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TÄGLICH AKTUELLE BRANCHEN-INFORMATIONEN UNTER WWW.DMM.TRAVEL

Juli / August 2017 69 707 I 6,50 Euro www.dmm.travel www.csr-award.de www.newfleet.de www.newbusinessaviation.de

Mehr Effizienz bei Geschäftsreise I Firmenwagen I Veranstaltung

Unkompliziert und effizienter •••

Anreise mit e-Ticket Eigenvertrieb macht Schule ••• Warum nicht direkt buchen als Alternative

Smart Shopping mit Billigfliegern ••• LC-Carrier im Aufwind, aber kaum günstiger

Veranstaltungsmarkt weiter positiv ••• Anbieter zuversichtlich auch für 2017

Besser kalkulieren mt WLTP ••• Ab September: Neuer Verbrauchsstandard


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Editorial • Unter uns

Fliegen Sie ab und an mit Delta Airlines? Dann könnten Sie mit etwas Glück um bis zu 10.000 US-Dollar reicher werden. So viel jedenfalls will Delta im Einzelfall jenen Passagieren bieten, die im Fall einer überbuchten Maschine freiwillig auf ihren Flug verzichten. 9.400 Euro ist ein Batzen Geld. Freilich wird’s i.d.R. etwas weniger sein: Denn die Fluglinie teilte mit, sie empfehle ihren Mitarbeitern am Gate, Passagieren bis zu 2.000 USD schmackhaft zu machen, wenn sie ihren Sitzplatz freigeben. •••

DAS AUF UND AB IN 2017 Geschäftsreisende müssen mobil arbeiten können – auch im Flugzeug. Das von USA und UK im März verhängte Laptop-Verbot an Bord bestimmter Direktflüge aus muslimischen Ländern schränkt die digitale Arbeitsmobilität ein. So weit, so schlecht. Zum Glück wird der Electronic Ban für Europa bis auf Weiteres nicht umgesetzt. Dafür aber ist der Reisebann für Bürger aus sechs muslimischen Ländern nun doch gestartet worden. Welchen Sinn macht noch die Ausstattung aller Langstreckenflugzeuge für Breitbandinternet, wenn man sein Laptop oder Tablet nicht mehr mit an Bord nehmen darf? Diese Frage muss man als Businesstraveller schon stellen dürfen. So oder so bringt ein Laptop-Verbot nur Unannehmlichkeiten mit sich, und zwar für alle Parteien: Die Airports müssen mit einem intensiveren Kontrollaufwand beim Check-in und evtl. am Gate rechnen, die Fluggesellschaften müssen evtl. Nachkontrollen in der Kabine durchführen, dafür sorgen, sichere Laptops auf Leihbasis zu überlassen, wie dies z.B. Emirates oder auch Turkish Airlines zumindest für BC-Gäste praktizieren. Bei der Menge an Flügen über den Atlantik kommen da schnell hohe Summen zusammen. Businesstraveller müssten ihre mobilen Endgeräte (mit Ausnahme der Smartphones) beim Check-in mit dem Reisegepäck abgeben. Danach könnten sie weder in einer Lounge noch danach im Flugzeug vernünftig arbeiten. Übrigens wären auch USStaatsbürger auf Europaflügen betroffen. Nach Expertenmeinung ist vollkommen egal, wo ein mobiles Endgerät im Flugzeug untergebracht wird, ob in der Kabine oder im Frachtraum. Das alles haben die Sicherheitsexperten in USA zum Glück doch noch erkannt und den Europa-Bann bis auf Weiteres gestoppt. Ausgeträumt. Etihad hat das 2016 vereinbarte TUIfly-NIKI-Etihad-Joint Venture platzen lassen. Damit rückt die Gründung einer star-

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ken Touristik-Airline in den Hintergrund und eine Übernahme Airberlins durch die Lufthansa näher. Auch wenn die LH sich noch ziert... Krisentreffen. Die Luftfahrt steht weltweit vor neuen Herausforderungen. Auf dem IATA-Familientreffen im mexikanischen Cancun war die Unsicherheit vieler AirlineVertreter über die Entwicklung in Zukunft mit der Hand zu greifen. Erst recht angesichts des Ärgers mit dem Emirat Katar und dessen staatlicher Qatar Airways. Den Netzcarriern scheint das Geschäft teilweise zu entgleiten, schießen doch laufend neue LCCarrier aus dem Boden, vor allem in Mittelund Südamerika sowie Asien. Und bestehende beginnen mit Langstreckenflügen und Umsteigeverkehr. Lufthansa, Air France und British Airways reagieren mit dem Ausbau (Eurowings) bzw. Gründung eigener Billigflugtöchter (z.B. Level bei IAG). In dem Zusammenhang wird auch deutlich, was hinter den Sorgen von Airbus und Boeing steckt: Es kommt kaum noch zu Neubestellungen von Großraumjets, die Auslieferung bestellter Widebodies wird zeitlich verschoben und die Programme B747 sowie A380 stehen vor dem Aus. Auswirkungen auf die Luftfahrt? Das Berliner Establishment überschlägt sich mit Vorschlägen, wie man den Feindnationen Russland, Türkei und neuerdings USA am

besten beikommt. Drei Bösewichter sind ausgemacht, die u.a. der Geschäftsreisebranche gefährlich geworden sind oder noch werden: Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdog˘an und nun Donald Trump. Die beiden Erstgenannten haben bereits für einen massiven Einbruch bei Geschäftsreisen gesorgt, beim neuen US-Präsidenten weiß man es noch nicht so recht. Aber Amerika deswegen unzuverlässig? Wer bitteschön hat denn die Grundsteine dafür gelegt, dass Deutschland prosperieren konnte, dass wir z.B. reisen können wohin, wann und wie wir wollen? Seit Trump’s verkündetem Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, könnte der Plan CORSIA des internationalen Luftfahrtverbands ICAO zur zuerst freiwilligen, dann verpflichtenden Reduzierung des CO2 Ausstoßes durch die Luftfahrt Makulatur werden. Denn die Luftfahrt ist zu global, um die US-Fluglinien aus dem Reduktionsprogramm einfach herausnehmen zu können. Dennoch halte ich die Häme im Umgang mit Trump für unangemessen. Denn auch in Berlin läuft vieles schief. Die Erodierung der Wahrheit ist leider auch hier zu Lande weit vorangeschritten. Freuen Sie sich auf eine spannende Lektüre und schauen Sie gerne auf dmm.travel und newfleet.de vorbei. Ihr Gernot Zielonka Herausgeber und Chefredakteur

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Inhalt • Juli/August 2017

Fotos Markus Hammrich / flickr.com I DLR I viennapro /fotolia.com Titelmotiv MVV

E-Ticket für alle ÖPV-Services

Lowcost im Steigflug

Realistischere Verbrauchswerte

Bundesweit und flächendeckend soll ein elektronisches Ticket kommen, mit dem man alle U- und S-Bahnen, Strabas und Busse nutzen kann. Die Buchung erfolgt bargeldlos und die Reise dann ohne Papierfahrschein.

Um Geschäftsreisende von den großen Airlines zu sich zu ziehen, bieten LCCarrier zusätzliche Flüge zwischen den europäischen Wirtschaftsmetropolen an. Die Netzcarrier versuchen gegen­ zusteuern mit eigenen Angeboten.

Mobilitätsmanager und Freiberufler ­müssen beim Treibstoffkonsum der Firmenautos rechnen. Die Orientierung am NEFZ ist bisher weitgehend sinnlos; mit dem neuen Standard WLTP können sie wirklichkeitsnäher kalkulieren.

Seite

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Trendmonitor 6 I Branchen-Beobachtungen

News 8 I Wissenswertes in Kürze

Titelstory 14 I E-Ticket für alle ÖPV-Services Mit dem Universal-Ticket sollen der Tarifdschungel und die beschwerliche Sucherei nach dem passenden Fahrausweis ein Ende haben.

Geschäftsreise 17 I Verknüpfte Fernverkehrshalte Bis 2030 will NRW 18 Städte mit dem künftigen RRX im 15-Minuten-Takt miteinander verbinden. 18 I Smart Shopping mit Billigfliegern Die Lowcost-Fliegerei nimmt auch 2017 zu. Die Netzcarrier versuchen mit neuen Angeboten gegen­zusteuern – auch auf Langstrecken. 21 I Bonusprogramme Juli/August AirCanada führt wieder ein eigenes Vielfliegerprogramm ein. 22 I Gemeinsam fliegt sich‘s besser Die Star Alliance feierte 20. Geburtstag. Wettbewerb zum Jubiläum.

Seite

18

Seite

24 I Auf dem Weg zur Nummer Eins Der Flughafen München feierte sein 25-jähriges Bestehen. Die Lufthansa orientiert sich mit der Stationierung von A350 – und neuerdings auch A380 – verstärkt in Richtung MUC. 26 I Eigenvertrieb macht Schule Vorteile für Airlines und Kunden; DRV und GDS-Anbieter kochen vor Wut. 27 I Veränderungen bei Flugstrecken Nützliches für die Reiseplanung.

38 I Geschäftswagen des Monats BMW 5er Touring – unschlagbar guter Kombi aus Dingolfing. 40 I Neu im SUV B-Subsegment Opels neuer Crossland X. 41 I Cleveres Update mit Spaßfaktor Mazda‘s neuer CX-5. 42 I Klein, fein und sehr vernetzt Seat‘s todschicker Ibiza. 43 I I-Pace – elektrisch in die Zukunft Jaguar setzt auf Stromer.

Hotel & Veranstaltung

Recht & Steuern

28 I Steigende Teilnehmerzahlen 2016 zählte der Tagungsstandort Deutschland 3,02 Mio. Veranstaltungen mit 394 Mio. Teilnehmern.

44 I Geschäftsreisen privat verlängern Gemischte Aufwendungen können laut BFH in betrieblichen und privaten Part aufgeteilt werden.

29 I Das neue Gesicht zur Stadt Moderner Auftritt am Rheinufer: Die Messe der Metropole Düsseldorf.

45 I Rechtsprechung – wichtige Urteile

30 I Neue Betten für Geschäftsreisende Die aktuellen Hoteleröffnungen.

46 I 150 Jahre Brennerbahn Die Eisenbahnachse München – Verona gehört zu den großen europäischen Ver­kehrsadern und gewinnt an Bedeutung für den Geschäftsreisesektor.

NewFleet 32 I Geschäftswagen-News Wichtiges aus der Branche 34 I Realistischere Verbrauchswerte Mobilitätsmanager und Freiberufler müssen beim Firmenauto rechnen. 36 I Arteon: Zwei automobile Welten VW‘s neues Spitzenmodell.

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Vorbild und Modell

Inside 48 I Köpfe & Skurriles

Vorschau 50 I DMM 09.2017 und Impressum

Die nächste Ausgabe DMM »Der Mobilitätsmanager« 09.2017 erscheint am 08.09.2017.


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Trendmonitor

Foto Petra Bork /Pixelio.de Online-Info www.mercer.com I www.eca-international.com

ZUR OPTIMIERUNG IHRES BUSINESS: IN JEDER AUSGABE DIE AKTUELLEN

BRANCHENTRENDS IN ZAHLEN Aktuelle Markt- und Preis­­ent­wick­lungen im Business Travel Marktbeobachtungen von Jürgen Baltes

Der Markt I Juli /August 2017

TEURE UND BILLIGE PFLASTER Unternehmen, die Mitarbeiter rund um die Welt im Einsatz haben, kennen die Situation: Übernachtungs- und Lebenshaltungskosten können je nach Standort um ein Vielfaches differieren. Die internationale Personalberatung Mercer hat gerade im 23. Jahr die Kosten für Expats in 209 Städten rund um die Welt verglichen. Immergleiche Top-Ziele. Dabei führen seit Jahren die gleichen Städte die Rangliste an, etwa Hongkong, Tokio, Singapur, Zürich oder auch Genf. Auffallend ist allerdings eine afrikanische Stadt, die sich in der Erhebung 2017 auf Platz eins vorgearbeitet hat: die angolanische Hauptstadt Luanda. Als Grund gibt Mercer nicht zuletzt die Ausgaben für Sicherheit und verschiedene Güter an. Einfluss der Wechselkurse. Eine zentrale Rolle spielen auch die Wechselkurse: Dass viele europäische Großstädte im Vergleich günstiger geworden sind (siehe Tabelle), liegt vor allem an der Schwäche des Euro gegenüber der Referenzwährung US-Dollar. Im Ranking der deutschen Städte untereinander liegt erwartungsgemäß München vorne, es folgen Frankfurt und Berlin. Günstigster deutscher Standort für Expats ist Leipzig auf Rang 172.

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Moskau hoch, Kairo runter. Das Wiedererstarken des Rubels hat Moskau innerhalb des letzten Jahres kräftig nach oben kata­ pultiert. Ähnlich sieht es in Brasilien aus, wo Rio und Sao Paulo durch den starken Real nach oben schnellen. Kairo dagegen fällt durch das schwache ägyptische Pfund fast ans Ende der Skala. Als teuerste Stadt in Kanada hat Vancouver Toronto abgelöst. Abweichende Ergebnisse. Das ConsultingUnternehmen ECA International, das ebenfalls jährlich Indizes für rund 400 Städte weltweit erstellt, kommt zu leicht abweichenden Ergebnissen. Hier liegt Juba im Südsudan auf Platz eins vor Luanda. Es folgen die vier Schweizer Städte Zürich, Genf, Bern und Basel und auf Platz sieben Kinshasa. Weiter hinten liegen Hongkong (Platz 12), Tokio (16) und New York (20). Mehr als Hotelpreise. Während Mercer und ECA für den Kostenvergleich bis zu 200 Produkte und Dienstleistungen analysieren, darunter Unterkunft, Transport, Nahrungsmittel und Kleidung, fördert der reine Vergleich von Übernachtungspreisen, wie ihn etliche Anbieter regelmäßig durchführen, ganz andere Ergebnisse zutage. Der aktuelle World Lodging Cost Index von Bloomberg etwa führt zu folgendem Resultat: Die höchsten Übernach-

••• Die teuersten/günstigsten Städte* Rang Stadt

Rang Stadt

1 Luanda (2) 14 Moskau 2 Hongkong (1) 27

(67)

Sao Paulo (128)

3 Tokio

(5) 30 London (17)

4 Zürich

(3) 62 Paris

(44)

5 Singapur(4) 78 Wien

(54)

6 Seoul (15) 98 München (77) 7 Genf

(8) 117 Frankfurt (88)

8 Shanghai(7) 183 Kairo 9

(91)

New York (11) 200 Minsk

(204)

(13) 209 Tunis

(203)

10 Bern * 2017 (2016) 

Quelle: Mercer

tungspreise finden sich 2017 in Reykjavik, gefolgt von Boston, Dubai, San Francisco und Miami. Basis für die Erhebung sind Daten von Expedia und Airbnb. Gerade hat auch die Buchungsplattform Campsy eine Städteanalyse vorgestellt. Demnach sind Monte Carlo, St. Tropez, Reykjavik, San Francisco und New York die teuersten Pflaster, die günstigsten Kuala Lumpur, Skopje, Tirna und Sofia. Basis sind die Preise von Hotels, Hostels, Airbnb und Homeaway. •••

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


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News • • • Pendry Hotels & Resorts

LUXUS PUR IN BALTIMORE Foto: Hyatt, Anthony Parkinson

Mit dem Sagamore Pendry Baltimore hat die Luxus-Boutique-Hotelmarke Pendry Zuwachs in einem der am besten erhaltenen historischen Viertel der USA erhalten, dem Hafenviertel „The Fell’s Point“ in Baltimore. Der Recreation Pier, an dem sich das historische Gebäude befindet, war einst nach New York das wichtigste Tor für Einwanderer in die USA. Wäh-

• • • Hyatt Regency

rend Charme und Aura des historischen Viertels noch heute spürbar sind, wurde das Innere des Hotels höchsten Ansprüchen gemäß ausgestattet. 128 Luxuszimmer und Suiten sowie Raum für Veranstaltungen jeglicher Art finden Meetingplaner und Geschäftsreisende vor. Das Haus verfügt u.a. über einen 420 m2 großen Ballsaal aus dem Jahr 1914. •••

Das neue Hyatt Regency Amsterdam ist das erste der Marke Hyatt Regency. Es liegt zentral im Plantage-Viertel, einem naturbelassenen grünen Stadtteil am Rande des trendigen East Districts. Das Messe- und Kongresszentrum RAI ist knapp 10 Minuten mit der Straba und der Flughafen 20 Minuten entfernt. Die Größe der 211 Zimmer inklusive 15 Suiten variiert von 30

bis 126 m2 (Spinoza Suite). Zur Ausstattung zählen bewegliches Mobiliar und ein großzügiger Arbeitsbereich. Auf einer Fläche von über 500 m2 bietet das Haus flexible und helle Meeting- und Eventräume. Das professionelle audiovisuelle Equipment steht für jegliche Anlässe wie z.B. Konferenzen oder Events zur Verfügung. Mit 191 m2 ist der Ballsaal der

größte Eventraum des Hotels. Eichenparkett, deckenhohe Fenster mit Blick auf den Singelgracht Kanal und ein separater Eingang machen ihn flexibel nutzbar. Das angrenzende Foyer lädt zu Kaffeepausen ein. Für kleinere Gruppen stehen drei individuelle Konferenzräume, die sowohl einzeln als auch gemeinsam genutzt werden können, zur Verfügung. •••

Neues Business-Hotel für Hamburg In Hamburg im Stadtteil St. Georg entsteht aktuell das Bauvorhaben „Konrad“, dessen Name auf seine Lage an der Adenauerallee zurückgeht. Es wird aus einem exklusiven Wohnturm und einem Hotel der Marke Courtyard by Marriott bestehen. Das Hotel wird 277 Zimmer, 600 m2 Konferenzfläche, ein Restaurant mit 150 Sitzplätzen, eine Bar, einen großzügigen Fitness- und Wellnessbereich in den obersten zwei Etagen sowie Tiefgaragenplätze umfassen. Es befindet sich nahe der Innenstadt mit kurzen Entfernungen zu Hauptbahnhof und Alster.

Abbildung: ABG

Foto: Pendry Hotels & Resorts

TAGEN AM SINGELGRACHT-KANAL

••• Hotel & Veranstaltung Accor: Novotel in Londons Canary Wharf an der Marsh Street eröffnet. Mit Gemüsegarten! 313 Zimmer incl. 26 Suiten und umfangreiche Tagungsmöglichkeiten. Raffles London, ein Luxushotel mit dazugehörigen Apartments, entsteht im ehemaligen Kriegsministeriumsgebäude in Whitehall bis 2020. Adina: Im ehemaligen Flaschenkeller der Ganter Brauerei in Freibug entsteht ein neues Apartment Hotel: 117 Apartments mit 27 bis 45 m2., Eröffnung 2019/2020. aquaTurm: Neues Designhotel in Radolfzell am Bodensee (20 Zimmer). Gebäude versorgt sich komplett aus erneuerbaren Energien. B&B: Hotel Halle (Saale) nahe Hbf eröffnet. 102 Zimmer. In Neuss entsteht auf der Fläche „Pierburg alt“ bis 2018 ein B&B-Hotel.

