Issuu on Google+

‡ Das MAAT in Lissabon ‡ Farbtöne, Akzente und Kontraste ‡ Leitfaden Farbsysteme

Zeitschrift für Architektur + Baudetail · Review of Architecture + Construction Details Serie 2016 · 12 · Farbe Material Oberfläche · Colour Materials Finishes


Editorial Manche Orte oder Epochen sind für ihre Farben bekannt. Siena ist Namensgeber für eine Farbpalette, die zwischen Ocker-, Gelb- und Brauntönen changiert. Die mittelalterlichen Häuser in der Toskana vermischen sich mit den umliegenden Hügeln und Feldern zu einem farbkompositorischen Gesamtbild in Sienabraun. In Schönbrunner Gelb wiederum, auch Kaisergelb genannt, gestalteten die Habsburger im ausgehenden Barock die Putzfassaden ihrer Prunkbauten von Bayern bis Böhmen, Ungarn und Slowenien. Und in Tel Aviv gibt es eine Weiße Stadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt und von jüdischen Architekten errichtet wurde, die am Bauhaus ausgebildet worden waren. Mit der Moderne wird generell die Farbe Weiß verbunden. Dass die BauhausMeister jedoch nicht ausschließlich auf Weiß fixiert waren, zeigen die raffinierten farbigen Interieurs der Meisterhäuser von Walter Gropius in Dessau. Wahrscheinlich gibt es so viele Farbtheorien und Farbkonzepte wie Farben. Selten aber prägt ein durchgängiges Konzept ganze Straßenzüge – die meisten Städte sind vielfarbig, wobei die Materialien und Oberflächen der Architektur maßgeblichen Einfluss haben. Wir stellen in unserer DezemberAusgabe verschiedene architektonische Konzepte vor, die gezielt auf die Wirkung von Farbe setzen. Das Besucherzentrum der Sparrenburg in Bielefeld von Max Dudler steht durch seine Fassaden aus Stampfbeton im Dialog mit den umliegenden historischen Bauten (S. 1152ff.). Anders setzen die polychromen Gläser des Bürogebäudes von Sauerbruch Hutton in London einen bewussten bunten Kontrapunkt im Straßenraum der City of London (S. 1142ff.). Architektur muss sich mit Farbe auseinandersetzen, weil sie so oder so über ihre Akzente und Nuancen wahrgenommen wird – Neutralität hingegen gibt es nicht. Insofern sind die Projekte in unserer Dezember-Ausgabe Beispiele für die Vielfalt gezielt gesteuerter Farbkonzepte und ihrer unterschiedlichen Wirkung. Wir wünschen Ihnen viel Freude und Inspiration beim Lesen. Sandra Hofmeister Some places or epochs are identified with certain colours: Siena for example, which lent its name to yellowish-brown pigments, or the Habsburg era with its Imperial yellow. Tel Aviv, has its White City – a UNESCO World Heritage site designed by Jewish architects who studied at the Bauhaus. White is the colour identified with the Modern Movement, of course, but the coloured interiors of the masters’ houses in Dessau by Walter Gropius show that not everything was reduced to that hue. There are probably just as many colour theories as there are colour tones; but the streets in our towns and cities are rarely characterized by a consistent colour scheme. In this respect, the materials and their surface finishes play a dominant role. In our December issue, we present various architectural concepts that focus on the effects of colour. For example, the Sparrenburg Visitors’ Centre in Bielefeld with its tamped concrete facades enters into a dialogue with the historical surroundings, while the polychrome glazing of Sauerbruch Hutton’s office building in London forms a deliberate counterpoint to the urban environment. As one can see, architecture has to come to terms with colour. There is no such thing as neutrality.

Die Luchtsingel-Fußgängerbrücke in Rotterdam von Zones Urbaines Sensibles sorgt durch ihre Signalfarbe für Orientierung. Das Projekt ist in der aktuellen Ausstellung »Am Ende: Architektur« im Architekturzentrum Wien dokumentiert (S. 1136). The bold coloration of the Luchtsingel pedestrian bridge in Rotterdam by Zones Urbaines Sensibles (ZUS) ensures a good sense of orientation. The project is documented in an exhibition currently showing at the Architecture Centre, Vienna (page 1136).

Zeitschrift für Architektur Review of Architecture 56. Serie 2016 12 Farbe Material Oberfläche ISSN 0011-9571/B 2772 Dr. Sandra Hofmeister (Chefredakteurin) Sabine Drey, Andreas Gabriel, Frank Kaltenbach, Julia Liese, Peter Popp, Jakob Schoof, Edith Walter, Heide Wessely Burkhard Franke (Heftkoordination), Andreas Ordon (freie Mitarbeit) Michaela Linder, Maria Remter (Assistenz Redaktion) Marion Griese, Emese M. Köszegi, Simon Kramer, Dejanira Ornelas Bitterer (Zeichnungen) Übersetzungen englisch: Peter Green Produkte, Produktinformation: produkte@detail.de Dorothea Gehringer, Thomas Jakob, Katja Reich Verlag und Redaktion: Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG Hackerbrücke 6 80335 München


Diskussion • discussion 1122 Architektur und Farbe Christian Schittich

Berichte • reports 1132 MAAT Lissabon – Ein Museum, das Menschen und Wasser verbindet Giovanna Dunmall 1136 Am Ende: Architektur. Zeitreisen 1959–2019 Oliver Elser

Dokumentation • documentation 1138 Umbau eines Wohnhauses in Cilleros Arquitectura-G, Barcelona 1142 Bürogebäude in London Sauerbruch Hutton, London 1147 Wohnheim für Kinder und Jugendliche mit Kinderkrippe in Ingolstadt Diezinger Architekten, Regensburg 1152 Besucherzentrum Sparrenburg in Bielefeld Max Dudler, Berlin 1156 Grundschule in Chiarano C+S, Treviso 1161 Sozialer Wohnungsbau in Ceuta SV60 Cordón & Liñán Arquitectos, Sevilla 1166 Wertstoffhof in München Hess Talhof Kusmierz Architekten, München 1171 Löwenbräu-Areal in Zürich Annette Gigon / Mike Guyer Architekten, Zürich, und Atelier WW Architekten, Zürich

Technik • technology 1180 Anwendung von Farbsystemen in der Architektur Axel Buether

Produkte • products 1194 DETAIL research 1198 Smart Building 1202 Beleuchtung (Außenleuchten, technische Leuchten, dekorative Leuchten) 1208 Außenanlagen (Stadtmobiliar, Pflaster und Platten, Sichtschutz) 1213 BAU-Special 2017 1242 AID – Architektur im Dialog 1243 1248 1250 1251

Serviceteil Projektbeteiligte /Hersteller /Ausführende Firmen Inhalt Produktinformation /Anzeigenverzeichnis Impressum, Fotonachweis

www.detail.de


1122

2016 ¥ 12 ∂

Architektur und Farbe Architecture and Colour Christian Schittich

1

Farbe hat eine enorme Bedeutung für die Architektur. Ganz entscheidend prägt sie das Erscheinungsbild eines Gebäudes. Sie kann ein Bauwerk betonen oder strukturieren, Orientierung bieten oder Raumproportionen verändern. Das gleiche Haus wirkt jeweils vollkommen anders, wenn es in Rot, Blau oder neutralem Weiß gestrichen ist. Trotz alledem aber wird die Farbe in der Ausbildung der Architekten nach wie vor meist vernachlässigt. Ist das noch immer auf das gespaltene Verhältnis der (weißen) Moderne zur Farbe zurückzuführen? Nur wenige ihrer Vertreter wie Frank Lloyd Wright, Peter Behrens, Bruno und Max Taut und nicht zuletzt Le Corbusier setzen sich damals ausdrücklich mit Farbe auseinander. Kaum ein anderer verwendet Farbe so bewusst, um die Qualitäten von Räumen zu unterstreichen oder Proportionen gezielt zu beeinflussen wie Le Corbusier. Gleichzeitig äußert aber auch er sich immer wieder als ein überzeugter Verfechter des reinen Weiß – etwa dahingehend, dass der Zweck von

3

2

Farbe vor allem der sei, dieses Weiß noch strahlender erscheinen zu lassen. Wirklich kräftige Farben tauchen im 20. Jahrhundert im Außenraum erst ab Ende der 1960er-Jahre auf, etwa zeitgleich mit dem Aufkommen der Popkultur, aber auch der bunten Kunststoffe. Vor allem die beiden weitgehend parallel laufenden Gegenströmungen zur als grau empfundenen Moderne – die Postmoderne und die HightechArchitektur bringen Farbe zurück in die Stadt. So inszenieren die Protagonisten des Hightech bis in die 1990er-Jahre hinein vor allem ihre diffizilen Konstruktionen aus Stahl – einem Material, das aus Korrosionsschutzgründen ohnehin nach einer Beschichtung verlangt – oftmals in leuchtenden Farben. Später, ab den 1990er-Jahren sind es dann neue Materialien oder Technologien wie farbige Folien oder das Bedrucken von Glas, die zum Experiment mit der Farbe verführen. Heute setzen Architekten die Farbe weitgehend ungezwungen zu den unterschiedlichsten Zwecken ein. Sie spielen mit der Eigenfarbe des Materials oder den Effekten kräftiger Anstriche. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sollen im Folgenden die unterschiedlichen Möglichkeiten und Herangehensweisen verdeutlichen. Die Kraft des rohen Materials Ein bewusstes Farbkonzept bedeutet nicht zwangsweise plakative oder gar bunte Oberflächen. Beim Spiel mit der Eigenfarbe der Baustoffe geht es manchmal nur um dezente Unterschiede oder Nuancen. Wang Shu, der chinesische Pritzkerpeisträger von 2012, zeichnet sich durch einen souveränen Umgang mit seinen Materialien aus. Dabei setzt er auf die rohe Kraft überwiegend recycelter Baustoffe. Aus Mauer- und Dachziegeln oder Naturstein gestaltet er an Gebäuden wie der Kunstakademie in Hangzhou oder dem Geschichtsmuseum in Ningbo, aber auch an seinem jüngsten Werk, dem Ende September eröffnete Museum und Kulturzentrum in Fuyang, vielfältige Muster (Abb. 6). Er ordnet die Materialien so an, dass in den riesigen Wandflächen und Dächern farbige Akzente entstehen. So

bilden Gruppen roter Dachziegel einen Blickfang in einer ansonsten überwiegend grauen Fläche aus Naturstein. An anderen Stellen inszeniert er den Kontrast zwischen Bereichen aus glattem beigen Naturstein und rauem dunklem Klinker. Etwas dezenter gehen Caruso St. John bei ihrer Newport Street Gallery in London vor, die sich über eine Reihe von drei alten Fabrik- und Lagergebäuden sowie zwei neuen Häusern erstreckt. Nur die Neubauten an den beiden Enden der Reihe zeichnen sich durch den gleichen Farbton der Klinker aus, der Ziegelton der Bestandsbauten variiert jeweils leicht. Da die Architekten das Sockelgeschoss der neuen Häuser mit einem dunkleren Stein absetzen, gibt es nun Stellen, an denen an einem einzigen Punkt bis zu vier verschiedene Steinfarben zusammenkommen. Trotzdem wirkt das Ensemble sehr homogen, gleichzeit aber auch subtil differenziert. Auch bei Sichtbeton resultiert die Farbe aus dem Material selbst, und nicht von einem äußeren Anstrich. Doch Sichtbeton muss nicht zwangsweise grau sein. Durch den Zuschlag von Pigmenten erhält er eine dezente Farbigkeit. Eine der konsequentesten Anwendungen zeigt das 2011 fertiggestellte neue Justizviertel in Barcelona (Abb. 8). David Chipperfield Architects und b720 Fermín Vázquez verteilten dort das gewaltige Raumprogramm von mehr als 300 000 Quadratmetern auf insgesamt neun verschiedene Baukörper, deren tragende Fassaden aus einem einzigen, vor Ort gegossenem Betonmodul bestehen. Das daraus entstehende gleichmäßige Raster der Fassaden bindet die Baukörper optisch zusammen und verleiht ihnen eine gewisse Strenge. Diese wird dann aber wiederum durch die zarte Farbigkeit – jedes der Häuser leuchtet in einem anderen Pastellton – gebrochen. Das Gebäudeensemble erscheint differenziert und erhält seinen eigenen Rhythmus. Monochrom wirkt monolithisch Im Gegenteil dazu will Kengo Kuma die gesamte Gebäudehülle seines Museums für chinesisches Kunsthandwerk in Hangzhou


