BIM - Building Information Modeling I Management

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BIM Building Information Modeling I Management Methoden und Strategien f端r den Planungsprozess Beispiele aus der Praxis Edition Detail


Inhalt Einführung S. 4 S. 6

BIM in Zahlen – Status quo Zwei Marktanalysen zur Implementierung der BIM-Methodik in Deutschland im Vergleich KIT Karlsruhe, Building Lifecycle Management / Fraunhofer IAO

S. 14

Die Zukunft der Daten Im Gespräch mit Annette von Hagel, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

S. 18

Digital Planen Bauen Betreiben Im Gespräch mit Dr. Ilka May und Dipl.-Ing. Helmut Braman, planen-bauen 4.0

Lernen vom Ausland S. 20

S. 26

Kapitel Architekten ı Planer S. 30

2

Editorial

Lernen vom Ausland Im Gespräch mit Julian Weyer, C. F. Møller Architects Gemeinschaft, Inspiration, Technologie Erfahrungswerte über BIM in Deutschland aus dem BuroHappold

Chance oder Risiko für den Beruf des Architekten? Einführung von Frank Kaltenbach, DETAIL

S. 32

Integrale Planung ist Kopfsache Christine Ryll im Gespräch mit Gerd Maurer, ATP architekten ingenieure

S. 36

Die Rolle des Architekten als Ingenieur stärken Robert Uhde im Gespräch mit Carsten Venus, blauraum

S. 40

Chancen digitaler Planungswerkzeuge Im Gespräch mit Thomas Lücking und Steffen Schünecke, Gerber Architekten

S. 46

BIM in der Sanierung – das Pilotprojekt Gebäude 327 Ein Bericht aus der Praxis von Brechensbauer Weinhart + Partner Architekten

S. 50

Die DNA eines Gebäudes Melanie Seifert im Gespräch mit Andreas Schindler, HWP Planungsgesellschaft mbH

S. 54

Mut zu mehr Unternehmertum! Im Gespräch mit Markus Hammes und Nils Krause, hammeskrause architekten

S. 58

BIM und parametrische Planung bei Bollinger + Grohmann Robert Uhde im Gespräch mit Kim Boris Löffler, Adam Orlinski, Moritz Heimrath und Torsten Künzler, Bollinger und Grohmann Ingenieure

S. 62

Märchen, Realität und Perspektiven bei der Planung mit BIM Christine Ryll im Gespräch mit Matthias Braun, Obermeyer Planen + Beraten GmbH

S. 66

Grundlegende Herausforderungen datenmodellorientierter Planung Robert Uhde im Gespräch mit Mirjam Borowietz, ZWP Ingenieur-AG

S. 70

Digitale Prozesse beim Entwerfen komplexer Bauwerke Roland Pawlitschko im Gespräch mit Alexander Rieck, LAVA, und Arnold Walz, designtoproduction


Inhalt

Kapitel Bauherr ı Betreiber S. 74

Datenmanagement im Infrastrukturbetrieb Im Gespräch mit Harald Rohr und Stephanie Külzer, Fraport AG

S. 76

Neue Wege beschreiten im Wettbewerbsverfahren Im Gespräch mit Jean Luc Perrin, Felix Platter-Spital

S. 80

Die »Owner BIM«-Strategie am Beispiel von Roche Im Gespräch mit Daniel Riekert, Roche AG

Kapitel Projektsteuerung ı Baubetrieb S. 84

S. 88

Kapitel Recht ı HOAI S. 92

Kapitel Bauunternehmen ı ausführende Firmen S. 94

S. 96

Kapitel Hersteller ı Bauprodukte S. 98

S. 102

Kapitel Hochschulen ı Ausbildung S. 106

S. 110

Kapitel Software ı Technik S. 112

Anhang S. 118 S. 126 S. 128

Transparente Wege Melanie Seifert über Erfahrungswerte von Peter Liebsch, Drees & Sommer AG BIM2FIM – die Basis des Facility Managements der Zukunft? BIM und Facility Management aus der Sicht von Alfred Waschl, cafm engineering GmbH

BIM in der HOAI Ein Beitrag über juristische Handlungsfelder von Dr. Robert Elixmann, Kapellmann und Partner Rechtsanwälte

Digitalisierter Freiraum im Holzbau Eine Einschätzung von Thomas Wehrle, ERNE AG Holzbau »Wir erwarten eine Effektivitätssteigerung von mindestens zehn Prozent« Christine Ryll im Gespräch mit Dr. Matthias Jacob, Wolff & Müller Holding GmbH & Co. KG

Neubau Rathaus und Kita »Grüne Mitte Biebergemünd« Planen und Bauen mit der Methode BIM, im Gespräch mit Christian Glatte Schüco International KG Digitale Unterstützung für Planer – Erfahrungen bei Dorma Ein Beitrag von Dr. Kai Oberste-Ufer, Dorma Deutschland GmbH

Building Information Modeling in Ausbildung und Forschung Christine Ryll im Gespräch mit Prof. Christoph Achammer, Technische Universität Wien, Prof. Dr.-Ing. André Borrmann, Technische Universität München, Prof. Dr.-Ing. Manfred Breit, Fachhochschule Nordwestschweiz, Prof. Dr.-Ing. Petra von Both, KIT Karlsruhe, Prof. Dr.-Ing. Markus König, Ruhr-Universität Bochum, Prof. Peter Russel, RWTH Aachen BIM-Initiativen Roland Pawlitschko stellt unabhängige Initiativen zwischen Praxis und Ausbildung vor

Ein Blick auf aktuelle Software-Lösungen Eine Auswahl BIM-relevanter Bausoftware, zusammengestellt von Roland Pawlitschko und Tim Westphal

BIM-Glossar Bildnachweis, Quellenverzeichnis, Autoren Impressum 3


0,8% 1, 2 Der Bausektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der großen Volkswirtschaften in Europa. Hier das Beispiel Deutschland: 2014 trug das Baugewerbe 4,8 % (das sind 136,5 Mrd €) zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei. Der Anteil des Bruttoinlandsproduktes (entspricht 2.903,78 Mrd €), der für Bauinvestitionen verwendet wurde, war mit 10,1 % (Wohnungsbau: 174,36 Mrd €, Hochbau 77,9 Mrd €, Tiefbau 41,1 Mrd €) doppelt so hoch. Der Anteil des Baugewerbes an der gesamten Beschäftigung lag bei 5,7 % ( in Summe 2,37 Mio Arbeitnehmer). Damit liegt das Baugewerbe sowohl bei der Produktion als auch bei der Beschäftigung noch vor so wichtigen Industriebereichen wie dem Fahrzeugbau, dem Maschinenbau oder der Chemischen Industrie. Die Bauwirtschaft bleibt eine Schlüsselbranche für Deutschland.

Dienstleistung Bau

25,5%

Industrie Landwirtschaft

BIP (2014) 2.903,78 Mrd €

4,7% 136,5 Mrd €

69,0%

5,7 % Beschäftigte 2,37 Mio Arbeitnehmer

1

89,9%

In den Betrieben des deutschen Bauhauptgewerbes waren im Juni 2014 insgesamt 768.190 Personen tätig, im Ausbaugewerbe waren es 1.166.732 Personen.

Bruttoinlandsprodukt BIP gesamt Anteil Bauinvestition 2014

10,1% 239,36 Mrd € Wohnungsbau 174,36 Mrd € Hochbau 77,9 Mrd € Tiefbau 41,1 Mrd € 2

27%

alle Branchen

3 71%

Information / Kommunikation 33%

Finanzwirtschaft

30%

Sonstige Dienstleistungen

26%

Industrie Handel

20%

Verkehr

19% 18%

Gastgewerbe

16%

Bau 0%

3

4

20%

40%

60%

80%

100%

Der Digitalisierungsgrad in Deutschland nach Branchen. Der Stand der Digitalisierung in Unternehmen – jeweils gemessen an Internetzugang, IT-Ausstattung, strategischer Ausrichtung und Digitalisierung der internen Prozesse – zeigt in der Aufschlüsselung starke Unterschiede. Gerade im Bereich des Bauens sind noch erhebliche Optimierungspotenziale zu erkennen.


Editorial

Editorial

Informationen zur »Digitalen Baustelle«, dem »Digitalen Bauprozess« oder der »5D-Planung« erreichen den Architekten oder Fachplaner inzwischen fast täglich. Sie kommen mit der Werbepost ins Büro, werden in den Fachzeitschriften abgehandelt oder stehen bereits verklausuliert im Anforderungskatalog manches Bauherrn, zum Beispiel als »Optimierungsleistung im Zuge des Planungs- und Bauprozesses«. Die sich daraus zwangsläufig ergebende Fragestellung, inwieweit die fortschreitende Digitalisierung als globales Phänomen das Bauwesen, die Planungs- und Arbeitsprozesse und damit den Architekten- und Planerberuf verändern wird, lässt sich nach heutigem Stand nur so beantworten: Niemand weiß es genau. Das ist ein Problem, denn die Digitalisierung ist in vollem Gang. Mit diesem Umstand sind althergebrachte analoge Denk-, Arbeitsund Handlungsweisen nicht mehr vereinbar – auch, wenn der Mensch per se ein analoges Wesen ist. Es bleibt damit für Viele, die den Digitalisierungsprozess mit Argwohn (oder zumindest Unbehagen) betrachten, eine Reise ins Ungewisse. Und es bedeutet die Notwendigkeit, sich nach der Umstellung auf CAD vor gut 25 Jahren wieder in einer neuen Arbeitsumwelt zurechtzufinden. Neben einem oft noch unbekannten Arbeitsmilieu bietet die Digitalisierung des Planens und Bauens jedoch vor allem Chancen zur Verbesserung der Kommunikation, der Interaktion und der Zusammenarbeit, zum interkulturellen Austausch und damit verbunden zur Verbesserung der eigenen Arbeits- und Lebensumstände. Bei der intensiven Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, die der Übergang zur digitalen Planung auf unsere gebaute Umwelt hat, stößt man immer wieder auf einen Begriff: Building Information Modeling (BIM). Als methodischer Ansatz zur optimierten Planung und interdisziplinären Abwicklung von Bauprozessen bestimmt BIM heute zahlreiche Großbaustellen im In- und Ausland (S. 20ff). Und mehr noch: Wie wir in der vorliegenden Publikation aufzeigen, hat BIM auch seine Berechtigung für überschaubare Projekte und für kleinere Architektur- und Ingenieurbüros – und das unabhängig davon, ob es sich um eine Sanierung oder einen Neubau handelt (S. 46ff). Der digitale Planungsprozess, der sich nur temporär auf BIM fokussiert, wird Vorteile für Alle bieten und ist bereits verankert in der Lehre an Universitäten und Hochschulen (S. 106ff). Mit der sich anbahnenden umfassenden Vernetzung von bislang isoliert betrachteten Einzelprozessen etabliert sich parallel eine neue Form des Teamworks und der Kommunikation (S. 40ff). Im Idealfall wird diese auf Interaktion beruhende Arbeitsmethode einen gemeinsamen Projekterfolg als Ergebnis einer gemeinsamen Projektverantwortung begründen. Der Erfolg eines Projekts ist dabei nicht allein auf den Planungs- und Bauprozess gegründet, sondern setzt sich fort über den Betriebszeitraum des Gebäudes und endet mit dem dokumentierten und umfassenden Recycling der verbauten Werkstoffe in den Stoffkreislauf (S. 109). BIM ist keine spezielle Software, sondern eine Methode, die sich zur Verfügung stehende technologische Möglichkeiten und einen demokratischen Entwurfsansatz zunutze macht. Daher darf der Pluralismus von Planungsmodellen und Werkzeugen nicht zugunsten einer solitären BIM-Lösung eingeschränkt werden. Vielmehr muss jeder Einzelne die Sinnhaftigkeit von verfügbaren Mitteln und Ressourcen für sich ausloten (S. 30f). Fakt ist: die Einführung BIM-basierter Prozesse ist in vollem Gang. Sie ist politisch gewollt und wird von Bauherren oder Betreibern bewusst befördert und gefordert (S. 74ff). Doch die aus BIM resultierenden Anforderungen für alle am Bau Beteiligten sind noch nicht durchgängig definiert. Juristische Fragen zu Haftungsrisiken und Verantwortlichkeiten oder zur Vergütung von Leistungen im Rahmen der Honorarordnung HOAI sind zu beantworten (S. 92). Wichtig bleibt daher auch in der Zukunft die aktive Unterstützung bei der Implementierung des digitalen Planungs- und Bauprozesses, der unter anderem von der Politik, Privatinitiativen, Organisationen, Verbänden (S. 110ff) und durch die Bau- und Software-Industrie (S. 98ff und S. 112ff) langfristig gefördert wird. Tim Westphal, Eva Maria Herrmann im Oktober 2015

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Zwei Marktanalysen zur Implementierung der BIM-Methodik in Deutschland im Vergleich

BIM in Zahlen - Status quo Die den folgenden Informationen und Grafiken zugrunde liegende Studie des KIT in Karlsruhe aus dem Jahr 2013 analysiert Potenziale und Hemmnisse bei der Umsetzung der integrierten Planungsmethodik Building Information Modeling (BIM) in der deutschen Baubranche. Die gebaute Umwelt ist das größte ökonomische Kapital der Industrienationen. Obwohl die Baubranche in Einzelbereichen schon heute hochwertig und effektiv arbeitet, können die an den Bauprozessen Beteiligten jedoch bisher ihre Leistungen weder fachübergreifend (horizontale Integration) noch lebenszyklusumfassend (vertikale Integration) in ausreichendem Maße miteinander verknüpfen. Aus diesem Mangel ergeben sich Defizite in der Planung, in der ökonomischen und ökologischen Umsetzung und in der Wertschöpfungskette im Bauwesen. Das Ziel der Analyse ist es, die Integration durch eine lebenszyklusumfassende Planungsmethode auf Grundlage einer digitalen Produktdatenmodellierung zu fördern und damit eine Verbesserung der Wettbewerbssituation der deutschen Baubranche im globalen Kontext zu ermöglichen. Methodisch beruht die zugrunde gelegte Planungsumgebung auf dem Prinzip der Integralen Planung, softwareseitig auf der Umsetzung der Konzepte im Sinne des Building Information Modeling.

