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Pellets

Heizテカl extraleicht

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Quelle: IWO, BMWFJ, Genol, proPellets Austria; Stand: 8. Juni 2011

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Chefredakteurin Mag. Ulrike Delacher delacher@econova.at

Der rote Faden ... ... ist in dieser Ausgabe grün. Grün für Bio, Nachhaltigkeit, Energie, Fairness, die innere Einstellung – und nicht zuletzt: für die Hoffnung. Aktuelle Krisen in der Lebensmittelbranche wurden des Langen und Breiten in allen Medien und vor den Gemüseregalen in den Supermärkten diskutiert. Sprossen und Co waren Schuld, Menschen sind ob ihrer Einnahme schwer erkrankt und sogar gestorben, Gemüsebauern in ganz Europa sind zum bitteren finanziellen Handkuss gekommen. Der Skandal hat auch ein Umdenken bewirkt: Wir besinnen uns darauf, dass wir Gemüse aus Tirol kaufen können und sollen, dass hierzulande auch gutes Fleisch und ein „glückliches Goggei“ erhältlich sind und dass wir im Winter nicht unbedingt frische Erdbeeren aus den Gewächshäusern im Mittelmeerraum brauchen. Wir können auf die Innovation, Qualität und Regionalität von Tirols Bauern zählen und heimische Produkte anderen vorziehen. Denn was letztendlich produziert wird, entscheiden wir als Konsumenten, Nachfrage bestimmt Angebot. Eine andere sehr schwerwiegende Krise bringt uns ebenfalls zum Überdenken unserer Konsumentscheidungen: Brauchen wir Kernkraft wirklich? Nein! Ökostrom heißt nämlich jene Energie, die aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Wind, Photovoltaik, Solar etc. hergestellt wird. Das Energiethema selbst spiegelt sich am Bausektor in Form von Passiv-, Niedrigenergie- und Energiesparhäusern wider, ab 2020 sollen beispielsweise nur mehr Niedrigenergiehäuser in Europa gebaut werden. Sollten Sie tatsächlich gerade ein Haus oder eine Sanierung planen, informieren wir Sie in dieser Ausgabe neben dem Thema Energie und Effizienz auch über die zahlreichen Landesförderungen für Menschen mit Weitblick und Bereitschaft zum nachhaltigen Handeln. Für eine sinnvolle Finanzierung raten wir Ihnen allerdings nicht zu Investments in Öko- und Ethikfonds. Diese liegen zwar stark im Trend und das Geschäft mit dem guten Gewissen boomt. Langfristig aber gibt es keinerlei signifikante PerformanceUnterschiede zwischen der Gesamtheit an Öko- und Ethikfonds und dem Weltaktienindex als Benchmark für die Entwicklung der globalen Aktienmärkte. Nicht über den grünen Klee loben wir im Moment noch die Elektromobilität: Zwar sind Elektroautos im Vormarsch und das E-Tankstellen-Netz wird zunehmend dichter, aber Alltagstauglichkeit und Anschaffungspreis der E-Autos bergen noch einiges an Entwicklungspotenzial. Diese Ausgabe bietet auch noch andere – ideologische – Farben: eco.nova hat im Exklusivinterview mit dem neuen ÖVP-Geschäftsführer Martin Malaun herausgefunden, was er über Agrargemeinschaften, Föderalismus und Gemeindearbeit denkt. Und wer sich für Vorschläge zur Nachhaltigkeit in der Bildungsreform des Bundes oder für neue Studienangebote in Tirols Bildungslandschaft interessiert, wird ebenfalls fündig – das Motto lautet: Gain Brain statt Brain Drain.

>CCH7GJ8@™6AIHI69I Das alles und vieles mehr lesen Sie in unserer „Grünen Ausgabe“. Nun aber grünes Licht für einen erholsamen Sommer! Ihre eco.nova-Chefredaktion

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leitthema GRĂ&#x153;N: gekennzeichnet durch den grĂźnen faden

seite 52: von der agentur an die spitze

eco.inhalt

eco.wirtschaft

032 worauf landwirte bauen Was kann ich heute noch essen und wo kommt es her?

012 grĂźne energie Seit der Liberalisierung des Strommarktes 2001 kann jeder Verbraucher frei entscheiden, woher er seinen Strom bezieht. Setzen Sie auf grĂźn!

014 gefordert und gefĂśrdert Ein kleiner Ă&#x153;berblick Ăźber FĂśrderungsmĂśglichkeiten fĂźr grĂźne Ideen.

020 grĂźn statt schwarz Der grĂźne Gedanke am Bau.

030 meister der mĂźlltrennung Tirol(er) und der MĂźll: Wie wir trennen und wie es richtig geht.

039 fairtrade Die Vision eines GĂźtesiegels.

040 bio â&#x20AC;&#x201C; salonfähiger trend eco.nova sprach mit Mr. Bio Ludwig Gruber Ăźber Bio in Hotels und im Allgemeinen

052 schwarze spitze Der neue HauptgeschäftsfĂźhrer der Ă&#x2013;VP, Martin Malaun, im Interview.

056 veränderter markt Ein Gespräch mit Christian Spiegl, Bereichsleiter Marketing & Verkauf in der Tirol Werbung.

060 steuer.berater 068 recht.aktuell

eco.zukunft 074 revolution in der jeansfärbung Textilwissenschaftler der Uni Innsbruck revolutionieren die Jeansproduktion.

076 green it Wie schmutzig sind Ihre Daten?

078 ausgezeichnete forschung Die Auswirkung von Umweltchemikalien auf die Hormone.

080 energieeffizienz Kosten sparen mit dem richtigen Energiekonzept.

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4 eco.nova


seite 84: aus-gebildet?

seite 118: kleiner brauner: audi A1

seite 124: ein hoch auf den sommer

082 green jobs

eco.mobil

eco.life

114 voll geladen?

124 entspannt erfrischt

Berufsbilder im Wandel.

084 eco.bildung

Sind Elektroautos wirklich die Zukunft? Wir haben uns aktuelle Modelle angesehen.

Heimat bis du großer Söhne und Töchter – doch bleibt Österreich es auch?

Endlich Sommer! Doch welcher Wein passt am besten?

126 im.gespräch

118 jetzt will i a eins Der kleinste Audi im Test.

eco.geld

120 ziel: formel-1-rennfahrer

100 nachhaltigkeitsfonds Öko- und Ethikfonds nüchtern betrachtet.

Der gerade einmal 18-jährige Dominik Baumann hat schon viel Automobiles erlebt.

Impressum Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, Fax: 290088-70, E-Mail: redaktion@econova.at, www.econova.at Geschäftsleitung: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin • Assistenz: Marina Kremser, Ruth Loreck • Chefredaktion: Mag. Ulrike Delacher, MSc Redaktion: eco.wirtschaft: MMag. Klaus Schebesta, Mag. Sandra Nardin, Bruno König, Stefan Becker, Renate Linser-Sachers, Julia Sparber, Doris Penna, Mag. Florian Krischan, Paul Salchner, Barbara Liesener, DI Caterina Molzer-Sauper, Mag. Barbara Wildauer • eco.geld: Dr. Michael Posselt, Michael Kordovsky • eco.kultur: Julia Sparber • eco.mobil: Bruno König • steuer.berater: Dr. Verena Maria Erian • recht.aktuell: RA Mag. Dr. Ivo Rungg • eco.gesundheit: Ulrike Delacher • eco.life: Marina Kremser Anzeigenverkauf: Ing. Christian Senn, Christoph Loreck, Bruno König, Mag. Sandra Nardin • Fotoredaktion: Florian Schneider • Titelseite: stadthaus 38 • Jahresabo: EUR 19,00 (14 Ausgaben) Druck: a-print, Klagenfurt Unternehmensgegenstand: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. Grundlegende Richtung: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Wellness, Steuern, Recht, Kulinarium und Lifestyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar.

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eco.mmentar

Die bösen Unternehmer Arbeiterkammer und Gewerkschaft pflegen das Klischee des „bösen Unternehmers“ und üben sich fleißig im Klassenkampf. Doch sie vergessen dabei, dass damit dem Standort und den heimischen Arbeitsplätzen ein Bärendienst erwiesen wird.

MMag. Klaus Schebesta

Text: Klaus Schebesta Foto: Florian Schneider

Die Spuren der Wirtschaftskrise sind noch frisch und schon setzen die Arbeitnehmervertreter wieder auf Konfrontation und öff nen die KlassenkampfMottenkiste. Dabei scheren sie sich wenig darum, dass sich die heimischen Betriebe in der Krise ordentlich benommen haben und beispielsweise das Instrument Kurzarbeit seriös eingesetzt haben. Auch kümmert Arbeiterkammer und Gewerkschaft nicht, dass mit exorbitant steigenden Rohstoff preisen und dem Griechenland-Desaster bereits wieder dunkle Wolken am Wirtschaftshorizont aufsteigen. Um aggressiv Mitglieder zu werben beziehungsweise diese scheinbar zufriedenzustellen, werden immer neue Forderungen aufgestellt, die realistisch betrachtet nicht erfüllbar sind. Beliebt sind auch Kampagnen, die neue Gräben zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufreißen.

Der Zahlenkrieg Es geht auch subtiler. Seit einigen Wochen taucht beständig die Behauptung auf, dass die Arbeitnehmer 80 Prozent des Steueraufkommens beitragen. Das bedeutet natürlich umgekehrt, dass die Unternehmer gerade einmal 20 Prozent der Steuerlast auf bringen. Doch die Lohnsteuer beträgt 22 Milliarden, die Einkommenssteuer 8 Milliarden Euro, dazu zahlen die Unternehmer satte 19 Milliarden für die Sozialbeiträge ihrer Mitarbeiter. Offenkundig geht es hier weniger um die Richtigkeit von Zahlen, sondern darum, Stimmung zu machen und zukünftige Anliegen von Unternehmervertretern prophylaktisch abzublocken.

Die Urlaubsfront

Der Schneckenspot

Bekanntlich konnte die Gewerkschaft medial einiges Aufsehen erregen, indem sie eine Woche mehr Urlaubsanspruch für die österreichischen Arbeitnehmer forderte. Was harmlos klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ausgewachsener Wettbewerbsnachteil für die heimischen Betriebe. Im europäischen Vergleich liegt Österreich mit 25 Urlaubstagen pro Jahr gemeinsam mit Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und Schweden bereits jetzt an der Spitze. Das Gleiche gilt bei den Feiertagen.

Die Arbeiterkammer gibt derzeit viele Mitgliedergelder aus, um in allen Massenmedien einen Mitarbeiter als Schnecke darzustellen, der zu selbiger in einem Gespräch beim Chef gemacht wurde. Damit werden Einzelfälle und platte Vorurteile zu generellen Eigenschaften von Unternehmern gemacht, was mehr als unangebracht ist. Noch dazu, wo 83 Prozent der heimischen Betriebe nicht mehr als fünf Mitarbeiter haben und der Chef selbst dort mit anpackt.

Die Sklaventreiber-Partie Doch die Gewerkschaft legt noch einen drauf. Sie sieht in Probezeiten tatsächlich „modernen Sklavenhandel“, was meilenweit an der Realität vorbeigeht. Selbst wenn einzelne schwarze Schafe unter den Betrieben dieses Instrument entgegen dessen Zielsetzung einsetzen, so hat es doch den unbestrittenen Vorteil, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einige Zeit lang beschnuppern können, um festzustellen, ob sie zusammenpassen. Auch hier werden

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einzelne negative Vorfälle verallgemeinert und eine für beide Seiten bewährte Regelung damit madig gemacht.

All diese Aktionen dienen einem allzu durchsichtigen Zweck, nämlich der Profi lierung von Arbeiterkammer und Gewerkschaft. Doch eines sollten die Arbeitnehmervertretungen nicht vergessen: Arbeitsplätze lassen sich nur schützen, solange es sie gibt. Überzogene Forderungen und gegenseitiges Aufhetzen sind nicht gerade hilfreich dabei, dem Standort Tirol und seinen Arbeitsplätzen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Den brauchen wir aber, um uns als Hochlohnland weiterhin gegen Billigkonkurrenz behaupten zu können.

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eco.mmentar

Verstehen wir wirklich alle zu wenig von Wirtschaft und Politik? Knappheit ist nicht das einzige Argument zum Sparen.

Text: Michael Posselt Foto: Birgit Pichler

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Es ist schon ein paar Wochen her, seit ein österreichischer Banker unsere Politiker im Zusammenhang mit der europaweiten Regulierung der Banken der wirtschaftlichen Inkompetenz bezichtigte. Auch wenn die Wortwahl einige als unangemessen bezeichneten, so erhielt der vorlaute Bankchef inhaltlich doch breite Zustimmung. Bis zur Gründung einer eigenen Wirtschaftspartei gingen die Überlegungen, die dazu führen sollten, mehr Wirtschaftskompetenz und Wirtschaftsvertreter – bislang fi nden sich solche nämlich nicht in der österreichischen Bundesregierung! – in die Politik zu bringen. Doch das würde unsere Probleme nicht lösen, diese sitzen nämlich viel tiefer. Es ist ja nicht so, dass nur die Politik die wirtschaft-

lichen Zusammenhänge nicht durchschaut (oder negiert?), sondern dies generell ein gesellschaftliches Phänomen darstellt. Nicht zuletzt genährt durch die Wirtschafts- und Finanzkrise wurde der Ton zwischen Arbeitnehmervertretern (die sich als Schutzherren der breiten Bevölkerung fühlen) und Unternehmern (die die Seite jener bilden, die diese Masse ausbeuten) zunehmend härter. Unter dem Vorwand der Verteilungsgerechtigkeit werden höhere Löhne bei gleichzeitig weniger Arbeit (Stichwort zusätzlicher Urlaubsmonat) gefordert. Unterstützt wird dieser soziale Klassenkampf auch von den Massenmedien, die die Mehrheit der Bevölkerung auf ihrer Seite weiß. Auf klärende


Die politische und gesellschaftliche Diskussion im Wohlfahrtsstaat ist geprägt von einer Anspruchsinfl ation – alles was fi nanzierbar ist, sollte auch fi nanziert werden –, was dazu führt, dass der Staat praktisch in alle Lebensbereiche eingreift und schließlich nirgends mehr seine verteilungsgerechte und wohlfahrtssteigernde Wirkung entfalten kann. Es kann längst nicht mehr die Rede davon sein, dass der Wohlfahrtsstaat seine Bürger gegen die existenzgefährdenden Lebensrisiken versichert. Er mutet sich und seinen Bürgern vielmehr die Intervention in jeden Bereich des sozialen Lebens zu: Unsere Schüler leiden an einer Leseschwäche – dann muss das Lesen mittels staatlicher Unterstützung gefördert werden. Die Büroarbeit führt zu Bewegungsarmut – es werden über die Sozialversicherung bezahlte Trimm-dich-Programme, Gesundheitskurse und Kuren organisiert. Tourismus und Gastronomie leiden – kann man da nicht etwas mit der Mehrwertsteuer machen? Die Beispiele könnten nicht endenwollend ausgedehnt werden: Denn aus diesem Blickwinkel sind alle irgendwie förderungswürdig oder bezugsberechtigt, die Jungen und die Alten, die Familien und die Einsamen, die, die zu dick sind, ebenso wie die Dünnen, und wer weder das eine noch das andere ist, fordert unter Hinweis auf die anderen, dass auch für ihn noch etwas getan werden müsse, schließlich zahle ja auch er in das System Sozialstaat ein. Dass zuerst verdient werden muss, was hintennach verteilt werden kann, scheinen die meisten Bürger dabei zu vergessen oder zumindest zu verdrängen, und dass es schlussendlich wieder sie selbst sind, von denen es genommen wird, wird ihnen erst beim Blick auf den Lohnzettel bewusst, wo die Summe der Abzüge immer größer wird. Unternehmern ist es schon viel eher klar, dass sie das halbe Jahr für den Fiskus und den Rest der Zeit für alle möglichen anderen Abgaben und last, but not least für ihre Mitarbeiter arbeiten. Unter diesem Aspekt wäre es wahrscheinlich oft besser, wenn wir auf die eine oder andere Transferleistung, Subvention oder Förderung verzichten würden und nicht mit Blick auf den Nachbarn für uns das fordern, was auch ihm zugestanden wurde. Bislang scheint das Argument der Knappheit (oder fehlenden Mittel) das einzige gegen eine weitere Expansion des Wohlfahrtsstaates zu sein. Doch sollten wir wirklich alles, was wir können? Zur Zeit leben wir (noch) in einer politischen Welt, die genau davon überzeugt ist (oder nicht anders kann). Wären genügend Mittel da, so befi ndet sie, entfielen alle Argumente gegen das, was dann folgerichtig „Kürzungen“ heißt.

Herbert Paierl und Markus Heingärtner (als Herausgeber) widmen sich in ihrem Buch „Reformen ohne Tabu. 95 Th esen für Österreich“ solchen und zahlreichen weiteren Fragen zur Weiterentwicklung von Staat und Gesellschaft und kommen dabei unter anderem zum Schluss, dass wir als Erstes unser politisches System ändern müssen, damit sich etwas bewegen kann. Denn solange der Großteil der Parlamentarier nicht den Interessen ihrer Bürger verpfl ichtet ist, sondern denen anderer Gehaltszahler oder Wegbegleiter, werden sie nicht unsere, sondern deren Interessen vertreten. Daher ist die österreichische Demokratie längst keine parlamentarische Bundesrepublik mehr, deren Recht vom Volk ausgeht und wie in der Verfassung festgelegt, sondern eine nichtrepräsentative Parteiendemokratur.

Dr. Michael Posselt eco.nova-Finanzredaktion

Doch wenn wir wollen, dass sich daran wirklich etwas ändert, so dürfen wir nicht (er)warten, dass sich das System von selbst verändert, sondern müssen wir es selbst verändern. Entscheidend ist, dass wir Bürger zeigen, dass wir keine Lemminge sind und auch keine trägen Wohlfahrtsbürger, die ausschließlich bei Kaffee und Kuchen oder im Wirtshaus über den Zustand unserer Republik klagen, sondern aufrechte Bürger eines Landes, für das wir auch Verantwortung tragen.

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Wirtschaft & Unternehmen

Unternehmen auf dem Prüfstand Testkunden des auf Mystery Shopping spezialisierten Unternehmens MWC haben erneut verdeckte E-Mails – so genannte Mystery Mails – via Homepages an zahlreiche bekannte Firmen in Österreich geschickt und damit die Responsequalität ermittelt. Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie lange es dauert, bis eine Kundenanfrage beantwortet wird und wie die Qualität der Anwort erfolgt. Dabei wurden insgesamt 59 Firmen in acht verschiedenen Branchen vom Baumarkt bis zur Versicherung willkürlich ausgewählt und mit jeweils einer Kundenanfrage per Mail angeschrieben. Basis hierfür bildete ein aus 23 Fragen be-

stehender Fragebogen, der die Kriterien Wartezeit, Kontaktdaten, Stil, Qualität und Kundenbindung beurteilte. Keine einzige der eingegangenen Antworten wurde mit dem Optimalwert von 100 % beurteilt, dennoch lässt sich eine deutliche Steigerung zu früheren Checks erkennen. 2008 wurden duchschnittlich 52,24 % erreicht, 2010 schon 66,05 % und heuer 69,14 %. Das bedeutet, dass die E-Mail-Kultur seitens der Testkunden nur zu rund zwei Drittel als „den Erwartungen entsprechend“ eingestuft wurde. Von den insgesamt 59 verschickten Anfragen wurden 46 innerhalb von 2 Tagen beantwortet, der Rest antwortete entweder überhaupt nicht oder erst sehr verspätet. So zeigt sich, dass alle Firmen zwar höchste Priorität auf eine tolle Homepage legen, aber den virtuell gestellten Fragen immer noch deutlich zu wenig Bedeutung beimessen.

Die Sieger: Vier Unternehmen haben sich indes deutlich herauskristallisiert: Erste Bank, Bank Austria-Creditanstalt, SPAR und MPREIS erreichten jeweils fast 95 %!

Genussinvestition Zillertal Bier investiert in Genuss, also eigentlich in neue Gär- und Lagertanks, die die Basis für neue Bierspezialitäten bilden. Durch die neuen technischen Voraussetzungen kann gemeinsam mit den Kunden eine zeitgemäße Bierkultur weiterentwickelt werden. So wurden vor kurzem sechs neue Tanks ins Brauereigebäude am Ortsrand von Zell am Ziller integriert. Vier dieser Tanks fassen ein Vermögen von 192 hl und sichern zukünftig die Herstellung weiterer neuer Bierspezialitäten. Die zwei anderen Tanks erhalten ein Volumen von 730 hl und gewährleisten lange Lager- und Reifezeiten für höchste Qualität.

BUCHTIPPS Kennen Sie Günter? Günter ist Ihr innerer Schweinehund, er lebt in Ihrem Kopf und bewahrt Sie vor allem, was neu, mutig oder anstrengend klingt. „Mach es so wie immer!“ und „Fang lieber erst morgen an!“. Günter ist der Erfolgsverhinderer vom Dienst. Besser also, Günter bekommt ein paar Tipps, wie er Sie in Zukunft motiviert. Die Günter-Bücher aus dem Gabal Verlag (www.gabal-verlag.de) führen Sie auf eine spannende Reise durch wichtige Erkenntnisse und helfen Ihnen bei der Bekämpfung Ihres persönlichen Schweinehundes. 16 verschiedene Titel, je lohnende 10,20 Euro Learning by reading Und wenn Sie schon beim Verändern sind: Rund 40 Arbeitshefte zu unterschiedlichsten Themenbereichen bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Die Arbeitshefte zu je 16,40 Euro sind als Selbstlernmaterial konzipiert und bieten viele Möglichkeiten, sich gemäß den individuellen Lernbedürfnissen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

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eco.wirtschaft Fordern den richtigen Umgang mit Lebensmitteln, v. l.: Caritas-Direktor Georg Schärmer, Alexander Würtenberger (Abfallwirtschaft Tirol Mitte), Barbara Moser (SPAR), BOKU-Expertin Felicitas Schneider, Diätologin Angelika Kirchmaier und Forum-Land-Bezirksobmann Hermann Gahr Foto: Forum Land

Mehr Geld für Urlaub als für Bildung Die Österreicher geben pro Jahr weit mehr für ihren Urlaub als für Bildung und Erziehung aus. In Summe waren es im vergangenen Jahr nahezu 4 Mrd. Euro, das entsprach einem Schnitt von rund 1.100 Euro pro Haushalt, geht aus einer aktuellen RegioPlan-Studie hervor. Die Ausgaben für Alkohol und Zigaretten sind in etwa gleich hoch, jene für Bildung und Erziehung um rund 40 Prozent niedriger. Auch wenn die Urlaubsausgaben verglichen mit dem Krisenjahr 2009 wieder gestiegen seien, so konnte das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht werden, heißt es. Jedoch seien die Aussichten für 2011 „sehr optimistisch“. Die Urlaubspräferenzen haben sich allerdings über die Jahre verändert: „Die Zeiten, in denen die meisten Österreicher ihren Sommerurlaub am Strand von Bibione, Caorle oder Lignano verbrachten, sind langsam vorbei“, bemerkt RegioPlan-Geschäftsführerin Hanna Bomba-Wilhelmi. Die Bedeutung von Bade- und Strandurlauben nehme kontinuierlich ab, Aktivurlaube, Studien- und Städtereisen seien immer gefragter. Inzwischen rangiert der Badeurlaub nur noch auf Platz vier der beliebtesten Urlaubsarten, der Aktivurlaub dagegen auf Platz 1. (APA)

Zu kostbar für den Restmüll Diese Zahl erschreckt: 8 % des Tiroler Restmülls (1.600 Tonnen jährlich!) sind genießbare Lebensmittel, Speisereste nicht mit eingerechnet. Auch die Biotonne fehlt bei dieser Angabe. DI Felicitas Schneider von der Universität für Bodenkultur in Wien: „In der gesamten Lebensmittelkette vom Urproduzenten bis hin in den Handel werden Produkte weggeworfen, denen eigentlich nichts fehlt. Die Schätzungen weltweit reichen von 10 bis 50 % an Verlusten. 2009 wurden etwa in Europa 11,5 Tonnen an Tafeläpfeln produziert, obwohl der Markt nur 10 Tonnen verträgt. Das heißt, das Obst kommt oft gar nicht in die Läden. Auch im Haushalt fehlen die Übersicht und die Eigenverantwortung. „Früher hätte es eine Rüge gegeben, wenn ein Lebensmittel im Müll landet. Dieses Bewusstsein fehlt vielerorts“, so Ernährungsexpertin Angelika Kirchmaier. Für sie beginnt alles beim richtigen Einkauf und der richtigen Bevorratung. „Mit so genannten Schnäppchen wie ‚Zahl 2, nimm 3‘ schießen wir oft übers Ziel hinaus. Vieles davon wird zu Hause gar nicht gebraucht und wandert doch in den Einkaufskorb“, meint die ausgebildete Diätologin, mahnt zu bewussterem Einkauf und weiter: „Die Sinne werden komplett begraben. Man schaut gar nicht mehr, ob ein Lebensmittel überhaupt noch genießbar ist, bevor man es wegwirft, sondern nimmt das Mindesthaltbarkeitsdatum als Grenze. Dabei sollte man einfach schmecken und riechen und dann erst beurteilen.“

Vielfalt von Lebensformen 2. meritus-Unternehmenspreis für gay-friendly Unternehmen Bereits das zweite Mal wird der meritus-Unternehmenspreis von Queer Business Women (QBW) und austrian gay professionals (agpro) ausgeschrieben. Der Preis richtet sich an Unternehmen, die die Diversity-Dimension „sexuelle Orientierung“ beispielhaft vorleben. meritus bittet Unternehmen vor den Vorhang, die sich besonders für Chancengleichheit, Fairness und Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben am Arbeitsplatz ein einsetzen. Beispiele sind die Berücksichtigung der sexuellen Orientierung im Firmenleitbild, freiwillige So Sozialleistungen für die Partner/innen, die Personalentwicklung oder ein vorbildlicher Umgang mit D Diskriminierung.

Einreichfrist bis 15.9.2011, Kategorien: KMU und Großunternehmen E 2 2011 kommen bei der Auslobung erstmals zwei verschiedene Kriterienkataloge zur Anwendung: Eine K Kategorie bezieht sich auf kleine und mittlere Unternehmen (bis 250 Mitarbeiter/innen), die zweite ri richtet sich an Großunternehmen (ab 251 Mitarbeiter/innen). Einreichungen kann man bis 15. Septembe ber vornehmen, Informationen zum Einreichprozedere sind auf der Website www.meritus.or.at abrufba b bar. Die Verleihung des Preises findet am 20.10.2011 statt, der erste meritus 2009 erging ex aequo an den IITIT-Konzern IBM sowie an das Beratungsunternehmen equalizent. Den offiziellen Ehrenschutz für den 22. m meritus-Unternehmenspreis übernimmt KR Brigitte Jank, Präsidentin der WK Wien.

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Grüne Energie Ökostrom bedeutet elektrische Energie, die auf ökologisch vertretbare Weise aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird. Dies geschieht in Abgrenzung insbesondere zu Kernkraft, Kohle und Erdöl. Ökostrom wird derzeit hauptsächlich mittels Wasserkraft, Windenergie, Photovoltaik, Biogas, Biomasse, Solarthermie und Geothermie produziert. Seit der Liberalisierung des Strommarktes im Jahre 2001 kann jeder Verbraucher frei entscheiden, von welchem Anbieter er seinen Strom bezieht. Weil alle Verbraucher Strom aus demselben Verbundnetz beziehen und Strom physikalisch immer gleich ist, hat der Bezug von Ökostrom zwar keine direkte Auswirkung auf den beim einzelnen Kunden gelieferten Strom, aber auf den Strommix insgesamt! 12 eco.nova


Text: Caterina MolzerSauper Fotos: Zimmermann Bau

Bemerkenswerterweise stammen fast 40 % aller in der EU installierten Kollektoren aus Österreich. Sonnenenergie ist regenerative Energie, ihre Nutzung wird daher in vielen Ländern gefördert. Der Landesenergieversorger TIWAG bietet eine sogenannte Photovoltaikaktion, bei der private Anlagenbetreuer ihren Überschussstrom um das rund Zweieinhalbfache des üblichen Marktpreises in das TIWAG-Stromnetz einspeisen können. Zudem arbeitet das Land Tirol im Rahmen eines EU-Projekts an einer tirolweiten Solarlandkarte zur verstärkten Nutzung von Sonnenenergie. Die Anzahl der Tiroler Unternehmen, welche sich mit dem immer aktueller werdenden Thema Photovoltaik beschäftigt, wächst stetig. Auch Westösterreichs größtes Elektrounternehmen FIEGL+SPIELBERGER steigt ins „sonnige“ Geschäft und schafft damit neue Arbeitsplätze und baut sein Firmengebäude in Innsbruck aus.

Windenergie Bei der Windenergie handelt es sich um kinetische Energie der bewegten Luftmassen der Atmosphäre, weshalb sie ebenfalls zu den erneuerbaren Energien zählt. Die Windenergie-Nutzung mittels Windmühlen (heute zur Stromerzeugung mit Windkraftanlagen) ist eine seit dem Altertum bekannte Möglichkeit, um Energie aus der Umwelt für technische Zwecke verfügbar zu machen. Aufgrund der Unstetigkeit des Windes kann die mit Windenergieanlagen gewonnene elektrische Energie nur im Verbund mit anderen Energiequellen oder in sehr kleinen Stromnetzen mit Speicher für eine kontinuierliche Energiebereitstellung genutzt werden. Die Schwerpunkte der österreichischen Windenergienutzung (ca. 4 % der Stromerzeugung) liegen in Niederösterreich und im Burgenland.

Sonnenenergie Als Sonnenenergie oder Solarenergie bezeichnet man die von der Sonne durch Kernfusion erzeugte Energie, die in Teilen als elektromagnetische Strahlung zur Erde gelangt. Neben den „natürlichen“ Effekten, welche durch die Sonne entstehen, wie z.B. die Erderwärmung, die Photosynthese der Pflanzen, die Windentstehung durch Luftdruckunterschiede, der Wasserkreislauf der Erde ..., gibt es zunehmend eine technische Nutzung, vor allem im Bereich Energieversorgung. Mit Hilfe der Solartechnik lässt sich die Sonnenenergie auf verschiedene Arten nutzen: • Sonnenkollektoren erzeugen Wärme (Solarthermie bzw. Photothermik) • Sonnenwärmekraftwerke erzeugen mit Hilfe von Wärme und Wasserdampf elektrischen Strombedarf

In Tirol machte erst kürzlich der geplante Windpark zwischen Sattelberg und Sandjoch, mit geplanten 31 Windrädern auf Südtiroler Seite, viel Wind. Noch nie sind die Alpenvereine von Deutschland, Italien und Österreich so geschlossen gegen ein geplantes Projekt in den Bergen aufgetreten. In einer Petition an die Südtiroler Landesregierung und den Projektbetreiber formulierten die Windpark-Brenner-Gegner ihre Bedenken, wie z.B.: Zerstörung der alpinen Landschaft durch zusätzliche Straßen, Hochspannungsleitungen, Materialseilbahnen, Montageplätze, Gefahr für Vogelzug und ein Einbruch im Wandertourismus der Region. Das erklärte Ziel der Windparkgegner, zu denen neben Naturschutzverbänden auch der Tiroler Landesumweltanwalt und die Tiroler Landesregierung zählen, sind eine genaue Überprüfung der Standorteignung und eine Machbarkeitsstudie für Tirol. Erneuerbare

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eco.wirtschaft

• Pflanzen werden so verarbeitet, dass nutzbare Flüssigkeiten (z.B. Ethanol, Rapsöl) oder Gase (Biogas, Methan) entstehen • Solarzellen erzeugen elektrischen Gleichstrom (Photovoltaik)


Tiroler Strommix

Energie ja, aber nicht um jeden Preis, heißt es zu diesem Thema in einer Aussendung der Naturfreunde.

Wasserenergie Wasserkraft (auch Hydroenergie) bezeichnet die Umwandlung potenzieller oder kinetischer Energie des Wassers über Turbinen in Rotationsenergie. In früheren Zeiten wurde diese mechanische Energie in Mühlen direkt genutzt, heute überwiegt die weitere Umwandlung über Generatoren zur Stromerzeugung in Wasserkraftwerken. Je nach Topographie, Energiewirtschaft und Betriebsweise unterscheidet man verschiedene Anlagentypen, wie z.B. Laufwasserkraftwerk, Speicherkraftwerk, Gletscherkraftwerk, Wellenkraftwerk und andere. Die Nutzung von Wasserkraft wird zwar als besonders ökologisch anerkannt, mit ihr sind jedoch, durch den Bau von Kraftwerken, teilweise erhebliche Eingriffe in die Natur verbunden. Um dem Spannungspotenzial zwischen Klima-, Natur- und Gewässerschutz gerecht werden zu können, sollte daher in erster Linie der Ausbau von bestehenden Anlagen bzw. die genaue Prüfung aller Vor- und Nachteile bei der Errichtung eines neuen Wasserkraftwerkes in Angriff genommen werden. Von Seiten der EU bestehen Bemühungen, die Nutzung der Wasserkraft in den Mitgliedsländern europaweit auszuschreiben. Um diesen Ausverkauf der heimischen Wasserkraft zu verhindern, wird derzeit von Seiten der Tiroler Landesregierung ein Kriterienkatalog, unter Beteiligung sämtlicher Experten und der betroffenen Organisationen, zum sinnvollen Ausbau der heimischen Wasserkraft erstellt. Es sollen jene Projekte herausgefiltert werden, die nach einer gesamtheitlichen Betrachtung von Naturschutz, Raumplanung, Gewässerökologie, Wasser- und Energiewirtschaft ökologisch vertretbar und wirtschaftlich sinnvoll sind. „Je mehr Energie ein Projekt produziert und je weniger Natur es zerstört, desto besser wird es bewertet!“, so LHStv. Anton Steixner. Priorität haben laut Landeshauptmann Platter vor allem die Leitprojekte der TIWAG – Ausbau Kaunertal und Sellrain-Silz sowie das Kraftwerk am Tauernbach. Entschädigungsmodelle für die betroffenen Gemeinden sind geplant, daneben soll seitens der TIWAG auch ein Konzept zum Ausbau der Tiroler Energieautonomie erstellt werden, für die Verbesserung der Energiemischungen zur Versorgung der Endverbraucher und zur Verringerung der Auslandsabhängigkeiten.

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Die TIWAG als Landesversorgungsunternehmen und die IKB als landeshauptstädtlicher Stromversorger sind hauptsächlich verantwortlich für die Energieversorgung in unserem Land. Ab sofort gewährleisten beide Unternehmen allen Tiroler Kunden eine atomfreie Stromkennzeichnung. Durch Zukauf von Herkunftsnachweisen wird der bisher 27-prozentige „Graustrom“-Anteil aus der Tiroler Stromversorgung eliminiert. Ersetzt wird dieser insbesondere durch den Zukauf von Zertifikaten aus Wasserkraft und aus vergleichsweise umweltfreundlichen Erdgaskraftwerken. Die neue Stromkennzeichnung (Labeling) wird – beginnend mit Juni 2011 – auf den Kundenrechnungen ausgewiesen. Für die Kunden wird der Strom nicht teurer, denn die Mehrkosten werden bis auf weiteres von den Energieversorgern übernommen. Durch den europäischen Handel mit Herkunftsnachweisen kann unzertifizierter Strom gegen zertifizierten Strom ausgetauscht werden. In Österreich werden die Herkunftsnachweise in einer Datenbank der Energiekontrollbehörde E-Control zentral verwaltet. Es wird versichert, dass der Strom aus einer bestimmten Erzeugungsform – wie z.B. Wasserkraft, Biomasse, Windkraft, Photovoltaik, Gas – in dieser Menge auch tatsächlich in das Stromsystem eingespeist wurde. Mit diesen Weichenstellungen setzen die TIWAG und die IKB ein gesellschaftspolitisches Signal für die Energiewende, auch wenn sich elektrophysikalisch in der Steckdose kurzfristig nichts ändert. Jedenfalls ausgelöst wird damit aber ein bedeutender ökonomischer Lenkungseffekt für das künftige Investitionsverhalten der Stromerzeuger: nämlich eine verstärkte Förderung der Produktion aus erneuerbaren Energiequellen, wie sie IKB und TIWAG z.B. mit dem Ausbau der heimischen Wasserkraft anstreben.

Wasserkraft ja, aber wo und wie? Neue, notwendige Wasserkraftwerke politisch und gesellschaftlich durchzusetzen, scheint alles andere als einfach zu sein. Ein Beispiel für ein genehmigtes, bereits in Bau befindliches Projekt ist das ÖkostromKraftwerk in Mühlen. Es wird ab 2012 in Betrieb gehen, erspart laut IKB rund 7.000 t CO2/Jahr, deckt den Strombedarf von 3.300 Haushalten und die Wertschöpfung bleibt in Tirol. Versorgt werden können davon auch die Elektroautos der IKB-Tochter ElektroDrive. Weitaus schwieriger gestaltet sich die Durchsetzung des bereits seit Jahren geplanten Innkraftwerks Telfs. Dieses Projekt war das erste, welches nach dem neuen Kriterienkatalog für Kraftwerke beurteilt wurde. Laut Umweltanwaltschaft sei das Projekt in allen Belangen „klar durchgefallen“, Naturschutzorganisationen teilen diese Meinung durchwegs. Eine „Allianz der Willigen“, der neben der IKB auch hochrangige Landespolitiker angehören, fordert jedoch vehement den Bau des Innkraftwerks. Wie so oft stehen sich Politik, Wirtschaft, Industrie und Naturschutzorganisationen gegenüber, welche vor Beeinträchtigungen der Innauen warnen!


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unternehmens.porträt

Ă&#x2013;KO Energie Tirol Nach immer vehementer werdenden Forderungen der Tiroler nach einem raschen Ausstieg aus der Atomenergie, dem generellen Wunsch nach einem schonenderen Umgang mit wertvollen Ressourcen und einer Verminderung der CO2-Emissionen, reagierte die TIWAG im April 2010 mit der GrĂźndung einer Tochtergesellschaft, der â&#x20AC;&#x17E;Ă&#x2013;KO Energie Tirolâ&#x20AC;&#x153;. Bis dato gab es nur fĂźr Betriebe die MĂśglichkeit, Ă&#x2013;kostrom zu beziehen, seit Mai 2011 haben nun auch private Haushalte in Tirol Zugang zu Ă&#x2013;kostrom aus 100 % Tiroler Kleinwasserkraft! Interessierte dĂźrfen auĂ&#x;erdem mit einem Neukundenrabatt und einer kompetenten, ausfĂźhrlichen Energieeffizienzberatung rechnen.

Und wie steige ich um?

Zusätzliche Vorteile Dem umweltbewussten Stromkunden werde aber nicht nur Strom, sondern ein â&#x20AC;&#x17E;Premiumproduktâ&#x20AC;&#x153; angeboten. Dies beinhalte, laut Johannes Steinlechner, eine kostenfreie Energieberatung, das AufspĂźren von Stromfressern im Haushalt sowie die MĂśglichkeit einer Analyse der Verbrauchsentwicklung anhand einer Monatsabrechnung. Ă&#x153;berprĂźft wird der gesamte Prozess vom Erzeuger Ăźber den Lieferanten bis zum Kunden durch diverse Kontrollorgane und -systeme, wie z.B. das Ăśsterreichische Herkunftsnachweisdatenbank-System der E-Control. Zur Zeit werde nur ein Produkt, nämlich Wasserkraft, verkauft â&#x20AC;&#x201C; je nach Bedarf gebe es natĂźrlich auch Entwicklungen in Richtung anderer alternativer, ebenfalls erneuerbarer Energieformen, wie beispielsweise Photovoltaik oder Windenergie. Ein interessanter Kundenkreis wäre etwa in der heimischen Hotellerie zu finden, welche in Zeiten von Wellness und modernem Umweltbewusstsein einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten mĂśchte. Um den Ă&#x2013;kostrombedarf von GroĂ&#x;abnehmern abdecken zu kĂśnnen, wäre der Ausbau der heimischen Wasserkraft notwendig. Ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Ăśkologischen Energiegewinnung ist jedenfalls getan ...

Die beiden Geschäftsfßhrer Thomas Trattler (li.) und Johannes Steinlechner (re.) mit TIWAGVorstandsdirektor Alfred Fraidl

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www.missmargo.at

In einem interessanten Gespräch mit den beiden GeschäftsfĂźhrern, Ing. Mag. Johannes Steinlechner und Mag. Thomas Trattler, konnten wir erfahren, dass ein Umstieg (egal von welchem Anbieter) Ăźber die Premium-Servicehotline (0800/818 810) oder per E-Mail (sc@oekoenergie-tirol.at) tirolweit ganz unkompliziert mĂśglich ist und mit Mehrkosten fĂźr einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden von lediglich 50 Euro pro Jahr zu rechnen ist â&#x20AC;&#x201C; hier lohnt sich jedenfalls ein vergleichender Blick in den Tarifkalkulator auf der Seite der E-Control, www.e-control.at. Der Bedarf an privatem Strom sei durch Kleinwasserkraftwerke leicht zu decken, auch wenn die Nachfrage in Zukunft noch erheblich steigen sollte, wie man bei Ă&#x2013;KO Energie

Tirol natĂźrlich hoff t. Auch wenn der Ă&#x2013;kostrom natĂźrlich nicht aus einer eigenen Leitung fl ieĂ&#x;t, je mehr Ă&#x2013;kostrom verkauft wird, desto grĂśĂ&#x;er wird der Anteil an Ă&#x2013;kostrom im allgemeinen Stromsee.

HTE iC . E AU L  IS % ES H IC TL yS K ,EICHTE'ERICHTEÂ&#x201E; $ER3OMMERISTDA HZ^aZg\VhhZ-Â&#x2122;+%'%>cchWgjX`Â&#x2122;IZa# )($%*&'$*+*)))Â&#x2122;^c[d5gZhiVjgVci"adZlZ#ViÂ&#x2122;lll#gZhiVjgVci"adZlZ#ViÂ&#x2122;@kd_#7k]kija[_dHk^[jW]

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Grün ist gefordert und wird auch gefördert Förderungen sind Hilfestellungen im privaten oder beruflichen Leben, gedacht als Unterstützung in bestimmten Lebenssituationen oder für Menschen mit Weitblick und der Bereitschaft zum nachhaltigen Handeln. In Tirol werden grüne Ideen und Vorhaben durch das Land auf vielfältigste Weise gefördert – hier ein kleiner Überblick für Interessierte.

Förderungen für energiesparendes Bauen Beim Umbau bzw. der Sanierung von Altbestand werden grundsätzlich alle Maßnahmen gefördert, welche eine Verbesserung im Energiehaushalt des Objektes nach sich ziehen. Der Antragsteller kann sich, wie auch bei der Errichtung eines Neubaus, abhängig vom Objekt, zwischen einer objekt- und einer personenbezogenen Förderungsvariante entscheiden. Natürlich müssen diverse Voraussetzungen gegeben sein, welche von jedem Antragsteller genau zu ermitteln und anzugeben sind. Mit Zusatzförderungen in Form eines Zuschusses kann ein Bauherr beispielsweise bei der Errichtung eines Passivhauses, dem Einbau einer Biomasseheizung, bei Nutzung von Fernwärme aus Abwärme, bei Errichtung einer Wärmepumpenheizung, bei einer kontrollierten Wohnraumlüftungsanlage, beim Einbau PVC-freier Fenster und Türen, bei reiner Holz- oder Lehmbauweise oder der Errichtung einer Solaranlage rechnen. Photovoltaikanlagen, welche als Ökostromanlage anerkannt sind, werden im Rahmen des Klimaund Energiefonds (KLIEN) zusätzlich gefördert.

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Die Förderung von Energiesparmaßnahmen bei kleinen und mittleren Betrieben in Tirol ist seit dem 1. Mai 2011 neu gestaltet und beinhaltet die Schwerpunkte Solaranlagen, thermische Gebäudesanierung, Wärmepumpen und effiziente Energienutzung (Wärmerückgewinnung). Entscheidend ist, sich gründlich bei den Förderstellen des Landes über die umfangreichen Möglichkeiten informieren zu lassen, um alle Angebote für sich nützen zu können.

Forschungsförderungen Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), gemäß Bestimmungen des EU-Wettbewerbsrechtes, besteht die Möglichkeit, Projekte: • die zur Entwicklung neuer Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen dienen, • zur wesentlichen Verbesserung bestehender Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen und • zur Anwendung neuer Technologien durch Technologietransfer fördern zu lassen.


Naturschutzförderungen Natursch Die Abteilung Abteil Umweltschutz ist seit 2007 Einreichfür Naturschutz- und Waldund Bewilligungsstelle Bewill umweltmaßnahmen im Rahmen des Österreichischen umweltmaß Programms für die Entwicklung des Ländlichen Programm In diesem Zusammenhang wurRaums 2007–2013. 200 bisher gültigen Förderrichtlinien der Abteiden die bis lung Umw Umweltschutz zusammengeführt, aktualisiert durch neue in der praktischen Naturschutzund dur arbeit arbe relevante Aspekte ergänzt (Stand: September 2008). Folgende Förderkategorien te werden angeboten: w • L Lebensraumförderung: Lebensräume bewahren, pflegen und schaffen Lebensrä Artenschutzförderung: • Artensch Besondere Besonder Arten schützen und fördern • Landschaftsschutzförderung: Traditionelle bäuerliche Kleinarchitektur erhalten • Förderung der Umweltbildung & Öffentlichkeitsarbeit • Schutzgebietsförderung • Förderung der Naturschutzforschung und -planung

Sonderförderungsprogramm Wildflusslandschaft Tiroler Lechtal Es soll ein Impuls für eine nachhaltige Regionalentwicklung dieses Natur-, Kultur-, Lebens- und Wirtschaftsraumes und ein Ausgleich für die im Zusammenhang mit dem zukünftigen Naturschutzgebiet – Naturpark Tiroler Lech verbundenen Einschränkungen geschaf-

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Ein Einmalzuschuss bis zu max. 30 % der förderbaren Kosten (Personal, externe Entwicklungskosten, Instrumente und Ausrüstung, Konzept- und Studienkosten ...) wird dabei in Aussicht gestellt. Ziel ist die Forcierung der Forschungs-, Technologieentwicklungs- und Innovationstätigkeit der kleinstrukturierten Wirtschaft in Tirol.

fen werden. Grundlage für die Abwicklung dieses vom Tiroler Landtag beschlossenen Sonderförderungsprogramms bildet das „Regionalwirtschaftliche Programm für die Region Naturschutzgebiet – Naturpark Tiroler Lech“, wobei in diesem Sonderförderungsprogramm nur solche Vorhaben gefördert werden können, die einer der im regionalwirtschaftlichen Programm im Einzelnen festgehaltenen Leitmaßnahmen entsprechen und für die im Rahmen bestehender Förderungsaktionen des Landes Tirol und/oder des Bundes keine adäquate Förderungsmöglichkeit besteht. Förderungsempfänger: Privatpersonen, Einzelunternehmen, Erwerbsgesellschaften, Personen- und Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Vereine, Gemeinden und öffentlich-rechtliche Verbände. Förderungsschwerpunkte: Im „Regionalwirtschaftlichen Programm für die Region Naturschutzgebiet – Naturpark Tiroler Lech“ sind folgende Leitmaßnahmen im Einzelnen festgehalten: • Themenwege, Rad- und Wanderwege • Energiebezogene Umweltvorhaben • Europäisches Burgenmuseum • Vermarktung von Produkten der Naturschutzgebiets- bzw. Naturparkregion • Lechtal-Fenster • Marke Tiroler Lechtal – Naturschutzgebiet – Naturpark Tiroler Lech • Attraktivierung der Wintersaison • Unterstützung für kleine Beherbergungsbetriebe und Privatzimmervermieter • Sonderprogramm für die Seitentäler im Lechtal • Landschaftserhaltungsmodell Außerfern • Lebensraumsicherung durch Bildung • Mobilitätsmanagement • Einzelprojekte

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Infoseiten Fördergelder: www.tirol.gv.at/foerderungen www.energie-tirol.at

Energie Tirol Die „Energie Tirol“ wurde 1992 vom Land Tirol als unabhängige Beratungsstelle zur Förderung umweltfreundlicher Energietechnologien sowie eines sparsamen Energieeinsatzes gegründet. Im Mittelpunkt der Beratungsleistung stehen energiesparende Bau- und Haustechnik sowie umweltfreundliches Heizen. Gefördert werden: Neue Photovoltaik-Förderaktion: Wer die Errichtung einer Photovoltaikanlage plant, der kann jetzt mit bis zu 9.000 Euro Unterstützung rechnen. Denn das Land Tirol stockt den Fördertopf des Bundes für Solarstromanlagen mit zusätzlichen Mitteln auf. Sanierungsscheck 2011: Die österreichische Bundesregierung stellt für die Jahre 2011 bis 2014 Mittel für Förderungen im Bereich der thermischen Gebäudesanierung zur Verfügung. Für den privaten Wohnbau werden für das Jahr 2011 70 Millionen Euro bereitgestellt. Die Sanierungsförderung: Für die Sanierung von Wohngebäuden hat das Land Tirol bis 1. April 2011 besonders attraktive Fördermittel vorgesehen. Voraussetzung für den Bezug erhöhter Fördermittel ist, „richtig“ zu sanieren. Die Neubauförderung: Mit 1. April 2009 sind die neuen Wohnbauförderrichtlinien des Landes für Neubauten in Kraft getreten. Der Bezug der Förderung ist jetzt auch an spezielle Kriterien für die Haustechnik gebunden. Zusatzförderung für Heizungsanlagen: Mit bis zu 3.000 Euro wird der Einbau von umweltfreundlichen Heizungsanlagen bei umfassenden Sanierungen von TIWAG und heimischen E-Werken gefördert. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der Vorgaben der Wohnbauförderung für umfassende Sanierungen. Förderaktion Photovoltaik: Der Klima- und Energiefonds setzt auch 2011 die Förderung von Photovoltaikanlagen bis maximal 5 kW für private Haushalte fort. Für die Förderprogramme stehen heuer insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung. Förderung für Solaranlagen: Bis zu 4.200 Euro erhalten private Haushalte im Rahmen der Wohnbauförderung für die Errichtung von Solaranlagen. Solaranlagen können sowohl für die Warmwasserbereitung als auch zum Heizen eingesetzt werden. Zusammenfassend ist positiv festzustellen, dass es sich auf alle Fälle lohnt, sich bei „grünen“ Investitionen unbedingt bei den zuständigen Stellen beraten und in weiterer Folge fördern zu lassen.

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GRÜN statt Schwarz am Bau Rund 50 % Prozent des weltweiten Müllaufkommens kommen von der Baubranche, vier Fünftel der Lebenszykluskosten eines Gebäudes stellen derzeit die Betriebskosten und nur ein Fünftel die Investitionskosten, wobei von diesen 20 % nur zwei auf die Planung entfallen. Ab 2020 sollen in Europa nur mehr Niedrigenergiehäuser gebaut werden, was mit dem Altbestand passiert, ist jedoch noch kaum noch ein Thema. Ein kleiner, informativer Einblick in ein sehr aktuelles, komplexes Thema soll einen Überblick verschaffen ...

Text: Caterina MolzerSauper Fotos: Zimmermann Bau

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Passiv-, Niedrigenergie- & Energiesparhaus Unter einem Passivhaus wird ein Gebäude verstanden, welches aufgrund seiner optimalen Wärmedämmung sowohl im Winter als auch im Sommer keine klassische Heizung oder Kühlung benötigt. „Passiv“ deshalb, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen, wie Sonneneinstrahlung, Wärmerückgewinnung, Erdwärme etc., gedeckt wird. Das Ergebnis ist eine angenehme Raumwahrnehmung, gekoppelt mit einem niedrigen

Energieverbrauch. Schwerpunkt bei der Energieeinsparung im Passivhaus ist die Reduktion der Energieverluste durch Transmission und Lüftung. Dies wird durch eine gute Wärmedämmung aller Umfassungsfl ächen, eine weitgehend dichte Gebäudehülle und eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung aus der Abluft erreicht. Der jährliche Heizwärmebedarf liegt bei Passivhausbauten bei max. 15 kWh/Quadratmeter, 50 kWh bei Niedrigenergiehäusern und 60 kWh beim Energie-


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sparhaus. Im Vergleich zu konventionellen Häusern lassen sich 80 bis 90 % der Heizkosten sparen! Das Passivhauskonzept beschränkt sich nicht nur auf Neubauten, sondern lässt sich auch bei vielen Altbausanierungen umsetzen. Bedenkt man, dass der Sektor Hochbau und Raumwärme nach wie vor mit 30 bis 35 % Gesamtanteil zu den größten Verursachern von CO2Emissionen zählt, untermauert dies die Notwendigkeit für mehr Umweltbewusstsein beim Bau eines Hauses.

IG Passivhaus Tirol Die IG Passivhaus Tirol ist ein Netzwerk für Information, Qualität und Weiterbildung zum Thema „nachhaltiges Bauen“. Ziel ist die flächendeckende Etablierung des Passivhaus-Konzeptes als Baustandard und Norm für Neubau und Sanierung in Tirol. Hierzu wird über den aktuellen Stand der Technik informiert und Experten aus der Branche werden mit Interessierten vermittelt. Die Vereinigung stellt also einen idealen Ansprechpartner und ein kompetentes Sprachrohr, sowohl für Kunden und Wirtschaft als auch Wissenschaft und Politik dar. Die IG Passivhaus Tirol ist als Verein organisiert und bildet mit ihren Mitgliedern ein Netzwerk von Unternehmen aus der Baubranche und sämtlichen Baunebengewerken. Angeboten werden auch Bauherrenabende, IG-Netzwerk- und Weiterbildungstreffen und Passivhausplaner-Kurse.

15. Internationale Passivhaustagung In Tirol ragen nicht nur die schönsten Berge in den Himmel. Längst stellt der Standort mit Anlagen wie dem Lodenareal oder dem Olympischen Dorf 3 für die bevorstehenden Youth Olympic Games 2012 einige der attraktivsten Vorzeigeobjekte für energieeffizientes Bauen in Europa. Verständlich also, dass Innsbruck im Mai 2011 Gastgeber der 15. Internationalen Passivhaustagung war. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt noch einen anderen Grund: Tirol ist auch bei Forschung und Entwicklung zum Thema groß. Innovationsführer für Passivhauskomponenten kommen aus Tirol, wissenschaftliche Expertise lieferte mit gleich drei spezialisierten Professuren die Universität Innsbruck, während der Cluster „Erneuerbare Energien Tirol“ Anwendungsforschung durch Vernetzung vorantreibt. Diese Veranstaltung kann nach einem wahren Mammutprogramm mit Fug und Recht als die weltweit größte Tagung zum Thema energieeffizientes Bauen bezeichnet werden. Den rund 1.200 Kongressteilnehmern aus 50 Ländern bot sich das umfangreichste Tagungsprogramm, das je bei einer Passivhaustagung präsentiert wurde. Als Auftakt fand für über 80 internationale „Passivhaus-Einsteiger“ ein BasicPassivhaus-Seminar in englischer Sprache an der Baufakultät in Innsbruck statt. Am 26. und 29.5. fanden insgesamt 9 Passivhaus-Exkursionen für rund 450 Teilnehmer statt, um das in den vielen Referaten Gehörte auch im wahrsten Sinne des Wortes selbst begreifen zu können. Dazu zählten auch Spezialexkursionen, wie die Besichtigung von öffentlichen

Gebäuden mit Passivhaus-Standard für die Stadtverwaltung von Oslo oder die Besichtigung der weltweit größten Passivhaus-Wohnhausanlagen Lodenareal und O3 Olympiadorf in Innsbruck mit einer südkoreanischen Gruppe und einer russischen Delegation mit Mitgliedern der russischen Staatsduma. Daneben tagte der eigentliche Kongress mit 80 Tagungs- und Posterbeiträgen aus aller Welt. Parallel dazu stellten knapp 100 Aussteller ausschließlich Passivhausprodukte und -systeme aus. In dieser frei zugänglichen Ausstellung wurden im Herstellerforum weitere 38 Vorträge über Passivhaus-Komponenten präsentiert. Und schließlich stellten sich noch 10 der mittlerweile 27 Passivhaus-Leuchtturmregionen vor: Brüssel, Oslo, Alta Valtellina in Italien, Frankfurt, Hannover, Nürnberg, Vorarlberg, Niederösterreich, Wien und Wels. Sie zeigten die erfolgreiche politische Umsetzung in ihren Regionen im Rahmen von PassivhausDeklarationen für den eigenen Wirkungsbereich. Ein kostenloses Handwerkerforum bot zudem dem Gewerbe die Gelegenheit, sich über die Qualitätsansprüche und Detailausbildungen zu informieren. Diese weltweit größte Tagung über energieeffizientes Bauen hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass der Passivhaus-Standard mit seinen vielseitigen Anwendungen im Neubau und der Sanierung maßgebend zur globalen Reduktion der CO2-Emissionen und des Energieverbrauches beiträgt!

Immobilien mit Gütesiegel im Vormarsch Die österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) vergibt Gütesiegel in Bronze, Silber oder Gold für sogenannte „Blue Buildings“, die neben ökologischen Standards auch Kriterien wie Ökonomie, soziokulturelle und funktionale Aspekte, Technik sowie Prozess- und Standortqualität erfüllen müssen. Neben dem DGNBZertifi kat (Dt. Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) gibt es noch weitere Systeme zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Der Energieausweis ist der in Österreich gesetzlich vorgeschriebene Mindeststandard, darüber hinaus kann beispielsweise ein „Klima:aktiv-Zertifi kat“, das Gütesiegel „Total Quality Building“ der ÖGNB (Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) oder die Passivhauszertifi zierung des IBO (Institut für Baubiologie und Bauökologie) erworben werden. Aus-

Gemeinde- und Landesförderungen: Bis zu 4.000 Euro Landesförderung, bar auf die Hand! Das Land Tirol gewährt Privathaushalten für den Einbau einer Solarthermieanlage einen Kostenzuschuss von bis zu 4.000 Euro, der nicht zurückgezahlt werden muss. Die Förderung beträgt 200 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche mit je 50 Liter Speicher, die Maximalfläche ist 20 m². Achtung: Auch die Erweiterung bestehender Anlagen wird bis zu einer Gesamtfläche von 20 m² gefördert.104 Tiroler Gemeinden fördern zusätzlich. In Tirol nimmt die Zahl der Unternehmen, welche sich mit der Planung und Errichtung von Photovoltaikanlagen beschäftigen, stetig zu. Somit liegt das Knowhow für alle Interessierten praktisch vor der Haustüre!

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Grundprinzip: Die Photovoltaikmodule erzeugen aus Licht elektrische Energie. Diese wird von einem Wechselrichter in 230 V umgewandelt. Die Energie ihrer Photovoltaikanlage wird direkt in den Sicherungskasten geleitet und in erster Linie von ihren Elektroverbrauchern genutzt (z.B. Beleuchtung, ...). Erzeugen sie mehr Energie, als benötigt wird, liefern sie diese ans öffentliche Stromnetz. Diese Energie wird vom jeweiligen E-Werk rückverrechnet.

sagekraft haben solche Gütesiegel für potenzielle Mieter und Käufer, außerdem bringen sie nachweislich Qualitäts- und Kostenvorteile.