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Bauart: Am Bahnhof Forchheim (nahe Bamberg) entsteht ein Apartmenthotel mit 77 Zimmern und großzügigen Apartments ­speziell für Geschäftsreisende. Best Western: Hotel Brunnenhof in Weibersbrunn, Spessart heißt jetzt Best Western Hotel Brunnenhof. 52 Zimmer. Tagungs- und Veranstaltungsbereich mit drei Räumen für bis zu 150 Personen. Hotelkette Sweden Hotels (180 Häuser, davon 135 in Schweden) erworben. Centro: 2019 Neueröffnung in ­Heidelberg. Es ist das vierte der Lifestyle- und Budgetmarke Ninetynine Hotels. 107 Zimmer. Choice Hotels: Boutique-Marke Ascend Hotel Collection eröffnet Anfang 2018 erstes deutsches Haus. Das neue V8 Hotel Köln @ MOTORWORLD wird Teil der

Erlebnis- und Eventlocation rund um das Thema Mobilität, die im Frühjahr 2018 eröffnet. CWT Meetings & Events: OnlineTool CWT easy2meet erleichtert die Recherche von Tagungs- und Hotelkontingenten und zeigt aktuelle Verfügbarkeiten in Echtzeit an. Direkte Buchung möglich. In Deutschland stehen Veranstaltungsplanern damit mehr als 2.500 Hotel- und Veranstaltungsräume auf der Plattform zur Angebotskonfiguration zur Verfügung. Dehoga: Nach verstärkten Kontrollen wurden 1.300 Verdachts­ fälle von Sterne-Fälschung ermittelt. In Deutschland gibt es ca. 9.000 klassifizierte Sterne-Hotels. Derag Livinghotels: Pro-Gast-Service-Segment ausgebaut und Buchungs-Optionen durch die Koo-

peration mit Acomodeo (erste globale Direktbuchungsplattform für professionell geführte Serviced Apartments) erweitert. Deutsche Hospitality: Intercity Hotel Duisburg hat eröffnet. 176 Zimmer. Steigenberger Hotel Stadt Lörrach hat eröffnet. Das 4*-Haus verfügt über 178 Zimmer und Suiten. Für Tagungen Konferenzbereich mit 600 m2. Dorint Parkhotel Bremen: Ver­ anstaltungsbereich des 5*-Hauses im Bürgerpark neu gestaltet und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Flughafen Düsseldorf: Neues Konferenzcenter „DUSconference plus“ im Terminal auf ca. 3.000 m2. Business Lounge, 15 Boardrooms für bis zu 12 Personen, 10 Konferenzräume für bis zu 320 Personen.

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Täglich aktuelle News unter www.dmm.travel

News

• • • Rezidor Hotel Group

••• Hotel & Veranstaltung

RADISSON BLU IN GENF In Genf entsteht bis 2021 ein neues Radisson Blu Hotelprojekt. Das Haus wird zwischen der Innenstadt und dem Flughafen Genève Coin­trin liegen. Die Rezidor Hotel Group betreibt bereits am Flughafen Zürich sowie in Basel, Luzern und St. Gallen vier Radisson Blu Hotels.

IHG: Hotel Indigo Warsaw – Nowy Swiat eröffnet. Das Boutiquehotel (60 Zimmer) befindet sich zentral an der Nowy Swiat-Straße, einer der historischen Hauptgeschäftsstraßen Warschaus. .

Kultur und Architektur individuell anpassen. Ein 350m² großer Ballsaal, 8 Meetingräume sowie 8 hochwertige Boardrooms werden über ein zentral gelegenes Tagungsfoyer miteinander verbunden. Die großzügigen Konferenzmöglichkeiten unterstreichen den starken Fokus auf den

Kimpton: In Amsterdam hat das Kimpton De Witt (Luxushotel der Boutiquemarke) eröffnet. 274 Zimmer. 8 Konferenzräume. Leonardo: Im März 2018 eröffnet in München ein NYX Hotel. Es ist das erste Haus der neuen Lifestyle-Marke in Deutschland. Im Frühjahr 2019 folgt das NYX Düsseldorf, 2020 das NYX Hamburg. Lindner: Mit der MICE-Buchungsmaschine meeton.lindner.de können Veranstaltungen inklusive Hotelzimmer direkt online gebucht werden. Schwerpunkt sind dabei kleine, standardisierte Veranstaltungen von ein bis drei Tagen und bis zu 29 Personen. Hanseatic und Tönnies bei me and all Hotels eingestiegen. Louvre Hotels: Relaunch der 4*-Marke Golden Tulip. Neues Logo, Renovierung aller Häuser und neues Tagungskonzept mit neuester Technologie, High-Speed-Internet und „Break-Räumen“. Marriott: AC by Marriott Mainz (58 Zimmer) hat eröffnet. Die Boutique-Marke feiert damit zugleich ihren Deutschland-Start.

Abbildung: Carlson Rezidor Hotel Group

NH Hotels: Veranstaltungsplaner erhalten auf meetings.nh-hotels. de in Echtzeit transparente Angebote für Veranstaltungsanfragen. Pro Anfrage können maximal zwei Veranstaltungsräume für insgesamt 50 Personen gebucht werden.

Das neue Business- und Konferenzhotel wird über 250 moderne Gästezimmer und Suiten verfügen. Diese werden nach dem neuesten Radisson Blu Interior Design „BluPrint“ gestaltet, das typische Designklassiker mit maßgefertigter Möblierung und Ausstattung kombiniert. Zudem soll sich das Haus der örtlichen

Geschäftsreisemarkt und den Eventtourismus. Ein All-DayDining-Restaurant sowie eine Hotelbar und Lounge mit ergänzenden Angeboten runden das Hotelprojekt ab. Zum Angebot gehört ebenfalls ein Wohlfühlbereich mit Fitnesscenter und Wellness/Spa auf insgesamt rund 600m². •••

Prizeotel: Neues 160-Zimmer-Haus entsteht in Hallbergmoos westlich und 10 Autominuten vom Airport München entfernt. Scandic: Neues Meeting-Konzept der größten Hotelkette Nordeuropas für Deutschland, Polen und Belgien. Ausbildung von 500 Tagungsberatern in Kooperation mit der Digital Business School Hyper Island, kreative Ideen für Meetings, z.B. Mobiltelefone müssen abgegeben werden. Buchbar ist das neue Meetingkonzept in den Häusern in Hamburg und Berlin und ab August erhältlich. TUI: Neue Hotelmarke TUI Blue expandiert. Mit dem TUI Blue Pulse Montafon entsteht in den österreichischen Orten SchrunsTschagguns ein weiteres Berghotel der Marke. Die Arbeiten für den Neubau mit 149 Zimmern sollen im Sommer 2019 abgeschlossen sein. Darüber hinaus werden geeignete Hotels aus dem bestehenden TUI Hotels & Resorts Portfolio in TUI Blue Häuser umgewandelt. Ab der Sommersaison 2018 werden das TUI Blue Rocador auf Mallorca, das TUI Blue Falesia in Portugal, das TUI Blue Palm Beach Palace auf Djerba sowie das TUI Blue Marmaris Imperial in der Türkei das Angebot ergänzen. Wyndham: Super 8 Freiburg mit 205 Zimmern hat eröffnet. Das Haus liegt auf dem ehemaligen Areal Güterbahnhof Nord. Das Stadtzentrum befindet sich nur wenige Minuten entfernt, die Messe ist fußläufig zu erreichen.

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News • • • Icelandair

HOMMAGE AN VATNAJÖKULL

Abbildungen: British Airways

Zum 80. Geburtstag schickt Icelandair mit dem Vatnajökull-Jet ein fliegendes Gletscherkunstwerk in die Lüfte. Die Vatnajökull ist im gesamten Streckennetz des Carriers unterwegs und quert täglich den Atlantik. Die B 757-200 ziert ein gigantisches, von Hand gestaltetes Bild des Gletschers, der zu den sieben Naturwundern Eu-

• • • British Airways

Foto: Icelandair

NEUES DESIGN FÜR JFK-TERMINAL 7 • Kulinarisches Angebot im authentischen New Yorker Stil. • Attraktiver Shopping-Bereich für zollfreie Einkäufe. Das Neudesign soll Ende 2018 abgeschlossen sein. Die großzügig modernisierte Check-in-Halle wird dann eigene Bereiche für Reisende in Club World und First mit mehr Privatsphäre und Exklusivität bieten. Die Gestaltung orientiert sich an der Anmutung des neu eröffne-

ten „First Wing“-Bereichs am Terminal 5 in London Heathrow und dem neuen Premium-Check-in des Londoner Gatwick Airports. Reisende in Club World und First sowie Gold- und Silber-Mitglieder im Executive Club (BA-Vielfliegerprogramm) erleben dann in neu designten Lounges mehr Raum und können wie im Restaurant dinieren. Der Concorde Room (First) wird ebenfalls modernisiert. •••

State-of-the-Art-Sound bei Turkish Airlines Absolut ungestörten und klangreinen Genuss bieten innovative High-End-Kopfhörer, die Turkish Airlines an Bord seiner Flugzeuge auf internationalen Flügen in der Business Class anbietet. Die Headphones sind speziell für Langstreckengäste entwickelt. Sie verfügen über „atmende Ohrkissen“, eine hervorragende Klanqualität, sie lassen keine störenden Umgebungsgeräusche durch und sie sind leicht zusammenklappbar und verstaubar.

Foto: Turkish Airlines

ropas zählt und mit 8.000 km2 die größte Gletschermasse des Kontinents darstellt. Auch im InterieurDesign hält das Thema Einzug. So sorgen z.B. blaue LED-Installationen in der Hauptkabine für stimmungsvolles Licht. Der Trolley verwandelt sich in eine Mini-Eishöhle, während Becher, Servietten und sogar die Tüten für Reiseübelkeit tragen das Gletscherdesign. Alle Icelandair-Flugzeuge sind nach isländischen Vulkanen benannt. Die Vatnajökull ist das zweite fliegende Kunstwerk der Flotte. •••

British Airways designt mit Millionenaufwand Terminal 7 am JFK komplett neu. Die Modernisierung beinhaltet folgende Komponenten: • Erweiterter, großzügiger Checkin-Bereich. • Exklusiver Premium-Check-in mit Fast Track. • Modernisierte Lounges in neuem Design mit mehr Raum. • Neue, komfortable Sitzbereiche mit zusätzlichen Steckdosen.

••• Luftfahrt Cathay Pacific: Mit A350-900 ab Oktober 2017 vier zusätzliche Flüge Hong Kong - San Francisco (dreimal täglich!).

Flotte. Neue A380- Bord-Lounge bietet mehr Sitzmöglichkeiten (8) in einer neuen Anordnung auf beiden Seiten der Bar.

Condor: Ab 18. Mai 2018 Direktflüge von Frankfurt nach Phoenix/ Arizona. B 767-300 startet immer montags nd freitags. Auch für Geschäftsreisende attraktive Frequenzen nach Calgary (Kanada) werden von drei auf vier Flüge pro Woche aufgestockt.

Eurowings: Kostenfreier Besuch der LH-Lounges gilt jetzt nur noch für Kunden, die die Tarife „Smart“ oder „Best“ gebucht haben.

Delta Airlines: Für 620 Mio. USD jetzt 36,2 % der Anteile an der Grupo Aeromexico. Geplant ist eine weitere Aufstockung auf 49 %. EL AL: Modernisierung der Flotte mit B 787 Dreamlinern. Alle B 737900 erhalten Wifi-Systeme. Emirates: Neue Kabinen-Features und überarbeitete Produktangebote an Bord der A380- und B 777-

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Flughafen Dortmund: Fünf neue E-Autos die auf dem Vorfeld und der Landseite eingesetzt werden. Flughafen Innsbruck: Terminal aus dem Jahr 1964 soll aus- und umgebaut werden, um internationalen Standards zu genügen. Der Start ist nach Architektenwettbewerb für 2019 geplant. KLM: Passagiere können weltweit Buchungsinformationen, Checkin-Erinnerungen, die Bordkarte und den Flugstatus über Twitter und WeChat abrufen. Ein Social-Media-

Team steht allen KLM-Gästen offen, die ihr Ticket über klm.de buchen oder online einchecken. Korean Air/Delta: Die beiden SkyTeam-Gründungsmitglieder verstärken ihre Zusammenarbeit im transpazifischen Raum: Ziel: Reisemöglichkeiten zwischen Asien und den USA verbessern. Lufthansa: Künftige B 777-9 mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne First Class, stattdessen denkt das Management über eine ‚Business Plus‘ nach. A380, A350 und B 747-8 sollen weiter mit ihren bisherigen BC-Sitzen fliegen. Die Business Plus könnte laut LH-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister so gut wie die heutige First sein. Ryanair: 2018 ist die Stationierung von 12 Boeing-Jets am Frankfurter Flughafen geplant.

SkyTeam: Die Luftfahrtallianz wird noch 2017 eine Lounge am Vancouver Int. Airport eröffnen. Zugang haben alle First-, Businessund Elite Plus-Passagiere der neun Mitgliederairlines, die den Flughafen aktuell anfliegen. Swiss: Passagiere der Business Class der Triplseseven-Flotte müssen bei Buchung eines der Privacy Seats mit ein klein wenig mehr Komfort zwischen 99 bis 199 Schweizer Franken, umgerechnet rund 93 Euro bis 187 Euro zusätzlich bezahlen. Die neue BC in den B 777-300ER besticht durch zusätzlichen Stauraum und mehr Privatsphäre. Durch die versetzte Anordnung befindet sich am Fenster stets ein Einzelplatz, gefolgt von einem Doppelplatz, dahinter wieder ein einzelner Sitz usw.. Bei Businesstravellern sehr beliebt.

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


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News

Italienisches Kabinendesign für ACJ 319neo

Foto Airbus

Airbus Corporate Jets und das italienische Hypercar Atelier Pagani Automobili haben gemeinsam ein neues Kabinendesign für die ACJ319neo entwickelt. Auf der EBACE in Genf wurde „Infinito“ gezeigt. Eines der Highlights ist die “sky ceiling”, die einen Live-Blick auf den Himmel zulässt oder irgendwelche Bilder. Verwendet werden laut Horacio Pagani, Gründer und Chef Entwickler des Unternehmens Pagani Automobili SpA., state-of-the-art Composite-Materialien wie etwa CarboTitanium. Je nach Wunsch lassen sich Lounge- und Konferenzbereiche einbauen mit Zwischenwänden, die auf Knopfdruck durchsichtig werden können. Im Businessjet finden bis zu acht Passagiere Platz. Der Jet hat eine Reichweite von 12.500 km (6.750 nm).

• • • ANA

• • • United Airlines

MÜNCHEN – SAN FRANCISCO TÄGLICH Geschäftsreisende können noch bis 04. September 2017 täglich mit einem United-Dreamliner nonstop von München nach San Francisco fliegen. Ab San Francisco bietet United pro Tag 300 Verbindungen zu 80 Destinationen auf dem gesamten amerikanischen Kontinent. Münchens Flughafenchef Dr. Michael Kerkloh hob anlässlich des Erstfluges die Bedeutung der neuen Verbindung hervor: „Wir freuen uns sehr darüber, dass United Airlines nun auch San Francisco direkt ans bayerische Luftverkehrsdrehkreuz anbindet.“ Die Flugzeit beträgt Richtung Westen 11:40 Stunden, in Ost-West-Richtung 20 min. weniger. Businesstraveller finden 36 Flat Beds in der United Polaris Business Class vor, 183 in United Economy incl. 70 Sitzplätze in Economy Plus. •••

ANA bedient die Strecke Düsseldorf-Tokyo jetzt mit dem größeren Dreamliner B787-9. Der bietet 215 Sitzplätze in der Business, Premium Economy und Economy Class. Damit baut der LH-Partner das Sitzplatzangebot auf dieser Verbindung um knapp 27 % aus. Die Fluggesellschaft stattet die Dreamliner mit vergleichsweise wenigen Sitzen und daher viel persönlichem Raum für die Fluggäste aus, Die 787-9 ist Teil der Star Wars Flotte mit auffälligem Design. Der Jet in R2-D2

Bemalung war das erste Star WarsFlugzeug der Welt. Die Marketingaktion ist Teil einer Vereinbarung mit der Walt Disney Company (Japan) Ltd.. Der Innenraum ist ebenfalls mit Star Wars-Themen ausgestattet, z.B. bei den Bezügen der Kopflehnen sowie mit gebrandeten Papiertüchern und Bechern. Inzwischen ist das auffällige Flugzeug regelmäßig u.a. in Seattle, in München und Düsseldorf zu sehen. ••• Foto ANA

Foto FMG

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News

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Foto: SBB

NEUE TARIFE UND SERVICES

• • • Stadler/SBB

Das internationale Hochgeschwindigkeitsunternehmen Thalys führt zum 12.09.2017 eine neue Tarifstruktur sowie ein aktualisiertes Serviceangebot ein. Damit passt das Unternehmen seine Leistungen weiter an die Bedürfnisse der Kunden an und bietet flexiblere Buchungsmöglichkeiten. Ab Spätsommer wählen Reisende auf allen Thalys-Strecken zwischen drei Tarifen für Reisen ab Mitte De-

Roll-out-Feier bei Stadler für den Hochgeschwindigkeitstriebzug Giruno. Für den neuen GotthardZug, der mit speziellem Fokus auf Komfort und Kundenfreundlichkeit entwickelt worden ist, startet nun das Zulassungsverfahren für die Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien. Ab Ende 2019 wird der Giruno durch den längs-

ten Bahnunnel der Welt mit Tempo 250 km/h fahren und Zürich und Basel mit Mailand, und später auch mit Frankfurt/M. verbinden. Insgesamt baut Stadler für die SBB 29 elfteilige Girunos. Die Bestellung ist mit einer Option für 92 weitere Fahrzeuge verbunden. Stufenfreies Eintreten sowohl von Bahnsteigen mit 55 als auch 76 cm

Höhe, die Berücksichtigung der speziellen Anforderungen im GBT hinsichtlich Druckschutz und Klimatisierung setzen einen neuen Standard für den Fernverkehr. Die 202 m langen Züge bieten 405 Fahrgästen Sitzplätze (117 in der 1. Kl., 288 in der 2.). MultifunktionsAbteile und ein Fahrradabteil ergänzen das Platzangebot. •••

Mit neuen Zügen durch Finnland

Foto: Siemens Mobiity Services

Geschäftsreisende, die in Helsinki, Tampere, Turku & Co. zu tun haben, können im Land des Nordens auch sehr gut mit dem Zug vorankommen. Die Finnische Bahn setzt immer mehr moderne Züge aus deutscher und Schweizer Produktion ein. So ganz neu auch Siemens Vectron-ELoks, von denen die VR 80 Stück in Breitspurausführung (russische Spur 1.524 mm) bestellt hat. Alle Loks werden bis Ende 2026 aus­ geliefert. In Finnland werden die Lokomotiven unter der Baureihenbezeichnung Sr3 betrieben. Sie wurden an die nordischen Winter­ bedingungen und die speziellen Umgebungsbedingung in Finnland angepasst, z. B. für häufige Kollisionen mit großen Tieren.