Planer (Architekten und Ingenieure) 57 % Architekten (49 %) Tragwerksplaner (21 %) TGA-Planer (9 %) Generalplaner (16 %)

21%

57%

11%

»Building Information Modeling – Potenziale, Hemmnisse, Handlungsplan« Karlsruher Institut für Technologie, Fachgebiet Building Lifecycle Management Prof. Dr.-Ing. Petra von Both mit Dr.-Ing. Volker Koch und Dipl.-Ing. Andreas Kindsvater Das Forschungsvorhaben wurde aus Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau vom Bundesinstitut für Bau-, Raum- und Stadtforschung (BBSR) gefördert. ∫ Veröffentlichung: 2013

1

Unterscheidung nach Zielgruppen zur Ermittlung des Status Quo (2013). Beteiligung nach Zielgruppen (176 Teilnehmer bzw. Probanden):

2

Unterscheidung nach Anwendergruppen im Durchschnitt (2013). Die Aufsplittung in die befragten Anwendergruppen zeigt ein deutlich differenzierteres Bild:

Bauherren, Investoren, Projektsteuerer 5 % Ausführende (GU, Bauunternehmen) 4 %

2% 4% 5%

Betreiber, FM 2 % Öffentliche Hand 11 % Andere 21 %

1

7%

Arbeiten modellorientiert 29%

möchten auf modellorientierte Arbeit umstellen 51%

Anwendergruppe Ausführende: 83 % BIM-Anwender 17 % Nicht-BIM-Anwender

Arbeiten nicht modellorientiert und wollen nicht umsteigen

Anwendergruppe Investoren, Bauherren: 50 % BIM-Anwender 12 % BIM-Umsteigewillige 38 % Nicht-BIM-Anwender

keine Angaben 13% 2

Anwendergruppe Öffentliche Hand: 38 % BIM-Anwender 31 % BIM-Umsteigewillige 31 % Nicht-BIM-Anwender 30%

3

55%

15%

3

6

Anwendergruppe Planer: 55 % BIM-Anwender 15 % BIM-Umsteigewillige 30 % Nicht-BIM-Anwender


Einführung

»Digitale Planungs- und Fertigungsmethoden« Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO Steffen Braun, Dr. Alexander Rieck, Dr. Carmen Köhler-Hammer Das Forschungsprojekt Future Construction – Neue Bauprozesse durch parametrische Planungs- und digitale Fertigungsmethoden – wird im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau vom Bundesinstitut für Bau-, Raum- und Stadtforschung (BBSR) gefördert. ∫ Veröffentlichung: 2015

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Verteilung der an der Studie beteiligten Branchen und Fachbereiche (378 Teilnehmer / N = 453, Mehrfachnennungen möglich) (2015) Planer (Architekten/Ingenieure): 72 % Bauherren, Investoren, Projektsteuerer: 11 % Ausführende (GU, Bauunternehmen, Bauhandwerk, Zulieferer): 7,5 % Öffentliche Hand: 4 % Forschungseinrichtungen, Sonstige Dienstleistung: 3 % Tätigkeitsfeld Architektur mit den Leistungsphasen 1–9 (28,5 %) Bauleitung (13 %) Beratung (10,5 %)

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Das Innovationsnetzwerk FUCON 4.0 (Forschungsprojekt Future Construction 4.0) führte eine Online-Umfrage für Planer und Ausführende zum Thema BIM durch, die im Sommer 2015 vorgestellt wurde. Herkömmliche Planungsstrategien können nur eine begrenzte Anzahl von Optimierungszielen verwalten. Die Integration parametrischer Planungs- und digitaler Produktionsmethoden zeigt Lösungen für die Durchführung von Bauprojekten auf, die es ermöglichen, trotz stetig steigender Planungskomplexität material- , energie-, kosten- und zeiteffizient zu bauen. Der Einsatz von parametrisch assoziativen Planungsmodellen soll zukünftig eine große Flexibilität, Transparenz und ein hohes Maß an Planungssicherheit bieten. Dieses Vorgehen setzt jedoch eine neue Denk- und Handlungsweise bei den Beteiligten voraus. Ziel der Online-Befragung war es, den »Ist«-Zustand hinsichtlich eingesetzter Planungs- und Fertigungsmethoden zu identifizieren und aktuelle Probleme in den Bauprozessabläufen zu erfragen und die Potenziale zu eruieren. Der Fokus der Befragung richtete sich auf die Planungsmethode BIM.

%-Angabe der Projekte, die mit BIM bearbeitet werden (2015). Jeder fünfte Befragte (20 %) kennt die Planungsmethode BIM nicht. 34 % der Unternehmen wollen sich in Zukunft jedoch mit dieser Planungsmethode auseinandersetzen oder diese anwenden. 14 % arbeiten seit längerer Zeit (> 1Jahr) nach der BIM-Methode. 18 % der Teilnehmer hingegen finden diese Methode ungeeignet. Die Gründe, warum die Befragten die Planungsmethode BIM nicht nutzen, sind folgende: 39 % geben an, dass für ihre Projekte bewährte Planungsmethoden ausreichend sind. 31 % der Mitwirkenden sind der Meinung, dass diese Planungsmethode erst ab einer gewissen Büro-/ Projektgröße rentabel ist und finden die Kosten für Software und Schulungen für ihr Büro oder ihren Betrieb zu hoch. 18 % benötigen keine Gebäudedatenmodelle, da keine Projekte mit komplexer Geometrie geplant/ausgeführt werden. Bisher noch keine Zeit oder Grund zu haben, sich mit BIM zu befassen, nennen 35 % der Befragten.

Öffentliche Hand

18

Forschungseinrichtung / Beratung / sonstige Dienstleistungen

14

Zulieferer / Anbieter von Bauprodukten

7

Investor / Bauträger / Projekt- / Objektentwickler (optional) Bauherrenvertreter / Projektsteuerer / Projektmanager (optional) Bauunternehmer, GU

17 33 23

Bauhandwerk

4

Planer (Generalplaner, Architekten, Fachplaner) 0 4

327 50

100

150

200

250

300

350

% der Projekte, die mit BIM bearbeitet werden

8%

weniger als 25 % 19%

25 % 44%

50 % 75 % 100 %

17%

12% 5 Intensität der Nutzung (in Prozent): Einsatz bei allen Projekten: 8 % Einsatz bei jedem zweiten Vorhaben: 17 % Einsatz bei weniger als 25 % der bearbeiteten Projekte: 44 % kein Einsatz der Planungsmethode BIM: 31 %

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Christine Ryll im Gespräch mit Gerd Maurer, Geschäftsführer/Bautechnik in München von ATP architekten ingenieure, Innsbruck / Österreich

Integrale Planung ist Kopfsache

»Die große Herausforderung bei der integralen Planung liegt in der Denkweise der Planer, nicht in der Funktionsweise der Software«, bringt Dr. Gerd Maurer, ATP-Geschäftsführer / Bautechnik in München, die Diskussion rund um BIM auf den Punkt. »BIM erfordert eine – neue – Kultur der Zusammenarbeit, und zwar auf Augenhöhe«, fährt er fort. Als Pionier der Integralen Planung seit vier Jahrzehnten in Kontinentaleuropa habe ATP diese Planungsweise perfektioniert und weltweit erstmals einem ISO-Zertifizierungsprozess unterzogen. Wesentlich ist, dass von Beginn jeder Planungsaufgabe an Architekten, Tragwerksplaner und Ingenieure der Technischen Gebäudeausrüstung in Projekträumen simultan zusammenarbeiten und dadurch gemeinsam innovative Lösungen finden. Je nach Projektgröße kooperieren sechs bis 16 Mitarbeiter unterschiedlicher Profession. »Dabei wenden wir BIM - Building Information Modeling - an, da dieses Tool die Integrale Planung aus heutiger Sicht ideal abbildet«, erklärt Maurer die Arbeitsweise, welche ATP architekten ingenieure etabliert hat, um den zukünftigen Anforderungen an die Planungswelt gerecht zu werden.

2

32

1 1

Lebenszyklusbetrachtung in Bezug zu BIM

2

Gegenüberstellung des Planungsansatzes – traditionell und integral – und der daraus entstehenden Einsparungspotenziale.


Kapitel Architekten ı Planer

BAUHERR Projektleitung

Nutzer Projektsteuerung

BIM Management

ARCH

Bau Projektsteuerung

PROJEKT SUPPORT Kosten, Termine Organisation

GESAMTPROJEKTLEITUNG

TWP

HKLS

Planung

ELEKTRO

AVA

BAU

HKLS

ELEKTRO

Objektüberwachung

3

3

Prozessorganisation ATP architekten ingenieure

Seine Erfahrung: »BIM-Software kann sehr viel, doch zwei Dinge kann sie nicht: Sie ist nicht kreativ und sie redet nicht.« Also müssten sich die Kollegen, die mit BIM-Software arbeiten, ständig austauschen. Und dieser Austausch sei für den Erfolg des jeweiligen Projekts respektive von BIM der entscheidende Faktor. Aus der mittlerweile siebenjährigen Erfahrung, die ATP architekten ingenieure mit BIM gemacht haben, hat sich eine neue Arbeitsstruktur herausgebildet. Alleiniger Ansprechpartner des Auftraggebers ist der Gesamtprojektleiter, der die Koordination zwischen den Planungsbeteiligten steuert. Dieser muss nicht zwangsläufig ein Architekt sein, sondern kann entsprechend dem Projektschwerpunkt auch ein Tragwerksplaner oder TGA-Ingenieur sein. Entscheidend ist seine Kompetenz bei der Prozessführerschaft. Unter der Führung des Gesamtprojektleitenden wird das Projekt selbst von Anfang an als digitales Gebäudemodell angelegt. »Und das gilt mittlerweile für alle unsere Projekte, egal ob klein oder groß«, erläutert Maurer. Denn nur, wenn alle immer im gleichen Modell arbeiten, kommen die Vorteile der integralen Planung mit BIM zum Tragen. »Natürlich haben wir am Anfang – bei den ersten Projekten – etwas länger gebraucht, doch dann setzte ein gewisser Lernkurveneffekt ein. Die Effizienz wird mit BIM signifikant gesteigert.« Um optimale Qualität zu bieten, hat ATP zudem eigene BIM-Standards etabliert, die die Grundlage jedes Projekts darstellen. Zu diesen gehört auch, dass phasengerecht modelliert, also in den ersten Planungsschritten bewusst nicht zu detailliert geplant wird. »Ansonsten verliert man sich in einer frühen Phase im Detail. Das stört und verhindert die Bereitschaft, in Varianten zu denken und zu ändern«, konstatiert er. In der Praxis heißt das, dass etwa für den Bodenaufbau in der Vorentwurfsphase lediglich die Gesamtdicke festgelegt wird. Gedanken über die einzelnen Schichten machen sich die Planer erst später. Die mit BIM geplante Bauaufgabe kann jeweils aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Der Architekt hat die gestalterische Oberhoheit, wobei auch der Tragwerksplaner, der die tragenden Elemente bearbeitet, die nicht tragenden Elemente und die Fassade gestalterisch im Blick behält. Den Ingenieur für Technische Gebäudeausrüstung interessieren dabei nicht nur die von seinem Team geplanten Installationen. Verursachen sie Durchdringungen und überschreiten den für Leitungen und Kabel vorgesehenen Bereich, werden Schnittpunkte und Überschneidungen zu Tragwerksplanung und Architektur im Gespräch zum Thema gemacht. »Planungsstände werden jedoch nicht ausgetauscht. Wir arbeiten stattdessen immer am selben Modell, nur eben in unterschiedlichen Bearbeitungsbereichen«, verdeutlicht Maurer. Die Koordination dieses Prozesses und die Aufgabe, etwa zur Information für den Bauherrn oder externer Planungsbeteiligter fallweise Planstände herauszugeben, obliegt dem BIM-Manager, der den Gesamtprojektleitenden BIM-technologisch unterstützt. Die BIM-Software spielt dabei eine ordnende Rolle, indem sie etwa Rechte vergibt und festlegt, wer welche Bereiche im Gebäudeplan ändern darf. Dies verhindert, dass zwei Personen gleichzeitig am selben Bauteil arbeiten. »Verändert der Tragwerksplaner gerade die Stütze, ist sie gesperrt«, so Maurer. Aber indem das digitale Gebäudemodell fortlaufend synchronisiert wird, sind alle Planungsbeteiligten stets auf dem neuesten Stand und werden dank der in der Gruppe stattfindenden Kommunikation auch persönlich über Änderungen informiert.

