstalten, Trusts – gehalten werden. In der Abklärungsphase bleibt die Diskretion gegenüber den Finanzbehörden aufrecht, d.h. gerade bei der Rückführung größerer Auslandsvermögen kann der Steuerexperte vorab anonym mit dem Finanzamt die Höhe der Steuernachzahlung berechnen und die Vorgangsweise mit Rechtssicherheit fixieren. Wird aus Sicht des Mandanten keine zufriedenstellende Lösung gefunden, bleibt der Mandant diskret.

Erfahren Sie mehr in unserem Gastbeitrag von Herrn Mag. Andreas Kapferer, Partner von Deloitte Österreich.

Seit 1983 als eigenständige Privatbank in sicherer Gemeinschaft mit den Hauptaktionären Raiffeisen-Landesbank Tirol AG und Raiffeisen Landesbank Südtirol AG auf Vermögensverwaltung spezialisiert, sind Bonität, Professionalität und Seriosität gesetzt – gleichzeitig stehen wir für maximale Produktunabhängigkeit und somit für neutralen Best Advice. Ihr komfortabler Zusatznutzen ergibt sich aus flexiblen Öffnungszeiten, Private Banking von Mensch zu Mensch, inklusive Betreuung durch einen persönlichen Vorstand, der Sie gemeinsam mit Ihrem Berater begleitet. Lernen Sie uns kennen – und profitieren Sie von profundem Know-how mit Kopf und Herz.

Mag. Martin Sterzinger, Sprecher des Vorstandes Dr. Heidi Verocai-Dönz, Vorstand

„Komplexität verlangt Expertenwissen.“


Gastbeitrag Mag. Andreas Kapferer, Deloitte Österreich.

Wieder gut schlafen - Diskrete Rückführung von nicht deklariertem Auslandsvermögen Das Klima für Steuerflüchtlinge mit bisher „steuerfrei“ behandelten Auslandsveranlagungen in Liechtenstein und der Schweiz wird immer rauer. War es zunächst der „Datenklau“ der Anlegern den kalten Schauer über den Rücken jagte, so sind es heute Meldungen über bereits vereinbarte oder in naher Zukunft abzuschließende zwischenstaatliche Übereinkommen, die für Drittstaaten im Verdachtsfall eine Verpflichtung zur Offenlegung von Auslandsvermögen vorsehen. Wenig bekannt sind Schwerpunktaktionen im Rahmen der grenznahen Schleierfahndung, in deren Zuge vor allem in Vorarlberg nach verdächtigen Unterlagen wie z.B. Depot- oder Bankauszügen in Autos und Reisezügen gesucht wird. In dieses Szenario passen auch Meldungen über die Aufweichung des Schweizer und Liechtensteinischen Bankgeheimnisses im Rahmen der zwischenstaatlichen Auskunftserteilung und die Schaffung einer österreichischen „Finanzpolizei“, die sich gerade organisiert. Verunsicherte Anleger verbringen schlaflose Nächte und erwägen einen Transfer ihres Vermögens nach Singapur oder Hongkong. Wem das zu spekulativ oder zu kompliziert ist, der sollte an die Repatriierung seines Vermögens nach Österreich denken. Selbstanzeige heißt das Zauberwort, das die Rückkehr in die Steuerlegalität ermöglicht. Fällt im vertraulichen Beratungsgespräch das Wort „Selbstanzeige“, muss der Leidensdruck des Auslandssparers schon enorm sein, um nicht reflexartig ein Nein zwischen den Zähnen hervorzupressen. Zu sehr haftet diesem Instrument der freiwilligen Offenlegung bisher nicht versteuerter Einkünfte das Odium des auf frischer Tat ertappten Steuersünders an. Wer will sich schon freiwillig dem strafenden Blick des Steuereintreibers aussetzen und zusätzlich auch noch für bereits erfolgreich hinterzogene Einkünfte Steuern abliefern? Dabei hält sich die Finanz mit reuigen Steuersündern eher an das aus der Bibel bekannte Gleichnis von der Rückkehr des verlorenen Sohnes. Der Fiskus lädt aus Freude über unerwartete Steuereinnahmen zwar nicht zum Freudenmahl und schlachtet auch kein Mastkalb. Die Finanz lässt die Sache in der Regel mit der Versendung eines Steuerbescheides auf sich bewenden, wenn die festgesetzte Steuernachzahlung fristgerecht bezahlt wird. Aus der Vielzahl an Selbstanzeigen, die wir in den vergangenen zwei Jahren beraten haben, ist uns kein Selbstanzeiger von bisher

„Verdachtsfall verpflichtet zur Offenlegung.“

„Schaffung einer österreichischen „Finanzpolizei“.“

„Finanz stellt Selbstanzeigende nicht an den Pranger.“


unversteuert bezogenen Kapitaleinkünften bekannt, der nach vollständiger Offenlegung „schwarzer“ Kapitaleinkünfte den Besuch eines Finanzprüfers erhielt. Auch der Finanz ist bekannt, dass viele der undeklarierten Vermögen schon seit Jahrzehnten im Ausland liegen und nur in Sonderfällen durch Schwarzeinnahmen der letzten Jahre gespeist wurden. In letzterem Fall kann eine Selbstanzeige in eine beträchtliche Steuernachzahlung münden, denn es müssen selbstverständlich auch die erwirtschafteten Schwarzeinnahmen offengelegt und versteuert werden. Liegt das Vermögen dagegen schon seit Großmutters Zeiten im Ausland, fällt die Steuernachzahlung oft überraschend niedrig aus.

„Steuernachzahlungen oft niedrig.“

Nachversteuert müssen nur die Einkünfte jener Jahre werden, für die noch keine Verjährung eingetreten ist. Der Eintritt der Verjährung für die Nachversteuerung ist vom Einzelfall abhängig und beträgt im optimalen Fall 5 im ungünstigsten 10 Jahre. Entscheidend hierfür ist, ob die Abgabenverkürzung fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde. Bei Offenlegung von hinterzogenen Abgaben im Jahr 2011 müssen in der Regel die Einkünfte ab dem Jahr 2003 nachversteuert werden. Diese Offenlegung von bisher unversteuerten Einkünften erfordert einen nicht unbeträchtlichen Arbeitsaufwand. Zunächst gilt es einmal, die notwendigen Unterlagen zu beschaffen, da solche ja in der Regel nicht im Inland aufbewahrt werden. Es sind uns Fälle bekannt, bei denen die Übermittlung der Besteuerungsgrundlagen an den inländischen Anleger mehrere Wochen in Anspruch nahm, da die hohe Anzahl von Anfragen von (vor allem deutschen) Anlegern die Kapazitäten der ausländischen Banken überforderten. Die vom Selbstanzeiger gefürchtete Steuerbelastung aus einer Selbstanzeige ist oft überraschend gering und errechnet sich in einem typischen Fall wie folgt: Aus einem (durchschnittlich) veranlagten Vermögen von € 200.000 wird beispielsweise eine Durchschnittsrendite von 5 % an Dividenden und Zinsen erwirtschaftet, das sind jährlich € 10.000. Spekulationseinkünfte waren in der Vergangenheit dann steuerfrei, wenn das Wertpapier über ein Jahr im Portefeuille behalten wurde. Außerdem haben mehrere Krisen in den vergangenen Jahren ohnedies nur geringe Spekulationseinkünfte entstehen lassen. Zins- und Dividendeneinkünfte unterliegen dem begünstigten Steuersatz von 25%. Die Steuer auf die im Beispiel angenommenen Einkünfte von € 10.000 beträgt somit € 2.500 pro Jahr. Für jene Jahre, für die noch keine Verjährung eingetreten ist (in der Regel 8 Jahre), beträgt die Nachforderung also € 20.000

„Langwieriger Offenlegungsprozess.“


oder 10 Prozent des angelegten Vermögens. Zu dieser Steuernachzahlung kommen noch Zinsen für die verspätete Steuerzahlung hinzu. Die Berechnung der Kapitalerträge aus Auslandsveranlagungen nach den Regeln des österreichischen Steuerrechts ist in der Praxis oft sehr komplex und erfordert einiges Spezialwissen. Umfasst das Auslandsdepots beispielsweise in Österreich strafbesteuerte schwarze Investmentfonds, so können diese von spezialisierten Steuerberatern auch nachträglich „weissgerechnet“ werden, woraus sich deutliche Steuerersparnisse ergeben können. Die hierfür zusätzlich entstehenden Kosten fallen im Vergleich zum Steuernachteil bei „Schwarzrechnung“ (d.h. Schätzung der Einkünfte auf Basis 10% Rendite) meist kaum ins Gewicht. Mit der nachträglichen Steuerzahlung ohne jeglichen Strafzuschlag sind alle Steuerfolgen erledigt und das Vermögen kann ohne Heimlichkeiten nach Österreich zurückgeführt werden. Ohne Selbstanzeige bzw. ohne korrekt eingebrachte Selbstanzeige werden hinterzogene Abgaben hingegen mit zusätzlichen Geldstrafen sowie in schweren Fällen mit Freiheitsstrafen

„Mit nachträglicher Steuerzahlung sind alle Steuerfolgen erledigt.“

sanktioniert. Der eine oder andere Auslandsanleger könnte auch versucht sein, sein Vermögen ohne Selbstanzeige ins Inland zu transferieren, um der nachträglichen Besteuerung zu entgehen. In diesem Zusammenhang ist vor allem vor der Absicht, das Vermögen sozusagen in der Hosentasche über die Grenze nach Österreich zu bringen, zu warnen. Kaum jemandem ist bewusst, dass er mit einem solchen Geldtransfer z.B. über die Schweizer Grenze ein mit hohen Strafen belegtes Devisenvergehen begeht. Das nächste Ungemach wartet dann am österreichischen Bankschalter, wenn der Bankbeamte in Erfüllung seiner Sorgfaltspflichten zur Verhinderung der Geldwäsche nach der Herkunft des Bargeldbetrages forscht und bei unklaren Auskünften eine Meldung erstatten muss. Dann ist es für eine Selbstanzeige zu spät und es droht ein Worst-Case-Szenario.

Mag. Andreas Kapferer, Partner Deloitte Österreich, Kapferer Frei und Partner Wirtschaftsprüfungs und Steuerberatungs GmbH, Innsbruck AlpenBank Aktiengesellschaft Kaiserjägerstraße 9 6020 Innsbruck Österreich Tel. +43 512 599 77 Fax +43 512 56 20 15 private-banking@alpenbank.at www.alpenbank.at

AlpenBank AG Niederlassung Bozen Raingasse 20 / I (Greif Center) 39100 Bozen Italien Tel. +39 0471 30 14 61 Fax +39 0471 97 74 04 private-banking@alpenbank.it www.alpenbank.it

AlpenBank Aktiengesellschaft Repräsentanz München Theatinerstraße 46 80333 München Deutschland Tel. +49 89 242 14 40 0 Fax +49 89 242 14 40 20 private-banking@alpenbank.de www.alpenbank.de

VERMÖGEN VERPFLICHTET


eco.edit

Aufräumen ... Zwar zieht der Herbst ins Land und der entsprechende Terminus heißt „Frühjahrsputz“, aber die derzeitige Anzahl der Trümmerbaustellen legt ein Aufräumen in allen Bereichen sehr nahe: Europaweite Proteste der Generation Arbeitslos zeigen die dunklen Flecken der Arbeitspolitik innerhalb der Europäischen Union auf. 20 % der Jugendlichen in der EU unter 25 Jahren sind arbeitslos, die EU-Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit ist eine erste Maßnahme, die Ordnung schaffen kann und die Berufschancen verbessern soll. Nach der Krise ist vor der Krise – 2009 und 2010 waren vom Bankrott der Banken gekennzeichnet, doch am Finanzmarkt wird noch länger Unordnung herrschen: Finanzexperten sprechen vom nächsten, weit bedeutungsvolleren Crash, der sich bereits abzeichnet: Wenn Staaten nicht mehr liquid sind, wer gibt dann die letzte Sicherheit? In Österreichs Politik scheint ebenfalls reinegemacht zu werden – Scheuch, Telekom, Gorbach, ... – bitte aufräumen – und: entschlacken! eco.nova schließt sich an: Wir räumen in unserer aktuellen Ausgabe mit zahlreichen Irrtümern auf: Irrtum Nummer 1: „Am Tag des Herrn bleiben die Geschäfte zu.“ Wir sind dem Thema Sonntagsöffnung auf den Grund gegangen und haben ob der zahlreichen gesetzlichen Bestimmungen und Möglichkeiten fast den Durchblick verloren. Aber: Wer in Tirol mit allen Wässerchen gewaschen ist und sich Umsatz erwartet, findet die eine oder andere Ausnahmeregelung für die Öffnung des eigenen Geschäfts am Sonntag. Mittels

IHR SICHERHEITSDIENST

Chefredakteurin Mag. Ulrike Delacher delacher@econova.at

der ersten unabhängigen Meinungsumfrage haben wir die Beteiligten (Angestellte, Händler, Konsumenten) zu Wort gebeten – mit teils überraschenden Ergebnissen. Irrtum Nummer 2: Unser Wissen aufpoliert haben wir zum Thema Finanzen der Kirche: Kein dunkler Fleck ist die Verwendung des Kirchenbeitrags sowie der Jahresabschluss der Diözese Innsbruck – beides ist öffentlich zugänglich und wurde für uns säuberlich aufgeführt. Weiters sind die vermehrten Austritte nicht Grund zur finanziellen Sorge für die Diözese, sondern – wie in anderen bekannten Systemen auch – die demographische Entwicklung: Das Älterwerden der Bevölkerung ruft eine Neuorganisation der Finanzen auf den Plan. Irrtum Nummer 3: Das Buch ist tot. Im Gegenteil: Eine halbe Stunde pro Tag schmökern Herr und Frau Österreicher in Büchern, elf Titel werden jährlich gelesen – und die Entwicklung bezeichnen die wichtigsten Vertreter des Buchhandels in Tirol als insgesamt positiv. Immerhin sind 124 aktive Gewerbeberechtigungen für den Buch- und Medienhandel bei uns ansässig. Dass das Buch aufgrund der Entwicklungen am E-Book-Markt als Trägermedium verschwindet, glauben die Tiroler Experten nicht. Wir werden also noch lange Bücherregale statt E-Reader abstauben. Es lebe das Buch! Irrtum Nummer 4: „Mobbing betrifft mich nicht.“ Stimmt so nicht: Systematische Diskriminierung am Arbeitsplatz kann jeden treffen. Nicht nur die persönliche Disposition mag hier entscheidend mitwirken, sondern besonders auch das Verständnis der Unternehmensführung für die „Kommunikations- und Psychohygiene“ der Mitarbeiter. Der Arbeitgeber ist verantwortlich für das Betriebsklima und dafür, solche Machenschaften im Keim zu ersticken. Irrtum Nummer 5: Wirtschaft und Banken bestimmen Zinsniveaus und Kapitalflüsse. Falsch: Drei große amerikanische Ratingagenturen haben hier die Fäden in der Hand – und ziehen mächtig daran. Die Downgrades von Euroländern haben die Finanzmärkte zittern lassen, die Folge waren steigende Umlaufrendite und fallende Kurse bei Staatsanleihen krisengeschüttelter Euroländer sowie Turbulenzen an den Aktienmärkten. Die drei größten Irrtümer solcher Ratingagenturen lesen Sie bei uns nach ... Des Weiteren bietet unser Finanzteil eine Art Weißbuch für Ihre Investitionen: Sind Sie noch richtig investiert? Bereinigen Sie Ihre Finanzen und Investitionen mittels professioneller Analyse in Form eines sauberen Ampelchecks.

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Wir hoffen, mit einigen Irrtümern aufgeräumt zu haben, und versprechen, nicht nur vor der eigenen Haustüre weiterzukehren ... Ihre eco.nova-Chefredaktion


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uhr der tiefseetaucher

Wie keine andere Uhr steht eine Rolex für technische Innovation. Die Rolex Deepsea wurde für extreme Tiefseetauchgänge entwickelt. Ihr komplexes Ringlock-System basiert auf drei unterschiedlichen Gehäuseelementen. Erst ihr Zusammenspiel ermöglicht es, dem enormen Druck in einer Tiefe von 3.900 Metern standzuhalten. Die Rolex Deepsea ist zusätzlich mit einem einzigartigen doppelt verstellbaren Armband ausgerüstet, das einen komfortablen Sitz über den meisten Taucheranzügen ermöglicht. Die Rolex Deepsea in 44 mm verfügt über eine Lünette mit einer schwarzen, nahezu kratzfesten Cerachrom-Zahlenscheibe und einen Gehäuseboden aus Titan.

die r ol e x deepse a


seite 16: sonntag: offen oder geschlossen?

seite 34: tiroler verlage im blickpunkt

seite 92: anlage-qualitätscheck

eco.inhalt eco.titel

044 die finanzen der kirche

016 sonntagsöffnung – ein lokalaugenschein Die Sonntagsruhe und die strapazierte Entdeckung eines gemeinsamen Familientages. Was denkt Tirol? > Inkl. der ersten unabhängigen Meinungsumfrage zu diesem Thema!

034 lesenswert: tirols verlagsszene Der Tiroler Buchbranche geht es gut, aber wie werden sich E-Books und leseunfreundliche Jugendliche auf das Marktgeschehen in Zukunft auswirken?

Wie geht es dem Unternehmen Kirche? Der Finanzkammerdirektor der Diözese Innsbruck im überraschend offenen Gespräch.

048 die rettung ist gerettet Seit Anfang Juli ist das heiß diskutierte Rettungsgesetz in Kraft. Was es kann, wo Probleme auftauchen könnten und was noch fehlt.

050 gemobbt. und alle schauen zu Ein Armutszeugnis mit traurigem In-Status. Mobbing kann jeden treffen. Was tun, wenn’s passiert?

056 steuer.berater 062 recht.aktuell

eco.zukunft 068 investieren statt spenden

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Mikrokredite als soziales Engagement.

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072 das büro der zukunft

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074 rechnen sich ihre weiterbildungsinvestitionen?

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Wer im Büro weniger Papier verbraucht, spart Geld und Energie. Das Büro der Zukunft wird dennoch nicht papierlos sein. Neue Trends in der Wissensvermittlung. Plus: neue Studienangebote und WIFI-Kurse.

eco.geld 088 ratingagenturen und die krise Die drei großen amerikanischen Ratingagenturen nehmen massiven Einfluss auf die Kapitalmärkte, obwohl ihre Zuverlässigkeit umstritten ist.

092 qualitätscheck durch alle anlageklassen Sind Sie noch richtig investiert? Eine Orientierungshilfe im Ampelsystem.

096 boommarkt „seltene erden“ Obwohl in Wahrheit gar nicht selten sehen Börsenexperten strategische Metalle und Seltene Erden als den nächsten großen Boommarkt.


seite 112: lamborghini im test

seite 123: hoteltipps: hotel du lac

eco.art 104 kunst der nachhaltigkeit Kunst hat einen Markt- und einen emotionalen Wert. Sie wird aber auch als Symbol von Nachhaltigkeit eingesetzt.

eco.mobil 110 besuch in der traumfabrik Autoredakteur Bruno König war zu Besuch im Lamborghini-Werk in Sant’Agata und fuhr den Gallardo Spyder anschließend Probe.

114 der klassiker unter den oldtimer-rennen Die Ötztal-Classic bot wieder zahlreiche automobile Highlights.

116 test.berichte Der neue Citroën C4 und der Grand C-Max von Ford im Test.

eco.life 120 münchen inside Genial essen, günstig schlafen. Ein Weekend in München.

122 hotel.test Thermenhotel Stoiser/Loipersdorf und Du Lac et Du Parc Grand Resort/Riva del Garda

124 zeit der jungweine Die Weine für laue Spätersommerabende ...

Impressum Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, E-Mail: redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin • Assistenz: Marina Kremser, Ruth Loreck Chefredaktion: Mag. Ulrike Delacher, MSc Redaktion: eco.wirtschaft: MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Bruno König, Stefan Becker, Renate Linser-Sachers, Julia Sparber, Doris Penna, MMag. Paul Salchner, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Uwe Schwinghammer • eco.zukunft: Dr. Barbara Hoffmann • eco.geld: Dr. Michael Posselt, Michael Kordovsky • eco.kultur: Julia Sparber • eco.mobil: Bruno König • steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian • recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg • eco.gesundheit: Mag. Ulrike Delacher, MSc • eco.life: Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Christoph Loreck, Bruno König, Mag. Sandra Nardin Fotoredaktion: Florian Schneider • Titelseite: stadthaus 38 • Jahresabo: EUR 25,00 (14 Ausgaben) Druck: a-print, Klagenfurt Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.

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eco.nova 9


eco.mmentar

„Es gibt keine Sonntagsarbeit in Tirol“ Die Diskussion um die Sonntagsöffnung wurde und wird hochemotional geführt. Ideologische Schaukämpfe vernebeln den Blick auf die Realität. Der Versuch einer Versachlichung.

Vorweg: Dies ist kein Plädoyer für oder gegen eine Sonntagsöffnung. Es ist jedoch ein Plädoyer, der Realität ins Auge zu schauen und die Angelegenheit ohne ideologische Scheuklappen, hitzige Kampfargumente und plumpe Vorverurteilungen zu diskutieren.

MMag. Klaus Schebesta

Text: Klaus Schebesta Foto: Florian Schneider

Die Ausgangslage. Wenn von Sonntagsöffnung die Rede ist, wird stets so getan, als ob es diese nicht längst geben würde. Für die gesamte Infrastruktur von der ärztlichen Versorgung über die öffentliche Sicherheit bis hin zu den Tankstellen ist Sonntagsarbeit etwas völlig Normales. Für Taxilenker und die Fahrer von Öffis ebenso. Mit großer Selbstverständlichkeit wird dies vom heimischen Tourismus auch verlangt. Selbst Gewerkschafter, die einen Sonntagsausflug machen, erwarten sich ein geöff netes Restaurant und die volle Mitarbeiterbesatzung im Strandbad oder beim Skilift. Gerne wird auch von mangelndem Bedarf gesprochen. Dies wird von der Realität eindrucksvoll widerlegt: Die Menschenmassen jeden Sonntag im M-Preis am Innsbrucker Bahnhof sprechen eine deutliche Sprache. Und auch die Tatsache, dass viele Konsumenten bereit sind, an Sonntagen 50 Prozent und mehr für Waren an den Tankstellenshops auszugeben, widerlegt die Behauptung, Einkaufen am Sonntag würde niemanden interessieren. Das alles heißt noch nicht, dass eine generelle Sonntagöff nung ein anzustrebendes Ziel wäre. Aber diese Tatsachen müssen gesagt werden, um eine gewisse Verlogenheit aus der Debatte zu bringen. Da es noch keine unabhängige Umfrage zur Sonntagsöff nung gibt, haben wir seitens der eco.nova selbst eine in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist hochinteressant (siehe Seite 32). Das Missverständnis. Doch zurück zur Debatte in Tirol. Richard Lugner mit seiner Klage in Wien ist es, der indirekt dafür gesorgt hat, dass dieses Thema auch in Tirol diskutiert wird. Natürlich stellt sich die Frage, wie unser Bundesland dazu steht. Die zuständige Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf hat bekanntlich den Vorschlag gemacht, im Umfeld von

10 eco.nova

Großereignissen wie etwa der Jugendolympiade oder einer EM beschränkt auf maximal drei Sonntage im Jahre die Geschäfte öff nen zu dürfen. In der Folge ist eine wilde Diskussion ausgebrochen, bei der kein Mensch mehr über die Beschränkung auf Großereignisse gesprochen hat, sondern über Sonntagsöff nung generell debattiert wurde. Wirtschaftsbund-Landesobmann Jürgen Bodenseer hat noch ergänzend vorgeschlagen, für Supermärkte in Ballungszentren eine Öff nung nach dem Vorbild der Apotheken einzuführen. Doch diese Wortmeldung ist bereits im Getöse der öffentlichen Debatte untergegangen. Linksparteien, Arbeiterkammer, Gewerkschaften und die Kirche haben sich auf die Landesrätin gestürzt und ihr neoliberales, Mitarbeiter und geradezu Menschen verachtendes Gedankengut vorgeworfen. Selbst der Tiroler Handel ging nicht auf den eigentlichen Vorschlag betreffend Öff nung bei Großereignissen ein und äußerte sich bezüglich einer generellen Sonntagsöff nung ablehnend. Das erklärt sich daraus, dass der Tiroler Handel überwiegend kleinstrukturiert ist und ein generelles Offenhalten an Sonntagen für Kleinbetriebe abseits der urbanen Zentren unrentabel ist. Der Rest ist Konkurrenzlogik: Wenn ich nicht will, dann sollen auch diejenigen, die wollen, nicht dürfen können. Da die Diskussion hoff nungslos entgleiste, hat der Landeshauptmann wenig nobel die Notbremse gezogen. Das ist genau der Punkt, wo wir jetzt stehen. Die Frage ist nicht ausdiskutiert, aber wir reden nicht mehr darüber. Besser noch: Wir blenden die Frage einfach aus, wie das Gewerkschafter Otto Leist macht: „Wenn am Sonntag keiner einkaufen geht, dann braucht auch niemand am Sonntag arbeiten“, sagt Leist dazu. Das ist eine nette Theorie, aber weit weg von der Praxis. So mogeln wir uns halt typisch österreichisch weiterhin mit Bahnhofs-Supermärkten, Sonntagsbäckereien, Tankstellenshops, touristischen Angeboten und Saisonorteregelungen durch, um lauthals behaupten zu können: „Es gibt keine Sonntagsarbeit in Tirol.“

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Wirtschaft & Unternehmen

70 60 50 40 30 20 10 0 -10 -20

buch.tipps Rhetoriktraining

Ges.

Prod.

DL

Gew.

Ind.

Bau

H

V

Tour.

I&C

Aktuelle Geschäftslage nach Branchen (Stand: Juli 2011, Quelle: WK Tirol, Konjunturbaromter Top-Tirol Sommer 2011)

gut

zufriedenstellend

schlecht

+/–

Gesamt (Ges.)

41,5

53,5

–5,1

36,4

Produktion (Prod.) Dienstleistung (DL) Gewerbe (Gew.) Industrie (Ind.) Bauwirtschaft (Bau) Handel (H) Verkehr (V) Tourismus (Tour.) Information & Consulting (I&C)

39,4 47,7 57,7 36,8 33,1 39 62,3 40,3 40,7

53,5 51,3 29,3 55,5 66,9 61 37,7 57 55,1

–7,1 –1 –13,1 –7,7 0 0 0 –2,7 –4,2

32,3 46,8 44,6 29,1 33,1 39 62,3 37,6 36,5

Konjunkturerholung bleibt stabil Die Konjunkturerholung der letzten Monate setzt sich auch in den Sommermonaten fort. Getrübt wird das positive Stimmungsbild allerdings durch die stark steigenden Rohstoffpreise und die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der internationalen Schuldenkrise. In kleinen Schritten nähert sich die Tiroler Wirtschaft wieder der „Hochkonjunkturphase“ des Jahres 2007 an. Das ergibt die aktuelle Top-Tirol-Konjunkturbefragung der Wirtschaftskammer Tirol bei 195 Tiroler Leitbetrieben im Zeitraum Juni/Juli 2011. 42 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage, 53 Prozent sind zufrieden und nur fünf Prozent bewerten die derzeitige Lage als schlecht. „Damit hat sich die Einschätzung der Betriebe vom Frühjahr dieses Jahres mehr als bestätigt“, so Stefan Garbislander, zuständiger Abteilungsleiter in der Wirtschaftskammer. Damals erwarteten 20 Prozent der Betriebe eine positive Geschäftsentwicklung. Innerhalb der Branchen wird die positivste Geschäftslage von den Unternehmen der Verkehrswirtschaft gemeldet. Hier berichten 62 Prozent von einer guten Geschäftslage. Differenziert ist die Einschätzung im Gewerbe, wo 58 Prozent die Geschäftslage als positiv einschätzen

12 eco.nova

(zweithöchster Wert), aber auch 13 Prozent von einer schlechten Lage berichten (höchster Wert). Zwar von einem niedrigen Niveau ausgehend schätzen die Leitbetriebe der Bauwirtschaft die Lage als positiv ein, ebenso wie der Tiroler Handel, wenngleich hier die Werte deutlich zurückgegangen sind. Im Frühjahr schätzte annähernd jeder sechste Betrieb die Geschäftslage als positiv ein, jetzt sind es nur noch 39 Prozent. Starker Wachstumstreiber war bislang die Exportwirtschaft. Doch auch hier wurde die Einschätzung der Topbetriebe zuletzt etwas gedämpft. „Die unsichere Situation auf den verschiedenen Absatzmärkten, allen voran die USA, und die Schuldenkrise wirken sich negativ auf die aktuelle Stimmung aus. Zusätzlich bleiben die Preise an den Rohstoffmärkten unverändert hoch. Diese sind es auch, die hauptverantwortlich für den Anstieg der Inflationsrate auf zuletzt 3,3 Prozent sind“, so Garbislander in seinem Bericht. Zu beachten sei daher, dass die Inflation nicht „hausgemacht“, sondern großteils importiert ist. Ein vollständiges „Überwälzen“ der steigenden Rohstoff kosten auf die Unternehmen über stark steigende Nominallöhne würde die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe beeinträchtigen und damit letztlich auch die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt gefährden.

Hans-Uwe L. Köhler gehört zu den Besten auf dem Vortragsparkett. Erstmals gewährt das Rhetorikgenie in „Die perfekte Rede“ Einblicke in seine Arbeit als Redner. (216 S., EUR 25,60) Weitere Tipps von 22 Topexperten gibt‘s im Buch „Die besten Ideen für erfolgreiche Rhetorik“ – spannend und kurzweilig, wie eine gute Rede sein soll. (272 S., EUR 30,80) Erschienen im Gabal Verlag

Heiteres & Nützliches Künstler Hans Langer alias Birdman ist ein Meister der klaren Worte. In „Leicht wie ein Vogel“ gibt er in 10 Kapiteln Lebensweisheiten an die Hand, die so einfach wie genial sind. südwest Verlag, 112 S. mit 40 Illustrationen, EUR 15,50 „tweetonomics“ erklärt die Wirtschaft in kurzen Tweeds und vermittelt in 140 Zeichen Grundwissen zu den wichtigsten Begriffen der Wirtschaftswelt. Knackig, übersichtlich, verständlich. Knesebeck Verlag, 128 S., Mich können EUR 13,40 Sie gewinnen. m/ www.facebook.com/ econova.at

Teurer Schulbeginn Laut einer Online-Umfrage von Integral (in Auftrag gegeben von Henkel) kostet ein Schuljahr rund 400 Euro pro Tafelklassler. Die Hälfte davon machen die Schulmaterialien aus, die zu Schulbeginn besorgt werden müssen. Diese Einkäufe werden von den Eltern meist gemeinsam mit den Kids erledigt – Dauer: etwa drei Stunden (ohne Anfahrtszeit!) in durchschnittlich drei Geschäften. Die übrigen 200 Euro werden für (Turn-)Kleidung, Fahrtkosten etc. gebraucht. In Wien wird übrigens rund 35 % mehr Geld für Schulsachen ausgegeben als in Westösterreich – vermutlich, weil in der Hauptstadt mehr Wert auf Markenartikel gelegt wird. Grundsätzlich empfiehlt es sich, Preise zu vergleichen, da diese in vielen Geschäften oft stark unterschiedlich sind.


eco.wirtschaft

Grundsätzlich optimistisch

Mag. Peter Bayer, Organisationsverantwortlicher der Olympischen Jugendspiele, und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schobesberger, Direktor des ISAG Foto: TILAK/Schwamberger

TILAK versorgt die Jugend-Olympioniken „Zu wissen, dass alle teilnehmenden Athleten in medizinischer Hinsicht in besten Händen sind, ist für uns natürlich beruhigend“, so der Organisationsverantwortliche der Spiele, Mag. Peter Bayer. Er spielt damit auf die Zusammenarbeit mit der TILAK (www.tilak.at) an, die die gesamte medizinische Versorgung rund um die Olympischen Jugendspiele 2012 übernimmt. Neben der klassischen „Wettkampf betreuung“ der Athleten bedeutet dies auch die Errichtung einer umfassenden Infrastruktur bis hin zum eigenen medizinischen Servicezentrum im Youth Olympic Village. Infos zu den Spielen gibt‘s unter www.innsbruck2012.com

Wachstumskurs Die KOMET GROUP ist ein weltweit führender Hersteller von Präzisionswerkzeugen für Bohrungsbearbeitungen, Reiben und Gewinden und seit über 90 Jahren ein Innnovationsführer der Branche. Mit 1. Juni übernahm die Gruppe die rhoBeSt coating GmbH mit Sitz in Innsbruck und erweitert damit ihre Beschichtungsexpertise. rhoBeSt ist ein forschungsorientiertes Unternehmen, dessen Kernkompetenz in der Nano-Diamantbeschichtung liegt. Dr. Christof Bönsch, Geschäftsführer der KOMET GROUP, über die Übernahme und die Zukunft: „Mit KOMET RHOBEST setzen wir unseren Anspruch der stetigen Produktinnovation konsequent fort. Wir werden zukünftig ein entsprechendes Produktprogramm sowohl für Standardwerkzeuge als auch für Speziallösungen entwickeln und auf den Markt bringen. Infos unter www.kometgroup.com

... zeigt sich die Stimmung im 2. Quartal 2011 in der heimischen Industrie. Industriepräsident Dr. Reinhard Schretter: „Tiroler Industriebetriebe schätzen die gegenwärtige konjunkturelle Entwickulng ‚gut‘ bis ‚steigend‘ ein. Mit einer zunehmenden Kapazitätsauslastung wächst auch die Investitionsneigung wieder. Die gegenwärtige Entwicklung stimmt optimistisch, wenngleich manche Bereiche etwas hinterherhinken. Die Phase der Konsolidierung setzt sich aber fort.“ Rasant und selbsttragend ist der Aufschwung indes noch nicht – auch ob der internationalen Störfaktoren. Flexibilität ist gefragt, um Substanz und Marktposition zu festigen. Mehr dazu unter www.iv-tirol.at

Präsentierten eine erfolgreiche Bilanz 2010: Neue-Heimat-Tirol-Geschäftsführer Alois Leiter (li.) und Klaus Lugger. „Das Jahr 2010 brachte der Neuen Heimat Tirol (NHT) ein erfreulich hohes Bauvolumen von 92,5 Mio. Euro, inkl. Instandhaltung.“ Insgesamt verwaltet die NHT Ende 2010 30.379 Einheiten; darin sind 12.738 Miet- und 3.515 Eigentumswohnungen enthalten. Zum 31.12.2010 befanden sich 726 Wohnungen in Bau, für das Jahr 2011 ist der Baubeginn für weitere 474 Wohnungen geplant Foto: platzermedia

Soziales Bollwerk Das Baugeschehen der Neuen Heimat Tirol (NHT) war im Jahr 2010 vor allem durch die Errichtung des Olympischen Dorfes mit 444 Wohnungen für die Jugendspiele 2012 geprägt. Ein besonders Highlight war auch die Fertigstellung einer Mehrzweckhalle, eines Seniorenheims und einer Kinderkrippe in Vomp mit einem Gesamtaufwand von 15,5 Mio. Euro. Auch das Schulgebäude in Mayrhofen war eine Herausforderung. Neben diesen öffentlichen Bauten ermöglichte die NHT auch vergangenes Jahr wieder leistbares Wohnen für die Bevölkerung. So wurden 2010 insgesamt 291 Wohnungen fertig gestellt, für 2011 und 2012 sind viele Projekte auf Schiene – u. a. befindet sich gerade im hochpreisigen Kitzbühel ein Projekt mit einmalig günstigen Grundkosten von 200 Euro in Bau. www.neueheimattirol.at

Neben ihrer Bilanz präsentierte die Tiroler Gebietskrankenkasse kürzlich auch einen neuen Direktor. Anfang August übergab HR Dkfm. Heinz Öhler (li.) seinem Nachfolger Dr. Arno Melitopulos ein gut aufgestelltes Haus Foto: TGKK

Entschuldung erreicht Die Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) hat das Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 26,4 Mio. Euro abgeschlossen, wodurch es zur fast gänzlichen Entschuldung der Kasse gekommen ist. Für Mag. Bernhard Achatz, Vorsitzender der TGKK-Kontrollversammlung, ist diese Entwicklung naturgemäß „sehr erfreulich“, dennoch dürfe das große Ziel nicht aus den Augen verloren werden: Die Sanierung des gesamten Krankenversicherungssystems. Insgesamt haben Österreichs Gebietskrankenkassen noch immer 570 Mio. Euro Schulden, bei der TGKK sind es immerhin „nur“ noch 4 Mio. www.tgkk.at Daten und Fakten für das Jahr 2010 Beiträge Versicherungsleistungen Budgetergebnis Leistungsaufwand pro Anspruchsberechtigten Verwaltungsaufwand Anspruchsberechtigte

689,8 Mio. Euro 773,1 Mio. Euro 26,4 Mio. Euro 1.402 Euro 2,5 Prozent 551.444

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„Die Tiroler Wirtschaft konnte sich in den letzten beiden Jahren sehr gut behaupten. Neben der unangefochtenen Nummer eins im österreichischen Tourismus hat sich Tirol mittlerweile auch als TopIndustriestandort positioniert. Insbesondere der stagnierende Arbeitskräftemarkt stellt Tirol aber, so wie andere Regionen auch, mittelfristig vor massive Herausforderungen.“ Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden bei der Bank Austria

Text: Michael Posselt

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Tirol verbessert sich im Bundesländerranking auf Platz 3 Tirol hat die Wirtschaftskrise beinahe überwunden und als Standort deutlich an Anziehungskraft gewonnen. Das österreichische Tourismusbundesland Nummer eins wird immer mehr zu einem qualitätsvollen, dynamischen Wirtschafts- und Forschungsstandort und ist damit auf dem Weg, zur heimischen Wirtschaftsspitze aufzusteigen.

Die Tiroler Wirtschaft präsentiert sich heute breiter und vielfältiger aufgestellt als noch vor wenigen Jahren und hat nicht zuletzt deshalb die Konjunkturkrise gut überwunden und rasch auf einen Wachstumspfad zurückgefunden. Im Bundesländervergleich ist Tirol verdienterweise auf das Podest gestiegen und belegt derzeit Platz drei. Neben der unangefochtenen Nummer eins im österreichischen Tourismus hat sich Tirol in den vergangenen Jahren aber auch als TopIndustriestandort positioniert, so Helmut Bernkopf, Vorstand für Corporate und Investment Banking der Bank Austria bei der Präsentation der aktuellen Standortanalyse der Bank Austria in Innsbruck. Seit 2008 erhebt die Bank Austria regelmäßig die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesländer anhand der vier Kriterien Wohlstand, Arbeitsmarkt, Standort und Struktur. Dabei konnte sich Tirol vom sechsten Platz, den es vor drei Jahren noch belegte, auf den dritten Platz verbessern. Nummer eins bleibt weiterhin Oberösterreich.

Tirol liegt in den Bereichen Standortqualität, Arbeitsmarkt und Strukturbedingungen über dem ÖsterreichSchnitt. Lediglich das Wohlstandsniveau ist – trotz hohem BIP pro Kopf – weiter im österreichischen Mittelfeld. „Tirol hat in den letzten beiden Jahren seinen starken Charakter bewiesen und nutzt sein Potenzial als eine der Stützen der österreichischen Wirtschaft“, so BA-Landesdirektor Markus Sappl. Auch wenn der krisenbedingte Einbruch erst im laufenden Jahr gänzlich ausgeglichen sein wird, sei die Trendwende eindrucksvoll vollzogen. Die jüngsten Daten zeigen eine überdurchschnittliche Entwicklung auf fast allen Ebenen. Die gestartete Forschungs- und Innovationsoffensive zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit mache Tirol fit für den globalen Markt.

Tourismus- und Industriestandort Mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent im Jahr 2010 hat Tirol ein besonders hohes Erho-


Steigendes Wohlstandsniveau Das Wohlstandsniveau befindet sich derzeit im österreichischen Mittelfeld. Langfristig ist aber in Kombination mit der dynamischen Arbeitsmarktentwicklung ein kraftvoller Erholungsprozess im Gang. „Der Arbeitsmarkt hat die Wirtschaftskrise im Bundesländervergleich gut überstanden, die Arbeitslosigkeit ist in Tirol weniger stark angestiegen als im ÖsterreichSchnitt. Bei gleichzeitiger hoher Erwerbsquote sank die Arbeitslosigkeit auf 6,1 Prozent im Jahr 2010. Für

promotion

eco.wirtschaft

lungstempo nach der Krise an den Tag gelegt. Die exportorientierte Industrie und der Dienstleistungssektor (vor allem der Handel und unternehmensnahe Dienstleistungen) haben diese Dynamik gestützt. Die Industrieproduktion ist im Jahr 2010 um 12,4 Prozent angestiegen. Mit der vierthöchsten Exportquote Österreichs von 47 Prozent an der Wirtschaftsleistung und einem Anteil von weit über 20 Prozent an der regionalen Wertschöpfung ist Tirol ein immer wichtigerer Industriestandort geworden. Die Industriestärke Tirols sei im derzeitigen globalen Aufschwung jedenfalls ein Vorteil. Bei den Dienstleistungen müsse man aber differenzieren, analysiert BA-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Weiter ausgebaut hat Tirol seine Tourismuskompetenz. Aufholbedarf gebe es aber nach wie vor bei unternehmensnahen Dienstleistungen.

2011 ist sogar eine neue Rekordbeschäftigung mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 5,9 Prozent in Sicht“, so Sappl. Der Beschäftigungsrekord ist fast ausschließlich auf neu geschaffene Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich zurückzuführen. Von der Industrie sind zwar auch positive, jedoch deutlich zurückhaltendere Beschäftigungsimpulse zu erwarten. Der Trend am Arbeitsmarkt geht zu höheren Qualifi kationserfordernissen, zumal die Bedeutung der Sparten der Hochtechnologie, wie Umwelttechnik oder Biochemie, für die Tiroler Wirtschaft zunimmt. Die größten Zukunftschancen sieht BA-Landesdirektor Sappl daher in der weiteren „Durchdringung der Tiroler Wirtschaft mit Unternehmen im Hochtechnologiebereich. Innovative Produktionsunternehmen mit qualitativer Weiterentwicklung der Produktionssparten sowie intelligente und kreative Dienstleister sind der Schlüssel, um weiterhin im nationalen und internationalen Wettbewerb erfolgreich zu bestehen.“ Tirol habe jedoch, so wie viele Regionen, langfristig mit einem mehr oder weniger stagnierenden Arbeitskräftemarkt zu rechnen. Hier gelte es, vorhandenes Innovations- und Gründerpotential massiv zu stärken und den bereits eingeschlagenen Weg in Richtung Bildungsinitiativen und Stärkung der Forschungsund Entwicklungsaktivitäten weiter konsequent zu beschreiten, so Sappl.

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„Wer sich neu definiert, wird seine Stärke bewahren“

Derzeit betreibt bauMax – nach wie vor in Familienhand – 153 Märkte in 9 Ländern, 67 davon in Österreich, 4 in Tirol. Im Laufe der Zeit hat sich das Unternehmen zu einem kompetenten Baufachmarkt entwickelt, dessen Service- und Mitarbeiterqualifikationen es zum Marktführer in Tirol gemacht haben. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre haben die Entwicklung im Handel und somit auch in der Baumarktbranche stark beeinflusst. bauMax hat diese Zeit genutzt, um sich neu aufzustellen, eine neue Strategie zu entwickeln und die gesamte Organisation darauf abzustimmen. Das Ziel: den differenzierten Bedürfnissen der Kunden in allen Ländern optimal zu entsprechen und mit bestens ausgebildeten Kunden- und Fachberatern auch bisherige NichtHeimwerker tatkräftig zu unterstützen. Dabei setzt das Unternehmen auf Kreativität und Innovation. So

werden Kunden auf Wunsch komplett von Anfang bis zum Ende eines Bau- oder Sanierungsprojektes betreut, wobei neben den „herkömmlichen“ Beratern im Baumarkt auch mobile Projektberater direkt vor Ort zum Einsatz kommen. Bei Bedarf kann der Kunde zusätzlich auf ein Montageservice zurückgreifen, das vor zwei Jahren eingeführt wurde. Dabei vermittelt bauMax für jedes Heimwerkerprojekt den passenden Handwerker. Viele Tipps und Tricks zum Thema Bauen & Wohnen sowie Infos zum Unternehmen finden Sie übersichtlich und gut strukturiert unter www.baumax.at.

KR Martin Essl, Vorsitzender des Vorstandes der bauMax AG

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bauMax Tirol auf einen Blick • Standorte: Innsbruck, Kufstein, Vomp und Lienz mit einer Gesamtfläche von rund 24.000 qm • Umsatz: Im ersten Halbjahr 2011 lag der Umsatz bei 20,1 Mio. Euro (+4 % im Vergl. zum Vorjahr) • Mitarbeiter: 214, davon 8 mit Behinderung, die fest in den Tiroler BauMax-Teams integriert sind • Trends: In den vergangenen Monaten führte bauMax neue Servicekonzepte (z. B. Bestpreisgarantie) und Profisortimente sowie eine neue Werbelinie ein.

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Erste unabhängige Meinungsumfrage zum Thema SonntagsÜffnung (Seite 32)

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lossen l eco.titel


Sonntagsöffnung – ein Lokalaugenschein „Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun, am siebten Tag sollst du ruh’n“, heißt es im Alten Testament. Im Gegensatz dazu die aktuellsten Zahlen der Statistik Austria: Von insgesamt 4,1 Mio. Erwerbstätigen in Österreich verrichtete letztes Jahr eine Million Sonntagsarbeit, davon 675.600 regelmäßig. In Tirol haben 103.800 Menschen am Tag des Herrn gearbeitet (28 % der insgesamt 364.900 Erwerbstätigen), davon 76.900 (21 %) regelmäßig sonntags. Zum Beispiel in Spitälern, in Gastronomie- und Tourismusbetrieben, bei der Polizei, bei öffentlichen Verkehrsmitteln, Museen wie auch in unserer eigenen Zunft des Journalismus etc. Die Sonntagsruhe und die „Entdeckung“ eines gemeinsamen Familientages – nur für den Handel erscheint unter dieser Perspektive nicht für jeden nachvollziehbar. Dies gilt auch für die komplexe Gesetzesgrundlage zur Sonntagsöffnung – die Krux liegt im Detail. Was aber denkt Tirol? Wie stehen maßgebliche Interessenvertreter des Landes zur Sonntagsöffnung – und vor allem: Was meinen die Beteiligten – Kunden, Händler, Angestellte? eco.nova hat die erste unabhängige Meinungsumfrage zu diesem Thema in Auftrag gegeben und veröffentlicht.

Text: Ulrike Delacher

Insgesamt haben sich die Öff nungszeiten im Handel in den letzten 15 Jahren sukzessiv verlängert – mit der Möglichkeit der Ladenöff nung von 6 bis 21 Uhr bzw. auch der dazugewonnene Samstagnachmittag. Das Interesse von Kunden (und Händlern) ist also gegeben. Zudem ist „Einkaufen schon lange auch Freizeitbeschäftigung geworden“, meint Prof. Erich Kirchler, Universität Wien. Der Wirtschaftspsychologe ist selbst für flexible Öff nungszeiten, „weil damit nicht nur Konsumenten ihren Alltag flexibler planen können, sondern wahrscheinlich auch für manche Arbeitstätige in Geschäften eine flexiblere Arbeitsplanung möglich wäre“. In Tirol ist Einkaufen am Sonntag nicht unbedingt ein Novum – und der Ladenschluss wird aufgrund des Tourismus liberaler gehandhabt als andernorts in Österreich. Daneben gibt es noch weitere zahlreiche Ausnahmen für das Offenhalten von „Verkaufsstellen“ am Sonntag. Generell ist die Ladenschließung

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am siebten Tag der Woche einerseits in der Bundesgesetzgebung begründet, andererseits haben die Bundesländer die Kompetenz, bei Notwendigkeit und Bedarf die Ladenöffnungszeiten sowie die Regelung zur Beschäftigung von Mitarbeitern zu erweitern. Die Grundlage – Bestandsaufnahme der Bundesgesetze Dem Thema Ladenöff nung am Sonntag liegen in Österreich drei Bundesgesetze zugrunde: • Das Sonn- und Feiertags-Betriebszeitengesetz BZG gilt für spezifisch definierte Tätigkeiten an Sonn- und Feiertagen im Rahmen der Gewerbeordnung (z.B. Gastgewerbe). • Nach dem Arbeitsruhegesetz hat der Arbeitnehmer in jeder Kalenderwoche Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von 36 Stunden, in die der Sonntag zu fallen hat (Wochenendruhe). Das Arbeitsruhegesetz sieht eine Verordnungsermächtigung der Landeshauptleute für Ausnahmen vor.


eco.titel • Gemäß dem Öff nungszeitengesetz 2003 sind die Verkaufsstellen an Samstagen nach 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen und an Montagen bis 6 Uhr geschlossen zu halten, Bäckereibetriebe dürfen ab 5:30 Uhr offen halten. Die geregelten Öffnungszeiten sind Mo. bis Fr. von 6 bis 21 Uhr und Samstag von 6 bis 18 Uhr. Die Gesamtoffenhaltezeit darf die 72 Stunden innerhalb einer Kalenderwoche nicht überschreiten. Das Öff nungszeitengesetz ermächtigt die Landeshauptleute zu erweiternden Verordnungen im geprüften Bedarfsfall und enthält zahlreiche Ausnahmen.

Tiroler Öffnungszeitenverordnung Sowohl im Öff nungszeitengesetz als auch im Arbeitsruhegesetz ist eine Verordnungsermächtigung für die Landeshauptleute vorgesehen: Je nach geprüftem, besonderem regionalem Bedarf kann der Landeshauptmann Einfluss im Sinne einer Erweiterung nehmen, in Tirol ist dies in der Tiroler Öff nungszeitenverordnung 2008 belegt. Nach Anhörung der zuständigen gesetzlichen Interessenvertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer legt das Land Öffnungszeiten außerhalb der oben genannten – also an Sonn- und Feiertagen – fest. Für eine positive Entscheidung wird berücksichtigt, ob der Bedarf für das ganze Land oder nur für Teilgebiete, ob er während des ganzen Jahres oder nur saisonal gegeben ist. Die Bundeslandregelung spezifisch für die Erweiterung für Tourismusgebiete gilt nach Auskunft der WK Österreich in allen Bundesländern außer in der Bundeshauptstadt Wien.

Sommersaison: 15. Juni – 30. September Wintersaison: 20. Dezember – Ostermontag

Als besonders tourismusintensiv wird ein Ort dann kategorisiert, wenn aus regionaler Sicht eine außergewöhnliche Nachfrage besteht, die Gemeinde selbst zustimmt und mehr als 500.000 Nächtigungen pro Jahr oder mehr als 500 Nächtigungen je Einwohner  stattfinden. Das triff t auf insgesamt 22 Tiroler Gemeinden und Ortsteile wie etwa die Innsbrucker Altstadt, Ischgl, Seefeld oder Kitzbühel zu. Der Unterschied zu den übrigen Saisonorten besteht darin, dass in diesen 22 Gemeinden für Verkaufstätigkeiten, welche auf die Versorgung mit Gegenständen des täglichen Bedarfs gerichtet sind, in der Sommer- und Wintersaison auch Arbeitnehmer am Sonntag beschäftigt werden dürfen.

Wer wissen möchte, ob der eigene Wohnort dazuzählt: Die Listen haben wir auf unserer Facebookseite veröffentlicht.

In der Tiroler Öffnungszeitenverordnung sind 168 Tiroler Gemeinden und Ortsteile als Saisonorte fest-

gelegt, wobei 22 davon als besonders tourismusintensive Orte gelten. Bestimmte Geschäfte dürfen in diesen Saisonorten in der Sommer- und Wintersaison auch sonntags in der Zeit von 8 bis 20 Uhr im Ausmaß von höchstens sechs Stunden geöff net sein. In den 168 Saisonorten sind Verkaufstätigkeiten für die tägliche Bedarfsdeckung (z.B. Lebensmittel, Foto- und Sportartikel, Bekleidung, Schuhe, Hygiene, Drogeriewaren, Schmuck) in der Winter- und Sommersaison am Sonntag erlaubt. Allerdings: ohne die Beschäftigung von Arbeitnehmern. Wie das gehandhabt wird? „Dann stehen Familienangehörige oder Verwandte hinter der Theke“, so die Wirtschaftskammer. Eine Ausnahme der Ausnahme: Sportgeschäfte in Saisonorten dürfen auch am Sonntag Arbeitnehmer beschäftigen. Aufgrund dieser Personalregelung verzichtet beispielsweise auch der Lebensmittelmarkt MPREIS auf die Sonntagsöff nung seiner Supermärkte in den Saisonorten.

Arbeitskräfteerhebung Statistik Austria • Zahlen und Fakten zu Erwerbstätigen in Österreich, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung 2010, Jahresdurchschnitt Erwerbstätige gesamt

Arbeit am Sonntag

davon regelmäßig1)

Erwerbstätige Handel & KFZ

4.096.400 364.900 194.100 170.800

1.003.800 103.800 54.100 49.700

675.600 76.900 39.500 37.400

624.900 55.700 25.200 30.600

Österreich Tirol Tiroler Tirolerinnen • Sonntagsarbeit im Handel2)

An mindestens zwei Sonntagen (regelmäßig) An einem Sonntag Nie Gesamt

37.400 28.900 558.600 624.900

1) Statistik Austria, Jahresdurchschnitt 2010. „Regelmäßig“ bezieht sich auf mind. die Hälfte der Sonntage 2) Statistik Austria: Die Auswertung nach Bundesländern ist aufgrund der geringen Stichprobengröße nicht sinnvoll

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„Sonntagsshopping“ an Tankstelle und Co. Warenverkauf am Sonntag ist beispielsweise bundesweit im Gast- und Konditorgewerbe gestattet, bei Tankstellen (Betriebsstoffe – Benzin, Diesel und Waren des üblichen Reisebedarfs, vorverpackt gelieferte Lebensmittel) sowie bei Messen, Ausstellungen und Märkten. Weiters dürfen Verkaufsstellen in Bahnhöfen, auf Flughäfen und an Schiffsanlegeplätzen für den Verkauf von Lebensmitteln, Souvenirs und notwendigem Reisebedarf wie Lektüre, Blumen, Fotoartikel und Toilettenartikel offen halten. Einzige Einschränkung: Die Verkaufsfläche darf nicht größer als 80 m 2 sein. Hier kann der Landeshauptmann durch Verordnung die Verkaufsfläche erweitern, sofern es die Einkaufsbedürfnisse der Reisenden erforderlich machen. Handelsketten wie Spar mit ihrem Konzept SparExpress sowie MPREIS gemeinsam mit dem Tankstellenbetreiber Gutmann verkaufen deshalb aktuell an Tirols Tankstellen auf 80 m2 oder weniger Ladenfläche ihre Lebensmittel – auch am Sonntag und ohne Zuschlag auf den Verkaufspreis. Am Sonntag geöffnet halten dürfen auch Verkaufsstellen von genussfertigen Lebensmitteln etwa in Theatern, Museen, Kinos, Sportplätzen sowie Zollfreiläden und Grenzstationen.

MPREIS am Innsbrucker Bahnhof Wer hat sich nicht schon einmal über den großen Andrang am Sonntag in der MPREIS-Filiale am Innsbrucker Bahnhof gewundert und war neugierig auf die Umsatzzahlen? Diese Filiale liegt zwar am Bahnhof und darf also laut Öff nungszeitengesetz 2003 offen halten, allerdings übersteigt die Geschäftsfläche dort die vorgegebenen 80 m2. Warum das so ist, erklärt Unternehmenssprecherin Ingrid Heinz: Die Pläne und Verträge zum Bau dieser Filiale haben bereits vor der Festlegung des Öff nungszeitengesetzes 2003 bestanden und

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wurden von den Behörden bestätigt. Hier gelte § 12, Übergangsbestimmung des Gesetzes 1991 auf 2003: „Die bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Öffnungszeitengesetzes 2003 bestehenden Verkaufsstellen mit einer größeren Verkaufsfläche als 80 m 2 dürfen weiter betrieben werden.“ Überraschend die Antwort auf die Frage nach dem Geschäftsgang am Tag des Herrn: Der Sonntagsumsatz sei vergleichbar mit dem Umsatz eines Wochentages. Zwar hat der Bahnhof eine tägliche Frequenz von 20.000 Passanten und am Sonntag sind tatsächlich viele Menschen im MPREIS zum Einkaufen, aber es werden vor allem Getränke gekauft und weniger Grundnahrungsmittel. Es ist also viel los, wird aber weniger verkauft. „Niemand macht seinen Wocheneinkauf am Sonntag“, so Heinz. Sie betont, dass sowohl das Angebot gleich bleibt und auch die Preise nicht höher als während der Woche sind. „MPREIS setzt ganz bewusst das Prinzip der einheitlichen Preise um. Das entspricht unserer Firmenphilosophie.“ Der Supermarkt am Bahnhof hat täglich von von 6 bis 21 Uhr geöff net und ist daher sehr personalintensiv. Am Sonntag arbeiten viele zusätzliche Mitarbeiter – Studenten oder Hausfrauen, die sich laut Ingrid Heinz bewusst diese Zeit zum Arbeiten aussuchen. „Bei uns bekommen die Mitarbeiter für die Sonntagsarbeit 100 % Zuschlag ausbezahlt. Arbeitet jemand vom Stammpersonal am Sonntag, dann bekommt er oder sie 100 % Zuschlag und während der Woche einen Tag frei.“ Die Bereitschaft sei auf jeden Fall gegeben.

