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GET STA RT IT KARRIERE.MENSCHEN.TECHNOLOGIEN

In Kooperation mit der Wirtschaftskammer Tirol Fachgruppe UBIT Ausgabe Nr. 02 | März 2020 P.b.b. Verlagspostamt 6020 Innsbruck ZNr. GZ 02Z030672 M | Euro 3.00


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Chistoph Walser, Präsident der Wirtschaftskammer Tirol

Maßgeschneiderte Lösungen aus Tirol Digitalisierung. Mit IT lassen sich individuelle Lösungen realisieren. Die Tiroler IT-Profis verfügen über das nötige Know-how und sind der Ansprechpartner Nummer 1 in allen Fragen der Digitalisierung.

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nformationstechnologie, kurz IT, nimmt am Standort Tirol eine besondere Rolle ein: IT findet sich in sämtlichen Branchen – vom Handwerk über Produktionsunternehmen bis hin zu Hotelbetrieben. Überall sind es völlig unterschiedliche und maßgeschneiderte IT-Lösungen, die darüber entscheiden, ob Prozesse und Arbeitsabläufe reibungslos funktionieren oder nicht. Der Megatrend Digitalisierung macht intelligente Systeme wichtiger denn je. Die Tiroler IT-Experten sind in allen Fragen der Digitalisierung der Ansprechpartner Nummer 1. Die heimische IT-Szene verfügt über Profis, die jede noch so komplexe Anforderung erfüllen können. Wer auf Fachleute vor Ort setzt, kann sich darauf verlassen, dass individuelle Wünsche umgesetzt werden, und profitiert von kurzen Wegen bei der Betreuung. Die Fachgruppe UBIT der Wirtschaftskammer setzt auf hochqualifizierte Aus- und Weiterbildung. Die Duale Akademie ist eine Bildungsinnovation der Wirtschaftskammer Tirol, der Bildungsdirektion und des Landes Tirol für die Fachkräfte der Zukunft. Die Absolventen erwerben modernstes Know-how und sind von der Wirtschaft anerkannte Experten für Applikationsentwicklung und Coding. Diese laufende Weiterentwicklung stellt sicher, dass heimische IT-Profis auch in Zukunft bei Preis, Leistung und Qualität ganz vorne dabei sind. Und damit einen wesentlichen Beitrag leisten, Tirol für das digitale Zeitalter zukunftsfit zu machen.

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eco.edit

Sybille Regensberger, Obfrau der Fachgruppe UBIT der Wirtschaftskammer Tirol

Bit happens Informationstechnologien sind aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken – privat nicht und in der Arbeitswelt noch viel weniger.

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nformationstechnologien bilden die Nervenbahnen der Wirtschaft, für die lebendige IT-Szene spielen Grenzen kaum noch eine Rolle. Gute Ideen haben heute mehr denn je die Chance, den Weltmarkt zu erobern. Mit den neuen Entwicklungen sind jedoch große Herausforderungen für Unternehmen und IT-Experten dieses Landes verbunden. Aber auch große Chancen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir vom technologischen Fortschritt fast immer profitiert haben. Die große Frage, die wir uns stellen müssen, ist also: Wie können Unternehmer den technologischen Wandel am besten für sich nutzen? Vor allem aber stellt sich die Frage: Wie finden Unternehmer dafür die passenden Mitarbeiter? Wirtschaft und Finanzen kommen ebenso wie Informationstechnologien in den klassischen Bildungseinrichtungen kaum vor. Lange ist auch der Hochschulbereich hinterhergehinkt. Das hat dazu geführt, dass die technologischen Möglichkeiten den Menschen mehr oder weniger überholt haben. Wir alle nutzen die neuen Technologien, doch kaum jemand weiß, wie sie tatsächlich funktionieren. Mit der neuen Art zu arbeiten und den sich daraus ergebenden Anforderungen haben sich viele Berufsbilder verändert, manche sind gänzlich neu entstanden. Mitarbeiter brauchen vermehrt digitale Kompetenzen, aber auch Unternehmen und der gesamte Recruitingbereich werden sich besser früher als später darauf einstellen müssen, dass manche Dinge, die in der Vergangenheit wunderbar funktioniert haben, es in Zukunft auf altbewährt-gewohnte Weise nicht mehr tun werden. Letztlich gibt es zahlreiche Wege, die in die IT führen. Einige davon zeigen wir Ihnen in der Titelgeschichte und dazu Menschen, die diese bereits gegangen sind. Wir haben mit Praktikern gesprochen und geben Unternehmen ein Gesicht, die sich die neuen Technologien bereits erfolgreich zu Nutze gemacht haben. Es gibt sie, die klugen Köpfe, die Quer- und Weiterdenker – auch in Tirol. Auf eine spannende Zukunft.

HER AUSGEBER & MEDIENINHABER: eco.nova Verlags GmbH, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, 0512/290088, redaktion@econova.at, www.econova.at GESCHÄF T SLEITUNG: Christoph Loreck, Mag. Sandra Nardin A S SIS TENZ: Martin Weissenbrunner CHEFREDAK TION: Marina Bernardi AUTOREN DIESER AUSGABE: Doris Helweg, Marian Kröll ANZEIGENVERK AUF: Barbara Greil, Ing. Christian Senn L AYOUT: Tom Binder, Conny Wechselberger LEK TOR AT: Mag. Christoph Slezak DRUCK: Radin-Berger-Print GmbH UNTERNEHMENS GEGENS TAND: Die Herstellung, der Verlag und der Vertrieb von Drucksorten aller Art, insbesondere der Zeitschrift eco.nova. GRUNDLEGENDE RICHT UNG: Unabhängiges österreichweites Magazin, das sich mit der Berichterstattung über Trends in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur, Gesundheit & Well­ness, Steuern, Recht, Kulinarium und Life­s tyle beschäftigt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, sowie anderwertige Vervielfältigung sind nur mit vorheriger Zustimmung des Herausgebers gestattet. Für die Rücksendung von unverlangt eingesandten Manuskripten und Bildmaterial wird keine Gewähr übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. JAHRE S ABO: EUR 25,00 (14 Ausgaben) Sind Beiträge in dieser Ausgabe in der Kopfzeile mit dem FIRMENNAMEN gekennzeichnet, handelt es sich um BE Z AHLTE ANZEIGEN.

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eco.inhalt

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SOFTWAREENTWICKLER/IN

KARRIERE 06 START IT

Die Digitalisierung verändert nicht nur Berufsbilder, sondern gesamte ökonomische Prozesse. Ohne IT-Skills wird es künftig wohl keine Jobs mehr geben. 18 NEW WORK Wenn Maschinen künftig bestimmte Arbeiten besser verrichten können als Menschen, müssen wir über den Sinn der Arbeit nachdenken. 20 LERNEN MUSS SEXY WERDEN Unser Leben spielt sich heute zunehmend digital ab, das heißt, auch Wissenskanäle müssen dorthin verlegt werden. 24 HITS FOR KIDS Die Initiative „Coding4Kids“ führt Schulkinder spielerisch an die Technik von morgen heran.

MENSCHEN 26 AM PULS DER ZEIT

In der Fachgruppe UBIT bündelt sich das Expertenwissen von Informationstechnologen, Unternehmensberatern und Buchhaltungsberufen. 30 TREND.IT Erfolgsgeschichten von der zehnten Auflage der Tiroler ITDays.

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DURCHGESTARTET

Christian Frick gewann als Tiroler Landessieger beim österreichweiten Constantinus Award 2019. 36 START-UPS Die Szene junger Kreativer wächst auch in Tirol. Mit monkee und Swarm Analytics zeigen wir zwei Vertreter und ihre Geschichten.

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TECHNOLOGIEN BLOCKCHAIN

Wie die Blockchain der Schlüssel zu einer dezentralen Zukunft werden kann und warum andere die C-Chain für die viel bessere Alternative halten. 48 LAWINENKUNDE Die Lawinengefahr lässt sich trotz technischen Fortschritts zwar nicht hundertprozentig genau vorhersagen, um sie aber besser managen zu können, gibt es neben dem Lawinenwarndienst einige techno­logische Ansätze made in Tirol. 56 IT-SECURITY Virenschutz und Firewalls schützen vor Cyberkriminalität, können jedoch gezielte Angriffe oftmals auch nicht abwehren. Wie sich Unternehmen bestmöglich schützen.

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karriere.traveleurope.cc Jetzt bewerben: karriere@traveleurope.cc Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftigen und vollständigen Unterlagen. TRAVEL EUROPE Reiseveranstaltungs GmbH z. H. Mag. (FH) Gudrun Scheifinger Unterdorf 37a, 6135 Stans


© ANDREAS FRIEDLE

eco.IT

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Unsere vier Titel-Männer sind ganz unterschiedliche Wege in die IT gegangen: Benjamin Knoll, Fabian Kainz, Daniel Kienzler und Patrick Pixner.


eco.IT

START IT

So vielfältig die Informationstechnologie unser gesamtes Leben durchdringt, so breit gefächert zeigen sich die Jobmöglichkeiten in der IT. Die Digitalisierung verändert nicht nur Berufsbilder, sondern gesamte ökonomische Prozesse. Eines bleibt jedoch eine stabile Größe: Ohne ITSkills wird es keine Jobs mehr geben. Nirgendwo. Aber es gibt viele Wege, die in die IT führen, egal woher man kommt. T E X T : D O R I S H E LW E G

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chon seit Jahren suchen IT-Unternehmen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Glaubt man dem TOP-TIROL-Konjunkturbarometer der Wirtschaftskammer Tirol, wollen vor allem die TOP-Unternehmen der Sparte Information und Consulting ihren Mitarbeiterstand um 46 Prozent erhöhen – ein deutliches Indiz dafür, dass gut ausgebildete Fachkräfte im informationstechnologischen Bereich auch weiterhin gefragt sein werden. Sie sind und bleiben heiß umkämpft, und das nicht nur hierzulande.

„Viele Wege führen nach Rom“ sagt ein bekanntes Sprichwort und meint damit, dass es viele Möglichkeiten gibt, an ein bestimmtes Ziel zu gelangen. Dem Ziel, in einem der nachgefragtesten, spannenden und mannigfaltigen Bereichen der Informationstechnologie zu arbeiten, kann man sich auf vielen Wegen nähern. Seit Jahren zielen Bestrebungen der Fachgruppe UBIT in der Wirtschaftskammer darauf ab, vor allem im Bereich der IT neue Ausbildungswege zu schaffen, um dem schon länger vorherrschenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auf völlig unterschiedlichen

„ Z WA R S I N D D I E Z U G Ä N G E Z U WISSEN DURCH DAS INTERNE T E I N FA C H E R G E W O R D E N , D A F Ü R A B E R A U C H W E S E N T L I C H KO M P L E X E R .“ WOLFGANG SPARER, LEITER DES BILDUNGSC ONS ULT ING S DER W IR T S C H A F T S K A MMER T IR OL

Schienen wurden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten neu geschaffen oder adaptiert, darunter auch Qualifikationsmodelle für Quereinsteiger. Denn eines bestätigen sowohl Ausbilder wie Unternehmer: Ohne IT-Skills wird es keine Jobs mehr geben, auch nicht in anderen Berufszweigen.

KOMPETENZEN DER ZUKUNFT

Digitale Kompetenzen sind Grundvoraussetzung. Aber welche Kompetenzen sind heute generell gefragt? „Wir haben uns im Kompetenzmodell FUTUR die Fragen gestellt: Welche Kompetenzen braucht es heute, welche Kompetenzen braucht es in der Zukunft und wie lässt sich die Entwicklung dorthin im Detail beschreiben?“, erläutert Ing. Mag. Wolfgang Sparer, MAS, Leiter des Bildungsconsultings der Wirtschaftskammer Tirol. „Wir sind zum Schluss gekommen, dass es hier keine allgemeingültigen Modelle mehr gibt. Es muss eher in einem analytischen Prozess evaluiert werden, welche Fähigkeiten es für den jeweiligen Job speziell braucht, und dann ein Paket aus individuellen und maßgeschneiderten Maßnahmen geschnürt werden. Das Modell FUTUR beinhaltet sechs Fähigkeitsbereiche – Basisfähigkeiten, fachliche Fähigkeiten, persönliche, methodische, soziale und vor allem auch digitale Fähigkeiten. Eingesetzt wird dieses Modell in der Bildungsforschung, der Berufsorientierung, in der Formulierung von Anforderungsprofilen, der Personalentwicklung, im

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eco.IT

„DIE IT IST AL S THEMENBEREICH S O B R E I T A U F G E S T E L LT, D A S S ES IN TIROL NUR SEHR WENIGE U N T E R N E H M E N G I B T, D I E I N I H R E R LEHRLINGSAUSBILDUNG DAS GESAMTE S P E K T R U M A B D E C K E N KÖ N N E N .“ OTTO HANDLE, INNDATA- GE S C H Ä F T S F ÜHRER

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Talentemanagement, im Kompetenzcoaching und einigem mehr“, so der Bildungsexperte. „Eine klassische Stellenbeschreibung wird also immer mehr von der Frage abgelöst, welche Kompetenzen es für die jeweiligen Stellen braucht.“ Das Bildungsconsulting kann Personalentwickler und Personalabteilungen dabei unterstützen, den Weg zu definieren, welche Fähigkeiten in Zukunft notwendig sind und wie diese sowohl bei bestehenden Mitarbeitern wie auch bei Neueinstellungen entwickelt werden können. „Zudem geben wir Unternehmen und Einzelpersonen unterschiedlicher Altersgruppen Orientierungshilfe dabei, aus dem Dschungel an Möglichkeiten das jeweils passende Bildungsangebot bzw. die passende Ausbildung zu finden“, ergänzt Abart. Dabei haben sich auch die Methoden gewandelt: Wurden früher Einheitskurse angeboten, so ist das Angebot heute wesentlich spezieller und individueller geworden, auch die Form des Trainings geht vollkommen neue Wege zum Beispiel durch digitales E-Learning oder Lernplattformen. „Zwar sind die Zugänge zu Wissen durch das Internet einfacher geworden, dafür aber auch wesentlich komplexer. Das Adäquate auszuwählen, ist dadurch nicht gerade einfacher geworden“, ergänzt Sparer. Bildung und Coaching finden immer mehr unternehmensspezifisch statt, auch Seminare werden ganz gezielt nach spezifischen Anwendungsprofilen ausgewählt.

IT- AUSBILDUNG BREIT GEFÄCHERT „Beginnt man bei den Schulen, gibt es zum Teil sehr hochwertige Ausbildungen, zum Teil fehlen jegliche Basisqualifikationen“, sieht Sparer die Vermittlung von IT-Kompetenzen in Schulen durchwachsen. Höherbildende Lehranstalten bieten ab der neunten Schulstufe zum Teil vertiefende Zweige und auch in der Lehre hat sich einiges getan. Universität Innsbruck, MCI und FH Kufstein bieten speziellere Fachrichtungen an. „Alles in allem gibt es viele verschiedene Wege in die IT, nicht den einen perfekten“, weiß M-Pulso-Gründer Patrick Pixner auch aus eigener Erfahrung. Lehre Für Unternehmen wie Vizrt Austria GmbH oder inndata Datentechnik GmbH ist es

ein klares Ziel, Lehrlinge und somit Fachkräfte im eigenen Haus selbst auszubilden. „Man darf als Unternehmer nicht immer nur über den Fachkräftemangel jammern, ich sehe es durchaus auch als Verantwortung der Wirtschaft, selbst einen Beitrag für Facharbeiter im Lande zu leisten“, konstatiert Bmstr. Ing. Otto Handle, mba, Geschäftsführer der inndata Datentechnik GmbH in Innsbruck. „Der Lehre wird leider immer noch nicht der Wert beigemessen, der ihr eigentlich zusteht. Die Absolventen verdienen nach ihrem Abschluss ordentlich und sind hochbegehrt. Die IT-Lehre ist in Tirol recht hochwertig, das kann ich aus eigener Erfahrung als Vorsitzender der Prüfungskommission bestätigen“, weiß Handle, der seit 1995 Lehrlinge in seinem Unternehmen ausbildet. „Das hat sich bei uns extrem gut bewährt“ ergänzt Handle. Sich die eigenen und speziellen Fachkräfte im Haus selbst auszubilden, hat sich auch Vizrt Austria GmbH zum Ziel gesetzt. „Wir sichern uns damit unseren Nachwuchs und weiten unser Ausbildungsangebot derzeit von bisher einer Lehrstelle auf drei aus“, verrät Sigi Ehrensberger, Head of Logistics. Hoch im Kurs steht derzeit auch die Lehre nach der Matura, speziell nach der allgemein bildenden höheren Schule ist die praxisorientierte Ausbildung eine ideale Ergänzung und auch Möglichkeit, in die Arbeitswelt einzutauchen. Gerade Lehrlinge mit Hands-on-Mentalität sind in der IT-Branche sehr gefragt. Wer Interesse und Lernbereitschaft mitbringt, dem bieten sich beste Aufstiegschancen. Lehre mit Matura Hierbei gibt zwei grundlegende Ausbildungsmodelle: Das integrierte Modell sieht vor, dass während der Lehrausbildung auch die Maturakurse absolviert werden. Dazu wird der Lehrling drei bis sechs Stunden

AKTUELLE LEHRBERUFE IN DER IT

WIFI DER WIRTSCHAFTS KAMMER TIROL

• Informationstechnologie – Betriebstechnik • Informationstechnologie – Systemtechnik • Applikationsentwicklungen – Coding

Im Bereich IT-Professional hat das WIFI Tirol einige fundierte Ausbildungen aufgebaut. Alle IT-Ausbildungen haben die Bildungsgeld-update-Förderung (siehe nächste Seite) erhalten. • Fachausbildung IT Informatik (Coding, Applikationsentwicklung) • PC-Techniker • Netzwerkadministrator • Systemadministrator • Fachakademie für Angewandte Informatik • Software Developer mit C# • Web Professional

Branchennahe Ausbildungen • E-Commerce-Kaufmann • Medienfachmann/-frau mit Schwerpunkt Grafik/Print/Publishing und audiovisuelle Medien - mit Schwerpunkt Onlinemarketing - mit Schwerpunkt Webdevelopment und audiovisuelle Medien


© ANDREAS FRIEDLE

eco.IT

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Ing. Mag. Wolfgang Sparer, MAS, Leiter des Bildungsconsultings der Wirtschaftskammer Tirol (re.), und Markus Abart, Leiter Berufsorientierung

pro Woche von der Arbeit freigestellt, um die Maturakurse zu besuchen. Die Zustimmung des Ausbildungsbetriebs ist Voraussetzung. Der Ausbildungsbetrieb entscheidet auch, in welcher Form die Maturakurse in die Lehrzeit integriert werden. Im Gegensatz zum integrierten Modell bleibt beim berufsbegleitenden Modell die Lehrausbildung von den Maturakursen völlig unberührt. Die Maturakurse finden außerhalb der Arbeitszeit in der Freizeit statt. Somit bleibt der Wunsch, Matura zu machen, auch unabhängig vom Lehrbetrieb und -vertrag. Keine Zustimmung des Lehrbetriebs ist notwendig. Sommerakademie „Die IT-Akademie ist ein spezielles Ausbildungsprogramm für Lehrlinge der Infor-

matik und IT-Technik“, erläutert Zdenko Stevinovic vom WIFI Tirol. „Die Teilnehmer lernen, gemeinsam in Teams IT-Projekte zu planen und durchzuführen.“ Auf dem Lehrplan stehen gängige Programmiersprachen ebenso wie Datenbank- und Netzwerktechnik. Außerdem werden die Grundlagen des Projektmanagements vermittelt. Abgehalten in Form eines Hackathons, können Tiroler IT-Lehrlinge bei der IT-Sommerakademie ihre Kompetenzen und ihr Wissen vertiefen. „Die IT ist als Themenbereich so breit aufgestellt, dass es in Tirol nur sehr wenige Unternehmen gibt, die in ihrer Lehrlingsausbildung das gesamte Spektrum abdecken können. Ziel der Sommerakademie ist es, den Lehrlingen auch weitere Bereiche der IT in ihrer Ausbildung näherzubringen“, so innda-

ta-Geschäftsführer Otto Handle. Als Lehrlingsausbilder war er großer Befürworter und Initiator dieses Ausbildungstools. „Die Akademie ist als Unterstützung für die Ausbildungsbetriebe ins Leben gerufen worden. Viele kleine Betriebe können nicht alle Inhalte nach dem Berufsbild abdecken und die Akademie soll diese ergänzen. Die Teilnehmerzahlen steigen sukzessiv“, so Handle. Innerhalb von zwei Wochen müssen die Lehrlinge eine Aufgabe lösen und erhalten dabei so viel Coaching wie nötig und arbeiten so selbstständig wie möglich – keine Spur von verstaubtem Unterricht, quälenden Skripten und sturem Auswendiglernen. Im Zentrum der Sommerakademie steht praxisnahes und spannendes Learning by Doing, aufgepeppt durch


eco.IT

eco.mmentar

Prof. Dr. Peter Mirski ist GründungsStudiengangsleiter genannter Studien und bereits seit 20 Jahren für den Bereich Digitalisierung am MCI verantwortlich

Modern studieren Ein modernes IT-Studium ist wie ein gutes Essen, das nicht nur entsprechend gekocht, sondern auch passend angerichtet ist.

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Flexibilität und Bezug zur Realität sind die Zauberworte eines modernen Studiums. Darüber hinaus ist es wichtig, Gelegenheiten zu schaffen, das Gelernte direkt umzusetzen und sofort Erfahrungen zu sammeln – gute und schlechte, denn aus Fehlern lernt man bekanntlich am besten. Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht glaubt: Ein Onlinestudium eignet sich dafür bestens, passt sich vielen Lebenslagen an und ist richtig interaktiv, insbesondere dann, wenn es mit kurzen und spannenden Präsenzphasen an der Hochschule kombiniert ist. Dabei ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Inhalte nicht nur aktuell sind, sondern auch modern vermittelt werden. Ich verstehe darunter den Einsatz neuer Medien, praxisnaher Didaktik in Kombination mit klaren Strukturen und Anleitungen zum selbständigen Vertiefen der Inhalte sowie genügend Gelegenheit, allein, aber auch gemeinsam zu üben. Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass die Möglichkeit, internationale Erfahrungen sammeln zu können und dabei auf das Netzwerk der Hochschule zu bauen, einen zusätzlichen und wesentlichen Erfolgs- und Begeisterungsfaktor darstellt. Topmotivierte Lehrende und ein Studienplan, der auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst ist, tun ihr Übriges, um die Studierenden auf ihren Weg vorzubereiten – denn auch IT-Berufe unterliegen einem starken Wandel. Je besser Grundlagen vermittelt und aufgenommen wurden, desto größer ist der Nutzen einer akademischen Ausbildung und deren Wirkung auf eine tolle Karriere, in der man Digitalisierung nicht nur erleben, sondern auch aktiv und nachhaltig gestalten kann. Die MCI-Studiengänge „Management, Communication & IT“ sowie „Digital Business & Software Engineering“ wurden nach diesen Kriterien entwickelt und wir sind sehr stolz auf ein aktives Netzwerk von knapp 1.000 Absolventinnen und Absolventen sowie über 100 nationale und internationale Lehrenden, zahlreiche hochkarätige Partnerschaften und Auszeichnungen.

einen Hauch von Wettbewerbscharakter. „Die Aufgaben waren recht anspruchsvoll, ich hätte diese Technologien sonst nicht kennengelernt“, erzählt Benjamin Knoll. Er hat bereits im ersten Lehrjahr bei inndata die Sommerakademie besucht. Achtung: Die nächste Sommerakademie findet vom 27. Juli bis 7. August 2020 statt. Die genauen Themen werden mit den Betrieben derzeit noch abgestimmt.

Duale Akademie Zuversichtlich zeigt man sich in der Branche auch mit der dualen Akademie. Mit der kürzlich vorgestellten Akademie wird eine weitere Ausbildungsschiene für hochqualifizierte Mitarbeiter geschaffen – ideal für Maturanten, Personen mit abgeschlossener Lehre, Studierende ohne Studienabschluss oder Berufsumsteiger. Die fundierte Ausbildung findet in der Berufsschule und praxisbezogen im Unternehmen statt, in Form einer Vollzeitanstellung mit attraktivem Einstiegsgehalt und einem betrieblichen Traineeprogramm. Für die verkürzte Lehrzeit von vier auf drei Jahre steht ein Mentor zur Seite. Der theoretische Teil in der Berufsschule nimmt pro Lehrjahr 9,33 Wochen in Anspruch. Ein wichtiger Punkt auf dem Lehrplan ist die Vermittlung von Zukunftskompetenzen auf fachlicher, digitaler, sozialer und internationaler Ebene, möglich ist auch ein Auslandssemester und die Teilnahme an der Sommerakademie. Die Absolventen haben beste Chancen am Arbeitsmarkt mit Top-Berufs- und Zukunftsaussichten. Das Image der Lehre wird durch die Steigerung der Ausbildungsqualität gesteigert, das Unternehmen bekommt hochqualifizierte Mitarbeiter und sichert sich dadurch ein Fachkräftepotential. Die Absolventen erhalten das Zertifikat „Duale Akademie-Fachkräfteausbildung IT & Software, Applikationsentwicklung – Coding“ und sind somit von der Wirtschaft anerkannte Experten.