1126

Architektur und Farbe

2016 ¥ 12 ∂

10 Allianz Arena in München, 2005, Herzog & de Meuron 11 MUSAC, Zentrum für Moderne Kunst Castilla y Léon, 2004, Mansilla + Tuñón 12 Bürogebäude La Defense in Almere, 2004, UNStudio 13 Serpentine-Pavillon 2015 in London, SelgasCano

10

11

Colour is of enormous importance in architecture. It plays a decisive role in the appearance of buildings. It can lend emphasis or act as a means of articulation. It can create a sense of orientation or transform the proportions of spaces. A development can have a completely different effect if it is red or blue or a neutral white. Nevertheless, coloration is largely neglected in architectural education. Can that still be attributed to the Modern Movement? In those days, only a few representatives like Frank Lloyd Wright, Peter Behrens, Bruno and Max Taut addressed the question of colour. Le Corbusier used it with great awareness to bring out the qualities of spaces and to influence proportions. At the same time, he was also an adherent of pure white and stated that the purpose of colour was, above all, to lend whiteness greater radiance. In the 20th century, really strong coloration in the external realm manifests itself only at the end of the 1960s – at roughly the same time as the rise of pop culture and plastics. Postmodernism and high-tech architecture bring

12

10 Allianz Arena in Munich, 2005; Herzog & de Meuron 11 MUSAC, Museum of Contemporary Art in CastillaLeón, 2004; Mansilla + Tuñón 12 La Défense offices in Almere, 2004; UNStudio 13 Serpentine Pavilion in London, 2015; SelgasCano

colour back to the urban context. From the 1990s onwards, new materials and technologies, such as coloured film layers or printing on glass, led to experiments in this direction. Today, architects use colour in a largely unconstrained manner for all kinds of purposes, as the following examples show. The work of Wang Shu, the Chinese winner of the Pritzker Prize in 2012, is distinguished by a masterful approach to materials, exploiting the raw power of mainly recycled bricks, roofing tiles, stone, etc. This can be seen in his latest work, the Museum and Cultural Centre in Fuyang (ill. 6) where he arranges the materials to create highlights in the huge wall and roof areas. For example, patches of red roof tiles catch the eye in what are otherwise predominantly areas of grey stone. Caruso St John follow a more restrained course in their Newport Street Gallery, London (ill. 4), a development that extends over three old factory and warehouse buildings and incorporates two new sections. The brickwork of the new buildings at the ends of the strip is

in a single tone, whereas that of the existing structures is more varied. The plinth storey of the new tracts is set off with darker stone, so that situations occur where up to four different colours come together. This homogeneous ensemble is subject to subtle variations. With exposed concrete, the coloration is also innate to the material and not the outcome of external coatings. Even so, through the addition of pigments, exposed concrete can be unobtrusively coloured. One of the most systematic applications of this technology can be seen in the new law-courts district in Barcelona, completed in 2011 (ill. 8). David Chipperfield Architects and b720 Fermin Vázquez were responsible for the huge spatial programme – more than 300,000 m² – which they divided into nine different volumes. The load-bearing facades comprise a single concrete module cast on site. This regular grid unites the buildings visually and lends them a certain stringency. As a counterpoint to this, each block gleams in a different pastel tone. Kengo Kuma, in contrast, sought to unite the outer skin of his Chinese Academy of Art in Hangzhou by enclosing the entire building in dark grey roof tiles (ill. 5). Over the facades, the tiles are inserted in a network of stainlesssteel cables to create a kind of brise soleil in front of the large areas of fenestration, lending the outer face a fine texture. In this way, Kuma creates a monochrome and monolithic structure that, from a distance, looks like a rock on the green hillside. The Brandhorst Museum in Munich by Sauerbruch Hutton is the very opposite of a monochrome structure (ill. 7). Some 36,000 glazed ceramic strips in 23 different colours create a shimmering effect in the outer skin, so that the building appears to be almost dematerialized – an impression that changes as one moves about. In selecting the individual colour tones, the architects oriented themselves to those of the surroundings. The lighter pastel colours of neighbouring buildings were adopted for the head structure, whereas in the elongated strip, full-bodied, darker shades predominate. The museum is finely integrated into its environment, yet has an independent character. Colour plays a major role in the work of


research GHWDLOGHUHVHDUFK

Im Rahmen der BAU 2017, Weltleitmesse fĂźr Architektur, Materialien und Systeme, vermittelt das DETAIL Research Forum „Building the Future“ an VHFKV1DFKPLWWDJHQGL̆HUHQ]LHUWH6LFKWZHLVHQDXISUD[LVEH]RJHQH7HFKQRORJLHQXQG(LQEOLFNHLQQDWLRQDOHXQGLQWHUQDWLRQDOH3URMHNWHVRZLH6]HQDULHQI U GDV%DXHQGHU*HJHQZDUWXQG=XNXQIW(UOHEHQ6LHQDPKDIWHLQWHUQDWLRQDOWlWLJH$UFKLWHNWHQXQG3ODQHULP'LDORJPLWHLQHPHUIDKUHQHQ0RGHUDWRUHQWHDP

Forum – Building the Future %$8_Âą-DQXDU0 QFKHQ

Montag, 16. Januar 2017, 14:30 Uhr

Intelligentes Gebäude

Donnerstag, 19. Januar 2017, 14:30 Uhr

Bauen mit System

Moderation 0DUWLQ3U|VOHU | *HVFKlIWVIÂ KUHU3URHVOHU .RPPXQLNDWLRQ7Â ELQJHQ

Moderation 'U6DQGUD+RIPHLVWHU | &KHIUHGDNWLRQ'(7$,/ MĂźnchen

Paradigmenwechsel: Neue Architektur in 2050 Martin Haas | KDDVFRRN]HPPULFK678',26WXWWJDUW

Elementierte Holzbauten: Bandbreite und Potenziale 3URI+HUPDQQ.DXIPDQQ | $UFKLWHNWHQ+HUPDQQ.DXIPDQQ=7 6FKZDU]DFK

Zwischen Technologie und Technophobie (OLVDEHWK(QGUHV | ,QJHQLHXUE UR+DXVODGHQ.LUFKKHLPEHL Mßnchen Planen 4.0 – Prozesse, Strukturen, Kulturen 3URI&KULVWRSK$FKDPPHU | $73$UFKLWHNWHQ,QQVEUXFN 3RGLXPVGLVNXVVLRQ

Vielfalt des Modulbaus :ROIUDP3XW] | GRAFT Architekten, Berlin More with Less – Parametrische Systematik 3URI7RELDV:DOOLVVHU | /$9$/DERUDWRU\IRU9LVLRQDU\ Architecture, Berlin 3RGLXPVGLVNXVVLRQ

Dienstag, 17. Januar 2017, 14:30 Uhr

Ressource Bestand

Freitag, 20. Januar 2017, 14:30 Uhr

Bauen fĂźr Alle

Moderation 'U6DQGUD+RIPHLVWHU | &KHIUHGDNWLRQ'(7$,/ MĂźnchen

Moderation 'U6DQGUD+RIPHLVWHU | &KHIUHGDNWLRQ'(7$,/ MĂźnchen

„Verweile doch!“ 3URI3HWHU+DLPHUO | 3HWHU+DLPHUO$UFKLWHNWXU0 QFKHQ

„Wie es euch gefällt!“ 3URI5DSKDHO)UHL | SRRO$UFKLWHNWHQ= ULFK

Anders denken: Nutzungskonzepte fĂźr Areale 3URI%DUEDUD+RO]HU | +RO]HU.REOHU$UFKLWHNWXUHQ=Â ULFK

)RUPHQYRQğHQWOLFKNHLW 3URI0DUF)URKQ | )$5)URKQ 5RMDV%HUOLQ

Energie des Vorhandenen als Basis fĂźr Neues 3URI0XFN3HW]HW | 0XFN3HW]HW$UFKLWHNWHQ0Â QFKHQ

Urbanisierung Ăźberall 3URI+XEHUW.OXPSQHU | (7+=Â ULFK'HSDUWPHQW$UFKLWHNWXU =Â ULFK

3RGLXPVGLVNXVVLRQ

3RGLXPVGLVNXVVLRQ

Mittwoch, 18. Januar 2017, 14:30 Uhr

System Fassade

Samstag, 21. Januar 2017, 14:30 Uhr

Digital Bauen?

Moderation 0DUWLQ3U|VOHU | *HVFKlIWVIÂ KUHU3URHVOHU .RPPXQLNDWLRQ7Â ELQJHQ

Moderation 'U7KRPDV:HOWHU_ %XQGHVJHVFKlIWVIÂ KUHU%'$ Berlin

Integral planen: Freie Geometrien, hybride Aufbauten 'U,QJ/XW]6FK|QH | /(,&+76HDVF*PE+5RVHQKHLP

Big Data & Design 7RELDV1ROWH_ &HUWDLQ0HDVXUHV%HUOLQ&DPEULGJH86$

Wehrhahnlinie DĂźsseldorf: Unterirdisches Kontinuum 3URI+HLNH.OXVVPDQQ | 8QLYHUVLWlW.DVVHO)DFKEHUHLFK $UFKLWHNWXU)RUVFKXQJVSODWWIRUP%DX.XQVW(UÂżQGHQ.DVVHO

Paradoxien im BIM: Theorie versus Praxis Hanns-Jochen Weyland | 6W|UPHU0XUSK\ 3DUWQHUV+DPEXUJ

Gesicht zur Stadt: Zwischen Kontext und Funktion Werner Frosch | Henning Larsen Architects, MĂźnchen

Prozesse entwerfen 3URI'U,QJ2OLYHU7HVVPDQQ_ TU Darmstadt, Digital Design Unit, Darmstadt

3RGLXPVGLVNXVVLRQ

3RGLXPVGLVNXVVLRQPLWGHQ5HIHUHQWHQXQG*XLGR+DJHO%%65%RQQ Alle Vorträge in Deutsch und Englisch.