Foto: Thalys

MIT GIRUNO DURCH DEN GOTTHARD

zember: Standard, Comfort und Premium. Künftig gibt‘s ein dauerhaft größeres Kontingent der preisgünstigsten Tickets, günstigeres Reisen in der Komfortklasse CF1 sowie mehr Premium-Services. Neben den Grundtarifen wird auch das Angebot an Sondertarifen für verschiedene Personengruppen, Vielfahrer und Firmenkunden aktualisiert. •••

••• Bahn DB: Für alle BahnCard-Kunden, die sich nicht für ein ganzes Jahr festlegen wollen, gibt es in diesem Sommer die BahnCard Flex. Nach einer Mindestlaufzeit von drei Monaten ist sie monatlich kündbar. 50 % Rabatt auf den Flexpreis sowie 25 % Rabatt auf die Sparpreise in den Zügen des Fernverkehrs (ICE/IC/EC) innerhalb Deutschlands. DB-Netz: In komfortableres und schnelleres Fahren werden 2017 7,5 Mrd. Euro in Aus- und Neubau des Schienennetzes investiert. ­Businesstraveller müssen mit längeren Streckensperrungen und Umleitungen auf wichtigen Fernverkehrsrouten rechnen, z.B. Bremen – Münster, Hannover – Würzburg, Frankfurt – Karlsruhe, Berlin

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– Wolfsburg, Erfurt – Nürnberg und Nürnberg – Würzburg – Frankfurt. Info: https:bauinfos. deutschebahn.com. DB Fernverkehr: Europaweite ­Ausschreibung für neue Fernverkehrszüge als Lok-Wagen-Kompositionen = Abkehr von der bisherigen Beschaffungs-Praxis, die über Jahrzehnte nur auf Triebzüge (ICE 1 bis ICE4) setzte. 20 Zugverbände jährlich ab 2021. Vermutlich kommt Siemens mit Railjetähnlichen Wagen zum Zug samt Vectrons als Lokomotiven.

Streckenausbau: Die 100 km lange Teilstrecke der Mitte-DeutschlandVerbindung Weimar – Gößnitz soll über einen Deal mit der Pkw-Maut elektrifiziert werden. Die Vorplanung für die Elektrifizierung der 95 km Fernstrecke Dresden – Görlitz (– Breslau) ist bereits ausgeschrieben. Ertüchtigung für 160 km/h. Polen elektrifiziert seinen Abschnitt von Weglinec (früher Kohlfurt) bis Görlitz bereits. Viergleisiger Ausbau Frankfurt – Bad Vilbel gestartet. Ziel: Verbesserung der Pünktlichkeit auf der Main-Weser-Bahn und der S6.

Fahrrad im ICE: Ab Fahrplanwechsel Fahrradmitnahmemöglichkeit im ICE 4. Acht reservierungspflichte Fahrradstellplätze stehen pro Zug zur Verfügung.

DB Regio: Pilotprojekt für kostenfreien Internetzugang per WLAN in Flirt 3-Triebzügen (Reihe 1428) auf der Linie RB 42 Münster-Mönchengladbach.

Neubau Duisburg Hbf (Welle): Verzögerung um mindestens 1 Jahr. Auf die Ausschreibung der Bauleistungen hatte sich nur ein einziges Unternehmen beworben, das der DB zu teuer ist. Alex/Netinera: Ab Fahrplanwechsel (Dez.). acht Zugpaare im Nordast nach Hof/Saale. Dazu bekommen die Züge zusätzliche 200 km/h-Eurofima-Wagen (UIC-Typ Z1) der Trenitalia. Locomore: Privater Fernzug Stuttgart-Berlin nach Insolvenz eingestellt. Tschechischer Privatanbieter Leo Express plant den Einstieg. MSN-Gruppe/Train4You: Termine für die Autoreisezüge: www.urlaubs-express.de. HH-Lörrach, München-Ost, Verona, Villach.

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


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Renault Mégane Grandtour ENERGY dCi 110: Gesamtverbrauch (l/100 km): innerorts: 4,2; außerorts: 3,4; kombiniert: 3,7; CO2 -Emissionen kombiniert: 95 g/km. Renault Mégane Grandtour: Gesamtverbrauch kombiniert (l/100 km): 6,0–3,5; CO2 -Emissionen kombiniert: 134–90 g/km (Werte nach Messverfahren VO [EG] 715/2007). Zzgl. 19 % USt., Angebot enthält einen Renault Full Service Vertrag, bestehend aus der Abdeckung aller Kosten der vorgeschriebenen Wartungs- und Verschleißarbeiten sowie Hauptuntersuchung (HU) inkl. Mobilitätsgarantie für die Vertragsdauer von 48 Monaten bzw. 40.000 km ab Erstzulassung gemäß Vertragsbedingungen, nur in Verbindung mit einem Leasingvertrag der Renault Leasing. Abb. zeigt Renault Mégane Grandtour BUSINESS Edition und Renault Trafic Komfort L1H1, jeweils mit Sonderausstattung. Renault Deutschland AG, Postfach, 50319 Brühl.

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Renault empfiehlt


Titelstory • eTicket

Text RED Fotos M. Hammrich / flickr.com (1) I WVV (2) I Holger Rauner / BEG (3) I NW-Bahn (4)

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Vorerst nur regional zu haben: Handy-Ticket auf dem Smartphone für alle ÖPNV-Verkehrsträger.

EIN E-TICKET FÜR ALLE ÖPV-SERVICES Sie kennen das bestimmt: Sie möchten ein Ticket kaufen, haben aber nicht das passende Kleingeld für den Fahrscheinautomaten. Oder Sie wissen nicht, welchen Tarif Sie wählen müssen. Das eTicket schafft Abhilfe. Damit lässt sich bereits heute in einigen Städten und Regionen Deutschlands bargeldlos ohne Papierfahrschein mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fahren. Künftig soll das bundesweit flächendeckend möglich sein. Es ist ein Mammutprojekt, mit einem großen Nutzen für die Kunden. Das Bundesverkehrsministerium will bis 2019 Papierfahrkarten abschaffen, dafür aber den Wildwuchs der ÖPNV-Ticketsysteme beseitigen. Von Hamburg bis Berlin könnte bald eine Ticket-App reichen. Elektronische Chipkarten oder Handytickets sollen bis 2019 Papierfahrkarten für Busse und Bahnen in nahezu allen deutschen Städten überflüssig machen. Das sieht ein Aktionsplan des Bundesverkehrsministeriums vor.

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Unerträglicher Ist-Zustand. Während die Kunden einen einfachen und problemlosen Zugang zum ÖPNV – möglichst die Fahrt von A nach B mit einigen wenigen Clicks auf dem Smartphone – erwarten, ist der öffentliche Mobilitätsmarkt nach wie vor kleinteilig strukturiert. Dies gilt sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Hinsicht. Auf horizontaler Ebene findet eine Vernetzung über Länder- und Verbundraumgrenzen hinweg praktisch kaum statt. In vertikaler Perspektive sind Infor-

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


eTicket

Online-Info www.eticket-deutschland.de I www.mobilitaet21.de I www.bvmi.de

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S-Bahn München: integriert ins E-Ticket-System

Am Ticket-Automat der Nordwestbahn lässt sich schon ein ÖPNV-Multi-Fahrausweis ziehen.

mations-, Buchungs- und Bezahlsysteme noch zu selten miteinander vernetzt. Dadurch wird eine deutschlandweite Reisegestaltung von Tür zu Tür erheblich erschwert. Geschäftsreisende können ein Lied davon singen, wenn sie z.B. mit der Bahn in eine deutsche Großstadt fahren und dort z.B. S-Bahn, U- und Straßenbahnen zum Erreichen ihres endgültigen Ziels nutzen wollen. Die Ticketautomaten stellen i.d.R. ein Buch mit sieben Siegeln dar. Nicht anders stellt sich die Situation auf verkomplizierten Buchungswegen z.B. mit entsprechenden Smartphone-Apps dar. Täglich wird der Nahverkehr von vielen Millionen Menschen genutzt, darunter zig Tausenden Geschäftsreisenden. Während beim ÖPV in Sachen Digitalisierung schon viele Schritte unternommen werden, hapert es bei der Vernetzung der zig deutschen ÖPV-Unternehmen gewaltig. Deutschlandweit braucht es aber innovative nutzerfreundliche Mobilitätsplattformen, die überregional und länderübergreifend Fahrgastinformationen verknüpfen und die Buchung von eTickets ermöglichen. Unterm Strich soll so mittelfristig Mobilität in Deutschland vereinfacht werden. Das BMVI hatte bereits 2015 die Initiative „Digitale Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr“ gestartet. Mit dem Förderprogramm „eTicketing und digitale Vernetzung im Öffentlichen Verkehr“ unterstützt das BMVI finanziell die Umsetzung der Roadmap-Maßnahmen. Digitalisierung und Vernetzung. In der Digitalisierung liegen große Chancen für den Wohlstand, die Lebensqualität und die Zukunftsfähigkeit in Deutschland. Deshalb braucht das Land eine moderne und leistungsfähige digitale Infrastruktur sowie eine intelligente digitale Vernetzung, sind sich alle Verkehrsexperten einig. Dieser Herausforderung muss sich vor allem auch die Branche des Öffentlichen Personenverkehrs (ÖPV) stellen. Denn der lässt seine Kunden heute oft genug im Stich, wenn es um Transparenz und klare Erkennbarkeit von Strecken und Tarifen

www.dmm.travel

geht. Verbraucher- und Fahrgastverbände fordern seit langem den Abbau von Zugangshürden zum Öffentlichen Verkehr, einhergehend mit übersichtlichen Fahrplänen, Tarifsystemen und Anschlussmöglichkeiten. Multi- und Intermodalität. Auch und vor allem Businesstraveller erwarten von den ÖPV-Unternehmen mehr und mehr multi- und intermodal ausgerichtete Mobilitätsangebote. Deshalb ist es künftig erforderlich, dass der ÖPV sich digital vernetzt und noch mehr als heute an den Bedürfnissen der Nutzer orientiert. In der Praxis ist eine Vernetzung, beispielsweise für einen Verbund übergreifenden ÖPV oder mit anderen, sich am Markt zunehmend etablierenden Mobilitätsdienstleistungen, nur ansatzweise vorzufinden. Eine konsequente Weiterentwicklung bestehender sowie die Schaffung neuer inter- und multimodaler Angebote entlang der gesamten Servicekette „Informieren – Buchen – Bezahlen – Fahren“ ist somit erforderlich. Ein weiterer wichtiger Schritt in der gesamten Prozesskette ist die Kontrolle (Fahrausweisprüfung). >>> ••• Vorteile des e-Tickets

• Im Bereich ÖPNV muss das Ticket nicht mehr

am Automaten gezogen und anschließend im jeweiligen Verkehrsmittel entwertet werden.

• Zeitkritische Buchungen können durch die elektronische Abwicklung beschleunigt werden.

• Problemlos lassen sich Last-Minute Buchungen durchführen. • Ticket-Erstattungen können wieder direkt auf das Bankkonto zurückgebucht werden, mit dem der Passagier das E-Ticket gekauft hat.

• Als Abrechnungsmedien dienen Karten oder andere Gegenstände, die mit kontaktloser Chiptechnik (RFID) ausrüstbar sind, sowie Mobiltelefone.

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Titelstory • eTicket

Fotos Alofok / Wikimedia (5) I Tobias Bär (6) I Opposition24 / flickr.com Online-Info www.eticket-deutschland.de

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Verkehrsgemeinschaft Kempten: Schon auf dem Weg zum Kombiticket

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In Nürnberg gelten VGN-Tickets für alle ÖPNV-Anbieter.

Ohne Zukunft: Ticketautomaten für jeden einzelnen Verkehrsträger.

Fahrgast- und Kundeninformation der Zukunft. Künftig soll ja alles viel besser, logischer und durchschaubarer werden. Die Kunden sollen über verschiedene Informationskanäle (u. a. online, mobil und / oder stationär) eine qualitativ hochwertige und konsistente Fahrplan­ information in Echtzeit erhalten. Sie sollen vor und während der kompletten Reise durch die Informationssysteme begleitet und navigiert werden. Die Informationssysteme sollen bedienungsfreundlich gestaltet sein und sich sich durch eine intuitive Nutzerführung auszeichnen. Die Kunden sollen aktiv und in Echtzeit über Anschlüsse und weitere betriebliche Abläufe zum Reiseverlauf informiert werden. Dies schließt integrierte, eindeutige Informationen über den Weg zur und von der Haltestelle ein. Eine regionale, bundesweite und europaweite Bereitstellung von ÖPV-Daten soll stattfinden. Aktuell wird an

klaren Regelungen gearbeitet, wie die Daten bereitgestellt werden, um Kunden umgehend über Abweichungen im Fahrplan (Störungen etc.) oder über Verfügbarkeiten von Verbindungen zu informieren.

••• Scheckkarten-Ticket statt Papierfahrausweis Fahrgäste sollen in Zukunft bundesweit mit einem elektronischen Ticket im Scheckkartenformat oder mit einer Handy-App Bus und Bahn fahren können - ohne dass sie einen neuen Fahrschein bei einem der momentan 370 Verkehrsunternehmen kaufen müssen. 75 % der Bevölkerung sollen profitieren. Aktuell nutzen bundesweit schon rund 10 Mio. Menschen ein eTicket. Auch Handytickets würden immer beliebter. Mittelfristig sollen die Fahrgäste sich mit ihren Tickets den Angaben zufolge auch Mietwagen leihen oder Gebühren im Parkhaus bezahlen können. Akteure sind der Bund (das BMVI als zuständiges Ressort), die Länder (beteiligen sich an der Umsetzung der Maßnahmen und beteiligen sich an der Finanzierung ihrer Umsetzung), Kommunen und kommunale Spitzenverbände, Verkehrsunternehmen und –verbünde, der Verbraucherzentrale Bundesverband sowie weitere Vertreter der Kunden und Fahrgäste und als Vertreter der Industrie die Branchenverbände BITKOM und Deutsches Verkehrsforum (DVF).

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Multimodalität. Kunden müssen sich nur einmal registrieren bzw. anmelden (Single Sign-on), um verschiedene Services (Informieren, Buchen, Bezahlen, Fahren) entlang der Reisekette nutzen zu können. Sie können ohne Anmeldung in den Mobilitätsportalen multimodale Angebote aufrufen und Informationen zu Fahrzeiten, Verfügbarkeiten und Preisen erhalten. Die Kundendaten werden in einem Account gespeichert, das persönliche Profil gesichert und die personenbezogenen Daten geschützt. Im Hintergrund werden die genutzten Services auf der Basis nachhaltiger Organisations- und Betreibermodelle vollautomatisch abgerechnet. Kunden erhalten nach Abschluss der Reise nur eine Rechnung durch ihren Kundenvertragspartner. Eine diskriminierungsfreie Kooperationsebene sowie Organisationsstrukturen zur Zusammenarbeit von verschiedenen Mobilitätsanbietern sind geschaffen. Auf Hochtouren. Laut Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) laufen die Anstrengungen zur Einführung und zum Aufbau regionaler Systeme des elektronischen Fahrgeldmanagements (EFM-Systeme) auf Hochtouren. Damit in Zukunft die regionalen Systeme des elektronischen Tickets in Deutschland tatsächlich interoperabel, also bundesweit system- und verbundübergreifend nutzbar werden und in die „digitale Systemwelt“ integriert werden können, hat das BMVI einen bundesweiten Dialog- und Stakeholderprozess initiiert, den die TÜV Rheinland Consulting GmbH organisiert. Für zwölf Verbundprojekte ist der Startschuss gefallen. Noch bis Sepember 2018 werden sie mit insgesamt 16 Mio. Euro gefördert. Die thematische Bandbreite reicht von der Verbindung und Integration regionaler Mobilitätsplattformen bis hin zu Innovationen im Bereich Ticketing, wie z.B. der automatisierten Fahrpreisfindung. •••

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Text RED Fotos DB (1/3) I Siemens (2) Online-Info rx.de I deutschebahn.com I siemens.com

Geschäftsreise • Rhein-Ruhr-Express

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Siemens Desiro-Züge: Gechäftsreisende sind künftig in modernen Zubringern zu den ICE-Halten unterwegs.

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Linienkonzept: Sechs Linien im RRX-Konzept.

VERKNÜPFTE FERNVERKEHRSHALTE Bis 2030 will NRW 18 Städte zwischen Dortmund und Köln im 15-Minuten-Takt miteinander verbinden. Erste ­Weichen für das RRX-Konzept (Rhein-Ruhr-Express) sind gestellt. Auch Businesstraveller profitieren von attraktiveren Verbindungen zwischen den Zentren. Die Taktverdichtung bewirkt deutliche Angebotsverbesserungen. Das Rhein-Ruhr-Gebeiet ist die bevölkerungsreichste Region Deutschlands und zählt zu den fünf größten Ballungsräumen Europas. Auf das gesamte Jahr betrachtet ist rund ½ Mrd. Menschen auf dem Schienenverkehrsnetz des einwohnerstärksten Bundeslands unterwegs – Tendenz steigend. Denn das Bedürfnis nach Mobilität und das Verkehrsaufkommen nehmen von Jahr zu Jahr zu. So entstand das RRX-Konzept. Qualitativ soll das neue Schienenverkehrsprodukt zwischen dem heutigen Schienenpersonenfernverkehr (SPFV) und dem Regionalexpress (RE) angesiedelt sein. Das leistungsfähige Verkehrsangebot soll weitgehend ohne Beeinträchtigungen durch andere Zugsysteme verkehren und mit attraktiven Reisezeiten die Zentren im Rhein-Ruhr-Gebiet miteinander verbinden. Sechs Linien. Für den RRX wurde ein Bedienungskonzept mit sechs Linien entwickelt, die jeweils im Stundentakt mit Vmax 160 km/h verkehren. Auf der Kernstrecke zwischen Dortmund und Köln sind vier durchgehende RRX-Verbindungen zu einem 15-Minuten-Takt gebündelt. Von den Endpunkten der einzelnen Linien außerhalb des Kernnetzes sind umsteigefreie Verbindungen von fast allen Landesteilen zur Rhein-

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Ruhr-Achse möglich. Komplettiert wird das RRXKonzept durch die im Stundentakt eingebundenen Strecken Düsseldorf – Duisburg – Oberhausen – Emmerich (heute RE 5) und Düsseldorf – Duisburg – Gelsenkirchen – Dortmund (heute RE 3). Die Halte außerhalb der Kernstrecke (Außenäste) des RRX lehnen sich an die Stationshalte der heutigen Regional-ExpressLinien an. Die heutigen Fernverkehrshalte Köln/Bonn Flughafen, Köln Hbf, Köln Messe/ Deutz, Düsseldorf Hbf, Düsseldorf Flughafen, Duisburg Hbf, Essen Hbf, Bochum Hbf und Dortmund Hbf sind als RRX-Halte vorgesehen. ••• Vorteile für Reisende

• Die Taktverdichtung bewirkt eine deut-

liche Angebotsverbesserung. So fahren die Züge des RRX zwischen Köln und Dortmund im 15-Minuten-Takt.

• Durch die dichtere Zugfolge wird auch die Kapazität der Züge gesteigert.

• Bessere Vertaktung mit anderen Verkeh-

ren sowie eine höhere Anzahl von Direktverbindungen bis in alle Landesteile des Landes NRW.

• Premium-Angebot ohne Aufpreis zu den Tarifen des Nahverkehrs.