IT-STUDIEN IN TIROL IT-basierte Studien am MCI

• Management, Communication & IT: Bachelor, Master • Digital Business & Software Engineering: Bachelor • Mechatronik, Studienzweig Elektrotechnik: Bachelor • Mechatronik & Smart Technologies, Studienzweig Elektrotechnik: Master Executive Education (postgraduale Studiengänge) • Digital Business: MBA • Digital Economy & Leadership: M.Sc. • Digital Marketing & Analytics: M.Sc.

IT-bezogene Studien an der UNIVERSITÄT INNSBRUCK Informatik: Bachelor, Master Computer Science: PhD Wirtschaftsinformatik: Master

Zusätzliches Angebot für Studierende im Bereich Digitalisierung & IT: • Erweiterungsstudium Informatik • Digital Science, Ergänzung • In Zukunft soll es außerdem mit dem CodeAbility-Austria-Programm eine gezielte Programmierausbildung für Studierende aller Fachrichtungen geben.

IT-KOLLEG Imst

Das IT-Kolleg Imst ist das IT-Kompetenzzentrum im Tiroler Oberland und vermittelt in einer praxisnahen zwei- bis dreijährigen Berufsausbildung nach Matura, Fachschule oder im zweiten Bildungsweg umfangreiche IT-Kenntnisse und betriebswirtschaftliche Zusatzqualifikationen. • Kolleg für Informatik, 4 bis 6 Semester: Voraussetzung Matura • Aufbaulehrgang für Informatik, 4 bis 6 Semester: Voraussetzung einschlägiger Fachschulabschluss, Lehrabschluss, Handelsschulabschluss oder einschlägige Meisterprüfung


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Berufsleben in der IT in einer ganz anderen Liga bewegen“, ist sich inndata-Gründer Otto Handle sicher.

WE LIKE IT

Wie unterschiedlich die Wege in die IT-Branche sein können, das beweisen unsere vier Titelhelden (siehe nächste Seiten). Vom Lehrling über den Studiumsabsolventen bis hin zum Firmengründer ist alles dabei. Die verschiedenen Ausbildungswege sollen veranschaulichen, dass jeder für sich ganz nach seinen eigenen Präferenzen die richtige Ausbildungsschiene als IT-Fachkraft wählen und in eine erfolgreiche Karriere starten kann. Denn eines ist klar: Jobs in der IT sind gefragter denn je, zukunftssicher, abwechslungsreich und so breit gefächert, dass eigentlich für (fast) jeden etwas dabei ist. 

BILDUNGSGELD - UPDATE

MEHR FRAUEN IN DIE IT Eine Frage beschäftigt sowohl ausbildende Institutionen wie auch Unternehmer: Warum sind nach wie vor so wenig Frauen in der IT? Bedenkt man, dass die allerersten Programmierer Frauen waren, ist dieses Phänomen noch unverständlicher. „Gerade im Hinblick auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie bietet die IT-Branche viele Möglichkeiten und Vorteile“, kann auch Patrick Pixner nicht nachvollziehen, warum die ausgezeichneten und gut bezahlten Jobs in der IT von Frauen so wenig in Betracht gezogen werden. Mobiles Arbeiten ist in der IT schon lange kein Fremdwort mehr. Dennoch entscheiden sich noch immer relativ wenig Frauen für eine Ausbildung in diesem Bereich. Vielleicht fehlen die Vorbilder, warum sich immer noch der Großteil aller Mädchen mit großem Abstand für die Berufe Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau oder Friseurin entscheiden. „Dabei würden sich die Möglichkeiten im

Seit 1. Jänner 2020 gibt es ein neues Förderprogramm. Ziel ist, die berufliche Qualifikation von Arbeitskräften zu erhöhen, um damit den Bestand an Beschäftigten möglichst hoch zu halten sowie die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Durch einen Beitrag zur Finanzierung von Aus- und Weiterbildungskosten soll ein Anreiz zur Teilnahme an beruflichen Bildungsmaßnahmen geschaffen werden. Gefördert werden Kosten für Schulungsmaßnahmen zur Ausund Weiterbildung, die von anerkannten Bildungsträgern angeboten werden. Nicht förderbar ist der Besuch von Schulen, Hochschulen, (Privat)Universitäten sowie damit vergleichbaren Bildungseinrichtungen mit Öffentlichkeitsrecht, für die durch die öffentliche Hand bereits Schulbeihilfen, Stipendien oder ähnliche Unterstützungen vorgesehen sind. Die Förderung beträgt 30 Prozent der Kurskosten als Basis­ förderung sowie 20 Prozent der Kurskosten als Bildungsbonus für bestimmte positiv abgelegte Schlussprüfungen (formale Abschlüsse auf gesetzlicher Basis).

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Ihre zukünftige Abteilung ist für das gesamte Datenmanagement im Bereich der Personalisierung zuständig und arbeitet hierbei sowohl mit internen als auch externen Softwareprodukten. Dabei sind Sie als Teammitglied für die Neu- und Weiterentwicklung dieser Softwareprodukte zuständig. Außerdem programmieren Sie diverse Schnittstellen zu externen Softwareprodukten. IHR PROFIL Fundierte IT-Ausbildung (Uni, FH, HTL oder vergleichbare Ausbildung) Programmierkenntnisse - Vorzugsweise mit C# (.NET Framework) Kenntnisse mit SQL-Server von Vorteil Analytisches Denken und lösungsorientiertes Handeln Strukturierte und selbstständige Arbeitsweise

UNSER ANGEBOT Ein verantwortungsvolles, abwechslungsreiches und spannendes Aufgabengebiet Umfangreiche Einarbeitung und die Möglichkeit zur Weiterbildung und Weiterentwicklung Ein sehr gutes Betriebsklima in einem jungen Team Fitness- und Sportangebot sowie eine Firmenkantine

Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift Für diese Stelle gilt ein kollektivvertragliches Brutto-Jahresgehalt von € 31.384,92. Unser Gehaltsangebot liegt nach erfolgreicher Einarbeitung mit € 42.000 deutlich darüber. Worauf warten Sie noch? Setzen Sie alles auf eine Karte! Wir freuen uns auf Sie!

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eco.IT

WER SICH BEWEGT, BRINGT SO MANCHES AUF DEN WEG Patrick Pixner ist im hintersten Wipptal aufgewachsen, in einer Gegend, wo die einzige Ebene der Fußballplatz ist. Was damit klar ist: Um wo hinzukommen, muss man sich eben bewegen.

PAT R I C K P I X N E R , G R Ü N D E R U N D GESCHÄFTSFÜHRER VON M-PULSO

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andys gab es damals nur vereinzelt und noch in Schuhkartongröße, Bits und Bytes waren exotische Wörter und Conny Plautz noch kein UEFA-Schiedsrichter, sondern sein Trainer. Für das Konditionstraining jagte er die Buben des SC Navis die Hänge hinauf und hinunter. „Wir waren dem Gegner zwar spielerisch nicht immer überlegen, dafür aber konditionell“, schmunzelt Patrick Pixner. Dieses Durchhaltevermögen und das Wissen, dass das Leben eben nicht immer gerade verläuft, prägen seinen beruflichen Werdegang, genauso wie seine Lust, die Welt da draußen kennenzulernen. Die Welt der IT hat Patrick Pixner fasziniert, obwohl weder in seiner Familie noch im näheren Umfeld damit jemand zu tun hatte. Nach drei Jahren HTL Anichstraße entschied er sich als 17-Jähriger für eine Informatiklehre. „Eine Bauchentscheidung“, erinnert sich Pixner und auch daran, dass damals die Pionierzeit der App-Entwicklung war. Er durfte als eines seiner ersten Projekte an einem IMS-Client für Siemens Mobile arbeiten, einem Softwareprogramm, das mit dem heutigen WhatsApp vergleichbar ist. Sein Ausbildungsbetrieb, die DISoft EDV-Programme GmbH, schenkte ihm früh das Vertrauen. Sein Chef nützte die Fördergelder des Landes Tirol und beantragte die Begabtenförderungen für seinen Lehrling, der sich schon während der Lehrzeit Spezialwissen durch Fortbildungen angeeignet hat und mit der Berufsreifeprüfung die Maturareife nachholen wollte. Schon als 18-Jährigem übertrug ihm sein Chef verantwortungsvolle Aufgaben. Als Lehrling im 2. Lehrjahr reiste Pixner 2003 geschäftlich alleine nach China, um in Peking die Firma auf einer Messe zu

vertreten. Dass Bewegung Freude macht, kennt Pixner vom Fußball. So verwundert es kaum, dass er – neben seinem IT-Wissen – auch die Welt der Wirtschaft und des Managements kennen lernen wollte. Noch während des MCI-Studiums gründete Pixner zusammen mit Andreas Werner die M-Pulso GmbH. Der Stanglwirt zählte zu seinen ersten Kunden. Für ihn entwickelte der Jungunternehmer damals eine App zur Kundenbindung. Heute hat diese 25.000 aktive User. Aktuell beschäftigt die M-Pulso GmbH elf Mitarbeiter. Was Patrick Pixner und sein Team in der IT antreibt, ist die Chance, die Welt einfacher, besser oder sicherer zu machen. Von M-Pulso stammen unter anderem die Lawine Tirol App (siehe Seite 53), die SILBERCARD als erste digitale und mobile Gästekarte, die offizielle Erste-Hilfe-App des Roten Kreuz Tirol oder eine Lern-App, die bereits in vielen Großkonzernen in der Mitarbeiterschulung und in der Erwachsenenbildung eingesetzt wird – europaweit. „Als Full-Service-Anbieter im Mobile Business begleiten wir unsere Kunden durch den gesamten Digitalisierungsprozess. Von der ersten Idee bis hin zur fertigen App bieten wir ein Gesamtkonzept aus einer Hand, das hausintern von erfahrenen Softwareexperten programmiert, mitbegleitet und ständig weiterentwickelt wird. Ein Ansprechpartner für alles zu sein – das ist unsere Philosophie“, erklärt Patrick Pixner sein Business, der auch zertifizierter Certified Digital Consultant (CDC) sowie Certified Management Consultant (CMC) ist. Damit kann er geförderte Digitalisierungsberatungen für einheimische KMU anbieten. 

PATRICK PIXNER Patrick Pixner hat nach drei Jahren HTL die Schule an den Nagel gehängt und eine Informatiklehre begonnen. Einmal Feuer gefangen, setzte er die Abendmatura und ein MCI-Studium drauf und gründete sein eigenes Unternehmen. FOTOS: ANDREAS FRIEDLE


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MAN HAT DIE WAHLFREIHEIT Fabian Kainz kann es sich aussuchen, wo er arbeitet: „Ich habe nicht lange suchen müssen“, so der Bachelor in Management, Communication & IT und Master in International Business & Management.

FABIAN KAINZ Nach einem Bachelor in Management, Communication & IT machte Fabian Kainz den Master in International Business & Management, das vertiefte Wissen in der IT holte er sich in seiner praktischen Tätigkeit bei Microsoft in München. FA B I A N K A I N Z , P R O D U C T S P E C I A L I S T B E I P O O O L S O F T W A R E & C O N S U LT I N G G M B H

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ass er studieren möchte, war für ihn sehr früh klar, die Richtung jedoch nicht. Da er sich in der Schule immer leicht getan hatte, besuchte Fabian Kainz das Gymnasium Stams mit Sprachenschwerpunkt, merkte jedoch im Laufe der Zeit, dass die Sprachen nicht seine große Leidenschaft sind. In der Oberstufe fing er an, privat für seine Mutter eine Website zu kreieren, und ihm wurde klar, dass sein Studium in eine technische Richtung gehen sollte. Seine Wahl fiel auf das MCI-Studium Management, Communication & IT. Sie entpuppte sich als goldrichtig. „Ich würde es rückblickend sofort wieder machen. Der Mix aus technischen Grundlagen und der wirtschaftlichen Ausbildung war für mich der richtige Weg“, weiß er heute. „Die vielen praxisnahen Inputs im Studium waren sehr wertvoll, denn IT lernt man am besten, wenn man sie anwendet“, so Kainz. Nach einem Praktikum bei Microsoft in München ist er dort für mehr als zwei Jahre geblieben. „Ich habe in dieser Zeit gesehen, wie die IT in der Praxis funktioniert, hatte viel Kundenkontakt und habe auch erkannt, dass die IT genau das ist, wo ich hinwollte.“ Berufsbegleitend setzte er das Masterstudium International Business & Management drauf, das er kürzlich erfolgreich abschließen konnte. „Dabei kam mir die Vertrauensarbeitszeit und der Vertrauensarbeitsort von Microsoft sehr zugute. Unter der Woche arbeitete ich in München und am Wochenende studierte ich in Innsbruck. Die Freiheit ist gut, wenn man sie haben kann, wenn man sie braucht“, weiß Kainz aus Erfahrung über die Vertrauensarbeitszeit. „Die Kehrseite für mich ist aber, dass die Grenzen teilweise verschwimmen.“

Wichtig ist für Kainz nicht nur, was am Ende am Gehaltszettel steht, sondern die Freude an der Arbeit. Auch die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf spiele definitiv eine Rolle. Bei Poool Software & Consulting GmbH hat er alles gefunden, was er gesucht hat, und freut sich auf jeden neuen Arbeitstag.

Auswahl aktueller Seminare Social Media Marketing Strategie und Planung Start am 23. März 2020

Fachlehrgang Grafikdesign Basis – mit ISO-Zertifikat Start am 30. September 2020

ECDL Standard und Base Abendkurs berufsbegleitend Start jeweils am 25. März 2020

Fachlehrgang Webdesign und Social Media Basis – mit ISO-Zertifikat Start am 1. Oktober 2020

Programmierakademie berufsbegleitend – Basis Start am 19. Oktober 2020

ogramm Kurspr 020 2019/2 en: ch nline bu gleich o ol ir .t fi .b www

BFI Tirol, Tel. +43 512 59660, info@bfi-tirol.at

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WOLLTE DAS TUN, WAS MIR GEFÄLLT Als Daniel Kienzler in der dritten Klasse der HAK Schwaz das Fach IT bekam, war für ihn schnell klar: Ich will in die IT.

DANIEL KIENZLER, VIZRT AUSTRIA GMBH, L E H R E N A C H M AT U R A I M ZWEITEN AUSBILDUNGSJAHR

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ch habe mich nach dem Abschluss der HAK auf die Suche nach einer Stelle begeben. Vizrt hatte ich bereits gekannt und sogar schon einmal besucht. Ich habe mich auf die ausgeschriebene Lehrstelle sofort beworben“, erzählt Daniel Kienzler. „Er hatte dank seines Schulabschlusses schon eine gute Vorbildung und sein großes Interesse an der IT und insbesondere an unserem Unternehmen war im Vorstellungsgespräch deutlich spürbar“, sagt Elisabeth Karl, Lehrlingsbeauftragte bei Vizrt Austria GmbH. „Unsere Aufgabengebiete sind so speziell, dass es sehr schwierig ist, Leute zu finden“, so Sigi Ehrensberger, Head of Logistics. Sie hat derzeit Daniel Kienzler in der Abteilung „Assembly“ unter ihre Fittiche genommen.

Vom Zusammenbau der Hardware für den Gebrauch der sehr speziellen Software bis hin zur Softwareentwicklung durchläuft Kienzler hier unterschiedlichste Abteilungen. „In unserem sehr speziellen Nischenprodukt, nämlich in Echtzeit Grafiken über Livebilder zu legen, bieten wir eine sehr umfangreiche Ausbildung mit verschiedenen Perspektiven“, erklärt Sigi Ehrensberger und ergänzt: „Natürlich möchten wir uns damit unseren Nachwuchs sichern.“ „08/15-Jobs gibt es bei uns nicht, Flexibilität ist Grundvoraussetzung. Allein der Bereich Onlinestreaming wächst extrem, auch im Bereich E-Sports entwickelt sich das Digital Publishing rasant. Hier entwickeln sich ständig neue Kundensegmente, während der klassische TV-Markt eher auf dem Abwärtstrend ist“, erläutert Bernhard Kathrein. Er ist Head of Finance und gemeinsam mit Christian Huber Geschäftsführer der Vizrt Austria GmbH. „Die im Haus entwickelten Produkte täglich bei allen TV-Stationen weltweit zu sehen, macht schon stolz“, freut sich Kienzler jeden Tag auf seine Ausbildungszeit. In seiner Ausbildung „Lehre nach Matura – Informationstechnologie – Systemtechnik“ muss er Fächer wie Englisch, Wirtschaft und Deutsch nicht mehr besuchen, diese werden ihm von seinem Abschluss der HAK-Matura angerechnet. Das dritte und vierte Ausbildungsjahr werden bei Daniel zusammengelegt, wodurch sich die Lehrzeit um ein Jahr verkürzt. 

Im hauseigenen Teststudio wird laufend entwickelt, getestet und probiert, um in Echtzeit Grafiken über Live-Übertragungen oder Streamings zu legen.


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NACH SCHULABBRUCH LEHRE MIT MATURA Benjamin Knoll hatte bereits zwei Jahre an der HTL Jenbach absolviert, als er merkte, dass ihm das Programmieren sehr gut gefällt. Die Frage stellte sich, ob er in eine andere Schule wechseln und wieder von null anfangen sollte.

BENJAMIN KNOLL In der Lehrausbildung kann Benjamin Knoll genau das machen, was ihm gefällt, ohne schulisches System. Mit der Lehre mit Matura stehen ihm alle Möglichkeiten offen.

BENJAMIN KNOLL, LEHRLING IM ZWEITEN L E H R J A H R B E I I N N D A TA D A T E N T E C H N I K

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ch habe mich für die Lehre IT-Informatik entschieden. Da kann ich machen, was mich wirklich interessiert, ohne den Beigeschmack der vielen Nebenfächer“, erzählt Benjamin Knoll. Um sich alle Möglichkeiten offen zu halten, entschied er sich für die Lehre mit Matura. Seit September 2018 ist er bei inndata Datentechnik GmbH mit Begeisterung bei der Sache. Sein Wissen vertiefen durfte der Informatiklehrling in der jährlich stattfindenden Sommerakademie, die im Betrieb von Bmstr. Otto Handle sehr befürwortet wird. Diese Sommerakademie wird ähnlich einem Hackathon abgehalten und soll den Teilnehmern unterschiedlicher Ausbildungsstufen die verschiedenen Bereiche der IT näherbringen. „Die Aufgabenstellun-

gen bei der Sommerakademie waren sehr vielfältig. Wir konnten uns in verschiedensten Programmiersprachen üben und das Spannendste war dabei, dass nicht nur ein Weg, sondern viele Wege zum Ziel führen – die eigene Kreativität war gefordert“, schwärmt Benjamin Knoll noch von seinen Erfahrungen bei der Sommerakademie. Die Aussichten auf einen Job stehen gut bei Benjamin Knoll, bildet Otto Handle seine Lehrlinge doch ganz bewusst zu starken Fachkräften aus, um sie auch gerne nach ihrem Abschluss weiter zu beschäftigen. „Wir haben Absolventen der Lehre angestellt, die besser verdienen als Akademiker in anderen Berufsfeldern“, sagt Handle.

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SPRECHEN SIE IT? In klassischen Bildungseinrichtungen sind Informationstechnologien nach wie vor unterrepräsentiert. In den Basics fit zu sein, sollte in der heutigen Zeit jedoch so selbstverständlich sein wie Lesen und Schreiben. Weil es ohne nicht mehr gehen wird. Vor allem Programmierer sind in der Wirtschaft höchst nachgefragt.

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rogrammierer sind Informatiker, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen auf die Programmierung von Software spezialisiert haben. Dabei setzen sie die jeweiligen Vorgaben, die ein Programm leisten soll, in eine Computersprache um und testen die Programme auf Benutzerfreundlichkeit und Fehler. Der Bereich der Softwareentwicklung ist umfangreich, entsprechend sind es auch die Bezeichnungen in den Stellenausschreibungen. Fakt ist: Die Nachfrage nach Programmierern steigt, im Bildungsbereich besteht indes noch Aufholbedarf. Das bfi Tirol hat aus diesem Grund im vergangenen Jahr die Programmierakademie für Tirol ins Leben gerufen. „Am ersten Lehrgang haben fünf Personen teilgenommen, am aktuellen sind es zehn“, erzählt Lehrgangsleiter Dr. Arnim Franzmann. „Das ist sehr angenehm, weil man in Kleingruppen Wissen viel besser und individueller vermitteln kann.“ Vorkenntnisse für den Lehrgang braucht es grundsätzlich keine; technisches, logisches und analytisches Verständnis macht jedoch Sinn, eine einschlägige Lehre oder ein Studium hilft, ist aber nicht Voraussetzung. Und man sollte seinen eigenen Computer in den Grundzügen beherrschen. „Wir stellen im Lehrgang keine Geräte zur Verfügung, sondern jeder arbeitet nach dem Motto ,bring your own device‘ an seinem eigenen Laptop“, sagt Franzmann. Generell richtet sich die Akademie an alle Personen, die Interesse am Programmieren mitbringen. „Der Teilnehmermix ist spannend“, so Franzmann. „Vom Berufseinsteiger bis zum Mittfünfziger ist alles dabei.“ Weil die Teilnehmer auch international vielfältig sind, findet der Unterricht teilweise auf Englisch statt. „Der Computer ist in der Arbeitswelt ein genauso selbstverständliches Werkzeug wie ein Kugelschreiber. Die Basics sollte jeder beherrschen, darauf aufbauend kann man sein Wissen je nach Interessengebiet vertiefen. Die Programmierakademie ist ein Angebot dafür“, so der Lehrgangslei-

„ D I E D I G I TA L I S I E R U N G S C H R E I T E T S C H O N S E I T JAHREN VOR AN. OB DIE POLITIK IN DIESEM B E R E I C H A K Z E N T E S E T Z T O D E R N I C H T, I S T N I C H T D I E F R A G E . S I E PA S S I E R T S O W I E S O .“ DR. ARNIM FRANZMANN

PROGRAMMIERAKADEMIE Basis: Erlernen einer Reihe von Programmiersprachen (JavaScript, PHP, Python, Java), ergänzende Kurse zu weiterführenden Themen (Projektmanagement, Zeitmanagement, Präsentationstechniken, Copyright und Recht, Selbstständigkeitsworkshop, Datenschutzgrundverordnung). Nächster Termin: 19. Oktober 2020 bis 18. Feber 2021 Vertiefung: Eigenständige Entwicklung von Applikationen, Vertiefung der Kenntnisse der Programmiersprachen, Programmierparadigmen kennenlernen (Prozedurales Programmieren, Objektorientiertes Programmieren/OOP, Funktionales Programmieren), weitere ergänzende Kurse zu weiterführenden Themen. Nächste Termine: 9. März bis 30. Juni 2020, 8. März bis 1. Juli 2021 Kosten: je 3.495 Euro (das Land Tirol fördert bis maximal 30 % der Kurskosten) Infoabend: 5. März 2020 von 18.30 bis 19.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten.

www.bfi.tirol

ter. Auch für die Weiterentwicklung bereits erworbenen Wissens. Technologien ändern sich laufend und rasch. „Die Programmierwelt, wie sie heute ist, ist eine gänzlich andere als jene, in der ich angefangen habe“, blickt Franzmann zurück. „Nicht so sehr von

den Befehlen, sondern in Bezug auf die dahinterstehenden Konzepte. Die Architektur und Programmierparadigmen sind gänzlich andere“, weist er darauf hin, seine eigenen Kompetenzen laufend zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.


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STEHT DIE IT, STEHT DER BETRIEB Unsere digitale Welt wächst in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Eine leistungsfähige, flexible und zuverlässige ITInfrastruktur ist für Unternehmen deshalb unabdingbar.

