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Ressourcenkreisl채ufe im Bauwesen Wirtschaftlichkeit solarer Energiekonzepte Aktiv-Stadthaus in Frankfurt

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Zeitschrift f체r nachhaltige Architektur und energetische Sanierung Review of Sustainable Architecture and Energy-Efficient Refurbishment

green


editorial

Schritt für Schritt (und unter ständiger Einflussnahme von Lobby- und Interessenverbänden aller Couleur) bewegen sich die EU-Mitgliedsstaaten derzeit auf das Jahr 2021 zu. Dann soll der Niedrigstenergiestandard für Neubauten europaweit zur Pflicht werden. Auch in Deutschland werden wir wohl 2017 oder 2018 wissen, was »Niedrigstenergie« für Gebäude konkret bedeutet. Doch was wird geschehen, wenn das Gesetz erst jedermann zu höchster Energieeffizienz verpflichtet? Werden Forschung und Entwicklung, öffentlicher Diskurs und mediale Berichterstattung über nachhaltiges Bauen dann womöglich überflüssig? Natürlich nicht, denn auch nach 2021 wird es noch genug offene Fragen und Spielraum für Experiment und Irrtum geben. Der Gang der Architekturgeschichte war nie determiniert und wird es hoffentlich nie sein – auch nicht in Fragen der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Dennoch begleitet uns die Diskussion über die Relevanz unseres Themas, seit DETAIL green 2009 aus der Taufe gehoben wurde. Dahinter verbirgt sich die tiefer gehende Frage nach dem Verhältnis von Regulierung und Eigenini­ tiative, Mainstream und Experiment im Bauen allgemein. Beide Seiten bedingen einander: Ohne die Vorarbeit der »Pioniere« wäre das energieeffiziente Bauen nie auf seinem heutigen Stand angelangt. Zugleich sind die sich verschärfenden gesetzlichen Standards immer auch ein Katalysator für technische Neuerungen — oder zumindest für deren breite Marktdurchdringung. Davon kann sich jeder überzeugen, der im Vorfeld einer EnEV-Novelle ­eine Baumesse in Deutschland besucht. Oder die Ergebnisse der Marktforschung studiert: Unlängst hat das Unternehmen BauInfoConsult in einer Architektenumfrage die Themen ermittelt, die die Baubranche 2015 am stärksten ­bestimmen. Dabei lagen die Begriffe Energieeffizienz und Nachhaltigkeit mit deutlichem

Step by step − and under the continuous influence of lobbyists and pressure groups − EU member states are moving towards the year 2021, when the ‘Nearly Zero Energy’ Standard will become compulsory for all new buildings throughout Europe. But what will happen when the law makes maximum energy efficiency obligatory for everyone? Will research and development, public discourse and reporting in the media on sustainable building become superfluous? Certainly not! Even after 2021, there will be a myriad of unanswered questions, room for improvement and plenty of scope for experimentation. The development of architecture has never been predetermined and hopefully never will be − not even when it comes to questions of energy efficiency and sustainability. Nevertheless, the discussion regarding the relevance of this topic has remained with us ever since DETAIL Green was first launched in 2009. Underlying this is the deeper question regarding the relationship between regulation and self-initiative and between the mainstream and fringe developments in the building sector. The two sides are mutually dependent, as without the preparatory work of the ‘pioneers’, energy-efficient building would never have advanced as far as it has. At the same time, legal standards are also a catalyst for technical innovation − or at least for their broad penetration into the marketplace. Anyone who visits a building trade fair in Germany shortly before legal energy standards are tightened, or who analyses the results of market research would be convinced of this. Recently, the company BauInfoConsult conducted a survey among architects to find out what issues they might have, or which issues are likely to have the greatest effect on the construction industry in 2015. It was found that energy efficiency and sustainability topped

Abstand an der Spitze.

the list.

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Jakob Schoof

02/2015 green Redaktion: Christian Schittich (Chefredakteur) Jakob Schoof Grafische Gestaltung: Sabine Drey Übersetzung englisch: Feargal Doyle, Sharon Heidenreich, Sean McLaughlin, Lance Phipps Korrektorat deutsch: Annegret Scholz Korrektorat englisch: Anna Roos Verlag und Redaktion: Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG Hackerbrücke 6 80335 München Anzeigen: anzeigen@detail.de Tel.: 089 381620 48 Vertrieb und Abonnement: weiss@detail.de Tel.: 089 381620 51 Einzelheft: 14,50 €

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inhalt content

02 hintergrund background

16 Auf dem Weg in die Kreislauf­ wirtschaft? Ressourcenströme im ­Bauwesen Transition to a circular economy? Flow of resources in the building ­industry Gotthardt Walter, Sabine Flamme, Catharina Rohde

03 nachhaltige architektur sustainable architecture

01 magazin journal

06 Bürogebäude in Louvain-la-Neuve Office building in Louvain-la-Neuve Philippe Samyn and Partners, Brüssel BEAI sa, Watermael-Boitsfort 08 Zwei Wohngebäude in Hamburg Two residential buildings in Hamburg Gerber Architekten, Dortmund /  Hamburg 10 Kindertagesstätte in Völklingen Childcare centre in Völklingen arus GmbH I willi latz I architektur & stadtplanung, Püttlingen 14 Bücher, Termine Book reviews, events

22 Kindertagesstätte in Marburg Childcare centre in Marburg opus Architekten, Darmstadt 30 Wohnhaus in Dornbirn Residence in Dornbirn Georg Bechter Architektur + Design, Langenegg

60 Wirtschaftlichkeit solarer Energie­ versorgungssysteme Feasibility of solar energy supply ­systems M. Norbert Fisch, Matthias Schlosser, Thomas Wilken, Robert Kellner

05 produkte products

66 Fassaden Facades 72 Schadstoffarmes Bauen Low-emission products 74 Dächer Roofs 75 Heizung, Kühlung Heating, Cooling

36 Polizeiwache in Charleroi Police station in Charleroi Ateliers Jean Nouvel, Paris MDW Architecture, Brüssel

78 Lüftung Ventilation

44 Sanierung zweier Fakultätsgebäude in Innsbruck Refurbishment of two faculty buildings in Innsbruck ATP architekten ingenieure, Innsbruck

specialist knowledge

04 forschung und praxis research and practice

52 Aktiv-Stadthaus in Frankfurt Active townhouse in Frankfurt Jakob Schoof

06 fachwissen

80 Wer setzt den Standard? Gebäudezertifizierung in Deutschland Who’s setting the standard? Building certification systems in Germany Jakob Schoof 88 ErP — das neue Effizienzlabel für ­Heizungen ErP — the new energy label for heating systems Jakob Schoof 92 Abbildungsnachweis, Impressum Imprint, copyright

4 inhalt

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Zwei Wohngebäude in Hamburg Two residential buildings in Hamburg

Vor zwei Jahren ging in Hamburg die Internationale Bauausstellung (IBA) 2013 zu Ende — mit gemischten Resultaten: Viele der ambitioniert gestalteten Neubauten, die die »Neue Mitte« des Stadtteils Wilhemsburg bilden, wirken bis heute eher wie Fremdkörper in dem Quartier. Als eigentliches Vorzeigeprojekt kristallisiert sich hingegen immer mehr die Umgestaltung des sogenannten Weltquartiers heraus, die 2016 abgeschlossen werden soll. Rund 470 Wohnungen werden in dem ehemaligen Hafenarbeiterviertel aus den 30er-Jahren sozialverträglich saniert und weitere 270 neu errichtet. Dabei sollen die Anwohner — größtenteils Migranten aus über 30 Nationen — auch nach Abschluss der Arbeiten Lageplan  Maßstab 1:3000 Site plan  Scale 1:3000

8 journal

im Quartier wohnen bleiben können. Den markanten nördlichen Abschluss des Weltquartiers bilden seit Ende 2014 zwei verklinkerte Neubauten von Gerber Architekten. Ihr Fassadenmaterial und die Satteldächer knüpfen an die südlich anschließenden, sanierten Zeilenbauten aus den 30er-Jahren an. Die titanzinkverkleidete, asymmetrische Dachlandschaft und die zwischen vier und sechs Geschossen variierenden Gebäudehöhen verleihen den Kopfbauten jedoch einen erkennbar zeitgenössischen Ausdruck. Das Spiel zwischen Tradition und Moderne setzt sich auch im Detail fort: Mit horizontalen Bändern aus vor- und zurückspringenden Klinkerreihen greifen die Architekten eine hanseatische Tradition auf, während der weitgehende Verzicht auf Dachauskragungen historisch ohne Parallele ist. Als Reaktion auf die Quartiersstruktur verteilten die Architekten die 75 Wohnungen (sie reichen von Zweizimmer-Single-Apartments bis zur Vierzimmerwohnung) auf zwei Gebäude. Im Westen bildet ein U-förmiger Neubau im Passivhausstandard den Abschluss eines großen, baumbestandenen Innenhofes. Darin sind im Zuge der Quartierssanierung je sechs mal sechs Meter große, von Hecken eingefasste »Garteninseln« entstanden, die die Anwohner zum Gemüseanbau anmieten können. Die geknickte Nordfassade des Gebäudes weicht leicht von der Straße zurück und lässt so einen Eingangsplatz zum Quartier und zu dem Förderzentrum für Migranten entstehen, das die Räume im Erdgeschoss bezogen hat. Im Gegensatz hierzu enthält der östliche Neubau im KfW-40-Standard ausschließlich Wohnungen und ist konsequent bis zum Straßenrand hin fortge-

führt. Beide Gebäude bestehen aus zweischaligem, kerngedämmten Mauerwerk, wobei schon 18 Zentimeter Dämmung für den Passivhausstandard ausreichten. Die Dämmschicht wurde konsequent auch entlang der Innen­ flächen der Loggien fortgeführt, mit denen sich die Wohnungen nach Süden öffnen. Zur Straße im Norden und Westen hingegen lockern auskragende, als Stahlkonstruktion vorgefertigte Erker mit bodentiefer Verglasung die Lochfassade auf. Ihre mit Stahlblech verkleideten Seitenwangen sind nur rund zehn Zentimeter stark und mit ­einer Vakuumdämmung versehen. Die Nettokaltmieten in den Neubauten betragen anfangs 5,70 Euro pro Quadratmeter und sollen auch in den kommenden Jahren nur moderat steigen. Um im Kostenrahmen zu bleiben, entschieden sich Bauherr und Architekten für dreifach verglaste Fenster mit anthrazitfarbenen Kunststoffrahmen. CO2-neutrale Heizwärme beziehen die Gebäude über ein Nahwärmenetz vom benachbarten »Energiebunker«, einem Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der im Rahmen der IBA zur Energiezentrale mit Biomasse-Heizkraftwerk, Solarthermieund Photovoltaikanlagen sowie einem 8000 m3 großen Warmwasserbehälter umgerüstet wurde. Für seine Architekturqualität und Nachhaltigkeit erhielt das Ensemble Anfang 2015 den Architekturpreis des BDA Hamburg. In ihrer Begründung schreibt die Jury: »Das sozial, städtebaulich und energetisch vorbildliche Ensemble beweist, dass abgeschrägte Dachlandschaften, die sich vom Einheitsbrei der Flachdachkuben abheben, auch in der heutigen Architektur JS ihre Berechtigung haben.«