Photovoltaik – Sonne genießen und auch nützen Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektronische Energie mittels Solarzellen. Seit 1958 ist sie zur Energieversorgung der meisten Raumflugkörper im Einsatz. Inzwischen wird sie auch auf der Erde zur Stromerzeugung eingesetzt und fi ndet unter anderem Anwendung auf Dachfl ächen, bei Parkscheinautomaten, in Taschenrechnern, an Schallschutzwänden und auf Freifl ächen.

Die Sonne verwöhnt uns in Tirol mit mehr als 1.900 Sonnenstunden jährlich. Warum also ihre Kraft nicht nutzen? Sonnenenergie eignet sich besonders gut zur Warmwasserbereitung und zur Unterstützung der Heizanlage. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Sie ist umweltfreundlich und steht uns unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung. Eine richtig ausgelegte Solaranlage zur Warmwasserbereitung liefert in Tirol über das Jahr gerechnet etwa 70–80 % der benötigten Energie. Die erforderliche Restwärme wird mit der Heizung abgedeckt. Die Richtwerte für die Planung einer Anlage ergeben sich aus den Erfahrungen der letzten 10 Jahre. Die passende Solaranlage optimiert Leistung und Verbrauch und ist damit die ideale Lösung für alle, für die das Beste gerade gut genug ist. Solare Deckungsrate bei gut gedämmten Häusern: Warmwasserbereitung im Durchlauf bis zu 80 % (Frischwassermodul) / Heizungsunterstützung bis zu 50 %.

muster.häuser

Neues „Fühl-Mich-Wohl-Haus“ im Energiehauspark Innsbruck Nahe dem Einkaufszentrum DEZ in Innsbruck steht Westösterreichs größter Musterhauspark, der „Energiehauspark Innsbruck-Tirol“ mit 10 hochwertigen Musterhäusern. Zur Besichtigung und Information bereit stehen, neben Passiv-, Solar-, Niedrigenergie-, Fertigteil-, Massiv-, Baumeister-, Holz- und Aktivhaus, auch Heizungen, Fenster, Türen und ein Sanierungs- und Finanzierungszentrum.

Planer Matthias Maier (re.) und Baumeister Daniel Kostenzer

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Am 18. Mai 2011 eröff nete ein weiteres Gebäude dort seine Pforten. Das „Fühl-Mich-Wohl-Haus“ soll ein gelungenes Beispiel und Kompetenzzentrum für alle zukünftigen Bauherren sein. Die beteiligten Unternehmen Harreither, Huter und Zimmermann erarbeiten für jeden einzelnen Interessenten die perfekte Lösung für Niedrigenergie- bzw. Passivhäuser. Im Gespräch mit Baumeister Daniel Kostenzer und Planer Matthias Maier von Zimmermann Bau Wattens konnten wir interessante Details und Anre-

gungen zur zukünftigen Arbeit im Energiehauspark erfragen. Zimmermann Bau beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Bau von Niedrigenergieund Passivhäusern. Das Wattener Unternehmen will durch gesamtheitliches Denken, Planen und Bauen nachhaltig den Lebensraum für kommende Generationen sichern und mit den „Fühl-Mich-Wohl-Haus“Kriterien die höchste Behaglichkeit garantieren. Mit einem Energieverbrauch von unter 25 kWh/m² geht das Musterhaus mit gutem Beispiel voran. In spezi-


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Hans-Jörg Paul

Beratung und Kompetenz auf allen Ebenen mit dem Team von Zimmermann-Bau Wattens Unten, v.l.: Matthias Maier, Silvia Schiener und Baumeister Jakob Zimmermann / oben, v.l.: Albert Lechner und Baumeister Daniel Kostenzer

ellen Klimakabinen können unterschiedliche Wohnsituationen simuliert werden. Dies macht interessierten Besuchern das Heizen und Kühlen in kürzester Zeit spürbar und begreif bar. Neben einer umfassenden Kundeninformation ist im neuen Kompetenzzentrum der gesamte Ablauf eines Bauprojektes – von der Planung bis zur Schlüsselübergabe – möglich. Das passende Energiekonzept wird genau auf den Kunden und seine Bedürfnisse abgestimmt – natürlich immer mit Alternativenergie (Wärmepumpe, Pellets, Kompaktheizung, kontrollierte Wohnraumlüftung ...) Daniel Kostenzer: „Nach einer genauen Bestandsanalyse des Grundstückes, welche je nach Wunsch des Bauherrn z.B. Energiequellenerforschung, Sonne-Beschattungsstudien oder auch Feng-Shui-Methoden umfasst, wird mit einer integralen Planung begonnen. Vom Raumprogramm, einem individuellen Entwurf, einer perfekten Visualisierung, einer genauen Kostenschätzung, einer Polierplanung bis hin zur Finanzierung erfolgt bei uns alles aus einer Hand.“ Matthias Maier: „Während der Keller vor Ort betoniert wird, produzieren wir parallel schon das Haus in der eigenen Werkstatt. Unsere fi xen, absolut verlässlichen Partner kümmern sich um die Ausstattung und so können wir mit einer genauen Qualitätskontrolle in der Bauphase eine 10-Jahres-Garantie geben.“ Kostenzer: „Der Vorteil für unseren Kunden besteht vor allem in der Tatsache, dass er kompetent von einem Ansprechpartner vertreten wird, welcher ihm, angefangen von allen Behördengängen bis hin zur Gartengestaltung, zur Seite steht beziehungsweise ihn vertritt! Maier: „Wir übernehmen natürlich auch Fremdplanungen, optimieren sie nach unseren Standards und garantieren in jedem Fall höchste Qualität und Zufriedenheit!“

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Wenn Sie neugierig geworden sind, lassen Sie sich im „Fühl-Mich-WohlHaus“ beraten und staunen Sie wie wir über Tatsachen wie: • Ein Holzhaus muss nicht wie ein Holzhaus aussehen. • Kontrollierte Wohnraumlüftung ergibt bis zu 70 % weniger Staubbelastung, eine kleine Energiezentrale (ca. 5 m2) im Haus steuert den gesamten Energiehaushalt. • Teure Wartungsverträge können ohne Bedenken entfallen. • Zu 90 % ist die perfekte Gebäudehülle für den Energieaufwand verantwortlich.

Werden Sie Vermieter Warum Vorsorgewohnungen? Anlegerwohnungen sind klassische Sachwerte. Bei Ihrer persönlichen finanziellen Zukunftsplanung sollte Sicherheit Vorrang haben. Durch Kapitalbildung auf Sachwertbasis schaffen Sie sich dafür eine solide Grundlage für ein späteres sorgenfreies Leben. Immobilien stehen für Wertbeständigkeit und Sicherheit und haben seit jeher die Inflation geschlagen und die Kaufkraft vermehrt.

Was ist eine Vorsorgewohnung? Sie kaufen eine Eigentumswohnung in Vermietungsabsicht, um Ihr Geld langfristig und wertsteigernd zu investieren. Dadurch werden Sie zum Vermieter. Sie erhalten regelmäßige indexgesicherte Einkünfte aus der Vermietung und lukrieren gleichzeitig attraktive Steuervorteile. Als Zusatzeinkommen für die Pension, als Startwohnung für die Kinder oder zur Vermögensbildung – mit einer Innsbrucker Vorsorgewohnung sind Sie bestens beraten.

Die geeignete Vorsorgewohnung! Alle Anlegerwohnungen zeichnen sich durch eine gute Lage aus, verfügen über beste Verkehrsanbindungen und liegen in unmittelbarer Nähe von Nahversorgungseinrichtungen. Bei unseren Vorsorgewohnungen handelt es sich um 2–3-ZimmerKleinwohnungen mit Größen von 40 bis 70 qm in Neubauobjekten. Funktionale Grundrisse und eine dadurch gewährleistete Nachhaltigkeit sind eine Voraussetzung für die weitere Vermietung. Eine hochwertige Grundausstattung (Küche, Badezimmer usw.) rundet die ideale Vorsorgewohnung ab. Prüfen Sie Ihre Angebote sehr genau und vergessen Sie nicht – die Wohnung muss dem Mieter gefallen und NICHT dem Vermieter! Nur so lassen sich langfristig gesicherte Einnahmen aus der Vermietung erzielen. Für ein unverbindliches Beratungsgespräch stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung. Ihr Hans-Jörg Paul Kontakt: Immobilien Vorsorge GmbH Leopoldstraße 3, 6020 Innsbruck Tel.: +43/512/890052, Fax: +43/512/582121-710 hj.paul@fsp.ag, www.immobilienvorsorge.at

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Projektdaten Standort: Höttinger Au 6020 Innsbruck Entwicklung & Umsetzung: ZIMA Wohn- und Projektmanagement GmbH Burgenlandstraße 41 6020 Innsbruck Architekten Architekturwerkstatt din a4 ZT GmbH Museumstraße 23 6020 Innsbruck Grundfläche gesamt 8.828 m2 Nutzfläche gesamt 141 Wohnungen auf 4 Bauteilen 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen 152 Tiefgaragenplätze Wohnnutzfläche: ca. 9.570 m2

Wohnen in Innsbruck wird neu definiert Nach intensiver Entwicklungsphase und einem zweistufigen Architektenwettbewerb wurde in Innsbruck das Wohnprojekt „Leben am Sonnenhang“ erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt.

Gesamtinvestment ca. 33 Mio. Euro Umsetzungszeitraum Frühjahr 2012 bis Sommer 2013

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Im beliebten, aufstrebenden Wohngebiet Höttinger Au entstehen 141 nach Süden ausgerichtete Wohnungen mit überdurchschnittlicher Ausstattung und einer Wohnnutzfl äche von zirka 9.570 m². Die Lage besticht durch die besondere Hangsituation und die perfekte Infrastruktur. Das außergewöhnliche architektonische Konzept bietet nicht nur ein urbanes Lebensgefühl mit hohem Freizeitwert, sondern auch besonderes Wohlfühlambiente in hellen, lichtdurchfluteten Räumlichkeiten mit großzügigen Balkonen oder Privatgärten.

bei der Entscheidung einer hochkarätigen Jury die architektonische Vision. Architekt Othmar Zobl, din a4: „Die Bebauung entwickelt sich aus dem Hang heraus, die Übernahme der fl ießenden Hangschichtenlinien bewirkt zudem eine hohe Eleganz. So entsteht eine fl ießende, unverwechselbare Gestaltung mit hoher Identität im heterogenen städtebaulichen Umfeld. Die komplette Freihaltung der ebenen Flächen und der dadurch gewonnene, großzügige Naherholungsraum bietet einen Mehrwert für alle künftigen Bewohner.“

Das Wohnprojekt am Sonnenhang hat eine mehr als 10 Jahre andauernde Geschichte und ist in mehreren Anläufen von anderen Bauträgern in der Entwicklung gescheitert. Der ZIMA ist es gelungen, 2009 einen zweistufi gen Architektenwettbewerb mit 18 Teilnehmern durchzuführen, aus dem der Entwurf des Architekturbüros din a4 aus Innsbruck als Sieger hervorging. Ausschlaggebend war

Fast jede Wohnung ist ein Unikat Durch die geschwungene, dem Hang angepasste Architektur und die versetzten Linien der einzelnen sieben Etagen entstehen einzigartige Wohnungen, von denen fast jede Wohnung einen anderen Grundriss mit traumhafter Sonnenterrasse oder privatem Garten bietet. Die ersten vier Etagen bilden den Sockel des ca. 200 m langen Gebäude-


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â&#x20AC;&#x17E;Wir freuen uns, dass wir nach langer Entwicklungszeit, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Stadt Innsbruck, nun neuen Wohnraum in Innsbruck schaffen kĂśnnen. Denn die Nachfrage ist nach wie vor bei Eigennutzern und Kapitalanlegern sehr groĂ&#x;. Insbesondere freut es uns, ein weiteres StĂźck Architekturgeschichte der Stadt Innsbruck hinzufĂźgen zu dĂźrfen.â&#x20AC;&#x153; Ing. Mag. Alexander Wolf, GeschäftsfĂźhrer der ZIMA Tirol

komplexes. Darauf aufgesetzt fi nden sich vier unabhängige BaukÜrper mit spektakulärem Blick auf die Stadt und die gegenßberliegenden Berge. Der Grundriss einer jeden Wohnung kann vom kßnftigen Eigentßmer auch noch individuell auf seine Bedßrfnisse angepasst werden. Die Wohnanlage wird auf Energieeffi zienzstufe A optimiert.

Anlegerwohnung oder Eigenheim Die hochwertigen Wohnungen â&#x20AC;&#x17E;Leben am Sonnenhangâ&#x20AC;&#x153; sind sowohl fĂźr den Eigenbedarf wie auch fĂźr Anleger hochinteressant. Von den insgesamt 141 2- bis 4-ZimmerWohnungen sind zirka 70 als 2-Zimmer-Wohnungen konzipiert und entsprechen mit all ihren infrastrukturellen Vorteilen in idealem MaĂ&#x;e den Kriterien von Anlegerwohnungen. Durch die groĂ&#x;zĂźgige Gestaltung der Wohnungen als auch der parkähnlichen AuĂ&#x;enanlagen mit hohem Freizeitwert und die angrenzenden Naherholungsgebiete, sind die Objekte aber auch fĂźr Familien und Eigennutzer besonders attraktiv. Die Nähe zum kĂźrzlich erĂśff neten Einkaufszentrum West und dem dort integrierten 5. Innsbrucker Gymnasium sowie die optimalen Verkehrsanbindungen machen die Lage einzigartig. Mag. Christine Oppitz-PlĂśrer, BĂźrgermeisterin von Innsbruck: â&#x20AC;&#x17E;Der Westen von Innsbruck entwickelt sich prächtig. Immer mehr Menschen erkennen die VorzĂźge des Stadtteils HĂśttinger Au. So freut es mich, dass die ZIMA dort nach dem Projekt â&#x20AC;&#x161;Wohnen am GieĂ&#x;enâ&#x20AC;&#x2DC; ein weiteres groĂ&#x;es und bedeutendes Wohnprojekt realisiert. â&#x20AC;&#x17E;Leben am Sonnenhangâ&#x20AC;&#x153; zeigt eindrucksvoll, wie verantwortungsvoll, mit den knappen BaugrĂźnden umgegangen wird. Das durchdachte Konzept mit unterschiedlichen WohnungsgrĂśĂ&#x;en fĂźr EigentĂźmer wie auch fĂźr Anleger spricht viele Zielgruppen an. So entsteht ein buntes Zusammenleben, wie es sich fĂźr eine Stadt wie Innsbruck gehĂśrt.â&#x20AC;&#x153;

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Weitere Infos ZIMA Wohn- und Projektmanagement GmbH BurgenlandstraĂ&#x;e 41, 6020 Innsbruck Tel.: 0512/348 178, innsbruck@zima.at www.lebenamsonnenhang.at

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Nachhaltigkeit schafft Werte Die im Jahre 1939 gegründete gemeinnützige Wohnbaugesellschaft ist heute als „Neue Heimat Tirol“ der führende Bauträger und Hausverwalter Tirols. Die Marke NHT steht auf vier gleichgewichteten Säulen: Soziale Verantwortung, zeitgemäße und leistbare Architektur, Kostenführerschaft nach innen und außen und Wohnenergiekompetenz. eco.nova hat die beiden Geschäftsführer des Unternehmens, Prof. Dr. Klaus Lugger und DI Alois Leiter, zum Gespräch gebeten. Wie kommt die NHT zu ihren Aufträgen und wie sieht ihr Leistungskatalog aus? Lugger: Die NHT ist bei allen Projekten gleichzeitig Bauherr und Bauträger. Meist wird durch sogenannte Bauträgerwettbewerbe bestimmt, wer mit seinem Konzept zum Zug kommt, erst dann beginnen wir mit der genauen Planung. Unser Leistungskatalog umfasst den Bau von Miet- und Eigentumswohnungen sowie Reihenhäusern, die Umsetzung von kommunalen Einrichtungen (Seniorenwohnungen, Gemeindezentren, Schulen, Kindergärten, ...), das Projektmanagement, das Bauservice, eine eigene Rechtsabteilung, die Hausverwaltung und die Instandhaltung.

Text: Caterina MolzerSauper Fotos: NHT

Dr. Klaus Lugger und DI Alois Leiter

Das Projekt Lodenareal ist die größte Passivhaus-Wohnhausanlage der NHT (Architekten: teamk2 und din A4)

eco.nova: Was unterscheidet die NHT im Wesentlichen von anderen Bauträgern und Hausverwaltern? Klaus Lugger: Unsere Wohnungsgemeinnützigkeit bedeutet eine Ausrichtung für die Nachhaltigkeit. Wir wollen der folgenden Generation mehr übergeben als wir von der vorangegangenen Generation übernommen haben. Das NHT-Unternehmensziel ist weder kurzfristig noch gewinnausschüttungsorientiert, sondern langfristig auf Werterhalt und Wertzuwachs angelegt. Es geht der NHT um die Nachhaltigkeit in wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Hinsicht. Voraussetzung dafür ist die ökonomische Nachhaltigkeit, erst dann ist eine soziale und ökologische Nachhaltigkeit möglich. Wie gelingt der Spagat zwischen zeitgemäßer, wertvoller Architektur und kostengünstigem, nachhaltigem Bauen? Alois Leiter: Es gibt laut der NHT genaue Planungsrichtlinien, an die sich unsere Planer – im Übrigen ausschließlich Architekten – halten müssen. Je nach Region und Gemeinde entscheiden Planungswettbewerbe über den besten Entwurf und das wirtschaftlichste Konzept. Da wir alle Projekte im Passivhausstandard ausführen, muss der Planer natürlich auch in diesem Sinne denken und arbeiten. Grundsätzlich ist uns immer alles zu teuer, an einer perfekten Planung wollen wir jedoch am wenigsten sparen!

24 eco.nova

Wie gehen Sie mit Vorurteilen und Bedenken zur Arbeit der NHT von außen um? Leiter: Wer Erfolg hat, hat auch Neider! Studien und Befragungen versichern uns immer wieder, dass die Zufriedenheit der Bewohner innerhalb unserer Projekte sehr hoch ist, und das zählt für uns letztlich. Kostengünstiges, nachhaltiges Bauen für jedermann hat seine eigenen Gesetze, und man muss sich erst damit beschäftigen, um wirklich eine wertvolle Meinung dazu abgeben zu können. Wir sind überzeugt davon, auf dem richtigen Weg zu sein, und die vielen Anerkennungen und Preise sprechen wohl für sich! Wie sehen für einen Vorreiter in Sachen Energieeffizienz am Bau die Visionen und Entwicklungsgedanken für die Zukunft aus? Leiter: Wir arbeiten derzeit an einem Pilotprojekt in Kundl zum Thema „wohngesundes Bauen“, das heißt im Allgemeinen, dass alle verwendeten Baustoffe absolut unschädlich, biologisch und daher höchst verträglich sind. Ein Passivhaus in reiner Holzbauweise zählt ebenfalls zu unseren nächsten Vorhaben. Durch Musterwohnungen und das Angebot einer sogenannten „Einzugsbegleitung“ wollen wir den zukünftigen Bewohnern unserer Projekte das Leben innerhalb der eigenen vier Wände und besonders auch das Leben innerhalb der Wohngemeinschaft erleichtern und aufwerten! Lugger: Ein wichtiges Anliegen sind uns neben dem Neubau auch die wirtschaftliche und nachhaltige Sanierung und Instandhaltung von Altbauten, welche besonders in der Stadt einen hohen Stellenwert einnehmen. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit der Frankfurter Holding der größte Passivhausbauer EU-weit zu sein, und werden uns natürlich bemühen, unser Know-how weiter für unsere Kunden einzusetzen und weiterzuentwickeln!

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eco.wirtschaft

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Andreas Plunser, Holzbau Aktiv

Ă&#x2013;ko Aktiv Haus â&#x20AC;&#x201C;

aus der Natur fĂźr den Menschen Holzbau Aktiv ist ein Unternehmen, das seit Jahren Gebäude auf der Basis nachhaltigen Denkens und Handelns verwirklicht. Dabei bilden die Ăśkonomische, Ăśkologische und soziokulturelle Qualität der Gebäude die BewertungsmaĂ&#x;stäbe. Im letzten Jahr ist das Unternehmen noch einen Schritt weitergegangen und hat das Ă&#x2013;ko Aktiv Haus ins Leben gerufen. Das Ă&#x2013;ko Aktiv Haus steht fĂźr ein innovatives Haus aus heimischer Fichte oder Tanne, in dem der gestalterischen Freiheit keine Grenzen gesetzt sind. Die homogenen Decken- und Wandelemente aus Massivholz sind mit HartholzdĂźbeln verbunden, was die Verwendung von Klebstoffen und metallischen Verbindungen ĂźberflĂźssig macht. Die natĂźrlichste Bauweise in der Massivholzkonstruktion wird ermĂśglicht. Das verwendete Holz kann in Sichtqualität ausgefĂźhrt werden oder lässt sich individuell mit Lehm, Gips oder anderen Holzarten gestalten. Die Eigenschaften des Holzes garantieren eine optimale Regulation von Wärme und Feuchtigkeit mit hervorragenden bauphysikalischen Werten. Gleichzei-

tig bietet das Ă&#x2013;ko Aktiv Haus die MĂśglichkeit, die bisher konzipierte Passivhaus-Idee weiterzuentwickeln, indem in Zusammenarbeit mit renommierten Fachbetrieben die Montage von modernen, hocheffizienten Solarsystemen angeboten wird. Der bisherige Gebäudestandard mit reduziertem Energieverbrauch wird Ăźbertroffen. Durch seine Ăśkologische Bauweise auf hĂśchstem Energieniveau erreicht es nicht nur eine neutrale Energiebilanz, sondern produziert durch Solartechnik die Energie, die seine Bewohner verbrauchen, und kann ĂźberschĂźssige Energie in das Stromnetz einspeisen. Das Ă&#x2013;ko Aktiv Haus wird zu 100 Prozent mit regenerativer Energie versorgt, ist emissionsfrei und die Energiebilanz wird positiv.

Das Ă&#x2013;ko Aktiv Haus bietet mit seinem Ăśkologischen und architektonischen Konzept viele Facetten und MĂśglichkeiten fĂźr ein energieeffizientes Bauen. Es entsteht ein Haus, in dem Nachhaltigkeit und Wohlbefinden vereint sind. Im Ă&#x2013;ko Aktiv Haus fĂźhlt man sich daheim.

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Das zeitgemäĂ&#x;e Holzhaus â&#x20AC;&#x201C;        

HOLZBAU AKTIV GmbH                 

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www.holzbau-aktiv.at

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Unternehmen im Wandel der Zeit bitbau DÖRR ist ein 1866 gegründetes Familienunternehmen, welches seinen Hauptsitz und Produktionsstandort für hochwertige Bitumenbahnen seit 1908 in Innsbruck hat. eco.nova stellt das Unternehmen und Beispiele seiner innovativen Produkte und Lösungen am Bausektor vor.

Das GRÜNDACH – Natur auf hohem Niveau Wer kann schon von sich behaupten, ästhetische Bereicherung, perfekter Schutz vor Hitze, Kälte und Schall, brandbeständig, perfekter Wasserspeicher, Sauerstofflieferant, Luftfilter und gleichzeitig wertvolle Naturoase zu sein? Das GRÜNDACH kann und spielt daher in Zeiten zunehmender Bodenversiegelung und fortschreitenden Baugrundmangels eine immer entscheidendere Rolle bei der Wahl des idealen Dachaufbaus. Das Tiroler Unternehmen bitbau DÖRR ist Spezialist in Sachen Gründach und setzt sich vehement für dessen Siegeszug ein. Mit den technisch ausgereiften Möglichkeiten kompetenter Hersteller kann das Ziel einer sensiblen, zukunfts- und ökologisch orientierten Architektur sein, überbaute Flächen auch als Grünflächen zu gewinnen und dadurch aufzuwerten. Nicht nur im Neubau, sondern auch bei bestehenden Gebäuden bieten Gründächer hier neue Wege und Chancen für eine attraktivere Umweltgestaltung und besonders für die Lebensqualität. Die Realisierung ist kostengünstiger und einfacher als man denkt: Mit geringen Mehrkosten und relativ wenig Aufwand gegenüber einem herkömmlichen Flachdach lassen sich grüne Blickfänge und Erholungsräume schaffen. Text: Caterina MolzerSauper Fotos: bitbau DÖRR, Caterina MolzerSauper

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Sinnvolle Alternative mit vielen Vorteilen Neben einer ästhetischen Bereicherung des Umfeldes bietet ein begrüntes Dach noch viele weitere posi-

tive Eigenschaften. Gründächer bieten Ausgleich für verlorengegangene Grünflächen, binden Staub und Schadstoffe aus der Luft und erhöhen den Schallschutz zu den angrenzenden Räumen. Das Kleinklima rund um das Haus wird durch die Minderung der extremen Lufttrockenheit und Hitze entscheidend verbessert und sie schützen das Dach selbst, da extreme, witterungsbedingte Einflüsse und UV-Strahlung abgehalten werden. Außerdem sind sie brandtechnisch gesehen unbedenklich, dämmen im Winter und sparen damit Energiekosten. Durch die Verdunstung des gespeicherten Wassers sorgt das Gründach im Sommer für Kühlung. Bei Niederschlägen wirkt es wie ein Schwamm und speichert je nach der Begrünungsform bis zu 90 % des Wassers. Dies wirkt sich positiv auf die Ökologie in den Siedlungen aus, durch die Vermeidung von Abwasser wird der Wasserhaushalt verbessert und in der Folge können Kläranlagen kleiner dimensioniert werden. Je nach Art und Wahl der Bepflanzung des Daches wird zusätzlicher Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere geschaffen.

xenergy – die neue Dämmstoffgeneration für energieeffizientes Bauen bitbau DÖRR lud kürzlich zum Symposium „Die neue Dämmstoffgeneration für energieeffizientes Bauen“ in den Congress Innsbruck ein. Rund 200 Architekten, Wohnbauträger und Professionisten aus dem Baubereich


Marketing & Sales Director Mario Sepp, MBA, im Interview: eco.nova: bitbau DÖRR kann auf eine respektable Historie zurückschauen. Können Sie uns dazu ein paar Einblicke geben? Mario Sepp: 1860 von Herrn Johann Georg DÖRR in Nürnberg gegründet, entstand 1908 in Innsbruck das bis heute hier ansässige Unternehmen als einer der ältesten Familienbetriebe in 4. Generation in Tirol. 1937 übernahm der damalige Geschäftsführer, Herr Werner Bäumler, das Unternehmen und errichtete die zu dieser Zeit modernste Bitumenbahnenmaschine. Noch heute sind die Teichbereiche im Hofgarten mit den Bitumenbahnen von damals ausgelegt! Der Betrieb wurde immer bescheiden, wirtschaftlich, sorgsam und sehr innovativ geführt und so erkannte man bei bitbau DÖRR noch lange Zeit vor der Ölkrise, dass Abdichten und Dämmen gemeinsam der Weg in die Zukunft des wirtschaftlichen Bauens sein muss! Dementsprechend hat sich auch die Produktvielfalt im Laufe der Zeit enorm gesteigert. bit bau DÖRR ist längst mehr als nur Produzent von Bitumenbahnen – welche Produkte und Lösungen kann das Unternehmen seinen Kunden heute anbieten, besonders wenn es um ökologisches Bauen geht? Es waren immer die Anforderungen der Zeit, des fortschrittlichen Bauens und der Umwelt, welche neue Innovationen und Produkte im Hause DÖRR entstehen ließen. So gelangte man über reine Abdichtungsmaterialien zu den ersten im eigenen Betrieb erzeugten Dämmstoffen, wie Bitumen-Korkfilz oder Kokosrollfilz. Anfang der Siebzigerjahre ging man die Partnerschaft mit dem Dämmstofferzeuger DOW Building Solutions ein, um das Angebot von Dämmung in Kombination mit einer perfekten Abdichtung weiter gewährleisten zu können. So können wir heute das gesamte Sortiment in diesem Bereich für alle Situationen anbieten: Bitumen-

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nützten die Möglichkeit, ihre Einsichten und Erkenntnisse zum Thema energieeffizientes Bauen zu vertiefen. Eine interessante Vortragsreihe diverser Experten gab beispielsweise einen Ausblick auf das „Wohnen 2020“, die Wandlung des Wohnens und das Thema „Nullenergiehaus“. Im Zuge des Symposiums wurde auch die neue Dämmstoffgeneration xenergy von bitbau DÖRR und Dow Building Solutions präsentiert. Der extrudierte Polystyrolschaum verbindet bewährte XPS-Eigenschaften mit einer bis zu 20 % höheren Dämmleistung. Die Wärmedämmung für die zukünftige Steigerung der Energieeffizienz ist nicht blau, sondern silbergrau und macht Wärmedämmung von Wand und Decke bedeutend effektiver. „Der Bau- und Gebäudebereich gilt als besonders material- und ressourcenintensiv, daher tragen Innovationen in diesem Bereich wesentlich zu Energieeinsparung und Klimaschutz bei“, so Mario Sepp, Director Marketing & Sales bei bitbau DÖRR. Durch das neue Herstellungsverfahren – die Verwendung von CO2 und reflektierenden Partikeln in den Schaumzellen – werde eine erheblich höhere Dämmleistung erreicht, während Heizkosten sinken und Wirtschaftlichkeit sowie Behaglichkeit steigen.

Mario Sepp, MBA, Director Marketing & Sales, bitbau DÖRR

Dach- und Abdichtungsbahnen, Flachdachzubehör (GRÜNDACH); diverse Dämmstoffe für Wand, Decke und Dach (Polystyrol, Vakuumdämmung, EMFADämmstoffe); Geotextilien im Hoch- und Tiefbau. Sie haben sich als Unternehmen schon sehr früh mit dem Thema Nachhaltigkeit im Bauen und den sich ständig ändernden Gesellschafts- und Lebensformen beschäftigt – wie kam es dazu und welche Themen beschäftigen Sie heute? Um als Unternehmen bestehen zu können, muss man sich ständig neuen Bedürfnissen und Gegebenheiten stellen. Besonders im Bereich Bau und Umwelt sind die Entwicklungen enorm – eine große Herausforderung an uns und unsere Produkte. Wir sind ständig am Forschen und Entwickeln und arbeiten diesbezüglich eng mit diversen Fachleuten aus Wissenschaft und Forschung zusammen. Wir sind besonders daran interessiert, lange Haltbarkeiten unserer Produkte zu garantieren, was unserer Meinung nach einer der wesentlichsten Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit ist. Die Erhaltungskosten im Gebäudebereich sind unverhältnismäßig hoch, die Dämm-Materialien sollen immer besser werden, aber durch architektonische Ansprüche an Materialstärke verlieren, Altbausanierungen sind die Häuser der Zukunft, Gründächer sind im Vormarsch, Dachböden werden nicht mehr nur als Pufferzonen und Stauraum, sondern als Wohnraum genützt, Umwelteinflüsse wie Hagel, Hochwasser und Mikrosturm nehmen zu, der eigene Betrieb soll ökologisch immer verträglicher werden ... all das sind Themen und Probleme, denen wir uns als fortschrittlicher Betrieb stellen müssen und wollen! Wie sieht in etwa ein Blick in die Zukunft des Unternehmens aus? Wir würden gerne einen großen Beitrag zum Trend „Weg von der Folie hin zum natürlichen Rohstoff Bitumen“ leisten, die Verarbeitung unserer Produkte vor Ort durch unsere Verlege-Schulungsangebote optimieren, den Schritt zum BIO-Bitumen (weg vom Erdöl) schaffen und uns generell mit nachwachsenden Rohstoffen beschäftigen. Wir sehen uns als Partner von Planer und Bauherr und möchten im Interesse unsrer Kunden und der Umwelt weiterarbeiten und unser Bestes geben!

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bitbau Dörr – Bitumen- und Baustoffindustrie Bäumler Gesellschaft m.b.H. Haller Straße 247 6040 Innsbruck Tel.: 0512/261121 www.bitbau.at

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Text: Doris Penna

Verbindung von Ökonomie mit Ökologie Von neuen Straßenbeleuchtungskonzepten für die Gemeinden über Photovoltaikanlagen und Wasserkraftprojekte bis hin zur ElectroDrive Tirol setzt die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) deutliche Akzente zum Schutz unserer wertvollen Umwelt.

„Wir arbeiten wirtschaftlich hocheffizient. Für uns ist es kein Widerspruch, dabei auf eine intakte Umwelt zu achten.“ DI Harald Schneider, IKB-Vorstandsvorsitzender

Eine eigene Stabsstelle sind Energieinnovationen der IKB wert, ein deutliches Zeichen für eine nachhaltige und möglichst autarke Zukunft Tirols in der Energieversorgung. Läuft die Stromversorgung der IKB seit Anfang Juni bereits atomstromfrei, verspricht das Projekt „Energiezentrale Kläranlage Rossau“ – für das das Unternehmen dieses Jahr mit dem Epcon Award 2011 als innovativstes Energieunternehmen Österreichs prämiert wurde – durch die Gewinnung von Energie aus Abwässern und Abfällen jährlich rund 16.000 Tonnen CO2 einzusparen und so fossile Energieträger wie Öl und Gas zu ersetzen. „Die Kläranlage kann zum Energielieferanten für über 3.000 Haushalte werden, mit dem Bau des Faulturms zur Biofermentation und der Planung der Photovoltaikanlage wurde bereits begonnen“, verrät der Preisträger und Leiter der Stabsstelle Energieinnovationen, Ing. DI (FH) Dirk Jäger, stolz.

Saubere Energiegewinnung und Energieeffizienz Neben der Realisierung von Teilen des Epcon-Siegerprojektes setzt die IKB auf einen Mix mehrerer Maßnahmen, wie Stromspar-Initiativen, Beratungen und Förderungen für private und gewerbliche Kunden, die hier ebenso auf dem Programm stehen wie die Strom-Eigenerzeugung durch den Bau neuer Wasserkraftwerke, wie zum Beispiel das Innkraftwerk bei Telfs, welches jährlich 44.000 Tonnen CO2 einsparen und 20.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen wird. Selbsterzeugter Strom sorgt für Unabhängigkeit von Stromimporten und dient der Sicherung eines günstigen Strompreises. Der Ausbau des hohen

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Tiroler Wasserkraftpotenzials ist deshalb ein Muss. „Der Bau der Photovoltaikanlage Rossau soll 100.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr liefern. Die Anwendung von PV-Anlagen an eigenen Gebäuden wird von uns derzeit im Detail untersucht. Stromüberschüsse von Klein-PV-Anlagen fördert die IKB mit einem Einspeistarif von 15 Cent pro kWh“, erklärt Energieexperte Jäger die alternative Stromgewinnung aus Photovoltaikanlagen.

Es werde Licht LichtContracting lautet das neue Schlagwort, das Gemeinden bei der öffentlichen Beleuchtung maßgeblich unter die Arme greifen kann. Bis zu 50 % der Energiekosten einer Gemeinde entfallen auf die Beleuchtung, 40 von 279 Tiroler Gemeinden haben dringenden Sanierungsbedarf, und gut ein Drittel der Gemeinden ist von der neuen EU-Verordnung betroffen, die besagt, dass ab dem Jahr 2015 keine Quecksilberdampflampen mehr erlaubt sind. Ansehnliche neue Lichtprojekte in Innsbruck, wie z.B. die Beleuchtung der Andreas-Hofer-Straße, die Installation einer LED-Solarleuchte am Adolf-Pichler-Platz oder die neuartige LED-Beleuchtung der Altstadtbrücke, dienen als Vorzeigeprojekte für die Gemeinden. Besonders gelungen ist das Lichtkonzept in der AndreasHofer-Straße, wo mittels eines energiesparenden Gesamtkonzeptes auf die vielfältigen Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Sowohl Straßenbahnbenutzer, Fußgänger wie Autofahrer werden mit ausreichend Licht versorgt, die Anwohner hingegen nicht von der Beleuchtung in ihrer Nachtruhe gestört.


den bei den SPAR-Märkten Langer Weg, Rennweg, Interspar Neu-Rum und Telfspark neue Ladestationen errichtet. Die Fahrzeugpalette der ElectroDrive Tirol ist auf dem neuesten Stand. Neben einem Nutzfahrzeug für Gemeinden, Industrie und Gewerbebetriebe stehen verschiedene Modelle zur Auswahl, wie von Mitsubishi (i-MIEV) oder Citroën (C-Zero). „Unsere Elektrofl itzer sollen mit aus heimischer Wirtschaft erzeugtem CO2-freiem Strom unterwegs sein. Das ist sauber, effizient und kostengünstig“, betont IKBVorstandsdirektor DI Helmuth Müller.

ElectroDrive Tirol mit Ökostrom voll im Trend

Maßgeschneiderte Energielösungen mit ProContracting

Die Vorteile von Elektroautos liegen klar auf der Hand: Die Kosten für 100 Kilometer liegen bei nur ca. 1,50 Euro, kein Motorengeräusch, keine Umweltbelastung und die ansonsten beim Bremsvorgang verpuff te Energie wird zum Aufladen der Batterie genutzt. Höchste Zeit also, dass mehr Elektrofahrzeuge zu leistbaren Preisen den Markt erobern. In Tirol ist die ElectroDrive Tirol GmbH, eine Tochtergesellschaft der IKB, bereits voll auf Expansionskurs und plant einen kontinuierlichen Ausbau der ElectroDrive-Ladeinfrastruktur in Innsbruck und Umgebung. In Zusammenarbeit mit dem SPARKonzern entstanden bereits Ladestationen beim DEZ, beim Sillpark und bei der Cyta. In Kürze wer-

Bauträger, Hoteliers, Unternehmer und Gemeinden haben’s gut. Sie können ihre kostspieligen und aufwändigen Energieagenden ganz einfach auslagern: ProContracting, ein Service der IKB, übernimmt diese Aufgaben. „Der Geschäftsbereich ProContracting plant die neue Anlage, übernimmt die Finanzierung, die Errichtung sowie den laufenden Betrieb, und der Kunde bezahlt für die komplette Energieversorgung eine monatliche Pauschale. Für die verbrauchte Nutzenergie bezahlt er einen Arbeitspreis“, erläutert ProContracting-Geschäftsbereichsleiter Ing. Mag. (FH) Christian Schwaiger. Und auch bei ProContracting steht der intelligente Mix aus fortschrittlichen Energielösungen im Mittelpunkt.

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„Die Gemeinde sucht sich mit uns gemeinsam ein Beleuchtungssystem aus, und wir übernehmen als neutraler Partner auf Wunsch die Konzeption, Finanzierung, Errichtung und Wartung des Systems“, erläutert der IKB-Lichtexperte Georg Dollinger. „Ziel ist die Senkung des Energieverbrauchs und der Kosten, die Reduktion der Lichtemissionen, die Erhöhung der Verkehrssicherheit, die Verbesserung der Lebensqualität der Bürger und die Aufwertung des Ortsbildes durch attraktive Beleuchtung.“ Hohe Ansprüche also, die es für die Mitarbeiter des LichtContractings zu erfüllen gilt.

Der viertürige i-MIEV erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h bei einer Reichweite von bis zu 150 Kilometern. Zu haben ist der elektrische Fahrspaß der ElectroDrive Tirol ab 509 Euro inkl. USt. in individuellen Leasingmodellen

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H.o.T – der mobile Holzbau tourt mit Holzfachberatung durch Tirol

Energetisches Sanieren mit Holz – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Holz eignet sich mit seinen vielfältigen positiven Eigenschaften perfekt für Sanierungen – optisch, technisch und energetisch. Um-, Zu- und Ausbauten können mit dem Werkstoff Holz schnell und effi zient durchgeführt werden. Das geringe Gewicht von Holz, die präzise Vorfertigungsmöglichkeit, die trockene Bauweise und die hohe Flexibilität ermöglichen maßgeschneiderte Sanierungsvorhaben. Bei einer thermischen Sanierung können vorgefertigte

großfl ächige Fassadenelemente und Dämmstoffe aus Holz herkömmliche Wärmedämmsysteme aus nicht nachhaltigen Materialien wie z.B. Kunststoffen ersetzen. Auf diesen Holzelementen können schon neue Fenster bzw. die gesamte Fassade vormontiert sein. Holz bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch viele gestalterische Möglichkeiten. Wer Holz einsetzt, schützt gleichzeitig die Umwelt.

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Kostenlose, firmenneutrale Holzfachberatung erhalten Sie bei proHolz Tirol unter Tel.: 0512/564727 bzw. www.holzinformation.at

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Meister der getrennten Verpackungssammlung Tirol zählt zu den Müllmeistern der Nation – nicht beim Produzieren, sondern ganz im Gegenteil: beim Mülltrennen. Wir Tiroler haben bei Leichtverpackungen und Glas die höchste Pro-Kopf-Sammelmenge Österreichs, die höchste Sammelqualität bei Metallverpackungen und 65.000 t CO2-Äquivalente durch getrennte Sammlung eingespart, was einem jährlichen CO2-Ausstoß von 32.000 PKWs entspricht.

Eine Bilanz der anderen Art darf in unserer grünen Ausgabe nicht fehlen: die Müllbilanz – oder genauer – der getrennten Verpackungssammlung. Dazu luden im Juni Werner Knausz, Vorstand der ARA Altstoff Recycling Austria AG, Umweltreferent LHStv. Hannes Gschwentner und Harald Höpperger, Dienstleistungsunternehmen für Abfallwirtschaft. Die ARA verzeichnete 2010 eine Sammelmenge von insgesamt 92.500 Tonnen bei den Tiroler Haushalten (+1,7 % ggü. 2009). Bei der ProKopf-Sammelmenge lag Tirol mit 130,8 kg gesamt an Packstoffen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 116,8 kg. Bei Leichtverpackungen mit 30,9 kg sowie bei Glas mit 38,4 kg erzielten wir Tiroler im Bundesländerranking jeweils die höchste Pro-Kopf-Sammelmenge. Bedeutet dies, dass wir Tiroler auch verhältnismäßig viel Müll produzieren? Dies wiesen die Experten zurück: Bei rund 40 Millionen Nächtigungen und dadurch etwa 200.000 Menschen mehr jährlich werde durch den stärksten Wirtschaftszweig Tirols mehr Müll produziert – und deshalb auch mehr getrennt.

Text: Ulrike Delacher Fotos: Kurt Keinrath, ARA/Birgit Pichler

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Tirol: niedrigster Fehlwurfanteil bei Metallverpackungen Der so genannte Fehlwurfanteil gilt als Gradmesser für die Qualität der getrennten Sammlung. Je nied-

riger die Fehlwurfquote ausfällt, desto einfacher und damit kostengünstiger sind Sortierung und Wiederverwertung. Beim Verpackungssegment Metall zum Beispiel weist Tirol mit 8,2 % die bundesweit niedrigste Fehlwurfquote auf, deutlich unter der durchschnittlichen Fehlwurfquote von 11,4 % in Gesamtösterreich.

Stichwort Kyoto, Klimawandel und Treibhauseffekt Das Interesse an Umweltauswirkungen von Produkten ist sowohl auf Kunden- wie auch auf Produktionsseite gestiegen. Wesentlich zum Klimaschutz trägt dabei auch das Sammeln und Recyceln von Müll bei. CO2Emissionen werden beispielsweise durch die Verwendung von Recyclingmaterial statt neuem Material oder durch thermische oder energetische Verwertung eingespart. In Tirol wurden im Jahr 2010 sogar insgesamt 65.000 t CO2-Äquivalente durch die getrennte Verpackungssammlung eingespart, was einem jährlichen CO2-Ausstoß von etwa 32.000 PKWs entspricht.

Rohstoffsicherung Insgesamt müssen nach Auskunft der ARA rund 90 % aller Rohstoffe nach Österreich importiert werden,


Pro-Kopf-Sammelmenge Haushaltssammlung 2010

92.500 t

in Kilogramm pro Einwohner und Jahr, gemeinsame Erfassung von Druckerzeugnissen und Verpackungen

60.000 t

1995

eco.wirtschaft

Steigende Sammelleistung in Tirol

2000

2005

2010

Das ARA-System hat 2010 gemeinsam mit Städten, Gemeinden, Abfallwirtschaftsverbänden und der Entsorgungswirtschaft 92.500 Tonnen Verpackungen inkl. Druckerzeugnisse aus Tiroler Haushalten getrennt gesammelt. Das sind um 32.500 Tonnen mehr (+54 %) mehr als im Jahr 1995. Quelle: ARA

Papier*)

Glas

Leichtverpkg.

Metalle

Bgld.

77,2

30,2

24,5

5,4

137,3

Kärnten

69,1

25,3

12,1

3,4

109,9

Summe

69,5

23,5

15,8

3,7

112,5

68,8

26,3

17,6

3,5

116,2

Salzburg

58,2

28,6

18,7

2,6

108,1

Stmk.

78,5

31,0

22,2

4,5

136,2

Tirol

56,5

38,4

30,9

5,0

130,8

Vbg.

81,1

34,8

27,0

6,7

149,6

Wien

74,9

15,2

3,7

2,2

96,0

* inklusive der haushaltsnahen Sammlungen aus dem Kleingewerbe

Trennen Sie richtig? eco.nova hat beim Tiroler Unternehmer Harald Höpperger, Experte in Abfallwirtschaft und Recycling, nachgefragt. eco.nova: Muss man die Etiketten von den Flaschen runtergeben? Harald Höpperger: Nein, das ist nicht nötig. Wie recycelt man Wurstpapier/Plastik mit Fettspuren? Verschmutzte oder zu kleine Verpackungen kommen in die thermische Verwertung, das gilt für Vakuum- und Tassenverpackungen, Thekenverpackungen sind Restmüll.

DAKA-Geschäftsführerin Barbara Zitterbart, ARA-Vorstand Ing. Werner Knausz, LH-Stellvertreter Hannes Gschwentner und Harald Höpperger

70 % davon sogar aus kritischen Gebieten. Die Verpackungssammlung leistet hier einen wesentlichen Beitrag zur Rohstoffsicherung für die österreichische Wirtschaft – besonders, was etwa die Wiederverwertung von Metallen anbelangt. Die von der ARA 2010 im gesamten Bundesgebiet gesammelten rund 835.000 t Verpackungen wurden zu 95 % in Österreich verwertet. Ein Beispiel: 2010 wurden österreichweit 80 % der PET-Flaschen (42.500 t) recycelt. Von zehn Flaschen wurden sechs wieder zu Flaschen verarbeitet, zwei Flaschen wurden anderen Anwendungsbereichen zugeführt.

Meister bleiben! Damit wir Meister bleiben, sind Politik und Verwaltung sowie die Wirtschaft, aber auch wir selbst mit unserer persönlichen Sammelmoral gefordert. Maßnahmen sind gesetzt: Mit der Initiative „Tirol lässt die Hüllen“ informieren Land und ARA über das richtige Sammeln und Trennen. Weiters ist seit Februar 2011 der Internet-Wegweiser www.air-abc.at (Abfall ist Rohstoff-ABC) ins Leben gerufen – eine Abfallberatung per Mausklick rund um die Uhr in Kooperation mit bereits 55 Gemeinden, weitere sind willkommen!

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Wohin gehören Tetrapackungen nun wirklich?  Das ist ein Materialverbund (Kunststoff, Folie, Pappe, Aluminium) und gehört somit in den gelben Sack/Tonne. Was gehört in den Biomüll, was nicht?  Alle in Küchen anfallenden organischen, biologisch abbaubaren Abfälle gehören zum Bioabfall. en? Darf ich rohes Fleisch in den Restmüll geben? Nein, Fleisch gehört in haushaltsüblichen chen Kleinmengen zum Bioabfall. Wie entsorgt man Glühbirnen und Leuchtmittel?      che Glühbirnen (mit Glühdraht) gehören Herkömmliche in den Restmüll, Energiesparlampen und Leuchttoff röhren enthalten Giftstoffe und werden durch stoff Hersteller, Kommunen und Sammelzentren kostenlos gesammelt und einem Rohstoff recycling zugeführt. Wie entsorgt man Styropor richtig?                                Verpackungsstyropor gehört in den gelben Sack/Tonne, ämmstoffe bzw. Styroporplatten sind Gewerbeabfall. Dämmstoff Man hört immer wieder, dass getrennter Müll sendlich sowieso wieder in einem (Abfall-) schlussendlich ndet! Stimmt das?                                     Topf landet! mt nicht. Es wird insgesamt sehr viel Geld Das stimmt nnung investiert, Sortieranlagen unterstütin die Trennung zen dabei. Bei uns können sich alle davon überzeunisieren gerne Führungen ab etwa 15 gen, wir organisieren h für Schulklassen, denn BewusstPersonen, auch nn nicht früh genug beginnen. seinsbildung kann

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Worauf Tirols Landwirte in Zukunft bauen Was kann ich noch essen? Immer mehr Menschen stellen sich angesichts von zahlreichen Skandalen um dioxinverseuchtes Futter, BSE oder EHEC diese Frage. Obwohl die heimischen Landwirte nicht Verursacher sind, müssen sie in der Folge, wie beispielsweise aktuell Tirols Gemüsebauern, Einnahmeeinbußen hinnehmen. Langfristig könnten Tirols Landwirte allerdings von den Lebensmittelskandalen profitieren. Um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen, setzen Tirols Bauern auf Innovationen, Direktvermarktung, Qualität und Regionalität. Was produziert wird, entscheidet aber immer der Konsument. Letztendlich kann nur das hergestellt werden, was auch gekauft wird.

Text: Barbara Hoff mann Fotos: Florian Schneider, privat

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Die Lebensmittelversorgung hat sich im industriellen Zeitalter entschieden gewandelt: Die traditionelle Landwirtschaft wurde von der Lebensmittelindustrie abgelöst. Der technische Fortschritt macht es möglich, dass inzwischen beispielsweise nahezu alle Gemüseund Obstsorten das ganze Jahr über gekauft werden können. Das hat allerdings seinen Preis. „Wenn immer alles verfügbar sein soll, muss man die Natur ein klein wenig austricksen“, bringt es Gemüsebauer Walter Plank aus Thaur auf den Punkt. Er erntet gerade eine von ihm neu entwickelte Feldgurke. „Die traditionelle Feldgurke wird nicht mehr gekauft. Sie wächst am Boden und dort wo sie liegt, ist sie gelb und teilweise verschmutzt.“ So natürlich wollen die Konsumenten heutzutage allerdings keine Gurke mehr im Salat

und kaufen daher lieber die optisch ansprechenderen Schlangengurken, auch wenn deren Anbau sehr viel mehr Energie verbraucht „Die Schlangengurken können hier nur in einem Glashaus wachsen, das beheizt werden muss.“ Die von Plank neu entwickelte Feldgurke baut er unter einer speziellen, länger haltbaren Folie an, um den Pflanzen eine konstante Wärme bieten zu können. Ein ansprechendes Äußeres erhalten sie auch dadurch, dass sie an einem Gitter hochwachsen. „Wir hoffen dass wir die Feldgurke bis Mitte, Ende Oktober anbauen können.“ Auf 6.000 qm² will er rund 300.000 Stück ernten. Der Gemüsebauer aus Thaur glaubt, dass die Entwicklung solch innovativer Produkte für die Zukunft der heimischen Landwirtschaft unerlässlich ist.


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20 % der Arbeitszeit am Laptop Sorge bereitet Plank aber die Auswirkung des aktuellen EHEC-Skandals. Im Mai musste er Umsatzverluste von 20 bis 25 % hinnehmen. „Viele Konsumenten lassen sich von der zum Teil undifferenzierten Berichterstattung einiger Medien beeinflussen und unterscheiden nicht zwischen Ramschware und streng geprüften heimischen Qualitätsprodukten“, ärgert sich LandeshauptmannStellvertreter Anton Steixner. Auch der Gemüsebauer aus Thaur erfüllt hohe Qualitätsstandards. „Wir verwenden hier ausschließlich Quellwasser, haben mehrere Zertifizierungen und werden ständig kontrolliert“, erklärt Plank. Um die Auflagen zu erfüllen, hat sich sein Arbeitsalltag massiv verändert. Inzwischen verbringt der Landwirt rund 20 % seiner Arbeitszeit zu Dokumentationszwecken vor dem Laptop. „Wir erfassen alle Felder und Gemüsesorten lückenlos in Datenbanken.“

Von Lebensmittelskandalen profitieren Langfristig könnten die Auswirkungen der Lebensmittelskandale allerdings positiv für die heimische Landwirtschaft sein. „Die Lebensmittelskandale zeigen, dass kleine, überschaubare landwirtschaftliche Einheiten besser sind“, erklärt Wendelin Juen, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol. Auch Hubert Daum, Obmann des Vereins „Bauernland Gurgltal-Imsterberg“, ist dieser Meinung: „So hart es klingt: Ich kann nur sagen, wir profitieren von den Lebensmittelskandalen. Dadurch gewinnen wir wieder mehr Leute, die erkennen, dass sie solche Risiken ausschalten können, wenn sie regional kaufen.“ Die Vereinigung von 24 Landwirten aus dem Tiroler Oberland geht seit kurzem mit dem Projekt „Insrix“ völlig neue Wege in der Direktvermarktung. Der Verein bringt Konsumenten und Produzenten via Internet auf seiner Homepage zusammen. Über den Internetauftritt erfahren potenzielle Käufer, welche Produkte aus der Region gerade angeboten werden. Mit dieser Initiative wollen die Landwirte ihre Einnahmen stabilisieren. Wie der kürzlich von der Tiroler Landesregierung publizierte Bericht zur Lage der Tiroler Landund Forstwirtschaft 2009/2010 zeigt, mussten von den Tiroler Landwirten teilweise Einkommensverluste bis zu 25 % hingenommen werden. Eine weitere Herausforderung für die heimischen Landwirte ist die drohende Verringerung der EU-Ausgleichszahlungen ab 2014. „Wir können das abfedern, wenn der Bauer etwas direkt an den Kunden verkauft. Ohne Zwischenhändler kann er mehr verdienen“, sagt Daum. „Allerdings zu 100 % wird das nicht gehen, denn wenn der Konsument kleinere Mengen benötigt, fährt er nicht zum Bauern.“ Dementsprechend haben auch die Bauern der „Insrix“Initiative Partnergeschäfte in Tarrenz und Imst. „Das ist quasi Indirektvermarktung. Die Bauern beliefern die Geschäfte und die Leute kaufen es dann dort.“

(www.bauernkiste.at) oder die „Tiroler Gemüsekiste“ (www.gemuesekiste.at/tgk/). Verkauft werden von diesen Anbietern ausschließlich Tiroler Produkte. Eine breitere Palette an Zusatzartikeln bietet dagegen die Tiroler „Biobox“ (www.biobox-tirol.com). Die Lieferung enthält nur Bioprodukte, vorwiegend aus heimischer Produktion. Allerdings werden auf Wunsch auch nicht saisonale Produkte bei Biogroßhändlern eingekauft. Daher kam der Betreiber der Bio-Box, Christoph Appler, in den Verdacht, auch die fälschlicherweise für den EHEC-Skandal verantwortlich gemachten Biogurken aus Spanien bezogen zu haben. In der Folge hat die Firma „Bio-Box“ ihre Strategie noch einmal überdacht. Auf der Homepage des Betriebes ist daher jetzt zu lesen: „Wir versuchen in Zukunft unsere Kiste noch rot-weißroter zu machen und hoffen, dass unsere Kunden diesen Weg mittragen, auch wenn er von einer schmäleren Sortimentsbreite begleitet wird.“

Gemüse aus der Box

Trend Direktvermarktung

Auch andere Tiroler Landwirte setzen ganz auf den Trend Direktvermarktung. In diesem Bereich gibt es zahlreiche innovative Projekte. Beispielsweise können sich Konsumenten ihr Gemüse vom Tiroler Bauern direkt nach Hause liefern lassen – in einer Kiste oder Box. Zu den Anbietern gehört beispielweise die „Bauernkiste“

Einen Trend zur Direktvermarktung registriert auch Wendelin Juen. „Projekte wie Gemüsekiste, Käsekiste oder Bauernkiste haben sich erfolgreich entwickelt. Aber diese Vertriebsschiene ist nicht endlos ausweitbar.“ Die eigene Vermarktung bedeutet auch eine Zusatzbelastung und Mehraufwand für die Betriebe.

Gemüsebauer Walter Plank

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Hubert Daum, Obmann des Vereins „Bauernland GurgltalImsterberg

Dementsprechend zeigt der Bericht zur Tiroler Landwirtschaft der Landesregierung, dass die Direktvermarktung prozentual am landwirtschaftlichen Produktionswert Tirols nur einen kleinen Anteil von 2,2 % ausmacht. Trotzdem sind diese Initiativen für Anton Steixner wichtig: „Direktvertriebswege wie Bauernmärkte, Bauernbuffets, Bauernkisten oder Regionalinitiativen sind für viele Betriebe eine Möglichkeit zur Absicherung der Zukunft, vorausgesetzt sie verfügen über die personellen Ressourcen dafür. Durch den direkten Kontakt zum Endverbraucher kann viel Wissen rund ums Lebensmittel transportiert werden, der Konsument baut eine engere Beziehung zur heimischen Landwirtschaft auf. Sie sind daher als Ergänzung zu den großen Verarbeitern und dem Lebensmittelhandel unverzichtbar für Tirol.“

Bio nicht mehr so wichtig wie Regionalität Den Konsumenten wieder von der Qualität heimischer Produkte zu überzeugen, wird eine der größten Herausforderungen von Tirols Landwirten in den kommenden Jahren sein. Allerdings zeigen laut Agrarmarketing-Tirol-Geschäftsführer Juen aktuelle Umfragen bereits, dass bei der Kaufentscheidung der Kunden die Frage der Herkunft eines Produktes immer bedeutsamer wird. „Biozwiebeln aus Argentinien werden nicht mehr als bio empfunden. Bioprodukte werden daher von den Konsumenten einer neuen Prüfung unterzogen werden. Regionalität ist die Antwort darauf.“ Auch wenn davon auszugehen ist, dass der Biotrend

weiter anhalten wird, werden die Kunden also mehr darauf achten, dass das Produkt keine langen Transportwege hatte. Auf diesem Markt können Tirols Landwirte mit ihren hochwertigen Produkten punkten. „Mit der Entwicklung von Qualitätsprodukten hat eine junge Generation von Bauern wieder eine Aufgabe. Hier ergeben sich Zukunftschancen für die Tiroler“, erklärt Juen. Die Agrarmarketing Tirol setzt daher mit ihren Partnern auf die Entwicklung von „QualitätTirol“-Produkten. In den Regalen des Tiroler Lebensmittelhandels fanden sich so untern anderem zwei neue Produkte: das „Goggei“, ein Tiroler Freilandei, und der AlpbachTaler, ein 200-g-Schnittkäse aus Heumilch der Käserei Reith i. Alpbach. Der Agrarexperte Juen glaubt, dass es für hochwertige Produkte, wie beispielsweise Fleisch, auch ausreichend Kaufinteressenten gibt. „Für Topqualität mit regionaler Herkunft und artgerechter Haltung gibt es genügend Konsumenten, die einen fairen Preis dafür zahlen.“ Dementsprechend positiv haben sich auch die Verkaufszahlen von Tiroler Qualitätsfleisch entwickelt. „2010 konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 20 % gesteigert werden“, berichtet Steixner. „Bei Jahrling, Kalbl und Hofschwein konnten im Vergleich zum Vorjahr die höchsten Steigerungen erzielt werden.“

Zukunftsmarkt Gastronomie Ein wichtiger Zukunftsmarkt für die heimische Landwirtschaft ist die Gastronomie. Der Trend zum „Außer-Haus-Verzehr“ ist ungebrochen. „Die Hälfte des Fleisches wird bereits außer Haus gegessen“, sagt Juen. Tirols Gastronomen und Großküchen sollen daher vermehrt zu Abnehmern heimischer Produkte werden. Hierzu hat die Agrarmarketing Tirol das Gastroprojekt „Bewusst Tirol“ gestartet. Kostengründe will Juen als Argument von Gastwirten gegen den Kauf von Tiroler Produkten nicht gelten lassen. „Viele werden erkennen, dass das Image der heimischen Produkte und das Vertrauen der Gäste wichtiger ist.“ Auch Hubert Daum will mit seinem Projekt „Insrix“ verstärkt auf die Gastronomie zugehen. „Ich fände es wichtig, dass der Tourismus endlich seinen Obolus leistet. Die Bauern pflegen die Landwirtschaft und wir werben mit der schönen Landschaft. Wenn der Tourismus schon keinen Barbetrag leistet, dann wäre es schön, wenn die Gastwirte sagen, wir nehmen euch eure Produkte ab. Das würde uns indirekt sehr helfen.“ Einmal mehr ist hier allerdings der Konsument gefragt: Wenn die Gäste vermehrt Tiroler Produkte nachfragen, werden sie auch angeboten werden.

