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Nr. 3 | september 2014

ContaCt : Das Magazin der Ăśsterreichischen Handelsagenten

international

Internationale Geschäfte brauchen gemeinsame Verhaltensregeln.

IUCAB Generalversammlung

WIRTSCHAFT Think global, act local

Lifestyle Designhotels


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Nr. 3 | September 2014

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Inhalt titelthema 4 Tauziehen in Brüssel Handelsagenten-Direktive auf dem Prüfstand LÄNDERFOKUS 6 Wien Wiener Handelsagenten wollen es wissen 7 Oberösterreich 4. Branchentreff der OÖ Handelsagenten Tirol Seminar „Kundenwünsche sofort erkennen“ 8 Salzburg Veranstaltungsüberblick 9 Steiermark Rückblick auf die Veranstaltungen NEWS 10 IUCAB-Tagung in Laibach bringt neue Spitze Am 13. Juni 2014 fand die Generalversammlung der IUCAB statt. wirtschaft 12 Geldmarkt Wie ticken die Finanzmärkte?

PORTrÄT 14 Christoph Fürntratt, Graz Wir sprachen mit Christoph Fürntratt über seinen Werdegang und die Wichtigkeit von Netzwerken. 15 Jürgen Eishold, Waidhofen an der Ybbs Durch einen persönlichen Schicksalsschlag Unternehmer – wie er sich nach vorne kämpfte, erzählt Jürgen Eishold hier. b2b-meeting 16 Tolle Gelegenheit, um Kontakte nach Südtirol zu knüpfen Zum Glück gibt es Handelsagentenbörsen, die neue Menschen und neue Märkte zusammenbringen. AKTUELL 18 Rechts.tipp Was ist bei Vertragsabschluss mit italienischen Geschäftspartnern zu beachten? 20 Steuer.tipp Steuerbescheide ganz ohne Umschweife richtigstellen LIFESTYLE 21 Motor.tipp Der Audi S3 im Test. 22 Designhotels Unsere Places to be. 25 Buch.tipp Die besten Sachbücher. 26 Short.Cuts Technik & Trends

Impressum Herausgeber: Bundesgremium der Handelsagenten in der WKÖ, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien, www.handelsagenten.at, handel5@wko.at || Medieninhaber: eco.nova corporate publishing, Senn & Partner KG, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, www.econova.at || AUFLAGE: 10.000 Stück || Redaktion: Marina Kremser, Bruno König, Mag. Christian Rebernig, Komm.-Rat Walter Krammer, Dr. Erich Schwarz, Team Tirol Steuerberater GmbH, Dr. Ernst Scheibl, diverse Beiträge aus den Landesgremien || FOTOS: Team Tirol Steuerberater GmbH, Bruno König, iStockphoto, diverse Fotos vom Bundesgremium, den Landesgremien und Hotels zur Verfügung gestellt || Anzeigenverkauf: Mag. Sandra Nardin, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, nardin@econova.at || Grafik: eco.nova corporate publishing, Senn & Partner KG/Ines Weiland || Druck: Radin-Berger-Print GmbH

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Vorwort Liebe Leserinnen und Leser! Internationaler Geschäftsverkehr braucht internationale Spielregeln. Deshalb kämpft die IUCAB (Internationally United Commercial Agents and Brokers) vehement für die Beibehaltung der EU-Handelsagenten-Direktive.

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icht alle Geschäfte werden von Handelsagenten in ihrem Heimatland abgewickelt. Ganz im Gegenteil. Die Internationalität nimmt einen hohen Stellenwert bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen ein. Deshalb braucht es im gesamten EU-Raum eine gemeinsame Basis mit klaren, allgemein gültigen Spielregeln. Möchte man meinen. Denn aktuell diskutiert die EU über die Abschaffung eben jener Regeln – mit einer etwas grotesken Begründung: Die Direktive funktioniert seit 1986 verlässlich wie ein Uhrwerk. Seit 28 Jahren existiert eine Handelsagenten-Richtlinie auf EU-Ebene, mit der die nationalen Gesetze in vielen Bereichen überholt wurden – was durchaus sinnvoll ist, um Handelsagenten in allen Ländern die gleichen Voraussetzungen zu verschaffen. Natürlich gibt es dazu einige nationale Abwandlungen, doch die Basis ist überall dieselbe. Im Zuge des REFIT-Programms wurde nun eine große Anzahl von Normen und Direktiven auf ihre Tauglichkeit geprüft, um festzustellen, ob diese noch „fit for purpose“ sind, wie es Komm.-Rat Walter Krammer in seinem Leitartikel ab Seite 4 dieser Ausgabe ausdrückt. Auch die Handelsagenten-Direktive war mit dabei, die seit ihres Bestehens weder geändert noch nachjustiert wurde. Mit der einfachen Begründung, dass sie damals sehr vorausschauend verfasst wurde und nach wie vor uneingeschränkte Gültigkeit hat. Nun ist die EU jedoch der Ansicht, eine Direktive, die keiner Veränderung bedarf, ist nicht etwa eine wohl durchdachte, sondern eine sinnlose. Die Richtlinie gerät ins Wanken.

Komm.-Rat Robert M. Hieger Obmann des Bundesgremiums der Handelsagenten

Internationale Geschäfte brauchen jedoch klare Verhaltensregeln. Das EU-Recht bildet dazu die große Klammer rund um die verschiedenen nationalen Ausprägungen. Und so war die Handelsagenten-Richtlinie auch ein Programmpunkt der diesjährigen IUCAB-Tagung in Laibach. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 10 dieser Ausgabe. Natürlich ist es für Handelsagenten trotz gemeinsamer Basis wichtig, die nationalen Prägungen und gesetzlichen Feinheiten zu kennen. Vor allem das italienische Recht ist in manchen Punkten different, wie ein Vortrag im Zuge des B2B-Meetings in Salzburg zeigt, bei dem sich die Gelegenheit bot, Kontakte nach Südtirol zu knüpfen und somit wichtige Handelspartner kennenzulernen. Die wichtigsten Eckpunkte des italienischen Rechts haben wir zudem ab Seite 18 für Sie zusammengefasst.

Ihr Komm.-Rat Robert M. Hieger Obmann des Bundesgremiums der Handelsagenten

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Tauziehen in Brüssel Selbst von der betroffenen Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, findet ein Kampf um die unveränderte Beibehaltung der EU-Handelsagenten-Direktive statt. Lesen Sie, was bisher geschah. Text: Komm.-Rat Walter Krammer

Ohne Europäische Union gäbe es keine Direktive Zwei Jahre nach der denkwürdigen Rede des französischen Außenministers Robert Schuman gelang 1952 die Gründung der Montanunion, 1957 legte die Unterzeichnung der Römischen Verträge durch die sechs Länder Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg und Italien den Grundstein für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Mit dem zehn Jahre später unterzeichneten Fusionsvertrag entstand die Europäische Union, deren Bürger Österreicher seit 1995 sind. Es war also noch vor dem österreichischen Beitritt, als 1986 die Direktive (Richtlinie) beschlossen wurde, die die gesetzlichen Regelungen bezüglich der Tätigkeit der europäischen Handelsagenten in den EU-Staaten zusammenfasste und die Mitgliedsländer dazu verpflichtete, das eigene Handelsagentenrecht jeweils den EU-Normen anzupassen. Viele der rund 750.000 europäischen Handelsagenten verdanken dem Umstand eines harmonisierten Handelsagentenrechts u. a. die Sicherung ihrer Ansprüche im Falle der Vertragskündigung durch den in- oder ausländischen Geschäftsherrn. Produzenten aus NichtEU-Ländern zwingt die Direktive zur Einhaltung des meist schärferen EU-Rechts, sofern der Handelsagent innerhalb der Union seinen Sitz hat und hier seine Tätigkeit ausübt. Und das sind nur die schwerwiegendsten Punkte. Man sieht, die Direktive ist nicht etwa ein freundlicher Hinweis – die Direktive ist das Europäische Gesetz. Ein Gesetz, das den Handelsagenten wichtigen und weitreichenden Schutz garantiert – und zwar in 28 Staaten Europas! 4


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28 Jahre arbeitete sie wie ein Uhrwerk Die Medien lassen keinen Zweifel daran, dass es die Kommission mit ihren Vorschriften nicht selten zu weit treibt. Denken Sie an die Gurken, Glühlampen oder Staubsauger. Auf jeden Fall ist diese ungute Optik sicher mit ein Grund dafür, dass die verschiedenen EU-Generaldirektionen angehalten wurden, im Zuge des REFIT-Programms eine große Anzahl von Normen und Direktiven auf ihre Tauglichkeit zu prüfen, d. h. festzustellen, ob sie noch „fit for purpose“ sind. Kein Wunder also, dass da eine Direktive ins Schussfeld gerät, die 28 Jahre still, leise und unverändert ihren vorbildlichen Dienst getan hat. Eine Art ärarisches Mauerblümchen. Auf jeden Fall war es kurz vor Weihnachten 2013, als die EU-Generaldirektion Binnenmarkt verlauten ließ, dass auch die Handelsagenten-Direktive einer Überprüfung unterzogen werde und Eurocommerce (die Dachorganisation des europäischen Handels) aufforderte, entsprechende Informationen beizubringen. Eine von Eurocommerce rasch zusammengerufene Expertengruppe der europäischen Handelsagenten versammelte sich daher am 18. Dezember um 10 Uhr in einem unauffälligen Bürohaus in Brüssel. Kalte Dusche vor Weihnachten Wer repräsentiert die europäischen Handelsagenten? Soweit es sich um B2B-Handelsagenten handelt (also solche, deren Kunden gewerbliche Wiederverkäufer, Verbraucher oder Nutzer sind), ist das zweifellos IUCAB, die weltweit größte Dachorganisation von Handelsagenten mit Mitgliedsverbänden in Europa und Nordamerika. Es haben aber auch jene Handelsagenten, die für Direktvertriebsunternehmen an den Konsumenten verkaufen (B2C), ihre schlagkräftigen Organisationen. Als Vertreter der Wirtschaftskammer Österreich war Komm.-Rat Walter Krammer, zugleich Vizepräsident von IUCAB, in Brüssel anwesend. Den starken deutschen Verband CDH – ebenfalls Mitglied von IUCAB – vertrat Hauptgeschäftsführer Eckhard Döpfer. Die Kommission stellte ein Dreierteam, das nicht lang fackelte. Die Kommission sei dabei die Zweckmäßigkeit der Handelsagenten-Direktive zu überprüfen. Dazu sei es notwendig, die negativen oder positiven Auswirkungen der Direktive auf