2UW0HVVH0Â QFKHQ+DOOH$'LH9HUDQVWDOWXQJLVWNRVWHQIUHL:HLWHUH,QIRUPDWLRQHQXQWHUZZZGHWDLOGHUHVHDUFK

6WUDWHJLVFKH3DUWQHU

)RUVFKXQJVSDUWQHU


Dokumentation documentation


1156

2016 ¥ 12 ∂

Grundschule in Chiarano Primary School in Chiarano Architekten: C+S, Treviso Carlo Cappai, Maria Alessandra Segantini Mitarbeiter: Davide Testi, Alessandro Mimiola, Guido Stella, Mauro Tonnello Tragwerksplaner: F&M Ingegneria, Mirano weitere Projektbeteiligte S. 1249

Schon seit einiger Zeit befassen sich C+S Architekten mit der Frage, wie sich die Schulen in der zersiedelten Landschaft des Veneto zu Kristallisationspunkten des gesellschaftlichen Lebens umfunktionieren lassen. In Chiarano rund 50 Kilometer nordöstlich von Venedig haben die Architekten ihre Vorstellungen nun in die Realität umgesetzt. Der im Grundriss fast quadratische Neubau für 250 Schüler steht an einer Ausfallstraße westlich des Ortszentrums. Nach Südwesten öffnet er sich mit einer Glasfront mit breiten Irokoholzrahmen, die von einem Dachüberstand verschattet wird. Die drei übrigen Seiten erhielten Lochfassaden aus Ziegelmauerwerk mit farbig verputztem Wärme-

dämmverbundsystem. Während zur Straße im Nordosten Anthrazitgrau dominiert, ist der Verputz an den nach Westen und Osten gerichteten Wandflächen überwigend rot gestrichen. Diese Farbwahl ist eine Reminiszenz an die »barchesse« − Wirtschaftsgebäude historischer Landgüter im Veneto, die häufig ziegelrot verputzt sind oder Fassaden aus Sichtziegelmauerwerk besitzen. Rechteckige Farbflächen in Grau, Weiß, Orange und Dunkelrot verstärken das unregelmäßige Bild der Lochfassaden. Sie sind von dem Flickwerk zugemauerter Fensteröffnungen an historischen Bauten inspiriert und sollen einen symbolischen Vorgriff auf künftige Umbauten der Schule darstellen.

Lageplan Maßstab 1:5000 Schnitte • Grundrisse Maßstab 1:500

Site plan scale 1:5000 Sections • Floor plans scale 1:500

1 Haupteingang 2 Besprechungsraum 3 Mensa/ Multifunktionsraum 4 Pausenhalle 5 Bibliothek 6 Technikraum 7 Musikzimmer 8 Gemeinschaftsraum 9 Klassenzimmer 10 Fachklassenzimmer Naturwissenschaften 11 Computerraum 12 Lüftungsanlage 13 Schulgarten 14 Brücke

1 Main entrance 2 Discussion space 3 Refectory/ Multipurpose space 4 Recreation area 5 Library 6 Mechanical services 7 Music room 8 Common room 9 Classroom 10 Classroom for natural sciences 11 Computer space 12 Ventilation plant 13 School garden 14 Bridge

Obwohl durchweg zweigeschossig, wird der Baukörper nach Norden hin sukzessive höher, um die dort gelegenen Klassenzimmer beidseitig − durch die Lochfassade im Norden und durch Oberlichter im Süden − zu belichten. Aus dem gleichen Grund sind auch die Trennwände zwischen Klassenzimmern und Erschließungszonen oberhalb einer Brüstungshöhe von 1,20 m verglast. Die Räume umgeben ein Atrium, in dessen Mitte ein von Glasfassaden eingefasster Betontisch den Schulgarten aufnimmt. Dort wurzeln die Pflanzen in großen, von Kiesflächen umgebenen Trögen. Im Atrium überspannen Holzfachwerkträger stützenfrei die deutlich mehr als 20 Meter zwischen den Klassen-


∂ 2016 ¥ 12

Dokumentation

aa

bb

zimmertrakten. Sie sind von unten mit Gipskartondecken verkleidet. Sichtbar wird die Holzkonstruktion nur an einer Brücke im Obergeschoss, die über separate Fachwerkträger vom Dach abgehängt ist und die Räume beidseits des Atriums miteinander verbindet. Unter dem Betontisch ist in einem abgesenkten, intimeren Bereich des Erdgeschosses die Schulbibliothek untergebracht. Nach Schulschluss dient sie als Kinder- und Jugendbibliothek der Gemeinde. Auch die Turnhalle, das Kunst- und das Musikzimmer sowie der multifunktionale Speisesaal der neuen Grundschule stehen dann für öffentliche Nutzungen zur Verfügung. JS

10

10

11

12

13 14 9 c

9

c

9

9

9

9

Obergeschoss / Upper floor b

a

a

3 2

6 1 4

5 7

9

8

9

Erdgeschoss / Ground floor b

9

9

1157


1158

Grundschule in Chiarano

Schnitt Maßstab 1:20 1 Attikablech Aluminium lackiert 1,6 mm Abdichtung EPDM, Wärmedämmung EPS 50 mm Attika BSH 150/313 mm 2 Flachdachaufbau: Kiesschicht 50 mm, Geotextil Abdichtung EPDM 2-lagig Wärmedämmung EPS 100 mm Dampfsperre, Aufbeton 50 mm Holzschalung 40 mm Fachwerkträger BSH, H = 1660 mm abgehängte Decke Gipskartonplatte 12,5 mm 3 Außenputz, Wärmedämmung EPS 80 mm Putzträgerplatte Zement bewehrt 2≈ 12,5 mm Unterkonstruktion Stahlprofil verzinkt fi 40 mm 4 Pfosten-Riegel-Fassade Stahl verzinkt 5 Isolierverglasung VSG 2≈ 5 mm + SZR 15 mm + VSG 2≈ 5 mm 6 Flachdachaufbau Schulgarten: Kies 50−150 mm, Abdichtung EPDM 2-lagig Gefällebeton 200−300 mm Wärmedämmung EPS 100 mm Decke Stahlbeton 250 mm abgehängte Decke Gipskartonplatte 12,5 mm 7 Lichtkuppel Polycarbonat 2-lagig

2016 ¥ 12 ∂

1

2

3

4

Section scale 1:20 1 1.6 mm sheet alum. eaves covering, painted EPDM sealing layer 50 mm expanded polystyrene thermal insulation 150/313 mm laminated timber eaves beam 2 flat roof construction: 50 mm bed of gravel; geotextile layer two-layer EPDM seal 100 mm exp. polystyrene thermal insulation vapour barrier; 50 mm concrete topping 40 mm wood boarding lam. timber trussed girder 1,660 mm deep 12.5 mm gypsum plasterboard suspended soffit 3 rendering 80 mm exp. polystyrene thermal insulation 2≈ 12.5 mm cement-reinforced plaster baseboards 40 mm galvanized steel supporting construction 4 galv. steel post-and-beam facade construction 5 double glazing: 2≈ 5 mm lam. safety glass + 15 mm cavity + 2≈ 5 mm lam. safety glass 6 flat roof construction for school garden: 50 –150 mm bed of gravel; two-layer EPDM seal 200 – 300 mm concrete finished to falls 100 mm exp. polystyrene thermal insulation 250 mm reinforced concrete slab 12.5 mm gypsum plasterboard suspended soffit 7 two-layer polycarbonate domed roof light

5

6

cc


∂ 2016 ¥ 12

Dokumentation

7

1159


1160

Grundschule in Chiarano

2016 ¥ 12 ∂

Schnitt Maßstab 1:20 1

2

3

4

5

Flachdachaufbau: Kiesschicht 50 mm, Geotextil Abdichtung EPDM 2-lagig Gefällebeton bewehrt ≥ 50 mm Wärmedämmung EPS 100 mm Dampfsperre Elementdecke Stahlbeton mit EPS-Kern 300 mm abgehängte Decke Gipskarton 12,5 mm Fassadenaufbau: Außenputz farbig gestrichen Wärmedämmung EPS 100 mm Außenwand Hochlochziegel 300 mm Innenputz 15 mm Fenster: Isolierverglasung in Holzrahmen Iroko Fußbodenaufbau OG: Linoleum 5 mm Estrich Zement 45 mm Heizestrich 50 mm Trittschalldämmung Polyestervlies 10 mm Elementdecke Stahlbeton mit EPS-Kern 300 mm abgehängte Decke Gipskarton 12,5 mm Fußbodenaufbau EG: Linoleum 5 mm Zementestrich 45 mm Fußbodenheizung 50 mm Dampfsperre Decke Stahlbeton 700 mm Beton unbewehrt 100 mm Schotterbett 300 mm Durchwurzelungsschutz Bitumenbahn

1

2

3

Section scale 1:20 1

2

3 4

5

flat roof construction: 50 mm bed of gravel; geotextile layer two-layer EPDM seal ≥ 50 mm reinforced concrete to falls 100 mm exp. polystyrene thermal insulation vapour barrier 300 mm reinf. conc. element roof with EPS core 12.5 mm gypsum plasterboard suspended soffit external wall: rendering, painted 100 mm exp. polystyrene thermal insulation 300 mm vertically cored brickwork 15 mm plaster window: double glazing in iroko frame upper floor construction: 5 mm linoleum 45 mm cement-and-sand screed 50 mm screed with underfloor heating 10 mm polyester mat impact-sound insulation 300 mm reinf. conc. element floor with EPS core 12.5 mm gypsum plasterboard suspended soffit ground floor construction: 5 mm linoleum 45 mm cement-and-sand screed 50 mm screed with underfloor heating vapour barrier 700 mm reinforced concrete floor 100 mm bed of unreinforced concrete 300 mm bed of hardcore root-resistant bituminous layer

4

5

For some time now, C+S Architects have addressed the question of making schools in Venetia focal points of social life. In Chiarano, some 50 km north-east of Venice, they have now implemented their concepts. Almost square on plan, the new school for 250 pupils lies on an arterial road to the west of the urban centre. The south-west front, with extensive areas of glazing in iroko frames, is shaded by a broad roof projection. The other three faces, consisting of vertically cored brickwork with a composite system of thermal insulation and coloured rendering, are punctuated by rectangular window openings. The north-east street facade has an anthracite-grey coloration, whereas the rendering to the east and west faces is largely painted red. This choice of colours recalls the “barchesse” – the agricultural buildings on historical estates in Venetia, which are often finished with brick-red rendering or facing bricks. Rectangular areas in grey, white, orange and dark red intensify the irregular pattern of the facades. Although largely two storeys high, the building increases in height towards the north. This helps improve the daylighting of the classrooms on both sides – via openings in the north facade and via roof lights to the south. For the same reason, the partitions between classrooms and the circulation zones are glazed above a height of 1.20 m. The rooms are laid out around an atrium, in the middle of which and enclosed within glazed facades is a raised concrete platform bearing the school garden. The plants here are set in large containers surrounded by gravel beds. Timber trusses across the atrium span a distance of well over 20 m between the classroom tracts without intermediate columns. The trusses are clad on the underside with plasterboard. The timber structure is visible solely in an upperfloor bridge suspended from separate roof trusses and linking the rooms on both sides. Housed on the ground floor in a more intimate sunken area beneath the concrete platform is the school library, which also serves as a municipal library for children and young people when school is over. Then, too, the gymnasium, the areas for art and music and the multipurpose refectory are open for public use.


