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‡ Dach als Form – Dach als Raum

‡ Dächer – gewölbt, gefaltet, begrünt, verglast ‡ Gläserne Segel für Louis Vuitton in Paris

Zeitschrift für Architektur + Baudetail · Review of Architecture · Revue d’Architecture Serie 2014 · 11 · Dächer · Roofs · Toitures · Coperture · Cubiertas


Diskussion • discussion 1148 Editorial 1150 Dach und Raum Christian Schittich

Berichte • reports 1162 Long Museum in Schanghai Hubertus Adam 1166 Bücher, Ausstellungen, Online

Dokumentation • documentation 1172 Pavillon am Vieux Port in Marseille Foster + Partners, London 1176 Ferienhaus auf Lagnö Tham & Videgård Arkitekter, Stockholm 1180 Schwimmbad für eine Schule in Beaconsfield Duggan Morris Architects, London 1186 Kunstmuseum Ahrenshoop Staab Architekten, Berlin 1191 Terrassenwohnhaus in Brugg Ken Architekten, Zürich 1196 Bildungszentrum in Vrchlabí Petr Hájek Architekti, Prag 1200 Forum eines Gymnasiums in Adelsheim Ecker Architekten, Heidelberg 1207 Fondation Pathé in Paris Renzo Piano Building Workshop, Paris

Technik • technology 1218 Von Glassegeln umhüllt – die Fondation Louis Vuitton in Paris Matt King, Jacques Raynaud

Produkte • products 1232 Dächer 1240 Bauphysik – Brandschutz, Schallschutz, Akustik, Feuchteschutz, Wärmeschutz 1248 Innenausbau – Innenwände, Trennwände, Decken 1262 Innenausbau – Innenputze und -farben 1272 Objekt + Produkt 1276 DETAIL research 1278 Architektur im Dialog 1281 Serviceteil 1290 Projektbeteiligte /Hersteller /Ausführende Firmen 1293 Inhalt Produktinformation /Anzeigenverzeichnis 1294 Vorschau 1295 Impressum, Fotonachweis


∂ Zeitschrift für Architektur Review of Architecture 54. Serie 2014 • 11 Dächer ISSN 0011-9571 B 2772 Redaktion: E-Mail: redaktion@detail.de Telefon (0 89) 38 16 20-84 Christian Schittich (Chefredakteur) Sabine Drey, Andreas Gabriel, Frank Kaltenbach, Julia Liese, Thomas Madlener, Emilia Margaretha, Peter Popp, Maria Remter, Edith Walter, Heide Wessely Freie Mitarbeit: Burkhard Franke (Projektleitung), Claudia Fuchs, Sophie Karst Marion Griese, Emese M. Köszegi, Simon Kramer, Dejanira Ornelas Bitterer (Zeichnungen) Redaktion Produktinformation: produkte@detail.de Tim Westphal, Katja Reich, Hildegard Wänger Übersetzungen englisch: Elise Feiersinger

Editorial

Dächer Nur bei wenigen Häusern ist das Dach wesentliches ­Element des Entwurfs und das bestimmende architektonische Thema. Die aktuelle DETAIL-Ausgabe zeigt Beispiele, deren Dach die von außen wahrnehmbare Form sowie den darunter liegenden Raum prägt: Das Holztragwerk einer Schwimmhalle in Südengland faltet sich zu einem komplexen Raum über der Wasseroberfläche, gereihte Satteldächer aus Beton bilden den spielerischen Abschluss eines Ferienhauses bei Stockholm und die goldglänzenden Walmdächer eines Museums in Ahrenshoop ­erinnern durch die Verwendung von unregelmäßig gekantetem Messingblech an die reetgedeckten Häuser ihrer Umgebung. Das polygonale, begrünte Dach eines Bildungszentrums im tschechischen Vrchlabí schließlich nimmt die Konturen der umgebenden Landschaft auf, während eine an den Hang geschmiegte Wohnanlage im schweizerischen Brugg den Typus Terrassenhaus neu interpretiert. Only seldom is the roof an essential component of a building’s design. This edition of DETAIL presents buildings in which the roof defines both the building’s overall image and the space below it. Examples include: the load-bearing wood structure covering a swimming pool in southern England, whose folds create a complex space; a series of pitched concrete roofs as playful culmination of a vacation home near Stockholm; and the shimmering-gold hip roofs that crown a museum in Ahrenshoop and make subtle reference to the region’s reed roofs. The polygonal green roof atop an education centre in Vrchlabí in the Czech Republic absorbs the contours of the surrounding landscape, while an apartment complex on a sloping site in Brugg reinterprets the terraced building typology.

Verlag und Redaktion: Institut für internationale ArchitekturDokumentation GmbH & Co. KG Hackerbrücke 6 80335 München

Anzeigen: E-Mail: anzeigen@detail.de Telefon (0 89) 38 16 20-48

Vertrieb & Abonnement: E-Mail: detailabo@vertriebsunion.de Telefon (0 61 23) 92 38-211 Vertriebsunion Meynen Große Hub 10 65344 Eltville

Übersetzungen in Französisch und Italienisch als PDF für jedes Heft zum Download: French and Italian translations are available for every issue and can be downloaded as PDF files: www.detail.de/ translation

DETAIL liegt im deutschsprachigen Raum viermal im Jahr das neue Fachmagazin für Innenarchitektur  bei: Trends und Hintergrundinformationen, Fachartikel und ­faszinierende Beispiele rund um das Thema Interior Design.

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Diskussion  discussion


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Dach und Raum Roof and Space Christian Schittich

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Als Le Corbusier 1955 seine Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut im lothringischen Ronchamp fertigstellt, irritiert er mit seinem Entwurf Fachwelt und Öffentlichkeit gleichermaßen. Der bisherige Verfechter und führende Protagonist einer streng rechtwinkligen Maschinenästhetik konzipiert nun eine eigenartige, plastisch expressive Skulptur mit einem mystisch anmutenden, introvertierten Innenraum. Entscheidend geprägt wird diese Skulptur außen wie innen von einem schweren mächtigen Dach. Ein Dach, das – wie die von Le Corbusier selbst genährte Anekdote weiß – dem zufällig am Strand gefundenen Panzer eines Krebses nachempfunden ist (Abb. 1, 2).

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Damals, zur Blütezeit der Moderne, ist die Wahl der richtigen Dachform noch ideologisch belegt: Wer sich fortschrittlich geben will, entscheidet sich üblicherweise für die horizontale Version. Ausgerechnet Le Corbusier aber, der bis Ronchamp zu den Hauptverfechtern des Flachdachs gehört, und dieses – möglichst in begehbarer Form – zum wesentlichen Bestandteil seiner »fünf Punkte zu einer neuen Architektur« macht, überrascht nun mit einem plastisch geformten Gebilde, das ausgeprägte Be­ züge zur Landschaft herstellt. Doch wenn der Meister seinen bisherigen Prinzipien nun untreu wird, so setzt er dieses Dach ­immerhin gestalterisch konsequent ein: ­Außen unterstreicht er damit maßgeblich die gewünschte skulpturale Erscheinung, im Innenraum verstärkt er mit der nach ­unten gewölbten, schwer und gedrungen wirkenden Decke entscheidend den höhlenartigen Charakter der Kapelle. Die äußere Form dieses eigenwilligen Dachs setzt sich also auch im Inneren fort. Zweifellos ist es eine besondere Qualität für die Architektur, wenn ein ausdrucksstarkes Dach auch innen erlebbar ist, wenn sich Dach und Raumform also entsprechen. Schließlich werden prägnante Dächer seit jeher auch als ein architektonisches Ausdrucksmittel eingesetzt, welches das Bild eines Hauses entscheidend prägt. Nicht immer aber ­korrespondiert der darunterliegende Raum mit diesem Dach. Heute ist der Dächerstreit der Moderne längst beigelegt, jede erdenkliche Form ist wieder möglich. Und mit Hilfe des ­Computers können noch so ausgefallene Gebilde entworfen, gerechnet und um­ gesetzt werden. Doch führen die kaum noch eingeschränkten technischen Mög­ lichkeiten tatsächlich zu einer entspre­ chenden Raumqualität? Die Beziehung ­zwischen Dachform und Raum in der Architektur soll nachfolgend näher betrachtet werden. Dach und Raum in der Geschichte In frühen Kulturen besteht das Haus fast nur aus dem Dach, eine Unterscheidung

zwischen diesem und dem Wohnraum gibt es nicht. Das zeigen traditionelle ­Behausungen in abgelegenen Regionen, wie etwa die jahrtausende alte zentral­ asiatische ­Jurte, weltweit noch heute. Doch auch ­später, als die Häuser zunehmend größer und auch unterteilt werden, bleibt der ­Dachraum zunächst meist offen. Aus der Vertrautheit des sichtbaren Dachs heraus bekommt dessen Konstruktion ­vielerorts ­eine symbolische oder gar ­mythologische Bedeutung. So wird sie im Glauben der Menschen verschiedenster Regionen zum bevorzugten Aufenthaltsort von Dämonen und Hausgeistern. In Japan etwa ist es bei den Bauernhäusern (Minka) einiger ­Gegenden üblich, in den offenen Dachstuhl wenigstens einen besonders krummen Balken zu integrieren – aus ­symbolischen Motiven heraus, aber auch aus ästhetischen (Abb. 4). Während dort vielerorts das Dach bei den Wohnhäusern noch relativ lange sichtbar bleibt, wird es in weiten Teilen ­Europas seit dem Mittel­ alter aus Gründen der Beheizung zunehmend vom Wohnraum getrennt. Seine ­Funktion reduziert sich auf den schützenden Schirm und Wärmepuffer, der Dachraum selbst wird immer mehr zum Lagerplatz und Speicher. Das ändert sich erst ab der frühen Neuzeit mit dem Aufkommen des Mansarddachs in den Städten, und dann verstärkt vor allem im 19. Jahrhundert, als der immer teurer werdende Baugrund in den rasant wachsenden Metropolen dazu führt, den bau­ physikalisch durchaus sinnvollen Klimapuffer zunehmend aufzugeben und das Dach als Wohnraum zu nutzen. Für unsere Betrachtung indes ist es durchaus ein Unterschied, ob ein Dach als Abschluss auf ein hohes Haus gesetzt wird oder ob es einen wesentlichen Teil seines Baukörpers ausmacht. Niemand erwartet bei einem krönenden Dach auf einem vier- oder fünfgeschossigen Wohnhaus ­einen erlebbaren Raum, geschweige denn, dass dieser dann auch noch mit der Außenform korrespondiert. Ganz anders aber bei einem Theater, einer Kirche oder


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Diskussion

1, 2 Notre-Dame-Du-Haut in Ronchamp, Le Corbusier, 1950 –1955 3 Wieskirche in Steingaden, Dominikus Zimmermann, 1745 –1754 4 Japanisches Haus, Nihon-minka-en, ­Kawasaki 5, 6 Himmelstempel in Peking, 1421 7 Kirche am Steinhof in Wien, Otto Wagner, 1907 8 Parlamentsgebäude in Chandigarh, Le Corbusier, 1953 – 63 9 Palazzetto dello Sport in Rom, Pier Luigi Nervi, 1960 10, 11 Philharmonie in Berlin, Hans Scharoun, 1963 12 L’Oceanogràfic in Valencia, Felix Candela, 1994 – 2002

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einem Museum und vor allem auch dann, wenn es sich um einen kleinen, eingeschossigen Baukörper handelt. Gerade in der repräsentativen Architektur finden sich, wenn auch eher vereinzelt, über die Jahrhunderte hinweg immer wieder Beispiele für bewusst offen gestaltete ­Dächer. Auch hierbei spielt die Symbolik ­eine große Rolle, daneben auch der Wunsch nach einer speziellen Ästhetik oder der, ­einen besonderen Raum zu schaffen. Dächer können einem Raum eine konzentrierende Wirkung verleihen, eine Eigenschaft, die seit jeher dazu genutzt wird, der religi­ ösen oder politischen Versammlung von Menschen einen Ort zu geben. Ein offener

Dachstuhl kann aber auch bewusster Ausdruck von Bescheidenheit oder Armut sein, wie es die großen Hallenkirchen der Franziskaner, allen voran Santa Croce in Florenz, zeigen. Der offensichtliche Gegensatz zu solch schlichten Räumen ist die theatralische Inszenierung, wie sie am eindringlichsten im Barock oder Rokoko in Erscheinung tritt. So lässt bei der berühmten Wieskirche von Dominikus Zimmermann nahe dem oberbayerischen Steingaden zwar das teilweise erhöhte Dach auf ein besonderes Gotteshaus schließen, doch ahnt der Besucher ­außen noch nichts von der überschwänglichen Pracht, die ihn im Innenraum erwartet.