Brot und Blumen Das Thema Sonntagsöffnung erscheint bei näherer Betrachtung immer komplexer - der Teufel bzw. die Erlaubnis zur Sonntagsöffnung steckt im Detail: So gilt es nicht nur, bei den jeweiligen lokalen Regionen zu unterscheiden, sondern auch beim Produktangebot, oder aber auch beim unterschiedlichen Gewerberecht. Zwei Beispiele: Der Bäckerbetrieb in der Tourismusregion darf Brot backen – aber nur, wenn der Unternehmer selbst den Teig in den Ofen schiebt und wieder herausholt, Vorbereitungsarbeiten können wiederum durchaus von Angestellten durchgeführt werden, Ausliefern im Firmenauto am Sonntag ist nicht erlaubt. Im Gegensatz dazu sind Konditoren zur Herstellung von Gebäck und Weißbrot am Sonntag berechtigt. Gärtner und Floristen dürfen am Sonntag in definierten Gebieten zwar Blumen und Pflanzen verkaufen, aber keine Blumenerde (hierzu braucht es die Berechtigung des Handels). Außerdem haben Floristen die Möglichkeit, an sechs Sonn- oder Feiertagen im Jahr zusätzlich offen zu halten, um Blumen und Pflanzen zu verkaufen. In beiden Sparten hat man zum Thema Sonntagsöffnung Prozesse in Tirol geführt – mit dem klärenden Ergebnis: Nichts ist geklärt. Oder warum sonst gibt niemand offen Auskunft über das Ergebnis – der betroffene Bäckereibetrieb sowie der Florist wollen nicht genannt werden, um „nicht in ein Wespennest zu stechen“. Sie scheinen „theoretisch“ zwar die Nase


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Der Bäcker und die Sonntagsöffnung Auszug aus dem Bäckereiarbeiter-Gesetz Fassung 12.08.2011 Ausnahmen von der Wochenend- und Feiertagsruhe: Während der Wochenend- und Feiertagsruhe dürfen Arbeitnehmer mit folgenden Arbeiten beschäftigt werden: • der Herführung, dem Mischen und dem Auswiegen von Teigen • dem Zusammendrehen und Wirken der Pressen sowie dem mechanischen Teilen und Wirken von ungeformten Teigen bei Weißgebäck und Sandwichwecken • dem Anheizen von Backöfen • dem Auftauen und Aufreschen der in Tiefkühl- und Gärunterbrechungsanlagen gelagerten Halb- und Fertigerzeugnisse • der unaufschiebbaren Reinigung und Instandhaltung der Betriebsräume und -anlagen • der Herstellung leicht verderblicher Zuckerbackwaren in Konditoreibetrieben während drei Stunden vor 12 Uhr Angeführt sind nicht der Vorgang des Backens (Teig in den Ofen schieben und herausholen) sowie das Ausliefern der Ware. (Anm. d. Red.) In einer rechtlichen Auseinandersetzung im Jahr 2007 klagte beispielsweise ein Bäcker im Tiroler Unterland einen Mitbewerber auf Unterlassung der Sonntagsarbeit. Der Bäcker beklagte, dass sein Zunftkollege nicht nur zur Auslieferung, sondern auch zur Herstellung der Backwaren Bäckereiarbeiter/Dienstnehmer eingesetzt habe. Das sei in jedem Fall unzulässig. Gleiches gelte für die Backwaren, die an Sonntagen entgegen den Vorschriften des Bäckereiarbeiter-Gesetzes hergestellt und ebenfalls von Dienstnehmern mittels gekennzeichnetem Firmenauto ausgeliefert worden seien. Der OGH hat das angefochtene Urteil als nichtig aufgehoben. Der weitere Ausgang ist nicht bekannt.

Verkauf von Blumen und Pflanzen am Sonntag Für Gärtner und Floristen gilt eine Sonderregelung: Mitgliedsbetriebe der Bundesinnung sowie landwirtschaftliche Gärtnereien dürfen an sechs Sonn- oder Feiertagen pro Jahr zur Betreuung ihrer Kunden im Detailverkauf bis 17.00 Uhr offen halten und Arbeitnehmer beschäftigen. Das Angebot muss sich auf das Grünpflanzen-Sortiment beschränken, andere Ware wie etwa Gartengeräte darf nicht verkauft werden und muss für Kunden auch entsprechend gekennzeichnet (z.B. abgedeckt) werden. Ausnahmen von der Sonntagsschließung gibt es im Handel ferner für den Naturblumenverkauf in unmittelbarer Nähe zu Spitälern oder auf Bahnhöfen oder Flughäfen. Per Verordnung des Landeshauptmanns kann die Sonn- und Feiertagsöffnung für Blumenläden auch darüber hinaus erweitert werden. Hat der Gärtner allerdings auch noch einen landwirtschaftlichen Betrieb angemeldet, darf er auch sonntags ab Hof Waren aus der eigenen „Urproduktion“ verkaufen.

voll zu haben vom Thema Sonntagsöff nungszeit – praktisch sind sie aber mit den gesetzlichen Bestimmungen nun im Reinen: Der Florist hat offiziell nun sonntags geöff net, weil er nicht nur Gärtner und Florist ist, sondern auch einen landwirtschaftlichen Betrieb führt. Diese dürfen sonntags ab Hof Waren der eigenen landwirtschaftlichen Urproduktion verkaufen ... Der Bäcker verkauft frisches Brot am Sonntag – im integrierten Café.

Maria Empfängnis – keine Arbeitnehmer-Bedrängnis Am 8. Dezember tritt ebenfalls eine Sonderregelung in Kraft: An diesem Feiertag dürfen die Geschäfte von 10 bis 18 Uhr offen gehalten werden. Das Beschäftigen von Arbeitnehmern (und auch Lehrlingen) ist zulässig – wenn der 8. Dezember ein Werktag ist. Der Chef muss seine Mitarbeiter jedoch bis zum 10. November darüber informieren, wenn sie am 8. Dezember arbeiten sollen. Die Angestellten können ablehnen – ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Wer am 8. Dezember bis zu 4 Stunden arbeitet, erwirbt zusätzlich einen Anspruch auf 4 Stunden bezahlte Freizeit, der Arbeitnehmer, der mehr als 4 Stunden arbeitet, zusätzlich einen Anspruch auf 8 Stunden bezahlte Freizeit. Es gebührt neben dem Dezembergehalt 1/167 des Bruttomonatsgehalts für jede am 8. Dezember gearbeitete Stunde. Generell gelten Arbeiten an Sonntagen laut dem Kollektivvertrag für Angestellte in Handelsbetrieben als Überstunden und sind mit einem Zuschlag von 100 % zu vergüten.

Sonntags im Ausland ... Grundsätzlich bleiben die Läden des Einzelhandels am Sonntag im Großteil Europas geschlossen. Neben Österreich gibt es auch in Frankreich, Griechenland, Italien und der Schweiz regionale Ausnahmeregelungen für Tourismuszonen. Manche Staaten wie Dänemark, Finnland, Italien und die Niederlande öffnen die Geschäfte an einer bestimmten – meist geringen – Anzahl von Sonntagen. Am liberalsten handhaben die früheren „Ost-Staaten“ wie Estland, Lettland, Litauen, Tschechien und Ungarn die Sonntagsöffnung im Handel – nämlich ohne Einschränkung. In Deutschland differiert die Anzahl der Verkaufssonntage von Bundesland zu Bundesland. So legen beispielsweise in der Bundeshauptstadt Berlin Handel, Kirche und Gewerkschaft mit der Landesregierung acht Sonntage zum Offenhalten der Geschäfte fest, zusätzlich darf der Händler noch zwei Sonntage zur Ladenöffnung frei wählen. Die Mitarbeiter würden sich dort förmlich um den Sonntagsdienst reißen und niemand müsse „verpflichtet“ werden, am Sonntag zu arbeiten. Zusätzlich spricht der Berliner Handelskammerpräsident von einem überraschenden Erfolg bei den Umsatzzahlen und dem Aufbau von Beschäftigung. Die Industrie- und Handelskammer München berichtet, dass in Bayern – im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern Deutschlands – weiterhin das Bundesladenschluss-Gesetz gelte – „obwohl im Zuge


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Designer Outlet Brenner: 50 % mehr Kunden am Sonntag In die Südtiroler Sonderregelung für Grenzgebiete fällt auch das Designer Outlet-Center am Brenner. Als traditionell starker touristischer Standort direkt an einer der wichtigsten touristischen Nord-SüdRouten macht man gute Erfahrungen mit der Sonntagsöff nung, erklärt DOB-Geschäftsführer Christian Dotzauer. „Wir haben am Sonntag ca. 50 % mehr Kunden als an einem normalen Wochentag inklusive Samstag. Allerdings kann man sagen, dass Samstage und Sonntage im Jahresschnitt gleich stark sind, dies hängt von den Wochenendplanungen der Kunden ab.“ Damit sei eine Öff nung am Sonntag unabdingbar und rechne sich jedenfalls, die Zahlen des Umsatzes entsprechen dem Kundenfluss, also am Sonntag auch 50 % mehr Umsatz, so Dotzauer. Die Mitarbeiter des Outlet-Centers erhalten Sonntagszuschläge in der gesetzlichen Höhe von ca. 35 % der Bruttolohnkosten.

„Schlechtwetter-Regelung“ Für den Geschäftsführer des größten Tiroler Einkaufszentrums DEZ, Hannes Hess, würde die Sonntagsöff nung bei schlechtem Wetter am meisten Sinn machen, „aber das ist natürlich für ein Shoppingcenter nicht umsetzbar“. Seine Meinung zu diesem Thema sei nicht von Bedeutung, meint Hess. Fest steht auf jeden Fall, dass bei einem generellen Beschluss zur Sonntagsöff nung auch diejenigen offen halten müssten, die nicht dafür gestimmt haben. Und hier – wie auch bei anderen Klein- und Mittelbetrieben in Tirol – gilt es zu bedenken: „Das DEZ hat rund 80 Kleinbetriebe, die aufgrund der Personalstruktur damit mehr Schwierigkeiten hätten als die Großen.“

Und was will Richard Lugner?

Mag. Karina Petrzela und Dr. Johannes Barbist, Binder Grösswang Rechtsanwälte, Innsbruck

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der Föderalismusreform 2006 in Deutschland der Ladenschluss der ausschließlichen Gesetzgebung der einzelnen Bundesländer zugewiesen wurde.“ Grundsätzlich gelten ähnliche Ladenschlusszeiten und Ausnahmeregelungen (z.B. für Kur-, Ausflugs- und Erholungsorte) wie in Österreich. Verkaufsoffene Sonntage können von den Gemeinden an jährlich vier Sonn- und Feiertagen für fünf zusammenhängende Stunden bis längstens 18 Uhr anlässlich von Märkten, Messen und ähnlichen Veranstaltungen festgesetzt werden.

Aktuell den Sonntag für den Handel erneut ins Rollen gebracht hat Baumeister Richard Lugner mit seinem Wunsch nach bis zu sechs offenen Sonntagen im Jahr und der Beschwerde gegen die Ladenöffnungsregelung beim Verfassungsgerichtshof. Es sei ihm unbegreifl ich, dass beispielsweise Händler im Bundesland Tirol durch die gesonderte Öff nungszeitenverordnung am Sonntag ihre Geschäfte offen halten dürften, in Wien aber nicht. Lugner wirft Bürgermeister Häupl eine Vernachlässigung des Handels vor.

In Südtirol gilt nach Auskunft des Handels- und Dienstleistungsverbandes Südtirol grundsätzlich zwar auch die Sonntagsschließung, daneben aber gibt es generelle Sonderregelungen sowie Regelungen für Tourismus- und Grenzgebiete: Im Advent beispielsweise können Händler an allen vier Sonntagen ihre Geschäftspforten öffnen. Zusätzlich liegt es in der Kompetenz der Gemeinde, zu bestimmten Anlässen wie Festen, Messen oder Märkten die Geschäfte zu öffnen. Jedes Jahr wird diese Anzahl an verkaufsoffenen Sonntagen erneut festgelegt, für Bozen sind das beispielsweise zwölf Sonntage inklusive der Adventsonntage im Jahr 2012. Allerdings steige der Druck, am Sonntag die Geschäfte zu öffnen, „besonders von Seiten großer Handelsketten“, betont man im Verband.

Die Innsbrucker Experten Dr. Johannes Barbist und Mag. Karina Petrzela vom Innsbrucker Anwaltsbüro Binder Grösswang erklären das Anliegen des EKZ-Besitzers: „Richard Lugner beruft sich auf das Grundrecht der Erwerbsausübungsfreiheit und sieht in der zeitlichen Regelung eine nicht mehr den Gegebenheiten entsprechende gesetzliche Einschränkung. Diese Begrenzung der Erwerbsfreiheit kann der Gesetzgeber aus sozialpolitischen Interessen vornehmen bzw. auch, wenn sie im öffentlichen Interesse liegt. Dies bzw. ob die derzeitige Regelung noch verhältnismäßig sei, gilt es nun zu überprüfen. Zuvor aber muss Lugner seine Behauptung der gesellschaftlichen Veränderung, was das Konsumverhalten anbelangt, beweisen, indem er gegenüber dem VfGH nachweist,


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dass die Mehrheit der Konsumenten den Sonntag auch zum Einkaufen nützen möchte.“ Frühere Entscheidungen haben allerdings bereits gezeigt, dass die aktuelle Regelung bzgl. Erwerbsausübungsfreiheit dem Verfassungsgerichtshof kein Dorn im Auge ist (Zitat aus dem Entscheidungstext): So hat der Verfassungsgerichtshof „schon das Verbot des Offenhaltens an Samstagnachmittagen angesichts der besonderen Funktionen des Wochenendes für Freizeit, Erholung soziale Integration als prinzipiell verfassungsmäßig erkannt“. „Die Ladenöffnungsregelung ist eine sozial- und familienpolitische Entscheidung des Gesetzgebers und bis dato nicht verfassungswidrig.“ Die Bundesregierung hat dem Baumeister in einer aktuellen Stellungnahme bereits eine klare Absage erteilt: „Durch die Sonntagsruhe ist zwar das verfassungsmäßige Recht auf Erwerbsfreiheit eingeschränkt, aber in einem sozial- und familienpolitisch gerechtfertigten Ausmaß.“ Unterschrieben: Bundeskanzler Werner Faymann. Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs selbst wird im Frühjahr erwartet.

Interessenvertreter: Trend gegen Sonntagsöffnung

„Der Sonntag soll nicht zum Alltag werden“, mahnt Österreichs Wirtschaftskammerpräsident Christoph

Leitl. Der Sonntag müsse etwas „Feierliches, Entspannendes, Sinnvolles sein. (...) Unsere Gesellschaft leidet an Verlust von Bindungen. Die Kinder sind in Betreuungseinrichtungen, am Arbeitsplatz ersetzt die elektronische Kommunikation sehr häufig das persönliche Gespräch, im gesellschaftlichen Bereich steht der individuelle Spaßfaktor vor dem Gemeinschaftserlebnis. Die Anonymisierung der Gesellschaft bewirkt zunehmende Orientierungslosigkeit. Jeder Vierte unserer Landsleute ist mehr oder minder psychisch gestört. (...) Ein Sonntag als Tag der menschlichen Begegnung ist dagegen natürlich kein Allheilmittel. Aber immerhin ein wichtiger Beitrag zu mehr Zusammenhalt und mehr Miteinander.“ Auch der Tenor in den Meinungen der Tiroler Interessenvertreter geht in Richtung „freier Sonntag“ zugunsten Familie und Erholung – zwar mit Einschränkungen und Wenn und Aber sowie Vorschlägen zu weiteren Ausnahmen – aber die Haltung ist eindeutig. Schlussendlich bleiben zwei Fragen offen: Wie pflegen jene 675.600 Österreicher, die am Sonntag regelmäßig arbeiten, soziale Kontakte und Erholung? Und würde sich eigentlich bei Bedarf für jeden ideenreichen Handelsunternehmer eine Ausnahmeregelung für die Sonntagsöff nung finden?

Die Sonntagsallianz Bereits vor rund 10 Jahren haben sich Sonntagsallianzen aus den Bundesländern sowie Institutionen wie Kirchen, Gewerkschaften, Vereine, Arbeiterkammer und andere Interessenvertreter zusammengeschlossen zu einer „Allianz für den freien Sonntag Österreich“ (www.freiersonntag.at), die sich für „angemessene Arbeitszeiten“ ausspricht. Mittlerweile ist das Thema ein europäisches: Am 20. Juni 2011 wurde in Brüssel im Rahmen des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses die Europäische Sonntagsallianz gegründet: www.europeansundayalliance.eu. Die Forderung: Der arbeitsfreie Sonntag soll in den neu auszuverhandelnden Arbeitszeitrichtlinien der EU verankert werden. Auch auf Facebook findet der interessierte Konsument zahlreiche Initiativen zum Thema, z.B. www.facebook.com/ arbeitsfreier.Sonntag oder /wirdiskutierennicht mit dem Konterfei von Richard Lugner oder die FB-Seite „Ich nicht! Einkaufen am 8.Dezember“ mit immerhin 16.250 Zusagen. Es gibt auch eine Gegenbewegung in Wien: Die Plattform www.offenhaltenduerfen.at wurde von Handelsvertretern, der Hoteliervereinigung und gar einem Nationalrat im Jahr 2007 ins Leben gerufen.

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Meinungen zur Sonntagsöffnung POLITIK

Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf

ÖGB-Tirol-Vorsitzender Otto Leist

Sie haben vor kurzem einen Vorstoß in Richtung Sonntagsöff nung – zu lokalen Großereignissen – gemacht. Was sagen Sie heute dazu? Als Wirtschaftslandesrätin ist es meine Aufgabe, das Wirtschaften möglich zu machen. Z.B.: Sportliche oder kulturelle Großereignisse ziehen viele Menschen an, die dann an Sonn- oder Feiertagen in Kauflaune vor geschlossenen Läden stehen. Andererseits fahren viele Tiroler am Sonntag auf den Brenner oder übers Wochenende an den Gardasee, auch um dort einzukaufen. In vielen EU-Ländern ist es inzwischen regulär möglich, an jedem beliebigen Sonntag offen zu halten. Das wird nur zum Teil genutzt. Deshalb mein Vorschlag von bis zu 3 Sonntagen im Jahr. Einen Zwang für Unternehmer, offen halten zu müssen, wird es ebenso wenig geben wie den Zwang, dass Mitarbeiter an Sonntagen arbeiten müssen. Für Einzelne kann es durchaus interessant sein, an einigen Sonntagen zu arbeiten. Schließlich wird Sonntagarbeit gut entlohnt. Die Aufschläge betragen 100 %.

Wie stehen Sie zum Thema Sonntagsöff nung? Die derzeitige Tourismusregelung in Tirol hat sich bewährt und ist unserer Meinung nach ausreichend. Die Gewerkschaft hat damit bewiesen, dass – wenn wirklich Bedarf besteht – auch eine vernünftige Lösung möglich ist. Jede weitere Ausweitung der Sonntagsöff nung lehnen wir ab. Die Gründe dafür sind vielschichtig und hier nur beispielhaft aufgezählt: 72 Stunden Ladenöff nung (+ schon bestehende Sonderregelungen) müssten für alle Bevölkerungsschichten ausreichen, um ihre Konsumbedürfnisse zu befriedigen. Das Wochenende sollte der Familie gehören und nicht dem Konsum geopfert werden. Dies gilt für Handelsangestellte genauso wie für Konsumenten. Kaufmännisch wäre die Sonntagsöff nung an den meisten Standorten ein Unsinn. Diese Umsätze würden an den Wochentagen fehlen, die Kosten aber deutlich steigen. Eine überwältigende Mehrheit der (vor allem kleinen) Händler lehnt die Sonntagsöff nung ab. Unsere Erfahrung mit der Sonntagsöff nung hat gezeigt, dass viele Unternehmen mehr oder weniger offenen Druck auf die Beschäftigten ausüben, am Sonntag zur Verfügung zu stehen. Weiters werden auch Jugendliche eingesetzt, in vielen Fällen keine Ersatzruhe gewährt und um die Zuschläge muss auch oft gestritten werden.

Wie stehen Sie persönlich zur Sonntagsöff nung? Unter bestimmten, sehr eingeschränkten Umständen, halte ich die Sonntagsöffnung für sinnvoll. Ich denke da an maximal drei Sonntage im Jahr, wo aus Anlass eines Großereignisses oder in der touristischen Hochsaison (auch außerhalb der jetzt bestehenden Grenzen) einmal am Sonntag aufgesperrt werden kann. Nur dann werden sich auch die mit der Sonntagsöffnung verbundenen hohen finanziellen Aufwendungen umsatzmäßig rechnen. Eine generelle Sonntagsöffnung ist meiner Meinung nach aber nicht nötig und sollte auch nicht kommen. Hätte eine generelle Sonntagsöff nung Einfluss auf die Familie? Natürlich. Man muss aber auch hier differenzieren und auf die individuellen Lebensumstände eingehen. Denken Sie etwa an eine junge Person, die bauen will. Für sie kann Sonntagsarbeit sehr attraktiv sein, und nicht alle Arbeitnehmer haben eine Familie mit kleinen Kindern. Es kommt also auf die Umstände an. Wie, glauben Sie, steht die Bevölkerung/der Handel generell zum Thema Sonntagsöff nung? Die Mehrheit der Bevölkerung ist sicherlich vorderhand gegen eine solche Öff nung, wie ich ja auch gegen eine generelle Sonntagsöff nung bin. Wenn man freilich der Bevölkerung erklärt, dass es um maximal drei Sonntage im Jahr zu ganz besonderen Zeiten geht, kann ich mir vorstellen, dass sich bei der Bevölkerung und dem Handel eine Mehrheit für diese Idee ergibt.

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Was halten Sie von einer Ladenöff nung zu lokalen Großereignissen – wie z.B. die EM oder die Jugendolympiade im Winter? Auch hier gilt, wir waren und sind für solche Großereignisse gesprächsbereit. Anlässlich der Fußballeuropameisterschaft gab es eine Sozialpartnereinigung und einen eigenen Kollektivvertrag für diesen Zeitraum. Allerdings hat die Realität gezeigt, dass nicht wirklich ein Geschäft zu machen ist/war. Es hatten mit Fortdauer der EM immer weniger Betriebe am Sonntag off en. Während der Zeit der Jugendolympiade gilt sowieso die Tourismusregelung. Wie stehen Ihrer Meinung nach die Angestellten zu dieser Frage? Wir wissen, mit welchen Mitteln die Beschäftigten für die Sonntagsarbeit „motiviert“ werden. Aus Umfragen und durch die Beratung im ÖGB wissen wir auch, dass der überwiegende Teil (über 90 %) der Beschäftigen an Sonntagen nicht im Geschäft stehen wollen.


eco.titel Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer Wie lautet die Position der Wirtschaftskammer zum Thema Sonntagsöff nung im Handel? Ich finde, dass wir in Tirol mit der Saisonorte-Regelung im Prinzip das Auslangen finden. Eine Änderung ist weder notwendig noch sinnvoll. Sonderregelungen bei Großereignissen sind im Ausnahmefall (max. 3x/Jahr) durch Verordnung möglich und sinnvoll, wenn es tatsächlich ein Großereignis ist und bei offenen Handelsgeschäften mit Nachfrage und Umsatz zu rechnen ist. Wie steht der Handel Ihrer Meinung nach zu dieser Frage? Der Handel scheint mir mit den bestehenden Regelungen zufrieden. Die Konsumenten nutzen z.B. den am Sonntag offenen MPREIS am Bahnhof so sehr, dass es zu langen Warteschlangen kommt. Vielleicht wäre es sinnvoll, in den Bezirkshauptstädten zumindest am Sonntagvormittag mit einem Turnusdienst des ortsansässigen Lebensmittelhandels unseren Konsumenten diesen Service zu bieten, bevor die Tankstellen, die ja „Proviant“ verkaufen dürfen (ein weitläufiger Begriff, der weidlich ausgenützt wird ...) dem Einzelhandel diese Umsätze „wegnehmen“. Spar z.B.  plant an Tankstellen bereits solche „Express-Shops“  einzurichten.

AK-Präsident Erwin Zangerl Wie stehen Sie zum Thema Sonntagsöff nung? Eine Sonntagsöff nung geht voll zu Lasten der Frauen, der Familien und der so wertvollen Freiwilligenarbeit in sozialen und karitativen Einrichtungen. Familienfreundlichkeit schaut anders aus! Kirche, ÖGB und AK sind gegen jede Ausweitung der Sonntagsarbeit. Diesbezüglich verweise ich auf die gemeinsame Erklärung von Bischof Manfred Scheuer, ÖGB, KAB und AK anlässlich des heurigen Josefstages. Außerdem hat sich auch Landeshauptmann Platter deutlich gegen die Sonntagsöff nung ausgesprochen. Einkaufen von Montag bis Samstag muss reichen. Was halten Sie von einer Ladenöff nung zu lokalen Großereignissen – wie EM oder Jugendolympiade im Winter? Es gibt und gab gerade für derartige Großereignisse großzügige Ausnahmeregelungen. Eine weitere Ausweitung würde aber auch zu einem weiteren Verdrängungswettbewerb innerhalb des Handels führen, weil davon nur die großen Einkaufszentren profitieren würden. Außerdem gibt es in Tirol bereits jetzt schon die liberalsten Regelungen (siehe Tourismusregelung in den meisten Tiroler Gemeinden).

Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung Wie stehen Sie aus der Sicht des Tiroler Tourismus zu Sonntagsöff nungszeiten? Warum? Grundsätzlich positiv, denn Tourismus findet nicht nur von Montag bis Freitag 8.00 bis 18.00 Uhr statt, sondern Beherbergung, Gastronomie und Freizeitwirtschaft machen ihre Umsätze 7 Tage die Woche rund um die Uhr und ganz besonders in den Abend- und Wochenendzeiten. Ich bin auch für jede weitere Flexibilisierung, die dem heutigen Kundenbedürfnis und einer betrieblichen Rentabilität entspricht. Die bekannten Diskussionen um Ruhezeiten usw. halte ich für wenig nachvollziehbar. Wenn Herr und Frau Österreicher selber auf Urlaub gehen, freut’s doch ungemein, wenn von Palma bis New York auch am Wochenende ein schöner Einkaufsbummel geboten wird. Übrigens bietet der Tiroler Handel mittlerweile ein hochklassiges Einkaufserlebnis, das sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen kann. Dank unserer Sonderregelungen in den Tourismusorten gibt es dort auch kaum Bedarf zur verstärkten Ladenöff nung, sondern die Unternehmen sind gut auf die Wünsche ihrer Gäste eingestellt. Für die Touristen wäre eine generelle Sonntagsöff nung natürlich ein Gewinn. Glauben Sie, dass es auch für den Handel von Vorteil wäre? Ja, aber gewiss nicht für alle! Mit Blick auf unsere Landeshaupt- und Bezirksstädte hält sich die Nachfrage einmal vom täglichen (Lebensmittel-) Bedarf abgesehen doch eher in Grenzen! Auch sind Aufwand und Mehrkosten, sowie die lebenskulturelle Fremde einer sonntäglichen Öff nung gerade bei uns eine enorme Barriere und jeder Vergleich mit Bella Italia usw. hinkt doch ziemlich. Im richtigen Maß und Segment – bleibe ich dennoch überzeugt – kann auch der Handel entlang touristischer Ströme vom weiterhin kräftig wachsenden „Shoppingtourismus“ profitieren. Die Frage lautet: „Was ist eine Reise bzw. einen Einkaufsausflug wert bzw. wer liegt mit besonders gefragtem Zusatzangebot direkt am Weg zu solchen Attraktionen?“ Hier sollte die unternehmerische Entscheidung frei sein und der Markt sich selbst regulieren können. Wo allerdings nicht über einen gewissen Mindestzeitraum und in einer ausreichenden Dichte das Angebot geschaffen wird, kann auch selten genug Nachfrage realisiert werden. Es gilt also attraktive Zentren zu schaffen, denn aufgrund von drei geöff neten Läden in der sonntäglichen Maria-Theresien-Straße würde wohl trotz ihrer neuen Pracht kein Magnet aus ihr werden. Der Reiz von geschlossenen Ladentüren hält sich, jedenfalls touristisch gesehen, prinzipiell ziemlich konstant am Nullpunkt. Was halten Sie von einer Ladenöff nung zu lokalen Großereignissen – wie z.B. die EM oder die Jugendolympiade im Winter? Ich denke, wir sollten uns weiterhin am tatsächlichen Kundenpotential orientieren und keine Luftschlösser bauen. Freuen wir uns also über die mittlerweile gewohnte Shoppingmöglichkeit auch zu Mittagszeiten (im Süden – auch hitzebedingt – ist das teils anders!) und konzentrieren wir uns auf qualitätsbewusste Rahmenprogramme und Erweiterungen von Öff nungszeiten an Samstagen, welche wirklich zu umsatzträchtigen Frequenzsteigerungen führen und dabei helfen, uns von anderen schönen „Shoppingstädten“ in Mitteleuropa klar zu differenzieren.

Wie stehen die Angestellten Ihrer Meinung nach zu dieser Frage? Die Mitarbeiter sind wie immer das schwächste Glied in der Kette, die sich dem Diktat des Arbeitsplatzes beugen müssen. Da Handelsangestellte zu mehr als 80 Prozent weiblich sind, und davon der überwiegende Teil Teilzeit arbeitet, wäre eine Sonntagsöff nung eine zusätzliche Belastung für die jetzt schon problematische Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

TOURISMUS

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Unternehmerehepaar Andrea & Peter Schultes, Sport Schultes, Jerzens/Pitztal

DIE PRAKTIKER

Ingrid Heinz, MPREIS-Unternehmenssprecherin Wie steht MPREIS zum Thema generelle Sonntagsöff nung im Handel? Der Sonntag ist ein Ruhetag – auch für die Familie. Es macht keinen Sinn, dass alle Geschäfte am Sonntag geöff net haben. Es soll einen Unterschied zum normalen Werktag geben. Die derzeitige Regelung zur Sonntagsöffnung in Tirol ist aus unserer Sicht eine gute Lösung und ausreichend. 

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Wie ist die Bereitschaft der Mitarbeiter, am Sonntag zu arbeiten? Unsere Mitarbeiter wissen, dass wir ein Saisonbetrieb sind und in einer relativ kurzen Zeitspanne unseren Umsatz machen müssen. Die Bereitschaft dann zu arbeiten, wenn am meisten los ist, und das ist halt mal am Sonntag, ist daher groß. In unserer Crew haben wir jedes Jahr einige „Saisonarbeiter“ beschäftigt, die nur für die Wintersaison bei uns angestellt sind. Die wollen so viel wie möglich verdienen und sind daher auch gerne gewillt, am Sonntag zu arbeiten. Da es von Dienstag bis Donnerstag bei uns etwas ruhiger ist, gibt es für die Angestellten mehr freie Tage (als Entschädigung für den Sonntagsdienst).   Sind Sie zufrieden mit dem Sonntagsumsatz? Da wir im Winter am Samstag und Sonntag ca. 50 % unseres Wochenumsatzes erzielen, könnten wir uns eine Schließung des Geschäftes am Sonntag gar nicht vorstellen. Samstags und sonntags findet der Urlaubswechsel statt, da ist in allen Tourismusbetrieben am meisten Bewegung. Die meisten Gäste mieten ihre Skiausrüstung bei uns und wollen natürlich gleich mit dem Skifahren beginnen. Auch der Umsatz bei Skimode und Accessoires ist bei uns am Samstag und Sonntag wesentlich höher als an Wochentagen. Für die kommende Wintersaison planen wir sogar, unseren Skiverleih am Samstag und am Sonntag bis 22:00 Uhr abends offen zu halten, um unseren Kunden einen noch besseren Service zu bieten. Unsere Gäste haben oft eine lange Anreise mit dem Auto, stehen speziell in den Ferienzeiten stundenlang im Stau und kommen erst am späten Nachmittag oder gar erst abends gestresst und genervt im Urlaubsort an – da können sie noch in Ruhe bei uns ihre Skiausrüstung abholen und starten somit ihren 1. Skitag ohne Stress.

Welche Erfahrungen gibt es mit MPREIS-Märkten in tourismusintensiven Regionen, die am Sonntag offen halten dürfen? Das ist Service für die Touristen. Akzeptanz und Umsatz allerdings hängen von vielen Faktoren ab: In der Wintersaison beispielsweise ist deutlich bemerkbar, wann die Gäste vom Skifahren zurückkommen und noch einkaufen gehen. Ist ein Campingplatz in der Nähe, in welchem konkreten Umfeld die MPREIS-Filiale ist, usw.   Sonntagsöff nung: Würde es Ihrer Meinung nach eher zu einer Verlagerung oder zu einer Umsatzsteigerung kommen?   Wir würden von einer Umsatzverlagerung ausgehen: Das hat auch die Erfahrung mit der Ladenöff nung am Samstagnachmittag gezeigt. Die Menschen teilen sich ihren Einkauf dann anders ein, kaufen aber deshalb nicht mehr.

Wie stehen Sie generell zur Sonntagsöff nung? Wir sind ein Sportgeschäft direkt beim Skilift in einem Tourismusort und haben schon seit Jahrzehnten am Sonntag geöff net. Für uns ist die Sonntagsöff nung Normalität und wir stehen dem positiv gegenüber. Generell sollte es jedem Unternehmer freigestellt sein, den Betrieb am Sonntag offen zu halten.


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Sonntagsöffnung -

ZDV7LUROGHQNW eco.nova will’s wissen: Was denken die heimischen Beteiligten, also Angestellte, Händler und vor allem Tirols Konsumenten, wirklich über das Thema Sonntagsöffnung? Wir haben eine unabhängige Meinungsumfrage bei IMAD-Marktforschung in Auftrag gegeben. Insgesamt wurden drei Zielgruppen zum Thema „Sonntagsöffnung in Tirol“ befragt: 153 Angestellte im Tiroler Einzelhandel1, 152 Selbständige im Tiroler Einzelhandel und die Tiroler Bevölkerung ab 16 Jahren (N = 500). Die Ergebnisse stellen ein repräsentatives Abbild der Grundgesamtheit in Tirol dar und spiegeln das Meinungsbild der Bevölkerung wider.

Sind Sie persönlich für oder gegen eine generelle Sonntagsöffnung im Tiroler Handel? Angestellte im Tiroler Einzelhandel 13,1%

86,9%

Selbstständige im Tiroler Einzelhandel 15,8%

84,2%

Tiroler Bevölkerung 25,8%

72,0%

2,2%

für generelle Sonntagsöffnung gegen generelle Sonntagsöffnung wn/kA

Tiroler Einzelhandel Jeder vierte befragte Unternehmer würde sein Geschäft, wenn es erlaubt wäre, am Sonntag offen halten. Drei viertel allerdings würden nicht öffnen. Die Händler rechnen bei offenen Sonntagen nicht mit einer Umsatzsteigerung, die Mehrheit (74 %) glaubt an eine Umsatzverlagerung, die Personalkosten sind für sie im Vergleich zum erwarteten Umsatz zu hoch. Jeder fünfte Händler möchte zumindest einen Tag in der Woche nicht ans Geschäft denken. Zwei Drittel jener, die ihr Geschäft am Sonntag öffnen würden, glauben an eine Umsatzsteigerung, das andere Drittel gibt an, ihr Geschäft aufgrund von Zugzwang, weil die anderen offen haben, aufzusperren.

Angestellte

1 Der Begriff Einzelhandel umfasst jene Unternehmen, die Waren verschiedener Hersteller ankaufen, zu einem Sortiment zusammenfügen und an Verbraucher bzw. Letztverwender verkaufen. (Ausgenommen: Landwirtschaftliche Produkte, KFZ, Gastronomie)

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Auf die Frage, ob sie persönlich am Sonntag arbeiten würden, haben 28 der befragten Angestellten (18,3 %) angegeben, dass sie am Sonntag arbeiten würden, weil a) es ihnen egal ist, an welchem Tag sie frei haben, b) sie das höhere Gehalt bzw. der doppelte Stundensatz reizt. 122 (79,7 %) Angestellte beantworteten die Frage nach der persönlichen Arbeitslust am Sonntag mit einem spontanen „Nein“. Hauptgrund ist, dass dies der Tag der Familie für sie ist, jeder Fünfte gibt als Grund an, dass ein Tag pro Woche, an dem alle frei haben, wichtig ist. 15 % der Angestellten empfinden die derzeitigen Öffnungszeiten für Kunden ausreichend. Die Befürchtung, dass durch die Sonntagsarbeit die sozialen Kontakte leiden würden, hegen 12 % der Angestellten.

24,3%

würde arbeiten würde nicht arbeiten wn/kA

79,7%

2,0%

1,3%

würde Geschäft öffnen würde Geschäft nicht öffnen wn/kA

Interessant ist die Antwort auf die Frage, ob die Selbständigen im Einzelhandel ihr Geschäft zu bestimmten lokalen Großveranstaltungen (z.B. EM, Jugendolympiade) öffnen würden: Immerhin 41 % befürworten diese Ladenöffnung, 52 % würden auch zu diesen Anlässen nicht öffnen. Generell zeigt sich der Trend, dass Unternehmer mit einer höheren Mitarbeiterzahl (>10) bezüglich der Ladenöffnung am Sonntag oder zu Großereignissen häufiger angeben, ihre Geschäfte zu öffnen. 41,4%

18,3%

74,4%

52,0%

6,6%

würde Geschäft zu bestimmten lokalen Großveranstaltungen öffnen würde Geschäft zu bestimmten lokalen Großveranstaltungen nicht öffnen wn/kA


eco.titel

Konsumenten in Tirol

Sonntag ist der Tag der Familie

Die Ergebnisse bei der Befragung von Tirols Bevölkerung zum Thema Sonntagsöffnung zeigen ein etwas anderes Bild als jene der Angestellten und Unternehmer: Ein Viertel der befragten Konsumenten in Tirol spricht sich für die generelle Sonntagsöffnung aus. Fragt man die Tiroler Bevölkerung, ob sie persönlich an einem Sonntag einkaufen gehen würden, gibt jeder Dritte an, dass er/sie sich das vorstellen könnte. Erwartungsgemäß hoch ist die Zahl bei den Befürwortern der Sonntagsöffnung: 9 von 10 würden sonntags einkaufen gehen. Allerdings gibt auch jeder Zehnte der Gegner an, sonntags einmal einkaufen zu gehen, „wenn es sich nicht vermeiden lässt“. Als Hauptgrund gegen einen Einkauf am Sonntag gilt für 57,5 %, dass die derzeitigen Öffnungszeiten für ihren Bedarf ausreichend sind.

Die Hälfte der Angestellten gibt als Hauptgrund an, dass sie gegen die Sonntagsöffnung sind (87 %), da der Sonntag der Tag der Familie ist. Bei den Händlern sind dies 24 % der Befragten. Interessanterweise sehen nur 18 % der Konsumenten, die gegen eine generelle Sonntagsöffnung sind, diese als familienfeindlich an.

Arbeiten am Tag des Herrn Sowohl bei den Angestellten wie bei den Händlern sind religiöse Motive für den freien Sonntag in den Hintergrund gerückt. So geben nur 8 % der Angestellten den kirchlichen Feiertag als Motiv für den freien Sonntag an, bei den Händlern sind es 6,2 %. Nur vereinzelt wurde der Tag des Herrn als Grund gegen eine Sonntagsöffnung in der Befragung der Bevölkerung genannt.

Ihre Meinung auf Facebook 32,8%

66,0%

1,2%

würde einkaufen würde nicht einkaufen wn/kA

Alter entscheidend Signifikante Unterschiede zeigen sich hier zwischen den Altersgruppen: Je älter die Befragten, umso häufiger geben sie an, a) dass sie gegen die Sonntagsöffnung sind und b) dass sie am Sonntag nicht einkaufen gehen würden. Sind in der Gesamtbevölkerung ein Drittel potentielle Sonntagsshopper und zwei Drittel keine, so zeigt sich bei den jungen Befragten, 16-24-Jährigen, ein genau gegensätzliches Bild. Hier würden zwei Drittel sonntags einkaufen gehen und ein Drittel spricht sich dagegen aus. Für/Gegen generelle Sonntagsöffnung nach Altersgruppen 16–24 Jahre 50,6%

47,0%

2,4%

25–40 Jahre 27,9%

70,6%

1,5%

Gleichzeitig haben wir eine Facebook-Umfrage zum Thema gestartet – mit dem überwältigenden Erfolg von 317 Meinungen zum Thema! Auch hier ist eindeutig ein Trend erkennbar – 70 Facebookfreunde haben sogar ausdrücklich noch zwei weitere Antwortmöglichkeiten dazugefügt: „Kein Einkauf am Sonntag“ (69 Stimmen) und „Nur im Notfall“ (1 Stimme).

.

14,0%

77,0%

9,0%

43 würden am Sonntag einkaufen gehen 243 würden am Sonntag nicht einkaufen gehen 29 wünschen sich zwar keine Sonntagsöffnung, würden aber hin und wieder einkaufen

Kommentar einer Facebook-Freundin: „Grundsätzlich gehe ich am Sonntag biken, langlaufen oder wandern. Aber wenn ich mal was vergessen habe und unerwartet Freunde auf Besuch kommen, dann würde ich das Angebot der Sonntagsöffnung im Handel schon nutzen.“

41–60 Jahre 17,3%

81,2%

1,5%

über 60 Jahre 14,9%

82,7%

2,4%

für generelle Sonntagsöffnung gegen generelle Sonntagsöffnung wn/kA

174 Stimmen

28 Stimmen

Einkaufen am Sonntag (Vergleich alle TirolerInnen – 16 –24-Jährige)

2 Stimmen 69 Stimmen

Alle TirolerInnen 32,8%

43 Stimmen

66,0%

1,2%

1 Stimme

16–24-Jährige 66,1%

32,5%

1,4%

würde einkaufen gehen würde nicht einkaufen gehen wn/kA

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Belletristik oder Sachbuch, Tirolensien oder Kinderbuch, Schulbuch oder Bergführer, die Bandbreite von in Tirol herausgegebenen Büchern ist groß. Und vor allem lesenswert. Der Branche geht es gut, aber wie werden sich E-Books und leseunfreudige Jugendliche auf das Marktgeschehen auswirken? Was sagen Tiroler Experten zur Buchpreisbindung? Und wie entsteht überhaupt ein Buch? Wir haben nachgefragt und eine interessante Tiroler Verlagsszene entdeckt.

Österreicher, Deutsche und Schweizer sind starke Mediennutzer. Mehr als 10 Stunden täglich werden mit den Massenmedien Internet, Fernsehen, Radio, Buch, Tageszeitung, Zeitschrift und Hörbuch zugebracht. Auf das Bücherlesen entfällt davon im Durchschnitt eine halbe Stunde pro Tag. So lautet das Ergebnis einer im deutschsprachigen Raum durchgeführten Studie *). In Österreich gibt es laut der Studie besonders viele E-Book-interessierte Internet-Freaks und Fantasybegeisterte Online-LeserInnen. Doch auch das gedruckte Buch steht hoch im Kurs: Mit elf Titeln pro Jahr und pro Befragten werden in Österreich die meisten Bücher gelesen. Das bestätigen auch Tiroler Experten: „Wir haben in Österreich und vor allem in Tirol eine erfreulich positive Entwicklung. Während andere Märkte wie in den USA, der Schweiz und auch Deutschland massive Rückgänge verbuchen, erfreuen wir uns stetiger Zuwächse“ erläutert Markus Renk, Vorstand der Verlagsanstalt Tyrolia und Fachgruppenobmann der Buch- und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol. Auch Markus Hatzer von der Studienverlagsgruppe bestätigt die positive Entwicklung: „Die Verlagsgruppe weist eine deutlich positive Entwicklung auf und auch in der Buchhandlung läuft es gut.“ Zur Studienverlagsgruppe gehören neben dem Studienverlag, dem Skarabäus Verlag und dem Löwenzahnverlag

seit heuer auch der Universitätsverlag Wagner und die Haymon Buchhandlung (ehemals Wiederin) am Sparkassenplatz. Kontinuierlich steigende Umsätze verbuchen auch die Musikverlage hannibal und Edition Koch. „Unsere Umsätze sind in den letzten Jahren gestiegen, vielleicht auch weil wir mit unseren Produkten eine Nische besetzen“, bestätigt Monika Koch. Dr. Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp vom Berenkamp Verlag freut sich ebenso über Umsatzzuwächse: „Die Krise haben wir kurzfristig schon gespürt, das war aber schnell wieder vorbei. Das Buch als Geschenk hat schnell wieder an Attraktivität gewonnen. Bestimmte Werke verzeichnen derzeit sogar ein außergewöhnlich starkes Umsatzplus, andere wieder weniger.“ Einzig im Kinderbuchbereich der 6- bis 10-Jährigen verzeichnet der Obelisk Verlag einen konstanten leichten Rückgang. Die Ursachen dafür sieht Verlegerin Ing. Helga Buchroithner in der Tatsache, „dass es immer weniger Kinder gibt. Große Hoff nung setze ich darauf, dass auch Immigrantenkinder die deutsche Sprache so erlernen, dass sie auch deutsche Bücher lesen.“

Leseoffensive gegen schiefen Pisa-Turm? Rund ein Drittel der in Tirol getesteten Jugendlichen hat Schwächen im Bereich Lesekompetenz und sogar 54 % der Befragten gaben an, nicht zum Vergnügen

Text: Doris Penna Fotos: Julia Türscher

*) Die Studie „Das Buch im Medienportfolio. Mediennutzungstypen unter Berücksichtigung des Buches in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ wurde vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Buchhändlerund Verlegerverband sowie dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels herausgegeben und von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg durchgeführt.

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eco.wirtschaft

Lesenswert


„Die Solidarität und Kollegialität unter den Verlagen ist sehr groß.“ Mag. Bernd Schuchter, Limbus Verlag

„Die Haptik des Buches ist vielen wichtig. In meiner 26-jährigen Tätigkeit in der Branche wurde das Buch schon mehrmals totgesagt, bislang haben sich aber neue Trägermedien immer als eine Ergänzung herausgestellt.“ Markus Renk, Vorstand Handel Tyrolia Verlagsanstalt und Fachgruppenobmann der Buch- und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol

Zahlen und Fakten über den Buchmarkt in Österreich Ein Umsatzplus von 1,8 % erfreute den österreichischen Buchhandel 2010. Vor allem der Sachbuchbereich lieferte mit einer Umsatzsteigerung von 11 % eine herausragend gute Performance. Nach einem etwas verhalteneren Start ins Buchhandelsjahr 2011 haben sich die Umsätze 2011 auch wieder auf solidem Niveau eingependelt. Die größten Umsatzanteile hielten im Jahr 2010 die Warengruppen Belletristik (32,2 %), Ratgeber (20,7 %), Kinder- und Jugendbücher (13,8 %), und Sachbücher (12,2 %). Die Durchschnittspreise bei Hardcover/SoftcoverBüchern lagen 2010 bei 14,67 Euro, beim Taschenbuch bei 9,42 Euro. Im gesamten deutschsprachigen Raum mit in etwa 6.000 Verlagen kann man von rund 110.000 Neuerscheinungen pro Jahr ausgehen, der Großteil davon im belletristischen Bereich.

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zu lesen. Eine traurige Bilanz, die dem Buchhandel eigentlich Sorgen bereiten sollte. Markus Renk von der Tyrolia Buchhandlung kann diesen Trend nicht bestätigen: „Der Kinder- und Jugendbuchbereich wächst bei uns Jahr für Jahr. Ob die gekauften Bücher dann auch gelesen werden, kann ich natürlich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass sowohl engagierte Lehrer als auch wir mit Leseförderungsprojekten im Buchhandel vieles unternehmen, dieser Problematik entgegenzuwirken.“ Ing. Helga Buchroithner vom Kinderbuchverlag Obelisk kann die negative Entwicklung nur bestätigen: „Der Kinder- und Jugendbuchmarkt ist seit Jahren kontinuierlich leicht rückläufig.“ Ob die von Landesrätin Beate Palfrader angekündigten Leseoffensiven diesem Bildungsproblem Abhilfe schaffen können und wie sich diese Situation in weiterer Ferne auf den Buchhandel auswirken wird, hängt wohl auch zum großen Teil von einer schon lange ersehnten und notwendigen Bildungsreform ab.

Buchpreisbindung – was bringt sie? Ein wesentlicher Faktor für die stabile wirtschaftliche Entwicklung der Buchbranche in Österreich ist ohne Frage die Buchpreisbindung, welche übrigens auch länderübergreifend in Deutschland Gültigkeit hat. Was so viel heißt, dass ein Buch in ganz Österreich und ganz Deutschland gleich viel kostet, egal wo man es erwirbt. Ob Internet-Shop oder kleine Buchhandlung, die Buchpreisbindung sorgt dafür, dass vor allem aktuelle Bücher überall gleich viel kosten. Bei sogenannten Ladenhütern (das Buch ist bereits länger als 2 Jahre am Markt und liegt länger als 6 Monate unverkauft im Handel) kann die Buchpreisbindung unter gewissen Voraussetzungen kurzfristig auch aufgehoben werden.

„Das Buch ist gesetzlich preislich geschützt. Das widerspricht zwar dem europäischen Gedanken, jedoch ist das Buch ein Kulturgut und soll auch dementsprechend geschützt werden“, beteuert Markus Renk vor allem in seiner Funktion als Fachgruppenobmann der Buch- und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol. „Ein gutes Beispiel dafür ist die Schweiz, in der die Buchpreispfl icht vor wenigen Jahren aufgehoben worden ist, mit dem Resultat, dass die Buchhandelsstruktur komplett zerschlagen ist, kleine Händler von der Bildfläche verschwunden sind und die Schweiz nach diesen Entwicklungen nun bestrebt ist, die Buchpreisbindung wieder einzuführen. Auch in Großbritannien sind nach Aufhebung der Buchpreisbindung rund ein Drittel aller Händler und auch Verleger weggestorben“, erläutert Renk die Situation in Märkten ohne gesetzliche Bindung. „Die Buchpreisbindung sichert das Überleben von kleineren Verlagen, aber auch von Autoren. In den freien Märkten, wie zum Beispiel den USA, mag zwar vielleicht ein Bestseller um 20 % weniger kosten wie bei uns, jedoch kosten alle anderen Bücher mit geringeren Auflagen um 50 % mehr. Durch die Buchpreisbindung sind in Österreich auch Bücher erschwinglich, die keine Bestseller sind. Ohne Buchpreisbindung würde es kein derart literarisches Leben in Österreich geben“, zeigt sich auch Markus Hatzer als mehrfacher Verleger und Verlagsleiter von der gesetzlichen Buchpreisbindung überzeugt. Ein wenig kritischer äußerst sich Berenkamp-Verlagsgründer Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp: „Ein gebundener Preis für ein Produkt ist einfach nicht zeitgemäß. Natürlich ist es für einen kleinen Verleger angenehm, wenn er weiß, was er bekommt. Aber letztendlich denke ich doch, dass gute Storys und


eco.wirtschaft Mag. Bernd Schuchter, Limbus Verlag

schöne Bücher sich gut verkaufen, mit oder ohne Buchpreisbindung. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller, die in Europa unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze anzugleichen.“ Ein schwieriges Thema ist es auch für Mag. Bernd Schuchter vom Limbus Verlag. „Einerseits ist die Buchpreisbindung auch eine Einschränkung, für kleine Verlage jedoch enorm wichtig. Auch die vom Bund 1991 eingeführte Verlagsförderung und die Landesförderung für einzelne Projekte sind für kleine und mittlere Verlage in Österreich überlebensnotwendig und schützen Kulturgut.“

E-Books, werden sie das klassische Buch verdrängen? Der Markt für E-Books und E-Reader befindet sich noch im Auf bau. Während Verlage schon kräftig in diesem Segment investieren, sind Nutzer noch vorsichtig verhalten. Aussagekräftige Ergebnisse über Verkaufszahlen von elektronischen Lesegeräten im österreichischen Markt gibt es derzeit noch nicht, dasselbe gilt für die getätigten E-Book-Downloads. „Nach einer Erhebung in Deutschland wurden im deutschen Käuferbuchmarkt im Jahr 2010 21,2 Millionen Euro und somit 0,5 Prozent des Gesamtumsatzes mit E-Books getätigt. Mittelfristig erwartet die Branche jedoch einen Marktanteil von 5 % in Österreich“, so Markus Renk. „Die Haptik des Buches ist vielen wichtig. In meiner 26-jährigen Tätigkeit in der Branche wurde das Buch schon mehrmals totgesagt, bislang haben sich aber neue Trägermedien immer als eine Ergänzung herausgestellt.“ „Es wird mehr Trägermedien geben. Aber wir gehen davon aus, dass die Trägermedien sich nicht substituieren“, schätzt auch Markus Hatzer die Lage

ein. „Das Buch als Trägermedium wird nicht verschwinden, denn Bücher sind im Grunde auch sehr günstig. Natürlich wird sich viel verändern und ich glaube auch an den Erfolg des E-Books. Wichtig ist der Inhalt und die Auf bereitung, ob dieser dann als Buch oder als App vermarktet wird, ist eigentlich egal. Umso wichtiger ist die Preisbindung auch im E-Book-Bereich, denn das Buch ist eine geistige Leistung und braucht Einnahmen.“ „Für uns haben E-Books Vorteile. Musikaffine Leser können so weltweit in den Genuss unserer Werke kommen, wo es sonst kein Vertriebsnetz deutschsprachiger Bücher gibt. Unsere E-Books sind günstiger als gedruckte Bücher, aber nicht kostenlos. Die Autoren bekommen sogar höhere Lizenzsätze beim E-Book als beim gedruckten Buch“, erläutert Dr. Monika Koch, Verlagsleiterin des hannibal Verlages und des Verlages Edition Koch. „Obwohl der E-Book-Anteil ständig im Steigen begriffen ist, ist er trotzdem noch sehr gering“, so Koch weiter. „Ich glaube schon, dass das E-Book eine Zukunft hat“, ist auch Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp überzeugt. „Jedoch vermittelt das gedruckte Buch ein haptisches Gefühl, einen stillen Rückzug, der mit anderen Medien schwer zu erlangen ist.“ In den USA macht das Geschäft mit den E-Books bereits 3 Prozent des US-Buchmarktes aus, 2014 werden laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens iSuppli vom April 2011 13 Prozent erwartet.

Standort Tirol Den Standort Tirol sehen alle befragten Verleger unisono als gut. Die gesamte Branche wird als eher freundschaftliches Miteinander anstatt feindlicher Konkurrenz empfunden. „Die Solidarität und Kolle-

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„Im belletristischen Bereich gibt es unter den Tiroler Autoren wahre Kapazunder wie auch verborgene Größen, die nicht so richtig zum Zug kommen.“ Dr. Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp, Berenkamp Verlag

„Lesen ist eine Freizeitbeschäftigung, die Spaß macht, bildet und weiterbringt. Und so sind die meisten Autoren auch große Leser.“ Markus Hatzer, Mehrheitseigentümer und Geschäftsführer der Studienverlagsgruppe

gialität unter den Verlagen ist sehr groß“, betont Mag. Bernd Schuchter vom Limbus Verlag. Auch für Markus Renk ist ein Konkurrenzdenken so gut wie nicht vorhanden: „Es ist unser gemeinsames Bestreben, das Buch hochzuhalten und mit gemeinsamen Aktionen wie zum Beispiel dem Welttag des Buches oder dem Lesemonat April im Buchhandel Impulse zu setzen.“ „Unter den Verlagen in Tirol herrscht ein eher familiärer, sehr kollegialer Umgang“, bestätigt auch Markus Hatzer die Stimmung in Tirol. „Im Buchhandel jedoch herrscht vor allem bei den österreichweiten Filialisten wie Morawa oder Thalia durchaus ein Konkurrenzkampf “, so Hatzer weiter. Als reiner Kinderbuchverlag ist der Obelisk Verlag in Tirol konkurrenzlos, „unsere Konkurrenz sitzt in Wien. Die Konkurrenzsituation äußerst sich in unserem Bereich insofern, dass andere Kinderbuchverlage versuchen, Autoren und vor allem Illustratoren abzuwerben“, so Inge Buchroithner.

Autoren in Tirol Geschätzt wird allseits auch die Qualität der Autoren in Tirol. „Im belletristischen Bereich gibt es wahre Kapazunder wie auch verborgene Größen, die nicht so richtig zum Zug kommen“, lobt Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp die Tiroler Autorenszene. „Wir verbringen auch sehr viel Zeit damit, alle eingereichten Manuskripte zu lesen.“

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Lesen ist also eine Grundvorausetzung, das bestätigt auch Markus Hatzer: „Lesen ist eine Freizeitbeschäftigung, die Spaß macht, bildet und weiterbringt. Und so sind die meisten Autoren auch große Leser.“ „Es gibt Themen, wo unser Verlag von sich aus aktiv ist und einen Autor für das entsprechende Thema sucht“, erläutert Markus Renk von der Verlagsanstalt Tyrolia, „in den meisten Fällen ist es jedoch umgekehrt, sehr viele Autoren sind auf der Suche nach einem Verlag. So mancher gründet dann einen eigenen Verlag, was jedoch aufgrund fehlender Hintergrundstrukturen ein sehr steiniger Weg ist. Das Buch wird ja vom Verlag nicht nur gedruckt, sondern auch erfolgreich vertrieben, beworben und promotet“, so Renk weiter. Oftmals bestehen zwischen Autoren und Lektoren der Verlage aufgrund jahrelanger Zusammenarbeit richtige Partnerschaften. Nachwuchs- oder Hobbyautoren sei auf jeden Fall geraten, sich einen Verlag zu suchen, denn gerade die kleineren und mittleren Verlage in Tirol sind durchaus bereit, auch Newcomern mit geringeren Auflagen eine Chance zu geben, vorausgesetzt die Qualität des Manuskriptes ist gut. Dass es auch immer wieder durchaus verkannte Talente gibt, kommt international wie auch in Tirol immer wieder vor. So wurde auch Joanne K. Rowlings Werk „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von mehreren Verlagen abgewiesen und


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„Große Hoffnung setze ich darauf, dass auch Immigrantenkinder die deutsche Sprache so erlernen, dass sie auch deutsche Bücher lesen.“ Ing. Helga Buchroithner und Mag. Georg Buchroithner, Obelisk Verlag

„Obwohl der E-Book-Anteil ständig im Steigen begriffen ist, ist er trotzdem noch sehr gering.“ Dr. Monika Koch, hannibal Verlag und Verlag Edition Koch

mit wenig Erfolgsaussichten mit einer Erstauflage von 500 Stück gedruckt. Die weitere Erfolgsgeschichte ist hinlänglich bekannt.

Buchhandel in Bewegung – Online-Verkäufe steigen 124 aktive Gewerbeberechtigungen für den Buchund Medienhandel gibt es derzeit in Tirol. Marktführer und mit 20 Filialen flächendeckend in Tirol vertreten ist die Tyrolia Buchhandlung. Mit ständig erweitertem Service für die Kunden, zeitgemäßem Ladenbau mit Wohlfühloasen und Café, Wasserbrunnen und Büchereiservice punktet das Tiroler Unternehmen mit rund 120.000 lieferbaren Büchern. Saisonale Schwankungen sind auch im Buchhandel zu verspüren. „Weihnachten und Ostern sind natürlich die absolut stärksten Zeiten, aber auch vor der Reisezeit werden belletristische Werke, Kinderbücher oder auch Lernhilfen vermehrt verkauft“, erläutert Markus Renk.