Technik technology


1180

2016 ¥ 12 ∂

Anwendung von Farbsystemen in der Architektur 1

The Use of Colour Systems in Architecture

2 3

Axel Buether

1 2 3

1

Vom Phänomen zur systemischen Ordnung Farbe als Naturphänomen, erschaffen von den Brechungen, Reflexionen und Absorptionen des Lichts, ist eine genetische Einflussgröße bei der Entstehung und Diversifizierung des Lebens auf der Erde. Die gesamte Umwelt ist ein Farbsystem, das unzähligen Spezies ihr Überleben sichert. Die Produktion von Farbstoffen in der Pflanzenwelt dient nicht nur der Photosynthese und damit dem Wachstum von Organismen, sondern schafft auch Orientierung für Insekten, Vögel, Säugetiere, Reptilien und Amphibien. Unser Empfinden für die Schönheit der Naturfarbigkeit folgt daher der intuitiven Einsicht in ein Symbolsystem, über dessen Farbcodes mehr als 20 Millionen Arten kommunizieren (Abb. 1). Der Mensch transformiert und erweitert diese natürliche Ordnung der Farben beständig durch die Farbgestaltung seines Kulturraums, welche die gesellschaftlichen Anforderungen nach Orientierung, Abschreckung, Anlockung, Tarnung, Identität, Verhaltenskontrolle sowie soziokultureller Kommunikation widerspiegelt. Die prämoderne Ordnung der Farben unserer Dörfer und Städte, der Gebäude, Infrastrukturen, Parks, Felder und Nutzwälder erzeugt eine intuitive Form der Orientierung, da sie Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten eindeutig abgrenzt und allgemein verständlich bezeichnet. Die Farbgestaltung des Kulturraums erfolgte bis zum Zeitalter der Globalisierung auf der Grundlage natürlicher Ressourcen an Materialien und Farbstoffen, wodurch sich regional diversifizierte Farbkulturen herausgebildet haben. Für besonders wichtige Gebäude wurden oftmals kostbare Bau- und Farbstoffe importiert, weshalb diese häufig als Landmarken aus dem Kanon regionaler Architekturfarbigkeit herausstechen. Derselben Systematik folgte zumeist auch die deutliche Unterscheidung der Farbigkeit von öffentlichen und privaten Räumen. Wichtige Orte und Gebäude sind auch für Fremde sofort an prägnanten Farben und Formen erkennbar. Wir orientieren uns dabei vorwiegend an der Farbigkeit von Fassadenoberflächen, die uns als räumliche Komposition von Körpern vor ihrem Hinter-

grund erscheinen. Die gesellschaftliche Ordnung prämoderner Gesellschaften spiegelt sich daher nicht nur im Formenrepertoire und der Materialität des öffentlichen Raums, sondern gleichermaßen auch in der Architekturfarbigkeit. Farbe ermöglicht Differenzierung, Kategorisierung und Identifizierung. Die Ästhetik historischer Architekturfarbigkeit folgt dieser Funktion. Aufgrund dieser herausragenden Bedeutung für die Lesbarkeit historischer Stadtbilder steht die Farbigkeit als authentischer Bestandteil unseres baukulturellen Erbes unter Denkmalschutz und wird, wo möglich, sorgfältig rekonstruiert. Die Praxis systematischer Beschreibungen von Farbtönen anhand standardisierter Farbmuster und Normvereinbarungen entwickelte sich erst mit der Industrialisierung moderner Gesellschaften. Die Entdeckung synthetischer Farbstoffe forcierte die Entstehung der chemischen Industrie, die heute jährlich mehr als neun Millionen Tonnen Farbmittel produziert. Global tätige Chemiekonzerne wie Bayer, Merck, Hoechst und BASF begannen ihre Entwicklung mit Patenten auf synthetisch hergestellte Farbstoffe, die das Erscheinungsbild unserer Siedlungsräume und Gebrauchsgüter weltweit revolutionierten. Die Qualität der neuen Farbstoffe musste internationalen Industriestandards genügen, was die Erarbeitung wissenschaftlich fundierter Farbsysteme erforderte. Im Auftrag des Deutschen Werkbundes forschte der Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald bereits 1914 an einem Farbsystem für die praktische Anwendung in Architektur, Handwerk und Industrie. Der nach ihm benannte »Ostwaldsche Doppelkegel« liegt noch heute vielen Farbsystemen zugrunde (Abb. 2). Farbregister und Farbsammlungen Die Industrialisierung aller Bereiche unseres Lebens verlangt nach weltweit verbindlichen Farbstandards zur Gewährleistung konstanter Oberflächenqualitäten für Planung und Produktion von Architektur und Gebrauchsgegenständen. Aus diesem Grund begann Anfang des 20. Jahrhunderts die Entwicklung normierter Farbsammlungen, wie der

Farben sind das größte Kommunikationssystem der Erde. Farbordnung im Ostwaldschen Doppelkegel Bemusterung von Farbtönen im Maßstab 1:1 für das Marrahaus Heilbronn, 2015, zur Kontrolle der Kontrast-, Licht- und Schattenwirkungen sowie Blickperspektiven Architekt: Alexander Schleifenheimer, Coburg Fassade: Antonio Marra Colours are the greatest communication system on earth. Colour system: the Ostwald double cone Colour sampling for the Marrahaus, Heilbronn, 2015 (scale 1:1) as a means of testing the effects of contrast, light and shade as well as visual perspectives architect: Alexander Schleifenheimer, Coburg facade: Antonio Marra

1927 vom Reichsausschuss für Lieferbedingungen (RAL) geschaffene RAL-Farbkatalog. In der heutigen Praxis ermöglichen frei erhältliche oder gegen eine Schutzgebühr käufliche Farbregister und Farbsammlungen die Kommunikation zwischen Hersteller und Kunden. Sie bestehen aus genormten Referenzfarbmustern, die Rechtsverbindlichkeit zwischen Kunden und Hersteller ermöglichen. Der Hersteller kann die Muster in Form von Materialproben produzieren, was dem Kunden einen realistischen Eindruck der Farbwirkung vermittelt, da Einflussgrößen wie Oberflächenstruktur, Farbtiefe oder Glanzgrad in die Bewertung eingehen können. Andere Hersteller stellen Farbregister oder Farbsammlungen aus bedruckten oder bestrichenen Papieren zur Verfügung, deren Farbtöne nach einem Industriestandard bezeichnet sind. Die wichtigste Farbsammlung für den Bereich der Architektur ist noch immer die bereits 1927 eingeführte »RAL Classic«, die heute 213 genormte Farbtöne enthält, die in weiten Teilen der Industrie reproduziert werden können. Bei der Auswahl neuer Farbtöne wird auf Zeitlosigkeit Wert gelegt, weshalb sich aktuelle Farbtöne wie Trendfarben besser im Farbkatalog »RAL Effect« finden lassen, der 490 Uni- und 70 Metallic-Farbtöne enthält. Wer nach Kunststoffmustern sucht, wird bei RAL Plastics fündig, eine Farbsammlung der 100 am häufigsten nachgefragten Farbtöne. Darüber hinaus bietet die RAL-Akademie in Kooperation mit dem Deutschen Farbenzentrum und dem Haus der Farbe Zürich seit 2015 regelmäßig Fortbildungen für die Farbgestaltung in Architektur und Handwerk an. Die weltweit wichtigste Farbsammlung für den Printbereich ist das Pantone Color Matching System, dessen 1755 Sonderfarben den CMYK-Druckfarbraum erheblich erweitern. Aufgrund steigender Nachfrage von Architekten, Handwerkern und Privatkunden hält der Farbenfachhandel heute zunehmend auch Mischeinheiten vor, mit denen sich Pantone-Farbtöne nach Kundenwunsch herstellen lassen. Die wichtigsten PantoneFarbsammlungen gehören zum Standard al-


∂ 2016 ¥ 12

Technik

1181

Axel Buether ist Vorstandsvorsitzender des Deutschen Farbenzentrums e.V. und Universitätsprofessor für Didaktik der visuellen Kommunikation an der Bergischen Universität Wuppertal. Er ist Autor zahlreicher Fernsehbeiträge, Artikel und Bücher zum Thema Farbe, u.a. des Fachbuchs DETAIL Praxis Farbe. Axel Buether is CEO of the Deutsches Farbenzentrum e.V. (German colour centre) and professor for the didactics of visual communication at the University of Wuppertal. He is the author of numerous TV features, articles and books on the subject of colour, including the textbook “DETAIL Practice: Colour”.

2

ler Adobe-Programme, Druckereien können weltweit auf originale Pantone-Druckfarben zugreifen. Das sorgt für Sicherheit und Vielfalt bei der Auswahl und Realisierung von Printprodukten. Pantone-Farbsammlungen können in Form von Farbfächern, Büchern oder Ringbuchseiten erworben werden und richten sich heute nicht mehr nur an Grafikdesigner, sondern zunehmend auch an Produktdesigner sowie mit Einschränkungen auch an Innenarchitekten. Der Einsatz von Pantone-Farbsammlungen für Baumwolle, Nylon und Kunststoffe hilft bei der Auswahl textiler Farben für das Interior design. Zur Bestimmung von Wand- und Produktfarben sind die Produkte hingegen nur bedingt geeignet, da die Farbcodes zumeist in gebräuchlichere Standards wie RAL oder NCS (Natural Colour System) umgerechnet werden müssen. Alternativ bieten sich die in Europa weit verbreiteten, von einem Warenzeichenverband mehrerer Hersteller herausgegebenen HKS-Farbfächer und Farbbücher an, die gleich den Pantone-Farbsammlungen zum Standard aller AdobeProgramme gehören, jedoch verhältnismäßig preisgünstig zu erwerben sind.