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Robert Uhde im Gespräch mit Kim Boris Löffler, Adam Orlinski, Moritz Heimrath und Torsten Künzler, Bollinger und Grohmann Ingenieure, Frankfurt a.M. / Deutschland

BIM und parametrische Planung bei Bollinger + Grohmann Mit rund 150 Mitarbeitern in weltweit acht Niederlassungen gehören Bollinger + Grohmann zu den bundesweit größten Ingenieurbaubüros. Neben klassischen Ingenieurbauwerken entwickeln die Planer um Klaus Bollinger und Manfred Grohmann die Konstruktion für sämtliche Typologien des Hochbaus wie Schulen, Museen, Stadien, Bürogebäude oder Wohnungsbauten. Neben der Tragwerksplanung, der Fassadenplanung und der Bauphysik steht bei Bollinger + Grohmann die Umsetzung komplexer Geometrien und filigraner Strukturen durch stetige Geometrieentwicklung und -optimierung im Vordergrund. Bei sämtlichen Projekten setzen die Planer auf einen partnerschaftlichen Dialog mit sämtlichen Beteiligten innerhalb eines interdisziplinären Planungsteams. Seit ihrer Gründung 1983 haben Bollinger + Grohmann auf diese Weise unter anderem mit Coop Himmelb(l)au, Zaha Hadid, Dominique Perrault, Sanaa, Frank Gehry, Schneider + Schumacher, Peter Cook oder Hans Hollein zusammengearbeitet. Zu den wichtigsten Referenzen zählen dabei der gesamte Gebäudekomplex der EZB in Frankfurt, der sowohl das Instandsetzungskonzept für den Umbau der denkmalgeschützten Frankfurter Großmarkthalle als auch die Tragwerksplanung der Doppeltürme einschließt, sowie die Tragwerksplanungen für das Kunsthaus Graz, die Hungerburgbahn in Innsbruck oder den als Wassertropfen gestalteten Messe-Pavillon für BMW für die IAA 1999. Da die BIM-Prozesse gepaart mit parametrischer Modellierung ein immer wichtiger werdendes Planungs- und Entwurfsinstrument darstellen, beschäftigt sich am Hauptsitz des Ingenieurbüros in Frankfurt derzeit ein siebenköpfiges Team ausschließlich mit diesen Themen. 1

Herr Löffler, Bollinger + Grohmann hat schon 2011 verstärkt damit begonnen, Prozesse nach der BIM-Methode zu etablieren. Welche Vorteile bietet Ihnen die Methode? Einer der derzeit größten Vorteile für die Planungsphase ist eigentlich schon durch eine koordinierte 3D-Planung erreicht. Denn durch das kontinuierliche Arbeiten aller Beteiligten in 3D werden Kollisionen und andere Problemstellungen schneller erkannt und gelöst. Positiv ist außerdem das automatische Generieren der 2DZeichnungen in Abhängigkeit zum 3D-Modell. Letztlich stellen diese Arbeitsweisen aber nichts wirklich Neues für uns dar, da wir bereits seit rund zwanzig Jahren bei entsprechenden Projekten in 3D planen. Als weitere Vorteile für einen optimierten Planungsprozess sehe ich die digitale Projektkommunikation und einen definierten Datenaustausch. Auch hier leistet uns 1 BIM große Dienste.

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Ausschnitt aus der Benutzeroberfläche von Grasshopper zur Visualisierung der Datenzusammenhänge für das Planetarium und Besucherzentrum Supernova der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Garching.


Kapitel Architekten ı Planer

∫ BCF-Format, siehe Glossar S.121

Welche Perspektiven sehen Sie für das Arbeiten mit BIM im Rahmen der strategischen Planung?

Für welche Bauteilgruppen planen Sie eine solche Datenbank?

Man muss bei den unterschiedlichen Planungsdimensionen, die in den BIM-Prozessen beschrieben sind, differenzieren: Die eingangs beschriebene koordinierte 3DPlanung entspricht der 3. Dimension im BIM-Prozess, mit der die eigentliche Planung des Gebäudes in Hinblick auf Geometrie und Materialität erarbeitet wird. Auch die 4. und 5. Dimension, also Kosten und Terminplanung, sind inhaltlich nichts Neues. Mit einem BIM-Prozess lässt sich allerdings das automatisierte und verknüpfte Generieren der Basisdaten weiter optimieren. Als einen zentralen Punkt sehe ich darüber hinaus die Kommunikation im Prozess. Mit dem offenen BCF-Format steht in dieser Hinsicht bereits eine sehr gute Möglichkeit zur Verfügung. Die damit mögliche optimale Kommunikation und der damit verbundene Wissenstransfer schaffen die notwendige Transparenz, um ganzheitlich im Team zu planen. Und besonderes Interesse gilt außerdem dem »I« in der Abkürzung BIM. Also: Welche zusätzlichen Informationen können wir im Laufe der Planung und Ausführung generieren und weiterverwenden, um die Informationstiefe der Gebäudemodelle weiter zu vergrößern.

Aktuell realisieren wir dies primär bei der Tragwerksplanung. Denn aufgrund der großen Homogenität der Materialien sind die Anforderungen hier meist klarer zu erfassen als zum Beispiel bei der Fassade. Ebenso sind auch die zu transportierenden Informationen übersichtlicher zu gestalten. Im Ergebnis führt das dazu, dass der Weg von einer reinen 3D-Planung zu einem BIM-Modell in der Tragwerksplanung nicht so weit ist wie beispielsweise in der Fassadenplanung. Wir arbeiten diese Prinzipien aber strategisch für alle unsere Leistungen aus. Die Bauphysik oder die Fassadenplanung generieren allerdings eine wesentlich größere Interaktion zwischen einzelnen Anforderungen und anderen Planungsbeteiligten. Es ergibt sich also eine ganz andere Informationsdichte, die einen komplexeren Austausch erfordert. Aber gerade das erlebe ich als große Herausforderung.

Und welche übergeordnete Zielsetzung verfolgen Sie dabei?

∫ IFC / Austauschformat, siehe Glossar, S. 121

Perspektivisch arbeiten wir zum Beispiel daran, anhand von realisierten Bauvorhaben verschiedene Bauteilfamilien zu generieren, die wir auf einer zentralen Datenbank für alle unsere Standorte zugänglich machen. Das wäre für uns ein großer Mehrwert. Dann können unsere PlanerTeams nicht nur die konstruktiven Lösungen aus einem bereits geplanten oder gebauten Projekt adaptieren, sondern auch alle weiteren darin enthaltenen Informationen. 1:1 funktioniert das natürlich in keinem Fall, aber ich fange dann nicht mehr bei Null an, sondern vielleicht bei 60 Prozent. Aufbauend auf diesem aus vorherigen Projekten generierten Wissen erhielte der jeweilige Planer dann zum Beispiel die Information, dass es vermutlich drei Tage dauern wird, ein spezifisches Bauteil zu bauen, dass es in dem abgerechneten Projekt vor zwei Jahren die Summe x gekostet hat. Und dass es in diesen oder jenen Zeitintervallen gewartet werden muss. Solche oder ähnliche Basis-Informationen können wir dann ebenfalls allen anderen Planungsbeteiligten mit auf den Weg geben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, dass wir uns nach Fertigstellung eines BIM-Projekts noch einmal abschließend mit der Baufirma und anderen Beteiligten zusammensetzen und analysieren, welche Arbeitsschritte wie lange gedauert haben – und welche Probleme es eventuell gegeben hat, um all diese verschiedenen Informationen dann im Nachgang in unsere Datenbank einfließen zu lassen.

Welche Möglichkeiten schweben Ihnen weiter vor? Welche weiteren Erwartungen haben Sie an die Planung mit BIM? Ähnlich wie beim parametrischen Arbeiten wird das Aufgreifen und Umsetzen unterschiedlicher Anforderungen immer wichtiger werden. Denn in der Praxis gibt es ja in der Regel nicht die eine optimale Lösung, sondern der Entwurf hängt ganz entscheidend von den jeweiligen Rahmenbedingungen und den sich daraus ergebenden Bewertungskriterien ab. Priorisiert man also eine bestimmte Anforderung als etwas unwichtiger und stellt dafür im Gegenzug eine andere nach vorne, dann wird das Ergebnis wahrscheinlich ganz anders aussehen. Im klassischen Planungsprozess tauchen diese Entscheidungsprozesse nicht mehr auf. Es wird nur das fertige Ergebnis abgebildet. Gebe ich aber eine Bandbreite für jede Anforderung vor, dann könnten alle anderen Planungsbeteiligten ganz unmittelbar nachvollziehen, warum ich mich an einer bestimmten Fragestellung so und nicht anders entschieden habe; und sie könnten auf Basis dieser Informationen eventuell noch etwas verändern, um je nach Absicht eine wirtschaftlichere, ästhetischere oder nachhaltigere Lösung zu erreichen. Leider fehlt, meiner Erfahrung nach, dieser Ansatz bei den meisten BIM-Prozessen noch. Aber ich hoffe, dass sich die Methode perspektivisch in diese Richtung weiterentwickelt. Um solche oder ähnliche Entwicklungen voranzubringen, wird es ganz entscheidend sein, den offenen Standard im BIM-Prozess zu erhalten. Wir selbst arbeiten im Büro sowohl mit Revit, Allplan, Tekla oder Rhinoceros. Jede dieser Software-Lösungen hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Der offene Standard IFC schafft dabei eine gemeinsame Schnittstelle, die einen problemlosen Austausch ermöglicht. Sollte sich irgendwann ein Monopol bei der Software einstellen, dann bestünde ein gewisses Risiko, dass dies auf Kosten der Planungskultur und Qualität geschieht.

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Im Gespräch mit Jean Luc Perrin, Direktionsstab Felix Platter-Spital, verantwortlicher Projektleiter des Neubaus, Basel / Schweiz

Neue Wege beschreiten im Wettbewerbsverfahren

1

Bis Juli 2018 entsteht auf dem Areal des traditionsreichen Felix Platter-Spitals in Basel ein Spitalneubau. Das Felix Platter-Spital gehört zu den führenden Universitären Zentren für die stationäre und ambulante Altersmedizin in der Schweiz. Der bestehende Bau aus dem Jahre 1967 entspricht nicht mehr den baulichen und betrieblichen Anforderungen an ein modernes Klinikum, hinzu kommt aufgrund verschärfter Brandschutzauflagen dringender Erneuerungsbedarf. Bei einer Standort-Evaluation im Jahr 2005 wurde das zu bebauende Areal als der beste Standort für einen Neubau mit 240 stationären Betten, den diagnostischen und behandlungsspezifischen Bereichen und der zum Betrieb notwendigen Infrastruktur gewählt. Der gesamte Bau umfasst zukünftig ca. 18.000 m2 Nutzfläche. Im April 2013 folgte ein zweistufiger Wettbewerb, unter der Prämisse, einen finanziell tragbaren Spitalneubau, der optimale Prozesse und wirtschaftliche Betriebs- und Unterhaltskosten erlaubt sowie architektonisch ansprechend ist, zu entwickeln. Darüber hinaus waren Erweiterungsmöglichkeiten für das Spital im Wettbewerb zu berücksichtigen. Das Projekt »HandinHand« überzeugte die Jury mit einer subtilen städtebaulichen Haltung, seiner effizienten Organisation, einer hohen Flexibilität in den durchdachten Raumstrukturen sowie der nötigen Wirtschaftlichkeit in Erstellung und Betrieb und wurde im Zuge des Wettbewerbs prämiert und aktuell realisiert. Eine Besonderheit des Wettbewerbs lag in der erstmaligen Einbindung der Planungsmethode BIM in das Verfahren. Denn bereits in der Auslobung war eine integrale Projektbearbeitung unter Anwendung eines BIM-Modells als zentrale Aufgabenstellung des Entwurfs- und Dokumentationsprozesses festgeschrieben. Jean Luc Perrin, diplomierter Spitalmanager, Ingenieur und interner Projektleiter Neubauten des Felix Platter-Spitals, beantwortet die Fragen zum mit heutigem Stand noch ungewohnten Vorgehen:

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1

Visualisierung Neubau Felix Platter-Spital in Basel / Schweiz.