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The ‘Weltquartier’ (World District) is one of the largest and most prominent projects that has been initiated in the context of the International Building Exhibition (IBA) 2013 in Hamburg. A total of 470 apartments are being refurbished and 270 new apartment units are being added to the former harbour workers’ district, which dates back to the 1930s, and is today largely inhabited by migrants from as many as 30 countries. With two new-builds — one of which achieves Passive House Standard and the other the ‘nearly Passive House’ German KfW-40 standard — Gerber Architekten have now completed the Weltquartier at its northern edge. While their face brick facades and gabled roofs correspond to the existing refurbished buildings further south, the asymmetrical zinccovered roofs and the gently zigzagging facades lend the new-builds a distinctly contemporary appearance. Recessed loggias, projecting bays (which are prefabricated steel constructions) as well as alternatingly flush and recessed layers of brick coursework further reduce the scale of the large volumes. The facades consist of a cavity wall construction with 18 cm of insulation sandwiched between. Win-

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dows are triple glazed; anthracite PVC frames were chosen for cost reasons. CO2-neutral heating for the buildings is provided by the adjacent ‘energy bunker’, a former Second World War anti-aircraft bunker that was converted into a combined heat and power plant in the course of the building exhibition. It includes a biomass boiler, solar thermal and photovoltaic panels, as well as an enormous 8000-m3 hot ­water storage tank inside.

Grundriss Erdgeschoss  Maßstab 1:1000 Ground floor plan  Scale 1:1000 Bauherr / Client: SAGA GWG, Hamburg Architekten /Architects: Gerber Architekten, Dortmund / Hamburg Tragwerksplaner / Structural engineers: ISP Scholz Beratende Ingenieure, München / Leipzig HLS-Planung / Building services engineers: KPI-Planungsgesellschaft, Berlin Passivhausplaner / Passivhaus consultants: IB Rozynski und Robert Heinicke ­Architekt, Hamburg Standort / Location: Weimarer Straße 74–78 / Veringstraße 80– 84, D-21107 Hamburg

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hintergrund

Auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft? Ressourcenströme im Bauwesen Transition to a circular economy? Flow of resources in the building industry

Gotthardt Walter ist wissen­ schaftlicher Mitarbeiter im IWARU Institut für Wasser · Ressourcen · Umwelt der Fachhochschule Münster. Dort koordiniert er die For­ schungs- und Entwicklungs­ projekte im Bereich Kreislauf­ wirtschaft und Ressourcen­ management. Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme ist Professorin für Stoffstromund Ressourcenmanagement an der FH Münster und leitet seit 2005 die Arbeitsgruppe Ressourcen im IWARU. 2012 wurde sie mit dem Urban ­Mining Award ausgezeichnet. Catharina Rohde studierte Architektur und Bauingeni­ eurwesen (Bachelor) an der Fachhochschule Münster und ist seit 2014 wissenschaftli­ che Mitarbeiterin im IWARU. Gotthardt Walter is research assistant at the Institute for Water, Resources, Environ­ ment (IWARU) at the Fach­ hochschule Münster. He c­oordinates the research and development projects in the field ‘recycling and resource management’. Prof. Dr. Eng. Sabine Flamme is professor at the Fachhochschule Münster for material flow and resource management. She has been managing the resources re­ search group at IWARU since 2005 and was awarded the Urban Mining Award in 2012. Catharina Rohde studied her Bachelor degree in architec­ ture and civil engineering at the Fachhochschule Münster and now works as a as a re­ search assistant at IWARU. 1 P  otenzial an Metallen in Gebäuden und Infra­ struktur in Deutschland (nach [4]) 2 Aufkommen an Bau­ abfällen in Deutschland im Jahr 2012 [16]

Allein in Deutschland werden jährlich rund 550 Millionen Tonnen mineralische Natur­ stoffe abgebaut und zur Herstellung von Bau­ stoffen verwendet [1]. Damit ist die Bau- und Baustoffindustrie verantwortlich für 60 % des Ressourcen- und 35 % des Energieverbrauchs in Deutschland [2]. Schätzungen zufolge ­lagerten 2010 allein im deutschen Wohnbau­ bestand etwa 10 Milliarden Tonnen minera­ lische Baustoffe wie z. B. Ziegel und Beton, rund 220 Millionen Tonnen Holz und insbe­ sondere 100 Millionen Tonnen Metalle. Durch weiteren Zubau wird dieses Lager bis 2025 um weitere 20 % wachsen [3]. Die Ressourcen Management Agentur in Wien hat für alle Gebäude und Infrastruktur­ einrich-tungen in Österreich ein Potenzial von 4500 kg Stahl, ca. 340 kg Aluminium, ca. 200 kg Kupfer und ca. 40 kg Zink pro Einwoh­ ner ermittelt [4]. Rechnet man diese Mengen auf die deutsche Bevölkerungszahl hoch, ­bedeutet dies eine Gesamtmenge von gut 400 Millionen Tonnen Metallen (Abb. 1). Der monetäre Gegenwert dieser Rohstoffe beträgt in etwa 175 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die in Ge­ bäuden und Infrastruktureinrichtungen ge­ schaffenen Lagerstätten angesichts knapper und teurer werdender Ressourcen immer wichtiger für die Ressourcenbereitstellung werden. Aktuelle Trends wie der Bevölke­ rungsrückgang in Deutschland, kleiner wer­ dende Haushalte sowie die Abwanderung aus Ostdeutschland − hier stehen derzeit etwa ­eine Million Wohnungen leer − verstärken die­ sen Sachverhalt noch. Die hier vorhandenen Potenziale an Wertstoffen (Metalle und Mine­ Kupfer / Copper 16 Mio. t

Zink / Zinc 3 Mio. t

ralien) können durch gezielte Rückbaumaß­ nahmen als »urbane Mine« genutzt werden. Neben Metallen lassen sich mittlerweile auch Mineralien hochwertig verwerten, wie eine Untersuchung zur Herstellung von Recycling­ beton gezeigt hat [5]. Aufbereiteter Bauschutt in Mischung mit geogenem Kies und gebro­ chenem Naturstein kann so wieder im konst­ ruktiven Bereich eingesetzt werden. So ist in der Stadt Zürich z. B. bei öffentlichen Aufträ­ gen der Einsatz und die Mindestmenge von Recyclingbeton als Vertragsbestandteil ver­ bindlich vorgeschrieben [6]. Situation der Bauabfallentsorgung Mit etwa 192 Millionen Tonnen pro Jahr ha­ ben die beim Neu-, Um- und Rückbau von ­Gebäuden anfallenden Deutsch­ KupferBauabfälle / Copper Zinkin / Zinc 16 Mio. an t der Gesamtabfall­ 3 Mio. t land den größten Anteil menge in Deutschland (Abb. 2) [7]. Nach dem Aluminium aktuellen Monitoring-Bericht der Initiative 28 Mio. t Kreislaufwirtschaft Bau für das Jahr 2012 ­wurden ca. 91,2 % dieser Abfälle verwertet (Abb. 3). Formal wird damit die auf nationaler Ebene ab 2020 geltende Recyclingquote von >70 % deutlich überschritten. Eine hochwertige stoff­ liche Verwertung der Baurestmassen im Hochbau ist damit im Regelfall aber nicht verbun­ den. Während Baustellenabfälle teilweise in Müllverbrennungsanlagen energetisch ver­ Stahl / Steel Gesamtwert / wertet werden, finden mineralische Bauab­fälle 365 Mio. t Total material − u. a. bedingt durchvalue: ihre Materialqualität − 175 Mrd. € meist bei untergeordneten Maßnahmen im Straßen- und Landschaftsbau Verwendung oder werden als Verfüllmaterial auf Deponien und im Bergbau genutzt. [8]. Bauabfälle auf Gipsbasis / Gypsum-based demolition waste 0,6 Mio. t

Aluminium 28 Mio. t

Baustellenabfälle / Construction waste 14,6 Mio. t

Straßenaufbruch / Road demolition waste 15,4 Mio. t

1 A  mount of metals in Germany's buildings and infrastructure (according to [4]) 2 Amount of construction waste in Germany in 2012 [16]

Bauschutt / Debris 51,6 Mio. t Stahl / Steel 365 Mio. t

Gesamtwert / Total material value: 1 175 Mrd. €

mineral. Abfall insgesamt / Total amount of mineral waste: 2 192 Mio. t

Boden und Steine / Earth and stones 109,8 Mio. t

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16 background Bauabfälle auf Gipsbasis / Gypsum-based