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Notre-Dame-Du-Haut in Ronchamp, Le Corbusier, 1950 –1955 3 Pilgrimage Church of Wies in Steingaden, Dominikus Zimmermann, 1745 –1754 4 Japanese house in Nihon-minka-en, K ­ awasaki 5, 6 Temple of Heaven in Beijing 1421 7 Kirche am Steinhof in Vienna, Otto Wagner, 1907 8 Legislative Assembly in Chandigarh, Le Corbusier, 1953 – 63 9 Palazzetto dello Sport in Rome, Pier Luigi Nervi, 1960 10, 11 Philharmonie in Berlin, Hans Scharoun, 1963 12 L’Oceanogràfic in Valencia, 5 Felix Candela, 1994–2002

Dieser ist – mehr Kulisse als Struktur – vom schützenden Dach entkoppelt. Den oberen Raumabschluss bildet eine weitgehend ­horizontale, an den Rändern indes abge­ rundete Decke, die vom hölzernen Gebälk abgehängt ist und die mit ihrer raffinierten Bemalung die Illusion eines Himmels­ gewölbes erzeugt (Abb. 3). Doch dieses Phänomen, das im Barock besonders in ­Erscheinung tritt, zeigt sich – wenn auch ­abgeschwächt – bereits früher. Denn auch die gotischen Gewölbekirchen werden in der Regel durch ein steil geneigtes Dach mit Ziegel- oder Steindeckung bekrönt, das vor allem als Wetterschutz dient. Die ­innere Erscheinung entspricht auch hier nur in sehr groben Umrissen der äußeren. Später, im 19. Jahrhundert, sind es dann vor allem die großen Ingenieurbauten – Bahnhöfe, Fabriken, riesige Ausstellungs­ gebäude oder Gewächshäuser – bei denen vielfach Dachform und Innenraum zu vollständiger Übereinstimmung finden (Abb. Seite 1049). Manchmal ist es allein die schiere Größe, die den offenen Tragwerken ihren Ausdruck verleiht. Die Konstruktion prägt und gliedert den Raum. Verstärkt wird dieser Effekt vielerorts durch den großflächigen Einsatz von Glas, der den direkten visuellen Bezug zwischen innen und außen ermöglicht. Die zweischalige Kuppel: Autorität und ­Harmonie Nach außen hin kraftvolles Wahrzeichen, im Inneren der harmonische Raum – dieser scheinbar zwiespältige Anspruch wird an zahlreiche Kuppeln, eine Sonderform des Dachs, gestellt. Gelöst wird die Herausforderung in den unterschiedlichsten Kulturkreisen durch zweischalige Konstruktionen, oftmals mit einem gewaltigen Luftraum ­zwischen den Schichten, wie es etwa ­Mausoleen und Moscheen in Samarkand zeigen. In Europa und später Amerika ­verstärkt sich diese Tendenz im Laufe der Zeit. Denn während bei Filippo Brunelleschis berühmter Florentiner Kuppel die Form der beiden Schalen noch weitgehend übereinstimmt, divergiert sie bei späteren


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Dach und Raum

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With his design for Notre Dame du Haut in Ronchamp, completed in 1955, Le Corbusier irritated the architectural world and the wider public to an equal degree. The very man who had been the champion and leading protagonist of a rigorous, right-angled machine aesthetic had now conceived of a wilful, expressive sculpture with an interior space bordering on the mystical. Both the exterior and the interior of the sculpture are marked by the heavy, forceful roof. A roof that, as the anecdote goes, was inspired by a crab’s shell found by chance on the beach. At the time – the height of classical modernism – the choice of the proper roof form was still an ideological matter. Anyone wanting to appear progressive would typically select the horizontal version. Le Corbusier, of all people, who, prior to Ronchamp had been among the greatest champions of the flat roof – and it was one of the essential components of his five points for a new architecture – now surprised the architecture circuit with a shapely three-dimensional construct with overt references to the surrounding landscape. What were they to make of a master who had renounced his tenets? But at least he carried the design out in a thorough manner. Outside he employs it to emphasise the desired sculptural appearance; inside he uses the heavy, downward vaulting to decisively reinforce the chapel’s cave-like character. The external form of this wilful roof is continued inside the church. It is undoubtedly a special quality in a work of architecture when the form of a characteristic roof can be experienced inside the building – i.e., when the roof and the space below it correspond. Striking roofs have, of course, been employed for ages as a means of architectural expression that has a decisive impact on the building’s image. But only rarely does the space below correspond to the roof. Today the form of a roof no longer carries ideological implications. And aided by computer programs, any conceivable form can be built. But do these nearly boundless technical possibilities truly lead to a corresponding level of spatial qualities? Roof and space throughout history In earlier cultures the house consisted primari- 21

ly of a roof – roof and living space were one and the same. Later, as the size of houses gradually increased and interiors were subdivided, the roof space typically remained open; stemming from this custom, in many places the roof acquired symbolical – even mythological – significance. And so, in the religions of people of the most far-flung regions, it becomes the favoured abode of demons and ghosts. For example, in some regions of ­Japan, for symbolic – but also aesthetic – ­reasons, it was customary to use a crooked beam in a farmhouse’s roof structure. While Japan’s farmhouse roofs could be experienced inside the building, in Europe beginning in the Middle Ages, due to heating, the two

were increasingly separated. The function of the roof was reduced to umbrella and thermal buffer. That didn’t change until the Mansard roof spread in the early modern era – and particularly during the 19th century when the population in cities surged and land became increasingly costly. As a result, the thermal buffer was sacrificed to make room for more apartments. We must keep in mind, however, that there is a difference between a roof topping a tall building and one that constitutes a major component in the overall massing. Over the centuries, particularly in ceremonial or official buildings, we find examples of open roofs. Here, too, symbolism plays a role, as does the desire for special aesthetics, or, subse-


Berichte  reports


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Long Museum in Schanghai Long Museum in Shanghai Hubertus Adam

Architekten: Atelier Deshaus, Schanghai

Blickt man von der Terrasse der Power Sta­ tion of Art, einem zum Museum für zeitgenössische Kunst umgebauten Kraftwerk, über das Gelände der Weltausstellung von 2010, so stellt sich Ernüchterung ein. Die Expo in Schanghai, so hieß es seinerzeit, werde einmal keine Ruinen und Brachen hinterlassen, sondern zum Nukleus neuer Stadtquartiere werden. Weiträumig umzäunte Areale sprechen eine andere Sprache: Die Nachnutzung funktioniert kaum oder lässt noch auf sich warten. Lediglich die Ufer beidseits des Huangpu sind ausnahmslos begehbar und die postindustrielle Transformation setzt sich flussaufwärts fort. »West Bund Cultural Corridor« (WBCC) heißt das ambitionierte Projekt der Stadt­ verwaltung, sieben Quadratkilometer ehemaliger Hafen- und Industrieareale zu revitalisieren, welche südlich an das auf der ­linken Uferseite liegende Expo-Gelände anschließen. Dabei setzt man auf Kultur als Standortfaktor, wobei der Begriff Kultur chinesischem Verständnis entsprechend weit gefasst ist. Westliche Vorbehalte gegenüber einer Kommerzialisierung stoßen hier, wo Monet in einer Shopping Mall seinen Auftritt haben kann, auf Unverständnis; eine am westlichen Lebensstil orientierte und ökonomisch erfolgreiche Mittelschicht interessiert sich für prestigeträchtige und luxuriöse Brands ebenso wie für zeitgenössische Kunst. Zu einer der wesentlichen Attraktionen des WBCC soll das »Dream Center« des amerikanischen Animationsunternehmens DreamWorks werden, ein für 2,4 Milliarden Dollar geplanter Kultur- und Entertainmentkomplex, der Hotels, Restaurants und diverse Veranstaltungsorte umfasst. In diesem Frühjahr wurden im Bereich des WBCC gleich zwei große Privatmuseen errichtet. Museen sind ein wichtiges Thema in China, nach Jahrzehnten eines durch die Kulturrevolution ausgelösten, mehr oder ­minder expliziten Desinteresses am kulturellen Erbe besteht Nachholbedarf. 450 neue Museen sollen allein 2012 in China eröffnet worden sein. Treibende Kräfte sind Stadtoder Provinzverwaltungen, die sich im innerchinesischen Konkurrenzkampf profilieren

wollen, aber auch private Investoren und Sammler, die ihren Status mit einem Museumsbau zementieren; dass ein Gehäuse ­errichtet wird, ohne dass eine adäquate Sammlung besteht, ist dabei kein Einzelfall. Bei Prestigebauten setzt man gerne auf die Namen ausländischer Architekten. So auch beim Yuz Museum des chinesisch-indonesischen Unternehmers Budi Tek im WBCC, das von Sou Fujimoto entworfen wurde. Da die Ausführung allerdings gravierend von den Intentionen des Architekten abwich, hat dieser inzwischen seine Autorenschaft zurückgezogen. Das nur einige hundert Meter nördlich am Flussufer gelegene Long Museum darf dagegen als Glücksfall angesehen werden. Das Unternehmerpaar Liu Yiqian und Wang Wei eröffnete 2012 ein erstes Museum im Stadtteil Pudong jenseits des Huangpu; dass nun eine Dependance entstand, resultiert aus einer Initiative der Stadtverwaltung, die einen weiteren Baustein zur Belebung des WBCC wünschte. Für den Entwurf zeichnet Atelier Deshaus verantwortlich, das – 2001 gegründet – zu den bemerkenswertesten zeitgenössischen Architekturbüros in China zählt und besonders durch Bauten in Qingpu und Jiading an der Peripherie von Schanghai hervorgetreten ist. Die Sorgfalt, mit der das Team um die beiden Bürogründer Liu Yichun und Chen Yifeng seine Projekte konzipiert und umsetzt, zeigt sich nicht zuletzt an einer für chinesische Verhältnisse ungewöhnlichen Ausführungsqualität, welche auch am Long Museum ins Auge sticht. Der Museumsbau besteht aus zwei oberund zwei unterirdischen Geschossen und ist rechtwinklig organisiert. Die beiden unterirdischen Geschosse des Sockels sind größer dimensioniert als die oberirdisch sichtbaren Teile des Museums und folgen mit ihrer Geometrie der dreieckigen Par­ zelle, die von der Longteng Avenue, der ­Ruining Road und dem Flussufer gebildet wird. Das unterste Geschoss dient als ­Parkgarage, während die Ebene darüber mit ihren verputzten Kunstlichtsälen vorwiegend für die Präsentation der historischen

Sammlungsbestände genutzt wird. Aus ­dieser Basis, die auf der Logik der Park­ garage gründet, wächst der oberirdische Baukörper des Museums heraus, der aus raumbildenden T-förmigen Sichtbeton­ strukturen besteht. Dabei handelt es sich um leitungsführende Hohlwände, die am oberen Ende gekurvt in die Decken übergehen; stoßen zwei der Elemente aneinander, entsteht ein gewölbter Raum mit einem dazwischen liegenden Lichtschlitz. Komplex und spannungsreich wird das Gefüge dadurch, dass Atelier Deshaus die einzelnen Einheiten nicht nur um 90 Grad verdreht, sondern auch abwechselnd ein- oder zweigeschossig angeordnet hat. Dadurch entstehen mal gewaltige doppelgeschossige Hallen, mal intimere eingeschossige Säle oder Kabinette. Immer wieder ergeben sich Durch- und Ausblicke auf andere Teile des Museums oder die umgebende Landschaft, was durch die in den Gesamtkomplex integrierten, als Ter­rasse genutzten Außenbereiche auf der Ebene des Obergeschosses noch verstärkt wird. Innen und außen sind auf geschickte Weise verzahnt, und besonders bemerkenswert ist, dass Atelier Deshaus Fragmente der ­industriellen Vergangenheit des Areals einbezogen haben, wie Gleisstränge und ­eine Reihe von Kohleschüttbunkern aus ­Beton, auf denen sich nun eine Aussichtsplattform befindet. Liu Yiqian, 1963 geboren, stammt aus ein­ fachen Verhältnissen und ist der Inbegriff ­eines chinesischen Selfmademans. Er ist Besitzer mehrerer börsennotierter Unter­ nehmen und gilt als der wichtigste private Kunstsammler des Landes. Seine umfangreiche Kollektion umfasst traditionelle chinesische Kunst ebenso wie zeitgenössische Kunst aus Asien und Europa. Die Eröffnungspräsentation seines neuen Museums zeigt eine Auswahl der Sammlungsbestände: im Untergeschoss unter anderem alte Rollbilder und Kalligrafien, und in den beiden oberen Etagen ­einen Überblick über die aktuelle chinesische Kunstproduktion mit zum Teil raumgreifenden Arbeiten.