den europäischen Binnenmarkt kennenzulernen und mehr über die wirtschaftliche Bedeutung des Berufs der Handelsagenten zu erfahren. Derzeit seien alle Möglichkeiten offen: von der ersatzlosen Streichung der Direktive über allfällige Änderungen bis hin zur Belassung des Gesetzes, wie es ist. Verbindliches Zahlenmaterial und ebenso eine Argumentationsliste seien erwünscht und das bis Ende Februar. „It was nice to meet you.“ Was ist des Pudels Kern? Bei näherer Überlegung erkennt man die Gefahr, die den Handelsagenten droht: Heute gibt es in allen EU-Staaten ein an die Direktive gebundenes Handelsagentenrecht. Nicht einheitlich in jedem Detail, aber in der Grundtendenz. Auf jeden Fall regelt es immer bestimmte essentielle Punkte (z. B. Ausgleich), auf die der Berufsstand nicht verzichten kann. Bei Wegfall der Direktive wäre nicht nur der Weg offen für willkürliche Änderungen in den Mitgliedsstaaten, sondern der Rechtsweg auf europäischer Ebene wäre ebenfalls erschwert. Aber auch, wenn die Direktive nicht ersatzlos gestrichen würde, es also „nur“ auf eine Änderung hinausliefe, wäre dies nicht zum Vorteil der Handelsagenten. Es gibt einige Berufe, die sich auch gerne unter das schützende Dach der Handelsagenten-Direktive stellen würden. Die wirtschaftlich starken Vertragspartner dieser Berufe würden dem aber nicht tatenlos zusehen. Eine Erweiterung unserer Direktive hätte möglicherweise einen jahrelangen Kleinkrieg um Gesetzesteile zur Folge, die einerseits für Handelsagenten unverzichtbar und andererseits heute kein Thema für Auseinandersetzungen sind. Daher: die europäischen Handelsagenten wünschen den Fortbestand der unveränderten Direktive! Der durchschlagende Wert großer Interessenverbände Der EU-Kommission steht auch über Handelsagenten statistisches Material von EUROSTAT (Europäisches Statistisches Zentralamt) zur Verfügung. Allerdings scheint es schon aufgrund von Definitionsunterschieden in den einzelnen Ländern nicht immer verlässlich zu sein. Also lag es an der Expertengruppe, vernünftige Zahlen aus eigener Kraft auf den Tisch zu legen.

Es ist beachtlich, dass 16 europäische IUCAB-Mitgliedsverbände innerhalb von drei Wochen, auf Basis des von Walter Krammer entwickelten Fragebogens, verbindliche Auskünfte geben konnten über die Anzahl der Handelsagenten in ihrem Land, die Struktur derer Unternehmen, Anzahl der angestellten Mitarbeiter, Anzahl der vertretenen Unternehmen und deren Größe sowie eine ungefähre Größe des vermittelten Warenumsatzes. Die Vertreter der B2C-Agenten schlossen sich den ermittelten Zahlen widerspruchslos an. Ebenso eindrucksvoll verlief die Zusammenarbeit in juristischer Hinsicht. Eckhard Döpfer (CDH) stach mit seiner fast sprichwörtlichen Genauigkeit hervor, der österreichische Vertrauensanwalt des Gremiums der Handelsagenten, Dr. Gustav Breiter, sezierte das Problem in seiner gewohnten Art und die Rechtsanwältegruppe von IUCAB lieferte eine 28-teilige Punktation. Auf der Führungsebene von Eurocommerce wurde das Gesamtpapier abgesegnet und als Stellungnahme des gesamten europäischen Handels an die Kommission weitergereicht. Die Vertreter der Kommission schienen beeindruckt. Noch einige Kurven bis zum Ziel Den einfachen Bürger plagt oftmals die Ungeduld mit dem bürokratischen Trott, den manche Erledigungen einschlagen. Nachdem von der Seite der Handelsagenten alle Informationen geliefert worden sind, könnte man es doch gut sein lassen. Bevor nun die Kommission endgültig beschließt, was sie dem Rat und in der Folge dem Europäischen Parlament (denn beide sind die eigentlichen Entscheider in dieser Causa) vorschlagen wird, erfolgt noch eine europaweite Konsultation via Internet unter interessierten Organisationen bzw. ökonomischen Gruppen. Darüber hinaus ergeht die Anfrage an alle 28 Regierungen der Mitgliedsstaaten, welche Meinung sie zu dem Punkt Handelsagenten-Direktive haben. Natürlich werden die Interessenvertreter der Handelsagenten in allen beteiligten Ländern an dieser Konsultation teilnehmen und auf diese Weise versuchen, der absolut gerechtfertigten Haltung der europäischen Handelsagenten zum Durchbruch zu verhelfen. Die nächste Runde kann beginnen. 5


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LänderFokus Landesgremium Wien WIENER HANDELSAGENTEN WOLLEN ES WISSEN Das Landesgremium Wien präsentierte die Handelsagentenseminare 2014/2015.

CONTACT: Herr Obmann Krammer, in der brandneuen Seminarzeitung, die die nächstjährige Runde der Handelsagentenseminare in Wien einläutet, sind Sie ziemlich entspannt abgebildet. Krammer: Das bin ich auch, weil wir nun schon über 5 Jahre mit diesen zu 90 % von uns geförderten Seminaren einen tollen Erfolg bei unseren Mitgliedern haben. In jedem Jahr müssen wir wegen der großen Nachfrage Wiederholungsseminare einschieben. Die insgesamt 1000. Anmeldung wird in den nächsten Tagen hereinkommen. Da wird es dann eine Feier zusammen mit unseren Mitgliedern geben

und ein kleines Geschenk für den Kollegen oder die Kollegin.

gen eines Wiener Handelsagenten (Einzelfirma).

Eine 90-prozentige Förderung kostet doch Geld? Durch eine vernünftige Haushaltsführung haben wir in der Vergangenheit Rücklagen geschaffen, die uns diese Unterstützung für die Kollegen erlauben, und zwar ohne Schmälerung der Substanz. Dennoch ist die Jahresumlage, die wir unseren Mitgliedern abfordern müssen, eine der niedersten in der Wirtschaftskammer Wien. Allein die Förderung für ein einziges Seminar macht etwa so viel aus wie 4 Jahresumla-

Dann ist es ja kein Wunder, dass … … ich weiß, was Sie sagen wollen, aber das können Sie gleich wieder vergessen. Kein Handelsagent setzt sich 2 Tage in eine Weiterbildungseinrichtung, die ihm nichts nützt, nur weil sie fast nichts kostet. Nein, viele Mitglieder wollen bestehendes Wissen auffrischen oder auf den neuesten Stand bringen. Manche Themen sind völlig neu, weil sich alles im Sauseschritt ändert. Diese ungebrochene Teilnahme ist doch ganz wunderbar und ermutigend. Ich bin froh, dass in unserem Gremialausschuss, der diese Aktion ja absegnen muss, gescheite Menschen aus verschiedenen Fraktionen sitzen, die sich darüber einig sind, dass die Möglichkeit zur Weiterbildung eine elementare Aufgabe unseres Gremiums ist. Welcher Altersstufe gehören die Teilnehmer an? Sie werden sich wundern. Da sitzt der 35-jährige neben der 30 Jahre älteren Unternehmerin, Neulinge neben altgedienten Experten, gebürtige Wienerinnen neben strebsamen Altersgenossinnen, die entweder selbst oder deren Eltern schon nach Österreich eingewandert sind. Sie alle sind Menschen, die in ihrem Beruf weiterkommen wollen und angesichts ihrer positiven Einstellung zur unternehmerischen Leistung auch weiterkommen werden. In der Seminarzeitung ist ein Mann in einer Hängematte abgebildet. Ja, das ist doch ein Hammer. Ich wünsche allen Kollegen oder Kolleginnen großen Erfolg und dass sie viel Geld verdienen. Aber jeder hat nur ein Leben. Und bei aller Anstrengung und Mühe, bei allem Einsatz und allen Entbehrungen, die das Selbstständigsein oft mit sich bringt, darf niemand vergessen, dass das persönliche Ziel die Freude am Leben sein muss. Wahrscheinlich hat das der Kollege in der Hängematte auch erkannt.

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Oberösterreich Branchentreff Voraviso zum 4. Branchentreff der OÖ Handelsagenten am 12. September 2014.

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ach dem großen Erfolg der vergangenen drei Jahre veranstaltet das Landesgremium OÖ der Handelsagenten auch heuer wieder einen abwechslungsreichen Tag für Sie. In den Tag starten wir mit dem mittlerweile traditionellen Netzwerkcafé. Ziel dieser Veranstaltung ist es, nicht nur Neueinsteiger bei den ersten Schritten ihrer selbständigen Tätigkeit zu begleiten, sondern auch erfahrenen Handelsagenten eine Plattform für Kommunikation und Erfahrungsaustausch zu bieten. Im Anschluss dreht sich der diesjährige Praxisvortrag von Vertrauensanwalt Mag. Wolfgang Denkmair voll und ganz um IHR Geld: Wann und in welcher Höhe steht Ihnen die Provision zu? Wann müssen Sie mit der Verjährung der Provision rechnen? Wie kann Ihre Reaktion auf Nichtzahlung der Provision aussehen? Was bedeutet Zurückbehaltungs-

recht & Buchauszug? Wie berechnet sich der Ausgleichsanspruch bei Beendigung? Unser Nachmittagsprogramm findet heuer auf dem Wasser statt – mit dem ehemaligen Donau-Zugschiff „Traisen“ erkunden wir, nach einer kleinen Stärkung, den Ennshafen.

Termine:

Netzwerkcafé: 9 bis 10 Uhr Rechtsvortrag: 10 bis 12 Uhr Stärkung in der WKOÖ: 12 bis 13 Uhr Schifffahrt inkl Exkursion Ennshafen: 13:30 bis 17 Uhr Die Einladung mit Anmeldemöglichkeit erhalten alle Mitglieder des Landesgremiums OÖ der Handelsagenten zeitgerecht.

Tirol Einladung Das Landesgremium Tirol lädt zum Seminar „Kundenwünsche sofort erkennen“

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orm und Aufteilung des Gesichts verraten mehr über uns, als wir denken. Erfahren Sie in diesem Seminar von Toptrainer, Buchautor und Unternehmensberater Christoph Rosenberger (Gründer von „Face Reading Rosenberger“ und des österreichischen Dachverbandes für Physiognomie), wie Sie das Gesicht eines Menschen lesen. Im Seminar „Physiognomik in der Wirtschaft“ schauen Sie hinter die Kulisse. Wie erkennen Sie leicht und schnell, worauf Ihr Kunde, Ihr Mitarbeiter oder Ihr Vorgesetzter anspricht? Oft sind es Details. Und genau diese werden Ihnen gezeigt. Praktisch zum Erleben.