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Von der Idee in den Buchhandel Während früher Verlage auf der Suche nach Autoren waren, werden die meisten heute mit Zusendungen von Manuskripten überschwemmt. So ist es dann die Aufgabe von Lektoren, Manuskripte zu lesen und zu bewerten. Wird eine Idee, ein Manuskript für qualitativ gut empfunden, dann beginnt die Zusammenarbeit des Autors mit dem Lektor und das Buch wird nach Fertigstellung und Druck in das Verlagsprogramm aufgenommen. Nun beginnt die Zeit der Promotion und Bewerbung des Buches, Lesungen mit dem Autor werden vereinbart und die Vertriebsschiene wird angekurbelt. Der logistische Vertrieb ist bei den meisten Verlagen ausgelagert, der größte Auslieferer Österreichs ist Mohr-Morawa. Diese Auslieferungsunternehmen übernehmen von der Bestellung über die Lagerung und Auslieferung auch die gesamte Fakturierung, Clearing und Mahnwesen. Gedruckt werden Tiroler Bücher vorrangig in österreichischen Druckereien, allen voran wird die Druckerei Theiss in Kärnten hochgeschätzt. Manche Verlage lassen auch in deutschen oder tschechischen Druckereien ihre Werke fertigen.

Weiters in Tirol vertreten ist eine Thalia-Filiale in den Räumlichkeiten der ehemaligen Wagnerischen Buchhandlung, Morawa und glücklicherweise doch noch eine Vielzahl an inhabergeführten Buchhandlungen über Tirol verteilt. Ein Geheimtipp ist nach wie vor die Haymon Buchhandlung (ehemalige Wiederin) am Sparkassenplatz in Innsbruck. Aber so viel Mühe sich die Buchhandlungen mit Service und Ladenge-

staltung auch geben, ein Trend setzt sich hartnäckig durch: Online-Shopping. Insgesamt 15 % des österreichweiten Gesamtumsatzes werden bereits über das Internet gehandelt, Tendenz stark steigend. So bieten auch regionale Anbieter wie die Tyrolia modernste Online-Shops mit kostenlosem Lieferservice.


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Rüdiger Adolf, Senior Vice President

Alberto Alessi, Designer & Unternehmer

Dieter Althaus, Ministerpräsident

Claudio Albrecht, Vorstandsvorsitzender

Dan Ashbel, Head of Mission

Martin Bartenstein, Bundesminister

Herbert Bauer, Brigardier

Kurt Bayer, Executive Director

Matthias Bellmann, Vorstand

René Benko, CEO & Investor

Luigi Bertinato, Managing Director

Peter Bettermann, Vorstandsvorsitzender

Jürgen Born, Vorstandsvorsitzender

Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender

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Josef Burger, Vorstandsdirektor

Erhard Busek, Vizekanzler a.D.

Bob de Wit, Dean

Hans Demmel, Geschäftsführer

Albrecht Deyhle, Ehrenvorsitzender

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Karlheinz Essl, Aufsichtsratspräsident

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Benita FerreroWaldner, EU-Kommissarin

Franz Fischler, EU-Kommissar

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Alessandro Garofalo, Elisabeth Gehrer, Unternehmer Bundesministerin

Andreas Bierwirth, Vorstand

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Brad Glosserman, Executive Director

Ian Goldin, Dean & Director

Peter Kowalsky, Geschäftsführer

Alfred Gusenbauer, Bundeskanzler a.D.

Sabine Haag, Direktorin

Johannes Hahn, Bundesminister

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Hans Georg Härter, Vorstandsvorsitzender

Erich Hautz, Leiter Konzernzentraleinheit

Axel Heitmann, Vorstandsvorsitzender

Klaus Hekking, Vorstandsvorsitzender

Othmar Hill, Präsident & Gründer

Michael Hilti, Verwaltungsrat

Claus Hipp, CEO & Unternehmer

Rudolf Hundstorfer, Bundesminister

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Václav Klaus, Staatspräsident

Johann Klimmer, Geschäftsführer

Rudolf Knünz, Vorstand

Edelbert Köb, Direktor

Dieter Koppe, Geschäftsführer

Helmut Kramer, Direktor & Wissenschafter

Michael Krammer, CEO

Wilhelm Krull, Generalsekretär

Richard Kühnel, Head of Mission

Niki Lauda, Unternehmer

Christoph Leitl, Präsident

Klaus Liebscher, Generalgouverneur

Christine Licci, Vorstand

Hans Lindenberger, Vorstandsdirektor

Yang Liu, Designerin & Unternehmerin

Thomas Ludwig, Vorstandsvorsitzender

Jörg Maas, Europakoordinator

Gerlinde ManzChrist, Kommunikationschefin

Dirk Martin, Bundesvorsitzender

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Fredy Mayer, Präsident

Helmut Meier, Senior Vice President

Daniel Philipp Merckle, Stiftungspräsident

Michael Mertin, Vorstandsvorsitzender

Jörg Mittelsten Scheid, Beiratsvorsitzender

Reinhold Mitterlehner, Bundesminister

Mario Morettti Polegato, Präsident

Charles Morrison, Präsident

Hanns-Ferdinand Müller, Vorstand

Dominik Neidhart, America‘s Cup Winner

Joseph Nellis, Vice Provost & Director

Hermann Nitsch, Aktionist & Künstler

Arthur Oberascher, Geschäftsführer

Erwin Obermeier, Production Director

Leoluca Orlando, Politiker, Anwalt & Philosoph

Alfred Ötsch, Vorstandsvorsitzender

Ananthanarayan Padmanabhan, Managing Director

Axel Paeger, Vorsitzender der Geschäftsleitung

Reza Pahlavi, Heir to the Throne

Gustav Peichl, Architekt, Autor & Karikaturist

Richard Piock, Vorstandsvorsitzender

Josef Probst, Stv. Generaldirektor

Ursula Plassnik, Bundesministerin a.D.

Günther Platter, Bundesminister

Herbert Prock, Beauftragter des CEO

Josef Pröll, Bundesminister

Josef Propst, Geschäftsführer

Jesco Freiherr von Puttkamer, Raumfahrtpionier

Antonia Rados, Journalistin

Claus Raidl, Vorstandsvorsitzender

Susan Rasinski McCaw, Head of Mission

Martin Lenz, Aufsichtsratsvorsitzender

Anton Reisinger, Vice President

Michael Reiterer, Head of Mission

Günter Rhomberg, Präsident

Susanne Riess-Passer, Generaldirektorin

Josef Sanktjohanser, Vorstand

Anselme Sanon, Erzbischof

August-Wilhem Scheer, Aufsichtsratsvorsitzender

Hans-Jörg Schelling, Vorsitzender

Manfred Scheuer, Diözesanbischof

Yorck Schmidt, Finanzdirector

Frank Schönefeld, Chief Operating Officer

Georg Schöppl, Vorstandsvorsitzender

Karl Schwarzenberg, Unternehmer & Politiker

Herbert Schweiger, General Manager

Rosely Schweizer, Beiratsvorsitzende

Anton Seeber, Verwaltungsrat

Hermann Sendele, CEO & Gründer

Heidegunde Senger-Weiss, Aufsichtsrätin

Veit Sorger, Präsident

Michael Spindelegger, Bundesminister

Georg Springer, Geschäftsführer

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Günter Stamerjohanns, Vice President

Reinhold Stecher, Altbischof

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Leo Steiner, General Manager

Karl Stoss, Generaldirektor

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Michael Thamm, Präsident & Gründer

Lars Thomsen, CEO & Gründer

Bassam Tibi, Nahostexperte, Autor & Islamologe

Herwig van Staa, Landeshauptmann

Daniel Vasella, Präsident

Alexander von Witzleben, Vorstand

Julian Wagner, Vorstandsvorsitzender

Ulrich Wolters, Aufsichtsratsvorsitzender

Gernot Wisser SJ, Provinzial

Reinhold Würth, Aufsichtsratsvorsitzender

Stefan Ziffzer, Vorsitzender der Geschäftsführung

Peter Zulehner, Vice President

Business & Management Lebensmittel- & Rohstofftechnologie Management, Communication & IT Management & Recht Mechatronik – Maschinenbau Nonprofit-, Sozial- & Gesundheitsmanagement Soziale Arbeit Tourismus- & Freizeitwirtschaft Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik Wirtschaft & Management Wirtschaftsingenieurwesen

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* Überblick über Gastvorträge der letzten Jahre (Auswahl); angeführte Funktionen zum Zeitpunkt des Vortrags


Die Verlagsszene in Tirol ist bunt. Hier möchten wir einige Vertreter dieser Branche vorstellen.

 Studienverlagsgruppe Zur Studienverlagsgruppe gehören gleich vier namhafte Verlage sowie die Haymon Buchhandlung. Als gelernter Buchhändler arbeitete der umtriebige Markus Hatzer bereits 1988 ehrenamtlich bei Verlagsprojekten mit und gründete 1990 gemeinsam mit Elfriede Sponring und Hans Dollfuß den Studienverlag, mit dem Ziel, wissenschaftliche Literatur auch einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. 1995 gründete er mit Autor und Verleger Hans Augustin den Skarabaeus Verlag. 2000 folgte die Gründung der Buchhandlung Wiederin mit Th omas Wiederin, 2010 erfolgte die Übernahme des Universitätsverlags Wagner sowie die

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Komplettübernahme der Buchhandlung Wiederin und Umbenennung in Haymon Buchhandlung.

Haymon Verlag Gegründet 1982 in Innsbruck war der Haymon Verlag ursprünglich auf Sach- und Kulturbücher spezialisiert, Ende der 1980er wechselte das Verlagsprogramm mehr und mehr in die Literatur. Um bessere Absatzmärkte in Deutschland zu eröff nen, veräußerte der Gründer und damalige Inhaber Dr. Michael Forcher die Hälfte der Anteile an die Deutsche Verlagsanstalt. Bereits nach wenigen Jahren kaufte Markus Hatzer diese Anteile retour und übernahm 2005 auch die restlichen Anteile von

Forcher. Somit ist heute der Haymon Verlag als angesehener Literaturverlag Teil der Studienverlagsgruppe. Erfolgreiche Werke namhafter Autoren wie Raoul Schrott, Felix Mitterer, Georg Paulmichl oder Michael Köhlmeier sind im Haymon Verlag erschienen, aber auch viele Erstveröff entlichen bieten vor allem Nachwuchstalenten eine Chance – Haymon-Bücher sind ein Geheimtipp für Literaturfans!

Skarabaeus Verlag Gegründet 1995 vom Verleger Markus Hatzer und Autor und Verleger Hans Augustin, wird der Skarabæus Verlag seit 2001 von einem dreiköpfigen Team geleitet: Markus Hatzer

(Geschäftsführer), Georg Hasibeder (Lektorat) und Eva Simeaner, die seit 2001 den Verlagssitz in Südtirol leitet. Der Schwerpunkt des Programms von Skarabæus liegt auf Belletristik aus Österreich und Südtirol. Genereller Anspruch ist es, Offenheit für vielfältige literarische Wege auch abseits des Mainstreams verlegerisch umzusetzen und Texte zu veröffentlichen, die sich durch ihre Originalität im Umgang mit Sprache und Realität, die Frechheit ihrer Perspektiven ebenso wie durch ihre literarische Qualität auszeichnen.

Löwenzahn-Verlag Autorinnen und Autoren, die Natürlichkeit, Glaubwürdigkeit und Kompetenz

verkörpern, sind „das Gesicht“ des Löwenzahn Verlages. Sie sind die Basis für erstklassige Sachbücher mit einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis in den Bereichen Kochen, Natur & Garten, Freizeit und Tirolensien. Österreichische Bäuerinnen kochen, Gertrude Messners Kräuterhandbuch und das Tiroler Skitouren Handbuch sind nur einige wenige Beispiele an Bestsellern des Löwenzahn-Verlages. Studienverlagsgruppe: Verbreitungsgebiet: gesamter deutschsprachiger Raum Neuerscheinungen pro Jahr: ca. 200 + 21 Zeitschriften Mitarbeiter: 32 Umsatz: ca. 5 Mio. Euro


eco.wirtschaft  Tyrolia

Verlag

Die Gründung des Verlages geht auf das Jahr 1888 zurück, wo die Zeitung „Brixener Chronik“ vom katholisch-politischen Presseverein Brixen unter Dr. Aemilian Schöpfer ins Leben gerufen wurde. Mit Ende des Ersten Weltkrieges erfolgte die Aufspaltung des Unternehmens in die Tyrolia Verlagsanstalt in Nordtirol und die Athesia in Südtirol. Beide Häuser sind bis heute freundschaftlich verbunden. Nach mehr als 100-jährigem Bestehen präsentiert sich die Verlagsanstalt Tyrolia als profiliertes, im gesamten deutschen Sprachraum anerkanntes Verlagsunternehmen, als bedeutendster österreichischer Verlag für Religion und Theologie und mit 22 Buch- und Papierhandlungen als größtes Buchhaus Westösterreichs. „Tyrolia versteht sich dabei nicht nur als Wirtschaftsunternehmen, sondern als geistiger und kultureller Faktor im Lande. Gegründet, um christlichen Standpunkten mit den Mitteln der modernen Medien Gehör zu verschaffen, versuchen wir auch heute, diesem Auftrag gerecht zu werden“, erläutert Markus Renk die Philosophie des Unternehmens. Einen hervorragenden Ruf genießt der Tyrolia Verlag auch für seine alpinistischen Werke und Tirolensien. Einen Schwerpunkt im Herbstprogramm bilden Pilgerreisen. Verbreitungsgebiet: gesamter deutschsprachiger Raum Neuerscheinungen pro Jahr: 60 – 80 Mitarbeiter gesamt inkl. Handel: ca. 235, davon 15 % Lehrlinge Umsatz 2010 gesamt: 26,4 Mio. Euro

 Berenkamp Verlag 1987 von Dr. Wolfgang Ingenhaeff-Berenkamp nebenberufl ich gegründet, ist der Berenkamp Verlag aus dem Tiroler Verlagsgeschehen nicht mehr wegzudenken. „Wenn es auch banal klingen mag, bei uns werden jene Werke ausgewählt, wo ich der Überzeugung bin, dass sie gut sind und einen Sinn machen“, so der frühere Rechtshistoriker und jetzige Verleger. Und so finden sich im Berenkamp-Programm neben spannenden Krimis und Tirolensien auch Kochbücher oder Ratgeber. Mit Liebe zum Detail liest der Verlagsleiter nicht nur alle eingesandten Manuskripte, sondern übernimmt auch Lektorat und Gestaltung der Werke. Diese Liebe zum Buch sieht man einem Berenkamp-Buch auch an. Ein Tipp aus dem kommenden Herbst-/Winterprogramm: „Große Papp‘n, kleines Hirn“ über Sprachgebräuche aus dem hohen Haus oder „Das Zingulum“ aus der Reihe „Inspektor Matteo ermittelt“. Verbreitungsgebiet: gesamter deutschsprachiger Raum Neuerscheinungen pro Jahr: 20 – 30 Mitarbeiter: 3 + freiwillige Mitarbeiter Umsatz 2010: ca. 300.000 Euro Exportanteil: ca. 15 %

 hannibal Verlag und Edition Koch Der hannibal Verlag feiert heuer sein 30-jähriges Jubiläum. Schon früh kristallisierte sich der von Robert Azderball gegründete Verlag als Musikbuchverlag heraus, der zeitgenössische Pop- und Subkultur und ihre Stars zum Thema machte. Seit 2001 gehört der hannibal Verlag zum Koch-InternationalKonzern und wird seit 2007 von Dr. Monika Koch gemeinsam mit dem 2007 gegründeten Verlag Edition Koch geleitet. Während der hannibal Verlag sich eher den rockigen, poppigen Stars widmet, finden sich im Programm von Edition Koch eher die deutschsprachigen Unterhaltungsstars, wie zum Beispiel Hansi Hinterseer oder Semino Rossi. Im Jubiläumsprogramm des hannibal Verlages erscheinen „40 Jahre Queen“, das erkenntnisreiche, ja fast tiefenpsychologische Buch über Michael Jackson „Die Michael Jackson Tapes“ oder im Verlag Edition Koch „100 Prozent Anders“, Thomas Anders‘ Biographie – Mein Leben – und die Wahrheit über Modern Talking, Nora und Dieter Bohlen. Verbreitungsgebiet: gesamter deutschsprachiger Raum, vor allem Deutschland Neuerscheinungen pro Jahr: 25 – 30 Mitarbeiter: 3 + ca. 20 freiberufl iche Lektoren, Übersetzer und Vertriebsmitarbeiter Umsatz 2010: ca. 1,2 Mio. Euro

 Limbus

Verlag

Im Herbst 2010 feierte der Limbus Verlag sein fünfjähriges Bestehen, mit dem Frühjahrsprogramm umfasst das Programm bereits 50 Bücher. Mag. Bernd Schuchter und seine Ehefrau führen den Limbus Verlag als reinen Literaturverlag mit Schwerpunkt Gegenwartsliteratur, es werden weder Lyrik noch Kinderbücher herausgegeben. Nach einer zwischenzeitlichen Exkursion ins Ländle ist der Limbus Verlag seit Jänner 2011 wieder in zentraler Lage in Innsbruck situiert. Besondere Erfolge bislang: Hans Platzgumer‘s „Der Elefantenfuß“, ein Tschernobylroman, „Karlitos Reich“ von Christian Mähr oder „Leutnant Pepi zieht in den Krieg“ von Walter Klier. Verbreitungsgebiet: gesamter deutschsprachiger Raum Neuerscheinungen pro Jahr: 10 – 12 Mitarbeiter: 2 + freiberufliche Mitarbeiter Umsatz: k. A.

 Obelisk

Verlag

Als reinen Kinderbuchverlag hat Frau Helga Buchroithner 1967 den bereits von ihrem Vater in Wien 1945 gegründeten Obelisk Verlag wieder aufleben lassen. Qualitätsvolle Kinderbücher für die Altersgruppe von 6 bis 12 Jahren bilden den Schwerpunkt des Verlagsprogramms, wobei humorvollen Büchern für Erstleser und Kinder mit Leseschwierigkeiten eine besondere Bedeutung zukommt. International bekannte und preisgekrönte Schriftsteller wie u.a. Käthe Recheis, Renate Welsh oder Lene Mayer-Skumanz sowie Saskia Hula oder Chantal Schreiber schreiben für den renommierten Kinderbuchverlag. Verbreitungsgebiet: gesamter deutschsprachiger Raum, vorrangig Österreich Neuerscheinungen pro Jahr: 8 – 10 HardcoverBücher, 10 Taschenbücher Mitarbeiter: 3 + freiberufliche Mitarbeiter Umsatz: 400.000 Euro



Ein weiterer renommierter Tiroler Verlag ist der Helbling Verlag, der sich vor allem auf Schulbuch- und Unterrichtsmaterialien spezialisiert hat. Mit heimatlichen Werken punktet der Verlag Edition Tirol in Reith im Alpbachtal. Leider waren die Ansprechpartner bis Redaktionsschluss urlaubs- und terminbedingt für uns nicht mehr erreichbar.

Zu den etablierten Verlagen kommen natürlich auch zahlreiche Newcomer oder Einzelverlage, die entweder nebenberufl ich Werke veröffentlichen oder ihre eigenen Romane veröffentlichen. So versucht der Verlag der positiven Seiten seit Beginn des Jahres, in einer Welt der Negativberichterstattung die positiven Seiten und Visionen des Lebens zu beleuchten. Ein interessanter Ansatz, dem nur viel Erfolg zu wünschen ist.

eco.nova 43


Dank sei Gott Die Finanzen der Kirche

Wie geht es eigentlich dem Unternehmen Kirche – nach dem Gesichts- bzw. Attraktivitätsverlust der letzten Jahre? Und wie funktioniert das „Customer Relationship Management“? eco.nova hat mit dem Finanzkammerdirektor der Diözese Innsbruck ein überraschend offenes Gespräch geführt. Und festgestellt: Nicht die rund 87.400 Kirchenaustritte des Jahres 2010 bringen die Kirche in finanzielle Not, sondern – wie in bekannten Systemen auch – die Demographie, wenn nicht gut gewirtschaftet wird.

Text: Ulrike Delacher Fotos: David Lederbauer, TVB Innsbruck

44 eco.nova

Insgesamt 5,5 Mio. Katholiken leben in Österreich, 398.000 sind es in der Diözese Innsbruck – mit den Tiroler Anteilen der Diözese Salzburg insgesamt rund 533.000 Gläubige. Zur Diözese Innsbruck zählen 287 Pfarren, ihr Gebiet erstreckt sich vom Arlberg über das Außerfern bis nach Osttirol – die Gemein-

den östlich vom Fluss Ziller im Zillertal sowie die Pfarre Steinberg am Rofan sind dem Bistum Salzburg zugeordnet. Die Kirche selbst ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die Diözese (ursprünglich: Bezeichnung für staatliche Finanzverwaltung im alten Rom) eine territorial abgegrenzte Körperschaft. Jede


26 %

58 % 15 %

1% für Caritas, Service- und Beratungseinrichtungen, Personalaufwand, Verwaltung ...

Beiträge für österreichische Bildungswesen (Bildungshäuser, Projekte der Bischofskonferenz Erwachsenenbildung, Priesterausbildung)

einzelne Pfarre für sich ist eine Gemeinschaft öffentlichen Rechts – erklärt der Finanzkammerdirektor der Diözese Innsbruck, MMag. Markus Köck. Andere kirchliche Einrichtungen sind beispielsweise Orden und Stifte, die allerdings allesamt selbständige Körperschaften bilden.

„Die den Herrn suchen, haben keinen Mangel“ > Finanzen der Kirche „Das Vermögen der Kirche muss wie in jeder anderen Organisation ordentlich verwaltet werden.“ Um dies zu unterstreichen, „legt die Diözese Innsbruck einen Jahresabschluss vor und übergibt diesen zuvor auch einem Wirtschaftsprüfer zur Kontrolle – beides Maßnahmen, die wir freiwillig machen, weil öffentlichrechtlich nicht zwingend“, erklärt der Finanzkammerdirektor der Diözese. Die Haupteinnahmen mit 70 % (29 Mio. Euro) kommen von den Kirchenbeiträgen, 9 % (3,5 Mio. Euro) stammen aus der staatlichen Wiedergutmachung und mit 8,6 Mio. Euro 21 % aus betrieblichen Erträgen. Nicht erfasst im Jahresabschluss der Diözese sind allerdings die Pfarren, Stifte und Orden, da sie eigenständige Gemeinschaften sind und selbst Jahresabschlüsse machen (siehe Bilanz).

„Bleibe fromm und halte dich recht“ > Rechte und Pflichten der Mitglieder Mitglied der katholischen Kirche wird man durch die Taufe. Die Vereinbarungen im Staatskirchen-

Pfarren (Zuschüsse für Pfarrpersonal, Zuschuss für Bauaufwand, Priestergehälter ...)

recht, nach dem Konkordat 1933, ergeben für die Mitglieder Rechte (z.B. Empfang der Sakramente, Seelsorge, Teilnahme am christlichen Leben), aber auch bestimmte Pfl ichten (z.B. Sonntagspfl icht, am Sonntag einen Gottesdienst zu besuchen, oder Kirchenbeitrag). „Die Gemeinschaft lebt davon, dass sich die Menschen auch treffen, deshalb gilt die Sonntagsruhe für uns als hohes Gut“, so MMag. Köck.

„Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen“ > Kirchenbeitrag Wer hat sich nicht schon einmal darüber gewundert, wie die Zahl am Erlagschein für den eigenen Kirchenbeitrag zustande kommt? Insgesamt betragen die Einnahmen aus dem Kirchenbeitrag in Österreich jährlich rund 392 Mio. Euro, in Tirol waren es 2009 rund 29 Mio. Euro. Als eine erste Bemessungsgrundlage dienen der Kirche die Rückmeldungen von Meldeämtern der Gemeinden zu den als römischkatholisch gemeldeten Personen als einzige offizielle Information. „Wir suchen den persönlichen Kontakt mit den Menschen, entweder über eine briefl iche Aufforderung oder über das Telefon, wenn die Nummer bekannt ist. Auf Grundlage der erhaltenen Informationen versuchen wir dann, die Lebenssituation des Einzelnen zu erfassen“, erklärt Finanzkammerdirektor Köck. „Oft kennen wir nicht einmal den Beruf. Dann errechnen wir einen statistischen Durchschnittswert. Z.B. dient der Durchschnittslohn eines

In der Bilanz der Kirche wird der Posten „staatlichen Wiedergutmachung“ angeführt. Dabei handelt es sich um Entschädigungszahlungen, welche die Republik Österreich für das nach der Beschlagnahme in der NSZeit im Staatsbesitz verbliebene oder vom Staat bereits veräußerte ehemalige Kirchenvermögen an die katholische Kirche leistet. 46 Mio. waren dies im Jahr 2010 in Österreich, diese Zahlungen seitens des Staates sind nicht zweckgebunden oder zeitlich limitiert, „die Zahlungen erfolgen regelmäßig, weil das ehemalige Vermögen auch unbegrenzt hätte dienen sollen“, erklärt Finanzkammerdirektor Köck. „Reparationsleistungen gehören zur Grundfi nanzierung, in Tirol flossen rund 3,5 Mio. in das Geschäftsgebaren der Diözese ein.“ Aus dem Kulturbericht des Landes 2009 gehen dazu noch folgende Förderungen für kirchliche Institutionen hervor: Insgesamt wurden 1.380.435 Euro für Kirchen und Klöster ausgegeben, 72.000 Euro flossen für Kleindenkmäler und Kapellen, rund 27.000 Euro für Pfarrhäuser und in Form der Landesgedächtnisstiftung wurden vorwiegend kirchliche Förderungen von 2.121.487 Euro ausgegeben, darunter Stift Stams mit 660.500 Euro. Dabei handelt es sich um „reine Kulturfördermittel für die Restaurierung von Sakralbauten“, wie das Land betont. (www.tirol.gv.at/themen/ kultur/abteilung-kultur/ publikationen)

Diözese Innsbruck – Jahresabschluss 2009 Einnahmen (in Tsd. Euro) Kirchenbeitrag Staatliche Wiedergutmachung Sonstige Einnahmen*)

Ausgaben (in Tsd. Euro) 28.884 (70,4 %) 3.583 (8,7%) 8.585 (20,9 %)

*) Erträge Bildungshäuser (Kursbeiträge etc.) 1.701 sonst. Kursbeiträge, Schul-/Hort-/Heimbeiträge 796 Teilnehmerbeitr. Pilgerfahrten & Familienurlaube 296 Finanzerfolg 1.872 sonst. Kostenersätze, Subventionen usw. 3.921

Pfarren gesamt (Personal, Zuschüsse) 23.287 (57,7 %) Service- und Beratungseinrichtungen 3.715 (9,0 %) Erwachsenenbildung/Bildungseinrichtungen 3.617 (8,8 %) Schulen & Lehrausbildung (inkl. Abschreibung f. Gebäude) 1.830 (4,5 % Bischofskanzlei, Bischofsvikare 270 (0,7 %) Organisation, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit 8.707 (21,2 %) Beiträge f. österr. Projekte (Bischofskonferenz) 575 (1,4%) Beitrag Weltkirche (Vatikan) 42 (0,1 %) Abgang/Auflösung Rücklagen –1.001 (–2,4 %)

Summe

Summe

41.052 (100 %)

41.052 (100 %)

Der Jahresabschluss 2009 der Diözese Innsbruck wurde auf Basis einer freiwilligen Abschlussprüfung von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft. Dem Jahresabschluss 2009 wurde der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. Dieser bestätigt, dass der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen der Rechnungslegung der Diözese Innsbruck entspricht und ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimng mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung vermittelt.

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eco.wirtschaft

Staatliche Wiedergutmachung und Förderungen seitens des Landes

Die Verteilung des Kirchenbeitrags im Einzelnen


Geschichte des Kirchenbeitrags: der Religionsfonds Der Religionsfonds geht zurück auf Kaiser Joseph II. der im Jahre 1782 einen vom Staat verwalteten Religionsfonds schuf. Das Geld dieses Fonds stammte von aufgelösten Klöstern und Kirchen. Bis 1939 finanzierte sich die Kirche aus diesem Religionsfonds, ab 1939 wurde der Religionsfonds allerdings seitens des NS-Regimes verstaatlicht, die Zahlungen des Staates an die Kirche wurden eingestellt. Als Ersatz wurde ein Kirchenbeitragssystem eingeführt – laut Gesprächsprotokollen – in der Hoff nung, der Kirche zu schaden, weil die Katholiken daraufhin ihre Kirche verlassen würden. Nach 1945 war die Republik Österreich nicht in der Lage, den „Religionsfonds“ und die alte Kirchenfinanzierung wiederherzustellen. Das Kirchenbeitragssystem wurde grundsätzlich belassen, aber mehrmals verbessert, modernisiert und angepasst. Im Vermögensvertrag aus dem Jahre 1960 wurde das Prinzip des Kirchenbeitrags endgültig festgelegt, Kirche und Staat vereinbarten Entschädigungszahlungen für den verstaatlichten Religionsfonds.

21-Jährigen mit abgeschlossener Lehre als Richtsatz für dessen Beitragsberechnung.“ Und falls dies nicht stimmt? „Dann ersuchen wir Sie, mit uns Kontakt aufzunehmen, um die Daten richtigzustellen. Die beste Voraussetzung ist die – natürlich freiwillige – Vorlage eines Lohnzettels. Wirklich wissen tun wir es nur, wenn wir die Personen selbst erreichen und mit ihnen reden können.“

„Denn wer da hat, dem wird gegeben“ > Was bekommt man für sein Geld? Die Hauptleistungen der Kirche liegen in der Verantwortung der Pfarren und bestehen im Angebot der Gottesdienste, der Sakramentenspendung, in Kinderund Jugendinitiativen. Auch soziale Unterstützung, Begleitung von älteren Menschen oder Priestergehälter werden zu 58 % aus dem Kirchenbeitrag finanziert. 26 % fließen in die Caritas, Service- und Beratungseinrichtungen (24-Stunden-Telefonseelsorge) usw. 15 % des Beitrags finanzieren das Bildungswesen (Bildungshäuser, Priesterausbildung, Erwachsenenbildung).

„Wer nicht hat, von dem wird man nehmen“ > Mit 8,67 Mio. Euro in der Kreide ... ... standen im Jahr 2010 rund 30.961 zahlungsunwillige Katholiken bei der Kirche. „Bis es aber tatsächlich zum Prozess kommt, hat es insgesamt nachgezählte 17 Kontaktaufnahmen mit der säumigen Person von unserer Seite gegeben“, informiert MMag. Köck. Der Mindestbeitrag beträgt 21,60 Euro, ein ‚solidarischer Mitgliedsbeitrag‘, nach oben hin gibt es keine Begrenzung. Allerdings gebe es auch Ermäßigungsund Befreiungsgründe (z.B. Mindestpension). „Man versucht, dem Einzelnen und seiner Lebenslage wie z.B. Wohnungskauf, Familienplanung ... gerecht zu werden. Die Umstände werden uns leider oft sehr spät bekannt gegeben.“ Der Haupteffekt der Mahnklage sei der, dass sich die Betroffenen endlich melden, 70 % anerkennen den Anspruch und zahlen – als wichtigstes Ergebnis aus dem Prozess.

Berechnungsbeispiel für den Kirchenbeitrag Alleinverdiener/in mit Kind Lohnsteuerpflichtiges Einkommen lt. Lohnzettel 1.850,00 Euro mal 12 Monate 22.200,00 Euro davon 1,1 % 244,20 Euro Allgemeiner Absetzbetrag

–50,00 Euro

Kirchenbeitrag brutto

194,20 Euro

Ermäßigungen: Ermäßigung Alleinverdiener/in Ermäßigung für Kind Familienabsetzbetrag

–34,00 Euro – 16,00 Euro – 16,00 Euro

Jahresbeitrag

128,20 Euro

Errechnen Sie Ihren eigenen Kirchenbeitrag mittels Onlinerechner unter www.dibk.at/kirchenbeitrag. Der Kirchenbeitrag ist bis zu einer Höhe von 200 Euro jährlich als Sonderausgabe beim Finanzamt absetzbar.

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MMag. Markus Köck, Finanzkammerdirektor der Diözese Innsbruck

„Es heilt sie weder Kraut noch Pflaster“ > Kirchenaustritte Sind im Jahr 2009 3.220 Menschen aus der Kirche ausgetreten, stieg die Zahl 2010 auf 5.832 Austritte in der Diözese Innsbruck an, in ganz Tirol (mit Salzburg) waren es 7.699 Austritte. Bundesweit haben 87.393 Menschen die Kirche verlassen. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt, Kardinal Schönborn sah in einer ersten Reaktion die Austrittswelle als ein „Zeichen neuer Freiheit – vom Traditions- zum Entscheidungschristentum“. Finanzkammerdirektor Köck begründet die Entscheidung zum Austritt mit einem Zitat des Theologen Paul Zulehner: „So wie sich die Kirche derzeit darstellt, ist sie keine Hilfe für mein Leben.“ Darin stecke die Basisaussage: „Kirche ist keine Lebenshilfe und bietet keine Unterstützung. Erst wenn das wieder erfüllt ist, ist die Kirche eine sinnvolle Einrichtung in der Gesellschaft.“

„Unser Leben währet 70 Jahre“ > Finanzen: Austritte weniger gewichtig als Demographie Allerdings ist die Gesamtkatholikenzahl österreichweit weitestgehend stabil geblieben. Es habe zwar leider viele Austritte gegeben, aber der Überhang zwischen Taufen und Sterbefällen und in Tirol insbesondere der Zuzug und teilweise auch bis zu 300


Was bedeutet dies nun für die Finanzsituation der Kirche? Eine Rechnung: Der Durchschnittsbetrag des Kirchenbeitrags liegt bei etwa 113 Euro. Multipliziert mit den Austritten in der Diözese Innsbruck kommt man auf einen Verlust von rund 660.000 Euro. Damit könne man leben. Für mehr Kopfzerbrechen angesichts der Finanzierung allerdings sorge die demographische Entwicklung, nämlich dass sich die Bevölkerungspyramide insgesamt verändert, weniger junge Menschen nachkommen, ältere Menschen länger leben, so der Finanzkammerdirektor. „Das hat natürlich den Vorteil, dass die Katholikenzahl relativ stabil bleibt, weil ältere Menschen länger leben. Aber: Wir verlieren mit jeder Person, die in den Ruhestand tritt, zumindest um 20 % Kirchenbeitrag – also die Differenz zwischen Aktivbezug (mit 80 % Maximalbezug) und Pension.“ Diese Prognosezahl stelle die Kirche in der Zukunft vor Herausforderungen. Hinzu kommt auch die Anzahl der Priester im Ruhestand, die keinen staatlichen Pensionsanspruch haben, soweit sie nicht als Religionslehrer gearbeitet haben. „Auch für sie trägt der Bischof Sorge: Die kirchliche Finanzkammer hat begonnen, dementsprechend Pensionsfonds aufzubauen, damit diese Verpfl ichtungen daraus abgedeckt werden können.“

„Für die sieben mageren Jahre“ > das Vorsorgemanagement der Kirche Die Diözese Innsbruck ist mit ihrer Gründung 1964 eine noch junge Diözese. Man habe von Anfang an mit bescheidenen Mitteln gearbeitet, weil es keine großen Besitztümer gegeben hat, und eingespart, wo es möglich gewesen sei. Etwa beim Personalaufwand: „Wir haben versucht, Steigerungen in Grenzen zu halten, und unsere Nachbesetzungen genau überdacht. Daneben gibt es Einsparungspotenzial im Sachbereich durch Nutzung moderner Technologien.“ Die zweite, neuere Strategie liegt in der aktiven Nutzung von Liegenschaften im Eigentum der Kirche, die bisher brachgelegen haben. „So kooperieren wir mit dem sozialen Wohnbau, stellen Grund für leistbares Wohnen zur Verfügung – und gehen hier mit gutem Beispiel voran.“ Aktuell nennt Köck das Projekt mit WE Tirol, am Hopfenhofweg direkt vor seinem Büro, oder aber auch am so genannten Gänseacker in Serfaus, wo gemeinsam mit der Gemeinde ein Projekt mit betreubarem und betreutem Wohnen entsteht. Die Grundstücke der Kirche werden nicht verkauft, sondern gegen eine Entschädigung der WE überlassen. Nach 50 Jahren gehen die Wohnungen dann in den Besitz der Kirche über. Insgesamt habe man mit dem Anbieter WE Tirol die Realisierung von 100 Wohneinheiten in definiertem Zeitrahmen vereinbart. „Wenn diese fertig

sind, werden wir erneut ausschreiben für neue Projekte“, blickt Köck in die Zukunft. „Wir sind nicht am kurzfristigen Profit interessiert, sondern wollen unser Vermögen langfristig und ethisch vertretbar sichern“, deshalb veranlagt die Diözese zusätzlich auch in Ethikfonds – „wo es um Nachhaltigkeit, Umwelt- und soziale Verantwortung geht.“

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Wiedereintritte jährlich haben bis 2008 sogar steigende Katholikenzahlen beschert – und in den letzten Jahren im Wesentlichen eine gleichbleibende.

„Was der Mensch sät, das wird er ernten“ > Kundenmanagement und -orientierung Kein Unternehmen kann auf Kunden warten, sondern muss etwas dafür tun – dasselbe gilt für die Kirche. „Wir müssen den Menschen Identifikationspunkte mit der Kirche bieten. Es braucht einen aktiven Schritt auf die Menschen zu. Die vorrangigste Sorge ist, dass Menschen Kirche wieder so erleben, dass sie eine Hilfe im Leben ist. Wir müssen uns fragen: Was suchen die Menschen, wo brauchen sie Orientierung? Für uns zählt hier wieder der vermehrte konkrete persönliche Kontakt: In über 50 Pfarren werden nun wieder Hausbesuche durch Mitglieder der Kirche gemacht. Wir müssen unsere Leistungen und Projekte darstellen – und vermehrt Öffentlichkeitsarbeit machen, aber auch zielgruppenorientierter arbeiten: z.B. Betreuungsmöglichkeiten für Kinder schaffen. Und damit die Kirche wieder zu einer Anlaufstelle für die Menschen machen.“

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Zahlen und Fakten • 132.557 Hektar Waldfläche sind in Besitz von Österreichs Stiften • 260 Mio. Euro erwirtschaften die Betriebe der Stifte und Klöster jährlich (erhalten keine Kirchenbeiträge) • 41,05 Mio. Euro beträgt die Jahreseinnahme der Diözese Innsbruck Besitzungen der Diözese Innsbruck • Liegenschaften in der Riedgasse, rund um das bischöfl iche Paulinum in Schwaz • Kleine Einheiten in der Ing.-Etzel-Straße (Kirchenbeitragsstelle) • Einzelne Wohneinheiten im Stadtbereich von Innsbruck • Liegenschaft (Priesterwohnungen) Die Tiroler Stifte Stift Wilten: • Jahresumsatz: 1,7 Mio. Euro • 25 Mitarbeiter, die Hälfte Vollzeit • Einnahmen: Erlöse aus Vermietung und Verpachtung sowie Forstwirtschaft • Höchster Ausgabeposten: 700.000 Euro/Jahr Personalaufwand. Stift Stams: • Jahresumsatz: 1 Mio. Euro. • 28 Mitarbeiter, 10 Vollzeit • Einnahmen: Erlöse aus Vermietung und Verpachtung, Tourismus, Klosterladen mit Verkauf aus klostereigener Bäckerei und Schnapsbrennerei, Forst • Das Stift betreibt ein Gymnasium mit 600 Schülern und ein Internat – das Defi zit des Internates liegt in der Größenordnung der landwirtschaftlichen Pachteinnahmen. Die Personalkosten betragen 700.000 Euro jährlich. Stift Fiecht: • 11 Mitarbeiter, 4 Voll- und 11 in Teilzeit • Einnahmen: Vermietung und Verpachtung • Besitztümer:  5 Kirchen, 2 Klostergebäude mit Bildungshäusern, 2 Gasthäuser, 5 Bauernhöfe, das Prälatenhaus mit Kapelle am Achensee, 1 Kleinkraftwerk, 1 Museum, die Bibliothek, 2245 ha Land (1470 ha Wald, 416 ha landwirtschaftliche Fläche)

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Die Rettung ist gerettet Seit Anfang Juli ist das heiß diskutierte neue Tiroler Rettungsgesetz in Kraft. Was es kann, wo Probleme auftauchen könnten und was noch fehlt, hat sich eco.nova angesehen. Text: Uwe Schwinghammer

Am Ende ist, wie man in Tirol so sagt, die Kirche im Dorf geblieben. Das Rettungswesen des Landes wurde nicht in deutsche oder dänische Hände gelegt. Seit das neue Rettungsgesetz Anfang Juli in Kraft getreten ist, werken Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Johanniter, Malteser und der Österreichische Rettungsdienst gemeinsam zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Und damit ein paar Handelnde, die sich noch vor ein oder zwei Jahren – um beim Tirolerischen zu bleiben – bei jeder Gelegenheit die „Hackln ins Kreuz“ hauten. Doch das soll jetzt nicht mehr kümmern, ist hoffentlich Schnee von gestern. Auch das Notarztwesen hat man in letzter Minute noch auf die Beine gestellt. Teils angedockt an Krankenhäuser, teils auch hier in Bieter- bzw. Ärztegemeinschaften. Offene Baustelle ist und bleibt allerdings die Flugrettung. Hier will das Land noch auf einen Rechnungshof-Bericht warten, ehe es tätig wird. Einstweilen wird aber geflogen, was das Zeug hält. Der Patient soll vom neuen Rettungsgesetz tunlichst wenig merken: Ihm soll’s egal sein, dass es keine Bezirksgrenzen mehr gibt und ihn ein Fahrzeug aus

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Landeck im Extremstfall auch nach Kitzbühel bringen könnte. Ebenso, dass in Zukunft eine Spezialisierung stattfindet und stark zwischen Notfallrettung und Transportwesen unterschieden wird. Hauptsache, so beteuern alle Beteiligten, wird sein, das hohe Niveau im Rettungswesen in Tirol zu halten, wenn nicht gar noch zu steigern. Und das zu einem günstigeren Preis – Synergien sei Dank. Der Geschäftsführer des Roten Kreuzes, Thomas Wegmayr, ist überzeugt, dass dem auch so sein wird: „Seit der Erteilung des Zuschlages an die Bietergemeinschaft sind wir in der Planung und Umsetzung. Das klingt spektakulär, ist aber für den Patienten und großteils auch für das Personal kaum spürbar.“ Sehr positiv beurteilt Wegmayr, dass man in Zukunft einheitliche neue Fahrzeuge und neue Geräte bekomme, „weil das die tirolweiten Schulungen sehr erleichtert“. Neu wird in jedem dieser Fahrzeuge auch ein so genannter „CarPC“ installiert, auf dem die komplette Dokumentation erfolgt. An diese PCs sollen auch schon alle Informationen geschickt werden, die zum Beispiel bei einem Notfall in der Leitstelle eingegangen sind. Wegmayr: „Das ganze Zettelwerk fällt damit weg.“


Der Patient soll vom neuen Rettungsgesetz tunlichst wenig merken. Hauptsache ist, so beteuern alle Beteiligten, das hohe Niveau im Rettungswesen in Tirol zu halten, wenn nicht noch zu steigern. In Innsbruck hat man inzwischen probeweise die Notfallrettungs- und Krankentransporte getrennt. Da fällt für Wegmayr die erste Bilanz etwas gemischt aus: „Einerseits haben sich die Einsatzzeiten im Notfall verkürzt, andererseits muss man sagen, dass es eine größere Belastung für die Fahrer von reinen Krankentransporten ist.“ Probleme beim Besuch von Schulungen, wie sie unlängst medial kolportiert wurden, gebe es nicht, so Wegmayr: „Laut Ausschreibung haben wir jetzt eine doppelt so hohe Schulungsverpfl ichtung. Aber es wird etwas mehr selektiert, weil wir uns zum Beispiel überlegen müssen, wie viele Notfallsanitäter wir pro Jahr ausbilden müssen, um den Stand zu halten. Es kann also sein, dass nicht jeder gleich den Kurs belegen kann, den er sich ausgesucht hat. Aber gestrichen wurde nichts.“

Intensiveres Werben um die Freiwilligen Daniel Rainer, Leiter der Rot-Kreuz-Ortsstelle Tux, sieht hingegen einige Entwicklungen mit Skepsis und fürchtet um die Freiwilligen. Immerhin stehen derzeit rund 500 Hauptberufl ichen rund 4500 Ehrenamtliche gegenüber. Rainer: „Diese Tendenz zur Zentralisierung, das mag ein Freiwilliger nicht. Der identifiziert sich einerseits mit der Sache und andererseits mit der Ortsstelle.“ Mit der Auflösung der Bezirksgrenzen, der einheitlichen Beschriftung der Fahrzeuge und den tirolweiten Schulungen falle diese örtliche Komponente zusehends weg. Der Tuxer Ortsstellenleiter weiter: „Nur weil das Auto ein anderes Kennzeichen hat, wird’s keiner lassen. Aber wenn sich solche Sachen häufen, dann haben wir ein Problem.“ Es sei – auch durch die mediale Verunsicherung der letzten Zeit – schon spürbar, dass die Motivation nachgelassen habe: „Die Dienste sind einfach nicht mehr so leicht zu besetzen.“ Das gesteht auch Wegmayr ein: „Es wird immer schwieriger, diese enorm hohe Zahl an Freiwilligen zu halten. Das hat aber gar nicht unbedingt mit der Rettung zu tun, sondern mit dem geänderten Freizeitverhalten, der Vielzahl an anderen Vereinen. Wir

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haben ständig zu kämpfen, aber wir haben eine sehr gute Kultur entwickelt.“ Was wiederum Rainer so nicht stehen lassen will: „Die Freiwilligkeit muss viel attraktiver gemacht werden. Und ich sehe da bei den Hauptamtlichen eine gewisse Pfl icht, sich um die Ehrenamtlichen mehr zu kümmern.“ Lösen könne man das aber nur gemeinsam: „Solche Probleme sind da, aber da muss man sich zusammensetzen und eine Lösung auf Landesebene suchen. Und jeder muss dabei sagen können: Wir haben in unserem Bezirk das und das Problem. Was machen wir?“

Leitstelle: Herrin über alle Bezirke In der Vergangenheit war aus der Leit- oft eine Leidstelle geworden. Jedenfalls im medialen Echo: Zu teuer, zu viele Pannen, … Doch jetzt hat die Leitstelle Tirol GmbH wieder Oberwasser. Schließlich werden in Zukunft sämtliche Alarmierungen über die Zentrale in der Innsbrucker Hunoldstraße laufen. Seit Anfang August ist der Arbeiter-Samariter-Bund integriert, demnächst folgen Malteser und Johanniter und bis zum Jahreswechsel dann alle Bezirksleitstellen, die bislang nicht an die Landesleitstelle angedockt waren. Selbst die Schwazer, jahrelang widerspenstigster Gegner der damaligen ILL, müssen nun ins Boot. Die große Arbeit steht der Leitstelle noch bevor, dessen ist sich Martin Eberharter, einer der beiden Geschäftsführer, bewusst: „Der ASB ist natürlich eine kleinere Einheit im Vergleich zu den Bezirken. Der Herbsttermin wird für uns bei der Arbeit der große Brocken. Noch dazu, wo es bei den Bezirken mit den großen Seitentälern bestimmte Besonderheiten gibt. Einige zum Beispiel, die touristisch voll erschlossen sind, wie das Ötztal.“ Denn mehr Touristen bedeutet natürlich auch wesentlich mehr Einsätze. Ursprünglich hatte es geheißen, man wolle diese Vervielfachung der Koordinationstätigkeit mit dem bereits vorhandenen Personal bewältigen. Davon ist heute allerdings keine Rede mehr. Tatsache ist, dass man bereits nach dem Abschluss der Vergabe im Juli 2010 aufgestockt hat. Eberharter: „Danach haben wir uns personell und organisatorisch adaptiert. Man kann ja die Leute nicht von heute auf morgen einstellen.“ Der Personalstand in der Leitstelle ist dabei von 50 auf 62 Mitarbeiter gestiegen. Damit, so der Geschäftsführer, dürfte man nun aber das Auslangen finden: „Aus unserer Sicht passt das jetzt.“ Auch wenn seitens der Landesleitstelle die Integration erst im Anlaufen begriffen ist, so spüre man doch schon gewisse Synergien, so Eberharter: „Dadurch, dass die Bezirksgrenzen aufgelöst wurden, spürt man das jetzt schon im Transportsystem. Wenn früher ein Fahrzeug einen Patienten von Schwaz nach Innsbruck gebracht hat, dann ist es danach meistens leer zurückgefahren. Außer, es gab einen Transport in denselben Bezirk. Jetzt kann es jemanden mitnehmen, der zum Beispiel ins Krankenhaus Hall muss, auch wenn das ein anderer Bezirk ist.“ Bis sich das allerdings in Zahlen gießen lässt, wird noch viel Wasser den Inn hinunterfließen. Frühestens in einem Jahr, so rechnet Eberharter.

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Mobbing - vom englischen Verb „to mob“ abgeleitet und gleichzusetzen mit bedrängen, angreifen, attackieren, anpöbeln, über jemand herfallen. Darunter wird eine konfl iktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren Personen systematisch, oft und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet. Im englischen Sprachraum hat sich dafür der Begriff „bullying“, im amerikanischen Raum „employee abuse“ eingebürgert. Bezogen auf Personengruppen, von denen Mobbing ausgeht, wird auch von „bossing“ und „staffing“ gesprochen.

Gemobbt. Und alle schauen zu. Wurde früher noch mehr oder weniger charmant weggelobt, da und dort ein bisschen schikaniert und intrigiert, bedient man sich heute – und dies mit erschreckend steigender Tendenz – des blanken Psychoterrors am Arbeitsplatz. Mobbing kann jeden treffen, niemand ist davor gefeit. Besonders alarmierend die Tatsache, dass Mitteln und Wegen rund um das fiese Spiel mit der Angst keine Grenzen gesetzt sind. Ein Armutszeugnis mit traurigem In-Status.

„Mobbing gelingt nur unter Beteiligung einer schweigenden Mehrheit.“ RA Dr. Hermann Rieder

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Große Worte, die da wohl pointiert in der Politik fallen, geht es um die Vereitelung von Isolation, die Menschen mit Migrationshintergrund betrifft. Wo aber befindet sich die Lobby für tagtäglich grassierende seelische Grausamkeiten, wer schützt die Mobbingopfer, welche Ausgrenzung in ihrer subtilsten Form bis hin zu Suizidandrohungen (und deren Durchführung) erdulden müssen? Im Prinzip niemand. Malignen, höchst fantasievollen und menschenverachtenden Angriffen

stehen Tür und Tor weit offen. Weil Konflikte nicht konstruktiv gelöst werden, weil Hilfe von außen versagt, weil der Gemobbte aus der betrieblichen Gemeinschaft ausgeschlossen wird und vor allem, weil alle zuschauen. Passiv und froh, dass es sie (noch) nicht erwischt hat. Die schweigende Mehrheit spielt einfach mit. Es ist so gut wie ausgeschlossen, Mobbing im Alleingang zu bewältigen, professionelle Hilfe daher unumgänglich. Der Betroffene ist nicht mehr fähig, sich aus diesem Netz von


Verantwortung in den Chefetagen Mobbing ist ein Indiz dafür, dass innerhalb des Betriebes etwas ganz und gar nicht stimmen kann. Ein Unternehmen, in dem Konflikte offen ausgetragen und bewältigt werden, bietet die besten Voraussetzungen, dass Mobbing frühzeitig entgegengewirkt wird oder optimalerweise erst gar keinen Nährboden findet. Der bedeutende Mobbingforscher Heinz Leymann trennt Mobbing in zwei Kategorien: personale Ursachen wie defizitärer Führungsstil, Neid von Kollegen, Minderwertigkeitsgefühl und Machtmissbrauch sowie strukturelle Gründe, welche sich etwa in zu geringem Handlungsspielraum am Arbeitsplatz, unklarer Kompetenzverteilung, Arbeitsplatzunsicherheit oder einer Methode zum Personalabbau manifestieren. Während in der Privatwirtschaft wohl noch eher „geschluckt“, selbst gekündigt und Manager mit hohen Abfertigungen gegangen werden dürften, wird sich der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst wahrscheinlich eher trauen, Mobbing aufzuzeigen und Hilfe zu suchen. Sein Arbeitsverhältnis steht auf einer sichereren Basis und die öffentliche Hand verfügt über geringere Möglichkeiten eines finanziell süßsauren Firmenaustrittes. Worauf auch immer sich die vielfältigen Ursachen von Mobbing aufbauen und in welchem Rahmen diese systematische Vernichtungstaktik auch immer verbrochen wird: Die Führungsetagen leisten dazu ihren wesentlichen Beitrag. Ein Armutszeugnis, mit welchem sich falsch definierte Macht disqualifiziert.

Todsicheres System „Dein Mobbing hat endlich Erfolg. Ich kann und will mich nicht mehr von dir verletzen lassen“, schreibt ein hoher leitender Beamter als Mobbingopfer in seinem Abschiedsbrief an seinen Vorgesetzten, bevor er sich erschießt. Ein 13-jähriger Schüler legt sich auf die Gleise, nachdem er von seinen Mitschülern via Internet über längere Zeit beleidigt, gedemütigt und beschimpft sowie brüskierende Fotos ins Netz gestellt worden waren (Quelle: www.dieaktuelleantimobbingrundschau.wordpress.com). Zurück bleiben geschockte Familien, Arbeitskollegen, Lehrer und Mitschüler – fassungslos vor der Tatsache stehend, in welche Verzweiflungstaten Menschen durch Mobbing getrieben werden können.

Cybermobbing – ein Klick genügt Das Suizidbeispiel des Schülers demonstriert dramatisch anschaulich die Auswüchse moderner SocialMedia-Plattformen. Dieses gnadenlose Ausgeliefertsein auf Knopfdruck betrifft vorrangig die jüngere und zunehmend ganz junge Generation. Die Kids sitzen oft stundenlang – von Eltern und Erziehungsberechtigten unkontrolliert – vor dem Computer, ziehen sich mehr und mehr sowohl aus dem familiären als auch sozialen Leben zurück und leiden still vor sich hin. Bis eben die Schmerzgrenze ihren Höhepunkt erreicht und im

schlimmsten Falle als Super-Gau eskaliert. Bei dieser trendigen Form von Mobbing ist die Hemmschwelle, aus dem stillen Kämmerlein mittels Internet zu verhöhnen und bloßzustellen, gering bis kaum vorhanden. In der „www“-Anonymität entgeht der Täter dem Blickkontakt mit seinem Opfer, eine unmittelbare Resonanz für das eigene Verhalten bleibt (zunächst) aus. Auch die EU hat die Gefahren erkannt und setzt seit acht Jahren mit dem „Europäischen Safer Internet Day“ für Schulen, Institutionen und Unternehmen zumindest ein Zeichen in diese Richtung (www.saferinternet.at).

Eigentlich fast ein Pfl ichttermin: der Impulsworkshop mit Infos zum sicheren Umgang mit dem Internet, den Steiger Electronics Innsbruck in Zusammenarbeit mit saferinternet.at am 24. September und 12. November 2011 jeweils von 10 bis 14 Uhr, im Schulungszentrum Innrain 87 anbietet. Anmeldungen unter: schulung@steigermedia.com bzw. 0512/580893.

Im Interview eco.nova stellvertretend für alle Beratungsstellen Tirols im Gespräch mit Psychotherapeutin Sieglinde Auer, Mobbingberatung Tirol des ÖGB, in dieser Form seit elf Jahren installiert und davor von Robert Koschin in einem Selbsthilfeverein thematisiert. eco.nova: Wie groß ist der Leidensdruck bereits, wenn Hilfe in Anspruch genommen wird? Sieglinde Auer: Der Anruf kommt dann, wenn der Betroffene schon mit dem Rücken zur Wand steht. Primär muss zuerst abgeklärt werden, ob es sich tatsächlich um Mobbing handelt oder „nur“ um einen lösbaren Konflikt in der Firma. Nach der ersten telefonischen Kontaktaufnahme ist es mir ein Anliegen, den Menschen persönlich zu treffen, um einen Gesamteindruck zu erlangen. Viele kommen dann am Rande eines Zusammenbruchs. Früher regelmäßig mit Suizidandrohungen konfrontiert, kommt dies mittlerweile so gut wie nicht mehr vor. Man ist heute informierter, die Phase kürzer, sich das massive Problem selbst einzugestehen. Das Opfer stellt sich Fragen wie: „Bin ich verrückt? Bisher lief doch alles gut. Mit mir ist noch nie jemand so umgegangen“ usw. Eben bis sich das Umfeld verändert, man plötzlich nicht mehr ins System passen soll, ein Machtwechsel in der Führungsetage vollzogen wird, neue Kollegen auftauchen ...

„Es erstaunt mich immer wieder, was einzelne Personen glauben, ohne Konsequenzen anderen Menschen antun zu dürfen.“ Sieglinde Auer/ Robert Koschin

Wo liegen die Schwerpunkte in einem Beratungsgespräch? In einer eindeutigen Situationsbeschreibung, Profilerstellung der Firma, dem Aufzeigen organisatorischstruktureller Mängel, der Durchleuchtung offensichtlicher Führungsschwäche. Es folgen praktische Hilfestellungen, wie etwa die nächste Begegnung mit Vorgesetzten/Kollegen vor dem Spiegel so lange zu üben, bis man wieder mehr Sicherheit gewinnt, oder die Strategie anzuwenden, Beleidigungen sofort mitzuschreiben. Die Stärkung des so gut wie nicht mehr vorhandenen Selbstwertgefühls nimmt einen wesentlichen Part ein. In den zwei bis drei vorgesehenen Beratungseinheiten wird sich die Problematik sicher nicht auflösen können. Aber die Erkenntnis, der Blick darauf, kann geschärft, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit in selbstkontrollierbare Bahnen gelenkt werden. Im Normalfall ist ohnehin zusätzliche professionelle Hilfe nötig (Burnout, körperliche Symptome). Kann Mobbing strafrechtlich verfolgt werden? Die einzige gesetzliche Regelung ist in der Arbeit-

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Feindseligkeit und gezielter Intrige, aus diesem raffiniert und systematisch geführten kalten Krieg aus eigener Kraft zu befreien. Dazu wurden die Flügel bereits zu sehr gestutzt, das Selbstvertrauen zu stark beschädigt.


Text und Foto: Renate Linser-Sachers

gezielt helfen zu können. Es besteht sehr wohl Interesse daran – auch zu lernen, Mitarbeiter zu unterstützen und im Unternehmen zu halten. Bundesminister Rudolf Hundstorfer ist in diese Sache involviert, derzeit liegt der Ball in Innsbruck, diese Art der Fortbildung für die Erweiterung von Beraterkompetenzen in der Gewerkschaftsschule zu integrieren.