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LH-Stv. Anton Steixner zu den neuen Wegen in der Landwirtschaft: „Neue Chancen für die Tiroler Landwirtschaft sehe ich in der Erzeugung von erneuerbarer Energie und nachwachsenden Rohstoffen. Durch die Verknappung der fossilen Ressourcen besteht hier großes Wachstumspotenzial. Auch als Anbieter von kommunalen und Umweltdienstleistungen eröff nen sich neue Einkommensmöglichkeiten für die Bauern, weil sie das nötige Know-how dafür haben. In den Bereichen Gesundheit und Wellness tun sich neue Gelegenheiten auf, von der Heilpflanzenproduktion bis zum Heubad. Hier wäre ein guter Ansatz, die Zusammenarbeit mit der Tourismuswirtschaft weiter zu vertiefen. Viele Landwirte haben einen Zweitberuf gelernt. Neue Wege in der Landwirtschaft sind daher auch Erwerbskombinationen am Hof oder nebenerwerbsverträgliche Betriebsformen mit reduziertem Arbeitsaufwand. Zur Arbeitsteilung und zur Kostensenkung, insbesondere bei der Mechanisierung, sind überbetriebliche Kooperationen zu forcieren.“

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Vertrauen ist gut ... nach wie vor Mit dem Auftauchen des EHEC-Erregers sind Bio-Lebensmittel in die Schusslinie geraten. Der ausgelöste Hype hat eine ganze Branche in Mitleidenschaft gezogen. Wie viel „bio“ steckt hinter Bioprodukten und wie vertrauenswürdig sind diese? Wir sagen Ihnen: Vertrauen ist gut, denn die Kontrolle ist besser. Nicht erst seit dem Auftreten des Bakteriums.

„Der Konsument kann drauf vertrauen, dass mit dem Biogedanken sorgsam umgegangen wird. Klar definierte Richtlinien von länderspezifischen Bioverbänden sorgen für höchste Qualität und Güte. Die Produktion wird regelmäßig kontrolliert und die Produkte streng geprüft.“ Heribert Lenz, Fruchthof Innsbruck

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Die wunderbare Welt des Bio eco.nova: Viele Konsumenten sind ob der letzten Pressemeldungen in Bezug auf Bioprodukte sehr verunsichert. Wie kann man erkennen, ob es sich bei einem Produkt tatsächlich um Bioqualität handelt? Heribert Lenz: Es mag in einer solchen Zeit vielleicht etwas sarkastisch klingen, aber der Konsument kann darauf vertrauen – und das haben zahlreiche Kontrollen in ganz Österreich ergeben –, dass er in Biogeschäften auch Biowaren bekommt; egal, ob es sich um heimische Produkte oder welche aus dem Ausland handelt. In jedem Land agieren strenge Bioverbände, die laufend die Einhaltung der Produktion überprüfen. Man kann darauf vertrauen, dass Fachgeschäfte mit dem Biogedanken achtsam umgehen und diesen

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Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln und deren Herstellung ist kein Trend, sondern persönliche Einstellung. Im Laufe der Zeit hat vor allem in Bezug auf die Ernährung ein Paradigmenwechsel stattgefunden und man hat sich in der Fülle der Lebensmittel wieder vermehrt zurück zum Ursprung bewegt. Das Thema Nachhaltigkeit mit ressourcenschonendem Umgang mit der Natur rückt immer mehr ins Bewusstsein. Mit einem kleinen Haken: Verzichten möchte man dennoch auf nichts. In Zeiten der Globalisierung wird von Händlern erwartet, Obst und Gemüse ganzjährig zur Verfügung zu stellen – auch in Bioqualität. Ein Widerspruch? Nein, denn Bio ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit Regionalität. Natürlich versucht jedes Geschäft, im Sinne der kurzen Wege während der Saison die frischen Produkte möglichst aus dem nahen Umfeld zu beziehen. Viele davon können ob unserer klimatischen Gegebenheiten aber hier nicht angebaut werden oder sind nicht in genügender Menge verfügbar. Heribert Lenz vom Fruchthof Innsbruck: „Obst und Gemüse kommen heute aus der ganzen Welt. Würden wir wirklich nur regionale Produkte anbieten, hätten wir gerade einmal zwei bis drei Monate im Jahr Tomaten oder Salat. Bananen, eine der beliebtesten Obstsorten, gäbe es überhaupt nicht.“ Außerdem herrschen in Tirol zum Teil kleinstbäuerliche Strukturen, die gar nicht so große Mengen erwirtschaften, um große Betriebe bedienen zu können. Die heimischen Kleinbauern arbeiten daher mit Bioläden ihrer Größe zusammen. Die „Großen“ müssen in der Folge oft gezwungenermaßen auf Ware aus dem Ausland zurückgreifen. Was der Qualität keinen Abbruch tut, denn auch diese hat nicht unmittelbar mit Regionalität zu tun. „Ich ziehe eine Tomate, die in Sizilien auf gesunden und fruchtbaren Lavaböden und unter ausreichend Sonnenstunden gedeiht und von traditionsreichen Bauernfamilien geerntet wird, ganz klar einer künstlich beheizten Glashaustomate aus Österreich vor“, so Heribert Lenz, den wir kürzlich zum biologischen Gespräch trafen.

auch verinnerlicht haben. Man kann sich hier keine schwarzen Schafe leisten, die eine ganze Branche in Verruf bringen würden. Was kann man sich unter biologischer Landwirtschaft vorstellen? Grundsätzlich unterscheidet man zwischen biologisch-organischer und biologisch-dynamischer Anbauweise, wobei zweitere wohl eher dem entspricht, was sich Menschen generell unter „bio“ vorstellen. Beiden gemein ist, dass im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft auf den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel, Wachstumsförderer, chemische Dünger und Gentechnik verzichtet wird. Biologisch-dynamische Landwirtschaft, auch bekannt unter der Marke Demeter, geht zurück auf die anthroposophischen Grundsätze von Rudolf Steiner und noch einen Schritt weiter. Sie legt der Landwirtschaft den Gesamtkreislauf der Natur zugrunde. Jeder landwirtschaftliche Betrieb wird als Organismus und Individualität angesehen. Der Biogedanke wird hier im wahrsten Sinne gelebt. So muss bei diesen Betrieben der Gedanke verinnerlicht werden, denn hinter Bioprodukten steht ein hartes Stück Arbeit. Wir versuchen, so viele Produkte als möglich aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft anzubieten, weil auch wir vom Biogedanken in seinem ureigensten Sinn überzeugt sind. Wir wollen damit einerseits dem Trend gerecht werden und gleichzeitig Produkte höchster Qualität möglichst natürlich anbieten.

Text: Marina Kremser Fotos: Florian Schneider

Ist in Zeiten hoher Umweltbelastungen Bio wirklich noch gesund? Pflanzen reagieren ähnlich wie Menschen. Gesunde Pflanzen, die auf einem gesunden Boden wachsen, wie es im biologischen Anbau der Fall ist, können auch Umweltschäden viel besser verkraften als künstlich hochgezogene. Ein gesunder Mensch ist auch widerstandsfähiger und wird eine Grippewelle eher unbeschadet überstehen als einer, der schon mit Tabletten gegen Kopfweh kämpft. Wichtig ist, dass man nur reife Früchte zu sich nimmt. Nur diese sind für den Menschen verträglich und damit auch gesund, denn Früchte bilden vor allem in der letzten Phase der Vegetation Stoffe aus, die die Gesundheit fördern. Haben Sie im Fruchthof in den letzten Tagen Veränderungen im Verhalten der Kunden gespürt? Nicht wirklich. Menschen, die sich für Bio entscheiden, tun dies meist nicht aus einer Laune heraus. Sie tun es bewusst, sind aufgeklärt. Unsere Kunden sind sehr aufgeschlossen, stellen Fragen und sind daher auch nicht so leicht zu verunsichern. Allerdings verspüren wir seit der Zeit der Thematik des EHECs eine verstärkte Nachfrage nach Produkten, die die Darmflora stärken und schützen.

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Facts & Figures: Geschätzter Umsatz mit FAIRTRADE-Produkten im Handel 2010: 87 Mio. Euro (+21 % im Vergleich zum Vorjahr)

Umsatzstärkste Produkte: Bananen 24,2 Mio. Euro Kaffee 17,5 Mio. Euro Schokolade 16,8 Mio. Euro Fruchtsaft 7,6 Mio. Euro Blumen 10,2 Mio. Euro Andere 10,6 Mio. Euro (inkl. Baumwolle…)

Gesamtabsatz in Mengen FAIRTRADE 2010 in Österreich: Bananen 12.178 Tonnen (+11,2 %), Bioanteil 100 % Schokolade 525 Tonnen (+9 %), Bioanteil 95 % Kaffee 1.392 Tonnen (+20 %), Bioanteil 80 % Fruchtsäfte 5.463.000 Liter (+21 %) Rosen rd 23,9 Mio. Stiele (+99 %)

Die FAIRTRADE-Standards Soziales: • Arbeitsrechtliche Mindeststandards • Demokratische Organisationsstrukturen • Transparenz • Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit und Zwangsarbeit Handel: • FAIRTRADE-Mindestpreis • FAIRTRADE-Prämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung • Bioaufschläge • Langfristige Handelsbeziehungen • Vorfinanzierung • Kontrollierter Warenfluss Umwelt: • Gentechnikfreies Saatgut • Liste verbotener Substanzen • Umweltschonender Anbau • Förderung Bioanbau • Schutz natürlicher Wasserressourcen

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Im Aufschwung Mehr als 600 Produkte in Österreich schmücken sich bereits mit dem FAIRTRADEGütesiegel, das sich in Österreich eines gestützten Bekanntheitsgrades von 83 % erfreut. Die Produkte stehen für Genuss mit gutem Gewissen. Aber was genau bedeutet das Gütesiegel? Was steckt dahinter?

Soziales, Handel und Umwelt bilden die drei Eckpfeiler der nachhaltigen FAIRTRADE-Standards, mit denen der Verein eine Strategie zur Armutsbekämpfung, für bessere Arbeitsbedingungen und für den Schutz der Umwelt verfolgt. Der geschätzte Umsatz mit FAIRTRADEProdukten im österreichischen Handel 2010 wird auf 87 Mio. Euro geschätzt, das ergibt ein Plus von 21 % im Vergleich zum Vorjahr. Eine klare Tendenz der Konsumenten hin zu mehr Bewusstsein im undurchsichtigen Dschungel der Lebensmittelindustrie. Umsatzstärkste Produkte sind Bananen, Kaffee und Schokolade. Ein weiterer Vorteil: Über 75 % der in Österreich verkauften FAIRTRADE-Produkte sind aus biologischem Anbau.

dukte aus fairem Handel dient ausschließlich der Kennzeichnung von Produkten, nicht von Unternehmen, und stellt sicher, dass die Produkte den von FLO festgelegten sozialen, ökologischen und ökonomischen Standards entsprechen. Die Einhaltung dieser Standards wird von unabhängigen Stellen kontrolliert.

Die Vision Alle FAIRTRADE-Standards sollen einer Vision dienen: der Vision einer Welt, in der alle Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiter in Entwicklungsländern nachhaltig ein sicheres und menschenwürdiges Leben führen und ihre Zukunft selbst gestalten können.

Das Gütesiegel

Unternehmen setzen Zeichen

Das FAIRTRADE-Gütesiegel ist das weltweit bekannteste Sozialsiegel für fairen Handel und steht im Besitz und unter dem Schutz von Fairtrade International, kurz FLO. Das unabhängige Gütesiegel für Pro-

Immer mehr Unternehmen möchten ein Zeichen setzen und verankern verschiedene Initiativen für mehr Nachhaltigkeit als Teil ihrer Corporate-Social-Responsibility (CSR)-Strategie. Das FAIRTRADE-System bietet Un-


eco.nova hat Fairtrade-Österreich-Geschäftsführer Mag. Hartwig Kirner befragt: eco.nova: Was können Sie Unternehmen raten, wie sie einen Beitrag zu Fairtrade leisten können? Hartwig Kirner: Mit Produkten mit dem FAIRTRADEGütesiegel senden Unternehmen ein deutliches Signal an ihre Kunden, Mitarbeiterinnen oder ihre Gäste, dass ihnen nachhaltige Produktionsbedingungen wichtig sind. Denn FAIRTRADE bedeutet faire Preise für Kleinbauernfamilien, um von der Arbeit nachhaltig leben zu können, bessere Arbeitsbedingungen für Arbeiter auf den Plantagen, die Bezahlung einer FAIRTRADEPrämie für Soziales, Infrastruktur und Bildung oder die Förderung umweltschonender Anbaumethoden. Werden FAIRTRADE-Produkte am Arbeitsplatz angeboten, ist das eine ideale Möglichkeit, dieser Einstellung Ausdruck zu verleihen. So können Lebensmittel mit ausgezeichnetem Geschmack genossen und gleichzeitig dazu beigetragen werden, die Welt ein Stück besser zu machen! Was kann die Gastronomie dazu beitragen? Eine alte Küchenweisheit besagt, dass ein Gericht immer nur so gut ist wie seine Zutaten. Neben Frische und Qualität ist es daher auch wichtig, dass in der Gastro-

nomie den Gästen fair gehandelte Produkte angeboten werden. Erfreulich ist, dass immer mehr Gastronomiebetriebe diesen Grundsätzen folgen. So schenken bereits mehr als 1.000 Cafés, Bäckereien, Restaurants und Kantinen fair gehandelten Kaffee aus, alleine im Jahr 2010 konnten über 40 neue Gastronomiepartner gewonnen werden.

Text: Doris Penna Fotos: FAIRTRADE/ Didier Gentilhomme, Stefan Lechner, Veronika Polster

Verbuchen FAIRTRADE-Produkte Zuwächse? In welchen Bereichen besonders? 2010 haben in Österreich sowohl die hohe Qualität der FAIRTRADE-Produkte als auch der anhaltende Trend zu ethischem und ökologischem Konsum dafür gesorgt, dass der geschätzte Gesamtumsatz mit fair gehandelten Produkten im österreichischen Handel im Jahr 2010 um 21 % auf 87 Mio. Euro angestiegen ist. Das bestehende Sortiment in Österreich umfasst mittlerweile mehr als 600 Produkte, rund 75 % davon tragen auch ein Biosiegel. Wachstumstreiber des vergangenen Jahres waren vor allem Kaffee, Fruchtsaft sowie Blumen. Wer profitiert von diesem Erfolg? Von diesem Erfolg profitieren insbesondere die mehr als 830 zertifizierten Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die allein über den österreichischen Markt mehr als 19 Millionen USD (+23,3 % im Vorjahresvergleich) Direkteinnahmen (bestehend aus FAIRTRADE-Mindestpreis und FAIRTRADE-Prämie) erhalten haben. Die in diesen Geldern enthaltene FAIRTRADE-Prämie wird überwiegend dazu genutzt, die medizinische Versorgung, Bildung und soziale Einrichtungen zu verbessern, um eine nachhaltige Entwicklung vor Ort zu unterstützen. Der Faire Handel legt seinen Fokus auf die kleinbäuerliche Landwirtschaft, aus der mehr als 75 % aller FAIRTRADE-Produkte stammen. Das FAIRTRADE-Gütesiegel garantiert die Einhaltung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Standards.

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Die Mitarbeiter der Übungsfirma Trade Fair Tirol kommen aus der 3. Klasse Handelsschule in Wörgl. Auch wenn in der Übungsfirma nicht real gehandelt wird, sondern die Produkte nur imaginär im Übungsfirmenmarkt angeboten werden, so wird die Idee des fairen Handels doch mit viel Öffentlichkeitsarbeit vor allem schulintern verbreitet

TRADE FAIR – Schüler üben im fairen Handel 2003 hat Mag. Waltraud Kostenzer, MAS, gemeinsam mit ihren Schülern der Handelsschule Wörgl (HAS) die Trade Fair e.U. gegründet. Dabei handelt es sich um eine Übungsfirma, wie sie vor allem in berufsbildenden Schulen für eine hohe Qualität in der Ausbildung und vor allem Praxisbezug sorgt. „Von der Idee her sind wir ein Handelsunternehmen, das alle gängigen FAIRTRADEProdukte wie Kaffee, Schokolade, Bananen, Fußbälle, Hängematten, Trommeln und viele andere mehr auf dem Übungsfirmenmarkt in Österreich anbietet“, erläutert Kostenzer. „Neben dem reinen Handel machen wir sehr viel Öffentlichkeitsarbeit, um die Grundideen des fairen Handels allen Interessierten näher zu bringen. Wir nehmen an der regelmäßigen Hausmesse der BHAK/ BHAS Wörgl teil, veranstalten Workshops und nutzen das hauseigene Infosystem, um unsere Schüler am Standort Wörgl zu informieren“, so die engagierte Lehrerin über ihr Anliegen, die Idee des fairen Handels bei den Schülern bestmöglich zu verbreiten. Und das Projekt läuft gut. Schon zweimal konnte Trade Fair e.U. die begehrte Qualitätszertifizierung der österreichischen Servicestelle für Übungsfirmen erreichen. „Soweit es an uns liegt, treiben wir die Idee des fairen Handels weiter. Denn Humor, Menschlichkeit und eine gerechte faire Verteilung des Wohlstandes lokal und global können die Welt verändern“, so Waltraud Kostenzer über ihre Vision für eine faire Zukunft.

Mag. Hartwig Kirner, FAIRTRADE-Geschäftsführer

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ternehmen nicht nur die Möglichkeit, Risiken zu minimieren, welche die komplexen und schwer durchschaubaren Strukturen des globalisierten Welthandels mit sich bringen, sondern es ermöglicht ihnen auch öffentlich ein Signal zu setzen, dass soziale und nachhaltige Faktoren im Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. Ob als Lizenzpartner, zertifiziertes Unternehmen, Blumenfachhandel, Unternehmen im Textilhandel oder Gastronomiebetrieb, als Partner von Fairtrade Österreich können Unternehmer mit dem kleinen Zeichen Großes tun.


Bio, der salonfähige Trend Da wird auf der einen Seite der Begriff Bio vor allem im Non-Food-Bereich bis zur Biozigarette marketingwirksam missbraucht, auf der anderen Seite jedoch werden Nägel mit (überzeugten) Köpfen gemacht und die gesunde Grundeinstellung zum Naturprodukt kompromisslos mit letzter Konsequenz durchgezogen. Bio als trendige, coole Lebensmaxime, verstärkt von der jüngeren Generation gesucht – und immer öfter gefunden.

Text: Renate Linser-Sachers Fotos: Andrea Knura, Jan Egel, Renate Linser-Sachers

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Man muss sich endgültig von den Zeiten verabschieden, in denen allein das Wort Bio automatisch mit alternativer, grün angehauchter Lebensweise samt Körndlfutter und Salatblatt assoziiert wurde. Zunehmend die Generation zwischen 30 und 55 Jahren will heute selbstbestimmt bewusster essen, sich nicht mehr von (mehr oder weniger gut getarnten) Fertigprodukten ernähren lassen und legt Wert auf hochwertige, natürliche Lebensmittel. Die Nase vorne haben hier unsere bundesdeutschen Nachbarn, welche diesen geradlinigen Weg schon lange gehen. Was sich schon alleine anhand der mehreren tausend Bioläden manifestiert (man vergleiche die bescheidene Zahl von etwa 400 in Österreich). Dieses Gesundheitsbewusstsein will der Gast auch in seinem Urlaub nicht missen und bucht dahingehend verstärkt zertifizierte Biohotels in seinem Lieblingsurlaubsland. Eine neue Gästeschicht, die praktisch nur darauf wartet, akquiriert zu werden. Der deutsche Konsument zeigt ein klareres Verhalten gegenüber seiner Ernährung: Entweder er ist ignorant oder ökologisch strukturiert. Bei uns sind biologische Lebensmittel zu über 80 % in Supermärkte und Discounter integriert – was bewirkt, dass der Kunde hier

sowohl als auch einkauft. Sein Konsumverhalten ist darauf trainiert, in der Bioecke als auch konventionell zuzugreifen. Der erste Bio-Supermarkt in Innsbruck, Langer Weg 15, ist noch jung, demonstriert aber den Trend einer kulinarischen Neupositionierung auch im Handel. Was den Bio-Hotels Austria mit 72 Mitgliedern in fünf europäischen Ländern bereits bravourös gelungen ist. eco.nova sprach mit „Mr. Bio“ Ludwig Gruber, gelernter Biobauer, Bio-Marketingprofi, Bio-Unternehmensberater, Geschäftsführer und Ansprechpartner der Bio-Hotels. eco.nova: Die Bio-Hotels feiern heuer ihren zehnten Geburtstag – was war ausschlaggebend für die Geburt dieser Institution? Ludwig Gruber: Als ich 1998 von Armin Schweitzer, Bio-Hotel Schweitzer in Mieming, praktisch genötigt wurde, eine Plattform zu gründen. Untermalt mit den schon schockierenden Worten, dass er in seinem eigenen Haus nichts mehr essen möchte ... Er war nicht mehr zu bremsen, sein Haus war dann 1999 das erste von der Austria Bio-Garantie zertifizierte Bio-Hotel


eco.wirtschaft Biopionierin Maria Schweitzer von Europas erstem zertifizierten Biohotel in Mieming steht knapp 80-jährig noch täglich in ihrer Bioküche, im Bild mit Bioinstanz Ludwig Gruber

Europas. Angeregt wurde von uns, ein Kontrollkonzept für Biohotels mit unterschiedlichen Rezepturen zu installieren. Es haben sich schnell einige Betriebe gemeldet, die seit Jahren auf Biobasis arbeiten, dabei aber bei der Umstellung auf halbem Weg verhungert waren. Alle hatte der Ehrgeiz gepackt – nur brauchten wir nun Gäste, die das auch super fanden. Wir mussten einen ganz anderen Marketingweg beschreiten und leben heute vor allem von deutschsprachigen Gästen, vorwiegend aus Deutschland. In der Bundesrepublik gibt es seit den 90er-Jahren eine gut sichtbare Gruppe von Verbrauchern, die sich über diese Struktur ernähren und in mehreren tausend (!) Biomärkten einkaufen können. Wir sehen uns also mehr als bestätigt. Wo liegt – neben dem natürlichen Produkt – der markanteste Unterschied zwischen Bio- und konventionellen Lebensmitteln? Eine Transparenz bis zum Ursprung des Lebensmittels beim Bauern ist nur im Biohandel gegeben. In der Hotellerie und Gastronomie gibt es keine Kontrollkette, konventionelle Lebensmittel müssen nicht oder deutlich weniger deklariert sein. Daher hat Bio eine so große Chance! Wir können Menschen als Hotelgruppe nicht verändern, sehr wohl aber den Gast über den Geschmack und die Qualität gewinnen. Wie schwer ist es für ein Hotel, mit Haut und Haaren auf Bio umzustellen? Dem Hotelier muss es wert sein, einen dementsprechend sowohl geschulten als auch von ganzem Herzen überzeugten Koch einzustellen (und zu finden, was realistischerweise gar nicht so einfach ist). Das ganze Haus muss an einem Strang ziehen, sonst ist dieser Weg zum Scheitern verurteilt. Fakt ist, dass der Wareneinsatz ein höherer ist. Fakt ist aber auch, dass sich kompromisslose Qualität durchsetzt. So etwa die Henne, die – per Biogesetz verankert – 87 Tage leben muss, ehe sie geschlachtet werden darf. In der konventionellen Haltung landet sie bereits nach vier Wo-

chen auf dem Grill und kostet nur etwa ein Drittel. Oder die Biosemmel, die 70 Gramm Mehl benötigt, um gleich groß zu sein wie die herkömmliche mit nur 40 Gramm Mehl. Natürlich macht sich das im Preis bemerkbar. Und natürlich im Geschmack. Ist Essen in der Biogastronomie überhaupt leistbar? Das Essen, das auf den Tisch kommt, muss nicht teurer sein. Bioköche konzentrieren sich auf die Saisonalität der Produkte und verwenden eben z.B. im Jänner keine Tomaten, die aus Italien oder dem Glashaus kommen, wo sich Transportkosten bzw. Chemie und Ölheizung im Preis niederschlagen. Im konventionellen Bereich kostet vieles so gut wie nichts, weil alles in Riesenportionen serviert und dementsprechende Mengen bestellt werden. Die Bioküche hat dazu einen völlig konträren Zugang und bietet fünf bis zehn Gerichte an: garantiert frisch gekocht, was bei 50 Speisen auf der Karte genauso garantiert unmöglich ist! Der verantwortungsvolle Biokoch verwendet etwa beim Hühnchen nicht nur die Brust, sondern kreiert neue Gerichte, um auch andere Tierteile variantenreich und schmackhaft zu verwerten. Darin liegt die Herausforderung und der große Unterschied: Es landen nicht nur die begehrten Tierrücken auf dem Teller und der Rest im Müll. Das allerdings setzt einen Koch voraus, der sich mit dieser

„Man muss 1500 bis 2500 Artikel umstellen, nicht nur einzelne Produkte, um ein BioHotel zu werden. Besonders in abgelegenen Gegenden (diese liegen meist an letzter Stelle der Lieferanten) stellt das eine Herausforderung der Besorgung und Logistik dar.“ Ludwig Gruber GF Bio-Hotels

REZEPT Biokochen ist viel zu aufwändig? Maria Schweitzer beweist mit einem ihrer unzähligen kreativen Rezepte das Gegenteil, freundlicherweise für eco.nova-Leser zur Verfügung gestellt:

Kräuter-Topfen-Nocken (Angaben für 1 Person) 130 g Topfen, 1 ganzes Ei, 60 g Vollwertbrösel, Kräutermix, 1 EL Parmesan, Salz, Pfeffer. Alle Zutaten mischen, Nocken formen und für drei Minuten in kochendes Wasser geben. Ziehen lassen, mit Parmesan bestreuen und mit brauner Butter beträufeln. Dazu Salat oder gebratene Tomantenscheiben servieren. Guten Appetit!

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Einstellung identifizieren kann und es als Motivation sieht, sein handwerkliches Können und seine Kreativität einzusetzen. Anspruchsvolle Gäste suchen heute nicht mehr die Haute Cuisine, sondern echten Geschmack und echte Zubereitung. Erfreulicherweise ist zu beobachten, dass immer öfter junge Küchenmannschaften das Potenzial erkennen, sich mit Ehrgeiz in diese Thematik stürzen und feststellen, dass man da was Lässiges machen kann.

„Die Bio-Hotels sind die Champions League für die Gäste, die zufrieden heimfahren und gern wiederkommen.“ Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger

Vertrauen ist gut, Kontrolle immer besser. Wie streng sind die Aufl agenkriterien für die Mitglieder der Biohotels? Gäste kann man genauso wenig hinters Licht führen wie die unabhängigen Kontrollorgane (in Österreich die Austria Bio-Garantie), welche unangemeldet zweimal als Stichprobe und mindestens einmal jährlich im Rahmen eines Audits die Mitglieder besuchen. Bisher gab es fünf Ausschlüsse in Österreich, davon hat es leider vier Häuser in Tirol erwischt. Unsere Kontrollen sind knallhart – da wird z.B. nicht verziehen, wenn der Saft am Frühstücksbuffet nicht Bio ist oder die Pute aus konventioneller Haltung entdeckt wird. Auch die Biobauern als Lieferanten, die aus Überzeugung auf die Sicherheit der Chemie verzichten und der Natur vertrauen, würden uns mitteilen, wenn von Betrieb X schon längere Zeit keine Produkte bezogen werden. Ein Durchschlüpfen durch den Biorost ist nur sehr kurzfristig möglich. Der Gast hat Bio gebucht und zahlt gegebenenfalls gerne etwas mehr dafür – also kann er 100 % Bio erwarten. Alles andere ist Betrug. Wie sehr beeinträchtigt der aktuelle EHEC-Skandal das Biovertrauen? EHEC hat mit Bio nichts zu tun, da lassen sich keine Strukturen daraus konstruieren. Wie bei allen Lebensmittelskandalen tritt die Hilflosigkeit des Verbrauchers als logischer Reflex auf. Ein Rückschlag ist leider sicher auch bei den Biolieferanten zu verzeichnen. Wir kaufen immer die Katze im Sack, daher ist Vertrauen so wichtig. Die verarbeitende Industrie braucht ständig noch billigere Produkte (egal, woher), es gibt keine Preisschranke mehr nach unten. Da findet ein unglaublicher Prozess im Hintergrund statt, weltweit minimieren sich drastisch Zutaten, Tiere

Bio-Hotels Austria Derzeit 75 Mitglieder in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz bieten 100 % ökologische Gaumen- und andere Freuden. Die Palette reicht von gemütlichen Familienhotels und Gasthöfen über coole Seminarhotels und stylische Spa-Tempel bis zu Kongresshotels. Speziell in puncto Kulinarik sind die Bio-Hotels sehr vielschichtig und bieten für jeden Geschmack genussvolle Alternativen. Was nicht in ökologischer Qualität erhältlich ist, wird auf der Speisekarte genau deklariert. www.biohotels.info Mitgliedsbetriebe Tirol: Alpine Well & Fit Hotel Eagles Astoria, Igls Bio-Landpension Monika, Leutasch Bio-Landhaus Seethaler, Thiersee Der Veitenhof, Umhausen Stillebach Hotel, St. Leonhard

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Der Leutascherhof, Leutasch Natur- & Kulturhotel Grafenast, Pill Bio-Hotel Schweitzer, Mieming Natur & Spa Hotel Panorama, Jerzens

und Pflanzen. Die Regale im Supermarkt werden immer größer und suggerieren Vielfalt, der Unterschied besteht aber nur noch in Geschmacksstoffen, Verpackungen und Preisstrategien. Um Qualität zu leben und zu sichern, muss ein höherer Preis bezahlt werden. Es kann nur Regionalität aus Bioprodukten geben. Was nützt uns das Schweindl aus Tirol, wenn es Futter aus Brasilien fressen muss?

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Dr. Franz Linser, Linser & Partner Consulting, international gefragter Experte im Bereich lebensstilrelevanter und gesundheitstouristischer Konzepte

Go green!? Ein Statement von Dr. Franz Linser www.linser-partner.com Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit sind global relevante Themen geworden. Überraschenderweise hat es jedoch ziemlich lange gedauert – vom Bleibenzin zum sauren Regen, vom Ozonloch zum Waldsterben und Rinderwahn –, bis man erkannte, dass etwas Gravierendes schieflaufen dürfte und dass dies auch unsere Gesundheit negativ beeinflussen könnte. Und so hat sich in den letzten Jahren neben das eine Megathema unserer Zeit – der Gesundheit – langsam, aber unaufhaltsam ein weiteres Megathema gesellt: die Ökologie. Dieses komplizierte Geflecht aus Beziehungen der Lebewesen zu ihrer Umwelt, aus gegenseitigen Abhängigkeiten, (Lebens)räumen und Symbiosen ist heute aus keinem Wirtschaftsbereich mehr wegzudenken. Handelsketten überschlagen sich mit Bioangeboten und Produkten aus der jeweiligen „Umgebung“, die Kosmetikfi rmen produzieren 100 % pflanzlich und natürlich, die Autohersteller versuchen mit weniger Umweltschädlichkeit (sie nennen das Umweltfreundlichkeit) die neuen grünen Konsumenten zu überzeugen. Für Hardcore-Konsumapostel mag es dabei absurd anmuten, dass der an sich konsumfeindliche Begriff des „weniger“ heute als Synonym für „grün“ und als neuer Verkaufsschlager verwendet wird. So wirbt eine namhafte Automarke mit genau diesem neuen Konsumschema: „Reduktion ist das Thema unserer Zeit: Weniger Verbrauch, weniger Gewicht, weniger Emission.“ Es ist noch nicht lange her, als wir mit mehr PS, mehr Beschleunigung und mehr Komfort zum Kauf animiert wurden. Die Sehnsucht der Menschen nach Vereinfachung, nach Natürlichkeit und einem Zurück zum Wesentlichen wurde offenbar von der Anbieterseite verstanden: Einfachheit als eine Form des Weniger. Die beiden Megathemen „Gesundheit“ und „Öko“ sind in vielen Bereichen bereits zu einer Art Statussymbol avanciert und beeinflussen daher das konkrete Kaufverhalten immer mehr. Dieser Trend ist in allen Lebensbereichen zu beobachten.


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Es steckt mehr drin als draufsteht Haben Sie Zeit? Denn die braucht es, wenn man sich für das Nachhaltigkeitskonzept des Tiroler Lebensmittelsupermarktes MPREIS interessiert. eco.nova hat für die grüne Ausgabe nachgefragt – und ist ob der Menge an Maßnahmen, die von der MPREIS-Geschäftsführung im Sinne der Wertehaltung sowie der Langfristigkeit und des Vorteils für die Region umgesetzt werden, bass erstaunt. Man gewinnt bei der Recherche den Eindruck, dass MPREIS der „grüne Riese der Nachhaltigkeit“ in Tirol ist. Bei MPREIS hat Nachhaltigkeit allerdings einen anderen Namen: gelebte Regionalität.

eco.nova hat MPREIS unter die grüne Lupe genommen

Fotos: Florian Schneider

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Die harten Fakten: Mit 4.880 Mitarbeitern ist MPREIS der zweitgrößte private Arbeitgeber Tirols. Gemeinsam mit seinen mehr als 200 regionalen Lieferanten sind in Tirol über 10.000 Arbeitsplätze entstanden. Das 1920 gegründete Unternehmen ist heute in Nord-, Ost- und Südtirol, Salzburg und Kärnten tätig und verzeichnet einen Jahresbruttoumsatz von rund 616 Millionen Euro (2010). Bis zu 150.000 Kunden – also jeder vierte Tiroler – sind täglich in einer MPREIS-Filiale. Im Angebot steht eine Produktvielfalt von bis zu 8.000–10.000 verschiedenen Artikeln. Nun zu den weichen Fakten: Am Firmengelände der MPREIS-Zentrale in Völs wird freund-

lich gegrüßt, beim spontanen Fotoshooting in einer Filiale sind die Mitarbeiterinnen gerne bereit, einmal für uns zu posieren, das Gespräch mit Kommunikationsleiterin Ingrid Heinz wird ein Plausch über die große Familie MPREIS – immerhin 19 der Familienmitglieder arbeiten im Unternehmen mit! Die Begeisterung für das Unternehmen ist unübersehbar – und steckt an.

Stärkung des Wirtschaftsraumes durch gelebte Vernetzung Als regionales Familienunternehmen sieht sich MPREIS als Vermarktungsplattform für heimische


eco.wirtschaft Wie viele regionale Produkte waren heute dabei? Zum Nachlesen auf dem Kassabon

„Produkte aus Tirol werden bei MPREIS bevorzugt, erst wenn diese nicht mehr erhältlich sind, wird Ware aus Österreich bzw. dem Ausland angeboten. Im Sommer stammt fast das gesamte Gemüseangebot von regionalen Bauern.“ Unternehmenssprecherin Ingrid Heinz

Verbundenheit mit Tirol Die Verbundenheit mit Tirol ist ein prägendes Element bei allen Entscheidungen, die das Unternehmen MPREIS betreffen. „Als Tiroler Handelsbetrieb ist es uns ein großes Anliegen, die Wirtschaft in unserer Region zu stärken“, so Heinz. Daher wird, neben dem Angebot internationaler Markenprodukte, sehr viel Wert auf die Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten

aus unserer Umgebung gelegt. Die MPREIS-Handelsplattform ermöglicht es vor allem den Klein- und Mittelbetrieben aus der unmittelbaren Nachbarschaft, ihre Produkte in ganz Tirol flächendeckend anzubieten – mit Preis- und Abnahmegarantie.

Tiroler Produkte im Sortiment Ein Beispiel: MPREIS verkauft jährlich 4,5 Mio. Liter Frischmilch von der Tirol Milch, 4,5 Mio. Becher Fruchtjoghurt und 180 Tonnen Käse, d.h. 50 % aller in Tirol im Lebensmitteleinzelhandel verkauften TirolMilch-Produkte vertreibt MPREIS. Von der Sennerei Zillertal kommen 1,2 Mio. Liter Frischmilch und 120 Tonnen Käse, insgesamt 17 weitere Sennereien aus Tirol beliefern MPREIS. Wie es um Obst und Gemüse steht, zeigt folgende Aufstellung.

Produkte und nimmt hier seit Jahren eine wichtige Vorreiterrolle ein. Der Kunde kann – ob bewusst oder unbewusst – aus rund 1.500 Lebensmitteln aus Tirol von mehr als 200 regionalen Lieferanten auswählen. „Als regionaler Anbieter legt die Geschäftsführung von MPREIS Wert darauf, so viele Tiroler Erzeuger wie möglich als kompetente Partner zu gewinnen. Konkret gibt es dazu auch das Konzept, dass lokale Metzger beispielsweise Verkaufsflächen bei MPREIS für den Verkauf ihrer eigenen Produkte nutzen können. Alleine aus der Baubranche waren in den letzten Jahren über 400 Tiroler Firmen für MPREIS tätig. Dazu Unternehmenssprecherin Heinz: „Durch diese Maßnahmen bleibt die Kaufkraft im Land, Arbeitsplätze in der Region werden gesichert, Kleinstrukturen und Landwirtschaft haben dauerhaft Bestand und Transportwege werden reduziert. Der gesamte regionale Wirtschaftsraum wird durch diese Vernetzung gestärkt.“

Obst und Gemüse Jährliche Warenmengen aus Tirol: 1.200 Tonnen Tiroler Kartoffeln (davon 130 t in Bioqualität) 3 Mio. Tiroler Salatköpfe 1 Mio. Bund Tiroler Radieschen 650 Tonnen Nordtiroler Äpfel 500.000 Packungen Erdbeeren ... von mehr als 100 Obst-, Gemüse- und Salatbauern aus Tirol

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im.interview

Eigeninitiierte Projekte Ein Pilotprojekt hat MPREIS im Jahr 2004 gestartet: Fleischprodukte des Tiroler Jungrindes „Jahrling“ aus der Mutterkuhhaltung. Die Kette zahlt hier den mittlerweile insgesamt 275 Jahrlingsbauern einen Regionalitätszuschlag und garantiert – wie bei den anderen Vertragsbauern – die Produktabnahme. 2002 startete auf Initiative von Tiroler Biobauern die wohl erfolgreichste regionale Bioproduktserie – BIO vom BERG. „Gestartet haben wir damals mit 8 Milchprodukten, heute führen wir über 90 BIO-vom-BERG-Produkte“, freut sich Heinz über den Erfolg. Der Umsatz von BIO vom BERG hat sich in den ersten fünf Jahren verfünffacht und belief sich im Jahr 2010 auf mehr als 3 Mio. Euro. Seit 2010 gibt es auch eine eigens entwickelte Apfelsorte im Obstsortiment: den so genannten „Bio-Jazz“-Apfel, der im Herbst geerntet wird, die Nachreifezeit über den Winter aber braucht, um dann im Frühjahr ins Sortiment zu kommen – ein Tiroler Apfel mit kurzem Transportweg auch zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit.

Das richtige Produkt zur richtigen Jahreszeit

Im Gespräch mit MPREIS-Unternehmenssprecherin Ingird Heinz eco.nova: Frau Heinz, was ist Ihr Lieblingsgemüse? Ingrid Heinz: Das sind die Radieschen. Sie sind das erste Gemüse im Jahr und es gibt sie den ganzen Sommer mer über, außerdem eine typische heimische Gemüsesorte, e, die in Bioqualität erhältlich ist. 1920 öff nete das erste Lebensmittelgeschäft von Therese Mölk seine Pforten, 2011 wird die 200. Filiale eröff net. Seit wann folgt MPREIS dem Prinzip der Nachhaltigkeit? Genau genommen folgen wir hier nicht bewusst dem Prinzip der Nachhaltigkeit, sondern haben es praktisch schon immer gelebt, ohne einen Namen dafür zu haben. Der Begriff selbst hat sich erst seit 2004 mit der Vorbereitung auf den Preis „Nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen“ bei uns etabliert. Wer ist der typische MPREIS-Kunde? Den gibt es so nicht. Wir wollen als Nahversorger alle Menschen ansprechen und so viele Bedürfnisse vom Weinkenner bis zum Handwerker, vom Jugendlichen bis zum Pensionisten mit guter Auswahlmöglichkeit abdecken. MPREIS soll auch ein Ort der Begegnung sein – wie unsere BAGUETTE-Filialen. Hier gibt es sehr nette Begebenheiten, dass dies auch angenommen wird. So triff t sich beispielsweise die Axamer Stammtischrunde zum Kartenspielen im BAGUETTE. Was heißt BIO für Sie persönlich? Für MPREIS? Für mich bedeutet „Bio“ einen respektvollen Umgang mit der Natur. Das gibt dem Lebensmittelhandel eine andere Basis, dahinter steckt eine besondere Ideologie – im Gegensatz zur Ausbeutung. Wir müssen uns – auch was Mengen anbelangt – etwas rückbesinnen, auf Qualität und heimische Produkte.

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In den MPREIS-Filialen finden sich das ganze Jahr über Produkte aus der Region Tirol. Der Vorteil: „Regionale Produkte legen nur kurze Transportwege zurück. So haben sie die Zeit, am Feld alle Vitamine und Nährstoffe und dadurch Geschmack zu entfalten, da sie reif geerntet werden.“ Übersichtlich dargestellt im Obst- und Gemüsesaisonkalender, der in jeder MPREIS-Filiale zum Mitnehmen aufl iegt. Auch um die Essgewohnheiten der Kunden kümmert man sich – und hat im letzten Jahr das erste eigene Rezeptheft mit regionalen und saisonalen Zutaten herausgebracht: „Rezept des Moments“ heißt es. Wer nicht auf die nächste Ausgabe warten möchte, schaut unter www. mpreis.at/produktvielfalt/rezepte/ nach und sucht sich unter www.mpreis.at/ produktvielfalt/weinlexikon/ noch den passenden Wein dazu aus.

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Meileinsteine 1920: Die beinahe 50-jährige Therese Mölk eröffnet im Viaduktbogen 11 in Innsbruck ihr erstes Geschäft. „Kleines Sortiment in großen Mengen zu niedrigen Preisen“ 1925: Therese Mölk kauft die K&K Militärbäckerei in der Dreiheiligenstraße, Hauptsitz des Unternehmens bis in die Mitte der 80er Jahre. 1929: 11 Läden, eine Bäckerei, eine Molkerei 1947: Dreiheiligenstraße: Ein viergeschossiges Lagerhaus wird errichtet. Zu diesem Zeitpunkt sind im Unternehmen 145 Mitarbeiter beschäftigt. 1974: Die MPREIS Warenvertriebs GmbH wurde gegründet und der erste „MPREIS Supermarkt“ mit Selbstbedienung eröffnet. 1985 Verwaltung und Lager übersiedeln nach Völs. 1989: Eröffnung des ersten BAGUETTE Café/Bistros in der Maria-Theresien-Straße. 1998: 100. MPREIS Markt eröffnet in der Innsbrucker Andechsstraße 2003: Expansion nach Südtirol: In Bruneck wird der erste MPREIS-Markt außerhalb Österreichs eröffnet. 2011: Eröffnung des 200. MPREIS-Marktes geplant.

Preise & Auszeichnungen (Auszug) 2005 & 2007 2006 2009 2010 2011

„Nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen“ Österreichischer Staatspreis für Architektur Regionalitätspreis Tirol Neues Bauen & Best architects Trigos Tirol – Anerkennung für gelebte gesellschaftliche Verantwortung


eco.wirtschaft

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Der Reichtum der Natur Seit bald 30 Jahren produziert die Vita+ Naturprodukte AG in Langkampfen zertifizierte BIO-Produkte mit dem Ziel, dem Konsumenten gesunde Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau zu fairen Preisen an seiner gewohnten Einkaufsstätte anzubieten. Mit Erfolg. verival-Produkte finden sich heute im gesamten Lebensmitteleinzelhandel und verzeichnen ein gesundes Wachstum. In einem stark wachsenden Markt von biologischen Produkten besticht die Marke verival mit einem besonders hohen Qualitätsanspruch. Alle rund 220 Produkte tragen das österreichische und internationale Bio-Gütesiegel sowie zusätzlich auferlegte Qualitätsstandards, wie z.B. IFS (International Food Standard – Version 5) oder HACCP (Hazard Analysis of Critical Control Points). „Vielen Konsumenten ist auch gar nicht bewusst, dass Bioprodukte automatisch gentechnikfrei und frei von Zusatzstoffen sind“, ergänzt Mag. (FH) Michael Baumgärtner, Vorstand der Vita+ Naturprodukte AG.

Von der Vision zum Erfolg Die Idee, Produkte aus biologischem Anbau auf klassischen Vertriebsschienen zu vermarkten, war im Jahr der Unternehmensgründung 1982 noch absolutes Neuland. „Der Firmengründer war ein Visionär“, beteuert Baumgärtner, „und seine Idee wird bis heute weitergetragen“. In Folge wurden dann strategische Investoren gesucht, welche die Idee unterstützen. Gernot Langes Swarovski tat dies aus tiefster Überzeugung zunächst als Minderheitsaktionär und zwischenzeitlich als Mehrheitsaktionär. Im Jahr 2002 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und der Markenwechsel zu verival wurde 2007 vollzogen, um am europäischen Markt die langjährige Werthaltung besser transportieren zu können: Aus der Verbindung der Worte VERItas (Wahrheit, Richtigkeit) und VALore (Wert, Bedeutung) entstand verival. Weitere Investitionen wurden getätigt und seit 2008 präsentiert sich das Unternehmen an seinem neuen Standort in Langkampfen mit einem der modernsten Werke seiner Art in Europa. Mit einem optimierten Energieverbrauch und einer Energierückgewinnungsanlage trägt das Unternehmen so zum Beispiel aktiv zum Schutz unserer Umwelt bei. Ein sauerstoffreduziertes Rohstofflager und die Abfüllung unter einer speziellen Schutzatmosphäre gewährleisten eine bestmögliche Haltbarkeit und Frische der Produkte.

Innovative Produktneuheiten von „free from“ bis zu Fertiggerichten Text: Doris Penna Fotos: Florian Schneider

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Um den Konsumenten klare Produktvorteile zu liefern und den unterschiedlichen Ernährungsbedürfnissen

gerecht zu werden, wurde vor kurzem am Markt eine „free-from“-Linie mit fünf verschiedenen Aufstrichen, Tamari-Sojasauce und sechs unterschiedlichen Würzmischungen lanciert. Diese sind z.B. „frei von ...“ Gluten, Laktose, Ei etc. Die schmackhaften Gewürze aus der Streudose bringen Abwechslung in die Küche von Italien bis Afrika, von Indien bis Mexiko. Die vegetarischen und besonders schmackhaften Gemüseaufstriche sind jedenfalls laktosefrei, teilweise auch gluten- und hefefrei. Einen weiteren Zusatznutzen für den Konsumenten bieten die physiologisch optimierten Rezepturen der „Active-Linie“. Inhaltsstoffe, die besonders reichhaltig an lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sind, bilden die Basis für diese gesunden, vollwertigen Lebensmittel, wie zum Beispiel bei Active-Müslis oder Active-Nudeln. Praktische Fertiggerichte in Minutenschnelle zubereitet und dennoch aus biologischem Anbau und ohne Zusatzstoffe runden das breite verival-Trockensortiment ab.

Aus Überzeugung BIO Seit Juli 2009 leitet Michael Baumgärtner die Geschicke der Vita+ Naturprodukte AG. Nach jahrelanger internationaler Erfahrung im Konsumgüterbereich, wie zuletzt als Vorstand für Marketing & Sales bei Josef Manner AG, als Vorstand bei Novomatic AG, als Marketing und Sales Manager bei British Amercian Tobacco (BAT) in London, Hongkong und der Schweiz sowie bei Procter & Gamble in Österreich und Deutschland, stellt sich Baumgärtner einer neuen Herausforderung: dem strategischen Ausbau der Marke verival im In- und Ausland und dem Thema Nachhaltigkeit. So wird die neu geschaffene Position eines Social Media Managers Konsumenten und Kunden vor allem im Online-Bereich in Zukunft mit viel Neuem und Wissenswertem überraschen. Auch den Ausbau des Private-Label/Handelsmarkengeschäfts hat sich der versierte Manager zum Ziel gesetzt. Wir trafen Mag. (FH) Michael Baumgärtner, Vorstand und CEO der Vita+ Naturprodukte AG, zum Gespräch über die Marke verival, biologische Lebensmittel und unsere Umwelt. eco.nova: Welche Grundsätze prägen die verival-Produktpalette? Michael Baumgärtner: Wir haben Produkte, in de-


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nen wir den gesamten Reichtum der Natur reinpacken. Produkte aus biologischer Landwirtschaft sind automatisch auch gentechnikfrei und frei von Zusatzstoffen. Die Herstellung und Gewinnung von biologischen Rohstoffen ist wesentlich arbeitsintensiver und natürlich auch kostenintensiver als aus herkömmlichem Anbau. Wir müssen jederzeit nachweisen können, dass unsere Produkte und Rohstoffe aus biologischem Anbau kommen. Und darum kennen wir auch fast jeden Lieferanten oder auch Bauern persönlich. Wie können Sie dann den Konsumenten so hochwertige und doch leistbare Produkte aus biologischem Anbau anbieten? Der Biomarkt weltweit wächst schneller als die Anbauflächen mit Ausnahme von Österreich, wo die Anbauflächen im Gleichschritt mitgewachsen sind. Auf absehbare Zeit werden also Bio-Rohstoffe teurer werden. Unsere Strategie ist es daher, die Gewinnung von Rohstoffen langfristig zu sichern durch Vertragsanbau und den eigenen Betrieb von landwirtschaftlichen Flächen. Entgegen allen Trends und Lehren gehen wir den Weg der Rückwärtsintegration, wir wollen also genau wissen, wo die Rohware herkommt und was darin enthalten ist. Woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe? Welche Qualitätskontrollen erlegen Sie Ihren Lieferanten auf? Wir versuchen auch, wo immer es möglich ist, Produkte regional zu beziehen. So arbeiten wir derzeit auch an einem Langzeitprojekt, um alte Getreidesorten zu rekultivieren, und setzen auch Projekte mit Bio vom Berg um. Zusätzlich haben wir spezielle Lieferantenaudits sowie sozioökologische Kriterien. Setzen Sie auch im unternehmerischen Alltag auf Klima- und Umweltschutz? Unser ultimatives Ziel ist es, ein absolut ressourcenfreies Unternehmen zu werden. Das ist natürlich ein hehres Ziel und davon sind wir auch noch meilenwert entfernt. Wir arbeiten mit Erdwärme und Wärmerückgewinnung, kühlen mit dem Bachwasser und verzichten auf eine Sprinkleranlage im sauerstoffreduzierten Hochregallager, denn wo kein Sauerstoff ist, kann es bekanntlich auch nicht brennen. Zudem verringert der reduzierte Sauerstoffgehalt das Schädlingsrisiko. Darüber hinaus erarbeiten wir gerade einen Maßnahmenkatalog zur weiteren Reduktion der benötigten Ressourcen. In welche Richtung soll der weitere Sortimentsausbau gehen? Unsere Kompetenzen liegen im Trocken-

sortiment und dort wollen wir auch bleiben. Wir arbeiten jedoch an sehr spannenden und faszinierenden Projekten mit dem Ziel, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Vor allem auch Konsumenten mit speziellen Ernährungsbedürfnissen wollen wir noch gezielter ansprechen und bedienen können, so wie wir es zum Beispiel mit der „free-from“-Linie schon begonnen haben. Oder die „Active“-Linie mit einem klaren und nachvollziehbaren Gesundheitsnutzen für die Konsumenten. Durch ernährungsphysiologisch optimal abgestimmte Rezepturen nutzen wir auf natürliche Art und Weise den gesamten Reichtum der Natur. Ohne künstliche Aromen, ohne Geschmacksverstärker, ohne Konservierungs- oder Farbstoffe und natürlich ohne Pestizide.

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Facts & Figures: Angebotspalette: rund 220 biologische Produkte aus dem Trockensortiment Mitarbeiter: 55 Umsatz: rund 13 Mio. Euro Wichtigste Absatzmärkte: Deutschland, Österreich, Italien Vertriebswege Österreich: Lebensmittelhandel wie z.B. MPreis, Spar, Interspar, Merkur Markt, Billa

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Vom Werbeprofi zur schwarzen Spitze Mit Beginn dieses Monats trat Dr. Martin Malaun die Hauptgeschäftsführung der Tiroler ÖVP an. Sein Vorgänger, Landtagsabgeordneter Hannes Rauch, wechselte als ÖVP-Generalsekretär nach Wien. Malaun war bereits unter Alt-LH Wendelin Weingartner Bezirksgeschäftsführer und Organisationsreferent der Tiroler VP. Zuletzt war er als Politikberater und Geschäftsführer der von ihm mitgegründeten PR-Agentur „Headquarter“ tätig und unter anderem für die Entwicklung des umstrittenen Innsbruck-Logos mit Apostroph sowie den VP-Wahlkampf in Wien verantwortlich. Aus seiner Firma „Headquarter“ hat sich Malaun komplett zurückgezogen – sowohl als Gesellschafter als auch als Geschäftsführer – um einen klaren Schnitt zu ziehen.

eco.nova: Ihre Bestellung als ÖVP-Hauptgeschäftsführer kam relativ überraschend, bereits vor Amtsantritt mussten Sie sich mit Vorwürfen der Grünen und der FPÖ auseinandersetzen, die Sie angreifen, als langjähriger Vertrauter von LH Günther Platter lukrative öffentliche Aufträge aus dem Innenministerium, dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck an Land gezogen zu haben. Wie gehen Sie mit derartigen Vorwürfen um? Martin Malaun: Grundsätzlich möchte ich dazu sagen, dass wir für unsere Leistungshonorare hart gearbeitet und nichts geschenkt bekommen haben. Auch andere Agenturen machen einen Teil ihres Geschäftes mit öffentlichen Aufträgen. Die kritisierten Aufträge des Landes Tirol machen im Übrigen weniger als 5 % des Gesamtumsatzes aus. Sämtliche öffentlichen Aufträge werden außerdem entweder durch offizielle Angebotseinholungen oder mittels Ausschreibungen vergeben, hier von „Freunderlwirtschaft“ zu sprechen, entbehrt einer jeglichen Grundlage. Derartige Vorwürfe sind haltlos. Natürlich ist es nicht immer einfach, mit solchen auch neidgeprägten Anschuldi-


Die bündische Struktur der ÖVP wird kontroversiell bewertet. Sehen Sie in den Bünden eine Last oder liegt gerade darin eine Chance für die ÖVP? Die Bünde sehe ich in jedem Fall als große Chance der ÖVP. Die Anliegen und Themen unserer 6 Teilorganisationen (Arbeiter/Angestellte, Wirtschaft/Unternehmer, Bauern, junge VP, Frauen und Senioren) entsprechen den Diskussionsthemen und Problemfeldern der Gesellschaft bzw. spiegeln diese wider. Handlungsbedarf gibt es intern wie extern, nehmen wir z.B. die Frauen, die trotz bereits erzielter Fortschritte noch immer sehr unterrepräsentiert sind, vor allem auch im Tiroler Landtag! Die einzelnen Gruppen arbeiten sehr gut in ihren Bereichen, als sinnvoll erachte ich eine Bündelung der Kompetenzen und Kräfte, um als Partei insgesamt noch schlagkräftiger zu werden. Mit insgesamt über 5000 Funktionären sind wir aber als Tiroler Volkspartei jetzt schon sehr gut aufgestellt.   Wien setzt in letzter Zeit auf Zentralismus. Wird die Tiroler VP diesem Trend entgegentreten und umgekehrt mehr Föderalismus – wie zum Beispiel auch mehr Kompetenzen für den Landtag – einfordern? Die VP ist von sich aus eine Partei, die immer schon

für den Föderalismus eingetreten ist, wenngleich es in gewissen Bereichen sicher Sinn macht, diese zentral zu steuern. Von manchen kursierenden Ideen, wie z.B. der Zusammenlegung von Gemeinden oder Bezirkshauptmannschaften, halte ich weniger, da die Gemeinden die Probleme vor Ort am besten kennen und lösen können und es auch für Bürger aus exponierten Bezirken nicht zumutbar ist, weite Wege zur Klärung ihrer Angelegenheiten zurückzulegen. Darüber hinaus ist die Gemeindepolitik auf dem Land viel stärker als in der Stadt in das gesellschaftliche Alltagsleben integriert und hat für die Menschen auch eine viel höhere Bedeutung als in der Anonymität einer Stadt. Viele Vorteile Tirols liegen gerade in seiner kleinstrukturierten Aufstellung, das ist mit Wien nicht vergleichbar. Was die Kompetenzen angeht, so sind auch jene des Nationalrates seit dem EU-Beitritt sehr beschränkt, trotzdem steuert Tirol wichtige Bereiche wie Raumordnung und Grundverkehrspolitik selbst, auch z.B. im Bildungsbereich oder im Förderungsbereich haben wir ausreichend Gestaltungsspielräume. Wie wichtig diese Landeskompetenzen sind, hat man ja auch während der Wirtschaftskrise gesehen, wo das Land Tirol durch Zurverfügungstellung von Konjunkturpaketen vieles abfedern konnte.   Ein großes Problem im Land sind nach wie vor die Agrargemeinschaften. Wie geht die Tiroler VP damit um? Kann es gelingen, dieses Thema bis zur Landtagswahl 2013 „vom Tisch“ zu bekommen? Auch wenn die Agrargemeinschaften natürlich ein Thema sind, das uns als ÖVP ins Mark triff t, glaube ich nicht, dass dieses Thema bis zur nächsten Landtagswahl vom Tisch sein wird. Ich schließe mich generell der Aussage unseres Landeshauptmannes an, der sagt: „Es gibt Recht und Gesetz und das ist für alle einzuhalten!“ Was ich hoffe, ist, dass in Zukunft etwas weniger polarisiert wird und dass in absehbarer Zeit zumindest ein Großteil der Probleme abgehandelt sein wird. Jeder Agrargemeinschaft steht natürlich der Gerichtsweg offen und Rechtswege dauern bekanntlich ihre Zeit. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Bundesweit wird immer öfter von der Gründung einer eigenen Wirtschaftspartei gemunkelt. Wie realistisch sehen Sie diese Gerüchte und was würde das für die VP bedeuten? Versuche, als reine Wirtschaftspartei erfolgreich zu sein, hat es in der Vergangenheit ja schon einige gegeben, z.B. in den Neunzigern in Vorarlberg, auch das Liberale Forum hat sich ja – mit mäßigem Erfolg – als neoliberale Wirtschaftspartei deklariert. Ich glaube, dass eine exponierte Wirtschaftspartei in Österreich zu wenig Wahlerfolg haben würde, mit Geld allein lässt sich keine Wahl gewinnen. Im Vergleich der Parteien sind aber wir als Volkspartei jene Partei, die den wirtschaftlichen Interessen und den Unternehmern den größten Raum bietet.