Baustellenabfälle / Construction waste


Die länderspezifischen Verwertungsregelun­ gen für mineralische Abfälle, die in der Regel auf der Mitteilung 20 der Länderarbeitsge­ meinschaft Abfall (LAGA) basieren oder daran angelehnt sind, sollen künftig durch eine bun­ deseinheitliche sogenannte Mantelverord­ nung abgelöst werden. Sie soll Ende 2016 in Kraft treten und umfasst in drei Artikeln eine Novelle der Grundwasserverordnung, die ­Ersatzbaustoffverordnung sowie eine Novelle der Bundesbodenschutzverordnung. Mit der Ersatzbaustoffverordnung soll die ­Verwertung recycelter mineralischer Stoffe in technischen Bauwerken, mit der novellierten Bodenschutzverordnung insbesondere die Verfüllung von Abgrabungen mit Böden neu geregelt werden. Diese Vorgaben sind zwi­ schen den beteiligten Parteien sehr umstrit­ ten, denn die Bauindustrie befürchtet u. a. bei einer Umsetzung der derzeit formulierten Grenzwerte (z. B. für die zulässigen PAK- und Sulfatgehalte in mineralischen Abfällen) eine weitere deutliche Beschränkung der Verwer­ tungsoptionen [8]. Sofern es nicht gelingt, die Materialqualitäten der mineralischen Abfälle deutlich zu verbessern, um diese Vorgaben zu erfüllen, stellt auch deren Deponierung auf Dauer keine ­Alternative dar. Denn in Deutschland stehen nur noch sehr begrenzt Deponiekapazitäten zur Verfügung. Künftig wird die Qualität mineralischer Ab­ fälle sogar noch wichtiger werden, denn die Gebäude des ausgehenden 20. und des 21. Jahrhunderts enthalten zunehmend kom­ plexe, teils multifunktionale Bau- und Werk­ stoffe wie Vakuumisolierpaneele und Wärme­ dämmverbundsysteme, die schwer lösbar oder unlösbar miteinander verbunden sind oder für die es aktuell kaum Verwertungsopti­ onen gibt. So wurden z. B. nach einer aktuel­ len Studie zwischen 1960 und 2012 etwa neun Millionen Tonnen Wärmedämmverbundsys­ teme in Deutschland verbaut [9]. Die Zusam­ mensetzung dieser Systeme, aber auch das bis 2015 als Flammhemmer genutzte, gesund­ heitsschädliche und inzwischen EU-weit ver­ botene Hexabromcyclododecan (HBCD), ­behindern eine künftige Wiederverwendung oder ein Recycling dieser Stoffströme. Recyclinghemmnisse bei Bau- und Rückbaumaßnahmen An Bau- und Rückbaumaßnahmen ist üblicher­ weise eine Vielzahl unterschiedlicher Akteure (Planer, Bauunternehmen, Baustoffproduzen­ ten, Rückbauunternehmen) mit unterschiedlichem Aufgabenumfang (z. B. Generalunter­ nehmer oder Teilgewerk) beteiligt (Abb. 5). Aus vielerlei Gründen haben diese Akteure den Recyclinggedanken bei der Planung bis­ lang nur unzureichend berücksichtigt (Abb. 6). Zwar versuchen viele Beteiligte mittlerweile, Lösungsansätze zu entwickeln. Dabei handelt es sich jedoch um Einzelaktivitäten, z. B. das

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Boden und Steine / Earth and stones 88 % 100 80 60 Baustellenabfälle / Construction waste 95,2 %

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Bauschutt / Debris 95,2 %

20 0

Straßenaufbruch/ Road demolition waste 98,7 %

Bauabfälle auf Gipsbasis / Gypsum-based demolition waste 52,1 % Durchschnittliche Verwertungsquote/Average recycling rate: 91,2 % 3

von der europäischen Gipsindustrie Anfang 2013 gestartete Vorhaben »GtoG (Gypsum to Gypsum) – From production to recycling« [10] oder das für Aluminium von Systemanbie­ tern und Strangpresswerken von Bauprofilen angebotene Rücknahmesystem A/U/F [11]. Solche Einzelansätze haben im Hinblick auf die Ressourcenproduktivität eines Gesamt­ bauwerks aber kaum eine Wirkung. Zwischenfazit Zusammengefasst lässt sich die derzeitige ­Situation der Ressourcenströme im Bauwesen wie folgt beschreiben: • Die ohnehin bereits relevanten Ressourcen­ potenziale in Gebäuden und Infrastruktur­ einrichtungen wachsen stetig weiter. • Ihre hochwertige stoffliche Verwertung wird durch die Verwendung komplexer Mate­ rialien, unlösbarer Materialverbindungen und kritischer Inhaltsstoffe zunehmend erschwert oder ganz verhindert. • Bundesweit einheitliche gesetzliche Verwer­ tungsregelungen liegen nicht vor. Sie sind

3 Verwertungsquoten für Bauabfälle in Deutschland 2012 [16] 4 Einfamilienhaus in ­Enschede (NL) 2012, 2012 Architecten. Rund 60 % der Baumasse be­ stehen bei diesem Haus aus wiederverwendeten oder recycelten Altmateri­ alien. 3 R  ecycling quotas for diffe­ rent kinds of construction waste in Germany 2012 [16] 4 Single-family home in ­Enschede (NL) 2012, 2012 Architecten. Ap­ proximately 60 % of the building mass of this house consist of reused or recycled materials.

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Polizeiwache in Charleroi Police station in Charleroi

1 A  nsicht des Ensembles von Südwesten 2 Axonometrie 3 Vor allem das Material − rote und blau glasierte Ziegel − stellt einen ­Zusammenhang zwischen alten und neuen Bau­ teilen her. 1 S  outhwest view 2 A  xonometric view 3 U  sing red fired and blue glazed bricks throughout, the architects established a visual coherency be­ tween the old and new buildings.

Die Frage, ob Public Private Partnerships (PPP) bei öffentlichen Bauten zu Kosteneinsparun­ gen führen, wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. In jedem Fall versprechen sich die Stadtkämmerer von ihnen langfristige Kalkula­ tionssicherheit. Das war auch in der südbelgi­ schen Stadt Charleroi so, als der Stadtrat den Bau eines neuen Polizeihauptquartiers auf dem Gelände der ehemaligen Defeld-Kavallerieka­ serne beschloss. Dabei sollten die Baukosten auf 75 Millionen Euro gedeckelt werden. 2009 lobte die Stadt einen Bieterwettbewerb für Teams aus Architekten, Fachplanern, Bauun­ ternehmen, Finanzinstituten und Facility-Mana­

gern aus. Sie waren aufgefordert, Kom­plett­ angebote für Entwurf, Bau, Finanzierung und 25 Jahre Gebäudebetrieb vorzulegen. Nach Ablauf dieser Zeitspanne geht die Polizeiwa­ che endgültig in den Besitz der Stadt über. Auf das siegreiche Team unter Führung von Ateliers Jean Nouvel und MDW Architecture wartete jedoch nicht nur eine finanzielle, son­ dern auch eine städtebauliche Herausforde­ rung. Auf dem Kasernengelände am Rande der Innenstadt hat seit Jahren das regionale Zentrum für Tanz und Choreografie, Charleroi Danses, seinen Sitz. Seine Räumlichkeiten soll­ ten — ebenfalls im Rahmen des 75-Millionen-

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Budgets — um einen Probensaal, ein Foyer und Gästewohnungen erweitert werden. Zudem beschloss der Stadtrat noch während der Bau­ zeit, einige Ausstellungssäle des lokalen Kunst­ museums in der alten Kaserne unterzubringen. Stimmiges Backsteinensemble Nicht zuletzt der ungewöhnliche Nutzungsmix bewog das Entwurfsteam, das zuvor eher int­ rovertierte Kasernengelände zur Stadt zu öff­ nen. Vom Altbaubestand erhalten blieben ne­ ben den Gebäuden der Tanzkompanie vor al­ lem zwei langgestreckte, zweigeschossige Ge­ bäudeflügel aus dem späten 19. Jahrhundert. Ursprünglich dienten sie als Pferdeställe, spä­ ter war hier die Fahrzeugflotte der Polizei un­ tergebracht. Befreit von einigen späteren An­ bauten, bilden die beiden Ziegelbauten nun einen passenden Rahmen für den öffentlich zugänglichen Innenhof, dessen urbanen Cha­ rakter die Architekten mit Ziegelpflasterung, Sitzbänken und Baumreihen unterstrichen. Weichen musste den neuen Nutzungen leider das Eingangsgebäude der Kaserne an der Straße. Die Begründung der Architekten: Es sei der städtebaulichen Öffnung des Areals im Weg gewesen. Stattdessen wurde am Zu­ gang zum Grundstück ein eingeschossiger, verglaster Neubau errichtet. ­Darin soll künftig ein Restaurant zum Treffpunkt zwischen Poli­ zei, Tanz­interessierten und Stadtöffentlichkeit werden. Hinzu kommt ein weiteres Extra, das im Wett­ bewerb eigentlich nicht gefordert war: das erste belgische Bürohochhaus im Passiv­ hausstandard. Der Turm nimmt — gleichsam als dritter, vertikaler Gebäudeflügel — 500 der insgesamt 900 Arbeitsplätze auf; der Rest ist in den beiden Altbauten untergebracht. Seine Höhe korrespondiert mit jener des Rathaus­ turms von Charleroi, der 1936 nach Plänen von Joseph André errichtet wurde und mittler­ weile zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Ebenso wie der Rathausturm und die umlie­ genden Kasernengebäude ist auch das Polizei­ hochhaus mit Ziegeln verkleidet. Im Gegensatz zu den historischen Vorbildern wurden sie je­ doch im charakteristischen Dunkelblau der belgischen Polizei glasiert. Rund 350 000 Zie­ gel sind am Turm verbaut, dessen eigenwillige Form auf drei Kegelstümpfen basiert: einem mit kreisförmigem Grundriss im Norden und zwei übereinandergestapelten, elliptischen im Süden. Den Zusammenhang zwischen Turm und Platz unterstreicht ein Rechteck mit blau­ em Ziegelbelag rund um das Hochhaus, der sich bis ins Foyer hinein fortsetzt. Doch nicht nur deswegen verschmelzen Alt und Neu in dem Gebäudekomplex zu einer überzeugen­ den Einheit, sondern auch, weil der Turm schneller als von den Architekten beabsichtigt Patina ansetzt. Die ursprünglich dunkel gehal­ tenen Mauerwerksfugen verfärbten sich auf­ grund des Witterungseinflusses schon nach wenigen Monaten unregelmäßig grau bis