Beratungsstellen Tirol ÖGB Tirol Südtirolerplatz 14–16 / 6. Stock, Zi. 203, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/59 777-203 Montag und Dienstag 17–18 Uhr In den Bezirken Schwaz und Reutte monatlich, in Kufstein, Kitzbühel, Imst und Landeck alle zwei Monate Arbeiterkammer Tirol Schöpfstraße 2 6020 Innsbruck Tel.: 0512/5340-347 täglich nach Terminvereinbarung Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Leopold-FranzensUniversität Innrain 52 / 3. Stock, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/507-9046 oder -9045 gleichbehandlung@ uibk.ac.at Regionalbüro Tirol, Salzburg und Vorarlberg der Anwältin für Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt Leipziger Platz 2/IA 6020 Innsbruck Tel.: 0512 343032 ibk.gaw@bmgf.gv.at

Literaturtipps Annette Pehnt, „Mobbing“ – eine beklemmende Studie darüber, wie die Existenz eines Einzelnen und seiner Familie ins Wanken gerät. ISBN: 978-3-492-25289-8 Heinz Leymann, „Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann“. ISBN: 3-499-13351-2

Internet-Plattformen www.mobnet.at www.dieaktuelleantimobbingrundschau. wordpress.com

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Psychotherapeutin Sieglinde Auer, Mobbingberatung: „Gemobbt wird vornehmlich von oben nach unten.“

nehmerfürsorgeverpflichtung verankert. Der Arbeitgeber ist verantwortlich für das Betriebsklima und die Gesundheit der Mitarbeiter. Und diese hört nicht beim ergonomisch geformten Bürostuhl und der augenfreundlichen Beleuchtung auf. Dazu gehören auch und vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das wird nur leider in keiner Managerausbildung gelehrt, hier herrscht großer Nachholbedarf. Auch das Gleichbehandlungsgesetz sowie andere Gesetze (etwa eine zivilrechtliche Klage bei Rufmord, übler Nachrede) können je nach Situation herangezogen werden. Anm. d. Red.: Laut Auskunft des Landesgerichtes Tirol und des Bundesministeriums für Justiz ist Mobbing kein Delikt im strafrechtlichen Sinne. Strafrechtliche Handlungen wie Beleidigung, Nötigung etc. hingegen sind sehr genau definiert und werden im Strafrecht und bei zivilrechtlicher Klage verfolgt. Eine Statistik über Strafverfolgungen mit Mobbing als Auslöser wird nicht geführt. Der Mensch braucht und sucht für alles einen Schuldigen. Wer trägt die Schuld an Mobbing? Es fallen die auf, die nicht gruppenkonform funktionieren, schneller bei der Arbeit sind, mehr leisten, rote Haare haben, mehr wissen, ein höheres Gehalt für die gleichen Aufgaben bekommen, keine österreichische Staatsbürgerschaft haben, im Prinzip jeder – die Liste ist endlos fortzusetzen –, wenn es um den Arbeitsplatz oder Kosten geht. Es liegt an den Führungskräften, die lernen müssen, das „Radl“ in Schwung zu halten. Es liegt an den obersten Unternehmensetagen, an der Ausbildung der Manager, die nach der Devise agieren: Uns da oben geht das nichts an, die sollen sich doch – salopp formuliert – selbst die Schädel einschlagen ... Dem Opfer zu suggerieren, selbst an der Situation Schuld zu haben oder dass psychische Störungen der Anlass seien, ist eine fatale Fehleinschätzung! Wo wäre hier ein konstruktiver Lösungsansatz? Die Aufmerksamkeit auf zwischenmenschliche Faktoren zu richten, Sprache und Umgangsformen, eine Kultur des Miteinander zu erarbeiten. Es wird bereits aktiv angestrebt, Betriebsräten und personalverantwortlichen Führungskräften eine zusätzliche Ausbildung anzubieten, um durch eine spezifische Qualifikation

Können Sie einige Mobbingbeispiele aus der Praxis nennen? Eigentlich nicht so gerne. Aber da ist ein Lehrling, von der Chefin längere Zeit so fertig gemacht, dass er umkippt und einfach liegen gelassen wird. Die Rettung muss gerufen werden – hier sprechen wir schon von fahrlässiger Körperverletzung. Oder die Kollegin, wo bekannt ist, dass sie auf ein bestimmtes Gewürz allergisch reagiert und ihr dieses in die Lüftung des Autos gestreut wird. Mit dem Resultat, notfallmäßig in die Klinik eingeliefert zu werden müssen. Und die Putzfrau in einem öffentlichen Gebäude, die völlig sinnlos und nicht nachvollziehbar den Steinboden mit Petroleum (!?) behandeln und sich daraufhin jahrelang im Landeskrankenhaus Natters einer Behandlung unterziehen muss. Bei Mobbing sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt, hier kommen die menschlichen Schattenseiten zutage. Daraus resultierende psychosomatische Beschwerden der Opfer haben oft einen jahrelangen Leidensweg von Arzt zu Arzt zur Folge. Neurologen können mittlerweile nachweisen, welchen Prozess Gefühle auslösen. Bei ständiger Angst und Stress produziert das Hirn dementsprechend mehr Stoff wechselprodukte (man gerät aus dem Gleichgewicht, der Balance). Wer kontaktiert die Beratungsstelle öfter – Frauen oder Männer? Weitaus mehr Frauen, die auf der Gefühlsebene, mit Gerüchten und übler Nachrede drangsaliert werden. Dafür kämpfen Männer mit massiveren Attacken auf dem rein sachlichen Sektor, die Arbeitsleistung an sich betreffend. Hier ist es schwerer, zu helfen. Kränkungen, persönliche Angriffe und Verletzungen werden jedoch auch hier produziert. Gibt es besonders „anfällige“ Berufssparten? Gemobbt wird am meisten im öffentlichen Dienst – und zwar vornehmlich von oben nach unten. Hier findet keine Kontrolle statt und die Politik schläft. Die Privatwirtschaft hingegen reagiert schneller, bietet Supervisionen und Coaching, vereinzelt auch Psychotherapie an. Generell verstärkt betroffen ist die Generation um 50 Jahre, hier versprechen sich die Täter etwa Sparmaßnahmen im Bereich Abfindung ... In welchem Ausmaß werden Beratungen in Anspruch genommen? In den letzten zehn Jahren etwa 3000 Mal, pro Woche und Beratungstermin ca. drei persönliche Gespräche sowie etwa zwei telefonische Anfragen. Tendenz stark steigend, weil man mit der Problematik Gott sei Dank langsam offener umgeht. Die große Dunkelziffer von Opfern, die keine Hilfe beanspruchen, kann man wohl nur erahnen.

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Hypnose hilft auch dann, wenn alles andere versagt

Hypnose ist ein Zustand zwischen Wachsein und Schlafen. Der Körper ist tief entspannt, der Geist jedoch sehr klar und konzentriert. Die Eindrücke der Außenwelt treten in den Hintergrund. Unter Anleitung des Hypnotiseurs richtet sich die Aufmerksamkeit nach innen.

Bewusstsein ein wenig in den Hintergrund tritt. Der Wachzustand danach wird als sehr erholt, konzentriert und ausgeruht empfunden.“

Caroline Vedlin, AyurvedaTherapeutin und -Ausbilderin, Hypnotiseurin, spirituelle Rückführungen (Wer war ich im Vorleben?) Hunoldstraße 16a 6020 Innsbruck Tel.: 0664/3997099 info@ayurveda-tirol.at www.ayurveda-tirol.at

Veränderung ist leicht und geht schnell! Mit festen Konventionen zu brechen, ist in der Regel sehr schwierig – egal, ob es einfache Gewohnheiten, wie z.B. Essverhalten oder Rauchen, oder komplexe Handlungsweisen sind. Um Gewohnheiten zu ändern, braucht man normalerweise Disziplin und Durchhaltevermögen, um die langwierige Veränderungsphase durchzustehen. Nicht so mit Hypnose – hier gehen Veränderungen schnell und wirken sofort. Es wird nur ein Bruchteil der „normalen“ Veränderungszeit benötigt. Hypnose ist ein veränderter Bewusstseinszustand, in dem das Unterbewusstsein (der eigentliche Motor des Menschen) besser ansprechbar ist. In Trance findet der Mensch Zugang zum Wissen, Können und die unbegrenzte Lösungskreativität seines Unbewussten. In dieser Tiefenentspannung ist es möglich, persönliche Problematiken zu lösen und positive Veranlagungen, die in jedem Menschen enthalten sind, hervorzubringen. Die Hypnose bewirkt eine neuronale Entspannung und wirkt sehr heilsam auf den gesamten Organismus. Die Ausschüttung von Stresshormonen sinkt und das Immunsystem wird angeregt. Hypnose ist jedoch keine Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit. Sie bekommen jedes Wort konzentriert mit, fühlen sich äußerst präsent und verlieren nie die Kontrolle. „Ich glaube, ich war gar nicht hypnotisiert. Ich habe alles mitbekommen. Ein Satz, den ich nach der ersten Hypnosesitzung immer wieder höre“, so Caroline Vedlin. „Die vielen Hypnoseshows auf Bühnen und im Fernsehen scheinen nicht viel dazu beizutragen, das Phänomen bei der Bevölkerung zu erklären. Insbesondere die Annahme, Hypnose sei so etwas wie Bewusstlosigkeit, hat sich in den Köpfen der meisten Leute festgesetzt. Tatsache ist: Auch in Trance ist Ihnen zu jeder Zeit voll bewusst, was um Sie herum passiert. Oftmals mögen Sie sich im Trancezustand wundern, warum Sie gerade so und nicht anders geantwortet haben, oder wie Sie ausgerechnet auf diese ausgefallene Idee gekommen sind. Dies liegt daran, dass in der Hypnose Ihr Unterbewusstsein die Führung übernimmt und das sonst so dominante

Voraussetzungen für eine Hypnose Zur Hypnose braucht es in erster Linie eines, nämlich Rapport. Rapport nennt man in der Hypnose das gegenseitige Vertrauensverhältnis zwischen Hypnotiseur und Hypnotisant. Mit anderen Worten: Beide müssen die Hypnose wollen, beide müssen sich einig sein über die Ziele der Sitzung und vor allem muss der Hypnotisant daran glauben, dass der Hypnotiseur die nötige Kompetenz besitzt. Wo ist nun der Rapport bei der Bühnenhypnose? Der Bühnenhypnotiseur geht davon aus, dass ihm die Freiwilligen, die sich für die Show melden, vertrauen und dass man sich auch über die Ziele der Sitzung einig ist, nämlich: a) etwas Ausgefallenes zu erleben, b) die eigenen Grenzen zu überwinden und c) das Publikum zum Staunen und zum Lachen bringen. Um sicher zu sein, dass er tatsächlich die richtigen Leute auf der Bühne hat, wird der Showhypnotiseur entweder ein paar Suggestibilitätstests durchführen und die ungeeigneten Personen wieder an ihren Platz schicken, oder er wird seine Show mit ganz einfach zu befolgenden Suggestionen beginnen und dann mit denjenigen Personen weitermachen, die sich als besonders suggestibel herausgestellt haben. Tatsache ist und bleibt: Jeder, der bei einer Bühnenshow mitmacht, ist bei vollem Bewusstsein und weiß genau, was geschieht. Die Showatmosphäre und der Gruppendruck sorgen dafür, dass er sich so verhält, wie es der Hypnotiseur vorschlägt (= suggeriert). Aber auch das hat selbstverständlich seine Grenzen!

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Fragen zur Hypnose Was kann mit der Hypnose bewirkt werden? Mit der Hypnose können durch das Unterbewusstsein sämtliche organischen und seelischen Vorgänge beim Menschen beeinflusst werden. Die Hypnose zeigt dabei gegenüber der Einnahme von Medikamenten keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen. Wobei hilft Hypnose? Raucherentwöhnung, Gewichtsreduktion, Schlaflosigkeit, Stressbewältigung, Rückführungen, Burn-out, Trauerbewältigung und vielem mehr ... Wacht man aus Hypnose auch wieder auf? Auch ohne Zutun durch den Hypnotiseur geht die Hypnose von selbst in einen normalen Schlaf und danach wieder in den Wachzustand über.

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Querdenker, Grenzgänger, Brückenbauer Innovation durch Intuition In einer sich permanent verändernden Welt, die sich rasant, chaotisch, sprunghaft dynamisch wandelt, gewinnt Intuition gegenüber reiner Rationalität wieder an Gewicht. Auf wen mag man sich heute noch verlassen, wenn nicht auf sich selbst? Unternehmergeist gepaart mit Bauchgefühl – es sind die selbstbewussten Querdenker, Grenzgänger und Brückenbauer, die im heutigen Wirtschaftsleben ihren erfolgreichen innovativen Weg gehen. Mehr denn je müssen Unternehmer heute mutig, verlässlich und vertrauensvoll voranschreiten, damit der Betrieb nach vorne gebracht werden kann. Der Wirtschaftsdialog der Tiroler Sparkassen heftet sich einerseits auf die Fährte von Menschen, die es erfolgreich anders angehen, und präsentiert andererseits eine repräsentative Studie, die der Frage nachgeht: „Wie viel Bauchgefühl haben Tirols Unternehmer? Bestimmt gegenwärtig mehr die rationale Planbarkeit oder das intuitive Bauchgefühl den Erfolg der Tiroler KMUs?“ Dazu wird Dr. Kurt Matzler vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus der Universität Innsbruck mit einem Experiment, bei dem

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Sie aktiv mittels TED-Voting mitstimmen werden, veranschaulichen, wie sich intuitiv getroffene Entscheidungen auswirken können.

Erfolgreich anders Im Rahmen des Wirtschaftsdialogs referiert unter anderen der erfolgreiche deutsche Unternehmer Claus Hipp unter dem Titel „Dafür stehe ich mit meinem Namen“ über seinen Weg zum weltweit größten Verarbeiter organisch-biologischer Rohstoffe. Bergsteiger Andy Holzer zeigt, wie man als blinder Mensch senkrechte Dolomitenwände bezwingt und sich damit trotz Barrieren seinen ganz individuellen Weg nach oben bahnen kann. Einen praktischen Einblick in ihr erfolgreiches unternehmerisches Tun geben in diesem Jahr wieder zwei Tiroler Unternehmer, die sowohl mit Innovation als auch mit Intuition ihren Weg verfolgen.

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Wirtschaftsdialog Dienstag, 13. September 2011, Congress Innsbruck, Saal Innsbruck 16:30 Einlass 17:00 Begrüßung Dr. Hans Unterdorfer, Vorsitzender des Vorstandes der Tiroler Sparkasse 17:15 Dafür stehe ich mit meinem Namen Prof. Dr. Claus Hipp

Claus Hipp verbürgt sich persönlich für die Herstellung von gesunden, wohlschmeckenden Lebensmitteln

18:00 Wie viel Bauchgefühl haben Tirols Unternehmer? Eine repräsentative Studie der Universität Innsbruck zum Thema „Wie wichtig sind Innovation und Intuition für die heimische Wirtschaft?“ 18:45 Pause 19:00 Den Sehenden die Augen öffnen „Blind climber“ Andy Holzer versucht den Menschen etwas von seinen Visionen und grenzwertigen Erfahrungen in den Bergen dieser Welt weiterzugeben. Buffet Moderation: Mag. Isabella Krassnitzer

Kurt Matzler,ging der Frage nach: „Wie viel Bauchgefühl haben Tirols Unternehmer?“

Begrenzte Teilnehmerzahl – Anmeldung unter: Online: www.tirolersparkasse.at/anmeldung E-Mail: anmeldung@tirolersparkasse.at Telefon: 050100 – 70511 Anmeldeschluss: 9. September Tagungsgebühr: 125 Euro inkl. USt. kostenlos für Kunden der Sparkassen

„Blind climber“ Andy Holzer hat sich trotz Barrieren seinen ganz individuellen Weg nach oben gebahnt

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Gewinnregulierung & Steuerplanung Mit Ablauf dieses Monats wird es langsam Zeit, sich mit der Gewinnregulierung und Steuerplanung für das Jahr 2011 zu beschäftigen. Alle, die ihr steuerpflichtiges Einkommen mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ermitteln, können ihre Gewinne durch Verschiebemaßnahmen in einem nicht zu unterschätzenden Maße regulieren. Text: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Raimund Eller und STB Mag. Eva Messenlechner Foto: Foto Hofer

Wir zeigen Ihnen im Folgenden, wie Sie diese einfache Möglichkeit der Steuerplanung am besten nutzen können. Interessant dabei ist, dass besonders auch in gewinnschwachen Jahren (siehe unten) bei bestimmten Konstellationen einige Tausend Euro herausgeholt werden können. Aber zunächst zu den gewinnstarken Unternehmen:

Gewinnregulierung in gewinnstarken Jahren Hier gilt es die nahende Einkommensteuernachzahlung für das ablaufende Jahr möglichst gering zu halten, indem Gewinn in das nächste Jahr verschoben wird. Dies ist insbesondere dann interessant, wenn akuter höherer Geldbedarf besteht, z.B. für Grundkauf, Hausbau oder dergleichen. Oft liegt der Nutzen aber auch einfach darin, die Liquidität bei stark steigenden Umsätzen einfach so lange wie möglich für weitere Investitionsprojekte im Unternehmen zu halten. Können nun Teile des Gewinnes in das Folgejahr verschoben werden, so wird nicht nur die Steuernachzahlung des ablaufenden Jahres ins nächste Jahr verschoben, sondern auch die Einkommensteuervorauszahlung für das Folgejahr auf möglichst niedrigem Stand gehalten.

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Die Technik ist ganz einfach: • Legen Sie die noch für dieses Jahr zu stellenden Ausgangsrechnungen so, dass der Zahlungseingang erst im nächsten Jahr erfolgen kann. • Bei großen Rechnungen, die bereits hinausgegangen sind, empfiehlt es sich, mit dem Kunden als Zahlungstermin Jänner 2012 zu vereinbaren. Je früher Sie Ihr optimales Verschiebungspotential kennen, desto effektiver können Sie hier vorgehen. • Bezahlen Sie alle offenen Eingangsrechnungen noch bis zum 31.12. dieses Jahres. • Decken Sie sich noch heuer ausreichend mit Verbrauchsgütern, Handelswaren und sonstigem Material ein und bezahlen Sie auch dieses noch heuer. • Geben Sie alle anstehenden Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten noch heuer in Auftrag. • Leisten Sie für bereits in Auftrag gegebene Aufträge und Bestellungen Anzahlungen und/oder Vorauszahlungen. Für Spitzensteuerzahler mit einem Höchststeuersatz von 50 % bedeutet eine gekonnte Verschiebung von z.B. € 30.000,– eine Steuerersparnis bis zu € 15.000,–. Aber auch bei niedriger Gewinnerwartung sind einige Tausender drin.


Gewinnregulierung bei schwacher Ertragslage

Diese Situation entsteht meist in der Anlaufphase (insbesondere im 1. Jahr, wenn die Betriebseröff nung gegen Jahresende erfolgt) und bei langfristiger Arbeits- bzw. Betriebsunterbrechung (Krankheit, Unfall). Da wir in Österreich einen progressiven Steuertarif haben, ist der Steuersatz von der Gewinnhöhe abhängig. So zahlt man erst ab einem Jahresgewinn von € 60.000,– die berühmt- berüchtigten 50 %. Darunter liegt der Grenzsteuersatz bei 43,214 % und bis zu einem Einkommen von € 25.000,– bei vergleichsweise günstigen 36,5 %. Die ersten € 11.000,– vom Gewinn sind vollkommen steuerfrei. Lässt man den Dingen freien Lauf, so kann es passieren, dass die unteren Progressionsstufen in gewinnschwachen Jahren leer bleiben und so verpuffen. Gelingt es nun, Einkommensteile der Folgejahre vorzuziehen, so können die unteren Progressionsstufen aufgefüllt und genützt werden. Wie das folgende Beispiel zeigt, kann dies Tausende von Euros bringen: Beispiel: Betriebseröff nung am 1. September 2011 Einnahmen 09 – 12/2011 60.000 € - Gesamtausgaben (inkl. Abschreibung, Investitionsbegünstigungen etc.) 59.000 € Gewinn 1.000 € - Sonderausgaben (private Versicherungen, Wohnraumschaff ung etc.) 1.000 € Steuerpfl ichtiges Einkommen 0€ Steuer lt. Tabelle

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Die Steuerpfl icht beginnt erst ab ca. € 11.000,– Wie das obige Beispiel zeigt, geht bei einem Einkommen von null dieser steuerfreie Betrag verloren! Werden nun Einnahmen oder Ausgaben in Höhe von € 11.000 ,– vorgezogen, ergibt sich dadurch für das Eröffnungsjahr immer noch keine Einkommensteuer. Im Folgejahr vermindert sich der Gewinnausweis dadurch aber um diese € 11.000,–. Bei einer angenommenen Progression 2012 von 50 % bedeutet dies eine Steuerersparnis von € 5.500,–!

Tipp Noch vorteilhafter ist es, einen wesentlich höheren Betrag, z.B. € 25.000,– zu verlagern. Gelingt es z.B. heuer aus einem voraussichtlichen Nullergebnis einen Gewinn von € 25.000,– zu machen, so fallen heuer zwar € 5.110,– an Steuern an, im Folgejahr führt dies aber bei der angenommenen Progression von 50 % zu einer Steuerersparnis von € 12.500,– Unter dem Strich haben Sie damit € 7.390,– lukriert. Die Technik ist wiederum ganz einfach: • Rechnen Sie bereits erbrachte Leistungen umgehend ab. • Bemühen Sie sich um den Eingang noch ausstehender Rechnungen bis spätestens 31.12.

Überlegen Sie die Möglichkeit, auf zukünftig zu erbringende Leistungen Vorauszahlungen bzw. Anzahlungen einzuheben. • Nützen Sie die Ihnen gewährten Zahlungsziele bzw. versuchen Sie diese bis 1/2012 zu verlängern. Hinsichtlich der Generierung und Bezahlung von Betriebsausgaben kann Ihnen also die „Aufschieberitis“ in gewinnschwachen Zeiten gute Dienste leisten und Tausende Euros bringen. Bei den Einnahmen sollten Sie im Gegenzug dafür besonders auf einen raschen Lauf der Dinge achten. Leider ist man gerade in dieser Situation durch das Tagesgeschäft oftmals mehr als ausgelastet und es fehlt für nicht so vordergründig dringlich erscheinende Dinge an Motivation. Und für strategische Planungsarbeiten ist dann im Dezember erst recht keine Zeit.

Zwischengewinnermittlung

KOPRODUKTION der EMF TEAM TIROL STEUERBERATER GMBH und den ÄRZTESPEZIALISTEN vom TEAM JÜNGER: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Mag. Eva Messenlechner, STB Raimund Eller, v. l.

Wir empfehlen daher frühzeitig – bereits mit Abschluss der Septemberbuchhaltung – eine professionelle Zwischengewinnermittlung und Jahreshochrechnung durchzuführen. Da für Sie die steuerliche Beurteilung der momentanen Gewinnsituation oft nicht exakt möglich sein wird, sollten Sie Ihren Steuerberater beiziehen. Er kann Ihnen auf Basis des Zahlenmaterials 1-9/2011 und den Erfahrungswerten aus den Vorjahren konkrete Handlungsempfehlungen zur optimalen Gewinnverschiebung 2011/2012 geben. Passiert dies bereits im Oktober, haben Sie auch noch genügend Zeit für eine sorgfältige Umsetzung. Auch können Sie sich so gegebenenfalls bereits jetzt auf eine eventuelle Steuernachzahlung schon Monate vor Fälligkeit vorbereiten und den optimalen Einreichzeitraum der Steuererklärungen 2011 gemeinsam mit Ihrem Steuerberater bereits jetzt festlegen. Und last, but not least haben Sie auch gleich schon die Zahlen für Ihre Disposition zur Ausschöpfung des Gewinnfreibetrages 2011. So können Sie auch heuer wieder bis zu 13 % des Gewinnes vollkommen steuerfrei lukrieren, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Abgesehen von einem Grundfreibetrag in Höhe von € 3.900,- gibt es den Gewinnfreibetrag nämlich nur dann, wenn in gleicher Höhe bestimmte Investitionen getätigt werden bzw. Wertpapiere gekauft werden. Um hier noch eventuellen Handlungsbedarf auszumachen, ist es wiederum wichtig, den voraussichtlichen Jahresgewinn noch vor dem 32. Dezember zu kennen.

Resümee Planmäßiges Vorgehen lohnt sich. Wer plant, muss nicht über vollendete Tatsachen klagen, sondern kann die Zukunft aktiv gestalten. Auch die Steuer muss nicht passiv hingenommen werden, sondern kann auf legale Art und Weise zu einem guten Teil beeinflusst und gelenkt werden. Insbesondere ein überlegtes Timing und die Ausschöpfung des Gewinnfreibetrages führen zu deutlich besseren Nettoergebnissen. Wir empfehlen daher jedes Jahr im Herbst frühzeitig eine Zwischengewinnermittlung mit Jahreshochrechnung als wichtigste Entscheidungsgrundlage für Ihre steuerlichen Dispositionen zum Jahresende.

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Private Ausgaben reduzieren die Steuerlast Private Ausgaben steuerlich geltend machen klingt nach einem unerfüllbaren Wunschzettel an den Finanzminister, schließlich weiß der geplagte österreichische Steuerzahler, dass im Grunde nur berufliche Ausgaben abgezogen werden dürfen. Wenn es um private Ausgaben geht, heißt eines der Zauberworte „außergewöhnliche Belastung“. Unter diesem Titel darf man sogar Kinderbetreuungskosten abziehen. Text: Mag. Andreas Kapferer LL. M.

Privat bleibt privat, so das Grundprinzip beim Steuerzahlen. Denn die Steuerlast lässt sich in der Regel nur durch berufl ich begründete Ausgaben reduzieren. Wenn eine Mure oder Lawine das Eigenheim verschüttet, dürfen Aufwendungen für die Beseitigung von Schäden jedoch steuerlich abgesetzt werden. In diesem Fall spricht man von einer außergewöhnlichen Belastung. Unter diesen Begriff fallen aber auch durchaus positive Ereignisse, wie eine auswärtige Berufsausbildung oder die Betreuung eines Kindes.

jedoch nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Es gilt zu unterscheiden zwischen: •

Außergewöhnliche Belastungen, welche in voller Höhe ohne Selbstbehalt absetzbar sind. Darunter fallen Aufwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden (z.B. Lawinen- oder Hochwasserschäden) und Aufwendungen für die eigene Behinderung sowie für behinderte Kinder.

Außergewöhnliche Belastungen, die bis zu einem Maximalbetrag abzugsfähig sind. Darunter fallen Kinderbetreuungskosten, auf die in Folge näher eingegangen wird.

Außergewöhnliche Belastungen, welche mit einem Pauschalbetrag abgezogen werden dürfen. Das sind Kosten für die auswärtige Berufsausbildung eines Kindes sowie Mehraufwendungen wegen Krankendiätverpflegung bei Minderung der Erwerbsfähigkeit.

Außergewöhnliche Belastungen, welche nur bei Übersteigen des Selbstbehalts absetzbar sind. Das sind Krankheitskosten und spezielle Prozesskosten. Der Selbstbehalt bewegt sich – je nach Einkommen und Familiensituation – zwischen 6  % und 12 % des Einkommens.

Was ist eine außergewöhnliche Belastung? Ursprünglicher Gedanke der außergewöhnlichen Belastung war es, dass die Gesellschaft in bestimmten Ausnahmefällen die private Belastung eines Steuerzahlers mitträgt, wenn dieser in eine Ausnahmesituation gerät. Die private Belastung soll durch eine Minderung der Steuerlast erleichtert werden. Damit Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: 1. Sie müssen außergewöhnlich sein. Das heißt, die Aufwendungen müssen höher als jene sein, die der Mehrzahl der Steuerpfl ichtigen gleicher Einkommens- und Vermögensverhältnisse erwachsen. 2. Sie müssen zwangsläufig erwachsen sein. Das bedeutet, der Steuerpfl ichtige kann sich den Aufwendungen aus tatsächlichen, rechtlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen. 3. Sie müssen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerzahlers wesentlich beeinträchtigen. Sind alle drei Punkte erfüllt, können private Ausgaben als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend gemacht werden und reduzieren die Einkommensteuer. Ein unbegrenzter Abzug ist

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Kinderbetreuungskosten als außergewöhnliche Belastung Kinderbetreuungskosten dürfen ab dem Jahr 2009 ohne Selbstbehalt bis zu einem Maximalbetrag von 2.300 Euro pro Jahr und Kind steuerlich geltend gemacht werden. Diese Absetzbarkeit führt zu einer spürbaren Steuerentlastung für Eltern. Schenkt man


Abzugsfähig sind unter anderem: • Aufwendungen für Kindergarten, Hort, Internat, Kinderkrippe u. Ä. • Aufwendungen für Ferienbetreuung, Ferienlager u. Ä. • NEU: Verpflegungskosten, Bastelgeld (laut Erlass vom 28.7.2011) Nicht abzugsfähig sind hingegen Schulgelder für Privatschulen, Fahrtkosten zur Kinderbetreuung, Kosten für die Vermittlung von Betreuungspersonen sowie Kosten für die Kinderbetreuung durch einen Angehörigen, der zum selben Haushalt wie das Kind gehört. Bis zum Besuch der Pfl ichtschule ist immer von Kinderbetreuung auszugehen. Danach sind die Aufwendungen für den Schulbesuch und für die Betreuung außerhalb der Schulzeit zu trennen. Die Kosten für die Betreuung während der schulfreien Zeit (z.B. Nachmittagsbetreuung, Ferienbetreuung) sind abzugsfähig. Offenbar ist unser Gesetzgeber der Ansicht, dass Aufwendungen für die Betreuung von Kindern nur bis zum Erreichen des zehnten Lebensjahres eine „außergewöhnliche Belastung“ darstellen oder ab diesem Alter keine Betreuung mehr erforderlich ist. Das heißt in dem Kalenderjahr, in dem ein Kind das zehnte Lebensjahr vollendet bzw. bei Kindern mit Behinderung das sechzehnte Lebensjahr, können Kinderbetreuungskosten letztmalig geltend gemacht werden. Für die steuerliche Anerkennung der Aufwendungen ist eine Rechnung, in welcher unter anderem die Gesamtkosten und die abzugsfähigen Kosten für die Kinderbetreuung und die Sozialversicherungsnummer des Kindes enthalten sind, notwendig.

Außergewöhnliche Belastungen im Überblick Voraussetzung • außergewöhnlich • zwangsläufig • die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist wesentlich beeinträchtigt (soweit über Selbstbehalt) • unbeschränkte Steuerpflicht

Begräbniskosten • Aufwendungen, die nicht durch Nachlassvermögen gedeckt sind • Begräbnis bis max. € 4.000,– sowie Grabstein bis max. € 4.000,– • nicht anerkannt werden: Trauerkleidung, Grabpflege • NEU: Kosten für ortsübliches Totenmahl abzugsfähig (VwGH 31.5.2011, 2008/15/2009) Alters- und Pflegeheim • bei Krankheit, Pflege- oder Betreuungsbedürftigkeit • um erhaltene Zuschüsse zu kürzen Häusliche Betreuung • möglich bei Bezug von Pflegegeld ab der Stufe 1 • Aufwendungen im Zusammenhang mit der Betreuung und Pflege • typische Kosten: Pflegepersonal, Pflegehilfsmittel • um erhaltene Zuschüsse zu kürzen Eigene Berufsausbildung • grundsätzlich keine außergewöhnliche Belastung • abzugsfähig: Berufsausbildung, die aufgrund von Krankheit, Verletzung oder Ähnlichem notwendig ist, um die eigene Existenzgrundlage zu sichern • Voraussetzung: Existenzgrundlage wurde ohne eigenes Verschulden entzogen und die Berufsausbildung ist zur zukünftigen Existenzsicherung notwendig Auswärtige Berufsausbildung eines Kindes • Pauschbetrag in Höhe von € 110,– pro Monat • abzugsfähig, soweit im Einzugsbereich des Wohnortes keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit besteht Krankheitskosten • Krankheit muss nachweislich vorliegen • Behandlung in direktem Zusammenhang mit der Krankheit und stellt eine taugliche Maßnahme zur Linderung/Heilung der Krankheit dar Prozesskosten • grundsätzlich keine außergewöhnliche Belastung • Ausnahme: wenn jemandem ein Zivilprozess aufgezwungen wird und er im Prozess obsiegt • abziehbar z. B. Prozesskosten bei erfolgreicher Abwendung eines Schadenersatzanspruches; Strafprozesskosten für letztlich freigesprochene Angeklagte • nicht abziehbar: Kosten eines Verwaltungsverfahrens, in dem der Einschreiter letztlich nicht obsiegte Selbstbehalt bei einem Einkommen von • höchstens € 7.300,– 6% • mehr als € 7.300 bis € 14.600,– 8% • mehr als € 14.600 bis € 36.400,– 10 % • mehr als € 36.400,– 12 % Verminderung des Selbstbehaltes um je einen Prozentpunkt • falls Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag • für jedes Kind Berechnungsgrundlage des Selbstbehaltes Einkommen inklusive sonstige Bezüge

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Medienberichten Glauben, so wird diese Möglichkeit der Steuerreduktion derzeit jedoch nur spärlich angenommen. Die jährlich durch den Finanzminister budgetierten 167 Millionen Euro wurden bisher nur zu einem Viertel durch die Steuerzahler ausgeschöpft. Es scheint also noch an einer ausreichenden Information der Eltern zu mangeln. Abzugsfähig sind nur die tatsächlich bezahlten unmittelbaren Aufwendungen für die Kinderbetreuung. Werden Zuschüsse, beispielsweise von Seiten des Dienstgebers, gewährt, sind die Aufwendungen um diese zu kürzen. Die Betreuung des Kindes muss durch eine öffentliche oder private institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung (Kindergarten, Hort usw.) oder durch eine pädagogisch qualifizierte Person (z.B. Tagesmutter) mit nachgewiesener Ausbildung erfolgen.

Mag. Andreas Kapferer LL. M. ist Partner bei Deloitte bzw. Kapferer Frei und Partner in Innsbruck

Kontakt und Info unter www.kapferer-partner.at www.deloitte.at

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Holen Sie sich die Vorsteuer für Ihre Prozesse vom Finanzamt zurück Vorsteuerabzug im Zusammenhang mit dem Prozesskostenersatz durch die unterliegende Partei im Zivilprozess Vorsteuerabzug aus Prozesskosten Rechtsgrundlage: Gemäß § 12 Abs. 1 Z 1 UStG 1994 kann der Unternehmer die von anderen Unternehmern in einer Rechnung, welche sämtliche Rechnungsmerkmale im Sinne des § 11 UStG 1994 enthält, an ihn gesondert ausgewiesene Steuer für Lieferungen oder sonstige Leistungen, die im Inland für sein Unternehmen ausgeführt worden sind, als Vorsteuer abziehen. In einem Rechtsstreit hat die vollständig oder teilweise unterliegende Partei ihrem Gegner gemäß § 41 ZPO alle durch die Prozessführung verursachten und zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung notwendigen Kosten zu ersetzen. Darunter fallen u. a. die Anwaltskosten, Gutachterkosten, Gerichtsgebühren, Stempelmarken sowie Pfändungs-, Exekutions- und gerichtliche Mahngebühren. Text: Mag. Sieghard Haslwanter Kanzlei Grüner & Partner

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Der Prozesskostenersatz, den die unterliegende Partei der obsiegenden Partei gemäß § 41 ZPO zu leisten hat, ist kein Entgelt für eine Leistung der obsiegenden Partei, sondern echter Schadenersatz. Echter Schadenersatz ist nicht umsatzsteuerbar, da es zu keinem Leistungsaustausch zwischen Schädiger und Geschädigtem kommt. Es handelt sich nicht um Entgelt für eine Leistung der obsiegenden Partei an die unterliegende Partei, sondern bloß um den Ersatz der dieser entstandenen Aufwendungen. Dieser Schadenersatz ist in der Regel aber als Bruttobetrag (inklusive Umsatzsteuer) durch den Schädiger zu leisten, auch wenn dem Ersatzberechtigten als Unternehmer der Vorsteuerabzug zusteht. Der zum Ersatz verpf lichtete


von der unterliegenden Partei zu bezahlen. Die Geltendmachung des Rückforderungsanspruches auf die von der obsiegenden Partei abziehbare Vorsteuer aus dem Honorar des Anwaltes der obsiegenden Partei (oder auch aus Honoraren für Gutachten u. a.) wird von der unterliegenden Partei oft übersehen – die zivilrechtlichen Ansprüche auf die Geltendmachung dieses Rückforderungsanspruches verjähren nach drei Jahren; die Verjährung beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem das Recht zuerst hätte ausgeübt werden können. An die obsiegende Partei werden in der Regel keine Honorare des eigenen Anwaltes (oder eigenen Gutachters) gelegt – die durch die Prozessführung verursachten Kosten werden seitens des Anwaltes der obsiegenden Partei dem Gericht mit dem Bruttobetrag bekannt gegeben und werden als Prozesskostenersatz gemäß § 41 ZPO der unterliegenden Partei vom Gericht zur Zahlung vorgeschrieben. Der obsiegenden Partei gehen keine Honorare des eigenen Anwaltes (oder eigenen Gutachters) zu; durch die obsiegende Partei erfolgen keine Zahlungen und werden daher auch keine Buchungen in der Buchhaltung der obsiegenden Partei gemacht; eine Geltendmachung der Vorsteuer aus Leistungen des Anwaltes (oder Leistungen eines Gutachters) an die obsiegende Partei erfolgt in der Regel daher nicht.

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Schädiger hat allerdings einen Rückforderungsanspruch, sobald und insoweit der Ersatzberechtigte die Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen könnte. Ob der Ersatzberechtigte die Vorsteuer tatsächlich geltend macht, ist für die Entstehung des Anspruchs auf Rückforderung der Umsatzsteuer unerheblich. Der Ersatzberechtigte (die obsiegende Partei) ist verpfl ichtet, dem Ersatzverpfl ichteten (der unterliegenden Partei) Auskunft für den Vorsteuerabzug zu geben und ihm in die darauf bezüglichen Belege Einsicht zu gewähren. Der Anwalt der obsiegenden Partei erbringt seine Leistung im Rahmen des Prozesses an diese und nicht an die unterlegene Partei. Ein Vorsteuerabzug steht der unterlegenen Partei nur hinsichtlich der Leistungen ihres eigenen Anwaltes und nicht hinsichtlich der (ersetzten) Anwaltsleistungen der obsiegenden Partei zu. Ist die obsiegende Partei zum Vorsteuerabzug berechtigt, so kann die unterlegene Partei die als Ersatz zugesprochene Umsatzsteuer wieder zurückverlangen. Die unterlegene Partei kann die gezahlte Umsatzsteuer grundsätzlich nur in einem gesonderten Rückersatzprozess geltend machen und nicht schon den Vorsteuerabzug im Prozess geltend machen. Diese Regelung soll im Dienste der Prozessökonomie die Frage des Vorsteuerabzugs aus dem Schadenersatzprozess ausklammern.

Mag. Sieghard Haslwanter, Steuerberater bei Grüner & Partner

Tipp Beispielfall Der Unternehmer A hat gegen den Unternehmer B wegen mangelnder Bauausführungen beim Betriebsgebäude einen Prozess angestrengt. Unternehmer B wurde neben der Schadensbehebung verpfl ichtet, die Anwaltskosten des Unternehmers A in Höhe von 6.000 Euro zuzüglich 20 % Umsatzsteuer zu bezahlen. Kann Unternehmer B aus der Rechnung des Anwaltes des Unternehmers A die Vorsteuer abziehen? Antwort: Der Anwalt des Unternehmers A wurde nicht vom Unternehmer B beauftragt, somit liegt zwischen dem Unternehmer B und dem Anwalt des Unternehmers A kein Leistungsaustausch vor, weshalb dem Unternehmer B aus der Rechnung des Anwaltes des Unternehmers A kein Vorsteuerabzug zusteht. Sehr wohl ist aber Unternehmer A berechtigt, den vollen Kostenersatz, also einschließlich Umsatzsteuer, von Unternehmer B zu verlangen. Steht Unternehmer A allerdings der grundsätzliche Vorsteuerabzug zu, kann Unternehmer B (unter Hinweis auf BGBL. Nr. 224/1972, Bundesgesetz vom 15.6.1972 über die Einführung des Umsatzsteuergesetzes 1972, Ersatzrechtliche Sondervorschriften), den Rückersatz der Vorsteuer von Unternehmer A fordern, sobald und soweit dieser die Vorsteuer abziehen könnte.

Praxis In der Praxis werden der unterliegenden Partei gemäß § 41 ZPO alle durch die Prozessführung verursachten Kosten der obsiegenden Partei durch das Gericht zum Kostenersatz vorgeschrieben. Wie oben ausgeführt handelt es sich dabei um einen Bruttobetrag (inklusive Umsatzsteuer). Der Kostenersatz ist

Die unterlegene Partei, welche in einem Rechtsstreit ihrem Gegner (der obsiegenden Partei) die Kosten der Prozessführung mit dem Bruttobetrag (inklusive Umsatzsteuer) erstattet hat, sollte es nicht verabsäumen, die durch die obsiegende Partei abziehbaren Vorsteuern zurückzufordern. Dabei handelt es sich um Vorsteuern aus Leistungen des Anwaltes (oder eines Gutachters) an die obsiegende Partei. Die Verjährungsfrist für die Geltendmachung dieses Rückforderungsanspruches beträgt drei Jahre. Die obsiegende Partei, an welche bislang keine Honorare für Leistungen eigener Anwälte (oder eigener Gutachter) gelegt wurden und ihr auch nie zugegangen sind, sollte sämtliche Honorare von Anwälten (oder Gutachtern) aus obsiegten Prozessen anfordern und die Vorsteuern daraus beim Finanzamt geltend machen – gilt für Leistungen, die seit der Geltung des UStG 1972 (ab dem Jahr 1973) erbracht wurden. Eine Verjährung steht der Geltendmachung von Vorsteuern nicht entgegen, wenn die seitens der Anwälte (oder der Gutachter) ausgestellten Rechnungen mit dem aktuellen Datum versehen sind. Der Vorsteuerabzug steht nämlich frühestens in jenem Zeitpunkt zu, in dem die Leistung erbracht (empfangen) wurde und eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt. Fallen Empfang der Leistung und Rechnungsausstellung zeitlich auseinander, so ist der Vorsteuerabzug erst für den Besteuerungszeitraum zulässig, in dem beide Voraussetzungen erfüllt sind. Falls diese Vorsteuern von der unterlegenen Partei nicht rückgefordert werden oder wegen Eintritt der Verjährung (Frist drei Jahre) nicht mehr rückgefordert werden können, kann die obsiegende Partei diese Vorsteuern für sich als Ertrag verbuchen.

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Kontakt und Info unter www.gruener-partner.at

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recht.aktuell

Fotorecht(e) und Unrecht: Die dunkle Seite des Web 2.0 Das „Web 2.0“ hat zunehmend an Bedeutung gewonnen und beschreibt eine neue Form der Internetnutzung, bei der User Inhalte nicht mehr bloß passiv konsumieren, sondern aktiv zur Gestaltung des Internets beitragen. Text: Ivo Rungg/Johannes Barbist, Binder Grösswang Rechtsanwälte, Innsbruck

RA Dr. Ivo Rungg

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Neben einer steigenden Anzahl von eigenen Webseiten werden auf Social Network Communities wie Facebook fleißig Profi le erstellt, Waren auf eBay verkauft oder Meinungen in Blogbeiträgen ausgetauscht. Um die eigene Internetpräsenz attraktiver zu machen und entsprechend aufzuwerten, werden regelmäßig Bilder, Fotos oder andere Grafi ken verwendet. Manche Benutzer beziehen dieses Material direkt aus Bildersuchmaschinen oder von Online-Fotocommunities, andere verwenden das von einem Fotografen erstellte Bild. Fotos genießen jedoch grundsätzlich urheberrechtlichen Schutz und können nicht immer nach freiem Ermessen verwendet oder bearbeitet werden. Wer die Lizenzbestimmungen zur Nutzung des jeweiligen fremden Fotos nicht beachtet oder vom Urheber eine entsprechende Zustimmung zur Verwendung nicht einholt, sieht sich schnell mit Schadenersatz- und Lizenzentgeltforderungen konfrontiert. Bei der Nutzung fremder Fotos oder Grafi ken im Internet sind somit einige rechtliche Aspekte zu beachten. Zum einen muss vorab festgestellt werden, ob der Urheber mit der Nutzung des jeweiligen Bildes einverstanden ist. Eine entsprechende Nutzungsbewilligung sollte stets schriftlich eingeräumt werden. Im Falle eines späteren Rechtsstreits müsste nämlich der Nutzer des geschützten Materials beweisen, dass er zur konkreten Verwendung berechtigt war. Kann er diesen Beweis nicht führen, z.B. weil eine Nutzungsbewilligung nur mündlich erteilt wurde, besteht die Gefahr, in einem Rechtsstreit zu unterliegen. Dabei ist davon auszugehen, dass der Nutzer nicht berechtigt ist, ein Foto im Internet zu verwenden, wenn der Urheber selbst trotz gewissenhafter Recherche nicht ermittelt werden kann und eine Zustimmung somit nicht möglich ist. Ist der Urheber bekannt und wurde eine Nutzungsbewilligung eingeräumt, so bedeutet dies nicht zwingend, dass jede denkbare Nutzungsart des Bildes gestattet wird. Wurde die Nutzung des Bildes auf einer

Webseite vereinbart, so darf dieses Bild beispielsweise nicht ohne entsprechende Einwilligung ebenso in einem Print-Verkaufskatalog verwendet werden. Eine exakte Beschreibung der Nutzungsarten in den Lizenzbestimmungen ist somit jedenfalls empfehlenswert. Eine Genehmigung, das Bild verwenden zu dürfen, umfasst grundsätzlich nicht auch die Erlaubnis, ein Bild den eigenen Anforderungen und Wünschen entsprechend zu bearbeiten. Daher sollten auch die jeweiligen Bearbeitungsrechte mit dem Urheber im Einzelnen vereinbart werden. Ist nichts anderes vereinbart, ist bei Verwendung des Fotos der Name des Urhebers zu nennen. Enthält ein Bild bereits die Bezeichnung des Urhebers, so ist es auch unzulässig, eine solche Urheberbezeichnung zu entfernen. Ist auf einem Foto eine fremde Person abgebildet, sind nicht nur die Rechte des Urhebers, sondern auch jene der abgebildeten Person zu beachten. Bildnisse von Personen dürfen der Öffentlichkeit nur zugänglich gemacht werden, wenn dadurch keine berechtigten Interessen der/des Abgebildeten verletzt werden. Da dies einer individuellen Abwägung im Einzelfall bedarf, ist zu empfehlen, auch die Zustimmung der abgebildeten Person(en) zur Verwendung ihres Fotos im Internet einzuholen. Fazit: Bei Bildern aus dem Internet sollte man immer prüfen, ob eine Verwendung nach freiem Ermessen zulässig ist oder vor der Nutzung die Zustimmung des Urhebers eingeholt werden muss. Um die Kommunikation zwischen Nutzern und Urhebern zu erleichtern, arbeiten Online-Fotoplattformen wie z.B. „Flickr“ bereits mittels sogenannter „CreativeCommons-Lizenzen“. Dabei legen Urheber eindeutig und für Nutzer unzweifelhaft ersichtlich fest, ob und auf welche Art und Weise ihre Bilder genutzt werden dürfen. Sollte man hingegen eine kostenintensive Abmahnung erhalten haben und die Zahlung hoher Lizenzgebühren gefordert sein, so ist professionelle Beratung jedenfalls ratsam.

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Mit Lehre und Matura sicher in die Zukunft

Tirol genieĂ&#x;t international groĂ&#x;e Anerkennung als idealer Wirtschaftsstandort. â&#x20AC;&#x17E;Eine wichtige Rolle spielen dabei unsere hoch motivierten und durch eine Lehre bestens qualifizierten Fachkräfteâ&#x20AC;&#x153;, sagt Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. Die Bedeutung der Lehre ist auch fĂźr unsere Jugend sehr groĂ&#x;. In Tirol entscheiden sich 51 % der Jugendlichen fĂźr eine Lehrausbildung. Andererseits machen sehr viele junge Menschen eine rein schulische Ausbildung. â&#x20AC;&#x17E;In Tirol ist es uns gelungen, dass eine Lehre und eine hĂśhere schulische Ausbildung einander nicht mehr ausschlieĂ&#x;enâ&#x20AC;&#x153;, erklärt Zoller-Frischauf. Das Modell â&#x20AC;&#x17E;Lehre und Maturaâ&#x20AC;&#x153; verbindet eine vollständige Berufsausbildung mit der allgemeinen Hochschulreife. Und wird jetzt durch die volle UnterstĂźtzung des Landes kostenlos angeboten. In Tirol wird dieses Angebot vom WIFI und vom BFI durchgefĂźhrt. Dabei kann zwischen einem â&#x20AC;&#x17E;Begleitenden Modellâ&#x20AC;&#x153; und einem â&#x20AC;&#x17E;Integrierten Modellâ&#x20AC;&#x153; gewählt werden. â&#x20AC;&#x17E;Lehre und Maturaâ&#x20AC;&#x153; kombiniert die Lehrausbildung in der Praxis im Betrieb mit der schulischen Vorbereitung auf die Matura. Die Jugendlichen kĂśnnen damit hĂśherqualifiziert und doppelt sicher in die Zukunft starten.

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Das Land Tirol unterstĂźtzt das Projekt â&#x20AC;&#x17E;Lehre und Maturaâ&#x20AC;&#x153;. Mit zwei Ausbildungen doppelt sicher in die Zukunft.

mit zwei ausbildungen doppelt sicher in die zukunft. Lehre & Matura verbindet eine vollständige Berufsausbildung mit der allgemeinen Hochschulreife. In Tirol wird dieses Angebot vom WIFI und vom BFI durchgefßhrt. Weitere Informationen unter www.tirol.gv.at

Integriertes Modell Die Lehrzeit wird um ein halbes Jahr verlängert. Die Lehrlinge sind fßr diese verpflichtende Teilnahme freigestellt. Die Lehrgangsmodule fßr die Berufsreifeprßfung werden in den Fächern Englisch, Deutsch, Mathematik und im jeweiligen Fachbereich parallel zur dualen Ausbildung angeboten. Der Fachbereich richtet sich nach dem Lehrberuf.

Begleitendes Modell Diese Abendmatura dauert vier bis sieben Jahre. Die Ausbildung erfolgt auĂ&#x;erhalb der Lehrzeit (in Abendkursen und am Wochenende).

zukunftsland tirol

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Neue Chance für Freizeitwohnsitze –

Die Raumordnungsnovelle 2011 Mit 1. Juli 2011 trat die Novelle, mit der das Tiroler Raumordnungsgesetz 2006 geändert wurde, in Kraft. Dadurch ergeben sich wesentliche Neuerungen auch im Bereich der Regelungen über Freizeitwohnsitze. In den erläuternden Bemerkungen legt der Gesetzgeber seine Beweggründe hierfür wie folgt dar: Zum einen werden Betriebe, die nach außen zwar als Gastgewerbebetriebe zur Beherbergung von Gästen geführt werden, die jedoch nicht die grundlegenden Mindestmerkmale solcher Betriebe aufweisen, dem Freizeitwohnsitzregime unterstellt. Zum anderen wird die Frist zur Anmeldung von Freizeitwohnsitzen, die am 31. Dezember 1993 (dem Vortag des Inkrafttretens des seinerzeitigen Tiroler Raumordnungsgesetzes 1994, mit dem erstmals eine im Wesentlichen der heutigen Rechtslage entsprechende Freizeitwohnsitzregelung geschaff en wurde) rechtmäßig bestanden haben, wiedereröffnet.

Weitere Informationen: Advokatur Dr. Herbert Schöpf LL.M., Rechtsanwalt-GmbH, Arkadenhof, Maria-Theresien-Straße 34, 6020 Innsbruck, advokatur@dr-schoepf.at

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An sich waren solche Freizeitwohnsitze spätestens bis zum 31. Dezember 1998 anzumelden, anderenfalls die Eigenschaft als Freizeitwohnsitz verloren ging. Es hat sich jedoch gezeigt, dass ungeachtet dieser mehrjährigen Anmeldefrist eine erhebliche Anzahl ehemals rechtmäßig bestandener Freizeitwohnsitze nicht gemeldet wurde. Die Sanktion des automatischen Verlustes des Freizeitwohnsitzes bei Säumnis dieser Anmeldefrist hat jedoch gegen die europäische Kapitalverkehrsfreiheit verstoßen. Es liegt in der Natur der Sache, dass EU-Ausländer von einer derartigen Bestimmung ja keine Kenntnis erlangen, Inländer jedoch schon. Solche Freizeitwohnsitze sollen nun letztmalig bis zum 30. Juni 2014 beim Bürgermeister der betreffenden Gemeinde angemeldet werden können. Wenn sich die Wohnung in einem Gebäude mit mehr als drei Eigentumswohnungen befindet, dessen Baubewilligung nach dem

21. September 1973 erteilt wurde und die Wohnanlage nicht als Sonderfläche Appartementhaus gewidmet ist, ist weiters ein einstimmiger Beschluss aller Wohnungseigentümer oder an dessen Stelle eine gerichtliche Entscheidung der Behörde vorzulegen. Das Anmeldeverfahren ist somit bei Wohnungseigentumsanlagen als Mehrparteienverfahren gestaltet, indem den übrigen Wohnungseigentümern zur Wahrung ihrer Rechtsstellung als Wohnungseigentümer Parteistellung eingeräumt wird. Diese Neuregelung hat ihre Grundlage in einem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes, welches von meiner Kanzlei in einer in Kitzbühel anhängigen Rechtssache erwirkt wurde. Der Verfassungsgerichtshof hat entgegen der diesbezüglichen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ausdrücklich ein Auswahlrecht der Behörde hinsichtlich der als Freizeitwohnsitze in Betracht kommenden Wohnungseigentumsobjekte verneint. In der Anmeldung ist durch geeignete Unterlagen oder sonstige Beweismittel nachzuweisen, dass der Wohnsitz bereits am 31. Dezember 1993 als Freizeitwohnsitz verwendet worden ist. In der Praxis finden sich viele Wohnsitze, für welche eine Freizeitwohnsitzabgabe (oftmals auch als Aufenthaltsabgabe oder Zweitwohnsitzabgabe bezeichnet) bezahlt wird. Der Nachweis dieser Abgabenvorschreibungen ist mit Sicherheit ein starkes Indiz für die Freizeitwohnsitznutzung, ersetzt jedoch in keinem Falle das formale Anmeldeerfordernis. Neu ist weiters, dass Freizeitwohnsitze, sofern es sich nicht um Neubauten handelt, auch auf Sonderflächen geschaffen werden dürfen. Bisher dürfen Freizeitwohnsitze ausnahmslos nur im Bauland geschaffen werden. Mit dieser Neuerung soll eine sinnvolle Nachnutzung aufgelassener Hotelanlagen und dergleichen ermöglicht werden.

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Wissenschaft & Neue Märkte

Schnellere Quantencomputer

Thermische Nutzungsmöglichkeit des Grundwassers Ist das Innsbrucker Grundwasser zur Nutzung für Kühl- und Wärmepumpenanlagen geeignet? Diese Frage der thermischen Nutzungsmöglichkeit lässt das Land Tirol derzeit untersuchen. Dazu werden Bohrsonden an verschiedenen Stellen der Landeshauptstadt bis zu 80 Meter tief in die Erde eingebracht. Für diese Arbeiten wendet das Land Tirol 100.000 Euro auf. „Das Grundwasser ist wegen seiner hohen spezifischen Wärmekapazität und seiner im Jahresgang relativ konstanten Temperatur sehr gut für Kühlund Wärmepumpenanlagen geeignet. Die eingebrachten Sonden sollen uns verraten, ob das Innsbrucker Grundwasser über die aktuelle Nutzung hinaus noch als Wärme- und Kühlspeicher zur Verfügung stehen kann“, erklärt LHStv. Anton Steixner.

Günther Bonn, Tilmann Märk, Wendelin Juen, Christian Huck und Michael Oberhuber zeigen im Labor, wie Qualität und Herkunft von Lebensmitteln in wenigen Sekunden bestimmt werden können Foto: AMTirol

CSI bei Lebensmitteln Mit Hilfe einer neuen Methode, der NahInfrarot-Spektroskopie (NIR), soll die

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Markus Hennrich vom Institut für Experimenta lphy si k der Universität Innsbruck erhält einen hochdotierten ERC Starting Grant. Mit dieser renommierten euroFoto: M. Knabl päischen Nachwuchsförderung wird sein Vorhaben zum Bau schnellerer und skalierbarer Quantencomputer mit gefangenen Riesenionen gefördert. Insgesamt bekommen mit Markus Hennrich in diesem Jahr drei Innsbrucker Forscher einen der begehrten ERC Starting Grants. Schon im Juni erhielten der Quantenphysiker Hanns-Christoph Nägerl und der Molekülphysiker Roland Wester von der Universität Innsbruck die Zusage für die Förderung. Der Europäische Forschungsrat unterstützt mit dem ERC Starting Grant grundlagenorientierte Pionierforschung von herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Herkunft und Qualität landwirtschaftlicher Produkte zukünftig schnell und kostengünstig überprüft werden können. „Bereits 2006 hat die Agrarmarketing Tirol die Initiative ergriffen und in enger Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Laimburg in Südtirol erste Schritte zur Bestimmung der Herkunft von Lebensmitteln durch die Isotopenanalyse gestartet. In Fortführung dieser Zusammenarbeit wurde das Projekt OriginAlp als Projekt im Rahmen des Interreg-IV-Italien-Österreich-Programms der EU eingereicht“, berichtet DI Wendelin Juen, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol.

Life Sciences Cluster Conference Anfang Juli fand in Innsbruck die Schlussveranstaltung des EU-Projektes „Alps Biocluster“ statt. Zielsetzung während der letzten drei Jahre war die Entwicklung gemeinsamer Aktivitäten, möglicherweise eines transnationalen Life Sciences Clusters. Gefördert wurde das Projekt im Interreg-IVB-Alpine-Space-Programm. Sechs alpine Regionen waren eingebunden: Rhône-Alpes, Piemont, Lombardei, die Genferseeregion, Oberbayern und Nordtirol, repräsentiert durch die Standortagentur Tirol. Die französische ADEBAG (regionale Standortagentur der Region RhôneAlpes) fungierte als Lead-Partnerin. In zahlreichen Initiativen wurde transnationale Clusterzusammenarbeit zwischen den Projektpartnern etabliert, wurden Kooperationen zwischen Industrie und Wissenschaft angestoßen, junge Wissenschaftler in Sommer Schools vernetzt und vieles mehr. Die Schlussveranstaltung diente zum einen der Präsentation der Projektergebnisse, zum anderen grundsätzlichen Überlegungen zur Internationalisierung von Clustern. Für alle Teilnehmer war klar: Das EU-Projekt „Alps Biocluster“ stellt den Auftakt für eine längerfristige transalpine Vernetzung von Life Sciences Clustern dar. Die Pionierarbeit ist geleistet, die Früchte der Anstrengungen werden aber überwiegend in der Zukunft geerntet werden. Ein „Memorandum of Unterstanding“ zwischen den Projektpartnern sowie ein überregionales Marketingkonzept sind in Vorbereitung und sollen im Herbst vereinbart bzw. unterzeichnet werden.


Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden. Sie vermehren sich wie die Karnickel. Und seien wir ehrlich: Die meisten davon brauchen wir so dringend wie dieses Sommerwetter. Das Mysterium iPhone-App.

Wir fragen nach, welche davon wirklich Anwendung finden. Dieses Mal bei Oliver Schwarz, Geschäftsführer Ötztal Tourismus Studierende üben die Blutabnahme am Armmodell unter ärztlicher Anleitung (li.: Prof. Reinhard Stauder) Foto: Medizinische Universität Innsbruck

Geförderte Kooperationen Das Land Tirol unterstützt im Rahmen der Technologieförderung „K-Regio“ wieder vier zukunftsweisende Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft (MitoCom, Cardiospect, enerChange und eine Kooperation zwischen der Universität und den drei Tiroler Unternehmen BinderHolz, Adler und Pfennig). „K-Regio“ ist mit 2,7 Millionen Euro, wovon die Hälfte aus EU-Mitteln besteht, die höchstdotierte Technologieförderung des Landes. Dafür zuständig ist die Abteilung Wirtschaft und Arbeit des Landes Tirol, während die Standortagentur die Ausschreibung und Betreuung vornimmt. Die Laufzeit beträgt jeweils drei Jahre. Zusammen mit den neu bewilligten Projekten sind insgesamt neun Kooperationen – und damit 42 Unternehmen und 20 Forschungseinrichtungen – in der Entwicklung verschiedenster Produkte tätig. Die vier heuer eingereichten und unterstützten Kooperationen umfassen die Bereiche Medizintechnik, Mechatronik, Holz und erneuerbare Energien. Insgesamt beträgt die Investitionssumme rund fünf Millionen Euro.

Blutabnahme am Modellarm Clinical Skills Lab oder „Kurssystem für Fertigkeitstraining“ nennt sich ein umfassendes Projekt an der Medizinischen Universität Innsbruck, in dessen Rahmen die Qualität der praktischen Medizinausbildung zielorientiert verbessert wird. Moderne Konzepte der MedizinerInnenausbildung sehen vor, dass Studierende sehr früh in einem geschützten, fehlertoleranten Raum an PatientInnenmodellen klinische Fertigkeiten lernen und üben können. Zur Erfassung von praxisrelevanten Lehrprojekten erfolgte an der Medizinischen Universität Innsbruck im vergangenen Jahr ein Ideenwettbewerb. Das Projekt „Blutabnahme“ von Prof. Siegfried Schwarz (Sektion für Experimentelle Pathophysiologie und Immunologie am Biozentrum) und Prof. Reinhard Stauder (Univ.-Klinik für Innere Medizin V, Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie) wurde als eines von drei zu fördernden Siegerprojekten ausgewählt.

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Hohe Auszeichnung für MCI-Professor Foto: MCI-Spiluttini

Der Governance-Preis wurde 2011 zum vierten Mal an junge Führungskräfte verliehen und ging an Kandidaten/-innen aus vier Kontinenten. Diese wurden aufgrund ihres Engagements und ihrer Reputation ausgewählt; aber auch, weil die Jury in ihnen „großes Potential sieht, die Zukunft ihrer Branche maßgeblich zu beeinflussen“.

„A Rising Star of Corporate Governance“ – diese hohe Auszeichnung der renommierten Yale School of Management in New Haven, Connecticut, würdigt jährlich junge Führungskräfte, die Corporate Governance bei ihrem jeweiligen Arbeitgeber in besonderer Weise fördern. Dr. Mostafa Hunter (Bild) ist seit 2009 Visiting Professor am MCI, lebt in Österreich, Deutschland und Kairo und hat dort in Zusammenarbeit mit dem MCI und mit Unterstützung des „United Nations Development Programs“ (UNDP) eine international beachtete Initiative für gute Regierungsführung und gegen Korruption im Gesundheitswesen gestartet. Als wichtigste Maßnahme wurde von Dezember 2010 bis Mai 2011 eine einschlägige Seminarreihe durchgeführt, die enormes Feedback hervorgerufen hat. Weitere Projekte in der Region sind geplant, wobei vor allem die Zusammenarbeit mit Universitäten in Ägypten gesucht werden soll.

Ranked #1 in Austria Laut der Universum Student Survey 2011 studieren auch aktuell die zufriedensten Hörer am Management Center Innsbruck (MCI). Das Ranking beurteilt die Qualität zahlreicher Kriterien wie Praxisorientierung, Karrierechancen, Internationalität, Wirtschaftskontakte und vieles mehr. Damit bestätigt die Unternehmerische Hochschule® mit Nachdruck und der Note 4,41 ihre Führungsrolle vor der FH Oberösterreich und IMC FH Krems (je 4,33), der TU Graz und der Universität für Bodenkultur (je 4,02) sowie der TU Wien (3,94). www.mci.edu

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LRin Patrizia Zoller Frischauf mit v. l. Rainer Seyrling (Land Tirol), Wilfried Beikircher (Innovative Wood Protection), Thomas Hugl (Cardiospect), Otto Handle (enerChange) und Erich Gnaiger (MitoCom) Foto: Land Tirol

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Karl Rabeder Wer nichts hat, kann alles geben. Wie ich meine Reichtümer gegen den Sinn des Lebens eintauschte 240 Seiten, EUR 20,60 Erschienen: April 2011 ISBN 978-3-453-28023-6 Ludwig Verlag

Soziales Engagement: Investieren statt spenden Der ehemalige Millionär Karl Rabeder setzt auf soziales Engagement statt Luxus: Der in Tirol lebende Oberösterreicher trennte sich von seinem Besitz und gründete 2009 gemeinsam mit einem Partner die Non-Profit-Organisation „MyMicroCredit“. Auf der Webseite des Vereines können Investoren aus Europa Mittel für bedürftige Menschen in Lateinamerika, Asien und Afrika bereitstellen. Um auf die Initiative aufmerksam zu machen, entschied sich Rabeder für einen ungewöhnlichen Weg: Er verloste im vergangenen Sommer seine Luxusvilla in Telfs.

Text: Barbara Hoff mann

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Bereits im Alter von 30 Jahren hat Karl Rabeder erreicht, wovon viele träumen: Seine Firma für Wohnaccessoires machte ihn zum Millionär und ermöglichte ihm ein Leben im Luxus. Doch er fühlte sich unglücklich und leer. In der Folge trennte er sich von seinem Besitz. Seiner Meinung nach hat er seine

Reichtümer gegen den Sinn des Lebens eingetauscht. Der gebürtige Oberösterreicher gibt daher an, keine Ersparnisse mehr zu haben. „Ich habe aber Reserven, das sind meine Fähigkeiten, die habe ich immer bei mir“, sagt Rabeder. „Ich besitze jetzt viel mehr als früher, nur ganz andere Energieformen, Lebenszeit,


daher kontrolliert, können die Absetzbarkeit als neuer Verein aber erst nach einer dreijährigen Frist erhalten. Wir erfüllen aber bereits die notwendigen Kriterien und haben Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.“

Marketingstrategie: Hausverlosung

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Um Werbung für sein Projekt „MyMicroCredit“ zu machen und die Gründungskosten zu finanzieren, verloste Rabeder 2009 seine Luxusvilla in Telfs. Trotz Unterstützung durch eine von ihm engagierte Münchner Werbefi rma verkauften sich die dafür erforderlichen 21.999 Lose zunächst nicht auf Anhieb. „Wir haben einen Denkfehler gemacht und gemeint, unsere Käufer sind Menschen aus der Umgebung. Im Nachhinein war das aber nicht richtig, denn für jemanden, der bereits in Tirol lebt, ist es keine so große Faszination, hier ein größeres Haus zu besitzen“, erklärt Rabeder. „Viel größer ist die Begeisterung von Menschen, die im deutschen Flachland leben. Schlussendlich hatten wir über 90 Prozent deutsche Loskäufer.“ Nachdem Rabeder dann auch entsprechende Medienarbeit in Deutschland betrieb, konnte im vergangenen Sommer eine anonym bleiben wollende Bayerin ihr neues Eigenheim beziehen.

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Auch Tiroler können Mikrokredite erhalten Seit der Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus aus Bangladesch und die von ihm gegründete Grameen Bank 2006 den Friedensnobelpreis erhielten, ist das Thema Mikrokredite in aller Munde. Das Finanzierungsmodell ist ein anerkanntes Mittel zur Armutsbekämpfung. Allerdings können nicht nur mehr Menschen in Entwicklungsländern Kleinstkredite erhalten, seit Mai dieses Jahres vergibt das Bundessozialministerium Mikrokredite auch an arbeitslose Tiroler.

inneres Lächeln und Liebe.“ Von seiner Luxusvilla in Telfs ist er in eine 20 qm² große Hütte in der Nähe des Achensees gezogen.

Soziale Investoren Der 49-Jährige ist inzwischen als Autor tätig und hält Seminare zum Thema glücklich sein. Erst kürzlich ist seine Autobiographie „Wer nichts hat, kann alles geben“ erschienen. Sein Hauptengagement ist aber derzeit die Betreuung und Weiterentwicklung der Online-Plattform „MyMicroCredit“. Das Prinzip dieser Mikrokredit-Organisation ist ganz einfach: Interessierte gehen auf die Homepage, schauen sich die verschiedenen Projekte an und entscheiden sich dann für einen Kreditnehmer, dem sie bei der Existenzgründung oder -sicherung helfen wollen. Hat der Kreditnehmer die Summe zurückbezahlt, erhält auch der Investor sein Geld zurück. „Es ist faszinierend, mit welchen kleinen Summen man Menschen in der Dritten Welt helfen kann, sich selbständig zu machen“, erklärt Rabeder. „Wir haben bereits ein paar 1.000 Menschen eine selbstbestimmte Zukunft ermöglicht.“ Die Organisation finanziere sich aus freiwilligen Spenden der sozialen Investoren sowie der Gründer, von Organisationen und Sponsoren. Deshalb strebt „MyMicroCredit“ auch an, dass diese in Österreich steuerlich absetzbar werden. „Wir werden

Das Grundprinzip, das dem Mikrokredit zugrunde liegt, ist „Hilfe zur Selbsthilfe“. 1976 initiierte Muhammad Yunus erste Projekte in Bangladesch, um Kleinstgewerbetreibenden die finanziellen Mittel für eine Existenzgründung bereitzustellen. Aufgrund fehlender Sicherheiten hatten sie keine Chance, normale Bankkredite zu erhalten. Daraus ging 1983 die Grameen Bank hervor. Ein Großteil der ausgezahlten Kredite wurde wieder zurückbezahlt. 2007 gab die Grameen Bank an, die Rückzahlungsquote betrage 98,35 %.

Kredithaie missbrauchen soziales Modell Inzwischen haben sich Mikrokredite als Finanzierungsmodell durchgesetzt. Nach Angaben der New York Times hat der Markt für Mikrokredite im April 2010 ein Volumen von 60 Milliarden US-Dollar erreicht. Auch herkömmliche Finanzdienstleister bieten Mikrokredite an. Viele dieser Anbieter fi nanzieren sich nicht über Spenden, Subventionen oder moderate Zinssätze. Sie missbrauchen das ursprüngliche soziale Modell und verlangen bis zu 100 Prozent an Zinsen. Im Herbst 2010 erschienen daher zahlreiche Medienberichte, die von Mikrokreditnehmern aus dem indischen Bundesstaat Andhra Pradesh berichteten, die sich das Leben genommen hatten, nachdem sie von Kredithaien ausgebeutet worden sind.

Mikrokredite für Arbeitslose „Mikrokredite“ werden allerdings längst nicht mehr nur in Entwicklungsländern, sondern auch in Europa vergeben. In mehreren Ländern gibt es Projekte, die arbeitslosen Menschen den Weg in die Selbständigkeit ermöglichen sollen. Im Mai vergangenen Jahres startete in Österreich auf Initiative des Sozialministers Rudolf Hundstorfer in Wien und der Steiermark das Pilotprojekt „Der Mikrokredit“. Mit dem Programm soll arbeitslosen Menschen mit tragfähigen Geschäftsideen die Firmengründung ermöglicht werden. Einzelpersonen können bis zu 12.500 Euro, Personengesellschaften bis zu 25.000 Euro beantragen. Im Mai 2011 wurde das Projekt auf alle Bundesländer ausgeweitet. „Seit dem Start in Tirol hatten wir bereits 17 Anfragen, das ist zum Teil mehr als doppelt so viel wie in den anderen Bundesländern wie Oberösterreich, Kärnten und Vorarlberg, wo das Projekt ebenfalls erst im Mai begonnen hat“, erklärt Claus Dostal, Projektleiter von der Beratungsfi rma ÖSB Consulting. Vergeben wurden in Tirol noch keine Kredite. „Es gibt allerdings bereits einen Antrag.“ Insgesamt wurden in Österreich seit dem Projektstart bereits 71 Mikrokredite vergeben. Weitere Informationen unter www.dermikrokredit.at

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„Die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Tirol wird durch die Bereitschaft zur selbständigen Tätigkeit positiv beeinflusst. Diesen Weg zu unterstützen ist für die wirtschaftliche Dynamik sowie das Schaffen und Sichern von Arbeitsplätzen am Standort von entscheidender Bedeutung – entsprechend wichtig ist mir deshalb der Tiroler Businessplanwettbewerb adventure X. Die diesjährigen Preisträger haben mit ihren Ideen gezeigt, dass es am Standort Tirol dank Technologieoffensive und Angeboten wie adventure X immer besser gelingt, das Know-how aus Universitäten und Fachhochschulen auch in Produkte und Unternehmen zu implementieren.“ Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf

Die Top 10 aus adventure X 2011 mit Veranstaltern und Partnern

adventure X: Vielversprechende Unternehmen stehen vor Karrieresprung Seit zehn Jahren gibt es in Tirol den Businessplanwettbewerb „adventure X“. Eines der Ziele dieser Veranstaltung von Standortagentur Tirol und CAST ist es, die Gründungsstimmung in Tirol zu erhöhen. Neugründungen von Unternehmen sind für die wirtschaftliche Dynamik am Standort und die Schaffung sowie Sicherung von Arbeitsplätzen besonders wichtig. Bei der kürzlich erfolgten Präsentation der Sieger zeigte sich, welche spannenden Unternehmensideen in Tirol realisiert werden.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Realisierung einer innovativen Geschäftsidee ist die richtige Planung. Diese minimiert das Risiko einer Gründung. Demensprechend beliebt ist bei potentiellen Jungunternehmern die Teilnahme an dem Businessplanwettbewerb „adventure X“ der Standortagentur Tirol und des CAST. Dieser Bewerb wird von mehr als 100 Experten kostenlos begleitet, welche die Teilnehmer bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee beraten sowie schulen und vernetzen. Der Startschuss für den Bewerb war im Jänner 2011 gefallen. Nach erfolgreich überstandener Konzeptions- und Vernetzungsphase, Speed-Dating und Match-Making wurden im Mai die fertigen Businesspläne eingereicht. Im Juli wurden schließlich die Top-3-Projekte und alle Finalisten im Congresspark Igls vorgestellt.

Leichtbau-Werkstoff erfunden. Der Anwendungsbereich reicht vom Sportgerät über Gebäudeteile bis hin zur Autokarosserie. Gemeinsam mit österreichischen Industriepartnern wird die superTex GmbH die Forschungsergebnisse industriell verwerten. Im Bereich Architektur und Design können bereits erste Umsätze erzielt werden. „Es gibt aber sehr viele andere Interessenten an unserer Technologie aus spannenden Industriezweigen wie Flugzeug- und Autobau bzw. Maschinenbau im Allgemeinen. Unsere Technologie ist patentrechtlich geschützt, nichtsdestotrotz ist es enorm wichtig, gerade mit solchen High-PotentialTechnologien wirklich schnell und sehr gut am Markt zu landen“, sagt Troi. „Mit dem nun professionellen Businessplan sollte das auch gelingen.“

Neue Technologie für sauberes Abwasser Platz 1 für das Team „splineTex“

Text: Barbara Hoff mann Fotos: Standortagentur Tirol

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Die Architektin und Wissenschaftlerin Valentine Troi konnte mit ihrem vorgestellten Konzept „splineTex“ das Rennen um den 1. Platz für sich entscheiden. Am Institut für experimentelle Architektur der Universität Innsbruck hat Troi einen neuartigen

Der Chemiker Marco Ruppich und der Verfahrenstechniker Thomas Obholzer vom Management Center Innsbruck belegten mit ihrer neuen Umwelttechnologie „ionOXess“ den zweiten Platz. Rückstände im Wasserkreislauf, wie sie beispielsweise durch Arzneimittel oder Industriechemikalien ver-


Will mit splineTEX und ihrem Profi-Businessplan schnell und gut am Markt landen â&#x20AC;&#x201C; adventure-X-Siegerin Valentine Troi (2. v. r.) mit Harald Gohm, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Christian Mathes vom CAST, Center for Academic Spin-offs Tyrol

Thomas Obholzer (li.) und Marco Rupprich holen mit ionOXess Silber

ursacht werden, fĂźhren nachweislich zu negativen Veränderungen des Ă&#x2013;kosystems. â&#x20AC;&#x17E;ionOXessâ&#x20AC;&#x153; ist ein oxidatives Verfahren, mit dem es mĂśglich ist, dieses Problem in Kläranlagen nachhaltig und im Sinne der Umweltverträglichkeit zu lĂśsen. In Zirl wird in rund 18 Monaten eine Referenzanlage entstehen, die auch potentielle Kunden von der neuen Technologie Ăźberzeugen soll.

dafĂźr ein, dieses Wintersportgerät weiterzuentwickeln und eine verbesserte Version anzubieten. Insbesondere die ManĂśvrierfähigkeit will Steinbach erhĂśhen. Neben einem ansprechenden und zweckmäĂ&#x;igen Design soll auch die Sicherheitskomponente durch beispielsweise verkĂźrzte Bremswege verbessert werden. Die ersten Prototypen werden heuer im Herbst gebaut. PĂźnktlich zum Weihnachtsgeschäft 2012 soll der neue â&#x20AC;&#x17E;bozZ-Carverâ&#x20AC;&#x153; dann im Sporthandel erhältlich sein.

Carven mit dem bozZ-Carver Mit der Geschäftsidee â&#x20AC;&#x17E;bozZ-Carverâ&#x20AC;&#x153; sicherte sich das GrĂźnderteam um Paul Steinbach den dritten Rang. Steinbach ist einer der weltweit erfolgreichsten Zipflbob-Fahrer. Seine Erfahrungen setzte er jetzt

Erfinden den bozZ-Carver und damit den Zipflbob neu â&#x20AC;&#x201C; die Drittplatzierten Paul Steinbach (li.) und Dieter Heinrich

Patrick Pixner, Andreas Werner und Sebastian Dimmeler erhielten fĂźr ihr personalisierbares mobiles Entertainment-System den Sonderpreis Tourismus. â&#x20AC;&#x17E;M-Pulsoâ&#x20AC;&#x153; fungiert fĂźr Hotels als effi zientes und gleichzeitig kostengĂźnstiges Marketinginstrument. Den Sonderpreis â&#x20AC;&#x17E;Non Profitâ&#x20AC;&#x153; bekam Ursula Stadlwieser mit ihrem Projekt â&#x20AC;&#x17E;MĂźllonieâ&#x20AC;&#x153;. Es handelt sich dabei um ein pädagogisch innovatives Konzept rund um das Thema Abfalltrennung. Kinder erhalten einen kindgerechten Zugang zum Thema MĂźlltrennung.

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Auch 2012 soll der Businessplanwettbewerb â&#x20AC;&#x17E;adventure Xâ&#x20AC;&#x153; wieder stattfinden. Weitere Informationen: www.adventurex.info

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Englisch nach dem KISS-Prinzip Keep it short and simple! â&#x20AC;&#x201C; Fast ein Patentrezept und das Prinzip, nach dem die neue WIFI-Kursreihe â&#x20AC;&#x17E;Englisch â&#x20AC;&#x201C; World of Businessâ&#x20AC;&#x153; aufgebaut ist. Alltagssituationen aus dem Berufs- und Geschäftsleben werden gelernt und geĂźbt. Das intensive Kleingruppentraining schaff t mehr Sicherheit im Sprachgebrauch. Jedes der 5 Module (je 1,5 Tage) hat einen Themenschwerpunkt und ist einzeln buchbar, wer vier zugleich bucht, bekommt das fĂźnfte kostenlos.

Informationen, Termine und Anmeldung bei Gabriela Hauser unter Tel. 05 90 90 5-7273

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Das Büro der Zukunft ist grün, aber nicht papierlos Wer im Büro weniger Papier verbraucht, spart Geld und Energie. Trotz verbesserter technischer Möglichkeiten wird das völlig papierlose Büro in unmittelbarer Zukunft aber vorerst eine Utopie bleiben. Dies zeigt nicht nur eine aktuelle Studie „Bürowelten der Zukunft“ von KYOCERA und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IA0), sondern auch die Verkaufszahlen für das Jahr 2010 von Druckern in Europa. Auch das Angebot, papierlos zu buchen, der Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft KPMG Austria wird derzeit von keinem Tiroler Unternehmen genutzt. Umweltfragen werden aber im Büro der Zukunft verstärkt eine Rolle spielen.

Text: Barbara Hoff mann

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Im bayerischen Privatgymnasium Schloss Neubeuern ist die papierlose Zukunft schon Realität. Schüler ab der 9. Klasse verzichten auf Kreidetafel, Schulheft und Bücher. Der gesamte Unterricht läuft über einen so genannten Tablet-PC ab. Ob dieses Pilotprojekt allerdings auch in zahlreichen Büros Schule machen wird, ist fraglich: Trotz des Trends zu digitalen Mobilgeräten und Online-Diensten hat die gedruckte Information vor allem in vielen Büros noch nicht ausgedient. Unternehmen setzen immer noch auf greif bare statt auf virtuelle Dokumente. Dementsprechend hat nach dem Krisenjahr 2009 der Absatz von Druckern laut Angabe des European

Information Technology Observatory (EITO) wieder zugelegt. Die Zahl der verkauften Drucker stieg 2010 mit 6,3 Millionen Stück um vier Prozent. Angesichts dieser Zahlen dürfte auch die kürzlich von KYOCERA MITA Deutschland mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts veröffentliche Studie „Bürowelten der Zukunft“ nicht nur Selbstzweck gewesen sein. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens prognostizierte der Anbieter von professionellen Druck- und Multifunktionssystemen zwar das Ende des Büros der Gegenwart als Raum für die tägliche Verrichtung der Arbeit, aber das papierlose Büro soll nicht so schnell Realität werden.


Papierloses Buchen Auf die papierlose Zukunft im Rechnungswesen setzt die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft KPMG. Das Unternehmen bietet auch kleinen und mittelständischen Unternehmen einen nach eigenen Angaben effi zienten Service an: die papierlose Belegverwaltung. Die Kunden sollen monatlich ihre Belege vor Ort einscannen. Diese werden dann von einem KPMG-Sachbearbeiter gebucht. Laut Marianna Herrloss, zuständig für Unternehmenskommunikation, nutzt dieses Angebot derzeit allerdings noch kein Tiroler Unternehmen. Aber die Entwicklung beurteilt Herrloss positiv: „Es lässt sich auf jeden Fall ein Trend in Richtung ‚papierloses Buchen‘ erkennen. Das Interesse der Unternehmen ist ansteigend.“ Die Studie fi nden Sie unter www.kyoceramita.de zum Download.

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Für die Studie wurden 35 Experten aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen in Deutschland und Österreich sowie rund 1.200 KYOCERA-Anwender befragt. Demnach werden Unternehmen künftig noch stärker an ihrer CO2-Bilanz gemessen werden. „Das Büro der Zukunft ist grün“, sagen 94 Prozent der Experten. Das war die höchste Zustimmung bei den insgesamt 20 abgefragten Th esen der KYOCERA-Studie. Uneins waren sich die Experten interessanterweise bei dem Th ema papierlose Zukunft. 44 Prozent der Experten stimmten der These, dass Papier als Medium nicht verdrängt werden kann, zu. Auf der anderen Seite glaubt ein ebenso großer Anteil daran, dass in 25 Jahren auch ein papierloses Büro existieren könnte. Die Ergebnisse zeigten aber, dass sich die Rolle des Papiers weg vom Standard-Arbeitsmaterial hin zur wertvollen Ressource verändern wird. Vollständig sehen die Experten, dass papiergebundene Dokumente allerdings auch in 25 Jahren nicht aus den Büros verschwunden sein werden: Ausgewählte Dokumente, zum Beispiel Vertragsunterlagen, Urkunden oder wichtige Fotos, sollen auch weiterhin physisch vorliegen. Außerdem zeigt die Umfrage, dass die Büroarbeit der Zu-

kunft nicht mehr an einen festen Platz gebunden, sondern von der ganzen Welt aus stattfi nden wird. Die Menschen werden, je nach Funktion und Aufgabe, stärker dezentral in virtuellen Arbeitsräumen tätig sein. Zwei Drittel der Experten glauben sogar, dass feste Unternehmensstrukturen in Zukunft auf brechen werden und die Beschäftigung von freien Mitarbeitern normal werden wird.

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Die Innovation in der Weiterbildung

Studie: Papier kein Standardarbeitsmaterial mehr

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Rechnen sich Ihre Weiterbildungsinvestitionen? In der Wissensvermittlung gibt es einen neuen, internationalen Trend: Mittels MikroLernen soll Lernen effizienter und kostengünstiger werden. Die „Research Studios Austria Forschungs GmbH“ hat internationale Forscher und Praktiker zur „MicroLearning 5.0“-Konferenz nach Innsbruck geladen. Die Tiroler Personalagentur „Syncurator“ setzt diese Methode im Fortbildungsbereich bereits erfolgreich in der Praxis um.

Text: Barbara Hoff mann Fotos: RSA, Die Fotografen

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Wirtschaftsexperten sind sich einig: Gut ausgebildetes Personal ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in einem Unternehmen. Seine Mitarbeiter auf mehrtägige Fortbildungen zu schicken, ist aber mit hohen Kosten verbunden. „Ein Seminartag kostet durchschnittlich 1.500 Euro am Tag, allerdings verlieren die Teilnehmer innerhalb kurzer Zeit rund 95 Prozent des Wissens“, sagt Prof. Peter A. Bruck, Chef der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft (RSA). Kostengünstiger und effizienter soll die Wissensvermittlung mit der „MikroLernen®“-Methode werden. Dabei wird in kleinen Einheiten und kurzen Schritten gelernt. Durch ständige Wiederholungen können Informationen vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis überführt werden. Umgesetzt wird die Methode in der Praxis durch das technische Produkt der RSA „KnowledgePulse®“. Die Lerninhalte werden in kleine Teile zerlegt und in Form von Lernkarten präsentiert. Diese können auf dem PC, Notebook, Handhelds, dem BlackBerry oder Handy angezeigt werden.

In einer kurzen Arbeitspause erscheinen die Lernkarten als „Pop-ups“ automatisch auf dem Bildschirm. Die Fragen können dann beantwortet werden. Ist die Frage falsch, erscheinen kurze Erklärungen dazu. So werden die Mikrolernschritte als beiläufiger Fluss von kurzen Impulsen, zwischendurch und nebenbei, in den Arbeitsalltag integriert. Anwendungsgebiete sind beispielsweise Qualitäts- und Sicherheitsschulungen.

Idee stammt von der Universität Innsbruck „Unser Ansatz ist es, das Lernen einfacher zu machen, aber auch die Inhaltserstellung und Administration effizient zu gestalten“, erklärt Bruck. Bereits vor vier Jahren hat sich die RSA den Begriff „MicroLearning“ markenrechtlich schützen lassen. „Ursprünglich stammt die Idee von der Universität Innsbruck. Wir haben jetzt das komplette Lernsystem fertiggestellt und sind damit auch auf dem Markt erfolgreich. Wir agieren global, haben eine Tochterfi rma in Hongkong und zahlende Kunden im arabischen Raum.“


Dementsprechend international war auch die Gruppe von Forschern und Praktikern, die auf Einladung der RSA im Juli über das Thema „Effektivität des technologieunterstützten Lernens“ in Innsbruck diskutierten. Die Teilnehmer der „MicroLearning 5.0“ kamen aus der ganzen Welt, unter anderem aus China, Indien, den USA, Großbritannien und dem Oman. Zu Beginn der Tagung fand ein „Tirol-Tag“ statt, auf dem auch heimische Unternehmen das „Mikrolernen“ kennenlernen sollten. Unter dem Motto „Rechnen sich Ihre Weiterbildungskosten?“ wurden die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten von „MicroLearning®“ präsentiert. Im Qualitätsmanagement, zum Beispiel bei der Vermittlung von Inhalten aus Handbüchern oder Richtlinien bei Personalübergaben, an Schulen oder bei Fortbildungen kann das System angewendet werden. Trotz der vielen Vorteile der neuen Lernmethode, wie zum Beispiel Kostenersparnisse bei den Fortbildungskosten, blieben viele Plätze im Seminarraum an der Technischen Universität am „Tirol-Tag“ unbesetzt. In der anschließenden Podiumsdiskussion bemerkte Christoph Holz, Fachgruppenobmann IT der Wirtschaftskammer Tirol, daher folgerichtig: „MicroLearning ist den Tiroler Unternehmern noch nicht so geläufig.“ Dementsprechend ging es auf dem Tirol-Tag eher darum, kräftig die Werbetrommel für diese neue Innovation zu rühren, als Vor- und Nachteile zu diskutieren. Lediglich ein Besucher aus dem Publikum sprach einen heiklen Aspekt der neuen Technologie von RSA an. Mit dem „KnowledgePulse®“ kann nicht nur der Teilnehmer selbst seinen Lernerfolg überprüfen, sondern auch der Arbeitgeber in einer Lernstatistik genau kontrollieren, wie die Mitarbeiter bei den Tests abschneiden.

Erfolgreich mit Microtrainings Es gibt allerdings bereits ein Tiroler Unternehmen, das erfolgreich mit der neuen Methode arbeitet. Die Innsbrucker Personalagentur Syncurator bietet mit einem speziellen Weiterbildungsservice Micro-Präsenztrainings und digitale Microtrainings an. „Wir haben das Prinzip von MicroLearning auf Präsenztrainings umgemünzt“, erklärt Dieter Duftner, Gesellschafter von Syncurator. Der Inhalt von Tagesseminaren wird dabei in kleine Bausteine heruntergebrochen. Die „Microtrainings“ sind kurze Lerneinheiten, die dreieinhalb Stunden dauern. Diese sind so strukturiert, dass auf kurze Theorieinputs eine Wiederholungsschleife und ein Praxistipp folgt. Die Kurse können online auf der Plattform „www.microtraining.at“ gebucht werden. Als Premiumpartner der RSA bietet Syncurator

seinen Teilnehmern auch die Möglichkeit, mittels des „KnowledgePulse®“ die Inhalte nach Abschluss des Seminars zu wiederholen. „Der KnowledgePulse kann darüber hinaus aber mit jeglichem unternehmensspezifischen Wissen befüllt werden.“

Fortbildung ohne „Schnickschnack“ Das Weiterbildungsangebot von „Syncurator“ orientiert sich an dem Konzept von Billigfluglinien. „Wir verzichten auf jeglichen Schnickschnack und konzentrieren uns auf das Wesentliche – effektive Wissensvermittlung“, erklärt Duftner. „Damit sind wir nach der Wirtschaftskrise am Puls der Zeit.“ Viele Unternehmen müssen rechnen und entscheiden sich daher nicht für teure Seminarpauschalen, sondern günstigere Alternativen. Derzeit bietet „Syncurator“ Microtrainings aus den Bereichen „People Skills“, „Personalmanagement“, „Young Professionals“ und „Social Media“ an. Prinzipiell kann das System aber auch individuell auf ein Unternehmen ausgerichtet werden und beispielsweise für den Aufbau einer Betriebsakademie verwendet werden. Seit Jänner 2010 haben laut Duftner bereits über 1.000 Teilnehmer aus ganz Österreich ein solches „Microtraining“ absolviert. „Die ersten großen Erfolge hatten wir vor allem in Ostösterreich, in Tirol bauen wir unser Angebot erst auf.“

Prof. Peter A. Bruck, Chef der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft (RSA)

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Tirol-Tag der „MicroLearning 5.0“

Dieter Duftner, Gesellschafter von Syncurator

Die Zukunft des Weiterbildungsmarktes Auch die Zukunft für den Weiterbildungsmarkt sieht Duftner positiv. „Alle wissen, dass Wissen wichtig ist und das Humankapital eines Unternehmens über eine gute oder schlechte Marktpositionierung entscheidend ist“, sagt Duftner. Allerdings wird sich der Markt für Fort- und Weiterbildungen in Zukunft sehr stark wandeln. „Wissen muss schneller zur Verfügung stehen, da vieles schon nach vier, fünf Jahren nicht mehr aktuell ist.“ Außerdem wird es immer mehr üblich sein, sämtliche modernen Medien einzusetzen. Auch das Angebot von Webinaren, also Seminaren, die über das Word Wide Web gehalten werden, wird zunehmen. Das bedeutet für Duftner allerdings nicht das Ende von Präsenzseminaren. „Das sind alles nur sinnvolle Ergänzungen. Lernen wird einfach vielfältiger sein als nur mehr im Seminarraum.“

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MikroLernen Unter dem so genannten MikroLernen (englisch microlearning) wird das Lernen in kleinen Einheiten und kurzen Schritten verstanden. Außerdem bezeichnet der Begriff im Zusammenhang mit dem MicroLearning-Tool KnowledgePulse® eine spezielle technische Realisierung aus dem Bereich des E-Learning. Dabei werden kleine Informationseinheiten und Testfragen über PC, BlackBerry, Handheld etc. von einem Server abgerufen. Die Software auf dem Server beobachtet den individuellen Lernfortschritt und passt die Fragestellungen und Fragewiederholungen an die bisher richtig oder falsch beantworteten Fragen an. Der Begriff „MikroLernen®“ ist darüber hinaus ein rechtlich geschützter Markenname und gehört der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft GmbH.

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„Mit dem Mechatronik-Studium können Absolventen unter anderem als Mitarbeiter in Industrie- und Gewerbebetrieben anspruchsvolle Aufgaben der Fertigungsund Produktionstechnik übernehmen. Sehr gut qualifiziert sind sie auch für den boomenden Bereich der Green Jobs, in denen die Mechatronik eine zunehmend größere Rolle spielt.“ Rudolf Stark, Studienleiter der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften der LFUI

Text: Barbara Hoff mann Der Begriff Mechatronik ist ein Kunstwort und wird abgeleitet von Mechanical Engineering – Electronic Engineering. Mechatronik lässt sich auch von den drei Disziplinen ableiten. Mechanik auf der einen und Elektronik auf der anderen Seite werden durch die Informatik verknüpft. Es werden also Verfahren und Techniken darunter verstanden, mit Hilfe derer Systeme und Geräte entwickelt werden, deren wesentliches Merkmal die Integration von mechanischen, elektronischen und informationsverarbeitenden Komponenten ist. Erst durch die Vernetzung dieser Komponenten erhält das Produkt seine Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Ein klassisches Beispiel ist ein Industrieroboter.

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Mechatronik: Neues Studienangebot mit vielen Vorteilen Die Fakultät für Bauingenieurwissenschaften der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFUI) und die private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik Hall (UMIT) betreten ab Herbst Neuland: Erstmals bieten in Österreich ein öffentlicher und privater Bildungsträger ein gemeinsames Studium – das Bachelorstudium Mechatronik – an. Dieses Angebot ist nicht nur eine Bereicherung für den Wissenschaftsstandort Tirol, sondern auch von Vorteil für die Wirtschaft.

Technisch ausgebildete Absolventen sind auf dem Arbeitsmarkt derzeit Mangelware. Die Implementierung des neuen Bachelorstudiums „Mechatronik“ ist daher wesentlicher Bestandteil der Technologieoffensive des Landes Tirol. Die Anzahl von technisch qualifizierten Fachkräften im Land soll erhöht werden. Mechatronik verbindet Ansätze aus den Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik zur Entwicklung von neuen Produktionsverfahren und Geräten. „Aufgrund dieser fächerübergreifenden und grundlagenorientierten Ausbildung werden sich die Absolventen nicht schwer tun, eine gute Anstellung zu finden“, ist Rudolf Stark, Studienleiter der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften der LFUI, überzeugt. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

in Wien und Graz studiert werden“, sagt Stark. „Dabei besteht aber die Gefahr, dass gut ausgebildete Absolventen nicht mehr in ihr Heimatland zurückkehren.“ Ein Ziel der Technologieoffensive des Landes Tirol ist es daher, qualifizierte technische Ausbildungen von der Lehre bis zum Doktorat in Tirol anbieten zu können. Bereits vor einem Jahr wurde ebenfalls in diesem Kontext an der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften der LFUI das Masterstudium Domotronik gestartet. „Damit wurde an unserer Fakultät neben den Bau- und Umweltingenieurwissenschaften eine weitere technische Disziplin etabliert. Aus diesem Grund strebt die Fakultät eine Umbenennung der Fakultätsbezeichnung in Fakultät für Technische Wissenschaften an“, meint Stark.

Pilotprojekt Großes Interesse an neuem Studienangebot Dementsprechend groß ist daher das Interesse am neuen Studienangebot: Anfang August gab es bereits 31 fi xe Anmeldungen. Interessenten können sich noch bis Anfang Oktober melden (Kontaktdaten siehe Infobox). Für die Tätigkeit als Ingenieurkonsulent der Mechatronik reicht das drei Jahre (6 Semester) dauernde Bachelorstudium alleine allerdings nicht aus. „Technische Ausbildungen, die eine eigenverantwortliche Berufsausübung (Ingenieurkonsulent) zum Ziel haben, verlangen ein mindestens vierjähriges Studium.“ Die UMIT hat daher bereits beim österreichischen Akkreditierungsrat den Antrag für ein weiterführendes gemeinsames Masterstudium ab 2012/2013 eingebracht.

Bereicherung für Wirtschaftsstandort Das zusätzliche Studienangebot im Bereich der technischen Disziplinen ist auch ein großer Gewinn für den Wirtschaftsstandort Tirol. „Bisher konnte Mechatronik nur an der Universität Linz sowie durch die Belegung entsprechender Kurse an den technischen Universitäten

Einzigartig ist außerdem die Zusammenarbeit von LFUI und UMIT. „Mit der Einführung des Bachelorstudiums der Mechatronik schreiben wir Geschichte, denn es ist im deutschsprachigen Raum das erste von einem privat-rechtlichen und öffentlich-rechtlichen Träger gemeinsam durchgeführte Studium“, sagt der Vizerektor der UMIT, Phillip Unterholzner.

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Bachelorstudium Mechatronik Gemeinsames Studium ab WS 2011/2012 (LFUI – UMIT) Ansprechpersonen: • LFUI/Fakultät für Bauingenieurwissenschaften: Ao. Univ.-Prof. DI Dr. Rudolf STARK • UMIT: Univ.-Prof. Dr. Christian BAUMGARTNER Allgemeine Studieninfos und Anmeldungen unter: • UMIT, Studienmanagement, Tel.: 050/8648-3817 oder lehre@umit.at • Universität Innsbruck, Fakultäten-Servicestelle Standort Technik, Tel.: 0512/507-96020 oder fss-technik@uibk.ac.at www.uibk.ac.at/fakultaeten/bauingenieurwissenschaften/ neu-an-der-fakultaet/bachelor-mechatronik.html


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Nichts ist so teuer wie keine Bildung! Sie gehen Ihren eigenen Weg: Manchmal ist das ein breiter, ruhiger Forstweg, manchmal ein steiler Steig den Berg hinauf, am Fluss entlang, durch die Stadt. So viel wissen Sie: Selten führt der direkte Weg wirklich ans Ziel – und Umwege lohnen sich fast immer. Was für die persönliche Entwicklung gilt, gilt erst recht für das berufliche Fortkommen. Karriereplanung – ein modernes Schlagwort. Der schönste Plan nützt aber nichts, wenn sich die Umstände oder die eigenen Ansprüche ändern. Oft dauert es ja auch, bis sich Interessen oder Talente entwickeln. Mag. Bernadette Wuelz, Lehrgangsleitung WIFIUniversitätslehrgang Business Manager MAS: Karriereplanung klingt einschüchternd und hat oft wenig mit der Realität zu tun. Es ist gut, Ziele zu formulieren, dabei muss man aber flexibel bleiben. Es kann viel passieren: Man verliebt sich, geht in eine andere Stadt; die Firma schickt einen ins Ausland; man übernimmt die Vertretung der Vorgesetzten. Ein Zickzackkurs – und es kommt alles anders als geplant. Der Lehrgang richtet sich an Menschen mit Berufserfahrung und wird berufsbegleitend angeboten. Wer interessiert sich für diese intensive Ausbildung? Voraussetzung für die Teilnahme ist eine fünfjährige Berufserfahrung. Branche, Alter und Geschlecht sind egal. Zu uns kommen Menschen, die viel Erfahrung in der Praxis gesammelt haben und auf diesem Weg neugierig geworden sind. Sie möchten hinter die Kulissen schauen, sich ein fundiertes Back-up für ihr Praxiswissen holen. Viele sind berufl ich in einer ent-

scheidenden Phase, werden demnächst mehr Verantwortung übernehmen oder eine Abteilung leiten.

„Persönlich finde ich es spannend, wie aus einer inhomogenen Gruppe ein Team wird – Teambildung ist ein wichtiger Teil am Beginn der Ausbildung. Außerdem ist es schön zu sehen, wie die Ausbildung den Teilnehmenden Stärke, Sicherheit und Bestätigung gibt.“

Vier Basissemester plus optional zwei weitere, viele Wochenenden, eine Diplomarbeit – das ist ein großer Brocken. Wie kann man so etwas schaffen neben Beruf und Familie? Die optimale Unterstützung der Lernenden ist uns ein großes Anliegen. Wer sich für den Lehrgang entscheidet, ist auch bereit, an sich selbst zu arbeiten. Die Bewältigung des Pensums erfordert neue Lernstrategien, die Bildung von Lerngruppen, Teamarbeit. Schon allein mit diesen Prozessen erfahren die Lernenden viel, was sie später als Führungskräfte gut gebrauchen können.

Mag. Bernadette Wuelz, Lehrgangsleitung WIFIUniversitätslehrgang Business Manager MAS

Wie akademisch ist die Ausbildung? Es handelt sich um einen Universitätslehrgang, der mit dem Titel MAS (Master of Advanced Studies) abschließt. Wer noch 2 Semester anschließt, kann den MBA erwerben. Trotzdem: Die Vortragenden verfügen bei allem theoretischen Wissen selbst über viel Praxiserfahrung. So begegnen Sie den Lernenden auf Augenhöhe. Ein traditionelles Lehrer/SchülerVerhältnis gibt es bei uns nicht.

Business Manager MAS/MBA:

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Infoabend: 28.09.2011 Lehrgangsstart: Feber 2012 Bewerbung ab sofort möglich Informationen und Anmeldung unter Tel.: 05 90905-7255, www.tirol.wifi.at oder marion.bilek@wktirol.at

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Ideen der Mitarbeiter nutzen Kaum jemand kennt ein Unternehmen so gut wie die eigenen Mitarbeiter. Sie sind daher eine gute Ideenquelle für Verbesserungen und Innovationen. Mit einem professionellen Ideenmanagement soll das Kreativpotenzial der Mitarbeiter gesteuert werden. Die Wirtschaftskammer und das Land Tirol fördern Betriebe, die ein entsprechendes System einführen wollen. Die Firma Duktus Tiroler Rohrsysteme GmbH betreibt bereits seit 2007 Ideenmanagement – mit beachtlichen Ergebnissen.

Das Ideenmanagement ist eine Methode, um das Wissen und die Erfahrung der eigenen Mitarbeiter im Sinne des Unternehmenszweckes nutzbar zu machen. „Prinzipiell ist es möglich, mit den Ideen der Mitarbeiter Produktivitätssteigerungen zu erreichen und damit seinem Unternehmen Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten“, sagt Siegfried Köck, Referent für Energie, Verkehr und Raumordnung der Wirtschaftskammer Tirol. Die Wirtschaftskammer und das Land Tirol fördern daher die Installation eines entsprechenden Systems in Tiroler Betrieben. Unternehmen können 24 Stunden Beratung erhalten. „Die Fachberater helfen dem Unternehmen abzuklären, welche Möglichkeiten es gibt, ein sinnvolles Ideenmanagement einzuführen“, erklärt Köck. Die Hälfte der Kosten für die Beratungsleistung übernehmen die Wirtschaftskammer und das Land Tirol. „Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings, dass bereits eine gewisse Unternehmenskultur vorhanden ist“, meint Köck, der als Ansprechpartner für dieses Förderprogramm fungiert.

Firma Duktus: Messbare Erfolge

Text: Barbara Hoff mann Fotos: Florian Schneider, privat

FIT – Förderung Ideenmanagement Tirol Ansprechpartner: Ing. Mag. Siegfried Köck Tel.: 0590905-1226 Fax: 0590905-1480 siegfried.koeck@wktirol.at

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Die Firma Duktus Tiroler Rohrsysteme GmbH betreibt bereits seit 2007 erfolgreiches Ideenmanagement. Dass sich die Einführung gelohnt hat, zeigen die Zahlen, die der Leiter der Personalabteilung, Dietmar Fischer, vorlegen kann. Von 1. Januar 2007 bis 31.6.2011 haben die Mitarbeiter rund 1.150 Verbesserungsvorschläge eingebracht. Der Nutzen daraus betrug rund 1,3 Millionen Euro. Die direkten Umsetzungskosten betrugen 150.000 Euro. „Die Mitarbeiter lukrierten für diese beachtliche Leistung in demselben Zeitraum rund 200.000 Euro an Prämien“, erklärt Fischer. Eine der pfiffigsten Ideen der Mitarbeiter führte beispielsweise zu einer beachtlichen Energiereduzierung. „Im Kupolofenbereich ging es um die Einsparung von Gas. Der Vorschlag des Mitarbeiters hatte ein jährliches Einsparungsvolumen von 80.000 Euro. 30 Prozent davon bekam der Mitarbeiter als Bruttoprämie.“

Ideenmanagement mit vier Elementen In dem Haller Unternehmen geht es allerdings nicht nur um Verbesserungsvorschläge. „Wir sehen das Ideenmanagement ganzheitlich. Prozess- und Produktverbesserungen und Sachkostensenkung sind genauso Ziele wie unter anderem die Förderung des Wir-Gefühls, der Mo-

Dietmar Fischer, Leiter der Personalabteilung bei Duktus Tiroler Rohrsysteme GmbH

tivation und Kreativität der Mitarbeiter sowie eine Steigerung von Sauberkeit und Ordnung auf dem Betriebsgelände.“ Das Ideenmanagement bei der Firma Duktus mit rund 185 Mitarbeitern ist daher auf vier Elementen aufgebaut. „Wir haben den so genannten Stoppschildprozess, das ist das Verbesserungsvorschlagswesen. Außerdem gibt es Kernteams, die sich mindestens einmal im Monat zusammensetzen und in Gruppenarbeit definierte Ziele abarbeiten.“ Darüber hinaus übernehmen Mitarbeiter Patenschaften für bestimmte Bereiche im Unternehmen und achten in der Funktion auf die Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit in diesem definierten Bereich. Das vierte Element ist ein Aktionstag, der einmal im Jahr stattfindet. Dabei treffen sich Mitarbeiter an einem Samstag, um gemeinsam das Betriebsgelände zu reinigen oder Verschönerungsarbeiten durchzuführen und nachher gemütlich zusammenzusitzen. „Die Teilnahme ist natürlich freiwillig, es kommen aber immer 50 bis 60 Prozent der Mitarbeiter.“ Selbst entwickelt wurde dieses System allerdings nicht von der Firma Duktus. „Wir haben uns dabei von einer Beratungsfirma unterstützen lassen. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht und ich empfehle jedem, der plant, so etwas langfristig und nachhaltig durchzuführen, speziell bei der Einführung und in der Anfangsphase externe Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagt Fischer.

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Linux Systemadministration: Dieser Kurs dringt in das Innere von Linux vor, bezieht sich aber bis auf einige Exkurse immer nur auf einen Linux‐Arbeitsplatz. Es werden die Architektur sowie einige Systemprogramme durchgenommen. Auch die Entwicklung simpler Stapelverarbeitungen (Bash‐Programmierung) wird, wenn auch kurz, behandelt.

Stabil und sicher Die Open-Source-Software Linux ist seit etwa 1992 frei verfügbar und wird von einer weltweiten Gemeinschaft von Programmierern ständig weiterentwickelt. Gerade im Serverbereich hält das äußerst stabile und sichere Betriebssystem einen hohen Marktanteil, der stetig ausgebaut wird. Das WIFI trägt dem Trend nach mehr Freiheit beim Betriebssystem mit verschiedenen Linux-Kursen Rechnung.

Linux ist ein sehr stabiles Betriebssystem, das hierzulande auf den ersten Blick eher ein Schattendasein fristet, da es meist unbemerkt zum Einsatz kommt. Vor allem im Server- und IT-Infrastrukturbereich – und hier vorrangig bei großen Servern wie Datenbank- oder Webservern – verzeichnet Linux einen Marktanteil von rund 20 %. So kann man davon ausgehen, dass z.B. der Großteil der E-Mails, die wir heutzutage verschicken, über einen Linux-Server verteilt oder weitergeleitet wird. Auch Webseiten werden häufig auf Linux-Servern zur Verfügung gestellt. Interessant ist derzeit die Entwicklung im öffentlichen Bereich, wo meist auf Grund von Einsparungsplänen Desktop-Rechner von Windows auf Linux umgestellt werden. Auch wenn der Marktanteil hier noch bei rund 1 % liegt, so wird Linux von immer mehr größeren Firmen und Institutionen – also Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen – als Alternative angesehen. Denn das Betriebssystem ist nicht nur frei verfügbar und grundsätzlich kostenlos, nicht zuletzt ob der geringen Verbreitung im Desktop-Bereich ist es auch eines der am wenigsten von Viren befallenen Betriebssysteme. Der Anwendungsbereich von Linux ist enorm und reicht vom Server über den Desktop-Rechner bis zu Mobiltelefonen oder kleineren Embedded-Devices

wie auch Modems oder Router. Dem System sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Ein bekannter Linux-Vertreter ist übrigens das Android-Betriebssystem, das aktuell auf vielen Mobiltelefonen zum Einsatz kommt. Das WIFI bietet ab Herbst entsprechende LinuxKurse für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis an. Diese Ausbildungen sind eine Investition in die Zukunft und – speziell im Fall von Linux – ebenso stabil und sicher wie das Betriebssystem selbst.

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Termine: Linux Grundlagen 08.11.2011 bis 01.12.2011 (42751011) Linux Netzwerkadministrator (LNA) 10.01.2012 bis 12.04.2012 (42756011) Linux Security Expert (LSX) 08.05.2012 bis 13.07.2012 (42757011) Linux Systemadministration 10.04.2012 bis 08.05.2012 (42752011)

Infos und Anmeldung: Angelika Margreiter Tel.: 05 90 90 5-7256 www.wifi.at/tirol

Linux Netzwerk‐ administrator (LNA): Dieser zeitlich und inhaltlich wesentlich umfangreichere Kurs (112 Trainingseinheiten) behandelt fast alle Linux‐ Themengebiete. In den ersten Einheiten wird die einfache Systemadministration durchgenommen, später auch das Zusammenspiel in heterogenen Netzwerken mit vielen unterschiedlichen Rechnern. Die Einrichtung von Netzwerkinfrastrukturdiensten auf Linux‐Rechnern sowie die Verwaltung von Serverdiensten wird ebenfalls erklärt. Grundsätzlich sind nur PC‐Administrationskenntnisse Voraussetzung, üblicherweise richtet sich der Kurs aber an Systemadministratoren von IT‐Firmen. Linux Security Expert (LSX): Die LSX-Ausbildung richtet sich an LinuxAdministratoren und ist als Fortsetzung des LNA‐Kurses gedacht. Der Kurs behandelt vor allem sicherheitsrelevante Themen. Es geht hierbei meist um das Zusammenspiel von mehreren Rechnern (nicht nur Linux) in Netzwerken bzw. die Schwachstellen, die dadurch entstehen.

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Linux Grundlagen: In diesem Kurs geht es hauptsächlich um eine einfache Installation des Systems sowie die grafische Oberfläche. Ziel ist das Kennenlernen und die Gewöhnung an Linux sowie die Verwendung von Standard‐ Anwendungsprogrammen wie Office, Mail oder Internet auf Linux‐Rechnern.


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„Menschen, die sich verändern – etwas Spannenderes gibt es kaum. Das Unternehmer-Training gibt uns am WIFI Gelegenheit, Menschen für das Thema Wirtschaft zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass Wirtschaft mit jedem zu tun hat.“ Prof. Mag. Anton Ager

Unternehmertraining am WIFI Tirol: Kurse finden laufend statt (wahlweise Abend-, Wochenend- oder Tagestermine) Informationen und Anmeldung unter Tel.: 05 90905-7255, www.tirol.wifi.at oder marion.bilek@wktirol.at

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Auf dem 10-Meter-Turm … da gibt es kein Zurück! Manche Wege im Leben muss man gehen – und es ist klug, wenn man sich gut darauf vorbereitet. Wer weiß: Vielleicht ist Wissen über wirtschaftliche Abläufe und Zusammenhänge viel spannender als ein Sprung vom Turm. Prof. Mag. Anton Ager, Leiter des WIFI-Unternehmer-Trainings, im Gespräch.

Man spricht, um beim Bild vom Turm zu bleiben, auch vom Sprung in die Selbstständigkeit. Was leistet das Unternehmer-Training in dieser Situation? Prof. Mag. Anton Ager: Wir liefern das sprichwörtliche Handwerkszeug, das künftige Unternehmer/ innen brauchen. Das Training ist ein kompakter Einstieg in die Geschäftswelt und vermittelt grundlegendes Wissen über deren Mechanismen und Abläufe. Wie schaffen Sie das mit Ihrem Team in weniger als 200 Lehreinheiten? Und wie schaffen das die Teilnehmenden? Bei der Konzeption des Kurses war es eine Herausforderung, aus den komplexen wirtschaftlichen Abläufen und Zusammenhängen das Wesentliche herauszufi ltern. Das wichtigste Kriterium war dabei die Relevanz für die Praxis. Alle, die hinausgehen, können das erworbene Wissen eins zu eins umsetzen. Das Unternehmer-Training führt zur Unternehmerprüfung. Diese ist für viele eine Voraussetzung für die Selbstständigkeit. Für wen ist der Kurs noch wertvoll? Die Teilnehmenden sind bunt gemischt: vom Tischler bis zur Taxlerin, vom Geigenbauer bis zum Uhr-

macher. Vermehrt kommen zu uns auch Menschen, die ein Studium absolviert haben, das ihnen zwar Fachwissen vermittelt, aber kein Know-how über die Geschäftswelt; Juristinnen, Diplomingenieure, Übersetzerinnen, etc. Für wen ist das Training sonst noch interessant? Die zweite große Gruppe sind Menschen, die vor einem Karrieresprung stehen und sich neben dem Fachwissen soziale Kompetenz und betriebswirtschaftliches Wissen aneignen wollen, um z.  B. eine Abteilung zu leiten. Ein Schwerpunkt im Stundenplan sind die Soft Skills, wie z. B. Kommunikationstraining, kundenorientiertes Problemlösen, effi ziente Organisation. Warum ist das so? Faktenwissen ist grundlegend, um Funktionen und Abläufe zu verstehen. Viel wichtiger aber ist, sich selbst als Teil dieser Abläufe wahrzunehmen. Wie fühlt es sich an, als Unternehmer/in aufzutreten? Welche Verantwortung ist damit verbunden? Welchen Spielraum habe ich? Uns ist wichtig, dass die Teilnehmenden das Training als „Sicherheitsnetz“ sehen, ob beim Sprung auf der Karriereleiter oder in die Selbstständigkeit.