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Text: Barbara Liesener Foto: Birgit Pichler

„Die Gemeindearbeit liegt mir ganz besonders am Herzen!“ Martin Malaun

Martin Malaun – zur Person: Der studierte Jurist ist 49 Jahre alt und Vater von drei Töchtern. Er kommt aus Vomp, war ÖVPBezirksgeschäftsführer in Imst und hatte die Leitung der Organisation und Finanzen der VPLandespartei inne. Bis zu seiner Bestellung als Hauptgeschäftsführer der Tiroler VP war er Geschäftsführer und Gesellschafter der von ihm gegründeten Werbeagentur „Headquarter“.

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gungen umzugehen – diese Kultur ist aber eben auch Teil des politischen Klimas und man lernt, demgegenüber eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln.   Sie planen laut eigenen Aussagen keine Schnellschüsse und möchten Ruhe in die Partei bringen. Wie wollen Sie die Substanz der VP stärken, sodass das auch von den Wählern wahrgenommen wird? Die Substanz der Partei ist stark, das nach der Landtagswahl im Jahr 2008 mit dem Koalitionspartner vereinbarte Regierungsprogramm wurde erfolgreich umgesetzt. Je nach Entwicklung der wirtschaftlichen Lage werden wir noch Schwerpunktthemen ausarbeiten, diese Schritt für Schritt umsetzen und auch klar nach außen kommunizieren. Ein Anliegen ist mir auch eine gute Kommunikation der Partei im Inneren, die vermehrte offene Diskussion mit Betroffenen und eine bessere Wahrnehmung der Partei nach außen. Ein konstruktives und offenes Gesprächsklima ist wichtig, es geht um einen entsprechenden Ausgleich der verschiedenen Interessen, was bei dem Pluralismus unserer Teilorganisationen nicht immer einfach ist. Was die Kommunikation nach außen angeht, sollten Schwerpunktthemen klarer kommuniziert und Entscheidungen transparenter bzw. leichter erklärbar gemacht werden. Eines meiner Schwerpunktthemen wird eine verstärkte Gemeindearbeit mit zahlreichen Gesprächen mit Bürgermeistern und Gemeinderäten im Land sein. Ich möchte nicht nur abwarten, bis die Betroffenen sich mit ihren Problemen bei mir melden, sofern es mir zeitlich möglich ist, werde ich sooft als möglich selbst die Initiative ergreifen, um mir ein direktes Stimmungsbild zu verschaffen.


Text: Michael Posselt Foto: Bank Austria

Wirtschaftsaufschwung stabilisiert sich Die österreichische Wirtschaft schaffte im Sog der globalen Nachfrageerholung ein beachtliches Comeback. Tirol konnte von der starken Nachfrage nach deutschen Industriegütern besonders profitieren. 2011 wird der Aufschwung auf breiterer Basis weitergehen.

Mit einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent hat die Tiroler Wirtschaft positiv überrascht. Einen wesentlichen Beitrag lieferte die Sachgütererzeugung mit einem zweistelligen Produktionsanstieg. Dabei konnte Tirol besonders stark von der dynamischen Nachfrage nach deutschen Investitionsgütern aus dem asiatischen Raum profitieren, fasst BA-Landesdirektor Firmenkunden Markus Sappl die Ergebnisse der jüngsten Bundesländeranalyse der Bank AustriaUnicredit Group zusammen. Wachstumskaiser waren die Steiermark, die nach dem schärferen Einbruch während der Wirtschaftskrise auch einiges aufzuholen hatte, sowie Oberösterreich.

„Die Tiroler Unternehmen konnte besonders stark von der dynamischen Nachfrage nach deutschen Industriegütern profitieren.“ Markus Sappl, Landesdirektor Firmenkunden Bank Austria

Unterstützt von einer deutlich verbesserten Stimmung im Vorjahr konnten auch viele Teile des Dienstleistungssektors und hier vor allem unternehmensnahe Dienstleistungen wie die Werbewirtschaft, Unternehmensberatung, der Immobilienbereich oder der Sicherheits- und IT-Sektor deutlich expandieren. Etwas gedämpft wurde die insgesamt positive Entwicklung durch einen weiteren, wenn auch nur mehr geringen Rückgang im Tourismus. Hier brachte das Jahr 2010 ein geringfügiges Nächtigungsminus von 0,5 Prozent, nach dem Rückgang von fast zwei Prozent 2009 eine weitere unerfreuliche Entwicklung, die nun aber gebrochen sein dürfte, so Sappl. In der Wintersaison 2010/2011 hat Tirol mit 4,8 Prozent im Jahresvergleich österreichweit das höchste Nächtigungsplus erzielt. Zudem ist die Buchungslage günstig, wenn auch die Dynamik der Wintersaison voraussichtlich nicht beibehalten werden kann.

Wirtschaftsaufschwung kommt auch am Arbeitsmarkt an Der Tiroler Arbeitsmarkt hat die Wirtschaftskrise im Bundesländervergleich gut überstanden, die Beschäftigung brach deutlich schwächer ein und die Arbeitslosigkeit stieg weniger als in Restösterreich. Auch seit der Erholung hat sich der Arbeitsmarkt in Tirol günstiger als in Gesamtösterreich entwickelt. Im Jahresdurchschnitt 2010 stieg die Beschäftigung um mehr als 1,2 Prozent auf über 296.000 an. Damit war der Anstieg doppelt so stark wie in Gesamtösterreich und reichte aus, um sogar mehr Jobs zu schaffen, als in der Krise verloren worden sind. Tatsächlich

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hat die Beschäftigung in Tirol ein neues Allzeithoch erreicht. Begleitet war diese Entwicklung von einem überdurchschnittlich starken Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 6,1 Prozent (2009 6,4 Prozent). Diese positive Entwicklung setzte sich – wenn auch etwas verhaltener – im ersten Quartal 2011 fort, so dass die BA für das Gesamtjahr 2011 einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit auf nur noch 5,9 Prozent und einen neuen Rekordbeschäftigtenstand von mehr als 300.000 erwartet.

Weiterer Wachstumsanstieg 2011 Der Aufschwung der Tiroler Wirtschaft wird sich auch 2011 fortsetzen und das angeschlagene Tempo zumindest halten können. „Wir gehen von einem weiteren Anstieg der Wirtschaftsleistung um etwas mehr als 2,5 Prozent aus, was im Bundesländervergleich allerdings ein leicht unterdurchschnittliches Ergebnis bedeuten wird“, so Sappl. Starke Impulse wird die Tiroler Wirtschaft auch 2011 aus dem Ausland erhalten. Dies bestätigen auch die Umfragen unter den Betrieben, die für die kommenden Monate aufgrund der bestehenden Auftragslage eine stabile Nachfragebelebung erwarten. Allerdings werden die positiven Wachstumsaussichten in der Industrie durch höhere Rohstoff kosten und die Wechselkursschwäche des US-Dollars getrübt, so dass wir davon ausgehen, dass es den Tiroler Sachgütererzeugern nicht mehr gelingen wird, ein zweistelliges Produktionswachstum zu erreichen. Dafür werde der Dienstleistungssektor zu einer noch wichtigeren Komponente der wirtschaftlichen Erholung werden, so Sappl. Keine positiven Wachstumseffekte wird es 2011 erneut von der Bauwirtschaft geben. Die Stimmung in der Tiroler Bauwirtschaft ist zwar vergleichsweise gut und tatsächlich weisen auch die Auftragsindikatoren auf eine Entspannung hin, dennoch ist der Sektor weiterhin unter starkem Druck und wird sich 2011 kaum aus der Stagnation lösen können. Etwas Hoff nung geben die privaten Investitionen, die speziell im Hochbau Chancen eröff nen, die öffentliche Hand muss aber weiterhin sparen, was sich vor allem im Tief bau bemerkbar machen werde. Jedenfalls werde aber auch die Bauwirtschaft 2011 keinen negativen Einfluss mehr auf die Wirtschaftsentwicklung haben, so Sappl abschließend.

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Energie aus Abfall IKB gewinnt österreichischen Energie-Innovationspreis mit ihrem Projekt: »Energiezentrale Kläranlage Rossau« Seit März diesen Jahres kann sich die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) über eine Auszeichnung freuen, die sie in ihrer Aufgabe als innovativer Energiedienstleister bestätigt. Das renommierte Institute for International Research (IIR) suchte zusammen mit ihren Partnern, Energieberater Pöyry und Tageszeitung »Die Presse«, das innovativste Energieunternehmen Österreichs. Die IKB reichte ihr Projekt »Energiezentrale Kläranlage Rossau« ein. Die IKB-Vertreter, Ing. DI (FH) Dirk Jäger als Leiter der Stabstelle Energieinnovationen und sein Mitarbeiter Ing. Markus Krieger, konnten am 16. März 2011 den ersten Preis im Casino Baden in Empfang nehmen.

Sauberer Energie aus Abfall In den Abwässern und Bioabfällen Innsbrucks liegen ungenützte Energiequellen. Mit einer intelligenten Verknüpfung innovativer Technologien soll die Kläranlage Rossau aus verschiedenen Quellen Wärme und Strom erzeugen. Die Restwärme des Abwassers wird mittels einer Wärmepumpe genutzt. Bioabfälle werden gemeinsam mit Klärschlamm in einem Faulturm vergoren. Dabei entsteht Biogas, das in einem Blockheizkraftwerk thermisch genutzt wird. Mit der aus Abfällen gewonnenen Energie kann Wärme und Strom erzeugt werden. Fossile Energieträger (Öl, Gas) können dadurch ersetzt werden. Das spart jährlich rund 16.000 Tonnen CO2 ein.

Epcon Award 2011 Der Preis wird jährlich vom IIR ausgeschrieben. Dieses Jahr stand der Award unter dem Motto: „Die Evolution zum Energiedienstleister“. Klimaschutz, Energieeffizienz, aber auch konkreter Kundennutzen waren die Kriterien der Bewertung. Die von der Expertenjury ausgewählten Projekte stellten sich einem Endverbraucher-Voting. Die besten drei Projekte wurden drei Wochen lang auf der Website der Tageszeitung »Die Presse« präsentiert. Endverbraucher stimmten mittels Online-Voting ab und kürten das Projekt der IKB, das sie am meisten begeisterte, zum Sieger.

Energie-Effizienz Um auch in Zukunft die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, setzt die IBK auf einen Maßnahmenmix. Eine Säule steht für Energiesparen und Effizienzsteigerung. So setzt die IKB StromsparInitiativen um und bietet umfangreiche Beratung für private und gewerbliche Kunden sowie Förderungen an. Weiters zielt die IKB auf die Erhöhung der StromEigenerzeugung durch den Bau neuer Wasserkraftwerke. Verstärkt setzt die IKB auch auf die Erzeugung von Energie aus Biomasse und Energierückgewinnung, wie beim Epcon-Siegerprojekt »Energiezentrale Kläranlage Rossau«. So kann die Umwelt geschont und ein großer Schritt in eine Zukunft mit erneuerbaren Energien gemacht werden.

Ing. DI (FH) Dirk Jäger, Leiter der Stabstelle Energieinnovationen der IKB, und sein Mitarbeiter Ing. Markus Krieger freuen sich über die Auszeichnung der IKB als innovativstes Energieunternehmen Österreichs. Im Bild von links nach rechts: PöyryGeschäftsführer Dr. Thomas Kriesch, Ing. Markus Krieger, Ing. DI (FH) Dirk Jäger, IIR-Geschäftsführer von Österreich, Mag. Manfred Hämmerle.

Tel. 0800 500 502 kundenservice@ikb.at www.ikb.at

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„Die Marktanforderungen ändern sich laufend!“ Im Zuge der generellen Neustrukturierung der Tirol Werbung wurde auch die ehemalige Tochtergesellschaft TMS (Tirol Marketing Services) in die Tirol Werbung rückintegriert.

„Speziell das elektronische Marketing, wie OnlineBuchbarkeit, Social Media Marketing und Mobile Marketing, unterliegt einem rasanten Wachstum, das es für Tirol zu nützen gilt!“ Christian Spiegl

Text: Barbara Liesener Fotos: Birgit Pichler

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Christian Spiegl MBA, selbst ehemaliger Tirol Werber und zwischenzeitlich leitender Mitarbeiter der Daniel Swarovski Corporation AG Schweiz, wurde für die Bereichsleitung Marketing & Verkauf nach Tirol zurückgeholt. Mit seinen rund 30 Mitarbeitern ist er seit März dieses Jahres dafür verantwortlich, Tirols touristische Marktkompetenz nachhaltig auszubauen, was bei sich stetig verändernden Marktanforderungen alles andere als einfach ist. Was Christian Spiegl unter professionellem Marketing und Verkauf versteht, verrät er eco.nova im Interview. eco.nova: Die vor einigen Jahren gegründete Tochtergesellschaft Tirol Marketing Services GmbH wurde nun in die Tirol Werbung rückintegriert. Aus welchen Gründen? Christian Spiegl: Es war damals richtig, die TMS zu gründen, wie es heute richtig ist, das Marketing wieder zurück in die Tirol Werbung zu holen. Die Bedingungen auf den Märkten und somit die Marktanforderungen unterliegen permanenten Veränderungen und erfordern laufend Anpassungen. Vor allem, um interne Synergien maximal nützen zu können, um den Tiroler Touristikern ein optimales Service auf den Märkten gewährleisten zu können und um insgesamt schlanker und schlagkräftiger aufgestellt zu sein, hat es Sinn gemacht, alle Kompetenzen unter einem Dach zu bündeln. Damit sind wir richtig aufgestellt, um eine höhere und nachhaltigere Wertschöpfung zu erzielen. Sie sprechen von neuen Marktanforderungen; was sind diese und wie hat sich die Marketingarbeit der Tirol Werbung dadurch verändert? Die größte Veränderung und gleichzeitig auch eine spannende Herausforderung ist die marktspezifische Angebotsgestaltung, verknüpft mit kundenfreundlichen Vertriebskanälen. Vor allem das stetig wachsende Online-Marketing unterliegt einem rasanten Wachstum. Hier am Puls der Zeit zu sein und laufend neue Technologien in die Konzeption unserer internationalen Werbekampagnen zu integrieren, ist eines meiner

Hauptanliegen und soll Tirol den Erfolg, in der Fachsprache den „first mover advantage“, sichern. Deshalb setzen wir auf innovative Marketingkonzepte wie Mobile Marketing, Social Media Marketing (SMM) und Re-targeting womit wir bereits sehr erfreuliche Erfolge erzielen konnten und im Besitz klarer Wettbewerbsvorteile sind. Weiterhin verstärkt hat sich der Trend hin zu immer noch kurzfristigeren Buchungen, auch das ist eine große Herausforderung für die heimischen Betriebe, schnell auf die Kundenbedürfnisse abgestimmte flexible Angebote bereitstellen zu können. Was die interne Struktur angeht, so arbeiten wir einerseits marktorientiert, es gibt klare Marktstrukturen, also für jeden Ländermarkt verantwortliche Ansprechpartner. Die internationalen Länder sind in drei große Marktbereiche (Markt 1–3) aufgeteilt. Weil sich der Konsument hinsichtlich seiner Urlaubswahl aber immer weniger territorial als vielmehr nach Themen orientiert, kümmert sich das Team Themen & Qualität vor allem um erfolgreiches Themenmarketing, wie z.B. Familienurlaub, Skiurlaub, Radurlaub, Jugend etc. Neben den Ländermärkten und dem themenorientierten Marketing gehören auch das Convention Bureau Tirol, zuständig für den Kongress- und Geschäftstourismus, und der Tirol Shop, der sich als erfolgreicher Multiplikator und Werbeträger sehr bewährt hat, zum Bereich Marketing & Verkauf. Worauf kommt es im Tourismusmarketing besonders an? Ganz allgemein ist im Marketing die absolute Kundenorientierung, also die Fähigkeit, die Sicht des Konsumenten zu kennen und sich in Folge darauf einstellen zu können, erfolgsentscheidend. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, nachhaltige Qualität zu bieten und den Kunden an sich zu binden. Erfolgreiches Tourismusmarketing managt die Herausforderung eines sehr emotionalen und meist virtuellen Wertes namens Urlaub. Eine Urlaubsdestination muss in der Lage sein, sehr spezifisch auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen, um


MBA Mag. Christian Spiegl: Bereichsleitung • Stefan Glätzle: Teamleitung Markt I – DACH (D, Ö, CH) und Ausarbeitung der internationalen Werbekampagnen • Mag. Esther Wilhelm: Teamleitung Markt 2 – I, FR, NL, BE, SP und internationale Presse • Holger Gassler: Teamleitung Markt 3 – GB/Irland, Nordeuropa, Zentraleuropa, Osteuropa, Fernmärkte und länderübergreifende Verkaufsförderung (B2B) • MMag. Ingrid Schneider: Teamleitung Themen & Qualität (Projekte: Ski Alpin, Langlauf, Radwandern, Jugend, Tirol ohne Handicap sowie Aufbau eines Angebots- und Qualitätsmanagements) • Christine Stelzer: Teamleitung Convention Bureau Tirol/Kongresswesen, Geschäftstourismus/Incentives • Claudia Wührer: Leitung Tirol Shop •

Holger Gassler, Claudia Wührer, Mag. Esther Wilhelm, MBA Christian Spiegl, MMag. Ingrid Schneider und Stefan Glätzle

dem Gast ein möglichst positives emotionales Erlebnis vermitteln zu können. In Bezug auf die Marktbetreuung konzentrieren wir uns auf drei Regionen: DACH, die restlichen größeren Länder in Europa, Zentral- und Nordeuropa und Übersee/Fernost. Wir fokussieren uns auf die Konzeption von schlagkräftigen Kampagnen mit dem Ziel, möglichst gute und viele Buchungsanfragen zu generieren. Wir entwickeln unser B2B (Business to Business)Netzwerk mit Verkaufsförderungskooperationen am Markt stets weiter und verfügen über ausgezeichnete Pressekontakte auf den jeweiligen Märkten. Darüber hinaus nimmt die Bedeutung der Produktentwicklung und Qualitätssicherung kontinuierlich zu. Das Thema Kongress mit einer überdurchschnittlich hohen Wertschöpfung wird professionell in einem Team betreut. Außerdem betreiben wir den Tirol Shop sehr erfolgreich, der mit seinen qualitativ hochwertigen Produkten einen sehr wertvollen Beitrag zur Kommunikation der Marke Tirol leistet. Speziell bei den internationalen Marketingkampagnen braucht die Tirol Werbung Partner, vor allem Tiroler Regionen und Betriebe, welche die angebotenen Werbeplattformen nützen. Wie wollen Sie denen Ihre Kampagnen schmackhaft machen? Das Geheimnis des Erfolges liegt sehr oft in der Optimierung der Kernprozesse. Um eine bessere landesweite Koordination zu erzielen und um gemeinsam abgestimmt schlagkräftiger auf den Märkten auftreten zu können, werden im Rahmen einer von uns gestarteten Initiative diesen Sommer sämtliche 34 Tiroler Regionen online zu ihren Marketingplänen befragt. Langfristige verlässliche Partnerschaften mit den Tiroler Regionen und Betrieben liegen mir und meinen Mitarbeitern ganz besonders am Herzen. Persönlich ist es mir auch ein wichtiges Anliegen, zu erwähnen, dass unsere enga-

gierten Projekte nur durchgeführt werden können, weil ich mich auf meine beruflich wie menschlich höchst kompetenten Mitarbeiter stets verlassen kann! Können Sie kurz beschreiben, was eine der von Ihnen erwähnten Werbekampangen in etwa beinhaltet? Nehmen wir zum Beispiel die letztjährige Winterkampagne „Ski Alpin“, die in unseren Kernmärkten zum Einsatz gekommen ist. Der Marketingmix hat im Online-Bereich eine Placementkampagne mit einem Mix aus Reichweiten-Medien, Reise- und Wetterplattformen sowie länderspezifischen Special-InterestMedien (Bsp. t-online.de in Deutschland) beinhaltet, außerdem Direct Marketing wie postalische Mailings, Beileger und Wirtschaftskooperationen wie Allianzen mit starken Marken (Intersport, SportScheck, Audi etc.). Komplementärmaßnahmen, die individuell an die themen- und marktspezifischen Anforderungen angepasst wurden, z.B. Kooperationen mit der Österreich Werbung, Anzeigen, Print-Specials und Advertorials, haben den Marketingmix ergänzt. Insgesamt haben wir im Winter 2010/11 sieben Kampagnen in fünf Ländern durchgeführt. Die Resonanz war sehr, sehr gut, die Kosten mit unter 15 Euro/Kontakt von Jahr zu Jahr sinkend. 233 Tiroler Betriebe mit 563 konkreten Angeboten, davon rund 50 % fremdsprachig, haben an unseren Kampagnen teilgenommen. Auf unseren Kamgagnen-Sites konnten wir rund 580.000 Visits verbuchen, im Schnitt erhielt jeder der teilnehmenden Betriebe 65 konkrete Buchungsanfragen. Ein gleiches Maß an Genauigkeit, wie wir es auf die Ausarbeitung einer Kampagne ansetzen, legen wir nach deren Abschluss auch auf die Erfolgsevaluierung bzw. das Marketingcontrolling. Wir sind stolz, in einer kürzlich von einer Agentur durchgeführten Benchmark unter alpenländischen Tourismusorganisationen beste Noten erreicht zu haben.

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Beruflicher Werdegang – Christian Spiegl: Absolvierung der Hotelfachschule Villa Blanka, BWL-Studium, Schwerpunkt Tourismus & Marketing, nach dessen Abschluss 7 Jahre Marktbetreuung DACH und Sonderprojekte wie Ski-WM St. Anton 2001/Tirol Werbung, im Anschluss 2 Jahre Kuoni Headquarters Zürich/ strategisches Marketing, zuletzt 6 Jahre leitende Marketingfunktion bei Daniel Swarovski Corporation AG/Schweiz, berufsbegleitend 2009–2010 Ausbildung zum MBA/Bildungsmanagement Wien, seit März 2011 Bereichsleitung Marketing & Verkauf, Tirol Werbung

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Bereich Marketing & Verkauf


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INNSBRUCK – eine Stadtmarke auf der Überholspur „Be Berlin“, „München mag Dich“, „I Amsterdam“ ... mit solchen Slogans werben Städte für sich und ihre Besonderheiten. Nicht nur Konsumprodukte, sondern auch Städte konkurrieren heute miteinander – um die Aufmerksamkeit von Bürgern und Neubürgern, Gäste, Unternehmensansiedlungen, Arbeitskräfte oder wissenschaftliche Spitzeninstitutionen. Innsbruck stellt sich diesem internationalen Wettbewerb und will durch ein konzertiertes Vorgehen sowohl Bürger, Unternehmen als auch Gäste davon überzeugen, dass diese Stadt besonders lebens- und erlebenswert ist.

„Eine Stadt ist ein komplexes Gebilde, das macht einen Markenbildungsprozess wesentlich herausfordernder als in einem Unternehmen. Im ersten Schritt ist es aber dennoch gelungen, eine einhellige Meinung über den tatsächlichen Status quo der Marke Innsbruck zu erzielen. Es konnte Klarheit darüber geschaffen werden, wofür Innsbruck heute steht und wofür nicht.“ Bernhard Vettorazzi, Leiter des Teams der Innsbrucker Stadtmarketing GmbH

Markenbildungsprozess für Innsbruck wurde ein Meilenstein gesetzt. Im Dezember 2009 hat man sich darauf geeinigt – unter der Leitung des Institute of Brand Logic als führendes Beratungsinstitut in diesem Bereich – entsprechende Schritte zu setzen. In den wichtigen Zusammenkünften des Markenentwicklungsprozesses waren bis zu 100 Entscheidungsträger der wichtigsten Institutionen, Einrichtungen und Unternehmen der Stadt beteiligt – aus Politik, Tourismus, Wirtschaft, Bildungswesen, Sport, Kultur u.a. Auch die Jugend in Form der Studentenschaft war vertreten.

Das zukünftige Markenprofil

Das Team des Innsbrucker Stradtmarketings, v.l.: Monika Huter, Bernhard Vettorazzi und Martina Höllrigl

Warum Marke? Marken haben in einer vielschichtigen Welt eine wichtige Funktion. Sie bieten Orientierung und verkörpern ein Versprechen. Genauso Stadtmarken, auch wenn die Herausforderung hier noch komplexer ist. Das Image einer Stadtmarke ergibt sich aus zahlreichen Leistungen und Aktivitäten von ganz unterschiedlichen Leistungsträgern mit verschiedenen Interessen. Umso schwieriger ist es, ein einheitliches, attraktives Markenbild zu entwickeln. Bei einem derartigen Unterfangen ist deshalb von den bestehenden Stärken einer Stadt, ihren Charakterzügen und Eigenarten auszugehen. Dabei ist die Analyse nicht zu eng abzustecken, damit die „Dachmarke Stadt“ in der Lage ist, unterschiedliche Aspekte zu integrieren.

Markenentwicklung für Innsbruck Mit dem Bekenntnis von Stadt Innsbruck, Stadtmarketing und Tourismusverband zu einem gemeinsamen

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Auf Basis der Analyseergebnisse wurden die zukünftigen Erfolgsmuster für die Stadtmarke erarbeitet. Es wurde gemeinsam geklärt, was die Identität, die Besonderheiten und die Alleinstellungsmerkmale von Innsbruck in Zukunft sein sollen. Zu betonen ist in diesem Zusammenhang, dass eine Markenidentität entwickelt wurde, die sowohl für die Bürger als auch für die Gäste interessant ist. Das unterscheidet diesen Markenentwicklungsprozess von jenen, die für andere Städtemarken durchgeführt wurden, wo die Stadt und der Tourismus am Ende völlig unterschiedliche Strategien verfolgen. Das Ergebnis sind sieben Erfolgsmuster, die die Stadtmarke Innsbruck zukünftig prägen sollen. Diese Erfolgsmuster zahlen auf den Kern der Marke ein. „Innsbruck fasziniert mit alpin-urbanen Impressionen und Erlebnissen und inspiriert zu einem aktiven, vitalen Lebensstil – das ist der Kern, das Zentrum der Marke sozusagen“, sagt Bernhard Vettorazzi. Das Alleinstellungsmerkmal Innsbrucks ist die einzigartige Symbiose vom Urbanen mit dem Alpinen. Nirgendwo auf der Welt liegen urbaner Lebensraum und alpine Bergwelt so nahe beieinander. Und deshalb „ist dieser Faktor ein wesentlicher Treiber der Marke“, erklärt der Geschäftsführer des Innsbrucker Stadtmarketings.

Die Umsetzung des Markenprofils Der Kern der Marke sowie ihre zukünftigen Erfolgsmuster stellen das langfristige strategische Entwicklungsprogramm für Innsbruck dar. Maßnahmen in diversen Handlungsfeldern wurden für die Realisierung des Mar-


Die junge Bevölkerung soll durch „International Academic Programs“-Austauschprogramme (Summer/Winter schools) von den Universitäten und vom MCI nach Innsbruck gelockt werden. Ein weiteres Umsetzungsprojekt ist die Errichtung eines Backpacker-Hotels in der Innenstadt für die Jugend; gekoppelt mit einem Outdoor-Zentrum.

Text: Doris Penna Foto: Florian Schneider

„Es geht um Innsbruck“, betont Stadtmarketingleiter Bernhard Vettorazzi, „es geht darum, die Stadt attraktiver zu gestalten und national wie international stärker zu platzieren. Mit dem Bekenntnis von Stadt Innsbruck, Tourismusverband und Stadtmarketing zu einem einheitlichen Auftritt wurden die richtigen Weichen gestellt.“ Die Projektgruppen arbeiten nun an verschiedenen Umsetzungen und Ideen, Innsbruck als Marke nach innen und außen zu präsentieren und nachhaltig zu verankern. Innsbruck befindet sich international mit diesem Prozess auf der Überholspur. Der Verdienst liegt in der konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten. Der Weg zur überlegenen Stadtmarke ist ein Weg, der viel Energie, Konsequenz und Disziplin abverlangt. Aber Innsbruck hat dafür sehr gute Chancen.

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Die Erfolgsmuster der Marke Faszination alpine Bergwelt: Innsbrucks umliegende Bergwelt ist nicht nur eine atemberaubende Bergkulisse, sondern bietet auch unzählige Sport- und Freizeitmöglichkeiten wie Skifahren, Snowboarden, Downhill-Racing, Bergsteigen und Wandern. Diese Faszination soll zukünftig verstärkt und auch den Gästen der Stadt aktiv nähergebracht werden. Kompetenzfeld Sport: Innsbruck ist mit den Olympischen Jugendspielen 2012 weltweit die einzige Stadt, die insgesamt drei Olympische Spiele ausgetragen hat. Aber auch das Bergisel-Springen und der Air&Style-Event sowie viele andere Aktivitäten und Besonderheiten spiegeln die sportliche Kompetenz Innsbrucks wider. In der Bevölkerung existiert ein spezifisches „Sportgen“, mit dem auch die Gäste der Stadt „infiziert“ werden sollen. Avantgardistische, alpine Ästhetik: Hier punktet Innsbruck vor allem durch herausragende und international anerkannte architektonische Bauten wie zum Beispiel die Hungerburgbahn, die Rathausgalerien, die Bergisel-Schanze, das Kaufhaus Tyrol etc. Diese Designlinie soll weiterverfolgt werden: in der Architektur, in der Kommunikation und in diversen Produktentwicklungen. Pulsierender urbaner Raum: Städtebaulich interessante Maßnahmen wie z.B. die Fußgängerzone in der Maria-Theresien-Straße, die Neueröff nung des Kaufhauses Tyrol und der im Umbau befindliche weltweit größte Swarovski-Shop in der Innsbrucker Altstadt bieten einen tollen Mix aus spezialisierten Einzelhändlern und Shopping Center und wirken so als Magnet für Bürger und Gäste. Innsbruck wird zukünftig weitere Akzente setzen, um als pulsierend-urban wahrgenommen zu werden. Jung, intelligent, weltoffen: Mit rund 30.000 Studenten bei einer Gesamtbevölkerung von 120.000 Bürgern ist Innsbruck als Universitätsstadt von einer jugendlichen Dynamik geprägt. Das Bildungswesen in der Stadt ist mit den Universitäten, dem MCI u.a. Einrichtungen überdurchschnittlich. Sowohl im Bildungsbereich, in der Zusammenarbeit mit den weltweit verstreuten Partnerstädten und in vielen anderen Bereichen wird Innsbruck weitere kosmopolitische Akzente setzen. Gesundes Leben: Innsbrucks Gesundheitskosten pro Einwohner gehören zu den niedrigsten in ganz Österreich. Eine Grund dafür ist sicherlich die besonders ausgeprägte Sportorientierung der Bevölkerung. Innsbruck will zukünftig noch aktivere Maßnahmen im Bereich Prävention, Gesundheitsaufklärung und -förderung setzen. Ökologische Exzellenz: Die Stadt ist zweifelsohne von Transitthemen betroffen. Dennoch will sich Innsbruck zukünftig aktiv zu umwelt- und ressourcenschonenden Maßnahmen bekennen und unter den bestehenden Bedingungen zu einer Vorzeigestadt werden.

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kenprofils definiert und diese betreffen verschiedenste Einrichtungen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Als sehr positiv hervorgehoben werden kann, dass während des gesamten bisherigen Markenentwicklungsprozesses inhaltlich-sachliche Interessen gegenüber parteipolitischen Eigeninteressen überwogen haben. Die Wichtigkeit des gemeinsamen Ziels für die Stadt vereint bis heute unterschiedliche politische Lager und macht dadurch den Austausch auf einem hohen konstruktiven Niveau möglich. Darüber hinaus gelang die starke Integration des Tourismusverbands, der natürlich mit seinen Marktzielen nochmals eigene Strategien verfolgen muss. Ein erster Umsetzungserfolg der gemeinsamen Markenidentität von Stadt und Tourismus ist das einheitliche Erscheinungsbild nach außen: Stadt und Tourismus treten heute mit dem gleichen Logo, mit den gleichen Gestaltmerkmalen auf. Das ist einzigartig – es gibt weltweit kaum Städte, die das geschafft haben. Der Tourismusverband verfügt seit kurzem über einen neuen Internetauftritt, der systematisch aus den zukünftigen Markenund Kommunikationsvorgaben abgeleitet wurde; und auch die Stadt wird ihre Webpräsenz darauf ausrichten. Darüber hinaus folgen nun weitere Umsetzungsprojekte, die das zukünftige Markenprofil von Innsbruck realisieren sollen. Dafür wurden eigene Projektteams ins Leben gerufen, die ihre Ergebnisse an den Markenbeirat – bestehend aus prominenten Vertretern der wichtigsten Institutionen der Stadt – regelmäßig berichten: Unter dem Projekttitel „Anpruggen“ – Synonym für St. Nikolaus in Innsbruck – werden städtebauliche Maßnahmen konzipiert, den Stadtteil noch attraktiver zu gestalten. „Anpruggen“ ist der Ursprung der Stadt, die wirkliche „Altstadt“, dieser Stadtteil soll für Bürger und Gäste revitalisiert werden. Beispielgebend hierfür ist die Neugestaltung des Wiltener Platzls und die damit verbundene Impulswirkung für den Stadtteil Wilten. Die Projektgruppe „Inszenierung Nordkette“ beschäftigt sich mit Relaxzonen, einer einheitlichen Beschilderung der Wanderwege, dem Tor zum Karwendel und besseren Erlebnis- und Sportmöglichkeiten auf dem Hausberg von Innsbruck. Das Projekt „Kosmos“ hat zum Ziel, eine spektakuläre Erlebniswelt auf der Nordkette zu implementieren. Die Gruppe „Sehenswertes Innsbruck“ hat sich zur Aufgabe gestellt, durch speziell platzierte Sitzmöbel und Videowalls bestimmte Blickwinkel Innsbrucks in einem neuen Licht erscheinen zu lassen. Hier geht es um „Blickdramaturgie“, um außergewöhnliche Blickachsen zwischen dem Urbanen und dem Alpinen. Ein ganz wesentlicher Bestandteil der Umsetzungsprojekte für die Marke Innsbruck sind die Veranstaltungen. Sowohl das Stadtfest Innsbruck als auch der bekannte Bergsilvester werden überarbeitet. Auf der To-do-Liste für die nächsten Jahre ist auch die Entwicklung weiterer Festivals. Innsbruck ist eine Einkaufsstadt und soll noch stärker eine werden. Mit einem Shoppingportal und einem Shoppingevent soll die Kompetenz des „Handelsstandortes“ Innsbruck unterstrichen werden. Auch „Märkte“ gehören zu einem funktionierenden Stadtbild. In diesem Bereich gibt es bereits Überlegungen, neue Konzepte zu definieren.


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Sommerzeit ist Reisezeit Wann können welche Reisekosten steuerlich abgesetzt werden?

Text: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Raimund Eller und STB Mag. Eva Messenlechner Foto: Foto Hofer

Im Sommer geht der Mensch gerne auf Reisen. Nicht nur um zu faulenzen, sondern auch um Neues zu erkunden und sich fortzubilden. Einige dieser Reisen sind von der Steuer absetzbar. Dabei gilt der einfache Grundsatz, dass Ausgaben für betrieblich oder beruflich veranlasste Reisen und Fortbildung steuermindernd geltend gemacht werden dürfen. Neuerdings ist in bestimmten Konstellationen auch eine teilweise private Mitveranlassung kein unbedingtes Knockout-Kriterium mehr. Wie so oft im Steuerrecht steckt der Teufel hier ganz besonders im Detail. Besonders haarig geht es bei Studien- und Sprachreisen sowie so genannten Mischreisen zur Sache. Im Folgenden geben wir einen Überblick, wann und inwieweit Sie verlässlich zur Erlangung der steuerlichen Absetzbarkeit kommen:

Studienreisen Dazu sind eine Reihe von Urteilen des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH) ergangen, die einen sehr strengen Maßstab für die Absetzbarkeit solcher Reisen vorgeben. Die Kernaussage all dieser Urteile ist,

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dass Studienreisen nur dann Betriebsausgaben darstellen, wenn die Reise nahezu ausschließlich betrieblich veranlasst ist. Dies ist der Fall, wenn folgende Punkte kumulativ erfüllt sind: • Planung und Durchführung der Reise erfolgen im Rahmen einer lehrgangsmäßigen Organisation oder in einer Weise, die weitaus überwiegende betriebliche Bedingtheit erkennen lässt. • Die Reise bietet die Möglichkeit, Kenntnisse zu erwerben, die eine einigermaßen konkrete berufl iche bzw. betriebliche Verwertung zulassen. • Reiseprogramm und Durchführung müssen nahezu ausschließlich auf interessierte Teilnehmer im Tätigkeitsbereich des Steuerpfl ichtigen abgestellt sein, sodass sie auf andere Teilnehmer keine Anziehungskraft ausüben. • Allgemein interessierende Programmpunkte (Privatzeit) dürfen nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen, als während einer regelmäßigen betrieblichen Betätigung als Freizeit verwendet wird. Dabei ist von einer Normalarbeitszeit von 8 Stunden täglich auszugehen.


Praxistipp: Manchmal sind die in Kongressprogrammen aufscheinenden „Arbeitszeiten“ weniger als 8 Stunden pro Tag. Mit handschriftlichen Vermerken im Programm über stattgefundene Arbeitssitzungen, Tischvorführungen, Demonstrationen etc. außerhalb des offi ziellen Programms kann so mancher Steuerprüfer doch noch versöhnlich gestimmt werden.

Sprachkurse Die reinen Kurskosten sind jedenfalls dann abzugsfähig, wenn berufsbezogene Kenntnisse vermittelt werden. Weiters ist die Vermittlung allgemeiner Sprachkenntnisse absetzbar, wenn diese für den Beruf notwendig sind.

• Die Reise muss sich klar in einen berufl ichen und einen privaten Abschnitt teilen lassen, die zeitlich aufeinander folgen müssen. Im Ergebnis wird somit nicht mehr eine ausschließlich berufl ich veranlasste Reise nach dem Motto alles oder nichts verlangt, sondern es können auch die anteiligen Kosten eines ausschließlich berufl ich veranlassten Reisetages zum Ansatz kommen. • Die Fahrtkosten sind dabei in einen berufl ichen und einen privaten Teil aufzuteilen. In der Regel ist dabei nach dem Verhältnis zwischen den ausschließlich berufl ich veranlassten und den übrigen Aufenthaltstagen aufzuteilen. Es sei denn, dass die berufl iche Veranlassung eindeutig das auslösende Moment für den Antritt der betreffenden Reise war. Hierfür verwendet der VwGH den Terminus „fremdbestimmte Reise“ und konstatiert eine gänzliche Absetzbarkeit der Fahrtkosten. Dies gilt auch dann, wenn bei einer solchen Reise auch private Unternehmungen von untergeordneter Bedeutung stattfinden. • Wenn im Zuge einer Urlaubsreise nebenbei berufliche Termine wahrgenommen werden, ist weiterhin kein anteiliger Abzug der Reisekosten zulässig.

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Die 8 Stunden gelten auch dann, wenn Ihre Arbeitszeit zuhause davon abweichen würde. Privatzeiten an den Wochenenden bleiben außer Ansatz, da diese auch während der Berufsausübung zuhause zur Verfügung stehen. Der Steuerpfl ichtige hat dies anhand des Reiseprogramms nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Eine pauschale Angabe über die Arbeitszeiten ist jedenfalls nicht ausreichend. Ein Ausgleich von Minderzeiten einzelner Tage kann durch Mehrzeiten anderer Tage kompensiert werden. So ist eine zweiwöchige Reise z.B. dann absetzbar, wenn nach dem Reiseprogramm eine Arbeitszeit von 80 Stunden zustande kommt.

KOPRODUKTION der EMF TEAM TIROL STEUERBERATER GMBH und den ÄRZTESPEZIALISTEN vom TEAM JÜNGER: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Mag. Eva Messenlechner, STB Raimund Eller, v. l.

Praxistipp: Wenn Sie gerne Nützliches mit dem Angenehmen verbinden und planen, einer berufl ichen Reise einen Privaturlaub anzuhängen oder umgekehrt, so sollte die vorrangige berufl iche Veranlassung sowie das Vorliegen getrennter Reiseabschnitte unbedingt dokumentiert und belegt werden.

Stolperstein Mischprogramm Treten allgemeine Programmpunkte gegenüber den ausschließlich betrieblich veranlassten Tätigkeiten gemessen am zeitlichen Ausmaß nicht in den Hintergrund, so liegt ein Mischprogramm vor. Dies führt dazu, dass die gesamte Reise der Privatsphäre zugeordnet wird. In diesem Fall sind nicht einmal jene Reisekosten absetzbar, die anteilig auf berufl iche Reisezwecke entfallen. Die Gebühren für die Teilnahme an Berufsveranstaltungen (Kongresse, Seminare etc.) bleiben selbstverständlich immer als Betriebsausgabe bestehen.

Stolperstein mitreisende Familienangehörige

Praxistipp: Rügen Sie Kongressveranstalter, die Ihnen Programme in die Hand drücken, aus denen deutliche Hinweise auf Mischprogramme erkennbar sind. Drücken sie den Verantwortlichen diesen Artikel in die Hand. Vielleicht sind sie ja lernfähig. Wird ein privater Urlaub vorangestellt oder angehängt, so wurde die gesamte Reise bisher ebenso unter dem Titel „Mischprogramm“ in den privaten Lebensbereich verwiesen. Lediglich ein vernachlässigbarer Freizeittag war für die Qualifi kation als betriebliche Reise unschädlich. Diese Gangart der Finanz muss durch die jüngste Rechtsprechung seit Anfang dieses Jahres nun geändert werden. Der VwGH hat nunmehr folgende Punkte für die anteilige Abzugsfähigkeit einer Mischreise manifestiert:

Praxistipp: Wenn Sie eine „einwandfreie“ Fortbildung besuchen und Familienangehörige das mit einer Privatreise verbinden, können getrennte Rechnungen hilfreich sein. Nur der tatsächlich durch Sie verursachte betriebliche Aufwand findet Eingang in die Buchhaltung und hat so gute Chancen auf Anerkennung durch die Finanz.

Auslandsreisen in Begleitung der Familie sieht die Finanz als Indiz für Privatreisen. Teilweise stattfindende Geschäftsbesprechungen ändern daran nichts. Dies gilt auch für lehrgangsmäßig organisierte Studienreisen. Die betriebliche Veranlassung der Mitreise eines nahen Angehörigen wird nur dann bejaht, wenn dieser im Unternehmen mitarbeitet und der Steuerpfl ichtige unter den gleichen Bedingungen und mit demselben Aufwand auch einen familienfremden Arbeitnehmer auf die Reise mitgenommen hätte.

Resümee Dank der jüngsten Rechtsprechung sollte die Negierung der anteilig betriebsbedingten Reisekosten bei so genannten Mischprogrammen bei klarer Trennbarkeit zwischen privaten und betrieblichen Reiseabschnitten nun ein Ende haben. Nützen Sie obiges Wissen! Wer weiß, was die Finanz will, kann sich ja wohl auch zu seinem Vorteil danach richten.

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Steuerspartipps für Ärzte

Steuertipps für „Ärztekongresse an Meer & See“

Text: TEAM JÜNGER – Steuerberater DIE ÄRZTESPEZIALISTEN

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Ausgaben im Zusammenhang mit Kongressen in Tourismusorten werden von der Finanzverwaltung mit Argwohn betrachtet. Unsere Erfahrung zeigt, je „südlicher“ im Sommer und je „weißer“ im Winter, desto schwieriger ist die steuerliche Anerkennung. Diese Einschränkungen sind zwar nicht im Gesetz gedeckt, d.h. dass ein beruf licher Kongress grundsätzlich überall auf der Welt stattfinden kann, die Überwindung der Finanz, die dabei entstandenen Ausgaben als steuermindernd anzuerkennen, sinkt aber mit zunehmender Attraktivität des Kongressortes. Die Finanz neigt dabei zur Annahme, dass attraktive Tagungsorte nicht mehr wegen des Kongresses, sondern überwiegend aus privaten Beweggründen gebucht werden. Auch die Teilnahme an einzelnen Veranstaltungen wird zunehmend in Zweifel gezogen, d.h. (unausgesprochen) unterstellt, dass, anstatt in den Kongresssaal zu gehen, z.B. der Strand aufgesucht wird. Von dieser Unterstellung lässt sich die Finanz nur mit piekfeinen Teilnahmebestätigungen abbringen.

Tipp: Um dem vorzubeugen, empfehlen wir an einer ausreichenden Anzahl von Fachvorträgen teilzunehmen und sich jede einzelne dieser Teilnahmen gleich direkt vor Ort bestätigen zu lassen. Kommen Sie dabei auf weniger als 8 Stunden pro Tag, so empfehlen wir Arbeitssitzungen, Tischvorführungen, Demonstrationen etc. außerhalb des offiziellen Programms zu absolvieren und auch darüber entsprechende Aufzeichnungen zu führen. Im Idealfall sammeln Sie auch über solcherart inoffizielle Programmpunkte entsprechende Bestätigungen von den teilnehmenden Ärztekollegen ein und/oder legen sich eigene handschriftliche Mitschriften bzw. Notizen an. Auf den vorangehenden Seiten finden Sie darüber hinaus eine exakte Beschreibung über weitere Grundvoraussetzungen für die steuerliche Anerkennung. Wir empfehlen Ihnen, vor jeder betrieblichen Reise diese Anleitung nochmals durchzugehen. So können Sie bereits im Vorfeld die steuerliche Abzugsfähigkeit auch bei Veranstaltungen in beliebten Badeorten ausreichend sicherstellen.

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Orange ist Exklusivpartner der GemNova DienstleistungsGmbH Auf der softwareunterstützten Einkaufsplattform des Tiroler Gemeindeverbandes erwerben 278 Tiroler Gemeinden Produkte des kommunalen Bedarfs. Durch die Einkaufsbündelung verhandelt diese zentrale Beschaffungsstelle optimale Konditionen für ihre Mitglieder aus.

Onlineshop des Tiroler Gemeindeverbandes erhalten viele Gemeinden, Schulen, Kindergärten, Altersheime und andere kommunale Betriebe direkten und einfachen Zugang zu unseren attraktiven Angeboten.“

Orange-Regionalleiter Christian Annewanter (links) und Alois Rathgeb, Geschäftsführer der GemNova DienstleistungsGmbH

Auf einen Blick: • Orange-Angebote auf Einkaufsplattform für 278 Tiroler Gemeinden • 60 Prozent Einsparungspotenzial bei Mobilfunkkosten • Persönliche Beratung für Kommunikationslösungen aus einer Hand

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Seit Kurzem fungiert Orange als neuer Exklusivpartner der GemNova DienstleistungsGmbH. OrangeCSO Sabine Bauer: „Wir freuen uns sehr, dass Orange aus einer Ausschreibung als bevorzugter Mobilfunkpartner der GemNova hervorgegangen ist. Über den

Das Orange-Angebot für die GemNova-Mitglieder umfasst Mobilfunk, mobiles Festnetz, die mobile Nebenstellenanlage und mobiles Internet. Die zur Auswahl stehenden Handymodelle reichen vom kompakten, eleganten Nokia C5-00 und Nokia C2-01 mit schnellem Internetzugang über das robuste Samsung B2710 Outdoor-Handy bis zum iPhone 4 16 GB in Schwarz oder Weiß. Persönliche Beratung vor Ort durch fachkundige Orange-Mitarbeiter ist das Um und Auf, damit für jede Gemeinde die passende Mobilfunklösung gefunden wird. Dadurch eröff net sich für die Tiroler Gemeinden ein Einsparungspotenzial bei den Mobilfunkkosten von bis zu 60 Prozent.

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Die {neue} Generation der Out-of-Home-Werbung „Und es bewegt sich doch!“ Das wusste nicht nur Galileo Galilei, sondern darauf legen auch die Trendmedia, Marktführer für LED-Videowalls in Westösterreich, und ihr Vertriebspartner, die Vest Telekom, großen Wert. Aber was ist nun so besonders an dieser modernen Art der Out-of-Home-Werbung? Was unterscheidet LEDVideowalls von Rollingboards und klassischer Plakatwerbung? Sind sie wirklich effektiv und werbewirksam? Dazu haben wir den Geschäftsführer der Vest Telekom, Anton Isser, zum Interview gebeten.

eco.nova: LED-Videowalls sind ja im Prinzip keine neue Erfi ndung. Warum haben Sie sich vorgenommen, mit dieser Form der Werbung den Markt zu erobern? Anton Isser: Also zuerst möchte ich erwähnen, dass es, als unser Partner vor zirka einem Jahr gemeinsam mit der Vest Telekom als Vertriebspartner begann, Videowalls für Werbezwecke im Raum Innsbruck Stadt aufzustellen, natürlich von einigen Seiten skeptische Blicke und unterschiedliche Meinungen dazu gab. Jedoch war diese Art der Werbung in Westösterreich noch nicht stark vertreten und so entwickelten wir eine Marketingstrategie und begannen Videowalls an hochfrequentierten Standorten aufzustellen. Und unser bisheriger Erfolg hat uns deutlich gezeigt, dass der zu Beginn sogenannte „Sprung ins kalte Wasser“ genau der richtige Schritt war. Das heißt, Sie haben Ihren Skeptikern gezeigt, dass man schaffen kann, was man sich vornimmt? Oh ja, das haben wir. Ich hatte während meiner Karrierelauf bahn schon einige Skeptiker, manche zu Recht, da es auch schon mal ein Projekt gab, welches leider nicht fruchtete. Jedoch lernt man stets dazu, und wenn eine lukrative Chance in Aussicht ist, muss man diese am Schopf packen und alles geben, um sein gestecktes Ziel zu erreichen. Was unterscheidet moderne LED-Videowalls von z.B. klassischen Rollingboards oder Plakatwerbung?

Videowallwerbung ist lebendig, farbenfroh, erregt alle 10–15 Sekunden Aufmerksamkeit durch wechselnde Sujets bzw. bewegte Bilder und ist kostengünstig. Es entstehen keine teuren Druckkosten wie bei Plakaten, man spart sich Liefer- und Vorlaufkosten, ebenso kann man Werbung gezielt und punktgenau steuern, zu jeder Tages- und Nachtzeit und auf die Zielgruppe angepasst. Bei den LED-Videowalls ist sozusagen alles möglich. Wir können Sujets und Werbespots jederzeit ändern und topaktuell schalten. Wie sehen Sie sich und Ihr Unternehmen „Videowalls“ in naher Zukunft? Natürlich sehr erfolgreich. Wir erweitern eigentlich jeden Monat unser Angebot neuer Videowalls an hochfrequentierten Standorten. Sehr stolz sind wir auf unsere letzten Neuzugänge in Feldkirch und Lustenau, da es in Vorarlberg lange dauerte, eine Genehmigung zu bekommen. Im Raum Kitzbühel wird es bald einige Standorte geben, und auch nach Graz und Salzburg haben wir bereits unsere Fühler ausgestreckt.

Anton Isser, Vest-Telekom-Geschäftsführer

Sehen Sie die Videowall als Werbemittel der Zukunft? Absolut, ja. Dieses Medium ist nach Expertenmeinungen ein dauerhaft attraktiver Werbeträger. Videowalls schaffen für Ihre Marken und Produkte sowie für Ihre Dienstleistungen neue Erlebniswelten für den Verbraucher.

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Unterentlohnung wird bestraft Personalleasing aus dem Ausland als Ausweg? Durch die Arbeitsmarktöffnung seit 01.05.2011 für Staatsangehörige der neuen EU-Staaten drängen billige Arbeitskräfte aus Osteuropa, vielfach im Wege der Personalüberlassung, auf den inländischen Arbeitsmarkt. Durch das neue Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz (LSDB-G) sollen gleiche Arbeitsmarkt- und Lohnbedingungen für in- und ausländische Dienstnehmer geschaffen sowie ein fairer wirtschaftlicher Wettbewerb zwischen den Unternehmen gesichert werden. Ab dem 01.05.2011 gilt: Vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Lohn, der unter dem kollektivvertraglichen Mindestentgelt liegt, so macht sich der Arbeitgeber dadurch strafbar.

Text: Mag. Andreas Kapferer LL. M. und Mag. Harald Moosbrugger LL.M.

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Bislang war die Unterschreitung des kollektivvertraglichen Mindestentgelts nicht straf bar. Es blieb dem Arbeitnehmer überlassen, den ihm zustehenden Lohn gerichtlich geltend zu machen. Aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes werden diese Ansprüche jedoch zumeist nicht geltend gemacht oder sind Dienstnehmer über die Rechtslage nicht ausreichend informiert. Für nur vorübergehend im Inland tätige ausländische Arbeitnehmer sind die Hindernisse zur Rechtsdurchsetzung noch um Vieles größer. Lediglich für die Gebietskrankenkassen bestand die Möglichkeit, die Sozialversicherungsbeiträge im Rahmen einer Beitragsprüfung vom nach Kollektivvertrag zustehenden Lohn vorzuschreiben, auch wenn dieser nicht in voller Höhe bezahlt wurde (sogenanntes Anspruchsprinzip).

Der Grundlohn Der Gesetzgeber hat nun mit einem von den Sozialpartnern ausgearbeiteten Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz auf diese Situation reagiert. Herzstück der Regelung ist die Einführung der Straf barkeit der Unterentlohnung. Betroffen sind alle Arbeitgeber, egal ob inländisch oder ausländisch, ob privat oder betrieblich. Erfasst sind daher etwa auch Dienstverhältnisse mit privatem Pflege- oder Hauspersonal. Da freie Dienstverhältnisse von den Kollektivverträgen im Allgemeinen nicht umfasst sind, fallen diese nicht in das neue Kontrollsystem. In der aktuellen Fassung des Gesetzes liegt eine Unterentlohnung vor, wenn der Arbeitnehmer nicht wenigstens den ihm nach Gesetz, Kollektivvertrag oder Mindestlohntarif zustehenden Stundenlohn für


Arbeitszeitaufzeichnungen und Kollektivvertrags-Einstufung Die Überprüfung der Einhaltung des Grundlohnes ist für die Behörde nur möglich, wenn der Arbeitgeber entsprechende Arbeitszeitaufzeichnungen vorweisen kann. Die Prüforgane werden in Zukunft deshalb noch stärkeres Augenmerk auf die Führung entsprechender Arbeitszeitaufzeichnungen legen. Die Aufzeichnungen müssen den Beginn und das Ende der Arbeitszeit sowie längere Pausen enthalten. Sie müssen nicht vom Arbeitnehmer unterschrieben sein, allerdings erhöht dies ihre Beweiskraft. Ihre Glaubwürdigkeit ergibt sich aus dem Gesamtzusammenhang. Essentiell für die Einhaltung des Grundlohnes ist darüber hinaus die richtige kollektivvertragliche Einstufung der Dienstnehmer und es wird auch diese von der Behörde überprüft.

4.000 € und 50.000 € pro Arbeitnehmer. Wer bislang Arbeitnehmer laut offizieller Lohnabrechnung unterentlohnt hat, aber zusätzliche Zahlungen an Arbeitnehmer schwarz geleistet hat, ist damit ab Mai 2011 neben finanzstrafrechtlichen Sanktionen auch mit einer Verwaltungsstrafe, die von der Bezirkshauptmannschaft verhängt wird, bedroht. Die Verjährungsfrist für die Straf barkeit der Unterentlohnung beträgt zwölf Monate. Diese Frist beginnt aber erst dann zu laufen, nachdem der rechtswidrige Zustand, also die Unterentlohnung, beseitigt ist.

Personalleasing aus dem Ausland als Ausweg?

Die Erhebung der Unterlagen vor Ort in den Betrieben erfolgt durch die Organe der Finanzverwaltung und der Gebietskrankenkassen. Die eigentliche Überprüfung der Grundlöhne von nicht im Inland sozialversicherten Arbeitnehmern erfolgt in einem eigens eingerichteten Kompetenzzentrum der Wiener Gebietskrankenkasse. Dieses neue Organ muss seinem Namen wahrlich gerecht werden, wenn es Lohndumping bundesweit wirksam bekämpfen will. Denn die Ermittlung des zustehenden Grundlohnes ist eine komplizierte Sachverhalts- und Rechtsfrage: Von der Vollständigkeit und Richtigkeit der Arbeitszeitaufzeichnungen, dem anwendbaren Kollektivvertrag bei Mischbetrieben, über die richtige kollektivvertragliche Einstufung des Arbeitnehmers und den Grundlohnanspruch im Krankheitsfall bis zur Höhe des tatsächlich ausbezahlten Lohnes etwa bei Barzahlung usw. ergeben sich zahlreiche Fragen, die angesichts der hohen Strafen in durchaus langen Verfahren zu klären sein werden. Stellen das Kompetenzzentrum oder die Gebietskrankenkasse eine Unterentlohnung fest, haben sie Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft als zuständige Straf behörde zu erstatten.

Im Vergleich zu inländischen Überlassern oder auch zu Eigenpersonal haben ausländische Überlasser weiterhin einzelne Wettbewerbsvorteile. Ihre Arbeitnehmer unterliegen bis zu 24 Monaten dem teilweise günstigeren ausländischen Sozialversicherungsrecht. Arbeitnehmer, die weniger als sechs Monate im Kalenderjahr in Österreich tätig sind, verbleiben auch steuerlich dem Heimatstaat zugeordnet und zahlen daher nicht österreichische Lohnsteuer, sondern ausländische Einkommensteuer. Ein Nachteil für in- und ausländische Überlasser besteht aber darin, dass sie jedenfalls den Mindestlohn nach dem österreichischen Arbeitskräfteüberlasser-Kollektivvertrag leisten müssen. Diese Mindestlöhne liegen zum Teil deutlich über dem Branchenkollektivvertrag des Beschäftigerbetriebs (z.B. im Gastgewerbe). Der inländische Beschäftiger muss bei Prüfung eines Personalleasingangebotes auch berücksichtigen, dass er zusätzlich zum angebotenen Gestellungsentgelt noch 3 % Kommunalsteuer von 70 % des Gestellungsentgelts zu entrichten hat. Damit eine wirksame Kontrolle der neuen Bestimmungen möglich ist, müssen die Lohnunterlagen in deutscher Sprache im Inland auf bewahrt werden, wobei der Überlasser verpfl ichtet ist, diese dem Beschäftiger bereitzustellen. Wird diese Vorschrift verletzt, ist allerdings nur der Überlasser dafür straf bar. Vielfach ist österreichischen Unternehmen auch nicht bewusst, dass sie vom Honorar eines ausländischen Arbeitskräfteüberlassungsunternehmens 20 % Abzugssteuer einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen haben. Dies führt bei Betriebsprüfungen immer wieder zu bösem Erwachen, wenn die Geschäftsbeziehung mit dem Überlasser längst beendet ist und nunmehr nachträglich Abzugssteuer vom Finanzamt gefordert wird. Die Abzugssteuer entfällt allerdings, wenn der Überlasser einen speziellen Befreiungsbescheid vorlegen kann.