Fünf Strecken im Vorlaufbetrieb. Die Basis für den Betrieb des RRX bildet der Aus- und Umbau der Infrastruktur/Bahnhöfe. RE 11: Düsseldorf – Duisburg – Essen – Dortmund – Paderborn – Kassel (ab Dez. 2018) RE 5: Koblenz – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Wesel (ab Juni 2019) RE 6: Köln/Bonn (Flughafen) – Köln – Düsseldorf – Dortmund – Minden (ab Dezember 2019) RE 1: Aachen – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Essen – Dortmund – Hamm (ab Juni 2020) RE 4: Aachen – Mönchengladbach – Düsseldorf – Hagen – Dortmund (ab Dezember 2020) Neben dem Ausbau der Kernstrecke Dortmund – Köln erfolgt eine Durchbindung der einzelnen RRX-Linien auf die Außenäste nach Aachen, Bielefeld/Minden, Bonn/Koblenz, Münster, Paderborn/Kassel und Wesel/Emmerich. Neue Züge. Die am RRX beteiligten Zweckverbände beauftragen Siemens mit der Lieferung von 82 Elektrotriebzügen vom Typ Desiro HC und der Wartung über 32 Jahre. Der Auftrag in Höhe von über 1,7 Mrd. Euro ist für Siemens der bisher größte aus dem Bereich des regionalen Schienenverkehrs in Deutschland. •••

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Geschäftsreise • Luftfahrt

Text JB Fotos LH (1) I IAG (2) I DLR (3)

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Eurowings: Lufthansa setzt dagegen. (2)

Level: Soeben gestartete Billig-Langstrecken-Airline.

Ryanair und Wizz Air sind beide neu am Frankfurter Flughafen, sehr zum Verdruss der Netzcarrier.

SMART SHOPPING MIT BILLIGFLIEGERN Um Geschäftsreisende von etablierten Fluggesellschaften in Europa wegzulocken, bieten die Billigcarrier ­zusätzliche Flüge zwischen den europäischen Wirtschaftsmetropolen an. Und die sollen billiger sein als die der Branchengrößen. Jüngstes Beispiel ist Ryanair mit ihrer neuen Basis in Frankfurt. Dort wollen die Iren vor allem der Lufthansa Druck machen, auch im Geschäftsreiseverkehr. In der Tat nimmt die Zahl der Businesstraveller, die aus vermeintlichen Kostengründen von Netz- zu Billigcarriern wechseln, zu, wenn auch nur marginal. Luftfahrtexperten sehen die Trends im AirlineGeschäft mit Sorge: Da ist zum einen die Ungewissheit betreffend die weiterhin drohende Ausweitung eines Laptop-Verbots (Electronic Ban) auf Flügen von Europa in die USA. Die US-Regierung erwägt diesen Schritt und begründet ihn mit der Gefahr von Anschlägen, da Europa zu vielen islamistischen Terroristen Unterschlupf bietet. Kommt der Electronic Ban, fürchten die europäischen und US-Airlines massive Geschäftseinbußen. Protektionismus stelle eine Bedrohung für die Industrie dar, warnte in diesem Zusammenhang IATA-Generalsekretär Alexandre de Juniac auf dem „Familientreffen“ im mexikanischen Cancun. Dort gaben sich die Branchengrößen Lufthansa, British Airways, Air France-KLM & Co. zudem besorgt über die Entwicklung der Discounter, die ihnen immer

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gefährlicher werden. Aktuell dienen nicht mehr so sehr die Golf-Carrier als Feindbilder, sondern die Billiganbieter. Denn die Netzcarrier können ihre Kosten oft nicht schnell genug senken, um bei den Niedrig-Flugtarifen mithalten zu können. Zudem achten Mobilitätsmanager aber auch geschäftreisende Freiberufler immer mehr aufs Geld. Deshalb reagierte z.B. die LH-Group mit neuen Tarifmodellen bei Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss. Aber die reichen wohl nicht aus. 2017 gibt es ein Rekordangebot an LC-Flügen, damit verbunden einen steigenden Wettbewerb und teils fallende Preise, alles Dinge, die sich Mobilitätsmanager wünschen. Verschärfte Konkurrenz. Eurowings dominiert, Ryanair und Easyjet wachsen stark und zunehmend rücken die großen Flughäfen ins Visier der

Billigflieger in Deutschland. Sie verschärfen den Wettbewerb und das Rekord­angebot günstiger Flugverbindungen drückt die Ticketpreise weiter nach unten. Diese Ergebnisse stehen im aktuellen „Low Cost Monitor 1/2017“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Das Streckennetz der Low Cost Carrier erreicht mit 518 Strecken ab Deutschland einen neuen Rekord“, sagt Dr. Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr in Köln. Am stärksten erweitert Ryanair das Streckennetz um 35 Verbindungen (+ 25 %). Auch Easyjet legt zu und fliegt sieben neue Ziele an. Dominierend, wenn auch kaum mit Wachstum zum Vorjahr, bleibt Eurowings, die im Winter 2017 über das größte Angebot an LC-Flügen in und ab Deutschland mit mehr als 50 % Marktanteil verfügt. Dahinter folgen Ryanair mit ei-

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Luftfahrt

Online-Info www.dlr.de

nem Anteil von 21,5 % und Easyjet mit 11 %. „Allein Ryanair steigert das Angebot um ein Fünftel und bietet rund 150 Flüge mehr an als noch im Vorjahr“, so Studienleiter Berster. Gesellschaften wie Transavia und Norwegian verdoppeln ihr Angebot sogar. Im Juli 2017 sind 24 % aller Flüge ab Deutschland Lowcost. Preise fallen weiter. Ein weiter niedriger Ölpreis und der sich verschärfende Wettbewerb mit zunehmender Konkurrenz auf gleichen Strecken lässt die durchschnittlichen Bruttopreise der LC-Carrier für einen einfachen Flug auf einen Bereich von 44 bis 105 Euro sinken. Im Vorjahr lag diese Spannweite noch bei 64 bis 107 Euro. Ryanair und Wizzair haben trotz verstärkter Präsenz an Großflughäfen die Preise gegenüber dem letzten Jahr gesenkt und den Trend fallender Ticketpreise gestärkt. Mit knapp 30 % sind innerdeutsche Low Cost Flüge am beliebtesten, obwohl es hier nur knapp 1/10 aller Strecken gibt. Dagegen entfallen 16 % und damit 85 Strecken ab Deutschland auf das immer beliebtere Reiseziel Spanien, ein Zuwachs von 20 % gegenüber dem Winter 2016. Daneben werden osteuropäische Länder wie Rumänien, Ungarn oder Bulgarien zunehmend häufiger angeflogen. Durch die Langstreckenangebote von Eurowings haben auch die USA, Bangkok oder Mittelamerika weiter an Bedeutung gewonnen.

••• Sind LC-Flieger eine gute Alternative? aber nur die weiter abgelegenen kleineren Flughäfen bedienen, was längere Transportwege, mehr Zeitaufwand und mehr Kosten bedeutet. Inzwischen aber entdecken die LC-Flieger aber auch die großen Airports.

Ja und nein, sagen Experten. „No Frills“ lautet bei fast allen das Motto. Demzufolge kümmern sie sich nur um eines: Passagiere von A nach B befördern. Ihr Angebot beschränkt sich auf das Wesentliche. Das macht auf den ersten Blick günstige Flugtarife möglich. Wer fliegen will, kann das billig tun. Aber eben nur das. Sobald der Fluggast Zusatzleistungen braucht, wird es teuer, oft sogar teurer als wenn man mit der Lufthansa fliegt. Denn Angebote wie Bordverpflegung, Sitzplatzreservierung, Reisegepäck kosten extra, und das nicht zu knapp. Bei Easyjet z.B. kostet der erste aufgegebene Koffer 47 Euro. Neuerdings werden Maße und Gewichtsbeschränkungen intensiv überwacht. Die isländische Wow-Air lässt jetzt nicht mal mehr Trolleys mit in die Kabine nehmen. Die Maximalgröße eines Gepäckstücks für die Kabine beträgt 42x32x25 cm.

• Bei den Flughäfen, die LC-Carrier oft ansteuern (wiederum angelockt durch Subventionierungen), darf man auch nicht vergessen, dass es sich meist um finanziell von Kommunen, Landkreisen, Ländern am Leben gehaltene Landeplätze handelt, deren Ausbau (oft von früheren Militärbasen) letzten Endes der Steuerzahler bezahlt, der eigentlich entlastet werden sollte. Aber viele Lokalund Regional-Politiker wollen sich profilieren und einen eigenen Airport haben (siehe unrühmliche Beispiele wie Memmingen, Kassel-Calden, Hof-Plauen etc.).

• Eine Masche mancher Günstiganbieter sind

Angebote mit günstigem Hin- und teurem Rückflug. Deswegen kann es sich lohnen, zwei One-Way-Tickets zu buchen.

• Die „Ab“-Preise gibt es nur ganz selten. Die Durchschnittspreise liegen weit höher. • Bisher profitierten Firmen von dem Um-

stand, dass Netzcarrier im Allgemeinen die größeren und (für die Fluggesellschaften) teureren Flughäfen wie Frankfurt, München oder Düsseldorf ansteuern, viele LC-Flieger

• Bei Übergepäck langen die LC-Anbieter richtig krass hin.

• Bei Umbuchungen langen die LC-Anbieter

Große Flughäfen zunehmend interessant. Die meisten LC-Angebote in Deutschland gibt es im Winter 2017 in Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Hamburg und Köln/Bonn. Berlin-Schöne-

eben falls kräftig hin.

feld verzeichnet dabei mit über 30 % die höchste Steigerung, was hauptsächlich auf Ryanair und Easyjet zurückzuführen ist. Um 23 % steigt der Anteil in Hamburg, u.a. aufgrund der >>>

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Geschäftsreise • Luftfahrt

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Konkurrenz-Situation im Niedrigpreis-Segment nach Anzahl der Strecken in Europa

Anzahl der Flüge im Niedrigpreis-Segment

„Das Streckennetz

pro Woche

der Low Cost Carrier 4.890 Strecken

ein Anbieter

787 Strecken

zwei Anbieter

93 Strecken

mehr als zwei Anbieter

Winter 2017 (2016)

erreicht mit 518 unter-

in/ab Europa

schiedlichen Strecken ab Deutschland in einem

38.703 (34.267)

in/ab Deutschland

Winterhalbjahr einen

3.613 (3.420)

neuen Höchstwert.“ interkontinental ab Europa

Dr. Peter Berster I DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr

Quelle: DLR Low Cost Monitor I/2017

LC in Europa. Größte europäische Billig-Fluggesellschaft ist weiterhin Ryanair mit mehr als 11.000 Starts im Frühjahr 2017. Die irische Fluglinie, umstritten wegen ihrer atypischen Beschäftigungsverhältnisse, steigerte ihr Angebot gegenüber dem Vorjahr europaweit noch einmal um mehr als 10 %, wobei das Streckennetz sogar um mehr als 18 % gewachsen ist. Das Land mit dem größten Billigflugangebot bleibt UK mit über 9.000 Starts pro Woche. Dort umfasst das Netz 2017 mehr als 1.000 Strecken zu inländischen und europäischen Zielen. Bald ein Drittel aller Flüge in Europa gehört bereits zum Billigsegment. Billig-Langstreckenflüge gewinnen an Bedeutung. In 2017 dreht sich vieles um die Entwicklung beim Günstig-Langstreckengeschäft. In diesem Zusammenhang erwähnen Luftfahrtfachleute den Verdacht, dass bei den großen Airlines die Einführung der Zwischenklasse Premium Eco & Co. nicht auszureichen scheint,

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Quelle: DLR Low Cost Monitor I/2017

um langfristig tragfähige Geschäftsmodelle zu etablieren, mit denen dem wachsenden Angebot an LC-Langstreckenfliegern etwas entgegengesetzt werden könnte. Bekanntermaßen ist in Europa nach Eurowings nun auch IAG mit der Billiglangstreckentochter „Level“ in den Markt eingestiegen (vorerst nur ab und nach Barcelona über den Großen Teich, schon bald wohl auch ab Rom) und auch Air France-KLM wollen noch 2017 oder Anfang 2018 mit einer Günstig-Langstreckentochter punkten. Während seit 2013 bereits Norwegian Flüge in die USA und nach Asien mit Dreamlinern ab Kopenhagen, Oslo oder Stockholm anbietet, gibt es diese mittlerweile auch ab London, Paris oder Barcelona. Zudem bietet Eurowings seit Ende 2015 Günstigverbindungen nach Amerika und Asien ab Köln/Bonn an und hat die Anzahl der Abflüge im Frühjahr 2017 gegenüber 2016 kräftig erhöht. Insgesamt gibt es schon 92 interkontinentale Billig-Flüge pro Woche ab Europa gegenüber 55 im Vorjahr. Am 17. März präsentierte IAG CEO Willie Walsh „Level“. Das Design der Jets ist in Hellgrau, Grün und Blau gehalten. Die ersten Flüge starteten am 01. Juni Richtung Los Angeles, Oakland, San Francisco, Buenos Aires und Punta Cana. Die Ticketpreise in der Eco starten bei 99 Euro. Der Manager will schnell expandieren und Level auch an

andere europäische Destinationen bringen. Im Zusammenhang mit dem Untergang der Alitalia soll Rom die nächste Basis werden. Level startet mit zwei Airbus A330-200, in denen es 293 Economy- und 21 Premium-EconomyPlätze gibt. In der Premiumklasse sind Aufgabegepäck, Sitzreservierung, Essen und die neuesten Filme inbegriffen, teilt IAG mit. In der Economy müssen sich die Kunden Gepäck und Essen je nach Bedarf hinzukaufen. Zugang zu einem Unterhaltungsprogramm haben alle, ebenso wie die Möglichkeit, Internetzugang zu kaufen. Die Preise dafür starten bei 8,99 Euro.

Durchschnittliche Ticketpreise* der Günstigflieger

44 – 105 Euro

Januar 2017 *Bruttopreise für einfachen Flug

64 – 107 Euro

Januar 2016

Quelle: DLR Low Cost Monitor I/2017

Expansion von Ryanair. Aber auch Eurowings, Easyjet und Norwegian bauen ihre Angebote dort aus; Wizzair kommt neu hinzu. Langsam an Bedeutung gewinnt der LC-Verkehr seit 2017 auch an Deutschlands größtem Airport Frankfurt, allerdings mit einem Anteil von 1 % am Frankfurter Gesamtflugaufkommen auf noch geringem Niveau. Dies wird sich ändern. Denn Ryanair plant Frankfurt ab Herbst 2017 mit über 20 Flugzielen zu bedienen. Aktuell haben die Iren einen Anteil von 5 % am gesamtdeutschen Flugverkehr, der sich damit weiter steigern dürfte. Auch Eurowings hat große Pläne mit einer eigenen Basis in Frankfurt ab 2018, nachdem 2017 bereits eine Basis in München entstanden ist. Für Fraport aber können Flughafen-DumpingGebühren zum Boomerang werden. Denn die Lufthansa wendet sich als Antwort verstärkt den Airports München, Wien und Zürich zu und reduziert ihre Basis in Frankfurt.

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Firmenkunden. Nicht alle aber etliche LC-Carrier bieten ihren Firmenkunden spezielle Programme. Unterm Strich aber fahren (fliegen) Mobilitätmanager damit kaum besser als mit den Geschäftskundenangeboten von Lufthansa, BA, AF & Co.. Im Fall Airberlin ist die Sache ungleich schwieriger. Mit Abgabe ihrer Flieger an Lufthansa sowie in den gemeinsam mit TUI und Etihad geplanten aber am 09. Juni geplatzten Urlaubsflieger sind die Sorgen riesig geworden, weshalb im Juni nach dem Staat zwecks Bürgschaften gerufen wurde. Airberlin liefen schon ab April die Firmenkunden davon; denn es gab eine massive Häufung an Flugverspätungen und Ausfällen, viel Ärger mit dem Gepäckhandling in Berlin Tegel u.v.a.m. Ob sie sich wie gewünscht tatsächlich auf ihr angestrebtes Konzept eines Hauptgeschäfts Langstrecke und Geschäftsreisende konzentrieren kann, ist die Frage. Und auch für Eurowings ist der Weg zur drittgrößten Billiglinie in Europa nur vorübergehend leichter geworden. Zwar wird der LH-Ableger mit 33 Airberlin-Jets samt deren Strecken und der für 2018 angekündigten Eingliederung der LHTochter Brussels Airlines größer. Doch wird damit vieles komplizierter. Selbst wenn alle ihre Flüge auf der gleichen Webseite verkaufen, besteht die Gruppe bald aus 6 Flugbetrieben in 3 Ländern mit teils sehr unterschiedlichen Regelungen. •••

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Text RED Fotos Kris V. /Alaska Airlines I G. Hechema /AC I B. Shipley / Westjet Online-Info www.globalflight.de

Geschäftsreise • Bonusprogramme

BONUSPROGRAMME 07/ 08.2017 Air Canada (AC) hat angekündigt, (wieder) ein eigenes Vielflieger-Programm einzuführen – allerdings erst nach Aus­ laufen des bestehenden Vertrages mit Aimia (Aeroplan) in 2020. Punkte können von Aeroplan-Mitgliedern weiterhin auf AC-Flügen eingelöst werden, nicht aber bei Star-Partnern. Das neue AC-Programm wird für die Allianz übernommen.

www.dmm.travel

Alaska Airlines

Während die Gutschriften bei Mileage Plan in der BC und First mit den Airline-Partnern seit Dez. 2016 ohnehin sehr großzügig ausfallen, läuft jetzt bis zum 30. September 2017 eine Promotion mit praktisch allen Partnern, bei der man auf deren Flügen an die US Westküste in der Eco doppelte Meilen sammelt. Für diese Promotion muss man sich bis zum 01. September registrieren. Aktuell wurde eine gegenseitige Partnerschaft mit Finnair gestartet.

Alitalia

Die letzte Aktion, die jetzt einem MilleMiglia-Mitglied noch zu tun bleibt, ist seine Meilen sofort einzulösen – aber nicht für Alitalia-Flüge, sondern am besten für Etihad-Flüge. Und falls Geschäftsreisende auf die Idee kommen sollten, ihre verbleibenden Meilen spenden zu wollen: Viel Glück, da die entsprechende Möglichkeit auf mysteriöse Art von der Webseite verschwunden ist…

British Airways

Gold- und Silber-Mitglieder des Executive Club können ihren Sitzplatz kostenfrei reservieren, wenn sie auf Kurzstreckenflügen in der Eco mit ausschließlich Handgepäck den Basic-Tarif wählen. Für Bronze-Mitglieder gilt dies ab sieben Tagen vor Abflug. Passagiere, die für die Sitzplatzreservierung bereits gezahlt haben und ab genanntem Datum reisen, erhalten eine Rückerstattung der Sitzplatzreservierungskosten. Mitglieder in Mutterschutz und Elternzeit, die während dieser Zeit weniger bis gar nicht fliegen, können zukünftig die Teilnahme am Bonusprogramm für ein Jahr ruhen lassen, damit sie ihren Executive Club-Status nicht verlieren.

H-Hotels

Neue Partnerschaften mit Lufthansa’s Miles & More-Programm sowie mit dem Koalitionsprogramm Payback sind gestartet worden, bevor in Kürze das eigene Kundenbindungsprogramm HotMiles gestartet wird. M&M-Mitglieder erhalten 250 Meilen pro Nacht, die Hälfte, was Standard ist.

Hertz

Für Reservierungen bis zum 31. Juli und Anmieten bis zum 31. August, die spätestens bis zum 15. September abgeschlossen sind, erhalten Asia Miles-Mitglieder 1 Meile pro gefahrener Meile, mindestens jedoch 2.000 Meilen. Angebot gilt in Westeuropa, Nordamerika, Australien und Neuseeland.

