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Einfach Bauen Zwei nachhaltig kostengĂźnstig lokal

Christian Schittich (Hrsg.)

Edition Detail


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Einfach Bauen Zwei nachhaltig kostengünstig lokal Christian Schittich (Hrsg.)

Edition DETAIL – Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG München


Herausgeber: Christian Schittich Redaktion: Steffi Lenzen (Projektleitung), Eva Schönbrunner, Melanie Weber Redaktionelle Mitarbeit: Katinka Johanning, Michaela Linder Zeichnungen: Marion Griese, Martin Hämmel, Nicola Kollmann, Emese M. Köszegi, Dejanira Ornelas DTP: Simone Soesters Ein Fachbuch aus der Redaktion DETAIL Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar. Dieses Buch ist auch in englischer Sprache erhältlich (ISBN: 978-3-920034-67-6). © 2012 Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG, Postfach 20 10 54, D-80010 München www.detail.de Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten. Eine Vervielfältigung dieses Werks oder von Teilen dieses Werks ist auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts. Gedruckt auf säurefreiem Papier, hergestellt aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff (TCF∞). Printed in Germany Reproduktion: Martin Härtl OHG, München Druck und Bindung: Kösel GmbH & Co. KG, Altusried-Krugzell ISBN: 978-3-920034-62-1 987654321


Inhalt

Einfach Bauen – eine Haltung oder Notwendigkeit Christian Schittich

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Einfamilienhaus in Stuttgart lohrmannarchitekt, Stuttgart

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Einfach konstruieren Christiane Sauer

12

Wohnhaus in Andalue Pezo von Ellrichshausen Architects, Concepción

112

Einfach komplex Fabian Scheurer

24

Arbeits- und Wohngebäude in der Bretagne RAUM, Nantes

117

Einfach günstig Ansgar und Benedikt Schulz

34

Stall in Thankirchen Florian Nagler Architekten, München

120

Einfach nachhaltig Andrea Georgi-Tomas, Martin Zeumer

42

Freibad in Eichstätt Kauffmann Theilig & Partner, Ostfildern/Kemnat

124

Einfach lokal Anna Heringer

50

Gewerbehof in München bogevischs buero, München

128

Druck- und Medienhaus in Augsburg OTT ARCHITEKTEN, Augsburg

132

Mobiler Ausstellungspavillon Jürke Architekten, München

136

Schreinerei bei Freising Deppisch Architekten, Freising

140

Schulmensa in Berlin ludloff + ludloff Architekten, Berlin

145

Schule in Berlin AFF architekten, Berlin

150

Kinderhaus in Unterföhring hirner & riehl architekten und stadtplaner, München

154

Kindertageseinrichtungen in München schulz & schulz, Leipzig

159

Haus für Kinder bei Melbourne PHOOEY Architects, Melbourne

164

Projektdaten – Architekten

168

Autorenviten

175

Bildnachweis

176

Projektübersicht Restaurant auf Teshima Architects Atelier Ryo Abe, Tokio Schulen in Mosambik Ziegert  Roswag  Seiler Architekten Ingenieure, Berlin Palettenhaus »Slumtube« bei Johannesburg Andreas Claus Schnetzer & Gregor Pils, Wien Museum und Stadtteilzentrum für eine Township in Johannesburg Peter Rich Architects, Johannesburg Krankenhaus in Ruanda MASS Design Group, Boston/Kigali Schlafhütten für Waisenkinder in Noh Bo TYIN tegnestue, Trondheim

56 58 61 66

72 78 84

Sozialer Wohnungsbau in Iquique Elemental – Alejandro Aravena, Santiago de Chile

88

Sozialer Wohnungsbau in Ceuta MGM, Morales-Giles-Mariscal Architects, Sevilla

92

Haus im Oderbruch HEIDE & VON BECKERATH, Berlin

96

Sommerhaus bei Saiki Takao Shiotsuka Atelier, Oita

100

Sommerhaus bei Göteborg Johannes Norlander Arkitektur, Stockholm

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Einfach Bauen – eine Haltung oder Notwendigkeit Christian Schittich

Einfachheit ist ein stets wiederkehrendes Postulat in Philosophie, Kunst oder Wissenschaft. Namhafte Denker der unterschiedlichsten Epochen von Konfuzius bis Albert Einstein, von Seneca bis Ludwig Wittgenstein preisen ihre Vorzüge in den verschiedensten Bereichen des Lebens. Friedrich Schiller etwa sieht in der Einfachheit das »Resultat der Reife« und für Sergej Koroljow, den Vater der russischen Raumfahrt, liegt die »Genialität einer Konstruktion« genau darin. Denn »kompliziert bauen kann jeder«. Auch in der zeitgenössischen Architektur kehren minimalistische Tendenzen und damit verbunden die Rückbesinnung auf die einfache Form in regelmäßigen Abständen wieder. In einer Zeit pluralistischer Vielfalt stehen sie weiteren, manchmal gegensätzlichen Strömungen, Haltungen und Herangehensweisen gegenüber, die parallel existieren, wie etwa den heute beliebten computergenerierten Freiformen. Nicht immer aber ist die formale, aus ästhetischen Bestrebungen resultierende Einfachheit auch in technischer oder ökonomischer Hinsicht tatsächlich einfach. Denn letztendlich ist für ein hochentwickeltes Bauwerk die vollkommen reduzierte Form oft nur mit zusätzlicher Anstrengung zu erreichen. Einer Anstrengung, die sich in erhöhtem Planungsaufwand ebenso wie in komplexen, aber versteckten Details äußern kann, wie man sie häufig unter der glatten Oberfläche mehrschichtiger Wandkonstruktionen antrifft. Gleichzeitig bezeichnen wir in unserem Sprachgebrauch ein Gebäude als einfach, das simpel ist, kostengünstig und in kurzer Zeit erstellt wurde. Einfach Bauen zeigt also die unterschiedlichsten Facetten. Der Begriff kann sich auf die Form, die Konstruktion, das Material oder noch ganz andere Kriterien eines Bauwerks beziehen. Die einfache Form Unsere Welt wird zunehmend komplexer, ihre Zusammenhänge sind für den Einzelnen immer weniger zu durchschauen. Gleichzeitig nimmt die Flut an Reizen und Sinneseindrücken kontinuierlich zu. All das führt bei vielen Menschen zu einem starken Bedürfnis nach klaren Formen, die sofort eingeordnet und verstanden werden können. Eine Marke wie Apple etwa ist aktuell wegweisend, weil sie bei ihren Geräten vom Laptop bis zum Smartphone konsequent auf leicht verständliche Bedienbarkeit und klares Design setzt, das auf alles Überflüssige verzichtet. Die einfache Form kann aber auch bewusster Ausdruck einer Haltung sein: gegen das Diktat des Konsums, gegen den Überfluss und den damit verbundenen verschwenderischen Umgang mit Formen, Farben und Ornament.