Drakonische Strafen

Conclusio

Der vorgesehene Strafrahmen für Unterentlohnung ist sehr hoch und soll bewusst abschreckend wirken, offensichtlich auch deshalb, weil für eine flächendeckende Kontrolle die Ressourcen fehlen. Sind von der Unterentlohnung höchstens drei Arbeitnehmer betroffen, beträgt die Geldstrafe pro Arbeitnehmer zwischen 1.000  € und 10.000  €, sind mehr als drei Arbeitnehmer betroffen, zwischen 2.000  € und 20.000  €, im Wiederholungsfall sogar zwischen

Mit dem LSDB-G wird ein umfassender Strafkatalog bei unterkollektivvertraglicher Entlohnung – sowohl von inländischen als auch von ausländischen Arbeitskräften – sowie bei sonstigen Verstößen eingeführt. Um den Vorgaben dieses Gesetzes zu entsprechen, empfehlen wir, zu überprüfen, ob in Ihrem Unternehmen die Dienstnehmer kollektivvertraglich richtig eingestuft sind und das diesbezügliche Mindestentgelt nicht unterschritten wird.

Kontrollbehörde

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jede tatsächlich geleistete Arbeitsstunde erhält. Das Gesetz nennt dies den Grundlohn. Werden Sonderzahlungen, Zulagen, Überstundenzuschläge und Ähnliches nicht geleistet, ist dies nicht straf bar, da sie nicht zum Grundlohn zählen. Dem Arbeitnehmer gewährte Sachbezüge wie Wohnung oder PKW dürfen nach den Gesetzeserläuterungen nicht auf den zustehenden Grundlohn angerechnet werden.

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Mag. Andreas Kapferer LL. M. ist Partner bei Deloitte bzw. Kapferer Frei und Partner in Innsbruck

Mag. Harald Moosbrugger LL.M., Steuerberater bei Deloitte bzw. Kapferer und Partner in Innsbruck

Kontakt und Info unter www.kapferer-partner.at www.deloitte.at

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steuern.berater

Achtung bei Grunderwerbsteuer und Treuhandlösungen Wir informieren Sie über Neuerungen seitens des Verwaltungsgerichtshofes.

Text: Daniel Hofer

Anteilsvereinigung in einer Hand: Im Zusammenhang mit Anteilsübertragungen von Gesellschaften mit inländischem Liegenschaftsvermögen ist zu beachten, dass die Anteilsvereinigung in einer Hand gemäß § 1 Abs. 3 Z 1 Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) einen der Grunderwerbsteuer unterliegenden Rechtsvorgang darstellt. Daher wurde im Zuge von Betriebsübergaben und Umstrukturierungen bisher oft die Gestaltungsform von Treuhandschaften gewählt, um eben diese Anteilsvereinigung in einer Hand und damit den Anfall von Grunderwerbsteuer zu vermeiden. Hierbei behielt sich der übertragende Gesellschafter etwa einen Zwerganteil seiner Beteiligung zurück, trat jedoch mittels eines Treuhandvertrages das wirtschaftliche Eigentum auch über diesen Restanteil an den Übernehmer ab. Dabei verpfl ichtete sich der Treuhänder, • über den betreffenden (Zwerg-)Anteil nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Treugebers zu verfügen, • Anteile am Gewinn an den Treugeber weiterzuleiten, • die Stimmrechte nach Weisung des Treugebers auszuüben und • die Geschäftsanteile auf Weisung des Treugebers

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wem auch immer und zu jeder Zeit unentgeltlich abzutreten. Zivilrechtlich blieb der Treuhänder weiterhin Eigentümer des entsprechenden Geschäftsanteiles. Die Wesensart der Treuhandschaft ist, dass der Treuhänder eigene Rechte ausübt und im eigenen Namen handelt, er ist jedoch entsprechend den Bestimmungen des Treuhandvertrages im Innenverhältnis an die Weisungen des Treugebers gebunden. Der Verwaltungsgerichtshof hat mit seinem für viele überraschenden Erkenntnis vom 5.4.2011, 2010/16/0168 nun erstmals judiziert, dass die Missbrauchsbestimmungen des § 22 Bundesabgabenordnung (BAO) auch auf derartige, in der Praxis offenbar eingebürgerte Treuhandschaften anzuwenden sind.

Sachverhalt im Anlassfall Im vom Verwaltungsgerichtshof behandelten Anlassfall war der Vater seit dem Jahr 2005 Alleingesellschafter einer GmbH mit inländischem Liegenschaftsbesitz. Im Jahre 2006 trat er ein Viertel seines Geschäftsanteiles an seinen Sohn ab, infolgedessen wurde sowohl der Firmenname geändert als auch der Sohn


Finanzamt und unabhängiger Finanzsenat (UFS, Außenstelle Innsbruck) machen einen Strich durch die Rechnung: Mit Bescheid vom Dezember 2008 setzte das Finanzamt Innsbruck die Grunderwerbsteuer von € 8.012,18 fest. In der Berufungsvorentscheidung wurde argumentiert, dass zur Begründung der Treuhandschaft vorher auch das zivilrechtliche Eigentum über den beim Vater verbliebenen Zwerganteil auf den Sohn übergangen wäre bzw. übergehen hätte müssen und somit die Anteilsvereinigung eingetreten sei. Der UFS, Außenstelle Innsbruck, als Abgabenbehörde zweiter Instanz verwarf jedoch diese Rechtsansicht des Finanzamtes, erörterte jedoch erstmals auch die Frage nach dem Vorliegen eines Missbrauches von Formen und Gestaltungsmöglichkeiten des bürgerlichen Rechts und bejahte das Vorliegen eines Missbrauchstatbestandes gemäß § 22 BAO. Der UFS, Außenstelle Innsbruck beobachtete ein Fehlen von beachtlichen außersteuerlichen Gründen für gewählte Gestaltung und Vorgehensweise, deren Vorliegen einen Missbrauchstatbestand gemäß § 22 BAO ausgeschlossen hätten. Zusammengefasst wurde vom Berufungswerber angeführt, dass der abtretende Gesellschafter weiterhin im Firmenbuch aufscheinen soll, sodass gegenüber Außenstehenden (Geschäftspartner, Gläubiger etc.) der Eindruck einer unvermindert aufrechten Gesellschafterstellung des abtretenden Gesellschafters aufrechterhalten wird – somit wurde ausdrücklich auf die Außenwirkung der gewählten Gestaltungsform verwiesen. Nach einem gewissen Beobachtungszeitraum sollte sich sodann der Vater gänzlich aus der Gesellschaft und somit auch aus dem Unternehmen des Sohnes zurückziehen. Aufgrund der zum Zeitpunkt der zweiten Anteilsabtretung bereits zweijährigen Geschäftsführerschaft des Sohnes sowie der fehlenden Einflussmöglichkeit des Vaters auf die Geschäftsführung des Sohnes verwarf der UFS, Außenstelle Innsbruck, die dargelegten außersteuerlichen Beweggründe der gewählten Gestaltung als unmaßgeblich und als einen Missbrauch gemäß § 22 BAO nicht ausschließend. Gemäß UFS, Außenstelle Innsbruck, ging daher das Finanzamt – wenn auch aufgrund einer nicht über-

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zum selbständig vertretungsbefugten Geschäftsführer bestellt. Im Oktober 2008 wurde ein weiterer Abtretungsvertrag geschlossen, mit welchem der Vater von seinem verbliebenen Geschäftsanteil einen weiteren Teil in dem Ausmaß an den Sohn abtrat, dass schlussendlich er nur noch über einen Zwerganteil von 1 % verfügte. Gleichzeitig (noch am selben Tage) wurde zusätzlich ein Treuhandvertrag zwischen Vater und Sohn abgeschlossen, in welchem das wirtschaftliche Eigentum gemäß § 24 BAO hinsichtlich des beim Vater verbliebenen Restanteiles ebenfalls an den Sohn abgetreten wurde, der Vater jedoch das zivilrechtliche Eigentum über den Zwerganteil behielt und diesen für den Sohn treuhändig hielt.

zeugenden Argumentation – richtigerweise von einer Anteilsvereinigung in einer Hand aus.

Die Entscheidung des VwGH vom 5.4.2011: Der Verwaltungsgerichtshof schloss sich in seinem Erkenntnis vom 5.4.2011 der Rechtsmeinung des UFS, Außenstelle Innsbruck, an und erkannte im oben beschriebenen Fall das Vorliegen eines Missbrauchstatbestandes gemäß § 22 Abs. 2 BAO. Klarstellend führte der VwGH aus, dass der Tatbestand zur Anteilsvereinigung in einer Hand gemäß § 1 Abs. 3 Z. 1 GrEStG weiterhin streng auszulegen ist und dass eben eine solche Anteilsvereinigung beim Vorliegen einer Treuhandlösung nicht Platz greifen kann. Zitat VwGH-Erkenntnis vom 5.4.2011, 2010/16/ 0168: „Der Gerichtshof lehnte somit die Steuerpfl icht einer ‚wirtschaftlichen’ Anteilsvereinigung ab und verwies dabei auch auf zahlreiche Vorerkenntnisse, wonach erst durch die (rechtliche) Anteilsübertragung die Anteilsvereinigung im Sinne des § 1 Abs. 3 Z. 1 GrEStG 1987 stattfi nde. Der Verwaltungsgerichtshof hat (auch) dem Umstand einer von Anfang an bestehenden wirtschaftlichen Verfügungsmacht des Treugebers über den Gesellschaftsanteil kein rechtliches Gewicht beigemessen (vgl.  das hg.  Erkenntnis vom 23.  Jänner  2003, Zl. 2002/16/0228, mwN).“ Unter Würdigung der von der belangten Behörde sowie vom Beschwerdeführer vorgebrachten Sachverhaltsdarstellungen erkannte der VwGH jedoch das Vorliegen einer Missbrauchsabsicht und folgte damit der Beweiswürdigung des UFS, Außenstelle Innsbruck, vollinhaltlich.

Daniel Hofer, Steuerberater-Berufsanwärter bei Grüner & Partner

Fazit: Sind damit Treuhandlösungen im Zusammenhang mit einer Vermeidung der Anteilsvereinigung in einer Hand grundsätzlich als missbräuchlich im Sinne des § 22 BAO anzusehen? Das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Tatbestand der Anteilsvereinigung weiterhin streng auszulegen ist und somit das Vorliegen einer Treuhandschaft über einen Zwerganteil (weiterhin) die Anteilsvereinigung ausschließt. Gravierend verschärft wird jedoch die Thematik durch die vom VwGH bei Anteilsvereinigungen erstmals judizierte Anwendung der Missbrauchsbestimmungen des § 22 BAO. In Hinkunft ist daher bei vorbeschriebenen Treuhandkonstruktionen mit der Wohltat der Vermeidung einer Anteilsvereinigung darauf zu achten, dass beachtliche außersteuerliche Gründe für das Vorliegen der Treuhandschaft gegeben sind, andernfalls mit bösen Grunderwerbsteuervorschreibungen zu rechnen ist. In Anbetracht der (erneut) judizierten Nichtsteuerbarkeit einer bloß „wirtschaftlichen“ Anteilsvereinigung dürften zukünftig daher bei derartigen Transaktionen Abtretungsangebote die bisherigen Treuhandverträge verdrängen.

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Kontakt und Info unter www.gruener-partner.at

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recht.aktuell

Wahl zum „Fußballer des Jahres“ ändert rechtliche Beurteilung von Christbäumen Manchmal bekommt man zu gekauften Waren oder Dienstleistungen „gratis“ weitere Waren, z.B. je nach Jahreszeit beim Kauf eines Rasenmähers eine Badehose oder beim Erwerb von höherpreisigen Lebensmitteln einen Christbaum, ein außergewöhnliches Zubehör zu einem gekauften technischen Gerät oder Gutscheine, die bei einem anderen Unternehmen eingelöst werden. Gelegentlich darf man, aber nur wenn man auch entsprechend einkauft, einmal am „Glücksrad“ drehen. Text: Ivo Rungg/Johannes Barbist, Binder Grösswang Rechtsanwälte, Innsbruck

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Solche „Zugaben“ sind beliebte Werbemittel, die vor gar nicht langer Zeit – wie z.B. der erwähnte Christbaum – regelmäßig in Konfl ikt mit dem Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb geraten sind, was zu Klagen von Mitbewerbern oder Wettbewerbsschutzverbänden geführt hat, waren doch solche Formen der „Wertreklame“ seit den 1920er Jahren verpönte und auch nach der Schaff ung gesetzlicher Ausnahmetatbestände grundsätzlich verbotene Werbemittel. Wie kaum eine andere Art der Wertreklame hat die Zugabe in den vergangenen Jahren die Diskussion in der Werbe- und Rechtspraxis geprägt. Neuen Auftrieb erhielt sie, als eine österreichische Tageszeitung im Jahr 2007 eine Wahl zum „Fußballer des Jahres“ abhielt, an der man mittels eines in der Zeitung abgedruckten Coupons oder im Internet teilnehmen und ein Abendessen mit jenem Sportler gewinnen konnte, der als Sieger der Wahl hervorging. Die Werbeaktion mündete in einer lauterkeitsrechtlichen Auseinandersetzung mit einem konkurrierenden österreichischen Medienunternehmen, das gegen das als Zugabe zu wertende Gewinnspiel die Erlassung einer einstweiligen Verfügung beantragte, um damit die unliebsame Verkaufsförderungsmaßnahme seiner Mitbewerberin zu stoppen. Der Fall ging seinen Weg durch die Instanzen und landete beim Obersten Gerichtshof („OGH“). Der OGH setzte das Verfahren aus und holte zur Klärung der Frage, ob das – unabhängig vom Einzelfall geltende – österreichische Zugabenverbot mit dem europäischen Unionsrecht vereinbar ist, eine „Vorabentscheidung“ des Europäischen Gerichtshofs („EuGH“) ein. Nachdem der EuGH bereits das mit der österreichischen Regelung vergleichbare belgische „Koppelungsverbot“ und das deutsche Verbot, Teilnahmemöglichkeiten an Ge-

winnspielen von einem Warenverkauf abhängig zu machen, „gekippt“ hatte, entschied er am 9. November 2010 (Rechtssache C-540/08, Mediaprint / Österreich), dass auch das generelle österreichische Zugabenverbot gegen Unionsrecht verstößt. Die einschlägige RA Dr. Ivo Rungg „Richtlinie 2005/29/ EG über unlautere Geschäftspraktiken“ (RL-UG) enthält nämliche einen abschließenden Katalog von Geschäftspraktiken, die unabhängig vom Einzelfall, also „per se“, verboten sind. Über diese „Schwarze Liste“ hinausgehende generelle nationale Verbote verstoßen gegen den abschließenden Charakter der RL-UGP. Aufgrund dieser „Vollharmonisierung“ des europäischen Lauterkeitsrechts im Verhältnis zwischen Unternehmern und Verbrauchern, dürfen EU-Mitgliedstaaten keine strengeren Regelungen als die Richtlinie vorsehen, auch wenn dadurch ein höheres Schutzniveau für Verbraucher geschaffen wird. Auf Grundlage dieser bindenden Vorabentscheidung hielt der OGH am 15.02.2011 im Anlassfall „Fußballer des Jahres“ (4 Ob 208/10g) fest, dass das Ankündigen, Anbieten oder Gewähren von Zugaben gegenüber Verbrauchern nicht mehr generell unzulässig ist, sondern nur dann, wenn es im Einzelfall (i) irreführend, (ii) aggressiv oder (iii) „sonst unlauter“ ist. Weil das im Anlassfall nicht der Fall war, verwarf der OGH das Rechtsmittel der Klägerin. Diese höchstgerichtlich abgesicherte Rechtslage bedeutet also nicht, dass ab jetzt Zugaben unter allen Umständen erlaubt sind. Solange es keine klare Rechtsprechung dazu gibt, welche konkreten Zugabenaktionen als aggressiv, irreführend oder „sonst unlauter“ zu beurteilen sind, müssen die vom OGH genannten Kriterien jedenfalls sorgfältig geprüft werden, bevor Marketingaktionen mit derartigen Verlockungen, etwa Badehosen oder Christbäume gesetzt werden.

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eco.wirtschaft

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Grand Hotel Europa – Tagen, wo Geschichte geschrieben wurde Gekrönte Häupter, Politiker und Stars aus aller Welt haben in der mehr als 140-jährigen Geschichte gleichermaßen das vielfältige Angebot und die stilvolle Gastlichkeit des Hauses genossen.

Das traditionsreiche Grand Hotel Europa blickt auf eine stolze Vergangenheit zurück. War es doch das erste Hotel seinerzeit in Österreich, in dem alle Zimmer mit eigenem Bad ausgestattet waren. 1869 erbaut, erhielt es schon in frühen Jahren höchstes Lob seiner erlauchten Gäste. Bayern-König Ludwig II. bemerkte anerkennend: „Dies ist der schönste Ort in Innsbruck zum Begehen festlicher Ereignisse.“ Niemand Geringerer als die Baumeister von Schloss Neuschwanstein waren es, die das neu eröff nete Hotel 1883 mit einem repräsentativen Speisesaal ergänzten und ihm somit ein architektonisches Kleinod bescherten. Der heute denkmalgeschützte Barocksaal war über die Jahrhunderte Veranstaltungsort wichtiger politischer und gesellschaftlicher Ereignisse; die Unterzeichnung des Schengen-Abkommens zwischen Italien, Deutschland und Österreich gehört ebenso

zu den Höhepunkten wie der Empfang zu Ehren des Besuches von Königin Elisabeth II. im Jahr 1960. Heute wie einst repräsentiert der Barocksaal den außergewöhnlichen Rahmen für stilvolle Konferenzen oder ausgewählte Galas. Sechs weitere Räume in unterschiedlichen Größen ergänzen das Angebot für Seminare und Tagungen aller Art. Die 2-HaubenKüche des Hauses und die neu renovierten Zimmer schlagen die Brücke zwischen historischem Tagungsort und modernem Komfort.

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Informationen und Beratung unter Grand Hotel Europa***** Cornella Langer Südtiroler Platz 2 6020 Innsbruck Tel.: 0512/5931 965 banquet@grandhoteleuropa.at www.grandhoteleuropa.at

Gewinnspiel: Gewinnen Sie einen Gutschein über ein Tagungsguthaben von 250 Euro – einlösbar bei Ihrer nächsten Tagung im Grand Hotel Europa. Termin nach Verfügbarkeit – keine Barablöse möglich.

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Die Erwerbsgesellschaft nach bürgerlichem Recht Seit Aufkommen der arbeitsteiligen Gesellschaft schließen sich im Erwerbsleben Unternehmer zusammen, um gemeinsam mehr zu erreichen als der Einzelne mit seiner Fachkenntnis bewältigen könnte. Dieser Zusammenschluss kann der Risikominimierung wie auch der reinen Geldinvestition dienen, wie dies etwa bei den so genannten Kapitalgesellschaften der Fall ist. Dem Unternehmen stehen neben der im Bereich der KMU am weitesten verbreiteten Form der „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ u.a. noch die Form der „Aktiengesellschaft“ oder die ins Firmenbuch eintragungsfähigen Personengesellschaften des Unternehmensgesetzbuches (UGB) zur Verfügung. Bei Unternehmungen, bei welchen vor allem die individuelle Person und ihre Arbeitsleistung im Vordergrund steht – z.B. bei Arbeitsgemeinschaften zwischen Architekten, Planern und Bauunternehmern, Theaterund Musikgruppen etc. – wird auch heute noch auf die so genannte „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ zurückgegriffen, welche als die „Urform“ sämtlicher Gesellschaftstypen gilt. Ziel ihrer Mitglieder, wobei die Gesellschaft durch einen geschlossenen Mitgliederkreis charakterisiert ist, ist der Zusammenschluss zur Verfolgung eines bestimmten gemeinschaftlichen Zweckes im Erwerbsleben. Die einzelnen Mitglieder haben zur Zielerreichung einen „Beitrag“ zu leisten, dieser kann im Bereitstellen von Kapital als „Startkapital“ (oder „Hauptstamm“), Sachleistungen oder ihrer Arbeitsleistung bestehen.

Weitere Informationen: Advokatur Dr. Herbert Schöpf LL.M., Rechtsanwalt-GmbH, Arkadenhof, Maria-Theresien-Straße 34, 6020 Innsbruck, advokatur@dr-schoepf.at

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Im Unterschied zu den oben genannten Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften des UGBs hat eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts allerdings keine eigene Rechtsfähigkeit, das heißt, sie kann im Erwerbsleben nicht selbständig auftreten und Rechte erwerben oder Verpflichtungen begründen. Ob beim An- oder Verkauf von Waren bzw. Dienstleistungen oder bei der Einstellung von Personal, stets gehen die Gesellschafter die einzelnen Geschäfte ein oder setzen

die entsprechenden Handlungen. Gegenteilig zu anderen Gesellschaftsformen sind bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts auch keine eigenen Organe, wie z.B. ein Geschäftsführer oder Vorstand, zwingend vorgesehen. Das Gesellschaftsvermögen, welches die Gesellschaft aufgrund ihrer eigenen erfolgreichen Tätigkeit erwirbt, wird unter den Mitgliedern je nach Höhe ihres Beitrages zum Startkapital aufgeteilt. Für den Fall, dass dies nicht möglich ist, weil beispielsweise alle Mitglieder Arbeitsleistungen erbringen, wird das Gesellschaftsvermögen grundsätzlich zu gleichen Teilen aufgeteilt. Trotz der grundsätzlich überschaubaren Struktur in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, bei welcher die Mitglieder oftmals alle anstehenden Entscheidungen gemeinsam treffen, muss sich diese mitunter an die heutzutage geforderten schnellen Reaktionen im Wirtschaftsleben anpassen. So ist es auch möglich, einzelne Aufgaben der Gesellschaft bestimmten Mitgliedern zuzuweisen. Beispielsweise kann, wie bei einer Kapitalgesellschaft, auch ein Geschäftsführer mit so genannten „ordentlichen“ Verwaltungsagenden betraut werden. Zu solchen ordentlichen Verwaltungsaufgaben zählen – im Gegensatz zu den außerordentlichen Aufgaben – alle Maßnahmen, die sich im Alltag als notwendig und zweckmäßig erweisen. Ein Geschäftsführer kann bereits im (formfreien) Gesellschaftsvertrag bestimmt werden oder es kann eine bestimmte Person im Nachhinein als Vertreter bestellt werden. Um Unstimmigkeiten bei der Aufgabenverteilung und insbesondere im Falle eines – unvermuteten – Auflösens der Gesellschaft zu vermeiden, empfiehlt es sich, einen Gesellschaftsvertrag schriftlich abzuschließen. Durch eine bereits im Vorfeld möglichst genaue Festlegung der einzelnen Aufgaben, Verteilungsschlüssel sowie Ausstiegsszenarien, kann sich die Gesellschaft in der Folge voll und ganz auf ihre Zweckbestimmung im Wirtschaftsleben konzentrieren und die angestrebte Aufgabenteilung bewältigen.

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Wissenschaft & Neue Märkte

Frederic Petrini-Monteferri, Laserdata, wurde nicht müde, sein „Energy-Google“, das die Energiepotenziale von Dächern flächenhaft errechnet, vorzustellen Foto: Standortagentur Tirol

Innovatives Solarland Tirol Zahlreiche Tiroler Solartechnik-Spezialisten präsentierten ihre innovativen Technologien auf der Intersolar in München vom 8.–10. Juni. Den Gemeinschaftsstand auf der weltweit größten Fachmesse für Solartechnik hatte die Standortagentur Tirol organisiert. Unter anderen waren die Unternehmen ATB Becker, Heliotherm, Laserdata, Olymp, Sunplugged photovoltaics und WAF Fassadenelemente vertreten. Die Innsbrucker Firma Laserdata, ein Spin-off der Universität Innsbruck, stellte auf der Messe ihre Innovation „EnergyGoogle“ vor. Im Detail ist das Produkt eine digitale Karte, mit der sich mit wenigen Mausklicken für jedes Hausdach und die Dächer ganzer Regionen das Energiepotenzial für Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen ablesen lässt. Und zwar auf Basis von Daten, die zuvor via Airborne Laserscanning aus der Luft erhoben und im Computer virtuell besonnt worden sind. Das Steinacher Unternehmen Hilber Solar sorgte mit seiner jüngsten Entwicklung für Aufsehen. „SOLWING“ nennt Hilber seine innovative, vielseitig einsetzbare und internationale Produktgruppe in Leichtbauweise. Mit der mehrachsigen Nachführanlage SOLWING T kann standortabhängig über ⅓ Mehrertrag gegenüber Fixanlagen erzielt werden. Sie ist so ausgelegt, dass sie als einzelne oder mehrfache Anlage für Konsumenten, aber auch als Teil eines großen Solarkraftwerks verwendet werden kann. ���Unsere Produkte sind so ausgelegt, dass diese sowohl von privaten Endverbrauchern, Landwirten, Gewerbetreibenden, Kommunen sowie von Betreibern von Solarkraftwerken optimal eingesetzt werden können“, berichtet GF Franz Hilber.

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Dieter Fensel, Leiter Forschungsinstitut sti, Rektor Tilmann Märk, Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg und Thomas Fahringer, Leiter des Instituts für Informatik Foto: Land Tirol/Plocek

Zehn Jahre Institut für Informatik In einer gemeinsamen Initiative gründeten das Land Tirol und die Universität Innsbruck vor zehn Jahren das Institut für Informatik an der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Mit 130 Mitarbeitenden und über 600 Studierenden stellt das Institut für Informatik heute einen Grundpfeiler der Tiroler IT-Welt dar. Über die Standortagentur Tirol hatte das Land das Institut in den ersten vier Jahren mit neun Millionen Euro unterstützt. Heute ist die Innsbrucker Informatik eng mit Unternehmen vernetzt. „Die Informatikoffensive mit der Universität Innsbruck ist ein Paradebeispiel für gelungene Standortpolitik. Universitäten sind aber auch eine Stätte der Forschung und ein Impulsgeber für Innovationen und damit Jobmotor für die Region. Zehn Spin-off-Unternehmen zeigen eindrucksvoll die regionalpolitische Bedeutung der Informatikoffensive“, so der Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg. In den zehn Jahren seit seiner Gründung konnte die Innsbrucker Informatik insgesamt 40 Millionen Euro an Drittmitteln lukrieren. „Diese Zahlen machen deutlich, dass sich die Anfangsinvestitionen mehr als gelohnt haben“, betont Thomas Fahringer, Leiter des Instituts für Informatik. Neben Forschung und Lehre sowie dem Austausch mit der Wirtschaft ist die Informatik an der Universität Innsbruck auch um regen Kontakt mit der Bevölkerung bemüht. Schulbesuche, Praktikumsplätze für Schülerinnen und Schüler sowie die Teilnahme an Berufsinformationsmessen sollen schon junge Menschen für die Chancen, die in diesem zukunftsweisenden Wissenschafts- und Wirtschaftsbereich liegen, interessieren.

Per App ins Hotel In Deutschland wird die Hotelbuchung über Handy, Smartphone und Tablet-PC immer beliebter. Dies hat eine aktuelle Studie im Auftrag von Europas Hotelportal HRS ergeben. Demnach haben bereits 19,6 Prozent der Befragten ihre Zimmerreservierung mindestens einmal über mobile Endgeräte vorgenommen. Rund 13 Prozent greifen für die Hotelbuchung regelmäßig zum Smartphone. Am stärksten verbreitet ist die mobile Buchung unter den Umfrageteilnehmern zwischen 30 und 49 Jahren. Der Anteil der Reisenden, die für ihre Zimmerreservierung häufig oder ab und zu ihr Smartphone oder den Tablet-PC einsetzen, liegt in dieser Altersgruppe bei 15 Prozent. Signifikante Unterschiede ermittelte das mit der Umfrage beauftragte Meinungsforschungsinstitut eResult zwischen Privat- und Geschäftsreisenden: Fast jeder dritte Business-Traveller hat sein Zimmer schon mindestens einmal mobil gebucht und will auch in Zukunft darauf zurückgreifen. Unter den Privatreisenden sind es 18,4 Prozent. Diejenigen, die häufig mobil buchen, gaben als Hauptgrund dafür die einfache Handhabung an. „Die mobilen Anwendungen haben sich bei HRS in kürzester Zeit zu einem relevanten Vertriebskanal entwickelt. Zweistellige monatliche Wachstumsraten bestätigen die zunehmende Bedeutung der mobilen Lösungen. Bei Geschäftsreisen erwarten wir in den nächsten drei Jahren einen Anteil der mobilen Buchungen an den Gesamtbuchungen von 20 Prozent“, erklärt HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge.


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Wir fragen nach, welche davon wirklich Anwendung finden. Dieses Mal bei Dagmar Lukas, Tasties / Kaufhaus Tyrol

Immunhistochemie (Antikörperfärbung) von EpCAM bei Brustkrebs: Die braune Färbung zeigt, dass viel EpCAM-Protein in dem Gewebe vorhanden ist

Neue Forschungsergebnisse der Oncotyrol Viele Krebsarten haben ein gemeinsames Merkmal: Die Tumorzellen tragen ein bestimmtes Protein namens EpCAM vermehrt an ihrer Oberfläche. Daher wird versucht, Medikamente zu entwickeln, die diese Zellen gezielt angreifen. Seit kurzem ist ein neuer Antikörper auf dem Markt, mehrere sind derzeit in der klinischen Testung. Diese Immuntherapien wirken aber nur bei Patienten, bei denen der Krebs EpCAM positiv ist. Doch welche Patienten getestet werden sollten und welches Verfahren sich dafür eignet, war bisher unklar. Hier haben Wissenschaftler des Innsbrucker Krebsforschungszentrums Oncotyrol nun Forschungsergebnisse veröffentlicht, die eine Entscheidungshilfe in der klinischen Praxis bieten. Forscher um Gilbert Spizzo vom Krankenhaus Meran haben mehr als 2.000 Gewebeproben von verschiedenen Tumoren und Metastasen mit einem Verfahren namens Immunhistochemie analysiert. Dabei werden Proteine durch Antikörperfärbung nachgewiesen. So konnten die Oncotyrol-Wissenschaftler zeigen, dass sich das Verfahren besonders bei Brustkrebs, Nierenkrebs, Leberkrebs und Blasenkrebs gut eignet. www.oncotyrol.at

Shopper Michael Anfang (Hotel Edelweiß & Gurgl und vee24 Vertriebs GmbH) und Leopold Holzknecht (Ötztal Tourismus) Foto: Ötztal Tourismus/APA-Fotoservice/Preiss

Neuheit im touristischen Vertrieb Die Konkurrenz von Tourismusangeboten im „World Wide Web“ ist groß. Um hier zu punkten, setzen Ötztal Tourismus und das Hotel Edelweiß & Gurgl auf neue Konzepte. Sie bieten ihren Internetusern zukünftig das neue „Live Help Service“ mit dem Namen „vee24“ an. Damit soll eine direkte Kommunikation zwischen User und Verkaufsexperten über die Website der Destination oder des Hotels ermöglicht werden. Mittels Videochat, Voicechat oder Textchat sollen Kundenanfragen gezielt im persönlichen Austausch bearbeitet werden. Auch die Big-Player in Sachen Internetmarketing sind sich einig: „Die Zukunft im Internet liegt in der Interaktion – also zurück zum persönlichen Gespräch“, so Google-ÖsterreichChef Dr. Karl Pall. Neben den Ötztaler Touristikern haben auch große Industrieunternehmen wie „Lexus Deutschland“ oder der amerikanische Schuhhersteller „Heels“ das neue Servicesystem in Verwendung und folgen dem Leitspruch des englischen Entwicklers: „People do Business with People“.

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Auszeichnung des Europarates für MCI

Siegfried Walch und Andreas Altmann freuen sich über die symbolische Übergabe des „ELoGE“-Kristalls durch Sylvia Ivanova (Europarat) an das MCI Foto: MCI

Gesundheit konsequent in allen Politikfeldern zu thematisieren, davon geht das Konzept der Gesundheitsdeterminanten aus. Die Verknüpfung von Gesundheit und den Standards einer guten Regierungsführung gilt dabei als möglicher Weg zur Verbesserung der Lebensqualität eines Landes, einer Region, einer Stadt. Eine Studierendengruppe des MCI-Masterstudiengangs „International Health Care Management“ widmete sich diesem Thema in einer Simulation, in welcher sich die virtuelle Stadt „Bridge Inn“ auf die Bewerbung für das Europarat-Label „ELoGE“ (European Label of Governance Excellence) vorbereitete. Ein Schwerpunkt der Simulation lag auf der Integration des Themas Gesundheit in die öffentliche Verwaltung. Die Ergebnisse dieses Planspiels wurden nun präsentiert. „Der Europarat schätzt die außergewöhnlichen Bemühungen des MCI, die 12 Prinzipien einer guten Regierungsführung zu verbreiten. Ich hoffe, das Projekt ‚Bridge Inn‘ inspiriert weitere Institutionen in Österreich und international, die ‚Europäische Strategie für Innovation und gute Regierungsführung‘ aufzugreifen“, sagte Sylvia Ivanova vom Direktorat für demokratische Institutionen des Europarats bei der Präsentation. Sie überreichte eine symbolische Ehrentrophäe, einen zwölfflächigen Kristall mit den eingravierten Grundsätzen, als Anerkennung für die gute Zusammenarbeit an MCI-Geschäftsführer Andreas Altmann und Studiengangsleiter Siegfried Walch.

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Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden. Sie vermehren sich wie die Karnickel. Und seien wir ehrlich: Die meisten davon brauchen wir so dringend wie Schnee im Juli. Das Mysterium iPhone-App.


Revolutionär Textilwissenschaftler der Universität Innsbruck haben ein Verfahren entwickelt, das die Behandlung von Jeansstoffen wesentlich umweltfreundlicher gestaltet und die Gesundheit von TextilarbeiterInnen schützt. Ob dieses marktreife Patent nun wirklich Einzug in die weltweite Jeansproduktion hält, hängt wohl auch stark vom Ökologiebewusstsein vieler Labels ab.

Mehr als vier Milliarden Kleidungsstücke werden jährlich aus dem Jeansstoff Denim produziert. Jeans sind somit die am weitesten verbreitete Hosenart der Welt. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, wie unsere trendigen „used look“ Jeans überhaupt produziert werden?

Produktion von „used look“ Jeans gefährdet Textilarbeiter

Text: Doris Penna

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Grundsätzlich wird bei Jeans der Denimstoff mit dem organischen Farbstoff Indigo behandelt und es entsteht die klassische dunkelblaue Jean. „Ein wichtiger Schritt bei der Bearbeitung von mit Indigo gefärbten Textilien ist der Wasch- bzw. Bleichvorgang, der letztlich das ausgewaschene Aussehen von Jeans verursacht“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Thomas

Bechtold vom Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik. Dabei ist der Einsatz von chemischen Oxidationsmitteln wie Natriumhypochlorid für den Bleichvorgang am weitesten verbreitet, was vor allem abwassertechnisch die Umwelt sehr belastet. „Ebenfalls noch weit verbreitet und sehr umstritten ist der Einsatz von Sandstrahlern, was bei neuen Stoffen den Effekt von älteren, bereits getragenen Jeans erzielt“, so Bechtold weiter. Beim Sandstrahlen entsteht feiner Staub, der die Lungen der Textilarbeiter massiv schädigen kann. Vor allem in den südostasiatischen Produktionsländern gibt es weder Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter noch entsprechende Gesetze. Über eine Dunkelziffer von zehntausenden Erkrankten und unzähligen Todesfällen kann nur gemutmaßt werden.


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Große Hoffnung für die neue Erfindung Umso vielversprechender mutet die Errungenschaft des am Institut für Textilchemie und Textilphysik angesiedelten Christian-Doppler-Laboratoriums für Chemie Cellulosischer Fasern und Textilien in Dornbirn an, diesem weltweiten Umwelt- und Gesundheitsproblem entgegenzuwirken. Eine Paste mit weit weniger Chemikalien kann die ungesunde Bearbeitung mit Sandstrahlern ersetzen, die Enzymtechnik mit Cellulasen den Bleichvorgang in den Großwaschmaschinen für die Umwelt wesentlich schonender gestalten. eco.nova hat Univ.-Prof. Dr. Thomas Bechtold zu dieser revolutionären Errungenschaft befragt: eco.nova: Seit wann arbeiten Sie an diesem vielversprechenden Verfahren? Thomas Bechtold: Dieses Thema hat sich eigentlich aus zwei anderen Projekten entwickelt, nämlich aus dem Cellulase-Faserforschungsprojekt und aus dem Indigofärberei-Projekt. Der Impuls zur Kopplung dieser beiden Projekte ist dann vor vier Jahren entstanden. Wie genau funktioniert Ihre neue Methode zur Behandlung von Jeansstoffen? Es geht im Prinzip um zwei Prozesse: Zum einen mechanische Bearbeitung, die oft nur lokalisiert angewendet wird und bei der leider zumeist noch die Sandstrahltechnik angewandt wird. Zum anderen die Wäsche mit bleichenden Chemikalien, deren Abwässer die Umwelt schädigen. Unser Verfahren sieht die Anwendung einer weitaus umweltfreundlicheren Paste zur lokalen Vorbehandlung vor und eine anschließende Wäsche mit Enzymtechnik, den sogenannten Cellulasen. Inwiefern ist diese Paste weniger gesundheitsschädigend für die Umwelt als auch für die Textilarbeiter? Die Paste basiert im Wesentlichen auf Natronlauge, wie man sie auch im Geschirrspüler findet. Diese lässt sich mit Essigsäure neutralisieren. Die Cellulasen für den Waschvorgang sind zum Beispiel auch in herkömmlichen Waschmitteln enthalten und sorgen für den gewünschten Abrieb von Cellulose, sprich es reibt die Textilfasern ab, so wie es bei einem mehrmaligen Waschvorgang ohnehin geschieht.

Bedeutet Ihre neue Methode einen Mehraufwand für produzierende Unternehmen, kostentechnisch oder auch arbeitstechnisch? Arbeitstechnisch ist absolut kein Mehraufwand nötig, auf der Kostenseite ist ein überschaubarer Mehraufwand nötig, da Enzyme natürlich kostspieliger sind als Chemikalien. Aber im Wesentlichen kann man von einer minimal erhöhten Kostensituation sprechen. Zudem bieten wir diesen Großwäschereien, von denen die Labels die Hosen beziehen, ein Rundumpaket ohne komplizierte Technik. So entsteht eine Win-win-Situation, die sowohl für die Umwelt als auch für die Produzenten gewinnbringend ist. Wie groß erachten Sie die Chance, dass dieses Verfahren nun auch weltweit in der Jeansproduktion Einzug hält? Grundsätzlich geschieht schon langsam ein Umdenken, auch bei den Produzenten, vor allem auf Grund des öffentlichen Druckes. Auch schließen sich immer mehr Labels Initiativen zum Verbot der Sandstrahltechnik an. De facto stehen wir bislang mit einer Großwäscherei, die dann internationale Labels beliefert, in Verhandlung. Sollte sich Ihr Patent weltweit am Markt etablieren, wer profitiert dann von den Einkünften? Die Patentanmeldung und Vermarktung hat die Universität Innsbruck übernommen. Die Erfindung gehört also der Universität. Erträge aus dieser Entwicklung fließen dann natürlich der Universität Innsbruck zu, aber zu einem bestimmten Anteil auch den Erfindern.

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Univ.-Prof. Dr. Thomas Bechtold

Info Cellulasen sind natürlich vorkommende Enzyme, die in der Lage sind, Cellulose zu ihrem Grundbaustein Glucose abzubauen. In vielen Waschmitteln sind Cellulasen enthalten. In der Textilindustrie werden sie eingesetzt, um v. a. Jeansartikeln den beliebten „Used-Look“ zu geben. Quelle: Wikipedia

Clean Clothes macht Druck auf Labels Die Clean Clothes Kampagne Österreich (CCK) kämpft aktiv für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion weltweit. Sie ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 15 europäischen Ländern, welche wiederum mit 250 Organisationen weltweit kooperiert. Seit Herbst 2010 macht Clean Clothes Druck auf die Markenunternehmen, die Sandstrahltechnik aus der Zulieferkette zu verbannen und so ein Verbot von Sandstahlen zu erwirken. Erschütternde Tatsache: Vor allem Luxuslabels wie z.B. Armani, Dolce & Gabbana, Versace oder Roberto Cavalli ignorieren das Sandstrahlenverbot ebenso wie einige Billiganbieter wie New Yorker und Orsay. Positive Reaktionen gibt es bereits z.B. von H&M, Esprit, C&A, Gucci, Mango und Benetton, die sich für ein Sandstrahlenverbot in ihrer Zulieferkette aussprechen. Die komplette Liste aller Anbieter finden Sie auf der Website von Clean Clothes unter www.cleanclothes.at

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Was heißt Green IT? Unter Green IT werden alle Bestrebungen verstanden, die Nutzung von Informationstechnik vom Design, der Produktion über die Verwendung bis zur Entsorgung oder dem Recycling umwelt- und ressourcenschonend zu gestalten. Bei der ökologischen Nachhaltigkeit der IT-Branche geht es darum, die Energieeffizienz zu verbessern, erneuerbare Energie zu verwenden und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Diese Strategie wird für Konumsertechnologien wie z. B. PCs und mobile Endgeräte genauso eingesetzt wie für große Rechenzentren (z. B. Cloud-Server-Farmen). Diese Rechenzentren sowie Server gehören zu den größten Stromverbrauchern in der IT-Branche. Die Art ihrer Energiequelle und ihre Energieeffizienz spielen daher eine besonders große Rolle bei der Bewertung ihrer Umweltverträglichkeit.

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Green IT: Wie schmutzig sind Ihre Daten? Ungewollt leisten wir einen Beitrag zur weltweiten Umweltverschmutzung: Schlicht und einfach durch das Versenden von E-Mails mit großen Anhängen oder durch das Posten einer Nachricht auf Facebook. Die Anwendungen dafür laufen in einer Datenwolke, also in riesigen Serverfarmen, die auf der ganzen Welt verstreut sind. Rechenzentren sind die größten Stromverbraucher in der IT-Branche. In einem kürzlich veröffentlichen Bericht kritisierte Greenpeace den schmutzigen Energiemix der größten Cloud-Anbieter. Steigende Energiekosten und wirtschaftspolitischer Druck führen aber in der IT-Branche zu einem Umdenken.

Cloud Computing heißt der aktuelle Trend in der ITBranche. Beim Cloud Computing werden Anwendungen nicht mehr am lokalen Rechner, sondern ins Internet ausgelagert. Die Anbieter von Cloud-Diensten betreiben dafür weltweit riesige Serverparks. Aus Nutzersicht scheinen die Dienste fern und undurchsichtig, wie in einer „Wolke“ verhüllt, abzulaufen. Viele Menschen nutzen Cloud-Dienste daher, ohne es zu wissen: Die meisten großen Online-Mailservices sowie Social Media wie Facebook oder Twitter verwenden Clouds. Allerdings achten die Cloud-Computing-Betreiber bei ihren auf der ganzen Welt verteilten, riesigen Rechenzentren wenig auf die Umwelt. Die Umweltorganisation Greenpeace veröffentlichte kürzlich den Report „How dirty is your data?“. Darin werden die zehn weltweit führenden Cloud-Computing-Anbieter hinsichtlich ihrer Transparenz zum Energieverbrauch ihrer Rechenzentren, den Standortentscheidungen für ihre Infrastruktur sowie ihren Strategien zur Verringerung von Strom aus fossilen oder nuklearen Energieträgern untersucht. „Die zunehmende Auslagerung von Daten führt dazu, dass die Hi-Tech-Rechenzentren mit Strom aus der sprichwörtlichen Steinzeit betrieben werden“, ärgert sich Claudia

Sprinz, Konsumentensprecherin von Greenpeace. Von den zehn untersuchten Unternehmen fallen insbesondere Amazon, Apple, Facebook, HP, Microsoft und Twitter gleich in mehreren Kategorien des Reports durch. „Facebook gehört zu den meistgenutzten Onlinediensten und bezieht zum Beispiel seinen Energieanteil zu mehr als der Hälfte von Kohlekraftwerken.“ Hier fordert die Umweltschützerin ein Umdenken seitens der Anbieter und mehr Transparenz. „Niemand, der seinen Status auf Facebook updatet, möchte dass dafür der Strom aus Kohlekraftwerken kommt.“ Auch Thomas Fahringer, Leiter des Instituts für Informatik an der Universität Innsbruck, kennt dieses Problem von Cloud-Anbietern. „Ein Aspekt bei Clouds wird häufig übersehen. Obwohl das Konzept Cloud Computing einigermaßen neu ist, werden Clouds dennoch auf Basis von existierenden Rechenzentren, also größtenteils konventioneller Technologie gebaut.“

Günstiger Standort für Clouds Laut Angaben von Greenpeace verbrauchen Rechenzentren bereits jetzt 1,5 bis 2 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Angesichts der enormen Wachstumsraten, die Cloud Computing von verschiedenen


Thomas Fahringer, Leiter des Instituts für Informatik an der Universität Innsbruck

Seiten prognostiziert werden, wird daher schnell klar, warum gerade diese Anbieter in die Kritik der Umweltschützer geraten sind. 35 bis 50 Prozent der gesamten Energiekosten eines Rechenzentrums werden allein für die Kühlung aufgewendet, wie das Marktforschungsinstitut Gartner in einer Studie erhoben hat. Dieser Aspekt verdeutlicht, warum insbesondere die Standortpolitik für das Betreiben eines Serverparks entscheidend ist. So ist beispielsweise der Standort Tirol für die Betreibung von Rechenzentren klimatisch günstig. „Wir können fast die Hälfte des Jahres über die normale Lüftung kühlen, anders als zum Beispiel in Florida“, erklärt Christoph Holz, Fachgruppenobmann IT der Wirtschaftskammer Tirol. Rechenzentren sollten daher in klimatisch begünstigte Regionen verlegt werden. „Am besten wäre es also, ein Rechenzentrum von Facebook in die Berge zu verlegen und es mit Wasserkraft zu betreiben, grüner geht es nicht mehr“, meint Holz mit einem Augenzwinkern.

„Going green“

Die erste wirklich grüne Cloud Dass es allerdings noch grüner geht, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Island. „greencloud ist ein Cloud-Provider, der in diesem Jahr die erste wirklich grüne Cloud vorstellen wird. greencloud errichtet gerade eine CloudServer-Farm in Island, die ausschließlich erneuerbare Energie verwendet“, sagt Thomas Fahringer. Ob sich dieser Trend durchsetzen wird, darüber entscheiden aber einmal mehr die Konsumenten. Fahringer glaubt allerdings, dass sich Benutzer von Cloud-Services für greencloud entscheiden werden, um so aktiv einen Beitrag gegen die Treibhausgasemissionen zu leisten. Seiner Meinung nach kann das Cloud Computing zukünftig einen entscheidenden Beitrag zu Green IT leisten. „Aber wie bei allen neu aufkommenden Technologien wird es noch einige Zeit dauern, bis dieses Ziel erreicht werden kann. Die Wissenschaft und die Industrie arbeiten sehr hart an der Umsetzung dieses Ziels.“ Als Beispiel nennt er die Entwicklung neuer Chips für zukünftige Rechner, die bereits im Labor getestet werden und die unter anderem auch für einen niedrigeren Energieverbrauch sorgen. Durch das Verlagern von Anwendungen in die Cloud können außerdem viele Consumer-IT-Produkte wie z.B. Handys, Notebooks oder Spielkonsolen wesentlich energieeffizienter konzipiert werden. „Diese benötigen ja keine großen Speicher oder leistungsstarken Prozessoren mehr.“

Außerem bietet Cloud Computing die Chance, die eigenen Energiekosten zu senken. Laut einer von Microsoft in Auftrag gegebenen Studie können Unternehmen, die betriebliche Anwendungen in die Cloud verlegen, ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Vergleich zur Nutzung dieser Anwendungen im Eigenbetrieb um mindestens 30 Prozent senken. „Going green könnte damit beginnen, dass Teile der firmeneigenen Server auf eine Cloud ausgelagert werden. Ein globaler Trend in diese Richtung kann bereits beobachtet werden“, meint Fahringer. „Wirklich interessant ist das allerdings nur für die großen Unternehmen, wenn man 80 Server und mehr betreibt“, erklärt der Tiroler IT-Experte Christoph Holz. „Trotzdem wird das Thema Green stark in der Tiroler Branche diskutiert.“ Ein 2010 vom WIFI Tirol angebotener Kurs zum Thema Einsparungspotenziale und Energieeffizienz im IT-Bereich hat allerdings mangels Interesse nicht stattgefunden. Für das Fortbildungsangebot „Green IT – Von der grünen Theorie in die kostensparende Praxis“ hat sich laut Angaben von Angelika Margreiter vom WIFI Tirol niemand angemeldet. Eine neue Ausschreibung soll es allerdings für das Frühjahr 2012 geben. Damit der grüne Trend in der ITBranche Realität werden kann, ist laut Fahringer auch die Politik gefragt. „Steuerliche Anreize für Clouds, die ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen, könnten Clouds und Anwender von solchen zusätzlich in Richtung Green IT bewegen.“ Claudia Sprinz von Greenpeace verweist darauf, dass jeder durch sein eigenes Verhalten viel zum Einsparen von Energie tun kann. „Wenn ich im Büro arbeite und meinen Platz verlasse, kann ich beispielsweise den Monitor abdrehen. Unternehmen sollten außerdem für Systeme sorgen, bei denen Rechner automatisch in den Standby-Modus gehen.“ Eine weitere Möglichkeit ergibt sich beim Versenden von E-Mails. Statt einen Anhang mitzuschicken, reicht es unter Umständen, einen Link zu versenden.“

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Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin von Greenpeace

Text: Barbara Hoff mann Fotos: Greenpeace, Florian Schneider

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Linktipps: Die erste grüne Cloud kommt bald: www.greencloud.com Ein Projekt des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.: www.green-it-beratungsbuero.de McKinsey Report 2008: Data centers – How to cut carbon emissions und costs: www.mckinsey.com/clientservice/bto/pointofview/pdf/BT_Data_Center.pdf Cloud Computing Report von Greenpeace: http://marktcheck.greenpeace.at/8013.html

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Text: Barbara Hoff mann Foto: Florian Schneider

Umweltchemikalien: Ausgezeichnete Forschungsarbeit an der Universität Innsbruck Die Pharmazeutin Dr. Daniela Schuster entwickelte ein computerbasiertes Modell, das den Einfluss von Umweltchemikalien auf den menschlichen Hormonhaushalt aufklären kann. Für ihre Forschungsarbeit erhielt sie kürzlich den Prof.-Ernst-Brandl-Preis. Ihre Erkenntnisse könnten in naher Zukunft auch für die Industrie von Interesse sein.

Wirkung wie Hormone Ein Grund für die zum Teil negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltchemikalien ist, dass sie wie Hormone wirken können. „Der Körper hält die Chemikalie beispielsweise für Östrogen und reagiert genauso, als hätte man mehr Östrogen ausgeschüttet.“ In dem von ihr entwickelten Computermodell werden daher sowohl Hormone als auch Umweltchemikalien dargestellt. Das Modell stützt sich dabei auf ein Schlüssel-SchlossPrinzip, wie Substanzen auf den Körper wirken können. „Wir stellen allerdings nur den Schlüssel dar. Das heißt, die Umweltchemikalien schauen im Modell zwar anders aus als das Hormon, aber sie passen beide in das gleiche Schloss. Mit dem Modell können Verbindungen herausgefunden werden, die gefährlich sind, das heißt die ins gleiche Schloss passen“, erklärt Schuster. „Ob das dann wirklich so ist, muss natürlich experimentell in einem Labor getestet werden. Wir arbeiten dabei sehr eng mit Prof. Odermatt von der Universität Basel zusammen.“

Zur Person Daniela Schuster wurde 1978 in Innsbruck geboren und studierte an der Universität Innsbruck Pharmazie. Ihre Diplom- und Doktorarbeit verfasste sie im Bereich Pharmazeutische Chemie und war anschließend als Postdoc beim Spin-off-Unternehmen Inte:Ligand sowie an den Universitäten Innsbruck und Erlangen tätig. 2006 erhielt die Wissenschaftlerin für ihre Forschung den Preis der Dr.-Maria-Schaumayer-Stiftung und 2007 den Georg-und-ChristineSosnovsky-Preis. Als erste Forscherin wird Daniela Schuster seit 2010 im ErikaCremer-Habilitationsprogramm gefördert.

Vorteile für Industrie

Tagtäglich gelangen Tonnen von Chemikalien wie z. B. Pestizide, Inhaltsstoffe von Kosmetika oder Weichmacher in Plastikverpackungen in unsere Umwelt. Gleichzeitig nehmen weltweit die Fälle von Krebserkrankungen, Asthma sowie Allergien zu. In einigen Fällen war es bereits möglich, einen Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Chemikalien und dem Auftreten von gewissen Erkrankungen nachzuweisen. Noch gibt es aber viel zu wenig Wissen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltchemikalien. „Es können hierbei keine Studien gemacht werden. Die Stoffe können nicht einfach wie bei einer Medikamentenstudie Menschen gegeben werden, um zu schauen, ob sie davon krank werden. Das wäre ja unverantwortlich“, erklärt Daniela Schuster vom Institut für Pharmazie und dem Center for Molecular Biosciences Innsbruck (CMBI). „Dass ein Stoff schädlich ist, kann so häufig erst im Nachhinein festgestellt werden, wenn zum Beispiel in einer Firma besonders viele Krebsfälle aufgetreten sind.“ Mit ihrem computerbasierten Modell können zukünftig raschere Vorhersagen über den Einfluss von Umweltchemikalien auf den menschlichen Hormonhaushalt gemacht werden als bei bisherigen Testmethoden.

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Mit der so genannten „Reach-Verordnung“, vom 1. Juni 2007 hat die EU eine neue Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe erlassen. „Es wurde festgelegt, dass Chemikalien auf ihre Wirkung auf den Menschen hin getestet werden müssen. Allerdings wurden seit Jahrzehnten 100.000 Substanzen oder mehr verwendet. Es gibt keine Kapazitäten, die jetzt alle zu untersuchen“, sagt die Pharmazeutin. Mit Hilfe ihres Computermodelles könnten zunächst nur diejenigen getestet werden, die besonders verdächtig sind. Bis allerdings die Forschungsarbeit von Daniela Schuster tatsächlich auch in der Industrie angewendet wird, werden noch einige Jahre vergehen. „ Vorerst müssen wir noch mehrere Mechanismen abdecken“, erklärt Schuster. „Bisher decken wir nur den Bereich, der mit dem Testosteronspiegel zusammenhängt, ab, aber weitere wichtige Mechanismen sind in Arbeit.“ Die Innsbrucker Forscherin geht davon aus, dass bei entsprechender finanzieller Förderung das Modell in fünf Jahren von der Industrie verwendet werden könnte. Erste Ergebnisse bestätigen ihre Arbeit. So konnte die Pharmazeutin mit ihrer Studie nachweisen, dass beispielsweise UV-Filter in gewissen Sonnenschutzmitteln zu einem Sinken des Testosteronsspiegels führen und damit möglicherweise die Entwicklung von Jungen negativ beeinflussen können. Ausgezeichnet wurde ihre Arbeit kürzlich bereits mit dem 4.000 Euro dotierten Prof.-Ernst-Brandl-Preis.

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Energieeffizienz: Kosten sparen mit dem richtigen Konzept. Angesichts steigender Kosten ist Energieeffizienz das Gebot der Stunde. Wie Beispiele zeigen, können mit den richtigen Maßnahmen unter Umständen zwischen 50 und 70 Prozent der bestehenden Energiekosten eingespart werden. Zur Erstellung einer umfassenden Energiestrategie nehmen immer mehr Tiroler Unternehmer das Beratungsangebot der Wirtschaftskammer Tirol in Anspruch.

Text: Barbara Hoff mann Fotos: Florian Schneider, Hotel Tirol

„Eine der größten Sorgen von Tiroler Unternehmen sind derzeit die steigenden Energiekosten“, erklärt Richard Stöckl, zuständig für die Energie- und Umweltberatungen der Wirtschaftskammer Tirol. Die Nachfrage nach dem Beratungsangebot der Wirtschaftskammer Tirol im Bereich Energieeffi zienz ist dementsprechend in den letzten Jahren stetig gestiegen. „Rund 800 Unternehmen wenden sich diesbezüglich jährlich an uns“, weiß Stöckl. „Unser Ziel ist es, für den Unternehmer ein komplettes Energiekonzept zu erstellen.“ Zunächst wird dafür ein kostenloser Energiecheck durchgeführt. Nach dieser ersten Impulsberatung können dann Bereiche, in denen der größte Handlungsbedarf besteht, in einer weiterführenden Beratung betrachtet werden. „Wenn zum Beispiel das Unternehmen in einem älteren Gebäude untergebracht ist, das sehr viel Heizenergie benötigt, erstellen wir ein so genanntes thermisches Sanierungskonzept.“ Durch die Umstellung der Heizung auf hocheffiziente Systeme können sich weitere spürbare Einsparungspotenziale ergeben. „Insgesamt kann unter Umständen durch thermisches Sanieren, Dämmen und Isolieren der Heizwärmebedarf auf bis zu 70 Prozent reduziert werden.“ Eine weitere potenzielle Möglichkeit zur Kostenersparnis ist die Wärmerückgewinnung aus der Abluft von zum Beispiel Kälteanlagen. „Hierbei können bis zu 50 Prozent der aufgewendeten Energie zurückgewonnen werden.“

Erfolgreiches Beispiel: Hotel Tirol in Ischgl Profitiert von der Energieberatung der Wirtschaftskammer Tirol hat bereits das Hotel Tirol in Ischgl. Der Tourismusbetrieb hat 100 Betten, 70 Restaurantsitzplätze und wird in zwei Saisonen betrieben. „Die Aufgabenstellung an die Energieberatung durch Frau Mag. Tassenbacher war die Erstellung eines thermischen Sanierungskonzeptes für den Bestand, eine energieeffiziente Ausführung des geplanten Zubaues und die Entwicklung einer zukunftsorientierten Energiestrategie.“ Trotz einer Erweiterung des Hotels mit einem Wellnessbereich von 370 m² konnte durch die in der Energieberatung festgelegten Maßnahmen eine Reduktion der Heizkosten um mehr als die Hälfte erreicht werden. „Pro Jahr spart sich Hotelier Werner Aloys rund 18.500 Euro“, sagt Stöckl. Die Ölheizung wurde durch eine Pelletsheizung ersetzt, das gesamte Gebäude thermisch saniert und eine Solaranlage installiert. Weiters wurde die Abwärme der Kälteanlagen, des Trockners, der Bügelmaschine und der Küche genutzt.