Iberia

Für Wochenendanmieten eines Avis-Autos der Kategorie C oder höher von mindestens drei Tagen in Westeuropa erhält man 9.000 Meilen.

Malaysia Airlines

Enrich-Programm wird intransparent in Bezug auf Prämienflüge. Der Ticketpreis wird dabei in variierenden Verhältnissen in einen Meilenpreis umgerechnet, wobei die billigsten Eco-Tarife nicht mit Meilen bezahlt werden können. Prämienpreise bei Nutzung der Partnergesellschaften (oneworldCarrier, Air France KLM, Emirates oder Etihad und bis 31. August auch noch Virgin Atlantic) massiv erhöht, oftmals mehr als verdoppelt.

Qatar Airways

Vielfliegermitgliedern ist zu raten, regelmäßig ihre Meilen einzulösen, da die Dinge sich angesichts der diplomatischen Krise rund um das Emirat Katar eventuell schnell verschlechtern.

Westjet

Member Exclusive-Tarife im WestJet Rewards-Programm zur Prämiennutzung eingeführt, die billiger als die niedrigsten Eco-Tarife sind, die man aber komplett mit WestJet Dollars bezahlen muss. Diese Tarife sind auch auf Partner-Fluggesellschaften zu sieben populären Destinationen in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum verfügbar.

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Geschäftsreise • Airport München

Text RED Fotos FMG

Der Flughafen München hat sich in den 25 Jahren seines Bestehens zu einem der attraktivsten Airports der Welt entwickelt.

AUF DEM WEG ZUR NUMMER EINS Der Flughafen München im Erdinger Moos – das ist mehr als eine bayerische Erfolgsgeschichte. Sie begann in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1992 und bedeutete das Ende der über 52 Jahre währenden Flughafenära in Riem. 1.600 Lkw, Tieflader und andere Spezialfahrzeuge waren seinerzeit unterwegs, um das „Inventar“ des vormaligen Airports zum neuen Standort 30 km nordöstlich von München zu befördern. „Bye, bye, es war schön bei Euch in Riem“, grüßte Lufthansa-Pilot Michael Sikora im Namen seiner Zunft ein letztes Mal. 25 Jahre später ist der „FJS“ drauf und dran, einer der bedeutendsten Airports Europas, ja sogar weltweit zu werden. Und er kommt dem Frankfurter Flughafen bedrohlich nahe. Die Nacht der Nächte mit 5.000 Umzugshelfern dauerte 16 Stunden. Bereits einen Tag vor der offiziellen Inbetriebnahme landen die ersten Passagiere am neuen Flughafen München. Während die schweren Lastkräne noch das Vorfeldgerät abladen, standen die Flugzeuge für die ersten Starts am 17. Mai schon bereit. Mit 218 geladenen Gästen startete ein LH-Jumbo zum Premierenflug. Seitdem sind bis heute 686 Mio Passagiere abgefertigt worden. Und MUC zähle bis zu heutigen Tag rund 8,6 Mio. Flugbewegungen. Zielvorgabe erreicht. Im Mai 1992 hatte sich das Flughafen-Management vorgenommen, einer der erfolgreichsten Airports in Europa zu

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werden. In den zurückliegenden zweieinhalb Jahrzehnten positionierte sich MUC als internationaler Hubflughafen. Und mit der zehnfachen Skytrax-Auszeichnung als modernster und bester Airport Europas schrieben die Bayern eine Erfolgsgeschichte nicht nur für den Freistaat, sondern für ganz Deutschland. Als Bayerns Tor zur Welt und erster 5-Star-Airport Europas verbindet der MUC Menschen und Kontinente. Tolle Bilanz. Im Vorfeld des 25-jährigen Jubiläums präsentierte sich die Flughafen München GmbH (FMG) auf ihrer Jahres-PK in einer ausgezeichneten Verfassung: So konnte die Flughafengesellschaft den Konzernumsatz 2016 um rund 9 % auf knapp 1,4 Mrd. Euro steigern. Das EBITDA – das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – weist mit rund 530 Mio. Euro den besten Wert der Unternehmensgeschichte auf. 2016 nutzten 42,3 Mio. Fluggäste den Airport als Ausgangspunkt, Zwi-

schenstopp oder Ziel einer Flugreise. Dies waren 1,3 Mio. Reisende mehr (+ 3 %) als im Vorjahr und bedeuten bereits den siebten Passagierrekord in Folge. Um gut 4 % stieg die Anzahl der Starts und Landungen auf über 394.000. Die steigende Passagiernachfrage war auf das erweiterte Streckennetz zurückzuführen, das 2016 im Mittel- und Langstreckenbereich um zehn zusätzliche Destinationen angewachsen ist. Insgesamt konnten Reisende 257 Ziele in 73 Ländern direkt ab München erreichen. Mit 6,8 Mio. Fluggästen (+ 5 %) verbuchte der Fernreiseverkehr prozentual den größten Zuwachs. Größtes Verkehrssegment bleibt der Kontinentalverkehr mit 25,8 Mio. Passagieren (+ 4 % zu 2015). Die Anzahl der in München regelmäßig verkehrenden Airlines stieg 2016 auf nunmehr insgesamt 100. Mehr Langstreckengäste. Als wichtiges Signal für den Standort bezeichnete der Vorsitzende der FMG-Geschäftsführung, Dr. Michael Kerk-

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Airport München

Online-Info www.munich-airport.de

T2 Satellit: Hier docken die meisten LH-Jets an.

Ärgernis 3. Landebahn. Bayerns Tor zur Welt befindet in einer exzellenten Ausgangsposition für einen erfolgreichen Start ins nächste Vierteljahrhundert. Voraussetzung aber ist, dass die Kapazitäten des Flughafens bedarfsgerecht erweitert werden. Genau da liegt seit Jahren der Knackpunkt: Nach wie vor dreht sich alles um die dritte Landepiste. Wird eines Tages doch noch grünes Licht für die nördliche Bahn gegeben, dann könnte MUC in Sachen Flugbewegungen (126/Stunde) mit FRA gleichziehen. Weltbestes Terminal. Übrigens wurde Terminal 2 samt Satellit zum besten Terminal der Welt gekürt. Vor 15 Monaten erst eröffnet, kann sich die Bilanz sehen lassen: Insgesamt wurden im ersten Jahr mehr als 74.000 Flüge über den Satelliten abgewickelt. Seit der Eröffnung am 26. April 2016 haben rund 9 Mio. Fluggäste das erste „Midfield-Terminal“ in der deutschen Flughafenlandschaft genutzt - jeder 5. davon als Passagier eines Langstreckenflugs. Mit dem Satellitenterminal führen die FMG und die Lufthansa ihr erfolgreiches Joint Venture fort. Die Kapazität des von LH und Star Alliance genutzten T2 erhöhte sich dank neuem Abfertigungsgebäude um 11 Mio. auf 36 Mio. Passagiere. Bei Reisenden und Beschäftigten kommt das lichtdurchflutete Gebäude mit seinem vielfältigen Serviceangebot gut an. In wenigen Minuten gelangen die Fluggäste mit dem unterirdischen Personentransportsystem vom T2 zum Satelliten. Dort sind 16 Einzelhandelsgeschäfte, sieben Restaurants und Cafés sowie drei Duty-

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Free-Bereiche auf einer Fläche von 7.000 m2. Besonders beliebt bei den Passagieren ist der zentrale Marktplatz rund um den Vorfeldtower mit einem großen Angebot an bayerischen und internationalen Spezialitäten. Bei den Gästen der Lufthansa First Class Lounge, sowie in den ••• Verkehrsanbindung

je zwei Senator und Business Lounges der Lufthansa im Satelliten waren bayerische Spezialitäten gefragt: In den ersten zwölf Monaten ließen sich insgesamt rund 590.000 Gäste mehr als 251.000 Brezeln, über 22.000 kg Leberkäse und 1.600 kg „Obazda“ schmecken. •••

Projekt mit Geburtsfehlern

Als der neue Flughafen „Franz-Josef-Strauß“ (FJS) geplant wurde, vergaßen die Planer eine vernünftige landseitige Anbindung. Über Jahre wurde deswegen gespöttelt, der FJS sei verkehrsmäßig am besten über die Luft erreichbar. Für den Individualverkehr ist MUC über die Autobahn A92 München-Deggendorf an das Bundesfernstraßennetz angeschlossen. Die östliche Anbindung besteht im Wesentlichen aus der kreuzungsfreien Staatsstraße St 2580, der Flughafentangente Ost. Die B 301 wurde zwischen Ismaning und dem Flughafen ebenfalls kreuzungsfrei ausgebaut und bietet in Verbindung mit einem kurzen Abschnitt auf der B 471 ab der Ausfahrt Aschheim/Ismaning der A99 (Nordumfahrung Münchens) eine alternative Anfahrtsmöglichkeit aus dem Süden. Heute stehen zahlreiche Linienbus-Verbindungen in die Flughafen-Region zur Verfügung, darunter auch der IC-Bus München-Prag. Der alle 15 min. verkehrende Lufthansa Express Bus stellt eine alternative Busverbindung zum Hauptbahnhof dar. Mit den beiden S-Bahn-Linien S1 und S8 ist der Flughafen München an das Münchner S-Bahnnetz und an den Hauptbahnhof (zu den Fernzügen) angeschlossen. Eine direkte Anbindung an das überregionale Schienenfernverkehrsnetz ist bis heute nicht realisiert. Die wurde schlicht und einfach vergessen, als die Schnellstrecke Nürnberg-Ingolstadt mit anschließender Ausbaustrecke bis München schon in Planung war. Inzwischen läuft mit dem Erdinger Ringschluss ein Planfeststellungsverfahren. Und eine weitere Schienenanbindung, die Neufahrner Kurve, ist im Bau und soll 2018 fertig sein. Sie wird eine direkte Zufahrt für Regional- und Fernzüge aus Richtung Freising, Landshut und Regensburg ermöglichen.

••• München Riem

Einst modernster Airport der Welt

1936 wurde als Standort für den neuen Münchner Flughafen ein Platz südlich von Riem ausgewählt. 1937 war Baubeginn. Die Eröffnung war für den 01. September 1939 geplant, der Flughafen war zu dieser Zeit einer der modernsten Flughäfen der Welt. Durch den Ausbruch des zweiten Weltkriegs verzögerte sich die Betriebsaufnahme jedoch noch bis zum 25. Oktober 1939, als mit einer Junkers Ju 52/3m der Lufthansa aus Berlin kommend der erste zivile Flug durchgeführt wurde. Bis zu seiner Schließung 1992 war Riem der internationale Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt. Bereits 1954 wurde erkannt, dass der nur 10 km von der Münchner Innenstadt gelegene Flughafen an seine Kapazitätsgrenzen stieß und nicht erweitert werden konnte. 1992 wurde der Flughafen Riem daher durch den damals neu gebauten Airport „Franz Josef Strauß“ im Erdinger Moos ersetzt. Die Bauten des ehemaligen Flughafens wurden mit Ausnahme des Towers und der denkmalgeschützten „Wappenhalle“ weitestgehend abgerissen,

heute befindet sich auf dem Areal u.a. die Messestadt Riem mit Wohn- und Geschäftskomplexen, die Neue Messe München und der Riemer Park, der aus der Bundesgartenschau 2005 hervorgegangen ist.

Foto Renardo La Vulpo wikimedia

loh, die Entscheidung der Lufthansa, die ersten 15 ihrer 25 bestellten Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A350 in München zu stationieren. Und 5 der 14 A380 werden ebenfalls nach MUC im Frühjahr 2018 umstationiert. Diese Tatsache unterstreicht u.a. eine von der LH bewusst gesetzte Strategie, MUC weiter zu stärken. Die Langstrecken-Widebodies eröffnen ausgezeichnete Perspektiven für den Langstreckenverkehr und damit das erhoffte Wachstum bei den Zahlen der Fernreisenden. Denn im lukrativeren Langstreckenmarkt sieht die FMG große Wachstumschancen und einen gewaltigen Nachholbedarf zu FRA (ca. 23 Mio. Fernreisende/Jahr).

Dank T2 Satellit ist München gerüstet für viele weitere Millionen Passagiere.

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Geschäftsreise • Luftfahrt

Text RED Fotos A. Suarez (1) I K. Dobrzynski (2) I BA (3) Online-Info ba.com/de I iberia.com I flyuia.com

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Die GSD sind immer mehr großen Fluggesellschaften ein Dorn im Auge. Sie setzen auf mehr Eigenvertrieb.

EIGENVERTRIEB MACHT SCHULE Die „Distribution Cost Charge“, kurz DCC, verrechnet Lufthansa seit 01. September 2015 für sämtliche Flugbuchungen bei ihren Group-Mitgliedern, wenn Reisebüros die Tickets über eines der globalen Vertriebssysteme (Global Distribution System bzw. GDS) ausstellen. Bis 2015 wurden etwa 70 % aller Flugtickets über GDSAnbieter (Amadeus, Galileo, Sabre, Travelport) verkauft. Immer mehr Airlines setzen auf den Eigenvertrieb. Auch wenn die Touristik-Branche im zweiten Halbjahr 2015 Zeter und Mordio schrie, den Untergang des Abendlandes heraufziehen sah und die Reisebüros und GDS-Riesen sich diskriminiert fühlten, blieb Europas Luftfahrtkonzern Nr. eins standhaft und verrechnet seit der Einführung der DCC jedem, der weiterhin über GDS-Systeme bucht, 16 Euro pro Flugausweis (Hin- und Rückflug). Von Anbeginn an beobachteten die europäischen Mitbewerber, ob die LH-Group mit ihrer DCC Buchungen verliert. Im Raum stand für sie ebenfalls die Frage, ob sie das LH-Modell adaptieren, um die Buchungen auf die direkten NDC-kompatiblen Kanäle zu lenken. Das Datenformat NDC (New Distribution Capability), gepusht von IATA, erlaubt Airlines Zusatzleistungen zu verkaufen und Angebote auf Passagiere maßzuschneidern. UIA. Schon wenige Monate nach Einführung der DCC zog die LH ein erstes positives Fazit, natürlich bestritten von den GDS-Anbietern. Und auch heute, 21 Monate später, sieht sich die Lufthansa bestätigt. Genau dies hat kürzlich Ukraine International Airlines bewogen, mit Wirkung zum 19. April 2017 für alle GDS-gebuchten Tickets je Flugsegment 9 Euro zu kassieren; das wären im Vergleich zu den 16 Euro der Lufthansa, die für Hin- und Rückflug gelten, sogar noch zwei Euro mehr.

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BA und Iberia. Das LH-DCC-System übernehmen wird zum 01. November 2017 auch die International Consolidated Airlines Group S.A (IAG), Holdinggesellschaft für British Airways, Iberia, Vueling, Level und Aer Lingus, für ihre beiden großen Netzcarrier BA und Iberia. Ende Mai wurden in Großbritannien die Reisebüros informiert, dass beide Fluggesellschaften künftig eine DCC-Gebühr von 8 Pfund (ca. 9,32 Euro) pro Buchung verrechnen, sollten sie über Kanäle buchen, die nicht mit NCD arbeiten. Zudem betont IAG, dass die GDS weiterhin bedient würden. Diese könnten auch mit NDC arbeiten, um die Gebühr zu vermeiden. IAG argumentiert wie seinerzeit die Lufthansa. Die GDS-Anbieter vom Schlage Amadeus & Co. verursachten immense Mehrkosten, sagen die Fluggesellschaften. Mit der Neuausrichtung der Vertriebsstrategie wollen nach den Airlines der Lufthansa Gruppe auch BA und Iberia zur Steigerung der Ertragskraft ihrer Unternehmen beitragen. Die Erlöse von Flugtickets sollen wie bei der Lufthansa künftig zu einem größeren Anteil dort anfallen, wo der Fluggast die eigentliche Dienstleistung, die Flugreise, erhält. Im Herbst 2015 sagte Jens Bischof, Mitglied des Passagevorstands und Chief Commercial Officer (CCO) der Lufthansa, dass bei den Airlines ein immer geringer werdender Erlösanteil aus dem Verkauf von Flugtickets ankommt. Während

andere Service- und Systempartner der Wertschöpfungskette steigende Margen und Renditen verzeichneten, verdienten Fluggesellschaften als eigentliche Erbringer der Flugleistung immer weniger. Teurer GDS-Vertrieb. 2015 meldete die Lufthansa, dass die Aufwendungen für die Nutzung globaler Reservierungssysteme (GDS) die Kosten anderer Buchungswege wie die eigenen Online­ portale um ein Vielfaches übersteigen. Insgesamt beliefen sich bis 2015 die jährlichen GDSKosten allein für die Airlines der Lufthansa Group auf einen dreistelligen Millionen-Eurobetrag. Eine Vielzahl der Leistungen, die über die reine Buchung, Abwicklung und Bereitstellung von Flugtickets hinausgehen, wird von den Fluggesellschaften bezahlt, aber von ihnen nur teilweise genutzt. Über alle eigenen Buchungswege werden seitdem Flugtickets ohne das neue Entgelt angeboten. Dazu zählen vor allem die Websites der LH-Airlines sowie die Service-Center und Ticketschalter an den Flughäfen. Auch für Reisebüros besteht seitdem die Möglichkeit zur Ticketbuchung ohne DCC – und zwar im Fall der LH über das Onlineportal www.LHGroup-agent. com. Außerdem haben Firmenkunden seit September 2015 die Möglichkeit, ihre individuell verhandelten Vertragsraten ohne Berechnung der DCC auf www.LH.com zu buchen. •••

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Neue Strecken und Frequenzen

Text JB Foto Lufthansa Online-Info www.dmm.travel/news/luftfahrt

DMM SERVICE: NEUE STRECKEN & FREQUENZEN

ÄNDERUNGEN IM USA-VERKEHR Delta hat nach sechs Jahren Pause die tägliche Verbindung von Berlin-Tegel nach New York JFK wieder aufgenommen. United ist saisonal von München nach San Francisco gestartet (bis 4.9.). Nach Chicago geht es mit Lufthansa nun 10 statt 7 Mal pro Woche. Zudem fliegt LH ab 25.3.2018 von Frankfurt nach San Diego. Dafür wird Condor diese Strecke wieder einstellen und stattdessen ab 18. Mai 2018 von Frankfurt nach Phoenix starten. Nach New York hat Air Berlin den Abendflug ab Tegel gestrichen. Dafür geht es jetzt ab Düsseldorf 2x tägl. nach JFK. Und noch eine Änderung: Los Angeles bedient LH ab Frühjahr 2018 von München statt bislang von Frankfurt.