Inhalte des Seminars: • Was ist Physiognomik (Face Reading)? • Der Prioritätsbereich des Kunden • Besondere Talente und Potentiale erkennen • Wie wird gelesen? • Physiognomik in der Wirtschaft

•S  pezifische Merkmale (bitte einen Handspiegel mitnehmen!) Termin: 9. Oktober 2014, 9 bis 17 Uhr Ort: Austria Trend Hotel, Innsbruck Anmeldung bitte bis 30. September 2014

beim Landesgremium der Handelsagenten, Wirtschaftskammer Tirol, Eveline Geir, Tel. 05 90 905-1407 oder eveline.geir@wktirol.at. Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl! 7


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Salzburg Veranstaltungsausblick 2014 Das Landesgremium Salzburg lädt in diesem Jahr noch zu einigen Veranstaltungen. Ein Überblick. PKW-Aktivtraining Zum Thema Sicherheit bietet das Landesgremium Salzburg das ÖAMTC-PKW-Aktivtraining an. Das Programm umfasst ein Briefing zum Thema Fahrphysik und Sicherheitshinweise, Übungen im Bereich Notbremsmanöver, Sitz- und Lenktechnik, Bremsen und Ausweichen vor Hindernissen, Kurven fahren an der Haftgrenze u.v.m. Bezüglich Kosten und mögliche Förderung durch die AUVA und das Landesgremium setzen Sie sich bitte direkt mit dem Landesgremium Salzburg in Verbindung. Termin: 17. Oktober 2014, 8 bis 14 Uhr Ort: ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Saalfelden/Brandlhof Computerkurse Weiterer Programmpunkt im Jahr 2014 sind die altbewährten Computerkurse mit Mag. Herbert Josephu. Seminarinhalt ist „der schnelle Umstieg auf Windows 8 und Office 2013“. Für eine Teilnahme sind Grundlagenkenntnisse von Word, Excel, PowerPoint und Outlook Voraussetzung. Die Kosten für den Kurs betragen 49 Euro pro Kursteilnehmer. Die restlichen Kosten werden vom Landesgremium übernom-

men. Da die Teilnehmerzahl auf 10 Personen beschränkt ist, sollten sich Interessierte schnell anmelden. Termine: 10. und 17. September 2014, jeweils von 10 bis 12 und 13 bis 15 Uhr Reise Ein Highlight des Jahres ist die geplante Marktfindungsreise nach Lissabon im Oktober. Wir stellen dafür über das AußenwirtschaftsCenter in Portugal Kontakt zu portugiesischen Unternehmen her. Die Unternehmen präsentieren sich in den Seminarräumen des Hotels, unsere Mitglieder haben die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und konkrete Geschäftsbindungen herzustellen. Weitere Programmpunkte: • Besuch der Burg Sáo Jorge, die sich auf dem höchsten der östlichen Stadthügel befindet • Spaziergang durch die Alfama, die Altstadt Lissabons

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• Fahrt in das Belém-Viertel, Besichtigung des Hieronimusklosters • Besichtigung des Turms von Belém, der zu den Meisterwerken der Manuelinik zählt • Besuch des Entdeckerdenkmals (Padráo dos Descombrimentos) • ganztägiger Ausflug in die Umgebung von Lissabon mit Besichtigung von Sintra, einer ehemaligen Sommerresidenz der portugiesischen Könige, des einstigen Königspalastes der Dynastie (Palácio da Vila), des Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlandes, und von Guincho, wo einer der schönsten und windigsten Strände Portugals zu finden ist. Über die Kosten für die Reise informiert Sie das Landesgremium Salzburg. Termin: 2. bis 5. Oktober 2014 Informationen zu sämtlichen Veranstaltungen erhalten Sie im Landesgremium Salzburg bei Julia Sommer unter 0662 8888-258 oder jsommer@wks.at. 


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Landesgremium Steiermark Retrospektive Ein Rückblick auf die Veranstaltungen des Landesgremiums Steiermark.

„Das Interesse an den einzelnen Vorträgen war enorm.“ Obmann Johann Fürntratt

Branchentreff Auch heuer fand am 25. April 2014 wieder der jährliche Jungunternehmertag bzw. Branchentreff der Handelsagenten in der WKO Steiermark statt. 22 Teilnehmer konnten sich hier die neuesten Informationen von hochinteressanten Referaten herausfiltern. Zusätzlich konnten einige neue Abschlüsse zwischen Prinzipalen und Handelsagenten verzeichnet werden. Sowohl Handelsagenten als auch vertretende Firmen waren mit dem Event hochzufrieden. Dieser Erfolg lässt für die Zukunft hoffen, sodass die Veranstaltung im nächsten Jahr ihre Fortsetzung finden wird. Programmablauf: 9 Uhr: Begrüßung durch den Gremialobmann Johann Fürntratt ca. 9.30 Uhr Kurzvorträge zu den Themen • „Handelsagentenrecht“, Obmann Johann Fürntratt • „Steuertipps“, Mag. Petra Kühberger, WK-Rechtsservice • „Selbstständigenvorsorge“, Mag. Günter Bauer, SVA

• „Verband Reisender Kaufleute“, Helmut Gremsl, HA • „Versicherungen für Handelsagenten“, Peter Zorn, Versicherungsmakler ab 10.30 Uhr: Vertretungsbörse – Vorstellung und Angebote von Unternehmen anschließend Erfahrungsaustausch

Urkundenüberreichung Im Jahr 1974 wurde die Firma Schattenberg als Handelsagentur Karl Schattenberg gegründet. In den Jahren danach entwickelte sich das Unternehmen zum globalen Player in der Schuhbranche und hatte Karl Schattenberg viele nationale und internationale Schuhfabriken als Vertretung gebracht. Schattenberg akquiriert seine Kunden hauptsächlich auf der Schuhmesse am Gardasee, die jährlich im Jänner und im Juni stattfindet. 1988 trat Sohn Gerald Schattenberg in das Unternehmen ein, später wurde die Schattenberg GmbH & CO KG gegründet. Nach 23 Jahren GmbH & CO KG fand eine Neuausrichtung des Unternehmens statt und

es wurde auf die Einzelfirma Schattenberg KG umfirmiert. Kunden in Russland, Nordafrika, Deutschland und Skandinavien, Australien und Amerika sind Zeugnis einer jahrelangen intensiven Kundenpflege. Karl Schattenberg ist trotz seiner 80 Jahre noch immer jeden Tag im Büro anzutreffen, besucht nach wie vor langjährige Kunden, die sein gutes Gespür für Topseller und Mode zu schätzen wissen. Anlässlich seines Geburtstages am 9. Juli trafen sich am 28. Juni 2014 Vertreter der Wirtschaftskammer Steiermark, des Verbandes der Schuheinzelhändler aus Wien sowie des Wirtschaftsnetzwerkes Steiermark und Josef Niggas, Bürgermeister von Lannach, der Heimatgemeinde von Karl Schattenberg, um im Gasthaus Kranerwirt den Jubilar zu ehren. Aufgrund der langjährigen ununterbrochenen Führung durch Karl Schattenberg erhielt dieser eine Auszeichnung für die 40-jährige vorbildhafte Führung eines Unternehmens sowie eine Urkunde für den bevorstehenden Ehrentag. 9


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IUCAB-Tagung

in Laibach bringt neue Spitze Am 13. Juni 2014 fand die Generalversammlung der IUCAB (Internationally United Commercial Agents and Brokers) unter Teilnahme von rund 50 Delegierten in Laibach statt. Slowenien ist jüngstes Mitglied bei der IUCAB und hat seine Rolle als Gastgeber vorbildlich erfüllt. Im Vordergrund standen Neuwahlen und die Handelsagenten-Direktive. Text: Mag. Christian Rebernig

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ürzlich hat die diesjährige Generalversammlung der IUCAB in Slowenien getagt. Österreich war durch eine starke Delegation vertreten. Angeführt wurde diese durch den Bundesobmann Komm.-Rat Robert M. Hieger. Neben Hieger nahmen sein Stellvertreter Komm.-Rat Axel Sturmberger, der steirische Landesobmann Hannes Fürntratt sowie der Wiener Landesobmann Komm.Rat Walter Krammer, der gleichzeitig auch Vizepräsident der IUCAB ist, am internationalen Meeting teil. Unterstützt wurden die Spitzenrepräsentanten durch Dr. Karolina Holaus, Geschäftsführerin der Tiroler Handelsagenten, und Mag. Christian Rebernig vom Bundesgremium. IUCAB als Sprachrohr der Handelsagenten Die weltweit größte Dachorganisation von Handelsagentenverbänden wurde 1953 gegründet und vertritt die Interessen von rund 750.000 Handelsagenturen. Als Mitglieder fungieren 20 Handelsagentenverbände aus Europa sowie Nordamerika. Für die Europäische Kommission ist die IUCAB die einzige maßgebliche Auskunftsstelle in Bezug auf Handelsagenten berührende Fragen. Das hat sich auch in der aktuellen Frage der Handelsagenten-Direktive gezeigt. Handelsagenten-Richtlinie auf dem Prüfstand Viel Raum wurde dieser seit 1986 in Kraft befindlichen Direktive gewidmet, die derzeit von der Europäischen Kommission unter die Lupe genommen wird. Die Europäische Kommission schaut sich momentan für jeden Politikbereich genau an, welche Rechtsvorschriften sie vereinfachen und welche sie komplett zurücknehmen kann. Die Bestimmungen der Richtlinie haben in den letzten 3 Jahrzehnten zu einer hohen Rechtssicherheit für Handel-

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sagenten, aber auch für Geschäftsherren geführt. Daher ist weder eine Änderung noch eine Streichung der bestehenden Richtlinie akzeptabel. Wahlen brachten neuen Präsidenten Das Ende der zweiten Periode war für IUCAB-Präsident Kriton Phitidis gekommen und so mussten sich die anwesenden Delegierten aus 15 Ländern für einen neuen Chef entscheiden. Die Wahl war nicht schwer, denn in den letzten Jahren hatte sich der Franzose Olivier Mazoyer sehr für die Anliegen der IUCAB engagiert und er bekam bei der Abstimmung das vollste Vertrauen ausgesprochen. Eine erste Maßnahme war die Installierung von 7 Expertengruppen, die wesentliche Projektvorhaben ausarbeiten. Ebenfalls wurden zwei neue Vizepräsidenten bestellt: Ole Christian Bull aus Norwegen und Carlo Tabellini aus Italien. Interessen Österreichs gewahrt Dem derzeitigen Exekutivkomitee der IUCAB, welches für die strategische Ausrichtung verantwortlich ist, gehören neben dem neuen Präsidenten und den 2 neuen Vizepräsidenten vier weitere Vizepräsidenten an. Dies sind David Johnson (Großbritannien), Enrique Enrech (Spanien), Ralf Scholz aus Deutschland sowie unser Walter Krammer. Damit sind die österreichischen Interessen voll gewahrt. Paul Holtrop wurde zum Generalsekretär der IUCAB bestellt. Handelsagenten-Onlineportal wird ständig erweitert Das Internet als Vertriebsmedium gewinnt immer mehr an Bedeutung. Daher läuft seit 2011 die Internetplattform zur Vertretungsvermittlung register.handelsagenten.at. Diese ist Bestandteil der IUCABPlattform www.come-into-contact.com. Mittlerweile sind 13 nationale Plattformen

bereits beim größten internationalen Handelsagenten-Portal online. Die Registrierung ist für Handelsagenten kostenlos. Die Vorteile des Eintrages liegen vor allem darin, dass Handelsagenten von Herstellern, Kunden und Interessenten weltweit gefunden und direkt kontaktiert werden können. Übrigens, registrieren Sie sich noch heute, um dabei zu sein. Österreich spielt eine gewichtige Rolle Es zeigt sich immer mehr, dass Österreich neben dem deutschen Schwesternverband CDH die Richtung in der IUCAB vorgibt und bei vielen Projekten die Führungsrolle innehat. Dies ist insbesondere auf die umtriebigen Akteure aus Österreich Komm.-Rat Walter Krammer sowie Mag. Christian Rebernig zurückzuführen. Rebernig informiert ständig in der Arbeitsgruppe der Verbandsgeschäftsführer über die wirtschaftlichen Entwicklungen weltweit und über laufende Aktivitäten des Bundesgremiums. Österreich hat dadurch die Funktion des Ideengebers für internationale Projekte. Er wird auch künftig die Expertengruppe Kommunikation leiten und die Finanzgebarung der IUCAB prüfen. Krammer steht der Expertengruppe Lobbying vor und kann seine Erfahrungen und Standpunkte auf der internationalen Ebene einbringen. Voneinander lernen Am Rande der Tagung bestand die Möglichkeit des gemeinsamen Gedankenaustausches. Ziel dieser Kontakte sind eine verbesserte Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch hinsichtlich all jener Maßnahmen, die dem einzelnen Mitglied in seiner Berufsausübung dienlich sein können. Die nächste Generalversammlung wird voraussichtlich im Mai 2015 in Warschau stattfinden.