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Berichte

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Schnitt Maßstab 1:1000

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Auditorium Restaurant Brücke

Seen from the terrace of the Power Station of Art, a power plant converted to a museum for contemporary art, the grounds on which the world exposition was held in 2010 could give rise to disillusionment. The hosts claimed that the Expo Shanghai, as it was called at the time, would leave behind neither ruins nor wasteland. On the contrary, it would become the nucleus of new neighbourhoods. But the vast unfenced swathes of land tell another story: the post-expo uses barely function, or have yet to be introduced. But at least both banks of the river Huangpu have been made accessible to pedestrians, and the postindustrial transformation continues upstream. West Bund Cultural Corridor (WBCC) is the

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Ausstellungsräume Tiefgarage Innenhof

Section Scale 1:1000

name of the city administration’s ambitious project aiming to revitalise seven square kilometres of former port and industrial sites that adjoin the Expo grounds to the south. This is an instance of putting one’s chips, so to speak, on culture as attractor, whereby the Chinese understanding of culture is defined correspondingly widely. The Chinese do not share Westerners’ reservations regarding commercialisation: one might very well encounter a Monet in a shopping mall; the middle class, which is economically successful and oriented to the Western lifestyle, is equally interested in luxury goods and contemporary art. And the Dream Center, a DreamWorks project, is to become one of WBCC’s most

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Auditorium Restaurant Bridge

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Exhibition spaces  nderground parking U garage Courtyard

important attractions: the plans foresee a 2.4 billion dollar culture and entertainment complex complete with hotels and restaurants. This spring not just one, but two large private museums were erected in the WBCC. Museums are an important topic in China, which has some catching-up to do following decades of more or less explicit lack of interest in cultural heritage triggered by the Cultural Revolution. Reports state that 450 new museums opened in 2012 alone. The driving force: municipal or provincial administrations that want to make names for themselves in the competitive national “field”, but private investors and collectors are also interested in cementing their reputations with a museum


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Ausstellungen

Suomi Seven – Junge Architekten aus Finnland Sieben auf einen Streich: Mit sieben jungen Architekturbüros zeigt das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt eine spannende ­Momentaufnahme der aktuellen baukünstlerischen Positionen in Finnland. Getragen vom Genius des finnischen Meisters Alvar Aalto, eingebettet in die Tradition des »regionalen Funktionalismus« und offen gegenüber internationalen Einflüssen baut eine Generation der heute 30- bis 40-jährigen vielversprechende, international beachtete Bilder für das Finnland des 21. Jahrhunderts. Im Land der tausend Seen herrschen ideale Bedingungen für junge Architekten: Hier gilt »learning by doing«, und ungebremst von bürokratischen Hürden können auch Berufsanfänger an offenen Wettbewerben für große Bauaufgaben teilnehmen. Sie erhalten so die Chance, ein Projekt von Anfang bis Ende zu betreuen und ihren eigenen Entwurf zu ­realisieren. Die im DAM vorgestellten Architekturbüros entstanden alle aus der stimulierenden Situa­ tion dieser Wettbewerbspraxis. Die in Finnland übliche Auslobungsform ermöglichte ­ihnen die Bearbeitung anspruchsvoller Aufgaben, auch wenn sie nur über eine kleine Referenzliste verfügten. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum das junge, 2006 ­gegründete B ­ üro Anttinen Oiva Architects den Zuschlag für ein prestigeträchtiges Großprojekt wie die Hauptbibliothek der Universität Helsinki (2012) erhalten konnte. Ebenso faszinierend ist ihr für 2016 avisiertes neues Stadtquartier ganz aus Holz. Diese »HolzStadt« wird das größte Viertel seiner Art in Finnland sein und ein Musterbeispiel für die nachhaltige Holzbaukompetenz eines Landes mit extremen Klimaverhältnissen. Bauen mit Holz hat in Finnland Tradition. Typisch für die jungen Architekten ist der experimentelle und unorthodoxe Umgang mit diesem Material, das in den unterschiedlichsten Bauaufgaben ausgelotet wird: Beste Beispiele sind hier die Kuokkala Kirche mit dem Holzgittergewölbe des Sakralraums (Jyväskylä, 2010) von OOPEAA Architekten, die mächtige hölzerne

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Welle des Konzerthauses am Meer (Kristiansand, 2012) von ALA Architects oder auch das minimalistische Wohnatelier Heikkilä (2013), das vom jungen, erst 2010 gegründeten, aber bereits international agierenden Büro Rudanko + Kankkunen entworfen wurde. Finnland bietet prinzipiell viele architektonische Herausforderungen, denn steigende Einwohnerzahlen in den größeren Städten und die Erschließung neuer Stadtquartiere, auch auf Konversionsgeländen, erfordern den Bau von Wohnhäusern, Schulen und kommunalen Einrichtungen. Gerade beim Schulbau präsentieren die jungen Architekten –zum Beispiel Verstas Architects oder Esa Ruskeepää Architects – Vorbildliches: Ihre Schulen sind entwerferische Maßarbeiten, die durch kluge landschaftliche und situative Einbettung sowie durch harmonische Raumbildung dem pädagogischen Ideal einer effektiven Lernatmosphäre entsprechen. Ein stets präsentes Thema ist zudem der Kirchenbau. Beinahe alle der vorgestellten Büros haben sakrale Bauprojekte bearbeitet. Ein sehr schönes Beispiel in der Ausstellung ist die St. Laurenz Kapelle (Vantaa, 2010) von Avanto Architects. Als generell durchgängiges Prinzip wird hier das ausgeprägte Gespür für Materialität deutlich, für transparente Strukturen und für die spirituelle Würde der »großen primären Formen unter dem Licht«. Karin Leydecker bis 18.1.2015, Deutsches Architekturmuseum DAM, Frankfurt am Main www.dam-online.de Mary Bauermeister »Kunst(t)räume« Zum 80. Geburtstag Mary Bauermeisters zeigt das Museum Fluxus+ in Potsdam eine kleine Sonderausstellung mit Film über das Werk und Wirken der weltbekannten Künstlerin. Als Zwanzigjährige machte sich Bauermeister in Köln selbstständig, Anfang der 1960er-Jahre war ihr Atelier bereits Hotspot der internationalen Avantgardebewegung Fluxus. Sie begann als Malerin, arbeitete sich kontinuierlich aus der Leinwand heraus und entwickelte ihre Arbeiten von der Fläche in den Raum. Sie experimentierte mit den Überschneidungen unterschiedlicher Kunstrichtungen und übertrug etwa die Kompositionstechnik der Musik auf die der bildenden Kunst. Berühmt sind ihre Linsenkästen, die faszinierende Welten aus spiegelndem Glas, Linsen und Prismen mit filigranen, hinterlegten Tuschezeichnungen ­eröffnen. Im Fluxus+ ist neben den Werken jener Bewegung eine Sonderausstellung zu Bauermeisters Kunst im öffentlichen Raum der 1970er- und 1980er-Jahre zu sehen. Fotos, Aquarelle und Skizzen zeigen vor allem drei ihrer Projekte: Die Gestaltung von Freiflächen des Auswärtigen Amtes in Bonn, der ehemaligen Landeszentralbank in Wiesbaden und der Rückversicherungs-AG in Köln.

Zentrales Thema sind mathematisch berechnete Lichteffekte, wie die Lichtbrechung angeschnittener Kristallstelen, die sich in kleinen Wasserflächen spiegelt. Der Film thematisiert ihr Leben in den 1950er- und 1960er-Jahren, als sie auf ­internationaler Ebene Kunstgeschichte schrieb. Sie gilt als Mitbegründerin der Fluxusbewegung und der Konzeptkunst der Nachkriegs­generation und brachte Avantgardisten aller Stilrichtungen zusammen: Künstler, ­Filmemacher, Fotografen, Architekten und Musiker trafen sich in ihrem ­Atelier zu experimentellen Konzerten, Ausstellungen, Performances und Happenings. ­Gemeinsam mit John Cage, Nam June Paik, Christo, Joseph Beuys und vielen anderen formulierte sie den Kunstbegriff neu, zuerst in Köln, später in New York. Die Bundesstiftung Baukultur lädt zur Finissage am 22.11.2014 zum Baukultur Salon »Kunst und Öffentlichkeit« ein. Thema der interdisziplinären Podiumsdiskussion, unter anderem mit Mary Bauermeister, Susanne Titz und Klaus Töpfer ist die Bedeutung von Kunst für den öffentlichen Raum, dessen Belebung und Aufwertung. Bettina Krause bis 23.11.2014, Museum Fluxus+, Potsdam www.fluxus-plus.de Olafur Eliasson. Riverbed Die Einzelausstellung des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson thematisiert die Begegnung zwischen seiner Kunst und dem Ort Louisiana. Sie basiert auf der Verbindung von ­Natur, Architektur und Kunst. Die Übergänge zwischen innen und außen, ­zwischen Kultur und Natur sind fließend. Die Umwandlung eines Teils des Museums in eine felsige Landschaft konzentriert sich auf Eliassons Thema des bewohnten Raums. Sein Werk verwandelt den Ort in eine künstlerische Bewegung und erweitert unseren Blick auf das Museum, auf uns selbst und auf die Welt. bis 4.1.2015, Louisiana Museum of Modern Art, www.louisiana.dk


Dokumentation documentation


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Bildungszentrum in Vrchlabí Education Centre in Vrchlabí Architekten: Petr Hájek Architekti, Prag Mitarbeiter: Jaroslav Hulín, Cornelia Klien, Jan Kolář, Andrea Kubná, Ondřej Lipenský, Helena Línová, Martin Prokš, Martin Stoss, Michal Volf Tragwerksplaner: Jan Kolář, Prag weitere Projektbeteiligte S. 1291 www.detail.de Die einem Gebirgszug nachempfundene begrünte Dachlandschaft im Stadtpark von Vrchlabí, in der Nähe des historischen Schlosses, lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass sich hier ein zweigeschossiges Forschungs- und Bildungszentrum verbirgt. Seit über 50 Jahren ist das nahe gelegene Riesengebirge an der Grenze zwischen Polen und Tschechien ein Nationalpark, der mit dieser neuen Einrichtung nun eine Plattform für Umweltthemen erhält. Ziel des Entwurfs war die Schaffung eines hybriden Gebildes, teils Gebäude, teils Landschaft, dessen polygonale Dachform die Topografie des Mittelgebirges nachzeichnet. Der mit Hilfe eines 3D-Modells entwickelte

Gebäudekomplex dient somit selbst als abstraktes Modell. Unmittelbar gegenüber dem bestehenden Verwaltungszentrum befindet sich der Eingang zur neuen Bildungsinstitution, bestehend aus Auditorium, Laboratorium und Bibliothek sowie Ausstellungsund Unterrichtsräumen. Eine Glasfassade im Westen und zwei markante Einschnitte im Dach brechen die massive Gebäudekontur auf und lassen ausreichend Tageslicht in die hohen, meist zweigeschossigen Räume dringen. Die raue Sichtbetonoberfläche der Decken verleiht dem Innenraum einen höhlenartigen Charakter. Dazu kontrastieren raumhohe Wandverkleidungen und maßgefertigte Möbel aus Kiefernholz. SK

At first glance one would not guess that the green roofscape in the city park encloses a two-storey research and education centre. Situated near the border between Poland and the Czech Republic, the building serves as a platform for environmental topics. The aim was to arrive at a hybrid – part building, part landscape – whose polygonal roof form echoes the region’s hilly terrain. With the aid of 3D modelling the architects designed a structure that acts as abstract model. The entrance to this new facility is right across from the existing administration centre. The glazed facade in the west and two cuts in the roof break open the otherwise solid contour and direct sufficient daylight into the spaces.


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Lageplan Maßstab 1:4000 Schnitte • Grundrisse Maßstab 1:500

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Foyer Bibliothek Terrasse Hörsaal Übersetzerkabinen

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Foyer Library Terrace Auditorium Interpreters’ booths

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Pförtner Garage /Galerie Fahrradabstellplatz Unterrichtsraum Laboratorium Ausstellungsfläche Technik Verbindungstunnel zum Verwaltungsgebäude

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Porter Garage/Gallery Bicycles Classroom Laboratory Exhibition Building services Connecting tunnel to administration building


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Bildungszentrum in Vrchlabí

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Sedum-Vegeta­tionsmatte 15 mm Gründachsubstrat in Schubsicherungssystem aus Trägern und Schwellen 80 mm Speicherschutzmatte 8 mm Trenn- und Schutzmatte 5 mm Abdichtung Wärmedämmung 220 mm Dampfsperre Stahlbeton 260 mm Rinne Stahlblech 4 mm Pfosten-Riegel-Fassade: Brandschutzverglasung ESG 8 mm + SZR 16 mm + VSG 22 mm mit Siebdruck-Punktraster transluzent Gitterrost über Dränagekanal Gitterrost über Konvektor Furniersperrholzplatte 20 mm Stahlbeton 90 mm, Trennlage, Trittschalldämmung 40 mm

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Wärmedämmung 80 mm Stahlbeton 150 mm Kiesschicht 500 mm Acrylglas-Platte über LED-Leuchte Furniersperrholzplatte 30 mm auf Unterkonstruktion Stahlbeton 215 mm, Abdichtung Wärmedämmung 160 mm Leichtbetonsteine 75 mm 15 mm sedum vegetation mat green roof substrate in 80 anti-slip system consisting of bearers and sills 8 mm protection and storage mat 5 mm separating and protection mat; sealant; 220 mm thermal ins. vapour barrier; 260 mm reinforced concrete gutter: 4 mm sheet steel

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fire-resistant glazing in post-and-rail facade: 8 mm toughened glass + 16 mm cavity + 22 mm laminated safety glass with silk screen dot pattern, translucent grating above drainage channel grating above convector 20 mm veneer plywood 90 mm reinforced concrete separating layer 40 mm impact sound insulation 80 mm thermal insulation 150 mm reinforced concrete 500 mm gravel layer acrylic glass above LED lamp 30 mm veneer plywood on supporting structure 215 mm reinf. concrete; sealant 160 mm thermal insulation 75 mm lightweight concr. block


Dynamischer Sonnenschutz Wie ein Geschwindigkeit aufnehmendes Flugobjekt schwebt das rautenförmige Gitter aus geneigten Flachstahlträgern über einer Cafébar an der Westküste Istriens.

Gefaltete Landschaft Als baulich abstrahierte Erweiterung der Dünenlandschaft fügt sich die Kindertagesstätte im schwedischen Helsingborg in ihre sandige Umgebung ein.

www.detail.de

Luftgestützte Amöbe Über 40 000 Bahn- und Busreisende frequentieren täglich den Bahnhof im schweizerischen Aarau. Bis vor kurzem war dies eine eher freudlose Angelegenheit. Erst die grundlegende Neugestaltung des Bahnhofsplatzes verwandelte das zuvor vernachlässigte Areal in einen markanten Ort, der seiner Bedeutung als zentrale Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs entspricht. Als raumprägendes Element ­inszeniert ein filigran gestaltetes, luftgestütztes Folienkissen aus Kunststoff den neuen Busterminal. Mit einer überdachten Fläche von knapp über 1000 Quadratmetern und einem Volumen von 1800 Kubikmetern in einer einzigen Luftkammer ist die pneu­matische Konstruktion weltweit beispiellos. Ein integrierter Stahltisch ­bildet das optisch durchschimmernde Tragwerk, ein unregelmäßiges Netz aus Stahlseilen auf beiden ­Außenseiten hält das Kissen in Form. Für die Aufenthaltsqualität der Reisenden bedeutet die luftig-leichte Überdachung einen spürbaren funktionalen und atmosphärischen Gewinn. Der Wechsel von halbtransparenten und freien Flächen erzeugt eine räumliche Situation, die den Ort entsprechend seiner Bestimmung transitorisch auflädt. www.detail.de

Komplexes Gefüge Das Long Museum in Schanghai bietet ein spannungsreiches Raumerlebnis durch die variantenreiche Anordnung T-förmiger Sichtbetonstrukturen.