Europa: Nürnberg – Lyon, Friedrichshafen – Pristina Alicante: Norwegian fliegt 3x/Wo von Hannover. Athen: Aegean fliegt neu Mo, Mi u. Sa von Hannover (bis 28.10.). Belgrad: Wizz Air fliegt Mo u. Fr von Nürnberg. Birmingham: Flybe startet ab 10. Juli 4x/Wo von Hamburg – und ersetzt damit Eurowings. Cluj: Ab 29.10. fliegt LH tägl. ab Frankfurt. Krakau: Ryanair fliegt ab Okt. von Nürnberg. Leeds: Ab 29.10. fliegt Flybe 6x/Wo von Düsseldorf. Lissabon: TAP fliegt jetzt auch von Stuttgart und Köln und damit ab 7 deutschen Städten. London: Flybe fliegt neu von Köln zum Airport Southend (SEN). Lwiw: Wizz Air fliegt Mi u. So von Berlin-Schönefeld. Lyon: Ab 4.9. startet die Air-Fran-

ce-Tochter Hop 6x/Wo von Nürnberg. Pristina: Air Bucharest fliegt neu jeden Sa von Friedrichshafen in den Kosovo. Reykjavik: LH fliegt künftig auch im Winter von Frankfurt (Di, Do, So). Sevilla: Ryanair fliegt ab Okt. von Karlsruhe. Tallinn: Die estnische Airline Nordica fliegt neu von Hamburg (3x/Wo) und Berlin (2-4x/Wo). Timisoara: Ab 29.10. fliegt LH tägl. ab Frankfurt. Vilnius: Ryanair fliegt ab Okt. von Nürnberg. Vitoria: Ryanair fliegt ab 30.10. von Köln ins Baskenland. Warschau: LOT fliegt wieder von Stuttgart (2x tägl., WE 1x). Wien: Eurowings fliegt ab 29.10. 6x/Wo von Dortmund.

Interkont: Amsterdam – Mumbai, München – Singapur Accra: Brussels Airlines fliegt jetzt 5x/Wo von Brüssel. Bangalore: Ab 29.10. fliegt Jet Airways tägl. von Amsterdam. Bangkok: Qatar Airways fliegt jetzt 5x tägl. von Doha. Buenos Aires: Ab 28.10. fliegt United tägl. von New York. Chennai: Ab 29.10. fliegt Jet Airways 5x/Wo von Paris, mit Zubringern ab D. Grozny: UTair fliegt ab München fliegen. Kostanaj: Air Astana hat die saisonalen Flüge ab Hannover wieder aufgenommen. Mumbai: Ab 29.10. fliegt KLM Mo, Do u. So von Amsterdam.

Perth: Ab 24. März fliegt Qantas ab London (erster Nonstop-Flug von Europa nach Australien). San José: KLM fliegt ab 31.10. nach Costa Rica. Singapur: Ab 27. März 2018 fliegt LH 5x/Wo von München. St. Petersburg: S7 Airlines startet neu Di, Do u. Sa von Berlin-Tegel. Uralsk: Air Astana fliegt jetzt jeden Mi von Frankfurt in den Westen Kasachstans. Vancouver: Icelandair startet künftig ganzjährig von Reykjavik an Kanadas Westküste, im Winter Do u. Sa, im Sommer 3x/Wo.

Gecancelt: Genf, Mailand, Paris, Stockholm Genf: Eurowings hat die Verbindung ab Hamburg eingestellt. Liverpool: Blue Air hat die kürzlich aufgenommene Strecke ab Hamburg wieder eingestellt. Mailand: Flyby streicht die täglich bediente Route ab Hannover zum 28.10. Paris: Transavia hat die Strecke von München nach Orly zum 2. Juli eingestellt. Stockholm: Air Berlin hat die Strecke ab

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Düsseldorf gestrichen. Düsseldorf-Dresden: Air Berlin hat die Strecke gestrichen. Graz: Air Berlin hat die Route ab Berlin gestrichen. Hamburg: Easyjet gibt zum Frühjahr 2018 die Basis in Hamburg auf. Seoul: Zum Sommer 2018 verlagert LH Peking und Hongkong von Frankfurt nach München. Seoul fällt aus dem Flugplan.

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Geschäftswagen • Prüfverfahren

Text RED Fotos Aral (1) I VW (2) I Rainer Sturm / Pixelio.de (3)

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Treibstoffverbräuche sind bei Mobilitätsmanagern seit jeher ein großes Thema.

REALISTISCHE VERBRAUCHSWERTE Dienstwagenfahrer machen sich in aller Regel keine Gedanken um den Treibstoff-Verbrauch ihres Geschäftswagens. Anders Frei­ berufler und Mobilitätsmanager; denn sie müssen rechnen, oft mit spitzem Bleistift. Wenig hilfreich war bei der Berechnung des ­Verbrauchs bisher der Neue Euro­ päische Fahrzyklus (NEFZ). Denn er gaukelt meist unrealistisch ­niedrige Verbräuche vor. Verbrauchslüge, Dichtung und Wahrheit, frisierte Durstdaten – diese und ähnliche Nettigkeiten umschreiben, was viele Autofahrer über den „Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) denken. Erst recht, wenn sie feststellen mussten, dass ihr Wagen viel durstiger ist als es die Angaben der Verkaufsprospekte bzw. im Netz besagen. Für Fuhrparkverantwortliche sind verlässliche Daten aber ein Muss. Noch müssen Mobilitätsmanager je nach Modell zwischen 20 und 40 % mehr Verbrauch und damit entsprechende höhere Betriebskosten kalkulieren. Das funktioniert so auf europäischer Ebene nur

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noch in Deutschland. In Großbritannien (ca. 70 % aller Automobile sind in UK Firmenfahrzeuge) z.B. hat der Gesetzgeber knallharte Grenzen in Sachen Verbrauch und CO2 gesetzt, was Fuhrparkverantwortlichen kaum noch gestattet, PS-starke und verbrauchsintensive Firmenwagen zu ordern. Dennoch ist auch in UK das Thema WLTP und RDE (Real Driving Emissions) viel diskutiert. Schwache EU-Vorgaben. Mit dem NEFZ-Test bestimmen die Hersteller die Verbräuche und Emissionen ihrer Neufahrzeuge. Die daraus resultierenden Daten werden u.a. auch für Werbezwecke eingesetzt. Während der 1.180 Sekunden währenden Prozedur nutzt die Autoindustrie laut „Transportation & Environment“ (T&E, Dachverband von nichtstaatlichen EU-Organisationen, die sich für nachhaltigen Verkehr einsetzen) lasche Vorgaben der EU bezüglich der Testbedingungen. Neben manipulierter Software und stark überhöhtem Reifendruck nutzen die Hersteller laut europäischer Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) dabei eine ganze Reihe von weiteren Tricks, aus denen niedrige, jedoch realitätsferne Verbräuche resultieren. Besorgniserregend ist dabei die wachsende Lücke zwischen Herstellerangaben und Realität. Denn die meisten Autobauer nutzen seit Jahren mit Billigung des Verkehrsministeriums Tricks zur Verschönerung der CO2-Bilanz. Lag die Differenz zwischen Herstellerwerten und Realverbrauch 2001 in Deutschland noch bei rund 7 %, sind es heute 23 %, so T&E. Die Autobauer spre-

chen stets von Vergleichswerten, eher selten davon, dass die in den NEFZ-Fahrzyklus-Tests ermittelten Daten absolut praxisfern sind. Ursachen für die meist viel niedriger angegebenen Literzahlen sind die immer umfangreichere Ausstattung von Neuwagen, was bei beim NEFZ unberücksichtigt bleibt und die realitätsferne Ausgestaltung der Prüfstand-Tests, die zu einer falschen Gewichtung von Spritspar-Techniken führt. Mit all’ dem Versteckspiel soll am 01. September 2017 Schluss ein. Da wird der NEFZ vom WLTP (Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure) als Messverfahren für Verbrauchswerte abgelöst. Wirklichkeitsnäherer WLTP. WLTP soll zu einem einheitlichen Testverfahren für Pkw und leichte Nfz werden und bildet die Abgaswerte und den Kraftstoffverbrauch realitätsnäher ab als bisher. Ende Mai ging den EU-Mitgliedsstaaten eine entsprechende Empfehlung zu, die frühestens 2018 rechtlich und steuerlich bindend umgesetzt wird. In der Übergangsphase vom 01. September 2017 bis zum 01. Januar 2019 (länderspezifische Abweichungen möglich) wird für den Kunden weiterhin der NEFZWert (bzw. der aus der WLTP-Messung korrelierte NEFZ-Wert) die Grundlage für die Kfz-Besteuerung sein. Aber schon jetzt hat das Bundesfinanzministerium angekündigt, dass mit dem Wechsel vom NEFZ zum WLTP eine höhere Kfz-Steuer folgen wird. Im Gegensatz zum NEFZ ist WLTP wesentlich dynamischer: Sein definiertes Fahrprofil weist

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Prüfverfahren

Online-Info www.vda.de I www.bdi.eu I www.bundesfinanzministerium.de

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In modernen Automobilen werden die aktuellen Verbräuche sehr realitätsnah angezeigt.

Den größten Einfluss auf Verbräuche hat der Fahrer.

deutlich mehr Beschleunigungs- und Bremsvorgänge auf, es enthält vier Phasen: bis 60, 80, 100 und 130 km/h. So werden unterschiedliche Fahrsituationen – vom Innenstadtverkehr bis zur Autobahnfahrt – abgebildet. Die Höchstgeschwindigkeit liegt beim WLTP-Fahrzyklus bei 131 km/h, um 10 km/h höher als beim NEFZ. Zudem übertrifft der neue Testzyklus den alten sowohl bei der Dauer (30 min) als auch bei der Durchschnittsgeschwindigkeit (46,6 km/h). Die Streckenlänge auf dem Rollenprüfstand entspricht rund 23 km statt bisher 11 km, die Temperatur der Prüfkammer muss bei 23° C liegen. Mit dem Ambient Temperature Correction Test berücksichtigt das Verfahren den Verbrauchseinfluss der von der EU definierten durchschnittlichen Umgebungstemperatur von 14°C auf ein über 9 Std. abgestelltes Fahrzeug.  Zudem werden beim WLTP die Auswirkungen von kundenindividuellen Sonderausstattungen auf Gewicht, Aerodynamik und BordnetzStromverbrauch (Ruhestrom) berücksichtigt. Komfort–Verbraucher wie Klimaanlage oder Sitzheizung bleiben allerdings während der Messung ausgeschaltet wie beim NEFZ. Weitere Neuerungen betreffen die Schaltpunkte (bei manuellem Getriebe): Sie sind nicht mehr statisch vorgegeben, sondern in Abhängigkeit von Fahrzeugparametern wie Motorleistung und Getriebeübersetzung berechnet.  Bei allen neu typgeprüften Motoren und Modellen müssen die Abgas- und Verbrauchswerte ab 01. September 2017 nach WLTP ermittelt werden, ab 01. September 2018 dann bei sämtlichen Neufahrzeugen. 

förmigen Emissionen gegenüber dem im WLTP-Verfahren unter Laborbedingungen ermittelten Wert maximal sein dürfen. Im ersten Schritt während einer Übergangszeit ab September 2017 liegt er bei 2,1 für NOx-Emissionen und 1,5 für die Partikelanzahl (PN). In einer zweiten Stufe ab Januar 2020 soll der Faktor bei maximal 1,5 liegen. Die RDE-Messung berücksichtigt nicht das komplexe thermische Verhalten des Verbrennungsmotors. Der Verbrauch und die Emissionswerte variieren in Abhängigkeit von der Betriebsart. Darüber hinaus hängt das Messergebnis stark vom individuellen Fahrverhalten ab. Der CF berücksichtigt die Streuung durch die Messungsrandbedingungen, weshalb auch der CF 2,1 ein schwer zu erreichender Wert ist. Um die neuen Grenzwerte einzuhalten, müssen Benzine mit Partikelfiltern ausgerüstet werden.

RDE und PEMS-Messung. RDE steht für Real Driving Emissions, also für Abgase im realen Straßenverkehr. Ergänzend zum neuen WLTP-

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Testzyklus auf dem Rollenprüfstand sind in Europa ab 01. September 2017 Emissionsmessungen im realen Straßenverkehr vorgeschrieben. Das RDE-Prüfverfahren wird mittels mobiler Messtechnik (Portable Emissions Measurement Systems, PEMS) durchgeführt: Die mit der Abgasanlage verbundene PEMS-Messbox misst die Stickoxide- und Kohlenstoffmonoxid-Emissionen und protokolliert auf der vordefinierten

Lag die Differenz zwischen Herstellerwerten und Realverbrauch 2001 in Deutschland noch bei rund 7 Prozent, sind es laut T&E (europäische Umwelt­organisation Transport & Environment). heute gut 23 Prozent. Strecke eine Vielzahl an Motor, Fahrzeug- und Umweltparametern. Durch den permanenten Abgleich mit GPS-Daten lässt sich so ein exakter Zusammenhang zwischen Fahrsituation und Abgasverhalten darstellen. Die Strecke einer RDE-Messung enthält eine Vielzahl beliebiger Beschleunigungs- und Abbremsvorgänge, die Fahrtzeit dauert je nach Verkehrslage und Fahrstil 90 bis 120 Minuten. Ein Konformitätsfaktor (CF) gibt an, um wie viel höher die im Straßenverkehr gemessenen gas-

Neue Abgasnorm Euro 6c. Seit 1991 besteht die europäische Abgasnorm. Für Otto-und Dieselmotoren gelten jeweils eigene Grenzwerte. Geregelt werden die sogenannten limitierten Abgaskomponenten, wie z.B. der Stickoxide (NOx)-Ausstoß und die Partikelanzahl. Für neu typgeprüfte Fahrzeuge tritt am 01. September 2017 die Norm Euro 6c in Kraft, für sämtliche neu zugelassenen Autos dann ab 01.09. 2018. Neben der Umstellung auf WLTP-Verfahren und RDE-Messung ist der wichtigste Unterschied gegenüber Euro 6b die Partikelzahl (PN) bei Ottomotoren: Künftig darf sie nur noch 1/10 des bisherigen Werts betragen. Mit Einführung von Euro 6c werden ebenso die Schwellenwerte für On-Board-Diagnose-Systeme (OBD) verschärft. Den größten Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch hat indes weiterhin der Fahrer selbst: durch seinen Fahrstil. •••

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Geschäftswagen • Fahrbericht • VW Arteon

Text RED Fotos GZ (1/2) I Volkswagen (3)

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VW‘s Arteon soll in Zukunft auch in Firmenflotten zu finden sein.

ARTEON: ZWEI AUTOMOBILE WELTEN Volkswagens neues Spitzenmodell Arteon ist ein viertüriges Coupé mit großer Heckklappe, ziemlich schick designt und gewissermaßen ein Zwitter aus CC (Luxus-Passat) und dem nur in China erhältlichen Nobelmobil ­Phideon. Der Business Class Gran Turismo soll hier zu Lande zu ­mindestens 30 % an gewerbliche bzw. Großkunden gehen. Angesiedelt am oberen Ende der Mittelklasse ist die sportlich gestaltete Limousine aktuell das Spitzenmodell der Wolfsburger. Design und Proportionen wirken wie aus einem Guss. Dank seines langen Radstands, der weit gestreckten Dachlinie, des coupéartigen Fastback-Designs und einer großen Heckklappe bietet der Gran Turismo viel Raum und Variabilität. Zu den wichtigsten Design-Elementen gehört die neu entwickelte Frontpartie. Die werden wir schon bald auch am neuen Touareg sehen. Kennzeichen sind die weit nach vorn und bis über beide Kotflügel reichende Motorhaube und ein Kühlergrill, der die ganze Fahrzeugbreite einnimmt. Die LED-Scheinwerfer, -Tagfahrlichter und Blinker verschmelzen dabei mit den verchromten Querspangen des Kühler-

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grills und der Motorhaube. Auch das Heck mit kraftvoller Schulterpartie wirkt sehr ansprechend, wobei die Breite des Neulings von hinten betrachtet erst richtig auffällt. Für ein unverwechselbares Nachtdesign sollen die prägnanten LED-Rückleuchten (bei Arteon Elegance und Arteon R-Line inklusive dynamischer Blinkfunktion) sorgen. Zielgruppen. Gebaut in Emden verbindet der avantgardistisch gezeichnete Wagen zwei automobile Welten, so sehen es jedenfalls die Wolfsburger: die der klassischen Limousine mit viel Raum und hohem Komfort und die des Sportwagens mit mächtig viel Dynamik. Dass der Neuling interaktiv vernetzt und „always on“ ist, und er geschäftlich wie privat faszinieren soll, soll kein Wunschtraum bleiben. Natürlich ist die Frage, wer denn die Zielgruppen für den Arteon sein sollen. Ein VW-Manager: Kunden mit einem Monatsmindest­ein­kommen von 8.000 Euro. Gedacht ist aber auch an Flottenkunden, Freiberufler etc., die mehr als „nur“ einen Passat-Variant wollen. In Europa sind die

beiden wichtigsten Märkte Deutschland und Groß­britannien. Der Startschuss für die Markteinführung war Mitte Juni. Motoren. Zunächst geht das Modell mit drei Turbodirekteinspritzern an den Start. Drei weitere folgen: der neu entwickelte 1.5 TSI Evo (110 kW / 150 PS mit Zylinderabschaltung) sowie ein TSI und TDI mit jeweils 140 kW / 190 PS. Alle Motoren können mit DSG kombiniert werden (110-kW-TSI in Deutschland nur mit manuellem Getriebe). Für die TSI gehört das DSG ab 140 kW zur Serienausstattung; im Fall der TDI ist es in der 176-kW-Version serienmäßig an Bord. Der 280-PS-TSI und 240-PS-TDI sind generell mit Allradantrieb 4MOTION ausgestattet; für den 140-kW-TDI steht der Allradantrieb optional zur Verfügung. Alle anderen Modelle besitzen Frontantrieb. Und was ist mit innovativen Antrieben? Keine Bange, auch die sollen kommen. Zunächst sollen zwei Plug-in-Hybride ab 2018 angeboten werden, der stärkere davon mit 80 kWh-Akku Fastback mit großer Heckklappe

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Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


VW Arteon

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Design und Proportionen ­wirken wie aus einem Guss. Dank seines langen Radstandes, einer weit ­gestreckten Dachlinie, des coupéartigen FastbackDesigns und einer großen Heckklappe bietet der Gran Turismo viel Raum und Variabilität. Modenes Ambiente empfängt Fahrer und Insassen im Innenraum. Das Cockpit ist Hightech.

und einem 190 PS-Benziner. In der Pipeline ist ferner ein Hybrid mit dem Antriebsstrang des Passat GTE. Volkswagen wird den Gran Turismo europaweit in drei Ausstattungsversionen anbieten: „Arteon“, „Elegance“ und „R-Line“. Assistenzsysteme blicken voraus. Zum avantgardistischen Gesamtkonzept passen innovative Assistenzsysteme. Die automatische Distanzregelung (ACC) der nächsten Generation berücksichtigt Geschwindigkeitsbegrenzungen, Kurven, Kreisverkehre und Abzweigungen und passt die Geschwindigkeit automatisch an diese Parameter an (im Rahmen der Systemgrenzen und jeweiligen Länderfreigaben). Das dynamische Kurvenlicht mit vorausschauender Regelung erkennt aufgrund der GPS- und Straßendaten des Navis ebenfalls, wann eine Kurve kommt und leuchtet sie bereits aus, bevor der Fahrer sie aktiv ansteuert. Ein Plus an Sicherheit im Worst-Case-Fall bietet der Emergency Assist: Sollte der Fahrer gesundheitsbedingt ausfallen, bremst der Assistent den Wagen im Rahmen der Systemgrenzen ab und lenkt ihn, sofern es der rückwärtige Verkehr zulässt, nun auch auf die ganz rechte Fahrspur. Interieur. Das klare und expressive Design, eine tadellose Ergonomie und neue, interaktive Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine erzeugen eine wohnliche Hightech-Atmosphäre. Zu den interaktiven und digitalisierten Schnittstellen gehören optionale Technologie-Features wie das „Active Info Display“ (volldigitalisierte Instrumente) und ein Head-up-Display. Das Top-Infotainment-System „Discover Pro“ besitzt eine Tablet-ähnliche Glasoberfläche; sein 9,2-Zoll-Display ist mit einer innovativen Gestensteuerung ausgestattet. Die Mittelkonsole steigt wie bei einem Sportwagen zur Schalttafel hin an und trifft dort auf die Klimasteue-