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weiß. In anderen Details der Gebäudehülle war der Patchwork-Charakter hingegen schon im Entwurf angelegt. So variieren Fenstergrö­ ße und –anordnung je nach Etage und Him­ melsrichtung. Selbst die Fensterrahmen aus Aluminium sind teils blau und teils farblos elo­ xiert, wobei der Anteil der blauen Flächen nach oben hin am Turm sukzessive abnimmt. Dämmung nur, wo nötig Die Anlage der einstigen Kaserne begünstigte die subtile, aber eindeutige Trennung zwi­ schen öffentlichen und polizeiinternen Berei­ chen. Die Anlieferung und die Zufahrt zur Tief­ garage liegen auf der Rückseite der ehemali­ gen Stallungen, vor Einblicken von außen ge­ schützt durch eine weitere, hohe Ziegelmauer, die das Areal umgibt. An der Schnittstelle ­zwischen internem und öffentlichem Bereich wölbt sich die Platz­fläche empor und eine Brüstung versperrt den Weg in den Ladehof der Polizei. Darunter verbinden zwei tunnel­ artige Flure den Büroturm mit den beiden Alt­ bauten. Der nördliche davon beherbergt im Erdgeschoss die Polizeikantine sowie die Räu­ me des Kunstmuseums; der Rest ist mit Büro­ räumen belegt. In der Kantine lässt sich bei­ spielhaft die Konstruktion der ehemaligen Ställe studieren. Ihre Außenmauern sind auf einem Sockel aus graublauem wallonischen Kalkstein mit Ziegeln aufgemauert; darauf lie­ gen weinrot lackierte Stahlträger, die ZiegelKappendecken tragen. An den Längsseiten des Raums reihen sich bis heute die Kalkstein­ tröge, die früher als Pferdetränken dienten. Das noch gut erhaltene Ziegelmauerwerk der Altbauten wurde beim Umbau lediglich hyd­ rophobiert. In der Kantine verzichteten die Ar­ chitekten auf jegliche Außenwanddämmung und beschränkten sich auf den Einbau neuer Fenster sowie einen neuen, gedämmten Fuß­ boden mit Fußbodenheizung. In den oberen Geschossen erschließen breite, zum Innenhof orientierte Flure die hohen und tiefen Büroräume mit ganz in Weiß gehalte­ nen Oberflächen. Hier erhielten die Außen­ wände eine Innendämmung mit Gipskarton­

Bauherr / Client: Stadt Charleroi/ City of Charleroi Architekten /Architects: Ateliers Jean Nouvel, Paris MDW Architecture, Brüssel Projektleiter / Project leaders: Julie Parmentier, Marie ­Moignot Tragwerksplaner / Structural engineering: VK Architects & Enginees, ­Roeselare Haustechnik / Building ­services engineering: DTS & Co., Villers-la-Ville Bauphysik/Building physics: MATRiciel, Louvain-la-Neuve Akustik /Acoustics: Venac sprl, Brüssel Standort / Location: Boulevard Mayence 67, B-6000 Charleroi

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steel. On the uppermost level of the tower, the event hall on the 21st floor boasts a pano­ ramic view over the old industrial city of Char­ leroi with its church steeples, post war admin­ istration buildings and redundant furnaces.

12 G  roßraumbüro im 3. Obergeschoss des ­Hochhauses 13 Schnitt Fassade ­horizontal   Maßstab 1:20 14 Schnitt Fassade vertikal   Maßstab 1:20 15 Abwicklung der Fassade. Der Fensterflächenanteil variiert je nach Geschoss und Himmelsrichtung. 16 Nahansicht des Turms 12 B  riefing room on the third floor of the highrise 13 Plan of the facade   Scale 1:20 14 Facade section Scale 1:20 15 Developed view of the facades. The window-towall ratio varies from the bottom to the top of the tower, as well as accord­ ing to the orientation of the facades. 16 Close-up view of the tower

A 3D model as principal design tool Due to its irregular geometry, the most effi­ cient way to accurately manage the design of the tower was with the use of a 3D model. Thus, a 3D BIM model formed the basis for structural and detail design, as well as for the prefabrication and installation of building ele­ ments. The tower has a reinforced concrete frame with structural lift cores and supports in­ tegrated into the facade. Additional internal columns were only required on the lower floors to avoid the floor spans from becoming too large. The facade supports were manufac­ tured as precast concrete components with uniform sections, however as the load increas­ es towards the bottom section, these sections were constructed with a higher grade of con­ crete. As the supports are inclined at different angles, the floor and ceiling connections were cast in-site. The facade assembly is unconven­ tional: Behind the glazed brickwork cladding, timber frame elements were inserted between the facade supports. Given the high insulation standard, this was the simplest way to keep the overall facade depth within a reasonable limit. Overall the tower’s low A/V ratio of 0.2 ensured that the additional effort required to achieve Passive House Standard was achieva­ ble. Even the aluminium-framed windows are only double glazed: This had advantages in terms of weight as the component sizes of some openings is more than 20 square metres and there are windows up to six metres in height. The adjacent Charleroi Dance Company build­ ing to the south is far smaller in scale than the police station. With the addition of a new foyer and rehearsal space, the colourful ensemble of brick buildings, narrow alleys and green in­ ner courtyards are now even more colourful than before. Despite the solid, durable con­ struction, an outer cladding of printed textile banners now gives the buildings a more multicoloured, ephemeral appearance.

police canteen as well as the art museum’s ­exhibition spaces; the upper floors of both buildings accommodate office space through­ out. The renovation work of the well-pre­ served external brickwork walls only required hydrophobic treatment. In the canteen, the ar­ chitects avoided the use of internal insulation, rather restricting themselves to the installation of new windows and a new insulated floor with underfloor heating. On the upper floors the lofty, deep office spaces are accessed by wide corridors facing the courtyard; all surfaces are white. Internal insulation with plasterboard lining was ap­ plied to the external walls and new radiators were installed. The vaulted ceilings are paint­ ed white and clad with grey acoustic panels. Without affecting the aesthetics of the fa­ cades, both existing buildings were upgraded to have a heating requirement of a mere 35 kWh/m2a, thereby fulfilling the energy standard requirements of the region. In the new office tower, the dominant colours are muted red and deep blue, whilst the walls and ceilings are clad in ash wood. The audito­ rium on the first floor is lined throughout in wood. The offices, on the other hand, have painted blue steel heating and cooling ceil­ ings, as well as fixed windows with low sills. In order to visually enlarge the sometimes rather tight spaces, some of the window re­ veals are clad in reflective polished stainless

b

d c

a 13

42  sustainable architecture

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c

a

e

15 Schnitt Fassade horizontal Schnitt Fassade vertikal Maßstab 1:20 a Außenwand: Ziegel glasiert 115 mm Hinterlüftung 40 mm Spanplatte feuchte­ resistent (P5) 22 mm Holzstegträger / Wärme­ dämmung Zellulose 300 mm Gipsfaserplatte 15 mm Installationsraum 180 mm Gipskarton 2-lagig 25 mm b Fassadenstütze Beton (Fertigteil) 350/350 mm c Fenster: Zweifach-Isolierver­ glasung in Aluminium­ rahmen d Fensterlaibung: Aluminium-Verbund­ paneel, spiegelnd poliert Gipskarton 12,5 mm e Auflagerkonsole, an Stirn­ seite der Geschossdecke befestigt

c

a

e

Horizontal facade section Vertical facade section Scale 1:20 a External wall: Glazed brickwork 115 mm Ventilation gap 40 mm Waterproof OSB board 22 mm Timber I-joists / Cellulose insulation 300 mm Gypsum fibreboard 15 mm Service void 180 mm Plasterboard 2 layers 25 mm b Concrete facade support (prefabricated) 350/350 mm c Window: Insulated double glazing in aluminium frames d Window reveals: alumini­ um-composite panels, ­reflective polished finish e Bearing brackets fixed to floor slabs

c

14

∂green 02/15

16

nachhaltige architektur  43


Active townhouse in Frankfurt

Bauherr / Client: ABG Frankfurt Holding, Frankfurt / Main Architekten /Architects: HHS Planer + Architekten AG, Kassel Begleitforschung /  Accompanying research: Technische Universität ­Darmstadt, Fachgebiet ­Entwerfen und Energieeffi­ zientes Bauen; SteinbeisTransferzentrum, Stuttgart Technische Gebäude­ ausstattung / Mechanical ­engineering: EGS-Plan GmbH, Stuttgart Tragwerksplanung /  Structural engineering: B+G Ingenieure Bollinger und Grohmann, Frankfurt Bauleitung / Site supervision: schneider+schumacher ­Planungsgesellschaft, ­Frankfurt Forschungsförderung /  Research funding: Bundesministerium für ­Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Forschungsinitiative »Zukunft Bau« Standort / Location: Speicherstraße 20-26, D–60327 Frankfurt/Main

1 Grundriss Regelgeschoss Maßstab 1:800 2 Lageplan Maßstab 1:3000 3 Ansicht von Osten 1 S  tandard floor plan Scale 1:800 2 Site plan Scale 1:3000 3 East view