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Ständig auf der Suche. Das AMS Tirol vermittelt Menschen und Werte. Das Service für Unternehmen unterstützt Arbeitsuchende bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz sowie Arbeitgeber bei der Einstellung geeigneten Personals. Und es legt Wert auf Prinzipien wie Gleichstellung, ältere MitarbeiterInnen und green jobs. Gutes Personal würden Sie vielleicht auch selbst finden, doch dann sollten Sie sich in den nächsten Wochen nichts anderes vornehmen. Denn die Personalsuche und das Finden eines passenden Mitarbeiters – das wissen Personalverantwortliche in den Unternehmen nur zu gut – gestalten sich immer schwieriger und sind mit einem ernormen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Das AMS Tirol ist ein Personaldienstleistungs-Unternehmen und definiert als oberstes Ziel die Zusammenführung von Unternehmen und Arbeitsuchenden. „Wir wollen die richtigen MitarbeiterInnen zu den richtigen Unternehmen bringen“, betont Dr. Karin Klocker. „Werte wie Professionalität, Qualität und Seriosität sind dabei für uns nicht nur Schlagwörter, sondern wesentlicher Bestandteil unserer Dienstleistungsphilosophie.“

Professionelle Beratung für Betriebe Die „Flexibilitätsberatung für Betriebe“ (FBB), die von ÖSB Consulting und Deloitte Human Capital im Auftrag des AMS Tirol durchgeführt wird, unter-

stützt Unternehmen mit mehr als 50 MitarbeiterInnen bei der Bewältigung des wirtschaftlichen Strukturwandels. Hierbei kann es sich um Themenstellungen wie Bindung von Schlüsselarbeitskräften, Qualifi kation von MitarbeiterInnen, optimale Gestaltung von Arbeitszeitmodellen, Umgang mit Nachfrage- oder Absatzschwankungen und -rückgängen sowie eine Reihe weiterer personalwirtschaftlicher Fragestellungen handeln. „Ziel ist es, Themen aufs Tapet zu bringen, mit denen sich Betriebe sonst nicht in erster Linie beschäftigen“, so Dr. Karin Klocker. Solche Themen können etwa Mobilität, Arbeitszeit, Diversity Management oder Productive Ageing sein. Die topBeratung dagegen ist ein Angebot des AMS Tirol für Tiroler Unternehmen mit bis zu 50 MitarbeiterInnen und unterstützt die Betriebe in Form von Beratungsimpulsen bei der Planung und Umsetzung von Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen. Mit der Durchführung wurde die P&K Unternehmensberatung GmbH betraut. „Für das AMS Tirol“, so Dr. Karin Klocker, „sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens kein Produktionsgut, keine Ware, ganz im Gegenteil. Neben der fachlichen Qualifi kation sind für uns soziale Kompetenzen und das ehrliche Interesse am Menschen wichtig.“

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Foto: Betty Trubacova

Besuchen Sie auch unsere Homepage: www.ams.at/tirol und www.arbeitszimmer.cc

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www.facebook.com/econova.at

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eco.nova.at Umfrage auf facebook Das Wichtigste zuerst: Danke an alle facebook-Freunde fĂźr die zahlreiche Teilnahme an unserer Umfrage zum Thema SonntagsĂśffnung! 297 Stimmen wurden abgegeben (Stand 26.08.) und sogar noch eigene Antworten dazugefĂźgt. Die Umfrageergebnisse sind auf Seite 32 beim Leitartikel nachzulesen.

eco.nova.at Aktuelle Videos auf facebook Zum ersten Mal haben wir auch ein aktuelles Video einer Pressekonferenz in der Wirtschaftskammer auf facebook gepostet â&#x20AC;&#x201C; mit 1.837 Impressionen. Wir bleiben dran am Medium Film.

eco.nova.at Zu Besuch bei Lamborghini ... Unser Autospezialist Bruno KĂśnig besuchte fĂźr eco.nova die Traumfabrik des Autobaus im italienischen Santâ&#x20AC;&#x2DC;Agata Bolognese. Genau â&#x20AC;&#x201C; zu Gast bei Lamborghini! Lesen Sie nach, was von der kompromisslosen SchĂśnheit des neuen Kampfstiers Aventador zu halten ist ... eco.nova.at eco goes Ăśko eco.nova goes Ă&#x2013;KO Energie Tirol: Wir haben umgestellt - auf 100% Ă&#x2013;kostrom, dank Ă&#x2013;KO Energie Tirol! Mehr zum Thema auch in der grĂźnen Ausgabe â&#x20AC;&#x17E;GrĂźn ist die Hoffnungâ&#x20AC;&#x153;. eco.nova.at In der â&#x20AC;&#x17E;GrĂźnen Ausgabeâ&#x20AC;&#x153; schmĂśkern Sie halten die aktuelle Wirtschaftsausgabe vom September in der Hand. Was heiĂ&#x;t das? Dass unsere â&#x20AC;&#x17E;GrĂźne Ausgabeâ&#x20AC;&#x153; auf facebook zum Online-SchmĂśkern verĂśffentlicht ist. Und sollten Sie noch einen Artikel aus einer noch frĂźheren Ausgabe nachlesen wollen, ďŹ nden Sie diesen auf unserer Website! eco.nova.at zum Kommentieren Nutzen Sie unsere facebook-Seite, um uns Ihr Feedback zu schreiben. Der neue Leserbrief heiĂ&#x;t â&#x20AC;&#x17E;Pinnwandeintragâ&#x20AC;&#x153;! Wir sind gespannt! eco.nova.at

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eco.nova.at grĂźĂ&#x;t seine 833 facebook-Freunde von Ă&#x2013;sterreich bis nach Neuseeland 13 â&#x20AC;&#x201C; 17 J. 18 â&#x20AC;&#x201C; 24 J. 25 â&#x20AC;&#x201C; 34 J. 35 â&#x20AC;&#x201C; 44 J. 45 â&#x20AC;&#x201C; 54 J. weiblich (45 %) 0,97 % 5,6 % 15 % 16 % 6% männlich (55 %) 0,97 % 5,3 % 14 % 19 % 8,7 %

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Was macht ein Krankenhaus bei Facebook? Eigentlich ist es im ersten Moment schon ein ungewĂśhnlicher Gedanke, wenn sich ein groĂ&#x;es medizinisches Kompetenzzentrum in Facebook präsentieren will. Spricht man allerdings mit den Verantwortlichen, dann erkennt selbst der grĂśĂ&#x;te Facebook-Verweigerer die Ansätze der Tiroler â&#x20AC;&#x17E;Krankenhaus-Holdingâ&#x20AC;&#x153; TILAK. Von Informationsvermittlung Ăźber Unterhaltung bis zum Unternehmensimage reichen die Themen, welche in diesem Medium produktiv positioniert werden kĂśnnen. Facebook ist längst kein reines Instrument mehr, um beim Konsumenten â&#x20AC;&#x17E;SchĂśnwetterâ&#x20AC;&#x153; zu machen. Auch im B2B-Bereich ist das soziale Netzwerk nicht mehr wegzudenken und erzielt durchaus handfeste Ergebnisse, wie sich bei der kĂźrzlich in MĂźnchen stattgefundenen Social Media Conference 2011 zeigte. Das weltweit tätige Unternehmen ABB, beispielsweise, hat im Facebookauftritt seine Mitarbeiter in den Mittelpunkt gestellt. â&#x20AC;&#x17E;ABB informiert nicht nur Mitarbeiter und deren AngehĂśrige Ăźber News und Highlights im Unternehmen, sondern auch deren Freundeâ&#x20AC;&#x153;, so Caroline Holzknecht von ICA. Durch diese â&#x20AC;&#x17E;digitale Mundpropagandaâ&#x20AC;&#x153; werden wiederum Mitarbeiter rekrutiert und neue Lieferanten gewonnen. Ganz abgesehen vom weltweiten Imagegewinn des Unternehmens.

11 % Umsatzsteigerung in den eigenen Real-Geschäften Ein weiteres Beispiel ist das Modegeschäft Lodenfrey in MĂźnchen, hier wurde durch den Onlineshop und Social-MediaMarketing der klassische Umsatz um 11 % gesteigert. Ein klassischer Fall von â&#x20AC;&#x17E;Online-Schaufenster-Bummelnâ&#x20AC;&#x153;. Caroline Holzknecht, Projektleiterin, ICA

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Aber seit einigen Wochen hat Facebook Konkurrenz bekommen. â&#x20AC;&#x17E;Mit Google Plus wird der nächste groĂ&#x;e Schritt in Social-Media-Marketing stattfindenâ&#x20AC;&#x153;, ist Elmar Frischmann von der Werbeagentur ICC Ăźberzeugt, â&#x20AC;&#x17E;da kommt auch kein modernes Unternehmen in Tirol mehr drum herum.â&#x20AC;&#x153;

â&#x20AC;&#x17E;Auch medizinische Dienstleister kĂśnnen von Social Media profitieren und mĂźssen sich dort engagieren. Wir versuchen auĂ&#x;erdem unseren Usern einen kleinen â&#x20AC;&#x161;Blick hinter die Kulissenâ&#x20AC;&#x2DC; der TILAK zu ermĂśglichen.â&#x20AC;&#x153; Michael Gehrer


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Im Auge des Hurrikans Haben Sie schon einmal eine Veranstaltung geplant? Einen Film gedreht? Oder ein Haus gebaut? Sie haben damit erste Erfahrungen im Projektmanagement gesammelt. Wenn nein: Probieren Sie es aus! Es macht SpaĂ&#x;, die Fäden in der Hand zu halten. Noch mehr SpaĂ&#x; macht es allerdings, wenn man das nĂśtige Know-how besitzt.

Projektmanagement hat zwei Seiten: eine â&#x20AC;&#x17E;technischeâ&#x20AC;&#x153; und eine â&#x20AC;&#x17E;menschlicheâ&#x20AC;&#x153;. Welche ist schwerer zu bewältigen? Dass man in die technische Seite investieren muss, bezweifelt niemand. Die kompliziertesten Aufgaben kann man mit genug Zeit und Grips lĂśsen. Interessant wird es aber wie immer, wenn es â&#x20AC;&#x17E;menscheltâ&#x20AC;&#x153;. Logischerweise sucht man sich fĂźr ein Projekt die Personen â&#x20AC;&#x201C; ob in einem Unternehmen oder auĂ&#x;erhalb â&#x20AC;&#x201C;, die die besten Qualifi kationen besitzen. Das ist richtig â&#x20AC;&#x201C; und das ist falsch! Wie wichtig die menschliche Seite ist, wenn man ein Projekt managen muss, wird oft Ăźbersehen. Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Mediation, FĂźhrung und Rhetorik sowie mentale Fitness und eine reflektierte PersĂśnlichkeit sind wichtig dafĂźr. Schlussendlich geht es immer um die Beziehungsqualität.

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Vor allem im berufl ichen Kontext kann man sich nicht nur auf angeborene Talente und Fähigkeiten verlassen. In einem Unternehmen gibt es viele hochkomplexe Aufgaben. Als KĂśnigsdisziplin bezeichnet Mag. (FH) Gunther Redondo vom Referat fĂźr Management und PersĂśnlichkeitsentwicklung am WIFI aber das Projektmanagement. Warum? Mag. (FH) Gunther Redondo, WIFI-Produktmanager: Nehmen wir als Beispiel den Zusammenschluss von zwei Unternehmen, also ein Projekt von groĂ&#x;er Tragweite fĂźr alle Beteiligten. Von der Entscheidung bis zum reibungslosen Funktionieren ist der Weg weit. Wer dieses Projekt managt, sitzt wirklich im Auge des Hurrikans. Rundherum wirbelt alles durcheinander: Verschiedene Unternehmenskulturen prallen aufeinander, Kundenlisten, Zahlungskonditionen, Arbeitsverträge mĂźssen harmonisiert werden und so weiter.

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4LKPH[PVU Am WIFI Tirol wird eine breite Palette an Ausbildungen angeboten, die fßr das Management von komplexen Projekten wichtig sind. Wie wähle ich aus dieser Fßlle die Kurse oder Lehrgänge aus, die ich gerade brauche? Wer im Beruf steht, hat wenig Zeit; deshalb ist es wichtig, ein individuelles Ausbildungsprogramm zusammenzustellen, am besten bei einer persÜnlichen Beratung. Dann kann man die Hebel dort ansetzen, wo es Not tut, und die investierte Zeit rechnet sich unmittelbar.

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â&#x20AC;&#x17E;Individueller als am WIFI kann ein Ausbildungsweg nicht sein. Gemeinsam schauen wir uns an, wo bereits hohe Kompetenzen vorhanden sind und wo man dazulernen kann. Abgestimmt auf die WĂźnsche und BedĂźrfnisse stellen wir ein Kursprogramm zusammen: Vorträge, Wochenendveranstaltungen, Semesterkurse oder Lehrgänge â&#x20AC;&#x201C; je nach Ressourcen.â&#x20AC;&#x153; Mag. (FH) Gunther Redondo

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HĂślzerner Berufsweg = sichere Berufsaussichten Die Forst- und Holzwirtschaft entwickelt sich seit Jahren sehr gut â&#x20AC;&#x201C; nicht umsonst ist sie der zweitwichtigste Aktivposten in der Ăśsterreichischen AuĂ&#x;enhandelsbilanz. Der Holzbau beispielsweise hat in Tirol durch technologische Entwicklungen und Forschungsarbeit einen hohen Stellenwert und seine Marktanteile in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Im Einfamilienhausbereich werden in Ă&#x2013;sterreich deutlich Ăźber 30 % der Bauwerke in Holzbauweise errichtet. FĂźr die Produktion und Verarbeitung der vielfältigen Holzwerkstoffe ist es wichtig, qualifiziertes Personal zur VerfĂźgung zu haben. Von der Holzschlägerung Ăźber die Verarbeitung in den Sägewerken bis hin zur Herstellung von Finalprodukten im Zimmerei- und Tischlereibereich bieten sich vielfältige BerufsmĂśglichkeiten an. Nach erfolgreicher Lehre in einem holzverarbeitenden Betrieb ergeben sich zahlreiche Aufstiegschancen. Die Forst- und Holzwirtschaft ist geprägt von ihrer Tradition, aber auch von den Innovationen und technischen Errungenschaften der letzten Jahre. Der Berufsweg in der Holzbranche bedeutet aufgrund der weiterhin steigenden Holzverwendung auch sichere Berufsaussichten.

H.o.T â&#x20AC;&#x201C; der mobile Holzbau tourt mit Holzfachberatung durch Tirol. Beim Auftritt im September kann eine Ballonfahrt gewonnen werden. Bildnachweis: Arminia; Copyright: Archiv Wolfgang Nairz; Fotomontage: proHolz Tirol

Kostenlose, firmenneutrale Holzfachberatung erhalten Sie bei proHolz Tirol unter www.holzinformation.at oder von 10. bzw. 12. â&#x20AC;&#x201C; 15. September 2011 am Sparkassenplatz in Innsbruck. Eine Ballonfahrt winkt als Preis eines Gewinnspiels.

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Der Holzfachberater von proHolz Tirol, DI Stephan Simonek, informiert Sie gerne am 10. September sowie von 12. bis 15. September 2011 von 9 bis 17 Uhr am Sparkassenplatz in Innsbruck kostenlos zu allen Fragen rund ums Holz und auch zu den vielfältigen AusbildungsmĂśglichkeiten im Bereich Forst und Holz. Der Auftritt findet in Kooperation mit der Tiroler Sparkasse statt. â&#x20AC;&#x17E;Die holzfachlichen AusbildungsmĂśglichkeiten in Tirol sind äuĂ&#x;erst vielfältig. Diese reichen von der forstwirtschaftlichen Ausbildung Ăźber die Industrie und das Handwerk (z.B. Lehre als Zimmerer oder Tischler) sowie die hĂśherbildenden technischen Lehranstalten bis zur universitären Ausbildung am Holzbaulehrstuhl an der Universität Innsbruckâ&#x20AC;&#x153;, so proHolz-Tirol-GeschäftsfĂźhrer DI RĂźdiger Lex.

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Li.: Mag. Christian Marzi, ubcm Unternehmensberatung Re.: Prof. (FH) DI Markus Zeilinger, FH Oberösterreich (Hagenberg)

Expertentreff beim IT-Kongress Datensicherheit am 20. Oktober 2011 IT-Sicherheit ist aktueller denn je, denn fast täglich werden in den Medien neue IT-Bedrohungsszenarien skizziert, die Unternehmen und insbesondere deren Kunden verunsichern. Am BFI Tirol referieren dazu internationale Experten zu brandaktuellen Themen wie Cloud Computing, Social Media oder Intrusion Prevention.

Seit Jahren wird am BFI Tirol dem Thema Datenschutz und IT-Sicherheit ein großer Stellenwert eingeräumt. Der jährliche IT-Kongress Datensicherheit hat sich mit hochkarätigen Referenten und aktuellen Themen als gefragter Expertentreff etabliert. Denn die Vorteile technischer Neuerungen, globaler Vernetzung und einer ständigen Zugriffsmöglichkeit auf Daten stehen steigenden Gefahren von virtuellen Angriffen und Datenmissbrauch gegenüber.

Größter IT-Kongress in Westösterreich Die Sicherheit von IT-Infrastrukturen erfordert deshalb absolute Zuverlässigkeit und aktuelle Fachkompetenz. Da es vor allem in der IT-Branche laufend zu

wegweisenden Neuerungen kommt, lädt das BFI Tirol jeden Herbst zahlreiche namhafte IT-Spezialisten und Fachleute ein, um konkrete Problemfälle, Thematiken und Lösungen vorzustellen und zu diskutieren. Dieses Jahr mit dabei sind Klaus J. Lindtner, Siemens IT Solutions and Services GmbH, Markus Coll, mils electronic, Mag. Christian Marzi, ubcm Unternehmensberatung, Prof. (FH) DI Markus Zeilinger, FH Oberösterreich, DI Thomas Thaler, UrlaubUrlaub.at, Dipl.-Inform. Frank Bieser, Herold Business Data. Im Mittelpunkt stehen jedes Jahr rechtliche, technische und unternehmenspolitische Fragestellungen – heuer stehen besonders die Themen Cloud Computing und Intrusion Prevention im Vordergrund.

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Die Entertainment-Highlights in Tirol! Volleyball EM Herren 10. - 12. Sept. 2011 Olympiahalle

DJ Carl Cox 25. Oktober 2011 Olympiahalle

Bob Dylan & Mark Knopfler 8. November 2011 Olympiahalle

Li.: DI Thomas Thaler, UrlaubUrlaub.at Vermarktungsgesellschaft mbH Re.: Dipl.-Inform. Frank Bieser, Herold Business Data

JUFF Spielemesse 25. - 27. Nov. 2011 Olympiahalle

Informieren Sie sich über die Details und Anmeldung bei Ing. Mag. Andreas Leitner, Tel.: 0512/59 6 60-838 andreas.leitner@bfi-tirol.at BFI Tirol, Ing.-Etzel-Str. 7, 6010 Innsbruck www.bfi-tirol.at

sports. business. entertainment.

STS 10. Dezember 2011 Olympiahalle

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Olympia Sport- und Veranstaltungszentrum Innsbruck GmbH Olympiastraße 10 6020 Innsbruck Tel.: +43 (0)512 33838 Fax: +43 (0)512 33838-200 Email: marketing@olympiaworld.at

www.olympiaworld.at

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Li.: Klaus J. Lindtner, Siemens IT Solutions and Service GmbH Re.: Marcus Coll, mils electronic


Finanzieren & Versichern

Internetboom 2.0 Der darwinistische Überlebenskampf zu Beginn des Jahrtausends scheint in die nächste Runde zu gehen. Objekt der Begierde: die sozialen Netzwerke. Für die alten Tech-Dinos wird es aufgrund ihrer Größe immer schwieriger, zu wachsen und die Investoren zu begeistern. Außerdem haben die „Alten“ aus der Vergangenheit gelernt: Wachstum um jeden Preis kann durchaus mehr Schaden als Nutzen erzeugen. Dies hat viele IT-Unternehmen auch dazu veranlasst, ihre Kassen für schlechtere Zeiten aufzustocken. Und so drängen nun die jungen Wilden ins Rampenlicht – allen voran Marc Zuckerbergs Facebook. Sein Konzern wurde Anfang des Jahres von Goldman Sachs auf 50 Mrd. US-Dollar taxiert, bis zum Börsengang 2014 soll der Wert auf 100 Mrd. US-Dollar anwachsen. Doch das Platzhirsch-Dasein muss kein Selbstläufer sein, wie bekannte Beispiele zeigen. So zeigt etwa Microsoft in den letzten Jahrzehnten beständig gute Leistungen. Bill Gates leistete sich bis jetzt nur wenige Ausrutscher, der Kurs klebt dennoch fest. Zum Ende des Jahrtausends suchte man Google noch mit Yahoo. Heute sucht man nicht mehr im Internet, heute „googelt“ man, wenn man Infos aus dem WWW braucht. Google hat den Markt momentan fest im Griff, doch die Datenkrake sollte sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, wie der Fall AOL zeigt. Auf dem Höhepunkt seiner Popularität in der ersten Hälfte der 2000er-Jahre war AOL mit über 30 Mio. Kunden weltweit größter Internetanbieter. Dabei waren die Amerikaner sogar derart erfolgreich, dass sie sich das Traditionshaus Time Warner per Aktientausch einverleiben konnten. Doch mit der platzenden DotCom-Blase lösten sich schlagartig auch die weiteren Expansionsträume in Luft auf – und schlimmer noch. Nach Abschreibungen und Wertberichtigungen wies der Konzern 2002 einen Verlust von 99 Mrd. US-Dollar aus. Im folgenden Jahr wurde AOL aus dem Konzernnamen gestrichen und die Konkurrenz war am 2000er-Internetstar vorbeigezogen. Das Internet ist extrem schnelllebig und nur wenige Unternehmen haben es bis jetzt geschaff t, sich im gesellschaftlichen Alltag zu etablieren und fester Bestandteil der Netzgemeinschaft zu werden. Pioniere im Internet, denen dieses Kunststück gelungen ist, sind Amazon und Ebay, deren Geschäftsmodelle sich schon seit Jahren am Markt bewähren. Was die sozialen Netzwerke dennoch so sexy macht? Mit 700.000.000 Nutzern pro Monat hat Facebook mehr als doppelt so viele Mitglieder als die USA Einwohner. Facebook sammelt deren Daten akribisch und ist dadurch besonders wertvoll – nicht nur für die Werbebranche. Doch die (junge) Internetgeschichte lehrt uns: Extreme Wachstumsphasen sind nur schwerlich zu halten. Social Networks sind momentan in erster Linie werbefinanziert. Der nächste Schritt wird die Spreu vom Weizen trennen, wenn es heißt, kostenpfl ichtige Mehrwertdienste an den Mann zu bringen. Und wie erwähnt: Prall gefüllte Kriegskassen stehen bei den Tech-Dinos für die Akquisition von neuen Kunden aus dem Netz bereit. Anstatt also auf einen Lucky Punch zu hoffen, sollten Anleger nach wie vor auf eine gute Diversifikation setzen, um dem finanziellen Knock-out zu entgehen. Quelle: Schoellerbank Analysebrief, Ausgabe 185

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Schoellerbank zum Frühstück Schoellerbank goes iPhone. Die Nutzer der neuen App (kostenlos im iTunes-Store downloadbar) haben bereits beim Morgenkaffee Zugriff auf die „Frühindikatoren“ der Schoellerbank, deren Experten das Börsengeschehen über Nacht zusammenfassen und die Themen des folgenden Tages aufgreifen. Marktkommentare, Wochenrückblick und Shortcut zum Online-Banking inklusive. Kunden der Schoellerbank erhalten zudem ein erweitertes Premium-Service, das den direkten Zugriff auf die Research-Abteiltungen gewährt. Den Zugangscode gibt‘s nebst weiterer Infos beim persönlichen Berater.

Guter Start Wie in den vergangenen Jahren gelang der BTV auch im ersten Halbjahr 2011 ein überraschungsfreies positives Ergebnis. Den guten Kurs der BTV bestätigt auch eine aktuelle Studie im Financial-Times-Fachmagazin „The Banker“, die die 1.000 größten Banken der Welt in Bezug auf deren Eigenkapital untersuchte. Die BTV konnte sich dabei als einziges Institut Österreichs im Ranking verbessern – und dies ohne Staatshilfe. www.btv.at BTV-Kennzahlen

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Veränd. in %

Kernkapitalquote Bilanzsumme Forderungen an Kunden

10 % 9,04 Mrd. 6,06 Mrd.

10,4 % 8,89 Mrd. 5,94 Mrd.

–0,4 +1,8 +2,0

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Veränd. in %

Zinsüberschuss Risikovorsorgen im Kreditgeschäft Überschuss nach Steuern Cost-Income-Ratio

80,8 Mio. 19,1 Mio. 31,6 Mio. 44,7 %

74,9 Mio. 16,2 Mio. 27,5 Mio 44,9 %

+7,8 +18,0 +14,9 –0,2

„Mit unseren länderübergreifenden Finanzlösungen und Netzwerken bieten wir mittelständischen, exportorientierten Firmenkunden eine ideale Unterstützung bei ihren Aktivitäten. Ganzheitliches, vernetztes Denken und Handeln macht sich einfach bezahlt. Der Wachstumsmotor im Privatkundensegment ist und bleibt, wie schon in den vergangenen Jahren, die erfolgreiche Vermögensverwaltung für anspruchsvolle Privatkunden.“ BTV-Vorstandssprecher Peter Gaugg


experten.tipp

Österreich mag seinen Schilling offensichtlich

Immer noch belaufen sich die ruhenden Schillingbestände österreichweit auf 8,93 Mrd. Schilling (= 648,7 Mio. Euro) – vom 1-Groschen-Stück bis hin zu 5.000-Schilling-Scheinen, von denen noch 132.511 Stück in der OeNB vermisst werden. Auch wenn einiges an Geld im Ausland sein dürfte, etwa durch Touristen, die es in ihr Land mitgenommen und nie umgetauscht haben, Münzen da und dort eingeschmolzen oder anderwertig verwendet wurden („Einige haben uns schon berichtet, dass sie 10 Groschen als Beilagscheiben-Ersatz verwendet haben, weil dies billiger ist als eine Beilagscheibe aus dem Baumarkt“, so Armin Schneider, OeNB-Regionaldirektor Tirol) oder manches Geld vernichtet oder verbrannt wurde, so dürfte der Großteil hier im Lande bunkern. Aktuell werden allein in Tirol jährlich zwischen 20 und 30 Mio. Schilling umgetauscht – größere Beträge stammen dabei oft aus Nachlässen, da vor allem ältere Leute ihren Schilling-Notgroschen zu Hause gehortet haben. Und es gibt nichts, das es nicht gibt. Schneider: „Hätten Sie schon einmal 23.000 Schilling im Waschpulverbehäter gesucht oder einen Vorhang diesbezüglich inspiziert? In letzteren hatte eine Dame ihren Notgroschen eingearbeitet.“ Weitere kuriose Fundorte (als Anreiz zum Selber-Suchen?), die genauen Schilling-Umlaufzahlen sowie Infos zum Geldwechsel finden Sie unter www.oenb.at.

Schilling-Banknoten und -Münzen können unbegrenzt bei der OeNB in Euro umgetauscht werden. Ausnahme: Der 500-Schilling-Schein „Otto Wagner“ und der 1.000-Schilling-Schein „Erwin Schrödinger“, die bereits vor der Euro-Einführung ihre gesetzliche Zahlungskraft verloren haben. Deren Umtauschfrist endet am 20. April 2018. Per 31. Juli 2011 sind davon noch unglaubliche 687.777 bzw. 1.268.385 Stück im Umlauf.

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Krankenversicherung 60% aller Anträge auf eine private Krankenversicherung werden abgelehnt. Das ergab eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer in Wien. Vorerkrankungen werden oft als Ausrede für hohe Zuschläge oder sogar Ausschlüsse genommen. Mehr Grund dafür, sich früh genug Gedanken um seine Gesundheit zu machen. Solange man einer regelmäßigen Arbeit nachgeht oder mit Eltern oder Partner mitversichert ist, ist man als Österreicher durch die gesetzliche Krankenversicherung geschützt. Doch auch diese kann nicht alle krankheitsbedingten Kosten abdecken. Sollten Sie also zu Allergien, Übergewicht oder genetischen Krankheiten neigen, empfiehlt es sich eine private Krankenversicherung abzuschließen. Diese deckt zusätzlich die Kosten für ein Einzelzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt, Zahn- und Kieferregulierungen, Impfstoffe, Brillen oder Kurbehandlungen. Bei privaten Krankenversicherungen spielen jedoch Alter, Geschlecht und gesundheitliche Vorgeschichte eine sehr große Rolle. So werden Frauen aufgrund des Geburtsrisikos im Alter von 18 bis 40 Jahren höher eingestuft als Männer. Auch als Jugendlicher hat man bessere Karten. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich schon früh Gedanken über eine Zusatzversicherung zu machen, um einerseits von Anfang an versichert zu sein und andererseits um die Prämien niedrig halten zu können. Der Vorteil der Krankenversicherung ist nämlich, dass sie der Versicherer von sich aus nicht mehr kündigen kann (außer Sie haben etwas verheimlicht oder die Prämie nicht gezahlt). Außerdem können Sie diese Versicherung zur Gänze von der Steuer absetzen. Sie sollten aber nicht nur die Prämie, sondern auch die Leistungen ins Auge fassen. Ihr Versicherungsmakler hilft Ihnen einen Weg aus dem Labyrinth der privaten Krankenversicherungen zu finden.

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Man mag vom Euro halten, was man will. Fakt ist: Er hat vor mittlerweile mehr als 9 Jahren den guten, alten Schilling abgelöst. Manch einer hat sich ein paar Scheinchen und Münzen als Erinnerung (oder in der Hoff nung, er möge zurückkommen) auf behalten. Der Eurobus und die Statistik der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zeigen noch ein anderes Bild: Dass viele Österreicher noch auf Schillingen hocken und es oftmals gar nicht wissen. Ende Juli hat der Euro-Bus der OenNB zum 10. Mal Station in Innsbruck gemacht, insgesamt 394 Kundenkontakte verzeichnet und wieder rund 167.700 Schilling in Euro gewechselt.


Wie Ratingagenturen die Krise verschärfen Die großen drei amerikanischen Ratingagenturen Standard & Poors (S&P), Moody‘s und Fitch bestimmen Zinsniveaus und internationale Kapitalflüsse. Ihre Downgrades von Ländern der Eurozone sowie am 5. August das Downgrade der USA haben an den Finanzmärkten zu massiven Turbulenzen geführt – und dies obwohl Zuverlässigkeit und Objektivität ihrer Urteile höchst umstritten sind.

Text: Michael Kordovsky

In den vergangenen 18 Monaten haben eine Reihe von Downgrades der Euroländer Portugal, Irland, Griechenland und Spanien die Finanzmärkte in Angst und Schrecken versetzt. Die Folge waren steigende Umlaufrenditen und fallende Kurse bei den Staatsanleihen krisengeschüttelter Euroländer sowie zwischenzeitliche Turbulenzen an den Aktienmärkten.

Daumenschrauben Kaum hat der Downgrade-Reigen so richtig eingesetzt, wurde ein Hilfspaket nach dem anderen geschnürt und die am 10. Mai 2010 von IWF, EU-Kommission und den Euroländern bereitgestellten 750 Milliarden (davon 440 Milliarden durch den EuroStabilitätsfonds, EFSF) drohen bald nicht mehr auszureichen. Mittlerweile wurden Griechenland, Irland und Portugal mit Hilfen in Höhe von jeweils 110, 85 bzw. 78 Milliarden Euro noch im letzten Moment vor einem Staatsbankrott bewahrt. Doch weitere Rating-Downgrades und drohende Liquiditätsengpässe gefährdeter Euroländer, insbesondere Griechenlands, erforderten noch radikalere Rettungsmaßnahmen und so beschloss der Krisengipfel vom 21. Juli 2011 für Griechenland im Zeitraum von 2011 bis 2014 ein weiteres Hilfspaket in Höhe von 159 Milliarden Euro, das zu jeweils 73, 36 bzw. 50 Milliarden Euro vom EFSF, dem IWF und privaten Gläubigern (Banken und Versicherungen) getragen wird. Letztere nehmen im Zuge eines Anleihentausches einen Abschlag von 21 Prozent auf den Gegenwartswert und eine

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Verlängerung der Laufzeiten auf 15 bis 30 Jahre hin, was von der Ratingagentur Fitch de facto als teilweiser Zahlungsausfall betrachtet wird. Damit die EZB griechische Staatsanleihen weiterhin als Sicherheiten anerkennt, müssen deshalb die Euroländer mit 35 Milliarden Euro garantieren. Darüber hinaus soll die ESFS bereits zwischenzeitlich zur Beruhigung des Bondmarktes Staatsanleihen von Ländern aufkaufen können, worüber jedoch die einzelnen nationalen Parlamente der Euroländer zu entscheiden haben. In der Zwischenzeit übernimmt die EZB diese Funktion – und dies vor allem im Vorfeld eines drohenden Rating-Downgrades Italiens und Spaniens durch die Ratingagentur Moody‘s. Bemerkenswert ist dabei, dass dieser schnelle Entschluss kurz nach der Herabstufung der USA von AAA auf AA+ durch die Ratingagentur S&P gefasst wurde (Wochenende 6./7. August). Das erste Anleihenkauf-Programm hat die EZB im Zuge der begonnenen Rating-Downgrade-Welle im Mai 2010 beschlossen. Bis März 2011 wurden für 74 Milliarden Euro Anleihen der Problemländer Griechenland, Portugal und Irland gekauft. Danach folgte eine 18 Wochen lange Pause, ehe binnen einer Woche für weitere 22 Milliarden Euro Anleihen aus Euro-Ländern, insbesondere Spanien und Italien, gekauft wurden. An diesen Entwicklungen erkennt man, wie der Druck der Ratingagenturen Staaten und Notenbanken unter Zugzwang setzt.


Die Downgrade-Spirale dreht sich weiter Rating/Ausblick 06.05.2010 S&P

Moody‘s

Rating/Ausblick 15.08.2011 Rendite Staatsanleihen LZ 10 J.

Fitch

S&P

Moody‘s

Fitch

per 28.04.2010

Rendite Staatsanleihen LZ 10 J. per 10.08.2011

Griechenland

BB+/neg

A3/neg

BBB–/neg

9,76 %

CC/neg

Ca/developing

CCC/RD*

Irland

AA/neg

Aa1/neg

AA+/stabil

5,54 %

BBB+/stabil

Ba1/neg

BBB+/neg

7,89 %

Portugal

A–/neg

AA2/neg

AA–/neg

5,52 %

BBB–/neg

Ba2/neg

BBB–/neg

10,11 %

A+/stabil

AA2/stabil

AA–/stabil

4,08 %

A+/neg

Aa2/neg

AA–/stabil

5,09 %

AA/neg

Aaa/stabil

AAA/stabil

4,11 %

AA/neg

Aa2/neg

AA+/neg

5,02 %

Italien Spanien

14,81 %

* vorübergehend Zusatz „Restricted Default“, „Beschränkter Zahlungsausfall“ angekündigt Quellen: Economist, Ratingagenturen u. div. Pressemeldungen

Gedrosseltes Wirtschaftswachstum Unter dem zunehmenden Druck der Ratingagenturen kommt es neben den für die verbleibenden stabilen Euroländer, insbesondere Deutschland, Österreich, Niederlande, Luxemburg und Finnland, höheren Ausgaben für Rettungspakete, im Zuge radikaler Sparmaßnahmen der krisengeschüttelten Länder zu starken Einbußen des Wirtschaftswachstums. Diese führen zu niedrigeren Steuereinnahmen und erhöhen das Risiko weiterer Downgrades, die langfristig höhere Zinsaufwendungen an den Kapitalmärkten zur Folge haben und die Staatshaushalte noch zusätzlich belasten. So kostet beispielsweise Italien ein Anstieg der Finanzierungskosten um einen Prozentpunkt, angesichts einer Staatsschuldenquote von 120 Prozent des BIP, einen zusätzlichen Aufwand von 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die Macht der Ratingagenturen

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Innerhalb von weniger als 1 ½ Jahren haben sich die Bonitäten der PIIGS-Länder teilweise erheblich verschlechtert und jeder negative Ausblick über ein Euroland ist ein weiteres Damoklesschwert über den Finanzmärkten und vor allem die Herabstufungen von Italien und Spanien würden heftige Turbulenzen (fallende Aktienkurse, Flucht in Gold und Schweizer Franken) auslösen.

Ihre Macht liegt in der Standardisierung von Investmententscheidungsprozessen institutioneller Anleger wie Pensionskassen, Lebensversicherer und Investmentfondsanbieter. Wenn diese absolut sichere Veranlagungen wünschen, brauchen sie lediglich in die Anleihen von Emittenten investieren, die die höchste Bonitätsnote AAA bzw. Aaa aufweisen. Pensionskassen dürfen darüber hinaus nur Papiere im Investment-Grade-Spektrum, nach S&P AAA bis BBB-, halten. Droht ein Emittent seinen InvestmentGrade-Status zu verlieren, so folgt bereits im Vorfeld des Downgrades ein regelrechter Ausverkauf seiner Anleihenemissionen und die Renditen schnellen empor. Wackelt das Rating großer Staaten, dann zittern weltweit die Aktienmärkte. Am ersten Handelstag nach dem Downgrade der USA brach der S&P 500 Index um 6,7 Prozent ein und markierte damit den größten Tagesverlust seit der Finanzkrise. Aufgrund ihrer langen Historie (Moody‘s bis 1909, Standard & Poors bis 1868, Fitch Ratings 1924) haben sich die Ratingagenturen S&P, Moody‘s und Fitch als der offizielle Maßstab für Emittentenrisiken etabliert und Fondsmanager, die in der Regel ihren Dienst nach Vorschrift verrichten, reagieren – so wie es auch von ihren Vorgesetzten erwartet wird – unverzüglich auf die Signale der großen Ratingagenturen, da ihnen dann niemand Fahrlässigkeit vorwerfen kann.

Rating-Downgrades kosten Wirtschaftswachstum Griechenland

1. Quartal 11

2011 (e)

2012 (e)

–5,5 %

–3,5 %

1,1 %

Irland

0,0 %

0,6 %

1,9 %

Portugal

–0,6 %

–2,2 %

–1,8 %

Italien

1,0 %

1,0 %

1,3 %

Spanien

0,8 %

0,8 %

1,5 %

Euroraum

2,5 %

1,6 %

1,8 %

Quellen: Eurostat, Monatsbericht BMF (Deutschland)

Wie zuverlässig sind Credit-Ratings? Ein anderes Kapitel ist die Zuverlässigkeit von CreditRatings. Alleine schon die geläufige Praxis, dass die Ratingagenturen von den geprüften Emittenten bezahlt werden, lässt viel Kritik laut werden. Ein anderer weitverbreiteter Vorwurf lautet: „In der Finanzkrise haben die Ratingagenturen auf herannahende Gefahren viel zu spät reagiert und Finanzvehikel

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gleichen Zeitpunkt für diese Anleihen Kategorie „A+“ und für zweitrangige Anleihen und Vorzugsaktien noch ein „A“. Washington Mutual: Am 25.09.2008 mit einer Bilanzsumme von 307 Milliarden USD die größte Bankenpleite der Geschichte: Doch erst am 15.09.2008 senkte S&P ihr Rating von BBB- auf BB- und somit auf Junkbond-Status und noch wenige Tage vor der Pleite vergab Moody‘s für Spareinlagen und unbesicherte Senior-Bonds ein Rating von Baa3.

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S&P

Moody‘s

Fitch

AAA

Aaa

AAA

AA+

Aa1

AA+

AA

Aa2

AA

AA–

Aa3

AA–

A+

A1

A+

A

A2

A

A–

A3

A–

BBB+

Baa1

BBB+

BBB

Baa2

BBB

BBB–

Baa3

BBB–

BB+

Ba1

BB+

BB

Ba2

BB

BB–

Ba3

BB–

B+

B1

B+

B

B2

B

B–

B3

B–

CCC+

Caa1

CCC

Caa2

CCC–

Caa3

CC

Ca

CC

C

DDD

C SD/D

CCC

Investment-Grade

Ratingskalen

Speculative Grade

Drei Mega-Irrtümer von Ratingagenturen: Hypo Real Estate (HRE): Bereits inmitten der Turbulenzen hat S&P die Bonitätsnoten für den HREKonzern lediglich von A- auf BBB+ reduziert. Die Verluste gerieten außer Kontrolle und nur noch die vollständige Verstaatlichung am 5. Oktober 2009 konnte einen Totalausfall und Systemschock verhindern. Lehman Brothers: 15.09.2008 Megapleite – Schulden von 619 Milliarden US-Dollar: Doch kein Rating signalisierte hohe Ausfallrisiken. Am 2. Juni 2008 senkte S&P das Rating für Lehman Brothers von A+ auf A- (Ausblick negativ), während Moody‘s noch einen Tag vor der Pleite Senior-Anleihen der Lehman Brothers Holdings mit A2 ratete. Fitch vergab zum

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C DD D

Zahlungsverzug

bestehend aus großen Bündeln an Ramsch-Hypothekarkrediten teilweise mit der höchsten Bonitätsnote bewertet.“ Darüber hinaus beobachteten zahlreiche Marktteilnehmer einen fast auff älligen Zusammenhang zwischen der Größe gerateter Unternehmen, Staaten sowie Kreditinstitutionen und der Trägheit von Rating-Veränderungen. Die „Schuldenkolosse“ Italien und USA genießen noch immer relativ gute Bonitätsnoten, während mit kleineren Ländern wie Zypern, Irland und Portugal ein vergleichsweise kurzer Prozess gemacht wird. Diese Tendenz zu mehr Vertrauen in große Emittenten war in der jüngsten Finanzkrise tatsächlich erkennbar, wie die nachfolgenden Extrembeispiele zeigen:

Sehr „diplomatisch“ werden laut unabhängigen Experten derzeit hochverschuldete Länder wie Frankreich und die USA geratet. Die USA weisen bereits eine Brutto-Staatsverschuldung von über 100 Prozent des BIPs auf und für die geplanten effektiven Einsparungen von 2,1 Billionen US-Dollar auf einen Zeitraum von 10 Jahren gibt es noch relativ wenig plausible Konzepte. Auf Basis neuer Schätzungen von S&P wird bis 2015 die Nettoverschuldung der USA von 74 auf 79 Prozent des BIP ansteigen, vgl. mit 83 Prozent in Frankreich, das noch immer die höchste Bonitätsnote von AAA genießt. Angesichts dieser Tatsachen ist zu befürchten, dass – ähnlich wie bei diversen strukturierten Finanzprodukten während der jüngsten Finanzkrise – die Ratingagenturen hier viel zu spät auf gestiegene Risiken von Zahlungsausfällen reagieren werden, während bei flexibleren Ländern wie Irland und Spanien, die bereits strikte Sparmaßnahmen ergriffen haben, durch die Reaktionen der Märkte auf Rating-Downgrades die Urteile der Ratingagenturen zu einer Selff ullfi lling Prophecy werden. Mit Zuverlässigkeit haben diese Entwicklungen leider nicht viel zu tun.


ovan . o c e Der ätscheck it Qual ch alle dur lassen gek Anla

Noch alles im grünen Bereich? Die Schnelllebigkeit der Märkte erfordert eine laufende Überprüfung der einzelnen Portfoliokomponenten. Der nächste Sturm über den Finanzmärkten hat bereits im August eingesetzt. Deshalb sollte sich jeder Anleger die wichtige Kernfrage stellen: Bin ich noch richtig investiert? Als Antwort darauf und Orientierungshilfe entwickelte eco.nova ein Ampelsystem für alle Anlageklassen.

Text: Michael Kordovsky

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Wie bereits in der April-Ausgabe im Artikel „Die Machtdemonstration externer Schocks“ angekündigt, führten Ölpreisanstieg und die Katastrophe von Fukushima bereits zu einer konjunkturellen Abkühlung, die in einer negativen Stimmung in der Industrie zum Ausdruck kommt. Die Einkaufsmanager-Indizes als Stimmungsindikatoren im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor brechen weltweit ein. Der Eurozone Manufacturing PMI fiel im Juli gegenüber dem Vormonat von 52,0 auf 50,4 Punkte und somit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2009. In Deutschland und den Niederlanden fielen die PMI-

Werte auf ein 21-Monats-Tief, während Spanien und Griechenland mit einem Level von 45,6 bzw. 45,2 bereits im Kontraktionsbereich (Grenze 50) liegen. Im Juli kam in der Eurozone aufgrund von Auftragseinbußen das Produktionswachstum nahezu zum Erliegen, da der Abschwung nun auch Frankreich und Deutschland erfasst hat. Gleichzeitig fiel in den USA der ISM-Manufacturing-Index von Juni auf Juli um 4,4 Prozentpunkte auf 50,9 Prozent, wobei die Indexkomponenten der Auftragseingänge, Auftragsbestände und Lager-


Qualitätscheck durch alle Anlageklassen Die Ergebnisse des Qualitätschecks kommen in einem Ampelsystem zum Ausdruck, das wie folgt interpretiert werden kann: Rot: Meiden, verkaufen Orange: Steigende Risiken, reduzieren, untergewichten Grün: Investieren, übergewichten Eine Verarbeitung und Berücksichtigung volkswirtschaftlicher Rahmendaten sowie spezifischer Parameter für die einzelnen Anlageklassen führt zu folgenden Ergebnissen des Qualitätschecks:

Aktien allgemein Die Situation erinnert an den Sommer 2008. Der Ölpreis (WTI) stieg in der ersten Jahreshälfte 2011 vorübergehend um 28,4 Prozent an, ehe eine massive Korrektur einsetzte. Bei den 433 S&P500-Unternehmen, die bis 8. August die Gewinne für das 2. Quartal veröffentlichten, lag das Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 11,2 Prozent. Der Median-Wert der Gewinnüberraschungen lag noch bei 3,13 Prozent und das für 2012 geschätzte KGV beläuft sich nach den jüngsten Rückschlägen bereits auf unter 12. Auf den ersten Blick sieht dies nach heiler Welt aus, doch die Bewertungsfalle droht zuzuschnappen, denn sobald die Gewinne im Zuge des Wirtschaftsabschwungs einbrechen, sind auch die KGVs höher und weitere Kursverluste wären die Konsequenz. Daher sollten „Schnäppchenjäger“ derzeit nicht in die Bewertungsfalle laufen und mit Aktienkäufen noch abwarten.

Anleihen allgemein Trotz Downgrade weisen derzeit die Renditen zehnjähriger amerikanischer und deutscher Staatsanleihen mit jeweils 2,12 bzw. 2,23 Prozent ein abnormal niedriges Niveau auf, da an den Bondmärkten eine Flucht in Sicherheit einsetzte. Gleichzeitig steigen die Renditen von Staatsanleihen mit niedrigeren Credit-Ratings und jene von Unternehmensanleihen, da die Risikoaversion der Anleger zunimmt. Während Staatsanleihen der Qualitäten AAA und AA bereits die nächste Rezession und deflationäre Kontraktion eingepreist haben und somit nur noch über ein minimales Kurspotenzial verfügen, drohen bei High Yield Bonds, Convertibles, Corporate- und Emerging-Markets-Bonds regelrechte Einbrüche infolge eines massiven Kapitalabflusses.

Ampel-Übersicht:

Ak Aktien Anleihen

R h t ffe Rohstoff

h bzw. b G Cash Geldmarktveranlagungen Alternative Investments (Managed Futures Funds)

Einzelne Segmente des Bondmarktes Staatsanleihen mit Laufzeiten von 5 bis 30 Jahren (Industrieländer) Die Staatsverschuldung der Industrieländer wird im laufenden Jahr voraussichtlich die 100-Prozent-Marke (gemessen am BIP) knacken und insbesondere im Euroraum kommt es immer mehr zu einer „Vergemeinschaftlichung“ der Schuldenkrisen. Ein neues Highlight in Richtung Transfer-Union wären die von Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker angeregten Eurobonds mit einem europäischen Mischzinssatz, deren Erlös vor allem krisengeschüttelten Ländern zugutekommen sollte. In den USA hingegen könnte es in absehbarer Zeit zu einem Downgrade durch die Ratingagentur Moody‘s kommen, während Marktgerüchten zufolge in Europa eine Herabstufung Frankreichs kein Tabu mehr ist. Während die stabilen Länder ein zu unattraktiv niedriges Zinsniveau aufweisen, droht den schwächeren eine weitere Downgrade-Welle, weshalb sich die Talfahrt von deren Bondpreisen weiter fortsetzen sollte.

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haltung bereits im Kontraktionsbereich liegen. Weiters rückläufig sind die Einkaufsmanager-Indizes in China und Indien. Der HSBC India Manufacturing PMI fiel im Juli auf ein 20-Monats-Tief. Das Sentiment in der Weltwirtschaft hat sich zuletzt durch das US-Rating-Downgrade von AAA auf AA+ noch weiter verschlechtert und in der Eurozone droht eine erneute Downgrade-Salve der PIIGS-Länder (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) durch die großen US-Ratingagenturen S&P, Moody‘s und Fitch. Gleichzeitig wachsen die Gefahren, die vom chinesischen Immobilienmarkt ausgehen, denn trotz 65 Millionen leer stehender Wohnungen und zahlreicher Anhebungen der Mindestreserven durch die chinesische Zentralbank und sonstige restriktive Maßnahmen lief die Immobilienspekulation bis zuletzt auf Hochtouren, da wohlhabende Chinesen aus Angst vor der steigenden Inflation in Betongold flüchten. In diesem Zusammenhang haben von 2008 bis 2010 chinesische Banken ihre Kredite an den Privatsektor von 111 auf 140 Prozent des BIP ausgeweitet. Die US-Ratingagentur Fitch beziffert deshalb die Wahrscheinlichkeit einer Bankenkrise bis Mitte 2013 mit 60 Prozent und rechnet im Falle einer Krise mit Verlusten aus faulen Krediten von über 400 Milliarden US-Dollar.

Unternehmensanleihen und High Yield Bonds Mit dem Wirtschaftsabschwung ist wieder von steigenden Ausfallraten und somit wesentlich höheren Zinsen auszugehen. Fazit: meiden Emerging-Markets Bonds Langjährige Marktbeobachtungen zeigen bei EM-Bonds folgende Verhaltensmuster: Kühlt die Weltkonjunktur ab, dann kommt es in Schwellenländern infolge massiver Kapitalabflüsse von Institutionen aus Industrieländern zu einem explosionsartigen Zinsanstieg, der die Kurse von Staatsanleihen unter Druck setzt. Auch können Hochzinswährungen aus Schwellenländern gegen-

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Interessant erscheinen derzeit folgende Managed Futures Funds (Daten per 20. August 2011): Superfund B (ISIN: AT0000641170): klassischer Futures Fund nach Trendfolgesystem Performance 2008: 57,49 % 12-Monats-Performance: 37,08 % FTC Futures Fund Classic (ISIN: LU0082076828): breit diversifizierter FuturesFund mit ausgeklügeltem Trendfolgesystem Performance 2008: 41,95 % 12-Monats-Performance: –4,79 % Man AHL Diversified Markets EU (ISIN: NL0000319606): breit diversifizierter Futures Fund Performance 2008: 32,93 % 12-Monats-Performance: 6,68 % Smn Diversified Futures Fund (ISIN: LU0070804173): breit diversifizierter Futures Fund Performance 2008: 58,52 % 12-Monats-Performance: 22,56 % > Fazit: Managed Futures Funds haben sich 2008 als Krisenschutz bewährt und könnten im nächsten Abschwung erneut erheblich profitieren!

Vorgeschlagene AssetAllocation auf Basis des Qualitätschecks: 80 % Geldmarktveranlagungen (45 bis 50 % Bundesschätze, Rest bei Direktbanken) 15 % Managed Futures Funds 5 % Agrarrohstoffe Wer hingegen ganz auf Nummer Sicher gehen will, tilgt Schulden, hält Cash und wartet ab!

über Niedrigzinswährungen wie Schweizer Franken, Yen und US-Dollar massiv unter Druck geraten.

Rohstoffe allgemein Zumindest am Beginn eines Abschwungs ist keinerlei Korrelation zwischen Aktienkursen und Rohstoffpreisen zu erkennen. Mit zunehmender Konjunkturschwäche ziehen sich aber im weiteren Verlauf die Rohstoff preise immer stärker zurück. Davon abweichend entwickeln können sich jene Agrarrohstoffe die als Nahrung dienen, also Agrarrohstoffe, ohne Baumwolle und Gummi. Der Hunger bleibt eine Konstante unabhängig von Konjunkturzyklen. Somit stößt bei Lebensmitteln ein variables Angebot auf eine konstante Nachfrage. Das Angebot ist dabei von den Ernteerträgen abhängig und diese könnten angesichts der zunehmenden Naturkatastrophen in absehbarer Zeit erneut mager ausfallen. Hinzu kommen noch im historischen Vergleich niedrige Lagerbestände.

Einzelne Bereiche des Rohstoff marktes Industriemetalle plus Platin und Palladium Aufgrund des sich abzeichnenden Konjunkturabschwungs drohen hier massive Preisrückgänge. Darüber hinaus sind auch die Edelmetalle Platin und Palladium mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, da diese starken zwischenzeitlichen Preisschwankungen unterliegen.

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Gold und Silber Die größten Goldminen bauen 2011 ihre Produktionskapazitäten weiter aus und bereits 2010 haben die Minen ihre Produktion um 9 Prozent erweitert. Darüber hinaus fielen 2010 jeweils 50,4 bzw. 11,7 Prozent der weltweiten Goldnachfrage auf die Schmuckindustrie und den Technologiesektor. In beiden Bereichen unterliegt die Nachfrage starken zyklischen Schwankungen und der nächste Abschwung könnte zu einem Angebotsüberhang führen. Weitere Risiken liegen darin, dass die Terminbörse, CME, die Margin für Gold weiter anhebt und – ähnlich wie bei Silber vor wenigen Monaten – einen regelrechten Goldcrash auslösen könnte, der sich selbst zu verstärken droht, sobald mehrere größere Hedge Funds ihre Goldpositionen glattstellen. Agrarrohstoffe In den USA sind die Mais-Lagerbestände auf den niedrigsten Stand seit den 1930er-Jahren gesunken und in China herrschte eine Dürre in den wichtigsten Getreideanbaugebieten. China musste zur Vermeidung einer Hungersnot und den damit verbundenen sozialen Unruhen Mais importieren. Hinzu kommt die Hitzewelle in den USA und weitere Wetterkapriolen im Zuge des Klimawandels könnten die Ernten beeinträchtigen, weshalb weitere Preisschübe bei Lebensmitteln zunehmend wahrscheinlicher werden. Deshalb empfiehlt sich ein breit diversifiziertes Agrarrohstoff-Investment über den Market Access RICI Agriculture Index Fund (ISIN: LU0259321452), der 21 Komponenten enthält.


Cash und Geldmarkt

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Alternative Investments in Form von Managed Futures Funds Diese Anlagekategorie wurde in jüngster Zeit medial äußerst stiefmütterlich behandelt. Dabei enthielt sie die großen Gewinner des Technologie-Crashs der Jahre 2000 bis 2003 und der Finanzkrise im Jahr 2008. Während ein diskretionär agierender Fondsmanager tendenziell davor zurückschreckt, auf fallende Aktienkurse zu setzen, und lieber mit hohen Cashreserven abwartet, reagieren automatische Handelssysteme emotionslos auf Signale und der historische Erfolg in kritischen Marktphasen gibt den Managed Futures Funds recht. Doch eine Reihe von Skandalen, insbesondere Madoff , brachten die gesamte Hedgefund-Branche – mittlerweile zu Unrecht – in Verruf und die gesetzlichen Rahmenbedingungen wurden strenger. Nach dem jüngsten Shakeout der Jahre 2007 bis 2009 kann davon ausgegangen werden, dass die schwarzen Schafe der Branche regelrecht dezimiert wurden und der Trend hin zu mehr Transparenz geht. Hedgefund-Investoren haben somit derzeit weniger organisatorische Risiken und Prozessrisiken zu befürchten als noch vor 10 Jahren.

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Mit AWD sind Sie ausgezeichnet beraten!

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Da im kommenden Abschwung – ähnlich wie 2008 – von einer deflationären Kontraktion auszugehen ist, sollten ausreichend liquide Mittel gehalten werden, die dann sowohl gegenüber Vermögensgegenständen als auch Waren an Wert gewinnen würden. Primär sollte man die liquiden Mittel in Form kurzlaufender Bundesschätze halten (Infos unter www.bundesschatz.at). Bereits ab 100 Euro kann man hier investieren. Das Laufzeitspektrum reicht dabei von einem Monat bis 10 Jahren. Noch sind die Zinsen am kurzen Ende niedrig. Für eine Bindungsdauer von 3 Monaten zahlte die Republik Österreich am 20. August nur 1,10 Prozent p.a. und für 6 bzw. 12 Monate jeweils 1,35 bzw. 1,55 Prozent. Im Hinblick darauf, dass mittelfristig die kurzfristigen Zinsen auf bis zu über 3,5 Prozent p.a. ansteigen können, sollten derzeit nur kurze Laufzeitbindungen eingegangen werden, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass bereits in drei Monaten höhere Zinsen gezahlt werden als heute. Darüber hinaus sollten noch Superzinsangebote diverser Direktbanken genützt werden. So bietet beispielsweise die ING-DIBA 1,60 Prozent p.a. auf täglich fälliges Geld und der Discount Broker Cortal Consors von BNP Paribas zahlt dafür sogar 1,75 Prozent p.a.

Kundenorientierung stellt einen der Kernwerte von AWD dar und ist deshalb auch zentral im Unternehmensleitbild verankert. Für unsere Beraterinnen und Berater, aber auch die Mitarbeiter in der Zentrale bedeutet dies, dass sich das gesamte Handeln an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Kunden orientieren soll. Nunmehr ist AWD Österreich im Rahmen des Wettbewerbs „Österreichs kundenorientierteste Dienstleister 2011“ mit einer hervorragenden Platzierung ausgezeichnet worden. Bei diesem Wettbewerb, der in Deutschland bereits seit Jahren durchgeführt wird, gab es heuer erstmals auch eine Österreich-Wertung. Und eben in diesem ÖsterreichRanking konnte AWD Österreich mit dem 9. Rang einen Top-10Platz erreichen. Die Bewertung erfolgte objektiv und unabhängig auf Basis eines wissenschaftlichen Modells der renommierten Universität St. Gallen.

Zufriedenheit unserer Kunden als oberster Maßstab Eine solche externe Auszeichnung bedeutet eine besondere Anerkennung für alle Anstrengungen, die für die stetige Professionalisierung und Weiterentwicklung der Serviceleistungen für die Kunden unternommen werden. Eines können wir unseren Kunden jedenfalls versprechen: Diese Auszeichnung bedeutet für uns einen zusätzlichen Ansporn für die Zukunft, um unsere Servicequalität stets weiter zu verbessern. Denn die beste und wichtigste Anerkennung sind für AWD immer noch die langjährig zufriedenen und begeisterten Kunden!

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Lassen Sie sich beraten! AWD Zentrale Tirol, Tel.: 0512/33 610 Infos zu AWD im Internet: www.awd.at

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Boommarkt

strategische Metalle und „Seltene Erden“ Seltene Erden sind nicht selten und auch keine Erden. Nichtsdestotrotz sehen Börsenexperten in den strategischen oder Technologiemetallen den nächsten großen Boommarkt. So weit, so gut. Für Privatanleger ist es aber schwierig, daran zu partizipieren.

„Sie sind erstens nicht selten und zweitens keine Erden“, stellt der Experte für Technologiemetalle Mikael Henrik von Nauckhoff gleich zu Beginn unseres Gesprächs richtig. Unter den Erden versteht man die Oxyde der Metalle und diese tragen so exotische Namen wie Dysprosium, Erbium, Gadolinium, Lutetium oder Yttrium. Die zweite Gruppe sind die so genannten Sondermetalle, wie Beryllium, Germanium, Iridium, Kobalt, Quecksilber, Vanadium oder Wismut. Eingesetzt werden diese „Hightech-Metalle“, die alle sehr spezifische Eigenschaften haben, in praktisch allen Hochtechnologien, von der Automobilindustrie über Computerchips bis zu Handybatterien oder Windkraftanlagen. Ohne diese Metalle gäbe es keine für uns selbstverständlich gewordenen Technologien in der heutigen Form, wie Computer, Flachbildschirme, Flugzeuge, Solartechnik, Handys, Laser, Funktechnik, Satelliten, GPS usw. Und auch viele lebensnotwendige medizinische Anwendungen wären nicht möglich. „Strategisch“ sind diese Metalle aber auch deshalb, weil sie sowohl für die Herkunftsländer als Exportgut als auch für die verarbeitende Industrie in den Importländern eine strategische Bedeutung haben.