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••• Technische Daten und Betriebskosten VW Arteon

2.0 TDI SCR Elegance

Motor I Hubraum (cm3) R 4 I 1.968

2.0 TSI 4MOTION Elegance R 4 I 1.984

Leistung (kW/ PS) bei min −1

110/150 bei 3.500 – 4.000 206/280 bei 5.100 – 6.500

Drehmoment (Nm) bei min −1

340 bei 1.750 – 3.000

350 bei 1.700 – 5.600

4.862 x 2.127 x 1.450

4.862 x 2.127 x 1.450

LxBxH

(mm) 1)

Kofferrauminhalt (l) I Zuladung (kg) 563 – 1.557 I 448 – 602

563 – 1.557 I 465 – 599

Beschleunigung (s) 2) I V.max (km/h) 9,1 I 220 5,6 I 250 Verbrauch/100 km (l) I CO2 (g/km) 3) 4,5 I 116

7,3 I 164

Netto-Preis (€)

41.449,58 43.361,34

Betriebskosten (Cent/km)

53,6 (36 Mon., 40.000 km) 53,5 (36 Mon., 40.000 km)

83,9 (60 Mon., 20.000 km) 83,8 (60 Mon., 20.000 km)

Versicherung HP / TK / VK 1) Breite

inkl. Spiegel

2) von

0 auf 100 km/ h

18 / 27 / 24 3) nach

18 / 27 / 24

NEFZ / EU6

••• Unsere Meinung VW’s Arteon ist im Grunde genommen das Topmodell der Passat-Limousine, wenngleich eleganter gezeichnet. Gefälliger wirkt das Exterieurdesign, anders sind auch die rahmenlosen Fenster, die die Außengeräusche ganz gut fernhalten. Innen aber kann ein sehr gut ausgestatteter Passat durchaus mithalten. Beim Vergleich mit der Premium-Konkurrenz fällt der Arteon, wenn wir nur das Interieur und Wohlfühlgefühl berücksichtigen, doch etwas ab. Vielleicht liegt‘s aber auch nur an der kühlen Moderne. In Sachen Fahrverhalten, Handling und Sicherheit aber ist der Arteon den Wettbewerbern durchaus ebenbürtig.

rung und die Infotainmentsysteme. Die Sitze sind langstreckentauglich und bieten sehr guten Seitenhalt. Für Geschäftsreisende, die viel mitzuschleppen haben, ist der variable Kofferraum eine feine Sache. Und dank einer großen Heckklappe und der 1/3 zu 2/3 klappbaren Rücksitzlehne bietet das Auto Stauraum mit dem Niveau eines SUV. Geschäftskunden sollen u.a. von den laut VW niedrigen laufenden Kosten profitieren: Beim 1.5 TSI und 2.0 TDI mit 110 kW liegt eine erste Inspektion mit Ölwechsel (flexibel via Anzeige), abhängig vom Fahrprofil, nach maximal zwei

Jahren oder 30.000 km Laufleistung an. Eine Inspektion mit erweitertem Wartungsumfang ist erst nach drei Jahren bzw. 60.000 km fällig. Die Prognosen für die Wartungskosten in den ersten vier Jahren und über die ersten 60.000 km sollen nur bei ca. 200 Euro pro Jahr liegen. Wie’s wirklich um die Servicekosten bestellt ist, werden die Besitzer wohl bald erfahren. Günstig im Wettbewerbsvergleich sind, dank niedriger Kaskoeinstufungen, auch die Versicherungskosten. Fuhrparkmanager werden die niedrigen Gesamtbetriebskosten – die „Cost of Ownership“ (CoO) begrüßen. •••

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Geschäftswagen • Geschäftswagen des Monats

Text RED Fotos BMW (1) I GZ (2-4)

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BMW 5er Touring: Perfekter „Arbeitsplatz“ für Geschäftswagennutzer

BENCHMARK FÜR DAS TOP-NIVEAU Auf der Suche nach dem mut­ maßlich weltbesten BusinessKombi gibt es nur eine Antwort: BMW 5er Touring. Generation 5 des Premium-Kombis ist nicht nur ein Hingucker, er ist auch, was

Wenn man ehrlich ist, dann genügt das Basismodell 520d allen Ansprüchen, und die dürfen durchaus hoch liegen. Immerhin beinhaltet schon die Basis Klimaautomatik, ProfessionalNavi, Online-Zugang und vieles mehr. Ebenfalls lieferbar sind der 530d ohne und mit xDrive, sowie 530i und 540i xDrive. Die Letztgenannten könnten vermehrt von Firmenkunden geordert werden; denn im Moment weiß niemand, wohin die Dieselreise geht.

und behände, liegt wahrscheinlich auch daran, dass er gewichtsmäßig um gut 100 kg abgespeckt hat. 96 % aller 5er Tourings verbleiben in Europa; 76 % in Deutschland. 60 % aller 5er gehen als Touring an die Kunden. Das zeigt den Stellenwert dieses Automobils, das im Segment der Oberklasse-Kombis neue Maßstäbe setzt. Wie schon die Limousine beeindruckt auch die zweite Karosserievariante der traditionsreichen

man als „Dienst­wagenfahrer’s liebstes Kind“ ­bezeichnen kann. Auch dieses Edelfahrzeug wird nicht nur in zahlreichen Firmen­ flotten zu finden sein, sondern auch bei vielen Freiberuflern, die Wert auf Understatement, auf Image (für ihr Unternehmen), auf Design, auf Konnekti­vität und auf höchste Effizienz legen. 38

Leise wie ein E-Auto. Was uns gleich mal sehr gut gefallen hat, ist der tolle Geräuschkomfort. 520d und 530d fahren sich wie ein Elektroauto. Vier- und Sechszylinder-Diesel sind so gut wie unhörbar, auch Wind und Fahrwerk bleiben stumm. Kompliment. Warum wir Firmenkunden eher den 520d ans Herz legen? Er kann alles beinahe so gut wie der 530d, bei Exterieur und Interieur gibt’s so gut wie keinen Unterschied, der kleine Diesel beschleunigt fast so druckvoll wie der größere und wirkt motorisch betrachtet sehr harmonisch. Serienmäßig besitzt auch er Luftfederung hinten, so dass der Kombi sämtliche Fahrbahn­unebenheiten glatt wegbügelt. Überhaupt fährt sich der neue Touring leicht

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Der neue 5er Touring ist für uns die Krönung.

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


BMW 5er Touring

Online-Info www.bmw.de > Großkunden/Businesskunden

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Die Funktionalitäten hat man schnell im Griff.

Neuer BMW 5er Touring: Das Flottenauto der Bayern.

Baureihe mit einem einzigartigen Anzeige- und Bedienkonzept, zukunftsweisenden Assistenzsystemen und der digitalen Vernetzung.

Vielseitiges Bediensystem. Das hochauflösende, bis zu 10,25 Zoll große Control Display des Bediensystems iDrive ist als Touchscreen ausgeführt. Nach wie vor lassen sich die Fahrzeug-, Navigations-, Kommunikations- und Infotainmentfunktionen auch per Touch Controller steuern – ganz nach den persönlichen Präferenzen des Fahrers. Die neue Menüdarstellung in Kachelstruktur trägt zu einer intuitiven Bedienbarkeit bei geringer Ablenkung vom Fahrgeschehen bei. Für zusätzliche Vielfalt bei der Art der Bedienung sorgt die weiterentwickelte Spracheingabe ebenso wie die nun auch in der 5er Reihe angebotene Gestiksteuerung. Mit einer um 70 % vergrößerten Projektionsfläche markiert das Head-Up Display der jüngsten Generation einen weiteren Fortschritt.

Design. Die Frontansicht wird von präzisen Konturen geprägt. Die serienmäßigen LEDScheinwerfer reichen bis an die weit nach vorn ragende BMW Niere heran. In der Seitenansicht wird die eigenständige Fahrzeuggeometrie mit harmonischen Proportionen kombiniert. Zur sportiven Ausstrahlung trägt auch die lange Dachlinie bei, die in stark geneigte D-Säulen mündet. Die Heckscheibe wird von einem Dachspoiler mit integrierter Zusatzbremsleuchte und seitlichen Luftleitelementen eingefasst. Mehr Platz. Im Innenraum trifft die fahrerorientierte Cockpitgestaltung auf ein mit moderner Eleganz, hochwertigen, präzise verarbeiteten Materialien und Liebe zu Details verfeinertes Premium-Ambiente. Die im Vergleich zum Vorgängermodell weniger hoch aufragende Instrumententafel kommt dem großzügigen Raumgefühl zugute. Das Control Display ist jetzt als freistehender Flatscreen ausgeführt. Auf allen Sitzplätzen steht spürbar mehr Kopf-, Schulterund Beinfreiheit zur Verfügung. Eine optimierte Lehnenkontur, die längere Sitzfläche und ein Plus an Kniefreiheit steigern den Reisekomfort im Fond. Daneben beeindruckt die hohe Funktionalität, die auf einer Vielzahl an praktischen Detaillösungen beruht: eine im Verhältnis 40 : 20 : 40 teilbare Fondsitzlehne, die per Tastendruck vom Kofferraum aus aktivierbare elektrische Lehnenfernentriegelung, das separat zu öffnende Heckfenster und die automatische Heckklappenbetätigung, die optional auch das berührungslose Öffnen und Schließen ermöglicht. Start mit vier Motoren und xDrive. Den Anfang machen jeweils zwei hochmoderne Diesel und Benziner. Noch werden im gewerblichen Segment wohl die Selbstzünder das Rennen machen. Komplettiert wird das zum Verkaufsstart verfügbare Motorenangebot von einem 3,0 l-Reihensechszylinder-Diesel. Aber der spielt im Geschäftsegment keine überragende Rolle.

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Weg zum automatisierten Fahren. Mit neuen Assistenzsystemen und erweiterten Funktionen weist auch der Kombi den Weg zum automatisierten Fahren. Zum Fortschritt auf diesem Gebiet tragen neben Querverkehrs- und Vorfahrtswarnung auch Spurwechsel- und Spur-

halteassistent mit aktivem Seitenkollisionsschutz und die Ausweichhilfe bei. Die neuen Systeme bieten Lenk- und Spurführungsunterstützung vom Schritttempo bis zu 210 km/h . Connected. Nahtlos vernetzt sind Fahrzeug und Smartphone. So erhält der Fahrer unterwegs, zu Hause oder am Arbeitsplatz Unterstützung bei seiner Termin- und Mobilitäts­ planung. Z.B. können Navigationsziele vom Smartphone ins Fahrzeug übertragen und der ideale Zeitpunkt zum Start anhand von Real Time Traffic Information ermittelt werden. Mit Remote 3D View kann der Fahrer zudem auf seinem Smartphone Bilder von der Umgebung seines Fahrzeugs abrufen. Darüber hinaus lassen sich im Fahrzeug Kalender-, Mail- und Kontaktdaten über Microsoft Exchange ver­ walten. Die kabellose Einbindung von Smartphones ermöglicht auch die Nutzung von Apple CarPlay und wird um die Möglichkeit zum induktiven Laden ergänzt. Neben dem Parkassistenten steht nun auch die Funktion Ferngesteuertes Parken zur Verfügung. •••

••• Technische Daten und Betriebskosten BMW 5er Touring

520d 8-Gang Steptronic

Motor I Hubraum (cm3) R 4/4 I 1.995 min −1

530d 8-Gang Steptronic R6 I 2.993

140 /190 bei 4.000

195 / 265 bei 4000

Drehmoment (Nm) bei min −1

400 bei 1.750 – 2.500

620 bei 2.000 – 2.500

L x B x H (mm) 1)

4.942 x 2.126 x 1.498

4.942 x 2.126 x 1.498

Leistung (kW/ PS) bei

Kofferrauminhalt (l) I Zuladung (kg) 570 – 1.700 I 725

570 – 1.700 I 730

Beschleunigung (s) 2) I V.max (km/h) 8,0 I 230

5,8 I 250

Verbrauch/100 km (l) I CO2 (g/km) 3) 4,7 I 124

5,1 I 134

Netto-Preis (€)

41.974,79

47.731,09

Betriebskosten (Cent/km)

55,3 (36 Mon., 40.000 km) 97,0 (36 Mon., 40.000 km)

86,1 (60 Mon., 20.000 km) 162,9 (60 Mon., 20.000 km)

Versicherung HP / TK / VK

22 / 27 / 24

1) Breite

inkl. Spiegel

2) von

0 auf 100 km/ h

3) nach

19 / 27 / 24

NEFZ

••• Unsere Meinung Die 5. Generation des 5er Tourings entspricht technisch weitgehend der Limousine. Beide gehören zum Besten, was im Segment der Business-Fahrzeuge zu haben ist. Für Mobilitätsmanager und Selbstständige durchaus eine Option sind die Benziner.

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Recht • Steuer • Versicherung • Business-Trips

Text Jur. Redaktion Armin Dieter Schmidt / anwalt.de Foto Emirates

GESCHÄFTSREISEN PRIVAT VERLÄNGERN Die Reisekostenreform 2014 wirkt sich auch aus auf gemischte Reisen, die betrieblich und privat veranlasst sind. Heute ist es möglich, auswärtige Tätigkeiten mit einem privaten Urlaub zu kombinieren, ohne den Betriebsausgaben- oder Werbungskostenabzug völlig zu verlieren. Gemischte Aufwendungen können nach der BFH-Rechtsprechung in einen betrieblichen und einen privaten Anteil aufgeteilt werden.

Es ist somit zunächst wichtig, den richtigen Aufteilungsmaßstab zu finden, wonach die Aufwendungen aufgeteilt werden können. Auch wenn sich geschäftliche Termine heute oft in Form von Telefonaten oder Videokonferenzen erledigen lassen, ist der persönliche Kontakt durch nichts zu ersetzen. Geschäftsreisen gehören in vielen Unternehmen zum Alltag – sowohl für Mitarbeiter als auch für den Chef selbst. Dabei vermischt sich oft genug Geschäftliches und Privates immer mehr. Die Unterscheidung zwischen geschäftlichen und privaten Reisen ist allerdings wesentlich für die Entscheidung, ob entsprechende Ausgaben steuerlich geltend gemacht werden können. Wird eine Reise ausschließlich zu geschäftlichen Zwecken unternommen, finden also während der gesamten Zeit bis zum Feierabend Meetings, Vertriebsgespräche oder Fachfortbildungen statt, handelt es sich um eine klassische Geschäftsreise. Die Ausgaben sind für den Unternehmer dann Betriebsausgaben. Arbeitnehmer bekommen ihre Reisekosten regelmäßig vom Arbeitgeber ersetzt oder können sie selbst als Werbungskosten ansetzen, wenn der Chef beispielsweise nur einen Teil zu einer beruflichen Fortbildung erstattet. Fahrt, Hotel und Verpflegungsmehraufwand. Der Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzug betrifft allerdings nur die Kosten für Fahrt bzw. Flug, Übernachtung und andere beruflich veranlasste Ausgaben, wie etwa Tagungsgebühren. Kosten für Essen, Trinken oder Freizeitaktivitäten nach Feierabend gehören zur privaten Lebensführung. Sie würden schließlich ohne die Geschäftsreise ebenfalls entstehen. Für jeden vollen Tag Abwesenheit

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ist aber immerhin eine Pauschale von 24 Euro für den sogenannten Verpflegungsmehraufwand ansetzbar. Am An- und Abreisetag oder im Fall eintägiger Dienstreisen bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden sind es 12 Euro. Verlängerung einer geschäftlichen Reise. Privaturlaube haben auf die Einkommensteuer generell keinen Einfluss, sie dienen schließlich nicht dem Erwerb von Einkommen, sondern der privaten Lebensführung. Interessant wird es, wenn eine Reise sowohl beruflich als auch privat veranlasst ist. Eine Dienstreise an den Bodensee oder in eine interessante Metropole wie Berlin, London oder New York lässt sich oft kostengünstig um einen Privataufenthalt für ein paar weitere Tage verlängern. Schließlich muss in diesen Fällen die vielleicht teure An- und Abreise nicht noch einmal bezahlt werden. Vor einigen Jahren ging die Rechtsprechung noch davon aus, dass in solchen Fällen keine Geschäftsreise mehr vorliegen würde und die Reisekosten damit insgesamt steuerlich niht mehr abziehbar wären. Anteilige Berücksichtigung der Kosten. Nach neuerer Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) können Ausgaben für gemischt – also geschäftlich und privat – veranlasste Reisen aufgeteilt werden, wenn es objektive Kriterien zur Abgrenzung gibt (BFH, Beschluss vom 21.09.2009, Az.: GrS 1/06). Wer beispielsweise geschäftlich von Mittwoch bis Freitag an einer dreitägigen Fachkonferenz teilnimmt und anschließend privat noch bis Sonntag am Tagungsort bleibt, kann die beruflich erforderlichen Übernachtungen steuerlich geltend machen. In diesem Fall wären das zwei Übernachtun-

gen – jedenfalls wenn am Freitag eine Rückreise zeitlich noch problemlos möglich wäre. Weil der Betroffene dann insgesamt fünf Tage – und drei davon geschäftlich – unterwegs war, kann er entsprechend 3/5 der Fahrtkosten als ••• Das müssen Sie wissen Nach der 2017 geltenden Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sind mehr Kosten steuerlich abzugsfähig als in der Vergangenheit. Die Angaben müssen absolut stimmig sein. Aber:

• Der Geschäftsreisende kann seine ge-

mischten Aufwendungen nur dann aufteilen, wenn der betriebliche bzw. berufliche Anteil der Aufwendungen mindestens 10 % beträgt. Liegt der betriebliche bzw. berufliche Anteil aber unter 10 %, dürfen die allgemeinen Kosten nicht aufgeteilt und als Betriebsausgaben abgezogen werden. Bei der umgekehrten Situation, bei der die private Mitveranlassung unter 10 % liegt, dürfen alle Aufwendungen als Betriebsausgaben abgezogen werden, soweit es keine anderweitigen gesetzlichen Einschränkungen gibt.

• Die Aufwendungen, die ausschließlich

betrieblich bzw. beruflich veranlasst sind, kann der Unternehmer auch dann zu 100 % als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abziehen, wenn die betriebliche Veranlassung im Übrigen von untergeordneter Bedeutung ist.