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n einer Zeit, in der die Arbeitswelt stetig digitaler und vernetzter wird und sich die Kommunikation weiter ins Netz verlagert, wird die IT und deren reibungsloses Funktionieren immer wichtiger. Vielfach geht es um nichts weniger als den erfolgreichen Fortbestand eines Unternehmens. Nicht jedes hat dabei die Ressourcen, eine eigene IT-Abteilung aufzubauen, deshalb braucht es (externe) Partner, auf die man sich verlassen kann. Zu jeder Zeit. Denn steht die IT, steht oft der gesamte Betrieb. „Um den Ernstfall zu verhindern, bewahren wir unsere Kunden durch lückenlose Betreuung vor Ausfällen, ersetzen anfällige Geräte dank eines laufenden Monitorings rechtzeitig und schützen auf diese Weise die Daten unserer Kunden hochprofessionell. Kurzum: Wir erarbeiten individuelle IT-Lösungen am Puls der Zeit“, so Mario Partell und Robert Heckenbichler von Marox mit Sitz in Kirchbichl.

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DER SUPPORT IM HINTERGRUND

Mario Partell (Experte für Telekommunikation und Netzwerkerstellung) und Robert Heckenbichler (erfahrener Consultant im Enterprise-Umfeld) bieten seit 2002 professionelle IT-Dienstleistungen an und setzen seit vier Jahren ihr Wissens- und Erfahrungsspektrum gemeinsam für ihre Kunden ein. Das Leistungsspektrum ist vielfältig. Tief verwurzelt in der IT, voll kreativer Energie und zukunftsweisender Ideen setzt Marox derzeit Projekte im Bereich Netzwerktechnik, Consulting, IT-Security, Cloud- und Telefonieservice im nationalen und internationalen Raum um. Der Fokus liegt auf Sicherheit und einer zuverlässigen EDV samt verlässlichem, flexiblem und raschem Support. Die Leistungen werden an jedes Unternehmensbedürfnis individuell angepasst. Alle Services sorgen für einen ungestörten Geschäftslauf der Kunden, damit diese sich auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren können. Und das Beste: „Unsere Kunden bemerken uns gar nicht, obwohl wir ganz in ihrer Nähe sind“, so die beiden IT-Experten, denn sämt-

„MIT TEL S L ANGFRISTIGER BEDARFSPL ANUNG S C H Ü T Z E N W I R G E TÄT I G T E I N V E S T I T I O N E N UND HELFEN UNSEREN KUNDEN, DIE EIGENE E D V I N V O L L E M U M FA N G Z U R U N T E R S T Ü T Z U N G D E S U N T E R N E H M E N S Z U N U T Z E N .“ MARIO PARTELL UND ROBERT HECKENBICHLER

liche Tätigkeiten von Marox laufen fast unbemerkt im Hintergrund ab. Gemeinsam mit dem Kunden wird dafür im Vorfeld ein Budgetplan erstellt, der auch künftige Geschäftsentwicklungen und Wachstumsprognosen mit einbezieht. Denn wächst das Unternehmen, muss auch die IT entsprechend weiterentwickelt und erweitert werden. All dies passiert folglich fast automatisch. Und sollte es doch einmal zu Benutzerproblemen kommen, hilft ein Mitarbeiter sofort weiter, um den raschen Weiterbetrieb zu gewährleisten. PR

MAROX GMBH & CO KG Tiroler Straße 10/107 6322 Kirchbichl Tel.: 05332/22882 office@marox.at www.marox.at


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NEW WORK Die Digitalisierung bringt Veränderungen. Das ist unausweichlich. Wenn Maschinen künftig bestimmte Arbeiten besser verrichten können als Menschen, müssen wir über den Sinn der Arbeit nachdenken. Wenn die Arbeit uns nicht mehr braucht, wozu brauchen wir dann die Arbeit? T E X T : D O R I S H E LW E G

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ir arbeiten nicht mehr, um zu leben, und wir leben nicht mehr, um zu arbeiten. In Zukunft wird es um die gelungene Symbiose von Leben und Arbeiten gehen. Was bedeutet das für Unternehmer und Arbeitnehmer? „Unternehmer stehen derzeit in puncto Personal gleich vor zweierlei Herausforderungen: Auf der einen Seite entstehen laufend neue Berufsbilder, deren qualifizierte Mitarbeiter sehr schwer zu bekommen sind, und auf der anderen Seite gilt es, bestehende Mitarbeiter stetig neu zu qualifizieren“, erläutert Dr. Kurt Seipel, CMC, stellvertretender Berufsgruppensprecher der Unternehmensberater in der Wirtschaftskammer Tirol. „Die Anforderungen verändern sich ständig und das Schlagwort Nummer eins im Recruiting lautet unisono: Flexibilität“, so der erfahrene Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologe. Was bedeutet aber Flexibilität in einer Welt, die uns alles abzunehmen versucht,

Die Arbeitswelt ist im stetigen Wandel. Welche Türen sich noch auftun werden und wohin die Reise gehen wird, bleibt spannend.

wo alles automatisiert ist und sich keiner mehr anstrengen muss? „Studien zeigen, dass Menschen in solchen anspruchslosen Umgebungen kognitiv nicht mehr gefordert werden, sie werden quasi ‚dümmer‘, finden sich in neuen Situationen nicht mehr so gut zurecht. Inwieweit sie dann flexibler werden, wage ich auf lange Sicht fast ein wenig zu bezweifeln“, so Seipel. Für ihn geht es auch um Ethik in der IT. Was in den letzten

„AUCH WENN ARBEITS PROZESSE DURCH KI ZUM TEIL A U T O M AT I S I E R T A B L A U F E N WERDEN, SO BRAUCHT ES IM UNTERNEHMEN JENE EXPERTEN, DIE DIESE PROZESSE KENNEN, UM SIE AUCH ENT WICKELN UND S T E U E R N Z U KÖ N N E N .“ DR. KURT SEIPEL

Jahren technologisch alles möglich geworden ist, ist für viele Menschen zu viel. Das macht Angst. Angst vor Ungewissheit und Angst vor der Zukunft. Und vielleicht ist auch nicht alles, was technologisch möglich ist, auch sinnvoll. Die Menschen müssen sich erst zurechtfinden in der sich technologisch rasant fortschreitenden Welt, manchen gelingt das schneller, manche brauchen dafür ein wenig länger.

NEUE BERUFSBILDER

Jedenfalls gibt es sie, die Berufsbilder, die stark nachgefragt werden. „Der Bedarf an Fachkräften ist riesig. Viele Unternehmen haben zum Beispiel das Potential für maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz (KI), können es aber nicht nutzen, weil ihnen die Spezialisten dafür fehlen“, weiß Seipel. „Auch wenn Arbeitsprozesse durch KI zum Teil automatisiert ablaufen werden, so braucht es im Unternehmen jene Experten, die diese Prozesse kennen, um sie auch entwickeln und steuern zu können“, so der Experte. Während es auf der einen Seite die Applikationsentwickler, also die Program-


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Von Gig zu Gig haben sich früher vorwiegend Musiker bewegt. Gig Economy beschreibt eine neue Wirtschaftsform, in der Menschen ihren Unterhalt durch situative, auf Kurzfristigkeit basierende Jobs bestreiten. Als Mittler zwischen den Kunden und diesen unabhängigen, freiberuflichen Auftragnehmern dienen die digitalen Möglichkeiten der Plattformökonomie, wie wir es zum Beispiel schon bei Uber-Fahrern, Lieferboten oder Textern sehen.

HERAUSFORDERUNG PERSONALMANAGEMENT

Business strebt nicht mehr nach Profitmaximierung, sondern nach der Maximierung des sozialen und ökologischen Nutzens: Dieser Trend rückt gesellschaftliche Probleme in den wirtschaftlichen Fokus und will diese mit neuen unternehmerischen Mitteln lösen.

mierer braucht, stehen auf der anderen Seite jene Berufsbilder, die die gesamten Abläufe und Zusammenhänge im Unternehmen analysieren und verstehen und somit die erforderlichen Anwendungen in die Umsetzung bringen können.

NEUE ARBEITSWELTEN

„In der Entwicklung von der Industrie- zur Wissensgesellschaft wird Service weltweit zur wichtigsten volkswirtschaftlichen Größe. Der Dienstleistungssektor hat in den letzten Jahrzehnten einen immer größeren Anteil an der Wirtschaftsleistung und der Wertschöpfung. In dem Maß, wie die Wirtschaft immer mehr auf Wissen, Information und digitalen Prozessen basiert, wächst die Bedeutung der Serviceökonomie. Hinzu kommt, dass Zeit- und Lebensqualität materielle Statussymbole als Luxusgüter zunehmend ablösen werden. Dienstleistungen, die dem Kunden Zeit sparen, gewinnen daher an Wert“, beschreibt Kurt Seipel. In diesem vernetzten Wirtschaftssystem etabliert sich auch immer mehr eine neue Unternehmenskultur. Social

Es werden sich aber nicht nur Jobprofile ändern, es wird sich die gesamte Arbeitswelt umformen. „Man spricht auch vom Zeitalter der Kreativökonomie“, erklärt Seipel, „es gilt wohl Abschied zu nehmen von der rationalen Leistungsgesellschaft.“ Der Begriff Business-Ökosystem beschreibt dabei die zunehmende Vernetzung von Unternehmen und Branchen unter dem Vorzeichen der Digitalisierung. Coopetition, eine Wortschöpfung aus Cooperation und Competition, soll in Zukunft einen Trend beschreiben, um komplexe Probleme zu lösen. Anstatt sich im Konkurrenzkampf aufzureiben, wird man sich in loser Zusammenarbeit auch mal der Konkurrenz zuwenden, um in bestimmten Fragen weiterzukommen, innovativ zu bleiben oder Synergieeffekte zu schaffen.

SERVICEÖKONOMIE GEWINNT AN BEDEUTUNG

„Wir treffen also vielfach auf das Phänomen des permanenten Wandels beziehungsweise Anpassungsmodus, der möglicherweise nie zu einem Abschluss kommt, wir beschreiben das im neuen Begriff Permanent Beta. Auch das Work-Life-Blending als kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben zum Beispiel mit Home-Office-Modellen und Mobile-Office-Lösungen wird zur großen Aufgabe der kommenden Jahre werden. Und schlussendlich wird uns der ‚war of talents‘, also der Konkurrenzkampf um Fachkräfte, weiterhin begleiten beziehungsweise sich weltweit verschärfen. Es wird dabei nicht mehr um standardisierte Qualifikation und miteinander vergleichbare Abschlüsse gehen, sondern es werden vielfältige Talente gefragt sein. Der globale Wettbewerb fordert neben dieser individuellen Beschäftigungsfähigkeit auch eine ständige Weiterentwicklung des Personalmanagements und Employer Brandings – Aufgaben, denen wir Unternehmensberater uns auch in einem ständigen Progress stellen und Unternehmen auf ihrem Weg unterstützend begleiten“, resümiert Seipel. 

UNTERNEHMENSBERATUNG „Differenziertere Problemstellungen der Unternehmer erfordern auch ständige Weiterentwicklung von uns Unternehmensberatern“, so Mag. Christian Putzer, CMC. Mit der Wahl heimischer Unternehmensberater haben Kunden Zugriff auf aktuellstes Know-how, hohe soziale Kompetenz und Engagement. „Unternehmensberatung basiert auf Vertrauen ebenso wie auf höchster Professionalität und Diskretion“, ist Daniela Hinterhölzl-Widi, CMC, in ihrer Beratungstätigkeit überzeugt. Für Unternehmensberatungen gibt es übrigens auch Förderungen, die immer stärker in Anspruch genommen werden.

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LERNEN MUSS SEXY WERDEN Unser Arbeitsleben spielt sich heute zunehmend digital ab, das heißt, auch Informations- und Wissenskanäle müssen dorthin verlegt werden. INTERVIEW: MARINA BERNARDI

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geben, sondern müssen dorthin, wo sich die Menschen befinden: aufs Smartphone oder Tablet. Mag. Dieter Duftner ist Experte für Bildung und Digitalisierung und Gründer von duftner.digital in Innsbruck. „Zum ersten Mal in der Geschichte löst sich Lernen von Ort und Zeit. Bildung wird zunehmend personalisiert, frei verfügbar, vernetzt, spielerisch, stärker von Algorithmen geleitet und kompetenzorientiert“, sagt er. In Tirol gibt es viele Mittelständler und Traditionsbetriebe – wie schwierig ist es tatsächlich, diese geECO.NOVA:

© THOMAS STEINLECHNER

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m Zuge der Digitalisierung verändern sich Prozesse und Arbeitsabläufe im Unternehmen. Alles was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden. Es gibt so viele Informationen wie noch nie, diese müssen richtig kanalisiert und gebündelt werden. Bei all diesen Veränderungen darf man jedoch nicht darauf vergessen, auch die Mitarbeiter mit auf die Reise zu nehmen. Mit traditionellen Methoden, wie wir sie seit Jahren kennen, wird das allerdings nicht funktionieren. Informationen und Wissen werden nicht mehr in Seminaren, Workshops und Jour-fixes weiterge-

„ D A S H A N D Y V E R H A LT E N , D A S W I R I N D E N L E T Z T E N J A H R E N G E L E R N T B E KO M M E N HABEN, WIRD KÜNF TIG AUCH FÜRS LERNEN A M S M A R T P H O N E Ü B E R S E T Z T W E R D E N .“ DIETER DUFTNER

wachsenen Strukturen aufzubrechen? DIETER DUFTNER: Hier gilt es zwei Komponenten zu bedenken: Einerseits verändert sich der Markt und mit ihm Kunden und Problemstellungen, Ansprüche und Bedürfnisse. Diese Themenbereiche werden von außen ins Unternehmen getragen. Auf der anderen Seite müssen sich Unternehmen intern laufend selbst durchleuchten. Man sollte sich immer wieder fragen, ob Prozesse, die jahrelang funktioniert haben, auch in Zukunft noch tauglich sein werden. Das tut manchmal weh, weil es bedeuten kann, sich von tradierten Gewohnheiten, Denkund Handlungsweisen zu verabschieden. Tirol ist dabei schon ob seiner geografischen Lage in einer besonderen Situation. Wir verfügen über keine Metropolregionen, in denen das (Arbeits-)Leben von Haus aus rasanter stattfindet. Tirol ist außerdem stark touristisch geprägt. Der Tourismus sichert uns zwar unseren Wohlstand, wir laufen aber Gefahr, uns darauf auszuruhen. Man wird letztlich nicht umhinkommen, gewachsene Strukturen zu durchbrechen, ob man will oder nicht.

Haben Sie das Gefühl, dass Unternehmen den Wandel tatsächlich als Chance sehen, nach vorne zu kommen, oder muss man quasi gezwungenermaßen mit? Die Frage ist: Möchte ich als Unternehmer Beifahrer sein, selbst auf die Gefahr hin, dass es mich irgendwann in dieser Form vielleicht nicht mehr geben wird, oder möchte ich am Fahrersitz Platz nehmen? Letzteres bedeutet, manchmal auch alte Zöpfe abzuschneiden. Im Zuge dessen wird das Thema rund um Employer Branding und Recruiting auf komplett neue Füße gestellt werden. Der Bewerbermarkt erwartet andere, neue, moderne Handlungsweisen, das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Unternehmensbereiche. Es geht also darum, ob ich selbst mein Unternehmensmodell neu denke


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oder von außen gedacht werde. So gesehen ist ein Wandel immer auch eine Chance.

Bei der Digitalisierung geht es nicht nur um Hardware und Technik, sondern auch darum, die Menschen entsprechend mitzunehmen. Es entstehen neue Jobprofile und Schlüsselfunktionen. Wie geht man als Unternehmer damit um? Natürlich kann man nicht von heute auf morgen einfach die gesamte Mannschaft austauschen. Wir haben in Tirol nur eine begrenzte Anzahl an potenziellen Arbeitnehmern. Es bleibt also die Alternative, die Mitarbeiter im Unternehmen mitzunehmen oder zuzusperren. Und zusperren kann nicht die Option sein. Man muss sich folglich überlegen, welche Schlüsselfunktionen und -positionen besetzt werden müssen und ob man dies mit den bestehenden Mitarbeitern bewerkstelligen kann. Dann gilt es, diese dahingehend weiterzuentwickeln, damit sie den Anforderungen des Marktes gerecht werden können. Es wird aber nicht ausschließlich mit denselben Zutaten gehen, mit denen eine Suppe schon seit Jahren gekocht wurde. Man wird sich strategisch überlegen müssen, welche Leute man zusätzlich mit ins Boot holt. Dazu muss man sich bewusst sein, wohin der eigene Weg gehen soll, und das wiederum braucht die tiefe Auseinandersetzung mit sich selbst. Die Arbeitswelt verändert sich so schnell wie nie. Wie sehr beeinflusst dies den Recruitingbereich, der damit auch entsprechend schneller werden muss? Früher galt das klassische Motto „Post and Pray“ – man inseriert seine Stelle und wartet darauf, bis sich Bewerber melden. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Gute Leute wollen gefunden werden, damit beginnt eine komplett neue Art des Sourcings. Unternehmer müssen klar sichtbar machen, warum ausgerechnet sie ein attraktiver Arbeitergeber sind, und entsprechende Angebote machen, um die besten Köpfe zu finden.

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Die Digitalisierung verändert nicht nur die Art, wie wir arbeiten, sondern auch die Arbeit an sich. Welche Skills werden künftig gefragt sein und inwieweit verändert die Digitalisierung das Feld der Personalentwicklung? Ein zentraler Punkt ist, sich als (potenzieller) Arbeitnehmer damit auseinanderzusetzen, über welche Skills man selbst bereits verfügt. Hier geht es stark in Richtung Self Assessment, man muss in die Tiefe arbeiten. „Anwenderkenntnisse in MS Office“ zu haben, wird nicht mehr reichen. Darüber hinaus wird man sich künftig selbst laufend evaluieren müssen. Das lebenslange Lernen ist mehr denn je ein Schlagwort, wird heute aber zusätzlich neu gedacht. Mitarbeiter werden damit konfrontiert werden, dass sie nicht mehr ein Leben lang in einem konkreten Arbeitsthema verhaftet bleiben, schlichtweg, weil es manche Berufsbilder irgendwann nicht mehr geben wird. Mitarbeiter werden sich ständig weiterentwickeln und dabei auch in andere thematische Bereiche eintauchen müssen. Das verändert in der Folge den Recruitingmarkt. Unternehmer müssen viel schneller wissen, welche Menschen sie brauchen, und sich bewusst sein, dass sie vermutlich keine finden werden, die ihre Kriterien zu 100 Prozent erfüllen. Es wird vermehrt darum gehen, die Mitarbeiter intern unternehmensspezifisch aus- und weiterzubilden. Hier bietet die Digitalisierung irrsinnig viele Möglichkeiten, junge Menschen abseits abgetrampelter, klassischer Pfade zu bilden.

Mit Ihrem Institute of Microtraining gehen Sie beim Thema Weiterbildung und Schulung von Mitarbeitern neue Wege. Was steckt hinter Ihrer Micromethode und wie schaut Aus- und Weiterbildung Ihrer Meinung nach künftig aus? Wir hatten vor elf Jahren die Vision, das „WhatsApp des Lernens“ in Europa zu werden. Als das iPhone auf den Markt kam, war meine Prämisse, lernen müsse so sexy sein wie WhatsApp. Damals sind wir dafür belächelt worden, heute sind wir europäischer Marktführer im Bereich Mobile Learning. Im Grunde geht es dabei darum, aus der Fülle an Informationen die relevanten herauszufiltern, sie in mundgerechte Häppchen aufzubereiten und den Menschen einfach und unkompliziert zukommen zu lassen – auf dem Smartphone. Quasi unser ganzes Leben spielt sich heute am Smartphone ab, die Kommunika-

tion ist einfach, schnell und kurz. Niemand schaut sich am Handy ein halbstündiges Erklärvideo an, deshalb haben wir die Lerninhalte in kurze Sequenzen zerlegt, im Anschluss werden dazu ein paar Fragen gestellt, um den Lernfortschritt zu evaluieren. Wir reden hier von fünf bis sieben Minuten pro Tag, das lässt sich unkompliziert zwischendurch erledigen. Es ähnelt ein wenig den Karteikärtchen, die man von früher kennt, nur eben digital übersetzt. Durch den spielerischen Ansatz hat man auch nicht das Gefühl, gerade zu lernen. Unternehmen können die Informationen

gezielt steuern und projektbezogen zusammenstellen. Die Inhalte werden smart aufbereitet, mitunter mit kurzen filmischen Sequenzen oder Podcasts, eben mit Dingen, die Spaß machen und die für uns alltäglich geworden sind. Bis jetzt hat das Smartphone vor allem unterhalterischen Wert und es hilft uns, Dinge einfacher und schneller zu erledigen. Schön langsam beginnt man, es auch als Lern-Informations-Tool zu verwenden. Wir haben mit den Smartphones quasi die ganze Welt in der Hosentasche, jetzt muss auch das Lernen dorthin, integriert in den Arbeitsalltag.

AUS DER PRAXIS Bäcker Ruetz geht in puncto Mitarbeiterschulung einen modernen Weg und verwendet eine Lern-App des Institute of Microtraining (IOM). „Als über 115-jähriges Traditionsunternehmen wissen wir, wie wichtig es ist, Wissen weiterzugeben. Auch wenn wir ein Familienunternehmen in fünfter Generation sind, dürfen wir uns keinesfalls dem digitalen Wandel verschließen und setzen daher auf zeitgemäße Schulungen unserer Mitarbeiter. Mobiles Lernen, also Lernen am Handy, wann und wo man will, ist zeit- und kostengünstig“, so Bäckermeister Christian Ruetz. Die App „Ruetz – Mobiles Lernen“ bietet Zugriff auf aktuelle Schulungen und sichert das firmeninterne Wissen nachhaltig. Dabei wird die mobile Lernlösung nicht nur für laufende Schulungen verwendet, sondern auch für das Onboarding neuer Mitarbeiter. Die Nutzer der App sehen verschiedene Szenarien aus dem Arbeitsalltag und wählen per Klick unter mehreren Antworten aus, welches Verhalten das richtige ist. Weiters umfasst das Programm Lehrvideos, schriftliche Anleitungen und Quizduelle. „Die intelligenten Lernalgorithmen der App gewährleisten, dass das frisch erlernte Wissen im Langzeitgedächtnis verankert wird – wie kleine Fitnesseinheiten“, erklärt IOM-Geschäftsführer Mag. Dieter Duftner. Der Inhalt der App wurde vom IOM mithilfe ihrer „Lernmanufaktur“ erstellt und wird von den Bäcker-RuetzFührungskräften laufend aktualisiert. Die Themen sind breit gestreut und reichen vom Erscheinungsbild über Präsenz im Verkauf bis hin zum Kundenservice.


CONNECT COMPETENCE

DIE EXPERTEN IN SACHEN PERSONAL UND ORGANISATION CONNECT COMPETENCE ist seit mehr als zwölf Jahren kompetenter Partner für Unternehmen im Bereich Recruiting, Beratung und Training.

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ie Arbeitskräfteknappheit ist auch in Tirol angekommen. So ist auch das Thema ‚Reverse Recruiting‘ inzwischen Realität geworden. Das bedeutet, dass sich der Arbeitsmarkt gedreht hat und sich Unternehmen verstärkt bei ihren potenziellen Kandidaten bewerben müssen“, so Christian Bauer von CONNECT COMPETENCE. Gerade im Zeitalter von NEW WORK suchen Kandidaten nach Jobs, die sie wirklich, wirklich wollen, und damit verstärkt nach Unternehmen, die zu ihrem eigenen Wertesystem passen und wo die Arbeit für sie Sinn macht. Nur jene Unternehmen mit einer authentischen und attraktiven Arbeitgebermarke können sich am angespannten Bewerbermarkt behaupten. „Um sich von der Konkurrenz abzuheben, gehen Unternehmen verstärkt in den Bereich Employer Branding, da authentische Arbeitgebermar-

ken das Potenzial einer starken Anziehungsund Bindungskraft haben. Die Arbeitgebermarke zeigt, wofür das Unternehmen steht und wofür nicht. Aus unserer Sicht ist der ‚cultural fit‘ ein in der Vergangenheit unterschätzter Aspekt im Recruiting gewesen“, erläutert Christian Bauer. Ergänzend dazu bekommt die Candidate Experience, also die positive Wahrnehmung des Betriebes während des gesamten Bewerbungsprozesses, eine starke Bedeutung. „Um eine positive Candidate Experience zu gewährleisten, sind alle Touch Points des Kandidaten positiv erlebbar zu machen. So belegen aktuelle Studien, dass gerade IT-Bewerber innerhalb von drei Wochen eine Entscheidung über die Zu- oder Absage für die ausgeschriebene Stelle erhalten wollen. Konkrete Ansprechpartner zu nennen, eine hohe Terminflexibilität und regelmäßig in

Kontakt zu bleiben, sind nur einige weitere Aspekte einer positiven Candidate Journey“, berichtet Karin Lechle von CONNECT COMPETENCE. „Wir begleiten unsere Kunden auf dem herausfordernden Weg, den richtigen Mitarbeiter zu finden, zu entwickeln und damit auch zu binden. Das Thema Employer Branding und die Ansprüche der unterschiedlichen Zielgruppen zu kennen, ist für die heimischen Betriebe in den letzten Monaten ein brandaktuelles Thema geworden“, schildert Ulrike Aigner von CONNECT COMPETENCE. PR

CONNECT COMPETENCE berät Unternehmen in den Themen New Work sowie Employer Branding und unterstützt professionell bei der Suche nach geeigneten Fachkräften.