In der traditionellen Architektur finden sich Baukörper, die auf einer klaren Geometrie aufbauen, vom Bauernhaus oder der Scheune, die mit der umliegenden Landschaft verwachsen scheint, bis zum meditativen Sakralraum. Einfache geometrische Formen zeigen eine besondere Kraft oder Ausstrahlung und haben einen hohen Symbolgehalt. Ein Land, wo die Einfachheit – basierend auf den Werten des Zen-Buddhismus – regelrecht zur überlieferten Kultur gehört, ist Japan. Das drückt sich dort nicht nur in zahlreichen Dingen des täglichen Lebens aus, sondern auch in seiner klassischen Architektur vom Teehaus bis zu seinen herrschaftlichen Bauten. So hat die berühmte kaiserliche Villa Katsura in Kioto aus dem 17. Jahrhundert, das bei uns im Westen prominenteste Beispiel, gerade unter Architekten bis heute nichts von ihrer Faszination verloren – wegen ihres einfachen Grundrisses und Baukörpers, ihrer modular gerasterten Böden und Wände und ihrer klar strukturierten Holzkonstruktion. Es überrascht nicht, dass zwei der aktuell prägnantesten Vertreter einer minimalistischen Architektur, die beiden Engländer John Pawson und David Chipperfield, ihren jeweiligen beruflichen Werdegang in Japan begonnen haben. Auch die Architektur von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa, bei deren Bauwerken vor allem der Raum und seine Aneignung durch den Nutzer im Mittelpunkt stehen, kann mit ihren reduzierten Konstruktionen und dem weitgehenden Verzicht auf Farbe als einfach bezeichnet werden. Wie so häufig bei der einfachen Form sind aber auch hier der oftmals enorme konstruktive Aufwand beim Bauen (wie bei der anspruchsvollen Betonkonstruktion des Rolex Learning Center) und auch der Unterhalt nicht zu vernachlässigen. Einfach kostengünstig Einfach zu bauen wird häufig mit günstigen Baukosten gleichgesetzt. Tatsächlich gilt dieser Zusammenhang für viele der in diesem Buch vorgestellten Projekte. Auch wenn, wie dargestellt, die minimalistische Form bei einer Architektur manchmal nur mit einem enormen Aufwand realisiert werden kann, gilt doch, dass ein klarer Baukörper ohne aufwendige Vor- und Rücksprünge im Allgemeinen preisgünstiger ist, was auch Ansgar und Benedikt Schulz in ihrem Beitrag erläutern (siehe S. 34ff.). Er zeichnet sich durch Materialeffizienz aus, erfordert einen geringeren Anteil an teurer Fassade und erreicht aufgrund seiner Kompaktheit effizientere Energiewerte. Ein einfacher Grundriss erleichtert die Orientierung und Nutzbarkeit und ermöglicht ein klar strukturiertes Tragwerk, das auf günstigen Bauelementen basieren kann. Allgemein lässt sich sagen, dass eine hohe Effizienz einer 9


Einfach konstruieren Christiane Sauer

Traditionelle Bauweisen, die anonym ohne Architekten entstehen, schöpfen seit jeher lokale Materialvorkommen und gegebene handwerkliche Möglichkeiten optimal aus, um eine »einfache«, leicht umzusetzende Bauweise zu erreichen. Die Verfügbarkeit der Mittel vor Ort ist hierbei eines der wichtigsten Kriterien. In früheren Zeiten nutzte der Mensch sogar Schneeblöcke für schützende Behausungen, wenn kein anderes Baumaterial zur Verfügung stand, wie in den eisigen Weiten Grönlands. In waldreichen Gegenden hingegen gab es reichlich massive Holzstämme, aus denen sich die Blockbauweise entwickelte (Abb. 1), und in der südlichen Hemisphäre schützten massive Lehmwände vor Sonne und Überhitzung. Die Frage, ob man einfach konstruieren sollte, stellte sich bei diesen lokalen Bauweisen erst gar nicht, da die Bevölkerung aufgrund nicht vorhandener Industrialisierung keine Wahlmöglichkeiten hatte. Gleichzeitig verfeinerte jede Generation die konstruktive Logik und Effizienz der überlieferten Bauweise. Material, Konstruktion und Gestalt der Gebäude standen in einem symbiotischen Zusammenhang, jeweils geprägt von den regionalen Bedingungen. Die Konstruktionen gingen mit einer Ästhetik einher, die nicht der Gestaltungswille eines Individuums war, sondern sich aus den Gegebenheiten heraus entwickelte. Noch heute vermitteln diese »einfachen« Gebäude eine Ästhetik, die sich intuitiv erschließt und die jenseits sich wandelnder Moden nachvollziehbar bleibt. Einfache Konstruktionen finden sich aktuell in Gegenden der Welt, wo ein beschränktes Spektrum an Mitteln zur Verfügung steht. Was immer an Material vorhanden ist, wird so effizient wie möglich eingesetzt. So werden beispielsweise in Entwicklungsländern mit Sand gefüllte PET-Flaschen als Bausteine genutzt, um ganze Häuser daraus zu errichten (Abb. 2). Eine Tonnenkonstruktion aus ausgedienten Holzpaletten, die auch ungelernte Arbeiter aufbauen können, wurde kürzlich als Prototyp für ein einfaches Wohngebäude in Südafrika entwickelt (siehe Palettenhaus »Slumtube« bei Johannesburg S. 66ff.). Auch in unseren Breiten gewinnt die Strategie des »Re-Use« von Materialien und Bauteilen immer mehr Anhänger, um ressourcenschonende Bauweisen umzusetzen. Hierbei ist nicht unbedingt das perfektionierte Detail Ziel des Gestaltungsprozesses, vielmehr bestimmt das gegebene Material die Konstruktion und die Fügungsart.