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Rund 50 Delegierte nahmen an der internationalen Tagung teil.

Die österreichische Delegation brachte zahlreiche Diskussionsbeiträge ein (v. l. n. r.): Hannes Fürntratt, Dr. Karolina Holaus, Komm.-Rat Robert M. Hieger, Mag. Christian Rebernig und Komm.-Rat Axel Sturmberger Alt- und Neupräsident der IUCAB bedanken sich bei den slowenischen Veranstaltern: Präsidentin Jadranka Bartelj (m.) und Direktorin Vida Kožar (l.)

Hofübergabe: Kriton Phitidis (r.) übergibt das Zepter an den neu gewählten IUCAB-Präsidenten Olivier Mazoyer (l.).

Die slowenische Wirtschaftslandschaft erklärte Alenka Avberšek, Direktorin der Handelskammer.

Cveto Stantič, Mitglied des Europäischen Wirtschaftsund Sozialausschusses und Vizepräsident der Gruppe der Arbeitgeber.

Weder eine Änderung noch eine Streichung der bestehenden Handelsagenten-Richtlinie sind für uns akzeptabel, so der IUCAB-Vizepräsident Komm.-Rat Walter Krammer.

Mag. Christian Rebernig analysierte die aktuelle Situation der Weltwirtschaft und insbesondere die Herausforderungen in der Europäischen Union.

Das aktuelle IUCAB-Präsidium (v. l. n. r.): Vizepräsident Enric Enrech (ES), Generalsekretär Paul Holtrop (NL), Vizepräsident Ole Christian Bull (NO), Vizepräsident Carlo Tabellini (IT), Präsident Olivier Mazoyer (FR), Vizepräsident Ralph Scholz (DE), Vizepräsident David Johnson (GB), Vizepräsident Komm.-Rat Walter Krammer (AT)

Die Verbandsgeschäftsführer mit Mag. Christian Rebernig (2. v. l.) und rechts flankiert vom neu gewählten IUCAB-Präsidenten Olivier Mazoyer.

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GELDMARKT

Wie ticken die Finanzmärkte? Das Spielfeld? Die ganze Welt. Globalisierung ist das Ticket in einen Markt, der, wie es die Lehre erklärt, durch das freie Spiel der Kräfte bestimmt wird. Nur sind diese derart verteilt, dass Gewinner und Verlierer von vornherein feststehen. Text: Dr. Ernst Scheibl

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ährend die einen lokal gebunden sind und – egal was kommt – weiter leben und wirtschaften müssen, wo sie sind, können sich die anderen jederzeit zurückziehen, wenn die Gegebenheiten für sie nicht (mehr) günstig sind. Wieso sprechen wir aber immer von „den Finanzmärkten“, die, je nach Situation, „beunruhigt sind“ oder „wieder Vertrauen fassen“? Der Plural impliziert zum einen, dass es tatsächlich verschiedene Ausformungen der Finanzaktivitäten gibt und zum anderen, dass wir es mit einer geballten Macht zu tun haben, die jederzeit beachtet wer-

„Die Kreativität der Finanzwelt gründet sich vor allem darauf, dass erlaubt ist, was nicht verboten ist. Gegen Verbote wehrt sich die breite Phalanx der Finanzlobby mit dem Hinweis auf Überregulierung.“

den muss und auf deren Befindlichkeit unbedingt Rücksicht zu nehmen ist. In der Folge werden verschiedene Puzzleteile zu einer Art Sittenbild der Finanzmärkte zusammengelegt. Puzzlestein Gestaltung Damit die Kraft richtig anpacken kann, haben die Apologeten des freien Finanzmarktes gewisse Gestaltungselemente geschaffen, die sozusagen in den ersten Stock des Marktes verlegt wurden – dorthin, wo die kleineren Marktteilnehmer keinen Zutritt haben. Elementare Instrumente wie die Festsetzung des Libor, des 12


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Euribor und zum Teil auch des Goldpreises, also allesamt Hebel für andere Geschäfte, sind fest in der Hand der Großen. Zur geschäftsfördernden Manipulation ist es nur ein kleiner Schritt. Die nachgewiesenen Manipulationen dieser Schlüsselgrößen sind keine Ausrutscher, sondern haben sich als systemisch erwiesen. Ins Bild passt, dass die Kontrollmechanismen zum Teil unwirksam sind oder gänzlich fehl(t)en. Die Folgen für die kleinen Marktteilnehmer: Zu hohe Zinskosten über große Zeiträume, Spekulationsver-

luste durch unterschiedlichen Informationsstand. Puzzlestein Universalbankprinzip Hat sich die Investmentbank vergaloppiert, rettet sie die mit ihr verbundene Geschäftsbank. Danach muss der Staat eben jene Geschäftsbank retten, weil sonst die Sparer dran sind und das für die Wirtschaft unerlässliche Geschäftsbankenwesen zusammenbricht. Die Aufarbeitung der Finanzkrise hat viele Länder in Schwierigkeiten gebracht, die noch lange anhalten werden. Puzzlestein Vertrauen Vertrauen ist eine der Grundlagen der Gesellschaft. Wir treffen Vereinbarungen und dürfen erwarten, dass sie von allen, die zugestimmt haben, auch eingehalten werden. Vertrauen ist auch das Schlüsselwort für das Funktionieren des Geschäftsverkehrs. Wer über mehr Wissen und Information verfügt, hat in einer Wir-Gruppe die Verantwortung, diesen Vorsprung nicht zum Schaden der anderen Gruppenmitglieder zu nützen. In der Finanzwelt ist das grundlegende Geschäftsprinzip jedoch, Vorteile

Möglichkeit, den Markt mit kurzzeitigen Orders, die sofort wieder storniert werden, zu beeinflussen. Puzzlestein Boni Das Bonus-System (die Malus-Variante fehlt indes) gehört zur Standardausstattung jedes Vertrages in der Finanzwirtschaft. Die mittlere Ebene wird mit Boni belohnt, wenn vorgegebene Ziele überschritten werden, die oberen Etagen sind gewinnbeteiligt. Was fehlt, sind offenkundig wirksame interne Kontrollsysteme, die verhindern, dass einzelne Mitarbeiter um ihres eigenen Vorteils willen die vorgegebenen Spielregeln eigenmächtig auslegen oder unterlaufen. Geld wird zum einzigen Richtmaß geschäftlichen Handelns. Puzzlestein Ratings Etliche Finanzveranlagungen erfolgen in Form von Investments oder durch Kreditvergabe. Da etwa die Manager eines durchschnittlichen amerikanischen Pensionsfonds aber kaum wissen dürften, wo z. B. Österreich liegt, geschweige denn, wie das Land wirtschaftlich dasteht, brauchen sie entsprechende Auskünfte. Die-

„Offenlegung und Klarheit, lautet die Forderung. Aber was offen gelegt werden und wo Klarheit geschaffen werden soll, wird vage bis gar nicht behandelt. Transparenz verträgt sich jedoch nicht mit der Geschäftspraxis der Finanzinstitute.“ aus der Kenntnis von Marktungleichheiten zu ziehen. Ursprünglich war die Finanzwelt auf positive Ereignisse und Zuwachs ausgerichtet. Mit den Termingeschäften kam das Thema Absicherung gegen Verluste auf. Inzwischen ist es üblich, auch mit Wetten auf fallende Kurse Geld zu verdienen. Wenn der Markt die Gelegenheit gerade nicht bietet, schafft man sie. Fast schon nicht mehr als Wette bezeichnen lässt sich der Hochfrequenzhandel, für den es auch eigene Börsen gibt. Die Diskussion wurde in den USA zunächst in den Medien angestoßen. Die „Flash Boys“ agieren im Aktienhandel mit ausgefeilten Computerprogrammen und übervorteilen so die privaten Investoren. Hochfrequenzhändler nutzen den Informationsvorsprung von Sekundenbruchteilen, um Gewinne zu erzielen. Zudem haben sie die

se geben die Ratingagenturen. Weltweit gibt es einige wenige US-amerikanische Institute, die nach ihren eigenen, nicht veröffentlichten Kriterien über die wirtschaftliche Lage und Verlässlichkeit von Unternehmen und Staaten befinden. Von den zu beurteilenden Unternehmen werden sie groteskerweise dazu beauftragt, bei Staaten tun sie es von sich aus. Und sie tun es aus einem bestimmten Blickwinkel – und liegen mit ihren Einschätzungen nicht selten daneben. Was für den Betroffenen entscheidende Folgen hat; macht aber den Ratingagenturen nix. Dazu kommt, in jüngerer Zeit zumindest kritisch hinterfragt, dass die Veröffentlichung ihrer Einschätzung vor allem negative Entwicklungen deutlich beschleunigt – zum Schaden der Volkswirtschaft. 

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IM PORTRÄT Christoph Fürntratt Der 39-jährige Familienvater ist seit 19 Jahren im Verkaufsaußendienst aktiv – seit dem Jahr 2000 selbständig. Wir sprachen mit ihm über seinen Werdegang und die Wichtigkeit von Netzwerken. Zur Person:

Christoph Fürntratt ist 39 Jahre alt und Vater einer 9-jährigen Tochter. Seit 19 Jahren ist er im Verkaufsaußendienst tätig, seit dem Jahr 2000 selbständig mit Sitz in Graz/St. Peter und hat sich auf den Vertrieb von (Trachten)Accessoires spezialisiert.

neue Herausforderung und fand diese in einem oberösterreichischen Partner, der auf Trachtenaccessoires spezialisiert ist. Unter dem Firmenmotto „Außergewöhnliche Accessoires für außergewöhnliche Menschen“ entwickle und vertreibe ich Accessoires, die dem derzeitigen Trend des alpinen Lifestyles entsprechen. Was macht für Sie einen Handelsagenten aus? Ich bin mir sicher, dass der moderne Außendienstler seinen Kunden mehr anbieten muss als nur das zu vertreibende Produkt. Neben dem beratenden Verkauf sollte er Informationen und Lösungen bereitstellen können und über regionale wie internationale Trends und Megatrends Bescheid wissen.