CONNECT to Human Resource COMPETENCE Leistungsfelder: Recruiting – Beratung – Training

Über CONNECT COMPETENCE • • • •

Wir begleitet seit 12 Jahren unsere Kunden von Berlin bis Bozen und von Zürich bis Wien. Wir fokussieren auf Personal- und Organisationsberatung in den 3 Kompetenzfeldern Recruiting – Beratung – Training. Wir haben einen fundierten langjährigen Praxishintergrund in HR- Führungsfunktionen in unterschiedlichsten Unternehmungen und Branchen. Wir sind ein Team von engagierten und hochqualifizierten Experten mit Leidenschaft in den Themen.

DAFÜR STEHEN WIR Mit Mensch und Organisation den Unterschied machen. CONNECT COMPETENCE GMBH – Experten für Personal und Organisation Grabenweg 68 | 6020 Innsbruck | Telefon: +43 (0)512 390663 Mail: jobs@connectcompetence.net | www.connectcompetence.net

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HITS FOR KIDS Obwohl junge Leute Informationstechnologien durchaus sexy finden, gibt es hierzulande kaum Fachkräfte in diesem Bereich. Fast jeder nutzt die neuen Technologien, aber kaum jemand weiß, wie sie tatsächlich funktionieren. Die ehrenamtliche Initiative „Coding4Kids“ führt Schulkinder zwischen zehn und 14 Jahren spielerisch an die Technik von morgen heran.

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TEXT: MARINA BERNARDI

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ie Idee war ursprünglich aus der eigenen unternehmerischen Not heraus geboren. Die Marketingund Onlineagentur FACTOR Innsbruck (vormals p&p Marketing) war auf der Suche nach klugen Köpfen für die Umsetzung digitaler Projekte, konnte sie aber am Markt kaum finden. Wie viele Unternehmen begann man, Mitarbeiter intern auszubilden. Das ist an sich nichts Verkehrtes, aber für die allgemeine Situation dennoch unbefriedigend.

VOM REDEN ZUM MACHEN

Die Informationstechnologien und ihre Anwendungsmöglichkeiten finden im breiten allgemeinen Schulsystem nach wie vor kaum statt. Dabei wäre es wichtig, den Nachwuchs so früh wie möglich an die Technologien der Zukunft heranzuführen und sie damit auf das sich wandelnde Arbeitsleben vorzubereiten. Die Initiative „Coding4Kids“ tut genau das. Coding4Kids ist ein einwöchiger Workshop für Schulkinder zwischen zehn und 14 Jahren, die unter Anleitung von Fachleuten spielerisch die Welt des Programmierens und der Digitalisierung kennenlernen. Dafür wurde ein ausführliches pädagogisches

Konzept entwickelt, um den Kindern die Grundprinzipien des Programmierens altersgerecht beizubringen. Die Kids entwickeln in Teams und unter Anleitung innerhalb der einen Woche eigene Spiele, um das Wissen sofort anzuwenden und dem Thema die Abstraktheit zu nehmen. Selbst Kids ohne jegliche Vorkenntnisse präsentieren am Ende der Woche stolz ihre fix-fertig anwendbaren Ergebnisse – vom Raumschiff, das sich flugs durchs Weltall bewegt (und bei dem man wie nebenbei mathematische Grundkenntnisse der Beschleunigung mitbekommt), bis zum Leben einer Prinzessin auf ihrem Schloss. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. So kann jedes Team seine eigene kleine Welt erschaffen und sich dabei fast wie nebenbei praktisches Wissen aneignen. Weil Theorie zwar schön ist, aber das Wissen um die Anwendung ungleich wertvoller. „Coding4Kids ist unser Beitrag dazu, unsere Kinder auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten“, sagt Mario Eckmair von FACTOR Innsbruck.

ÖKOSYSTEM DES LERNENS

„Das ist ein zukunftsträchtiges Projekt, das wir mit Begeisterung selbstverständlich ger-

ne weiterhin unterstützen werden“, so Dietmar Hernegger, Spartenobmann Information & Consulting der Wirtschaftskammer Tirol. Die Kammer ist neben dem Land Tirol, der Industriellenvereinigung und vielen anderen Unternehmen Partner und Begleiter des Projektes und der Erfolg ist enorm. Am Pilotkurs im Jahr 2017 nahmen 20 Kinder teil, 2018 waren es bereits über 200 und im vergangenen Jahr über 300 in acht Tiroler Bezirken. Jeder Kurs war restlos ausgebucht, die rege Nachfrage hätte noch viele weitere gefüllt. Die Initiative wurde bis in höchste Bundesebenen gelobt, Anfragen aus anderen Bundesländern gibt es bereits. Um der Nachfrage gerecht werden zu können, braucht es weitere Trainer. Falls Sie sich angesprochen fühlen oder der Initiative auf andere Weise unter die Arme greifen möchten, melden Sie sich bitte gerne bei Mario Eckmair (mario.eckmair@factor. partners). Aktuell wird das neue Programm ausgearbeitet, die Termine für 2020 werden voraussichtlich im April/Mai bekannt gegeben. Die Kurse finden jeweils in den Sommerferien statt und sind kostenlos. www.coding4kids.at 


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igitalisierung und Onlinestudium zählen seit Jahren zu den erklärten strategischen Stoßrichtungen der Unternehmerischen Hochschule®. Abgesehen von einer durchgängigen Digitalisierung aller Arbeitsabläufe sowie Studienbzw. Lernprozesse können mittlerweile mehrere Studiengänge weitgehend als Onlinestudium absolviert werden. Das vom MCI entwickelte Blended-Learning-Konzept verknüpft ortsunabhängiges Studium mit persönlicher Interaktion zwischen Dozenten und Studierenden. Diese persönliche Interaktion, in Ergänzung zu erstklassigen Inhalten und einer hohen Serviceorientierung, ermöglicht eine Abschlussquote von MCI-Studierenden von 85 Prozent. Mittlerweile studieren mehr als 500 Studierende oder 14 Prozent aller MCI-Studierenden in sogenannten Online-Studiengängen. Darüber hinaus werden die in Onlineform absolvierbaren Lehrveranstaltungen auch für Studierende in Präsenzstudiengängen weiter ausgebaut, was diesen ein erhöhtes Ausmaß an Flexibilität und Variabilität ermöglicht. PR

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eco.IT

GEBALLTES EXPERTENWISSEN In der Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie, kurz UBIT, bĂźndelt sich das Expertenwissen von Informationstechnologen, Unternehmensberatern und Buchhaltungsberufen. Tiroler Unternehmen sind demnach gut beraten, die Dienstleistungen heimischer Experten in Anspruch zu nehmen, um erfolgreich in die digitale Zukunft zu starten. T E X T : D O R I S H E LW E G

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nsere Mitgliedsbetriebe sind dynamisch und zukunftsorientiert. Mit ihrem Know-how unterstützen sie die Tiroler Unternehmen in ihren recht unterschiedlichen Dienstleistungen. Etwa 40 Prozent der Mitglieder sind Informationstechnologen, rund ein Drittel Unternehmensberater und ein Viertel der Mitglieder kommt aus der Berufsgruppe der Buchhalter“, erläutert UBIT-Fachgruppenobfrau Mag. Sybille Regensberger die unterschiedlichen Berufsgruppen der Fachgruppe, die jedoch eines eint: der Dienstleistungsgedanke. „Die Experten und Unternehmen der Fachgruppe UBIT stehen den Tiroler Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. Sie eröffnen neue Perspektiven und zeigen Wege und Möglichkeiten auf, die Zeiten des rasanten technologischen Fortschritts nicht nur zu überstehen, sondern als Gewinner daraus hervorzugehen“, weiß Dr. Reinhard Helweg, Geschäftsführer der Sparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Tirol. Das grundsätzliche Ziel der Tiroler Wirtschaft ist es jedenfalls, in der globalen Welt konkurrenzfähig zu bleiben, mitunter auch mal Vorreiter zu sein.

AM PULS DER ZEIT

„Das stete Wachsen unserer Mitgliederzahlen zeigt, dass unsere Mitgliedsbetriebe mit ihren Leistungen und Angeboten am

„GER ADE IN DER IT SIND E S VIELE JUNGE DYNAMISCHE UND I N N O VAT I V E B E T R I E B E , D I E DURCH NEUARTIGE PRODUK TE ODER PROBLEMLÖSUNGEN ÄUSSERST ERFOLGREICH AM M A R K T A G I E R E N .“ MAG. SYBILLE REGENSBERGER UB I T- FAC H G R UP P E N O B F R AU

Puls der Zeit sind. Gerade in der IT sind es viele junge dynamische und innovative Betriebe, die durch neuartige Produkte oder Problemlösungen äußerst erfolgreich am Markt agieren“, freut sich Regensberger. Seit gut einem Jahr ist sie nun im Amt als Fachgruppenobfrau und zeigt sich nach wie vor voll motiviert: „Die angenommene Herausforderung macht Spaß und ich

DER CERTIFIED DIGITAL CONSULTANT (CDC) IT-Dienstleister und Unternehmensberater in selbstständiger wie unselbstständiger Position mit dem Zertifikat CDC Certified Digital Consultant sind nachweisbar in der Lage, die von ihnen betreuten Unternehmen professionell und Erfolg bringend in ihren Digitalisierungsprozessen zu beraten und zu begleiten. Die zertifizierten Consultants haben ein umfassendes Wissen zu digitalen Trends sowie zu Chancen und Risken der Digitalisierung, sind in der Lage, digitale Potentiale bei Kundinnen und Kunden zu erkennen, können den Reifegrad der Digitalisierung eines Unternehmens feststellen, können Digitalisierungsstrategien entwickeln und begleiten, sehen die Chancen und können die technische Umsetzung der Produkt-, Service- und Geschäftsmodellentwicklung begleiten, verfügen über ihren „persönlichen Werkzeugkoffer“ und Soft Skills und sind in der Lage, Neuerungen in allen Bereichen der Wertschöpfungskette für ihre Klientenunternehmen nutzbar zu machen. Die Zertifizierung ist Voraussetzung, um die durch KMU DIGITAL geförderten Beratungen im Bereich Geschäftsmodelle und -prozesse (wie Statusund Potenzialanalyse, Strategie- und Umsetzungsberatung) anbieten zu können. KMU DIGITAL Seit 28. Oktober 2019 können über KMU DIGITAL die nachfolgend angeführten, geförderten Beratungen beantragt werden. Die Einreichfrist für geförderte Beratungen endet am 31. März 2020. Berater, die im Rahmen von KMU DIGITAL als Digitalisierungsberater tätig werden wollen, müssen eine (oder mehrere) der folgenden Zertifizierungen aufweisen: • Certified Digital Consultant • Certified Data & IT Security Expert • Certified eCommerce & Social Media Consultant • E U: Certified Digital Administration Expert

sehe es als eine der Hauptaufgaben der Fachgruppe, ein optimales Klima für Gründer und Start-ups zu schaffen und deren Leistungen am Markt sichtbar zu machen. Etablierte Unternehmen unterstützen wir beim Kompetenz- und Mitarbeiteraufbau durch geeignete Schulungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Mit der kürzlich vorgestellten Dualen Akademie wird eine weitere Ausbildungsschiene für hochqualifizierte Mitarbeiter geschaffen, ideal für Maturanten, Personen mit abgeschlossener Lehre, Studierende ohne Studienabschluss oder Berufsumsteiger, um Fachkräfte in die IT zu bringen.“ Die steigenden Mitgliederzahlen sind für Regensberger auch Beweis dafür, dass aus den Gründern der letzten Jahre etablierte Unternehmen herangewachsen sind, die an Mitarbeitern und wirtschaftlichem Erfolg ordentlich zugelegt haben.

HOHE FACHKOMPETENZ

Der Trend scheint ungebrochen: Immer mehr Unternehmen nutzen das Dienstleistungsangebot und geben ihre Buchhaltung in professionelle Hände, während sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Mit viel Fachwissen, Praxis und Kundennähe und der notwendigen Flexibilität erledigen die Tiroler Buchhalter schnell und kostengünstig die Buchhaltung und Lohnverrechnung. Gerade für Jungunternehmer und Startups bietet die Berufsgruppe der Buchhal-

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eco.IT

experten.tipp

Forschungsprämie Innovative Weiterentwicklung ist für Unternehmen von größter Bedeutung, um sich am Markt etablieren zu können.

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Forschung und Entwicklung kostet Geld. Für Aufwendungen bezüglich Forschung und experimentelle Entwicklung kann eine Forschungsprämie in Höhe von 14 Prozent der Forschungsaufwendungen bis zu einer Höhe von einer Million Euro beim zuständigen Finanzamt beansprucht werden. Prämienbegünstigt ist sowohl die eigenbetriebliche Forschung als auch eine in Auftrag gegebene Forschung. Die Forschungsprämie führt nicht zu einer Verringerung des Gewinnes und damit mittelbar zu einer Steuerersparnis, sondern wird in voller Höhe als Prämie vom Finanzamt ausbezahlt. Sie zählt nicht zum Gewinn. Zu beachten ist, dass bei Antragstellung ein Gutachten der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) dem Finanzamt vorzulegen ist. Um dem Steuerpflichtigen speziell bei mehrjährigen Forschungsprojekten erhöhte Rechtssicherheit in Bezug auf die jährlich geltend zu machende Forschungsprämie zu geben, wird zusätzlich die Möglichkeit geschaffen, über das Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen für eine Forschungsprämie in einer einem Auskunftsbescheid vergleichbaren Weise bescheidmäßig verbindlich abzusprechen (Forschungsbestätigung ergänzt durch einen auf das jeweilige Wirtschaftsjahr bezogenen BMF-Feststellungsbescheid über die Höhe der Bemessungsgrundlage für die Forschungsprämie, auf Antrag). Begünstigte Aufwendungen für die eigenbetriebliche Forschung sind: • Löhne und Gehälter für in Forschung und experimenteller Entwicklung Beschäftigte, ebenso Honorare aus entsprechenden Werkverträgen • Unmittelbare Aufwendungen (Ausgaben) und unmittelbare Investitionen (einschließlich der Anschaffung von Grundstücken), soweit sie nachhaltig (d. h. mindestens die halbe Nutzungsdauer, Grundstücke und Gebäude mindestens zehn Jahre) der Forschung und experimentellen Entwicklung dienen • Finanzierungsaufwendungen (-ausgaben), soweit sie der Forschung und experimentellen Entwicklung zuzuordnen sind • Gemeinkosten, soweit sie der Forschung und experimentellen Entwicklung zuzuordnen sind (zum Beispiel Kosten des Lohnbüros, soweit sie auf Forschungspersonal entfallen, anteilige Verwaltungskosten, nicht jedoch Vertriebskosten)

ter gemeinsam mit der Wirtschaftskammer ein einzigartiges Service in Form von drei Paketen an. So kann ein Jungunternehmer im Rahmen der steuerlichen Erstinformation eine Stunde wertvolles Wissen von einem professionellen Bilanzbuchhalter kostenlos in Anspruch nehmen. Ein weiteres Paket beinhaltet die Beratung und Überprüfung der laufenden Buchhaltung und UVA im ersten Jahr durch einen Bilanzbuchhalter zu einem Pauschalpreis von 300 Euro. Diese Beratungen finden in der jeweiligen Bezirksstelle oder in der Wirtschaftskammer Tirol statt. In vier Terminen wird hier ein Ziel verfolgt: erfolgreich und ohne Schwierigkeiten das erste „Buchhaltungsjahr“ zu überstehen. Und last, but not least bietet ein drittes Paket die komplette Übernahme der gesamten Buchhaltung inklusive Jahresabschluss durch einen Bilanzbuchhalter für eine Jahrespauschale von 1.000 Euro an. Diese Servicepakete der Berufsgruppe der Buchhalter stellen für junge Gründer eine wesentliche Erleichterung dar und schaffen den nötigen Freiraum, sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können. „Neuerungen sind heuer, dass bei den

FÖRDERMÖGLICHKEITEN Status- und Potenzialanalysen: 80 % Zuschuss Ermöglicht KMU die Erfassung des Ist-Zustandes im Bereich der Digitalisierung. Die Kosten dafür werden zu 80 Prozent gefördert (max. 400 Euro). Es werden drei unterschiedliche Tools gefördert: • G eschäftsmodelle und Prozesse (Certified Digital Consultant) • E-Commerce und Online-Marketing (Certified eCommerce & Social Media Consultant) • I T-Security (Certified Data & IT Security Expert) Strategieberatung: 50 % Zuschuss Erleichtert KMU den Zugang zu individueller Beratung im Bereich der Strategiefindung. Die Kosten werden zu 50 Prozent gefördert (max. 1.000 Euro). Folgende Tools werden gefördert: • G eschäftsmodelle und Prozesse • E-Commerce und Online-Marketing • I T-Security • D igitale Verwaltung (neu) Umsetzung: 30 % Zuschuss (seit 11. Dezember 2019 ) Unterstützt die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten in Unternehmen. Der Zuschuss beträgt max. 30 Prozent der förderbaren Kosten (max. 5.000 Euro). Die Toolbox umfasst folgende Bereiche: • G eschäftsmodelle und Prozesse • E-Commerce und Online-Marketing • I T-Security • D igitale Verwaltung (neu)


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Kollektivvertragsverhandlungen erstmalig die Verwendungsgruppen genauer für den Buchhaltungsbereich entsprechend unseren Anforderungen definiert wurden und dass unsere gern angenommenen Gründungsberatungen nun in allen Bezirken stattfinden“, freut es Sybille Regensberger, dass sie etwas für ihre Mitglieder bewegen konnte und kann. Denn Hinschauen, Zuhören und im Sinne der Unternehmen zu handeln, das versteht die Fachgruppenobfrau als die wesentlichen Aufgaben in der Interessenvertretung.

Prof. Dipl. Oec. Alfons H. Helmel, M.Sc. MBA CMC; Senator h.c. Mag. Christian Putzer; CMC Dr. Reinhard Helweg

FACHGRUPPE UBIT Mitglieder gesamt: 4.953 Beschäftigte: 5.507, davon 139 Lehrlinge Dienstgeberbetriebe: 819 Neugründungen 2019: 169 Berufszweige: 1.821 Unternehmensberater 2.067 Informationstechnologen 1.065 Buchhaltungsberufe

Weitere Informationen zu Ausbildungen und Zusatzqualifikationen im Bereich der Fachgruppe UBIT finden Sie auf www.incite.at, der eigenen Akademie des Fachverbandes UBIT.

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MASTER THE DIGITAL WORLD Spezialisierte Masterstudiengänge der FH Kufstein Tirol bilden Digitalisierungs-Fachkräfte aus.

D igitalisierung als Kernthema

Web-basierte Anwendungen und Softwaresysteme sind zentrale Themen im Studiengang Web Communication & Information Systems, der Fachkräfte für die IT-Beratung, für Online-Marketing und Softwareentwicklung ausbildet. Kompetenzaufbau an der Schnittstelle von Marketing, Kreativität und Web bietet der Studiengang Digital Marketing. Die digitale Transformation erfordert smarte Produkte und neue Geschäftsmodelle, diese Kompeten-

zen vermittelt der Studiengang Smart Products & Solutions. Alles rund um digitale Daten – das Gold der Zukunft – ist das Zentralthema des Studiengangs Data Science & Intelligent Analytics. Die Fragen, wie betriebliche Prozesse gemanagt werden müssen, damit sie für den Kunden effektiv sind, und wie dabei ERP-Systeme unterstützen können, lehrt der in Europa einzigartige Studiengang ERP-Systeme & Geschäftsprozessmanagement. PR

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igitale Sicherheit, Sammlung und Auswertung von Daten, neue Geschäftsprozesse sowie die Erneuerung bestehender Produkte mittels Digitalisierung sind die Topthemen der Unternehmensverantwortlichen. Die FH Kufstein Tirol trägt mit ihrem Studienangebot dazu bei, die dringend benötigten DigitalisierungsexpertInnen auszubilden und damit die Kompetenzlücke zu schließen.

Auf die Zukunft vorbereitet durch Bildung im Bereich Digitalisierung an der FH Kufstein Tirol


BESONDERE HIGHLIGHTS D E R T R E N D . I T WA R E N DIE KE YNOTE VON P R O F. R U D O L F B AY E R ÜBER DIE ZUKUNF T DER B L O C KC H A I N U N D D I E ERFOLGSGESCHICHTEN Z W E I E R T I R O L E R I TUNTERNEHMEN.

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TREND IT Bei der zehnten Auflage des Tiroler IT-Days mit neuem Namen Trend.it warteten auf die Besucher die Geschichten und Werdegänge erfolgreicher Unternehmen, Fachvorträge und Diskussionsmöglichkeiten.

I Sybille Regensberger, Obfrau der Fachgruppe UBIT der Wirtschaftskammer Tirol, und Ing. Alfred Gunsch, Berufsgruppensprecher der Tiroler IT

m vergangenen Jahr trafen sich im Zuge der Tiroler IT-Days wieder zahlreiche Interessierte in der Villa Blanka in Innsbruck zu unterschiedlichsten Vorträgen und Expertengesprächen. „Beim Trend.it Day hat uns das Thema Blockchain begleitet. Dabei lag unser besonderes Augenmerk auf den neuen Möglichkeiten, die sich damit für unser aller tägliches Leben eröffnen“, so Ing. Alfred Gunsch, Berufsgruppensprecher der Tiroler IT. Prof. Rudolf Bayer zeigte, wie die Blockchain unsere Welt binnen kürzester Zeit verändern wird. Er hat den B-Tree erfunden, ohne den es viele aktuelle Technologien nicht gebe. Derzeit beschäftigt er sich intensiv mit Blockchain-Technologien und hat das Verfahren C-Chain entwickelt. Mehr dazu lesen Sie im Interview auf Seite 44. Nach Keynote-Speaker Prof. Rudolf Bayer begeisterten Hendrik Maat von easybooking und Stefan Seiwald von goingsoft mit ihren Success Stories. Beide Unternehmen stellen wir Ihnen auf der nächsten Seite vor. Nach ein wenig Netzwerken am Mittagsbuffet standen am Nachmittag themenspezifische Workshops zur Vertiefung am Programm.


EGOS

MASSGESCHNEIDERTE IT-TRAININGS Sich ständig wandelnde Kompetenzanforderungen an Mitarbeiter erfordern laufende Weiterqualifizierungen. Bei EGOS finden Unternehmen den richtigen Ansprechpartner für maßgeschneiderte Ausbildungen für IT-Anwendungen, Infrastruktur, Cloud und Development auf höchstem internationalem Niveau. Neben den offenen Seminaren in den Trainingszentren in Innsbruck und Salzburg findet der Großteil der Trainings bereits in den jeweiligen Unternehmen statt. T E X T : D O R I S H E LW E G

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eit über 25 Jahren hat sich EGOS als Vordenker im Bereich der IT-Aus- und Weiterbildung einen Namen gemacht. Die ganzheitlichen Bildungs- und Beratungskonzepte entsprechen neuesten Standards und stärken die Leistungsfähigkeit von namhaften Unternehmen und großen Organisationen weit über die Landesgrenzen hinaus. „Die entsprechende Wissensbasis der Mitarbeiter ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für effizientes Arbeiten und zufriedene Arbeitnehmer“ ,weiß EGOS-Gründer und Geschäftsführer Markus Fuchs.

Markus Fuchs, Gründer und Geschäftsführer von EGOS

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METHODENMIX

Über die Jahre haben sich viele neue Ausbildungsformen entwickelt. Während das klassische Seminar für das Erlernen neuer Inhalte ein standardisiertes und bewährtes Konzept darstellt, ermöglichen moderne Formen wie Coaching und Workshops ein individuelleres Eingehen auf den Teilnehmer. Multimediale Formen wie E-Learning, Web-based-Training und Selbststudium lassen sich mit klassischen Formen des Präsenztrainings ideal kombinieren. „Die Kombination aus verschiedenen Lern- und Entwicklungsformen garantiert eine effiziente und vor allem maßgeschneiderte Umsetzung und kann auch den verschiedenen unterschiedlichen Lernverhalten der Mitarbeiter entsprechen“, so Fuchs.