Nutzungsart und -dauer, Ausführungsqualität und Gestaltung, für die der Architekt eine angemessene Lösung finden muss. Einfach zu konstruieren könnte hierbei bedeuten, mit dem geringsten möglichen Einsatz an Mitteln und Ressourcen zum bestmöglichen Ergebnis zu kommen – also möglichst effizient eine Entwurfsidee in ein fertiges Gebäude zu übersetzen. Je nach den Voraussetzungen der individuellen Bauaufgabe wird die angemessene Lösung unterschiedlich ausfallen. Eine allgemeingültige Formel existiert nicht für »einfaches« Bauen. Planer müssen jedoch in der Lage sein zu bewerten, welche Entscheidungen im Entwurf welche Konsequenzen in der Ausführung nach sich ziehen. Zunächst ergeben sich die Anforderungen an ein Gebäude aus der Nutzung und dem Standort. Die Ausrichtung und geometrische Form hat entscheidenden Einfluss auf die klimatischen Bedingungen innerhalb eines Gebäudes und auf seinen Energiehaushalt. Eine Nutzung als Industrie-, Büro- oder Wohngebäude zieht jeweils spezielle bauliche Anforderungen nach sich. Ein Wohnhaus muss einen Innenraum schaffen, der unabhängig von äußeren Bedingungen rund um die Uhr Behaglichkeit, eine angemessene Raumtemperatur, gute Belichtung und Belüftung bietet. Der Energiebedarf lässt sich bereits durch einfache Maßnahmen wie klimapuffernd temperierte Raumzonen oder südseitige

Einfach angemessen Was heißt es nun, in unserem industriell geprägten Kontext »einfach« zu konstruieren? Jedes Bauvorhaben hat sehr individuelle Parameter in Bezug auf Kosten- und Zeitrahmen,

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Wärmespeicherwände senken. Im Bürobau mit seinen meist großen Glasflächen muss einer Überhitzung der Räume entgegengewirkt werden. Statt aufwendiger technischer Klimatisierung können baulich-konstruktive Fassadenauskragungen wie »Brise-Soleils« die Aufheizung des Gebäudes vermindern. Le Corbusier entwickelte als erster Architekt der Moderne solche starren Verschattungselemente für seine Bauten in der südlichen Hemisphäre, die beispielsweise bei seinen Regierungsgebäuden im indischen Chandigarh zugleich Fassadengestaltung sind (Abb. 3). Im Industriebau sind die Anforderungen an Wärmedämmung und Gebäudehülle sehr unterschiedlich und richten sich stark nach der jeweiligen Funktion – von der ungedämmten Lagerhalle bis zur Hightech Produktionsstätte mit exakt definiertem Raumklima. Bei einer Wärmetauschstation mit relativ simplen Ansprüchen an die Gebäudehülle konnten NL Architects 1997 in der Nähe von Utrecht eine technisch einfache Lösung umsetzen, die zugleich eine neue Ästhetik nach sich zog (Abb. 4): Eine Kunststoffbeschichtung, die normalerweise zur Flachdachabdichtung dient, überzieht das komplette Gebäude. Die Kunststoffhaut ist wasserdicht, aber diffusionsoffen, sodass die gesamte Außenhülle auf diese eine Beschichtung reduziert werden konnte. Sämtliche Details wie Regenrinnen oder Tropfbleche wurden durch die Verwendung dieses Materials überflüssig; das Regenwasser läuft einfach frei an der Fassade herab. Die Tragkonstruktion darunter ist zweckorientiert und besteht aus günstigen konventionellen Kalksandsteinen und Betonfertigteilen. Um die Konstruktionsart angemessen zu wählen, ist entscheidend, welche Raumgrößen und somit Spannweiten gefordert sind und wie der Bauablauf strukturiert sein sollte. Für kleinere Bauvorhaben mit geringen Spannweiten eignen sich modulare Bauweisen mit Elementen, die von Hand verarbeitet oder mit leichtem Gerät versetzt werden können wie Ziegel oder auch mit einfacher Schalung hergestellter Ortbeton. Für flexible Grundrisse mit minimierter Konstruktionsfläche ist der Stahlbau prädestiniert, der durch kurze Montagezeiten der stabförmigen Bauelemente logistisch für den Industriebau interessant ist. Individuelle Formgebungen von Tragelementen sind mit Holzkonstruktionen aus verleimtem Schichtholz möglich, die vielfach bei Hallenkonstruktionen zu finden sind. Bei großen Bauvolumen und mehrgeschossigen Gebäuden ergibt eine massive Betonbauweise Sinn, wenn sich wiederholende Grundrisse die Schalungsarbeiten einfach gestalten oder serielle Fertigteile zum Einsatz kommen. Nicht nur die Herstellung eines Gebäudes sollte bei der Planung berücksichtigt werden, auch die Nutzungsphase mit Instandhaltung und der Rückbau spielen eine Rolle. Oberflächen sollten pflegeleicht sein oder eine Verwitterung im Lauf der Zeit ästhetisch und technisch verkraften. Meist endet der Auftrag der Architekten mit der Fertigstellung des Gebäudes und der Mängelbeseitigung. Die Planung eines effizienten Rückbaus oder Recyclings der Gebäudekomponenten nach Ablauf der Nutzungsdauer ist bislang im regulären Leistungsspektrum nicht erfasst. Gerade im Sinn einer nachhaltigen Planung und einer »einfachen« Entsorgung von Bauteilen wäre es aber wünschenswert, dies als Leistung bereits in die Planung eines Gebäudes einzubeziehen. Neue technische Errungenschaften wie Mikrochips, die – in Bauteile integriert – Informationen über Herkunft und Material speichern, könnten hierbei gute Dienste leisten. 14