Die Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding gehört zu den Pionieren des energieeffizienten Wohnungsbaus in Deutschland. Mehr als 2500 Wohnungen im Passivhausstandard hat das Unternehmen seit 2003 realisiert; jährlich kommen rund 500 bis 700 weitere hinzu. Mit dem »Aktiv-Stadthaus« südlich des Frankfurter Hauptbahnhofs haben die ABG und das Architekturbüro HHS Planer + Architekten nun den fast logischen nächsten Schritt vollzogen. Der Neubau mit 74 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen ist der erste Geschosswohnbau in Deutschland, der den 2012 eingeführten ­Effizienzhaus-Plus-Standard des Bundesbauministeriums erfüllt und im Jahresverlauf mehr Energie auf dem eigenen Grundstück erzeugen soll, als seine Bewohner verbrauchen. Das Grundstück als erste Herausforderung Das (bislang als Parkplatz genutzte) Grundstück galt lange Zeit als praktisch unbebaubar: 150 Meter lang, aber nur knapp neun Meter tief und im Süden von einer verkehrsreichen Innenstadtstraße flankiert. Die »Sonnenseite« des Neubaus ist damit zugleich die Lärmseite; im Norden schließt sich hingegen ein innenhofartiger, mit einer Tiefgarage unterkellerter Platz an. Eine energetisch ungünstige, geringe Kompaktheit des Gebäudes war mit dieser Konstellation bereits vorgegeben. Erschwerend kam hinzu, dass die Südfassade zumindest in den unteren Geschossen oft im Schatten liegt. Doch Kriterien wie »unbebaubar« verlieren angesichts der hohen Wohnungsnachfrage in Frankfurt zunehmend ihre Gültigkeit. Und die zentrumsnahe Lage − nur zwei Straßenblocks von Mainufer entfernt − macht den Neubau für Wohnungssuchende ohnedies attraktiv. Mindestens ebenso wichtig wie die Suche nach einem geeigneten Energiekonzept war zunächst die Frage, wie sich auf der schmalen Parzelle überhaupt funktionale Wohnungsgrundrisse unterbringen ließen. Vier Treppenhäuser mit einläufigen Treppen entlang der Nordfassade erschließen insgesamt elf Woh-

04

forschung und praxis

Aktiv-Stadthaus in Frankfurt

nungen pro Geschoss. Acht davon reichen über die gesamte Gebäudetiefe; die drei kleinsten sind ausschließlich nach Süden ausgerichtet. Insgesamt umfasst das Gebäude sechs Wohnungstypen mit Größen zwischen 66 und 116 Quadratmetern, die sich zu 6650 Quadratmetern Wohnfläche addieren. Die Vierteilung des Hauses in Längsrichtung ist auch äußerlich an der subtilen Faltung der Südfassade ablesbar. Davon ausgenommen sind lediglich das weitgehend transparente Erdgeschoss, in dem zwei Ladenlokale und ­eine öffentliche Carsharing-Station unter­ gebracht sind, sowie das zurückspringende Staffelgeschoss unmittelbar unter dem aus­ kragenden Pultdach. 18 zurückspringende Log­gien gliedern die Südfassade zusätzlich und schaffen für die Südwohnungen wertvolle Aufenthaltsbereiche im Freien, auch wenn sie die Kompaktheit des Gebäudes weiter reduzieren. Die restlichen Wohnungen öffnen sich über Balkone mit massiven Stahlbetonbrüstungen zum Innenhof im Norden. Stahlbetonbau mit Holzfassaden Der Effizienzhaus-Plus-Standard verlangt, dass Gebäude übers Jahr gerechnet eine positive End- und Primärenergiebilanz erreichen müssen. Anders als die EnEV schließt die Betrachtung den Haushaltsstrom − also alle im Haus betriebenen Elektrogeräte der Mieter − mit ein. Eine Gebäudehülle im Passivhausstandard ist für den neuen Standard hingegen nicht zwingend vorgeschrieben. Hier war sie jedoch erforderlich, weil das Gebäude mit ­einem A/V-Verhältnis von 0,34 vergleichsweise wenig kompakt ist. Mit 18 kWh/m2a liegt der Heizwärmebedarf des Hauses nur geringfügig über Passivhausniveau. Um die Gesamtstärke der Außenwände möglichst weit zu reduzieren, entschieden sich die Architekten für vorgefertigte Elemente in Holzrahmenbauweise. ­Einschließlich der hinterlüfteten Fassadenverkleidung aus Faserzement und Photovoltaik sind sie insgesamt 47 Zentimeter (im Norden) bzw. 55 Zentimeter (an der Südfassade) dick. Die Primärkonstruktion des Hauses hingegen

1

52  research and practice

∂green 02/15


ist ein Schottenbau mit tragenden Trennwänden und Geschossdecken aus Stahlbeton. Optimierung ohne Komfortverzicht Unter Zuhilfenahme des Passivhaus-Projek­ tierungspakets (PHPP) untersuchte das Planungsteam im Detail, inwieweit sich der ­Heizwärmebedarf reduzieren ließ, ohne dass dadurch Nutzwert und Ästhetik des Neubaus litten. Nicht immer fiel die Entscheidung dabei zugunsten einer noch höheren Effizienz. Die 18 Loggien in der Südfassade etwa vergrößern die Gebäudehüllfläche immerhin um 290 m2 und steigern den Heizwärmebedarf um fast 1 kWh/m2a. Auch der Fensterflächenanteil (62 % auf der Straßenseite und 38 % im Norden) ist ein Kompromiss zwischen Energieeffizienz, einer guten Tageslichtversorgung sowie Ausblicken ins Freie. Insgesamt hat das Haus damit deutlich größere Fensterflächen, als dies bei einer einseitigen Effizienzorientierung eigentlich geboten gewesen wäre. Das zahlt sich aus: Die Wohnungen haben mit ihren durchweg deckenhohen Fenstern und den nur knietiefen Brüstungen im Süden intensiven Außenbezug. Die Fensterrahmen bestehen − für den öffentlichen Wohnungsbau ungewöhnlich − aus Holz/Aluminium. Das Material bot sich auch deswegen an, weil aus Schallschutzgründen ungewöhnlich dicke und schwere Schallschutzpakete verbaut werden mussten. Kunststoffrahmen hätten die erforderliche Stabilität nur mit einer zusätzlichen Stahlversteifung ­geboten, die sich wiederum als Wärmebrücke bemerkbar gemacht hätte. 0

2

Heizwärme aus dem Abwasserkanal Das Aktiv-Stadthaus ist als »Nur-Strom-Gebäude« konzipiert; das heißt, die Heizung und Warmwassererwärmung funktionieren ebenso wie alle anderen Energienutzungen auf rein elektrischer Basis. Verglichen mit diversen ­Alternativoptionen (z. B. einem Blockheizkraftwerk oder einer Kombination aus Wärme­ pumpe, Photovoltaik und Solarthermie) erwies es sich als energetisch und ökonomisch am günstigsten, den kompletten Wärmebedarf mit einer 120 kW starken Wärmepumpe zu decken. Lediglich als Back-up verfügt das Haus noch über einen 140-kW-Gasbrennwertkessel. Ungewohnt schwierig stellte sich die 25

Bruttogeschossfläche / Gross floor area: 11 700 m2 Energiebezugsfläche /  Treated floor area: 8789 m2 Bruttorauminhalt /  Gross ­volume: 38 000 m3 Investitionskosten /  Investment costs: 23,8 Mio. € (ohne Grundstück /excl. site acquisition) A/V-Verhältnis /A/V value: 0,34/m Energiebilanz gemäß ­Energieausweis (ohne PV) /  Energy ­balance acc. to energy ­performance certificate (without photovoltaics: Nutzenergiebedarf Heizung /  Space ­heating demand 16,3 kWh/m2a Nutzenergiebedarf Warmwasser / Heating demand for hot ­water 11,7 kWh/m2a Endenergiebedarf (ohne Haushaltsstrom) / Final energy demand (excluding household electricity) 13,5 kWh/m2a Spezifischer Transmissionswärmeverlust H‘T / Specific heat transmission loss H‘T 0,296 W/m2K

50

3

∂green 02/15

forschung und praxis  53


b

d

c

e traß

4

rfts We

4 S  ite plan showing the connection to the sewer for heat supply a Sewer in Gutleutstrasse b Heat pipe below pavement c Heat pipe inside basement d Sewer in Speicherstrasse (insufficient rate of flow for heat ­extraction) 5 Scheme of the heat pump system 6 Northwest view 7 Section with energy ­concept  Scale 1:250 8 Primary energy balance according to Effizienzhaus Plus (annual balance, ­excluding e-mobility, communal electricity and commercial units) 9 Final energy balance ­(annual balance, all types of use)

Gutleutstraße

a

Hafenstraße

4 L  ageplan mit Anbindung an den Abwasserkanal zur Wärmeversorgung a Abwasserkanal Gut­ leutstraße b Wärmeleitung, Trasse unter dem Gehweg c Wärmeleitung, Trasse im Gebäude d Abwasserkanal Speicherstraße (zu geringer Durchfluss für Wärmeentnahme) 5 Schema des Wärme­ pumpensystems 6 Ansicht aus Nordwesten 7 Schnitt / Energiekonzept Maßstab 1:250 8 Primärenergiebilanz nach Effizienzhaus Plus ­(Jahresbilanz, ohne Elek­ tromobilität, Gewerbe und Allgemeinstrom) 9 Endenergiebilanz (Jahresbilanz, alle Verbrauchsarten)

Gas-Brennwertkessel als Back-up-System / Gas-fuelled condensing boiler as backup system

Erdgas / Nat. gas

HT-Speicher / High temperature storage tank 2 ≈ 5 m3

HK / Boiler Strom / Electricity

Speicherstraße

WP / HP

NT-Speicher / Low temperature storage tank 5 m3

Heizkörper + Warmwasser / Radiators + hot water

Fußbodenheizung / Underfloor heating

5

Wahl der Wärmequelle dar: Eine AußenluftWärmepumpe wäre zu ineffizient gewesen; Erdsonden hätten aufgrund der Bodenbeschaffenheit unverhältnismäßig lang ausfallen müssen und das Grundwasser durfte wegen Verschmutzungsgefahr nicht angetastet werden. Dies lenkte das Augenmerk des Planungsteams auf eine selten genutzte, aber hocheffektive Wärmequelle: die Abwasser­ kanäle der Stadt. In einem Abwasser-Hauptverteiler in der 200 Meter weiter nördlich gelegenen Gutleutstraße (Abb. 4) wurde ein 55 Meter langer Edelstahl-Wärmetauscher verlegt. Von diesem aus führt eine Soleleitung ins Erdgeschoss des Gebäudes und wieder zurück. Der größte Teil der Trasse konnte in den Kellern der − ebenfalls im Besitz der ABG befindlichen − Nachbarhäuser geführt werden; nur 30 Meter verlaufen auf öffentlichem Grund. Die von der Wärmepumpe erzeugte Wärme gelangt zunächst in drei je 5000 Liter fassende Pufferspeicher und von dort in zwei unterschiedliche Wärmekreisläufe: einen für die Fußbodenheizungen in den Wohnungen (Vorlauftemperatur 30–35 °C) und einen Hochtemperaturkreislauf (55 °C Vorlauftemperatur) für die Warmwasserversorgung sowie für zusätz­ liche Heizkörper, die zwecks höheren Nutzerkomforts in den Bädern installiert wurden (Abb. 5).