MICROSOFT- GOLD CERTIFIED - PARTNER

Als Komplettpartner für die Einführung von neuen Technologien bis hin zu individuellen Softwareentwicklungen für Unternehmen begleitet das engagierte EGOS-Team von Anbeginn die technische und organisatorische Implementierung neuer Systeme. Vor allem steht dabei eine effektive Planung mit dem Kunden im Vordergrund, wie und in welchen Abläufen neue Technologien eingeführt wer-

den und die Mitarbeiter auch dementsprechend geschult und eingearbeitet werden. Als einziger Microsoft-Gold-Certified-Partner im Westen Österreichs profitieren Unternehmen von international garantierter Kompetenz und Qualität bei Seminaren, Dienstleistungen und Services. „Wir bieten hier modernste und topaktuelle Standards, die sonst nur in Metropolen wie München, Wien, Zürich und Mailand zu finden sind“, freut sich Fuchs.

MICROSOFT OFFICE 365

„Office 365 mit all seinen Features bietet Unternehmen ungeahnte Möglichkeiten und Arbeitserleichterungen in den Bereichen Informationsmanagement, Team- und Projektarbeit“, so Fuchs. „Die Einführung von Office 365 erfordert ein Durchdenken der Prozesse in Organisationen und die passende Auswahl der Tools. Ein gutes Konzept zur Motivation

der Mitarbeiter, dem richtigen Einsatz der Tools und nachhaltiger Qualifizierung sind Erfolgsgaranten. Bei der Einführung halten wir uns an den sehr umfangreichen und mit detaillierten Planungsschritten ausgearbeiteten Einführungsleitfaden von Microsoft. Denn einfach neue Technologien zur Verfügung zu stellen funktioniert in den meisten Fällen nicht, das muss alles sorgfältig geplant und die Mitarbeiter vor allem gut motiviert und begleitet werden.“ Mit 40 hochqualifizierten, von Microsoft am höchsten Level zertifizierten Trainern und Consultants und modernsten Seminarräumen an den Standorten Innsbruck, Salzburg, Vorarlberg und Südtirol ist EGOS im Umkreis von gut 300 Kilometern der Trainingspartner, wenn es um das Thema Einführung von neuen IT-Technologien geht. www.egos.co.at

PR


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W E R G L A U B T, D I E G R O S S E N I T - E R R U N G E N S C H A F T E N P A S S I E R E N N U R I N Ü B E R S E E , D E R I R R T G E W A LT I G . G E R A D E I N S A C H E N T O U R I S M U S G I B T E S I N T I R O L Z A H L R E I C H E S PA N N E N D E E N T W I C K L U N G E N . Z W E I T I R O L E R S U C C E S S S T O RY S W U R D E N B E I M I T- DAY T I R O L 2 0 1 9 P R Ä S E N T I E RT :

MIT MUT UND VISION Begeisterte Gäste, informierte Kunden, entlastete Mitarbeiter. Das alles leisten die professionellen WLAN-Kommunikations- und Informationslösungen von goingsoft. Das IT-Unternehmen aus St. Johann in Tirol hat im wahrsten Sinne des Wortes das Hotelzimmer digitalisiert. T E X T E : D O R I S H E LW E G

Stefan Seiwald (li.) und Josef Adelsberger, Gründer von goingsoft in St. Johann

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as Internet wird nie ein Massenmedium werden. Diese mittlerweile schon legendäre Fehleinschätzung des Hamburger Zukunftsforschers Matthias Horx sorgt heute, fast 20 Jahre nach dessen Zitat, immer noch für heiteres Schmunzeln in den Geschäftsräumen der goingsoft in St. Johann. Die Anekdote ist dort zum Running-Gag geworden. Damals anfangs der Nullerjahre war den beiden Gründern und Geschäftsführern allerdings das Lachen schon fast vergangen. Mit ihrer Geschäftsidee, dass jeder Hotelgast bald einen sicheren und unkomplizierten Internetzugang benötigen würde, waren Stefan Seiwald und Josef Adelsberger bereits bei unzähligen Investoren abgeblitzt. Niemand sonst schien das Potential der Idee zu erkennen. Es sei keine zukunftsträchtige Idee. „Also haben wir begonnen, das Projekt auf eigene Kosten und auf eigenes Risiko zu verwirklichen“, erinnert sich Seiwald heute an die nicht immer ganz einfache Gründungsphase des Unternehmens.

der TV-Sender, YouTube und Fernsehen on Demand werden nämlich auch in Hotelzimmern immer häufiger genutzt. Bereits heute ist dies eine riesige Datenmenge, die über das Hotel-WLAN bereitgestellt werden muss. „Wir bereiten unsere Kunden aber bereits auf den nächsten großen Schritt vor, denn der Datenverkehr wird auch weiterhin enorm steigen“, weiß Seiwald. Laut Prognosen wird der digitale Datenverbrauch von derzeit rund 60 bis 80 Gigabyte pro Haushalt und Monat bis 2025 um das Zwölffache ansteigen. Die Leistungen der goingsoft sind also nach wie vor ein echtes Zukunftsthema.

DIE DIGITALE CUSTOMER - JOURNEY Die Beharrlichkeit des Duos zahlte sich schließlich aus. Aus „dem Internet“ ist mittlerweile doch ein recht anständiges Massenmedium geworden. Und aus der Vision der beiden Gründer, an die außer den beiden niemand so recht glauben wollte, ein erfolgreiches Unternehmen mit fast 50 Mitarbeitern und über 1.500 Kunden in ganz Europa.

WLAN - VERNETZUNG ALS BASIS

Die goingsoft entwickelt heute nach wie vor besonders sichere und zuverlässige WLAN-Lösungen für die Hotellerie und das Gesundheitswesen. Auch in Zeiten von immer besser werdenden Mobilfunkstandards ist dies ein unverzichtbarer Teil der Infrastruktur eines jeden Hotels. Martin Zandonella, in der Wirtschaftskammer Kärnten zuständig für die Sparte Kommunikation, brachte es vor Kurzem folgendermaßen auf den Punkt: „Ein Bett ohne Frühstück kann man verkaufen, ein Bett ohne WLAN kann man nicht mehr verkaufen.“ Streamingdienste wie Netflix und Co., Mediatheken

Diese grundlegende Infrastruktur ist darüber hinaus bereits ideale Basis für ein weiteres Trendthema, dem sich das St. Johanner Unternehmen angenommen hat: Der digitalen Kommunikation mit dem Gast. Spätestens seit der Studie „Hotellerie 4.0“ von Roland Berger im Auftrag der Österreichischen Hoteliersvereinigung hat sich der Begriff der digitalen Customer-Journey in der Branche durchgesetzt und findet auch immer mehr Beachtung. Konkret geht es darum, den Gast von der Buchung bis zur Abreise und darüber hinaus digital zu begleiten. Mit der eigens entwickelten Plattform „HOTAINMENT“ hat die goingsoft genau diesen „digitalen Reisebegleiter“ ins Leben gerufen, der sich mittlerweile zum Standard für die digitale Gästekommunikation entwickelt hat. „Alles, was in einem Hotelzimmer und in der ganzen Ferienregion an Medien, Daten, Information und Unterhaltung konsumiert wird, kann zentral über unser HOTAINMENT gesteuert werden“, zeigt sich Seiwald zuversichtlich. www.goingsoft.com 


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IMMER BEREIT FÜR NEUES Mit easybooking gelang Hendrik Maat etwas, was vor zwanzig Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Sein Fokus liegt auf der Digitalisierung eigentümergeführter Tourismusbetriebe mit dem Ziel der Arbeitserleichterung für Vermieter.

Hendrik Maat macht es mit easybooking Vermietern einfacher.

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rei nach dem Motto „Immer bereit für Neues“ verschlug es in den 1990er-Jahren den aus dem niederländischen Enschede kommenden Hendrik Maat nach Tirol. Im Ötztal gründete er vorerst ein Outdoor- und Veranstaltungsunternehmen. „Nach zehn Jahren war für mich das Maximum erreicht. Die digitale Welt hingegen bietet unbegrenzte Möglichkeiten“, blickt Maat zurück und gründete 2006 das IT-Unternehmen OCIS. „Als ich dort mit einer 50-jährigen Gastgeberin am Küchentisch saß, stellte sich heraus, dass viel Zeit für tägliche Aufgaben wie die Beantwortung von Anfragen, das Schreiben von Angeboten, Versenden von Reservierungsbestätigungen, die Buchhaltung oder Berichterstattung verloren geht. Neben der Tatsache, dass all das viel Zeit in Anspruch nimmt, können leicht Fehler passieren.“ Dem umtriebigen Niederländer wurde schnell klar: „Es braucht eine einfache Lösung, um die täglichen Prozesse zu optimieren.“ Gemeinsam mit Gerhard Vorster gründete er daraufhin easybooking, mit dem Ziel, auch auf die Bedürfnisse der weniger digitalisierten und oft vernachlässigten Zielgruppe der Klein- und Privatvermieter einzugehen. „Genau das haben wir geschafft“, freut sich Maat.

EASYBOOKING ERÖFFNET NEUE MÖGLICHKEITEN JULIA, die virtuelle Rezeptionistin, unterstützt die Gastgeber selbständig und rund um die Uhr. Sie kümmert sich um die Online-Buchbarkeit, die Gästekommunikation, die automatisierte Angebotslegung, die Zimmerverwaltung, die Rechnungslegung und das Channel Management. Mehr als 5.500 Betriebe in Österreich, Deutschland und der Schweiz arbeiten bereits mit JULIA von easybooking. Die Mehrheit der Gastgeber betreibt eine kleine bis mittelgroße Unterkunft mit zum Beispiel zwei Ferienwohnungen oder fünf bis sieben Zimmern. Aber auch Hotels mit 20 Zimmern zählen zu den easybooking-Kunden. JULIAs Channelmanager ermöglicht es Vermietern, die Verfügbarkeiten auf Buchungsplattformen wie Booking.com, Expedia, Airbnb und vielen anderen in Echtzeit zu synchronisieren. Dahinter stehen langfristige und gute Partnerschaften, die sorgsam aufgebaut und gepflegt werden möchten. JULIA unterstützt als virtuelle Rezeptionistin.

Mittlerweile residiert das Unternehmen zadego GmbH mit seinen 80 Mitarbeitern in der Innsbrucker Hypo-Passage. „Eine der größten Herausforderungen in einem sich ständig verändernden Markt ist es, die richtige Balance zwischen ‚seinen eigenen Weg gehen‘ und ‚die Bedürfnisse der Kunden und Partner so gut wie möglich zu befriedigen‘ zu finden. Man muss in der Lage sein, unabhängig zu handeln und dies auch zu tun. Und man muss bereit sein, Wege zu gehen, die es vorher nicht gab“, resümiert Maat und ist in Gedanken wahrscheinlich schon wieder einen Schritt weiter.

MEHR ALS EIN SOFTWARE DIENSTLEISTER

„Um den Tourismus nachhaltig und erfolgreich zu digitalisieren, muss der Fokus neben der Entwicklung neuer Technologien wie der Sprachsteuerung für den Zimmerplan auch auf der Bedürfnisorientierung und Sensibilisierung weniger erfahrener Gastgeber liegen. Wir sehen unsere Rolle daher über die eines Softwareherstellers hinausgehend und begleiten Vermieter mit Funktionsentwicklungen wie jener von ‚Direct Connect‘ bedürfnisorientiert, um ihnen die Scheu vor neuen Technologien zu nehmen und zu zeigen, dass Digitalisierung nicht schadet“, so Maat abschließend. www.easybooking.eu 

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AUSGEZEICHNET DURCHGESTARTET Nur wenige Monate nach der Gründung von frickonsult durfte der erfahrene Bankmanager Christian Frick auch gleich einen Preis einheimsen. Als Tiroler Landessieger beim österreichweiten Constantinus Award 2019 gewann er mit einem Projekt für die Tirol Ambulanz Rettungsdienst und Krankentransport GmbH. T E X T : D O R I S H E LW E G

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A

ls mein angestrebtes Ziel – einfach ein Feedback für die bisher erbrachte Arbeit zu erhalten – um Längen übertroffen und die Nominierung für den Preis bekannt wurde, musste ich mich schon einmal kurz hinsetzen“, erzählt der Heiterwanger stolz. „Übertroffen wurde dieses Gefühl nur noch, als mein Unternehmen vorgestellt und dann auch noch als Preisträger aufgerufen wurde, denn da kamen mir fast die Freudentränen“, denkt Christian Frick immer noch gerührt an die Award-Verleihung in Velden zurück. Nach 30 Jahren Bankkarriere geht Christian Frick seit April 2018 mit der Unternehmensberatung frickonsult neue Wege. Dass der Schritt in die Selbstständigkeit gleich mit einem Constantinus Award gekürt wurde, bestätigt Frick in seinem Bestreben, in der Region etwas bewegen zu wollen, vielleicht sogar eine kleine Duftspur seines Wirkens zu hinterlassen. „Die Tätigkeit in der Bank hatte durch die neuen europäischen Restriktionen, die auferlegten Sparkurse und für mich fehlende Perspektiven an Reiz verloren. Ausschlaggebend war, dass man als Bank im Firmenkundenkreditgeschäft nicht mehr so umfangreich tätig sein konnte, wie man das früher gewohnt war. Deshalb ist zuallererst die Überlegung in mir gereift, eine Risikokapitalplattform zu gründen, um Unternehmen in der Region alternative


eco.IT

CONSTANTINUS AWARD

Der Constantinus Award ist Österreichs großer Beratungs- und IT-Preis. Gerade in der Beratungs- und IT-Branche gilt: Die Marktchancen wachsen. Immer mehr Unternehmen nehmen Beratungs-Know-how in Anspruch, um ihre Performance in wirtschaftlich schlechten Zeiten zu sichern. Erfolgsentscheidend ist angesichts des steigenden Wettbewerbs die Qualität der Beratungs- und IT-Leistungen. Diese Qualität wird auf Initiative des Fachverbandes UBIT jährlich mit dem Constantinus Award öffentlichkeits- und zielgruppenwirksam ausgezeichnet. „Wir leben in fordernden Zeiten. Unsere Beraterinnen und Berater machen den wirtschaftlichen Wandel für ihre Kundinnen und Kunden zum Gewinn, wie die ausgezeichneten Projekte besonders gut zeigen. Beratung stärkt die Digitalisierungsfitness aller Branchen“, erklärt Sybille Regensberger, Fachgruppenobfrau der Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie.

TIROLER LANDESSIEGER 2019

Bereits zum 17. Mal wurden im Juni 2019 die besten Beratungs- und IT-Projekte in sieben Kategorien mit den begehrten Constantinus-Trophäen ausgezeichnet. Tiroler

Der Tiroler Landessieger des Constantinus Awards: Einreicher Frickonsult Christian Frick (2. v. l.) mit dem Kunden Tirol Ambulanz Rettungsdienst und Krankentransport Michael Schweiger (l.), UBIT-Fachgruppenobfrau Sybille Regensberger, Philipp Kerbler (Tirol Ambulanz) (2. v. r.) und Michael Mengele (Geschäftsführer von MKT-Krankentransport). FOTO: © CONSTANTINUS UND UBIT KÄRNTEN / JOST

Finanzierungformen zur Verfügung stellen zu können“, erzählt Frick. Zuerst gründete Frick daher die Unternehmensberatung frickonsult, um den Unternehmen, die zukünftig Geld erhalten sollen, auch eine professionelle Begleitung anbieten zu können. Dank der jahrzehntelangen Erfahrung in der Firmenkundenbetreuung, im Management und als Geschäftsleiter einer Bank ist das Beratungsangebot des Unternehmensberaters sehr breit gefächert, er sieht sich vorrangig als Begleiter und Sparringpartner für das Management. „Meine Hilfestellung zielt vor allem darauf ab, die betriebswirtschaftliche Seite im Geschäftsmodell durch den Blick von außen zu ergänzen“, so Frick. Neben Neugründern begleitet der Unternehmensberater auch etablierte Betriebe, die Hilfe und Unterstützung bei Optimierungsprozessen oder strategischen Neuausrichtungen brauchen. „Natürlich wird am lautesten nach Hilfe geschrien, wenn die Not am größten ist. Der bessere beziehungsweise beste Weg ist es allerdings, sich in guten Zeiten für die Zukunft zu rüsten, damit sich der Erfolg von morgen einstellen kann“, rät der Außerferner.

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CONSTANTINUS AWARD 2020 Österreichs renommierter Beratungs- und IT-Preis findet heuer zum 18. Mal statt und bietet Consultants wie deren Kundinnen und Kunden einzigartige Möglichkeiten für Öffentlichkeit und Präsenz. „Alle reden von der digitalen und betrieblichen Transformation, unsere Consultants treiben sie erfolgreich voran. Mit unserem Constantinus Award zeigen wir, was unsere Branche für Unternehmen und Standort alles bewegt“, so Alfred Harl, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT). Einreichungen in sieben Kategorien Die Einreichung von Projekten ist in sieben Kategorien möglich: • Digitalisierung / Internet of Things (IoT) • Human Resources, Ethik & CSR • Informationstechnologie • Internationale Projekte • Management Consulting • Rechnungswesen & Personalverrechnung • Standardsoftware & Cloud Services

Detaillierte Beschreibungen aller Kategorien finden Sie unter www.constantinus. net. Die Einreichung ist bis 22. März 2020 online unter einreichen.constantinus.net möglich.

Landessieger war frickonsult mit einem Projekt für die Tirol Ambulanz Rettungsdienst und Krankentransport GmbH. Der gesamte Markt für das Gesundheits-, Rettungs- und Pflegewesen ist im Umbruch begriffen, der hohen Nachfrage soll nachgekommen und diese Leistungen mit hoher Qualität, jedoch geringen Kosten angeboten werden. Das erfordert neues Denken und neue Strukturen. Bisher wurden diese Dienstleistungen überwiegend über Sozial-

einrichtungen oder Vereine angeboten. Aus einem solchen Verein heraus entstand über die Begleitung der Frickonsult GmbH ein Start-up in Form der Tirol Ambulanz GmbH. Diese bietet als erstes privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen in Österreich Dienstleistungen für den bodengebundenen Rettungsdienst und Krankentransporte an, besitzt eine Gewerbeanmeldung und bricht damit geduldete Strukturen im Land auf.


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KLEINVIEH MACHT AUCH MIST

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Sparen ist für viele ein notwendiges Übel, um sich für schlechtere Zeiten einen Polster zu schaffen. So mancher hält es sogar für unmöglich, Geld auf die Seite zu legen. Mit ihrem Start-up Monkee wollen die drei Tiroler Christian Schneider, Martin Granig und Jean-Yves Bitterlich Sparen sexy machen und Menschen dabei helfen, finanziell gesünder zu leben – indem sie mit einer App den nachhaltigen Umgang mit Geld fördern. REDAKTION: MARINA BERNARDI

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n Zeiten fortschreitender Digitalisierung ist Geld ausgeben so einfach wie nie zuvor. Bis zu 10.000 Werbeeindrücke strömen jeden Tag auf uns ein. Innovationen wie One-Click-Buying und personalisierte Werbung verführen uns zusätzlich zu immer noch mehr Konsum. Uns wurde anerzogen, Konsumgüter sofort haben zu wollen, auch wenn wir sie gar nicht brauchen oder – noch schlimmer – sie uns nicht leisten können. Im Gegensatz dazu und in der Konsequenz fast folgerichtig sparen wir immer weniger. So gerät die Balance zwischen Konsum und Sparverhalten zunehmend ins Ungleichgewicht. Das wollen drei Jungs aus Tirol ändern – mit einer App, mit der sie vor allem die junge Generation genau dort abholen möchten, wo diese sich befindet: vor dem Smartphone.

IMAGEKORREKTUR Monkee möchte einen nachhaltigen Umgang mit Geld fördern. Sparen muss wieder salonfähig werden – auch im eigenen Interesse. Neben einer modernen Benutzeroberfläche setzt Monkee dabei auf Zielsparen und das speziell entwickelte 2-Click-Saving-Feature. Heißt: Mit nur zwei Klicks kann jeder beliebige Betrag auf persönliche Ziele gespart werden und das jederzeit und überall. So wandern etwa drei Euro für einen gerade nicht getrunkenen Kaffee auf dem Weg per Klick auf das Sparkonto. Das klingt erst mal nach nicht sonderlich viel, aber: Kleinvieh macht eben auch Mist. So wird aus vielen nicht getrunkenen Kaffees plötzlich ein neues Paar Schuhe. Letztlich wird Sparen mit der App genauso einfach wie Geld ausgeben. Ein digitaler Finanzcoach motiviert zusätzlich

und hilft, Ziele auch wirklich zu erreichen. „Nach dem Download der App und dem Anlegen des persönlichen Profils wird für den Nutzer kostenlos ein Konto bei unserer Partnerbank eröffnet. Nach dem einmaligen Verbinden des bereits bestehenden Girokontos (jede Bank in Deutschland und Österreich möglich) mit Monkee über ein SEPA-Lastschriftverfahren können Beträge mit zwei Klicks gespart werden. Das Sparkonto läuft bei unserer Partnerbank auf Ihren Namen und nur Sie haben Zugriff darauf. Das heißt auch, dass man seine Sparziele jederzeit wieder auflösen kann und das Geld auf das angegebene Referenzkonto zurücküberwiesen wird“, erklärt Granig. Dazu setzt Monkee auf eine Kombination von Erkenntnissen aus den Verhaltenswissenschaften, Gamification und Machine


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Das Monkee-Team Christian Schneider, Martin Granig und Jean-Yves Bitterlich will zu einem finanziell gesünderen Leben verhelfen.

„W I R H A B E N I N E I N E M H O C H REGULIERTEN MARK T EIN PRODUK T E N T W I C K E LT U N D A U F D E N M A R K T G E B R A C H T, O B W O H L W I R A U S E I N E R KO M P L E T T A N D E R E N B R A N C H E KO M M E N .“ MARTIN GRANIG

Learning. Heruntergebrochen auf kleine Wochenziele werden so auch große Träume mit kleinen Schritten erreichbar. „Der Laptop für das Studium kostet dann nicht 1.000 Euro, sondern über einen gewissen Zeitraum zehn Euro pro Woche – das macht psychologisch einen großen Unterschied“, findet Granig und: „Einen besonderen Fokus haben wir auf den sozialen Aspekt des Sparens gelegt. Mit diesem können Verwandte und Freunde ganz einfach eingeladen werden, ein ausgewähltes Sparziel zu unterstützen oder auch gemeinsam auf ein Geburtstagsgeschenk zu sparen.“

EINEN NERV GETROFFEN

Ursprünglich wurde Monkee von Martin Granig und Christian Schneider als ZweiMann-Start-up gegründet. Beide kannten sich aus ihrer Vergangenheit in verschiedenen Managementpositionen bei Swarovski. Zuletzt bekleideten sie unterschiedliche Führungsrollen im Innovationsbereich des Konzerns. Im Jänner 2018 verließen sie das Unternehmen und arbeiteten daraufhin konkret und Vollzeit an der Umsetzung von Monkee. „Natürlich war es eine starke Umgewöhnung, aus dem Konzern heraus ein Start-up zu gründen. Im Konzern haben wir beide große Teams geleitet, der Tag bestand aus vielen Meetings und sehr vielen verschiedenen Themen. Nun haben wir die Möglichkeit, uns mehrere Stunden auf eine

Aufgabe zu konzentrieren und diese im Detail zu verstehen und auszuarbeiten. Das ist ein befriedigendes Gefühl. Gleichzeitig aber ist man auf einmal für alles selber zuständig. Man hat immer zu viel Arbeit und zu wenig Ressourcen. Das heißt, für uns wurde es wichtig, Prioritäten zu setzen und laufend zu entscheiden, auf welche Aufgaben wir uns in dem nächsten Schritt konzentrieren, wohlwissend, dass es noch so viel gibt, was wir machen müssen und können.“ Da weder Granig noch Schneider über nennenswerte Erfahrung im Bereich der Softwareentwicklung verfügen – und es sehr schwierig bis unmöglich ist, ohne diese eine App umzusetzen –, wurde schließlich JeanYves Bitterlich ins Boot geholt. Er arbeitete viele Jahre als Director Software Engineering bei Unternehmen wie Sun Microsystems, Oracle und Siemens. Die Entwicklung der App haben die Gründer anfänglich selbst finanziert. Bald konnte sich Monkee eine größere Technologieförderung des AWS (Austria Wirtschafts Service) sichern und einen Businessangel von V/G Ventures gewinnen. Damit sicherten sich die Start-upper noch vor dem offiziellen Launch ein mittleres sechsstelliges Investment. Dass Christian Schneider, Martin Granig und Jean-Yves Bitterlich mit ihrer App einen Nerv treffen, zeigen die Zugriffszahlen: Seit dem Launch verzeichnet das Start-up bereits 15.000 Downloads, inzwischen wird mit Monkee

auf Ziele mit über 20 Millionen Euro Wert gespart. Interessant: 54 Prozent der Nutzer sind Frauen und das, obwohl Finanzthemen immer noch sehr männlich dominiert sind. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, resümiert Granig. Monkee schaffte es mit seiner Idee kürzlich unter die Top 3 in der Kategorie „Konzept“ beim Tiroler Innovationspreis, außerdem konnte sich das Team unter mehr als 100 Bewerbern durchsetzen und durfte als eines von acht Start-ups beim Amsterdamer FinTech Accelerator dabei sein. Auch bei der FinTech Week Vienna war Monkee als Vortragender vertreten. Für die nächsten fünf Jahre ist eine internationale Expansion als auch eine Produkterweiterung geplant. „Monkee hat die Vision, Menschen finanziell gesünder zu machen und sie auf ihrer Reise dahin ganzheitlich zu unterstützen. Dafür möchten wir das Thema ‚Financial Health‘ ganzheitlich abdecken“, blickt Granig in die (nahe) Zukunft. Monkee setzt mit seiner App auf eine Kombination von Erkenntnissen aus den Verhaltenswissenschaften, Gamification und Machine Learning.