Kapitel Bauherren ı Betreiber

Der Neubau des Felix Platter-Spitals wird eines der ersten BIM-Projekte in der Schweiz sein. Nicht nur die gewählte Wettbewerbsart, sondern auch der Zeitpunkt der BIM-Anforderung bereits im Wettbewerbsverfahren ist ungewöhnlich. Was sind die Beweggründe dafür, was versprechen Sie sich davon?

∫ Neubau Felix Platter-Spital, Basel / Schweiz. Zweistufiger Gesamtleistungswettbewerb. Das Verfahren untersteht dem GATT/WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen (GPA) vom 15. April 1994. Zeitschiene: April 2013 Bekanntmachung der öffentlichen Ausschreibung Stufe 1: Betrachtung der Projekt- und Betrachtungsperimeter in Form eines offen ausgeschriebenen anonymen Projektwettbewerbs. Abgabe: August 2013, Bekanntmachung Auswahl: November 2013 Stufe 2: Betrachtung des Projektperimeters in Form einer nicht anonymen Bearbeitungsphase mit Workshops und Expertengesprächen. Abgabe: Juni 2014, Bekanntmachung Auswahl: Dezember 2014 ∫ Die Zusammensetzung der Teams besteht aus dem Totalunternehmer (TU) und den folgenden Fachbeteiligten: Architekten, Spitalplaner, Landschaftsarchitekt, Fachplaner HLKK, Fachplaner Sanitär, Fachplaner Elektro, Fachplaner MSRL, Haustechnikkoordinator, Bauingenieur, Bauphysiker, Gastroplaner, Medizinaltechniker und BIM-Koordinator. ∫ Verfasser Siegerprojekt »HandinHand« Totalunternehmer: ARGE BAM Swiss AG, Basel / BAM Deutschland AG, Stuttgart /Marti Generalunternehmung AG, Bern Architekt: wörner traxler richter planungsgesellschaft mbh, Frankfurt am Main mit Holzer Kobler Architekturen, Zürich Spitalplaner: Health Company Dresden GmbH, Dresden Landschaftsarchitekt: club L94 Landschaftsarchitekten GmbH, Köln BIM-Koordinator: BAM Deutschland AG, Stuttgart Projektdaten BGF: 44.000 m² BRI: 161.000 m³ Projektbeginn: Januar 2015 Projektbezug: Juli 2018

∫ Swiss Diagnosis Related Groups, Tarif-System u.a. für stationäre akutsomatische Spitalleistungen. Mit ihm lassen sich Patienten anhand diagnostischer und demographischer Daten in sog. »Fallgruppen« verorten. Es wurde 2012 eingeführt und mit ihm die Spitalfinanzierung verknüpft. ∫ Lebenszykluskosten, siehe Glossar, S.124

Um diese Frage zu beantworten, muss ich etwas ausholen und die Erfahrungen aus den bisherigen Bauprojekten analysieren. In der Vergangenheit haben lange und komplexe Projektrealisierungen und umständliche Freigabeprozesse, teils politisch motiviert, teils den Auftragoder Geldgebern geschuldet, den Projektalltag bestimmt. Eine ästhetische wie prägnante Architektur stand im Vordergrund. Wenn Gebäude und Betriebsabläufe im Einklang standen, reibungslos abliefen, war man zufrieden. Allerdings entsprach die Dokumentation – analoge Planungsunterlagen und -stände, die nicht immer die Realität abbildeten, und ergänzt durch Eintragungen per Hand oder in den Köpfen einiger Mitarbeiter der technischen Dienste gespeichert – nicht dem erforderlichen Standard. Mit dem Blick in andere Branchen wird die Herausforderung schnell sichtbar: die klassische Projektentwicklung mit ihren zahlreichen Phasen von Kostenoptimierungen hat ausgedient. Würde die Automobilindustrie ihre Projekte so realisieren, wie dies im Schweizer Spitalwesen üblich ist, würde ein Fiat 500 wohl über 100.000 CHF kosten. Also ist das Fazit: was für andere Branchen seit Jahren gilt, muss auch für Bauprojekte im Gesundheitswesen möglich sein. Der Weg, den wir beschreiten, ist radikal, denn wir schaffen unsere eigenen Spielregeln. Nach der Entscheidung gegen eine Sanierung und weiterhin ungünstige Betriebskosten im Bestand und für einen Neubau haben wir uns die Zeit genommen, in einer kleinen Arbeitsgruppe die strategischen Prämissen für das Leistungsgerüst beim Neubau festzulegen. Nach dem Motto »structure follows process, follows strategy« wurde ein Modellkrankenhaus auf Basis der zukünftigen Markteinschätzung gestaltet und mit einem Businessplan zur Finanzierung und Refinanzierung komplettiert. Der Businessplan ist ein wesentlicher Punkt, denn seit 2012 ist das Felix Platter-Spital eine Anstalt der öffentlichen Rechts mit der Auflage, eine Refinanzierung unter den Prämissen der SwissDRG zu stemmen. Für uns steht die architektonisch »schöne« Lösung ebenso im Fokus wie eine optimale Prozessorganisation. Baurealisation und Betrieb sind als Einheit zu sehen. Der Blick muss von der tagesorientierten Betriebstüchtigkeit und Funktionsfähigkeit des Spitals zur »Life-Cycle«-Betrachtung gehen, vom spezifischen technischen Fokus zur Integralen Liegenschaftslösung. Diesen Wechsel erwarten wir uns durch die konsequente Anwendung der BIM-Methodik. Uns ist durchaus bewusst, dass BIM-spezifisches Fachwissen in der Schweiz relativ neu ist und die Planungs-Teams zum Teil zum ersten Mal systematisch mit dieser Methodik arbeiten müssen.

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Eine Einschätzung von Thomas Wehrle, Vizedirektor und Leiter Spezialbau der ERNE AG Holzbau, Stein / Schweiz

Digitalisierter Freiraum im Holzbau Die Idee des direkten Wegs von der Entwurfszeichnung ohne Umwege in die Ausführung ist seit jeher ein Ideal des Bauens – von den Baumeistern der Antike bis zu Architekten der Gegenwart. Die moderne Datenverarbeitung ist hier nur scheinbar eine Erleichterung für die Planungs- und Baubeteiligten. Der heute übliche Weg der Datenübertragung von CAD-Zeichnungen in moderne Produktionskreisläufe ist geprägt durch fehleranfällige Schnittstellen und Datenverluste auf dem Weg zum fertigen Gebäude. Für die zukünftigen Herausforderungen an die Fertigungstechnik komplexer Bauaufgaben (mit hohem Qualitätsstandard, nötiger Kostensicherheit und effizienter Realisierung mit industriellen Standards) sind neue Planungsmodelle und Prozesse notwendig. Gerade für das Handwerk des Holzbaus bieten neue Fertigungstechnologien große Chancen – sowohl im innovativen Umgang mit den Produktionsprozessen als auch in der Entwicklung neuer Berufsfelder für die heranwachsende Generation. Thomas Wehrle, verantwortlich bei der ERNE AG Holzbau für neue Technologien und das daraus resultierende Produktionsengineering, hat eine deutliche Vision von den Möglichkeiten und Chancen der digitalen Planungskette und welche Potenziale in der Produktion damit geborgen werden können. Für ihn stellt sich nicht die Frage, wie die Effizienz der Produktion mittels Technik optimiert werden kann, sondern vielmehr, welche Vorteile das direkte Zusammenwirken von Gestaltung und Produktion auf Gebäude und Räume und deren Produktionswege hat. Für die Erschließung neuer Märkte bedarf es neben finanziellem Background vor allem der Kreativität und der Bereitschaft zum Experiment. Ursprünglich wollte ERNE lediglich die Wandproduktion ihrer Modulbaulösungen automatisieren und suchte dafür eine geeignete Produktionsanlage. Zu dieser Zeit, Mitte 2010, wurde auch seitens der ETH Zürich bei dem hochspezialisierten Unternehmen angefragt, ob die bereits projektierte Dachkonstruktion des Institutes für Technologie in der Architektur (ITA) im Rahmen eines voll digitalisierten Planungsprozesses realisierbar wäre. ERNE wagte den Versuch: Im Zuge der daraus folgenden Planungen (2011–2013) kristallisierte sich heraus, dass dies ohne größere Investition in neue Fertigungstechnologien nicht möglich sein würde. Der Vergleich mit der Automobilproduktion, die seit vielen Jahren dank Robotertechnik wesentliche Qualitäts- und Produktivitätsfortschritte erzielt, zeigt den wichtigen Schritt für ERNE zur »Industrie 4.0« auf. Die Firma entwickelte basierend auf den automatisierten Fertigungsprozessen der Automobilbranche einen Portalroboter. Als multifunktionales Werkzeug ermöglicht er die Produktion von vielfältigen, komplexen Bauformen mit einfachen, handelsüblichen Materialien – alles unter Einhaltung eines markttauglichen Kosten- und Zeitrahmens.

∫ ERNE AG Holzbau mit Sitz in Stein / Schweiz ist ein Unternehmen der familiengeführten Aargauer ERNE-Gruppe. Der Bauspezialist beschäftigte 2014 über 1000 Mitarbeiter an isgesamt 22 Standorten, davon 260 Mitarbeiter bei der ERNE AG Holzbau in Stein. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Gebäudelösungen in Modul- und Elementbauten, Fenster- und Fassaden-Systemen sowie Innenausbaulösungen.

∫ »Industrie 4.0« steht international für die Digitalisierung der Industrie, die Vernetzung von Produkten und Optimierung der Wertschöpfungsketten.

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Seit Juni 2015 entsteht in der Produktion mit Hilfe des größten Portalroboters Europas die Dachkonstruktion des Arch_Tec_ Lab-Gebäudes des Instituts für Technologie in der Architektur (ITA), entwickelt durch Gramazio Kohler Research, ETH Zürich. Dabei werden zentrale Forschungserkenntnisse der Professur im Bereich des digitalen Holzbaus zusammengeführt und in Zusammenarbeit mit Forschungs- und Industriepartnern im industriellen Maßstab zur Anwendung gebracht.

∫ ∂ 6/2015, Analog und Digital S. 560 »Advancing Wood Architecture - Chancen digital gesteuerter Produktion im Holzbau« ∫ Publikation »Positionen zur Zukunft des Bauens«∂ research, S. 6

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Kapitel Bauunternehmen ı ausführende Firmen

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Die Konstruktion besteht aus 48.624 einzelnen Elementen, die zu einem freigeformten Holzdach verwoben werden. Dabei optimiert die Anlage den Holzverbrauch und die Arbeitsschritte. Der Planungsaufwand ist minimal, da die Daten vollständig digitalisiert zur Verfügung gestellt wurden. Zum Vergleich: ohne den Roboter würde der Bau eines Trägers über 60 Stunden in Anspruch nehmen.

Start

Rhino3D point+line model

Design Model

volumetric model

Python + Rhino3D

Rhino3D

Structural Analysis Python + Rstab

Konzeptionelles Workflow-Diagramm zur digitalen Integration von Planung und Fabrikation des Arch_Tec_Lab-Holzdaches, Gramazio Kohler Research, Institut für Technologie in der Architektur, ETH Zürich, 2015.