Ebenfalls in den Bädern sind die wandhängenden Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung untergebracht. Obwohl eine zentrale Lüftungsanlage einen höheren Wärmerück­ gewinnungsgrad aufgewiesen hätte und einfacher zu warten gewesen wäre, gab das geringe Platzangebot in den Schächten und Wohnungen den Ausschlag zugunsten einer wohnungsweisen Be- und Entlüftung. Um übermäßig große Deckenabkofferungen in den Wohnungen zu vermeiden, sind die Frischund Fortluftleitungen voneinander getrennt. In der Regel wird die Frischluft aus dem Innenhof an der Nordseite angesaugt und die Abluft im Süden, zur Straße hin, ausgeblasen. 300 000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr Das A und O zum Erreichen des Plusenergiestandards ist eine möglichst weit gehende ­Solarenergienutzung. Im Gegensatz zu Ein­ familienhäusern, wo meist ein Solardach für eine positive Energiebilanz ausreicht, sind beim Aktiv-Stadthaus das Dach und große Teile der Südfassade mit monokristallinen Photovoltaikmodulen belegt. Auch die ZehnGrad-Süd­neigung des Pultdachs zielt auf eine Maximierung der solaren Erträge ab. Die 770 Photovoltaikmodule auf dem Dach liefern mit jährlich 246 MWh den Löwenanteil des Stromertrags; die Photovoltaik in der Fassade (348 Module) trägt mit 55 MWh hingegen nur ein knappes Fünftel bei. Notwendig für die positive Energiebilanz sind sie gleichwohl. Da der Effizienzhaus-Plus-Standard auch den Haushaltsstrom in seine Bilanz mit einschließt, sind Haushaltsgeräte mit A++- und A+++-Standard unverzichtbar, um ihn zu erreichen. Verglichen mit einer Kühl-Gefrier-Kombination mit Energiestandard A, verbraucht ein A+++Gerät weniger als halb so viel Strom; bei Waschmaschinen beträgt die Einsparung ­immerhin noch ein Drittel. Nach Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) wiegt diese Einsparung die höheren Anschaffungskosten der Geräte binnen fünf bis neun Jahren auf. Doch selbst eine positive Energiebilanz ist nur der erste Schritt zu wirklich zukunftsfähigen Gebäuden. Das hat die Energiewende-Diskussion der vergangenen Jahre verdeutlicht. Mindestens ebenso wichtig ist es, Energieproduktion und –verbrauch auch zeitlich in Einklang

6

54  research and practice

∂green 02/15


zu bringen oder ausreichende Stromspeicherkapazitäten zu schaffen, um das öffentliche Stromnetz zu entlasten. Im Keller des Aktiv-Stadthauses ist daher eine Lithium-Eisen-Phosphat-(LiFePo)-Batterie mit 250 kWh Kapazität installiert. Sie kostet zwar − gemessen an der Speicherkapazität − das Doppelte einer herkömmlichen Blei-SäureBatterie, erreicht aber eine längere Lebensdauer und einen höheren Wirkungsgrad. Dank der Batterie soll künftig die Hälfte des am Gebäude erzeugten Stroms in den Wohnungen verbraucht werden. Ohne Batterien lässt sich in der Regel nur ein Eigennutzungsgrad um die 30 % erreichen. Wenn im Sommer die Batterie voll geladen ist und die Sonne weiter scheint, soll der überschüssige Strom aus den Photovoltaikmodulen in erster Priorität in den Elektromobilen und –fahrrädern der Carsharing-Station im Erdgeschoss gespeichert werden. Erst was dann noch übrig ist, gelangt ins öffentliche Netz (Abb. 7).

100 90 80

Bedarf / Demand Erzeugung/ Production

70 60 50 40 30

91,4 67,7

20 10

a

b

c

d

f

∂green 02/15

i

j

AC

g k 7

ken. Geht man jedoch davon aus, dass die ­Bewohner ihre Spül- oder Waschgänge nur einmal pro Woche wetterabhängig verschieben, beschränkt sich das Lastverschiebepotenzial auf 3,5 % des Strombedarfs. Dazu müsste aber jedes Gerät mit einem Steuerchip oder WLAN-Anschluss ausgestattet werden, was die Kosten in die Höhe triebe. Daher wurde ein Lastmanagement der Haushaltsgeräte nur in fünf Wohnungen probeweise realisiert. Den Erfolg dieser und anderer Maßnahmen Spezifischer Endenergiebedarf [Jahresbilanz] will das Planungsteam in einem zweijährigen 35 30

Erzeugung/ Production

, 0,9 2,9 1,5

20

14,7

15 10 5

3,3

29,0

5,4 4,8 Bedarf / Demand

Section / energy concept Scale 1:250 a Rooftop photovoltaics approx. 1500 m2 247 kWp 237 MWh/a b Photovoltaics in facade approx. 900 m2 118 kWp 55 MWh/a c MVHR unit (one per ­dwelling unit) d Underfloor heating e Car sharing (electric cars) f Energy management ­system g Public electricity network h LiFePo battery 250 kWh i Waste water heat pump 120 kWth j Buffer storage tank 3 ≈ 5000 l k Waste water heat ­exchanger 55 m/98 kW

Heizung / Heating 6,4

25

0 Bedarf / Demand

h

AC

0

8

e

DC

Endenergie / Final energy [kWh/(m²a)]

Primärenergie / Primary energy [kWh/(m²a)]

Das Haus als Baustein im »Smart Grid« Eine zweite Möglichkeit, den Eigennutzungsgrad von Solarstrom zu erhöhen, besteht in der zeitlichen »Verschiebung« von Strom­ lasten − etwa indem die Wärmepumpe oder bestimmte Haushaltsgeräte immer dann in ­etrieb genommen werden, wenn besonders viel Strom aus den Solaranlagen zur Verfügung steht. Mehrere Optionen hierfür haben die Planer vorab untersucht. Dabei erwies sich letztlich nur die Wärmepumpe als sinnvolle »Manövriermasse«. Indem sie vorwiegend in sonnenreichen Zeiten in Betrieb geht (und überschüssige Wärme in die Pufferspeicher einspeist), ergibt sich ein Lastverschiebepotenzial von 19 MWh/a oder knapp acht Prozent des Gesamtstrombedarfs im Haus. Der Eigennutzungsgrad steigt durch diese Maßnahme um bis zu acht Prozent. Anders verhalten sich die Dinge bei einer Lastverschiebung der Haushaltsgeräte. Einige Verbraucher wie Kochen oder Beleuchtung eignen sich hierfür a priori nicht, weil dies ­einen zu großen Eingriff in den Alltag der Bewohner bedeuten würde. Prinzipiell möglich − aber bei Weitem nicht immer − wäre die Lastverschiebung bei Geschirrspülern, Wasch­ Spezifischer Primärenergiebedarf [Jahresbilanz] maschinen, Trocknern und Kühl-/Gefrierschrän-

Schnitt / Energiekonzept Maßstab 1:250 a Photovoltaik Dach ca. 1500 m2 247 kWp 237 MWh/a b Photovoltaik Fassade ca. 900 m2 118 kWp 55 MWh/a c kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung (wohnungsweise) d Fußbodenheizung e Carsharing (E-Mobile) f Energiemanagement­ system g öffentliches Stromnetz h LiFePo-Batterie 250 kWh i Abwasser-Wärmepumpe 120 kWth j Pufferspeicher 3 ≈ 5000 l k Abwasser-Wärmetauscher 55 m/98 kW

PV-Ertrag / PV electricity yield

Trinkwarmwasser / Domestic hot water Hilfsgeräte /Auxiliary electricity Haushaltsstrom / Household electricity Allgemeinstrom (z. B. Aufzüge) / Communal electricity (e. g. lifts) Gewerbeeinheiten / Commercial units E-Mobiliät /E-mobility PV-Dach / PV roof PV-Fassade/ PV facade

9 PV-Fassade, obere 3 Geschosse / PV facade, forschung upper 3 und floorspraxis  55 PV-Fassade, untere 3 Geschosse / PV facade,


05

Fassaden

produkte

Mauerwerk, Dämmstoffe, Fenster, Verglasungen, Verschattungslösungen

Der Mehrfamilienhaus-Ziegel

Planblock für Effizienzhäuser

In allen Leistungsklassen

Schlagmann hat den Poroton-S8 speziell für den energieeffizienten Wohnungsbau entwickelt. Der mit Perlite gefüllte Ziegel eignet sich für Wohnbauten ab KfW-Effizienzhaus-Standard 70 und erreicht eine Wärmeleitfähigkeit von 0,08 W/mK. Auch die Empfehlungen für den erhöhten Schallschutz nach DIN 4109 (SchalldämmMaß ≥ 48 dB) erfüllt der Ziegel. Angeboten werden drei Ziegelstärken: 36,5, 42,5 und 49 cm. Maßgeblich für den Dämmwert ist auch eine neue ­Mikroverzahnung, die Transmissionsverluste über die Stoßfugen reduziert.