MONKEE möchte dabei helfen, Sparen wie selbstverständlich in den Alltag zu integrieren. Während viele Mitbewerber versuchen, das Problem durch reine Automatisierung zu lösen, setzt Monkee auf eine nachhaltige Änderung des Spar- und Konsumverhaltens. Das Etablieren von besseren finanziellen Routinen ist dabei wesentlich, um ein breites Umdenken zu erreichen.

www.monkee.rocks

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„IN GROSSEN FIRMEN VERHUNGERN VIELE IDEEN IN D E R KO M P L E X E N U N T E R N E H M E N S S T R U K T U R . S TA R T U P S KÖ N N E N S I C H A U S P R O B I E R E N , D I N G E V E R S U C H E N , V E R W E R F E N U N D S I E E R N E U T P R O B I E R E N .“ MICHAEL BREDEHORN

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LÖSEN VON SCHEINBAR UNLÖSBAREM Es geht nicht darum, Daten zu speichern und sie irgendwann auszuwerten, sondern sie in dem Moment zu nutzen, in dem sie entstehen. Sagen die Macher hinter Swarm Analytics und haben eine Software entwickelt, die genau das kann. TEXT: MARINA BERNARDI


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Swarm Analytics wurde 2018 von den Studienkollegen Georg Westner und Michael Bredehorn gegründet.

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ir sind heute schon umgeben von Unmengen an Daten und es werden exponentiell mehr. Vielfach werden diese Daten in Unternehmen, Institutionen oder Kommunen seit Jahren jedoch lediglich gesammelt und gespeichert anstatt tatsächlich sinnvoll genutzt, oft aus Mangel an Mitarbeitern mit entsprechender Expertise, vielleicht auch in der Hoffnung, zu einem späteren Zeitpunkt davon zu profitieren. Kämen nun alle gleichzeitig auf die Idee, ihre Daten zu verarbeiten, um daraus einen Mehrwert zu generieren, stellte das Server und Endgeräte vor Herausforderungen, auch in ökologischer Hinsicht, denn um solche Mengen tatsächlich verwerten zu können, braucht es entsprechende Ressourcen. Es wird also künftig wichtiger werden, vermehrt auf die Qualität von Daten Wert zu legen als auf die Quantität.

DIE DINGE ANDERS TUN

Manch technologische Lösung von heute ist zu kurz(fristig) gedacht. Das liegt vor allem an der Herangehensweise, die gerne in großen Unternehmen mit starren Strukturen zu Hause ist: Man versucht Ziele, an denen man bislang gescheitert ist, einfach durch den Einsatz von mehr Ressourcen zu erreichen, anstatt den Weg dorthin zu verändern. Nur: Das funktioniert nicht. Oder selten. Georg Westner und Michael Bredehorn haben 2018 Swarm Analytics gegründet und damit den Zugang zu einem komplexen Themenbereich verändert. Als ZweimannStart-up hatten sie den Luxus, sich selbst auszuprobieren, Grenzen auszuloten und Dinge einfach zu versuchen. „Es gab keine Vorgaben, wie wir an unser Ziel kommen. Es war völlig egal. Wir hatten nichts und haben aus dem etwas gemacht“, beschreibt Bredehorn. Diese Flexibilität hat den Vorsprung gebracht. Konkret haben sie eine Software entwickelt, die Daten aus Überwachungskameras analysieren und aus denen man konkrete Handlungsempfehlungen ableiten kann – in Echtzeit und ohne die Notwendigkeit, Da-

ten dafür aufwendig speichern zu müssen. Somit ist auch der Datenschutz kein Thema, weil die Infos zeitnah wieder gelöscht werden. Qualität statt Quantität eben. „Wir machen eigentlich nichts, was andere Tools nicht schon können. Unser Fokus liegt auf der Effizienz“, sagt Bredehorn. Letztlich arbeitet man bei Swarm Analytics daran, Dinge, die der Mensch zwar selbst könnte, einer Maschine zu überlassen, die dies schneller und ökonomischer kann. Verkehrszählung zum Beispiel. Das geht natürlich händisch mittels Strichliste. Mit einer Kamera geht es um ein Vielfaches schneller. Sind nun entsprechend viele Kameras über eine Stadt verteilt, deren Daten sofort ausgewertet werden, lassen sich zum Beispiel Verkehrsampeln entsprechend steuern. Daten können permanent und flächendeckend generiert und Handlung unmittelbar gesetzt werden. In Zeiten, in denen Citys immer smarter werden, ein großer Benefit. „Es geht nicht mehr nur darum, Daten einfach zu sammeln und auf einem Server abzulegen. Es wird granularer. Es gibt immer noch mehr Daten, zu viele davon, und man muss beginnen, sie zu filtern. Genau das machen wir. Unser System wandelt Daten in konkrete Informationen um, die sofort einen Abnehmer finden“, erklärt Bredehorn. Bisherige Lösungen seien entweder sehr langsam oder sehr kostspielig, sagt der Start-upper. Für die Masse also ungeeignet. Die Software von Swarm Analytics läuft bis zu zehnmal schneller auf Kleinstcomputern und erlaubt es, Probleme zu lösen, die bisher als völlig unlösbar galten. Standardkameras werden in intelligente Sensoren verwandelt. Unter den Referenzkunden befinden sich Swarco oder A1 Telekom. Auch Supermärkte sind potenzielle Kunden. Bildet sich an der Kasse eine (zu) lange Schlange, erkennt dies das System eigenmächtig und informiert den zuständigen Mitarbeiter. Das mag nun auf den ersten Blick banal klingen, für Menschen wäre es ein Leichtes, den Kassenbereich auf einer Kamera zu beobachten und entsprechende Meldungen zu machen. Für einen Computer ist dies ein sehr komplexer Vorgang, der im Alltag jedoch zu unglaublichen Effizienzsteigerungen führt. Mittlerweile sind bei Swarm Analytics 14 Leute angestellt. Vor einem halben Jahr waren es gerade halb so viele. „Wir möchten ein großes Unternehmen werden“, gibt

Bredehorn die Richtung vor. „Wir möchten erster Ansprechpartner in diesem Bereich werden und das möglichst schnell. Die Konkurrenz schläft nicht. Schnelligkeit ist die einzige Möglichkeit, auf diesem Markt zu bestehen. Wir möchten keine kleine Firma bleiben, die in der Technologie schwelgt und schaut, was möglich sein könnte. Wir wollen Produkte auf den Markt bringen, die wirklich gebraucht werden und vielen Kunden nützen.“ Dafür ist es notwendig, dass das System leicht integrierbar ist, einfach zu bedienen und preislich im Rahmen. „Für viele ist unsere Technologie sehr abstrakt, doch wir können damit sehr viele Dinge lösen“, sagt Bredehorn. Vieles war technisch vor einigen Jahren noch nicht möglich oder in der Anschaffung nicht leistbar. Manches ist mittlerweile zur Normalität geworden, an anderem wird noch gearbeitet. Swarm Analytics möchte Lösungen bieten, die am Markt bestehen. „Wenn man eine Lösung entwickelt, die keiner kauft oder verwendet, ist es keine Lösung“, ist er überzeugt und rechnet: „Gelöst ist ein Problem erst dann, wenn man ein Produkt mit Value X zum Preis Y, der in meinem Budget liegt, in entsprechender Menge kaufen kann.“ Swarm Analytics bietet diese Lösungen. Ganz, nicht nur ein bisschen.

SWARM ANALYTICS Das Tiroler Start-up entwickelt Software, die es erlaubt, visuelle Daten in Echtzeit zu interpretieren, und bietet moderne Lösungen im Bereich Machine Learning. Mit ihrer Technik löst es einerseits Datenschutzprobleme bei der Verarbeitung von Bilddaten, weil nur die Ergebnisse bzw. Interpretationen der Auswertungen übertragen werden, andererseits werden die riesigen Datenmengen, die täglich auf Überwachungskameras anfallen, direkt auf der Kamera verarbeitet bzw. ausgewertet. So spart man sich große Server und Speichermedien. Für ihre Idee wurden die Gründer Georg Westner und Michael Bredehorn bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet und konnten mit dem Tiroler Company Builder MAD einen Investor gewinnen, der bereits seit der Gründung mit an Bord ist. Kürzlich ist auch Primecrowd im Start-up investiert.

www.swarm-analytics.com

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DIE ZUKUNFT IST DIGITAL UND DEZENTRAL Chris Miess ist einer der gefragtesten Experten in Sachen Kryptowährungen. Die Bundesregierung hört auf seinen Rat. Hier verrät er, warum die Blockchain der Schlüssel zu einer dezentralen Zukunft sein wird und welches Potenzial in einer globalen, stabilen Kryptowährung wie Libra steckt. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

ECO.NOVA: Es sieht derzeit ein wenig so aus, als müsste Facebook seine Pläne für eine eigene Digitalwährung Libra begraben. Was würde es für die Welt der Kryptowährungen allgemein bedeuten, wenn ein Player wie Facebook eine digitale Leitwährung – wovon man aufgrund der Verbreitung ausgehen könnte – installierte? CHRIS MIESS: Facebooks Libra ist auf mehr Widerstand gestoßen als ursprünglich angenommen. Der amerikanische Regulator, die SEC, wie auch die europäischen Finanzminister sehen ihr Währungsmonopol gefährdet und leiten strikte Gegenmaßnahmen ein. Für die Welt der Kryptowährungen würde Libra jedenfalls einen enormen Push bedeuten. Nicht nur, dass das Vertrauen in Kryptowährungen erhärtet werden würde, auch die Aufmerksamkeit der Weltpresse würde helfen. Dadurch könnte ein erneuter Diskurs in der Gesellschaft bezüglich der digitalen und dezentralen Zukunft und um Blockchain als Technologie entstehen. Hier geht es nicht nur um die Finanzwirtschaft, sondern um ganze Industriezweige von Medizin bis Supply Chain.

Worin unterscheidet sich Libra von anderen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum? Libra ist als sogenannter Stable Coin konzipiert. Das bedeutet, dass der Wert der Libra möglichst kaum schwankt und stabil bleibt. Warum vertrauen wir beispielsweise einer Währung wie dem Euro so sehr? In erster Linie weil wir wissen, dass ein Euro morgen immer noch die gleiche Kaufkraft hat wie ein Euro heute. Wenn jetzt aber der Euro jeden Tag stark im Wert schwanken

würde, würden wir ihm nicht vertrauen. Viele Kryptowährungen haben genau dieses Problem. Ein Bitcoin kann heute 7.000 Dollar wert sein, morgen bereits 8.000 und übermorgen nur mehr 3.000 Dollar. Gleiches gilt für Ethereum und andere Kryptowährungen. Genau hier setzt Libra an. Ein Libra wird wie ein Euro immer einen Libra wert sein und – zumindest fast exakt – die gleiche Kaufkraft haben wie am Vortag. Dafür werden Rücklagen hinterlegt, um den Wert der Coins zu stützen. Das können Sachwerte, Aktien, Immobilien oder eben Währungen wie Dollar, Euro oder Yen sein, also sogenannte Fiatwährungen. Libra ist übrigens noch lange nicht tot. Obwohl wichtige Partnerfirmen durch den Druck der Regulatoren bereits aufgegeben haben, lässt sich Facebook nicht so leicht stoppen. Meine Prognose ist, dass wir von Libra noch einiges hören werden. Was ist für Sie das Faszinosum an der Blockchain und den auf ihr basierenden Technologien? Die dezentrale Architektur. Mit Hilfe der Blockchain ist es möglich, den Mittelsmann zu entfernen und damit Prozesse effizienter, schlanker und gerechter zu gestalten. Monopolbildungen können erschwert werden und damit hat sie auch eine starke gesellschaftliche Relevanz. Die Blockchain ist als Technologie vergleichbar mit der Erfindung und Einführung des Internets. Was das Internet damals mit unserer Wirtschaft und Gesellschaft gemacht hat, wird in ähnlicher Intensität durch die Blockchain passieren. Vertragsabschlüsse ohne Mittelsmänner, Immobilientransaktionen ohne Makler, Eigentumserwerb ohne Notar,

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Überweisungen ohne Banken, all dies sind nur manche Möglichkeiten dieser Technologie. Die Blockchain steht vor allem für eine große Aufwandsersparnis, Effizienz und Kostenersparnis und eine Zensurresistenz.

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Heute wird viel über Nachhaltigkeit diskutiert, vor allem im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die Blockchain bzw. das Erzeugen neuer Tokens ist nach der gängigen Methode äußerst rechenintensiv und daher enorm energieaufwändig. Wie ökologisch ist die Blockchain, wie nachhaltig kann sie überhaupt sein? Mittlerweile gibt es eine Alternative zum rechenaufwändigen Proof-of-Work-Verfahren, das sich Proof-of-Stake nennt. Dieses kommt ganz ohne das Mining und den damit verbundenen Rechenaufwand aus. Ethereum wurde 2015 mit dem Hintergrundgedanken erschaffen, langfristig vom Proofof-Work-Verfahren auf Proof-of-Stake umzustellen. Gelingt es der Kryptowährung mit der zweitgrößten Marktkapitalisierung, diese Umstellung zu vollziehen, könnte dies einen Dominoeffekt auf die anderen Blockchain-Netzwerke bewirken, womit ein großer Schritt in Bezug auf die Nachhaltigkeit getan wäre. Bereits jetzt gibt es Netzwerke, die staken anstatt zu minen. Bitcoin wird meiner Einschätzung nach noch lange beim Proof-of-Work-Mechanismus, also beim Minen, bleiben. Ist es auf staatlicher Ebene überhaupt möglich, den Einsatz von Kryptowährungen zu regulieren? Da ein Blockchain-Netzwerk bzw. eine Kryptowährung kein Konzept ist, das sich an nationale Grenzen hält, sondern mit den einzelnen Währungen in Verbindung steht, würde eine Regulierung zumindest in Europa nur auf EU-Ebene Sinn machen.

Inwieweit sind in der Kryptosphäre staatliche Eingriffe überhaupt erwünscht? Da die Blockchain vor allem den Sinn hat, das zentrale Element, wie es in manchen Fällen der Staat ist, zu entfernen und ein Netzwerk ohne dieses aufzubauen, würden grobe staatliche Eingriffe gegen das eigentliche Konzept dieser Technologie sprechen. Es ist aber unumgänglich, dass staatliche Regularien im Sinne der Stabilität und des Schutzes des Endverbrauchers die Macht der Blockchain eingrenzen. Unsere Aufgabe im FinTech-Rat der Regierung ist es, dass diese Regularien auch sinnvoll angesetzt werden und das eigentliche Konzept nicht

„WA S D A S I N T E R N E T D A M A L S M I T U N S E R E R WIRTSCHAF T UND GESELL SCHAF T GEMACHT H AT, W I R D I N Ä H N L I C H E R I N T E N S I TÄT D U R C H D I E B L O C KC H A I N PA S S I E R E N .“ gefährden. Es muss immer abgewogen werden zwischen Kleinanlegerschutz und Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

Sind Kryptowährungen mit dem Währungsmonopol, das in der EU die EZB hält, auf politischer Ebene überhaupt vereinbar? Die Meinungen in der EZB selbst sind zu diesem Thema gespalten und ändern sich in letzter Zeit auch häufig. Estland als eines der Vorreiterländer in Sachen Krypto hat schon versucht, den sogenannten EstCoin einzuführen, was damals von EZB-Chef Mario Draghi abgelehnt wurde, da laut seiner Aussage keine einzelnen staatlichen Kryptowährungen in der Eurozone erlaubt seien. Seitdem gibt es immer wieder Annäherungen der EZB an die Kryptowelt, deshalb können wir gespannt sein, was sich hier noch entwickelt. Kryptowährungen sollten aber nicht als Substitut zu staatlichen Währungen gesehen werden, sondern als Ergänzung. Man kann einen Bitcoin in Sekundenschnelle nahezu kostenlos um die Welt schicken. Das kann man mit dem Euro nicht. Eine alternative Betrachtung ist jene des Vermögenswertes, also eine eigene Anlageklasse. So wie Immobilien, Fonds, Aktien, Gold etc. Anlageklassen sind, könnte man auch

Kryptowährungen wie Bitcoin als eine solche betrachten. Hier würde natürlich niemand auf die Idee kommen, zu sagen, dass nur weil eine Aktie nicht von der Zentralbank oder der EU ausgegeben wurde, diese nicht rechtens sei.

Kryptowährungen haben allgemein derzeit keinen besonders guten Ruf. Womit hängt das zusammen? Kryptowährungen sind sehr volatil, der Bitcoin schwankt an einem Tag oft um zehn Prozent oder mehr. Dabei ist der Bitcoin unter den tausenden Kryptowährungen noch ein relativ stabiles Asset. Andere, vor allem kleinere, Kryptowährungen schwanken oft um 50 Prozent oder mehr pro Tag. Anleger sind das nicht gewohnt und sind dann oft enttäuscht, wenn sie in die falschen Coins investieren und zu schnell wieder verkaufen. Wie bei jedem Investment gilt auch hier Warren Buffets goldene Regel: Man soll nur in Sachen investieren, die man versteht. Was kann getan werden, um die Reputation von Kryptowährungen zu verbessern? Man muss Aufklärung betreiben. Missverständnisse, Zweifel und ein schlechter Ruf entwickeln sich meistens


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„ M I T H I L F E D E R B L O C KC H A I N I S T E S M Ö G L I C H , D E N M I T T E L S M A N N ZU ENTFERNEN UND DAMIT PROZESSE EFFIZIENTER, SCHL ANKER U N D G E R E C H T E R Z U G E S TA LT E N . M O N O P O L B I L D U N G E N KÖ N N E N E R S C H W E R T W E R D E N U N D D A M I T H AT S I E A U C H E I N E S TA R K E G E S E L L S C H A F T L I C H E R E L E VA N Z .“ durch Halbwissen, was natürlich einem öffentlichen Diskurs nicht gerade zugutekommt. Hier müssen vor allem die Universitäten, aber auch Schulen ansetzen, damit sich auch junge Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen.

Wie sehen Sie die zukünftigen Funktionen und Aufgaben von Kryptowährungen? Was werden sie leisten können, was sollen sie aus Ihrer Sicht leisten? Vor allem hinter dem Konzept von Libra und anderen Stable Coins steht ein globales Zahlungssystem, das allen Menschen zur Verfügung stehen soll. Die Vision ist, dass man in Sekundenschnelle Geld um die Welt schicken kann, und zwar ohne Wartezeit und ohne Transaktionsgebühren. Es gibt keine Feiertage und keine Wochenenden. Kryptowährungen schlafen nie. Zusätzlich gibt es den Use Case des „digitalen Goldes“. Es gibt Experten, die behaupten, dass Bitcoin eine ähnliche Wertaufbewahrungsfunktion wie Gold hat. Kryptowährungen können durchaus auch

einen sozialen Aspekt haben, da vor allem in Dritte-Welt-Ländern der Bedarf einer stabilen Währung groß ist. So wird in manch südamerikanischen und afrikanischen Ländern oft auf den Bitcoin zurückgegriffen anstatt auf die Landeswährung. Smart Contracts eröffnen uns auch die Möglichkeit, einiges an Zeit zu sparen und in einer Vielzahl von Fällen effizienter zu werden.

Mit welchen Missverständnissen und Irrtümern haben Sie es in Ihrem Berufsfeld am häufigsten zu tun? Die Kryptowelt verdankt ihre größte Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit dem Bitcoin, der als reine Kryptowährung auf der Blockchain-Technologie basiert. Hier endet aber häufig das Wissen der Allgemeinheit. Die Möglichkeiten, welche sich durch die Technologie Blockchain ergeben, bleiben meistens leider außen vor. Somit wissen viele gar nicht, dass Blockchain für ganze Industrien eine Revolution bedeuten könnte. Ganze Industriezweige von Supply-Chain bis Robotics werden von der

Blockchain-Technologie verändert werden. Auch der Bereich der Smart Contracts, also der automatisierten Verträge, bringt einiges an Veränderungspotential für Versicherungen, Notare, Rechtsanwälte und für die Immobilienbranche, um nur einige zu nennen. Genau diese Smart Contracts machen sich Netzwerke wie Ethereum zu Nutze. Welchen gesellschaftlichen Mehrwert kann es bringen, wenn die Menschen Blockchain und Krypto besser verstehen? Technologie schafft einen Mehrwert und eröffnet Chancen. Ohne Technologie hätten wir heute nicht den Lebensstandard in Europa, den wir genießen. Wenn wir die Finanzwirtschaft auf ein dezentrales Netzwerk wie die Blockchain anpassen wollen, wird uns kaum ein Weg an der Aufklärung der Gesellschaft bezüglich dieser Technologie vorbeiführen. Wie jedoch mit jeder neuen Technologie: Wo Licht, da auch Schatten. Deshalb ist es wichtig, sich gut zu informieren und mit Experten zu sprechen.

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„ES GIBT K AUM EIN WISSENSCHAF TLICHES G E B I E T M I T S O V I E L FA K E N E W S U N D D A R A U S R E S U LT I E R E N D E N M I S S V E R S TÄ N D N I S S E N W I E B L O C KC H A I N .“ R U D O L F B AY E R


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VON BÄUMEN UND KETTEN Anfang der 1970er-Jahre hat Rudolf Bayer den B-Tree erfunden, jetzt arbeitet er mit der C-Chain an einer Weiterentwicklung der Blockchain, die Bayer sowohl ökonomisch als auch ökologisch für problematisch hält. Warum die C- die bessere Blockchain ist, erläutert der Informatiker im Interview. Dabei räumt er auch gleich einige Missverständnisse rund um die Technologie aus dem Weg. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL

Sie haben mit dem B-Baum 1969 eine Datenstruktur entwickelt, die große Nachwirkungen in der IT hatte. Wie beurteilen Sie die Blockchain, was das zugrundeliegende informationstechnologische Handwerk betrifft? Oder anders gefragt: Wie gut ist das Ding aus Expertensicht? RUDOLF BAYER: Hier muss man sauber unterscheiden zwischen dem zu lösenden Problem und der verwendeten Technologie. Das Problem sieht so aus: Es geht um die Buchung von Geschäftstransaktionen zwischen mehreren Parteien, Bezahlvorgänge sind nur eine sehr enge Nische. Diese Buchungen müssen genau die Eigenschaften haben, die von der klassischen Buchhaltung seit circa 5.000 Jahren bekannt sind. Die Buchungen müssen erstens korrekt, zweitens unverfälschbar, drittens vollständig und viertens leicht überprüfbar sein. Diese Eigenschaften hatten schon die Buchungen der Assyrer auf Tontäfelchen, daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich fasse sie unter dem Akronym CICC zusammen: Correct, Immutable, Complete, Checkable. Dieses Anwendungsproblem ist heute enorm wichtig, wenn es um die automatische Abwicklung vieler digitaler Verträge – sogenannter Smart Contracts – zum Beispiel zwischen oder mit Maschinen geht. Aus technologischer Sicht gibt es viele unterschiedliche Lösungen. Alle davon beruhen auf einem verteilten Buchungsverfahren, um eine Blockchain mit den CICC-Eigenschaften zu erzeugen. Diese Buchungsverfahren sind – technisch bedingt – sehr aufwendig und für wirklich interessante Anwendungen viel zu langsam. ECO.NOVA:

Wofür steht das B im B-Tree? Diese Frage wurde mir schon sehr oft gestellt und meine

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„BUCHUNGEN MÜSSEN E R S T E N S KO R R E K T, Z W E I T E N S U N V E R FÄ L S C H B A R , D R I T T E N S V O L L S TÄ N D I G U N D V I E R T E N S LEICHT ÜBERPRÜFBAR SEIN. DIESE E I G E N S C H A F T E N H AT T E N S C H O N DIE BUCHUNGEN DER ASSYRER AUF T O N TÄ F E L C H E N , D A R A N H AT S I C H B I S H E U T E N I C H T S G E Ä N D E R T.“ P R O F. R U D O L F B AY E R , T E C H N I S C H E U N I V E R S I TÄT M Ü N C H E N , R D L F. B AY E R @ I N .T U M . D E

Antwort lautet immer: Denken Sie darüber nach, was das B bedeuten KÖNNTE, dann lernen Sie sehr viel über B-Bäume.