Geschützter Ausblick Ein zeltförmiges, mit lokalen Bautechniken gefertigtes Holzdach erlaubt dramatische Perspektiven in einer vietnamesischen ­Ferienanlage.


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Forum eines Gymnasiums in Adelsheim

www.detail.de

Forum for a Secondary School in Adelsheim Architekten: Ecker Architekten, Heidelberg/Buchen Dea Ecker, Robert Piotrowski Mitarbeiter: Joachim Schuhmacher, John Ruffolo, Tom Jin, Sophie Hartmann, Peter Borek Tragwerksplaner: WSP Deutschland, München Rehle Ingenieure, Stuttgart weitere Projektbeteiligte S. 1291

Kreisförmige Deckenausschnitte kennzeichnen die in ihrer gesamten Ausdehnung erlebbare Untersicht des Stahlbetondachs über dem neuen Forum des EckenbergGymnasiums in Adelsheim. Der Neubau bildet zur Straße hin eine lichtdurchflutete zweigeschossige Aula, im rückwärtigen Teil bindet eine Galerie mit Café und Bibliothek auf verschiedenen Ebenen an den Bestand aus den 1960er- und 1970er-Jahren an. Die Hauptlast des Dachs wird von drei zentralen, linear angeordneten Stützen getragen. Von deren Auflagern spannt das quadratische Dach zu einer Reihe kleinerer Stützen direkt an der Fuge zum Altbau sowie zu den mit T-förmigen Stützenköpfen in den

Lageplan Maßstab 1:3500 Schnitte • Grundrisse Maßstab 1:500

Site plan scale  1:3500 Sections • Layout plans scale  1:500

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Beton eingebundenen Pfosten der Südfassade. Äußerlich identisch mit den nicht tragenden Fassadenpfosten der beiden anderen Seiten weisen die sich nach oben hin verjüngenden Stahlprofile hier eine höhere Wandstärke auf. Verglasung und Sonnenschutz sitzen knapp vor der Betonkante des Dachs und werden durch den mit der Innenseite nach außen montierten Sonnenschutzkasten begrenzt, der so auch die Funktion der Dachaufkantung übernimmt. Gewicht und Durchbiegung der weit spannenden Sichtbetonplatte werden durch vier verschiedene Typen von Aussparungen reduziert, die auch die Raumakustik deutlich verbessern. In der jeweiligen Mittelzone der

unterer Eingang Garderobe Aula Mehrzweckraum Sitzkuhle Übergang zum Altbau Bibliothek Hausaufgabenraum oberer Eingang Internettheke Lounge Café

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Lower entrance Cloakroom Hall Multi-purpose room Seating corner Threshold to existing building Library Study hall Upper entrance Internet counter Lounge Café

beiden Deckenfelder bringen kreisrunde Oberlichter in zwei Größen, teilweise mit aufgesetzten Lampen, Licht in die inneren Bereiche des Raums. In der statisch sensiblen Nähe der Stützen und des Dachrands setzt sich die regelmäßige Struktur in Form von zykloidischen Vertiefungen fort. Zu deren Herstellung wurden entsprechend gewölbte, aus einem Stück gefräste, beschichtete Styroporkörper auf der Schalung fixiert. Dazwischen verlaufen zwei Drittel der Bewehrung der Geometrie folgend diagonal zur Dachkante. Der Beton erhält durch Hochofenschlacke seine marmorweiße Färbung – er wurde nach dem Ausschalen lediglich lasiert, um Schalungsrückstände zu egalisieren.


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Dokumentation

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Die drei sich verjüngenden Hauptstützen aus Schleuderbeton sind in große Punkt­ fundamente eingespannt und nehmen im ­inneren Hohlraum die Dachentwässerung auf. Die charakteristischen Stützenköpfe waren ursprünglich für die Last­einleitung aus der Deckenplatte vorgesehen. Diese wurde jedoch im Laufe des Planungsprozesses ­einer in die Decke eingelegten Durchstanzbewehrung zugewiesen. Die trichterförmigen Stahlbetonfertigteile, tragwerkstechnisch nun nicht mehr notwendig, wurden als raumprägende Elemente dennoch beibehalten und artikulieren wie klassische Kapitelle den Übergang der zwei architektonischen Grundelemente Stütze und Dach. BF

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Forum eines Gymnasiums in Adelsheim

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Dachöffnung � 1400 mm mit öffenbarer Lichtkuppel Dachöffnung � 1000 mm mit Metalldampflampe zykloidische Deckenaussparung � 2000 mm zykloidische Deckenaussparung � 1500 mm

a b c d

 1400 mm roof opening with operable rooflight dome Ø Ø 1000 mm roof opening metal-halide lamp Ø 2000 mm cycloid coffer Ø 1500 mm cycloid coffer

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  1 Kies 50 mm Dachdichtung Kunststoffbahn ein­ lagig, Trennlage Wärmedämmung PS-Hartschaum (aus Brandschutzgründen im Randbereich zum Bestand Mineralwolle) im Gefälle 130 – 80 mm Dampfsperre Bitumenbahn Stahlbetondecke lasiert 450 mm   2 Lichtkuppel PMMA dreischalig   3 Aufsatzkranz GFK zweischalig ­gedämmt  4 Metalldampflampe   5 Dachrand Sonnenschutzkasten ­Aluminiumblech gekantet 2 mm   6 Dachrandabdeckung Aluminiumblech gekantet eloxiert 1 mm   7 Isolierverglasung opak  8 Isolierverglasung   9 Verkleidung Aluminiumblech eloxiert gekantet 1 mm auf Unterkonstruktion / Hinterlüftung Wärmedämmung Mineralwolle 160 mm Stahlbeton 360 mm 10 Schiebetüre Isolierverglasung in Aluminiumrahmen   1 50 mm gravel plastic sealing layer; separating layer 130 – 80 mm PS rigid foam thermal ­insulation to falls (for fire safety considerations: mineral wool in edge zone near existing building) bituminous sheeting vapour barrier 450 mm reinforced concrete deck, lazure coating   2 PMMA triple glazed rooflight dome   3 double-walled GRP curb, insulated   4 metal-halide lamp   5 solar control encasement at roof’s edge 2 mm aluminium sheet, bent to shape   6 coping: 1 mm aluminium sheet, bent to shape, anodised   7 double glazing, opaque   8 double glazing   9 1 mm aluminium sheet cladding, ­anodised, bent to shape on supporting ­structure/ ventilated cavity 160 mm mineral wool thermal ­insulation 360 mm reinforced concrete 10 sliding glass door in aluminium frame


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Dokumentation

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Deckenspiegel Maßstab 1:500 Schnitt Maßstab 1:20 Reflected ceiling plan scale  1:500 Section scale  1:20

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Technik technology


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Von Glassegeln umhüllt – die Fondation Louis Vuitton in Paris Enveloped by Sails of Glass – the Fondation Louis Vuitton in Paris Matt King, Jacques Raynaud

Projektbeteiligte S. 1291

1 Schnitt  Maßstab 1:1500

zu vertikal. Als Form und Identität des Ge­ bäudes bestimmendes Element sind sie von den Segeln einer Rennyacht inspiriert: Ein Foto der America’s Cup-Yacht »Susanne« aus dem Jahr 1911 diente den Architekten als Leitbild (Abb. 4). Die Form der einzelnen Segel ist Teil einer Gesamtkomposition, die von den Architekten im Wesentlichen über Modelle entwickelt wurde. Über einen Zeit­ raum von mehreren Jahren nahm das Pro­ jekt anhand einer Vielzahl von Iterationen Gestalt an, ausgehend von einfachen ­Massenmodellen über Gesamtmodelle im Maßstab 1:50 bis zu Detailmodellen in grö­ ßerem Maßstab. Jedes der zwölf Segel ist einzig­artig, wobei zehn von ihnen eine sehr spezifische Gestalt besitzen, die durch die Überschneidung zweier einfach abwickel­ barer Flächen generiert wird. Deren Schnitt­ linie bildet am oberen Ende der vertikal aus­ gerichteten Segel eine Falte, die abwärts zu einem zentralen Punkt hin flach ausläuft. Da­ nach wechselt die Schnittlinie ihre Richtung und nähert sich immer mehr ­einem perfekt kon­tinuierlichen Übergang der zwei Flä­ chen. Jedes Element spielt eine bestimmte Rolle innerhalb der Komposition der Segel.

Das von Frank O. Gehry entworfene neue Gebäude der Fondation Louis Vuitton grenzt an den Jardin d’Acclimatation im Bois de Boulogne in Paris und ist ein Museum für zeitgenössische Kunst. Auf etwa 3500 m2 Ausstellungsfläche beherbergt es 11 Galeri­ en unterschiedlicher Größe sowie ein Audi­ torium mit 350 Sitzen, einen Buchladen, ein Restaurant und Verwaltungsbüros. Das Haus ermöglicht »einer breiten Öffentlich­ keit, eine Vielfalt künstlerischer Werke zu ­erleben, getreu der Aufgabe der Stiftung LVMH als Förderer der Kultur«. Das Gebäude besitzt drei Hauptebenen: Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss. Die wichtigsten innenliegenden Galerien sind relativ einfache Volumen aus Beton. Sie werden von kleineren Galerien mit eher spielerischen und skulpturalen Formen um­ ringt. Diese Räume sind über eine Erschlie­ ßungszone verbunden, die das zentrale Ele­ ment des Raumerlebnisses bildet und reich­ lich Gelegenheit zum Verweilen sowie Aus­ blicke in den umgebenden Park bietet. Der Weg durch das Museum wird durch eine ­externe Erschließungs­straße ergänzt, die zu einer Reihe von Terrassen auf drei von Ost nach West anstei­genden Ebenen führt. Das Gebäude ist fast vollständig in gläserne Segel oder »Verrieres« gehüllt, die den Ter­ rassen und externen Erschließungsflächen als permeable Hülle dienen, diese Außenbe­ reiche räumlich definieren und die Nutzer vor Witterungseinflüssen schützen. Dadurch ent­stehen einzigartige Räume – fließend, ­dynamisch und sich stets verändernd. Die gläsernen Oberflächen haben einen ätheri­ schen Charakter – der Eindruck einer festen Gebäudehülle verschwimmt und die Tren­ nung zwischen Gebäude und Himmel wird aufgehoben. Glassegel Die insgesamt zwölf Glassegel sind als von­ einander unabhängige Strukturen mit ins­ gesamt circa 13 400 m2 Glas verkleidet. Ihre Größe variiert vom größten mit mehr als 3000 m2 Fläche und nahezu 500 t Gewicht bis zum kleinsten mit 500 m2 bei 60 t Ge­ wicht. Ihre Ausrichtung reicht von horizontal

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Section  scale 1:1500

Die Struktur vermittelt einen Eindruck von Bewegung und Spannung der Oberflächen und prägt die räumliche Atmosphäre im dar­ unter liegenden Bereich. Die Profile des Ver­ glasungssystems erinnern dabei an die Nähte herkömm­lich­er Segel und verleihen den Oberflächen eine deutliche Ausrich­ tung. Zwischen den Teilsystemen (Vergla­ sung, Tragstruktur der Segel und massive Primärstruktur) entsteht eine deut­liche Hier­ archie, und jedes einzelne ist in Bezug auf Maß­stab und Materialien klar differenziert und identifizierbar. Technische Herausforderungen Die vertikal ausgerichteten Segel sind in ei­ nem Abstand von bis zu 20 m am Gebäude befestigt und das größte horizontale Segel kragt um 25 m aus. Den Segeln trotz dieser Dimensionen den Eindruck von Leichtigkeit und Spannung zu verleihen, wurde zu ei­ nem wichtigen Prüfstein des Projekts. Zu­ dem musste die Tragstruktur aller Segel durch die darunter liegenden Erschließungsund Terrassenräume hindurch zu den jewei­ ligen Auflagerpunkten auf der massiven Pri­ märstruktur ge­führt werden. Die dort jeweils