CONTACT: Sie haben begonnen, Rechtswissenschaften zu studieren, heute beschäftigen Sie sich mit Accessoires. Wie kam es dazu? Christoph Fürntratt: Stimmt. Ich habe 1993 in Graz maturiert und dann einige Semester Rechtswissenschaften studiert. Während dieser Zeit bekam ich das Angebot, in den Verkaufsaußendienst eines renommierten heimischen Accessoireanbieters zu wechseln. Ich hatte bereits während meiner Schulzeit immer wieder auf Messen ausgeholfen, also nahm ich das 14

Angebot an. Berufsbegleitend besuchte ich an den Wochenenden Kurse für Marketing und internationales Management an der Universität Graz. Diese Ausbildung führte dazu, dass mir mein Geschäftspartner eine frei gewordene Stelle als Produktmanager und Kreativdirektor anbot. Ich nahm an, blieb aber parallel dazu weiterhin im Außendienst tätig. Was ist Ihr heutiges Aufgabengebiet? Selbständig bin ich seit dem Jahr 2000, vor zwei Jahren suchte ich schließlich eine

Wie wichtig ist ein gutes Netzwerk? Entscheidend ist der Informationsvorsprung gegenüber dem Mitbewerb: Permanente Marktbeobachtung, Nutzung von neuen Medien wie Facebook und Twitter, Entwicklungen in neuen Märkten und in Fernost, Veränderungen der Produktionsmöglichkeiten ... dies alles erfährt man nur über den regelmäßigen Austausch und Informationsfluss, Recherche im Internet oder den Besuch branchenrelevanter Veranstaltungen und Messen – auch international. In Zeiten gravierender Veränderungen im Konsumverhalten wird dies meiner Meinung nach für den zukünftigen Erfolg der Handelsagenten entscheidend sein.


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IM PORTRÄT Jürgen Eishold Von 0 auf 100 in 24 Stunden: Jürgen Eishold wurde durch einen plötzlichen Schicksalsschlag zum Unternehmer. Wie er sich nach vorne kämpfte, erzählt er hier.

CONTACT: Sie kamen nicht ganz freiwillig zum Unternehmertum. 2009 starb Ihr Vater während einer Dienstreise, Sie haben seine Firma dann sehr rasch übernommen. jürgen eishold: Ja, bereits gegen Abend desselben Tages war bezüglich der Übernahme alles auf Schiene. Mir wurde neben all der Trauer nur über die Sekunde klar: Ich kann mein sorgenfreies Leben an die Wand hängen; die Frage war nur, mit oder ohne einem geschaffenen Fundament. Ich entschied sofort und aus dem Bauch heraus: „Probieren sollte ich es.“ Doch es war nicht so einfach, wie gedacht. Was dann kam, konnte ich nicht voraussehen, und es waren wirklich durchwachsene Zeiten. Neben der Tatsache, dass der „Laden“ doch nicht so toll auf den Beinen stand wie angenommen, und eigentlich keiner Ahnung, was Kunden von mir verlangen, wurden die ersten sechs Monate zum Überlebenskampf mit durchschnittlich 80 Stunden Arbeit pro Woche. Die nächsten sechs Monate waren auch nicht viel besser, aber immerhin kannte ich mich bereits aus und bastelte daran, das Konstrukt aufzupäppeln. Von softwareunterstützter Marktdatenaufbereitung – einst das Kerngeschäft im Einpersonenstil –, blieb wenig über. Mittlerweile erstellen wir maßgeschneiderte „Business-Intelligence“-Systeme, die sich in Qualität und Kosten mit anderen internationalen Anbietern mehr als behaupten können. Wir sind eingestiegen in den Markt des „ZweitERP-Systems“, also Maßanfertigungen der Softwarearchitektur im Auftragswesen, CRM, Marketing, Veranstaltungsplanung, und konnten uns auch in diesem Bereich behaupten. Mittlerweile arbeiten im partnerschaftlichen Miteinander zu Spitzenzeiten bis zu 40 Programmierer, Softwaredesigner und Datenbankspezialisten an

Zur Person:

Jürgen Eishold kommt aus dem niederösterreichischen Waidhofen an der Ybbs, studierte Politikwissenschaften und übernahm 2009 nach dem plötzlichen Tod seines Vaters dessen Firma für softwareunterstützte Marktdatenaufbereitung. Heute bietet er in seinem Unternehmen Business-Intelligence-Systeme und ist zusätzlich für europäische Partnerfirmen in Österreich tätig.

drei Standorten aufgeteilt auf Österreich, Deutschland und die Schweiz für die Projekte unserer Kunden. Wie kamen Sie schließlich in die Handelsagenten-Branche? Wir haben einige Partnerfirmen innerhalb der Europäischen Union, für die wir gezielt die Agenden bezüglich deren Softwareentwicklungen hier in Österreich übernommen haben. Dieser Bereich ist noch sehr klein, aber wir arbeiten daran, auch hier ein weiteres solides Standbein

aufzubauen. Es sind zwar bereits jetzt einige spannende Produkte dabei, es muss sich aber noch einiges tun, bis wir der Meinung sind, ein umfangreiches Portfolio an Produkten in diesem Segment anzubieten. Wir halten daher unsere Augen sehr weit offen in die Start-up-Szene innerhalb der Europäischen Union. Unser letztes Standbein, dem ich heuer noch den Endschliff geben möchte, bevor wir es auf dem Markt anbieten, ist die Umsetzung von Softwareprojekten für Agenturen, Consulter und Kreativschmieden. 15


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b2b-meeting Tolle Gelegenheit, um Kontakte nach Südtirol zu knüpfen Dass miteinander Reden meist zu guten Ergebnissen führt, weiß jeder. Oft fehlt aber die Gelegenheit, einander überhaupt zu begegnen. Zum Glück gibt es Handelsagentenbörsen, die neue Menschen und neue Märkte zusammenbringen. Diesmal war Salzburg Schauplatz des Treffens zwischen österreichischen Handelsagenten und Südtiroler Unternehmen. Text: Mag. Christian Rebernig

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as Bundesgremium der Handelsagenten organisierte am 8. Mai gemeinsam mit dem Landesgremium Salzburg und der EOS Export Organisation Südtirol der Handelskammer Bozen ein Treffen, um Unternehmern aus Südtirol den Vertriebsweg des österreichischen Handelsagenten vorzustellen. Dass so eine Veranstaltung viele interessante Details ans Tageslicht bringt, beweisen nicht nur die Statistiken. Dr. Philipp Erschbaumer vom Wirtschaftsforschungsinstitut der Handelskammer Bozen rechnet vor: Über 1.000 Österreicher wohnen und/oder arbeiten in Südtirol, hinzu kommen viele Grenzpendler. Seit jeher herrscht ein intensiver Warentausch zwischen Südtirol und Österreich. Österreich ist nach Deutschland Südtirols zweitwichtigster Exportmarkt, die Ausfuhren nach Österreich nehmen im Gegensatz zu anderen Abnehmern weiter zu.

Reger Austausch Durch die Veranstaltung führte Mag. Christian Rebernig, stv. Geschäftsführer des Bundesgremiums, der in seiner Einführung unterstrich: „Durch’s Reden kommen die Leute zusammen und dadurch werden neue Geschäfte abgeschlossen.“ Komm.Rat Robert M. Hieger, Bundesobmann der Handelsagenten, ergänzte, dass es bei derartigen Veranstaltungen vor allem darum geht, Gelegenheiten zum Austauschen zu schaffen und einen Anstoß zum Netzwerken zu geben. Ein Heimspiel hatte Komm.Rat Axel Sturmberger, Landesobmann der Salzburger Handelsagenten, der die Tore der Wirtschaftskammer Salzburg für die rund 50 Teilnehmer geöffnet hat. Hansjörg Prast, Direktor der EOS Export Organisation Südtirol der Handelskammer, freute sich indes über die rege Teilnahme: „Genau diese Art von Veran-

staltung habe ich mir gewünscht. Damit unterstützen wir unsere Südtiroler Unternehmer auf dem Weg in neue Märkte.“ Dass genügend Südtiroler anwesend waren, dafür war Christian Schweigkofler von der EOS verantwortlich. Auf großes Interesse stieß dabei der Beitrag von Rechtsanwalt Dr. Erich Schwarz über die unterschiedliche Rechtslage beim Handelsagentenrecht. Mehr zum Thema finden Sie auf Seite 18/19. Vertriebsplattform Vor dem anschließenden Get-Together stellte Mag. Christian Rebernig die Online-Vertriebsplattform vor, die inzwischen auch international verlinkt ist. Hier können sich Handelsagenten registrieren, Unternehmer finden folglich bei Bedarf deren Kontaktdaten samt Branchenzuordnung. 

HANDELSAGENTENBÖRSE: Teilnehmer aus Südtirol Firma Villa Laviosa SAS Daunenstep AG Wolf Fenster AG Resch Möbel GmbH Hell Landmaschinen GmbH Vitalis Dr. Joseph Moriggl GmbH VAP GmbH Bel GmbH Betonform GmbH HB Security GmbH Steinmetz Tscholl OHG My Senso GmbH Georg Mühlmann K. Summerer Samatec GMBH Mattedi OHG A. Rinner & Co. KG Sarner Natur GmbH

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Produkte Destillate – Liköre – Gourmet Heim- und Hoteltextilien; Daunenprodukte Holzfenster Innenausbau/Tischlerei Landmaschinen Spa- und Wellnessprodukte Rohrsanierung, Badsanierung Industriezulieferung Spezial-Selbstklebeetiketten Lawinenverbauung, Erosionsschutz, Stützmauern Bausektor/Absturzsicherungen Steinmetz Kosmetik und Gastronomiebedarf Design Möbel/Objekte Matratzen- und Polstermöbelherstellung Hebebühnen für die Landwirtschaft Anhänger Lebensmittel, Feinkost Kosmetik, Spa, Pflege

Ort 39051 Bronzolo 39054 Unterinn 39040 Natz-Schabs 39010 Gargazon 39057 Eppan 39031 Bruneck 39020 Glurns 39040 Truden 39100 Bozen 39030 Gais 39040 Kurtatsch 39017 Schenna 39100 Bozen 39050 Jenesien 39030 Sexten 39026 Prad 39040 Salurn 39021 Latsch 39058 Sarntal

web-Adresse www.villalaviosa.it www.daunenstep.com www.wolf-fenster.it www.resch.it www.hell-landmaschinen.com www.vitalis-dr-joseph.com www.moriggl.com www.vapsrl.it www.bel.it www.betonform.it www.hbsecurity.it www.tscholl.it www.mysenso.it www.georgmuehlmann.it www.summerer-klaus.com www.samatec.info www.mattedi-rimorchi.com www.rinner-latsch.it www.trehs.com


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Die Veranstalter sind zufrieden: Mag. Christian Rebernig, stv. Geschäftsführer des Bundesgremiums der Handelsagenten, Bundesobmann Komm.-Rat Robert M. Hieger, Landesobmann Komm.-Rat Axel Sturmberger und Dir. Hansjörg Prast von der EOS (v. l. n. r.)