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traditionelle Wandkonstruktion aus Holz in Blockbauweise PET-Flaschen werden vor Ort mit Sand oder Schutt gefüllt und mit einem Gemisch aus Lehm und Erde zu Wänden vermauert. Medellin (CO) 2011, Eco-Tec Andreas Froese 3 Justizpalast, Chandigarh (IND) 1955, Le Corbusier 4 Wärmetauschstation, Utrecht (NL) 1997, NL Architects 5, 6 Wohnhaus, Berlin (D) 2007, Arge Bonnen + Schlaich a extensive Begrünung 80 mm b Wärmedämmung im Gefälle 2,5 % 120−420 mm c Stahlbeton 250 mm d Gussasphalt mit Fußbodenheizung e Stahlbeton 220 mm f Wärmedämmplatten 50 mm g Infraleichtbeton mit außen- und innenseitiger Sichtbetonqualität 500 mm 7 Schnitt durch Infraleichtbeton

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Schichtung oder Massiv Die immer komplexeren Anforderungen an die Gebäudehülle in Bezug auf Raumklimatisierung und Energiestandards führten in den letzten Jahrzehnten zu anspruchsvollen Wandaufbauten. Tragkonstruktion, Dämmung, Dichtung und Innenbzw. Außenverkleidung ergeben in ihrem Zusammenwirken ein auf den Einsatzzweck abgestimmtes Gesamtsystem. Eine einfache und überschaubare Konstruktion erleichtert hierbei den Bauprozess und spart Kosten. Gerade bei raumbegrenzenden Bauteilen wie den Außenwänden müssen auch die bauphysikalischen Faktoren berücksichtigt werden, um Schäden zu vermeiden. Grundsätzlich gibt es zwei konstruktive Ansätze: Das mehrschalige, additive Verfahren kombiniert unterschiedliche Materialien miteinander, die jeweils spezifische Anforderungen erfüllen. Das Hauptaugenmerk in der Ausführung liegt hierbei auf der konstruktiven Durcharbeitung der Fügungsdetails, der Durchdringungen und Anschlüsse. Der Raumabschluss kann durch Beplankungen, Verkleidungen oder Beschichtungen unabhängig von der darunterliegenden Konstruktion gestaltet werden. Schichten einer mehrschaligen, additiven Konstruktion, die mechanisch miteinander verbunden sind, lassen sich leicht wieder lösen. Sie sind somit revisionierbar, bei Bedarf austauschbar und einfacher zu recyceln. Bei Rahmen- und Skelettkonstruktionen, wie sie im Holz- oder Stahlbau üblich sind, kann die Dämmebene in der Tragwerksebene liegen, was die Gesamtstärke des Wandaufbaus verringert. Dies ist gerade bei den hohen Anforderungen der neuen Energieeinsparverordnung interessant, da hier um die geforderten Dämmwerte zu erreichen, leicht große Wandstärken zustande kommen, was einen Verlust an Nutzfläche bedeutet. Bei einer flächigen Tragstruktur aus Beton oder Mauerwerk liegen Trag- und Dämmschicht hintereinander, die Dämmstärke addiert sich zum statischen Querschnitt. Der zweite Ansatz beruht auf einer einschaligen, massiven Konstruktion, bei der ein und dasselbe Bauteil durch seine spezifischen Eigenschaften sowohl die tragenden als auch die bauphysikalischen Anforderungen erfüllt. Wird ein Bauteil aus nur einem Material konstruiert, minimieren sich die Schnittstellen und Anschlüsse zu anderen Gewerken und somit die Fehlerquellen. Wenn das gewählte Material zugleich auch sichtbarer Raumabschluss ist, gewinnt jedoch die Ausführungsqualität der Oberfläche stark an Gewicht. Massive, einschalige Konstruktionen besitzen meist eine große Wandstärke, da die Dämmwirkung, die durch Porosität bzw. geringe Rohdichte erzeugt wird, die Tragfähigkeit des Materials mindert. Einschalige Konstruktionen lassen sich aus Dämmbeton, Wärmedämmziegeln, Massivholzelementen oder auch Lehm herstellen. Dämmbeton – auch Leichtbeton genannt – ist Konstruktion und Dämmung in einem und ermöglicht deshalb vereinfachte Bauabläufe und eine dadurch verkürzte Bauzeit. Poröse Zuschlagstoffe wie Blähton oder Schaumglasschotter bringen zusätzlich dämmende Poren in das Material ein. Die Wärmeleitfähigkeit des Baustoffs ist abhängig von seiner Rohdichte, in diesem Fall also vom jeweiligen Mischungsverhältnis des Betons. Mike Schlaich entwickelte im Rahmen seiner Professur an der TU Berlin zusammen mit Mohamed El Zareef für sein Wohnhaus einen extrem leichten Beton, dessen Trockenrohdichte unter 800 kg/m3 liegt. Dieser sogenannte Infraleichtbeton mit Blähtonzuschlag erreicht eine