Excel static proofs

tions Text

Data Processing

nails required

Text

Python

Fabrication Data

all criteria Text+Rhino

N Y

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nail pattern

Python machine data

Fabrication

Die intelligente Kombination von Mensch und Maschine ist der Schlüssel zum Erfolg der Technologie. Tatsächlich ist es möglich, dass zur gleichen Zeit manuell von Mitarbeitern an Werkstücken gearbeitet wird, während der Roboter über Sensoren gesteuert die Arbeit unterstützt. Diese Montage umfasst Tragwerke, Wände, Dächer und Fassaden bis hin zum Betonschalungsbau von einer maximalen Länge von 50 Metern, einer Höhe von 1,4 Metern und einer Breite bis zu 5,6 Metern. Vergleichbar mit einem überdimensionalen 3D-Drucker kommen additive Prozesse als »automatisierte Baukonstruktion« zum Tragen. Sechs respektive sieben Achsen sorgen dafür, dass der Roboter maximal beweglich ist. Das Arbeitsspektrum reicht vom sägen, fräsen, schrauben, nageln, heben, kleben und schweißen bis zum clinchen und greifen. Weitere Arbeiten lassen sich ergänzend einsteuern: Ein moderner Wechselkopf aus der Autoindustrie erlaubt eine vollautomatische vielfältige Werkzeugauswahl. Im Vorfeld der Bauteilerstellung steht die durchgängige, digitalisierte Planungsmethode BIM – in dem Fall interpretiert als »Building Information Management«, die von der ersten Idee bis zur Umsetzung ein dreidimensionales Modell abbildet. Die Integration von technischem Wissen und der jahrzehntelangen Erfahrung aus dem Holzbau ergänzen sich dabei. Der Computer übernimmt das Datenmanagement über die Eigenschaften des Materials und die Einbaupositionen. Industrie 4.0 und BIM sollen zu einer anderen Qualität in der Arbeitswelt führen. Dass die neuen Produktionsformen auch die Architektur nachhaltig verändern, ist neben ERNE auch für Matthias Kohler von Gramazio Kohler Research klar, der seitens der ETH Zürich für das Arch_Tec_Lab-Holzdach verantwortlich zeichnet: »Das Digitale bringt eine neue Versinnlichung des Bauens. Mensch und Maschine treten in einen direkten Austausch. Der Mensch profitiert von neuen Möglichkeiten und Freiheiten in der Architektur.«

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Im Gespräch mit Christian Glatte, Leiter der Software-Entwicklung bei Schüco International KG

Planen und Bauen mit der Methode BIM Welche Rolle spielt BIM als Schnittstelle zwischen Architekt und Unternehmen / Hersteller? Wird sich die Zusammenarbeit zwischen den Protagonisten verändern? Unser Unternehmen setzt seit jeher auf die partnerschaftliche Projektzusammenarbeit mit Investoren und Architekten. Da war es selbstverständlich, die ersten BIM-Anfragen vor ca. 8 Jahren aus Ländern wie den USA und Island aktiv aufzunehmen und Projekte mit ersten BIM-Daten zu unterstützen. Später kamen Anfragen aus Großbritannien, Asien, Nordeuropa sowie den Niederlanden und vereinzelt von deutschen Architekten hinzu. Wir sehen BIM als logische Fortsetzung des kooperativen Planens und Bauens. Der Austausch und das Teilen von digitalen Informationen unterstützen die reibungslose Zusammenarbeit zwischen allen Protagonisten. Wenn heute noch manche Beteiligte skeptisch und reserviert sind, so ist das ihrer Rolle im Projekt geschuldet. Wenn jedoch die BIM-Projekte in der Praxis zeigen, dass sie für alle Beteiligten Vorteile bieten, dann wird das Interesse an BIM automatisch steigen. Davon hängt letztendlich vieles, wenn nicht alles ab. Wer mit BIMDaten plant, will auch bei der Auftragsvergabe an den wirtschaftlichsten Bie- 1a ter auf aussagekräftige Informationen setzen und beim Bauen mit aktuellen, digitalen Informationen zu den Bauteileigenschaften und deren Status im Projektablauf arbeiten. Er sucht Partner, die über die passenden SoftwareLösungen und entsprechendes Know-How verfügen. Unsere Erfahrungen in den Niederlanden zeigen, dass Unternehmen, die mit BIM-kompatibler Software die relevanten Informationen qualifiziert und zeitnah austauschen, sich als verlässliche Auftragnehmer beweisen und Pluspunkte für Folgeaufträge sammeln. Aus Win-Win-Situationen entstehen strategische Partnerschaften. Welchen Anforderungen stellen Sie sich aus unternehmerischer Sicht in Bezug auf Planung, Bauablauf, Integration und Bereitstellung der Bauteilinformationen?

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Anfangs wurden vor allem technische BIM-Planungsdaten und Daten für Visualisierungen individuell für Projekte angefragt. Später kam die Anforderung nach Schnittstellen unserer Metallbau-Software SchüCal hinzu. So kann der Metallbauer den Architekten und Planer direkt mit konkreten projektspezifischen Systemlösungen unterstützen. Er kann sie speziell für Autodesk Revit oder allgemein im neutralen IFC-Format für zahlreiche andere Programme bereitstellen und sich mit diesen austauschen. Es gibt eine anhaltend starke Nachfrage seitens der Architekten und Planer nach beispielhaften technischen Daten, die sie »BIM-kompatibel« in Gebäudedatenmodelle einpflegen c wollen. Wir haben bereits 2014 mit einem umfassenden Angebot an BIMBauelementen für die Programme Revit und ArchiCAD reagiert. Diese BIMBauelemente enthalten 3D-Geometriedaten, Systeminformationen zum Produkt und die seit Jahrzehnten bewährten 2D-CAD-Schnitte. Das Angebot wird ständig aktualisiert und weiterentwickelt. Heute sind neben dem Fassadenbaukasten sowie den dazu passenden Lichtdachkonstruktionen viele weitere BIM-Bauelemente der Schüco Metallbau-Systeme für Fenster, Türen, Schiebeelemente und Elementfassaden inkl. passender Sonnenschutzlösungen kostenlos im Internet erhältlich.

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Prozesskette für BIM-Bauelemente und Schnittstellen in der Praxis:

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Export der Fenster, Türen und Fassadenelemente aus dem Architekturmodell (Autodesk Revit)

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Kalkulation + Arbeitsvorbereitung der konkreten Elemente (Preis, U-Wert) Optionaler Export der Ergebnisse

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Import der SchüCal Ergebnisse, Daten und Geometrie in das 3D-Modell des Architekten


Kapitel Hersteller ı Bauprodukte

Welche Vorteile und Herausforderungen bringt die BIM-Methode mit sich für die Produktion, Weiterverarbeitung und die Vertriebswege? Im Projektalltag landen heute noch viele Daten in »Aktenordnern« sei es in klassischen Regalen oder auf Computern. Allzu oft lesen und aggregieren Menschen in mühevoller Kleinarbeit die wichtigen Informationen zu den Eigenschaften der Bauteile und deren Status aus Plänen und Listen. Diese Arbeit wird mittels BIM erleichtert und beschleunigt. Entscheidungsrelevante Informationen stehen einfach und schnell zur Verfügung. Mit der umfassenden Integration der einzelnen Schritte in die digitale Prozesskette Bau wächst der Nutzen für alle, aber auch das Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz zwischen den Beteiligten. Ein wesentlicher Vorteil für Planer und Bauherren ist der einfache Zugriff auf Produkt- und Statusdaten in den digitalen Gebäudemodellen. Neben der bereits beschriebenen Bereitschaft zum »Einklinken« in die digitale Informationskette bestehen die wesentlichen Herausforderungen darin, den Umfang und die nötige Aktualität der Daten zweckmäßig zu steuern. Dabei unterstützen wir ein BIM-Vorgehen mit verschiedenen Fachmodellen, deren Synchronisation ein wichtiger Aspekt ist. Was ist der Mehrwert für den Nutzer und das Unternehmen? Hier sehen wir insbesondere den besseren Informationsstand bei allen Beteiligten. Das führt zu schnelleren und besseren Entscheidungen beim Planen, Realisieren und Betreiben. BIM wird zum Qualitätsmerkmal, das in manchen Bauvorhaben schon heute ein Vergabekriterium ist. Welche Anforderungen kommen aus dem Markt? Und wie wird die Integration der systemtechnischen Informationen in 3D-Bauelemente sichergestellt? Viele Anfragen von Architekten, Fachplanern und Metallbauern drehen sich um die verfügbaren Daten und Softwarekomponenten. Vor allem geht es um Schnittstellen und Formate für die zahlreichen im Einsatz befindlichen Programme. Die Anforderungen sind teilweise klar, zum Teil aber auch noch diffus. Häufig lautet der erste Satz: »Ich will (oder soll) BIM anwenden und möchte mehr darüber erfahren.« Wir stoßen auf breites Interesse und große Bereitschaft, sich mit der BIM-Methode zu beschäftigen. Im Detail geht es um die unterschiedlichen

Informationsbedürfnisse und zweckmäßige Formate für Anwendungsfälle wie Bauteillisten, Massenberechnungen, energetische Betrachtungen und Umweltzertifizierungen. Hier finden Metallbauer unterschiedlicher Größe mit SchüCal und SchüCad bewährte Lösungen. Darüber hinaus haben wir die gesamte digitale Prozesskette im Blick und entwickeln gemeinsam mit unseren Partnern die Lösungen weiter. Die Integration der systemtechnischen Informationen in 3D-Bauelementen ist eine Daueraufgabe. Schüco entwickelt ständig neue, innovative Produkte und es entstehen permanent neue Informationen, die aufbereitet und zu allen Beteiligten transportiert werden müssen. Auch von außen kommen ständig Impulse z.B. durch Normen und die spezifischen Anforderungen der Partner. Betrachtet man die heutige Wertschöpfungskette – wo liegen die Potenziale in die Zukunft aus ihrer Sicht? Ein Gebäude ist ein individuelles Produkt und Ausdruck der persönlichen Vorstellungen des Bauherrn. Das gilt vor allem im Wohnbau, aber auch im Gewerbebau. Hinzu kommt, dass das Bauen eine sehr traditionelle Aufgabe ist, mit vielen Beteiligten und einer großen Bandbreite von industriellen und handwerklichen Tätigkeiten, deren Digitalisierungsgrad von Natur aus sehr unterschiedlich ist und auf absehbare Zeit auch bleiben wird. Darin liegt einerseits der Reiz, anderseits eine große Hürde für die umfassende, nahtlose Durchgängigkeit digitaler Prozesse. Wir haben einen großen Vorteil: Die Entwicklung unserer Fenster-, Türen- und Fassadensysteme aus Aluminium, Kunststoff und Stahl, aber auch die Prozesse der Bestellung, Logistik, sowie die Fertigung und Montage durch unsere Partner sind seit Jahrzehnten von der Digitalisierung geprägt. BIM setzt diese Entwicklung logisch fort und wird begleitet von anderen Digitalisierungsthemen wie mobilen Apps für Tablets, digitalem Aufmaß oder dem Schüco Fabrication Data Center für die Fertigung. Das zentrale Ziel lautet fast immer: ein noch einfacherer und schnellerer Zugriff auf Informationen als bisher. Von großer Bedeutung sind auch in Zukunft Normen und Richtlinien. So erwarten BIMAnwender heute zusätzlich zu 3D-Geometrien und UWerten von Bauteilen auch Leistungsdaten und Daten für Umweltproduktdeklarationen oder Nachhaltigkeitszertifikate. Hier rechnen wir mit weiteren Entwicklungen und neuen Anforderungen (Stichworte: ISO 16739, CEN/BT/ WG 215, ÖNORM 6241, DIN NABau DIN Spec 91400, VDI-Koordinierungskreis »BIM – Building Information Modeling« [KK-BIM]).

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Eine Auswahl BIM-relevanter Bausoftware, zusammengestellt von Roland Pawlitschko und Tim Westphal

Ein Blick auf aktuelle Software-Lösungen Die zunehmend komplexen Planungs- und Bauprozesse sind heute ohne konsistente digitale Prozessketten kaum mehr zu bewältigen. Für die Umsetzung von Architekturprojekten umso wichtiger ist daher das enge Zusammenspiel aller am Bau Beteiligten, das insbesondere durch leistungsfähige integrierende Softwarelösungen erleichtert wird. Erst wenn Architekten, Ingenieure, Haustechniker, Bauherren, aber auch die Hersteller von Bauprodukten von Anfang an eng auf gemeinsamen Softwareplattformen kooperieren, ist die Entwicklung ebenso innovativer wie wirtschaftlicher Gebäude möglich. In den folgenden Beiträgen zeigen die Hersteller von Softwarelösungen beispielhaft, über welche Potenziale ihre Produkte verfügen.