Komm.-Rat Axel Sturmberger (l.), Landesobmann der Salzburger Handelsagenten, der die Tore der WK Salzburg für das Treffen geöffnet hat, im Gespräch mit RA Dr. Erich Schwarz (r.), der die Teilnehmer über die unterschiedliche Rechtslage aufklärte.

links: Dr. Philipp Erschbaumer vom WIFO der Handelskammer Bozen brachte statistische Leckerbissen vor.

rechts: Mag. Christian Rebernig stellte in seinem Vortrag die Online-Vertriebsplattform www.register. handelsagenten.at vor.

Für Christian Schweigkofler von der EOS zahlte sich die Anreise nach Salzburg aus!

Rund 50 Teilnehmer lauschten den Vorträgen und waren in Erwartung der Einzelgespräche.

Dir. Hansjörg Prast zeigte sehr viel Ambition, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu intensivieren. Bei einem Snack vor dem offiziellen Teil trat bereits das ein, was sich alle erwartet hatten: Angeregte Gespräche und Austausch von Visitenkarten.

Fachsimpeln, sich austauschen und Nägel mit Köpfen machen sind die Intentionen der Handelsagentenbörse.

Wolfgang Gradenegger (l.) und Hanspeter Walter (r.) vom Landesgremium Salzburg waren von der Veranstaltung sehr angetan und recht zufrieden, dass gute Kontakte zustande gekommen sind.

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rechts.tipp was ist bei vertragsabschluss mit dem italienischen unternehmer zu beachten? Ausgangspunkt der gegenständlichen Betrachtung sind die Interessen und rechtliche Situation österreichischer Handelsagenten mit Vertretungsgebiet Österreich einerseits und italienischer Unternehmer, sei es Erzeuger oder Großhändler, andererseits. Text: Dr. Erich Schwarz

Gerichtsstand Im Regelfall wird der wesentliche Vertragsinhalt vom Unternehmer vorgegeben. Daher enthalten Verträge zwischen österreichischen Handelsagenten und italienischen Unternehmern u. a. üblicherweise die Klausel, dass für diesen Vertrag italienisches Recht gilt und der Gerichtsstand am Ort des Unternehmens, also in Italien, liegt. Dies bedeutet im Fall von Streitigkeiten eine Benachteiligung des Handelsagenten, da er gezwungen ist, einen allfälligen Prozess, zum Beispiel auf Zahlung eines Ausgleichs bei Vertragsbeendigung , bei dem jeweiligen italienischen Gericht zu führen. Wenn möglich sollte versucht werden, die Anwendung österreichischen Rechtes zu vereinbaren und hinsichtlich des Gerichtsstandes den sogenannten aktorischen Gerichtsstand zu wählen (Formulierung: „Gerichtsstand ist der Sitz des jeweiligen Klägers“). Gelingt dies nicht und besteht das italienische Unternehmen auf der Anwendung italienischen Rechtes und dem italienischen Gerichtsstand, muss dies jedoch akzeptiert werden. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass sich unter Umständen ein mündlicher Vertrag empfiehlt. In diesem Fall ist nach den Bestimmungen des internationalen Privatrechtes und den sonstigen europäischen Normen (EuGVVO, EG 44/2001) der Gerichtsstand in Österreich am Sitz des Handelsagenten zuständig und es gilt österreichisches Recht. Unterschiede im Handelsrecht Im Jahr 1986 erging die EU-Handelsagentenrichtlinie, deren Inhalt von den EU-Mitgliedsstaaten durch innerstaatliche Gesetze 18

umzusetzen war. In Österreich wurde die EU-Richtlinie 1993 in Form des Handelsagentengesetz 1993 (HVertrG) umgesetzt, der italienische Gesetzgeber fügte 1994 die diesbezüglichen Bestimmungen in die Artikel 1742–1753 des Italienischen bürgerlichen Gesetzbuches, Codice civile, ein. Nachstehend werden einzelne Bestimmungen des Codice civile behandelt, insoweit hier Abweichungen vom österreichischen Handelsagentenrecht vorliegen. • Schriftform erforderlich Im Artikel 1742 findet sich die etwas merkwürdig anmutende Bestimmung, dass der Handelsagentenvertrag schriftlich nachgewiesen werden muss. Gleichzeitig wird allerdings dem Handelsagenten das unverzichtbare Recht eingeräumt, eine vom Unternehmer unterzeichnete Urkunde zu erhalten, die den Vertragsinhalt wiedergibt. Sollte kein schriftlicher Vertrag vorliegen, so kommt meiner Meinung nach – wie zuvor erwähnt – das österreichische Recht mit österreichischem Gerichtsstand zur Anwendung. Die italienische Rechtsprechung weist darauf hin, dass für die Wirksamkeit eines Vertrages die Schriftform nicht erforderlich ist. • Alleinvertretung vorgesehen Im Artikel 1743 ist die dem österreichischen Handelsagentenrecht unbekannte Bestimmung enthalten, dass der Geschäftsherr sich in ein und demselben Gebiet und für denselben Tätigkeitsbereich nicht gleichzeitig mehrerer Handelsagenten bedienen darf. Dies heißt im Gegensatz zur österreichischen Regelung, dass die Alleinvertretung


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von vorneherein als gesetzliche Regelung vorgesehen ist. Diese Regelung ist allerdings abdingbar. Nach österreichischem Handelsagentenrecht ist dies genau umgekehrt, Alleinvertretung muss ausdrücklich vereinbart werden. • Del-credere-Haftung möglich Im dritten Absatz des Artikel 1746 war ursprünglich eine Del-credere-Haftung des Handelsagenten vorgesehen, also die Haftung desselben für die Uneinbringlichkeit von Rechnungsbeträgen beim Kunden. Diese Bestimmung ist jedoch mittlerweile beseitigt worden. Allerdings erlaubt das italienische Handelsagentenrecht dennoch ausnahmsweise eine derartige Haftung des Handelsagenten zu vereinbaren, diese muss jedoch genau konkretisiert und spezifiziert werden. • Benachrichtigungsverpflichtung Zu beachten ist auch die Bestimmung des Artikels 1747, wonach der Handelsagent verpflichtet ist, falls ihm die Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben unmöglich wird, den Geschäftsherrn unverzüglich zu benachrichtigen. Der italienische Gesetzgeber statuiert in diesem Zusammenhang ausdrücklich eine Schadenersatzverpflichtung des Handelsagenten. • Provisionsregelung, Minderung bei Storno des Geschäftes Die Bestimmungen über den Provisionsanspruch im Artikel 1748 sind richtlinienkonform und im Wesentlichen ident mit den österreichischen gesetzlichen Regelungen. Lediglich die Bestimmung des 5. Absatzes des Artikel 1748 sei kurz zu kommentieren: Demnach sieht der italienische Gesetzgeber vor, dass für den Fall des einvernehmlichen Stornos des Geschäftes zwischen Unternehmer und Kunden der Handelsagent für den unausgeführt gebliebenen Teil Anspruch auf eine verminderte Provision hat, deren Ausmaß durch „Gebräuche“ oder vom Gericht nach Billigkeit bestimmt wird. Eine derartige Bestimmung fehlt im österreichischen Handelsagentenrecht, die italienische Regelung entspricht auch nicht der österreichischen Lehre und Rechtsprechung. Der Fall der einvernehmlichen Vertragsstornierung zwischen Unternehmer und Kunden wird hier nämlich der Bestimmung des § 9 Abs 3 HVertrG 93 unterstellt, wonach in diesem Fall die gesamte Provision trotz Stornierung oder Teilstornierung zusteht. Die Regelungen über die Abrechnung der Provisionen stimmen im Wesentlichen überein, die Bestimmung im österreichischen Han-

delsagentenrecht, dass der Handelsagent einen entsprechenden Provisionsvorschuss verlangen kann, fehlt in der italienischen Regelung. • Buchauszug kaum erwähnt Weiters fehlen die in der Praxis sehr wichtigen und wertvollen Bestimmungen des § 16 des österreichischen Handelsagentenrechts über den Buchauszug, dieser wird im Artikel 1749 lediglich in einem Dreizeiler erwähnt, wohingegen das österreichische Gesetz dieses wichtige Hilfsmittel des Handelsagenten in 6 Absätzen behandelt. • Nachvertragliches Wettbewerbsverbot möglich § 25 des österreichischen Handelsagentenrechts sieht vor, dass der Handelsagent in seiner beruflichen Tätigkeit nach Beendigung des Vertrages nicht beschränkt werden darf, allenfalls entgegenstehende Vereinbarungen sind nichtig. Dagegen regelt das italienische Recht diese Frage dahingehend, dass ein derartiges Wettbewerbsverbot sehr wohl vereinbart werden kann, dies allerdings schriftlich erfolgen, sich auf den bisherigen Tätigkeitsbereich des Handelsagenten beziehen muss und darüber hinaus nicht länger als zwei Jahre nach Vertragsende andauern darf. Weiters ist hiefür eine Entschädigung zu zahlen, über deren Höhe ins Einzelne gehende Bestimmungen vorgesehen sind, bei Nichteinigung kann das Gericht nach Billigkeit entscheiden. • Ausgleichs- und Schadensersatzanspruch Die europäische Richtlinie sieht hiefür eine klare Regelung vor, die in Österreich auch so umgesetzt wurde. Dies wurde es vom italienischen Gesetzgeber im Artikel 1751 im Wesentlichen ebenfalls, wobei geringfügige Unterschiede anzumerken sind. Nach der österreichischen Regelung ist hinsichtlich der verbleibenden erheblichen Vorteile des Unternehmers eine Prognose anzustellen, die italienische Regelung hat offenbar den tatsächlichen Geschäftsverlauf nach Vertragsbeendigung im Auge: Die deutsche autorisierte Übersetzung gebraucht nämlich die Formulierung „zieht aus Geschäften mit solchen Kunden noch erhebliche Vorteile“. Weiters ist bemerkenswert, dass die italienische Regelung ausdrücklich das Recht des Handelsagenten anmerkt, neben dem Ausgleichsanspruch auch noch einen Schadenersatzanspruch zu fordern. Die Praxis der italienischen Gerichte bei Bemessung und Zuerkennung eines Ausgleichsanspruchs war jedoch bisher eine

Dr. Erich Schwarz ist Rechtsanwalt in Salzburg, seit über 15 Jahren Vertrauensanwalt der Salzburger Wirtschaftskammer für Handelsagentenrecht sowie des deutschen CDH, gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger sowie Vortragender für Handelsagentenrecht am Wirtschaftsförderungsinsitut Salzburg

völlig andere als in Österreich, und zwar abweichend vom Gesetzestext. In Italien besteht nämlich seit dem Jahr 1992 eine kollektive Tarifvereinbarung. Diese „accordi economici collectivi, AEC“ sehen eine Ausgleichszahlung in der Höhe von zwei bis fünf Prozent des Gesamtbetrages der während des Vertragsverhältnisses verdienten Provisionen vor. Der Vorteil dieser Regelung für den Handelsagenten liegt darin, dass u. a. der Nachweis der Neukundenwerbung nicht erforderlich ist. Diese Regelung ist allerdings im Normalfall des Ausgleichsanspruchs für den Handelsagenten der Höhe nach wesentlich nachteilig, weil ja unter den gegebenen Voraussetzungen der Ausgleichsanspruch bis zur Höhe einer durchschnittlichen Jahresprovision zusteht. Die kollektivvertraglichen Regelungen bleiben weit darunter. Diese Praxis der italienischen Gerichte wurde mit einem Urteil des EuGH vom 23.03.2006 als richtlinienwidrig abgelehnt. Es wurde ausgesprochen, dass die Anwendung des Tarifvertrages nicht die Regelungen der Richtlinie 1986 bei Bemessung des Ausgleichsanspruchs ersetzen kann. Soweit den Mitteilungen der italienischen Korrespondenzkollegen zu entnehmen ist, halten die italienischen Gerichte jedoch teilweise nach wie vor an den Tarifverträgen fest. 19