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a

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Einfach günstig

Qualität

Ansgar und Benedikt Schulz

Gebäude

Kosten

Termine

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Kostengünstig bauen ist mittlerweile ein stark strapazierter Begriff. Gibt es überhaupt das Gegenteil: »verschwenderisch bauen«? Jedes Bauvorhaben unterliegt einer Begrenzung der finanziellen Mittel. »Günstig« heißt dabei nicht zwangsläufig reduzierte oder grundsätzlich niedrige Kosten. Entscheidend ist, was sich für das eingesetzte Geld realisieren lässt. Aus dieser Sicht kann kostengünstiges Bauen nur eines bedeuten: gute Architektur zu angemessenen Kosten. Budget und Architektur Wann sind Kosten angemessen? Zu Beginn jedes Projekts steht die Frage nach den zu erwartenden Gesamtkosten. Der private Bauherr zählt das Geld, das er zur Verfügung hat, der öffentliche Bauherr ermittelt anhand von Vergleichszahlen den finanziellen Rahmen für sein Bauvorhaben. Es ist der Regelfall, dass zu Projektbeginn ein Kostenbudget vorliegt. Wenn zwischen Budget und Erwartung des Bauherrn kein eklatantes Missverhältnis herrscht (was nicht selten der Fall ist), kommt es darauf an, architektonische Ziele zu definieren, die mit den verfügbaren Mitteln erreichbar sind. Die Strategie »no money no detail« etwa wird Rem Koolhaas zugeschrieben. Natürlich kann man auch andere Schwerpunkte setzen und etwa die Devise »no money no space« ausgeben. Der Verzicht auf Raum, für den stets ein höherer konstruktiver Aufwand erforderlich ist, setzt die finanziellen Mittel frei für das Detail. Es wird klar, dass ein Budget den architektonischen Spielraum nach dem Ausschlussprinzip eingrenzt. Umso wichtiger ist es, zu Beginn eines Projekts das für die Architektur zur Verfügung stehende Budget zu bewerten und daraus realistische Gestaltungsziele abzuleiten. Statt alles vom Feinsten zu bauen, werden so Prioritäten gesetzt. »Einfach günstig« bauen ist also in erster Linie kostenbewusstes Bauen. Gebäude mit knappem Budget errichten zu müssen kann zu neuen architektonischen Lösungen und Typologien führen. So ist im öffentlichen Bauen in den Zeiten knapper Kassen eine Tendenz zu immer kompakteren Gebäuden zu beobachten. Waren im Schulbau vor zehn Jahren noch mehrgeschossige Hallen und einbündige Anordnungen der Klassenräume entlang des Flures weit verbreitet, werden immer häufiger Schulen mit eingeschossigen Pausenhallen und Klassen entlang eines Mittelflurs realisiert. In Architektenwettbewerben für öffentliche Bauten sind konkrete Vorgaben zur Flächeneffizienz mittlerweile üblich, was zwangsläufig kompaktere Typologien nach sich zieht. Kostendruck kann der Architektur bei der Beschränkung auf das Wesentliche helfen und sie letztlich stärken. Die

Überbetonung des Sparens führt jedoch dazu, architektonisch vertretbare Grenzen zu überschreiten. Die den Erfolg eines Projekts bestimmenden Faktoren des magischen Dreiecks aus Qualität, Kosten und Terminen müssen in der Balance sein. Sobald ein Faktor zu stark im Vordergrund steht, geht dies zu Lasten der anderen. So führt die unverhältnismäßige Priorisierung der Qualität zu höheren Kosten und längerer Bauzeit, zu enge Termine bringen Qualitätsabstriche und Mehrkosten mit sich und ein zu hoher Kostendruck erzeugt in erster Linie mindere Qualitäten, erfordert aber auch einen größeren Zeitaufwand (Abb. 2). Kostenplanung Die Planung der Kosten ist kein Buch mit sieben Siegeln, sondern leicht erlernbares Handwerk. Zentrales Instrument ist in Deutschland die DIN 276. Diese Norm bietet mit ihrer simplen Systematik und hohen Anschaulichkeit eine hervorragende Basis für den Umgang mit Baukosten. Ihr Grundprinzip basiert auf dem selektiven Sehen, mit dem ein Bauwerk gedanklich in seine Einzelelemente zerlegt wird, sozusagen analytisch dekonstruiert (Abb. 3, S. 36). Die Abkehr von der ausführungsorientierten Gliederung, wie sie beispielsweise noch die österreichische Norm B 1801 mit der Teilung in Rohbau, Technik und Ausbau verfolgt, hin zu einer Strukturierung nach dem »Kartenhausprinzip« ermöglicht es auch Architekten ohne Baustellenerfahrung, Kosten präzise zu ermitteln. Mit dem vom Baukosteninformationszentrum deutscher Architektenkammern (BKI) herausgegebenen Bildkommentar zur DIN 276 steht ein gutes Instrument zum Verständnis der Norm zur Verfügung, das besonders bei Abgrenzungsfragen zwischen einzelnen Kostengruppen und als Checkliste für die Erfassung aller Baukosten eines Projekts hilfreich ist. Für die Kostenermittlung sind vom Vorentwurf an die einzelnen Elemente des zerlegten Projekts maßgebend. Mit steigendem Detaillierungsgrad der Planung werden die Elemente konkretisiert und die Kosten genauer ermittelt. Flächen- und rauminhaltsbezogene Kostenkennwerte sind für eine Kostenermittlung zu ungenau und sollten lediglich zur Kontrolle herangezogen werden. Bei Plausibilitätsprüfungen können Datensammlungen helfen wie BKI, RBK (Richtlinien für die Baukostenplanung) oder PLAKODA (Planungsund Kosten-Daten; beide herausgegeben vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg). Allerdings bedarf es einiger Erfahrung für ihre richtige Anwendung. Fehlerpotenzial liegt insbesondere darin, dass diese Datensammlungen auf ältere Bauvorhaben zurückgreifen, in denen 35


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Schulmensa, Berlin (D) 2009, ludloff + ludloff Architekten das magische Dreieck des Bauens Prinzip des selektiven Sehens Carport für Einsatzfahrzeuge der Bereitschaftspolizei, Chemnitz (D) 2006, Knoche Architekten mit Neumann Architekten a Die einfache Konstruktion machte das Projekt auch für regionale, weniger spezialisierte Stahlbaubetriebe realisierbar und konnte ohne Risikoaufschläge kalkuliert werden. b Handelsübliche teilgelochte Trapezbleche erzeugen auf simple, kostengünstige Weise ein Spiel mit der Transparenz. Verteilung der Kosten in Kostengruppe (KG) 300 Verteilung der Kosten in Kostengruppe (KG) 400 Verteilung der Kosten in Kostengruppe (KG) 300 und 400 nach Gebäudetypen Verteilung der Kosten in Leistungsbereiche