ArchiCAD 19 ArchiCAD, vor über 30 Jahren von Graphisoft als erste modellorientierte 3D-Architektursoftware entwickelt, hat mit dem vom Unternehmen geprägten Begriff des »Virtuellen Gebäudemodells« die Planungsweise und Kommunikation von Architekten verändert. Als Wegbereiter zum BIMintegrierten Planungsprozess bietet das Programm zahlreiche Werkzeuge für die BIM-basierte Planung in allen Projektierungsphasen, von der Entwurfs- bis in die Ausführungsplanung. Darüber hinaus ermöglicht die Software die simultane Zusammenarbeit eines Projektteams in einem Modell. Auf einem BIM-Server oder einer BIMcloud verwaltet, arbeitet eine unbegrenzte Zahl von Architekten zeitgleich und standortunabhängig an einem Modell. Eine StandardInternetverbindung reicht aus, um Elemente zu reservieren, freizugeben und Änderungen zu senden oder zu empfangen. BIM findet nicht nur im eigentlichen Entwurfsprozess statt, sondern setzt sich fort in der Kostenkalkulation sowie in der Zeitplanung. Diesem 4D- und 5D-Ansatz kann ArchiCAD Rechnung tragen. Das Unternehmen Graphisoft ist Mitbegründer der Open BIM-Initiative und engagiert sich seit vielen Jahren für herstellerunabhängige und intelligente Schnittstellen. ArchiCAD verfügt über zertifizierte IFC-Schnittstellen für den modellbasierten Datenaustausch. Der Austausch erfolgt unabhängig davon, ob Kosten- und Zeitplanung, Haustechnik, Tragwerksplanung, Energieberatung oder die spätere Nutzung der Gebäudedaten im Rahmen des Facility Managements eingebunden werden sollen, und unabhängig von der verwendeten Softwarelösung des jeweili-

∫ Die Open BIM-Initiative ist eine Initiative von führenden Bausoftwareherstellern wie Tekla, Data Design System, Graphisoft und anderen Firmen der Nemetschek Group, die die Realisierung von Open BIMStandards in der Bauindustrie vorantreiben will.

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Das Virtuelle Gebäudemodell aus der Sicht von Graphisoft: von der 2-dimensionalen Darstellung über das 3D-Gebäudemodell und die Visualisierung bis hin zur Kostenkalkulation und Zeitplanung reicht der Einsatzbereich von ArchiCAD.


Kapitel Softwareindustrie ı Technik

gen Fachplaners oder Facility Managers. Optimierte Projektabläufe und ein effizientes Zeitmanagement sind wichtig für jedes Projekt. Dem muss auch die Planungssoftware Rechnung tragen. Graphisoft verspricht mit der Version 19 von ArchiCAD einen Quantensprung in BIM-Performance und Geschwindigkeit: keine Wartezeiten mehr beim Aufbau komplexer 3D-Modelle ist die Botschaft des Herstellers. Dank der zum Patent angemeldeten Technologie der sog. »vorausschauenden Hintergrundprozesse« bauen sich komplexe BIM-Modelle und daraus abgeleitete Schnitte und Ansichten in Sekundenschnelle auf. Letztlich ist die Geschwindigkeit aber nur ein Faktor einer optimalen Performance, hinzu kommt eine übersichtliche und intuitive Benutzeroberfläche, mit der schon seit der ersten Version eine intuitive Nutzung möglich wird. Der in der Version 19 verankerte Punktwolkensupport unterstützt Planer dabei, ein lückenloses, fehlerfreies und schnelles Aufmaß zu erstellen.

Allplan Architecture 2016

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Screenshot aus Allplan Architecture und in dessen Object Navigator: Bei komplexen Bauwerken schafft er eine übersichtliche Darstellung aller wesentlichen Gebäudebestandteile.

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Screenshot aus dem Demo Project Allplan 2016. Die detailgenaue Darstellung von Oberfächen und Materialien wird immer wichtiger für Architekten. Der in Allplan verwendete Parasolid-Modellierkern ist einer der besten 3D-Modellierer für CAD-Programme.

Nemetschek stellt mit seiner Softwarelösung Allplan seit vielen Jahren umfassende CAD- und BIM-Funktionalitäten zur Verfügung. Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass Architekten immer häufiger eine Planungssoftware benötigen, mit der sich neben der klasssischen Planung auf 2D-Ebene freie Formen dreidimensional und detailgenau ausarbeiten und in den Planungsprozess einbinden lassen. Mit der Integration des »Parasolid«-Modellierkerns von Siemens PLM Software entspricht Allplan diesem Trend. Durch den neuen 3D-Kern will Allplan Architecture 2016 mehr Flexibilität und Präzision bei der Erstellung vielschichtiger Bauwerke bieten. Um bei komplexen Bauwerken den Überblick zu bewahren, müssen die Daten des virtuellen Gebäudemodells sauber strukturiert sein. Ein integrierter Objektnavigator bietet eine übersichtliche Darstellung aller wesentlichen Bestandteile eines Modells. Elemente bzw. Elementgruppen lassen sich gezielt sichtbar machen, modifizieren oder umsortieren. Damit soll der Objektnavigator sowohl die Kontrolle und Korrektur von BIM-Modellen als auch die Zusammenarbeit aller Planungsbeteiligten vereinfachen. Die Komplettlösung von Nemetschek will auch dem Anspruch an entsprechend detaillierte wie perfekte Renderings gerecht werden. Ins Programm integriert ist der CineRender der auf Visualisierungen spezialisierten Nemetschek-Tochter Maxon. Er bietet umfassende Funktionalitäten wie die »Ambient Occlusion« – eine Funktion, die indirekte Licht- und Schattenverhältnisse besonders realistisch darstellt. Eine Funktion, die grafisch reduzierte Visualisierungen erlaubt, ist das »White-Model-Feature«: Materialien und Texturen lassen sich mit einem Klick deaktivieren, um eine abstrakte Darstellung ähnlich eines rein weißen Architekturmodells zu erstellen. Die Integration der Intelligenten Bau Daten (IBD) ermöglicht es, die 3D-Planung zu unterstützen. Anwender können so Grundrisse oder Gebäudemodelle mithilfe vordefinierter Bauteile, den IBD-Assistenten, erstellen und erhalten visuell ansprechende Präsentationsunterlagen und Gebäudemodelle. Ergänzend lassen sich zügig Wohnflächen- und Bruttorauminhaltsberechnungen durchführen – in einer frühen Planungsphase heißt das erhöhte Kostensicherheit für den gesamten Planungs- und Bauprozess. Eine Arbeitserleichterung ist die Anordnung von Konstruktionsfenstern auf mehreren Bildschirmen (MultiDisplay-Support). Kontinuierlich von Version zu Version verbessert werden die Allplan Bibliotheken, die vor allem bedienerfreundlich und intuitiv bedienbar sein sollen. Seit 2015 vollkommen neu sind hingegen die beiden »SmartPart«-Objekte für Dachflächenfenster und Hubtore, mit denen sich Modelle und Pläne vor allem individuell und effektiv erstellen lassen sollen.

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Autodesk Revit 2016 Eine der etablierten Softwarelösungen am Markt, aktuell mit extrem hoher Marktdurchdringung, ist Autodesks BIM-Software »Revit«. Mit ihr sollen Architekten und Planer vor allem Qualität und Genauigkeit ihrer Entwürfe verbessern. Revit greift auf eine umfassende Objektbibliothek zurück. Beim Erstellen von Räumen im Grundmodell können viele IFC-basierte Elemente zum Definieren von Raumbegrenzungen verwendet werden, was vor allem bei der Überführung des Modells in andere Softwarelösungen (die eine gemeinsame IFC-Datei als Referenz nutzen), sinnvoll ist. Revit verfügt ebenfalls über eine optimierte Renderingfunktionalität. Beim Rendern statischer 3D-Ansichten stehen dem Architekten und Planer zwei Rendering-Engines zur Verfügung: zum einen der auf die spezifischen Hardwareanforderungen der GPU (Grafikprozessor) abgestimmte »NVIDIA mental ray« und zum anderen der »Autodesk Raytracer«. Beim Rendern mit Raytracer werden einige Optionen für Qualität und Hintergrund, die im NVIDIA mental ray verfügbar sind, nicht unterstützt. Jedoch ist es mit ihm möglich, nicht nur statische Bilder zu visualisieren. Autodesk Revit verwendet NVIDIA mental ray ergänzend für sinnvolle Funktionen wie den Export von virtuellen Walkthroughs (virtuelle Rundgänge) und FBX-Dateien (zur weiteren verlustfreien Bearbeitung z.B. in Autodesk 3ds Max) sowie die Vorschau (Materialdarstellung, Farbtemperatur der Beleuchtung etc.). Nutzern, die am Subkriptionsprogramm von Autodesk teilnehmen, steht das Werkzeug »Energiemodell erstellen« zur Verfügung. Mit ihm kann das Energieanalysemodell erstellt und im Kontext von Revit angezeigt werden. Es ist nicht mehr erforderlich, das Energiemodell als gbXML zu exportieren, um es anzuzeigen. Wird ein Analysemodus gewählt, der Gebäudeelemente berücksichtigt, und anschließend das Energiemodell angezeigt, kann dies in drei Ansichten gezeigt werden: 3D-Energiemodell (eine 3D-Ansicht), Berechnete Räume (eine Bauteilliste) und Berechnete Oberflächen (ebenfalls eine Bauteilliste). Mithilfe dieser Ansichten lässt sich das Berechnungsmodell analysieren und es können – noch vor Durchführung der aufwendigeren Energiesimulation – Korrekturen vorgenommen werden. Im Fenster »Ergebnisse und Vergleich« stehen im Befehls-Navigator für den Energiekostenbereich ergänzende Analysewerkzeuge zur Verfügung. Dieser Navigator erlaubt frühzeitig Einblicke in die aktuellen Energiekosten des analysierten Gebäudemodells und ermöglicht durch Anpassung der angegebenen Variablen Möglichkeiten zur Senkung der Gesamtbetriebskosten lange vor der Fertigstellung des Gebäudes.

Tekla Structures 21 Das finnische Unternehmen Tekla, 1966 als eines der ersten Softwareunternehmen des Landes gegründet, bietet für die BIM-basierte Planung seine Lösung Tekla Structures 21. Mit der aktuellen Version wurden vor allem die Anwenderfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit ebenso wie die Interoperabilität mit anderen Softwarelösungen sowie die Handhabung von Zeichnungen verbessert. Damit soll vor allem die Zusammenarbeit mit den Planungspartnern vereinfacht werden – von der Haustechnik über den Anlagenbau bis zu Architekten und den weiteren Projektbeteiligten. Die Integration in Autodesk Revit Architecture und Revit MEP, sowie in Trimbles Konstruktionslösung SketchUp Pro ermöglicht eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Architekturteams, die auf verschiedenen Software-Plattformen arbeiten. Interne wie externe Arbeitsprozesse sollen durch den automatisierten Export von Modellen und Zeichnungen vereinfacht werden. Eine optimierte IFC-Änderungsverwaltung lässt es zu, notwendige Änderungen deutlich und schnell nachzuvollziehen und umzusetzen. Eine Besonderheit des Programms sind die integrierten Funktionalitäten zur Modellierung von Ortbeton: Tekla Structure 21 ermöglicht die einfache und detailgetreue Modellierung von Beton, inkl. der Bearbeitung von Betonierabschnitten und Betonierfugen. Objektbezogene Informationen bleiben dabei nach der Erstellung von Betonierabschnitten für jedes entsprechende Bauteil erhalten. So gehen keine wesentlichen Informationen verloren. Die Interoperabilität ist eine weitere Besonderheit im Programm: mit dem Tekla Model Sharing können Mitglieder eines Projektteams problemlos am selben Modell zusammenarbeiten, von jedem beliebigen Ort und jeder Zeitzone aus. Der Hersteller verspricht, dass in solchen virtuellen Teams Projekte schneller und flexibler fertiggestellt werden können.

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Kapitel Softwareindustrie ı Technik

Vectorworks Architektur Mit ComputerWorks Softwarelösung Vectorworks Architektur können BIM-Modelle erzeugt werden, ohne den bevorzugten Planungsprozess zu ändern – unabhängig davon, ob komplexe Architekturen geschaffen werden sollen oder die Erstellungskosten niedrig gehalten werden müssen. Vectorworks ist seit vielen Jahren mit dem Modellierkern Parasolid von Siemens PLM Software ausgestattet. Damit verspricht Vectorworks optimale Design- und Präsentationsmöglichkeiten für das BIM-Modell. Integrierte Bauteile wie Stützen, Vorhangfassaden, Dächer, Wände, Böden, Türen und Fenster lassen sich einsetzen, um die Gebäudemodelle zu gestalten, 3D-Wände und Böden mit Schalenaufbau können genutzt werden, um dynamische und präzise Schnitte oder Materialauszüge auf Knopfdruck zu produzieren. Darüber hinaus bieten ergänzende Tools zusätzliche BIM-Funktionalitäten: durch die Werkzeuge Räume, Wände und Dachstühle für detaillierte Konstruktionsmodellierungen werden sie erweitert. Das Sonnenstand-Tool dient dem Anfertigen von Tageslicht- und Schattenstudien. In Summe lassen sich aus dem Modell zügig dynamische Ansichten, Schnitte und Details erzeugen.