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Technik

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benötig­te Tragfähigkeit schränkte die mögli­ che Anordnung dieser Punkte stark ein. Das Ziel war, einheitliche Strukturen zu entwi­ ckeln, die in der Detaillierung und Maßstäb­ lichkeit der Komponenten ähnlich aufgebaut sind. Jedes Segel ist jedoch in jeweils eige­ ner Weise aufgelagert. Das Tragverhalten der Segel ist daher kaum miteinander ver­ gleichbar. Weitere Herausforderung war die Klassifizierung des Gebäudes als Monu­ ment mit einer 100-jährigen Lebensdauer. Dies stellte vor allem für die hölzernen Ele­ mente des Tragwerks ein besonderes Prob­ lem dar. Ihre Haltbarkeit hängt im Wesentli­ chen vom Grad der Luftfeuchtigkeit ab. Die Kombination von Holz und Stahl führt zu unterschiedlichem Verhalten bei Tempera­ turschwankungen, wobei Stahl sich gegen­ über Holz 2,5 mal stärker ausdehnt oder zu­ sammenzieht. Zudem spielen Veränderun­ gen der Holzfeuchte eine wesentliche Rolle. Holz neigt bei langfristiger Belastung dazu, zu kriechen und an Verbindungspunkten zu gleiten. Dies kann zu einer Veränderung des Kräftegleichgewichts in verschiedenen Ele­ menten des Tragwerks und zu zeitlichen Schwankungen der Belastbarkeit führen. Tragwerke aus Holz in dieser Größe und geometrischen Komplexität verlangen eine differenzierte Ausbildung der Verbindungs­ elemente. Um zu verhindern, dass das Sys­ tem aufgrund nicht-duktiler Eigenschaften der Verbindungen zunehmend brüchig wird, muss zum Ausgleich die globale Festigkeit des Tragwerks angehoben werden. Die Baubehörden verlangten, dass jedes Segel eine erhöhte Feuerwiderstandsdauer besit­ zen sollte, die über die üblichen Vorgaben hinausgeht: Die Segel müssen bei jedem re­ alistischen Feuerszenario stabil und stand­ fest bleiben. Zudem führt die Geometrie der Segel zu komplexen Windströmungen. Die­ se mussten sorgfältig ermittelt werden, um zu garantieren, dass im Tragwerk keine dy­ namische Resonanz entsteht. Konstruktives System Die Segel bestehen aus vier Subsystemen: •  Verglasung Die Glasfelder bestehen grundsätzlich aus

rechteckigen, ca. 3 m ≈ 1,5 m großen Schei­ ben, die heiß zylindrisch gebogen sind. Sie verfügen ausschließlich an den Längsseiten über eine tragende, integrierte Aussteifung aus Edelstahl. •  Tertiäres System Die Glastafeln sind an einer Rasterstruktur aus hochbelastbarem Edelstahl befestigt. Die Hauptelemente des Rasters verlaufen ent­ lang der Längsseiten der Scheiben und be­ stehen aus Standardelementen: Rohre mit 80 mm Durchmesser, 120 mm breite Ausstei­ fungsplatten, ergänzt durch Rohre mit 70 mm Durchmesser in Querrichtung. Das System wird durch speziell gefertigte Abschnitte aus Rohren und Platten vervollständigt, die ent­ lang der Ränder sowie der Schnittlinien der zwei Flächen verlaufen und integrierte Re­ genrinnen und Abflussrohre umfassen. •  Sekundärstruktur Das Tragwerkssystem der Segel wird im Un­ terschied zur Primärstruktur des Gebäudes als Sekundärstruktur bezeichnet. Seine Hauptelemente bestehen aus Holz. Sie bil­ den einen Rahmen für jedes Segel und fol­ gen zudem der jeweiligen Schnittlinie zweier Oberflächen. Nebenträger aus Stahl sind so angeordnet, dass sie den Eindruck der Be­ wegung und Spannung in den Segeln ver­ stärken. Das System wird durch Aussteifun­ gen in Leichtbauweise vervollständigt, die aus lackierten Stahlrohren und Zugstäben aus Edelstahl bestehen. •  »Tripods« Die Sekundärstruktur wird durch tetraeder­ förmige Kombinationen von Stützen und Bindern getragen. Je zwei oder drei sind zu einer Gruppe zusammengefügt. Ihre Anord­ nung bestimmt das Tragverhalten der ein­ zelnen Segel. Ihre jeweilige Position musste sorgfältig abgewogen werden, um auch der gewünschten räumlichen Atmosphäre unter­ halb der Segel zu entsprechen. Funktionsweise des Tragwerks Die Entwicklung des Tragwerks wurde vom Grundsatz geleitet, den visuellen Hierarchi­ en der architektonischen Gestaltung zu die­ nen. Daher wurde das tertiäre System, das die Verglasung trägt, von der sekundären

Struktur entkoppelt, was auch die statischen Anforderungen an das Verglasungssystem vermindert. Dies führt zu einem merklichen Maßstabssprung zwischen den Systemen und verstärkt das Gefühl der Leichtigkeit der gläsernen Teile. So konnte das anvisier­ te architektonische Leitbild des windgefüll­ ten Segels baulich umgesetzt werden. Die gläserne Oberfläche der Segel entspricht an sich nicht ganz diesem Bild, da sie ein relativ steifes Tragwerk benötigt und die Hauptlasten der Segel Eigenlasten und rund 3 – 5 mal so hoch wie die anfallenden Wind­ lasten sind. Um dies abzumindern, wird die skulpturale Form der Segel dazu genutzt, aus den Flächen eine steife Schale zu bil­ den. Hierzu sind leichte, hochbelastbare Edelstahl-Zugstangen als Aussteifung in den Ebenen der Sekundärstruktur einge­ setzt, was die Gesamtsteifigkeit um den Faktor 5 bis 10 erhöht. Dies vermindert die Biegebeanspruchung am Haupttragwerk deutlich und hat einen erheblichen Einfluss auf die Dimensionierung dieser Bauteile. Ohne diese Aussteifung hätten die hölzer­ nen Balkenquerschnitte gut dreimal so groß sein müssen, was weder architektonisch ­akzeptabel noch finanzierbar war. Dieser Ansatz führt aber auch zu einer gewissen Komplexität, besonders aufgrund der höchst unterschiedlichen Geometrien der Segel. Ihre Steifigkeit hängt davon ab, wie stark die Oberflächen gekrümmt sind. ­Dadurch entstehen Unterschiede hinsicht­ lich der Steifigkeit zwischen den Segeln und innerhalb der Oberfläche jedes einzelnen Segels. Am Kopfende, wo die geometrische Faltung am extremsten ist, haben die Segel einen sehr steifen Bereich. In Richtung zur Basis, wo die Krümmung schwächer ist, nimmt die Steifigkeit ab. Nachdem die Sekundärstruktur auf diese Weise bestimmt wurde, konnte man die An­ ordnung der Stützen ermitteln. Hierzu muss­ ten sie an die jeweiligen Eigenschaften je­ des einzelnen Segels angepasst werden. Der Maßstab und die Steifigkeit der Segel barg das Risiko schwerwiegender trag­ werkstechnischer Wechselwirkungen mit der Primärstruktur, die vermieden oder


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Von Glassegeln umhüllt – die Fondation Louis Vuitton in Paris

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Matt King ist leitender Teilhaber des Ingenieurbüros T/E/S/S. Ab den ersten Skizzen an der technischen Entwicklung der Fondation Louis Vuitton beteiligt, reg­ te er das Planungsteam zur Entwicklung der großen, das Gebäude umhüllenden Glassegel an. 2012 erhielt er den »Grand Prix National de l’Ingénierie«.

Matt King is partner in the engineering firm T/E/S/S. From the very first sketches, King was involved in the technological development of the Fondation Louis Vuitton; he prompted the team to develop the large glass sails that envelop the building. In 2012 he received the “Grand Prix National de l’Ingénierie”.

Jacques Raynaud ist Architekt und Ingenieur und war verantwortlich für Geometrie und technische Gestal­ tung der Glassegel. Nach mehr als 20 Jahren Erfah­ rung in der Entwicklung komplexer Tragwerks- und Fassadenstrukturen im Ingenieurbüro RFR-Group gründete er dort die Abteilung für Tragwerksgestal­ tung, die optimierte Lösungen für außergewöhnliche Architektur entwickelt.

Jacques Raynaud is an architect and engineer and was responsible for the geometry and technical configuration of the glass sails. After more than 20 years’ experience in the development of complex structures and facades at the RFR Group, an engineering firm, he established its Department of Structural Design, which develops optimised solutions for extraordinary architecture.

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The Fondation Louis Vuitton, designed by Frank O. Gehry and due to be completed in 2014, is a museum for contemporary art, located next to the Jardin d’Acclimatation in the Bois de Boulogne. It houses around 3500 m2 of exhibition space in 11 galleries of varying size and volume, a 350-seat auditorium, a bookstore, a restaurant, and administrative ­areas. Its mission is to “enable a broad public to enjoy a multitude of artistic creations, deepening LVMH’s ongoing commitment to promoting culture.” The building is organised on three main levels; basement, ground floor and first floor. Its principal interior galleries are relatively simple, boxlike volumes constructed in concrete. Around these are situated smaller-scale side galleries, whose forms are more playful and sculpted. These spaces are connected by a circulation zone, which acts as a central element of the experience, offering multiple opportunities to pause, with views out to the surrounding woods. The journey through the museum is completed by an external circulation route leading to a series of terraces on three levels, stepping up from east to west. The entire building is wrapped in a series of glass sails, or “verrieres”, which serve as a permeable enclo-

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sure for the terraces and exterior circulation zones, defining their volumes and sheltering users from the elements. The resulting spaces are unique, while the nature of the glazed surfaces themselves are ethereal, blurring the sense of enclosure and breaking down the distinction between the building and the sky. Verrieres There are twelve verrieres – each one an independent structure – supporting a total of around 13,400 m2 of glazing. They vary in size from the largest, at over 3,000 m2 and nearly 500 tonnes, to the smallest at 500 m2 and 60 tonnes, and range in orientation from horizontal to vertical. They are a central element in the external form and identity of the building, taking their inspiration from the sails of racing yachts. The photo below of the America’s Cup J class yacht Susanne, from 1911, served as a focal image for the project. The form of each verriere is part of a global composition, developed by the architect largely through the medium of scale models. The project took shape through multiple iterations, spanning a number of years; from simple massing models up to models at 1:50 of the whole building and even larger scale detail models. While each verriere is unique, ten of the twelve have a very particular form, generated by two intersecting, broadly developable surfaces. At the head of the vertical verrieres the intersection is marked by a sharp fold that flattens out, moving down the verriere, to a central point. Beyond that the intersection changes direction and approaches a perfect continuity or tangency between the two surfaces. Each component of the system plays its part in the composition of the verrieres. Structure is laid out to enhance the perception of movement and tension in the surfaces, and create the sense of space and volume below. Surfaces are given a strong directionality by emphasizing the principal tertiary support elements, or mullions, evoking the seams of traditional sails. A distinct hierarchy is maintained between systems (glazing, tertiary supports, and principal structure), with each one clearly identifiable and differentiated in terms of its scale and materials.

Technical challenges The vertical verrieres are hung up to 20 m out from their supports on the building and the largest horizontal verriere cantilevers 25 m from the building. Given this scale, one of the principal challenges of the project was to evoke the lightness and tension of a sail. Furthermore, this structural feat had to be accomplished while threading the supporting structure of each verriere through the circulation and terrace spaces below to support points whose locations were severely restricted by the capacity of the primary building structure. The goal was to create a coherent family of structures, with similar detailing and scale of components, but the reality was that each verriere was so unique in its support configuration that its structural behavior bore little or no resemblance to that of its neighbors. A second major challenge for the design of the structures was the classification of the building as a monumental structure with a 100-year design life. This issue was particularly delicate for the timber elements of the structure, whose durability depends principally on their degree of exposure to humidity. The mix of timber and steel also generates ­issues of differential movements, either under thermal loads, where the steel expands and contracts at more than 2.5 times the rate of timber, or due to changes in the moisture content of the timber. Timber has a tendency to creep and slip at connections under longterm loads, changing the balance of forces in various elements of the structure, while also displaying time-dependent strength characteristics. Creating structures of this scale and geometrical complexity in timber posed multiple challenges, particularly in the development of structural connections. These introduce a degree of fragility into the system, due to their non-ductile failure characteristics, which must be compensated by an increased level of global robustness in the structure. The building authorities also required that each verriere have an enhanced performance under fire conditions, above and beyond classic code criteria, such that they are stable and remain in place under any realistic fire scenario. Final-


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Dächer

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Ein Stück Handarbeit an Dach und Fassade Zuschneiden, falzen, anformen – und das alles vor Ort, direkt am Objekt: An der Verarbeitung von Walzblei hat sich in den letzten Jahrhunderten nur wenig geändert. Das Ergebnis ist eine besonders organische Optik. Denn die traditionelle, handwerkliche Montage sieht man den äußerst formbaren Blechen buchstäblich an. Immer wieder stoßen Architekten und Planer auf Dach- und Fassadendetails, die sich aus funktionalen oder ästhetischen Gründen am besten mit Walzblei abdecken lassen. Dies können Abdichtungen von Fenstern, Schornsteinen und Solarzellen ebenso wie Gauben, Kehlen oder filigrane Verzierungen sein. Daneben werden auch komplette Dächer, etwa das des Kölner Doms, mit dem Material eingedeckt. Vor allem die hohe Witterungsbeständigkeit sowie die einzigartige Formbarkeit des Materials sprechen für den Einsatz von Walzblei. Ein wichtiges Anwendungsgebiet ist daher die Sanierung historischer Gebäude. Gerade Baudenkmäler weisen oft außergewöhnliche Dach-, Fassadenoder Turmkonstruktionen auf, die eine individuelle Lösung und eine genaue Analyse eventueller baulicher Schwachstellen erfordern. Bisweilen sind Produktvarianten oder Techniken gefragt, die das historische Antlitz aber nicht beeinträchtigen dürfen.