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Strategische Bedeutung Dies wird besonders deutlich, wenn man weiß, dass diese zu 97 Prozent aus China kommen. Als die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Sommer vergangenen Jahres nach China reiste, war eines der Hauptthemen die Sicherstellung der Rohstoff versorgung der deutschen Industrie. Eine Begrenzung der Ausfuhren hat die Preise für diese Rohstoffe in den letzten Monaten massiv steigen lassen und der Befehl zur Verknappung kam von ganz oben, von Premier Wen Jiabao, einem gelernten Geologen. „Anfang der 80er Jahre haben wir Seltene Erden noch zum Preis von Salz verkauft“, sagte Wen. „Doch eigentlich verdienen sie den Preis von Gold. Wir fangen gerade an, unsere selbstverständlichen Interessen zu wahren.“ Andere Länder haben den Wert der exotischen Elemente schon viel früher erkannt. Schon 1981 haben die USA begonnen, ihre Ausfuhren zu kontrollieren. Der hohe Anteil Chinas an der Weltproduktion liegt auch daran, dass Amerika eigene Bestände nicht abbaut, sondern für schwierige Zeiten aufhebt. Schließlich fahren ohne Seltene Erden keine Kampfpanzer und zeigt kein GPS dem Soldaten seine Position an. Nun zieht China nach. Die neue Wirtschaftsmacht


Ohne Börsennotierung keine Spekulation – aber auch keine direkte Handelbarkeit Der Trend ist damit klar, doch für Privatanleger ist es nicht ganz einfach, davon zu profitieren, so der Experte: „Seltene Erden sind nicht börsennotiert (und auch nur zwei Spezialmetalle, Kobalt und Molybdän) und daher gibt es auch keine Börsenprodukte – Wertpapiere, Zertifikate oder Ähnliches – was den Vorteil hat, dass es auch keine Spekulation gibt. Die Preisbildung erfolgt ausschließlich aufgrund von Angebot und Nachfrage (und der Einschätzung der weiteren Entwicklung derselben).“ In der Praxis führt ein Weg über die Aktien der Hersteller. Es gibt aber nur wenige Unternehmen, die in diesen Bereichen aktiv sind. Zu den Herstellern von Seltenen Erden gehören etwa die Arafura Resources Ltd., die Lynas Corporation aus Australien, Avalon Rare Metals Inc. oder Hudson Resources Inc. in Kanada. Mit Tantalus Rare Earth mischt auch ein deutsches Unternehmen in diesem Kreis mit. Die meisten Technologiemetalle fallen in den Geschäftsbereich der bekannten Rohstoffriesen wie BHP oder Rio Tinto. Um die Welt der Aktien von Förderern und Verarbeitern diverser Spezialmetalle für den Anleger übersichtlicher zu machen, bieten einige Anbieter auch Zertifikate an, die die relevanten Aktien in einem Korb bündeln, Beispielsweise gibt die UBS ein Lithium-Zertifikat (UBS Lithium Basket 2015/03) heraus, das die Kurse von 15 Unternehmen

aus der Branche abbildet. „Dabei handelt es sich um ein eher kurzfristiges Investment für risikobewusste Anleger, […] denen die Story des Handy-Rohstoffes (Lithium ist der wichtigste Rohstoff für HandyAkkus) gefällt“, so Steffen Kapraun von der Zertifikateabteilung der UBS in Frankfurt. Auch von einigen anderen Anbietern gibt es Zertifikate für weitere Gruppen der strategischen Metalle – doch auch hier gilt: Die Preissprünge sind beträchtlich, der Anleger sollte wissen, was er tut. Und last, but not least handelt es sich bei Zertifikaten ja um Schuldverschreibungen der jeweiligen Emittenten (= Banken) und die können bekanntlich auch pleitegehen.

Text: Michael Posselt

Einige Anbieter bieten auch Investitionen in den physischen Sachwert an. Hier ist eine genaue Prüfung des Investments und ein sorgfältiger Vergleich mit dem tatsächlichen Marktpreis geboten. Für strategische Metalle gibt es keinen Markt für den Weiterverkauf durch Kleininvestoren – das ist ein wesentlicher Unterschied zu den traditionellen Geldanlagemetallen wie Gold, Silber oder Industriemetalle. „Technologiemetalle werden zwischen Fachfirmen mit genau einzuhaltenden Spezifikationen und Lieferformen gehandelt. Zudem haben Abnehmer aus der Industrie an den vergleichsweise kleinen Mengen, die ein Privatanleger auf bewahren lassen könnte, kein Interesse“, so Experte von Nauckhoff. Abhilfe schaffen könnte dabei die Tradium GmbH in Frankfurt am Main, einer der größten Händler von Technologiemetallen in Europa, die in Kooperation mit der Multi Invest GmbH, ebenfalls mit Sitz in Frankfurt, eine Anlagemöglichkeit in ausgewählte Technologiemetalle anbietet. Tradium bietet auch ein Zollfrei- und Mehrwertsteuerfreilager an, sodass für den Investor kein Zoll und keine Umsatzsteuer anfallen. Und: Da es sich bei den Metallen um Waren handelt, fällt bei einer Veräußerung auf den Gewinn auch keine – wie bei anderen Anlageformen übliche – Kapitalertragssteuer an.

„Ohne Seltene Erden oder strategische Metalle wären HightechProdukte, wie wir sie heute kennen, nicht denkbar.“

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Strategische Metalle

Seltene Erden

Kostbare Rohstoffe: Ein Metall gilt als strategisch wichtig, wenn ein Land zwar über keine eigene Produktion verfügt, die Industrie aber darauf angewiesen ist.

Abbau:

Seltene Erden: Ohne winzige Mengen dieser 17 Metalle mit exotischen Namen wie Gandolinium oder Ytterbium funktioniert in vielen Zukunftstechnologien fast gar nichts mehr. Mischkünstler: Eine Reihe von Metallen verleiht Materialien erst ihre Härte, Flexibilität oder elektrischen Eigenschaften. Dazu gehören etwa Kobalt, Mangan, Vanadium, Wismut oder Rhodium. Handy-Rohstoff: Lithium hat Berühmtheit erlangt als Hauptbestandteil der Batterien praktisch aller modernen Elektrogeräte. Sorgenkind: Iridium ist für Flachbildschirme nötig, die Weltvorkommen werden aber vermutlich schon bald erschöpft sein.

Mikael H. von Nauckhoff

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nimmt die Kontrolle der strategischen Metalle seit einigen Monaten richtig ernst. Die Quote für den Export Seltener Erden liegt im laufenden Jahr 40 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Frühjahr haben die Behörden der Provinz Hunan Härte bewiesen und die Stromversorgung für knapp hundert Antimonhütten gekappt, um die Produktion zu drosseln. Zahlreiche illegale Minen wurden unter dem Vorwand des Umwelt- und Arbeitsschutzes verstaatlicht. „Das macht die Märkte nervös und treibt die Preise“, so von Nauckhoff.

Brasilien China Indien Malaysia Gesamt

In Tonnen

Anteil in Prozent

650 120.000 2.700 380 123.730

0,5 97,0 2,2 0,3 100,0

In tausend Tonnen

Anteil in Prozent

13.000 5.400 48 36.000 19.000 3.100 30 22.000 98.758

13,2 5,5 0,0 36,5 19,3 3,1 0,0 22,3 100,0

Vorkommen: USA Australien Brasilien China GUS Indien Malaysia Sonstige Gesamt

Quelle: handelsblatt.com/anlegerakademie, Daten für 2009

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Text: Paul Salchner Foto: Hypo Tirol Bank

Fremdwährungskredite – (k)eine Einbahnstraße Fremdwährungskredite sind derzeit in aller Munde, vor allem wegen der Verunsicherung, die der starke Schweizer Franken ausgelöst hat. Über mögliche Chancen und Risiken informieren die KundenberaterInnen der Hypo Tirol Bank, aber auch wie man einen möglichen Ausstieg aus einem Fremdwährungskredit vorbereitet.

„Natürlich gibt es Prognosen und Meinungen darüber, wie sich Zinssätze entwickeln, allerdings kaum für länger als ein Jahr. Viele Kredite laufen aber zehn, zwanzig oder fünfundzwanzig Jahre. Dafür gibt es keine sicheren Vorhersagen.“ Mag. Johann Kollreider

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Dem Wesen eines Fremdwährungskredites entspricht es, dass er nicht in Euro, sondern in einer fremden Währung aufgenommen und auch in dieser zurückbezahlt werden muss. „Von Vorteil ist eine solche Finanzierungsform einerseits dann, wenn eine Fremdwährung im Vergleich zum Euro ein niedrigeres Zinsniveau aufweist. Andererseits darf das Verhältnis zwischen dem Euro und der entsprechenden Währung keinen starken Schwankungen unterliegen“, erläutert Mag. Johann Kollreider, Vorstand der Hypo Tirol Bank, der die Bereiche Filialen sowie Kleinund Mittelunternehmen verantwortet. In (West-)Österreich war es in den vergangenen Jahren durchaus üblich, Fremdwährungskredite aufzunehmen: vorwiegend im Schweizer Franken, aber auch im Japanischen Yen und vereinzelt im Amerikanischen Dollar. Ausgegangen ist dieser Trend von Vorarlberg. Von dort aus hat er sich weiter nach Ostösterreich ausgebreitet. Die mit einem Fremdwährungskredit einhergehende Risikobereitschaft bzw.

Chancenorientierung war in Westösterreich stärker ausgeprägt als in den östlichen Bundesländern.

Chancen und Risiken Gelockt hat bei Fremdwährungskrediten schon seit jeher der Zinsvorteil, auf den viele gehoff t haben: „Wenn man bei einem Kredit in einer fremden Währung beispielsweise ein, zwei Prozent weniger Zinsen bezahlen muss, dann spart man sich gegenüber einem Euro-Kredit bei einer längeren Laufzeit eine ganz schöne Summe“, rechnet Kollreider vor. In den vergangen Jahren konnten viele Bankkunden von diesem Zinsvorteil profitieren: Die Yen-Zinsen waren mehr oder minder auf null – also sehr attraktiv für Kreditnehmer. Beim Schweizer Franken lagen sie zwar etwas höher, aber immer noch deutlich unter dem EuroZinssatz. Möglich sind niedrige Zinssätze, indem die Notenbank eines Landes die Banken mit „billiger Liquidität“ versorgt. Sie wird dies insbesondere dann tun, wenn die Wirtschaft angekurbelt werden soll und


Stark nachgelassene Beliebtheit Für Privatpersonen ist es heute fast unmöglich, einen Fremdwährungskredit zu bekommen, denn die Österreichische Finanzmarktaufsicht hat die Mindeststandards für eine Vergabe sehr streng definiert. Für Unternehmer besteht nach wie vor die Möglichkeit. „Wer die Hauptrisiken eines Fremdwährungskredites, nämlich das Zins- und Währungsrisiko, für sich abzuschätzen vermag, kann sich überlegen, einen in Anspruch zu nehmen. Ich denke dabei an Unternehmen, die Einkünfte in derselben Währung haben, in der sie einen Fremdwährungskredit aufnehmen. Das kann zum Beispiel ein österreichisches Unternehmen mit einer Niederlassung in der Schweiz sein, das dort auch Umsätze erzielt. Bei dieser Konstellation fällt das Fremdwährungsrisiko weg“, meint Kollreider. Gleichzeitig merkt der Hypo-Vorstand an, dass kaum noch neue Fremdwährungskredite in der Hypo Tirol Bank vergeben werden: „Dieses Geschäft ist fast vollständig zum Erliegen kommen, was im Sinne der Finanzmarktaufsicht, aber auch im Sinne der Kreditnehmer und der Banken ist. Wir empfehlen Fremdwährungskredite aktiv nicht mehr.“

Wunsch nach Risikoabsicherung Wie reagieren die KundenberaterInnen der Hypo Tirol Bank, wenn UnternehmerInnen trotzdem mit einem Fremdwährungskredit liebäugeln? Häufig werden sie dabei mit der Frage konfrontiert, ob man das Zins- und Währungsrisiko berechnen kann oder es sogar eine Art „Versicherung“ dagegen gibt. „Unsere Kundenberaterinnen und Kundenberater sind sehr gut ausgebildet und auf das Thema vorbereitet. Durch ihre jahrelange Erfahrung kennen sie zudem die Marktverhältnisse. Außerdem setzen wir in der Hypo Tirol Bank einen Szenariorechner ein, bei dem man den Währungskurs oder die Zinsen verändern kann. Man sieht gleich, welche Auswirkungen dies auf die zu bezahlende Rate oder auf die Zinsen hat“, erklärt Kollreider. Nicht zuletzt gibt es tatsächlich eine Art „Versicherung“ gegen das Zinsrisiko: „Gegen Zinssatzerhöhung besteht etwa die Möglichkeit, einen Fixzins zu vereinbaren, wodurch die Zinsen für die gesamte Laufzeit gleich bleiben. Man stelle sich nur vor, wenn die Zinsen zum Beispiel von 1,5 Prozent auf 3 Prozent steigen und sich damit verdoppeln würden. Das hätte eine massive Auswirkung auf die Kostenstruktur, auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung

und vor allem auf die Liquidität eines Unternehmens. Darüber hinaus bestehen aber auch noch andere Möglichkeiten, wie z. B. der Abschluss eines „Caps“ (= Zinsobergrenze) oder eines „Collars“ (Zinsunter- und -obergrenze)“, so Kollreider. Absichern kann man sich auch gegen das Währungsrisiko: zum Beispiel durch ein Devisentermingeschäft bzw. eine Option darauf. Dabei wird bereits heute eine Vereinbarung über den Kauf oder Verkauf einer Währung zu einem späteren Zeitpunkt getroffen – mit einem gleich fi xierten Kurs.

Ausstieg aus der Fremdwährung Sie haben einen Fremdwährungskredit laufen, sind aber verunsichert aufgrund der angespannten Finanzlage und des starken Schweizer Franken? Sie überlegen sich, so schnell wie möglich oder doch lieber in Etappen aus der Fremdwährung auszusteigen? In jedem Fall sollte man sich kompetent beraten lassen, denn: „Jeder Fall ist unterschiedlich und auch so zu betrachten. Deshalb kann ich nur alle Unternehmerinnen und Unternehmer ermuntern, mit unseren Kundenberaterinnen oder Kundenberatern ein Gespräch zu führen. Wichtig ist nämlich, dass man weiß, welche Alternativen es für einen Teilausstieg oder einen kompletten Ausstieg aus einem Fremdwährungskredit gibt. Man muss dabei berücksichtigen, wie hoch der aktuelle Fremdwährungsanteil der Gesamtfinanzierung ist, welche Restlaufzeiten es gibt, ob ein Tilgungsträger vorhanden ist und wie sich dieser entwickelt. Wenn man all diese Faktoren berücksichtigt und mit den Alternativen abgleicht, findet man garantiert eine gute Lösung“, meint Kollreider abschließend.

„Bei Fremdwährungskrediten wird spekuliert. Die drei wichtigsten Risiken sind steigende Zinsen, Währungen, die sich in die falsche Richtung entwickeln, und Tilgungsträger eines Kredites, die sich anders entwickeln als erhofft.“ Mag. Johann Kollreider

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Fremdwährungskredit – Entscheidungshilfe für Konvertierungen in Euro Mit dem Hypo-Fremdwährungskredit-Rechner wird der Gesamtvorteil einer Finanzierung über die Laufzeit dargestellt. Praxisbeispiel: • Ein Unternehmen nimmt im Juli 1999 einen Kredit in Höhe von EUR 800.000,– in der Währung JPY auf. • Die Rückzahlung erfolgt endfällig zum 01.10.2015. • Während der Laufzeit erfolgte eine Konvertierung von der Währung JPY in die Währung CHF per 30.12.2004 mit einem Kursgewinn. • Neben dem Kursgewinn wird auch der Zinsvorteil der Fremdwährung gegenüber EUR während der Laufzeit der Finanzierung mit berücksichtigt. • Würde der Kredit per 17.8.2011 in EUR konvertiert werden, beträgt der Gesamtvorteil (Kurs- und Zinsvorteil) seit Beginn der Finanzierung EUR 210.000,–. aktuelle Finanzierung 250.000 Euro

Gesamte Finanzierung 204.512 Euro

200.000 Euro

210.108,06 Euro

150.000 Euro 100.000 Euro 50.000 Euro

57.173 Euro 5.596 Euro

0 Euro – 50.000 Euro – 100.000 Euro – 129.611 Euro

– 150.000 Euro – 200.000 Euro

– 186.785 Euro KURS

ZINS

KURS + ZINS

Stand 17.8.2011. Angaben ohne Gewähr! Irrtum und Druckfehler vorbehalten!

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eco.zukunft

die Gefahr einer hohen Inflation nicht gegeben ist. Neben dem Zinsvorteil bzw. -risiko spielt auch die Entwicklung der Währung, in der man einen Kredit aufnimmt, eine wichtige Rolle. „Natürlich hoff t man, dass die Fremdwährung schwächer wird und man zu einem späteren Zeitpunkt weniger für die aufgenommene Summe zurückzahlen muss. Der Schweizer Franken war historisch gesehen immer eine starke Währung. Sein Verhältnis gegenüber dem Euro hat sich in den vergangenen Monaten dermaßen negativ auf laufende Fremdwährungskredite ausgewirkt, dass selbst erfahrene Bankexperten davon überrascht wurden“, analysiert Kollreider.


S&P 500 Index aktueller Stand: 1.123,53 (–10,66 %)

Nasdaq Composite Index aktueller Stand: 2.341,84 (–11,72 %)

Eurostoxx 50 (Price) aktueller Stand: 2.159,07 (–22,69 %)

Nikkei 225 aktueller Stand: 8.719,24 (–14,76 %)

ATX aktueller Stand: 2.080,84 (–28,36 %)

DAX aktueller Stand: 5.480,00 (–20,74 %)

Die Turbulenzen haben begonnen Aufgrund einer Abschwächung der industriellen Ölnachfrage verlor der Ölpreis (Brent Crude) seit dem vorläufigen Jahreshoch 14,2 Prozent. Das Konjunkturmetall Kupfer und der konjunktursensible Rohstoff Holz signalisierten bereits im Mai eine konjunkturelle Abkühlung. Zu diesem Zeitpunkt herrschte an den Aktienmärkten noch „business as usual“, und zwar mit einer positiven Grundstimmung, die teilweise Leichtsinnstendenzen erkennen ließ. Obwohl den USA bei fehlender Einigung des Kongresses im Budgetstreit, infolge der Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen US-Dollar, am 2. August der Staatsbankrott drohte, stieg der S&P 500 Index noch bis 22. Juli auf 1.345 Punkte. Erst als nach der Budgeteinigung am 1. August sich die Anzeichen einer weltweiten Konjunkturschwäche verdichteten, leitete dies eine Korrektur ein, die nach dem US-Rating-Downgrade am Abend des 5. August zu einem panikartigen Ausverkauf führte, dessen vorläufiger Tiefststand am 9. August bei 1.101,54 Punkten erreicht wurde. Indessen setzte eine regelrechte Flucht in sichere deutsche Anleihen, US-Treasuries, Gold und Schweizer Franken ein. Die Renditen deutscher und amerikanischer Staatsanleihen erreichten ein deflationäres Krisenniveau. Der Goldpreis kletterte von einem historischen Hoch zum nächsten, während der Euro am 9. August zum Schweizer Franken

Umlaufrenditen Staatsanleihen 10 Y*) Deutschland Österreich USA China Indien

2,20 % 2,79 % 2,14 % 4,00 % 8,41 %

vorübergehend sogar eine 1:1-Parität erreichte. Erst als in den darauffolgenden Tagen massive Interventionen der Schweizerischen Nationalbank einsetzten, kletterte der Euro gegenüber dem Franken wieder auf 1,13. Doch derartige Eingriffe hält auf Dauer keine Notenbank aus und so könnte es bald zu drastischeren Maßnahmen – wie beispielsweise Negativzinsen auf ausländische Veranlagungen in Schweizer Franken – kommen. Hochzinswährungen wie Südafrikanischer Rand, Brasilianischer Real und Australischer Dollar schwächten hingegen gegenüber dem Euro ab, da Kapital aus risikoreicheren Veranlagungen abfloss und auch zahlreiche Carry-Trades (Zinsdifferenzgeschäfte) aufgelöst wurden. Indessen verharren Euro und US-Dollar in der Bandbreite von 1,40 bis 1,45 in einer Art „Gleichgewicht des Schreckens“, denn sowohl die Eurozone als auch die USA stöhnen unter einer massiven Schuldenlast und noch konnten sich die Märkte nicht für das „geringere Übel“ entscheiden. Da an den Märkten zunehmend mehr Gefahrenpotenziale schlagend werden (siehe auch Ampelcheck), verdichten sich die Anzeichen eines größeren Abschwungs der Aktienmärkte, in dessen weiteren Verlauf die Rohstoffpreise (außer Agrarrohstoffe) und sogar Gold und Silber massiv unter Druck geraten können.

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Währungen (Euro im Verhältnis zu ...)

Rohstoffe

EUR / USD EUR / CHF EUR / JPY EUR / AUD EUR / ZAR EUR / GBP

Gold Silber Öl (Brent Crude) Kupfer Holz Weizen

1,4395 (+8,31%) 1,1298 (–9,06 %) 110,18 (+1,69 %) 1,3829 (+5,87 %) 10,3446 (+17,53 %) 0,8742 (+1,50 %)

1.850,60 42,52 108,79 8.781,00 224,00 782,50

(+31,09 %) (+38,23 %) (+15,73 %) (–8,29 %) (–30,22 %) (–7,93 %)

*) Daten per 10.08.2011

Bund Future 135,43 (+8,08 %)

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Performance seit 31.12.2010 | Stichtag: 19.08.2011 Quellen: OnVista, eigene Recherche


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Josef Tratter, Leiter Vermögensund Finanzplanung der Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz AG Foto: Volksbank

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Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite zeichnen sich u. a. aus durch: • eine höhere Kapitaldisziplin: Die Dividende ist ein fester Bestandteil des jährlichen Budgets. Dieser Teil des Gewinns steht dem Unternehmen nicht mehr für Investitionen zur Verfügung. Investitionsentscheidungen müssen also mit begrenzten Mitteln getroffen werden. Damit ist der Anspruch an die Rendite einer Investition höher. • geringere Schwankungen des Aktienkurses: Die Attraktivität einer Aktie wird maßgeblich auch von der Dividende bestimmt. Im langfristigen Durchschnitt stammt rund die Hälfte des Gesamtertrages einer Aktienanlage aus Dividendenzahlungen. Diese können kursstabilisierend wirken und damit ein Aktieninvestment berechenbarer machen. Setzen Sie auf Kurschancen und regelmäßige Erträge aus Dividendenausschüttungen, z.B. mit Aktienfonds! Nach den jüngsten Kurskorrekturen an den internationalen Börsen kann unter Umständen gerade jetzt ein günstiger Zeitpunkt für einen (Wieder-)Einstieg in den Aktienmarkt sein, z.B. mit ausgewählten Aktienfonds.

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Kunst & Kultur

Künstler Günter Brus

„Stillstandreise“ zu sehen. Der 72-jährige Künstler wird im repräsentativen FormatRanking nach Maria Lassnig und Franz West als drittwichtigste Künstlerpersönlichkeit Österreichs angeführt. Er zählt zu den radikalsten Vertretern des Wiener Aktionismus und das Tabu und die Verwundbarkeit sind Themen, die ihn zeitlebens begleiten. Günter Brus nennt sich einen „Bilddichter“, der sich in Aktionen, Zeichnungen und Literatur ausdrückt. Im Jahr 1970 veröffentlichte er die Mappe „Irrwisch“, in der er erstmals eine Kombination von Literatur und bildender Kunst zeigte. Seither widmet sich Brus den verschiedensten „Bilddichtungen“ und hat noch längst nicht alles gesagt: Seit 2005 ist er auch Kolumnist und Zeichner beim österreichischen Monatsmagazin Datum. Für sein Lebenswerk wurde er bereits 1996 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Bildende Kunst ausgezeichnet.

Wechselspiel zwischen Substanz und Wortschatz

Günter Brus, „Die Irren“

Intellektuelle Reisen

Text: Julia Sparber

Die Galerie Schmidt gestaltet seit 15 Jahren die Ausstellungen zum Rahmenprogramm des Europäischen Forums Alpbach. Heuer stehen Bilddichtungen des bekannten österreichischen Künstlers Günter Brus im Mittelpunkt. Das elitäre Wissenschaftsforum fi ndet seit 1945 alljährlich in Alpbach statt und vereint Referenten und Teilnehmer aus aller Welt. Experten und Studierende aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik behandeln im Rahmen von Seminaren und Konferenzen aktuelle Fragen der Zeit und versuchen interdisziplinäre Lösungsansätze zu fi nden. Heuer steht die Gerechtigkeit im

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Mittelpunkt, aus der alle Verantwortung für die Zukunft entspringt. Begleitet wird das Programm des Europäischen Forums Alpbach alljährlich von einer hochkarätigen Ausstellung, für die seit 15 Jahren die Galerie Schmidt verantwortlich zeichnet. Die in Reith im Alpbachtal ansässige Galerie präsentierte unter anderen bekannte Künstler wie Adolf Frohner, Christian Ludwig Attersee, Oswald Oberhuber, Gunter Damisch, Hubert Schmalix, Eva Schlegel, Brigitte Kowanz, Hermann Nitsch und vergangenes Jahr die besonderen „Masken“ von Arnulf Rainer. Als 16. Ausstellung ist heuer Günter Brus‘

Brus‘ „Stillstandreise“ in der Galerie Schmidt ist das schöpferische Wechselspiel aus der Spannung zwischen Figur, Sprache und Materie. Olivier Kaeppelin, Leiter des Bereichs Bildende Kunst im Ministerium für Kultur und Kommunikation, schreibt von einem Wechselspiel zwischen Substanz und Wortschatz, in dem das Imaginäre lebendig wird: „Es mahnt daran, dass die Schöpfung niemals die Formel eines Gedankens, sondern die ambivalente, widersprüchliche, gefährliche und bedingte Formulierung des Denkens ist.“ Brus agiert inmitten der unausgesetzten Bewegung des Wirklichen zwischen dem Unaussprechlichen und dem dennoch Sprache Schaffenden. Die Ausstellung „Stillstandreise“ ist bis 15. Oktober 2011 in der Galerie Schmidt in Reith im Alpbachtal zu sehen. Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, Sa. von 10 bis 12 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 05337/63666 www.galerie-schmidt.com


Foto: Laurent Tessier

Kunst, die in die Seele blickt

Foto: Intégral Ruedi Baur

Die junge spanische Künstlerin Carmen Martinez Selma beschäftigt sich in ihren Bildern ausschließlich mit Menschen, ihren Charakteren und Emotionen und lässt auf diese Weise tief in deren Seelen blicken. Ihre Porträtkunst fasziniert, sie zieht den Betrachter in ihren Bann, fordert aber auch nach Interpretation, wenngleich man manchmal ob des Titels mögliche Schlüsse ziehen kann. Am 1. Oktober startet die Ausstellung der Künstlerin in der Galerie 22A.

Objekte & Malerei Noch bis 15. Oktober zeigt die Galerie Nothburga Werke von Carlo Maglitto, Maler und Bildhauer mit thematischem Hang zur Einsamkeit, und dem Maler Benno Meliss, der Grafisches und Malerisches in einen gemeinsamen Kontext bringt. Carlo Maglitto und Benno Meliss Galerie Nothburga, Innsbruck Dauer: bis 15. Oktober www.galerienothburga.at

Fotografie Unter dem Titel „Der Fotograf findet immer das Licht der Dämmerung und der Nacht“ werden demnächst Arbeiten aus dem umfangreichen Œuvre des Fotokünstlers Paul Arbeit Leitner in der Galerie Rhomberg gezeigt. Leitner wurde 2010 mit dem Österreichischen Kunstpreis für künstlerische Fotografie ausgezeichnet. Die Arbeiten Paul Albert Leitners sind von 16. September bis 22. Oktober in der Galerie Rhomberg in Innsbruck zu sehen. www.galerie-rhomberg.at

„Überschattung. 15 Minuten Susanna Fritscher, 15 Minuten Ruedi Baur“ – Blick in die Ausstellung im aut

Rhythmuswechsel „Überschattung“ ist die erste gemeinsame Ausstellung der in Paris lebenden Künstlerin Susanna Fritscher und des Grafi kers und Designers Ruedi Baur. Das Besondere dabei: Die beiden teilen sich die Räume des Ausstellungsortes nicht auf oder präsentieren ihre Arbeiten nebeneinander, sondern bespielen mit subtilen Eingriffen und Interventionen sämtliche Räume des aut in einem wechselnden Dialog von jeweils 15 Minuten. Spannend, weil anders und unkonventionell. „Überschattung. 15 Minuten Susanna Fritscher, 15 Minuten Ruedi Baur“ ist noch bis 1. Oktober im aut. architektur und tirol in Innsbruck zu sehen. www.aut.cc

Grafikwettbewerb

Ehrenbären-Übergabe Im Zuge des heurigen Festivals der Träume, das wieder für viele Lacher und ausgelassene Stimmung sorgte, bekam Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, sichtlich gerührt, den Ehrenbären für besondere Verdienste rund um das Festival der Träume und wurde gleichzeitigg zur Stadtpatin der „Schmunzel- Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer bekam den inzwischen 21. Ehrenbären brigade“ ernannt.

270 Künstler nahmen am 32. Österreichischen Grafi kwettbewerb teil, 12 davon wurden von einer internationalen Jury mit Preisen zwischen 5.500 und 1.000 Euro ausgezeichnet. Weiters wurden acht Arbeiten bestimmt, die aus den zur Verfügung gestellten Ankaufsmitteln des Landes Tirol (= 4.500 Euro) für die Sammlung des Landes Tirol erworben wurden. Bei der Auswahl der Ankäufe konzentrierte sich die Jury auch auf die Vervollständigung serieller Arbeiten bereits prämierter Künstler. Seit diesem Jahr wird dem Hauptpreisträger des vorangegangenen Wettbewerbs – der Preis ging 2009 an das Künstlerduo Nicole Six/Paul Petritsch – eine eigene Ausstellung gewidmet. Die heurige Preisträgerin Caroline Heider darf ihre Arbeiten im Jahr 2013 in der Galerie im Taxispalais präsentieren. Die Galerie im Taxispalais zeigt noch bis 2. Oktober alle Arbeiten der Preisträger sowie jene, die im Rahmen des Wettbewerbs für einen Ankauf bestimmt wurden. www.galerieimtaxispalais.at

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eco.art

Carmen Martinez Selma ist im Oktober in der Galerie 22A in Innsbruck zu sehen. Vom 1. auf den 2. Oktober findet heuer wieder die „Lange Nacht der Museen“ statt – um 18 Uhr öffnet die Galerie mit spanischem Wein, Essen und Musik, ab 19 Uhr finden bis 24 Uhr zu jeder vollen Stunde Führungen mit der Künstlerin statt.


Antony Gormley / Horizon Field, August 2010 – April 2012, Presented by Kunsthaus Bregenz, Standort: Lech/ Kriegerhorn Nr. 1 „Horizon Field“ des britischen Künstlers Antony Gormley ist das erste Kunstprojekt dieser Art und zugleich die bislang größte Landschaftsinstallation in Österreich. Dem Künstler geht es darum, den Wert von Kunst sowohl in der Natur als auch in verbautem Gebiet in Frage zu stellen. „In einer Zeit von steigendem Umweltbewusstsein wird gefragt, wo und wie der Mensch da hineinpasst. Welche Rolle spielt das Projekt Menschheit in der Evolution des Lebens auf diesem Planeten?“ Der Betrachter kann inmitten der Natur seiner eigenen Interpretation nachgehen und in den gusseisernen Körpern seine nachhaltigen Möglichkeiten erkennen!

Kunst der Nachhaltigkeit Sie hat Marktwert, aber auch emotionalen Wert, und erfreut die Seele ihres Besitzers. Sie wird aber auch als Symbol von Nachhaltigkeit eingesetzt, das uns ökonomische, ökologische und soziale Zusammenhänge bewusst machen soll, und sie ist beständiger als jede noch so noble Markenware es je sein kann: die Kunst!

Klugheit, Fairness, Lebenskunst. Drei Werte zum Thema der Nachhaltigkeit, die der Kunst eine ethische Dimension verleihen sollen. Der Ökologe Wolfgang Sachs erklärt in „Sustainable Austria“ die „Klugheit“ als genaues Hinsehen, als Erweiterung des Blicks auf die systemischen Zusammenhänge, die ressourcenfreundliches Wirtschaften ermöglichen. Das Zweite sei „Fairness“, die in der komplexen Weltgesellschaft immer wichtiger wird. Die Kooperation müsse eine Grundkonstante werden. Als Drittes nannte der Ökologe die „Lebenskunst“. Nicht Mangel, sondern Überfluss sei unser Hauptproblem. Diese erfordere die Kraft der Orientie-

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rung in der Vielzahl der Angebote. So wie Musik nicht bedeute, möglichst viele Töne zu erzeugen, sondern ein bestimmtes Set an Tönen in wohlgestalteter Form zum Klingen zu bringen, bestehe die Lebenskunst im „Finden des richtigen Maßes.“ Es gehe nicht um Konsumverzicht, sondern um einen anderen Blick auf das Leben: „Sich selbst und der Welt dienlich sein“, so Wolfgang Sachs, der sich als Mitarbeiter des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie dem Thema Nachhaltigkeit umfassend widmete. Noch vor wenigen Monaten hörten wir nichts anderes, als dass wir uns in der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit befinden. Die


bensbereichen manifestiert. Der Konsument wird immer mehr zum entscheidenden Verantwortungsträger, der nicht mehr quer durch die Welt jettet, ohne auch um den CO2-Ausstoß seiner Flugzeiten Bescheid zu wissen. Er schaltet das Wasser ab, während er Zähne putzt. Er verwendet wieder Einkaufskörbe und verzichtet auf die Plastiktasche im Supermarkt. Er macht Kaffee mit den edlen Tabs, aber er recycelt sie auch. Kurzum setzt der moderne Konsument auf gediegene Qualität mit Öko-Footprint! Diese Suche nach einem ausgewogenen, verantwortungsvollen Verhältnis der eigenen Bedürfnisse mit denen der Gesellschaft ist auch in der Kunst zu spüren: „Der neue Luxus ist die Lust an der Auseinandersetzung“, schreibt „artinvestor“. Der Sammler gehe in die Tiefe um der Kunst vollends auf den Grund zu gehen, statt nur ihre Oberfläche zu streifen. Der Künstler wiederum ist nicht nur auf sich und sein Werk konzentriert, sondern interessiert sich auch für den Kontext des Galeristen, den Ausstellungsort und wie beides zusammenspielen könnte. Daraus entstehe ein „rauer Luxus“, der auch in Alltagsgegenständen Ästhetik sieht und in dem Zufallsfunde und scheinbar wertlose Gegenstände im Werk des Künstlers Aufnahme finden.

Text: Julia Sparber Fotos: Markus Tretter, Florian Schneider, Courtesy Galerie Elisabeth & Klaus Thoman

Quellen: artinvestor/01 2011 Kulturelle Dimensionen forum 3-4/2005 Gestalten statt Wegwerfen: Kunst und Nachhaltigkeit www.investinstyle.com www.kunsthaus-bregenz.at

Skulpturen als verbindende Symbole nachhaltiger Natur

„artinvestor“, das anerkannte Fachmagazin für den Kunstmarkt, berichtet, dass auf den Messen und Auktionen der Welt die Suche nach mehr Substanz umgehe: Wie befriedigend ist das Luxusgut Kunst ohne Nachhaltigkeit? Ein bewusster Lebensstil, der dezenten Luxus mit ökologischer Verantwortung verbindet, ist in. Auch in der Kunstwelt. Dort spricht man von „rauem Luxus“: „Kunstjunkies wollen in die Tiefe tauchen, die blinkende Oberfläche durchdringen und das Eigentliche eines Kunstwerkes ergründen“, schreibt der bekannte deutsche Journalist Andreas Tölke. Und dafür brauche man seine Kreditkarte nicht überfordern und auch sein Wertpapierdepot nicht zu plündern.

Rauer Luxus

In der Interpretation des „rauen Luxus“ wird in „artinvestor“ eine Haltung beschrieben, die sich in vielen Le-

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Menschen machten sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz, ihre Aktien, ihre Investitionen, ihre Immobilien. Das Gesprächsthema Geld beherrschte den Smalltalk. Die große Katastrophe in Japan, die durch ein Erdbeben, einen Tsunami und einen Nuklearunfall Menschen obdachlos und völlig schutz- und mittellos machte, brachte unter anderem ein Umdenken: Nicht nur, dass wir wieder bewusst Mitgefühl spürten, auch so etwas wie dankbares Glück kam hoch, denn wir müssen uns „nur“ um Geld Sorgen machen. Und dürfen uns für Kunst interessieren!

Ein aktuelles Beispiel, wie nachhaltig Kunst sein kann und wie sehr sie auch das Thema selbst repräsentiert, ist die Landschaftsinstallation „Horizon Field“ des britischen Künstlers Antony Gormley. Wer im Winter in Lech beim Skifahren war oder sich jetzt wandernd dort bewegt, hat sie sicher gesehen: Gusseiserne, stabile Figuren, alle identisch als Abbildungen des Künstlers persönlich. Die Skulpturen wurden weit verstreut im wunderschönen Gebirge des Bregenzerwaldes, jeweils auf 2039 Meter Seehöhe, einer noch erreichbaren Horizontebene, aufgestellt. Der Künstler fokussiert sich nicht auf die einzelnen Objekte, sondern auf den offenen Raum. Die künstlerische Intervention besteht aus 100 industriell gefertigten Artefakten, die in eine natürliche Welt gestellt werden, fernab von inhaltlichen und schützenden Einflüssen eines Museums. „Horizon Field stellt grundlegende Fragen: Wer sind wir, was sind wir, wo kommen wir her und wohin führt unser Weg?“, so der Künstler Antony Gormley. Das Skulpturenensemble erkenne die Notwendigkeit einer kollektiven Zukunft, die auf den Modellen überschaubarer, nachhaltiger Gemeinschaften aufbaut. Nachhaltigkeit ist ein Faktor, der entscheidet, ob der Mensch als Spezies an der Weiterentwicklung des Lebens teilhaben wird oder nicht. Wir haben 3,7 Milliarden Jahre gebraucht, um zu unserer hoch entwickelten, bewussten Lebensform zu kommen, und Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir noch weitere 6 Milliarden Jahre in diesem Sonnensystem vor uns haben. Der Künstler sieht den Menschen vor die Frage gestellt, ob wir uns im Einklang mit der Natur weiterentwickeln können oder nicht: „In der Vergangenheit hat sich die Kultur stets als von der Natur abgegrenzt definiert. Dieses Projekt und alles, was damit zu tun hat, stellt die Frage, ob wir unser Wesen innerhalb der Natur finden können“, erklärte Antony Gormley in einem Interview.

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Manna-Maschine IV, 2009 Glas, Pumpen, Plankton

Der mittlerweile international bekannte Tiroler Künstler Thomas Feuerstein

Symbolische Maschinen als Utopie von Nachhaltigkeit KünstlerInnen als auch WissenschaftlerInnen sind sich einig, dass Nachhaltigkeit eine ökologische, eine ökonomische sowie soziale und kulturelle Dimension berücksichtigen sollte, derzeit sei man aber noch weit entfernt davon. Der Tiroler Künstler Thomas Feuerstein sieht gerade in den immer wiederkehrenden Krisen der Ökonomie, in der Knappheit der Ressourcen Energie, Nahrung und Trinkwasser, in den ökologischen Katastrophen und im Klimawandel die Sehnsucht nach einem neuen Paradies, in dem der Künstler seine Nahrungs- und Malmittel selbst produziert. Thomas Feuerstein kultiviert ein „Manna“, das in der Bibel als „Himmelsbrot“ und besonders nahrhafte Speise beschrieben wurde. Es dient aber auch als Energie- und Nahrungsquelle und befreit nebenbei die Atmosphäre von Kohlendioxyd. Im Mittelpunkt stehen als Manna-Maschine betitelte Installationen, in denen einzellige Mikroalgen wachsen. Die Maschinen funktionieren wie Bioreaktoren, in denen Wasser und Dünger durch ein Schlauchsystem gepumpt wird, das mit den Blättern eines Baumes und der Photosynthese vergleichbar ist. Je nach Raumsituation arbeiten die Maschinen mit Sonnen- oder Kunstlicht und produzieren Plankton, das kontinuierlich ausgefiltert und gesammelt wird. Thomas Feuerstein gewinnt durch Trocknung ein feines Pulver, das er als Pigment in Harz oder Leinöl bindet. „Ich habe es auch gekostet, aber es schmeckt mir nicht“, erklärt der Künstler, der sein selbst gezüchtetes Malmaterial ob der Qualität durchaus auch in Reformhäusern anbieten könnte. Sein produziertes Manna verwendet er ausschließlich als Pigment für seine Bilder. „Abgesehen von Überlegungen der Selbstversorgung und den ernährungswissenschaftlichen Fakten der von mir kultivierten Algenart als ein Vollwertnah-

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Im Ideenlabor „petit h“ wird Luxusmüll zu Luxusaccessoires verarbeitet und zur Kunst stilisiert

rungsmittel, interessieren mich die sozialen, wissenschaftshistorischen und futuristischen Aspekte“, erklärt er. Feuersteins Manna-Maschine funktioniert während einer Ausstellung unter realen Bedingungen, aber sie steht vor allem als symbolische Maschine, die Wirklichkeitsfäden wie Nahrung, Energie und Klima aufnimmt, um diese künstlerisch und gesellschaftlich zu verdichten. In seinen „konzeptuellen Narrationen“ mischen sich widersprüchliche Aspekte, die vom Jungbrunnen über Farb- und Malmaschine bis zur gesellschaftsutopischen Endzeitvorstellung reichen.

Nur nichts wegwerfen! Auch im weltweiten Netz finden sich nachhaltige Netzwerke, die das Bewusstsein über soziale und ökologische Auswirkungen von Produktion und Konsum stärken und sich gegenseitig unterstützen wollen. Auf www.Etsy.com präsentieren junge Modedesigner und Künstler-Newcomer ihre Unikate, die allesamt aus gebrauchten Gegenständen bestehen oder überhaupt Vintage in seiner reinsten Form sind. Eine „Poesie aus Resten“ entsteht im Ideenlabor „petit h“. Dort wird die luxuriöse Ausschussware des Designerlabels Hermés zu poetischen Objekten, wie eine bemalte Kommode aus Leder und Frottee und Bambi-Skulpturen aus edlem Tuch. Die Kreationen sind limitiert und nur im Rahmen von Wanderausstellungen zu sehen. Entstanden ist die Idee zu „petit h“ angeblich, weil eine Enkelin von Gründer Thierry Hermés damit gehänselt wurde, dass sie einfach nichts wegwerfen konnte und ständig glaubte, alles sei noch zu gebrauchen. Offenbar hatte sie Recht. Heute nennt man diese Kunst des Details und die Wertschätzung des Materials und der Ressourcen ... Nachhaltigkeit!

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„Flowers“ von Martin Klimas

Vero Mercer, ohne Titel

„Arrangement #18“, Collier Schorr

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Flower-Power Kein Lebewesen findet in der Symbolik häufiger Verwendung als die Blume. Sie steht für Schönheit wie Vergänglichkeit, Liebe und den Tod. Das Innsbrucker FO.KU.S im BTV Stadtforum widmet seine aktuelle Ausstellung – vertreten durch zahlreiche Küstler und ebenso viele Facetten – ebendiesem Sinnbild des Lebens.

Die Geschichte der Fotografie kennt seit ihrer Pionierzeit Aufnahmen von Blumen – meist angesiedelt zwischen Systematik und Erotik, Naturkontext und Materialstudie. Auch für die zeitgenössische Kunst sind Blumen das perfekte Symbol für die mannigfaltigen Bereiche des Lebens und Sinnbild von der Geburt bis zum Tod. In jüngster Zeit ist das Motiv Ausgangspunkt neuer, experimenteller Betrachtungen. Botanische Pflanzenstudien treten zugunsten einer abstrakten Wiedergabe der Natur in den Hintergrund: Blüten werden übermalt, gescannt, im Prozess des Verblühens beobachtet und als überbordende Stillleben inszeniert.

Vasen werden zerschossen. Die Ausstellung „Flowers. Time, death and beauty“ im Innsbrucker FO.KU.S taucht ein in illusionistische Bildräume, erschreckt teilweise mit puristischer Strenge und konfrontiert den Betrachter mit der Vergänglichkeit des eigenen Seins. Eine opulente Vielfalt von Inszenierungen besticht durch Narzissmus und Verletzlichkeit, mit Üppigkeit und Reduktion, mit Millisekunden und Tagen Belichtungszeit. Sie führt uns vor Augen, was wir zu sehen verlernt haben: Das Naturschöne und seine bildmächtigen Darstellungen. 15 Künstler nehmen uns mit auf ihre eigene Reise, geben Ein- und Ausblicke und erlauben damit einen Blick auf das Ganze wie das Detail gleichermaßen.

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FLOWERS. TIME, DEATH AND BEAUTY Über Schönheit und Vergänglichkeit, Nutzen und Jahreszeiten. Blumen in der zeitgenössischen Fotokunst noch bis 5. November 2011 im Innsbrucker FO.KU.S www.btv-fokus.at Kurator: Matthias Harder, Newton Foundation, Berlin

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Auto & Motor

Schöner Schein

Gekröntes Haupt

Wir kennen sie vom Menschen: die Gattung „Blender“. Kommt immer daher, wir einem Katalog entsprungen, perfekt gestylt und akribisch auf den äußeren Schein bedacht. Und kaum blickt man hinter die Fassade, wird‘s eng. Das neue Benz-Coupé besticht durch ein derart spekatuläres Design, dass man geneigt ist zu denken, die sexy Silhouette möchte etwas verbergen. Tut sie aber nicht! Denn die Dynamik, die diese gepfeilte Frontpartie optisch ausdrückt, wird unter der Haube auch spürbar umgesetzt. Im Mercedes Benz C63 AMG Coupé Black Series ist der Techniktransfer aus dem Motorsport perfekt gelungen und sorgt für Fahrdynamik und -spaß vom Feinsten. 517 PS peitschen die stärkste C-Klasse aller Zeiten in 4,2 Sekunden auf 100 km/h. So macht das geduckte High-Performance-Fahrzeug rundum mächtig Eindruck. Auch beim Preis: Die Markteinführung startet im Jänner 2012, in Österreich wird er wohl nicht unter 130.000 Euro zu haben sein.

Die 5er-Reihe aus Bayern hat einen neuen Chef: die Business-Limousine M5 – ein Hochleistungssportwagen mit 560 PS und jede Menge Fahrdynamik, die für ebenso viel Freude am Fahren sorgt. So könnte der neue BMW auch locker auf der Rennstrecke bestehen, bringt aber genauso gepflegt den Businessman von heute von A nach B ... und C und D und ... Der BMW M5 ist angetreten, um die Tradition seiner Vorgänger fortzusetzen und die in einem viertürigen Automobil erlebbaren Performance-Eigenschaften abermals neu zu definieren. Wir verneigen uns vor den Münchnern und setzen dem Neuen die Krone auf, denn das Vorhaben Höchstleistung mit den universellen Qualitäten einer Premiumlimouine zu verknüpfen, ist auf das Beste geglückt. Für so viel Perfektion mögen Sie allerding tief in die Tasche greifen: Unter 100.000 Euro ist der M5 nämlich nicht zu haben, und da sind die vielen schönen Extras wie die Einbindunge des Smartphones (inkl. Facebook- und Twitter-Nachrichten am Bordmonitor) noch gar nicht dabei.

Charmeoffensive Mit dem Veloster tritt Hyundai wieder im Segment der kompakten Sportcoupés an – und gibt sich dabei nicht mit dem Derivat eines bestehenden Modells zufrieden. Denn das 4,22 Meter lange Citycoupé wurde vollständig neu entwickelt und betritt so absolutes Neuland. Mit der Konkurrenz aufnehmen will es ein wahres Multitalent, ein Sportler mit Sinn fürs Praktische, der dank innovativem 1+2 Türenkonzept (ein Extra-Zustieg fügt sich dank im Fenster versteckten Türgriff unauff ällig in die Karosserie ein) auch kleine Familien oder größere Einkäufe mühelos verstaut. Zwei Ausstattungslinien und frische Farben sorgen für mehr Individualität. Auch der Preis ist mit rund 22.000 Euro inkl. jeder Menge Serienausstattung durchaus ok.

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Kult-Comeback Der kurzfristige Plan, das Stoff verdeck des VW Golf Cabrio durch ein blechernes zu ersetzen und das ganze Eos zu nennen, hat nur kurzfristig gefruchtet. Denn das KultCabrio ist durch nichts zu ersetzen. So hat der Eos seine ganze eigene Nische gefunden und dabei Platz für das Golf Cabrio gelassen, das ab sofort in einer Neuauflage zu haben ist. Das elektrische Stoff verdeck öff net in nur 9,5 Sekunden und auch die restlichen Hardfacts können sich sehen lassen. Der Golf unter den Cabrios verbraucht als 1.6 TDI gerade mal 4,4 Liter Kraftstoff, die Antriebsvarianten von 105 bis 160 PS sind vielfältig und der Preis mit rund 20.000 Euro auch im Rahmen.

Ein Gesichtslifting ist dann gut, wenn man es auf den ersten Blick nicht erkennt. Ziel sollte sein, nicht gekünstelt oder krampfhaft schön, sondern möglichst natürlich zu wirken. Wir finden: Audi hat es mit seinem neuen A5 perfekt getroffen. Der Auftritt der A5Modelle ist äußerlich noch markanter geworden, ohne dabei übertrieben zu wirken, hochmorderne Technologien bei den Motoren, dem quattro-Antrieb und beim Infotainment werden sie noch effizienter, sportlicher und intelligenter. So bilden Design und technische Kompetenz eine kongeniale Symbiose, die trotz umfangreicher technischer Aufwertung und erweiterter Serienausstattung die Preise nicht signifi kant in die Höhe treibt. Das Einsteigermodell gibts ab rund 37.000 Euro.

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Bruno König, Motorredaktion

40.000 neue Arbeitsplätze Laut einer aktuellen Studie sollen bis zum Jahr 2025 allein bei den deutschen Autoherstellern rund 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Dabei wird auf die zukünftige Elektromobilität durch die starke Zunahme elektrischer Bauteile und deren Vernetzung über die Hälfte der Arbeitsplätze entfallen. Dafür müssen dem Kunden aber erst kostengünstigere Technologien angeboten werden. Aber auch die Fahrassistenzsysteme sind erst der Anfang für eine ganze Reihe neuer Funktionen, die im PKW Einzug halten werden. Vom Vorlesen der SMS und dem Anzeigen einer MMS auf dem Bildschirm über die Information der aktuellen Pollenbelastung bis hin zur Überwachung des Blutdruckes der Passagiere reichen die Zukunftspläne der Hersteller. Damit wollen die Automobilbauer noch mehr Differenzierungsmerkmale gegenüber Mitbewerbern schaffen. Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

Offen für Neues Das Empire schlägt zurück! Nun also haben auch die Briten erkannt, dass in der heutigen Zeit „bigger, better, faster“ bei Autos nicht der unbedingte Bringer ist. Und so beginnt Mitte September 2011 eine neue Ära. Dann nämlich feiert der kompakteste, leichteste und effizienteste Range Rover aller Zeiten siene Premiere auf dem europäischen Festland: der Range Rover Evoque, mit dem auch auf der Insel die SUV-Zukunft neu beginnt. Als 2008 die Konzeptstudie vorgestellt wurde, brach diese mit nahezu allen Konventionen – nicht nur jenen von Land Rover sondern der Branche überhaupt. Drei Jahre später ist die Studie Realität und ab 35.000 Euro zu haben – inkl. breiter Auswahl an Ausstattung, Technik und Entertainment.

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Facelift


Besuch in der Traumfabrik Lamborghini wurde zu deutscher Qualitätsarbeit. Sogar Big Boss Stephan Winkelmann, seit 2005 an der Spitze von Automobili Lamborghini, ist gebürtiger Deutscher, aber in Rom aufgewachsen

Die Sportwagen von Lamborghini zählen zu den begehrtesten und emotionalsten auf unserem Planeten. Seit Jahrzehnten faszinieren uns die kompromisslosen Schönheiten aus dem italienischen Sant‘Agata Bolognese. Wir hatten die Ehre, im Werk den Ingenieuren und Arbeitern bei der Produktion des neuen Kampfstieres Aventador über die Schulter zu schauen.

Text: Bruno König Fotos: Bruno König, Lamborghini

Sant‘Agata ist ein ruhiger und verschlafener Ort rund 30 Kilometer nördlich von Bologna. Nie im Leben würde jemand in diesem Dorf einen Superlativ erwarten, der die Menschen weltweit in wahres Entzücken versetzt. Doch plötzlich taucht es auf, rechts am Ortsende: das Werk, das Träume zur Realität werden lässt. Mit einem Schlag fühlt man sich an einen anderen Ort versetzt. Von hier aus wurden Geschichten ge-

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schrieben, große Geschichten, große Erfolge gefeiert und große Träume erfüllt. Seit 1948 ist der Name Lamborghini ein Begriff in der automobilen Welt. Damals noch als Traktorenbauer, seit 1961 als Hersteller der schönsten und schnellsten Sportwagen dieses Planeten. Es folgten Namen wie Miura, Countach, Diablo, Murcielago, Gallardo und


nun der Aventador. Nach einem Bankrott im Jahr 1977 und mehreren Besitzerwechseln gehört Lamborghini seit 1998 zu 100 Prozent Audi.

dor vergingen so gut fünf Jahre vom ersten Entwurf bis zur endgültigen Produktion.

Qualität an erster Stelle Seit der Übernahme des bayrischen Automobilriesen ging es mit Lamborghini rasant bergauf. Nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem qualitativ. Wurde vor 15 Jahren über die Qualität der „Lambos“ lieber gar nicht und wenn doch, nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen, präsentiert sich die italienische Sportwagenmarke heute als Vorzeigeunternehmen. Wer ein frühes Lamborghini-Modell besaß, musste schon recht schmerzfrei sein. Zwar waren die ItaloRenner immer schon schnell, laut und kompromissloser als die ihrer Mitbewerber von Ferrari und Porsche, die launischen Divas mussten jedoch wesentlich öfter in die Werkstatt als die Konkurrenz. Das brachte viele Besitzer zum Verzweifeln und manche nahe an den Offenbarungseid. Dies hat sich mit der Audi-Übernahme radikal geändert. Seit 1998 lenken die Ingolstädter treu dem Motto „deutsche Gründlichkeit“ die Marke auf den richtigen Kurs. Dafür brachte Audi dutzende deutsche Ingenieure nach Italien, um das Steuer in die Hand zu nehmen. Allein in der Konzeptionsphase beschäftigen sich mehr als 40 Mitarbeiter mit der Qualitätskontrolle. Im Falle des brandneuen Aventa-

Qualität ist in der Lamborghini-Fabrik mittlerweile nicht nur ein Wort, sondern oberste Priorität. Jedes einzelne Teil wird erst einem umfangreichen und langen Intensivtest unterzogen, bevor es zum Einbau in ein Fahrzeug gelangt. Nichts wird dem Zufall überlassen. Dabei hängt das Qualitätsniveau nicht nur von den eigenen 800 Mitarbeitern ab, sondern im gleichen Maße von den gut 1.000 Zulieferbetrieben aus 30 Ländern. Diese handverlesenen Betriebe versorgen Lamborghini mit Schrauben, Kabeln, Leuchtdioden, Lacken, Carbon und vielem mehr. In einem Aventador werden rund 2.000 Einzelteile verbaut, 500 davon sind äußerst komplex. Um auch hier ein perfektes Zusammenspiel zu garantieren, wurde eigens ein Qualitätsmanagement eingerichtet. In dieser Abteilung triff t man fast ausnahmslos auf Deutsche, ganz selten auf Italiener. Deutsche Ordnung statt italienischer Lässigkeit – wahrscheinlich ein Erfolgsfaktor von vielen. Insgesamt produziert Lamborghini in Sant‘Agata 3.000 Fahrzeuge im Jahr. 2.000 Gallardo und 1.000 Aventador. Letztere sind bereits völlig ausverkauft.Die Entwicklungsingenieure arbeiten derzeit am Lamborghini für das Jahr 2014. Natürlich steht die Qualität dabei wieder an erster Stelle.

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Rasanter Aufstieg

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Veloce, forte e semplice Weniger ist mehr, dachte sich Lamborghini und speckte den Gallardo Spyder um gut 65 kg ab. Dafür wurde ihm zahlreich sündteures Carbon spendiert, zehn zusätzliche PS nachgewürzt und er auf den Namen „Performante“ getauft.

Text und Fotos: Bruno König

Den geschlossenen Gallardo gibt es ja schon länger als Leichtbau-Version unter dem Namen Superleggera. Nun liefern die Italiener auch den offenen Spyder mit weniger Gewicht und nennen ihn Performante. Durch den intensiven Einsatz von feinstem Carbon konnten so gut 65 kg eingespart werden. Zeitgleich stieg die schon beachtliche Motorleistung des V10Triebwerkes um zehn PS auf nunmehr 570. Durch neue Schürzen, Schweller und einen Heckspoiler wird der vor Selbstbewusstsein strotzende Gallardo nun endgültig zum Poser. Dafür ist es nötig, dass der Fahrer nicht zur schüchternen Sorte zählt. Denn neben dem brachialen Sound des Zehnzylinders trug in unserem Fall auch das knallige Orange des Testautos wesentlich zum unvermeidbaren Auffallen bei.

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Laut muss es sein Nach meiner Lamborghini-Werksbesichtigung in Sant‘Agata überließ mir Clara Magnanini den Performante für die Heimfahrt und einige Tage zuhause. Die rund 450 km lange Heimreise zählte dabei zu den Highlights der drei Testtage. Denn einerseits fühlt sich der Gallardo generell auf Autobahnen pudelwohl und zum anderen ist man mit einem Lambo in Italien einfach der Chef. Jeder macht sofort die linke Spur frei, viele applaudieren sogar oder zeigen Daumen hoch beim Vorbeifahren. So etwas beeindruckt selbst abgebrühte Autotester, genauso wie der infernalische Sound des Performante. Dieser kommt im Setup „Sport“ oder „Corsa“ am besten zur Geltung. Dabei schreit sich der Gallardo seine unbändige Kraft regelrecht aus der Seele und gibt herrlich Zwischengas beim Herunterschalten, das einen süchtig


macht. Natürlich wäre der Donnerkeil in der Einstellung Automatik auch recht komfortabel und nicht übertrieben laut zu fahren. Das passt jedoch nicht zu seinem optischen Auftritt und macht auch nur halb so viel Spaß. Im Innenraum beherrscht feinstes Alcantara und teures Carbon das Geschehen. Die zwei engen Sitzschalen sind überraschend bequem. Radio und Navi fehlen wegen der Diät, sind aber gegen Aufpreis zu haben.

Gut und teuer Weniger ist mehr gilt nicht nur für den Fahrspaß. Denn mit rund 270.000 Euro ist der Performante um gut 25.000 teurer als der „normale“ Spyder. Dafür verwöhnt er mit Fahrleistungen auf höchstem SuperSportwagenniveau und seiner Unverwechselbarkeit. Die Überdosis Selbstbewusstsein ist natürlich ebenso im Preis inbegriffen.