Gibt es rund um die Blockchain Missverständnisse in der öffentlichen Wahrnehmung, mit denen Sie gerne aufräumen würden? Ja, denn es gibt kaum ein wissenschaftliches Gebiet mit so viel Fake News und daraus resultierenden Missverständnissen wie Blockchain. Es beginnt damit, dass der Begriff „Distributed“ in der Distri-

buted-Ledger-Technologie (DLT / eine Technik, die für die Dokumentation bestimmter Transaktionen benutzt wird) zwei völlig verschiedene Bedeutungen hat, die selbst Experten oft verwechseln oder nicht klar unterscheiden: Da ist zum einen die verteilte Buchung durch den dynamischen Konsens von vielen sogenannten Miners, welche die Blöcke einer Blockchain im Wettbewerb berechnen. Das ist eine völlig nebensächliche, rein technische Eigenschaft. Zum anderen betrifft das die Verteilung der entstandenen


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kunde. Die benötigte Infrastruktur ist sehr einfach, denn das vollständige C-Chain-System läuft beispielsweise auf einem Mikrocontroller wie dem Raspberry Pi. Das final commit einer Buchung erfolgt in weniger als 20 Millisekunden. C-Chain erzeugt anstelle einer einzigen viele Ketten in Abhängigkeit von der Anwendung. So macht es etwa keinen Sinn, die Wartungsvorgänge für die rund 50 Millionen Pkw in Deutschland alle in einer einzigen Kette zu buchen. C-Chain macht stattdessen 50 Millionen verschiedene Ketten; pro Fahrzeug genau eine.

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„DER ENERGIE VERBR AUCH VON B I T C O I N L I E G T I M G I G AWAT T B E R E I C H . DAS IST SO VIEL ENERGIE, WIE KLEINERE L ÄNDER BENÖTIGEN. D A S I S T A U S KO S T E N G R Ü N D E N U N D Ö KO L O G I S C H E I N FA C H I N A K Z E P TA B E L , SELBST FÜR DIE WENIGEN D E R Z E I T I G E N A N W E N D U N G E N .“ R U D O L F B AY E R

Datenstruktur durch identische Kopien über mehrere Rechner oder in der Cloud. Diese Eigenschaft ist essentiell, auch um Manipulationen zu verhindern. Weitere Missverständnisse sind, dass der Buchungsprozess nur verteilt erfolgen kann, alles in einer einzigen Blockchain gebucht werden muss und man Miner braucht, um einen dynamischen Konsens zwischen ihnen über die Richtigkeit einer Blockchain zu erreichen. Die Lösung C-Chain, die an der Technischen Universität München entwickelt wurde, stellt diese Ansätze in Frage und löst das Problem anders, erzeugt aber trotzdem Blockchains mit den CICC-Eigenschaften. Was vermag diese Technologie abseits von Kryptowährungen zu leisten? Extrem viel, denn Kryptowährungen sind nur eine extrem enge Nischenanwendung, die außerdem als Währung zum Bezahlen viel zu aufwendig ist. Deshalb verfolgen Ansätze wie Libra (Facebook) und e-Yuan (China) einen anderen, zentralistischen Weg, um digitales Geld verfügbar zu machen. Technisch verwenden sie vermutlich ähnliche Ansätze wie C-Chain. Europa hat hier den Anschluss

leider schon wieder verloren. C-Chain ist hauptsächlich auf die Abwicklung von digitalen Geschäftsprozessen fokussiert und erschließt völlig neue Anwendungen, insbesondere solche, die einfache Infrastrukturen und hohe Transaktionsraten erfordern.

Was hat Sie dazu bewogen, die Blockchain zu modifizieren und daraus die C-Chain zu entwickeln? Die erwähnten Lösungen haben alle mehrere gravierende Nachteile: Der Buchungsprozess ist viel zu langsam. Dadurch sind die Transaktionsraten viel zu niedrig, circa 20 pro Sekunde, bei Bitcoin sogar nur zwei pro Sekunde. Es wird eine sehr aufwendige Infrastruktur benötigt, beispielsweise viele im Netz verteilte Minerknoten. Die meisten Verfahren bieten außerdem kein final commit, also keine Garantie, dass eine Transaktion innerhalb einer garantierten Zeit oder überhaupt gebucht wird. Was leistet die C-Chain gegenüber der herkömmlichen Blockchain? Die Buchung einer Transaktion erfolgt in weniger als 20 Millisekunden. Sie ermöglicht sehr hohe Transaktionsraten von über 1.000 pro Se-

Welche Rolle hat das Thema Ökologie in Ihren Überlegungen gespielt? Eine sehr große, denn der Energieverbrauch von Bitcoin liegt im Gigawattbereich. Das ist so viel Energie, wie kleinere Länder benötigen. Das ist aus Kostengründen und ökologisch inakzeptabel, selbst für die wenigen derzeitigen Anwendungen. Im Vergleich dazu: C-Chain auf einem Raspberry Pi benötigt acht Watt, auf einem kleinen Server circa 100 Watt.

Wo kann die C-Chain zur praktischen Anwendung gelangen? Wir testen derzeit mehrere Anwendungen, die technisch gesehen Produktreife haben und kurz vor der Markteinführung stehen, insbesondere eine Bürgerakte für die Kommunikation zwischen Bürgern und ihren Kommunen oder eine Patientenakte für die Kommunikation im Gesundheitsbereich (Digital Health) zwischen Patienten und Ärzten oder Kliniken. Außerdem testen wir eine sichere Dokumentation von Beratungsleistungen in der Landwirtschaft. In einem späten Entwicklungsstadium befinden sich derzeit der Einsatz für die Kommunikation und die Abwicklung von Verträgen (Smart Contracts) zwischen Maschinen, Internet-of-Things (IoT)-Devices, Robotern etc. sowie die vollständige Erfassung von Betriebs-, Bedienungs- und Wartungsdaten bei heavy machinery, etwa Turbinen in sogenannten critical infrastructures (CRITIS) wie Kraftwerken oder Schiffsmotoren (Havarie der Viking Sky).

Ist die C-Chain ebenso vor Manipulation durch einzelne Anwender gefeit wie die Blockchain? Ja, eine C-Chain-Kette hat genau dieselben Eigenschaften wie andere Blockchains auch, sie wird nur anders erzeugt. Außerdem ist die Datenstruktur beliebig oft verteilt, lokal beim einzelnen Nutzer, in der Cloud oder weltweit im Netz. Auch dadurch ist sie nachträglich selbst mit beliebig hohem Rechenaufwand nicht mehr manipulierbar. 


EIN BLICK AUF DIE MODERNE INFORMATIONSTECHNOLOGIE IM KRANKENHAUS ZAMS Die EDV/IT-Abteilung am Krankenhaus St. Vinzenz in Zams ist für den reibungslosen Betrieb und die Weiterentwicklung der IT-Systeme im Haus verantwortlich. Sieben Fachleute sind für diesen Bereich zuständig und unterstützen die Arbeitsabläufe in der Medizin, Pflege und in der Verwaltung durch den Einsatz moderner, integrierter Informations- und Kommunikationssysteme.

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er Leistungsumfang der IT-Abteilung ist beachtlich – dieser umfasst ca. 90 unterschiedliche Software-Systeme aus allen medizinischen und administrativen Bereichen. Von der elektronischen Patientenakte über verschiedene Abteilungssysteme bis hin zu Abrechnungssystemen und Spezialsystemen für Haustechnik. Aber auch mehr als 550 Arbeitsplätze

mit 150 PCs, ca. 200 Drucker, über 100 Smartphones und Tablets und die Anbindung zahlreicher medizinischer Geräte gehören dazu.

SPANNENDE AUFGABEN

Die besonderen Herausforderungen bestehen in der Komplexität der Systeme und im täglichen Entwicklungspotenzial, die für Bereicherung und Abwechslung sorgen. Die ständige Überprüfung von aktuellen gesetzlichen Regelungen, umfangreiche Erweiterungsprojekte durch Um- und Ausbau des Krankenhauses sowie die Prozessoptimierung und Anpassung an modernste Technologien und Trends gehören zum täglichen Ablauf.

LEISTUNGSSTARKER EINSATZ

FOTO: © KRANKENHAUS ST. VINZENZ ZAMS/MATHIAS BRABETZ

Die Voraussetzung für die Tätigkeit im Krankenhaus-IT-Bereich ist eine fundierte technische Ausbildung. Domänenwissen im Bereich Gesundheitswesen ist hilfreich, kann jedoch auch im Job erworben werden. Flexibilität, Vielseitigkeit, Sorgfalt und Entscheidungsfähigkeit sind als Basis erforderlich. Die Bereitschaft, sich ständig neues Wissen

aus unterschiedlichen Fachbereichen anzueignen, muss gegeben sein.

JAHRELANGES KNOW - HOW

Seit 27 Jahren gibt es die IT-Abteilung am Krankenhaus St. Vinzenz in Zams. 2011 wurde ein komplett neues System im Bereich Patientenakte, Verwaltungs-Software, Radiologie, Labor und praktisch allen Bereichen des Krankenhauses eingeführt. Es wird ständig modernisiert und auf dem neuesten Stand gehalten.

STÄNDIGE ABWECHSLUNG

Der Berufsalltag gestaltet sich spannend – täglich sind komplexe technische Lösungen zu finden, unterschiedliche Technologien fordern Wissen und Einsatz. Die Aufgabengebiete gestalten sich vielfältig und reichen von Support-Tätigkeiten bis zum Projektmanagement. Die IT-Mitarbeiter bekommen Einblick in alle Unternehmensbereiche und medizinische Fachgebiete. Dies bedingt auch die Zusammenarbeit und den Austausch mit unterschiedlichen Berufsgruppen und Experten und bringt ständig neue technische und organisatorische Herausforderungen mit sich. PR

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Karriere im Krankenhaus. Auch ohne Stethoskop. Vom Facharzt über die Ergotherapie und die Logistik bis hin zum Betriebskindergarten: das Krankenhaus St. Vinzenz Zams bietet viele Möglichkeiten zur beruflichen Verwirklichung. Informationen zu den aktuellen Stellenausschreibungen unter: www.khzams.at

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MIT DER WEISSEN GEFAHR LEBEN Im Alpenraum ist im Winter keine Naturgefahr ähnlich präsent wie die Lawine. Diese Gefahr lässt sich trotz technischen Fortschritts nicht hundertprozentig genau vorhersagen. Um sie besser zu managen, gibt es neben dem Lawinenwarndienst mittlerweile einige vielversprechende technologische Ansätze made in Tirol. INTERVIEW: MARIAN KRÖLL


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U

nter dem Begriff Lawine sind „Schneemassen zu verstehen, die bei raschem Absturz auf steilen Hängen, in Gräben und Ähnlichem infolge der kinetischen Energie oder der von ihnen verursachten Luftdruckwelle oder durch ihre Ablagerung Gefahren oder Schäden verursachen können“, definiert das Forstgesetz. Das ist die sachliche, nüchterne Seite der Lawine. Ihr sind seit den 1950er-Jahren in Österreich mehr als 2.000 Menschen zum Opfer gefallen. Dank baulicher Maßnahmen sind die Gefahren im Dauersiedlungsraum trotz der österreichweit rund 6.000 Lawinenstriche heute gesunken, wenn auch katastrophale Ereignisse wie jenes von Galtür 1999 nie gänzlich auszuschließen sein werden. Heute fordern Lawinen ihre Opfer vor allem unter den durch Freeride- und Skitourenboom immer zahlreicher werdenden Wintersportlern. Ganz verhindern wird man das nie können, aber es gibt einige Ansätze, Lawinen besser zu verstehen und die Risiken zu entschärfen. Daran hat nicht zuletzt der Lawinenwarndienst Tirol wesentlichen Anteil. Rudi Mair ist das Gesicht, das in der Öffentlichkeit mit dem Thema Lawinen assoziiert wird. Seit mehr als 30 Jahren versieht der studierte Meteorologe und Glaziologe aus dem Stubaital Dienst beim Lawinenwarndienst Tirol, seit fast 20 Jahren leitet er die Einrichtung. Im Winter ist er naturgemäß meist im Freien anzutreffen.

ECO.NOVA: Ist das Phänomen Lawine aus wissenschaftlicher Sicht überhaupt schon ausreichend verstanden? RUDI MAIR: Sowohl in der Atmosphäre als auch in der Schneedecke haben wir es mit nichtlinearen, partiellen Differentialgleichungen 2. Ordnung zu tun, für die es keine analytisch exakte Lösung gibt. Mit der uns zur Verfügung stehenden Mathematik und Physik lässt sich das niemals zu hundert Prozent lösen. Behauptet jemand, über die ganze Wahrheit zu verfügen, gibt es für mich nur zwei Möglichkeiten: Er versteht nichts von der Sache oder er lügt. Die Herausforderung an unserer Arbeit ist es, sich kontinuierlich an die hundert Prozent anzunähern, auch wenn diese niemals zu erreichen sein werden.

Für Simulationszwecke steht uns heutzutage immer mehr Rechenleistung zur Verfügung. Hat sich das auf die Lawinenprognostik ausgewirkt? Im Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage in Reading sitzen hunderte

„DIE MEISTEN LEUTE WISSEN, DASS S C H N E E W E I S S U N D K A LT I S T U N D M A N D A R A U F S K I FA H R E N K A N N . S C H N E E I S T A B E R E I N E L E B E N D I G E M AT E R I E .“ RUDI MAIR

Mathematiker, Physiker und Meteorologen und arbeiten daran, das Wetter immer besser vorauszuberechnen. Viele der erzielten Fortschritte hängen tatsächlich damit zusammen, dass die Rechner immer besser und schneller werden. Im gleichen Atemzug ist der Fortschritt in der IT zu nennen. Es bringt nämlich nichts, wenn sich Wetter und Lawinensituation besser und genauer prognostizieren lassen, man die Information aber nicht zum Anwender bringt. Allein durch das Smartphone ist die Sicherheit extrem gestiegen: durch bessere Prognosen und nachfolgend bessere Kommunikation. Wie hat sich Ihre Arbeit durch die Verfügbarkeit wesentlich größerer Datenmengen verändert? Als ich 1990 beim Lawinenwarndienst begonnen habe, gab es in Tirol keine einzige automatische Wetterstation. Jetzt gibt es über 200 davon, von denen jede einzelne 15 Parameter misst.

Daraus ergeben sich allein schon mehr als 3.000 Werte alle zehn Minuten! Früher hatten wir zu wenig Daten, heute eigentlich fast schon zu viel. Die Kunst besteht darin, sich aus der Datenfülle die relevanten Dinge herauszusuchen. Dafür brauche ich aber immer noch einen menschlichen Prognostiker, das kann der Computer derzeit nicht. Um aus den Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen, sozusagen das Signal vom Rauschen zu unterscheiden, braucht es also Erfahrung? Erfahrung ist unbedingt notwendig. Dreht die Wetterlage von Nordnordwest mehr nach Nord, kommt das Wetter zum Beispiel über die Achenseefurche ins vordere Zillertal. Dadurch kann die Situation in Hochfügen eine völlig andere sein als in Hintertux. Aber das muss man wissen. Ich wäre überfordert, wenn ich in Norwegen einen Lawinenreport machen müsste, weil ich die dortigen geografischen Gegebenheiten nicht genau genug kenne. Genauso erginge

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„STUFE 3 WIRD AN EINEM D R I T T E L D E R TA G E A U S G E G E B E N . D A B E I PA S S I E R E N U N G E FÄ H R Z W E I D R I T T E L D E R U N FÄ L L E .“ RUDI MAIR

passieren ungefähr zwei Drittel der Unfälle. Diese Stufe (erheblich) wird am meisten unterschätzt. Stufe 4 (groß) hat schon einen wesentlich größeren Warncharakter und Stufe 5 hatten wir seit Galtür erst drei Mal. Wer sich bei Stufe 3 im alpinen Gelände bewegt, braucht jedenfalls lawinenkundliche Erfahrung. Man muss wissen, was ist ein Kammbereich, ein Schattenhang, felsdurchsetztes Steingelände, Triebschnee. All das und noch viel mehr sollte man dann wissen.

Wie ist es um die Aussagekraft von Schneeprofilen bestellt? Für einen Laien ist ein Schneeprofil völlig sinnlos. Das ist eine reine Punktmessung. Hundert Meter weiter oben kann das schon wieder ganz anders aussehen. Schnee lebt, die Schneedecke entwickelt sich den ganzen Winter hindurch. Die meisten Leute wissen, dass Schnee weiß und kalt ist und man darauf Skifahren kann. Schnee ist aber eine lebendige Materie. Wir machen im Winter Tausende Schneeprofile, da bekommt man die Entwicklung der Schneedecke mit. Aus einem einzelnen Schneeprofil abzuleiten, ob eine Skitour möglich ist oder nicht, ist Unsinn.

es einem norwegischen Kollegen, müsste er das in den Alpen machen.

Die europäische Gefahrenskala für Lawinen umfasst fünf Gefahrenstufen. Worin liegen die Tücken dieser notwendigerweise groben Systematisierung? Ich bin von den Kollegen, die 1993 diese Skala ins Leben gerufen haben, der letzte noch aktive. Die Situation war damals insofern katastrophal, als wir eine sechsteilige Skala hatten, die Schweizer eine siebenteilige, Franzosen und Italiener eine unterschiedliche achtteilige. Kein Mensch hat sich ausgekannt. Die fünfteilige Skala war ein pragmatischer Kompromiss. Eine Gefahrenstufe bildet immer die Lawinengefahr in einem größeren Gebiet ab. Man hat sich damals auf mindestens 100 Quadratkilometer, also zehn mal zehn Kilometer, geeinigt. Eine Lawinengefahrenstufe ist nie eine Einzelhangbeurteilung. Sie kann bei der Planung helfen, um einen Überblick

zu bekommen, wie es allgemein in einem gewissen Gebiet aussieht.

Wird das von Tourengehern bzw. Wanderern nicht manchmal falsch interpretiert, indem etwa Lawinenwarnstufe 2 (mäßig) als Freifahrtsschein gesehen wird? Das wird definitiv falsch interpretiert. Auch Stufe 1 oder 2 sind Gefahrenstufen und heißen Lawinengefahr. Nur Stufe 0 würde bedeuten, dass überhaupt keine Lawinengefahr besteht. Das haben wir in Tirol meist um den Hohen Frauentag, den 15. August, herum. Je höher die Gefahrenstufe, desto weniger „kritisch“ muss das Gelände sein, um eine Lawine auszulösen. Gerade bei Stufe 2 passieren immer wieder Unfälle, weil die Menschen die Situation falsch einschätzen – etwa zu viert gleichzeitig in 40 Grad steile Hänge einfahren – und dabei eine Lawine auslösen. Die kritischste Stufe für uns ist aber die dritte. Sie wird an einem Drittel der Tage ausgegeben. Dabei

Technisch und technologisch gab es in den vergangenen Jahren eine starke Weiterentwicklung, etwa mit der Einführung der Lawinen-Airbag-Rucksäcke. Verleiten diese dazu, sich in ein Gelände zu bewegen, in dem man normalerweise nichts verloren hat? Man sollte immer zumindest ein LVS-Gerät, eine Schaufel und eine Sonde dabeihaben. Das ist das Minimum. Ein Airbag ist sehr sinnvoll und kann Leben retten. Das sind aber nur zusätzliche Hilfen, mit denen der Ausgang eventuell besser sein kann. Deshalb sollte man aber niemals offensiver sein.

Haben Sie wahrgenommen, dass die Risikobereitschaft gestiegen ist? Ich habe schon Sprüche wie „Ohne Airbag würde ich da jetzt nicht hineinfahren“ und Ähnliches gehört. Das ist aber ein völliger Denkfehler. Wenn es nicht passt, dann kracht es eben. Mit oder ohne Airbag. Eine Lawine weiß nicht, dass man ein Experte oder bestens ausgerüstet ist.

Gibt es Expositionen, die statistisch gesehen gefährlicher sind als andere? Man kann das nur ganz grob sagen. Im Hochwinter sind es eher die Nordseiten, die tendenziell gefährlicher sind, im Frühjahr eher die Sonnseiten. Ganz generell kann man das aber nicht


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sagen. Ich empfehle jedenfalls immer einen Blick in den Lawinenreport. Dann müssen die Leute nicht mehr selber nachdenken, weil sie die Daten von uns bekommen. Ehrlich gesagt, wir wissen es besser. Und zwar deshalb, weil wir uns den ganzen Winter über tagtäglich intensivst damit beschäftigen. Ihr Handwerk ist abhängig von der Datenlage und der Erfahrung. Spielt das Bauchgefühl, die Intuition, eine Rolle? Darf das eine Rolle spielen? Ja. Ich overrule, wenn ich trotz aller Daten das Gefühl habe, dass es irgendwo besonders kritisch ist. Dazu hat man einen Prognostiker. Ich bin selten danebengelegen.

Es wird also nicht dazu kommen, dass der Computer Ihre Tätigkeit übernimmt? In naher Zukunft hundertprozentig nicht. Der Bioprozessor Mensch ist einfach nicht zu ersetzen, weil dem Computer eine synoptische Betrachtung nicht möglich ist. Bis ein Computermodell das auch nur annähernd leisten kann, wird es noch lange dauern.

In Tirol gibt es den wahrscheinlich modernsten Lawinenwarndienst weltweit. Wohin wird sich das in Zukunft entwickeln? Wir sind der erste grenzüberschreitende, mehrsprachige Lawinenwarndienst, der alle Erfordernisse der EAWS (European Avalanche Warning Services – Arbeitsgruppe der europäischen Lawinenwarndienste) erfüllt. Und in Zukunft wollen wir noch besser sein. Sich auf dem Bestehenden auszuruhen, ist nicht drin. Wir sind ständig auf internationalen Kongressen und beobachten die neuen Entwicklungen. Meine Kollegen und ich sind immer am Puls der Zeit, sowohl in der Messtechnik als auch in der Wissenschaft und Informationstechnologie. Du musst immer voran sein, sonst bist du sehr schnell hintennach. War die Lawinenkatastrophe von Galtür für Sie eine Art Zäsur? Galtür war das schlimmste, einschneidendste Erlebnis, das ich je hatte. Es hat damals vom 27. Jänner bis zum 24. Feber fast durchgehend geschneit. Mir war klar, irgendwann kracht es. Das Problem war, man weiß nicht genau wo

und kann nicht mehr eingreifen. Alle Straßen waren verschüttet, Hubschrauber konnte keiner mehr fliegen und die Situation hat drei Bezirke betroffen. 150.000 Leute waren gefährdet und man kann nur warnen, dass es noch gefährlicher wird. Man kann nur noch alle Einsatzkräfte informieren und sich möglichst gut vorbereiten. Aber die Hilflosigkeit gegenüber solchen extremen Naturereignissen ist schon belastend und ernüchternd.

Gab es danach noch Situationen, die Sie bezüglich der Voraussetzungen an Galtür erinnert haben? In der Größenordnung nicht, aber letztes Jahr im Jänner war es auch schon recht kritisch. Die Vorbereitungen sind seit damals wesentlich besser, auch die Prognosen. Wir können früher informieren. Aber wenn jemand behaupten würde, man könne so etwas verhindern, dann behaupte ich noch einmal, dass er lügt oder nichts versteht. Lawinen sind eine Naturgefahr, die nun einmal zu Tirol gehört. Man kann gut vorbereitet sein, aber das Ereignis an sich lässt sich nicht verhindern. 