Bargeld für Tirols Unternehmer Zukunft: Aktiv- statt Passivhaus

Kontakt Energie- und Umweltberatungen Wirtschaftskammer Tirol, Abteilung Innovation und Technologie Ansprechpartner: Ing. Richard Stöckl Tel.: 05 90 90 5-1374 richard.stoeckl@wktirol.at

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Durchgeführt werden die umfassenden Energieberatungen von branchen- und systemunabhängigen Experten. Diese haben auch die aktuelle Entwicklung im Blick. „Derzeit werden immer mehr Neubauten in Niedrig- bzw. Passivbauweise errichtet“, sagt Stöckl. „In nicht allzu weiter Ferne gibt es durch die Integration von Photovoltaik, Solaranlagen und die Nutzung der Abwärme das Aktivhaus.“ Die gewonnene Energie kann dabei in ein regionales Fernwärmenetz eingespeist werden. „In fünf bis zehn Jahren werden diese Häuser gebaut und für die Unternehmer ergibt sich hier die Möglichkeit, zusätzliches Geld zu verdienen.“

Attraktiv werden Investitionen im Bereich Energieeffizienz für Tirols Unternehmer auch durch entsprechende finanzielle Unterstützungen. „Für thermische Sanierungen, effiziente Energienutzung und erneuerbare Energieträger gibt es Fördermöglichkeiten durch das Land Tirol, Abteilung Wirtschaftsförderung, und die Kommunal Public Consulting.“ Teil des Beratungsangebotes der Wirtschaftskammer Tirol ist daher auch die Hilfe bei den Anträgen sowie der Abwicklung der Förderung. „Das ist Bargeld für die Unternehmer“, betont Stöckl. Gefördert werden auch die Beratungen selbst. „Wir können gemeinsam mit dem Land Tirol für bis zu 24 Beratungsstunden bis zu 50 Prozent der Kosten übernehmen.“

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Text: Barbara Hoff mann

Rosige Zukunft für green jobs Angeheizt durch die Diskussion um den Atomausstieg in Deutschland boomt der Umweltbereich. Nicht nur neue Technologien, sondern auch entsprechend qualifizierte Angestellte werden dringend gesucht. Umweltminister Niki Berlakovich präsentierte kürzlich seinen Masterplan „green jobs“. Bis 2020 sollen 100.000 weitere green jobs entstehen – 8.900 davon in Tirol.

Definition green jobs Eine Vielzahl von Studien hat bereits versucht, den Begriff „green jobs“ zu fassen und zu erklären. Die Definitionen hierzu sind teilweise sehr unterschiedlich. Green jobs werden meist als Arbeitsplatz in einem „grünen Arbeitsbereich“ verstanden. Laut einer Broschüre des österreichischen Lebensministeriums handelt es sich dabei um Arbeitsplätze in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen, die Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Dazu gehören etwa die Berufsfelder der SolartechnikerInnen, FacharbeiterInnen für Biomasse, HerstellerInnen von Passivhäusern, Wärmedämmungen, ProduzentInnen von Hybridantrieben, BiolandwirtInnen und viele mehr.

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Laut einer aktuellen vom Lebensministerium in Auftrag gegebenen Studie der Statistik Austria üben derzeit 200.000 Beschäftige einen Job in der Umweltwirtschaft aus. In den Bereichen Management der Energieressourcen, Boden-, Grundwasser-, Oberflächenschutz sowie Abfallbehandlung und -vermeidung arbeiten die meisten Menschen. Für das Bundesland Tirol liegen dazu allerdings keine aktuellen Zahlen vor. Laut einer Berechnung von Statistik Austria mit Stand 2008 arbeiten rund 15.900 Tiroler in der Umweltwirtschaftsbranche. Sie erwirtschafteten einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro. Die Experten sind sich sicher, dass auch Tirol vom aktuellen Umwelttrend profitieren wird. „Die Umweltwirtschaft ist einer unserer größten Arbeitgeber der Zukunft und verzeichnet trotz Krise ein Plus von 3.7 Prozent. Bis 2020 können mit gezielten Maßnahmen noch einmal 100.000 green jobs dazukommen“, sagt Umweltminister Niki Berlakovich. In Tirol sollen bis 2020 hochgerechnet auf Basis des Masterplans circa 8.900 neue green jobs entstehen. Laut Angaben des Lebensministeriums haben dabei die Bereiche Thermische Sanierung, Heizungsumstellung, Ausbau der erneuerbaren Energien und Ökotourismus das größte Potenzial. Auch von den weiteren Maßnahmen der Initiative „green jobs“ soll Tirol profitieren. Dazu zählen unter anderen die Exportinitiative des Lebensministeriums, die betriebliche Umweltförderung und gesetzliche Maßnahmen beispielsweise im Bereich Wassertechnologie/Hochwasserschutz, Abfall etc.

Berufsbilder wandeln sich Zur Realisierung des Masterplans und als Informationsdrehscheibe für die Umweltwirtschaftsbranche haben das Lebensministerium, karriere.at und ACT (Austrian Clean Technology) im Februar 2011 Österreichs erstes „grünes Karriereportal“ (www.green-jobs.at) gegründet.

„Derzeit sind rund 500 freie Stellen auf der Webseite zu finden“, erklärt ACT-Geschäftsführer Florian Beer. „Rund 40 Stellen sind für das Bundesland Tirol ausgeschrieben.“ Besondere Nachfrage bestehe bei Personen, die ein wissenschaftliches technisches Umweltschutzwissen mitbringen. „Daher steigt auch europaweit das Interesse an Fächern wie Naturwissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik. Personen, die Fachwissen auf den Gebieten Wasser, Boden, Emissionen, Energiegewinnung und Klimaschutz mitbringen, werden am so genannten grünen Arbeitsmarkt besonders gute Anstellungschancen haben.“ Der Green-jobsExperte geht außerdem davon aus, dass sich die Berufsbilder in Zukunft wandeln werden. „Die Profile werden sich ändern und mit neuen grünen Inhalten ergänzt, zum Beispiel durch den Einsatz neuer Materialien und Technologien. Der Installateur bildet sich beispielsweise im Bereich der Wärmepumpen weiter. Ein gesamtheitlicher Blick wird von den zukünftigen Mitarbeitern ebenso gefordert wie Sprachkenntnisse.“

Solarbetriebe suchen Mitarbeiter Dass Angestellte mit entsprechendem „grünen“ Fachwissen stark gefragt sind, darauf machte auch die heimische Solarbranche in einer Aussendung zum jährlich stattfindenden „Tag der Sonne“ im Mai aufmerksam. Die österreichischen Solarbetriebe forderten auf, sich für green jobs zu bewerben. Im Zeitraum von 2002 bis 2009 hat sich die jährliche Produktion von Sonnenkollektoren in Österreich von 328.000 Quadratmeter (2002) auf 1.401.852 Quadratmeter (2009) mehr als vervierfacht. Dementsprechend werden immer mehr qualifizierte Fachkräfte gesucht, um die Nachfrage bewältigen zu können. Derzeit arbeiten 6.200 Mitarbeiter in der Solarwärmebranche. Freie Stellen sind unter der Internetadresse www.solarwaerme.at zu finden.

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eco.bildung

Heimat bist du großer Söhne und Töchter.

Bleibst du es auch? Es ist wieder so weit: Österreich steht im „Maturastress“ – trotz PISA und bis dato noch ohne Bildungsreform. 2011/12 sogar mit einer bundesweiten Rekordzahl von 43.500 Maturanten, in Tirol legen 3.546 Schüler die Reifeprüfung ab. BM Dr. Claudia Schmied meint: „Der Wohlstand unseres Landes wird im Klassenzimmer entschieden“, damit wird es für die frischgebackenen Maturanten ab Herbst vorbei sein – sie müssen selbst schauen, wie sie zum Wohlstand Österreichs beitragen und welchen persönlichen Weg sie einschlagen. Prognose: Studienansturm und erneute Verschlechterung der Studienqualität. Bildung spielt eine zukunftsträchtige Rolle für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs – und ist und bleibt ein Streitfaktor für die Interessenvertreter im Land. Gefragt sind gut ausgebildete Topleute (Führungskräfte, Mediziner, Forscher, Informatiker), laut Unkenrufen auch von Tirols international tätigen Großkonzernen „Mangelware“ am heimischen Arbeitsmarkt.

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Mit der „Schule 2020: Lernen – Wachstum – Wohlstand“ hat die Industriellenvereinigung bereits 2006 ein strategisches Reformkonzept vorgelegt, das laut IV unmittelbar hätte umgesetzt werden können. Ziel ist die Heranbildung von wertorientierten, ganzheitlichen Persönlichkeiten mit individuell geförderten Talenten und Potenzialen und damit auch die Ausbildung eines qualifizierten Nachwuchses für die Wissensgesellschaft.

Nicht adäquates Bildungssystem: Viele bleiben auf der Strecke Auch der Management Club Österreich als Plattform für politisch interessierte heimische Führungskräfte widmet 13 der insgesamt 95 Reformthesen für Österreich im Sammelband „Reformen ohne Tabu“ dem Kapitel Bildung. „Es geht um Zukunftschancen in einer Gesellschaft, die immer intensiver von hochqualifizierten Arbeitsplätzen geprägt ist und die entsprechend gut ausgebildete, ganzheitlich gebildete junge Menschen benötigt. Österreich ist eines der reichsten Länder – wir dürfen es uns nicht leisten, so viele Kinder auf dem Bildungsweg zu verlieren, aufgrund eines nicht adäquaten Bildungssystems.“ Jährlich gebe es in Österreich rund 40.000 Sitzenbleiber, 9.000 Schulabgänger ohne Abschluss, 25 % der 15-Jährigen können nicht lesen und sind auch im Schreiben und Rechnen äußerst schwach – so der Management Club.

Volksbegehren und Zukunftssorgen Die Frist für Unterstützungsunterschriften zur Durchführung des „Volksbegehrens Bildungsinitiative“ von Ex-SP-Vizekanzler Hannes Androsch ist mit 1. Juli abgelaufen. Das Volksbegehren selbst wird voraussichtlich von Ende September bis Ende Jänner 2012 durchgeführt. Die Initiatoren fordern „ein faires, effizientes und weltoffenes Bildungssystem, das so früh wie möglich alle Begabungen des Kindes fördert und Schwächen ausgleicht, autonome Schulen ohne Parteieneinfluss, eine leistungsdifferenzierte, hochwertige gemeinsame Schule bis zum Ende der Schulpflicht und ein Angebot von ganztägigen Bildungseinrichtungen, eine Aufwertung des Lehrerberufs und die stetige Erhöhung der staatlichen Finanzierung für Universitäten auf 2 % des BIP bis 2020“. Aus einer anderen Perspektive betrachtet das AMS Tirol die derzeitige Bildungssituation: Die Fachkräftediskussion wird die nächsten Jahre prägen. „In Zukunft werden Fachkräfte stärker als heute ein knappes Gut

sein. Wie groß diese Knappheit ausfällt, ist nicht allein eine Frage der Demografie, sondern hängt wesentlich davon ab, wie wir unser Bildungs- und Berufsbildungssystem einsetzen und gegebenenfalls verändern“, definiert auch AMS-Tirol Chef Anton Kern Handlungsbedarf angesichts der Herausforderungen der Bildungszukunft.

Text: Ulrike Delacher Fotos: David Lederbauer, TVB Innsbruck

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Immer mehr Stimmen von einflussreichen Persönlichkeiten aus der Wirtschaft werden laut, wenn es um das österreichische Bildungssystem geht: Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Christoph Leitl fordert endlich die Umsetzung von langfristig dienenden Maßnahmen und hat das Ziel des „modernsten Bildungssystems Europas“ für Österreich vor Augen. Seine vorgeschlagenen Maßnahmen lassen sich zusammenfassen mit einem forcierten Praxisbezug im Unterricht, einer umfassenden Modernisierung der Schule generell und der Methode eines Coachingsystems für Jugendliche nach skandinavischem Modell.

Hochschulen als Schlüsselinstitution der Wissensgesellschaft Die Situation auf Hochschulebene analysierte Prof. Hans Pechar, Hochschulforscher an der Universität Klagenfurt, für den Management Club. So fordert er einerseits eine verbesserte Hochschulfinanzierung: „Österreich darf sich nicht mit dem OECD-Mittelwert zufriedengeben. Ohne eine bessere Hochschulfinanzierung wird es nicht möglich sein, das hohe Wohlfahrtsniveau zu halten. Die öffentlichen Ausgaben müssen spürbar höher angehoben werden, aber das alleine wird nicht reichen, um von der Gruppe der ‚Technology Follower‘ zur Gruppe der ‚Innovation Leader‘ aufzusteigen.“ Weiters kritisiert er den offenen Hochschulzugang in Österreich (außer beim Medizinstudium), der aufgrund seiner Undifferenziertheit eine Abstimmung von Studiennachfrage und Studienangebot unmöglich macht. Pechar lässt das Argument, Zulassungsverfahren würden die ohnehin geringe Akademikerquote in Österreich noch verringern, nicht gelten: Tatsächlich gebe es in keinem Land mit hoher Akademikerrate einen offenen Hochschulzugang. Als dritten Punkt bzw. „These 25“ fordert der Hochschulforscher attraktive Arbeitsbedingungen für den akademischen Nachwuchs.

Und die Entscheider? Was die Bundesregierung bei der Bildung reformiert, ist auf der Website www.diebildungsreform.at nachzulesen. Die wichtigsten Punkte daraus: ein Bildungsplan für Kindergärten, das verpflichtende, kostenlose Kindergartenjahr, Bildungsstandards zur Qualitätsverbesserung, kleinere Klassen mit max. 25 Schülern, mehr Kleingruppenunterricht, verbesserte Berufsberatung eine Berufsmatura, die neue Mittelschule mit Begabungsförderung, Tagesbetreuung und mehr Lehrer. Und was denkt Österreich darüber? 2.000 Befragte einer aktuellen IFES-Studie beurteilten die Reformpläne der Regierung als positiv: „83 % stimmten für die kostenlose berufsbegleitende Matura für Lehrlinge, 78 % für den Ausbau der schulischen Tagesbetreuung und 69 % für die Oberstufe NEU, also für

Literatur: Reformen ohne Tabu, 95 Thesen für Österreich. Herbert Paierl, Markus Heingärnter (Hg.) www.reformenohnetabu.at

Anzahl der SchülerInnen in Maturaklassen nach Schultyp in Tirol, Schuljahr 2010/2011 AHS HTL HLW HAK BAKIP Gesamt

Männlich 592 494 92 275 7 1.460

Weiblich 837 86 648 351 164 2.086

Gesamt 1.429 580 740 626 171 3.546

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eine Schule mit hoher Lern- und Leistungskultur, sowie eine klare Mehrheit von 58 % für die Neue Mittelschule, wenn das Angebot flächendeckend ist“, so BM Dr. Claudia Schmied. Reförmchen oder Reform – die Bildungsreform in Österreich muss mehr beinhalten als eine Schulreform. Zentrales Ziel ist lebenslanges Lernen – die Förderung der Lernfähigkeit und die Möglichkeit zum Lernen an und für sich: vom Kindergarten bis ins hohe Alter.

Neue Studienrichtungen als Antwort auf spezifische Anforderungen eco.nova hat sich umgehört und Tirols Bildungslandschaft nach Neuerungen und Antworten auf aktuelle Herausforderungen durchstöbert. Wir sind fündig geworden – nicht zuletzt bei der Technologieoffensive des Landes: In Zusammenarbeit mit den Tiroler Industrie- und Wirtschaftsbetrieben will man Tirol als Hightech-Standort positionieren, um durch Qualität und Innovation wettbewerbsfähig zu bleiben.

MECHATRONIK – für Systemdenker und Technikinteressierte in Schlüsselpositionen Mechatronik lässt sich im Kern aus der Verknüpfung

der Fachbereiche Mechanik, Elektronik und Informatik ableiten. Neben der vertiefenden Spezialisierung ist gleichzeitig das Denken und Handeln in Systemen und Netzwerken zielführend. Der Begriff „Mechatronik“ wurde weltweit eingeführt. In Tirol steht ein breites Bildungsangebot für MechatronikInteressierte bereit: In Kufstein gibt es neben dem Fachbereich Mechatronik an der Polytechnischen Schule auch die Tiroler Fachberufsschule für Mechatronik. Berufsbildende höhere Schulen bieten eine Spezialisierung an. Das Management Center Innsbruck führt ein Bachelorstudium Mechatronik mit Schwerpunkt Maschinenbau. Auch die UMIT bietet gemeinsam mit der Universität Innsbruck ein sechssemstriges Bachelorstudium für Mechatronik an.

MOLEKULARE MEDIZIN – zukunftsorientierte Alternative zu Naturwissenschaften Nicht jeder, der an Medizin interessiert ist, hat auch gleichzeitig das Interesse, nach Studienabschluss klinisch tätig zu sein. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bietet die Medizinische Universität Innsbruck erstmals in Österreich ab Herbst 2011 einen neuen Studiengang an: das Studium der Molekularen Medizin. Damit schließt sich die Lücke zwischen grundlegenden Naturwissenschaften und der Medizin. Das Studium der Molekularen Medizin bietet eine wissenschaftlich fundierte und anwendungsorientierte Ausbildung für Studierende, die ihre Zukunft in der Aufklärung der molekularen Grundlagen von Gesundheit und Krankheit sehen. Fokus Forschung Der Lehrplan des neuen Studiums ist aufgrund der Methodik der Molekularbiologie und Zellbiologie

UMIT: Bachelorstudium Mechatronik • • • • • • •

Zielgruppe: Technikinteressierte mit HTL oder naturwissenschaftlichem AHS-Abschluss Teilnehmerzahl: 50 Studenten/Jahr Zulassungskriterien: Allgemeine Hochschulreife und Bewerbungsgespräch Dauer des Studiums: Vollzeitstudium, 6 Semester Abschluss: Bachelorarbeit im Rahmen eines Projektmoduls (8 SWS) im 6. Semester Graduierung: akademischer Grad Bachelor of Science (B.Sc.) in Engineering Nach der Graduierung: a) Einstieg in das Berufsfeld der Mechatronik oder b) Fortsetzung der akademischen Ausbildung mit Diplom- oder Master-of-Science-Studium (4 SE) ab Herbst 2012 • Studieninhalte: In den Semestern 1 bis 5 werden in den Basismodulen M (Technische Mechanik und Maschinenbau), E (Elektrotechnik, Elektronik und Regelungstechnik) und I (Informatik, Informationstechnologie) die Grundlagen der drei Mechatronik-Kerngebiete aufbauend vermittelt. Neben der theoretisch-mathematischen Fundierung liegt ein Hauptaugenmerk auf der synergetischen Vernetzung dieser drei Module als fachspezifisches Kennzeichen der Mechatronik. In den Semestern 5 und 6 wird das „Anwendungsmodul Mechatronik“ angeboten. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt hier in der Synthese der theoretischen und methodischen Grundlagen mit den realen und praktischen Problemstellungen und Lösungsmöglichkeiten in Industrie und Technik. Bei der Konzeption und Durchführung ausgewählter Fächer des Anwendungsmoduls beteiligt sich auch die Tiroler Industrie und macht so einen realen Praxisbezug möglich. • Wahlfachkatalog für das 5./6. Semester Industriemechatronik und -fertigung / Gebäude- und Baumechatronik / Informations-, Steuer- & Automatisierungstechnologie / Medizintechnik und Biotechnologie • Weitere Informationen unter www.umit.at Univ.-Prof. DI Dr. Christian Baumgartner, Leiter des Instituts für Elektrotechnik, Elektronik und Regelungstechnik an der UMIT: „Von Bewerbern für das Mechatronikstudium erwarten wir Freude an der Mathematik und an Naturwissenschaften sowie Interesse an Systemen und die Grundlagentheorie. Zum Einsatz kommen Mechatroniker beispielsweise als Projektleiter, wenn fachübergreifendes Planen sowie abstrahierendes Denken z.B. bei Geräte- oder Systementwicklungen gefragt ist.“

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stark naturwissenschaftlich orientiert. Dabei steht die humanmedizinische Forschung im Zentrum der Ausbildung. Molekularmediziner forschen auf der  Ebene der Zellen und Gene, führen Blutanalysen durch und untersuchen beispielsweise Enzymaktivitäten. Das Studium stellt eine zukunftsorientierte Alternative zu klassischen Grundstudien der Biologie, Chemie oder Pharmazie dar. Nach 6 Semestern schließen die Absolventen mit dem „Bachelor of Science“ ab. Danach schlagen MolMed-Absolventen entweder den Weg in Richtung Master of Science (weitere 4 Semester) bis zum Doctor of Philosophy (PhD, 6 Semester) oder in Richtung praktisch-berufliche Tätigkeit im medizinischen Umfeld und in der biotechnologischen und pharmazeutischen Industrie ein.

. MCI MANAGEMENT CENTER INNSBRUCK: zahlreiche neue Studiengänge ab Herbst Ab Herbst 2011 starten am MCI im Rahmen der Technologieoffensive des Landes zahlreiche neue Studiengänge – alle am Puls der Zeit bzw. als Reaktion auf einen Bedarf an praxisorientierter Spezialisierung im Bereich Technik & Life Sciences: Zur Lösung zentraler Problemstellungen in den essentiellen Bereichen Technologie, Umwelt, Energie, Ressourcen, Ernährung und Gesundheit sind interdisziplinär ausgebildete und international agierende Techniker und Naturwissenschaftler von elementarer Bedeutung. Insgesamt stehen ab Herbst 1.000 technikorientierte Studienplätze am MCI zur Verfügung. Übersicht der neuen MCI-Studiengänge

Zahlen und Fakten „Bachelorstudium Molekulare Medizin“ • Ab Herbst 2011 an der Medizinischen Universität Innsbruck • Zulassung: Aufnahmeverfahren (2011: mittels Eignungstest Medizin) • 30 AbsolventInnen (Anmeldungen für Herbst 2011: 48!) • 6 Semester für Bachelor of Science mit Möglichkeit zum M.Sc. & PhD • 180 ECTS-Punkte (vergleichbare Leistungspunkte im europaweiten Bildungssystem) • Lehrinhalte: 52 % medizinische Grundlagen, 26 % Molekular- und Zellbiologie, 15 % naturwissenschaftliche Grundlagen, 7 % allgemeine Fächer • Einsatzbereich: praktisch-berufliche Tätigkeit im medizinischen Umfeld (Forschung und Diagnostik) und in der biotechnologischen und pharmazeutischen Industrie. Grundlage für anschließendes Masterstudium in Molekularer Medizin (z. B. an der Medizinischen Universität Innsbruck) oder in Biologie und „Life Sciences“ an anderen Universitäten und Hochschulen. Studiengangleiter Univ.Prof. Dr. Peter Loidl, Sektion für Molekularbiologie: „Das Studium der Molekularen Medizin bietet eine erstklassige Ausbildung, die sowohl medizinische Grundkenntnisse als auch fundierte theoretische und praktische naturwissenschaftliche Kompetenzen und Fähigkeiten vermittelt. Aufgrund des breiten Basiswissens haben unsere Absolventen europaweit sehr gute Chancen auf einen qualifizierten Arbeitsplatz.“

• Bachelor Lebensmittel- & Rohstofftechnologie Vollzeit und berufsbegleitend Die Lebensmittelwirtschaft geht über die Beschaffung von Nahrung hinaus und sieht sich mit Themen wie Functional & Convenience Food, Allergien & Unverträglichkeiten sowie niedrigen Erzeugerpreisen konfrontiert. Daneben sind innovative Technologien für die Nutzung natürlicher Rohstoffe als Alternativen für fossile Ressourcen gefragt. Inhalte-Schwerpunkt: Naturwissenschaft & Technik, Lebensmittel- und Rohstofftechnologie, BWL, Management Berufsfelder: Lebensmittelwirtschaft, Abwasserwirtschaft, Futtermittelerzeugung, Rohstoffwirtschaft • Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen, Vollzeit (2011) & berufsbegleitend (2012) Inhalte: mathematisch-naturwissenschaftliche sowie ingenieurwissenschaftliche Grundlagen, General Engineering, Wirtschaft, Schlüsselkompetenzen, wissenschaftliches Arbeiten, Praktikum Berufsfelder: Planung & Bau prozesstechnischer Anlagen, Fertigung & Vertrieb, Consulting & Innovationsmanagement, Qualitätssicherung ... • Bachelor Business & Management Vollzeit, in englischer Sprache Praxisorientiert, internationaler Fokus, in Kooperation mit lokaler und internationaler Wirtschaft  • Master Mechatronik – Maschinenbau Der viersemestrige Master-Studiengang richtet sich an Absolventen von technischen Bachelorstudiengängen Vollzeitstudium (Start Herbst 2011, in englischer Sprache) Berufsbegleitend (Start Herbst 2012, in deutscher Sprache)   • Master Entrepreneurship & Tourismus mit dem englischsprachigen Studienzweig „Marketing Management & Tourism“, Vollzeit • Weitere Infos unter www.mci.edu

MCI-Geschäftsführer Prof. (FH) Dr. Andreas Altmann: „Musste man früher zum Technikstudium nach Wien, Graz, München oder Zürich, kann man nun auch in Tirol studieren. Mit den neuen Angeboten wollen wir das sogenannte Brain Drain verhindern, also dass Technikinteressierte auswärts studieren und dann auch dort bleiben bzw. abwandern. Das neue Studienangebot ermöglicht also „Brain gain“, das bedeutet, dass wir die Intelligenz im Land behalten.

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Europameister in der Lehre und Schlusslichter bei der Bildung? 10 Gold-, 4 Silbermedaillen und 1 Bronzemedaille in Einzelbewerben und je 2-mal Gold und Silber im Team – eine beeindruckende Leistung, die Österreichs Jugendliche bei der Berufseuropameisterschaft Ende 2010 in Lissabon unter Beweis gestellt haben. Im Gegensatz dazu die PISA-Studie 2009: Österreichs Schüler erreichen bei der Lesekompetenz nur 470 Punkte. Österreich rangiert unter den 34 teilnehmenden OECD-Staaten auf Platz 31. Dies lässt vermuten, mit welchen Problemen österreichische Betriebe bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern sowie in ihrer Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft konfrontiert sein werden. Die Wirtschaftskammer will nun Nägel mit (gut ausgebildeten) Köpfen machen – allen voran ihr Präsident Dr. Christoph Leitl. Text: Ulrike Delacher, Fotos: Birgit Pichler

Österreich ist eines der reichsten Länder Europas – wichtigste Basis dafür sind vor allem gut ausgebildete Arbeitskräfte. Allerdings macht sich bereits heute ein Fachkräftemangel bemerkbar. Derzeit befinden sich 95.000 Jugendliche in einer dualen Ausbildung, bereits 2013 werden es nur noch 85.000 sein. 10.000 Arbeitskräfte, die fehlen werden. „Unser Ansatzpunkt ist, sich ein klares Ziel zu setzen: ‚Österreich hat das modernste Bildungssystem Europas!“, erklärt Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Christoph Leitl bei seinem Besuch in Tirol.

Vom Lehrling zum Universitätsprofessor Die Wirtschaftskammer Österreich hat ein ganzheitliches Bildungskonzept ausgearbeitet, mit primärem Fokus auf die Lehrlingsausbildung. Leitl plädierte einerseits für die gemeinsame Mittelschule mit Begabungsdifferenzierung sowie für eine Reform der dualen Ausbildung. „Die Attraktivität der beruflichen Ausbildung muss steigen – und mindestens gleichwertig mit der schulischen Bildung sein! Jenen, die die Berufslaufbahn eingeschlagen haben, müssen ebenfalls alle Wege offen stehen – vom Lehrling bis zum Universitätsprofessur.“

Stichwort Begabungsdifferenzierung Beginnend in den Schulen fordert Leitl Neigungs- und Begabungsgruppen, in welchen vor allem die Stärken gefördert werden. Begabungstests und Potenzialanalysen für die 13–14-jährigen sollen bei der „zweitwichtigsten Entscheidung im Leben“ – jener zur Berufswahl – helfen, denn diese werde wie die erste – jene der Ehe – oft fahrlässig getroffen.

Reform der dualen Ausbildung Das WK-Bildungskonzept hat drei Ebenen vorgesehen: Die „Duale Ausbildung auf höherer Ebene“, die ausgehend von der mittleren Reife den Zugang zur Universität, zur Fachhochschule und zur – ebenfalls vorgesehenen – Berufsakademie mit Abschluss Bachelor professionell ermöglichen soll. Als nächste Ebene die „Duale mittlere Ausbildung“, die den mittleren Berufsabschluss und letztlich die Meisterprüfung vorsieht, aber durch Zusatzqualifikationen auch noch mehr möglich macht. Und als dritte Möglichkeit eine dreijährige „Duale Basisausbildung“ mit einem Coachingsystem. „Wir – die Wirtschaft –


eco.zukunft wissen, worüber wir reden. In Österreich bilden 36.000 Betriebe insgesamt 130.000 Lehrlinge aus. In Tirol sprechen wir von 4.800 Ausbildungsbetrieben und 13.400 Lehrlingen“, so Leitl. Auch Tirols WK-Präsident Jürgen Bodenseer betont, dass die Zukunft der Bildung und die Zukunft der Arbeitswelt eng zusammenhängen würden. Mit der Wirtschaft gehe es bergauf, aber Fachkräfte würden immer häufiger fehlen: „Bildung ist der einzige umweltverträgliche Rohstoff, der durch Nutzung vermehrt wird. Ich bin überzeugt, dass ein besseres Bildungssystem machbar ist“,  unterstreicht Bodenseer. eco.nova hat die Wirtschaftskammerpräsidenten bei ihrem Besuch bei Bäcker Ruetz exklusiv begleitet – und genauer nachgefragt. eco.nova: Sie fordern, dass Österreich sich das „modernste Bildungssystem Europas“ als Ziel setzt. Gibt es für Sie ein Vorbildmodell? Dr. Christoph Leitl: Wir müssen uns die Erfahrung anderer Länder zunutze machen, die bereits ein sehr gut funktionierendes Bildungssystem haben, und die Rahmenbedingungen auf unser System übertragen. Ein Vorbild hierfür ist für mich Finnland: Finnland ist nicht umsonst PISA-Champion. In den Schulen finden Sie keine Tafeln mehr, das Prinzip dort lautet Coaching-Prozess – die Talente entfalten sich dadurch besser, der Lehrplan ist von veralteter Didaktik entrümpelt. Wie binden Sie Eltern und Lehrer in Ihr Bildungskonzept ein? Für die Eltern als wichtige Entscheider bei der Berufswahl der Kinder gibt es bereits jetzt die Initiativen der Berufsmessen und Berufsinformationstage – sie werden auch sehr gut genützt. Für die Lehrer sehe ich unter anderem die Einführung des Unternehmerführerscheins flächendeckend als erste wichtige Maßnahme an. Weiters rate ich zu regelmäßigen zwei- bis dreitägigen Betriebspraktika. Ein persönlicher Blick hinter die Kulissen für einen persönlichen Eindruck und für ein Verständnis der Anliegen der Wirtschaft. Welche Werte und Inhalte sind Ihnen wichtig, die vermittelt werden sollen? Junge Menschen brauchen die Möglichkeit zur Identifizierung mit ihren Arbeitgebern. Daneben sind Motivation, Kreativität und Teamgeist gefragt. Weitere wichtige Kompetenzen sind Fremdsprachenkenntnisse, IT-Kompetenz und auch Führungsverständnis – im Umgang mit den anderen, aber auch für die persönliche Karriere. Warum zögert die Politik in der Umsetzung insbesondere der Bildungsreform, wenn bereits ein gut ausgearbeitetes Konzept wie das der WK vorliegt? Unser Schulsystem entbehrt jeglicher Eigenständigkeit. Die derzeitigen Diskussionen beziehen sich nur auf Punktuelles. Es fehlt die ganzheitliche Konzeption mit klarer Zielsetzung – eigentlich macht es jeder Betrieb vor: ein ganz normaler Managementprozess mit Information und Einbindung der Beteiligten, Entscheidungsfindung, Umsetzung und Ablaufprüfung.

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Wie steht ein erfolgreicher Vertreter der Tiroler Wirtschaft zum Thema Bildung und Ausbildung? eco.nova hat Geschäftsführer Christian Ruetz vom Bäcker Ruetz dazu befragt. eco.nova: Wie stehen Sie als Tiroler Unternehmer zu unserem derzeitigen Bildungssystem? Christian Ruetz: Der Schule kommt die Aufgabe zu, ein gutes Basiswissen zu lehren, auf dem wir dann mit der innerbetrieblichen Weiterbildung aufbauen können. Ich allerdings bin Bäckermeister und kein Bildungsexperte, kann aber Folgendes sagen: Um gutes Brot zu backen, braucht es in erster Linie bestens ausgebildete Bäcker, die ihr Handwerk beherrschen. Das Fachwissen ist unser höchstes Gut und wir haben großes Interesse, unsere Mitarbeiter darin auszubilden. Was bedeutet für Sie, erfolgreich eine Lehre abzuschließen? Sehr viele unserer Führungskräfte haben „erfolgreich die Lehre absolviert“ und konnten im Unternehmen eine verantwortungsvolle Position übernehmen. Sehr positiv sehen wir die Entwicklung, dass auch Maturanten oder Studienabgänger Interesse haben, mit einer angeschlossenen Lehre einen praktischen Beruf wie den des Bäckers oder Konditors zu erlernen. Welche Kompetenzen erwarten Sie von einem Mitarbeiter? Das Wichtigste für mich ist und bleibt die Begeisterung für den Beruf, die Bereitschaft, im Team und an sich selbst zu arbeiten. Dann steht einer erfolgreichen Berufslaufbahn nichts im Wege. Ich bin von der heutigen Jugend begeistert und stimme nicht zu, wenn es heißt, die jungen Leute heute könnten weniger und hätten kein Interesse. Wir haben viele tolle junge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die – sei es in der Lehre oder in verschiedenen anderen Jobs – sehr tüchtig sind und mit Begeisterung bei uns arbeiten.

Facts „Der Bäcker Ruetz“ gegründet 1899 750 MitarbeiterInnen, 11 Meister 22 Lehrlinge: 6 Lehrlinge in der Produktion (4 Bäcker, 2 Konditoren), 1 Informationstechniker und 15 Lehrlinge im Verkauf (Systemgastronomie) 49 Geschäfte in Tirol und Vorarlberg Die Familie Ruetz hat Rezepte und Verarbeitungsmethoden von Generation zu Generation weiterentwickelt, um ihren Kunden Brot und Gebäck mit Qualität und Geschmack anzubieten.

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Warum Weiterbildung? Die Gründe sind vielfältig: Sich neue Jobmöglichkeiten zu schaffen, das Einkommen zu verbessern und Status zu gewinnen sind beispielsweise intrinsische Motivationsfaktoren für Arbeitnehmer. Extrinsische sind zum Beispiel die „verordnete“ Weiterbildung oder den Arbeitsplatz im höheren Alter zu sichern. Arbeitgeber sehen das Thema durch die Brille der Unternehmenssicherung. Die marktnotwendige Qualität in der Leistungserbringung zu erhalten und am Arbeitsmarkt nicht vorhandene betriebsnotwendige Qualifikationen aufzubauen, ist ein Ziel der Förderung von Weiterbildung. Aber auch der Belegschaft das zu geben, was diese glaubt, in anderen Unternehmen zu bekommen, und am Arbeitsmarkt mit den Weiterbildungsmöglichkeiten zu werben, folglich Humankapital zu sichern, sind Motivationsfaktoren für Unternehmen.

In welchen Qualifikationen weiterbilden? Aus einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) geht hervor, dass die Bedeutung fachübergreifender Kompetenzen in der betrieblichen Weiterbildung zunimmt. Das sind personen- und verhaltensbezogene Qualifikationen wie Kommunikation, Führung oder Zeitmanagement sowie das Training interkultureller und sprachlicher Kompetenzen. Die Globalisierung und Flexibilisierung der Arbeitsmärkte hat hier die Ansprüche verändert. Jedoch rangieren weiterhin die Fachkompetenzen unangefochten auf Platz eins – 77 Prozent der befragten Unternehmen halten sie für besonders wichtig. Die demographischen Veränderungen der Gesellschaft und der Belegschaften werden die Anforderungen an Weiterbildung verändern. Fachkräfte fehlen in einigen Sparten schon heute und durch das Sinken des Erwerbspersonenpotenzials wird sich die Situation verschärfen. Das ist eine der ganz großen Herausforderungen für die Personalpolitik. Ein Weg, dem zu begegnen, ist die Stärkung der Aus- und Weiterbildung.

Wie werden die Qualifikationen gefördert? Fachkompetenzen werden primär in externen Theorieblöcken und internen aufgabenspezifischen Praxisschulungen und dem Training on the Job gefördert. Anders ist es bei fachübergreifenden Kompetenzen: Personale Kompetenzen werden durch „interne Lehrveranstaltungen“ gestärkt. Sozialkompetenzen durch „Job-Rotation“ und/oder „Austauschprogramme“. Die Methodenkompetenz soll mit den Lernformen „JobRotation“, „Lern- und/oder Qualitätszirkel“, „Unterweisung und/oder Einarbeitung“ gefördert werden.

GRUNDLAGE UNSERER ARBEIT Jede an uns gestellte Aufgabe wird individuell betrachtet und dementsprechend sind unsere Lösungsvorschläge mit vielfältigen Lösungsansätzen und klar strukturiert aufbereitet.

PERSONALSUCHE & -AUSWAHL Wir erschließen für Sie das beste verfügbare Kandidatenpotenzial am Markt. Executive Search, Headhunting, Inseratansprache und Evidenzansprache sind die Suchmethoden. Qualitätsvolle Auswahlmethoden werden angewendet.

PERSONALENTWICKLUNG Personalentwicklungsstrategien, Personalmarketing, Such- und Auswahlverfahren konzipieren, Mitarbeiterintegration, Potenzialanalysen und Leistungsbeurteilung, Qualifikationsprozesse entwickeln, Entgelte bestimmen, Distanzierungsprozesse entwerfen und begleiten.


Zahlen sich Weiterbildungen für Dienstnehmer aus? Lebenslanges Lernen lautet das Stichwort. Mehr Wissen, attraktivere Stellen, Arbeitsplatzsicherheit ... Aber zahlen sich Weiterbildungen auch in Euro aus? Genaue Zahlen sind nicht verfügbar, aber es ist anzunehmen, dass Weiterbildungen, welche für den Unternehmer erkennbar qualitätsvoll sind oder spezielle berufliche Fähigkeiten vermitteln, das Einkommen verbessern. Denn wer im Anschluss an eine solche Weiterbildung den Job wechselt, bekommt häufig in der neuen Stelle ein höheres Gehalt. Wenn der Arbeitgeber die Maßnahme finanziert, ist die Rendite für den Einzelnen höher. Allerdings schränken Dienstvertragsklauseln mit Rückzahlverpflichtungen im Kündigungsfall die Einkommensgewinne wieder ein. Firmenspezifische Weiterbildungen, die Fähigkeiten vermitteln, die nur innerhalb der eigenen Firma eine Rolle spielen, haben keinen signifikanten Effekt auf das Einkommen. Mit Weiterbildungen können auch vielerlei indirekte finanzielle Vorteile entstehen: Neue Kontakte und Netzwerke, ein besseres Image oder ein effizienteres Führungsverhalten bringen indirekt Zusatzeinkommen. Wen es interessiert: Unter www.faz.net finden Sie einen Weiterbildungsrechner. Eine Gedankenstütze ist es zumindest.

Nützt eine umfangreiche Weiterbildungsliste im Bewerbungsprozess? Nein, nicht generell. Im Bewerberauswahlverfahren eines Unternehmensberaters zählen das Gesamtbild und die Antwort auf die Frage, ob das, was an Zeugnissen vorliegt, für die jeweilige Stelle notwendig ist. Auch die Begründungen der Bewerber/innen, warum welche Weiterbildungen absolviert wurden, geben oft mehr Aufschluss über das Gesamtbild der Person als die Zeugnisse an sich. Also ist die Antwort „Ja“ – aber Vorsicht, nicht die Menge zählt, sondern die Qualität und die schlüssige Argumentation. Niemand braucht neue Mitarbeiter/innen, die nur Weiterbildungen sammeln, um dann wieder auf die Walz zu gehen.

Ist das die Qualität, die wir wollen? Wenn sich beispielsweise gut ausgebildete Akademiker nach einigen Jahren Berufstätigkeit in ordentlichen Betrieben mit der Möglichkeit der Bildungskarenz über viele Monate aus dem „Arbeiten“ davonschleichen und die Allgemeinheit monatlich ein Gehalt (nennt sich anders) überweist und diese Person uns erzählt, dass es genügt hat, zu inskribieren und den einen und anderen Unterrichtsblock zu besuchen (ohne Erfolgsnachweis), der Rest aber Urlaub außer Landes war, so ist dies ein fragwürdiges Ergebnis unserer Bildungspolitik. Wenn Mitarbeiter/innen der öffentlichen Verwaltung, des Schulwesens und anderer NPOs davon berichten, dass die Gelder für das normale Arbeiten nicht mehr reichen – also beispielsweise Sachmittel nicht mehr zur Verfügung stehen –, aber per Anweisung laufend Weiterbildungsseminare zu besuchen sind, von denen die meisten über die Kennenlernrunde „Ballfangen und Lebensgeschichte erzählen“ wenig hinauskommen – kurzum nichts bringen –, dann ist das ein weiteres Zeugnis verfehlter Weiterbildungspolitik. Wenn verschiedene Aus- und Weiterbildungsstätten aus unterschiedlichen Gründen schwer in „Schieflage“ sind, stellt sich für Unternehmen die Frage, welche Qualitäten geboten werden. Wie soll der Klein- oder Mittelständler erkennen, ob ein Aus- oder Weiterbildungszeugnis eines Bewerbers wirklich einen Wert hat. Noch schlimmer, wie soll der Weiterbildungsinteressierte erkennen, wo Qualität geboten wird – beeinfl usst von Werbung der allerfeinsten Art. Wie wird evaluiert, wie wird akkreditiert? Schauen wir in die Vergangenheit? Es gibt viel zu tun ... sehr verehrte Politiker.

MANAGEMENTBERATUNG Als Managementberater sind wir Ihr diskreter „Sparringpartner“ zur Diskussion strategischer Entscheidungsalternativen im Personalwesen.

Personalberatung, Anton-Rauch-Straße 18, A-6020 Innsbruck-Mühlau Tel.: 0512/26 38 04, E-Mail: office@ecomera.at, www.ecomera.at

Mag. Siegmund Kurzthaler, ecomera-Geschäftsführer


Foto: iStockphoto

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Mag. Dieter Duftner, Mitbegründer und Geschäftsführer der FranchiseCurator GmbH

Mit Franchising in den Chefsessel Den Traum von der Selbstständigkeit wahr werden lassen, endlich sein eigener Chef sein, den Tag nach eigenen Prioritäten gestalten – das wünschen sich viele Menschen. Neben finanziellen Gründen oder aufgrund des Fehlens einer zündenden Geschäftsidee ist es meistens die Angst vor den vielen Risiken, die den Traum schlussendlich platzen lässt. Franchising bietet in diesen Fällen eine ideale Alternative. „Im Rahmen von Franchising lässt sich der Traum von der Selbstständigkeit mit deutlich geringerem Risiko verwirklichen“, so Mag. Dieter Duftner, Mitgründer und Geschäftsführer der FranchiseCurator GmbH. „Das Geschäftskonzept ist bereits entwickelt und erprobt, und die Franchise-Nehmer profitieren von einer etablierten Marke sowie der umfangreichen Unterstützung der gesamten Organisation auf allen Ebenen. In Summe sind die Chancen, mit einer Unternehmensgründung erfolgreich zu sein, im Franchising wesentlich höher als bei einer Gründung auf der grünen Wiese.“ Natürlich stellt aber auch eine Existenzgründung mittels Franchising eine echte Herausforderung dar. Selbstständiger Unternehmer sein heißt: aktiv werden, lernen, planen, recherchieren, rechnen und entscheiden. Am Anfang steht dabei die Frage der persönlichen Eignung. Eine Existenzgründung und der damit verbundene Weg in die Selbstständigkeit sind nie einfach. Dies muss möglichst gründlich überlegt und hinterfragt werden. FranchiseCurator lädt in diesem Zusammenhang zum 1. Tiroler FranchiseInformationstag am 4. August 2011 um 16 Uhr ein. Wer teilnehmen möchte, wendet sich einfach an office@franchisecurator.at

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Das junge Innsbrucker Unternehmen FranchiseCurator hat es sich zur Aufgabe gemacht, sowohl Franchise-Interessenten als auch Franchise-Gebern als kompetenter Ansprechpartner zur Seite zu stehen, um den Grundstein für eine langfristig ausgerichtete, konstruktive und gewinnbringende Zusammenarbeit zu legen. „Wir unterstützen Franchise-Interessenten bei der Entscheidungsfindung sowie bei der Vernetzung mit passenden Gebern und begleiten sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit“, so Dieter

Duftner. Die Service-Dienstleistungen des jungen Unternehmens erstrecken sich von Erstgesprächen mit Franchise-Interessenten über Kompetenz- und Potenzialanalysen für eine objektive und neutrale Analyse der persönlichen Eignung bis hin zur Einstiegsbegleitung. Neben den unternehmensinternen Informationen eines Franchise-Systems werden die Kandidaten umfassend und bedarfsgerecht mit aktuellen Informationen zu relevanten Themenbereichen und Problemstellungen versorgt. Laut jüngsten Erhebungen der KMU Forschung Austria gewinnt Franchising gesamtwirtschaftlich gesehen immer mehr an Bedeutung. Die Umfrage im Rahmen des Österreichischen Franchise-Verbandes zeigt auch, dass rund 80 % der befragten Franchise-Geber 2011 die Zahl der Standorte weiter erhöhen möchten. „Die Auswahl an interessanten Systemen ist für Gründungsinteressierte in allen möglichen Branchen derzeit sehr groß; von der Gastronomie über den Handel bis hin zur Dienstleistungswirtschaft“, so Duftner. Deshalb hat das innovative Start-up eine Online-Plattform, den sogenannten „NetCurator“, entwickelt, die das Zusammenfinden von potenziellen Franchise-Nehmern und Franchise-Systemen auf digitalem Wege unterstützt. Nähere Informationen darüber sind online unter www.netcurator.at zu finden.

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Text: Doris Penna

Wissen ist für immer In neuem Layout, mit 330 Seiten und dem damit stärksten Programm aller Zeiten präsentiert sich das neue WIFI Kursbuch 2011/2012 als das modernste und breiteste Bildungsangebot für Unternehmer und Mitarbeiter.

„Wissen ist Macht“, das wusste schon der Londoner Philosoph Francis Bacon Ende des 15. Jahrhunderts und daran hat sich bis heute nichts geändert. Ausbildung und Weiterbildung sind wichtiger denn je, qualifizierte Mitarbeiter in den nächsten Jahren stärker nachgefragt denn je. „Wir müssen schon jetzt der kommenden Facharbeiterproblematik entgegensteuern und haben dafür entsprechende Angebote ins Programm genommen“, so Mag. Wolfgang Sparer, MAS, Marketingleiter WIFI Tirol.

Unternehmensnahe „Unsere Angebote waren immer schon sehr unternehmensnahe. Unternehmer suchen Bildungsangebote, die flexibel, kompakt und unmittelbar umsetzbar sind“, erläutert Wolfgang Sparer und möchte mit dem neuen Kursbuch vor allem Akzente für Jungunternehmer und Gründer setzen. Und so starten im Herbst im Rahmen der Unternehmerakademie neue und adaptierte Veranstaltungen für EPUs (Ein-Personen-Unternehmen), für Klein- und Mittelbetriebe, für Gründer und für Nachfolger. Bei Firmen Internen Trainings können Unternehmer individuell gestaltete, auf die Bedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter abgestimmte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durchführen. Auch die Bereiche Business mit Business English und Verkauf und Rechnungswesen stellen wieder Schwer-

punkte im neuen Kursprogramm dar. „Den Verkauf zu forcieren ist für jedes Unternehmen wichtig. Verkaufen lernt man in keiner Schule, und deshalb profitieren nicht nur Neulinge, sondern auch jahrelange Profis von unseren Angeboten mit praxisrelevanten Inhalten und Trainern aus der Praxis“, ist Wolfgang Sparer überzeugt.

Duale Ausbildung Die Förderung der Dualen Ausbildung ist ein weiterer Schwerpunkt, den Sparer hervorheben möchte. „Angefangen von der Potenzialanalyse über das Coaching bis hin zu „Lehre mit Matura“ möchten wir die Lehrlinge fördern. Während die Meisterkurse in den verschiedensten Bereichen sehr gut angenommen werden, gilt es den Dualen Ausbildungsweg der Lehre mit Matura noch weiter zu fördern. Denn dieser Abschluss ist ein großer Vorteil im europäischen Umfeld für Absolventen gleichermaßen wie für die Wirtschaft“, verrät Wolfgang Sparer.

Universitätslehrgang MAS Ein äußerst interessantes Angebot für Unternehmer, Manager, Führungskräfte und engagierte Mitarbeiter ist mit Sicherheit auch der berufsbegleitende Universitätslehrgang MAS – Master of Advanced Studies. In einer ausgewogenen Balance aus theoretischem Wissen und Praxis schließen Absolventen den zweijährigen Lehrgang mit einem Master Degree ab.

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Das neue Kursbuch ist als Druckwerk oder als Online-Version erhältlich. Tel. 05 90 90 5 – 7000 oder www.wifi.at/tirol. Hier können Sie auch zu allen Kursen Kundenbewertungen abfragen!

Weitere Infos Mag. Wolfgang Sparer WIFI der Wirtschaftskammer Tirol Egger-Lienz-Straße 116 6020 Innsbruck Tel.: 05 90 90 5 – 7600

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Weiterbildung mit Weitblick Das Thema Bildung ist nicht nur für die persönliche Entfaltung entscheidend, sondern vor allem für das berufliche Vorankommen. Das WIFI Tirol ist dabei mit seiner breiten Palette an zeitgemäßen Aus- und Weiterbildungen ein kompetenter Partner auf dem Weg zur Höherqualifizierung. Hoch im Kurs steht nach wie vor der Berufszweig der Informationstechnologie – eine Branche mit Zukunft, die sich ebenso wie die dazugehörigen Ausbildungen laufend wandelt und weiterentwickelt.

Ziel der WIFIFachakademien ist es, berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten mit einer Erweiterung der Allgemeinbildung zu verbinden.

Um im Beruf erfolgreich zu sein, bedarf es neben fachlichen Qualifi kationen auch einer guten Allgemeinbildung und ausgeprägter Fähigkeiten im Umgang mit anderen. All diese Fertigkeiten werden in den WIFI-Fachakademien und IT-ManagementLehrgängen vermittelt. Die fundierte Weiterbildung in den neuesten Technologien, die (Weiter-)Entwicklung und Entfaltung der persönlichen Stärken wie Kommunikationsfähigkeit, Teamwork und Führungskompetenz sowie der Erwerb von betriebs- und marktwirtschaftlichem Verständnis sind die Basis für den Erfolgsweg als Führungskraft in der IT. Die Ausbildungen sind praxisnah und vermitteln Wissen, das sich unmittelbar einsetzen lässt. Neben den Fachakademien für Angewandte Informatik bzw. Medieninformatik und Mediendesign zählt vor allem der Masterlehrgang Management Information & Business Technologies mit universitärem Diplomabschluss zu den renommiertesten Bildungsnachweisen.

Termine Fachakademie für Angewandte Informatik Infoabend: 01.09.2011 | Ausbildung: 20.09.2011 bis 13.07.2013 Fachakademie für Medieninformatik und Mediendesign Infoabend: 01.09.2011 | Ausbildung: 17.10.2011 bis 30.12.2013 Masterlehrgang Management Information & Business Technologies Infoabend: 05.09.2011 | Ausbildung: 16.09.2011 bis 07.06.2013 Ort: WIFI Innsbruck, Egger-Lienz-Straße 116, 6020 Innsbruck

Weitere Infos und Anmeldung: Angelika Margreiter Tel. 05 90 90 5-7256, www.wifi.at/tirol

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Der Klick zum IT-Genie Die Informationstechnologie ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor eines Unternehmens. Die Kommunikation und Vernetzung nach innen sind entscheidend für die Effizienz im Unternehmen, die Kommunikation nach außen gibt dem Unternehmen ein Gesicht. Der/die diplomierte Fachwirt/in für Angewandte Informatik ist der/die typische EDV-Verantwortliche, zu dessen/deren Aufgaben die Planung, Konzeption und Weiterentwicklung sowie Wartung der betrieblichen EDV-Systeme gehören. Die Fachakademie lehrt Sie umfangreiches EDV-Wissen, analytisches Denkvermögen und organisatorische Fähigkeiten, damit Sie nach dem Abschluss Projekte selbständig planen und abwickeln können. Der Universitätslehrgang mit Masterabschluss „Management Information & Business Technologies“ bildet indes IT-Verantwortliche, -Manager und -Führungskräfte auf persönlicher wie fachlicher Ebene weiter und gibt ihnen ein ebenso praktisches wie wissenschaftlich basiertes Rüstzeug in die Hand, um Informationstechnologie-Tools effektiv und effizient im Unternehmen einsetzen zu können sowie Mitarbeiter/innen entsprechend zu führen. Kommuniziert wird immer! Ob der „Gesprächsstil“ des Unternehmens nach außen als positiv wahrgenommen wird, entscheiden Sie. Der/die diplomierte Fachwirt/ in für Medieninformatik und Mediendesign ist für den Medien- und Internetauftritt sowie die CI verantwortlich und trägt damit maßgeblich zur Wirkung des Unternehmens bei. Absolventen/innen der Fachakademie verfügen über umfangreiches IT-, Kommunikationsund Marketingwissen, organisatorische Fähigkeiten, analytisches Denkvermögen und betriebswirtschaftliches Verständnis, um das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

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EUROJOBS – Facharbeiter aus Europa

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Eurojobs ist eine österreichische Unternehmensgruppe im Bereich Arbeitskräfteüberlassung und Vermittlung von Arbeitskräften und wurde 1997 gegründet. Nach rasantem Wachstum und Internationalisierung folgten Finanzkrise und Restrukturierung. Über die aktuellen Schritte des Unternehmens berichtet Manuela Tanzer. eco.nova: Nach erfolgreicher Neupositionierung ist die Eurojobs-Gruppe gut in das neue Geschäftsjahr 2011 gestartet – was hat sich seither getan? Manuela Tanzer: Wirtschaftskrise und Insolvenz haben es notwendig gemacht, unser Unternehmen neu zu strukturieren und neu auszurichten. Der Fokus der Eurojobs liegt auf den Kernkompetenzen, der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften in der D-A-CHRegion. Welchen Nutzen können Sie den Unternehmen bieten? Unsere Kunden bekommen einen internationalen Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften. Eurojobs ist hier quasi die Know-how-Drehscheibe mit Zugang zu limitierten Qualifikationen in einem überregionalen Arbeitsmarkt, der dem Kunden üblicherweise verschlossen ist. Wir vermitteln schnell und einfach qualifiziertes Personal. Ein Lehrabschluss, einschlägige Berufserfahrungen sowie Kenntnisse der deutschen Sprache sind wichtige Voraussetzungen für unsere Arbeitnehmer. Wie schätzen Sie die Chancen für den Markt ein, welche Perspektiven gibt es? Viele Unternehmen sehen Flexibilität als einen entschei-

„Unser Ziel ist es, uns als Spezialist für die grenzüberschreitende Überlassung von Arbeitskräften mit der Differenzierung ‚Facharbeiter aus Europa‘ zu etablieren.“

denden Wettbewerbsvorteil an. Insbesondere dann, wenn für die Abwicklung eines Projekts qualifizierte Arbeitskräfte benötigt werden. Zeitarbeit bietet Flexibilität in allen Richtungen und hat mittlerweile ein sehr gutes Image. Eurojobs ist auf die Bereiche Bau, Handwerk, Industrie sowie Montage- und Anlagenbau spezialisiert. In diesen Sparten ist der Fachkräftemangel besonders signifikant. Die Nachfrage nach flexiblem Personal aus Europa für die D-A-CH-Region ist in der Freizügigkeit und Offenheit der jetzigen und zukünftigen Generationen stark steigend und bietet unseren Kunden den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Manuela Tanzer

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DIE UNTERNEHMERISCHE HOCHSCHULE®

R a nk Ra Ranked n k ed e d #1 # 1 in i n Austria A us u s tr t r ia ia Un Uni Un Unive Universum nive iive v e rsum ve rsssum um u m Stude Stud S Stu St Student ttude ud ude den de ntt Survey Su rvey S rve vey e y & CHE ey CH E Ranking Ra Ra Rank Ran an ank n k ing i ng g

MCI MANAGEMENT CENTER INNSBRUCK

studium. BACHELORSTUDIUM

executive education & development. ABSCHLUSS

SPRACHE

Business & Management

BA

E

Lebensmittel- & Rohstofftechnologie*

BSc

D&E

Management, Communication & IT

BA

D&E

Management & Recht

BA

D&E

Mechatronik – Maschinenbau

BSc

D&E

Nonprofit-, Sozial- & Gesundheitsmanagement

BA

D&E

Soziale Arbeit

BA

D&E

Tourismus- & Freizeitwirtschaft

BA

D&E

Umwelt-, Verfahrens- & Biotechnologie

BSc

D&E

Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik

BSc

D&E

Wirtschaft & Management

BA

D&E

Wirtschaftsingenieurwesen**

BSc

D&E

MASTERSTUDIUM

ABSCHLUSS

SPRACHE

Entrepreneurship & Tourismus

MA

D&E/E

International Business (ab 2012)

MA

E

VZ

BB

EXECUTIVE MASTERSTUDIUM

ABSCHLUSS

SPRACHE

General Management Executive MBA

MBA

D&E

Master of Science in Management MSc

MSc

D (E)

Internationales Wirtschafts- & Steuerrecht LL.M.

LL.M.