∫ Beitrag »Mut zu mehr Unternehmertum!« S. 54f

Derzeit setzt das Büro hammeskrause aus Stuttgart ein umfangreiches Open BIM-Projekt erfolgreich mit Vectorworks Architektur um. Bei diesem Pilotprojekt haben sich die Planer vieles von dem zu Nutze gemacht, was derzeit im Bereich BIM technisch möglich ist: ein vollumfängliches Big Open BIM mit der Einbindung unterschiedlicher Softwarelösungen, automatisierte und gewerkeübergreifende Qualitätsprüfungen und Massenermittlungen, die Pflege einer hohen Datenmenge im IFC-Modell und die Anbindung externer Datenbanken. Das Projekt wird von BIM-Experten von ComputerWorks unterstützt und begleitet. In enger Zusammenarbeit mit den Fachplanern wurden dabei für spezielle Themen, wie z.B. die Verarbeitung großer individualisierter Datenmengen, Lösungen entwickelt und kurzfristig bereitgestellt. Das IFC- Modell von Vectorworks hat sich bei diesem Projekt als BIM-Lösung bestens bewährt.

Bechmann BIM2015 Seit über 40 Jahren unterstützt Bechmann die Architekten und Ingenieure mit seinen Softwarelösungen. Seit 2015 hat das Augsburger Unternehmen mit Bechmann BIM ein Fachmodell für Leistungen und Kosten mit der Besonderheit der sog. »kontinuierlichen Visualisierung« am Markt: Auf Basis von CAD-Daten und aus allen gängen CAD-Programmen via IFC übertragen, ermittelt die Software die tatsächlichen Mengen und stellt sie als 3D-Modell dar. Dieses BIM-Modell ist Teil sämtlicher weiterer Prozessschritte – von der Kostenschätzung über die Erstellung der Leistungsverzeichnisse bis hin zur Schlussabrechnung – und macht laut Bechmann jederzeit sichtbar, wo im Projekt gerade gearbeitet wird. 4,5 Screenshots aus Bechmann BIM2015: unabhängig von der vom Planer verwendeten CAD-Software ermittelt das Programm die tatsächlichen Mengen und stellt diese als 3D-Modell dar.

Auf diesem 3D-Modell basiert die neue Herangehensweise der Software im Rahmen der Leistungsermittlung sowie in den darauf folgenden Ausschreibungsschritten. Planer suchen die Flächen und Volumen nicht mühsam anhand der Pläne zu einer Position zusammen, sondern weisen den einzelnen Bauteilen sämtliche Informationen über die Leistungen zu, die zu ihrer Erstel-

4,5

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BIM-Glossar

Planung

Entwurf

Gewerkekoordination

Raumprogramm Variantenstudien

Kostenermittlung

konzeptionelles Design Simulation, Berechnungen Ausführung

Rückbau

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Building Information Modeling beruht auf der durchgängigen Nutzung eines digitalen Gebäudemodells über den gesamten Lebenszyklus.

Bauablaufsimulation Umbau

Building Information Model (BIM)

Baufortschrittskontrolle

Recycling Baustellenlogistik Revitalisierung

Abrechnung Bewirtschaftung

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Facility Management, Wartung, Betriebskosten

BIM

Building Information Modeling (BIM) beruht auf der durchgängigen Nutzung eines digitalen Gebäudemodells über den gesamten Gebäudelebenszyklus – von der Planung bis zum Rückbau. BIM ist keine Softwarelösung, sondern eine Methode zur Optimierung der Arbeitsprozesse im Bauwesen. Das digitale Gebäudemodell bildet die physikalischen und funktionellen Eigenschaften eines Bauwerks konsistent in Informationsgehalt und -qualität ab und dient der Entscheidungsfindung während des gesamten Lebenszyklusses eines Gebäudes. Idealzustand ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Planungsbeteiligten in den unterschiedlichen Wertschöpfungsphasen an einem digitalen Gebäudemodell. Die BIM-Methode hilft nicht nur bei der Optimierung der Planung und Bauausführung, sondern dient auch der Projektsteuerung und dem Betrieb des Gebäudes.

BIM-Strategie

Die BIM-Strategie gibt die Ziele und Methode für die BIM-Implementierung in das Projekt vor und gilt als Grundlage für den BIM Execution Plan.

BIM Execution Plan

Der BIM Execution Plan (BIM-Entwicklungsplan) legt als Richtlinie die Grundlagen der BIM-basierten Zusammenarbeit in einem Dokument fest. Dies beinhaltet: - die Festlegung der Ziele und der Rahmenbedingungen - die organisatorischen Strukturen und die Verantwortlichkeiten (Rollen und Aufgaben des BIMManagements und Austauschanforderungen der einzelnen Beteiligten) - die Definition der Level of Developments (LoD) - die Festlegung der Verfahrensregeln, Rechte und Befugnisse der Planungsbeteiligten - die Struktur des virtuellen Gebäudedatenmodells (u.a. Koordinatensystem, Ebenen, Organisation der Datenverwaltung und Zugriffsrechte, Prozessstandards und Kollisionsprüfung) Der BIM Execution Plan ist Vertragsbestandteil zwischen Auftraggeber und Planungsbeteiligten.

BIM-Richtlinie

Die BIM-Richtlinie legt die logische büro- und projektübergreifende Struktur der Dokumentation fest. Die BIM-Richtlinie definiert die Modelle in Bezug auf Strukturen, Elemente und Informationen sowie die Informationsbedürfnisse und deren Qualitäten.

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Anhang

Aufgabenverteilung zwischen BIM-Manager, BIM-Koordinator und BIM-Modellierer, wie sie vom britischen AEC BIM Protocol vorgesehen ist.

BIM-Modellierer

Ausführungsplan

Zeichnungsgenerierung

Schulung

Modellierung

Umsetzung

Erzeugung von Inhalten

Standards

Modellkoordination

Prozess + Workflow

Produktion

Modellprüfung

BIM-Koordinator 2

Forschung

BIM-Manager

Management

Unternehmensziele

Strategie

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BIM-Beteiligte Für die Implementierung der BIM-Methodik muss die klassische Aufgabenverteilung und Kommu/ Aufgabenver- nikation der verschiedenen Planungsbeteiligten und Fachdisziplinen angepasst werden: teilung Managementaufgaben sind sowohl von Auftraggeber als auch Planungsbeteiligten zu definieren und zu übernehmen, zum Beispiel die Modellentwicklung, Datenmanagement, Kollisionskontrolle und Überprüfung der festgelegten LoD(Level of Development)-Qualität der Detailtiefe. Die Aufgabenverteilung erfolgt hier zwischen BIM-Manager, -Koordinator und -Modellierer. BIMManagement

Ein durchdachtes BIM-Management ist die Basis für die Steuerung und Erfüllung der BIM-Prozesse, sowohl strategisch wie auch projektbezogen. Dies erfolgt in Form der büro- oder projektspezifischen BIM-Richtlinie sowie mit der Koordination der unterschiedlichen Disziplinen in unterschiedlichen Unternehmen im BIM Execution Plan.

BIM-Manager

Der BIM-Manager ist die verantwortliche Fachperson für die Umsetzung des BIM-Managements. Zu den Aufgaben gehört die Erarbeitung einer Strategie für die Qualitätssicherung im Gesamtprojekt, die Festlegung der notwendigen Arbeitsabläufe sowie die regelmäßige Zusammenführung der Fachmodelle und darauf aufbauend die Koordination der verschiedenen Planungsdisziplinen. Nach der Prüfung und Kollisionsbereinigung gibt der BIM-Manager die einzelnen Fachmodelle bzw. das Gesamtmodell frei und archiviert sie zur Dokumentation des Planungsprozesses.

BIMKoordinator

Für jede Fachdisziplin gibt es einen eigenen BIM-Koordinator. Der BIM-Koordinator koordiniert die Modelle und überprüft und sichert deren Qualität an der Schnittstelle zwischen technischem Sachverhalt und Anforderungen aus der Projektplanung. Der BIM-Koordinator überwacht die Einhaltung von BIM-Standards und -Richtlinien sowie Datensicherheit und -qualität. Außerdem muss er sicherstellen, dass das Modell zu den vertraglich vereinbarten Zeitpunkten im vereinbarten Ausarbeitungsgrad bereitgestellt wird.

Modellierer

Der Modellierer / Modellelementautor (MEA) / BIM Technician / BIM Operator ist verantwortlich für die Entwicklung und Bearbeitung eines Modellelements oder eines Teilmodells.

Modellnutzer

Der Modellnutzer / BIM-Analyst nutzt das Modell innerhalb der Projektarbeit für Auswertungen, Berechnungen oder Planung von Abläufen.

BIMConsultant

Der BIM-Consultant ist ein externer Berater zur Implementierung der BIM-Methode und Technologie in Planungsbüros. Als externer Auftragnehmer kann der BIM-Consultant die Qualitätskontrolle des BIM-Modells übernehmen.

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BIM und HOAI

Mit der Novellierung der HOAI aus dem Jahr 2013 kann innerhalb der Leistungsphase 2 nun auch die »3D- oder 4D-Gebäudemodellbearbeitung« (BIM) gesondert vergütet werden.

BIM und Normierung / DIN

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat auf der Messe BAU im Januar 2015 in München die »DIN SPEC 91400« vorgestellt. Ziel des Normenwerks ist es, ein einheitliches Klassifikations- und Beschreibungssystem für BIM-Objekte zu definieren – also eine Art Katalog, aus dem Architekten und Planer ihre Auswahl treffen können.

BIMModellplan

Der BIM-Modellplan ist Teil der BIM-Richtlinie / des BIM Execution Plans und definiert disziplinenund projektphasenbezogen den Informationsgehalt und die Detailqualität der Bauwerksmodelle. Im BIM-Modellplan werden die erforderlichen LoD (Level of Development) beschrieben.

Gesamtmodell

Das Gesamtmodell (auch VGM – Virtuelles Gebäudemodell genannt) setzt sich aus den einzelnen Fachmodellen zusammen und beinhaltet alle relevanten Daten der beteiligten Gewerke. Das Gesamtmodell dient der umfassenden Dokumentation und wird in Teilen oder im Ganzen in den Betrieb des Gebäudes überführt.

Fachmodell / Teilmodell

Das Teilmodell ist ein disziplin- bzw. gewerkespezifisches Bauwerksmodell, zum Beispiel des Architekten, Tragwerksplaners und der Gebäudetechnik oder der Aufsplittung des Gesamtmodells in verschiedene Bauteile. Jedes Modell wird über den Projektverlauf mit relevanten Informationen in verschiedenen Detaillierungsstufen (Level of Detail) angereichert und kann entsprechend ausgewertet werden. Das Teilmodell enthält primär Modellelemente einer Planungssicht oder für einen bestimmten Zweck – im Gegensatz zum Gesamtmodell, welches das Ergebnis der Zusammenführung aller oder einzelner Teilmodelle zur gemeinsamen Betrachtung und Auswertung umfassend darstellt.

Koordinationsmodell

Das Koordinationsmodell dient der disziplinübergreifenden Kommunikation der Planungsbeteiligten und setzt temporär einzelne Teilmodelle zusammen. Es dient darüber hinaus der Koordinierung der beteiligten Gewerke und insbesondere der Kollisionsprüfung.

3D-Modell

Modelldarstellung in den drei Dimensionen des Raumes (X, Y und Z-Achse)

4D-Modell

Erweiterung des 3D-Modells um die Zeitkomponente. Zuordnung des zeitlichen Verlaufs von der Erstellung des Gebäudes bis zum aktuellen Baufortschritt zugunsten der Prozessoptimierung sowie Transparenz im Gesamtablauf.

5D-Modell

Erweiterung des 4D-Modells um die Komponente Kosten. Die Mengenermittlung erfolgt über die Modellelemente, die mit Preisen belegt und verknüpft werden, zugunsten von Kostensicherheit, Transparenz und Entscheidungshilfe bei Varianten.

nD-Modell

In ein virtuelles BIM-Modell werden zusätzliche Informationen eingebettet. Dies können Informationen zu Raumprogramm, Belegungsplänen sein sowie Informationen für Simulationen (zum Beispiel zur Energieeffizienz) und betriebs-/wartungsbezogene Spezifikationen für das Facility Management.

Parametrik / Parametrisches Modell

Geometrische Objekte wie Linien, Flächen und Volumen werden in ihren Bedingungen und Beziehungen zueinander durch definierte Einzelparameter beschrieben. Daraus ergibt sich ein neuer, zusammengesetzter Parameter, der Änderungen einzelner Parameter im Gesamtmodell intelligent überträgt.

BIMDatenbank

Die BIM-Datenbank enthält die zur Verfügung stehenden BIM-Objekte. Bereitgestellt über eine Cloud-Lösung, webbasierend oder in der serverbasierten Datenbank.