Die maßgeblichen steuerrechtlichen Normen sind § 3 Nr. 16 EStG I § 4 Abs. 5 Nrn. 5 – 6a EStG I § 8 Abs. 2 EStG I § 9 Abs. 1 Nrn. 4 – 5a EStG I § 9 Abs. 2–4a EStG Verwaltungsseitige Erläuterungen findet man u. a. in R 9.4 – 9.8 LStR; BFH Beschluss vom 21.9.2009, GrS 1/06

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Urteile aktuell

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••• Interessante Urteile Freie Parklücke: Vorausfahrender hat Vorrang Fährt man schnell vorwärts in eine Parklücke, in die ein anderes Fahrzeug gerade rückwärts einparken will, trägt man beim Unfall das Risiko der Teilschuld. Beim Parken gilt die Regel: Vorrang hat der, der die Lücke zuerst erreicht. Das gilt auch dann, wenn derjenige zunächst an der Lücke vorbeifährt, um dann rückwärts einzuparken. Egal ist es auch, ob sich die Lücke auf einem Parkplatz, in einem verkehrsberuhigten Bereich oder an einer Straße befindet. Im zu entscheidenden Fall war ein Fahrer rückwärts in eine Parklücke gefahren und hatte einen Pkw gerammt, der nach ihm in die Lücke gefahren war. Der Richter gab dem Fahrer, der vorwärts in die Lücke gefahren war, eine Teilschuld. Hätte er kurz abgewartet, ob der andere Pkw dort rückwärts einparken will, hätte er den Zusammenstoß verhindern können. Landgericht Saarbrücken I AZ: 13 S 20/16

Bereits nach erstem Verstoß ist Verpflichtung zum Fahrtenbuch möglich Wenn das Vergehen mit einem Punkt in Flensburg bestraft wird, kann es sein, dass ein Autohalter schon nach dem ersten Verstoß ein Fahrtenbuch führen muss. Das geht aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg hervor. Im zu entscheidenden Fall sollte der Halter eines Autos angeben, wer an einem bestimmten Datum sein Auto fuhr. Der Fahrer hatte außerorts rechts überholt. Infrage kamen laut des Halters zehn Personen. Das Verfahren wurde eingestellt, da die Behörden den Fahrer nicht ermitteln konnten. Für die kommenden zwölf Monate verlangte sie vom Halter das Führen eines Fahrtenbuchs. Der legte dagegen Einspruch ein. Er führte an, dass die Anhörung nicht wie vorgeschrieben 14 Tage nach dem Vorfall erfolgt sei, sondern erst 18. Außerdem sei die Auflage unverhältnismäßig, da es sein erster Verstoß gewesen sei. Dem folgte das Gericht aber nicht und bestätigte, dass der Mann ein Fahrtenbuch führen muss. Dafür reiche schon ein erster Verstoß aus, wenn dieser mit einem Punkt bestraft werde. Eine konkrete Gefährdung anderer oder eine Wiederholunggefahr muss hier nicht nachgewiesen werden. Auch die verspätete Anhörung spiele keine Rolle. Selbst wenn der Mann früher angehört worden wäre, hätte er keine anderen Angaben machen können. Verwaltungsgericht Augsburg I Au 3 K 15.1218

Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten ansetzen. Die anderen 2/5 der Kosten waren ebenso wie die beiden weiteren Übernachtungen privat veranlasst und sind entsprechend nicht steuerlich absetzbar. Trennung nach objektivem Maßstab. In einem anderen vom BFH entschiedenen Fall hatte ein Arzt eine Fortbildungswoche am Gardasee besucht. Neben anerkannten sportmedizinischen Kursen jeweils am Morgen und späten Nachmittag gab es tagsüber viel Zeit und Möglichkeiten zur Ausübung allgemein verbreiteter Sportarten wie Tennis, Surfen oder Bergsteigen. Der BFH erklärte, dass zwar die medizinischen Kurse beruflich veranlasst, die sportlichen Betätigungen hingegen dem Privatleben zuzuordnen seien. Der jeweiligen Dauer entsprechend – die Hälfte des Tages Kurse, die andere Hälfte Sport – konnte der Arzt nur die Hälfte seiner Reisekosten als Werbungskosten ansetzen (BFH, Urteil v. 21.04.2010, Az.: VI R 5/07). Nachweise zur Reise gut aufbewahren. Unwichtige Anteile von in der Regel weniger als 10 % werden regelmäßig nicht berücksichtigt. Wer beispielsweise in seinem zweiwöchigen Urlaub nur einen halbtägigen Fachvortrag besucht, kann nicht 1/28 der Reisekosten abziehen, sondern allenfalls die (rein beruflich veranlasste) Seminargebühr. Im Übrigen bleibt es bei einem steuerlich nicht relevanten Privaturlaub. Um den Abzug als Betriebsausgaben oder Werbungskosten vor den Finanzbehörden begründen zu können, sollten entsprechende Unterlagen, wie beispielsweise Veranstaltungspläne, Teilnahmebescheinigungen und sonstige Belege zur Reise gut aufgehoben werden. •••

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Lkw haftet mehr als zu breiter Pkw bei Unfall in Autobahnbaustelle Ein Fahrer muss damit rechnen, die Hauptschuld für einen Zusammenstoß zu tragen, wenn sein Fahrzeug in einer Autobahnbaustelle von seiner Spur abkommt. Dies ist auch dann der Fall, wenn das andere Auto breiter ist als für dessen Spur erlaubt ist. Ein Lkw fuhr in einer Autobahnbaustelle auf der rechten Spur. Auf der linken Spur, die nur für bis zu zwei Meter breite Fahrzeuge freigegeben war, schloss ein Auto auf. Als es auf der Höhe des Lkw angekommen war, kam dieser etwas auf die linke Spur und stieß mit dem Auto zusammen. Die Versicherung des Lkw wollte nur 20 % des Schadens übernehmen, was der Betriebsgefahr entsprochen hätte. Die Hauptschuld hätte der Autofahrer zu tragen, denn das Auto war 2,06 Meter breit und hätte gar nicht auf der linken Spur fahren dürfen. Das Gericht gab aber zu 60 % dem Lkw-Fahrer die Schuld und nur zu 40 % dem Autofahrer. Das Auto sei zwar sechs Zentimeter zu breit gewesen, aber der Fahrer war nicht der Eigentümer. Die Fahrzeugpapiere wiesen die Breite ohne Rückspiegel mit 1,80 Meter aus. Somit könne man bei dem Fahrer nur von fahrlässigem und nicht grob fahrlässigem Verhalten ausgehen. Die Hauptschuld trage der Lkw-Fahrer, da er in der engen Baustelle seine Spur verlassen hat. Amtsgericht Brandenburg I AZ: 31 C 71/16

In welcher Währung sind Flugpreise im Internet anzugeben? Der u.a. für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat dem Gerichtshof der Europäischen Union die Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt, ob ein in Deutschland ansässiges Luftverkehrsunternehmen seine Preise für Flüge mit Abflugort in einem anderen Mitgliedstaat der EU im Internet statt in Euro in der dort geltenden Landeswährung angeben darf. Beklagte ist eine deutsche Fluggesellschaft. Auf ihrer Internetseite war bei der Buchung eines Flugs von London-Stansted nach Stuttgart am 01.09.2014 eine Flugverbindung angezeigt, deren Entgelt in britischen Pfund (GBP) angegeben war. Die im Anschluss an die Buchung erstellte Rechnung wies den Flugpreis und weitere Kosten ebenfalls in GBP aus. Die Klägerin, eine Verbraucherzentrale, meint, der Flugtarif wäre in Euro auszuweisen gewesen. Sie nimmt die Beklagte auf Unterlassung in Anspruch. Das Landgericht hat die Beklagte antragsgemäß verurteilt. Das Berufungsgericht hat die Klage abgewiesen. Die Sache sei nach der Verordnung (EG) Nr. 1008/2008 über gemeinsame Vorschriften für die Durchführung von Luftverkehrsdiensten in der Gemeinschaft zu beurteilen. Deren Artikel 23 Absatz 1 Satz 2* schreibe nicht vor, in welcher Währung der Endpreis auszuweisen sei. Die Bestimmung des Art. 2 Nr. 18 der Verordnung (EG) Nr. 1008/2008** verpflichte Luftfahrtunternehmen nicht dazu, den Flugpreis in der Währung des Landes ihres Sitzes auszuweisen. Mit ihrer vom Bundesgerichtshof zugelassenen Revision verfolgt die Klägerin ihren Klageantrag weiter. Der Bundesgerichtshof hat das Verfahren ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europäischen Union die Frage vorgelegt, ob die nach Art. 23 Abs. 1 Satz 2 und 3 der Verordnung (EG) Nr. 1008/2008 auszuweisenden Flugpreise, soweit sie nicht in Euro ausdrückt werden, in einer bestimmten und gegebenenfalls in welcher Währung anzugeben sind. In welchem Sinn der Begriff „Landeswährung“ in Art. 2 Nr. 18 der Verordnung (EG) Nr. 1008/2008 beim Werben für Flugdienste und Anbieten von Flugdiensten unter einer Internetadresse mit einer auf einen bestimmten Mitgliedstaat hinweisenden Top-Level-Domain durch ein in der Europäischen Union niedergelassenes Luftfahrtunternehmen auszulegen ist, ist zweifelhaft. Art. 2 Nr. 18 und Art. 23 Abs. 1 Satz 2 und 3 der Verordnung (EG) Nr. 1008/2008 ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob das inländische Luftfahrtunternehmen die Preise für eine Flugreise von einem anderen Mitgliedstaat in dessen Währung angeben darf. BGH (Karlsruhe) Beschluss vom 27.04.2017 I AZ: ZR 209/15 Flugpreisangabe  Vorinstanzen: LG Köln - Urteil vom 22.04.2015 - 84 O 2/15 I OLG Köln - Urteil vom 04.09.2015 - 6 U 61/15, GRUR-RR 2016, 156 = WRP 2016, 88-  

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Vorbild & Modell • Brennerbahn

Text RED Fotos ÖBB (1) I Siemens I Roco (3)

(1)

EC München-Venedig bei Gossensaß : Eine hoch komfortable Verbindung für Businesstraveller.

VORBILD UND MODELL

150 JAHRE BRENNERBAHN Die Eisenbahnachse Brenner zwischen München und Verona gehört zu den wichtigsten europäischen Verkehrsadern. 1867 wurde ihre Fertigstellung gefeiert. In den zurück liegenden eineinhalb Jahrhunderten nutzten u.a. unzählige Geschäftsreisende die Verbindung zwischen Süddeutschland, Österreich und Norditalien, in den 1950er bis 1970er Jahren mit komfortablen TEE-Zügen, seitdem in modernen Eurocitys. Ähnlich den Schweizer Neubauvorhaben mit Gotthard- und Lötschberg-Basistunnel – beide inzwischen in Betrieb – wird auch am Brenner an einer Tunnellösung gearbeitet. Bereits seit den 1990er Jahren gab es die Überlegung zum Ausbau der Eisenbahnverbindung über die Brennerachse. 1994 einigten sich die Verkehrsminister von Österreich, Italien und Deutschland auf einen schrittweisen Ausbau von München nach Verona. Ziel des Projekts ist u.a. eine Verkürzung der Reisezeiten zwischen beiden Metropolen. Ermöglicht werden soll dies u.a. durch den 55 km langen Brennerbasistunnel, der als Kernstück der Verbindung gilt und die 150 Jahre alte, 700 m höher liegende Bergtrasse ersetzen wird. Brennerbasistunnel. Der BBT wird zwischen Innsbruck und Franzensfeste/Fortezza die Alpen auf einer Länge von 55 km unterqueren. Gemeinsam mit einem großen Teil der bereits bestehenden unterirdischen Umfahrung Innsbruck würde der Brennerbasistunnel eine Länge von 64 km erreichen. Das wäre die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt. Die Bauarbeiten sollen zum 31.12.2025

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abgeschlossen werden. Nach einem Jahr Probebetrieb soll der BBT dann 2026 für den regulären Zugverkehr geöffnet werden. Der zweiröhrige Haupttunnel soll in Innsbruck-Wilten in einer Höhe von 609 m ü. A. in den Berg eindringen und bei einer Gebirgsüberlagerung von bis zu 1.780 m die Alpen unterqueren, bis die Strecke bei Franzensfeste in Südtirol in 747 m ü. A. wieder ans Tageslicht tritt. ••• Die Brennerbahn im Jahr 2017 Streckenlänge: Innsbruck HBF-Staatsgrenze – Bahnhof Brenner: 36,4 km Bahnhof Brenner (FS) – Bozen (Bolzano): 89,3 km Stromsysteme: Auf österreichischer Seite bis zum Umschaltbahnhof Brennero 16 2/3 Hz. (15.000 V~), auf italienischer Seite ab Brennero 3.000 V (3 kV=). Aufgrund der unterschiedlichen Stromsysteme musste viele Jahre i.d.R. am Bahnhof Brenner auf die jeweiligen Lokomotiven von DB/ÖBB und FS umgespannt werden. Heute sind immer öfter Mehrsystemloks unterwegs, die durchgehend von Deutschland nach Italien fahren.

Neue Zulaufstrecken. Nach aktuellem Planungsstand kann der Tunnel voraussichtlich im Jahr 2026 in Betrieb gehen. Freilich braucht es dazu leistungsfähige Zulaufstrecken. Während in Österreich eine 40 km lange NBS bis Kundl fertiggestellt ist und der folgende Teil bis Schaftenau in Planung ist, hat Deutschland, ähnlich der Zubringerstrecke zum Gotthard, den Aus- und Neubau der Zulaufstrecken verschlafen. Die Hochleistungsstrecke wird durchgehend mit dem Zugsicherungssystem ETCS Level 2 ausgerüstet: Die Lokführer erhalten ihre Fahrbefehle nicht mehr durch Lichtsignale entlang der Strecke, alle Informationen für den Fahrbetrieb werden über den Funkstandard GSM-R direkt an die Lok übermittelt. Das System wird europaweit auf wichtigsten Magistralen eingesetzt. Es garantiert Einheitlichkeit für grenzüberschreitenden Verkehr, gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit und ermöglicht Geschwindigkeiten von 300 km/h und mehr. Flott von München nach Verona. Von 1957 bis 1984 verkehrte der TEE Mediolanum (Mailand) zwichen München und der norditalienischen Businessmetropole. In jenen Jahrzehnten

Der Mobilitätsmanager 07/08.2017


Online-Info www.brennerbahn.eu I www.bauprojekte.deutschebahn.com/p/brenner-nordzulauf I bbtinfo.eu/neue-brennerbahn/

Brennerbahn

(2)

Mühldorf

München Ostermünchen

Salzburg

Rosenheim Wörgl

Kufstein

Innsbruck Franzenfeste

Bozen

Waidbruck

Trento Rovereto

Verona

Brennerbahn: Schienenachse München – Verona

Die Jubiläumslok zum 150. Jahrestag wurde von Gudrun Geiblinger gestaltet.

gab es nur wenig Flugverkehr, was Firmenreisende bewog, den Zug zu nehmen. Seit Jahren wird der Fernverkehr im Zweistundentakt durch DB-ÖBB-Eurocitys abgewickelt, die mit österreichischen IC/EC inkl. Speisewagen von München aus die Destinationen Verona, Venedig, Bologna und Mailand bedienen. Die Reisezeit heute beträgt mit dem EC 5:22 Stunden zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und Verona. Nach 2026 soll sie halbiert werden. Heute haben Geschäftsreisende die Wahl unter fünf EC und zwei EuroNight (EN)-Zügen. Künftig werden voraussichtlich Mehrsystem-Triebzüge italienischer oder deutscher Bauart quer durch die Alpen brausen. Damit wird der Zug konkurrenzfähiger zum Flugzeug, erst recht, wenn die schnellen Flitzer über Verona hinaus weitere italienische Metropolen ansteuern. Heute schon verkehren ab Verona Richtung Florenz, Rom, Vendig, Turin oder Neapel 300 km/h schnelle Superzüge, so dass sich nach Inbetriebnahme der neuen Brennerachse die Bahn für Businesstraveller aus allen drei Ländern durchaus empfehlen wird.

an Italien und Ala wurde somit zum Grenzbahnhof. 1867 konnte die Fertigstellung der Brennerbahn gefeiert werden: Am 24. August wurde die Strecke von Bozen durch das Eisackund Wipptal nach Innsbruck für den Personenverkehr eröffnet. Der Erste Weltkrieg brachte eine Teilung der historischen Grafschaft Tirol mit sich. Das heutige Trentino und Südtirol wurden von Italien annektiert, wodurch der Bahnhof Brenner zum neuen Grenzbahnhof wurde. Am 01. August 1919 übernahmen die Ferrovie dello Stato den

Geschichte. Die Brennerbahn (ital.: Ferrovia del Brennero) wurde von 1864 bis 1867 als Teil der Verbindung von Kufstein nach Ala (bzw. weiter in Richtung Verona) nach Plänen und unter der Leitung von Karl Etzel von der k.k. priv. Südbahngesellschaft gebaut. Als Brennerbahn wird dabei die Teilstrecke mit der Alpenquerung von Innsbruck über den Brennerpass und Bozen nach Verona bezeichnet. Sie ist bis heute die höchste zweigleisige Normalspurbahn Europas. Der erste Teilabschnitt der Brennerbahn, die Strecke von Verona nach Trient, wurde am 19.09.1858 eröffnet. Der Abschnitt von Trient nach Bozen folgte am 17.05.1859. 1866 fiel das vormals österreichische Venetien

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••• Im Modell

südlich des Brenners gelegenen Abschnitt; 1923 die Österreichische Bundesbahn die nördlich des Brenners gelegene Strecke. Beide Bahngesellschaften elektrifizierten ihre Linien 1928–1929 mit unterschiedlichen Bahnstromsystemen: Die Österreicher installierten für die Teilstrecke Innsbruck–Brennersee eine Einphasenwechselspannung, die Italiener verwendeten für das Teilstück Bozen–Brenner Drehstrom. 1965 erfolgte die Umstellung des Teilstücks Bozen–Brenner auf 3 kV Gleichspannung. •••

Brennerbahn

Roco hat aktuell die Elektrolokomotive 1116 „150 Jahre Brennerbahn“ der ÖBB (Epoche VI) im Maßstab 1:87 aufgelegt. Das große Vorbild der Kunstlok auf Schienen wurde von der bekannten Designerin Gudrun Geiblinger gestaltet. In Kooperation mit den ÖBB wird die Lokomotive ein Jahr als Botschafter für dieses Jubiläum verkehren. Als Werbeträger wurde eine Lokomotive aus dem Railjet Fuhrpark ausgewählt. Damit wird die Botschaft des besonderen Jubiläums nicht nur auf der Westbahn oder dem Semmering zu sehen sein, sondern auch in Deutschland, Italien, Schweiz, Tschechien und Ungarn. Den 230 km/h schnellen 10.000 PS-Kraftprotz Lokomotive ziert ein großes Alpenmotiv, wobei eine Lokomotivseite für den österreichischen Teil des Brenners steht, die andere für den italienischen Teil. Auf beiden Seiten sind bekannte Triebfahrzeuge wie die ÖBB Reihe 1044 oder der FS Triebwagen

Aln zu sehen, welche bekannte Fahrzeuge der Brennerbahn waren bzw. zum Teil heute noch sind. Der aktuelle Standort der Kunstlok kann jederzeit online im ÖBB Lokfinder http://lokfinder.oebb.at/de/Loks/ Brennerlok.jsp verfolgt werden. Modell: Exakt im Maßstab 1:87. Motor mit Schwungmasse. Antrieb auf vier Achsen, zwei Haftreifen; NEM 362 Kupplungsaufnahme mit Kurzkupplungskinematik; 3-Licht-Spitzenbeleuchtung weiß/rot auf LED-Basis mit im Digitalbetrieb schaltbarem Fernlicht und einzeln schaltbarem Spitzenlicht- oder Schlusslicht; PluX22 Schnittstelle; erhältlich voll digitalisiert oder mit digitaler Schnittstelle. 73240 I voll digitalisiert 73239 I mit digitaler Schnittstelle

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DMM Der Mobilitaetsmanager 1707  

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