aktuelle Entwicklungen nicht berücksichtigt sind. So gibt es derzeit noch wenige belastbare Kostendaten zu öffentlichen Bauten im Passivhausstandard, was sich häufig in zu niedrigen Budgets widerspiegelt. In den Kostenkennwerten der diversen Datensammlungen sind die mit dem Passivhausstandard verbundenen Mehrkosten durch den höheren Wärmedämmstandard, die erforderliche Lüftung mit Wärmerückgewinnung und die größeren Geschosshöhen für die Integration der Lüftung noch nicht ausreichend berücksichtigt. Des Weiteren müssen beim Vergleich der ermittelten Kosten mit einem Budget nach Kostenkennwerten alle Projektspezifika einfließen, also besondere Kosten für beispielsweise ungünstige Baugrundverhältnisse, oder Baustellensituationen zu den Kosten nach Kennwerten addiert werden. Ein weiterer häufiger Fehler bei der Arbeit mit Kostenkennwerten liegt in der unterlassenen Anpassung der Kennwerte an den Baupreisindex. Insbesondere beim öffentlichen Bauen, bei dem ein Projektbudget oft viele Jahre vor der Fertigstellung festgelegt wird, bleibt dessen Anpassung an die Baupreisentwicklung aus, was dann im Projektverlauf entweder zu schwer verträglichen Einsparungsmaßnahmen oder zu Kostenüberschreitungen führt. Dass auch konjunkturelle Schwankungen zu Abweichungen von den Durchschnittskosten der Datensammlungen führen können, hat die Baupreisentwicklung im Zuge des Konjunkturpakets II der Bundesregierung gezeigt, während dessen Abwicklung vor allem die Kosten für Baumaterialien und Transporte kurzzeitig überproportional stiegen. Derartige Entwicklungen lassen sich natürlich nur bedingt vorhersehen, so dass in diesen Fällen eine Kompensation der Kostenabweichung vom Budget erforderlich wird. Kostensteuerung Wenn das vorgegebene Budget und die ermittelten tatsächlichen Kosten voneinander abweichen, kommt die Kostensteuerung ins Spiel. Ihr Ziel sollte es sein, die maximale Architekturqualität innerhalb des Budgets sicherzustellen. Beide Richtungen der Kostenveränderung sind möglich: Reduzierung der tatsächlichen Kosten, wenn die architektonischen Ziele realisierbar bleiben, oder die Anhebung des Budgets, wenn die beabsichtigte Architektur nicht mehr im Kostenrahmen umsetzbar ist. Budgetanhebung ist der einfachere und komfortablere Weg, aber auch der seltenere. Kostenseitig nicht nachgeführte Planungsänderungen, zu spät erkannte Baukostenindexsteigerungen oder falsch ermittelte Budgets sind die Hauptursachen für Budgetanpassungen. Der Kostenreduzierung hingegen geht die Annahme voraus, mit weniger Gestaltungsmitteln zum Ziel kommen zu können. Kostensteuerung bedeutet hier, das Geld in die wirklich wichtigen Bauteile zu lenken und an weniger wichtigen Stellen zu sparen. Dies setzt einen Überblick über das gesamte Projekt voraus und Transparenz, welche Leistungen sich hinter einzelnen Kosten verbergen. Zudem ist die Fähigkeit gefragt, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Auch stets mehrere Varianten durchzudenken trägt dazu bei, das Geld an der richtigen Stelle auszugeben. Die Kostensteuerung ist erst mit der Fertigstellung des Gebäudes abgeschlossen. So lassen sich noch während des Baus Entscheidungen zur Lenkung der finanziellen Mittel treffen, wenn etwa die Abrechnung fertiggestellter kostenträchtiger Gewerke, in der Regel Rohbau und Fassade, neuen Spielraum für noch nicht realisierte Teile des Ausbaus liefern. Die schwierige umgekehrte Situation besteht, wenn

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b

36


aufgrund von Mehrkosten in den ersten Gewerken zu wenig Geld für die letzten Arbeiten übrig bleibt. Es trifft fast immer die Außenanlagen, an deren Realisierung dann empfindlich gespart werden muss. Wenig hilfreich für die professionelle Kostensteuerung ist die weit verbreitete Praxis, Zuschläge für Unvorhergesehenes mitzuführen. Oft geht damit ein undisziplinierter Umgang mit Kosten einher, da ein Puffer vorhanden ist, falls Kosten fehlerhaft ermittelt wurden. Der umgekehrte Weg ist richtig: alle denkbaren Kostenrisiken müssen aufgespürt und ausreichend bewertet werden. Unvorhersehbar bleiben allenfalls Naturkatastrophen oder ähnlich gelagerte Ausnahmesituationen, für deren Kompensation aber der beste Kostenzuschlag nicht ausreicht.

Kostenverteilung in KG 300 – Baukonstruktionen 1) Kostengruppe

Anteil

310 Baugrube

3%

320 Gründung

12 %

330 Außenwände

31 %

340 Innenwände

16 %

350 Decken

15 %

360 Dächer

18 %

370 baukonstruktive Einbauten

2%

5 390 sonstige Maßnahmen für Baukonstruktionen

3%

Kostenverteilung in KG 400 – technische Anlagen

1)

Kostengruppe

Anteil

410 Abwasser, Wasser, Gas

27 %

420 Wärmeversorgungsanlagen

29 %

430 lufttechnische Anlagen

6

8%

440 Starkstromanlagen

24 %

450 Fernmeldeanlagen

4%

460 Förderanlagen

3%

470 nutzungsspezifische Anlagen

4%

480 Gebäudeautomation

1%

490 sonstige Maßnahmen für technische Anlagen

0%

Kostenverteilung auf KG 300 und 400 nach Gebäudetypen 1) Gebäudetyp

7

KG 300

KG 400

Bürogebäude

77 %

23 %

Instituts- u. Laborgebäude, Krankenhäuser

65 %

35 %

Pflegeheime

70 %

30 %

allgemeinbildende Schulen

81 %

19 %

berufliche Schulen

75 %

25 %

Dreifeldsporthallen

80 %

20 %

einfache Ein- und Zweifamilienhäuser

85 %

15 %

Ein- und Zweifamilienhäuser (Passivhaus)

79 %

21 %

einfache Lagergebäude

90 %

10 %

Parkhäuser (Hochgaragen)

93 %

7%

Theater

70 %

30 %

Sakralbauten

86 %

14 %

Kostenverteilung in Leistungsbereiche 1)

8

Leistungsbereiche

Anteil

Rohbau

47 %

Gebäudetechnik

18 %

Ausbau

33 %

Sonstiges 1)

2%

zusammengestellt auf der Basis der Daten aus: BKI Baukosten 2011, Teil 1 Statistische Kostenkennwerte für Gebäude