3

Zur Aktualität von Le Corbusiers »Polychromie Architecturale« Le Corbusier hat die Wirkmächtigkeit von Farbe für die Architektur der Moderne erkannt, wenn er feststellt: »Die Farbe in der Architektur ist ein ebenso kräftiges Mittel wie der Grundriss und der Schnitt. Oder besser: Die Polychromie, ein Bestandteil des Grundrisses und des Schnittes selbst.« In der von Arthur Rüegg neu zusammengestellten und mit großem Erfolg publizierten »Polychromie Architecturale« ist nicht nur eine eindrucksvolle Farbsammlung der Le Corbusier-Farben dokumentiert, sondern auch die Theorie und das System für ihre Anwendung in der Architektur. Der Ansatz Le Corbusiers gründet sich auf die von ihm selbst praktizierte Form der abstrakten Malerei, in der er Farben nicht naturalistisch, sondern als Experimentierfeld menschlicher Wahrnehmung einsetzt. Ihm war klar, dass Farbe selbst eine Botschaft zum Ausdruck bringt, die wahrgenommen wird und Reaktionen bewirkt, wie das puristisch revolutionäre Kalkweiß inmitten bürgerlicher Quartiere oder die Modernisierung tradierter Innenraumkonzepte durch freie Kompositionen von

Farbfeldern. Farben sind für ihn ein Werkzeug zur tektonischen Formung von Raum, der hierdurch für den wahrnehmenden Betrachter nach harmonischen Prinzipien gegliedert wird. In seiner Farbsammlung stellt Le Corbusier ein Repertoire an Weißtönen, farbigen Grautönen, sandigen und ockerfarbigen Naturtönen sowie kräftige Buntfarben zusammen. Die von ihm als harmonische Farbklaviaturen bezeichneten Farbsammlungen sind jeweils einem Thema wie Raum, Himmel, Samt, Mauer, Sand, Landschaft oder Buntscheckig zugeordnet. Jede Farbklaviatur setzt sich aus drei großen Farbfeldern zusammen, die den Hintergrund oder das Umfeld für zwei melodische Obertonreihen aus jeweils 14 kleinteiligen Farbfeldern bilden. Anwender können aus dem Repertoire an Grund- und Obertönen eigene Farbkompositionen entwickeln, ohne Missklänge zu erzeugen. Wichtig war Le Corbusier, dass die Gesamtkomposition, die mithilfe von Schablonen oder frei gewählt werden kann, in jeder Zusammenstellung harmonisch und thematisch eindeutig bleibt (Abb. 4, 5). Die Anwendung seines Systems hat er beispielhaft in der Villa La Roche realisiert (Abb. 7). Das systemisch anwendbare Werkzeug wurde von ihm für die Praxis des Architekten konzeptioniert, der in der Regel keine malerische Grundbildung besitzt und sich aufgrund der Komplexität des Berufs meist nur unzureichend mit den ästhetischen, tektonischen und semantischen Wirkungen von Farben im Raum auseinandersetzt. Die Farbtöne der Klaviaturen von Le Corbusier werden heute von der Firma Keim hergestellt und vertrieben, eine Auswahl der von Le Corbusier eingesetzten Farbtöne auch von der in Uster (CH) ansässigen Farbmanufaktur kt.Color. Die wichtigsten Farbsysteme der Architektur Die systematische Ordnung der Farben erfolgt nach den drei für die Farbwahrnehmung grundlegenden Eigenschaften Buntton, Helligkeit und Farbsättigung. Alle Farbsysteme sind in Form dreidimensionaler Koordinatensysteme aufgebaut, deren Achsen nach dem Polaritäts- oder Gegensatzprinzip


1188

Anwendung von Farbsystemen in der Architektur

2016 ¥ 12 ∂

9, 10 RAL-Design-Farbsystem 11 CIE-Farbraum 12 Lage der wichtigsten Farbräume im CIE-Farbraum 13 Farbtemperaturspektrum

9

10

9, 10 RAL design colour system 11 CIE colour space 12 Location of most important colour spaces in CIE colour space 13 Colour temperature spectrum

Colour is a natural phenomenon, the product of the refraction, reflection and absorption of light. As such, it is a genetic factor in the origin and diversification of life on earth. The entire environment is a colour system that guarantees the survival of innumerable species. The creation of pigments in the plant world serves not only the process of photosynthesis and thus the growth of organisms; it is also a means of orientation for innumerable forms of life. Our sense of the beauty of natural colours is thus based on an intuitive understanding of a system of symbols that provide a means of communication for more than 20 million species; and man is constantly transforming and extending this natural order through the colour design of his cultural realm. This, in turn, reflects social needs for orientation, repulsion, attraction, disguise, identity, behavioural control and socio-cultural communication. Down to the age of globalization, colour design relied on natural material resources and pigments. For buildings of special importance valuable substances were often imported, a fact that manifests itself in the different coloration of public and private realms. We orient ourselves almost entirely according to facade coloration. The social order of premodern societies, therefore, is reflected not just in the formal stock of materials and their use in the public domain, but also in the coloration of architecture. Colour facilitates differentiation, categorization and identification. A systematic specification of colour tones, however, emerged only with industrialization. The discovery of synthetic pigments played a major role in the birth of the chemical industry, which today produces more than nine million tonnes of colorants. The development of global chemical concerns began with patents for synthetic substances, which revolutionized the appearance of our living environment and of consumer goods worldwide. As early as 1914, the German Nobel laureate Wilhelm Ostwald was researching a colour system that could be applied in architeture and industry. The “double cone” named after him is still the basis of many colour systems today (ill. 2). The industrialization of all realms of life calls for internationally recognized colour standards, the

development of which began at the beginning of the 20th century. The most important colour collection for architecture is still the RAL Classic, which was introduced in 1927 and today contains 213 standardized colour tones. The leading international colour collection in the field of printing is the Pantone Colour Matching System, the 1,755 special shades of which considerably extend the CMYK model. Pantone colour collections are available in the form of fans, books and loose-leaf ring files. Today, they are increasingly aimed not just at graphic artists but at product designers and even interior designers. Alternatively, in Europe, HKS colour fans and books are widely used. Le Corbusier recognized the effectiveness of colour in Modern Movement architecture when he stated that it is as powerful an element as a layout plan or section. Polychromy, he went on to say, is in fact a component of the layout plan and section. His ”Polychromie Architecturale”, newly compiled by Arthur Rüegg, contains not only an impressive documentation of Le Corbusier’s colours, but also the underlying theory and system of their application. Le Corbusier’s approach was based on his own form of abstract painting, in which colours were used not naturalistically, but as a field for experimentation in human perception. He believed that they could lend expression to a concept; they were a tool for the tectonic shaping of space, articulating it for the observer according to harmonic principles. Each of the colour collections, which he describes as a keyboard of harmonious tones, is assigned a specific theme such as space, sky, velvet, wall, sand, landscape and miscellaneous. For Le Corbusier, it was important that the overall composition should remain harmonically and thematically distinct in all constellations (ills. 4, 5). He implemented his system in the Villa La Roche (ill. 7). This tool can be applied systematically and was conceived for architects who have no basic education in painting and who have not come to terms with many aesthetic, tectonic and semantic effects of colour in space. The systematization of colours is oriented to three properties: hue, brightness and saturation. All colour systems are based on three-

dimensional coordinates, the axes of which follow a principle of polarities or opposites. Depending on the purpose, spherical, cubic, conical and rhombohedral forms are used. On the brightness scale, light and dark (black and white) are opposed to each other. On the saturation scale, a grey tone is opposed to a colour tone. The colour scale is frequently depicted in the form of a circle in which the physiologically determined primary colours yellow and blue, red and green form complementary opposities. Any number of mixed tones are possible with these scales based on a principle of equal spacings. At the centre is usually a medium, uncoloured grey tone that darkens to black or lightens to white. The two most important colour systems for architecture, urban planning, design, crafts, building authorities and conservation are the RAL Design System and the Natural Colour System (NCS). The RAL Design System consists of a scale of 1,625 tones that are evenly spaced colorimetrically according to the CIELab colour space. This can be simply read by colorimeters and is today an industrial standard (ills. 8 –10). The Natural Colour System is based on the Ostwald double cone, which consists of a series of coloured triangles (ill. 6). The NCS colour space comprises 1,950 tones and is available in the form of fans, a colour chart and a colour atlas. For practical reasons, all colour systems omit various qualitative properties such as luminance, intensity, transparency, etc. This, in turn, reduces their validity in architecture. As a result, surface appearance, tokens of ageing, scale, etc. as well as physical factors such as reflection, transmission and absorption of light cannot be apprehended. In 1931, the mathematical definition and measurement of technically functional colour space by the International Commission on Illumination (CIE) led to the establishment of a CIE standard valency system, which, with certain revisions, is still valid today. Colorimetry is the discipline of measuring the perceptible colour space by generalizing perceptions of colour stimuli and defining them according to their chromaticism. Today, the measurement of colour valencies is achieved on the basis of


Produkte products


1194

2016 ¥ 12 ∂

DETAIL research ist eine Vermittlungsplattform, die Entwicklungsfragen und Szenarien zur Zukunft des Bauens betrachtet. Im Netzwerk von DETAIL research tauschen sich Architekten und Beteiligte aus Industrie, universitärer Forschung und Politik persönlich aus. Sie möchten Bestandteil dieses Netzwerks werden oder haben einen spannenden Fachbeitrag, den Sie veröffentlichen möchten? Nehmen Sie Kontakt auf unter: research@detail.de

research detail.de/research

Intelligente Farben mit Mehrwert durch Bionik logy und sorgt für einen feuchteregulativen Wetterschutz der Fassade. Das stets saubere Lotusblatt fasziniert seit jeher. Nach jedem Regen präsentieren sich die Blätter trocken und wie frisch gereinigt. Während man früher dachte, glatte Flächen wären für den Effekt verantwortlich, zeigte sich unter dem Mikroskop eine fein genoppte, fast schon raue Blattoberfläche. Dadurch haften Schmutzpartikel nur schlecht an den Spitzen der Mikrostruktur. Sie können allein durch die Eigenspannung eines Regenwassertropfens vom Untergrund abgelöst werden. Diese Fähigkeit wurde mit der LotusEffect® Technology, bestehend aus einer wasserabweisende Oberfläche sowie einer spezieller Mikrostruktur, auf moderne Fassadenbeschichtungen übertragen.

Dass Farbe schon lange nicht mehr einfach nur bunt ist, sondern in der Anwendung als Fassadenoberfläche viele weitere Funktionen übernehmen kann, beweist immer wiedie F&E-Abteilung des Unternehmens Sto. In der Produktkategorie »iQ – Intelligent Technology« werden Neuentwicklungen gebündelt, deren erweiterte Oberflächenfunktionen der Bionik entnommen wurden. StoColor Dryonic sorgt für eine schnelle Trocknung der Fassade und verhindert so eine Schädigung durch Algen und Pilze. Ein kleiner Wüstenkäfer inspirierte die Forscher zur Entwicklung der wasserabweisenden Fassadenfarbe. Die Deckflügel des Nebeltrinker-Käfers aus der Namib-Wüste sind übersäht mit unzähligen mikroskopischen Noppen. Die Oberfläche seines Rückenpanzers besitzt eine Mikrostruktur, die sowohl aus gut benetzbaren (hydrophilen) als auch Wasser abweisenden (hydrophoben) Teilen besteht: Morgentau kondensiert an den hydrophilen Punkten des Käferpanzers und läuft an den hydrophoben Anteilen der Oberfläche direkt ins Maul des Tieres. Diese leistungsstarke Drainagetechnik hat Sto in eine Fassadenfarbe übersetzt.