Ein charakteristisches Beispiel ist der ­­Marienturm des alten Aachener Rathauses. Der aus dem 14. Jahrhundert stammende Turm verfügt über eine Laterne mit filigranen Ornamenten, eine komplett in Walzblei ­gekleidete Holzkonstruktion. Weil falsche Löt- und Überdeckungstechniken an der komplexen Bleihülle zum Eintritt von Feuchtigkeit geführt hatten, musste der Turm im Jahr 2014 saniert werden. Dabei wurde nicht nur auf eine professionelle Verarbeitung durch erfahrene Dachdecker geachtet, sondern auch ein neuartiges Walzbleiprodukt eingesetzt: Kirchenblei der Krefelder Röhr + Stolberg GmbH ist rückseitig mit Zinn be-schichtet und bietet damit einen verbesserten Schutz gegen Korrosion von innen. Es hält den aggressiven Gerbsäuren einiger Hölzer und der Kondensatfeuchtigkeit stand, die sich wegen einer schlechten Entlüftung unter dem Dach ansammeln kann. Das gleiche Produkt kam 2013 in unmittelbarer Nachbarschaft, an der Nikolauskapelle des Aachener Doms, zum Einsatz. Wieder galt es, eine funktionale Verbesserung bei gleichbleibender Optik zu erzielen. Das Walzblei dient hier zur Abdichtung mit Schiefer überzogener Gauben, die in Größe und Form leicht variieren. Weitere Details

wie der Übergang zwischen Kapelle und Westturm wurden zum Teil mit anspruchsvollen Verlegetechniken umgesetzt, um ein Ansammeln von Feuchtigkeit zu verhindern. Runde Dachgauben, wie sie vor Kurzem etwa am Schloss Stolberg im Harz erneuert wurden, lassen sich ebenfalls sehr gut mit Walzblei realisieren. Aufgrund seiner Biegsamkeit wird es vor Ort so verarbeitet, dass es sich optimal an die Unterkonstruktion anfügt und den Ablauf des Regenwassers gewährleistet. Auch hier sind erfahrene Handwerker gefragt, damit die Falze zwischen den Blechen nicht zum Eintrittstor von Feuchtigkeit werden. Weil Walzblei traditionell-handwerklich ­ ontiert wird, sind für komplexe Objekte m kompetente Verarbeiter unerlässlich. Bei richtiger Verarbeitung ist Walzblei allerdings eines der langlebigsten Materialien an Dach und Fassade. Zudem ist es mit allen gängigen Baumetallen chemisch kompatibel und selbst farblich gibt es heute viele Optionen. Für eine farbige Gestaltung gibt es hochwertig lackierte Varianten des Werkstoffs. Die traditionelle, walzblanke Ausführung, zertifiziert unter dem Namen Saturnblei erhältlich, bildet witterungsbedingt eine charakteristische gräuliche Patina heraus. Zum Schutz vor Carbonatbildung für die Zeit der Anfangsbewitterung können die Bleche mit Patinieröl eingestrichen werden. Das Produkt Venusblei von Röhr + Stolberg verfügt über eine hoch­ wertig veredelte, anthrazit-metallischen Oberfläche. Da diese Oberflächen nichts an der traditionellen Verarbeitungsweise ändern, bleibt die organische Ästhetik erhalten. Walzblei ist vollständig recycelbar und eignet sich daher für ideal für nachhaltiges Bauen. In kompakter Form ist der Werkstoff gesundheitlich unbedenklich. ¥ Röhr + Stolberg GmbH � +49 (0)2151 5892–28 www. roehr-stolberg.de


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Bauphysik Wärmeschutz Feuchteschutz Brandschutz Schallschutz Akustik

Weitere Produkte zum Thema Bauphysik unter: www.detail.de

Alte Fabrik mit effizientem Wärmeschutz und hohem Wohnwert Eine ehemalige Industriebrache in Brandenburg an der Havel wurde behutsam saniert und füllt sich nach jahrelangem Leerstand nun wieder mit neuem Leben. 2008 erwarb das Architektur Kontor Delfs die 1879 erbaute Kammgarnspinnerei im Zuge eines Bieterverfahrens vom Bund und begann mit der schrittweisen Sanierung des mehr als 32 000 m2 großen Areals. Ein Masterplan für die weitere Entwicklung wurde in enger Abstimmung mit den städtischen Behörden erstellt. Die Mischnutzung sieht neben Wohnund Ferienlofts unter anderem Flächen für Geschäfte, Gastronomie und ein Altenheim vor. Das gelungene Gesamtkonzept wurde 2013 mit dem Brandenburger Baukulturpreis gewürdigt. Kreative Lösungen waren gefragt, um die notwendige Energieoptimierung der Gebäudehüllen und den Erhalt der alten Fassaden und Dachkonstruktionen unter einen Hut zu bringen. Zudem sollten Räume mit hohem Wohnwert und architektonischem Anspruch geschaffen werden, und nicht zuletzt galt es, die verschiedenen Vorgaben der Denkmalschutzbehörde zu berücksichtigen. Mit den schlanken Aufdachdämmungen und speziellen Innendämmungen der Linzmeier Bauelemente GmbH gelang es den Planern, die ambitionierten Ziele zu erreichen.

In den ehemaligen Werkstattgebäuden und der Sheddachhalle an der südlichen Wasserkante zur Havel sollte Wohnraum entstehen. Die alte Schlosserei, ein Gebäude mit unterschiedlichen Geschosshöhen, dessen zweigeschossiger Teil oben von einem Walmdach abgeschlossen wird, erhielt eine Aufdachdämmung. Die Lösung wurde von der Denkmalschutzbehörde akzeptiert, weil im Gegenzug der marode Dachstuhl komplett erneuert und sichtbar gemacht wurde. Das Plus an Traufhöhe kaschierten die Architekten durch eine Zinkverkleidung. Weil die stehenden Scharen sehr gut zur alten Fassade passen, waren die Denkmalschützer auch mit dieser Ausführung einverstanden. Als Dämmschicht wurde »Linithem PAL N+F« eingebaut. Mit nur einer 200 mm starken Plattenlage konnte der DämmstoffU-Wert von 0,11 erreicht und obendrein Bauzeit gespart werden. Die Dämmplatten mit der WLS 023 kamen auch bei der neben der Schlosserei liegenden Sheddachhalle zum Einsatz. Die füllte Architekt Detlev Delfs mit vier neuen Häusern, in denen heute vier Wohnlofts untergebracht sind. Die alte Tragkonstruktion der Halle wurde dabei größtenteils erhalten, teilweise auch an die veränderten statischen Verhältnisse angepasst. Da die neuen Häu-

ser kürzer als die alte Halle sind, entstand auf der Wasserseite vor jedem Loft eine bis zu 4 m tiefe Terrasse. Die vorgelagerte historische Fassade fungiert hier als Sicht- und Sonnenschutz für den großzügig verglasten Loftgiebel, gibt aber gleichzeitig über große Öffnungen den Blick aufs Wasser frei. Das bestehende Sheddach der Halle bildet heute die Dachfläche der vier »Innenhäuser«. Voraussetzung dafür war, dass auch hier die Aufdachdämmung über der massiven Ziegel-Dachkonstruktion mit einer schlanken und effizienten Dämmung realisiert wurde. Auf diese Weise war es möglich, die höher gelegte Dachfläche optisch hinter der historischen Hallenfassade verschwinden zu lassen und so die Vorgaben des Denkmalschutzes zu erfüllen. Auch die Stahlbeton-Bodenplatte unter den Innenhäusern wurde mit Linitherm gedämmt. So gelang es, bei guten U-Werten die imposante Raumhöhe der Lofts, die unter der Sheddachspitze bis zu 7 m erreicht, ohne Abstriche beizubehalten. ¥ Linzmeier Bauelemente GmbH � +49 (0)7371 1806-0 www.linitherm.de


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Bauphysik

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Lernfähiger Melder

Frühe Branderkennung

Schutz vor Kabelbrand

Die »Titanus«-Ansaugrauchmelder von Wagner erkennen bereits geringste Mengen an Rauchpartikeln, arbeiten extrem zuverlässig und sind bis zu 2000-mal sensibler als herkömmliche Punktmelder. Das Modell »Multi-Sens« mit patentierter Stofferkennung kann zuverlässig Brände von Fehlalarmen unterscheiden. Das System ist in der Lage, kundenspezifische Materialien als Brandoder Täuschungsart zu erlernen.

Der linienförmige Wärmemelder »ADW 535« von Hekatron erkennt Brandgefahren früh und zuverlässig, auch unter schwierigsten Bedingungen. Dank des »DHW Algorithmus« (Dynamic Heat Watch) erreicht er Täuchungsalarmsicherheit auch bei starken Temperaturschwankungen. Mithilfe zweier Fühlerrohre kann er sogar zwei Bereiche mit völlig unterschiedlichen Umgebungsbedingungen gleichzeitig überwachen.

Der Brandschutzschalter »5SM6« von Siemens kann maßgeblich zur Vermeidung elektrisch bedingter Brandgefahren im Eigenheim beitragen. Er reagiert auf serielle Fehlerlichtbögen und schaltet die betroffenen Stromkreise im Detektionsfall sicher ab. Harmlose Störquellen, zum Beispiel durch den Betrieb von Bohrmaschine oder Staubsaugern, kann der Brandschutzschalter von gefährlichen Lichtbögen unterscheiden.

¥ Wagner Group GmbH � +49 (0)511 97383-0 www.wagner.eu

¥ Hekatron Vertriebs GmbH � +49 (0)7634 500-0 www.hektaron.de

¥ Siemens AG Low Voltage � +49 (0)941 790-2212 www.siemens.de

Flexibler Feuchteschutz

Kleben und Abdichten

Ökologischer Schallschutz

Mit Außenabdichtungen von Isotec können Gebäude wirkungsvoll von seitlich eindringender Feuchtigkeit durch Grund-, Hangoder Sickerwasser geschützt werden. Speziell für die Abdichtung durchfeuchteter, erdberührter Bauteile wurde »Isotec-Vas« entwickelt, eine kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung, die rissüberdeckend ist, sehr gut auf feuchtem Untergrund haftet und frei von Lösemitteln ist.

Abdichten und Kleben in einem kann der »2K-Dichtkleber SX 1« von Stekox. Er eignet sich als Verbundabdichtung oder als flächige Bauwerksabdichtung und spart Zeit bei der Verarbeitung: er bindet schnell ab und härtet ohne Schwund und ohne Risse aus, bei hoher Widerstandsfähigkeit gegen Frost. Er kann direkt auf den noch feuchten Untergrund aufgebracht werden und auch das Aufrauen und das Grundieren entfallen.

Zur Optimierung der Tritt- und Gehschallwerte und Überbrückung von Unebenheiten im Untergrund bietet Windmöller eine 1,5 mm starke, ökologische und dauerelastische Unterlagsmatte an, die zu 90 % aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Entwickelt wurde die »silentComfort« speziell für die schwimmende Verlegung unter klebstofffrei zu verlegenden »Connect«Designböden von wineo.

¥ Isotec GmbH � +49 (0)2207 8476-0 www.isotec.de

¥ Stekox GmbH Abdichtungstechnik � +49 (0)7159 4200820 www.stekox.de

¥ Windmöller Flooring Products GmbH � +49 (0)5237 609341 www.wineo.de


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Innenwände, Trennwände, Decken

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Schöne Raumteiler

Vielseitiges Trennwandsystem mit variablem Innenleben

Design- und Ornamentgläser dienen im Innenraum der Gestaltung und Strukturierung von Räumen und bieten eine Kombination aus Funktionalität, Ästhetik und vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Dabei unterscheidet man nach technischer und dekorativer Bearbeitung. Designgläser werden zumeist im Gussglasverfahren hergestellt, wobei das Design durch Einprägen der Muster in die heiße Glasmasse entsteht. Bei Flachgläsern werden die Glasscheiben nach dem Zuschnitt weiterverarbeitet, indem sie mechanisch oder manuell veredelt werden. Designgläser eignen sich für nahezu alle Einsatzbereiche im Innen- und Außenraum, im gewerblichen wie im privaten Bereich. Räume lassen sich mit Wänden aus Ornamentglas in einzelne Bereiche unterteilen, ohne die Räume optisch zu verkleinern. Durch Glastüren kann Licht auch in Räume ohne Tageslicht fallen. Weite und Großzügigkeit lassen sich durch verspiegelte Flächen an Wänden, Decken oder Trennwänden erzielen. Das charakteristische Merkmal aller Gussgläser ist die ausgeprägte Ornamentierung der Oberfläche, man spricht deshalb auch von Ornamentglas. Gussglas hat eine hohe Lichtdurchlässigkeit, ist aber nicht oder nur eingeschränkt durchsichtig. Die Durchsicht lässt sich anhand eines Sichtschutzfaktors bestimmen. Die Kennzahl 1 bedeutet dabei maximale Durchsichthemmung, 10 bedeutet minimale Sichthemmung hinsichtlich der Erkennbarkeit von Objekten hinter dem Glas. Je nach Strukturanordnung kann Licht gerichtet in den Raum gelenkt werden. Das Glas wird farblos oder farbig, ohne oder mit Drahtnetzeinlage, mit einoder beidseitig strukturierter Oberfläche erzeugt. Gussglas wird im Walzverfahren hergestellt, das Muster wird in die noch heiße Glasmasse geprägt. So entsteht die für jeden Glastyp charakteristische Oberflächenstruktur.