Kostenverteilung In Deutschland regelt die DIN 276 die Verteilung der Kosten. Die Zuordnung erfolgt in der ersten Ebene in sieben Kostengruppen (KG 100 bis 700), die in einer zweiten und dritten Ebene differenziert nach Bauelementen aufgeschlüsselt werden (z.B. KG 300 Bauwerk, Baukonstruktion, KG 330 Außenwände, KG 331 tragende Außenwände). Für die Kostensteuerung ist das Verständnis der Kostenverteilung im Bauwerk von Bedeutung. Im Durchschnitt fließt fast ein Drittel der Kostengruppe 300 nach DIN 276 eines Gebäudes in dessen Außenwände (Abb. 5). Die Konzeption der Fassade hat also einen erheblichen Einfluss auf die Projektkosten. Ist das Budget eher niedrig und der Entwurf nur mäßig kompakt, dürfte eine komplette Verglasung der Fassaden kaum zu finanzieren sein. Ist zu Projektbeginn klar, dass ein kostenintensives Fassadenmaterial zum Einsatz kommt, um die Einfügung eines Gebäudes in die Umgebung zu erreichen, zieht das bei einem engen Budget Abstriche in den restlichen zwei Dritteln nach sich, oder es ist ein flächeneffizienter Entwurf gefragt, der den Spielraum für die Fassade liefert. Fast zwei Drittel der Kosten der Baukonstruktionen umfassen die komplette Gebäudehülle, also Gründung, Boden, Außenwände und Dach. Kompakte Entwürfe sind also hinsichtlich der Kosten stets im Vorteil. Allerdings werden auch die bereits erwähnten Kostenauswirkungen beim Passivhausstandard deutlich: Steigen die Anforderungen an die Wärmedämmung, ist dies kaum noch durch Einsparungen im verbleibenden Kostendrittel des Gebäudeinneren zu kompensieren. Betrachtet man die Verhältniszahlen bei der Kostengruppe 400 (technische Anlagen), wird eine gleichmäßigere Kostenverteilung deutlich (Abb. 6). Die Gebäudeversorgung mit Wasser, Wärme und Strom macht rund 80 Prozent der Kosten für technische Anlagen aus. Ist die Balance zwischen diesen drei Medien nicht mehr gegeben, geht dies auf Besonderheiten in einer der Kostengruppen zurück. So erhöht beispielsweise der Einbau einer Sprinkleranlage die Kosten der Kostengruppe 410 (Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen) überdurchschnittlich oder steigen im Falle einer Erdwärmenutzung die Kosten der Kostengruppe 420 (Wärmeversorgungsanlagen) überproportional an. Auch zentrale Lüftungsanlagen verändern die durchschnittliche Verteilung der Haustechnikkosten erheblich. Das Verhältnis der Kosten für die Baukonstruktionen zu denen der technischen Anlagen hängt stark von der Gebäudeart ab (Abb. 7). Je komplexer die Nutzung eines Gebäudes, umso größer ist der Anteil der Technikkosten. Bei hochinstallierten Gebäuden wie Forschungsbauten oder Krankenhäusern kann der Anteil der Technikkosten sogar mehr als die 37


Projektübersicht Seite 58 61 66 72

78

84 88 92 96 100 104 108 112 117 120 124 128 132 136 140 145 150 154 159

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Projekt

Bruttogrundfläche Bruttorauminhalt

Bausumme

Konstruktion

Restaurant auf Teshima Architects Atelier Ryo Abe, Tokio Schulen in Mosambik Ziegert  Roswag  Seiler Architekten Ingenieure, Berlin Palettenhaus »Slumtube« bei Johannesburg Andreas Claus Schnetzer & Gregor Pils, Wien Museum und Stadtteilzentrum für eine Township in Johannesburg Peter Rich Architects, Johannesburg Krankenhaus in Ruanda MASS Design Group, Boston/Kigali

430 m2

50 000 €

Stahl, Holz

72 / 110 m2 192 / 285 m3

ca. 900 /1900 €

Lehm, Bambus

150,08 m2 381 m3

Paletten, Stroh, Lehm

1100 m2

760 000 €

Stahl, Lehm

6040 m2

3,2 Mio. €

Naturstein, Betonstein, Stahl, Stahlbeton

Schlafhütten für Waisenkinder in Noh Bo TYIN tegnestue, Trondheim Sozialer Wohnungsbau in Iquique Elemental – Alejandro Aravena, Santiago de Chile Sozialer Wohnungsbau in Ceuta MGM, Morales-Giles-Mariscal Architects, Sevilla Haus im Oderbruch HEIDE & VON BECKERATH, Berlin Sommerhaus bei Saiki Takao Shiotsuka Atelier, Oita Sommerhaus bei Göteborg Johannes Norlander Arkitektur, Stockholm Einfamilienhaus in Stuttgart lohrmannarchitekt, Stuttgart Wohnhaus in Andalue Pezo von Ellrichshausen Architects, Concepción Arbeits- und Wohngebäude in der Bretagne RAUM, Nantes Stall in Thankirchen Florian Nagler Architekten, München Freibad in Eichstätt Kauffmann Theilig & Partner, Ostfildern/Kemnat Gewerbehof in München bogevischs buero, München Druck- und Medienhaus in Augsburg OTT ARCHITEKTEN, Augsburg Mobiler Ausstellungspavillon Jürke Architekten, München Schreinerei bei Freising Deppisch Architekten, Freising Schulmensa in Berlin ludloff + ludloff Architekten, Berlin Schule in Berlin AFF architekten, Berlin Kinderhaus in Unterföhring hirner & riehl architekten und stadtplaner, München Kindertageseinrichtungen in München schulz & schulz, Leipzig