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Dynamisch, innovativ & kunterbunt SOS-Kinderdorf unterstützt als privater, weltweit tätiger, konfessionell und politisch unabhängiger gemeinnütziger Verein nicht nur 5000 Kinder und Jugendliche sowie deren Familien, sondern stellt mit seinen 1800 MitarbeiterInnen auch eine der größten NGOs in Österreich dar. Unmöglich also, unsere Software-EntwicklerInnen, IT-AdministratorenInnen und Helpdesk-MitarbeiterInnen wegzudenken. Neben der Sicherstellung von ca. 800 PCs und Laptops sowie 700 Mobiltelefonen prägen abwechslungsreiche Projekte in vielfältigen Themenbereichen den Arbeitsalltag unserer sieben IT-MitarbeiterInnen mit Sitz in Innsbruck und Wien. Je nach Interessensschwerpunkt kümmern sie sich um die Entwicklung neuer Konzepte, Cloud-, Netzwerk-, Server-und Softwarelösungen, stellen erstklassigen Support sicher und arbeiten an der Weiterentwicklung unserer Hard-und Software sowie neuer Technologien. Sie reisen durch Österreich, um unsere 14 Standorte zu besuchen und halten Workshops ab oder machen sich ein Bild davon, wie die Arbeit unserer KollegInnen in den Regionen durch IT-Lösungen vereinfacht und optimiert werden kann. Neue MitarbeiterInnen dürfen sich schnell selbständig an eigene Projekte wagen und verschiedene Themenbereiche vorantreiben – wobei stets auch viel Wert auf den Austausch und die Zusammenarbeit im Team gelegt wird.

Würdest du dich gerne beruflich gemeinsam mit einem hochmotivierten Team in einer der größten NGOs Österreichs entfalten? Wir haben spannende Positionen vom 1st- bis 2nd Level Support zu vergeben. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Bewerbung findest du unter: www.sos-kinderdorf.at/jobs BENEFITS Aus- und Weiterbildung + Flexible Arbeitszeit + Mitarbeiter-Events + Betriebliche Altersvorsorge + Auszeit


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VOM BAUCHGEFÜHL ZUM ALPINEN NATURGEFAHRENMANAGEMENT LO.LA Peak Solutions bietet Softwarelösungen, mit der sich die lokale Lawinengefahrensituation einfach erfassen und dokumentieren lässt.

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awinen lassen sich, wie wir gelernt haben, weder hundertprozentig vorhersagen noch ausschließen. Die Informationstechnologie hat aber viel dazu beigetragen, nun einmal bestehende Risiken zu minimieren. Wesentlichen Anteil daran hat unter anderem das Trinser Unternehmen LO.LA Peak Solutions. LO.LA steht für „lokale Lage“. Bislang war es so, dass die Sicherheit nicht nur im alpinen Gelände abseits gesicherter Pisten, sondern auch in den Skigebieten selbst von der Erfahrung und dem Bauchgefühl der Skigebietsbetreiber bzw. deren Mitarbeiter abhing. Die Einschätzungen des zuständigen Personals wurden lange Zeit aber weder genau dokumentiert noch kommuniziert. Deshalb hat das Team von LO.LA rund um Geschäftsführer Stefan Ortner ein Tool entwickelt, mit dem das Fachwissen und die Beobachtungen der Mitarbeiter dokumentiert und transparent verfügbar gemacht werden können. Und zwar nicht als Ersatz, sondern Zusatz zum Lawinenlagebericht und der Wetterprogno-

L O . L A H AT E I N T O O L E N T W I C K E LT, M I T D E M D A S FA C H W I S S E N U N D D I E B E O B A C H T U N G E N D E R M I TA R B E I T E R D O K U M E N T I E R T U N D T R A N S PA R E N T V E R F Ü G B A R G E M A C H T W E R D E N KÖ N N E N . se. Dadurch lässt sich leichter ein konkretes Bild der Sicherheitslage in einem gewissen Gebiet zeichnen. Das erleichtert die ohnehin schwierige Entscheidungsfindung, ob und wann Pistenabschnitte gesperrt werden sollen, und erhöht dadurch die Sicherheit. Das LO.LA-Tool ist unkompliziert und intuitiv in der Bedienung. Mittels Checklisten wird die Situation abgefragt, am Ende gibt es eine Handlungsempfehlung. Im Schnitt hat die Erstellung eines lokalen Lawinenlageberichtes mit den Apps von LO.LA nur sieben Minuten gedauert. Zu den Kunden gehören neben Seilbahnunternehmen auch die ÖBB, die auf eine modifizierte Version des Tools setzen. Zukünftig will man den Funktions-

umfang und die Usability weiter erhöhen. Denn bei LO.LA, das schon einige renommierte Awards wie den Innovationspreis des Landes Tirol, den Constantinus Award und den eAward abgeräumt hat, sieht man nicht nur im Winter Potenzial, sondern das ganze Jahr über. „Bei allem, was wir tun, steht das vorhandene, lokale Wissen der beteiligten Personen im Mittelpunkt. LO.LA ist kein Softwareunternehmen, sondern ein hochspezialisierter Berater in Sachen alpines Naturgefahren- und Risikomanagement“, sagt Ortner. Gerade in den letzten Jahren ist eines nicht nur in Tirol evident geworden: Naturgefahren wie Hochwasser, Überflutungen und Muren machen keine Pausen. www.lo-la.info 


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LAWINE TIROL APP Für Wintersportler wie Tourengeher, Freerider und alle, die sich im Winter abseits gesicherter Pisten in den Tiroler Bergen bewegen, sollte die Lawine Tirol App zur Standardausrüstung gehören. Sie ist die offizielle App des Lawinenwarndienstes Tirol und der Tiroler Tageszeitung und kostenlos verfügbar.

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ägliche Lawinenlageberichte, aktuelle Stationsdaten, praktische Tools wie Kompass, Höhen- und Hangneigungsmesser sind nur einige der wertvollen Informationen der Lawine Tirol App. Ganz egal, ob von zu Hause aus oder unterwegs, erhält man mit der umfangreichen App alle relevanten Infos zur aktuellen Wetterlage und zum Thema Lawinensicherheit, „denn eine Tourenplanung sollte immer mit dem Sammeln aller sichtigen Informationen beginnen“, rät Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol. Neben den praktischen aktuellen Informationen liefert die App auch jede Menge Hintergrundwissen zu Lawinenkunde und zahlreiche Tourentipps. Lawinen-Eilmeldungen werden als Push-Nachricht auf das Endgerät gesendet. Zusätzlich zu den praktischen Tools oder der Checkliste für die Skitourenpla-

nung stehen unter anderem auch die Daten der über 200 Tiroler Wetterstationen zur Verfügung. Diese werden stündlich aktualisiert, zusammen mit dem tagesaktuellen Lawinenreport. „Im gesamten Alpenraum gibt es keine vergleichbare App“, sagt Harald Riedl, Leiter der Lawinenkommissionen. Zusatzangebote wie das Lawinen-Wiki oder das Lawinen-Quiz runden das umfangreiche Angebot ab. Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten ist die App offline und auf den wichtigsten mobilen Endgeräten verfügbar, die Einbindung in die Community der Winterfreizeitsportler ist ebenfalls neuwertig.

MEHRSPRACHIG UND LÄNDERÜBERGREIFEND

Als herausragende Leistung der Lawine Tirol App kann man die grenzüberschreitende Lawineninformation und -präventi-

on sehen. Einheimischen wie Gästen bietet die meistgenutzte regionale App im Winter eine grenzüberschreitende und mehrsprachige Lawineninformation. Sie ist die einzige App im Alpenraum, welche die gesamte Euregio-Region – Tirol, Südtirol und Trentino – abdeckt. „Die Lawine Tirol App hat für mich Leuchtturmcharakter in dem Sinne, wie sie als EUREGIO-Projekt realisiert und umgesetzt wurde“, streut M-Pulso-Geschäftsführer und Entwickler der App Patrick Pixner den zuständigen Stellen Rosen. „Sowohl im Zeitplan als auch vom Budget wurde dieses Projekt zügig umgesetzt und gilt als eine der meistgenutzten Apps im Winter.“ Als Entwickler bekam das IT-Unternehmen M-Pulso für die Lawine Tirol App schon einige Preise – unter anderem den Tirolissimo 2019. Weitere Infos und Download unter www.lawine-app.com 

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Die Serverräume der IKB sind Schaltzellen der Hochtechnologie.

LOKALE DATENSICHERHEIT In puncto Datensicherheit bietet die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) mit zwei Rechenzentren im Großraum Innsbruck gepaart mit neuester Glasfasertechnik ein erstklassiges Leistungspaket. Die Daten heimischer Unternehmen können so im Land verbleiben und kursieren nicht auf irgendwelchen Clouds in der Welt herum. T E X T : D O R I S H E LW E G

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er verantwortungsvolle Umgang mit Daten wird immer mehr zum Thema. Datenschutzverordnungen sind dabei nur eine Maßnahme, um die Datenflut und was damit passiert, in den Griff zu bekommen. Datenspeicherung und Datensicherheit sind demnach für Unternehmen nicht nur von großer Bedeutung, sondern eine Notwendigkeit, ein Muss. Deshalb ist es auch wichtig, die eigenen Daten in sicheren Händen zu wissen.

Die Speicherung und Sicherung von Unternehmensdaten extern auszulagern, macht durchaus Sinn und liegt auch im Trend. Kaum jemand weiß jedoch, wo die Daten internationaler Cloud-Anbieter wirklich abgespeichert werden. Nicht so bei der IKB.

DATEN IN LOKALER HAND

Die IKB betreibt in Innsbruck derzeit zwei voneinander unabhängige Rechen-

zentren, ein drittes ist in der Konzeptionsphase. Die Rechenzentren unterliegen sehr hohen Qualitätsstandards, die mit der ISO 27001-Zertifizierung belegt werden. Aus Sicherheitsgründen werden die Orte streng geheim gehalten, die Gebäude sowie das Facility-Management befinden sich im Eigentum der IKB. Somit sind die Daten sicher geschützt gegen Diebstahl, Brand, Einbruch oder Hardwaredefekte. Regel-


INNSBRUCKER KOMMUNALBETRIEBE AG

Seit Juli 2018 ist das Geschäftsfeld Telekommunikation ein eigener Geschäftsbereich der IKB. Mehr als 30 Mitarbeiter stellen sich täglich den Herausforderungen der schnelllebigen digitalen Welt.

mäßige Kontrollgänge, streng überwachte Zutrittssysteme und laufende Audits sorgen zusätzlich für Sicherheit. Die Backup-Daten der Unternehmen werden auf den Servern der IKB in Innsbruck gespeichert, bleiben sowohl beim Speichern als auch beim Abrufen immer im lokalen Glasfasernetz der IKB und können im Ernstfall jederzeit wiederhergestellt werden. „Wir können garantieren, dass die Daten hier bei uns in Tirol liegen, und können zudem höchste Datenschutzsicherheitsstandards gewährleisten“ bestätigt Ing. Mag. Thomas Stotter, IKB-Geschäftsbereichsleiter Telekommunikation. „Unseren Kundinnen und Kunden ist es wichtig, zu wissen, wo ihre/seine Daten liegen, an wen sie sich im Störungsfall wenden können und wo sie die Daten bei Bedarf wieder abholen können.“ Zahlreiche Großkunden aus den Bereichen Industrie und Gewerbe vertrauen auf das kompetente wie verlässliche Angebot der IKB-Rechenzentren, das sich durch weitere IKB-Leistungsspektren ideal ergänzen lässt.

DATENTRANSFER PER GLASFASER

In Kombination mit dem bereits weit verbreiteten Glasfasernetz der IKB kann eine verlässliche Datensicherheit wie -verfügbarkeit gewährleistet werden. Das Glasfasernetz wird direkt in das Unternehmen, das Büro oder die Wohnung gelegt – ein Qualitätsmerkmal, das nicht bei jedem Anbieter zu finden ist. Auf Wunsch stellt FOTOS: © ANDREAS FRIEDLE

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„W I R KÖ N N E N G A R A N T I E R E N , D A S S D I E D AT E N U N S E R E R K U N D E N B E I U N S I N T I R O L L I E G E N , U N D KÖ N N E N Z U D E M H Ö C H S T E D AT E N S C H U T Z S I C H E R H E I T S S TA N D A R D S G E WÄ H R L E I S T E N .“ ING. MAG. THOMAS STOTTER, IKB-GESCHÄFTSBEREICHSLEITER T EL EKOMMUNIK AT ION

die IKB auch eine direkte Verbindung vom Kunden zum Rechenzentrum her, also eine direkte Glasfaserleitung vom Unternehmen in das Rechenzentrum. „Damit kommen die Daten nicht einmal in Berührung mit dem Internet, was einen weiteren Sicherheitsaspekt darstellt“, so Stotter.

VERTRAUEN IN KOMMUNALEN ANBIETER

Nicht nur Tiroler Unternehmen schätzen das qualitativ hochwertige Dienstleistungsangebot der IKB. „Die eigenen Daten bei einem lokalen Partner in Sicherheit zu wissen, ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer ein schlagendes Argument“, weiß Stotter aus Erfahrung. Und so zählen nicht nur heimische Unternehmen zu den zahlreichen Kundinnen und Kunden

der IKB-Rechenzentren, es wissen auch überregionale Betriebe die Leistungen und vor allem die Stabilität eines kommunalen Anbieters zu schätzen. „Die Gewissheit zu haben, wo meine beziehungsweise die Unternehmensdaten liegen, spielt für viele NutzerInnen eine immer größere Rolle.“ Der große Serviceanspruch der IKB leistet sein Übriges dazu, dass immer mehr Unternehmen auf die attraktiven Angebote der IKB vertrauen. PR

WEITERE INFOS Informationen zu den Produkten und Dienstleistungen der IKB gibt es unter www.ikb.at und 0800 500 502.


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GUTARTIGE HACKER Die Bilanz ist ernüchternd. Cyberkriminalität weist die höchsten Steigerungsraten an Delikten österreichweit auf, gezielte Angriffe auf Unternehmen, öffentliche Einrichtungen oder kritische Infrastrukturen nehmen drastisch zu. Virenschutz und Firewalls schützen, können jedoch gezielte Angriffe oftmals auch nicht abwehren. Wie schützt sich ein Unternehmen bestmöglich? Expertenrat ist gefragt. Und Ethical Hacking ein Schlagwort der Stunde.

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acker sind in unserem Sprachgebrauch eher negativ besetzt. Eigentlich zu Unrecht, denn „hacken“ bedeutet im eigentlichen Sinn das Aufsuchen von Schwachstellen in IT-Systemen – im negativen Fall, um Schwachstellen unerlaubt auszunutzen, im positiven, um diese Lücken zu schließen. David Winkler, Firmengründer und Geschäftsführer von Strong IT, ist so ein gutartiger Hacker. „Wir brechen im Auftrag unserer Kunden erlaubt in das System ein, um die dort kritischen Schwachstellen zu finden und zu beheben. In 90 Prozent der Fälle gelangen wir in die Herzen der Unternehmen“, sagt Winkler. „Leider werden wir auch immer mehr nach einem Einbruch zum ‚Threat Hunting‘ und zum Aufräumen

beziehungsweise Wiederaufbau gerufen“. In der Tat nehmen gezielte Angriffe auf Unternehmen, Regierungseinrichtungen und kritische Infrastrukturen zu. „Laut ernüchternden Zahlen aus dem Bundeskriminalamt legten die internetbasierten Straftaten in Österreich bereits 2018 um 16,8 Prozent auf 19.627 Fälle zu. Keine andere Deliktklasse weist demnach so hohe Steigerungsraten auf. Um nur ein Fallbeispiel zu nennen, der Angriff auf die Systeme eines steirischen Unternehmens durch eine Verschlüsselungssoftware brachte dem Unternehmen einen Verlust von 30.000 Euro pro Stunde. Ein anderes Unternehmen zahlte noch am selben Tag vier Millionen Euro in Bitcoin, um seine Daten zurückzuerhalten“, so Winkler.

AUSGEKLÜGELTE ANGRIFFSTAKTIKEN So vielfältig und einfallsreich die kriminellen Hacker vorgehen, so muss auch der gutartige Hacker anders denken als der klassische ITler. Ähnlich den menschlichen Viren, die sich ständig ein andersfarbiges Mäntelchen umlegen, um vom körperlichen Immunsystem nicht erkannt zu werden und in den menschlichen Organismus eindringen zu können, verhält es sich mit den Computerviren. Es ist ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel, den klassischen Virus gibt es schon lange nicht mehr und die Art und Weise der Zustellung wird immer schwieriger erkennbar. „Grundsätzlich kann man zwischen zwei Gattungen an Angriffstechniken unterscheiden. Zum einen gibt es die Massenangriffe mit Schad-

FOTOS: ANDREAS FRIEDLE


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TIPPS VOM EXPERTEN 1. Sicherheitsupdates einspielen: Das gilt für jegliche Soft- und Hardware in Ihrem Netz. Windows, Mac, Android, diverse installierte Programme und Geräte wie WLAN-Router und Smart-TVs. Somit werden bisher bekannt gewordene Schwachstellen vom Hersteller korrigiert, bevor sie durch Angriffe aus dem Internet ausgenutzt werden.

2. Administrator-Rechte einschränken: Der Schaden eines Angriffs oder einer Malware ist unter den Rechten eines AdministratorAccounts unendlich viel höher als im Kontext eines Minimalbenutzers. Daher macht es Sinn, im Alltag niemals mit Admin-Rechten im Internet zu surfen oder Mails zu beantworten und nur diesen Account nur für die seltenen administrativen Aufgaben separat kurz anzumelden.

3. Schutz gegen Schadsoftware: Privatanwender sind mit dem in Windows bereits inkludierten Microsoft Defender inzwischen relativ gut geschützt. Wer ein paar Euro mehr investiert, bekommt bei Kaspersky, ESET & Co oft noch wertvolle weitere Schutzmodule. Unternehmen tun gut daran, sich Richtung EDR (Endpoint Detection and Response) zu orientieren und insbesondere eingehende Mails mittels sogenannten Sandboxing-Systemen zu analysieren, denn Schadsoftware kommt zu 94 Prozent per Mail in das Unternehmen. 4. Datensicherung: Für den Fall der Fälle müssen alle Daten so gesichert sein, dass diese bei einem Angriff nicht gelöscht oder verschlüsselt werden können – idealerweise regelmäßig, in mehreren Versionen und auf physikalisch getrennten Medien, damit diese bei einem Hackerangriff nicht erreichbar sind.

David Winkler, Firmengründer und Geschäftsführer von Strong IT.

software, die man sich sogar schon im Internet bestellen kann und die dann an Millionen Empfänger versandt wird. Zum anderen und für Unternehmen weitaus brisanter sind die lang andauernden und gezielten Angriffe. Beide gehen nach der Methodik der ‚Cyber Security Kill Chain‘ vor und bewegen sich irgendwo am Horizont des MITRE Att&ck Frameworks“, erklärt Winkler. „Diese Standards helfen uns im Aufbau von Threat Intelligence, indem Prioritäten für die Suche nach verdächtigen Aktivitäten aus den Modellen abgeleitet werden können. Wird auf einer Stufe der Cyber Security Kill Chain ein Angriff entdeckt, kann für die nächste Stufe mit besonderer Priorität nach den zu erwartenden Folgeaktivitä-

ten gesucht werden. Das MITRE Att&ck Framework kann also dabei helfen, die richtigen Stellschrauben in der Cyberabwehr zu finden oder diese präventiv zu nutzen.“ Diese Cyber Security Kill Chain beschreibt sieben Phasen: Beginnend mit der Informationsbeschaffung über das Unternehmen und was ich mir von dem Angriff erhoffe, geht es über das „Schmieden der Waffe“, also das Programmieren der Schadsoftware zur Zustellung derselbigen. Wie bringe ich den Adressierten dazu, auf meine Datei zu klicken, damit die Schadsoftware eindringen kann? „In 65 Prozent der Fälle wird die Malware per E-Mail zugestellt. Das kann in Form eines Angebotes erfolgen, als Stellenbe-

5. Passwörter: Verwenden Sie für jeden Dienst ein anderes komplexes Kennwort. Damit werden Sie nicht angreifbar, wenn eines Ihrer Kennwörter irgendwo auf der Welt gestohlen wird. Passwortmanager helfen beim sicheren Speichern all dieser Logins. 6. Awareness aufbauen: Machen Sie sich mit den Maschen der Angreifer vertraut. Wie erkennt man eine Phishing-Mail, welche Dateien sollten nicht geöffnet werden, welche Funktionen nicht aktiviert, etc.

7. Verschlüsselung: Verschlüsseln Sie sensible Daten. Aktivieren Sie die ebenfalls bei Microsoft inkludierte Festplattenverschlüsselung (Bitlocker) auf allen Geräten. Damit vermeiden Sie den Verlust all Ihrer Daten beim Diebstahl eines Notebooks, das Auslesen des Passworts oder Ändern von sensiblen Konfigurationsdateien. 8. Perimeter: Perimeter sind die aus dem Internet erreichbaren IT-Schnittstellen des Netzwerkes. Diese werden von Hackern und Scannern ständig auf Schwachstellen hin untersucht. Veröffentlichen Sie interne Dienste und Rechner nur per VPN.

9. Interne Firewalls grenzen die Ausbreitung der Angreifer ein, indem Geräte anderer Schutzzonen erst gar nicht für Hacker erreichbar sind.

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03. DELIVERY ZUSTELLEN DIESER MALWARE VIA MAIL, LINKS, USB, ETC.

04. EXPLOITATION AUSFÜHREN DES SCHADCODES AUF COMPUTERN

02. WEAPONIZATION

05. INSTALLATION

ERSTELLEN VON MALWARE UND VERSTECKEN IN HARMLOSEN DATEIEN

ZUGRIFF AUF PC ODER NETZWERK LANGFRISTIG SICHERN

06. COMMAND & CONTROL

01. RECONNAISSANCE ERARBEITEN VON DETAILS ÜBER DAS ZIEL (NAMEN, MAILADRESSEN, …)

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FERNSTEUERN DER OPFER ÜBER DAS INTERNET

07. ACTIONS ON OBJECTIVES ZIEL ERREICHEN – Z.B.: DATEN VERSCHLÜSSELN, DOWNLOADEN, ÄNDERN, ETC.

„W I R B R E C H E N I M A U F T R A G U N S E R E R KUNDEN ERL AUBT IN DAS SYSTEM EIN, UM D I E D O R T K R I T I S C H E N S C H WA C H S T E L L E N Z U F I N D E N U N D Z U B E H E B E N .“ DAV ID W INK L E R , S T R O N G I T

werbung, Info, Bild oder neuestens auch als Link, der wesentlich schwieriger zu erkennen ist“, erklärt Winkler. „Wird dieser Anhang oder der Link angeklickt – manchmal kann es noch zu einer Meldung kommen, ob man die Datei denn wirklich öffnen möchte – , erfolgt die Installation der Schadsoftware und sucht in der Command-and-Control-Phase Kommunikationskanäle, um die Schadfunktionen aus der Ferne steuern zu können. Das kann je nach Ziel der Hacker ein Trojaner sein, der alles mitschaut, oder der Befehl sein, der alles verschlüsselt.“ Es gilt also vorzusorgen, damit es erst gar nicht zu solchen Schadensfällen kommen kann. Die gute Nachricht: „Wir sind nicht machtlos. Mit den richtigen Vorbereitungen kann man die Wahrscheinlichkeit

und somit auch die Folgen eines Angriffes massiv reduzieren“, beruhigt David Winkler. „Überraschend mag vielleicht sein, dass etwa 80 Prozent der Maßnahmen nicht mit den klassischen Sicherheitsprodukten wie Antivirus und Firewalls zu tun haben, sondern sich vielmehr auf das Härten und richtige Konfigurieren der vorhandenen IT-Infrastruktur konzentrieren“, so der Experte. Auch das Sensibilisieren der Mitarbeiter sei ein sehr wesentlicher Aspekt in der Abwehr von Cyberattacken, Beratung, Schulung und permanente Bewusstseinsbildung dringend anzuraten. „Hacker nehmen sehr oft das schwächste Glied ins Visier und das ist meistens der Mensch. Deshalb ist es unumgänglich, bei allen Mitarbeitern die nötige Awareness aufzubauen“, rät Winkler.

BEGRIFFSERKLÄRUNGEN • T hreat Hunting: Ein Prozess der proaktiven und iterativen Suche nach Spuren von Angreifern in ITNetzwerken. Diese sollen dabei gefunden und isoliert werden.

• T hreat Intelligence: Informationen über feindselige Bedrohungen für die Informationssicherheit, die dabei helfen, zukünftige Situationen vorauszusagen oder Entscheidungen zu treffen. • Cyber Security Kill Chain: Die Cyber Kill Chain wurde von Lockheed Martin entwickelt, um Cyberangriffe zu beschreiben. Sie besteht aus mehreren Stufen, die ein immer tieferes Vordringen des Angreifers beschreiben (siehe Grafik). • MITRE Att&ck Frameworks: MITRE ist ein Non-ProfitUnternehmen. Die Wissensdatenbank Att&ck (Adversarial Tactics, Techniques and Common Knowledge) organisiert und kategorisiert verschiedene Arten von Taktiken, Techniken und Verfahren und soll damit helfen, Lücken in der Cyberabwehr von Unternehmen zu schließen.


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