Die Rechtsanwaltskanzlei Caspi Sror ist auf die Aufklärung medizinischer Kunstfehler spezialisiert. Auf der 34. Etage des Electra Tower, mit atemberaubenden Ausblick auf die Tel Aviv und das Mittelmeer, haben Eyal und Niki Bleiweiss vom Architektur- und Innenarchitekturbüro Fine Arc für die Rechtsanwälte und ihre Klienten ein ansprechendes Umfeld geschaffen. Gleichzeitig verlangten die Auftraggeber eine moderne und offene, das hochmoderne Äußere des Gebäudes fortsetzende Umgebung. Sie wünschten sich viel Licht und eine freie Aussicht, ohne dass sich Klienten oder Mitarbeiter beobachtet fühlen würden. Die Architekten planten auf dem L-förmigen Grundriss entlang der Außenfassade elf Einzelbüros. Ergänzt wird das Raumprogramm durch einen offen gestalteten Empfangsbereich und zwei Konferenzräume. Das Büro strukturiert sich so in drei Zonen. Direkt an den mittig angeordneten Erschließungskern des Hochhauses sind offen und transparent der Empfang und ein voll einsehbarer Konferenzbereich angelehnt. Entlang der verglasten Außenfassade befinden sich die übrigen Büro- und Besprechungsräume. Erschlossen werden sie über einen zwischen den beiden Bereichen liegenden, umlaufenden Flur. Um das einfallende Tageslicht aus den Einzelbüros auch im Flur und Empfangsbe-

¥ Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH � +49 (0)241 516-0 www.saint-gobain-glass.de

reich nutzen zu können, kristallisierte sich eine Lösung heraus, die den Architekten ursprünglich aus dem Fassadenbereich bekannt war. So holten sich die Planer die ästhetische Wirkung und die besondere Funktionalität eines Okalux-Fassadenisolierglases von der Gebäudehülle in den Innenraum. Holzrastereinlagen im Scheibenzwischenraum werden mit ESG-Scheiben und einem Rahmensystem zu dem neuen System »Okaframe« kombiniert. Diese integrative Lösung eröffnet vielfältige Möglichkeiten im Innenausbau. Unterschiedliche Gläser, zahlreiche Okalux-Einlagen und verschiedene Rahmen lassen sich, abgestimmt auf die jeweilige Bauaufgabe und Einbausituation, individuell kombinieren. So können Räume zum Beispiel nicht nur akustisch abgetrennt werden – es kann darüber hinaus ein durchgängiges Gestaltungskonzept von der Fassade bis in den gesamten Innenraum entstehen. In Tel Aviv setzten die Innenarchitekten auf großflächige, raumhohe Trennwände mit einer Meranti-Einlage im Scheibenzwischenraum. Das feine, horizontale Raster verbindet die sachliche Anmutung von Glas mit der warmen Ausstrahlung des Werkstoffs Holz. Durch den besonderen Materialeinsatz entstand dadurch im Caspi Sror Law Office nicht nur eine semitransparente Lösung, sondern auch die gewünschte zeitgenössische, dabei aber warme und diskrete Atmosphäre. Gleichzeitig erreichten die Architekten durch Okaframe die so wichtige akustische Trennung der Büros. Ein weiterer gestalterischer Pluspunkt: die roten Türen zu den Arbeitszimmern konnten flächenbündig in die Systemwände integriert werden. »Wir sind sicher, dass wir erst angefangen haben, die Anwendungsmöglichkeiten der Okalux- Systemlösungen zu entdecken«, resümieren die Planer begeistert. ¥ Okalux GmbH �+49 (0) 93 91 900-0 www.okalux.de


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research

DETAIL research ist eine Vermittlungsplattform, die Entwicklungsfragen und Szenarien zur Zukunft des Bauens betrachtet. Im Netzwerk von DETAIL research tauschen sich Architekten und Beteiligte aus Industrie, universitärer Forschung und Politik persönlich aus. DETAIL research sammelt, strukturiert, bewertet und vermittelt die Ergebnisse medienübergreifend.

detail.de/research

Neuentwicklungen für den industriellen Bauprozess: Vorfertigung, Management, Darstellung Im Forschungsprojekt »Dienstleistungen im industriellen Bauprozess« (DIB) wurden Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz des Planungs- und Bauprozesses entwickelt. Ziel war es, die funktionale Struktur bei der Planung und der Umsetzung von Industriebauten zu verbessern. Grundlage der Neugestaltung ist ein Wissensmanagementsystem, das eine durchgängige Verfügbarkeit von Informationen ermöglicht. Dafür haben Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft in mehreren Teams integrierende Dienstleistungen für Planungsunternehmen und ausführende Gewerke entwickelt. Insbesondere durch die Vermeidung von Medienbrüchen an wissensintensiven Schnittstellen sollen die Qualität des gesamten Bauprozesses gesteigert und Fehlerquellen reduziert werden. Zu Beginn der Forschungstätigkeiten wurden Störungen im Bauprozess identifiziert und die daraus re-

sultierenden Anforderungen ermittelt. Auf dieser Basis erarbeitete sich die Carpus+ Partner AG das Forschungsfeld »Integriertes Bauplanungs- und Prozessmanagement«, die formitas Gesellschaft für IuK-Technologie mbH widmete sich dem Bereich »Augmented Reality« und Imtech Deutschland GmbH & Co. KG setzte sich mit der »Industriellen Vorfertigung« auseinander. Die Dienstleistung des integrierten Planungs-Bauprozessmanagements IPBM bündelt alle projektrelevanten Informationen, strukturiert und aktualisiert diese stetig. Das Werkzeug übersetzt die komplexer werdenden Abläufe im Bauwesen in Form von grafischen Prozessmodellen. So werden die Prozesse für alle Beteiligten transparent, die Nutzung von Innovationen sowie die vorausblickende Integration sich verändernder Gesetze wird sichergestellt. Planungsmodule und Softwaretools werden firmenübergrei-

fend abgestimmt, um Schnittstellenverluste zu vermeiden. Zu den Planungsmodulen gehören technische Anwendungen wie eine AugmentedReality-Lösung, auf Deutsch »Erweiterte Realität«. Diese Form der digitalen dreidimensionalen Darstellung basiert auf einer Smartphone- und Tabletanwendung sowie einer Webserverkomponente. Dreidimensionale Baupläne werden dabei in Echtzeit über Aufnahmen des Bauobjekts projiziert. Die digitale Visualisierung ist jederzeit und für jeden Nutzer verfügbar, sie ist immer aktuell und kann direkt auf der Baustelle eingesehen werden. Dadurch wird die Kommunikation zwischen den Gewerken erleichtert, die Abläufe werden beschleunigt, Probleme können frühzeitig erkannt werden. Durch industrielle Vorfertigung lassen sich laut den Forschungserbnissen herausragende Potenziale im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung ausschöpfen. Häufig resultieren Qualitätsverluste aus der Verarbeitung von Standardrohren unter üblichen Baustellenbedingungen mit Schmutz, Kälte, Hitze, beengten Platzverhältnissen und Termindruck. Die projektspezifische Vorfertigung und termingerechte Anlieferung von Bauprodukten bietet hier eine sinnvolle Lösung. Erste Praxistests der Geschäftsmodelle haben bereits zu positiven Ergebnissen geführt und konnten Wege aufzeigen, wie der funktionale und phasenorientierte Bauprozess optimiert werden kann.

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Zu den Projektbeteiligten gehörten Carpus+Partner AG, formitas Gesellschaft für IuK-Technologie mbH und Imtech Deutschland GmbH & Co. KG, das Forschungsinstitut FIR und das WZL der RWTH Aachen sowie die Gildemeister AG (heute DMG Mori Seiki AG). Gefördert wurde das Projekt aus Mitteln des Landes NRW und von der Europäischen Union. BS


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DETAIL research

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1 Augmented Reality: Digitale dreidimensionale Darstellungen sind bei der Planung komplexer Bauprojekte nicht mehr wegzudenken. Im ­Forschungsprojekt DIB wird u.a. getestet, welche Darstellungsmöglichkeiten mittels neuer ­Applikationen für Smartphone oder Tablet-PCs auch zur Anwendung direkt auf der Baustelle ­genutzt werden können. (Foto: Carpus+Partner, Jörg Stanzick) 2 Forschungsfelder des Ambient Mobility Labs von IAO und MIT (Grafik: Jochen Verhasselt, IAO) 3 Die Darstellung des Ambient Mobility Lab zeigt die Kriterien, die eine »Demand-Response«Mobilität beeinflussen. (Grafik: Jochen Verhasselt, IAO)

¥ www.ambientmobility.org

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Ambient Mobility: Neue Mobilitätsformen für die Stadt der Zukunft Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) starteten vor wenigen Wochen die Kooperation »Ambient Mobility Lab«. Das deutsch-amerikanische Kooperationsprojekt sucht nach Lösungen für eine nachhaltige Mobilität in urbanen Zentren der Zukunft. Im Jahr 2050 wird mit einer Weltbevölkerung von über neun Milliarden Menschen gerechnet, von denen mehr als drei Viertel in Städten leben. Es ist also dringend notwendig, dass sich die städtischen Strukturen schon heute auf die gesteigerten Mobilitätsanforderungen vorbereiten. Im Forschungslabor »Ambient Mobility Lab« haben sich nun die beiden auf diesem Gebiet führenden Institute, das Fraunhofer IAO und das SENSEable City Lab des MIT, zusammengeschlossen. Ziel ist es, zukunftsfähige Mobilitätskonzepte zu entwickeln, zu bewerten und zur Anwendung zu bringen. Dazu gehören innovative

Spitzentechnologien wie autonomes Fahren, neue Antriebskonzepte, Sharing-Lösungen sowie Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality und selbstverständlich die Beantwortung der Frage, wie diese Technologien mit bestehenden und künftigen Stadtsystemen interagieren werden. »Um die Mobilität von morgen zu gestalten, benötigen wir nicht nur neue Mobilitätskonzepte, sondern auch eine intelligente IT-Infrastruktur, die diese sinnvoll miteinander vernetzt und gewinnbringend in die Stadt integriert«, erläutert Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer IAO. Durch den zukünftig stark wachsenden Einsatz von Sensoren und vernetzten Technologien wird sich das Mobilitätskonzept, laut den Wissenschaftlern, bereits in naher Zukunft grundlegend ändern. Carlo Ratti, Leiter des SENSEable City Lab am MIT, ergänzt: »Da unsere Städte zunehmend zu ›Open-Air-Computern‹ werden, er-

öffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Die Elektrifizierung bringt neue Antriebstechnologien hervor, autonomes Fahren lässt die Grenzen zwischen Individual- und Massentransport verschwimmen und Daten sorgen für veränderte Multimodalität und Nutzerinteraktion.« Durch eine große Bandbreite an Smart-Mobility-Anwendungen gehen die Wissenschaftler von weniger Fahrzeugen auf den Straßen, kürzeren Fahrtzeiten, geringeren Schadstoffemissionen und einem reduzierten Bedarf an Parkplätzen aus, wovon die städtische Gemeinschaft in hohem Maße profitieren wird. Erste gemeinsame Pilotprojekte befinden sich bereits in der Forschungsphase. Sie suchen u.a. Antworten auf die Fragen: Wie sehen Taxis in Zukunft aus? Wie kann man private Einkäufe umweltverträglich ohne eigenes Fahrzeug transportieren? Welchen Mobilitätssystemen gehört die Zukunft? Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg gefördert. BS

Partner von DETAIL research:

Förderer und wissenschaftliche Partner:

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ETH Zürich: Professur für Architektur und Digitale Fabrikation ETH Zürich: Professur für Computer-Aided Architectural Design Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg: Lehrgebiet Konstruktion und Technik HAWK Hildesheim: Institute International Trendscouting Technische Universität Braunschweig: Institut für Gebäude- und Solartechnik Technische Universität Dortmund: Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung Technische Universität Dresden: Institut für Bauinformatik CIB Technische Universität Graz: Institut für Architektur-Technologie Technische Universität München: Fakultät für Architektur Universität Stuttgart: Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren


research

Die Zeit der Utopien, der urbanen Visionen und futuristischen Szenarien ist vorbei. Architektur-, Städtebau- und Bauforschung treten zukünftigen Herausforderungen verstärkt mit konkreten Handlungsempfehlungen und lösungsorientierten Ansätzen entgegen. Das Forum „Building the Future“ von DETAIL research gibt im Rahmen der Weltleitmesse BAU 2015 an sechs Nachmittagen einen Einblick in praxisbezogene internationale Forschungsprojekte für das Bauen der Zukunft.

detail.de/research

Forum – Building the Future

19. bis 24. Januar 2015 | BAU 2015, München Montag, 19. Januar 2015, 14:30 Uhr

Nachhaltige Stadt Utopien und Stadtentwicklung

Donnerstag, 22. Januar 2015, 14:30 Uhr

Strategien zum Klimawandel Bauen im Klimawandel: das Effizienzhaus Plus

Prof. Dr. Gerald Wood, Wilhelms-Universität Münster

Ministerialrat Hans-Dieter Hegner, BMUB, Berlin

Morgenstadt – Die Co-Evolution der Stadtsysteme

Zero-Emission-Architecture

Urbane Verdichtungsstrategien

Intelligentes Design

Aktivierung innerstädtischer Brachen

Eine klare Vision – Liquid Crystal Window Technology

Steffen Braun, Fraunhofer IAO, Stuttgart Justus Pysall, Pysall Architekten, Berlin

Jana Reichenbach-Behnisch, rb Architekten, Leipzig

Prof. Dr. Hansjürg Leibundgut, ETH Zürich Signe Kongebro, Henning Larsen Architects, Copenhagen Eric Höweler, Höweler + Yoon Architecture, Boston

Neue Mobilität

Selva Gürdoğan, Gregers Tang Thomsen, Superpool, Istanbul

Freitag, 23. Januar 2015, 14:30 Uhr Dienstag, 20. Januar 2015, 14:30 Uhr

Globalisierung versus Regionalismus

Architekturproduktion Digitales Design und Fertigung Prof. Achim Menges, Universität Stuttgart

Digitale Planung in der Architektur

Stadt, Raum und Land

Arnold Walz, designtoproduction, Stuttgart

Abgehängt? Peripherisierung von Städten und Regionen

Marc Hoppermann, UNStudio, Amsterdam

Prof. Dr. Frank Eckardt, Bauhaus-Universität Weimar Dr. Manfred Kühn, IRS Leibniz-Institut, Erkner