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STEUER.TIPP

Zu viel Steuern bezahlt? Wenn Sie mehr Steuern bezahlt haben als Sie müssten, ist es noch lange nicht zu spät. Text: EFM Team Tirol Steuerberater GmbH, Foto: Foto Hofer

gen oder EU-Recht kann die Aufhebung sogar bis zum Ablauf der Verjährungsfrist (i. d. R. mindestens fünf Jahre) erfolgen. Berücksichtigung rückwirkender Ereignisse (§ 295a BAO) Tritt ein Ereignis ein, das abgabenrechtliche Wirkung für die Vergangenheit hat, so kann bis zur Verjährung ein Antrag auf dessen Berücksichtigung gestellt werden. Dabei muss es sich um ein sachverhaltsänderndes Geschehnis handeln. Dazu zählen nicht Änderungen von Gesetzen und Rechtsprechung. Tipp: Das Steuerrecht ist mitunter so kompliziert, dass die steuerlichen Folgen von abzuschließenden Verträgen oft nicht mit Sicherheit feststehen. Hier können Sie sich mit einem Vertragspassus behelfen, der eine Rückabwicklung vorsieht, falls ungewollte steuerliche Folgen eintreten (Steuerklausel). Falls Sie die Rückabwicklung dann tatsächlich durchführen, kann ebenso die Abänderung des Steuerbescheides wegen eines rückwirkenden Ereignisses beantragt werden.

EMF TEAM TIROL STEUERBERATER GMBH, v. l.: STB Dr. Verena Maria Erian, STB Mag. Eva Messenlechner und STB Raimund Eller

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anz egal, was sie vergessen haben oder was zu viel war: Innerhalb eines Monats nach Zustellung des Steuerbescheides können Sie ganz ohne Umschweife alles mit einer sogenannten Beschwerde richtigstellen. Doch mitunter kommt es vor, dass man erst viel später noch brachliegendes Steuersparpotenzial entdeckt. Im Folgenden verraten wir Ihnen, wie Sie nachteilige Fehler in Ihrer Steuererklärung auch noch Jahre später wiedergutmachen können. Wer die relevanten Paragraphen der Bundesabgabenordnung (BAO) kennt, hat gute Chancen.

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Aufhebung wegen Rechtsunrichtigkeit (§ 299 BAO) Bei jeder Art von Unrichtigkeit des Bescheidspruches kann innerhalb eines Jahres nach Erlassung eines erstinstanzlichen Bescheides dessen Aufhebung beantragt werden. Beispiel: Sie haben vergessen, einen kostspieligen Kongressbesuch im Ausland geltend zu machen. Tipp: Falls unklar ist, ob die Beschwerdefrist noch offen ist, kann aus Vorsicht immer auch ein Aufhebungsantrag eingebracht werden. Bei Aufhebungsanträgen wegen Widerspruches zu zwischenstaatlichen Vereinbarun-

Wiederaufnahme des Verfahrens (§ 303 BAO) Entdecken Sie einen Fehler erst ein Jahr nach der Zustellung des betreffenden Steuerbescheides und können Sie kein rückwirkendes Ereignis vorweisen, so ist ein Antrag auf Wiederaufnahme das Mittel der Wahl, wenn Sie noch innerhalb der Verjährungsfrist sind. Wurzelberichtigung Aber auch mit der Verjährung ist neuerdings noch lange nicht Schluss. Seit 2013 gibt es das Instrument der so genannten Wurzelberichtigung. Damit können Fehler aus bereits verjährten Zeiten, zurück bis in das Jahr 2003, im ersten noch nicht verjährten Veranlagungszeitraum korrigiert werden. Dies ist dann möglich, wenn der betreffende Fehler auch noch nicht verjährte Zeiträume berührt. 


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MOTOR.TIPP Scharfes S

Der Audi S3 ist derzeit das sportlichste Modell der aktuellen A3-Baureihe. Im Test beweist der kompakte Fünftürer nicht nur sportliche, sondern auch praktische Qualitäten. Text: Bruno König, Fotos: Tom Bause

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er neue A3, besonders als 5-türiger Sportback, findet nicht nur hierzulande reißenden Absatz. Das derzeit sportlichste Modell der Baureihe ist der S3 mit 300 PS. Dieser verteilt seine enorme Kraft mittels quattro-Antrieb auf alle vier Räder. Die Leistung entspringt einem aufgeladenen Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor, der sein maximales Drehmoment von 380 Nm bereits ab 1.800 Umdrehungen abgibt. Dadurch gibt’s so gut wie kein Turboloch und beeindruckende Fahrleistungen: In nur 4,9 Sekunden schießt der S3 auf Tempo 100. Der elektronische Riegel wird wie bei allen starken Audimodellen erst bei 250 km/h vorgeschoben. Durch das frühe Ansprechen des Turboladers fallen Überholvorgänge nicht nur spielend leicht, sondern machen auch sehr viel Spaß. Der enorme Vortrieb ist sogar bei hohen Geschwindigkeiten noch deutlich spürbar. Auf deutschen Autobahnen und einem Tritt aufs Gaspedal bei 200 km/h drückt

der Lader nochmals ordentlich auf die Tube. Bestens unterstützt wird das herrlich klingende Triebwerk dabei von der blitzschnellen 6-Gang-Stronic. Das sportliche Fahrwerk und die direkte Lenkung passen ebenfalls gut zum Charakter des S3. Sportlich praktisch Auch der Innenraum hält das, was die Fahrleistungen versprechen: Sportlichkeit bis ins Detail. S-Armaturen, Sportsitze, S3-Schriftzüge an Lenkrad, Drehzahlmesser und Ganghebel erinnern stets daran mit was man gerade unterwegs ist. Und alles in einer von Audi gewohnt hohen Verarbeitungsqualität. Dennoch kommt der Komfort nicht zu kurz und auch das Platzangebot kann sich sehen lassen. Vorne sitzt es sich ohnehin perfekt, in zweiter Sitzreihe finden zwei Erwachsene ebenfalls ordentlich Platz und können dank der Hintertüren bequem einsteigen.

Trotz des enormen Fahrspaßes, den der S3 seinen Insassen bietet, hält sich der Verbrauch mit 7,9 Litern auf sehr sportlich gefahrenen 100 Kilometern in Grenzen. Weniger in Grenzen hält sich jedoch der Preis: Unter 48.000 Euro spielt’s gar nix, der topausgestattete S3-Testwagen kam sogar auf über 64.000 Euro. 

Facts Audi S3 Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder Turbobenziner Leistung: 221 kW/300 PS Drehmoment: 380 Nm ab 1.800 U/min Beschleunigung: 4,9 sec von 0 auf 100 km/h Spitze: 250 km/h Testverbrauch: 7,9 Liter/100km CO2-Ausstoß: 162 g/km Crashsicherheit: 5***** (92 % lt. NCAP) Preis: ab 48.050 Euro

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Lifestyle.Tipp Designhotels

Vom Stand bis ganz nach oben, eine Nacht im Museum oder die Stadt im Rampenlicht: Die Designhotels auf diesen Seiten (www.designhotels.com) haben ihren ganz eigenen Stil und Style, Charme und Atmosphäre und sind deshalb unsere Places to be. Text: Marina Kremser

stadthotels Mainport, Rotterdam/Niederlande

Direkt am historischen Hafen Rotterdams gelegen, ist das Mainport der perfekte Ausgangspunkt für städtische Streifzüge. Die zweigrößte Stadt der Niederlande hat sich zum Architektur- und Designzentrum des Landes gemausert und definiert die niederländischen Traditionen neu. Tipp: Das Withstraat-Viertel mit seinen zahlreichen kleinen Boutiquen. Nach der Tour kommt man auch gern wieder zurück ins Hotel, hat doch jedes der 215 Zimmer einen eigenen Whirlpool, private Sauna und einen Jacuzzi mit Blick auf den Hafen im Schlafzimmer. Abends lockt Live-Musik in der nahe gelegenen Rotown-Bar. Ab 117 Euro pro Zimmer www.mainporthotel.com

Sense Hotel, Sofia/Bulgarien

Hotel Teatro, Porto/Portugal

Sofia zählt mit seiner über 7.000-jährigen Geschichte zu den ältesten Städten Europas. In den letzten Jahren hat sich Bulgariens Hauptstadt jedoch zu einer modernen Metropole mit zahlreichen Museen, Bars und Restaurants gewandelt. Ideal im kulturellen Zentrum und nur wenige Schritte von der bekannten Aleksander-Nevski-Kirche gelegen, bettet sich das Sense Hotel in einen Mix aus Alt und Neu, rundum locken diverse Bars für einen Absacker, den man etwa nach einen Besuch des National Opera House and Ballet einnehmen kann. Was man bei der coolen Rooftop-Bar aber eigentlich gar nicht braucht.

Porto ist mit seinem bunten Mix aus Museen, Konzerthäusern und erstklassigen Restaurants mindestens ebenso schön wie seine große Schwester Lissabon. Unbedingt besuchen sollten Sie das „Lello“, einer der schönsten Buchläden der Welt, oder das von Rem Koolhaas entworfene Konzerthaus Casa de Música. Aus einem – der Name lässt’s erahnen – ehemaligen Theater entstand dazu mitten in der Altstadt ein mondänes Hotel mit 74 Zimmern, das tief mit den kulturellen Traditionen seiner Umgebung verwurzelt ist.