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∫ Siehe auch S. 92

∫ siehe auch Software-Lösungen S.112


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BIM-Objekt

»Ein BIM-Objekt setzt sich aus mehreren Dingen zusammen: dem Inhalt an Informationen, die das (Bau-)Produkt definieren, der Geometrie des Modells, das die physischen Eigenschaften des (Bau-)Produktes darstellt, Verhaltensdaten, die es ermöglichen, dass das BIM-Objekt auf die gleiche Art und Weise positioniert werden bzw. funktionieren kann wie das (Bau-)Produkt selber Daten zur Darstellung liefert, die dem BIM-Objekt eine wiederzuerkennende Erscheinung geben.« (Quelle: NBS BIM Object Standard, Version 1.1/0914) BIM-Objekte ersetzen die klassischen CAD-Symbole. Die Objekte bzw. Symbole werden wie in der konventionellen Planung in 2D und 3D abgebildet, enthalten über die Daten zu Geometrie und Produktbeschreibung noch weitere Informationen, zum Beispiel Herstellerangaben zu Mengen, Preisen, Montage, Wartung, Handbüchern, EAN-Codes, U-Werten etc.

Modellelement

Der Begriff Modellelement bezeichnet die einzelnen Bestandteile im digitalen Bauwerksmodell, wie Wände, Stützen, Türen. Die einzelnen Elemente sind gekennzeichnet durch ihre geometrischen Eigenschaften wie Länge, Höhe und Breite als auch durch ihre beschreibenden Attribute wie Materialität, Farbigkeit, Brandschutz etc.

Elementtyp und Elementgruppe

Der Elementtyp ist ein Bauelement mit speziellen bautypischen Eigenschaften wie zum Beispiel Wand, Decke, Fassadenelement. Die (Modell)Elemente eines definierten Bauteils und damit einer IFC-Klasse (*.ifc) können in Elementgruppen zusammengefasst werden.

Attribut

Ein Attribut definiert die Merkmale und Eigenschaften eines Objektes oder Modellelements.

IFC

Industry Foundation Classes (IFC) sind ein objektorientiertes hersteller- und länderübergreifendes Austauschformat für den modellbasierten Daten- und Informationsaustausch in den Planungs-, Ausführungs- und Bewirtschaftungsphasen. Definiert werden die IFC von buildingSMART International (bSI), früher bekannt als Industrieallianz für Interoperabilität (IAI). IFC sind unter ISO 16739 als internationaler Standard registriert.

BCF

BIM Collaboration Format ist ein offenes Dateiformat, welches den Austausch von Nachrichten und Änderungsanforderungen zwischen BIM-Viewern und BIM-Software unterstützt.

Closed BIM

Struktur, bei der alle Planungsbeteiligten mit derselben Softwareumgebung (Festlegung auf die Produkte und Formate eines einzelnen Softwareherstellers) arbeiten und den interdisziplinären Datenaustausch über softwareeigene Formate und Kontrollsysteme steuern.

Open BIM

Struktur, bei der jeder Planungsbeteiligte zunächst in seiner eigenen Softwareumgebung mit BIMAufrüstung arbeiten kann und der interdisziplinäre Datenaustausch über eine softwareunabhängige Schnittstelle stattfindet.

Little BIM

Verwendung von BIM-Softwareprodukten als Insellösung innerhalb eines Büros und zur Bearbeitung spezifischer Aufgaben.

Big BIM

Struktur, die eine durchgängige Nutzung digitaler Gebäudemodelle über verschiedene Disziplinen und Lebenszyklusphasen abbildet.

Systemstruktur, nach der die Planungsbeteiligten ihre interne und externe Organisation strukturieren. Unterscheidung zwischen Little BIM, Big BIM, Closed BIM und Open BIM.

Little BIM

Big BIM

Verwendung von BIM-Softwareprodukten als Insellösung zur Bearbeitung spezifischer Aufgaben

durchgängige Nutzung digitaler Gebäudemodelle über verschiedene Disziplinen und Lebenszyklusphasen

Little Open BIM

Big Open BIM

Little Closed BIM

Big Closed BIM

Open BIM Softwareprodukte verschiedener Hersteller; Datenaustausch mit offenen Formaten Closed BIM Software eines einzelnen Herstellers; Datenaustausch in proprietären Formaten 3

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Herausgeber / Autoren: Tim Westphal, geb. 1974, Studium der Architektur an der FH Wismar (Diplom), Arbeit für Architekturmagazine und Volontariat in der Architekturfachbuchabteilung des CALLWEY-Verlags München, seit 2003 Fachredakteur bei der Fachzeitschrift DETAIL in München. Verantwortlich für die Architekten- und Produktinformation von DETAIL und den Bereich Corporate Publishing. Veröffentlichungen, Vorträge, Moderationen und Lehraufträge zu Themen der Baukultur und des Architekturjournalismus. Langjährige Auseinandersetzung mit dem Thema BIM und Digitale Planungs- und Bauprozesse. Eva Maria Herrmann, Dipl.-Ing. Architektin und freie Journalistin. Architekturstudium an der HS Darmstadt und TU Graz. 2005 Gründung des Büro für Architekturkommunikation mit dem Schwerpunkt Vermittlung von Baukultur. Veröffentlichungen, Redaktion, Vorträge, Workshops und Ausstellungen zu allen Themen der Baukultur. www.evaherrmann.de Moritz Lembke-Özer, Michal Dengusiak, Martin Elze und Yensi Izquierdo, BuroHappold Engineering. 1976 in Großbritannien in Bath gegründet, ist BuroHappold Engineering heute mit über 1.600 Mitarbeitern an 25 Standorten eines der weltweit führenden multidisziplinären Ingenieur-, Planungs- und Beratungsbüros. In Deutschland ist BuroHappold seit 1995 vertreten und derzeit mit etwa 60 Ingenieuren und Beratern von Berlin und München aus tätig. www.burohappold.com Christian Glatte ist Leiter der Software-Entwicklung bei der Schüco Service GmbH Bielefeld. Die Entwicklung von CAD-Anwendungen rund um die Schüco Systeme ist seit seinem Einstieg bei Schüco Service im Jahr 1989 eines seiner Schwerpunktthemen. Er ist verantwortlich für die Entwicklung der Schüco Software für Architekten, Planer und vor allem für Metallbau-Partnerfirmen weltweit. BIM-kompatible Daten und Software spielen dabei seit Jahren eine zunehmend wichtigere Rolle. Seit 2008 vertritt Christian Glatte das Unternehmen Schüco im buildingSMART e.V. www.schueco.com Rechtsanwalt Dr. jur. Robert Elixmann studierte von 2004 bis 2008 Rechtswissenschaften an der Albert-LudwigsUniversität Freiburg und war von 2009 bis 2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Öffentliches Recht - Abteilung IV: Verwaltungsrecht der Universität Freiburg und promovierte in dieser Zeit zu einem datenschutzrechtlichen Thema. Sein Rechtsreferendariat absolvierte er im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf mit Stationen in Bonn und Seoul. Seit 2013 ist Dr. Elixmann Rechtsanwalt im Düsseldorfer Büro der Rechtsanwaltskanzlei Kapellmann und Partner mbB. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind das Bauvertragsrecht, das Architekten- und Ingenieurrecht, das Recht der Projektsteuerung und das Immobilienrecht.

Frank Kaltenbach, Dipl. Ing Architekt, BDA ao, geb. 1962, ist Redakteur der internationalen Fachzeitschrift DETAIL. Er lehrt an der Akademie der Bildenden Künste in München Architektur und Designgeschichte, hält Vorträge und moderiert Veranstaltungen zu den Themen Architektur und Design. Roland Pawlitschko ist Architekt sowie freier Autor, Redakteur und Architekturkritiker. Er veröffentlicht Artikel und Aufsätze in Büchern, Zeitschriften und Tageszeitungen, organisiert Architekturexkursionen und kuratiert Ausstellungen rund um das Thema Architektur und Öffentlichkeit. Dr. Kai Oberste-Ufer studierte Bauingenieurwesen an der Ruhr-Universität Bochum, 2001 Diplom, 2010 Promotion. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Princeton University trat er 2010 bei DORMA ein und ist dort im Bereich e-Business Management tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Entwicklung und Umsetzung der unternehmensweiten BIM-Strategie. Dr. Oberste-Ufer ist seit 2013 Mitglied des buildingSMART und aktiv in unterschiedlichen Arbeitsgruppen und Projekten zum Thema BIM. www.dorma.com Melanie Seifert, Dipl.-Ing. Univ. Fachrichtung Architektur, geb. 1979 in Nürnberg. Studierte Germanistik und Geschichte an der Uni Regensburg, sowie Architektur an der TU München; Diplom 2006. Mitarbeit in verschiedenen Architekturfachmagazinen. Veranstaltungsorganisation in der Akademie für Fort- und Weiterbildung in der Bayerischen Architektenkammer, Projektleiterin Redaktion DETAIL. Seit 2012 freie Redakteurin und Autorin. www.frauseifert.de Christine Ryll ist Architektin und Redakteurin. Fortbildung zur Fachzeitschriftenredakteurin beim Klett Wirtschaftsund Bildungsservice, Mitarbeit in verschiedenen Redaktionen u.a. Mikado, Leonardo Online, Computer Partner. 2001 Gründung des Redaktionsbüros rylltext. In ihrem Redaktionsbüro rylltext beschäftigt sie sich vorwiegend mit den Themenbereichen Architektur, Bau und Immobilien sowie IT. www.rylltext.com Robert Uhde, 1968 in Düsseldorf geboren, lebt und arbeitet in Oldenburg. Studium Kunst und Germanistik in Oldenburg. Ausbildung zum Fachredakteur für Architektur beim Rudolf Müller Bauverlag in Köln. Seit 1997 tätig als freier Architektur-Journalist mit eigenem Büro in Oldenburg. Schreibt für verschiedene Architektur-Zeitschriften und Magazine. Zu den Schwerpunkten zählen dabei die niederländische und deutsche Architektur der Gegenwart. www.robert-uhde.de

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Impressum

Herausgeber: Tim Westphal, Eva Maria Herrmann Buchkonzeption: Tim Westphal, Eva Maria Herrmann, Meike Weber Inhaltliche Konzeption: Tim Westphal, Eva Maria Herrmann, Christine Ryll Autoren: Eva Maria Herrmann, Frank Kaltenbach, Roland Pawlitschko, Christine Ryll, Melanie Seifert, Robert Uhde, Tim Westphal Co-Autoren: Dr. Robert Elixmann, BuroHappold Engineering (Moritz Lembke-Özer unter technischer Beratung von Michal Dengusiak, Martin Elze und Yensi Izquierdo), Dr. Christian Glatte, Dr. Kai Oberste-Ufer Lektorat/Korrektorat: Andrea Hölzl, Eva Maria Herrmann, Zorica Funk, Tim Westphal Grafische Gestaltung und Satz: Eva Maria Herrmann, Tim Westphal Druck und Bindung: Kessler Druck + Medien GmbH & Co. KG, Bobingen Sie haben Anregungen, Feedback oder Fragen zu diesem Buch? Dann senden Sie uns bitte eine E-Mail an: lab@detail.de Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die des Nachdrucks, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten. Eine Vervielfältigung dieses Werks oder von Teilen dieses Werks ist auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts. Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek. Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. Die Publikation beruht unter anderem auf den Vorträgen und Referentenkontakten des ∂-Kongresses 2014 zum Thema BIM im Bauwesen. Verlag: Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG, München 2015 978-3-95553-279-6 Print 978-3-95553-280-2 E-Book 978-3-95553-281-9 Bundle

© 2015, Stand Oktober 2015, 1. Auflage

Die Publikation »BIM – Building Information Modeling I Management, Methoden und Strategien für den Planungsprozess, Beispiele aus der Praxis« wird unterstützt von:

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Erstmals in dieser ausführlichen Form fasst die vorliegende Publikation zum Building Information Modeling (BIM) aktuelle Erfahrungsberichte von Protagonisten aus der gesamten Wertschöpfungskette Bau zusammen. Ergänzt werden die zahlreichen Praxisbeispiele durch Fachbeiträge und Interviews zu organisatorischen, technischen und juristischen Handlungsfeldern im Zusammenspiel mit BIM. Hinzu kommt die Sicht der Öffentlichen Hand, der Blick ins europäische Ausland und der Status quo in der Architekturausbildung am Beispiel fortschrittlicher Lehrinstitute aus dem deutschsprachigen Raum. International agierende Unternehmen aus der Bauindustrie geben einen Einblick in die Praxis bei der Implementierung BIM-relevanter Daten in ihre Bauprodukte. Abgerundet wird das Standardwerk mit einem Überblick über unterstützende Softwarelösungen, wichtige BIM-Initiativen sowie ein umfassendes Glossar, das für Einsteiger in die digitale Planungswelt wesentliche Fachbegriffe einfach und leicht verständlich erläutert. Zahlreiche Querverweise und Zusatzinformationen direkt neben den Beiträgen bieten dem Leser darüber hinaus wertvolle, ergänzende Arbeitshinweise.

ISBN 978-3-95553-279-6

9 783955 532796

Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG, München www.detail.de