Raumpioniere in ländlichen Regionen

What You Know Is What You Get Digitale Baustelle

Prof. Dr.-Ing. André Borrmann, TU München

Kerstin Faber, Projektbüro Franz Faber, Leipzig

Smart Communities im demografischen Wandel

Thomas Bade, iF UNIVERSAL DESIGN + SERVICE GmbH, München

Mittwoch, 21. Januar 2015, 14:30 Uhr

Zukunft im Bestand Zukunft im Bestand

Dr. Robert Kaltenbrunner, BBSR, Bonn

Ressource Architektur

Prof. Arno Brandlhuber, Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, brandlhuber+ architekten und stadtplaner, Berlin

Lebensqualität durch Sanierung

Ralf Werry, Luwoge GmbH, Ludwigshafen Lutz Schäfer, BASF SE, Ludwigshafen

Altbau aktiv - Sanierung zum Plusenergiegebäude

Prof. Joost Hartwig, Frankfurt UAS, ina Planungsgesellschaft mbH Ruben Lang, o5 Architekten bda raab hafke lang, Frankfurt am Main

Strategische Partner:

Samstag, 24. Januar 2015, 14:30 Uhr

Netzwerk Bauen Soziale Architektur

Anh-Linh Ngo, Arch+, Berlin

Top Down versus Bottom Up? Neue Planungsparadigmen

Prof. Dr.-Ing. Philipp Misselwitz, Technische Universität Berlin

Partizipative Architektur

Prof. Dr.-Ing. Susanne Hofmann, TU Berlin, Die Baupiloten BDA, Berlin

Selbstbauarchitektur

Prof. Anne-Julchen Bernhardt, RWTH Aachen, BeL Sozietät für Architektur, Köln

Ort: Messe München, Halle A4 / 338. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei. Weitere Informationen unter www.detail.de/research

Forschungspartner:


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Innenwände, Trennwände, Decken

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NEU Besondere Raumwirkung

Spanndecken setzen Akzente

Stuck ist das ideale Material zur Realisierung komplexer Formen. Staff Décor ist es nun gelungen, die exzellenten Eigenschaften echten Stucks auf den Bereich der Innenraumbeleuchtung zu übertragen. Die praktische LED-Beleuchtung lässt sich einfach in Stuckprofile integrieren und mit abgehängten Decken oder Deckensegeln aus Stuck kombinieren. Die ausgefeilte Lichtgestaltung ist langlebig und energiesparend.

Ciling bietet Spanndecken für jeden Geschmack und Stil – von modisch-glänzenden oder klassisch-matten Ausführungen bis hin zu leuchtend-kräftigen oder zurückhaltend-dezenten Farbtönen. So können Decken als Ganzes oder in Teilbereichen verkleidet werden. Auch als Raumteiler sind die Spanndecken eine dekorative Lösung. Kombiniert mit passender Beleuchtung schaffen sie eine schöne Atmosphäre.

¥ Staff Décor Deutschland GmbH � +49 (0)6831 946830 www.staff-decor.de

¥ Ciling Deckenvertrieb GmbH � +49 (0)6202 85933-0 www.ciling.de

Stilvoller Blickfang

Alles Kühle kommt von oben

Mit Zierprofilen und Rosetten von NMC gelingt die Gestaltung einer schönen Decke leicht und wirkungsvoll. Die Profile lassen sich mithilfe eines Spezialklebers vom Fachmann mühelos auf jeder gestrichenen oder gespachtelten Decke befestigen. Von üppig ornamentiert bis hin zu schlicht designorientiert, mit seinem reichhaltigen Sortiment bietet NMC zu jeder Einrichtung die passende Gestaltungslösung.

In der neuen Heiz-/Kühldecke »Plafotherm C3« vereint Linder die Eigenschaften der Plafotherm-Systemtechnologie und des Graphit-Baustoffs Ecophit. Aufgrund der guten thermischen Leitfähigkeit und des geringen Gewichts, ist Graphit für den Einsatz in diesem Bereich besonders geeingnet. Plafotherm C3 erreicht eine Nennleistung von bis zu 140 W/m2 bei geschlossenen Decken und 160 W/m2 bei Segeln.

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¥ Lindner Group � +49 (0)8723 20-0 www.Lindner-Group.com

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Fotonachweis / Impressum

∂ Zeitschrift für Architektur + Baudetail

Fotonachweis Fotos, zu denen kein Fotograf genannt ist, sind Architektenaufnahmen, Werkfotos oder stammen aus dem Archiv DETAIL. Seite 1148, 1186 –1190: Stefan Müller, D – Berlin Seite 1149, 1150 oben, 1151, 1152 Mitte, 1152 rechts, 1153 oben rechts, 1155 Mitte, 1155 unten, 1156 oben, 1157, 1171, 1174, 1217, 1221, 1222 links, 1223, 1224: Christian Schittich, D – München Seite 1150 Mitte, 1150 unten, 1152 Mitte: © FLC/VG Bild-Kunst, Bonn 2014 Seite 1150 unten: Michael Mayer Archive, D – Neuss Seite 1152 links: aus: a+u, 14:06, Seite 50 Seite 1153 oben links: aus: Jörg C. Kirschenmann, E. Syring (Hrsg.): Hans Scharoun, Die Forderung des Unvollendeten. DVA, Stuttgart 1993, Seite 17 Seite 1153 oben links, 1153 unten: © VG Bild-Kunst, Bonn 2014 Seite 1153 unten: © Archiv Berliner Philharmoniker Seite 1154: Mikiko Kikuyama, USA–New York Seite 1155 oben links: aus: Philip Thalis and Peter John Cantrill: Public Sydney: drawing the city. Historic Houses Trust of New South Wales and ­Faculty of Built Environment, University of New South Wales, 2013 Seite 1155 oben rechts: NigelSpiers /shutterstock.com Seite 1156 unten: BMW AG München, D – München Seite 1158 oben: Marcus Ebner, D – Berlin Seite 1158 unten: Christian Richters, D – Berlin Seite 1161, 1162, 1170 drittes von oben rechts: Su Shengliang Seite 1163, 1164, 1294 unten: Xia Zhi Seite 1166 links: Chalmers Department of Architecture, S – Göteburg Seite 1166 rechts: Margherita Spiluttini, A – Wien Seite 1168 links: Anttinen Oiva Architects, FIN–Helsinki Seite 1168 rechts: museumFLUXUS+, D–Potsdam Seite 1170 oben links: Niklaus Spoerri, CH–Zürich Seite 1170 erstes von oben rechts: Joao Morgado, P–Lissabon Seite 1170 zweites von oben rechts: Adam Mørk, DK–Kopenhagen Seite 1170 viertes von oben rechts: a21 studio Seite 1172 oben: Edmund Sumner, GB –London Seite 1172/1173, 1175: Nigel Young/Foster + Partners Seite 1176 –1179: �ke E:son Lindman, S – Stockholm Seite 1180 –1185: Jack Hobhouse, GB–London Seite 1191–1195: Hannes Henz, CH –Zürich Seite 1196 –1199: Benedikt Markel, CZ–Prag

Seite 1200/1201, 1202/1203, 1205, 1206, 1231: Brigida González, D – Stuttgart Seite 1207, 1209 –1214: Michel Denancé, F– Paris Seite 1208: Andreas Gabriel, D–München Seite 1218, 1219, 1222 rechts: © Fondation Louis Vuitton, Louis-Marie Dauzat Seite 1220 links: © Beken of Cowes, GB – Cowes Seite 1236 oben links, 1236 Mitte: Christian Richters / Velux Deutschland Seite 1237: Gianni Basso Seite 1240: Detlev Delfs, D – Brandenburg /Havel Seite 1242 oben rechts, 1242 oben links und unten: Michel Bonvin Photography, D – Berlin Seite 1244 oben links und Mitte, unten: Olaf Rohl /Saint-Gobain Weber Seite 1248 oben links: Photo Graf, D – München Seite 1248 oben rechts: Fotodesign Peter Wolf, D –Taunusstein Seite 1248 unten links: Eckhard Geitz, D –Kassel Seite 1248 unten Mitte, 1249 oben rechts: Saint-Gobain Rigips, D – Düsseldorf Seite 1248 unten rechts: Ralf Mohr, D –Hannover Seite 1249 oben links: Frings Montagebau GbR, D –Altrich Seite 1249 unten: José Arjona Seite 1250 oben links, 1250 unten: Matthias Groppe /Lignotrend Seite 1252 oben Mitte, 1252 oben rechts, 1252 unten: Amit Geron, ISR–Tel Aviv Seite 1262 oben, 1262 unten Mitte, 1262 unten rechts: Anke Müllerklein, D – Hamburg Seite 1268 oben rechts: Hanno Mackovitz, A–Innsbruck Seite 1270: dreibundarchitekten, D – Bochum Seite 1272–1274: s.o.z. GmbH, D – Dachau Seite 1279 oben links: Meike Hansen /Archimage Seite 1279 oben Mitte: Courtesy of Massimo Grimaldi and Emergency ngo Seite 1279 oben rechts: Elemental Chile Seite 1279 unten: Colt /SSC/Arup Seite 1280 oben: Adolf Bereuter, A–Dornbirn Seite 1280 Mitte links: Henning Köpke, D–München Seite 1280 Mitte rechts: Dominique Marc Wehrli, CH – La Chaux-de-Fonds Seite 1294 oben: Pasi Aalto, N –Trondheim Seite 1294 Mitte: Thomas Koller, D – Glonn/Haslach

Rubrikeinführende s/w-Aufnahmen / Vorschau

Seite 1149: Eingangshalle des Royal Museum of Edinburgh Architekten: Francis Fowke Seite 1161: Long Museum in Schanghai Architekten: Atelier Deshaus, RC – Schanghai Seite 1171: Pavillon am Vieux Port in Marseille Architekten: Foster + Partners, GB – London Seite 1217: Fondation Louis Vuitton in Paris Architekten: Gehry Partners, USA – Los Angeles Seite 1231: Forum eines Gymnasiums in Adelsheim Architekten: Ecker Architekten, D – Heidelberg Seite 1294 oben: Ferienhütte in Karnataka Architekten: Rintala Eggertsson Architects, N – Oslo Seite 1294 Mitte: Kapelle in Fischbachau Architekt: Michele De Lucchi, I – Mailand Seite 1294 unten: Kulturzentrum in Peking  Architekten: Origin Architect, RC – Peking

Verlag: Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG, Hackerbrücke 6, 80335 München Tel. (089) 38 16 20-0, Fax (089) 38 16 20-66 Internet: http:// www.detail.de Postanschrift: Postfach 20 10 54, 80010 München Persönlich haftende Gesellschafterin: Institut für internationale ArchitekturDokumentation Verwaltungs-GmbH, München, eine 100 %-ige Tochter der ATEC Business Information GmbH. Kommanditistin (100 %): ATEC Business Information GmbH, München.

DETAIL erscheint 10≈ jährlich am 28. Dezember / 3. März / 1. April / 2. Mai / 2. Juni / 15. Juli / 1. September/ 1. Oktober / 3. November / 1. Dezember/ im Mai + November zusätzlich DETAILGreen als Sonderhefte. Bezugspreise: Abonnement 12 Hefte inkl. 2 Hefte DETAIL-Konzept, inkl. 2 Sonderhefte DETAILGreen: Inland: € 172,– Ausland: € 172,– / CHF 251,– / £ 114,– / US$ 224,– Für Studierende: Inland: € 91,– Ausland: € 91,– / CHF 137,– / £ 64,– / US$ 119,– DETAIL Einzelheft: € 18,– /  CHF 28,– / £ 13,– / US$ 23,50 DETAILGreen Einzelheft: € 14,50 / CHF 25,– / £ 10,– / US$ 19,50

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Christian Schittich (Chefredakteur, V. i. S. d. P., CS), Sabine Drey (SD), Andreas Gabriel (GA), Frank Kaltenbach (FK), Julia Liese (JL), Thomas Madlener (TM), Emilia Margaretha (EM), Peter Popp ­(PP), Maria Remter (MR), Jakob Schoof (JS), Edith Walter (EW). Freie Mitarbeit: Burkhard Franke (BF), Claudia Fuchs (CF), Sophie Karst (SK) Dejanira Ornelas Bitterer, Marion ­Griese (MG), Emese M. Köszegi, ­ Simon Kramer (SiK), Freie Mitarbeit: Martin Hämmel, Gina Pawlowski (Zeichnungen) Elise Feiersinger (Übersetzungen engl.), Xavier Bélorgey (Übersetzungen franz.), George Frazzica, Rossella Mombelli (Übersetzungen ital.) Redaktion DETAIL transfer: Meike Weber (V. i. S. d. P.), Tim Westphal (Leitung), Patricia Beck, Zorica Funk, Thomas Greiser, Katja Pfeiffer, Katja Reich, ­Hildegard Wänger, Kathrin Wiblis­hauser (Anschrift wie Verlag) Tel. (089) 38 16 20-0 Herstellung /DTP: Peter Gensmantel (Leitung), Cornelia Kohn, Andrea Linke, Roswitha Siegler, Simone Soesters Vertriebsservice: (Abonnementverwaltung und Adressänderungen) Vertriebsunion Meynen, Große Hub 10, 65344 Eltville Tel. (0 61 23) 92 38-211, Fax: -212 E-Mail: detailabo@vertriebsunion.de Marketing und Vertrieb: Claudia Langert (Leitung) Irene Schweiger (Vertrieb) Tel. (089) 38 16 20-37 Ariadna Zorca (Marketing) Tel. (089) 38 16 20-14 (Anschrift wie Verlag) Auslieferung an den Handel: VU Verlagsunion KG Postfach 5707, 65047 Wiesbaden Anzeigen: Martina Langnickel (Leitung, V. i. S. d. P.), DW -48 Claudia Wach, DW -24 (Anschrift wie Verlag) Tel. (089) 38 16 20-0

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DETAIL 11/2014 · Dächer · Roofs · Toitures · Coperture · Cubiertas