Ab 75 Euro pro Zimmer www.sensehotel.com

Ab 89 Euro pro Zimmer www.hotelteatro.pt

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AUSSERGEWÖHNLICHE HOTELBARS Puro Oasis Urbano, Palma/Spanien Von den ultramodernen Audiosystemen in den Zimmern bis hin zu den eigenen Puro-Music-CDs – das in lässigem Schick gehaltene Puro Oasis Urbano war schon immer ein Synonym für gute Klänge, entspannte Coolness und unvergessliche Partys. Die sorglose Inselatmosphäre zieht sich durch das gesamte Hotel inklusive Opio-Bar, in der Details des historischen Stadtpalastes mit modernem Mobiliar in Erdtönen akzentuiert sind und in der erstklassige Cocktails serviert werden. Die Musik ist jedoch das Herz des Hotels: eigenes Aufnahmestudio und regelmäßige Sessions internationaler DJs inklusive. Ab 90 Euro pro Zimmer www.purohotel.com

New Hotel, Athen/Griechenland In der griechischen Hauptstadt lockt neben der Dachterrasse des „Fresh Hotel“ mit Blick über die Akropolis die neue Art Lounge des „New Hotel“, das internationale Kunst mit Blick über die historische Stadt zeigt und Treffpunkt für Hotelgäste wie Einheimische gleichermaßen ist. Ganz im Stil des eindrucksvollen Designs, das die traditionelle griechische Kultur mit moderner Kunst verbindet, ist die Bar im New Hotel eine gelungene Symbiose aus Alt und Neu. Bei Loungemusik, kreativen Drinks und Meze – kleinen, typisch griechischen Snacks – klingt der Tag hier perfekt aus. Ab 139 Euro pro Zimmer www.yeshotels.gr

Das Stue, Berlin/Deutschland Das Stue im Berliner Tiergartenviertel steht für lockere, zeitlose Eleganz. Hier genießen Sie bei einem Blick auf das Straußengehege des Hauptstadtzoos Martini & Co. Das Hotel mit seinen 80 Zimmern und Suiten umgibt ein Hauch von Dramatik, im Interior Design von Patricia Urquiola spiegelt sich dank eigens entworfener Möbel in kräftigen Farben das Flair alter Filmklassiker wider. Dank der Zusammenarbeit mit Till Harter, Gründer der bekannten Berliner „Bar Tausend“, zieht die Hotelbar auch viele Einheimische an, die hier bei Live-Auftritten einen Blick in Berlins renommierte Musikszene werfen und Cocktails schlürfen. Ab ca. 200 Euro pro Zimmer www.das-stue.com 23


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KUNSTKOLLEKTIONEN Château de la Resle, Montigny la Resle/Burgund – Frankreich Kunst braucht Raum und Räume brauchen Kunst. Dass diese Räume nicht zwangsläufig in Galerien oder Museen zu finden sein müssen, beweist dieses umgebaute Landhaus inmitten von Wäldern, Weinbergen und sanften Hügellandschaften. Die Besitzer Johan Bouman und Pieter Fransses stellen hier ihre private Kunstsammlung in den öffentlichen Bereichen und sechs Zimmern aus, darunter Werke von Arik Levy, Christiane Richter, Hendrik Kerstens, Lucebert und Zao Wou Ki. Ab 275 Euro pro Zimmer www.chateaudelaresle.com

Hotel Lone, Rovinj/Kroatien Das Hotel Lone mit seinen 236 Zimmern und 12 komfortabelen Suiten versteht sich gut darin, alte Traditionen mit modernen Einflüssen zu vereinen. Der kroatische Konzeptkünstler Silvio Vujicic ließ sich für das Fünf-Sterne-Haus direkt am Meer von der Geschichte der istrischen Region inspirieren und brachte Details alter Wandmalereien in reduzierter grafischer Form auf Leinwände. Im Atrium schwebt Ivana Frankas Installation „Room for Running Ghosts“. Ab ca. 110 Euro pro Zimmer www.lonehotel.com

The Dolder Grand, Zürich/Schweiz In exponierter Lage oberhalb des Zürichsees vereint das The Dolder Grand einige Superlative hinter den historischen Mauern – darunter eine beeindruckende Kunstsammlung: Über der Rezeption findet sich Andy Warhols „Big Retrospective Painting“, der Private Dining Room ist eine Hommage an den dänisch-französischen Impressionisten Camille Pissarro und sein vierteiliges Werk „Les Quatre Saisons“. Für eine private Führung durchs Hotel stehen iPads zur Verfügung. Ab 275 Euro pro Zimmer www.thedoldergrand.com

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Buch.tipp Begeistert Leben

Crazy Places

Was ist, wenn ich etwas gut mache, aber nicht besonders gern? Was, wenn ich etwas wirklich gern mache, aber nicht besonders gut? Und wie kann ich meinen Kindern und auch allen in meinem Umfeld helfen, ihr wahres Talent zu erkennen? Ken Robinson liefert in seinem Buch kluge und motivierende Antworten, die für Eltern ebenso passen wie für den CEO eines großen Unternehmens.

Spielplätze für Erwachsene rund um die Welt: Die Auswahl an ungewöhnlichen Orten in diesem Buch reicht von höchst exklusiven Besonderheiten bis hin zu originellen Low-Budget-Destinationen, vom Restaurant in der unterirdischen Lava-Höhle über den Drink in der Baumhaus-Bar bis zur Übernachtung in einem ehemaligen Gefängnis. Ein Muss für Weltenbummler, die das Besondere suchen.

Jakom Einkommensteuergesetz 2014

Green Hotels

Das EStG aktuell kommentiert – inkl. wesentlicher Neuerungen z. B. zur prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge. Einbändig, prägnant und durch fünf Autoren mit langjähriger beruflicher Erfahrung kompetent aufbereitet. Ein Standardwerk.

Kann man als umweltfreundlich denkender Mensch noch guten Gewissens reisen? Man kann, wie dieses Buch zeigt. Und so finden Sie hier 100 Reiseziele für nachhaltige Erholung – vom Luxushotel auf den Seychellen bis zum Biobauernhof im Allgäu.

Ken Robinson, ecowin Verlag, 312 Seiten, EUR 19,95

Linde Verlag, 2.048 Seiten, EUR 124,50

Nichts ist spannender als verkaufen Harald Messner, Linde Verlag, 270 Seiten, EUR 19,90

Verkaufsexperte Harald Messner zeigt Wege und Möglichkeiten, die tägliche Verkaufspraxis noch erfolgreicher zu gestalten. Er präsentiert Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Branchen sowie aus hunderten Verkaufstrainings und Workshops und liefert Anleitungen, neue Denkansätze, unkonventionelles Gedankengut und erfolgserprobte Lösungshilfen für praktisch alle Bereiche und Situationen des täglichen Verkaufsgeschehens.

Besser fix als fertig

Bernd Hufnagl, molden Verlag, 192 Seiten, EUR 22,99 Verkaufsexperte Harald Messner zeigt Wege und Möglichkeiten, die tägliche Verkaufspraxis noch erfolgreicher zu gestalten. Er präsentiert Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Branchen sowie aus hunderten Verkaufstrainings und Workshops und liefert Anleitungen, neue Denkansätze, unkonventionelles Gedankengut und erfolgserprobte Lösungshilfen für praktisch alle Bereiche und Situationen des täglichen Verkaufsgeschehens.

Birgit Krols, Brandstätter Verlag, 192 Seiten, EUR 22,50

Petra Percher / Robert Kopf, Brandstätter Verlag, 192 Seiten, EUR 19,90

Sommerküche

Lisa Lemke, Callwey Verlag, 176 Seiten, EUR 24,95 Sommer, Sonne, Lebenslust – was gibt es Schöneres, als Freunde zu treffen und richtig gut zu essen? Lisa Lemkes Kochbuch zeigt die schönsten Ideen für Sommergerichte, angefangen von einem Abendessen für viele Gäste bis hin zur Mahlzeit für die engste Familie. Dazu gibt’s Tipps und Tricks, damit das Fest auch für den Veranstalter richtig entspannt wird.

Haus & Auto

Andreas K. Vetter, Callwey Verlag, 176 Seiten, EUR 61,70 Fahrzeug und Architektur, passt das zusammen? Und ob! Beide Objekte lassen sich wunderbar miteinander vereinen. Beide sind von Menschenhand erschaffen und werden mit großer Sympathie behandelt. Dieses Buch zeigt 42 atemberaubende Häuser, bei denen Architekten auf vorbildliche Weise Auto und Wohnhaus miteinander verbunden haben. Achtung: Neidfaktor!

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short.cuts technik & trends

Stilsicher in den Herbst Die Zweitmarke B&O PLAY der dänischen Lifestyleschmiede Bang & Olufsen setzt mit ihrem Kopfhörer H6 neue Farbakzente. Ausgezeichnete Akustik, zeitloses Design und originalgetreue Klangwiedergabe ist man von B&O sowieso gewohnt – diese Attribute werden nun um eine zusätzliche modische Komponente erweitert. Die klingenden Namen der Farbtöne: Graphite Blush (eine Kombi aus Grau-Braun und einem lachsfarbenen Rot), Bronzed Hazel (Mischung aus hellem Braun und warmem Bronze) und Blue Stone (cooles, elegantes Blau). Die Hörmuscheln der Sonderedition sind zudem von feinstem Rindsleder und Lammfell umhüllt. Das macht die Kopfhörer auch nicht ganz billig, kosten sie doch 399 Euro pro Stück. Schön sind sie trotzdem!

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Sportlich Aufgrund ihrer zunehmenden Präsenz in der Welt des Golfs kreierte die Schweizer Uhrenmarke Omega die Seamaster-Aqua-Terra-„Golf“-Serie. Anlässlich der Lancierung der neuen revolutionären Master-Co-Axial-Werke werden die Modelle mit dieser neuen antimagnetischen Technologie ausgestattet und optisch leicht modifiziert. Mit charakteristischen grünen oder blauen, roten und goldenen Elementen auf dem Zifferblatt identifizieren sich die Uhren auch auf modische Weise mit dem globalen Sport. Insgesamt stehen von der „Golf“ drei Versionen zur Auswahl – zwei Modelle mit schwarzem Zifferblatt sowie eines mit weißem, das gleichzeitig dem Ryder Cup gewidmet ist. Die Uhren sind um 4.360 Euro (mit Lederband) bzw. 4.440 Euro (mit Stahlband) zu haben.

Lady-Bike Egal, ob Stadt oder Land: E-Bikes sind immer mehr im Kommen, weil man damit unkompliziert und trotzdem rasch vorankommt. Elektrofahrräder unterstützen dabei die eigene Trittleistung mit Elektromotoren und sorgen dafür, dass Sie weitere Strecken bewältigen können, ohne dabei völlig außer Atem zu geraten. Man kommt damit die Berge ebenso gut hinauf wie flott durch die Stadt. Einer unserer Radlieblinge ist das Velorapida Style, bei dem sich am LED-Display am Lenker Geschwindigkeit, Unterstützungsstufe und Strecke ablesen lassen. Ein hübsches Täschchen gibt’s auch dazu.

Und: Sollten Sie beim Biken dennoch ins Schwitzen kommen, empfehlen wir einen Spritzer des neuen Desigual-Dufts „Fun“ – riecht frisch, ohne aufdringlich zu sein.

Die Josef Schulte-Ufer KG entwickelt und vertreibt hochwertige Küchengeräte. Unser Markenzeichen, das Kleeblatt, steht für praktische, funktionale und ästhetische Produkte.

Zur Betreuung des Fach- und Möbelhandels in Österreich suchen wir zum 01.01.2015 (evtl. früher) einen engagierten

HandelSaGent (m/w). Wenn Sie eine eingeführte Handelsagentur betreiben, sich für die Produktwelt Küche und Kochen interessieren, leidenschaftlich gerne verkaufen und Kundenkontakte im Fach- und Möbelhandel besitzen, dann bewerben Sie sich! Wir bieten Ihnen eine gute Marktpositionierung, ein solides Vertriebsumfeld sowie zeitgemäße, hochwertige Produkte.

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an: Volker Voss Josef Schulte-Ufer KG · Hauptstr. 56 · D-59846 Sundern Telefon +49 (0) 29 33 - 98 12 21 Mobile +49 (0) 1 70 - 2 37 98 10 E-Mail: volker.voss@schulte-ufer-kg.de

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