StoColor X-black wirkt wie ein Hitzeschild gegen solare Aufheizung, ermöglicht so geringe Hellbezugswerte und senkt die Fassadentemperatur auch bei dunklen Farben. Dunkle Oberflächen wirken bei direkter Sonneneinstrahlung wie ein Hitzemagnet, da sie das Sonnenlicht absorbieren und es in Wärme umwandeln, während helle Oberflächen den Großteil der eingestrahlten Energie reflektieren. Die matte Fassadenfarbe kann Temperaturspitzen um 15 bis 20 % senken. Große Teile der Sonnenenergie im nicht

Lotusan besitzt eine Oberfläche mit Selbstreinigungseffekt durch Lotus-Effect-Techno-

sichtbaren Nahinfrarotbereich (NIR) werden einfach reflektiert. Dafür wurden die marktüblichen Pigmente durch NIR-Schwarzpigmente ersetzt. Mit dieser speziellen Technology bleiben dunkle Oberflächen wesentlich kühler und die Fassade ist besser vor Rissbildung geschützt. StoColor Photosan ist eine aktive Fassadenfarbe, die durch Photokatalyse gefährliche Schadstoffe in der Umgebungsluft effektiv abbaut und so die Luftqualität verbessert. Besonders in Ballungsräumen ist die Luftbelastung mit Feinstaub aus Abgasen, Stickoxiden und Ozon eine der größten umweltpolitischen Herausforderungen. Die Fassadenfarbe mit patentierter Visible Light Catalyst Technology (VCL) ist eine Weiterentwicklung der im Jahr 2004 auf den Markt gebrachten photokatalytisch wirksamen Fassadenfarbe StoColor Climasan. Im Gegensatz zu Vergleichsprodukten funktioniert StoColor Photosan nicht nur bei direkter Sonneneinstrahlung, sondern auch bei diffusen Lichtverhältnissen. Selbst bei geringer Lichteinwirkung wird Sauerstoff am Photokatalysator Titandioxid aktiviert und die Stickoxide werden zu Nitrat oxidiert. Der Katalysator verbraucht sich dabei nicht. Die Stickoxide werden an der Oberfläche angelagert und durch den Regen von der Fassade abgewaschen. Aktuell hat Sto für über 160 Erfindungen das Schutzrecht angemeldet – darunter auch viele Ansätze für Farben mit Mehrwert. Bettina Sigmund Weitere Informationen finden Sie unter: www.detail.de/research www.sto.de

1

2 1

2

Der Nebeltrinker-Käfer war Vorbild für die intelligente Farbe StoColor Dryonic (Foto: Vladimir Wrangel, Sto). Eindrucksvoller Beleg: Wasser reinigt die Lotusan-Oberfläche (Bild: Sto SE & Co. KGaA).


1202

2016 ¥ 12 ∂

Beleuchtung Außenleuchten Technische Leuchten Dekorative Leuchten

Weitere Produkte zum Thema Beleuchtung unter: www.detail.de

Moderne Lichtlösung für den Petersplatz in Rom Der Petersplatz gliedert sich in einen trapezförmigen Teil und den eigentlichen elliptischen Vorplatz vor dem Petersdom mit zusammen rund 48 .000 m2 Fläche. Zu Feierlichkeiten und besonderen Anlässen, wie der Wahl eines neuen Papstes, versammeln sich bis zu 400.000 Menschen auf dem historischen Areal. Bereits 2011 begannen umfassende Renovierungsarbeiten des Petersplatzes. Anfang 2016 erarbeitete Osram gemeinsam mit der servicetechnischen Leitung des Governatorato im Vatikan das neue Lichtkonzept, das am 20. Oktober 2016 eingeweiht wurde. Moderne, energieeffiziente LED-Außenleuchten sorgen nun für ein einmaliges Lichterlebnis auf der von Gian Lorenzo Bernini zwischen 1656 und 1667 angelegten »Piazza San Pietro«. Bereits 2014 realisierte das Lichttechnologieunternehmen mit Sitz in München die neue Beleuchtung der Sixtinischen Kapelle – ein Projekt, das künstlerisch, historisch und aus konservatorischer Sicht Maßstäbe gesetzt hat. Beim Petersplatz galt es, neben einem perfekten Beleuchtungsergebnis auch visuelle Aspekte wie die dezente Integration der Leuchten in die Architektur und eine einfache und unauffällige elektrische Installation zu berücksichtigen. Zudem spielten Energieeinsparung und ökologi-

sche Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Der Vatikan forderte ein Beleuchtungsniveau von bis zu 120 Lux bei Nacht, um den Besuchern Sicherheit zu bieten und bei Veranstaltungen und Feierlichkeiten sogar das Lesen auf dem Platz zu ermöglichen. 132 LED-Fluter wurden installiert, um für ausreichend Helligkeit sowie eine homogene Ausleuchtung des Platzes zu sorgen. Das Licht unterstreicht die beeindruckende Säulenarchitektur und hebt die Farbe des Marmors hervor. Gleichzeitig lag ein Schwerpunkt auf ökologischer Nachhaltigkeit. Das Lichtkonzept beinhaltet einen deutlich reduzierten Stromverbrauch und die Vermeidung ungewollter Lichtemissionen. Durch die Kombination von LED-Technologie mit einem DALI-Lichtmanagement-System wird eine Energieeinsparung von ca. 70 % erreicht. Bei den 132 verwendeten LED-Leuchten handelt es sich um eine kundenspezifische Version des »Floodlight 20 LED« mit Durchgangsverdrahtung und speziellen Steckverbindungen für eine einfache Installation und Verkabelung der Leuchten untereinander. Die Leuchten sind mit einer »DALI Professional« Steuerung und der Lichtfarbe 4.000 K (Neutralweiß) ausgestattet. ¥ Osram Licht AG, München www.osram.com


1204

Beleuchtung

2016 ¥ 12 ∂

Geometrisches Lichtspiel

LEDs mit markantem Design

Modulares LED-System

Der hexagonale Einbaustrahler »Buzzz« verströmt sein Licht im 70°-Winkel aus abgehängten oder massiven Decken und nimmt sich selbst vollständig zurück. Das Glas liegt 5 cm überhalb der Deckenuntersicht, sodass der Strahler praktisch nicht zu sehen ist. Buzzz ist in der Version »LED COB 10W 500 mA weiß 3.000 K« oder mit zweifarbiger Quelle »QR CB 51« verfügbar und auch als dimmbare Version erhältlich.

Die Leuchtenserie »ID« von Bäro bietet LED-Strahler, Einbau- und Pendelleuchten in markantem Design für inszenierende Retail- und Ausstellungsbeleuchtung. Das System mit mehreren Leistungsstufen, Lichtverteilungen und zwölf unterschiedlichen LEDSpektren bietet für jede Anforderung eine maßgeschneiderte Beleuchtungslösung. Charakteristisch ist die Asymmetrie des Lichtkopfs und der harmonische Übergang zwischen runden und eckigen Formen.

»Più plus« von Occhio ist die erste Strahlerserie, die mit der »Volt-Technologie« auf den Markt kommt. LED und Elektronik sind dabei in einem kompakten, austauschbaren Modul vereint. Besonders profitieren davon die Aufbau- und Schienenstrahler, die nun ohne externes Vorschaltgerät einsetzbar sind. Die Leuchten und Strahler sind ohne Einschränkungen dimmbar und in der Leistung einstellbar. In Schwarz, Weiß oder Chrom jeweils matt oder glänzend erhältlich.

¥ Buzzi & Buzzi S.r.l. I-Canonica d’Adda www.buzzi-buzzi.it

¥ Bäro GmbH & Co. KG, Leichlingen www.baero.com

¥ Occhio GmbH, München www.occhio.de

Intuitive Lichtsteuerung

Effiziente LED-Leuchte

Lichteffekte im Smart Home

»Instalight Vario« ist ein Steuerungssystem für kleine bis mittelgroße Anlagen, das mit einer einfachen App intuitiv zu bedienen ist. Ohne aufwendiges Programmieren lassen sich Farbmodus, Bedienprofil und diverse statische und dynamische Lichtszenen wählen. Über die Wahl des Feldbus-Moduls lässt sich die Art der Kommunikation mit den Leuchten definieren. Zur Verfügung stehen die für LED-Applikationen wichtigsten Schnittstellen DMX und LEDTRIX.

Die wartungsarme LED-Lichtleiste »Ilia ILG« verfügt über einen homogen ausgeleuchteter Diffusor, der hohen Sehkomfort garantiert. Die einfach zu montierende Leuchte verbraucht nur etwa halb so viel Energie wie konventionelle Lichtleisten. Die LED-Module erzielen mit bis zu 107 lm/W eine solide Lichtausbeute, wahlweise in Warmweiß oder Neutralweiß. Für ihre Designqualität wurde die Leuchte beim German Design Award 2017 ausgezeichnet.

Für stimmgungsvolle Farblichteffekte an Decke, Wand oder Möbeln sorgen die Einbau-LED-Spots »RGBW« von Loxone. Die Lichtausbeute beträgt 410 lm, der Verbrauch liegt bei maximal 5,4 W. Die Spots sind dimmbar mit dem »RGBW 24V Dimmer Air« oder »DMX«. Der schwenkbaren Lichtkopf hat einen Abstrahlwinkel von 120°. Dank der Haltefedern geht die Montage einfach von der Hand.

¥ Insta Elektro GmbH, Lüdenscheid www.insta.de

¥ Regiolux GmbH, Königsberg www.regiolux.de

¥ Loxone Electronics GmbH A-Kollerschlag www.loxone.com


1214

2016 ¥ 12 ∂

BAU-Special 2017

Weitere Informationen zur BAU 2017 finden Sie unter www.detail.de/bau2017

DETAIL-Specials zur BAU

BAU 2017: Informationsplattform für Architekten

Vernetzung und Informationsaustausch sind wichtiger denn je. Als größte Messe der Baufachbranche ist die BAU die wichtigste Informationsplattform für alle am Bau Beteiligten. Aussteller und Besucher kommen ins Gespräch, sie tauschen sich über Entwicklungen und Produkte aus und diskutieren über bessere oder praktikablere Lösungen.

Was sich auf der Besucherseite schon länger abzeichnet, ist jetzt auch auf der Ausstellerseite offensichtlich: Die BAU in München wird immer internationaler. Aussteller- und Besucherzahlen aus dem Ausland steigen kontinuierlich. Und mit ihr die Zahl der Architekten, die sich auf der BAU über Neuheiten informieren. 2017 dürften es knapp 70.000 werden, die vom 16. bis 21. Januar auf das Messegelände im Münchner Osten strömen.

Als Architekturfachzeitschrift unterstützt DETAIL diesen Dialog. Im Rahmen von zwei BAU-Specials in dieser und in der nächsten Ausgabe sowie einer eigenen BAU-Mircosite auf detail.de/bau2017 stellen wir neue Produkte und Lösungen der ausstellenden Industrieunternehmen vor. Informationen zur und über die Messe ergänzen die Specials. Darüber hinaus erläutern wir das Rahmenprogramm, zu dem auch DETAIL mit »Building the Future«, der Veranstaltungsreihe von DETAIL research, einen Beitrag leistet. An allen sechs Messetagen geben namhafte Referenten einen Einblick in ihre Forschungsprojekte (siehe Seite 1218). Wie Forschung in der Praxis aussieht, das zeigt das DETAIL research LAB im Erdgeschoss des Kongresszentrums ICM. DETAIL und die BAU zeigen geladenen Gästen Prototypen, Materialproben und Mock-ups aus den Forschungsabteilungen von Hochschulen und Unternehmen.