Mit SK08 hat der Wandbaustoff-Produzent KLB einen Leichtbeton-Planblock mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,08 W/mK vorgestellt. Damit ­lassen sich monolithische Außen­ wände mit U-Werten bis 0,18 W/m2K errichten. Die Dämmwirkung von SK08 basiert unter anderem auf den Stecklingen aus Mineralwolle in seinen Hohlräumen. Damit entspricht der Stein außerdem der Baustoff­ klasse A1 nach DIN 4102-4 und der Feuerwider­standsklasse F  90. Eigenen Angaben zufolge verfügt KLB als bisher einziger Leichtbetonhersteller über Umweltproduktdeklarationen (EPDs) für seine verfüllten Mauersteine. Eine vergleichende Ökobilanz der Life Cycle Engineering Experts (LCEE) aus Darmstadt hat außerdem ergeben, dass eine Außenwand aus KLBMauersteinen bei gleichem U-Wert (0,23 W/m2K) 44 % weniger Primärenergie für die Herstellung verbraucht als eine Porenbetonwand. Ähnlich groß war der primärenergetische Vorteil gegenüber anderen Wandbaustoffen wie Ziegel und Kalksandstein. Am Ende ihres Lebenszyklus sind KLBMauersteine laut Hersteller problemlos zu recyceln. Dabei wird der Stein gemahlen, wobei sich Leichtbeton und Putz voneinander lösen, und die Mineralwollstecklinge werden mit einem Windsichter aus dem Mahlgut ausgeblasen.

Mit dem Ytong PP 4 bietet Xella einen neuen Porenbeton-Planblock für den Mehrgeschossbau an, der eine Wärmeleitfähigkeit von 0,010 W/mK erreicht. 40 Zentimeter dicke, einschalige Wandkonstruktionen aus dem Stein entsprechen laut Hersteller mit einem U-Wert von 0,23 W/m2K den Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 70. Ytong PP 4 eignet sich für die Tragkonstruktion vier- bis sechsgeschossiger Gebäude, auch in allen Erdbebenzonen, so Xella. Für hoch wärmedämmende Einfami­ lienhäuser bietet Xella gleich zwei ­Porenbeton-Alternativen an: den Planblock PP 1,6 – 0,25 mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,07 W/mK sowie Energy+, einen Stein mit Sandwichkonstruktion aus zwei Lagen Poren­ beton und dazwischen liegender Dämmschicht aus dem mineralischen Dämmstoff Multipor. Damit lässt sich bei 40 cm Wandstärke ein U-Wert von 0,15 W/m2K erzielen.

Schlagmann Poroton GmbH & Co. KG Ziegeleistraße 1, D-84367 Zeilarn Tel.: +49 8572 17-0 info@schlagmann.de www.schlagmann.de

Das Grün auf den Punkt gebracht.

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Optigrün international AG Am Birkenstock 15 – 19, 72505 Krauchenwies, Tel. +49 7576 772-0

66 products

60 x 81 mm 4c DETAIL green

Xella Deutschland GmbH Düsseldorfer Landstraße 395, D-47259 Duisburg Tel.: +49 800 5235665 info@xella.com www.ytong-silka.de

KLB Klimaleichtblock GmbH Lohmannstraße 31, D-56626 Andernach Tel.: +49 2632 2577-0 info@klb.de www.klb-klimaleichtblock.de

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Schadstoffarmes Bauen

Geprüfte Trittschalldämmung

Oberflächen, Dichtungen, Anstriche, Materialien für den ­Innenausbau

Nicht nur Bodenbeläge, sondern auch die Trittschalldämmung kann mit ihren Emissionen maßgeblich zur Schadstoffbelastung der Raumluft beitragen. Das Sentinel Haus Institut hat nun einen kompletten Bodenaufbau mit der Fußbodendämmplatte Floorrock SE von Rockwool durch den TÜV Rheinland untersuchen lassen. Die Messwerte lagen sicher unter dem Zielwert von 500 µg/m³ Raumluft für VOC beziehungsweise 35 µg/m³ für Formaldehyd.

Brandschutz ohne VOC Die Rudolf Hensel GmbH bietet in ­ihrer Green Product Line Brandschutzbeschichtungen an, deren VOC-Gehalt unter der Nachweisgrenze liegt. Die Green Product Line umfasst insgesamt vier Stahl-Brandschutzsysteme von Typ Hensotherm, das transparente Holz-Brandschutzsystem Hensotherm 1 KS Innen sowie zwei Produkte für den Brandschutz von Betonbauten. Außerdem sind darin der Anstrich Hensomastik 5 KS Farbe sowie der Brandschutzkleber Hensomastik K 2000 enthalten. Die geprüft schadstoffarmen Produkte entsprechen den Zulassungsgrundsätzen zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenräumen des DIBt und halten die NIK-Werte des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) ein. Für vier der Brandschutzsysteme (für Stahl, Holz sowie Fugen­ abdichtungen) hat Rudolf Hensel ­außerdem Umweltproduktdeklarationen (EPDs) erarbeitet und durch das Institut Bauen und Umwelt (IBU) verifizieren lassen. Rudolf Hensel GmbH Lauenburger Landstraße 11, D-21039 Börnsen Tel.: +49 40 721062-10 info@rudolf-hensel.de www.rudolf-hensel.de

Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH & Co. OHG Rockwoolstraße 37–41, D-45966 Gladbeck Tel.: +49 2043 408-0 info@rockwool.de www.rockwool.de

Neue Form, wohngesund Das Türblatt, die Wand und sonst fast nichts ist von dem neuen Innentürmodell Q45 von Jeld-Wen in eingebautem Zustand zu sehen. Die Falzkanten der Tür sind um 45 Grad abgeschrägt und werden durch Echtholzeinlagen aus Nussbaum, Eiche oder Multiplex betont. Die Oberflächen des Türblatts sind mattweiß lackiert. Ebenso neu ist die Griffstange GS 100, die den bisherigen Türdrücker ersetzt. Das saubere Schließen der Tür gewährleistet eine integrierte Magnetzuhaltefunktion. Q45 ist als Drehtür oder als wand­ integrierte Schiebetür erhältlich und wird mit Blockzarge und Einbaurahmen (Aluminium-Blindstock) geliefert. In gewohnten Bahnen bewegt sich hingegen die ökologische und gesundheitliche Qualität der Tür. Wie fast alle Innentüren von Jeld-Wen genügt auch Q45 den Kriterien des Sentinel Haus Instituts bezüglich Schadstoffarmut. Auch die Richtwerte der RAL-UZ 38 bezüglich Formaldehydund TVOC-Emissionen werden von der Tür unterschritten. Darüber hinaus hat das Unternehmen für alle seine europäischen Produktionsstandorte die Produktketten-Zertifizierung des Forest Stewardship Council (FSC) ­erhalten. Sie belegt, dass in JeldWen-Türen ausschließlich Holz aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft verbaut wird.

Schadstoffarme OSB-Platten Als tragende und aussteifende Beplankung für erhöhte Brandschutzanforderungen bietet Kronoply die OSB-Platte Kronoply OSB SF-B an. Das bauaufsichtlich zugelassene Produkt erfüllt die Anforderungen der BrandschutzEuroklasse B-s2, d0 nach DIN EN 13 501-1 für schwer entflammbare Baustoffe. Ein weiteres Plus ist laut Hersteller der geringe Formaldehydgehalt der Platte. Mit einem Emissionswert von 0,01 ppm unterschreitet das Produkt den zulässigen Grenzwert der E1Richtlinie von 0,10 ppm bei Weitem. Kronoply GmbH Wittstocker Chaussee 1, D-16909 Heiligengrabe Tel.: +49 33962 69-0 info@kronoply.de www.kronoply.com

JELD-WEN Deutschland GmbH & Co. KG August-Moralt-Straße 1–3, D-86732 Oettingen Tel.: +49 9082 71-0 www.jeld-wen.de

72 products

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Dächer Dachdämmung, Dacheindeckungen, Gründachsysteme

Wasserabfluss genau drosseln

Wasserspeicher auf dem Dach

Weil ihre Kanalnetze veraltet und überlastet sind, begrenzen viele Städte in Deutschland die zulässige Ein­ leitung von Regenwasser. Optigrün hat daher einen neuen Systemaufbau für Retentionsdächer entwickelt, mit dem sich der Wasserabfluss vom Dach exakt steuern lässt. Das Dach vom Typ Drossel kann sowohl als Gründach als auch als begeh- oder befahrbares Verkehrsdach ausgeführt werden. ­Basis ist in beiden Fällen eine Wasserretentionsbox unterhalb des Dach­ aufbaus. In Verbindung mit einer Anstaudrossel bewältigt der Wasser­ speicher ein Anstauvolumen von bis zu 62 ­Litern pro Quadratmeter. Am ­effektivsten funktioniert das Reten­ tionsdach auf einem Flachdach mit 0 Grad Neigung. Mit der Drossel am Dachablauf lässt sich der Wasserabfluss in die Kanalisation im Bereich von 1—10 l/s/ha genau einstellen.

Mit Urbanscape hat Knauf Insulation ein leichtes Komplettsystem für Gründächer mit sehr hoher Wasserspeicherkapazität entwickelt. Das System besteht aus einer Wurzelschutzschicht, einem Dränagesystem (mit oder ohne Wasserspeicherung), einem patentierten Mineralwolle-Substrat und einer Vegetationsschicht. Je nach lokalen Klimabedingungen kann ein Bewässerungssystem integriert werden. Urbanscape lässt sich auf einschaligen Beton- und Trapezblechdächern sowie auf Umkehrdächern verlegen. Ein ­Vorteil des Systems ist laut Hersteller sein geringes Flächengewicht von nur 15 — 20 kg/m2 im trockenen Zustand. Das Mineralwolle-Substrat ist 8- bis ­10-mal leichter als herkömmliche ­Bodensubstrate. Gleichzeitig kann das System mit 17— 60 l/m2 drei- bis viermal so viel Wasser speichern wie herkömm­liche Gründachaufbauten. Die Vegetationsebene, eine vorkultivierte Vegetationsmatte, besteht aus zehn bis zwölf verschiedenen SedumArten und ist bereits bei der Lieferung zu mehr als 90 % begrünt.