D (E)

VZ

BB

MANAGEMENT-LEHRGÄNGE (1 – 2 Semester, berufsbegleitend)****

VZ

BB

Arbeitsrecht

Personalmanagement

Banking & Finance

Sales Management

Brand Management

Steuerrecht

Controlling & Unternehmenssteuerung

Systemisches Management

General Management

Tourismus- & Freizeitmanagement

Innovations-, Produkt- & Prozessmanagement

Tourismusmanagement & Führung

International Management Program©

Tourismusmarketing & Innovation

Supply Chain Management

Unternehmenskommunikation

Management, Psychologie & Leadership

Unternehmenskommunikation: Strategie

Marketing

Unternehmenskommunikation: Umsetzung

Patent- & Lizenzmanagement

Wirtschafts- & Unternehmensrecht

International Business & Law

MA

E

International Health Care Management

MA

E

MANAGEMENT-SEMINARE

FIRMENTRAININGS

Management, Communication & IT

MA

E

Impulse für Management, Führung & Kommunikation

Innovative Programme für Firmen & Verwaltung

Mechatronik – Maschinenbau***

MSc

D&E/E

Soziale Arbeit, Sozialpolitik & -management

MA

D&E

Umwelt-, Verfahrens- & Biotechnologie

MSc

D&E

Wirtschaftsingenieurwesen

MSc

D&E

* in Vorbereitung; ** Der Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen startet 2011 als Vollzeit- und 2012 als berufsbegleitender Studiengang; *** Der Masterstudiengang Mechatronik – Maschinenbau startet 2011 als Vollzeit- und 2012 als berufsbegleitender Studiengang; **** Sämtliche ManagementLehrgänge anrechenbar auf Executive-Master MBA, MSc oder LL.M.; Sprache: D = Deutsch, E = Englisch, D & E = Deutsch mit nennenswertem Englischanteil, D (E) = Deutsch mit punktuellem Englischanteil; VZ = Vollzeit, BB = Berufsbegleitend; Anmerkung: Das gesamte Studienangebot im Bereich Executive Education (Executive Masterstudium, Management-Lehrgänge, -Seminare und Firmentrainings) wird in berufsbegleitender Form durchgeführt. Abschluss: BA = Bachelor of Arts, BSc = Bachelor of Science, MA = Master of Arts, MSc = Master of Science, MBA = Master of Business Administration, MSc = Master of Science in Management, LL.M. = Internationales Wirtschafts- & Steuerrecht; Bild: © Stubaier Gletscher

wir begleiten motivierte menschen. 6020 Innsbruck / Austria, Universitätsstraße 15, +43 512 2070-0, office@mci.edu

w w w. m c i . e d u / i n f o

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Text: Barbara Wildauer Fotos: Florian Schneider, privat

Vorsorgerisiken schon erkannt? Vorsorge für ein angemessenes Einkommen im Alter ist für UnternehmerInnen ein sehr vielschichtiges Thema. UnternehmerInnen müssen einen oft schwierigen Spagat zwischen betrieblicher und privater Vorsorge bewältigen. Die Fragen reichen bis hin zur Betriebssicherung über die eigene Pension hinaus und auch die private Vorsorge für UnternehmerInnen darf nicht vergessen werden. Es eröffnet sich auf jeden Fall eine breite Palette an Möglichkeiten, von gezielter Reinvestition ins Unternehmen über strategische Nachfolgeregelungen bis zu passender privater Pensionsvorsorge und Vermögensaufbau.

Mag. Helmuth Rieder, Geschäftsführer Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH

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Die Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH unter Leitung von Geschäftsführer Mag. Helmuth Rieder hat zu allen Versicherungsfragen mit einem kompetenten Team, das sich laufend intensiv mit diesen Fragen beschäftigt, eigene Analyse- und Entscheidungshilfen entwickelt – die Hypo Tirol Risikomatrix. Mag. Helmuth Rieder: „Eine ganzheitliche Absicherung des Unternehmens ist für jede Unternehmensführung in Zeiten einer stark in Bewegung geratenen Wirtschaft eine große Herausforderung. Die erste Hürde dabei ist nicht die Entscheidung selbst, sondern die Analyse der tatsächlichen Situation und der Risiken im Unternehmen. Es gibt Risiken, die liegen

auf der Hand, einige davon sind aber auch für UnternehmerInnen nicht unbedingt sofort erkennbar. Mit der Hypo Tirol Risikomatrix haben wir bei der Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH ein Instrument geschaffen, mit dem das komplexe Beziehungsnetz von unternehmerischen Risiken übersichtlich und realistisch dargestellt werden kann. Damit können sehr sichere und vor allem individuelle Entscheidungsgrundlagen schnell erarbeitet werden.“

Das Wissen über neue Trends Die Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH arbeitet immer wieder mit externen Finanzexperten und


Unternehmen werden auch die möglichen KMUFörderungen, bei denen es immer wieder Neues gibt, nicht ausgeschöpft. Gerade oft scheinbar kleine Förderungen können für die Vorsorge aufgrund des Zeitfaktors große Effekte auslösen.“ Thomas Gfrei, Teamleiter Firmenkunden der Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH: „Vorsorge ist in vielen Unternehmen ein Thema, von dem alle wissen, dass es wichtig ist und angegangen werden muss, für das aber oft wenig Zeit bleibt. Wir arbeiten hier sehr stark mit Bildern und können mit unseren Analyseinstrumenten gezielt auf die individuelle Situation unserer Kunden eingehen. Dadurch schaffen wir zuerst einen Überblick über die anzugehenden Fragestellungen. Bei den UnternehmerInnen selber ist auch private Vorsorge sehr oft ein Thema, das hinten angestellt wird. Wir erinnern sanft daran und stellen den UnternehmerInnen mit unserer Hypo Tirol Risikomatrix geeignete und sehr detaillierte Analysen zur Verfügung, mit denen die richtigen Entscheidungen effizient und sicher getroffen werden können.“

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der Wissenschaft zusammen. Bei der Erstellung der Hypo Tirol Risikomatrix war die Universität Innsbruck, das Institut für Banken und Finanzen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Innsbruck, eingebunden. Einer der Experten dort u.a. für Altersvorsorge ist Univ.-Prof. Dr. Matthias Bank, der über alp S in die Entwicklung der Risikomatrix eingebunden war. Bank: „Der Zug der Zeit in der Altersvorsorge geht in Richtung ‚Defined Contribution‘, d.h. die Unternehmen zahlen an die MitarbeiterInnen die Vorsorgebeiträge aus und die MitarbeiterInnen veranlagen diese individuell. Erstens wird dadurch das Risiko breiter gestreut, die Verantwortung für die Vorsorge geht weg von der Institution oder Organisation hin zum Menschen und dieser kann sein individuelles Risiko wählen. Für die Unternehmen wirkt es zudem auch bilanzentlastend, damit verbessern sich die Bedingungen am Kapital- und Geldmarkt. Bei Basel II und besonders Basel III wirken sich alle bilanzentlastenden Maßnahmen günstig auf die Konditionen aus.“

Univ.-Prof. Dr. Matthias Bank, Universität Innsbruck, Experte für u. a. Altersvorsorge

Vorsorge muss langfristig betrachtet werden Vorsorge ist ein Thema, das in keinem Fall auf die lange Bank geschoben werden sollte. Die Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH hat in den vergangenen Jahren den Trend wahrgenommen, dass nachhaltige Vorsorge an der individuellen Situation des Unternehmens angesetzt werden muss. Das klingt banal, ist aber in Zeiten immer komplexerer und doch standardisierter Vorsorgeprodukte am Markt für den Kunden oft nicht mehr einfach abzuschätzen. Die betriebliche Vorsorge besteht aus verschiedenen Themen, die von der Vorsorge für MitarbeiterInnen (Vorsorgemodell nach § 3/1/15 EStG und Pensionskassenmodelle), der „Abfertigung Neu“ (betriebliche Vorsorgekassen) bis hin zu Pensionszusagen für Führungskräfte und Organen von Unternehmen reichen. Gerhard Platzer ist im Team der Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH Spezialist für Vorsorge. Gerhard Platzer: „Die Palette der Möglichkeiten wurde in den letzten Jahren immer breiter, umso mehr Zeit und Wissen erfordert die Analyse der jeweiligen Ausgangssituation, um dann auch den richtigen Mix finden zu können. Wir haben uns bei der Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH umfassend mit der Materie beschäftigt und schaffen durch strategische Analyseinstrumente einen Mehrwert für unsere Kunden. Gute Produkte haben inzwischen viele entwickelt, wir aber können unsere Kunde umfassend beraten, welche Vorsorge- und Versicherungsprodukte und Maßnahmen individuell am effektivsten eingesetzt werden können. In vielen

Die Uhr tickt: demografische Entwicklung und Wirtschaftsentwicklung Gerhard Platzer: „Besonders auff ällig ist derzeit, dass die wirtschaftlichen Einbrüche in den vergangenen zwei Jahren dazu geführt haben, dass die Unternehmen bei der Vorsorge noch zurückhaltender agieren als schon vorher. In Anbetracht der demografischen Entwicklung ist das eine besorgniserregende Haltung, weil der Generationenvertrag in den kommenden Jahren nicht mehr so wie bisher funktionieren wird und auch Unternehmen hier stark betroffen sein werden. Die Vorsorgeschienen werden sich weiter Richtung betrieblicher und privater Vorsorge verschieben müssen. Hier kommen auch auf die Unternehmen große Themen zu, die bereits im Raum stehen und angegangen werden müssen. Viele Unternehmen sehen heute noch Vorsorge sehr stark unter dem Aspekt der Steuerersparnis, es müsste aber schon heute wirkliche Vorsorge im Vordergrund stehen.“ Die beste Vorsorge fängt step by step klein an, ohne das Unternehmen zu belasten. UnternehmerInnen müssen neben der Unternehmensentwicklung auch die Familie, die eigene Absicherung, Vermögensaufbau und die Verwirklichung der eigenen Träume im Blick behalten. Die richtige Mischung dafür gibt es nicht von der Stange, mit der richtigen Analyse und Beratung findet heute aber jedes kleine und mittelständische Unternehmen leistbare Sicherheit.

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Hypo Tirol Versicherungsmakler GmbH Meraner Straße 8/2 6020 Innsbruck Tel.: 0512/50700 versicherungsmakler@ hypotirol.com www.hypotirol.com

Defined Benefit vs. Defined Contribution Bisher stand für Unternehmen bei Betriebsrenten die Auszahlungssicherheit im Vordergrund. Mit Defined Contribution steuert das Unternehmen seine Beitragshöhe – und lässt den Markt die Auszahlungshöhe bestimmen. Wenn es um die Betriebsrente ging, haben viele Unternehmen bisher vor allem nach dem Defined-Benefit-Prinzip gearbeitet. Das heißt, der Mitarbeiter hat auf seine eingezahlten Beiträge eine festgelegte und garantierte Rente (Benefits) erhalten. Aus den USA kommend setzt sich auch hier mehr und mehr das Defined-Contribution-Modell durch. Der Unterschied: Das Unternehmen leistet einen festen Beitrag zur Betriebsrente (Contribution), allerdings wird keine Auszahlung in einer bestimmten Höhe garantiert. Diese richtet sich vielmehr nach der aktuellen Situation auf dem Aktienmarkt.

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www.facebook.com/econova.at eco.nova.at auf Facebook Diesen Monat hat eco.nova den 800. Freund dazugewonnen – wir freuen uns über das Interesse und jedes Ihrer Postings! Und mit den statistischen Werten geht’s auch nach oben! eco.nova.at Viele Ausgaben für Juni Ab Mitte Juni wurde es etwas eng für die vielen Informationen zu unseren Ausgaben: Neben der Lifestyle-Ausgabe erscheint auch Tirol im Sommer und – unsere „grüne“ Ausgabe, auf die wir sehr stolz sind. Und Preise gibt es auch wieder zu gewinnen für unsere Freunde. eco.nova.at In den Top 500 schmökern Sie halten die aktuelle Wirtschaftsausgabe in der Hand. Was heißt das? Dass nämlich die vorherige Ausgabe schon wieder auf Facebook zum Online-Schmökern veröffentlicht ist. Und sollten Sie noch einen Artikel aus einer noch früheren Ausgabe nachlesen wollen, finden Sie diesen auf unserer Website! eco.nova.at zum Kommentieren Nutzen Sie unsere Facebook-Seite, um uns Ihr Feedback zu schreiben. Der neue Leserbrief heißt „Pinnwandeintrag“! Wir sind gespannt! eco.nova.at Postings des Monats Nr. 1: Frage kurz vor Veröffentlichung unserer Top-500-Ausgabe: Was glaubt ihr? Welche Farbe wird die Titelseite der Top-500-Ausgabe 2011 der eco.nova haben? MitarbeiterInnen des Hauses sind von unserem kleinen Ratespiel natürlich ausgeschlossen ...

eco.nova.at Posting des Monats Nr. 1: 2098 Impressionen und 17 Kommentare. Danke Freunde! eco.nova.at Posting des Monats Nr. 2: Einer der Gewinner unseres Zugspitz-Gipfelmotivations-Workshops, Herr Walch, war so freundlich, seinen Gutschein weiterzugeben. Und zwar an keine Geringere als die Weltklasse-Seglerin Carolina Flatscher. Das freute Carolina und das freut uns! eco.nova.at Posting des Monats Nr. 3: Es gibt so manchen Titel, von dem keiner weiß, dass es diesen überhaupt gibt. Bruno König, unser Fachmann der Automobilbranche, ist stolzer Träger eines solchen Titels: Tiroler Meister bei den Aufsitzmähern ... eco.nova.at

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eco.nova.at Facebook-Statistik 1.589 monatlich aktive Nutzer (+159 seit letzter Woche), 805 Personen gefällt das (+15), 50 Pinnwandeinträge oder Kommentare diese Woche (+13), 228 Besuche diese Woche (–4) Stand: 28.05. – 26.06.2011 eco.nova.at

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Fritz ist hier: Polizeizentrale Innsbruck? Das Thema Social Media gönnt uns keine Pause. Woche für Woche gibt es Neuigkeiten, Änderungen, Verbesserungen und Umstellungen, an die wir uns gewöhnen müssen. Und die wir vor allem in unserem Sinne nutzen sollten.

Caroline Holzknecht, Projektleiterin, ICA

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Vor kurzem ist auf der Pinnwand von Facebook das Thema „Fragen“ aufgetaucht. Jeder Facebookuser, jede Facebookgruppe oder jedes Facebookunternehmen hat nun die Möglichkeit, Fragen an seine/ihre Community zu stellen. Das Ganze funktioniert, wie bei Facebook üblich, sehr einfach und verleitet dadurch zur Übertreibung. Doch eine exzessive Nutzung des neuen Tools führt unter Umständen dazu, dass Fans sich genervt fühlen und einem die Freundschaft – jedenfalls auf Facebook – kündigen. Daher unser Tipp: Überlegen Sie sich jede Frage dreimal. Checken Sie das Interesse Ihrer Freunde an dem Thema, überdenken Sie den Zeitpunkt der Fragestellung und überprüfen Sie den Zeitabstand zu Ihrem letzten Posting/Ihrer letzten Frage. Eine weitere interessante Facebookapplikation ist „Orte“. Hier kann jeder Facebookuser seinen Aufenthaltsort über die eigene Pinnwand veröffentlichen. Es besteht auch die Möglichkeit, einen neuen Platz bzw. Aufenthaltsort innerhalb von Facebook anzulegen. Das Ganze funktioniert aber nur über mobile und GPS-fähige Geräte. Mit diesem Feature bietet sich die Möglichkeit einer weiteren Präsenz auf meiner Bühne, von Facebook. „Nach wie vor ist in Social Media auch Vorsicht und bewusstes Handeln notwendig“, meint Caroline Holzknecht von ICA. Nach dem Motto „Wo gehobelt wird, fallen auch Späne“ sind auch in diesem Bereich Viren- und Spamkünstler unterwegs. „Klicken Sie auf keine Inhalte bzw. externe Verlinkungen, welche Sie nicht mit Ihren Freunden in Verbindung bringen würden“, so ein guter Tipp von Caroline. Denken, entscheiden und dann erst handeln, auch wenn die Versuchung des schnellen Klicks noch so verlockend ist. In diesem Sinne, http://www.facebook.com/onlinemarketing.socialmedia


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Jobs und Personal per Mausklick! Der eJob-Room des AMS ist Österreichs größte Jobbörse. Im eJob-Room finden UnternehmerInnen Bewerbungen, die von Arbeitsuchenden selbst im eJob-Room eingegeben wurden, aber auch Bewerbungen, die vom AMS Tirol direkt zur Verfügung gestellt werden. Der eJob-Room (www.jobroom.at) des AMS ist Österreichs größter Stellenmarkt im Internet. „Unternehmen haben die Möglichkeit, eigeninitiativ freie Stellen zu inserieren bzw. BewerberInnen zu suchen. Mit dem eJob-Room gelingt es dem AMS Tirol, auch neue Unternehmen zu überzeugen, die den herkömmlichen Vertriebswegen des AMS eher skeptisch gegenüberstehen“, lädt Dr. Karin Klocker vom AMS Tirol zu einem Besuch des eJob-Rooms ein. Die Nutzung des eJob-Rooms ist mit oder ohne Registrierung (= Konto) möglich. Im Bereich mit Konto können sowohl die Kundendaten als auch Suchprofi le gespeichert werden. Die KundInnen werden über SMS oder E-Mail (über eine eigene Kunden-Homepage) informiert, falls Interesse an deren Angebot besteht. Die Basis für angebotene freie Stellen bzw. für BewerberInnen bilden Inhalte aus der AMS-Datenbank, aber auch die von KundInnen selbst im eJob-Room verfassten Stellenangebote bzw. Stellenbewerbungen. Im Bereich ohne Konto werden keine Kundendaten

gespeichert, es kann nur in den Daten der AMS-Datenbank gesucht werden. Im eJob-Room für Unternehmen können Unternehmen über selbst verfasste Inserate freie Stellen anbieten, Arbeitskräfte suchen und diese per E-Mail oder SMS kontaktieren. Ein Stellenaviso erlaubt die Bekanntgabe von freien Stellen an das AMS Tirol. Im eJob-Room für Arbeitskräfte können diese freie Stellen suchen, sich den Unternehmen als Arbeitskraft präsentieren und in der Folge per E-Mail oder SMS mit interessierten Unternehmen in Kontakt treten. „Seit Jahren vermitteln wir erfolgreich Personal an die heimische Wirtschaft“, so Dr. Karin Klocker, „der eJob-Room ist eine wichtige und wertvolle Ergänzung zu den persönlichen Vermittlungsaktivitäten, die die ExpertInnen des AMS Tirol täglich leisten.“

Foto: Paul Weber

Besuchen Sie auch unsere Homepage: www.ams.at/tirol und www.arbeitszimmer.cc

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Finanzieren & Versichern

Die Zukunft Europas und seiner Währung „2010 war ein spannendes und erfolgreiches Jahr für uns und unsere Kunden. Wir sind zuversichtlich, den mit Recht hohen Ansprüchen unserer Kunden auch in diesem Jahr wieder gerecht zu werden.“ Schoellerbank-Direktor Mario Bernardi

Wohin geht der Trend? Die Finanzkrise hat in den letzten Jahren einiges durcheinandergewirbelt – vor allem, was das Vertrauen in diverse Anlageformen betriff t. Nun zeigt sich das Spektrum aber wieder breiter gestreut. So sieht die Schoellerbank sowohl in Aktien, Anleihen als auch Rohstoffen (weiterhin) Potenzial. Direktor Mario Bernardi: „Im Aktienbereich sehen wir besonders interessante Kaufchancen in den Sektoren Basiskonsumgüter, Gesundheitswesen, Informationstechnologie und Telekommunikation. Auch in anderen Sektoren sind die qualitativ hochwertigsten Unternehmen oft noch immer die günstigsten.“ Das derzeitige Umfeld und der relative Zinsvorteil längerer Laufzeiten gegenüber dem Geldmarkt sei daneben günstig für den Kauf konventioneller Anleihen. Dass die Schoellerbank generell kein Freund von Experimenten ist, ist bekannt. Und dass diese Strategie richtig ist, zeigt das jüngste Bilanzergebnis, dessen Trend jedenfalls klar nach oben geht. „Der äußerst positive Geschäftsbericht freut uns sehr und ist die beste Motivation, um auch in Zukunft unseren Erfolgskurs fortzusetzen“, so Bernardi.

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„Der ist an allem Schuld“, meinte ein Euro-Kritiker zum ehemaligen deutschen Finanzminister Dr. Theo Waigel, als dieser kürzlich in München in einer Bank Geld abheben wollte. Aber da war er beim „Vater des Euro“ am Falschen: „Was haben Sie denn bisher durch den Euro verloren? Und wie hoch ist die Inflationsrate? Ja, die beträgt etwa 2 Prozent. Aber in den letzten 10 Jahren unter 2 Prozent, besser als die D-Mark 10 Jahre zuvor!“ So begann der ehemalige deutsche Finanzminister bei einer Veranstaltung der Kanzlei Grüner & Partner sein flammendes Plädoyer für den Euro. Seine Verbindung zum Euro geht jedoch weit über die Namensgebung hinaus – er ist nach wie vor viel zitierter Experte zu Fragen in der europäischen Währungs-, Finanz- und Steuerpolitik. Heute ist der ehemalige Finanzminister und CSU-Vorsitzende Waigel als Rechtsanwalt in München tätig.

Euro hat Wirtschaft gestärkt „Was glauben Sie eigentlich, was nach dem 11. September 2001, den Jugoslawienkriegen, den Krisen im Osten und vor allem nach der Finanzkrise der letzten beiden Jahre los gewesen wäre, wenn wir 25 oder 30 verschiedene Währungen in Europa gehabt hätten? Die Trümmer wären uns um die Ohren geflogen. Europa wäre eine Trümmerlandschaft im Währungsbereich gewesen. (...) Wir würden weltweit im Moment überhaupt keine Rolle spielen, wenn es die gemeinsame Währung nicht gäbe.“ Zudem würde das derzeitige Wirtschaftswachstum etwa in Deutschland oder Österreich ohne den Euro „sicher nicht möglich sein“. Dr. Theo Waigel betonte sein Vertrauen auf die Stabilität des Euro, der wesentlich besser dastehe als bei seiner Einführung: „Die Bilanz, die der Euro aufzuweisen hat, heute nach 12 Jahren, ist fabelhaft, besser, als ich es erwartet habe.“

Kein unbegrenzter Finanzausgleich Von einer „Krise“ der europäischen Gemeinschaftswährung könne keine Rede sein. Die Inflation sei unter Kontrolle, der Bürger müsse sich keine Sorgen machen. Zwar habe Europa an Problemen einzelner „kleinerer“ Euro-Länder zu knabbern, diese seien jedoch auf die Finanzkrise zurückzuführen und kein Problem der Währung an sich. Laut Waigel habe Irland mit seiner aufgeblähten Bankenstruktur zu kämpfen, Portugal müsse sein Geschäftsmodell grundlegend ändern und die Aufnahme von Griechenland in die Wirtschafts- und Währungsunion habe er persönlich niemals unterstützt. Zusammenfassend meinte Waigel: „Hilfe zur Selbsthilfe – ja, aber ein unbegrenzter Finanzausgleich, wo man für alles haftet, was dort passiert, kann nicht richtig sein.“

„Es hat noch nie eine Welt ohne Krise gegeben“ Man wisse genau, was man tun könne, um die letzte Krise nicht zu wiederholen – gesunde Finanzen seien jedenfalls die maßgebliche Voraussetzung für die europäische Währungsunion. Als Herausforderungen sieht Waigel das Durchsetzen von Maßnahmen auf europäischer Ebene im Bereich der Finanzarchitektur und der Haushaltspolitik, die Schaffung einer entsprechenden Finanzaufsicht und eine stärkere Europäisierung – insbesondere im Bereich der Ratingagenturen – , um „die europäische Stimme im weltweiten Finanzsystem zur Geltung zu bringen“.


BTV Leasing baut Marktanteil aus Die BTV Leasing blickt auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr zurück und legte im Jahr 2010 vor allem beim Neugeschäft stark zu. So konnte im Bereich Mobilienleasing der Marktanteil in Österreich von 3,91 % auf 6,33 % nahezu verdoppelt werden. In Tirol ist die BTV Leasing in diesem Bereich erstmals unangefochtener Marktführer. Diese positive Entwicklung katapultiert das Unternehmen im gesamtösterreichweiten Ranking um gleich zwei Ränge nach oben auf Platz 7. Auch in Deutschland wurden über das gesamte Jahr kontinuierlich Zuwächse erzielt. 2010 wuchs das Neugeschäft stärker als der Markt und konnte mit einem Plus von 27,7 % sehr erfolgreich abgeschlossen werden. Der Expansionsmarkt Schweiz weist ebenfalls eine erfreuliche Entwicklung auf.

Eurokunde Seit der Währungsumstellung 2002 gibt es den EuroBus der Oesterreichischen Nationalbank. Heuer tourt er bereits zum 10. Mal durch Österreich und ist noch bis zum 29. September unterwegs. In Innsbruck macht der Info-Bus am 29. Juli halt. Mehr als 650.000 Kundenkontakte verzeichnete die OeNB seit der ersten Eurotour im Jahr 2002. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren unglaubliche 458.577.385 Schilling in Euro gewechselt. Anlässlich der Jubiläumstour hat die OeNB eine Auswahl an Geschichten zu kuriosen Schilling-Fundorten zusammengetragen. Das daraus entstandene Anekdotenbüchlein ist nebst zahlreichen Informationen rund um das Thema Euro bei allen Stationen der diesjährigen Eurotour kostenlos erhältlich. Insgesamt macht der Bus an 68 Stationen in ganz Österreich halt. Jeweils von 9 bis 18 Uhr können die Besucher wie gewohnt kostenlos Schilling in Euro wechseln (ja, das wird immer noch gemacht!) und beim Euro-Sicherheitscheck echte Banknoten mit Fälschungen vergleichen. Infos unter www.oenb.at/euro-bus.

Die EFM-Versicherungsmakler in Tirol, v. l.: Hans-Peter Krissmer (EFM Imst), Florian Singer (EFM Innsbruck), Josef Kuenz (EFM Seefeld), Georg Langmaier (EFM Kufstein), Mag. Christopher Rossiwall (EFM Innsbruck), Karin Mark-Flür (EFM Imst), Bernd Ganzer (EFM Matrei), Willi Purner (EFM Terfens), Michael Hochmuth (EFM Hippach), Roland Gratl (EFM Lienz), Martina Hagspiel (EFM Innsbruck), Christian Profer (EFM Lienz)

Drum prüfe, wer sich ewig bindet Die Medien auf der gesamten Welt berichteten monatelang davon: William & Kate – die Märchenhochzeit des Jahrhunderts. Auch in Österreich treten in dieser Jahreszeit viele Paare vor den Traualtar. Doch was viele Frischvermählte im Liebestaumel oft nicht bedenken, sind die Versicherungsangelegenheiten. Abgesehen davon, dass bei einer Namensänderung alle Verträge korrigiert werden müssen, bieten viele Versicherungen besondere Konditionen für Ehepaare als auch Lebenspartner mit gemeinsamem Haushalt. Aus diesem Grund macht sich eine genaue Überprüfung der Versicherungspolizzen auf jeden Fall in der Hochzeitskassa bemerkbar. Falls Sie bisher noch keine gemeinsame Haushaltsversicherung hatten, ist eine gemeinsame Versicherung anzustreben. Hier gilt die Faustregel, dass die „jüngere Polizze“ gekündigt werden kann. Die Heirat könnte auch Auswirkungen auf Ihre KfzVersicherung haben, falls in der Polizze nur bestimmte Nutzer eingetragen sind. In diesem Fall sollten sich die Partner jeweils beim anderen als Fahrer vermerken lassen. Was gern und häufig vergessen wird, sind die Änderungen der Bezugsrechte von Lebensversicherungen. Auch hier sollte man sich gegenseitig als Begünstigten eintragen lassen, um im Fall des Todes für den Hinterbliebenen vorsorgen zu können. Wenn Sie Kinder bekommen, vergessen Sie nicht, auch diese durch eine Vertragserweiterung früh genug gegen Unfall und Krankheit abzusichern. Achtung, Kinder müssen innerhalb eines Monats gemeldet werden, um Wartezeiten bei der Krankenversicherung zu vermeiden!

Mehr Informationen dazu bei Ihrem EFM-Versicherungsmakler! EFM – mit über 50 Standorten DIE Nr. 1 in Österreich! Für Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter ter der EFM-Versicherungsmakler unter den en n unten angegebenen Telefonnummern gerne zur Verfügung. Mehr Informationen finden Sie im Internet unter www.efm.at

EFM-Büros in Tirol EFM Hippach, Hippach-Dorf 9, 6283 Hippach, 05282/20581, hippach@efm.at EFM Imst, Johannesplatz 10, 6460 Imst, 05412/66338, imst@efm.at EFM Innsbruck, Höttinger Auffahrt 5, 6020 Innsbruck, 0512/908045, innsbruck@efm.at EFM Kufstein, Vorderthiersee 87c, 6335 Thiersee, 05376/20123, kufstein@efm.at EFM Lienz, Amlacher Straße 2/Stg. 3, 9900 Lienz, 04852/56757, lienz@efm.at EFM Matrei, Pfarrangerweg 19, 9971 Matrei, 04875/20138, matrei@efm.at EFM Seefeld, Am Kirchwald, 6100 Seefeld, 05212/2493, seefeld@efm.at EFM Terfens, Umlberg 57, 6123 Terfens, 05224/68313, willi.purner@efm.at

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experten.tipp


Nachhaltigkeitsfonds nüchtern betrachtet Öko- und Ethikfonds liegen stark im Trend. Doch was steckt hinter dem Zauberwort „Ethikfonds“ wirklich? Ist man in der Lage, mit Öko- und Ethikinvestments signifikant besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt? Diese Fragen stellen sich Anleger, die gerne hinter die Kulissen blicken. Antworten darauf finden Sie in diesem kritischen Beitrag.

Das Geschäft mit dem guten Gewissen boomt, doch die wenigsten Anleger wissen, wie Ethikfonds arbeiten bzw. wie die Aktienselektion von Ethikfonds zustande kommt. Doch genau die groben Selektionskriterien sind für die langfristige Performanceentwicklung entscheidend. Ethikfonds, auch Nachhaltigkeitsfonds genannt, mixen die Zutaten ihres Aktienportfolios primär nach Methoden und Kriterien, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit finanziellen Erfolgen des Unternehmens stehen.

Text: Michael Kordovsky

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Darunter fallen: Ausschlusskriterien („Blacklist“): Ausgeschlossen werden beispielsweise Unternehmen aus Branchen bzw. Hersteller von Produkten, die als nicht ethisch einwandfrei befunden werden, wie zum Beispiel Firmen aus den Bereichen Glücksspiel, alkoholische Getränke, Rüstung, Tabak, Atomenergie und Pornographie. Produkte, die zum Ausschluss führen können, sind darüber hinaus noch Waren auf chlorchemischer Basis und gentechnisch veränderte Lebensmittel. Weitere Ausschlusskriterien wären bekannte Fälle von Diskriminierungen von Minderheiten, Korruption und Tierversuchen innerhalb des Konzerns. Positive Selektionskriterien („Whitelist“): Bei der Po-

sitivauswahl erfolgen Investments in Unternehmen, die erwünschte Produkte und Dienstleistungen anbieten oder bestimmte Produktionsverfahren nutzen. „Best-in-class“-Ansatz: Dieser basiert auf einer Selektion mittels Peer-Group-Vergleich. Investiert wird in jene Unternehmen, die innerhalb ihrer Branche ökologische und ethische Standards am besten erfüllen. Themenfonds: Diese können sich auf nachhaltige Themen wie Alternative Energie, Umwelttechnologie oder Abfallentsorgung konzentrieren. Diese Fonds werden auch als Ökofonds bezeichnet.

Corporate Governance als wahre Quelle der Nachhaltigkeit Laut European SRI-Study 2010 von Eurosif stieg in Europa das Volumen des gesamten nachhaltig verwalteten Vermögens (SRI assets under management) von 2007 bis 2009 um 87 Prozent von 2,7 auf 5,0 Billionen Euro. Davon fallen 1,2 Billionen auf SRI (Social and Responsible Investments) im engeren Sinne (Verfolgung von Kernstrategien), die das Ergebnis einer normen- und werteorientierten Selektion in Kombination mit diversen positiven Kriterien sind, während der Rest globalere Ansätze verfolgt. Die Gruppe der „Ethikfonds im weiteren Sinne“ verfolgt unterschied-


Auf die Integration von ESG (Environmental, Social, Governance) fällt in Europa bereits ein Volumen von 2.828 Milliarden Euro, was in Bezug auf Governance eine erste Orientierung an wesentlichen, erfolgsrelevanten und greif baren Fakten darstellt. Corporate Governance ist die Gesamtheit der organisatorischen und inhaltlichen Ausgestaltung der Führung und Überwachung von Unternehmen. Es ist ein rechtlicher und faktischer Ordnungsrahmen im Sinne der Gesamtheit aller internationalen und nationalen Regeln, Vorschriften, Werte und Grundsätze, die für die Führung und Überwachung von Unternehmen gelten. Der Bereich Corporate Governance ist die eigentliche Quelle der Ethik und Nachhaltigkeit in Unternehmen. Eine gute Corporate Governance kommt durch eine transparente Unternehmenskommunikation, ein funktionierendes Risikomanagement, gutes Verhältnis zu Behörden und anderen Interessengruppen (Stakeholder) sowie langfristig wertschaffende Managemententscheidungen zum Ausdruck. Mit einem milden Lächeln verfolgt werden kann hingegen die „Engagement-Strategie“, denn Fondsanbieter mit breiter Produktpalette können in mehreren Fonds ein und dieselbe Aktie halten. Im Extremfall kann es ohne vorherige Koordination dazu kommen, dass der Manager des Ökofonds dann bei der Hauptversammlung anders stimmt als sein Kollege, der einen rein profitorientierten Fonds managt. Im Jahr 2010 versuchten bereits Ethikfonds mit einem Volumen von 1.514 Milliarden Euro Einfluss zu nehmen, was mittlerweile eine nicht mehr zu vernachlässigbare Größenordnung darstellt. Ein schrulliges Selektionssystem ohne jeglichen betriebswirtschaftlichen Bezug ist die Blacklist-Strategie, hinter der jedoch bei den Ethikfonds im weiteren Sinne ein Volumen von 986 Milliarden Euro steht. Das Performanceergebnis dieser Selektion gleicht jenem einer Auswahl per Zufallsgenerator. Genauso könnte man Firmen ausschließen, deren Firmenlogo eine rote Farbe aufweist.

5 Jahre: Durchschnittsperformance Top 20: Durchschnittsperformance Flop 20: Durchschnitt: Lyxor ETF MSCI World

20,35 % –25,28 % –2,47% –1,32 %

3 Jahre: Durchschnittsperformance Top 20: Durchschnittsperformance Flop 20: Durchschnitt: I-Shares MSCI World-ETF:

14,80 % –49,05 % –17,13 % –6,95 %

Langfristig gibt es keinerlei signifikante Performanceunterschiede zwischen der Gesamtheit an Öko- und Ethikfonds und dem Weltaktienindex als Benchmark für die Entwicklung der globalen Aktienmärkte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass durch die aus fundamentalanalytischer Sicht teilweise etwas eigenwillige Aktienselektion der einzelnen Fonds unterschiedliche Portfolios generiert werden, deren Entwicklung sich im Durchschnitt dem Gesamtmarkt annähert. Der gleiche Effekt kann erzielt werden, wenn mittels Zufallsgenerator mehrere hundert Portfolios bestehend aus 40 bis 70 Aktien zusammengestellt werden, deren Durchschnittsperformance sich mit wachsender Anzahl jener des Gesamtmarktes annähert.

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liche Strategien. Sie selektiert mittels Ausschluss, versucht bei den Hauptversammlungen als Aktionäre einen ethisch positiven Einfluss auf die Geschäftsleitung auszuüben (Engagement) und/oder zeichnet sich durch die formelle Integration von ökologischen und sozialen Risikofaktoren sowie Aspekten der Corporate Governance (ESG) in den Prozess der Investmentanalyse aus.

Allerdings gab es in den vergangenen drei Jahren infolge der Miteinbeziehung von Ökofonds in die untersuchte Grundgesamtheit, deren primärer Schwerpunkt in Photovoltaik- und Windkraft-Aktien liegt, eine negative Abweichung zum Gesamtmarkt, denn sowohl die Produktion von Solarzellen als auch die Herstellung von Windturbinen ist mit weltweiten Überkapazitäten und einem regelrechten Preisverfall konfrontiert. Auch die Reaktorkatastrophe von Fukushima führte hier zu keiner unmittelbaren Wende. Nach einem kurzen Strohfeuer setzten deshalb die Aktien der beiden Windturbinenhersteller, Vestas und Gamesa, ihre Talfahrt fort. Ähnlich verhielten sich auch die Kurse der beiden Photovoltaik-Giganten Suntech Power und First Solar.

Öko- und Ethikfonds auf dem Prüfstand

Nach dem Erlöschen des Strohfeuers infolge von Fukushima wurden die Anleger erneut von der bitteren Realität enormer Überkapazitäten und sinkender Margen eingeholt Quelle: OnVista

Ob nachhaltige Investments signifi kant besser abschneiden als der Marktdurchschnitt, werden die nachfolgenden Ergebnisse eines Online-Fondsdatenbankscreening in FIAP (www.fondsprofessionell.at/ datenbank/top_flop_search.php) zeigen. Es wird dabei immer der Durchschnitts-Performancewert aus 2 Stichprobengruppen, nämlich den Top 20 und Flop 20, berechnet und der Performance eines am WeltAktienindex (MSCI-World) orientierten ETFs gegenüberstellt. Dabei werden 2 Untersuchungszeiträume, nämlich 5 und 3 Jahre, betrachtet.

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Der Photovoltaikboom war gestern Gutmenschen, die noch vor wenigen Jahren glaubten, mittels Photovoltaik-Investments langfristig die Welt und ihren Geldbeutel zu retten, wurden vom Markt eines Besseren belehrt: Zwar stieg der PPVX-Solaraktien-Index angesichts eines globalen und einzigartigen Solarzellen-Booms im Zeitraum von 2003 bis 2009 um rund 814 Prozent, doch 2008 hat dieser Index fast 70 Prozent an Wert verloren. 2009 folgte ein moderater Anstieg um 23 Prozent und im Jahr 2010 folgte ein Rückgang um ca. 10 Prozent, während die Schwankungen des laufenden Jahres bis dato einem Nullsummenspiel gleichen. Wie schlecht die Aussichten für die Photovoltaik-Industrie sind, zeigt alleine die Tatsache, dass die Zeiten des knappen Solarsiliziums bald vorbei sein könnten. Laut Sunil Gupta, Leiter des Bereichs Solarmarktanalyse bei Morgan Stanley in Singapur, könnten 2012 wahrscheinlich alleine die 4 größten Hersteller, OCI, Hemlock, GCL-Poly und Wacker, den weltweiten Bedarf nahezu abdecken.

Derzeit werden die Produktionskapazitäten massiv ausgeweitet. Experten schätzen, dass sich in den kommenden 3 Jahren die Produktionskapazitäten infolge von Neueinsteigern und dem Ausbau bei etablierten Herstellern um mindestens 120.000 Tonnen Jahreskapazität erweitern werden. Doch gleichzeitig werde der weltweite Photovoltaikabsatz 2012 zum ersten Mal seit 40 Jahren rückläufig sein, da die größten Absatzmärkte wie beispielsweise Deutschland erste Sättigungstendenzen zeigen. Deshalb gehen Marktbeobachter bereits davon aus, dass sich bis 2012 die Preise für Solarsilizium in etwa halbiert haben. Dass nach dem Investitionsboom der vergangenen Jahre längere Zeit ein Stillstand eintreten könnte, lässt sich auch ganz einfach aus einer besonderen Eigenschaft von Solarzellen ableiten, nämlich einer Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren. Vor allem in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Häuser mit Solarzellen ausgestattet. Anlagen, die einmal installiert wurden, stehen nun mindestens für die nächsten 30 Jahre und ein zweites Deutschland ist nicht in Sicht.

Echte Nachhaltigkeit sieht anders aus Der primäre Schlüssel zu echter Nachhaltigkeit liegt in der Corporate Governance und das Schlüsselwort lautet Integrität. Wichtigster Bestandteil von Integrität ist ein kompromissloses Einhalten aller Gesetze, Verordnungen, Normen und Richtlinien sowie eine lückenlose Kontrolle der Einhaltung. Hinzu kommen Vorkehrungen zur Vermeidung von Interessenkonfl ikten und eine generell ehrliche und transparente Informationspolitik gegenüber allen relevanten Interessengruppen (Stakeholder). Zusätzlich ist noch Qualitätssicherung ein Instrumentarium zur Sicherung nachhaltiger Erfolge. Beachtet man diese Aspekte im Management, resultiert daraus eine zuverlässige Firma mit gutem Ruf. Ein gutes Image ist eine wichtige Grundlage zum Auf bau einer wertvollen Marke. Somit kann der Markenwert eines Unternehmens bzw. der Gesamtwert aller Marken eines Unternehmens als Indikator für nachhaltige Erfolge herangezogen werden. Zuverlässige Markenwerte werden von der Beratungsfi rma Interbrand in einer Liste der 100 teuersten Marken (z.B. Best Global Brands 2010) veröffentlicht.

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Top 10 der „Best Global Brands 2010“ laut Interbrand Unternehmen (Marke) Coca-Cola IBM Microsoft Google GE McDonald‘s Intel Nokia Walt Disney (Marke „Disney“) Hewlett-Packard

ISIN

Markenwert 2010 in Mrd. USD

US1912161007 US4592001014 US5949181045 US38259P5089 US3696041033 US5801351017 US4581401001 US6549022043

70,45 64,73 60,90 43,56 42,81 33,58 32,02 29,50

US2546871060 US4282361033

28,73 26,87

Diese Liste nachhaltig erfolgreicher Markenunternehmen kann bei einigen Gutmenschen einen regelrechten Wutausbruch auslösen, doch zu nachhaltigen Erfolgen bedarf es mehr als nur des Ausschlusses bestimmter Branchen und Produkte oder einer Selektion nach Produktionsverfahren und Produktpalette.

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Eigenmittelaufstockung, Modernisierung und Kooperationen stehen an oberster Stelle.

Tiroler Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Sparkassengruppe. Demnach glauben 43 Prozent der Unternehmer, dass ihr Betrieb in den nächsten drei bis fünf Jahren deutlich gestärkt und gewachsen sein wird, gut die Hälfte sehen diesen vergleichbar mit heute, nur ein Prozent glaubt an eine Reduktion oder Verkleinerung. Zwei Drittel rechnen mit einer Umsatzsteigerung in diesem Zeitraum, sechs von zehn glauben, dass die Zahl ihrer Kunden zunehmen wird, etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) glauben, ihren Gewinn steigern zu können, und knapp die Hälfte (48 Prozent) sehen eine verbesserte Eigenkapitalsituation. Immerhin jeder vierte Betrieb will 2011 auch Personal aufstocken. Nur mehr 5 Prozent denken an Stellenreduktion – im Vorjahr waren es noch 14 Prozent.

men setzen, an oberster Stelle der Prioritätenliste steht aber die Modernisierung des eigenen Betriebes. Zusätzlich zu den laufenden Investitionen sieht jeder dritte Unternehmer einen steigenden Kapitalbedarf. Die Sparkassengruppe möchte hier deutliche Akzente setzen. „Wir sind bereit zur Kreditvergabe und setzen uns massiv dafür ein, dass die neuen Rahmenbedingungen und Regulierungen nicht zur Benachteiligung der Kreditvergabe an Unternehmen führen werden“, gibt sich Unterdorfer kämpferisch. Abseits des klassischen Bankkredites setzen die Unternehmen in Zukunft stärker auf Factoring. Mit der Übernahme der Factoring Bank Intermarket Bank AG im Frühjahr dieses Jahres durch die Erste Bank hat die Sparkasse ihre Finanzierungspalette auch in diesem Bereich entsprechend erweitert, so Unterdorfer.

Text: Michael Posselt Foto: Florian Schneider

Eigenkapitalbasis steigern „Es ist erfreulich und auch sehr wichtig, dass die Tiroler Unternehmer optimistisch in die Zukunft schauen“, wertet Hans Unterdorfer, Vorstandsvorsitzender und Firmenkundenchef der Tiroler Sparkasse, die Umfrageergebnisse. Immer wieder werde das Wort „Kreditklemme“ ins Spiel gebracht oder auch über wirtschaftliche Schwierigkeiten von Kleinund Mittelbetrieben gesprochen. Viele Unternehmer zeichnen von sich selbst aber ein ganz anderes Bild, so Unterdorfer. Auch dass die Unternehmen ihre Eigenkapitalbasis steigern wollen, sei eine gute Nachricht, „denn im europäischen Vergleich sind die österreichischen Unternehmen Schlusslicht, was die Eigenkapitalausstattung angeht“, erklärt Unterdorfer. Ebenso würde diese Maßnahme auch deutlich zur Krisenresistenz heimischer KMUs beitragen.

Steigender Kapitalbedarf und bereitwillige Kreditvergabe Mehr als zwei Drittel der Unternehmen wollen in Zukunft mehr auf Kooperationen mit anderen Fir-

Mikrokredite jetzt auch in Tirol verfügbar Fortgesetzt und nun auch in Tirol verfügbar wird das Mikrokredit-Programm, das 2010 von Sozialminister Rudolf Hundstorfer als Pilotprojekt in Wien und der Steiermark ins Leben gerufen wurde. „Das Pilotprogramm stellt einen wichtigen und funktionierenden Ansatz der Arbeitsmarktpolitik zur Förderung von Existenzgründungen und nachhaltigen Schaff ung und Sicherung von Arbeitsplätzen dar“, so Hundstorfer. „Diese Finanzierungsform ermöglicht es uns, unsere Sparkassen idee aus den Gründungsstatuten von 1822 – Menschen, gleichgültig aus welcher sozialen Schicht, bekommen die Chance, ihre Einkünfte zu sparen, und erhalten Zugang zu Finanzierungen – treu zu bleiben, so Unterdorfer, und weiter: „Mit der Vergabe dieser Kleinstkredite wird es uns gelingen, die Grundsteine für funktionierende, erfolgreiche Unternehmen zu legen, die, wenn sie gewachsen sind, interessante und vor allem treue Kunden der Sparkassen sein werden.“

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„Es freut mich und ist auch sehr wichtig, dass die heimischen Unternehmer optimistisch in die Zukunft blicken.“ Hans Unterdorfer, Vorstandsvorsitzender und Firmenkundenchef der Tiroler Sparkasse

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Tiroler Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft


S&P 500 Index aktueller Stand: 1.280,10 (+1,79 %)

Nasdaq Composite Index aktueller Stand: 2.688,28 (+1,33 %)

Eurostoxx 50 (Price) aktueller Stand: 2.723,93 (–2,47 %)

Nikkei 225 aktueller Stand: 9.514,44 (–6,98 %)

ATX aktueller Stand: 2.636,57 (–9,22 %)

DAX aktueller Stand: 7.107,90 (+2,80 %)

Da braut sich was zusammen Die Erwartungen weiterer Staatsanleihenkäufe durch die amerikanische Notenbank trieben die Gold- und Silberpreise auf neue Rekordstände. Am 28. April 2011 stieg der Silberpreis auf ein Alltime-High von 49,51 US-Dollar pro Unze. Doch dann geschah etwas ganz Eigenartiges: Binnen 8 Tagen wurde von der Terminbörse, CME, eine Anhebung der Margin (Sicherheitsleistung) für Silberkontrakte um 84 Prozent beschlossen. Noch vor dem 25. April lag die Sicherheitsleistung bei 8.700 US-Dollar pro Kontrakt. Ab 9. Mai müssen 16.000 US-Dollar hinterlegt werden. Eine derartige Maßnahme dient der Verringerung der Volatilität und Eindämmung von Spekulationen. Nur das Ausmaß war dieses Mal exorbitant hoch und wird von kritischen Marktbeobachtern teilweise auch im Kontext mit möglichen weiteren Stützungsmaßnahmen der Fed gesehen. Die Folge war ein regelrechter Silber-Crash: Vom 28. April bis 5. Mai 2011 brach der Silberpreis um 29,4 Prozent auf 35 US-Dollar ein. Die Angst vor einem ähnlichen Szenario bei Ölkontrakten sowie erste Anzeichen einer sinkenden Ölnachfrage infolge einer weltweiten Konjunkturabkühlung führten am 5. Mai dazu, dass der Ölpreis knapp 10 Prozent einbrach, ehe in den darauffolgenden Wochen infolge eines schwächeren US-Dollars ein erneuter Anstieg des

Umlaufende Staatsanleihen 10 Y*) Deutschland Österreich USA China Indien

2,95 % 3,43 % 2,99 % 4,06 % 8,34 %

Ölpreises erfolgte, der jedoch nach der Bekanntgabe eines Verkaufes strategischer Ölreserven in Größenordnung von 60 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven der Internationalen Energieagentur (IEA) abrupt abbrach. Der Silberpreis ist indessen dabei, bei ca. 33 US-Dollar einen Boden zu bilden. Mit dem schwächeren Dollar fester tendierte der Goldpreis, denn die USA gelten seit dem Downgrade des Ratings für US-Staatsanleihen durch die Ratingagentur Feri EuroRating Services von AAA auf AA nicht mehr als Maß aller Dinge. Diese erste Herabstufung könnte auch Signalwirkung auf Moody‘s und S&P haben, die den Ausblick auf negativ senkten und sich somit die Option eines Downgrades offen lassen. Diese Entwicklungen und die noch ungelöste Schuldenkrise der Eurozone ließen den Euro gegenüber dem Schweizer Franken auf neue Tiefststände fallen, da der Schweizer Franken nach wie vor als sicherste Fluchtwährung gilt. Gleichzeitig tendieren das Konjunkturmetall Kupfer und der konjunktursensible Rohstoff Holz schwächer, während die Aktienmärkte beginnen abzubröckeln. Fazit: Alleine an diesen Bewegungen an den Finanz- und Rohstoffmärkten lässt sich die zunehmende Gefahr größerer Turbulenzen erkennen.

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Währungen (Euro im Verhältnis zu ...)

Rohstoffe

EUR / USD EUR / CHF EUR / JPY EUR / AUD EUR / ZAR EUR / GBP

Gold Silber Öl (Brent Crude) Kupfer Holz Weizen

1,4281 (+7,46%) 1,1929 (–3,98 %) 115,5075 (+6,63 %) 1,3676 (+4,69 %) 9,8108 (+10,73 %) 0,8934 (+3,74 %)

1.495,90 33,49 106,46 9.000,00 247,00 622,75

(+5,96 %) (+8,8 %) (+13,26 %) (–6,01 %) (–23,05 %) (–21,30 %)

*) Daten per 22.06.2011

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126,87 (+1,24 %)

Performance seit 31.12.2010 | Stichtag: 27.06.2011 Quellen: OnVista, eigene Recherche


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Die Wohnbau-Experten Mario Scherl (Volksbank Telfs), Werner Boppert (Volksbank Imst), Anton Brandner und Bernhard Krenslehner (Volksbank Reutte) – v.l.n.r. – sind sich einig: „Sichern Sie sich jetzt gegen steigende Zinsen ab.“ Foto: Volksbank

Im April 2011 ist die Inflation in Österreich auf 3,3 % gestiegen und im Jahresdurchschnitt 2011 erwartet das WIFO eine Inflationsrate von rund 2,8 %. Preistreiber Nr. 1 sind die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise in der jüngsten Vergangenheit.

Viele Experten sind sich einig: Wir stehen erst am Anfang der Zinsspirale – weitere Erhöhungen werden noch folgen, um die drohende Inflationsgefahr in den Griff zu bekommen. Wir von der Volksbank empfehlen unseren Kunden, insbesondere allen Kreditnehmern: „Schützen Sie Ihre Finanzierung langfristig, und zwar mit einer festgelegten Zinsobergrenze.“

Tipp 1: Ein Zins-Cap für eine bereits bestehende Finanzierung Mit einem sogenannten Zins-Cap (Zinsobergrenze) kann auch eine bereits bestehende Finanzierung nachträglich noch abgesichert werden. Die Volksbank bietet Ihnen individuelle Zins-Caps – zu bestmöglichen Konditionen. Nutzen Sie diese Gelegenheit jetzt, bevor die Zinsen weiter steigen und eine Absicherung dadurch teurer wird.

Tipp 2: Neue Kredite nur mit garantierter Zinsobergrenze Wer jetzt eine neue Finanzierung abschließt, sollte sich unbedingt für einen Kredit mit garantierter Zinsobergrenze entscheiden. Damit ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite, da bereits bei Abschluss der Finanzierung die maximale Ratenbelastung für die gesamte Kreditlaufzeit bekannt ist und man daher fi x kalkulieren kann.

Übrigens, zu jedem Wohnbau-Finanzierungsangebot der Volksbank Tirol InnsbruckSchwaz AG gibt’s jetzt gratis einen USBStick mit interaktiven Bauherren-Infos. Näheres dazu findet man auch im Internet unter www.wohn-bank.at und wer gleich einen Beratungstermin möchte, wählt am besten die kostenfreie Volksbank-Hotline 0800/82 81 23.

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10 Gründe, weshalb Kunden zu einem Kreditmakler gehen sollten: 1. Individuelles Finanzierungsgesamtkonzept unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und Risikobereitschaft des Kunden. 2. Rasche Entscheidungshilfe, ob das Finanzierungsvorhaben realistisch ist. 3. Der Kreditmakler sucht immer die Stärken des Kunden und vertritt ausschließlich dessen Interessen. 4. Unterstützung in der professionellen Gestaltung der Finanzierung (Kredit, Bausparfinanzierung und Leasing). 5. Neutraler Marktüberblick: Echter Angebotsvergleich frei von Interessenkonflikten. 6. Minimierung von Bürokratie durch professionelle Aufbereitung aller Unterlagen, die die Bank fordert – der Abwicklungsprozess wird beschleunigt. 7. Zeitersparnis: Bankenmarathon, ständig wechselnde Ansprechpartner und bürokratische Schikanen gehören der Vergangenheit an. 8. Prüfung von Kreditverträgen und Konditionen und Übersetzung von „Bankchinesisch“ in eine einfache, allgemein verständliche Sprache. 9. Nachhaltige Betreuung über den gesamten Lebenszyklus – der Kreditmakler bleibt auch nach der Finanzierungszusage der Ansprechpartner in Sachen Kredit. 10. Messbare Netto-Geldersparnis durch Konditionenoptimierung.

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Rechnet sich unser Fremdwährungskredit noch?

Der INFINA Online Quick-Check gegen Kreditsorgen Bereitet auch Ihnen Ihr Fremdwährungskredit Kopfzerbrechen? Dann machen Sie den INFINA Online Quick-Check. Österreichs führendes Kreditmaklerunternehmen, die in Innsbruck ansässige INFINA Credit Broker GmbH, stellt als „Erste Hilfe“ für Fremdwährungskreditnehmer einen Online-Rechner zur Verfügung und agiert österreichweit als unabhängige Instanz zwischen Kreditnehmern und Banken. Wer hätte sich vor einigen Jahren gedacht, dass endfällige Fremdwährungskredite eines Tages mit den heutigen Schwierigkeiten verbunden sind. Dabei führen vor allem ernste Gesprächsvorladungen von Banken, in extremen Fällen auch die Forderung, zusätzliche Sicherheiten zu erbringen, oder die Androhung von Zwangskonvertierungen in Euro bis hin zur Verrechnung von Liquiditätsaufschlägen auf die Zinsmarge bei vielen Fremdwährungskreditkunden zu massiven Verunsicherungen. Von Anfang Jänner 2008 bis 14. Juni 2011 (10:24 Uhr) hat der Schweizer Franken um 36,65 Prozent aufgewertet. Wer beispielsweise Anfang Jänner 2008 einen endfälligen CHF-Kredit im Gegenwert von 100.000 Euro aufnahm, steht heute bei seiner Hausbank mit 136.650 Euro in der Kreide. Sollte sich das bis zum Ende der meist 20- oder 25-jährigen Kreditlaufzeit nicht ändern, dann war der Fremdwährungskredit kein gutes Geschäft. Selbst wenn im gängigen 3-Monats-Referenzzinssatz der aktuelle Zinsvorteil (Stichtag 14.06.2011) von 1,30 Prozentpunkten p.a. erhalten bliebe, würde daraus bei einer Restlaufzeit von 15 Jahren – bei gleichbleibenden Währungsverlusten – im Vergleich zu einem endfälligen Eurokredit per Saldo ein Nachteil von 28.985 Euro resultieren, da schließ-

lich auf den in Euro umgerechnet höheren Betrag noch die Kreditzinsen (Referenzzinssatz plus üblicher Marge von 1,50 Prozentpunkten) zu bezahlen sind. Hinzu kommt noch die Tilgungsträgerproblematik, denn die meisten Ansparprodukte zur Kredittilgung blieben in ihrer Wertentwicklung hinter der ursprünglich kalkulierten Performance zurück, woraus eine Deckungslücke am Ende der Kreditlaufzeit resultiert. Aktuell besteht bei vielen Fremdwährungskrediten somit akuter Beratungsbedarf. Passives Verharren und das Hoffen auf Besserung kann teuer zu stehen kommen. Da es keinerlei Garantie dafür gibt, dass bis zum Ende der Laufzeit der Wechselkurs der Kreditwährung unter dem aktuellen Stand liegen wird, sollten sich Fremdwährungskreditnehmer ernsthaft mit folgenden Kernfragen auseinandersetzen: • Wo stehe ich derzeit mit meinem Fremdwährungskredit? • Wie hoch ist der maximale Verlust, den ich finanziell noch verkraften kann? • Gibt es für mich im Ernstfall eine leistbare Alternative zu Fremdwährungskrediten? • Was sollte ich über meinen Fremdwährungskredit noch wissen? • Was soll ich nun konkret mit meinem Fremdwährungskredit machen?


eco.geld Eine schnelle Antwort auf diese Fragen erhalten Sie online mit dem INFINA-Fremdwährungskredit-QUICKCHECK unter www.infina.at/quickcheck.

Ein unabhängiger Kreditmakler hilft Antworten auf diese Fragen bekommen Kreditnehmer auch selbstverständlich von ihrer Hausbank. Die Lage ist jedoch zu kritisch, um es als Entscheidungsgrundlage bei einer einzigen Meinung zu belassen. Deshalb empfiehlt es sich, zumindest eine zweite unabhängige Expertenmeinung einzuholen. Dies kann man am besten bei echten Kreditmaklern, die als eine bankenunabhängige Instanz die Interessen ihrer Kunden vertreten. Die Unabhängigkeit von Banken ist die Grundbedingung dafür, dass sich ein Finanzierungsberater auch als Kreditmakler bezeichnen darf. Deshalb steckt hinter der Berufsbezeichnung „Kreditmakler“ mehr als nur ein „PR-Gag“. Seit dem 11. Juni 2010 hat der unabhängige Kreditmakler in der Österreichischen Gewerbeordnung Einzug gehalten. Wer einen Kreditmakler aufsucht, erhält nicht nur Hilfestellung bei Fremdwährungskrediten sondern auch professionelle Antworten rund um das Thema Finanzierung. Österreichs führender Kreditmakler, die INFINA Credit Broker GmbH, agiert schon seit mehr als 10 Jahren im Sinne eines Kreditmaklers und entwickelt unter anderem effiziente Software-Lösungen. Das Resultat dieser Spezialisierung und der langjährigen Banken- und Beratungserfahrung ist eine hohe Erfolgsquote bei Verhandlungen mit Banken im Auftrag des Kunden.

Der Kredit-Online-Test für Fremdwährungskredite Die neueste Entwicklung von INFINA ist der OnlineFremdwährungskredit-Quick-Check. Der Test kann ganz einfach per Mausklick unter www.infina.at/ quickcheck vorgenommen werden. Als Resultat erfahren Sie Ihren historischen Finanzierungserfolg, gemessen an bisherigen Zinsersparnissen und Wechselkursveränderungen.