Die 180.000 m2 Ausstellungsflächen in den 17 Hallen waren bereits im April nahezu ausgebucht. Und so musste die Messe erneut Unternehmen absagen beziehungsweise sie auf die Warteliste setzen. In zwei Jahren wird das wohl anders sein. Denn dann sind die beiden neuen Messehallen C5 und C6 fertig – und damit 20.000 m2 zusätzliche Ausstellungsfläche. Die 17 Messehallen der BAU sind nach Baustoffen, Produkten und Themen gegliedert. Darüber hinaus gibt es Leitthemen, die zu jeder BAU neu in Abstimmung mit der ausstellenden Industrie festgelegt werden. Sie finden sich in unterschiedlicher Form bei den meisten Ausstellern wieder und spiegeln sich auch in den BAU-Foren und Sonderschauen wider. Die Leitthemen der BAU 2017 sind Intelligente Fassade, Digitales Planen, Bauen und Betreiben, Vernetzte Gebäude sowie Bauen und Wohnen 2020. Die BAU ist für Fachplaner, Architekten und Bauingenieure aus der ganzen Welt die wichtigste Informations- und Kommunikationsplattform. Es gibt weltweit keine andere Veranstaltung, auf der diese Besuchergruppe so zahlreich und auch so prominent vertreten ist. Zur BAU 2015 kamen über 65.000 Architekten und Fachplaner. Mit dieser enormen Wertschätzung der Zielgruppe hat die BAU ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Auch die BAU 2017 bietet deshalb wieder zahlreiche Angebote, die sich explizit an Architekten richten:

In den drei Foren in den Hallen C2, A4 und B0 gibt es täglich wechselnde Themen, die sich an den Leitthemen orientieren. Auch die Sonderschauen der BAU wenden sich an Planer und Ingenieure. Die BAU arbeitet dabei mit Partnern aus Forschung und Wissenschaft zusammen, dazu gehören die Fraunhofer-Allianz Bau, deren 14 Institute aktuelle Entwicklungen rund um die Gebäudehülle sowie Produkt- und Systemlösungen für die Stadt der Zukunft zeigen. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen fokussiert auf ganzheitliches und produkteffektives Bauen. Die Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik stellt wieder eine Musterimmobilie zum Thema »Generationengerecht Bauen« aus. Die Sonderschau »Wohnungswirtschaft im Wandel« richtet sich vor allem an die Immobilienwirtschaft. Das ift Rosenheim gibt Empfehlungen für den Einsatz von Bauteilen in Abhängigkeit vom Einsatzzweck und von den Bedürfnissen der Nutzer. Im Mittelpunkt steht die »anwendungsorientierte Bauqualität« und deren Auswirkungen auf Sicherheit und Kosten. Gebäude, die auf ihre Nutzer eingehen und gleichzeitig energieeffizient denken. Intelligente Fassaden, deren Eigenschaften das Raumklima positiv beeinflussen und die zugleich Energie liefern. Städte, die dank cleverer Recycling- und Aufbereitungsmethoden keinen Müll und kein Abwasser mehr produzieren: Mit diesen Themen befassen sich die 14 Fraunhofer-Institute der Fraunhofer-Allianz Bau Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Der aktuelle Stand ist auf der Sonderschau »StadtLabor« zu sehen. Ein weiteres Highlight ist die »Archi-World Academy«, ein Wettbewerb für junge Architekten und Architekturstudenten aus aller Welt. Die dritte Auflage des Wettbewerbs stand unter dem Motto »Responsible Future Architecture«. Die Preisverleihung ist am 18. Januar. TJ ¥ www.bau-muenchen.com


1220

BAU-Special 2017

2016 ¥ 12 ∂

Anreise, Apps und Social Media – alles Wissenswerte für den Messebesuch Um die Anreise und den Besuch der Messe so angenehm und einfach wie möglich zu machen, stellt die Messe München GmbH zahlreiche Angebote zur Verfügung – von günstigen Anreisepackages über eine App bis hin zum Social-Media-Blog. Hier die wichtigsten Informationen. Termin 16. – 21. Januar 2017 Öffnungszeiten Mo – Fr 9:30 – 18:00 Uhr Sa 9:30 – 17:00 Uhr Print@home Ticket Wer Zeit und Geld sparen will, der kann seine Eintrittskarte online unter www.bau-muenchen.com/tickets kaufen. Das Tagesticket kostet 24,50 Euro statt 45,50, das Ticket für zwei Tage 36 Euro statt 75 Euro. Anreise Unter der Rubrik »Anreise« auf der offiziellen Website www.bau-muenchen.de finden BAU-Besucher detaillierte Informationen zur Anreise mit Auto, Bahn, U-Bahn und Flug-

zeug. Außerdem gibt es spezielle Angebote der Deutschen Lufthansa sowie der Deutschen Bahn. Unterkunft Auf der BAU-Website sind mehrere Partner aufgeführt, die Unterkünfte aller Art vermitteln – von der Privatunterkunft bis zum Luxushotel. Auch die Online-Buchung ist möglich. Visa Für Besucher aus visapflichtigen Ländern bietet die BAU einen Visa-Service mit Informationen zu den benötigten Unterlagen an. Unter www.bau-muenchen.com kann man sich für ein Visa-Einladungsschreiben registrieren. Die Online-Registrierungen werden zur Bearbeitung an die entsprechenden Auslandsvertretungen der Messe München weitergeleitet. Digitale Services Auch zur BAU 2017 gibt es wieder eine App. Wer Informationen zu den Ausstellern der BAU und zu Foren, Sonderschauen, Workshops, Kongressen und Preisverleihungen immer und überall abrufbar haben will,

sollte sich die App im App-Store herunterladen. Die App funktioniert nicht nur auf iPhones, iPads oder iPod-touch-Geräten, sondern auch auf Smartphones mit AndroidTechnologie. Scan2Lead fördert das Networking zwischen Ausstellern und Besuchern. Besucher können den Barcode, der auf ihrer Eintrittskarte aufgedruckt ist, von einem Aussteller scannen lassen. Dieser erhält so die Kontaktdaten aus der Besucherregistrierung und kann Informationen über ein bestimmtes Produkt umgehend an den interessierten Besucher übermitteln. BAU-Blog Mit einer groß angelegten Social-MediaKampagne startet die BAU in den Neuen Medien. Zentraler Bestandteil der Kampagne ist der BAU Blog (www.blog.bau-muenchen.de). Dort laufen alle relevanten Informationen zusammen. Berichtet wird nicht nur über die BAU, sondern auch über Fachthemen aus den einzelnen Branchen. Auch Bewegtbildinformationen sind dort zu erhalten. Darüber hinaus ist die BAU auf Facebook und Twitter aktiv.


1250

2016 ¥ 12 ∂

Inhaltsübersicht Produktinformationen

DETAIL research Intelligente Farben mit Mehrwert durch Bionik Oberflächen selbst definieren – Farbe, Optik und Haptik festlegen Modulare Bauformen – Trends oder Zukunftsmodell?

1194 1195 1196

Smart Building KNX-System im Museum für asiatische Kunst (Gira Giersiepen) Wie von alleine (Hörmann) Automatisches Gehör (Rademacher) Tageslicht per Knopfdruck (Jet Tageslicht) Effizient heizen (Danfoss) Per Funk und modular (Elsner Elektronik) Intuitiv und intelligent (Neusta next) Smarter Einstieg (Somfy) Vernetzter Sonnenschutz (Warema) Raumklimaregelung (Geze) Steuerung auf ein Bedienpanel reduziert (Albrecht Jung)

1198 1199 1199 1199 1199 1200 1200 1200 1201 1201 1201

Beleuchtung (Außenleuchten, technische Leuchten, dekorative Leuchten) Moderne Lichtlösung für den Petersplatz in Rom (Osram) Architektur und Licht (B Light) Geometrisches Lichtspiel (Buzzi & Buzzi) LEDs mit markantem Design (Bäro) Modulares LED-System (Occhio) Intuitive Lichtsteuerung (Insta Elektro) Effiziente LED-Leuchte (Regiolux) Lichteffekte im Smart Home (Loxone Electronics) Puristische LED-Leuchte (Regent Licht) Vernetzte Beleuchtung (Modular Lighting Instruments) Endlose Umlaufbahn (Nemo) Schwebender Beton (Lucifero’s) Modulares Lichtsystem (Sattler) Dekorative Dekonstruktion (B.lux) Böhmisches Glashandwerk (Brokis) Tradition trifft Moderne (Dreizehngrad) Außenanlagen (Stadtmobiliar, Pflaster und Platten, Sichtschutz) Bunte Mischung für den Main (Besco) Plätze als Brückenauftakt (Hagemeister) Amerikanisch lernen (Kronimus) Lichtbeton als Sichtschutzwand für den privaten und öffentlichen Bereich (Lucem) Preußenschloss im Wandel (Wienerberger)

Anzeigenübersicht

1202 1203 1204 1204 1204 1204 1204 1204 1205 1205 1206 1206 1206 1206 1206 1206

1208 1208 1208 1209 1210

Weich und bunt (Polytan) Systemergänzung (Kann) Wellen für Noordwijk (Grijsen) So groß, so rund (Burri) Die besondere Wand (Godelmann) Schön versteckt (Gerhardt Braun) Leuchten für die Glitzerwelt (Hess) Beton umarmt Holz (Nusser) Modulare Bank (Euroform) Sitzoase (Runge) Mach mal Pause (Benkert)

1210 1210 1211 1211 1211 1211 1212 1212 1212 1212 1212

BAU-Special 2017 DETAIL-Specials zur BAU BAU 2017: Informationsplattform für Architekten Die Lange Nacht der Architektur Zwischen Praxis und Zukunft – die Foren auf der BAU 2017 Building the Future – die Veranstaltungsreihe von DETAIL research auf der BAU 2017 Anreise, Apps und Social Media – alles Wissenswerte für den Messebesuch Hallen und Themen Unternehmen und Produkte auf der BAU 2017 (Agrob Buchtal, Austrotherm, Baumit, Bechmann, Becker, Birco, Bod’or, Conluto, Cosentino, D+H Mechatronic, Deutsche Foamglas, DLW Flooring, Domico, Dyckerhoff, Egger, Erlus, Eternit, Evonik Industries, FVHF, Feco, Fermacell, Franke Aquarotter, Fundermax, Geze, Gira, Glöckel Natursteinwerk, G&W Software, Halfen, Haver & Boecker, Häfele, HD Wahl, Hermann Otto, Hero-Fire, Hewi, Holzbau Schmid, Hueck, Iconic Skin, Informationszentrum Beton, Inoutic/Deceunbrinck, Interpane, Jakob, Käuferle, Keramag, Maxit, Merck, MetallArt, Migua, Multifilm, Nelskamp, Nevaris, Nora Systems, Okalux, Pohl, Projekt Pro, Puren, Quick-Mix, Rathscheck, Remmers, Renson, Rieder, Riedl Aufzugbau, Roto Frank, Saint Gobain Building Glass, Schlüter-Systems, Schöck, Schörghuber, Schüco, Sedak, Siegenia, Simonswerk, Solidian, Sto, Unipor, Velux, VM Zinc, Westag & Getalit, Wicona, Wienerberger, Windmöller Flooring Products, Wisniowski, Wöhr) AID – Architektur im Dialog Workshop bei Saint-Gobain Glass: Neues Designglas bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten Design sinnlich und spielerisch erfahren – Designers’ Saturday in Langenthal

1214 1214 1215 1216 1218 1220 1221 1222

1242 1242

(US = Umschlagseite)

Bega Gantenbrink Leuchten KG, Menden BMW Group, München Braun-Steine GmbH, Amstetten Brillux GmbH & Co. KG, Münster Busch-Jäger Elektro GmbH, Lüdenscheid ComputerWorks GmbH, Lörrach Duravit AG, Hornberg Forster Profilsysteme AG, CH-Arbon FunderMax GmbH, A-St. Veit Graphisoft Deutschland GmbH, München Gütegemeinschaft Lochbleche e.V., Siegen Hagemeister GmbH & Co. KG, Nottuln Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG, Blieskastel Heinrich Lamparter Stahlbau GmbH & Co. KG, Kaufungen Holzbau Becker & Sohn GmbH, Medebach Kann GmbH Baustoffwerke, Bendorf Kleusberg GmbH & Co. KG, Wissen/Sieg Nevaris Bausoftware GmbH, A-Wals-Siezenheim Nurus, TR-Levent/Istanbul Objectflor Art und Design Belags GmbH, Köln Optigrün international AG, Krauchenwies