Optigrün international AG Am Birkenstock 19 D-72505 Krauchenwies-Göggingen Tel.: +49 7576 772-0 info@optigruen.de www.optigruen.de

Knauf Insulation GmbH Heraklithstraße 8, D-84359 Simbach am Inn Tel.: +49 8571 40-0 info@knaufinsulation.de www.knaufinsulation.de

Sommerwiese, extra leicht Mit dem Systemaufbau »Sommer­ wiese« mit Aquatec von ZinCo lassen sich nun auch Intensivbegrünungen mit 165 kg/m2 Flächengewicht und nur 15 Zentimeter Aufbauhöhe realisieren. Das ist laut ZinCo nur die halbe Systemhöhe eines herkömmlichen Dachgartens. Basis des Systems sind der Systemfilter PV, das Wasserverteil-, Speicher- und Dränelement Aquatec AT 45 sowie das Docht­vlies DV 40. Das Speicherelement hält in seinen Mulden Regenwasser zurück und verteilt es über die Dachfläche Für niederschlagsarme Zeiten ist

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Aquatec mit eingeclipsten Tropfschläuchen zur Kapillarbewässerung ausgestattet. Das System stellt eine gleichmäßige Wasserverteilung bei Dachneigungen bis 5° sicher, so ­ZinCo. Die Substrathöhe sollte mindestens 10 Zentimeter betragen. ZinCo GmbH Lise-Meitner-Straße 2, D-72622 Nürtingen Tel.: +49 7022 6003-0 info@zinco-greenroof.com www.zinco-greenroof.com

Passivhaus-Schieferdach Mit dem nagel- und schraubbaren Aufsparrendämmelement ThermoSklent D von Rathscheck lassen sich Schieferdächer bis zum Passivhausstandard realisieren — auch in denkmalgeschützten Objekten wie bei dieser Villa in Braunschweig. Dort wurde die 14 cm starke Aufsparrendämmung aus PUR/PIR-Hartschaum (Wärmeleitfähigkeit l = 0,023 W/mK) mit weiteren 14 cm Zwischensparren­ dämmung kombiniert. So erreicht das Dach einen U-Wert von 0,11 W/m2K. Verglichen mit der vorherigen Dachdeckung aus Betondachsteinen hat sich seine Gesamtaufbauhöhe nur um vier Zentimeter vergrößert. Das Dämmelement ThermoSklent D ist oberseitig mit einer Span- oder Baufurniersperrholzplatte versehen, auf der die Schieferdeckung aufgenagelt wird. Rathscheck Schiefer und Dach-Systeme St.-Barbara-Straße 3, D-56727 Mayen-Katzenberg Tel.: +49 2651 955-0 info@rathscheck.de www.rathscheck.de

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Ressourcenkreisläufe im Bauwesen Wirtschaftlichkeit solarer Energiekonzepte Aktiv-Stadthaus in Frankfurt

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Zeitschrift für nachhaltige Architektur und energetische Sanierung Review of Sustainable Architecture and Energy-Efficient Refurbishment

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Impressum

Fotos, zu denen kein Fotograf genannt ist, sind Architektenaufnahmen, Werkfotos oder stammen aus dem Archiv DETAIL.

∂ green Zeitschrift für nachhaltige Architektur und energetische Sanierung Ausgabe 2/2015 Verlag: Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG Hackerbrücke 6, 80335 München Tel. (089) 38 16 20-0, Fax (089) 38 16 20-66 Internet: http:// www.detail.de Postanschrift: Postfach 20 10 54 80010 München Persönlich haftende Gesellschafterin: Institut für internationale ArchitekturDokumentation Verwaltungs-GmbH, München, eine 100%-ige Tochter der ATEC Business Information GmbH. Kommanditistin (100 %): ATEC Business Information GmbH, München. Redaktion DETAIL: (Anschrift wie Verlag, Telefon-Durchwahl -57, E-Mail: redaktion@detail.de): Christian Schittich (Chefredakteur, V. i. S. d. P., CS), Johanna Christiansen (JC), Sabine Drey (SD), Andreas Gabriel (GA), Maria Remter (MR), Jakob Schoof (JS), Heide Wessely (HW) Freie Mitarbeit: Burkhard Franke (BF), Sophie Karst (SK), Florian Köhler (FLK), Emilia Margaretha (EM), Roland Pawlitschko (RP) Zeichnungen: Dejanira Ornelas Bitterer, Marion Griese (MG), Emese M. Köszegi, Simon Kramer (SiK), Freie Mitarbeit: Ralph Donhauser, Kwami Tendar Englische Übersetzung: Feargal Doyle, Sharon Heidenreich, Sean McLaughlin, Lance Phipps Lektorat: Annegret Scholz (deutsch), Anna Roos (englisch) Herstellung / DTP: Peter Gensmantel (Leitung), Cornelia Kohn, Andrea Linke, Roswitha Siegler, Simone Soesters Vertriebsservice (Abonnementverwaltung und Adressänderungen): Vertriebsunion Meynen, Große Hub 10, 65344 Eltville Tel. (0 61 23) 92 38-211, Fax: -212 E-Mail: detailabo@vertriebsunion.de Marketing und Vertrieb: Claudia Langert (Leitung) Irene Schweiger (Vertrieb) Tel. (089) 38 16 20-37 Martina Mauderer (Marketing) Tel. (089) 38 16 20-14 (Anschrift wie Verlag) Auslieferung an den Handel: VU Verlagsunion KG Meßberg 1 20086 Hamburg Anzeigen: Martina Langnickel (Leitung, V. i. S. d. P.), DW -48 Claudia Wach, DW -24 (Anschrift wie Verlag)

Seite 6, 7 oben: Jean-Michel Byl, B–Brüssel Seite 7 unten: Marie-Françoise Plissart, B–Brüssel Seite 8 oben: Bernadette Grimmenstein / IBA Hamburg GmbH Seite 8 unten, 9: H. G. Esch, D–Hennef Seite 10, 13: Norbert Miguletz, D–Frankfurt Seite 17: Allard van der Hoek, NL–Amsterdam Seite 21: Zooey Braun, D–Stuttgart Seite 22−27: Eibe Sönnecken, D–Darmstadt Seite 26 oben: ee concept GmbH, D–Darmstadt Seite 28−29, 37, 38 rechts, 43, 53, 58, 81: Jakob Schoof, D–München Seite 30–33: Adolf Bereuter, A–Lauterach Seite 35: Georg Bechter Architektur + Design, A–Langenegg Seite 36, 39 links, 40−42: Filip Dujardin, B–Gent Seite 44 oben: ATP architekten ingenieure, A–Innsbruck Seite 45, 46 rechts, 47, 48 oben, ­49–51: ATP/ Thomas Jantscher Seite 46 links: ATP/ Peter Philipp Seite 48 unten: Passivhaus Institut, A–Innsbruck Seite 54 oben, 55: Steinbeis-Transferzentrum, A–Stuttgart Seite 54 unten, 84: Barbara Staubach /ABG Frankfurt ­Holding, D–Frankfurt Seite 56 oben, 57: Technische Universität ­Darmstadt, Fachgebiet Entwerfen und ­Energieeffizientes Bauen

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Seite 56 unten: Polynox Büro für Gestaltung, ­D-Darmstadt Seite 60: Martin Kunze / IBA Hamburg GmbH Seite 72 links unten: Cordelia Ewerth, D–Hannover Seite 80: BNP Paribas Real Estate GmbH Seite 82: Ottmann GmbH & Co. Südhausbau KG, D–München Seite 83: Jacob Kanzleiter, D–München Seite 86: Passivhaus Institut, D-Darmstadt Seite 88: Rotex Heating Systems GmbH, ­ D–Güglingen Seite 91: Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG, D–Remscheid

∂ green erscheint 2 ≈ jährlich im April und Oktober. Bezugspreise: DETAIL green im Abonnement 2 Hefte (April + Oktober): Inland: 29,– € Ausland: 29,– €/CHF 50,–/£ 20,– / US$ 38,40 DETAIL green Einzelheft: 14,50 €/ CHF 25,–/£ 10,–/US$ 19,50 DETAIL inkl. DETAIL green: Abonnement 12 Hefte inkl. 2 Hefte ­DETAIL-Konzept, inkl. 2 Sonderhefte DETAIL green: Inland: 179,– €, Ausland: 179,– € / CHF 251,–/£ 119,– /US$ 234,– Für Studierende: Inland: 95,– € Ausland: 95,– €/CHF 137,–/£ 67,–/ US$ 124,– Ausland zzgl. MwSt., falls zutreffend Alle Preise verstehen sich zuzüglich Versandkosten. Abonnements sind sechs Wochen vor Ablauf kündbar. Konto für Abonnementzahlungen: Deutsche Bank München BLZ 700 700 10 · Konto 193 180 700 IBAN: DE24 7007 0010 0193 1807 00 SWIFT: DEUTDEMM Alle Rechte vorbehalten. Für unverlangte Manuskripte und Fotos wird nicht ge­haftet. Nachdruck nur mit Genehmigung. Für Vollständigkeit und Richtigkeit aller Beiträge wird keine ­Gewähr ­über­nommen. Repro: Repro Ludwig Schillerstraße 10 A-5700 Zell am See Druck: W. Kohlhammer GmbH + Co. KG Augsburger Straße 722 70329 Stuttgart Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlages oder infolge von Störungen des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen den Verlag. Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 47. © 2015 für alle Beiträge, soweit nichts anderes angegeben, bei Institut für internationale ArchitekturDokumentation GmbH & Co. KG Dieses Heft ist auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Die Beiträge in DETAIL sind urheberrechtlich g ­ eschützt. Eine V ­ erwertung dieser Beiträge oder von Teilen davon (z. B. Zeichnungen) ist auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheber­rechts­ gesetzes in der jeweils ­gelten­den Fassung zu­lässig. Sie ist grundsätzlich vergütungs­pflichtig. Zuwiderhandlungen u ­ nterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts.

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DETAIL Green 02/2015 (English)  

The journal for all aspects of sustainable planning and construction. Topics of DETAIL Green 2/2015: office building in Louvain-la-Neuve, tw...

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