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Facts Lamborghini Gallardo Spyder LP-570-4 Performante Motor: 5,2 Liter V10 • Leistung: 570 PS • Drehmoment: 540 NM bei 5800 U/min • Beschleunigung: 3,9 Sekunden von 0–100 km/h • Spitze: 324 km/h • Verbrauch: 14,7 Liter Testverbrauch auf 100 km • CO2-Ausstoß: 327 g/km • Preis: 270.240 Euro

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Es gibt mehr im Leben als einen Volvo. es gibt die Gänsehaut, die man bekommt, wenn man entdeckt, dass man von etwas besessen ist, bevor man es überhaupt besitzt. Deshalb gibt es den neuen volvo V60.

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Auf Ötzis Spuren Die Ötztal-Classic am 5. und 6. August 2011 bot wieder einmal zahlreiche automobile Highlights aus längst vergangenen Tagen. Die 257 km lange Strecke beeindruckt einerseits durch ihre Schönheit und Beschaulichkeit, andererseits fordert sie auch Mensch und Maschine und ist zudem gespickt mit 24 Wertungsprüfungen.

Text: Bruno König Fotos: Ernst Lorenzi, Bruno König

Ein alljährlicher Höhepunkt der Ötztal-Classic ist die Fahrt aller Teilnehmer durch das historische Ortszentrum von Oetz. Dank des Obmanns des Oldtimer-Clubs Ötztal, Mike Falkner, der uns einen wunderschönen Jaguar MK-2 aus dem Jahr 1961 zur Verfügung stellte, war ich gemeinsam mit meinem Co-Piloten Jürgen Ehrenberger bei der 13. Auflage mittendrin. Veranstaltungen für klassische Automobile boomen. Allein in Österreich sind jährlich rund 140 Termine angesagt. Die Ötztal-Classic hat sich in ihrer 13-jährigen Geschichte zu einer besonders beliebten Sternfahrt entwickelt. In erster Linie wegen der wunderschönen Streckenführung im Ötztal und dessen fünf Seitentälern, aber auch deshalb, weil der Bewerb zur Österreichischen Staatsmeisterschaft zählt. Der Rettenbachgletscher mit über 2.800 m ist der höchste Punkt in Europa, der auf einer asphaltierten Straße mit dem Auto erreichbar ist.

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Spannung am Start Nachdem wir unsere Unterlagen samt Startkarte abgeholt und die Nummer 49 auf dem Jaguar montiert hatten, stieg auch die Spannung am Start. Das Starterfeld war mit 75 Fahrzeugen prall gefüllt. Mehr Startplätze kann und will der Veranstalter auch nicht vergeben. Vom Rolls Royce aus dem Jahr 1936 bis hin zum MINI, Baujahr 1999, reichten die automobilen Leckerbissen. Jedes Team bekommt eine exakte Startzeit zugewiesen, die man auf die Sekunde genau einhalten sollte. Ansonsten erhält man bereits beim Start schmerzliche Strafpunkte. Veranstaltungen für klassische Automobile unterscheiden sich im Vergleich zu üblichen Autorennen darin, dass nicht der Schnellste gewinnt, sondern der Gleichmäßigste, der auch alle Zeitvorgaben am besten erfüllt. Unsere Startzeit war mit 14:24:00 angegeben und wir rollten punktgenau von der Rampe. Die erste Etappe führte auf der abgesperrten Straße hinauf


Der zweite Tag Kraft für den nächsten Tag tankten wir im neu errichteten und sehr gelungenen Hotel Bergland in Sölden. Obwohl eigentlich kein allzu gutes Wetter vorhergesagt war, lachte die Sonne schon in der Früh vom fast wolkenlosen Himmel. Dies steigerte speziell bei den Teilnehmern mit offenen Fahrzeugen die Freude. Die erste Route führte uns talauswärts in das idyllische Gries im Sulztal. Natürlich mussten alle Zeitvorgaben auch hier wieder genau eingehalten werden. Die Grieser Ortsbäurinnen erwarteten uns bereits mit Kaffee und Kuchen und beschenkten die Teilnehmer mit selbstgemachter Marmelade.

Anschließend bewegte sich der Klassik-Tross nach Niederthai, wo bei einer kleinen Rast Kiachl mit Kraut gereicht wurden. Anschließend ging es nochmals auf über 2.000 m hinauf ins Kühtai – zum Mittagessen in den Dorfstadel. Von hier ging es zurück nach Sölden, wo schon die nächste Etappe auf uns wartete. Die beeindruckende Hochalpenstraße aufs Timmelsjoch, 2.509 m hoch und sehr frisch an diesem Tag.

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auf den 2.808 m hohen Rettenbachgletscher. Nach einer kurzen Stärkung rollten die Teilnehmer allesamt wieder zurück ins Tal nach Sölden. Von hier startete die zweite Etappe nach Oetz, wo am Abend ein Rundstreckenbewerb im historischen Ortskern am Programm stand. Dieser Bewerb war leider nicht vom Wetterglück begleitet, denn es schüttete wie aus Kübeln. Trotzdem säumten einige hunderte wetterfeste Zuschauer die Strecke. Der erste Tag fand seinen Ausklang bei einem herrlichen Classic-Abendessen im Hotel Kassl in Oetz.

Die letzte Wertungsfahrt führte uns nach Vent. Aber schon nach wenigen Kilometern sollte uns der Jaguar hier erstmals im Stich lassen. Dank der perfekten Organisation der Veranstaltung war der Pannenhelfer von der „Oldieklinik“ rasch zur Stelle. Der Fehler – eine verstopfte Tankentlüftung – war rasch gefunden und so konnten wir den Bewerb, wenn auch mit Verspätung, zu Ende fahren. Schlussendlich langte es noch für den 20. Gesamtrang, womit wir sehr zufrieden waren. Zurück bleibt der Gedanke an zwei wunderschöne Tage, eine tolle Veranstaltung in einem herrlichen Tal mit einem Geschichte erzählenden Jaguar sowie die Vorfreude auf die 14. Ötztal-Classic 2012.

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Gute Arbeit Die Franzosen gehen ihren Weg konsequent weiter. Der neue Citroën C4 ist ein qualitativ hochwertiges und modernes Auto geworden. Wir fuhren die fünftürige Schräghecklimousine mit 120 Benzin-PS. Die außergewöhnlichen Schalter und Anzeigen, die Citroën früher in seinen Modellen einsetzte, sind weitestgehend verschwunden. Schon beim Einsteigen wirkt alles sehr hochwertig und leicht bedienbar. Das schafft Sympathie und Vertrauen, wie auch die vier Sterne beim ADAC-Crashtest. Die Verarbeitung und Qualität der eingesetzten Materialien braucht sich vor deutschen – und auch anderen – Mitbewerbern nicht zu verstecken. Das geschäumte Armaturenbrett fühlt sich gut an, teilweise wurde feines Leder eingesetzt und Hartplastik ist fast kaum mehr vorhanden.

ferraumvolumen von 370 auf 700 Liter. Der 120-PSBenziner hat mit den knapp 1.300 kg nicht allzu viel Mühe. Recht spritzig und durchzugsstark lässt sich der Franzose bewegen. Einziger Kritikpunkt ist die Getriebeübersetzung. Bei längerer Autobahnfahrt hört sich der Motor durch die relativ hohe Drehzahl im 5. Gang recht laut an. Ein 6. Gang wäre wünschenswert. Die Fahrstabilität des C4 ist gutmütig und einwandfrei. Auf rasche Lenkbewegungen reagiert er gelassen und kontrolliert. Das leichte Untersteuern in schnellen Kurven ist ebenso unproblematisch.

Sicher und komfortabel

Unser Testverbrauch lag bei knapp unter sieben Litern. Ein recht guter Wert, da wir den Citroën recht flott bewegten und auch einige schnelle Fahrten auf deutschen Autobahnen dabei waren. Ab 16.990 Euro steht der Einstiegs-C4 momentan in der Preisliste. Damit liegt er im Preis-Leistungs-Verhältnis ganz weit vorne.

Das Fahrwerk des neuen C4 ist sehr komfortabel ausgefallen. Der Innenraum bietet vier erwachsenen Personen ausreichend Platz. Auch das Einsteigen auf der hinteren Bank fällt dank weit öffnender Hintertüren leicht. Bei umgeklappter Rückbank steigt das Kof-

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Es fehlt nichts Sieben Sitze, tolles „Kinetic-Design“, gute Fahrleistungen, sparsamer Verbrauch und zwei Schiebetüren. Dem neuen Ford Grand C-Max fehlt es an nichts. Im Test der 2,0 TDCi mit 163 PS.

Mit dem großen Galaxy feiert Ford schon seit vielen Jahren große Verkaufserfolge. Dies gelang später auch mit dem S-Max. Nun soll der kleinere Grand C-Max bei den Kompakten auch solche Erfolge feiern. Die Voraussetzungen dafür stehen prächtig. Denn Fords Neuer präsentiert sich im Test als echter Wunderwuzzi. Er sieht gut aus, hat jede Menge Platz – wenns sein muss für bis zu sieben Personen –, ist sparsam und gut verarbeitet. Der Grand C-Max unterscheidet sich insbesondere durch die zwei seitlichen Schiebetüren hinten. Diese ermöglichen nicht nur hinten bequemes Einstiegen, sondern sind auch praktisch. Die schnittigen Linien und Kanten und die keilförmig ansteigende Fensterlinie machen einen knackigen Familientransporter aus dem neuen C-Max. Völlig neu präsentiert sich der Innenraum. Die Materialauswahl ist recht gelungen und auch die Verarbeitung ist ordentlich. Jedoch dominieren auch in der gehobenen Ausstattungslinie Titanium doch noch recht viele Hartplastikteile das großflächige Armaturenbrett. Die Bedienung des

Text und Fotos: Bruno König

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Cockpits ist einfach und übersichtlich und greift den von Ford schon bekannten aktuellen Stil auf.

Flexibel und variabel Die beiden optionalen Sitze in der letzten Reihe lassen sich im Fahrzeugboden versenken und sind kinderleicht und blitzschnell ausgeklappt. Der in unserem atlantikblauen Testauto verbaute 2,0-Liter-Turbodiesel gehört zur neuesten Duratorq-Common-RailGeneration. Der 163 PS starke Selbstzünder verfügt über ein wuchtiges Drehmoment von 340 Nm und harmoniert dabei sehr gut mit dem gut abgestuften 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Trotzdem gibt sich der Alleskönner mit rund 6,5 Liter auf 100 km zufrieden. Das Fahrwerk punktet mit Ausgewogenheit auf der sportlicheren Seite. Die zahlreichen und hochmodernen Fahrassistenzsysteme inklusive dem Toten-Winkel-Assistenten unterstützen die Sicherheit der Passagiere maßgeblich. Mit einem Einstiegspreis von knapp über 21.000 Euro biete der Grand C-Max mächtig viel für sein Geld.

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OSTERMANN Innsbruck, Fürstenweg 93, Tel. 0512/281741, HOFER Neustift, Kampl/Gewerbezone 10, Tel. 05226/2661, NEURAUTER Stams-Mötz, Staudach 23, Tel. 05263/6410, SCHÖPF Imst, Industriezone 54, Tel. 05412/64526, HANGL Pfunds, Nr. 432, Tel. 05474/5273

DRIVE THE CHANGE

Der Wettbewerb zum Thema Umwelt. Machen Sie mit! Bewerben können sich Privatpersonen und juristische Personen (Unternehmen, Gemeinden, Vereine, Institutionen, Schulen,...) mit Wohnsitz bzw. Rechtssitz in Tirol-Südtirol-Trentino.

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Eingereicht werden können Ideen, Verbesserungsvorschläge, Projekte sowie allgemein bisherige Umweltaktivitäten und –maßnahmen. Einreichtermin ist Freitag 4. November 2011 Preise im Gesamtwert von Euro 7.000

Tirol · Südtirol/Alto Adige · Trentino

Informationen: www.umweltpreis.at - Tel: +39 0471 28 90 87

Ein Gemeinschaftsprojekt der Abteilung Umweltschutz/Tirol, der Landesagentur für Umwelt/ Südtirol, Agenzia provinciale per la protezione dell‘ambiente/Trentino und der Transkom KG. Mit freundlicher Unterstützung von


Luxus & Trends

Wiedergeburt einer Ikone Was macht eine Schweizer Uhr zur zeitlosen Ikone von Eleganz und Design? Im Fall von TAG Heuer LINK ist es eine unkonventionelle Ästhetik, eine glamouröse Geschichte prominenter Besitzer (Formel-1-Fahrer Ayrton Senna, die Tennislegenden Boris Becker und Monika Seles, Leichtathlet Colin Jackson, Fußballer Leonardo oder Golfer Tiger Woods) und perfekter Tragekomfort. LINK zählt zu den prestigeträchtigsten Produkten des Hauses TAG Heuer. Die Serie ist avandgardistisch, ergonomisch, urban und so herrlich am Boden geblieben neben den vielen Bling-Bling-Produkten der Konkurrenz. Die Symmetrie zwischen Zifferblatt und Armband ebenso wie zwischen den Gliedern des Armbands selbst erinnert an die fl ießende Leichtigkeit und Dynamik moderner Architektur: schnörkellose Linien in schimmerndem Stahl, funkelndem Glas und monochromen Text. Das kühne Design ist offen und direkt. Fast schwerelos schmiegt sich die Uhr ums Handgelenk und wirkt in ihrer markanten Formgebung zugleich ausgesprochen solide. Selten zuvor wurden Funktion, Komfort und unprätentiöse Ästhetik so elegant verschmolzen wie in der neuen Tag Heuer LINK. Erstmals lanciert vor einem Vierteljahrhundert, präsentiert sich die Uhr in ihrer heutigen Form deutlich schärfer gezeichnet, dynamischer und dem Zeitgeschmack angepasst. Dennoch zeigt sie deutlich, wo ihre Wurzeln liegen und dass manche Werte einfach zeitlos sind. TAG Heuer gesehen bei Juwelier Witzmann, Innsbruck

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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm Verwunderlich ist‘s ja nicht, dass Bang & Olufsen sich nun auch an die AppleJünger richtet, sind doch beide Marken bekannt für ihre außergewöhnliche Designsprache. Und so lancierte B&O kürzlich einen Kopfhörer (dank integriertem Mikrofon wird er gleich zur Freisprecheinrichtung), der sich vorwiegend an Nutzer von Apple-Produkten richtet. Die Bedienung erfolgt im Grunde gleich wie bei einem herkömmlichen iPhone-Kopfhörer, nur dass das Dänenteil eindeutig mehr Style hat. Und vor allem eines hat uns überzeugt: die Klangqualität. Super nicht nur für jenen, der die Kopfhörer trägt, sondern auch für die, die auf der anderen Seite sind. Denn die Umgebung hört nichts von Ihrer Musik mit und sollten Sie das EarSet 3i zum Telefonieren benutzen, merkt auch Ihr Gegenüber keinerlei Störgeräusche. Die einzelnen Teile der Bügel an den Hörern lassen sich zudem unabhängig voneinander drehen und passen sich perfekt an jedes Ohr an – selbst wenn Sie eine Brille tragen. Mit 210 Euro zwar kein Schnäppchen, ob der Qualität und dem Komfort aber durchaus einen Kauf wert. B&O gesehen bei IQ Tec, Innsbruck und Imst, www.iq-tec.at

Die unkomplizierteste Art, Pflanzen zu pflanzen Damit auch in der Wohnung oder im Büro echtes „garden feeling“ aufkommt – und das bei minimalem Pflegeaufwand –, hat Authentics zusammen mit Designer Patrick Nadeau ein System der „Raumbegrünung“ entwickelt. Der Name: Urban Garden. Die Taschen und Säcke der Serie bestehen aus einer robusten textilen Außenhaut und einem wasserdichten Innensack mit integriertem Drainagevlies, in den die Pflanze samt Erdballen einfach hineingestellt wird. Erhältlich ab rund 50 Euro bei möbel schrammel. www.schrammel.com


Kids entdecken die Welt – von der Tiefsee bis ins Weltall. Top: aufklappbare Querschnitte, die das Buch auch zum haptischen Erlebnis machen. „Große Entdecker“ von Stephen Biesty und Stewart Ross ist im Gerstenberg Verlag erschienen und geeignet für Abenteurer ab 8 Jahren. 96 Seiten, EUR 20,60

Watch out! Swarovski präsentiert mit seiner dritten Uhrenkollektion die zwei neuen Linien Aila und Citra, von denen uns vor allem Zweitere in der runden Variante ins Auge gestochen ist. Modern, elegant und zurückhaltend im Bling-Bling ist sie in unschuldigem Weiß am zeitlosesten und unkompliziertesten. Mit Preisen zwischen 280 und 350 Euro richtet sich die neue Kollektion vor allem an die neue, junge SwarovskiGeneration.

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Spielen, lesen, kochen

Kinder wollen bespaßt werden – am besten den ganzen Tag lang. Und immer wieder anders. Hier zeigen wir Ihnen Neues aus der Bücherwelt, wie Sie entspannt mit Kids kochen und was Lego für die Kleinsten, Kleinen und nicht mehr ganz so Kleinen aktuell in den Regalen zu bieten hat.

LEGO-Brettspiele: Im ersten Halbjahr brachte LEGO gleich fünf neue Gesellschaftsspiele in den Handel – eines davon ist „Ramses Returns“ (Bild oben), das in das Innerste der Pyramide von König Ramses führt. Seit August gibt es nebst drei anderen abwechslungsreichen Themenwelten auch Kultzauberer Harry Potter als Brettspiel (oben links).

Für einen kühlen Kopf

Auf einen Blick2 Knesebeck Verlag 160 Seiten, EUR 13,40

Kochen mit Kindern ist meist nur für die eine Seite ein Spaß. Ingrid Pernkopf zeigt in ihrem charmanten Eltern-Kind-Kochbuch Rezepte, die sich gemeinsam mit dem Nachwuchs unkompliziert umsetzen lassen, den Kleinen den Spaß am Kochen vermitteln und ihn den Großen nicht nehmen. Pichler Verlag, 180 Seiten, EUR 19,95

Ein Sammelsurium anschaulicher Antworten auf existenzielle Fragen wie: „Wie faltet man aus einem Handtuch einen Schwan?“

Kann man wissen ... muss man aber nicht. Es gibt Dinge, von denen man nicht genau weiß, wozu man sie wissen sollte. Dennoch kann solch „unnützes Wissen“ irgendwann hilfreich sein, und wenn es nur ist, um damit anzugeben. Oder kennen Sie jemanden, der sich mit dem Hieroglyphen-Alphabet auskennt, die häufigsten Familiennamen Großbritanniens weiß oder Hemdkrägen und Polizeimützen unterscheiden kann?

Ramses Returns, Alter: 7+, 13 Euro Harry Potter Hogwarts Alter: 8+, 35 Euro

LEGO Cars: Passend zum Kinostart des Animationsfilms „Cars2“ geht es auch bei LEGO rasant und abenteuerlich zu – für die ganz Kleinen und schon etwas Älteren. Der knallrote Flitzer Lightning McQueen und sein bester Freund, der Abschleppwagen Hook, sind nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im Kinderzimmer unterwegs.

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Vielleicht ist die Sonne nun endlich mal gekommen, um zu bleiben. Worüber wir froh wären, wenngleich so mancher Kreislauf die Schwüle und Hitze nicht so verträgt. Aber anstatt die Sonne abzubestellen, raten wir, den „Pinguino“ aufzustellen, denn die Klimageräte von De Longhi sorgen für schnelle Abkühlung und reine Luft – und sie sehen auch noch gut dabei aus. Erhältlich ab rund 430 Euro. Infos unter www.delonghi.at

Cars „Rennen in Tokyo V29“, Duplo Cars Alter: 2–5, 30 Euro

LEGO City: Der LEGO-Dauerbrenner. Ob Bahnhof, Flughafen oder Feuerwehreinsatz. In der Lego City gibt‘s für jeden etwas! Derzeit hoch im Kurs: die Polizei, dein Freund und Helfer. Polizeitruck Alter: 5–12, 40 Euro Polizeiboot Alter: 5–12, 30 Euro

Lightning McQueen V29 Alter: 5–12, 30 Euro Seit Anfang August ist der LEGO DUPLO Newsroom online. Eine eigene Elternecke gibt pädagogische Tipps für den Nachwuchs, außerdem gibt‘s jede Menge News und Spielspaß. www.LEGOnewsroom.de

Heike Brandt verpackt in „Schokolade & andere Geheimnisse“ den Alltag der kleinen Jana derart liebenswert, dass man beim Vorlesen selber Spaß hat. Kids ab 8 können die Geschichte auch selbst lesen. Gerstenberg Verlag, 176 Seiten, EUR 13,40

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Text: Sandra Nardin

München inside: Genial essen, günstig schlafen Ein Wochenende zu zweit in München – das muss einfach hin und wieder sein. Für alle jene, die es leid sind, für eine Übernachtung Preise jenseits von Gut und Böse zu bezahlen und trotzdem cool und sauber wohnen wollen, haben wir den ultimativen Tipp.

Die Hotelkette „motel one“ bietet viel Design für wenig Geld. Die Zimmer sind alle mit Doppelbett ausgestattet, beinhalten Flatscreen-TV, Klima und ein Badezimmer mit Regendusche, Waschtisch und WC. In allen Lounges hat man kostenfreien WLAN-Zugang, es stehen Internetterminals, Laptops und iPADs zum Verleih bereit. Ein Kind bis 6 Jahre übernachtet kostenlos im Zimmer der Eltern und frühstückt gratis mit. Motel One bietet diesen Service in Hotels in ganz Deutschland, neuerdings auch in Salzburg und ab 2012 in Wien an. www.motel-one.com Wer beim Essen das Besondere sucht, wird sich im Tramin richtig gut aufgehoben fühlen. „Kein Genuss ist vorübergehend. Das Restaurant betreten, sich den

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Koch- und Weingenüssen hingeben und den alltäglichen Zwang hinter sich lassen. Essen und Trinken auf Topniveau. Absolute Frische und beste Zutaten verwandeln sich in der Küche zu erstklassigen Kreationen.“ So beschreibt sich das Tramin selbst – und wir waren mit dieser Defi nition vollkommen einverstanden. Die Atmosphäre ist unkompliziert – auf den Tischen drinnen sowie draußen verrät noch nichts darüber, was in der Küche von Holger Baier vor sich geht. Hier entstehen unglaubliche Kreationen – vom Feinsten angerichtet –, die nicht nur das Auge des Genießers verzaubern. Die Speisekarte besteht nur aus einzelnen Wörtern, die auf die Zutaten der einzelnen Gerichte hinweisen. Sich überraschen und verzaubern zu lassen, das ist hier das Credo. Wir waren begeistert! www.tramin-restaurant.de

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Swarovski strahlt im

Mit einem Investitionsvolumen von rund 8,5 Millionen Euro wurde Swarovski Innsbruck in einen Ort des unmittelbaren, intensiven kristallinen Erlebens verwandelt und ist Sinnbild für die Investitionsfreude von Swarovski. Bereits 2004 entstand Swarovski Innsbruck, basierend auf dem erfolgreichen Wunderkammerkonzept der Kristallwelten in Wattens. Mit deren Eröff nung im Jahr 1995 war eine neue Idee der Markenpräsentation etabliert worden, die 2009 von Swarovski Wien abgerundet wurde. Besuchern und Kristallliebhabern sollen nicht nur Einkaufsmöglichkeiten geboten, sondern die Faszination von Kristall als inspirierendes Material und Medium nahegebracht werden.  Markus Langes-Swarovski, Mitglied der SwarovskiGeschäftsführung, lobt die konsequente Fortführung dieser Vision beim Umbau von Swarovski Innsbruck. „Kaum etwas könnte besser zeigen, wie wandelbar, erfahrbar und unmittelbar Kristall ist: Im Jahr 1995 wurde mit den Kristallwelten ein Denkmal für Kris-

tall gestaltet. 2011 wird mit Swarovski Innsbruck und diesem Gebäude ein Denkmal mit Kristall gestaltet.“ Aus Swarovski Innsbruck ist eine zeitgemäße, lichterfüllte Einkaufslandschaft geworden, die Geschichte mit Avantgarde kombiniert. Zudem verbindet Swarovski Innsbruck die gesamte Bandbreite der Produktwelten von Swarovski – Kristallkomponenten, Kristallobjekte, Schmuck und Accessoires sowie optische Präzisionsgeräte – mit zeitgenössischem Design und Gegenwartskunst.  Schon im Eingangsbereich findet die erste Begegnung mit Kunst statt: IM FACETTENREICH heißt der dreiteilige Werkszyklus des Tiroler Künstlers Thomas Feuerstein, der die Komplexität der Welt anhand des Motivs der Taufl iege und einer Verschränkung aus Kunst und Wissenschaft darstellt. Die Installation CRYSTAL MATRIX von Erwin Redl, einem österreichischen Lichtkünstler, der in den USA lebt und arbeitet, erschaff t eine mystisch-transzendente Welt aus Klang und Kristall. „Die Anteilnahme und Teilnahme mittels bewusstem ‚Da-Sein‘ ist ein integraler Bestandteil der Installation“, beschreibt Redl seine gestalterische Intention. Darüber hinaus finden sich an vielen Stellen, verteilt über die beiden Etagen, schon beinahe legendäre Innovationen aus und mit Kristall. Die Spiegelwand, angelehnt an den berühmten Kristalldom, die Kristalltreppe oder der berühmte Luster „Cascade“ sind nur einige der Blickfänge. Wie in einem kristallinen Prisma, das die Farben des Regenbogens reflektiert, verschmelzen bei Swarovski Innsbruck neue Ideen und Motive. Mit dem Shop und der neuen Bar entstand eine funkelnde Einkaufswelt, die nun als Erlebnisphänomen inmitten der Innsbrucker Altstadt strahlt. 

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Nach einem achtmonatigen Umbau eröff nete der Swarovski Shop in Innsbruck seine Türen – und präsentiert sich größer, moderner und vor allem facettenreicher. Die Landeshauptstadt Tirols, und damit die Hauptstadt der Heimat des Swarovski-Kristalls, besitzt ab jetzt einen der größten Swarovski Stores der Welt, und mit ihm ein einzigartiges Shoppingambiente: Mit einem avantgardistischen Auftritt, anknüpfend an das geschichtsträchtige Flair der Altstadt, und eingerahmt von einem der ältesten Häuser am Platz entsteht eine gelungene Verbindung zwischen Historie und Zukunftsdenken, zwischen Produktwelten und Gegenwartskunst.

Seit wenigen Tagen strahlt Swarovski Innsbruck heller als je zuvor. Seit Jahren ist der Standort in der Innsbrucker Altstadt funkelnder Anziehungspunkt rund um das Goldene Dachl. Nach umfassenden Umbaumaßnahmen eröffnete die neu gestaltete Markenwelt nun ihre Pforten.

SWAROVSKI INNSBRUCK Herzog-Friedrich-Straße 39 6020 Innsbruck Tel.: 0512 573 100 swarovski.innsbruck@ swarovski.com www.swarovski.com/innsbruck www.facebook.com/Swarovski Öffnungszeiten: täglich von 8 Uhr bis 19:30 Uhr

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Wo sich Sport und Wein vertragen Auf seinen Körper zu achten, sich selbst etwas zu gönnen und den Moment genießen, das hat im Thermenhotel Stoiser lange Tradition. Das vielfach ausgezeichnete 4-SterneHotel hat als einziges Haus an der Therme Loipersdorf einen hauseigenen Bade- und Saunabereich sowie ein exklusives Gesundheitszentrum. Auf über 2000 m2 trifft in diesem Refugium Fernost auf Steiermark. Zwischen hawaiianischer Lomi-Lomi-Nui-Massage und steirischer Weintresterpackung gönnt sich der Gast eine Auszeit im einzigartigen HimalayaSalzTepidarium. „Einige Längen im Pool beim Morgenschwimmen, eine Runde im Kneippbach und danach im kuscheligen Bademantel den Moment im Raum des Traumes genießen ... Herrlich.“

Sonnengarantie an der Weinstraße

Südliches Klima, Aktivmöglichkeiten ohne Ende und die Therme im Hotel. Im Thermenhotel Stoiser in Loipersdorf den Herbst in seiner schönsten Variante genießen.

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Aufgrund der mediterranen Temperaturen in Loipersdorf scheint hier meist die Sonne und der Herbst zeigt sich oftmals mit Sommertemperaturen. Die Region bietet grenzenlose Aktivmöglichkeiten wie Radfahren, Laufen, Wandern oder Golfen. Golfer zieht nicht nur das südliche Klima in die Region, sondern auch der weitläufige 27-Loch-Meisterschaftsplatz, wo Stoiser-Gäste 20 % Greenfee-Ermäßigung erhalten. Herbsttipp: Eine Wanderung oder Radtour auf der Thermenland-Weinstraße. Entlang dieser Route laden zahlreiche Vinotheken und Weingüter zur Verkostung der steirischen Weine und des berühmten Kürbiskernöls ein. Vor einer gemütlichen Einkehr empfiehlt sich noch ein Besuch der 850 Jahre alten Riegersburg mit herrlichem Ausblick. Doch ganz egal, wie man den Tag verbringt, abends meldet sich der Hunger. Kulinarisch spielt nun das

Hotel noch einen Trumpf aus, denn die Küche präsentiert sich als Gourmet-Treff punkt. Das Küchenteam weiß um die Kunst, aus steirischen Spezialitäten wie Kürbis und Apfel raffinierte Köstlichkeiten zu zaubern. Wer mag, kann danach nochmals zum Bademantel wechseln und einen nächtlichen Saunaaufguss in der Therme genießen. Die Stoiser-„Weinzeit“ ist bereits ab 229 Euro pro Person im DZ buchbar. Inkludiert sind 2 Nächte mit Halbpension, 2 Morgentarifkarten für die Therme, 1 Weintresterpackung, 1 Weinfibel inklusive Gutschein für 2 Weinverkostungen, 1 Rebstock pro Zimmer für zu Hause sowie alle Stoiser-All-Inclusive-Leistungen.

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****Thermenhotel Stoiser, 8282 Loipersdorf 153 Tel.: 03382/8212, thermenhotel@stoiser.com www.stoiser.com


Sein und Design Das Du Lac et Du Parc Grand Resort gehört zu den Vorreitern der Spitzenhotellerie am Gardasee. Als größtes Resort am Platz kombiniert es seit 1953 italienische Gastfreundschaft mit internationalen Qualitätsstandards. Seit dem Jahr 2000 wurde das Hotel um neue Bereiche und Gebäude erweitert und so eine spannende Symbiose verschiedener Stile geschaffen, die auf den ersten Blick ein wenig konträr sind, bei näherer Betrachtung aber zu einem ausgewogenen Ganzen kombiniert wurden. Für die erste Erweiterung (Frühstücksveranda, neuer Beautybereich) rund um das bestehende Hotel zeichnen die italienischen Architekten Lorenzo Carmellini und Rocco Magnoli verantwortlich, die sich u. a. durch die Gestaltung der Versace-Boutiquen einen Namen gemacht haben. 2002 startete zudem die Planung für den Bau des modernen Murialdo-Gebäudes mit 45 Designersu-

iten sowie der klassisch-eleganten La Villa mit 22 großzügigen Suiten mit einem wunderbaren Blick auf den insgesamt 70.000 qm großen Park und den See. Für Aktivurlauber, die in der Umgebung voll auf ihre Kosten kommen, und Familien eignet sich einer der 33 im Park gelegenen Bungalows hervorragend. Hier genießen Sie Ihre Unabhängigkeit und Privatsphäre, ohne auf die Annehmlichkeiten eines Tophotels verzichten zu müssen. Trotz der etwas progressiven Formensprache des Murialdo-Zubaus wurde die entspannte Atmosphäre nicht mit Moderne übertüncht, sondern ein Miteinander kreiert, mit dem jeder – und damit auch die Gäste – zufrieden ist. Wunderbar ergänzt wird das vielfältige Wohnprogramm durch ein ebenso wandelbares Gastronomieund Wellnessangebot, bei dem Torfanwendungen zur Spezialität des Hauses gehören.

Das Herz des Grand Resorts bildet das Hotel du Lac mit 159 Wohneinheiten. Designaffi ne Gäste fühlen sich in den 45 modernen Murialdo-Suiten wohl, während man in den 22 großzügigen Suiten der La Villa eher klassisch-elegant wohnt. Für Aktivurlauber oder Familien stehen 33 Bungalows zwischen 40 und 110 qm zur Verfügung.

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Wenn ein charmantes Hotel auf eine chice Villa, Designersuiten und familienfreundliche Bungalows trifft, dann befinden Sie sich im Du Lac et Du Parc Grand Resort am Gardasee, das sich zu einer in sich geschlossenen, kleinen Welt zum Abtauchen und Genießen entwickelt hat.

Du Lac et Du Parc Grand Resort Viale Rovereto 44 I-38066 Riva del Garda Tel.: 0039/0464/56 66 00 www.dulacetduparc.com Zimmerpreise ab 170 Euro für zwei Personen inkl. Halbpension.

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promotion

Text: Paul Salchner Foto: Vergeiner Weine

Zeit der Jungweine und der Wildspezialitäten Reges Treiben herrscht ab dem Spätsommer auf den Weingütern und dominiert das Geschehen bis in den Herbst hinein: Die Weinlese ist im vollen Gange. Schon bald kommen die ersten Jungweine auf den Markt. Der Herbst ist auch jene Zeit, in der sehr gerne Wildspezialitäten genossen werden, dazu häufig ein Glas Wein. Welcher Rebensaft zu welchem Gericht passt, wissen die Tiroler Weinhändler.

Wein ist ein sehr anspruchsvolles Produkt, das eine sorgfältige Behandlung verdient und nicht zuletzt eine fundierte Beratung beim Verkauf. Die bestens ausgebildeten Mitarbeiter in den zahlreichen Vinotheken in Tirol kennen ihre Weine und wissen bestens um ihren Zustand und ihre Entwicklung Bescheid. Sie sind es auch, die sich frühzeitig über die

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Qualität der neuen Weine informieren, damit sie ihren Kunden zu jedem Anlass den passenden Tropfen ans Herz legen können. „Viele Winzer sind heuer gezwungen, ihre Weine früher auf den Markt zu bringen“, ist Andrä Vergeiner überzeugt. Das hängt mit der mageren Ausbeute des vergangenen Jahres zusammen. In Österreich fiel die Traubenernte im Jahr 2010


um rund 25 Prozent geringer aus als im Durchschnitt der letzten Jahre. Vergeiner ist Weinhändler aus Leidenschaft und betreibt bereits in der vierten Generation ein Weinhandelshaus in Lienz. Weine von etwa hundert Weingütern mit klingenden Namen aus den berühmtesten Weinbauregionen der Welt importiert Vergeiner. Dem Trend zum österreichischen Wein schenkt er besonderes Augenmerk.

Jovén (Spanien), Novello (Italien) und Nouveau (Frankreich). „In Österreich handelt es sich bei den Jungweinen hauptsächlich um Weißweine, in anderen Ländern vorwiegend um Rotweine. Sie zeichnen sich durch ihren besonders spritzigen Geschmack aus. Getrunken werden Jungweine so ab Anfang Oktober“, erklärt Vergeiner.

Herbstzeit = Wild- und Weinzeit In Mitteleuropa wurde kürzlich mit der heißersehnten Trauben- oder Weinlese begonnen, wie im Weinanbau die Ernte der Weintrauben bezeichnet wird. In unseren Breiten erfolgt sie üblicherweise vom Spätsommer bis in den Herbst hinein, je nach Lage und Traubensorte unterschiedlich. Bei der manuellen (traditionellen) Lese werden die reifen Trauben von Hand abgeschnitten. Um die Qualität zu steigern, werden in manchen Fällen nur die besonders reifen Trauben ausgesucht (ausgelesen). In Deutschland und Österreich bildet die Auslese einen speziellen Weintyp innerhalb der Kategorie Prädikatswein. Im Unterschied dazu setzen viele Weingüter auf die maschinelle Weinlese. Dabei kommt ein Vollernter zum Einsatz, der sich über die in Reihen ausgerichteten Weinreben hinweg- oder links und rechts an ihnen vorbeibewegt. Dabei werden die Beeren abgeschüttelt und gelangen über ein Förderband in einen Auffangbehälter. Dieser wird regelmäßig entleert, die geernteten Trauben werden zur weiteren Verarbeitung abtransportiert. Dass die Ernte von Hand zeitaufwändiger und teurer ist, liegt auf der Hand. „Viele Weingüter setzen bewusst auf die Handlese und machen den Konsumenten darauf aufmerksam, um sich von anderen Erzeugern abzuheben“, weiß Vergeiner. Den bestmöglichen Zeitpunkt für die Weinlese zu bestimmen, ist gar nicht so einfach, wie man sich das vielleicht vorstellt. Die Trauben beginnen Anfang bis Mitte August zu reifen – sie bilden Zucker. Doch: Je mehr Zucker entsteht, desto stärker wird die Säure in den Trauben abgebaut. Um einen ausgewogenen Wein herzustellen, müssen die Winzer die Trauben dann ernten, wenn sich ihr Zucker-Säure-Verhältnis in einer optimalen Balance befindet.

Vorboten des Weinjahres Nicht nur für Winzer und Weinhändler, auch für viele Weinliebhaber ist der Herbst eine besonders spannende Zeit. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen sie die Wetterberichte und holen erste Informationen über die zu erwartende Qualität der neuen Weine ein. Schon alle sind gespannt, wie denn der Jungwein schmecken wird, und fiebern der ersten Verkostung entgegen. Gemäß der EU-Weinmarktordnung handelt es sich dabei um einen Wein, dessen alkoholische Gärung noch nicht beendet ist und der noch nicht „geklärt“, also von den Hefen getrennt, ist. Im Volksmund werden auch jene Tropfen als Jungweine benannt, die zum baldigen Genuss bestimmt sind. Weitere Bezeichnungen für Jungweine, mit zum Teil ähnlichen Bedeutungen, sind Heuriger und Junker (Österreich),

Doch nicht nur Weinliebhaber begeben sich im Herbst auf die Pirsch nach den jungen Weinen, sondern auch Gourmets jagen den lukullischen Köstlichkeiten hinterher. Wie keine andere Jahreszeit belohnt uns der Herbst mit den Schätzen der Natur in unendlicher Vielfalt. Neben edlen Weinen dürfen wir uns auf herbstliche Wildspezialitäten wie zartes Rehfleisch, geschmacklich etwas intensiveres Hirschfleisch oder das saftigere und fettreichere Fleisch von Wildschweinen freuen. Der Herbst ist aber auch die klassische Saison für Wildgeflügel wie Fasane, Wachteln, Rebhühner oder Wildenten. Dieses Fleisch von wildem Geflügel ist in der Regel sehr fettarm und gesund. Hinzu kommen noch Zutaten und Beilagen für Wildgerichte wie Pilze, Rotkraut, Preiselbeeren oder Spätzli. Gerade zu Wildspezialitäten sind Weine der ideale Begleiter, doch welche sind es im Besonderen? „Zu Reh und Hirsch empfiehlt sich ein klassischer Rotwein mit einer gewissen Fülle und einem guten Körper. Das rote Fleisch hat einen starken Eigencharakter, weshalb der stärkere Rotwein mit seinem Tanningehalt besser als leichte, säurereiche Weißweine passt. Sehr gut schmecken zum Beispiel ein reifer Burgunder, ein guter Blaufränkischer oder ein kräftiger Zweigelt. Zu Wildgeflügel eignen sich hingegen weiße Jungweine sehr gut“, empfiehlt Vergeiner. Neben dieser groben Einteilung hängt die Wahl des richtigen Weines nicht zuletzt davon ab, wie man eine Speise, etwa einen Hirschbraten, zubereiten oder würzen möchte. „Am besten macht man sich darüber Gedanken und geht dann zum Tiroler Weinhändler seines Vertrauens“, rät Vergeiner.

„Hirsch- und Rehfleisch haben einen starken Eigencharakter, weshalb klassische Rotweine wie ein Burgunder oder ein Blaufränkischer optimale Begleiter sind.“ Andrä Vergeiner

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Wussten Sie, dass … … es ca. ein Kilo Trauben braucht, um eine Flasche Wein von 75 cl herzustellen? … der babylonische König Hammurabi in seinen Codex im Jahr 1700 vor Christus Folgendes aufnehmen ließ: „Der Wein gehört zu den kostbarsten Gaben der Erde. So verlangt er Liebe und Respekt, wir haben ihm Achtung zu erweisen.“ … Wein in der Bibel in mehr als 500 Textstellen erwähnt wird? Auch über den ersten Winzer wird dort berichtet (Genesis, 9, 20-21): „Noah wurde der erste Ackerbauer und pflanzte einen Weinberg.“ … die Reblaus um 1860 aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt wurde und innerhalb von zwei Jahrzehnten fast den gesamten Rebbestand vernichtete? … der Weinschwärmer nicht zwangsläufig ein menschliches Wesen ist? Dabei handelt es sich um farbenprächtige Schmetterlingsarten, die ihre Raupen an den Rebstöcken in den Weingärten ablegen und die dort durch Fraß großen Schaden anrichten.

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eco.life

Mit viel Liebe geerntet


im Gespräch

19x Gold

LH-Stv. Hannes Gschwentner, Maskottchen Yoggl, Omega-Timing-Generalmanager Christophe Bertheud, Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Seefelds Bürgermeister Werner Frießer, Omega-Brandmanagerin Maria Fojtl, Innsbruck-2012-CEO Peter Bayer und ÖOCGeneralsekretär Peter Mennel

Zahlreiche ehemalige Olympia-Medaillengewinner mit Yoggl

Die Andrä Hörtnagl Produktion und Handels GmbH ist Österreichs Nr. 1 in Sachen Qualität. So konnte Betriebsleiter Gerhard Resch beim diesjährigen Qualitätswettbewerb der Deutschen LandwirtschaftGesellschaft (DLG) insgesamt 19 Goldmedaillen für Jausen-Wichtl, Spargel-Aufschnittwurst, Karreespeck & Co mit nach Hause nehmen. Dazu gab‘s zweimal Silber und viermal Bronze. Auch heuer waren sich die Sachverständigen der DLG wieder einig: Hörtnagl stellt Produkte her, die nach bester handwerklicher Praxis gefertigt werden und einen hohen Genuss und Qualitätsstandard verprechen. www.hoertnagl.at

Friedrich Auer, Doris Daum-Hörtnagl und Hans Plattner

Frische Vielfalt Ende Juni eröffnete MPRREIS sein neues Frischeparadies in der Höttinger Au in Innsbruck. Der modernste MPREIS-Markt Tirols beherbergt neben einer breit gefächerten Produktauswahl und zahlreichen Lebensmitteln aus der Region zudem ein großzügiges Baguette-Café/Bistro mit überdachter Terrasse sowie ein – dank viel Tageslichteinfall – helles Parkdeck mit 50 kostenlosen, extrabreiten Parkplätzen. Auch Innsbrucks Bürgermeisterin Mag. Christine Oppitz-Plörer zeigte sich bei der Eröffnung begeistert und lobte die Bodenständigkeit der heimischen Unternehmerfamilie Mölk. www.mpreis.at

Die Uhr tickt Am 13. Jänner 2012 beginnen in Innsbruck die Winter Youth Olympic Games – seit Mitte Juli läuft der Countdown auch offiziell. Im Beisein zahlreicher Vertreter des Landes und aus dem Sport wurde die OmegaCountdown Uhr in der Maria-Theresien-Straße gelüftet. Die Uhr ist rund zwei Meter breit und vier Meter hoch und zählt die Sekunden bis zum Beginn der Spiele. Omega ist nach 1964 und 1976 berits zum dritten Mal offizieller Zeitnehmer der Spiele.

Vertragsunterzeichnung Der Ski- und Outdoorbekleidungsprofi Schöffel fungiert ab sofort als offizieller Ausrüster und Partner des Österreichischen Olympischen Comité. Schöffel-Geschäftsführer Jürgen Nairz und ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel unterzeichneten kürzlich den mehrjährigen Vertrag, der neben der Einkleidung von Sportlern und Funktionären bei Olympischen Spielen auch die Förderung des Nachwuchses zum Ziel hat.

Festwochen-Eröffnung Mit einem Festakt im Spanischen Saal von Schloss Ambras eröffnete Bundespräsident Heinz Fischer die 35. Innsbrucker Festwochen, die bis Ende August mit zahlreichen Konzerten und einem umfangreichen Rahmenprogramm unterhielten. Foto li.: Landesrätin Beate Palfrader, LH Günter Platter, Bundespräsident Heinz Fischer mit Gattin Margot, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer Foto re.: Quantenphysiker Anton Zeinliger, Festwochen-Geschäftsführerin Christa Renk, Heinz Fischer und Alessandro De Marchi, Künstlerischer Leiter der Festwochen Fotos: Innsbrucker Festwochen/Martin Vandory

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Die Gastgeber Kurt (li.) und Heinz Thielmann mit Peter Zebisch (Mi.)

Franz Linser (re.) mit Evi und Andreas Landauer, Schmiedl-Armaturen

Auf Einladung von Pitagora-Geschäftsführer Robert Wittauer (r.) hielt der Schweizer Lotus-Guru Thomas A. Bryner (2. v. r.) einen Vortrag im Parkhotel Hall. Unter den Zuhörern: Giesswein-Chef Johannes Giesswein, kdg-Pressesprecherin Christine Frei und Recheis-Logistik-, IT- und Organisationsleiter Karl Ecke (v. l.) Foto: Pitagora

Absolute Vernetzung Anneliese Thielmann, die Seele des Betriebes, Gerhard Wastian (re.) und Anton Gomig, mit Ober-Küchenmeister Hans Haller Abteilung Hochbau/Landesregierung

Auf Einladung des Innsbrucker IT-Unternehmens und IBMPremier-Business-Partners Pitagora hielt der Schweizer Lotus-Guru Thomas A. Bryner einen Vortrag zum Thema Social Media. Sein Fazit: Unternehmen sollten sich rüsten, denn die Generation 2020 besteht auf absolute Vernetzung. Soziale Netzwerke ersetzen den Esstisch. Weitere Infos zum Vortrag, Tipps zum Umgang mit Social Media und mehr unter www.pitagora.at.

Dieter Probst, Markus Gamauf, Hannes Reindl, Peter Nadler und Julia Gerstl, Nader-Bau, Carina Heppke und Ing. Gerhard Stolz (v. li.) Innsbruck

Wenn die „Familie Wintergarten“ den Sommer feiert, ist dies gleichbedeutend mit einem legeren Mix interessanter Gäste, die sich bei kulinarischen Leckereien, ein paar guten Gläschen Wein und angeregten Gesprächen bestens unterhalten. So wieder geschehen Ende Juni, als die Thielmanns in ihre neu adaptierten Geschäftsräumlichkeiten geladen und damit die revolutionär flexible Transparenz mit dem Gefühl von gläserner Freiheit (nun auch an ihrem Standort in der Uferstraße) eröffnet hatten.

Vernissage

Unternehmensberaterin Monika Manzl mit Oliver Bareiß (li.) und Jörg Wigger, Sal de Sol

Das Alpbachtal war auch heuer wieder Treffpunkt der intellektuellen Elite. Alljährlich präsentiert die Galerie Schmidt etablierte österreichische Kunst als Rahmenprogramm des Europäischen Forums. Waren es im vergangenen Jahr Arnulf Rainers Masken, so sind heuer Grünter Brus‘ Bilddichtungen zu sehen. Zur Vernissage Mitte August konnte Gottfried Schmidt zahlreiche Gäste begrüßen, die den Abend zu einem kunstvollen Event machten.

Beachvolleyball-Sieger mit Veranstalter Gerhard Angerer

Woodsoccer Banana Joe‘s mit dem Zirbenholz-Pokal

Sonne, Schweiß und Südseefeeling Beim 1. Zillertaler Sportevent auf Sägemehl – dem Woodcup bei binderholz – kämpften 10 Volleyball- und 8 Soccerteams um den Sieg. In den Spielpausen erfrischten sich die zahlreichen Teilnehmer an der Cocktailbar und den eigens für den Woodcup angelegten Freiluft-Strandduschen. Bei der anschließenden Beachparty wurde noch fleißig gefeiert.

Delia Gstrein (li.) und Caroline Vedlin, proSPA, mit dem Jury-Vorsitzenden Franz Linser bei der Preisverleihung des European Spa Awards im Ferry Porsche Centrum in Zell am See

Wohlfühl-Kanzlei

SPAnnender Abend

Gleich zwei Anlässe zum Feiern gabs für Manzl Consulting in Wörgl. Mit einer großen Gartenparty und zahlreichen Gästen aus ganz Tirol wurde das 15-jährige Betriebsjubiläum sowie die Eröffnung des neuen Bürogebäudes gefeiert.

Anfang Juni fand heuer die 3. Verleihung der „European Health & Spa Awards“ unter den Augen zahlreicher Gäste aus ganz Europa statt. Insgesamt wurden die begehrten Preise in 9 Kategorien verliehen. Den Anfang machte die „Beste Produktinnovation“, als deren Sieger die proSPA GmbH mit ihrer neuen Organic-Linie „sacred nature“ von [comfort zone] hervorging. Wir gratulieren!

Galerist Gottfried Schmidt (re.) mit Erhard Busek, Präsident des Europäischen Forums Alpbach

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eco.life

Summertime à la Thielmann


im.gespräch Alpe Center feierlich eröffnet

Bruno König, Gerald Unterberger und Michael Saurwein

Terna-Geschäftsführer Peter Bereiter mit Jörg Tschoner

Franz Reich mit Gattin Tanja, Fa. Steinreich

Martin Holjevak mit Gattin Desiree, Tispa, und Gerhard Kapeller mit Gattin

Mario Manzl mit den RLB-Direktoren aus Hall und Steinach, Josef Graber und Andreas Mantl

Rechtsanwalt Josef Kantner mit Tina Gänzer und Angelika und Oliver Sprenger, Immo Center

Ingeborg Freudenthaler mit Hausherr Mario Manzl und Christian Sailer, Prok. Freudenthaler

Hans Berchtold, Morawa-BerchtoldTransporte, Arno Schafferer, Erdbau, mit Gattin und Mario Manzl

Peter Grünbacher, Alpekanal, Jennifer Nessler, Eventagentur Korrekt, Walter Leitner, Marinas Werbeagentur, und Moderator Bernd Obermayr

Markus Regensburger, Agentur Zweiraum, Alpekanal-Umweltbeauftragter Bernhard Weißkopf und Bodengutachter Thomas Stegner

Mag. Peter Pfleger, Wirtschaftstreuhand Tirol, Hans Pittracher, BTV, Sonja Pfleger und Marco Kammerer, Internetpeople

Maria Haidsengst, Rum‘s Vizebürgermeister Christoph Kopp, Michael Haidsengst, Terrakalor Installationen, und Karin Kopp

Mario, Mathilde und Iris Manzl, Alpekanal

Martina Höllrigl, Stadtmarketing, mit Freund Marko Harnisch, Retterwerk

Peter Schneider, Immo Center, mit Gattin Eveline

Viktor Haid im Unteridi-Kostüm

Am 30. Juli fand die Eröffnung des neuen Alpe Centers in der Römerstraße 16 in Thaur statt. Rund 350 geladene Gäste ließen es sich nicht nehmen, mit Firmengründer Mario Manzl und seinem Team das Gebäude feierlich einzuweihen. Für Unterhaltung und Verköstigung war bei der Eröffnungsfeier natürlich bestens gesorgt. So zeichnete Rosseo-Besitzer Jörg Tschoner für ein erstklassiges Flying-Catering verantwortlich und auf der Bühne unterhielten Janus & Patricia mit einer Mischung aus Pop, Rock und Loungemusik. Als besonderes Schmankerl gab es eine Überraschungseinlage des aus Funk und Fernsehen bekannten Viktor Haid, der sich mit Firmenmaskottchen „Gulliver“ ein Stelldichein gab. Das 2.000 qm große Firmengelände entspricht exakt dem Expansionskurs des Unternehmers. Startete er noch vor fünf Jahren mit 2 Hochdruckfahrzeugen, so kann er mittlerweile auf 20 Fahrzeuge und 40 Angestellte stolz sein. Mit einer Niederlassung in Wien und St. Pölten (NÖ) fasst die Alpe Kanal auch im Osten Österreichs Fuß und möchte so zum nationalen Dienstleister Nummer 1 in Sachen Kanalreinigung und Kanalsanierung werden.

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Willkommen im Paradies Charmante Damen und edler Komfort verwandeln ein paar Stunden in unvergessliche Augenblicke. Genießer und Verspielte werden gleichermaßen fündig.

Unvergleichliche Frauen. Unvergessliche Nächte. Lassen Sie sich überraschen von der Vielfalt unserer bezaubernden Damen. Das La Villa lässt Träume in Erfüllung gehen. Unsere Erotikfeen internationaler Herkunft freuen sich auf Ihren Besuch und begleiten Sie gerne stilvoll durch die Nacht.

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Der Eintritt in eine lustvolle Traumwelt.

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im.gespräch Tue Gutes und rede darüber

V. l.: Erich Kühn und Peter Müller (Club Wir), die betroffene Familie, Roman Ferdik und Harald Lechner (Soccer-Team)

Club-Wir-Tirol So der Name eines Vereins ehemaliger SOSKinderdorf-Kinder, der sich u. a. die Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen KinderdorfEntwachsenen, Kontakte zu den Müttern und Mitarbeitern der SOS-Kinderdörfer und das Schaffen von Interessengemeinschaften und gegenseitiger Hilfeleistung zum Ziel gemacht hat. Diverse Veranstaltungen und Benefizinitiativen tragen immer wieder zu einem regen Austausch bei. Kürzlich konnte zum Geburtstag von Hermann Gmeiner (Gründer der SOS-Kinderdörfer) zum 2. Mal ein Fußballturnier mit anschließendem Kinder- und Grillfest in der Hermann-Gmeiner-Akademie in Innsbruck ausgetragen werden. Der Erlös der Veranstaltung, die vor allem durch Spenden gestützt wurde, kam diesmal einer 5-köpfigen Tiroler Familie zugute, die zur Behandlung ihrer schwer behinderten Zwillinge dringend finanzielle Unterstützung für Therapien und Geräte benötigt. Dank des Soccer-Teams, das die Hälfte der Spendensumme beisteuerte, konnte ein Scheck über 4.000 Euro an die Eltern übergeben werden! Fördernde Mitglieder, Ehrenmitglieder und sonstige Unterstützer sind natürlich herzlich willkommen! Infos: www.club-wir-tirol.at

Extremradlerin Karin Gruber, Extremsportler Silvio Wildauer, Merkur-Landesdirektor Harald Spadinger, Karl Freundenthaler jr, Ingeborg Freudenthaler und Extremsportler Franz Venier Claudia Triendl, Merkur Versicherung, und Prok. Christian Sailer, Fa. Freudenthaler

Sporteln für den guten Zweck Gemeinsam mit dem Radsportverein ASV Inzing, dem Präsidenten des Landesradsportverbandes Harald Baumann, und Karl Heining, die das Freudenthaler-Team tatkräftig unterstützt haben, wurde die Benefiz-Rad- und Lauftour „Tour de Tirol“ wieder ein sportlicher wie gesellschaftlicher Topevent, dessen Reinerlös Initiatiorin Ingeborg Freudenthaler zur Gänze dem Verein licht.blicke – demenz.hilfe.tirol zur Verfügung stellt. Rund 170 Radler und Läufer – Hobbyfahrer, Sportgrößen und Wirtschaftsvertreter aller Branchen – stellten sich in den Dienst der guten Sache.

Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Organisatorin und Künstlerin Gabriela Nepo-Stieldorf, Kunsthistorikerin und Festrednerin Elisabeth Larcher und Waltraud Schreilechner, Leiterin der Hofburg Innsbruck Foto: Florian Schneider

Plattform für interkulturelle Begegnungen Das Keramik-Symposium in Innsbruck widmet sich nicht nur dem archaischen Material an sich, sondern entwickelte sich zu einem internationalen Kunst-Netzwerk. Neun Künstler aus Mexiko, Finnland, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Taiwan, Australien und Österreich kamen nach Innsbruck, um an Workshops an der HTL für Bau und Kunst und an der Pädagogischen Hochschule teilzunehmen. Die Ausstellung IKSIT – Internationales Keramik-Symposium Innsbruck/Tirol in der Innsbrucker Hofburg, bei der die Künstler ihre eigenen Meisterstücke präsentierten, war der Auftakt intensiven Arbeitswoche.

Behindert ist, wer behindert wird Um ein sportwissenschaftliches Studium beginnen zu können, müssen Studienanwärter ihre sportmotorischen Fähigkeiten im Rahmen einer Ergänzungsprüfung nachweisen. Zum Prüfungstermin im September 2011 können in Innsbruck nun erstmals auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Seh- oder Hörbehinderungen antreten, die bisher nach Wien verwiesen wurden. Infos: www.uibk.ac.at/isw/studium/

Wohltätiger Fußballclub Mit Humor Gutes tun Das Universitätsorchester spielte Ende Juni in Zusammenarbeit mit dem Round Table 19 zu Gunsten der Roten Nasen und unterstützte die beiden Clowns Agnes und Vinzent fleißig beim Sammeln von Spenden. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Christoph Ettlmayr, Präsident des Round Table 18, der auch gleichzeitig den Scheck über 5.000 Euro an die Roten Nasen übergab. Die 70 Musiker des Orchesters unterhielten die rund 250 Gäste des Abends bestens.

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Ab sofort werden die Spieler der WSG Swarovski Wattens in der Regionalliga West mit dem Logo des SOS-Kinderdorf auf der Brust einlaufen. Im Rahmen der Partnerschaft übernimmt Roland Kirchler die Funktion als Botschafter von SOS-Kinderdorf.

Die WSG Swarovski Wattens hat ihre Arbeit ganz der sportlichen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verschrieben und unterstreicht dieses – nicht nur sportliche – Engagement durch eine Partnerschaft mit dem SOS-Kinderdorf. So werden künftig 2 Euro (Vollzahler) bzw. 1 Euro (Ermäßigte) von jeder verkauften Eintrittskarte der Kampfmannschaft I an SOS-Kinderdorf gespendet. Geplant sind außerdem ein Benefizspiel im Alpenstadion Wattens sowie viele weitere Aktivitäten zugunsten der Kinderdörfer. Die Kampfmannschaft I unterstützt eine Einrichtung von SOSKinderdorf zudem im Rahmen einer „Hauptpatenschaft“ mit jährlich 3.000 Euro.


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Innovationen brauchen einen festen Boden! Innovationen können ein Wachstumsturbo sein. Die Wirtschaftskammer Tirol berät Sie bei Energie- und Umweltfragen, Patenten, Produktentwicklungen, Betriebsanlagegenehmigungen und Förderungen. Wachstum braucht Innovationen! Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.

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eco.nova Wirtschaftsmagazin September 2011