1129 1192 1212 1135 1177 1239 1201 1225 II. US 1185 1198/1200 1215 1183 1230 1233 1211 1231 1227 1187 1223 1234

Orca Software GmbH, Neubeuern Polytan GmbH, Burgheim Regent Beleuchtungskörper AG, CH-Basel Richard Brink GmbH & Co. KG, Schloß Holte-Stukenbrock S. Siedle & Söhne – Telefon- und Telegrafenwerke OHG, Furtwangen Saint-Gobain Glass Deutschland, Stolberg Saint-Gobain Rigips GmbH, Düsseldorf Sapa Building Systems GmbH, Ulm Schöck Bauteile GmbH, Baden-Baden Schüco International KG, Bielefeld Sidoun International GmbH, Freiburg Somfy GmbH, Rottenburg a. Neckar Unterm Strich Software GmbH, A-Bruck Warema Renkhoff SE, Marktheidenfeld, A-Dornbirn

1228 1209 1203 1237 1205 1230 1217/1219 1235 1189 IV. US 1241 1199 1221 1229

Teilen unserer Ausgabe liegen Beilagen nachstehender Firmen bei: ARGE e.V., Kiel Designfunktion, München Heroal – Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG, Verl


∂ 2016 ¥ 12

1251

Cover 12_2016: Bürogebäude in London Architekten: Sauerbruch Hutton, D–Berlin

Seite 1147, 1149: Burkhard Franke, D–München

Rubrikeinführende S/W-Aufnahmen

Seite 1156–1160: Alessandra Bello, I–Venedig

Seite 1121: Serpentine-Pavillon 2015 in London Architekten: Selgas Cano, E–Madrid Seite 1131: Museu de Arte, Arquitetura e Tecnologia in Lissabon Architekten: Amanda Levete, GB–London Seite 1137: Löwenbräu-Areal in Zürich Architekten: Annette Gigon/ Mike Guyer Architekten, CH–Zürich Seite 1179: Grundschule in Chiarano Architekten: C+S, I–Treviso Seite 1191: Wohnhaus in Cilleros Architekten: Arquitectura-G, E–Barcelona Seite 1213: Messepräsentation innovativer Isoliergläser. Kurator: Institut für Baukonstruktion, Lehrstuhl 2, Universität Stuttgart Abbildungsnachweis

Seite 1152–1155: Stefan Müller, D–Berlin

Seite 1161–1165: Jesús Granada, E–Baeza Seite 1166–1170: Fotodesign Bettina Theisinger, D–München Seite 1171: Shinkenchiku-sha, J–Tokio Seite 1174: René Dürr, CH–Zürich Seite 1179: Pietro Savorelli, I–Bagno a Ripoli Seite 1180: Primate Visions, Felix Remter Seite 1184 oben: NCS INFO, CC BY–SA 4.0 Seite 1184 unten: Olivier Martin Gambier/ARTEDIA/ARTUR IMAGES FLC/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016 Seite 1190 links: Torge Anders, CC BY–SA 3.0 Seiten 1192–1193: MINI

Fotos, zu denen kein Fotograf genannt ist, sind Architektenaufnahmen, Werkfotos oder stammen aus dem Archiv DETAIL.

Seite 1196: Kampa GmbH, D–Steinheim am Albuch

Seite 1119: Ossip van Duivenbode/ZUS

Seite 1202: Governatorato S.C.V. – Direzione dei Musei

Seite 1121, 1122 unten, 1123, 1127: Christian Schittich, D–München

Seite 1198 rechts: Ulrich Beuttenmüller, D–Kirchheim/Jesingen

∂ Zeitschrift für Architektur + Baudetail Verlag: Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG, Hackerbrücke 6, 80335 München, Tel. (089) 38 16 20-0 Internet: www.detail.de Postanschrift: Postfach 20 10 54, 80010 München Persönlich haftende Gesellschafterin: Institut für internationale ArchitekturDokumentation Verwaltungs-GmbH, München, eine 100 %-ige Tochter der ATEC Business Information GmbH. Kommanditistin (100 %): ATEC Business Information GmbH, München. Geschäftsführung: Karin Lang Redaktion DETAIL: (Anschrift wie Verlag, Telefon Durchwahl -84 redaktion@detail.de): Dr. Sandra Hofmeister (Chefredakteurin, V. i. S. d. P.), Sabine Drey, Andreas Gabriel, Frank Kaltenbach, Julia Liese, Peter Popp, Jakob Schoof, Edith Walter, Heide Wessely. Burkhard Franke (Heftkoordination), Andreas Ordon (freie Mitarbeit) Michaela Linder, Maria Remter (Assistenz) Herstellung / CAD: Peter Gensmantel (Leitung), Michael Georgi, Cornelia Kohn, Andrea Linke, Roswitha Siegler, Simone Soesters Dejanira Ornelas Bitterer, Marion Griese, Emese M. Köszegi, Simon Kramer (Zeichnungen) Ralph Donhauser, Martin Hämmel (freie Mitarbeit)

Seite 1122 oben links: Dennis Gilbert/view

Seite 1208 oben rechts, 1208 unten rechts, 1231 unten links: Conné van d'Grachten, D–Ulm

Übersetzung engl.: Peter Green

Seite 1122 unten: FLC/VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Seite 1209 oben links: Rainer Böing/Lichtkreativ

Seite 1122 oben rechts: Ulrike Morlock-Fien, D–Karlsruhe

Seite 1210 links: Jens Krüger/Wienerberger

Seite 1124 oben, 1126 unten, 1175, 1213: Frank Kaltenbach, D–München

Seite 1210 oben Mitte: Claudia Dreyße/Polytan

Redaktion Produktinformation: Claudia Langert (V. i. S. d. P.) Dorothea Gehringer, Thomas Jakob, Katja Reich Brigitte Bernhardt, Katja Pfeiffer, Melanie Seifert, Sabina Strambu (freie Mitarbeit) produkte@detail.de

Seite 1124 unten: Christian Richters, D–Berlin Seite 1125, 1142–1145: Jan Bitter, D–Berlin Seite 1126 oben links: Duccio Malagamba, E–Barcelona Seite 1126 oben rechts: Luis Asin, E–Madrid Seite 1128 oben links: Chen Su/standardarchitecture Seite 1128, 1148, 1150, 1151: Hubert Klotzeck, D–Eichstätt Seite 1128 unten: Eugeni Pons, E–Lloret de Mar Seite 1131, 1132 unten, 1133, 1134 oben: Iñigo Bujedo-Aguirre, E–Barcelona

Seite 1211 unten links: Inès Antich Seite 1214–1215: Messe München GmbH, D–München Seite 1223 links: Hanspeter Schiess, CH–Trogen Seite 1224 oben rechts: Stefan Müller-Naumann, D–München Seite 1224 unten links: Klaudius Henke, TU München Seite 1238 oben links: René Müller/sedak Seite 1238 oben rechts: Eurospar Kaufpark, A–Kufstein Seite 1238 unten links: Hufton+Crow Photography/ARTUR IMAGES

Seite 1132 oben: Yves Callewaert, P–Lissabon

Seite 1239 links: Okalux GmbH/BASF New Business GmbH

Seite 1134 unten: ©Hufton+Crow/courtesy AL_A

Seite 1239 Mitte: Zeissig, D–Hannover

Seite 1136 oben: Günter Zamp Kelp/Archiv HRC

Seite 1240 oben links: Thiele Glas, Michael Moran/Otto

Seite 1136 unten links: Pez Hejduk, A–Wien

Seite 1242 oben rechts, 1242 oben links: Olaf Rohl, D–Aachen

Seite 1136 unten rechts: Valerio Olgiati, CH–Chur Seite 1137, 1172, 1173, 1176: Thies Wachter, CH–Zürich Seite 1138–1141, 1191: José Hevia, E–Barcelona

Seite 1242 unten: Tim Westphal, D–München

Verkauf und Marketing Claudia Langert (Verlagsleitung, V. i. S. d. P.) Meike Weber, Senior Vice President / Business Development Medialeistungen und Beratung: Annett Köberlein (Leitung), DW -49 Anzeigendisposition: Claudia Wach (Leitung), DW -24 Tel. (089) 38 16 20-0 Detail Transfer: Zorica Funk (Leitung Projekte), DW -72 Marion Arnemann, Tina Barankay, Heike Kappelt, Martina Zwack Eva Maria Herrmann, Uta Leconte, Bettina Sigmund, Tim Westphal (freie Mitarbeit) Vertrieb und Marketing: Kristina Weiss (Leitung) Irene Schweiger (Vertrieb), Tel. (089) 38 16 20-37 Auslieferung an den Handel: VU Verlagsunion KG Meßberg 1, 20086 Hamburg Abonnementverwaltung und Adressänderungen: Vertriebsunion Meynen, Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel. (0 61 23) 92 38-211, Fax: -212 detailabo@vertriebsunion.de

DETAIL erscheint 10≈ jährlich am 29. Dezember / 2. März / 1. April /4. Mai / 1. Juni / 15. Juli / 1. September / 1. Oktober / 2. November / 1. Dezember/ plus je 2≈ jährlich die Sonderhefte DETAIL green, DETAIL structure und DETAIL inside. Bezugspreise: Abonnement 10 Ausgaben und zusätzlich 6 Sonderhefte: Inland: € 184,–, Ausland: € 184,– / CHF 251,– / £ 125,– / US$ 239,– Für Studenten: Inland: € 97,–, Ausland: € 97,– / CHF 137,– / £ 69,– / US$ 126,– DETAIL Einzelheft: € 18,90 / CHF 28,– / £ 13,60 / US$ 24,50, DETAILgreen, DETAILstructure, DETAILinside Einzelheft: € 18,90 / CHF 28,– / £ 13,60,– / US$ 24,50 Ausland zzgl. MwSt., falls zutreffend. Alle Preise zzgl. Versandkosten. Abonnements 6 Wochen vor Ablauf kündbar. Konto für Abonnementzahlungen: Deutsche Bank München BLZ 700 700 10 · Konto 193 180 700 IBAN: DE24700700100193180700 SWIFT: DEUTDEMM Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung. Für Vollständigkeit und Richtigkeit aller Beiträge wird keine Gewähr übernommen. Repro: Martin Härtl OHG, Kistlerhofstraße 70, 81379 München Druck: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Augsburger Straße 722, 70329 Stuttgart CAD-Zeichnungen: Alle CAD-Zeichnungen, die im Dokumentationsteil der Zeitschrift veröffentlicht werden, wurden mit dem Programm erstellt. Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlages oder infolge von Störungen des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen den Verlag. Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 48 Verbreitete Auflage III. Quartal 2016: 22 955 Exemplare + 5673 Exemplare aus früheren Berichtszeiträumen

@ Dieses Heft ist auf chlorfreigebleichtem Papier gedruckt. Die Beiträge in DETAIL sind urheberrechtlich geschützt. Eine Verwertung dieser Beiträge oder von Teilen davon (z. B. Zeichnungen) sind auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts.


DETAIL 12/2016 - Farbe, Material, Oberfläche / Colour, Materials; Finishes