Dieser Schnelltest bedarf lediglich der Eingabe der ursprünglichen Kreditsumme, des Datums der Kreditaufnahme sowie der Kreditwährung. Der Online-Test für Fremdwährungskreditnehmer leistet eine wichtige „Erste Hilfe“. Um jedoch zu einer profunden Entscheidungsgrundlage über den weiteren Umgang mit der eigenen Fremdwährungsfinanzierung zu gelangen, bedarf es einer genaueren Analyse. Insbesondere müssen die Tilgungsträger überprüft werden, ob das ursprünglich angestrebte Ziel – die Kredittilgung zum ursprünglich angedachten Zeitpunkt – noch immer realistisch zu erreichen ist. Auch die aktuelle Einkommenssituation, die vorhandenen Reserven und die persönliche Risikobereitschaft müssen bei einer genaueren Analyse mitberücksichtigt werden. Aus dieser Datensammlung erarbeitet INFINA gemeinsam mit dem Kreditnehmer eine entsprechende Handlungsstrategie.

Eine Immobilie ist ein Unikat – ebenso die Finanzierung Nach Wegfall der Fremdwährungskredite gibt es eine Vielzahl von Finanzierungsvarianten bzw. Kreditprodukten in Euro. Kunden, die mit INFINA sprechen, erhalten einen breiten Marktüberblick und Zugang zu allen Kredit gewährenden Instituten in ganz Österreich. Inbegriffen ist dabei der Zugriff auf eine umfangreiche Produktwelt – vom Generationenkredit bis zum Bauspardarlehen – und letztlich die Möglichkeit für Kunden, schnell und effizient den für sie besten und geeignetsten Kredit zu bekommen.

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Kontakt & Beratung: INFINA Credit Broker GmbH Brixner Straße 2/4 6020 Innsbruck Tel.: 0512/58 43 80 office@infina.at www.infina.at/quickcheck

Mögliche Handlungsalternativen im Überblick: • Teiltilgung des Kredites • Umstellung auf monatliche Kreditratenzahlung in Fremdwährung • Saldoreduzierende Einbringung angesparter Tilgungsträger • Anpassung der bestehenden Tilgungsträger • (Teil-)Konvertierung auf endfälligen Eurokredit • Konvertierung und Umstellung auf tilgende Eurokredite mit längerer Laufzeit, um die Raten in einer tragbaren Größenordnung zu halten • Einbau von Zinsabsicherungen • Beibehaltung der IST-Situation mit Absprache möglicher Handlungsalternativen sowie konsequentes Monitoring, um bei Handlungsbedarf die mit der Bank bzw. dem Kreditmakler besprochene und vereinbarte Strategie umzusetzen

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Kunst & Kultur V. l.: Der Sprecher des Vorstandes der RLB Tirol AG, Dr. Hannes Schmid, die Künstlerische Leiterin der RLB Kunstbrücke, Mag. Silvia Höller, sowie der Direktor der Kunsthalle Wien, Dr. Gerald Matt, der bei der Vernissage die einführenden Worte sprach Foto: Raiffeisen/Forcher

Retrospektive für die Zukunft Das Sammeln von Kunst ist Teil der Gegenwartskultur. Neben dem Sammler als Einzelperson, dem gegenwärtig ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor im Kunstsystem eigen ist, haben in den letzten Jahrzehnten verstärkt Unternehmen Sammlungen aufgebaut – als Teil der Marketingstrategie, zur Imageförderung oder aus Prestigebedürfnis. Bei der RLB Tirol AG ging die Initiative zum Auf bau einer eigenen Kunstsammlung von KR Dr. Günther Schlenck aus, der als Direktor der damaligen Raiffeisen-Zentralkasse Tirol bereits Ende der 1950er damit begonnen hat, Arbeiten von Gegenwartskünstlern aus der Region zu erwerben. Sein Nachfolger KR Dr. Fritz Hakl gründete in dieser Tradition 1998 die bankeigene Galerie – die RLB Kunstbrücke, in der bis heute traditionsgemäß drei Ausstellungen stattfinden. Heute umfasst der Gesamtbestand ca. 1.400 Werke – Arbeiten von hoher Qualität wie Mittelmaß. Die regionale Ausrichtung des Unternehmens spiegelt sich dabei im Profi l der Sammlung wider und ist auf Künstler mit biografischem Zusammenhang zu Tirol festgelegt. Künftig sieht man die Aufgabe darin, die Sammlung mit Arbeiten der mittleren und jüngeren Generation zu erweitern, was sich schon mit der Initiierung des RLB Kunstpreises im Jahr 2004 abgezeichnet hat. Bis Mitte September zeigt die RLB Kunstbrücke unter dem Titel „Begegnungen .Dialoge .Einblicke“ ausgewählte Werke aus dem umfangreichen Repertoire. Die Ausstellung ist noch bis 16. September 2011 in der RLB Kunstbrücke, Bankstelle Adamgasse in Innsbruck, während der Schalteröffnungszeiten zu sehen. www.rlb-kunstbruecke.at

Eva Schlegel, Ohne Titel, 2004, Lambdaprint, 120 x 100 cm

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Vom 2. November bis 14. Dezember 2011 zeigt die WGZ BANK Düsseldorf die Ausstellung „Gastspiel. Sammlung Raiffeisen-Landesbank Tirol“ mit ca. 70 Arbeiten aus der Sammlung.


Beziehungsarbeit

„Wireless“ von Aga Migdalek, noch bis 13. September in der Galerie Sandhofer. www.galerie-sandhofer.com

Peter Sandbichler, Roberto, 2010, Courtesy Galerie Grita Insam, Wien

Foto: Jorit Aust

Die Wahrheit der Meinung In der Ausstellung „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“ beschäftigt sich der österreichische Künstler Peter Sandbichler mit dem Begriff der Wahrheit und freien Meinungsäußerung, wobei er Schicksale von Journalisten thematisiert und großformatige Porträts in unterschiedlichen Techniken zeigt. Zudem sind neue Skulpturen und Raumarbeiten zu sehen, bei denen ebenfalls eine große Bandbreite an Materialien und Techniken zum Einsatz kommt. Für die Ausstellung in Innsbruck entwickelte er unter dem Titel „Hiding“ eigens ein begehbares Labyrinth sowie eine Hügellandschaft aus Hohlräumen und Verstecken, womit er den Kreis zu den Journalisten schließt, die ob ihrer investigativen Herangehensweise aus Angst vor Verfolgung oft abtauchen müssen. Die Ausstellung ist noch bis 4. September in der Galerie im Taxispalais zu Gast. www.galerieimtaxispalais.at

Projekt für einen Raum Die deutsche Künstlerin Corinne Wasmuht zeigt in ihrer Ausstellung im Kunstraum Innsbruck ein raumfüllendes Projekt im Sinne eines großen neuen Gemäldes, das sie der 1999 entstandenen Bildtafel „Menschen im Kunstlicht“ gegenüberstellt. Zusätzlich wird erstmals ein Block ihrer Fotoprints ausgestellt. Wasmuht ist bekannt für ihre großen Bildtafeln, die sie mit abstrakter, gestischer Malerei und fiktiven Elementen kombiniert. Die Welt der Farbpixel entsteht zwar im Photoshop, aber ihre farbige Intensität und Dichte erhält sie erst durch die mosaikhafte Malerei, was im Konglomerat ein sehr spannendes Gesamtbild zeichnet. Corinne Wasmuht ist noch bis 6. August im Kunstraum Innsbruck zu sehen. www.kunstraum-innsbruck.at

FÖRDERAKTION Zum vierten Mal schreibt das Land Tirol die Aktion „Kunst im öffentlichen Raum“ mit einer Gesamtfördersumme von 80.000 Euro aus. Die Ausschreibung richtet sich international an Künstler und Kuratoren, auch Gemeinden können einreichen, wenn sie selbst Träger eines konkreten Projektes sind. Die Aktion wird im Auftrag des Landes von der Tiroler Künstlerschaft abgewickelt. Die Auswahl der zu fördernden Projekte trifft eine Jury – bestehend aus Franziska Weinberger, Bert Lootsma und Rens Veltmann. Einreichfrist: bis 5. August 2011 Infos: Tiroler Künstlerschaft, Innsbruck 0512/581133, pavillon@kuenstlerschaft.at

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Die 1974 in Gryfin/Polen geborene Künstlerin Aga Migdalek interpretiert Kunst auf ihre ganz eigene Weise. Ihr schöpferischer Prozess ist kompliziert, aber genau durchdacht. Am Anfang steht ein selbst gemachtes Foto, das sie zu Sequenzen zuschneidet. Am Computer entstehen in der Folge Skizzen für ihre Bilder. Beim Betrachten ihrer Werke aus der Ferne scheint es, als seien es pulsierende Fotos mit intensiven Farben, kommt man näher, erkennt man jedoch die malerischen Flächen und die gestalterische Idee dahinter. Die Künstlerin bemüht sich nicht um Hyperrealismus, sondern lässt in der Pinselbewegung oder den Acrylschichten ihre Arbeitsschritte nachvollziehen. Thematisch nähern sich alle ihre Bilder der „Beziehung“: Beziehung von Menschen untereinander und dem gegenüber Menschen in der Welt der technologischen Gadgets, die sie vor allem als Start in die persönliche Einsamkeit sieht. Sie zeigt den Menschen, der ohne die neueste Technik nicht funktioniert und von der virtuellen Welt um die Realität betrogen wird. Es scheint, als wolle Migdalek vor der Abhängigkeit von technologischen Hilfsmitteln warnen, andererseits zeigt sie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser zeitgenössischen Spielzeuge. Die Bilder zeigen Menschen, die am Laptop arbeiten, Computerspiele spielen oder Musik via iPad hören. Sie verbindet damit die Realität der gezeigten Welt mit einer subtilen, pastellfarbenen Farbpalette, wodurch sie dem Thema das Negative nimmt, das sie im selben Augenblick vermitteln möchte. Denn durch die im Übermaß präsente Technik geht genau dieses zwischenmenschliche Miteinander verloren, das die Wärme ihrer Bilder ausdrückt.


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Auto & Motor

Effizienz-Feinschliff

Himmelfahrt und Höllenritt: Der Lamborghini Aventador ist der Kampfjet für die Straße und liegt so flach auf dem Asphalt, dass Sie quasi nur zwei Handbreit davon entfernt sitzen

Was dem Lambo nebenan an Effizienz und Umweltfreundlichkeit fehlt, hat man dem Neuen von Mercedes mitgegeben. Die dritte Generation der M-Klasse setzt nämlich neue Maßstäbe in der SUV-Welt, was Verbrauchs- und Emissionswerte angeht. Die gesamte Modellpalette konsumiert im Vergleich zum Vorgänger durchschnittlich 25 % weniger Kraftstoff, wobei sich der ML 250 Blue-TEC 4MATIC schon mit 6 Litern auf 100 km begnügt. Bei aller Gutmensch-Symptomatik haben die Stuttgarter aber nicht auf Agilität, Fahrspaß, Komfort und eine hübsche, zeitgemäße Verpackung vergessen und so hat Mercedes seinen Stern wieder einmal redlich verdient. Die neue M-Klasse kommt im Herbst und startet bei etwa 60.000 Euro.

Kampfstier Der Lamborghini Aventador verpasst Ihnen einen ordentlichen Tritt in den Allerwertesten, wenn er in locker flockigen 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Und das ist wörtlich gemeint. Der Name Aventador heißt frei übersetzt „Tritt in den Hintern“ und geht auf jenen gleichnamigen Kampfstier zurück, der 1993 als besonders tapfer geehrt wurde. Die Zuchtbullen für den Stierkampf zeichnen sich allesamt durch ihre übermäßige Aggressivität aus, Bulle Aventador hatte zusätzlich noch ein sehr geringes Kampfgewicht, knapp über dem Minimalgewicht, was ihn besonders gefährlich, weil behende machte. Der Name des Neuen aus Sant’Agata kommt also nicht von ungefähr, denn um die 700 PS des 12-Zylinder-Benziners zu beherrschen, ist es nicht unpraktisch, über die Fähigkeiten eines Matadors zu verfügen – rasche Reaktions-, volle Konzentrationsfähigkeit und eine Portion Intuition. Ansonsten kann es rasch passieren, dass Sie zum Spielball des Stiers respektive Lambos werden, auch wenn er sich im „Strada-Modus“ relativ leicht handeln lässt. Aber bei Zuchttieren weiß man ja nie. Über was Sie auf alle Fälle verfügen sollten, wenn Sie in einem solchen Auto Platz nehmen, ist Extrovertiertheit. Denn bevor man Sie sehen kann, geht Ihnen ein ohrenbetäubender Lärm voraus und sobald man Sie sieht, lässt man Sie nicht mehr aus den Augen. Wenn Sie nicht gesehen werden möchten, geben Sie Vollgas: Denn mit 350 km/h sind Sie flott vorübergezogen. Nun gut, Lamborghinis muss man mögen, denn sie sind brutal und hemmungslos – in jeder Hinsicht. Aber wenn man ins Innere blickt, sieht man, warum vor allem Männer gern damit spielen: Erinnert nämlich ein bisschen an eine Playstation, auch wenn diese geringfügig günstiger ist. So müssen Sie für den Aventador rund 300.000 Euro lockermachen. Andere kaufen sich davon eine Wohnung. Aber ab einer bestimmten Höhe spielt Geld keine Rolle mehr – da zählt nur noch der pure Spaß!

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Luxus-Kombi Kombi = praktisch, aber unsexy? Nix da. Audi zeigt mit seinem neuen A6 Avant, dass auch Kombi und Coolness zusammengehen. Audi schickt den Neuen dabei mit sechs direkt einspritzenden Motoren ins Rennen, die zwischen 177 und 313 PS leisten und im September (Verkauf bereits gestartet!) ab rund 45.500 Euro bei den Händlern eintreffen. Wer also den bisherigen A6 mochte, aber doch gern mehr Platz hätte, wird den Avant lieben. Chic, sportlich und der neue Trendsetter in der Businessclass.

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Bruno König, Motorredaktion

Der 1er BMW ist deutlich erwachsener geworden und hat nicht nur an Abmessungen, sondern auch an Größe gewonnen

Im Wachstum Ja, so ist es mit den lieben Kleinen – irgendwann werden sie größer und erwachsen. Aber ein Kind wird immer das Kind bleiben und man wird es immer lieb haben. So geschehen auch beim neuen 1er von BMW, der zwar an Größe zugelegt hat, aber dennoch ein 1er geblieben ist. Er ist nach wie vor der Inbegriff für Fahrfreude im Premium-Kompaktsegment, aber startet mit größeren Abmessungen (8,5 cm länger und 3 cm mehr Radstand), modernerer Motoren- und Fahrwerkstechnik, fünf Türen und optionalem AchtgangAutomatikgetriebe in die zweite Runde. Das Design wurde den etwas veränderten Verhältnissen angepasst, ist aber nach wie vor unverkennbar das 1er-Gesicht. Die Motorisierung beginnt bei 116 PS und geht rauf bis 184, die Preise beginnen bei rund 25.000 Euro.

Mini mag man eben Haben Sie schon mal jemanden getroffen, der MINI nicht mag? Er bildet eine kongeniale Verbindung aus Fun, Sport und Sympathie, wodurch er eigentlich jede Käuferschicht anzusprechen scheint: Männer, Frauen, Junge und nicht mehr ganz so Junge, einsetzbar als Haupt-, Zweit- oder Firmenwagen. Nun gibt es den ungezügelten Fahrspaß auch im frechen Coupé-Format. Erstmals bricht die Marke damit mit ihrer bisher bekannten Erscheinung und kreiert einen völlig eigenständigen Charakter. Aber: Wo MINI draufsteht, ist MINI drin, und die Gene stammen letztendlich doch aus der Familie. Zu haben ist der kecke Kleine mit einem Leistungsspektrum von 122 (Cooper Coupé) bis 211 PS (John Cooper Works Coupé) ab überschaubaren 22.500 Euro. Im November lässt er sich erstmals bei den Händlern blicken. MINI erweitert mit dem Cooper Coupé seine Produktfamilie um ein zusätzliches, auf maximalen Fahrspaß ausgerichtetes Modell. In der Optik sehr eigenständig, trägt es trotzdem die MINI-Gene konsequent in die Welt.

Das Angebot an vollelektrischen Fahrzeugen erhöht sich kontinuierlich. Trotzdem ist die Konkurrenzfähigkeit gegenüber einem herkömmlich angetriebenen Fahrzeug noch nicht gegeben. Die Anschaffungskosten von weit mehr als 30.000 Euro für einen Kleinwagen, Reichweiten von zirka 100 Kilometern und Ladezeiten um die fünf bis sechs Stunden machen den Kauf eines E-Autos wenig attraktiv. Vielmehr ist die Anschaffung eines sündteuren E-Mobils eine Prestigesache für umweltbewusste Firmen und Institutionen. Wollen Elektroautos wirklich eine bedeutsamere Rolle am KFZ-Gesamtmarkt spielen, müssen sie bezahlbar werden, sicher sein und die Batterietechnik muss sich weiter verbessern. Nur wenn sich Käufer keine Zugeständnisse hinsichtlich Reichweite, Raumangebot, Sicherheit und Ladezeiten machen müssen, kann das E-Auto ernsthaft Konkurrenz machen. Auch die Energieversorger werden gefordert sein, vernünftige Tarife bei voller Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Anbietern anzubieten. Das Aufladen darf nicht komplizierter als das Tanken eines Fahrzeuges sein. Die Politik wird weiter steuerliche Vorteile anbieten müssen und Käufer für einen längeren Zeitrahmen von der Steuer befreien. Dafür ist aber ein Gesamtförderkonzept notwendig, das alle umweltfreundlichen alternativen Antriebe berücksichtigt. Anregungen und Kommentare bitte an koenig@econova.at

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Familienfest Ford gibt mit seinem Focus ganz schön Gas und präsentiert eine so umfangreiche Modellpalette, dass es schier unmöglich ist, hier nicht die passende Variante für sich zu finden. Und ab sofort wirds noch schwieriger mit dem Aussuchen, denn der Focus Traveller ist da. Um rund 20.000 Euro kriegen Sie ein schönes, dynamisches, sicheres und sparsames Auto, das in allen Lagen mit Ihnen durchs Leben reist.

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Elektroautos sind noch nicht wirklich konkurrenzfähig


Voll geladen? Die Elektromobilität ist im Vormarsch. Immer mehr Hersteller bieten in ihrem Produktportfolio vollelektrische Fahrzeuge. Auch das E-Tankstellen-Netz wird zunehmend dichter. Öko Energie Tirol und ElectroDrive Tirol haben deshalb eigens eine Plattform entwickelt. Dennoch sind die Alltagstauglichkeit und der Anschaffungspreis noch nicht wirklich konkurrenzfähig.

Nicht nur die sommerliche Hitze, sondern auch die hohen Treibstoff preise bringen viele Fahrzeuglenker mächtig zum Schwitzen. Treibstoff- und Energiesparen ist deshalb in aller Munde. Umfragen zeigen auch, dass viele bereit sind, einen Beitrag zu leisten. Beim Thema Umstieg auf ein Elektroauto ist die Skepsis jedoch nach wie vor groß. Fairerweise muss man sagen, nicht ganz zu Unrecht. Denn

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Elektroautos sind immer noch wesentlich teurer in der Anschaff ung als vergleichbare konventionell betriebene Fahrzeuge und haben eine relativ geringe Reichweite.

E-Auto in der Stadt optimal Wer ein Elektroauto nur in der Stadt oder näheren Umgebung nutzt, ist gut bedient. Hier kommt man


Facts:

Unten li.: Peugeot iON, baugleich mit Citroën und Mitsubishi | re.: Immer noch einziger elektrischer Sportwagen: Tesla Roadster

Citroën C-Zero, Mitsubishi iMiev, Peugeot iON Vollelektrischer Antrieb 47 KW/ 64 PS Reichweite: ca. 100 km Spitze: 130 km/h Ladezeit: 5 bis 6 Stunden (Normalmodus) Preis: ca. 35.900 Euro

mit einer Tankfüllung – die in der Praxis für rund 100 km reicht – gut über die Runden. Darüber hinaus parkt man in einigen Tiroler Städten kostenlos. Vorausgesetzt man hat dies beantragt und eine Bescheinigung hinter der Scheibe platziert. Erhöhte Vorsicht ist jedoch beim Fahren in der City gefragt. Durch die geringe Geräuschkulisse werden die EAutos viel später wahrgenommen, was Passanten nicht selten erschrecken lässt, wenn plötzlich ein Auto hinter ihnen auftaucht. Das E-TankstellenNetz in Tirol ist mittlerweile mit 36 Ladestationen gut ausgebaut. IKB und Tiroler Sparkasse eröff neten erst kürzlich die erste Ladestation in der Innenstadt. Das IKB-Tochterunternehmen „ElectroDrive Tirol“ bietet alle E-Fahrzeuge auch im Leasing an. Vom E-Bike um 39,90 bis zum E-Auto um 479 Euro reicht das Angebot. Beim Kauf von elektrobetriebenen Fahrzeugen winken sogar Förderungen von bis zu 5.000 Euro für Gewerbekunden.

E-Autos im Test Bei den vollelektrischen Autos haben zwei Hersteller momentan die Nase vorne. Zum einen Citroën und zum anderen Mitsubishi. Bis auf wenige Bauteile sind beide Fahrzeuge ident. Der iMiev von Mitsubishi bietet ein etwas aufwendigeres Getriebe, welches bei Bergabfahrten mehr Energie in die Akkus zurückleitet. Der C-Zero von Citroën besitzt ein einfaches Automatikgetriebe. Bei den Anschaffungskosten liegen beide wieder gleichauf bei rund 36.000 Euro. Nachdem beide etwa fünf bis sechs Stunden an der Steckdose verweilt haben, sind die Akkus voll geladen. Beide Fahrzeuge sind mit einem Schnellladeanschluss ausgestattet, welche aber aufgrund fehlender Anschlüsse noch nicht einsatzbereit sind. Eine komplette Tankfüllung reicht in der Praxis für rund 100 Kilometer. Dabei sollte man auf längere Vollgasfahrten – knapp 130 km/h erreichen die

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Oben li.: Citroën C-Zero von ElectroDrive Tirol | re.: Mitsubishi iMiev


Text und Fotos: Bruno König

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„Ready“ heißt: alles startklar

Der Ladevorgang dauert rund fünf bis sechs Stunden

E-Brüder – und auf häufi gen Klimaanlagenbetrieb verzichten. Ansonsten fährt sich ein Elektroauto völlig gleich wie ein herkömmliches Fahrzeug. Der größte Unterschied liegt wahrscheinlich beim Starten. Denn nachdem der Zündschlüssel umgedreht wurde, passiert akustisch erst mal gar nix. Einzig die kleine grüne Kontrollleuchte zeigt mit der Einblendung „Ready“, dass man startklar ist. Flink wie ein Wiesel, begleitet von einem leichten Säuseln, schießt das Elektroauto los. Bis 60 km/h fi ndet sich kaum ein Gegner beim Beschleunigungsduell an der Ampel. Die Verarbeitung des C-Zero, aber auch des iMievs ist ordentlich. Der Platz für zwei Personen ist vollkommen ausreichend, zu viert wird’s etwas eng, aber nach 100 km ist der Tank eh leer. Überhaupt muss man sich bei weiteren Strecken genau überlegen, ob die Ladekapazität noch ausreichend ist. Ansonsten muss man zur Steckdose und das kann dauern. Denn nach rund einer Stunde Ladezeit sind maximal 20 weitere Kilometer im Lithium-Ionen-Akku. Ein voller Tank kostet derzeit rund 2,25 Euro. Wer in Innsbruck unterwegs ist,

kann sogar kostenlos parken und an strategischen Orten wie IKB, Cyta, Sillpark, Sparkassenplatz oder beim DEZ seinen Stromtank auff üllen.

Sinkende Nachfrage beim Vorjahressieger Etwas an Terrain verloren hat der Th ink City aus Norwegen. Er war letztes Jahr das erste elektrische Serienauto in Österreich. Jedoch kommt er von Design und Qualität nicht an die Produkte der oben genannten Hersteller heran. Immerhin konnten 150 Th ink verkauft werden. Der einzige Sportler unter den Elektrischen ist nach wie vor der Tesla Roadster. Mit einer Beschleunigung von unter vier Sekunden auf 100 steht er Sportwagen à la Porsche oder Ferrari kaum nach. Allerdings kostet er auch rund 120.000 Euro! Im kommenden Jahr werden dann zahlreiche Hersteller wie Mercedes, Ford, Opel oder auch VW mit dem Golf E-Autos im Angebot haben. Bleibt zu hoffen, das sich bis dahin Anschaff ungskosten und Ladedauer nach unten bewegen, die Reichweite dafür nach oben.

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Im Sinne höchster Kundenzufriedenheit

„Qualitäts-Handwerk Tirol – geprüft!“ verleiht weiteren Handwerks- und Gewerbebetrieben diese Qualitätsmarke. Höchste Qualitätsstandards kommen den Kunden zugute.

Die mit der Marke „Qualitäts-Handwerk Tirol – geprüft!“ ausgezeichneten Betriebe stehen für Topleistung, für optimale Servicequalität und ein überdurchschnittlich hohes Maß an Kundenorientierung und -freundlichkeit. Damit dauerhaft auf höchstem Niveau Leistungen erbracht werden können, arbeiten die Betriebe nach einem bewährten Qualitätsmanagementsystem, das speziell für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt wurde. Die Einhaltung der darin festgelegten Standards wird von professionellen Beratern in regelmäßigen Abständen bei Betriebsprüfungen und Betriebsbesuchen kontrolliert. Darüber hinaus ermöglichen es die intensiven Beratungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, die „Qualitäts-Handwerk Tirol – geprüft!“ seinen Betrieben zur Verfügung stellt, das erklärte Ziel zu erreichen – nämlich sich im Sinne von höchster Kundenzufriedenheit und langfristigem Betriebserfolg stetig weiterzuentwickeln und zu verbessern. Tirolweit dürfen sich bereits 257 Betriebe als „Qualitäts-Handwerker“ bezeichnen und sehen und erleben in ihrem Unternehmensalltag den großen Nutzen dieser Offensive.

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„Qualitäts-Handwerk Tirol – geprüft!“ Darauf kann sich unser Kunde verlassen: • Zeit – für professionelle Beratung, für individuelle Lösungen, für Angebote nach Wunsch … Zeit, die wir uns gerne nehmen! • Ihre Rechnung geht auf – denn in unserem Angebot werden alle Leistungen angeführt und fair kalkuliert. Sie wissen, womit Sie zu „rechnen“ haben. Preis und Leistung stimmen! • Wir sind für Sie da, wenn Sie uns brauchen! Wir halten uns an Vereinbarungen und Termine. Verlässlichkeit in jeder Hinsicht! • Ihre Zufriedenheit ist unser Ziel. Vertrauen Sie unserer Professionalität und spüren Sie die Freude unserer Mitarbeiter am Beruf. Qualität in Ihrem Sinne!

Die neuen Qualitäts-Handwerker auf einen Blick Eduard Moser – Schmiede- & Landmaschinenmechanik, Dölsach • www.moser-schmiede.at Ernst Klaubauf – Textilreinigung & Schlüsseldienst, Brixlegg • www.klaubauf.at Fuchs Stuck – Trockenbau, Wörgl • www.foxearth.at Gebrüder Murauer GesmbH, Rum • www.murauer.co.at Martin Graf – Graf OG – Wasserschadenbehebung & Sanierung, Lienz • www.graf-lienz.at Ing. Franz Kainz – Kainz Wärme Wasser Energie, Wörgl/Innsbruck • www.kainz-heizung.at Josef Loinger – Landtechik Loinger, Wildschönau Larcher Bau- und Rauchfangtechnik GmbH, Innsbruck • www.larcher.at Martin Mair – Installationen Mair, Telfs/Stams • www.installationen-mair.com Die neuen Qualitäts-Handwerker Fa. Larcher und Murauer bei Meco Erdwärme GmbH, Kirchbichl • www.meco.at der feierlichen Zertifikatsübergabe durch WirtschaftskamS&W Eloxal Oberflächentechnik GmbH, Kirchbichl • www.sweloxal.at mer-Tirol-Präsident Dr. Jürgen Bodenseer und Obmann KR Walter Zenleser Heimwerker- und Hausmeisterservice, Birgitz • www.heimwerker-tirol.at Georg Steixner Foto: Frischauf Bild GesmbH

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Am 25. Mai konnten 12 weitere Handwerksbetriebe aus den unterschiedlichsten Branchen im Festsaal der Wirtschaftskammer Tirol ihre Zertifi kate in Empfang nehmen. Der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Dr. Jürgen Bodenseer, und der Obmann des Vereins für Qualitäts-Handwerk Tirol, KommR Georg Steixner, gratulierten den Firmen zum Anschluss an diese Qualitätsinitiative.


Jetzt will i a eins Die Annehmlichkeiten der Oberklasse verpackt in einem Kleinwagen. Das gelingt Audi mit dem A1 sehr gut. Mit schicker Schale und sportlichem Fahrwerk möchte er Mini- und Beetle-Kunden gewinnen.

Text und Fotos: Bruno König

Böser Blick mit auff älligem und leicht geschwungenem LED-Tagfahrlicht, so kommt der Audi A1 von vorne daher. Allein das beeindruckt schon ziemlich. Aber auch der Rest des Kleinwagens kann sich sehen lassen. Der Dachholm in Kontrastfarbe (auf Wunsch) macht ihn endgültig zum Hingucker. Dazu schöne Räder, Singleframe-Grill und Dachspoiler. Unser Testfahrzeug im feschen „Teak“-Braun mit cremeweißem Dachholm, ein 105 PS starker TDI in der Ausstattungslinie Ambition, macht schon mächtig einen auf edel. Kaum ein anderes Fahrzeug seines Segmentes empfängt die Passagiere in einem ähnlich exquisiten Umfeld wie der A1. Bereits beim Türöffnen fallen einem die hochwertigen Einstiegsleisten sofort auf.

Lenkrad, Handbremsgriff und Schalthebel bezogen mit feinem Leder. Hartplastik? Nein, nirgends. Kein zweiter Hersteller eines Kleinwagens verbannt den billigen Kunststoff so konsequent wie die Marke mit den vier Ringen. Dazu viele Ablagen und ein Platzangebot auf den vorderen Sitzen, welches Zweifel aufkommen lässt, ob man sich tatsächlich in einem Kleinwagen befindet. Unterstrichen wird das Ganze von einem einzigartigen Ambiente, welches Wohlbefi nden auslöst. Dieses Wohlbefi nden will in der zweiten Reihe nicht so wirklich aufkommen. Da stößt der Audi an seine Grenzen. Zwei Kinder fi nden jedoch ausreichend Platz. Das macht den A1 eher zum Zwei-plus-zwei-Sitzer.

Kräftiger Motor, sportliches Fahrwerk Edle Materialien, höchste Qualität Auch im Innenraum setzt sich das „Edelfeeling“ weiter fort. Drehregler und Lichtschalter in Alu-Optik,

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Der A1 wird in drei Benzinvarianten zwischen 86 und 185 PS sowie mit zwei Dieselmotoren mit 90 und 105 PS angeboten. Letzterer – verbaut in unserem


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Mitbewerber schon an Bord haben. Mit ein paar Extras ist die 20.000-Euro-Marke schnell erreicht und die Aufpreisliste dabei noch immer lang.

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Facts Audi A1 1,6 TDI Ambition Motor: 1,6 Liter Diesel Common-Rail-Turbo Leistung: 77 kW / 105 PS Drehmoment: 250 Nm zwischen 1500 und 2500 U/min Beschleunigung: 10,5 Sekunden 0â&#x20AC;&#x201C;100 km/h Spitze: 190 km/h Verbrauch: 5,3 Liter Testverbrauch auf 100 km CO2-AusstoĂ&#x;: 103 g/km Preis: ab 16.500 Euro (1,2 TFSI), ab 17.900 Euro (1,6 TDI)

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Testauto â&#x20AC;&#x201C; sorgte nicht nur fĂźr viel FahrspaĂ&#x;, sondern auch fĂźr sparsamen Verbrauch. Sattes Drehmoment schon bei 1500 Umdrehungen ermĂśglicht flottes Ă&#x153;berholen und schaltfaules Dahingleiten im sechsten Gang. Dazu ein perfekt abgestimmtes, eher sportliches Fahrwerk, welches auch mit Komfort punkten kann. Das berĂźhmte Gokart-Feeling, wie zum Beispiel im Mini, kommt zwar nicht auf. Trotzdem lässt sichs mit dem A1 ordentlich um die Ecken fl itzen. Bei so viel Lob darf man schon zumindest einen Kritikpunkt nennen: GĂźnstig ist der Audi A1 nämlich nicht. Der Einstiegspreis von 16.500 (Diesel: 17.900) Euro ist zwar voll o.k., aber da fehlt dann doch so ziemlich einiges an Ausstattung, welche die meisten

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„Beruf Rennfahrer – das ist mein Ziel“ Dominik Baumann ist zwar gerade einmal 18 Jahre alt, kann aber schon auf einige Jahre Erfahrung im Rennsport verweisen. Nach Gokart, Formel Masters und MINI Challenge drückt der junge Rumer heuer in der ADAC GT Masters in seinem Mercedes SLS GT3 kräftig aufs Gas.

Zumindest unter der Woche drückt Dominik Baumann derzeit nicht das Gaspedal, sondern die Schulbank. Als erster Tiroler Motorsportler besucht er die Sporthandelsschule in Innsbruck. „Hier kann ich das Lernen und den Sport perfekt verbinden“, bekräftigt Baumann. Den Umstieg vom 145-PS-Formel-Auto in das bärenstarke GT-Fahrzeug mit 530 PS hat er gut gemeistert. Schon beim ersten Rennen in Oschersleben konnte sich Baumann auf Rang 16 unter 40 Startern behaupten. Sein bisher bestes Resultat – einen dritten Platz – konnte der Rumer beim Europameisterschaftslauf an der Algarve erreichen. „Das war schon ein tolles Gefühl, auf das Stockerl zu fahren, noch dazu bei der Europameisterschaft“, schwärmt Baumann. Immerhin starten in dieser Serie Ex-Formel-1-Pilot Heinz-Harald Frentzen und die beiden Söhne von Strietzel Stuck. Neben Mercedes sind auch Ferraris, Lamborghinis, Audis und Corvettes am Start.

Rennfahrzeug der Superlative Dominik Baumann geb. 4 Oktober 1992, seit 2003 im Motorsport, Gokart, ADAC Formel Masters, MINI Challenge, ADAC GT Masters

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Der SLS von Mercedes ist schon als Serienfahrzeug ein echter Supersportwagen. Als gestripptes GTRennfahrzeug bringt er gerade einmal gut 1.350 Kilo auf die Waage. Dazu 530 Pferdchen ergeben ein Leistungsgewicht von rund 2,6 kg. Das reicht für den Sprint in 3 Sekunden auf 100 und über

300 km/h Spitze. Ein rennfertiger SLS GT3 kostet rund 350.000 Euro. Dazu kommen nochmals an die 200.000 für die laufende Saison. Größtenteils kann Baumann sein GT-Engagement durch Sponsoren finanzieren. Der Rest wird privat abgedeckt. „In dieser Serie an den Start zu gehen, war auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Eine Saison in der deutschen Formel 3 zum Beispiel kostet mindestens 350.000, die nächsthöhere Euro-Series schon 650.000 und für einen Startplatz in der GP2 muss man schon fünf Millionen mitbringen.“

Beruf Rennfahrer Mindestens zwei Jahre will Dominik Baumann noch in der GT Masters für den Rennstall Heico-Motorsport an den Start gehen. Die Zeit danach lässt er sich offen. „Möglich ist viel, das hängt jedoch auch von den Platzierungen ab. Natürlich ist für jeden Rennfahrer die Formel 1 das oberste Ziel. Das ist jedoch fast unmöglich zu erreichen und auch noch ganz weit weg. Es gibt auch sonst viele interessante Rennserien. Für mich wäre es schon ein Erfolg, das Rennfahren zu meinem Beruf machen zu können und davon zu leben. Eventuell kriege ich bei Mercedes die Möglichkeit, eine Instruktorenausbildung zu machen. Einen Plan B habe ich auch. Dann werde ich hier in unserer Firma (Anm.: Fliesenhandel) arbeiten.

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Nur vorne Auch das gibtâ&#x20AC;&#x2122;s. Land Rover bringt erstmals in seiner Geschichte ein Modell ohne Allrad. Den Freelander 2 gibtâ&#x20AC;&#x2122;s ab sofort auch nur mit Vorderradantrieb. Um mit den Marktbegleitern Schritt halten zu kĂśnnen, mĂźssen manchmal Entscheidungen getroffen werden, die man nie erwartet hätte. Land Rover musste so eine Entscheidung treffen und bringt erstmalig in der Firmengeschichte ein Nicht-Allrad-Auto heraus. Jaguar musste dafĂźr einen Diesel bringen und Porsche einen Geländewagen. Unser Testfahrzeug mit dem 2,2-Liter-Dieselmotor und 150 PS konnte durchwegs Ăźberzeugen. Denn mal ganz ehrlich: Wer fährt schon regelmäĂ&#x;ig ins Gelände? Auf der asphaltierten StraĂ&#x;e ist nämlich kaum ein Unterschied zu spĂźren und auf einem Forstweg kommt der 2WD ebenso gut zurecht. Warum dann noch einen Allrad kaufen, werden Sie sich nun fragen. Nun ja, etwas angenehmer fährt sich der 4WD schon. Speziell beim Beschleunigen zerrt der Vorderradantrieb schon etwas am Lenkrad und auch auf nasser Fahrbahn vermittelt der Allrad etwas mehr Sicherheit. DafĂźr, weil leichter, verbraucht der 2WD etwas

Erster Land Rover ohne Allrad: Freelander 2 e D4 2WD ab 28.400 Euro

weniger und ist gĂźnstiger in der Anschaff ung. Etwa 2.500 Euro macht der Unterschied im Antrieb aus. Wer also meist auf befestigten StraĂ&#x;en unterwegs ist, kann die ZweifĂźnf getrost in eine schĂśne Ausstattung investieren. Wer ins Gelände fährt, braucht eh kein Leder und kein Schiebedach.

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Text und Foto: Bruno KĂśnig

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TV-Gigant und Kompaktklang

Luxus & Trends

Die Lifestyle-Luxusmarke Bang & Olufsen hat einen Hang zum Extremen. Nicht nur, dass ihre Produktpalette extrem stylisch und extrem hochwertig ist – die Geräte sind auch extrem in ihren Abmessungen. Klein wie groß. So präsentieren die Dänen mit dem BeoVision 4-85 ihren ersten Plasmafernseher mit 3-D-Technologie und einer satten Abmessung von 85 Zoll. Da bekommt das Heimkino eine völlig neue Dimension und der Gang ins „echte“ Kino wird bald wirklich nicht mehr nötig, denn Bild und Sound sind einfach top. Der Preis erweitert indes die „Extrempalette“: mit Wandhalterung kostet das Teil rund 53.500 Euro, mit Motordrehfuß schlappe 68.500 Euro. Na dann vielleicht doch lieber Kino und B&O in Form von BeoVox 2 daheim genießen. Die Einbaulautsprecher bieten einzigartigen Klang im kompakten Format ab erschwinglichen 390 Euro. Der Passivlautsprecher lässt sich in die Wand oder Decke integrieren und dank innovativem Design in jede gewünschte Hörposition drehen und kippen. Klingt gut! Bang & Olufsen erhältich bei IQ TEC, Innsbruck & Imst, www.iq-tec.at

Black Beauty Ein Fernseher allein macht noch kein Homecinema und so sucht er sich Verbündete in der näheren Umgebung. Wir empfehlen das neue Sofa Briol von COR. Klassisch-modern in der Optik, rhythmisch in der Architektur, geradlinig im Look und trotzdem lebendig im Design. Und das Wichtigste: Mit Briol erwerben Sie gleichzeitig die Lizenz zum Lümmeln, denn die einzelnen Teile lassen sich ganz einfach in die gewünschte Bequemposition klappen. Ab sofort zu testen (und zu kaufen) bei möbel schrammel in den Innsbrucker Viaduktbögen. www.schrammel.com

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Die Anti-Creme Sport im Freien ist gesund, beansprucht aber auch die Haut. Fettende Cremes, die man sich für trockene, rissige Stellen wünschen würde, sind aber nicht wirklich optimal und vor allem Männer mögen das Cremen oft gar nicht. Hilfe kommt aus der Heimat. „seppl“ ist ein reines Naturprodukt aus Tirol, auch wenn man es der „skin energizing power and performance lotion“ (na, den Namen erkannt?) ob ihres hippen Aussehens nicht auf den ersten Blick ansieht. Nix da mit grünem ÖkoJäckchen – Natur kann auch stylisch sein ... und erfrischend riechen. Die unterschiedlichen Größen sind praktisch für Sport und Alltag und wer nicht in Tiegel greifen will (auch eher ein Männerphänomen), der kann seppl auch sprühen. www.sepplskin.com

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Der tut nix, der will nur grillen Es ist noch kein (Grill-)Meister vom Himmel gefallen. Und sollten Sie beim Grillen versagen, sehen Sie mit den Schürzen von Schurzpatron zumindest gut dabei aus. Sollten Sie bereits Profi sein, unterstreichen Sie Ihre Talente damit aufs Feinste, denn es gibt sie in rund 20 verschiedenen, kreativen Versionen. Unbedingt reinschauen unter www.schurzpatron.at und um ca. 28 Euro eines der coolen Teile holen. Wir sind bereits Fans!

Schatz, Frühstück ist fertig!

Lampenschirm 2.0 Quadratisches Licht? Das irgendwie zu schweben scheint? Wie jetzt? Der Tiroler Designer René Marschall eröffnet mit „Quadratlicht“ eine neue Dimension in der Gestaltung und Beleuchtung von Innenräumen. Hängeleuchte war gestern, heute hängt das Licht rahmenlos an der Wand. Als Ambientelicht sorgt der ultradünne Körper für stimmungsvolle, weiche Beleuchtung. Bildmotive leuchten von innen und machen das Alltagsprodukt Lampenschirm auch zum Stil- und Designobjekt. Zum Einsatz kommt moderne, energiesparende und wartungsfreie LED-Technik, kombiniert mit Acrylglasscheiben, die dem Thema Licht eine neue Facette geben. www.quadratlicht.com

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Schale ist nicht gleich Schale. Style ist nicht gleich Style. Und so muss man aufpassen, dass farbenfrohe Wohnaccessoires nicht in Kitsch ausarten. Die Schalen aus Capizmuschel von Style Heaven bieten Sommerfeeling pur und machen Spaß ohne viel Klimbim. Die Unikate kosten je nach Größe zwischen 15 und 35 Euro.

Foto: Büro Rabensteiner

Sommerfeeling in Schalenform

René Marschall mit dem Modell „Nordkette“ oben: Quadratlicht-Modell „Hirsch“

Viele wären ja schon zufrieden, wenn sie diesen Satz überhaupt einmal hören würden. Wir hingegen möchten des Morgens auch noch stylisch bewirtet werden. Die designorientierte Produktpalette von Russell Hobbs macht‘s möglich. Kaffeemaschine, Wasserkocher und Toaster in Glasoptik, eine Glitzermaschine mit Swarovski-Steinchen und kunterbunte Frühstückszubereiter in saftigem Grün, leidenschaftlichem Rot oder intensivem Lila – allesamt ausgestattet mit höchstem Bedienkomfort und der Extraportion Sexyness – machen sogar das Aufstehen erträglich. Technik in ihrer schönsten Form gibt‘s unter www.russellhobbs.de.

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Entspannend, erfrischend und urgemütlich Endlich Sommer! Endlich wieder im Freien Wohlfühl-Nachmittage und Terrassenabende mit Freunden verbringen. Damit gekommen ist auch die Zeit der leichten Sommerweine, bei deren Auswahl die Tiroler Weinhändler mit großem Fachwissen und Einfühlungsvermögen behilflich sind.

Text: Paul Salchner

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Weinvorlieben sind abhängig von der Jahreszeit, das weiß nicht nur der Weinkenner. Doch welcher Wein mundet an den lauen Sommerabenden am besten? „In der warmen Jahreszeit reagiert der Körper empfindlich, deshalb sollte man auf den Alkoholgehalt achten. Sehr zu empfehlen sind leichte Weißweine, die fruchtig, frisch und saftig schmecken. Am besten serviert man sie gut gekühlt, bei etwa sieben Grad, also lieber eine Spur kühler als üblich, denn gerade an heißen Tagen erwärmt sich der Rebensaft im Glas sehr rasch“, empfiehlt Dietmar Pfister. Er ist Dipl.-Sommelier und Inhaber des Invinum in der Innsbrucker Altstadt, einer Vinothek und Weinbar. Pfister hat sich ausschließlich auf österreichische Weine spezialisiert. Mitte Juni 2011 wurde ihm eine große Ehre zuteil, denn das Weinkomitee Weinviertel und die Österreichische Gastronomie Zeitung (ÖGZ) zeichneten es mit dem Weinviertel Award aus. Dieser wird alljährlich jenen Gastronomiebetrieben verliehen, die sich um den Weinviertler Wein bemühen und einen Weinviertel-Schwerpunkt setzen.

Jahrtausendelange Tradition Neben dem Invinum gibt es in Tirol eine ganze Reihe weiterer Weinhändler, in deren Vinotheken der gewählte Wein mitunter auch verkostet werden kann, man will ja schließlich nicht die Katze im Sack kaufen. Der Weinhandel selbst existiert schon seit über 3000 Jahren, da Wein schon seit jeher nicht nur dort getrunken wurde, wo man ihn erzeugt hat. Damals wie heute erwerben Weinhändler die edlen Tropfen in der Regel bei den unterschiedlichsten Erzeugern und bieten sie in großer Auswahl ihren Kunden zum Kauf an. In früheren Zeiten füllten Weinbauern den Wein in Amphoren (große zweihenklige Tongefäße) oder großen Gebinden und Fässern ab. Heute wird der Wein in der Regel auf dem Weingut in Flaschen abgefüllt, die in Kisten verpackt und auf Paletten gestapelt den Weg zu den Weinhändlern antreten. „Die Vorzüge eines guten Weinhändlers liegen auf der Hand: Er kennt seine Weine, verkostet sie regelmäßig und weiß um deren Qualität und Entwicklung Bescheid. Wir sind behilfl ich, aus dem großen Weinan-


gebot jene Sorten auszuwählen, die dem Anlass des Kunden am besten entsprechen. Mein Tipp: Suchen Sie sich einen Weinhändler, dem Sie vertrauen. Er wird auf Ihre Wünsche eingehen und Sie gut beraten“, so Pfister.

Das Kühle im Vordergrund

Häufig als Sommerweine unterschätzt werden Roséweine, die man ebenfalls kalt serviert. Dabei handelt es sich um sehr hellfarbige Weine aus blauen Trauben, die gekeltert (ausgepresst) und dann wie Weißwein ohne Schalen vergoren werden. Je länger mit dem Abpressen dieser gewartet wird, desto intensiver wird sein Farbton, der von hellem, zartem Rosa bis Rubinrot reichen kann. Bei der Auswahl des richtigen Rosé kann man im Prinzip wenig falsch machen, weil sich fast alle Sorten recht gut als Sommerweine eignen. Bei den Weißweinen gibt es hingegen sehr wohl einige typische, die dafür in Frage kommen: „Der Klassiker in Österreich ist der Grüne Veltliner, vor allem wegen seiner knackigen Frische, die oft an Pfeffer erinnert. Sehr beliebt sind zudem der Sauvignon blanc dank seines lieblichen Holunderaromas und der Welschriesling, dessen Aroma von neutral bis würzig reicht“, erklärt Pfister.

Aromatische Kompositionen „Eher vernachlässigbar als Sommerweine sind schwere Rote mit hohem Gerbstoffanteil, obwohl es schon einige Sorten gibt, die man für die warme Jahreszeit empfehlen kann. Ich denke dabei an den Blauen Burgunder. Dieser zeichnet sich durch eine etwas hellere Farbe aus. Er wirkt dadurch auch nicht so kräftig, obwohl er vom Alkoholgehalt nur wenig von schweren Rotweinen abweicht“, erläutert Dietmar Pfister. Natürlich muss man sich vor Pauschalurteilen hüten, bei der Frage, welcher Wein sich für gemütliche Abende auf der Terrasse und laue Sommernächte eignet, denn die Geschmäcker sind ja bekanntlich sehr verschieden. Der schon erwähnte niedrigere Alkoholgehalt bei einem Sommerwein spielt sicher eine wichtige Rolle, aber nicht die alles entscheidende: Ob er leicht wirkt, ergibt sich laut Pfister auch aus dem Zusammenspiel von Säure und einer klaren, appetitlichen Frucht: „Am besten stellt man sich einen knackigen Apfel oder eine saftige Nektarine vor, dann weiß man, was gemeint ist.“ Durch ihre jahrelange Erfahrung wissen die Ti-

Gregor Elsässer (li.) und Dietmar Pfister

roler Weinhändler wohl am besten Bescheid, welcher Tropfen sich für welchen Anlass eignet.

Weinverkostung zuhause gefällig? Das Interesse und der Wunsch an der Auswahl der optimalen Weine ist laut Pfister vielfach vorhanden: „Immer mehr Menschen, auch junge Leute, interessieren sich für den Wein und seine Vielfalt. Das merken wir Weinhändler an der zugenommenen Zahl an Weinverkostungen. Dabei lernt man auch, einen guten von einem nicht ganz so guten zu unterscheiden.“ Hat man für sich einige passende ausgewählt, lässt sich auch zuhause auf der Terrasse eine kleine Weinverkostung für Familie und Freunde veranstalten, insbesondere jetzt in der warmen Jahreszeit. Dabei können schon drei, vier verschiedene Weine an einem Nachmittag bzw. Abend aufgeboten werden. „Zur Begrüßung eignet sich ein Frizzante, zum Aperitif ein Sauvignon. Wenn die Gäste Hunger bekommen und man zum Beispiel Tomaten mit Mozzarella vorbereitet hat, kann dazu ein Grüner Veltliner serviert werden. Später am Abend, wenn ein gehaltvolles Abendessen zubereitet wird, darf auch ein Roter geöffnet werden, zum Beispiel ein St. Laurent“, empfiehlt der Weinkenner und -experte Dietmar Pfister.

„Der perfekte Sommerwein schmeckt leicht, frisch, fruchtig und zugleich saftig. Serviert wird er schön kühl, gerne auch mit ein paar Eiswürfeln im Glas.“ Dietmar Pfister

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Doch nun zurück zur Frage nach dem idealen Sommerwein. „Der schon angesprochene leichte Weißwein ist eher der Wein für den Nachmittag und den frühen Abend im Freien. Später bietet sich der Umstieg auf einen leichten, sommerlichen Rotwein an, der ebenfalls eine Spur kühler serviert wird als üblich. Leichte Weißweine werden insbesondere an heißen Sommertagen auf dem Balkon oder der Terrasse mitunter gerne gespritzt serviert. Sie sind als Durstlöscher eine gute Alternative zum Bier. Rotweine genießen mehr den Ruf von Genussweinen“, erklärt Pfister. Vor allem an heißen Sommertagen sollte man stets auch ein Glas Wasser zum Wein anbieten.

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Wussten Sie, dass … … die Weinrebe nicht nur eine der ältesten Kulturpflanzen, sondern auch die am häufigsten angebaute Obstpflanze der Welt ist? … die Römer es waren, die die Weinkultur bei ihren Eroberungszügen nach Mitteleuropa brachten? ... dass die Überseestaaten eine sehr lange Zeit auf den Wein warten mussten? Über Europa kamen Weinreben erst um 1520 nach Mexiko und um 1580 nach Peru. Um 1700 gelangten sie nach Kalifornien und um 1790 nach Australien.

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SchoellerbankKundenberater Guntram Kirchebner mit Walter „Fahrschule“ Harm

SchoellerbankDirektor Mario Bernardi sicherte sich ein Buch von Segelprofi Norbert Sedlacek

im Gespräch Pure Begeisterung Kürzlich nahm Weltumsegler Norbert Sedlacek Kurs auf die Schoellerbank Innsbruck, erzählte aus seinem Leben und der härtesten Non-Stop-Segelregatta für Einzelkämpfer, der Vendée Globe. Wie faszinierend das Thema ist, zeigten die anschließend an den Vortrag gestellten Fragen, die so zahlreich waren, dass die Fragerunde sogar abgebrochen werden musste. Präsident Martin Sterzinger mit Christine Neururer, Sybille Ennemoser und Margret Haas

Helmut Haid, Hansjörg Wenzel und Giovanni Di Valentino, Unterberger

Nicht ins Wasser gefallen BMW Unterberger lud auch heuer wieder Kunden und Freunde zur BMW Golf Trophy in den Golfclub InnsbruckIgls. Trotz am Nachmittag einsetzenden Starkregens war das Turnier voll belegt und ein großer Erfolg.

Andrea Derfeser, Transporte Derfeser, mit Reinhold Haas, Audi-Markenleiter

Roland Schwaiger, ElectroDrive, IKB-Vorstandsvorsitzender Harald Schneider, Claudia Angerer-Foissner, DEZ/CAA, Stephan Juen, IKB, und Stefanie Baldauf, ElectroDrive Foto: Tiroler Marketingclub

V. l.: Fotograf Ernst Breitegger, Bürgermeister Willi Herbst, Landtagsvizepräsident Hannes Bodner, Weinbauer Christoph Gratl, Künstler Andreas Müller, Malerin Kathrin Fleck und Pfarrer Michael Wüger Foto: C. Schwaiger

Gesgneter Wein Vor der malerischen Kulisse der Weingärten um die Wallfahrtskirche Maria Bild fand die diesjährige Pilgerweinsegnung im Burgenland statt. Im wahrsten Sinne untermalt wurden die Feierlichkeiten durch ausgestellte Skulpturen, Bilder, Fotografien und Installationen im Weinberg.

Abgeholt Andrea Derfeser wurde nach ihrer erfolgreichen Besteigung des Mount Everest mit ihrem neuen Audi Q5 von Porsche Innsbruck vom Flughafen abgeholt. Die offizielle Übergabe des chicen Flitzers folgte Mitte Juni.

Nachhaltigkeit (er)fahren Mehr als 30 Mitglieder des Tiroler Marketingclubs nutzten den Besuch bei ElectroDrive Tirol, um hinter die Kulissen der sanften Mobilität zu blicken. Neben den Auswirkungen des aktuellen Megatrends Nachhaltigkeit auf Kommunikation und Marketing stand der Praxistest auf zwei und vier elektrisch betriebenen Rädern auf dem Programm.

Sonja und Michael Mayr

Herz für Kinder Kürzlich übergab die Firma Opbacher Installationen einen Scheck über 8.500 Euro an die Roten Nasen Clowndoctors, die damit die Kinderklinik im LKH Innsbruck unterstützen. Das Geld stammt aus der Firmenjubiläumsfeier vom Mai dieses Jahres, wo die zahlreichen Gäste anstelle von Geschenken großzügige Spenden mitbrachten.

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Klaus Kluckner, Erich Bitter, Markus Opel und Dieter Unterberger

Ladies Night Mitte Juni wurde die Autowelt Denzel & Unterberger zum Schauplatz eines Festes der Superlative. Hunderte Besucher und vor allem -innen feierten bei der Ladies Night bis in die Morgenstunden. Mit dabei: ganz ladylike Opel-Modelle.

Ausgezeichneter Autopark Im Rahmen der Händlertagung in Salzburg wurde der Autopark mit dem Ford Marketing Award 2011 ausgezeichnet. Platz 1 sicherte sich das Team rund um Michael Mayr ob seines umfangreichen Werbeauftritts.


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Theo Waigel bei Grüner & Partner Dr. Theo Waigel, Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Hausherr Peter A. Grüner Jakob Klammer (EWA St. Anton) und dez-Geschäftsführer Dkfm. Hannes Hess

Ewald Franzoi und Michael Pfeifer (beide Holzindustrie Pfeifer) mit Mag. Sieghard Haslwanter (Grüner & Partner) Grüner-&-Partner-Standortleiter MMag. Philipp Hagele mit Tino Schwarz (Hotel Valentin) und Rechtsanwalt Dr. Markus Skarics

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„Vater des Euro“ in Innsbruck Ende Mai konnte Grüner & Partner den ehemaligen deutschen Finanzminister Dr. Theo Waigel im Rahmen einer Veranstaltung in ihrer Kanzlei begrüßen. Zahlreiche Vertreter der Tiroler Wirtschaft waren der Einladung der Wirtschaftstreuhandkanzlei ins Innsbrucker Soho 2.0 am Grabenweg gefolgt und ließen sich den hochkarätigen Vortrag zum Thema

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„Die Zukunft Europas und seiner Währung“ nicht entgehen. Die Tiroler Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Hausherr Peter A. Grüner freuten sich besonders über den Besuch des ehemaligen deutschen Spitzenpolitikers und hießen ihn und die zahlreichen Gäste herzlich willkommen.

Grüner & Partner ist eine regional führende Wirtschaftstreuhandkanzlei mit Standorten in Imst, St. Anton und seit kurzem auch in der Landeshauptstadt. Über 30 Mitarbeiter betreuen insbesondere KMUs in den Schwerpunkten Bilanzierung, Steueroptimierung und Unternehmensplanung. Dabei setzt die Kanzlei Maßstäbe in Dienstleistungsqualität, kompetenter und persönlicher Betreuung sowie einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis. Seit 1988 bilden qualitatives Wachstum auf Basis fundierter Mitarbeiteraus- und -fortbildung und die vertrauensvolle Partnerschaft zum Klienten die Erfolgsgrundlage von Grüner & Partner. www.gruener-partner.at


„Beim Einrichten geht es nicht bloß um Möbel, sondern um die Gestaltung des persönlichen Lebensraumes.“ Martin Wetscher

Eröffnung von Wetschers Penthouse

Natascha Simmel (Treca Interiors Paris) mit Moderator Robert Reumann auf „Platinum“, einem Klassiker der französischen Luxusbetten-Marke

Innenarchitektin Julia Wörle, Natascha Simmel, Robert Reumann, Stephan Eberharter, Reinhard Strasser (Leiter der Wetscher Innenarchitektur) und Hausherr Martin Wetscher

Robert Tanner (Leiter Wetscher Werkstätten) mit den Wohnpartnern Klaus Suppacher (Ofen und Stein) und Robert Mitterer (Hi-Fi, Multimedia, Gebäudeautomation)

Zahlreiche Interessierte ließen sich die Eröffnung des neuen Penthouses von Wetscher nicht entgehen

Wetscher lud in den neuen Penthouse-Himmel In formaler Schlichtheit inszenierte Wetscher sein neues Penthouse in den Wohngalerien in Fügen. Die Eröffnung feierte das Einrichtungshaus mit vielen geladenen Gästen, Kunden und Wohnpartnern sowie der Edelmarke Treca de Paris, deren Bettenstudio anlässlich der Eröffnung großzügig umgebaut wurde.

Gerade weil sie jedes Zuviel vermeiden, strahlen Räume in minimalistischer Architektur oft eine beneidenswerte Ruhe und Gelassenheit aus. Wetschers Innenarchitekten, Tischler, Bodenspezialisten und viele mehr haben den vierten Stock der Wohngalerien sensibel umgestaltet und den Raum zur Inspirationsquelle für das

eigene Wohnen gemacht. Bei einer geradezu himmlischen Matinee eröffnete Martin Wetscher das neue Highlight des Hauses. Mit dabei war auch Olympiasieger und Wetscher-Kunde Stephan Eberharter, durch den Abend führte Lebens(t)räume-Moderator Robert Reumann. > www.wetscher.com

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