5,3 m2 22 m3

7700 €

Holz, Bambus

3620 m2

700 000 €

Stahlbeton, Mauerwerk

10 565 + 5128 m2 47 079 m3

13,7 Mio. €

Stahlbeton

108 m2 568 m3

238 061 €

Holz

81,94 m2

190 000 €

Mauerwerk

81 m2 284 m3

160 000 €

Holz

206 m2 620 m3

300 000 €

Stahlbeton

136 m2 550 m3

75 000 €

Stahl

130 m2 353 m3

130 500 €

Holz

978 m2 7150 m3

518 000 €

Holz

1650 m2 5250 m3

7,5 Mio. €

Stahlbeton

11 321 m2 83 279 m3

23,8 Mio. €

Stahlbeton

ca. 770 m2 5770 m3

1,05 Mio. €

Stahlbeton

44,77 m2 110 m3

190 000 €

Stahl

1224 m2 6748 m3

744 192 €

Holz

290 m2 1170 m3

630 860 €

Holz

1534 m2 6519 m3

2,36 Mio. €

Stahlbeton

4115 m2 15 545 m3

12,24 Mio. €

Holz

640 / 910 / 1100 m2 2200 / 3100 / 3800 m3

803 200 € / 1,14 Mio. € / 1,25 Mio. €

Holz

Haus für Kinder bei Melbourne PHOOEY Architects, Melbourne

95 m2 276 m3

75 822 €

recycelte Schiffscontainer

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Palettenhaus »Slumtube« bei Johannesburg Architekten: Andreas Claus Schnetzer & Gregor Pils, Wien

Die Tonnenkonstruktion aus gebrauchten Paletten, Stroh und Holzabfällen lässt sich in Handarbeit von den Anwohnern errichten. Das Palettenhaus dient als Prototyp für ein Wohngebäude des Ithuba Skills College, das die Bevölkerung der sehr armen Township südöstlich von Johannesburg zukünftig nachbauen kann. Perfekt angepasst an die lokalen Gegebenheiten in Bezug auf verwendete Materialien, klimatische Bedingungen und finanzielle Möglichkeiten, ist es auf ein Minimum an erforderlichen Baumaterialien und Baukosten reduziert. Das Projekt bindet die Bevölkerung in den einfachen Bauprozess ein und zeigt ihr, wozu Abfallprodukte wie die weltweit verfügbare Industriepalette nützlich sein können. Das Ithuba Skills College entstand durch den gemeinnützigen Verein S2arch und soll vorerst für 15 Jahre ein Areal von 22 000 m2 nutzen. In einer fünfjährigen Ausbildung erwerben Jugendliche neben allgemeinbildenden Kenntnissen auch zusätzliche praktische Fähigkeiten. Die Schule soll strukturell einer kleinen Stadt ähneln. Bisher wurden elf Projekte geplant und gebaut, darunter auch Werkstätten und günstige Wohnmöglichkeiten für europäische Studenten und Lehrer.

Form und Raum Das tonnenförmige Wohnhaus für eine fünfköpfige Familie besteht aus zwei Gebäudeteilen. Ein Innenhof verbindet sie und gleicht den Höhenunterschied des Geländes aus. Aufgrund der dennoch durchgehenden Oberkante des Dachs ergeben sich unterschiedliche Raumhöhen. Im höheren Baukörper befinden sich Eingang, Wohn- und Essbereich mit offener Küche. Der angrenzende Innenhof lässt nur beschränkt Einblicke von außen zu und erzeugt so einen geschützten, privaten Außenbereich. Auf der anderen Seite des Innenhofs liegt der sehr offen gestaltete Schlafbereich mit eingestelltem Sanitärkern. Die großzügigen stirnseitigen Verglasungen schaffen Blickbeziehungen zum Umfeld. Niederschlag kann durch das vorhandene Gefälle der Tonnenform ohne zusätzliche Aufbauten abfließen.

Material und Tragwerk Die Konstruktion in Form einer Tonne vereinfacht die Lastabtragung über die Außenwände. Gleichzeitig ist sie bei Ereignissen wie Erdbeben oder Hurrikans standfest und stabil, da sich die Konstruktion selbst aussteift. Zudem ist die Angriffsfläche für auftretende Windkräfte reduziert. Um das Gebäude konstruktiv zu optimieren, befinden sich in den stirnseitigen Wänden und im Dach je drei Holz66

schalungsträger, die biegesteif miteinander verbunden sind. Darüber hinaus dient die Holzpalette als hauptsächliches Konstruktionselement. Sie ist in Afrika mit Abmessungen von 1,20 ≈ 1,00 m verbreitet. Keile aus alten Schalungstafeln verbinden die Paletten der zweischaligen Außenhülle an den Ecken miteinander und halten sie auf Abstand. Die Verbindungsteile sind punktuell eingesetzt und über Fixierelemente aus Mehrschichtplatten direkt mit den Paletten verschraubt. Der Winkel der Keile gibt dabei den Durchmesser der Tonnenkonstruktion vor. Sperrholzplatten schließen die Rückseite der raumzugewandten Palette zur Dämmebene hin. Als Dämmmaterial wurde gepresstes, trockenes Stroh eingesetzt. Die angrenzenden äußeren Paletten sind für die Lastabtragung erforderlich und dienen zudem als vertikale Hinterlüftungsebene. Durch den Höhenunterschied des Luftein- und -auslasses ermöglicht sie eine natürliche Zirkulation und leitet warme Luft ab. Eine Schicht aus Lehm schützt die Dämmung vor Ungeziefer, Feuchtigkeit oder Wind. Alte Bretter einer Palette dienen als Unterkonstruktion und Abstandshalter für die Hülle aus 6 mm dicken Sperrholzplatten mit Blechkaschierung. Punktuell unterschiedlich hoch geschichtet, ermöglichen die Abstandshalter eine gleichmäßige Rundung der Außenhaut auf den geraden Paletten. Ein zusätzliches, gebogenes Trapezblech sorgt für eine gute Hinterlüftung des Dachs und transportiert Wärme ab.

Eignung für Entwicklungsländer Als Notunterkunft kann die Konstruktion aus Paletten, versehen mit einer wasserabweisenden Schicht aus z. B. Folien, Planen, Platten oder Blechen, schnell und einfach Witterungsschutz bieten. Nachträglich ausgedämmt schützt der »Slumtube« zusätzlich vor Kälte bzw. Hitze. Das günstige Verhältnis von Raumvolumen zu Außenwandoberfläche der Tonnenform reduziert den Materialeinsatz. Mit einem Gewicht von nur ca. 25 kg erlauben die Paletten einen unkomplizierten Aufbau ohne Einsatz großer Baugeräte. Zwei bis fünf Arbeitskräfte, auch ungelernte, können die einfache Bauweise bei entsprechender Schulung umsetzen. Im Gebäude herrscht ohne Heizung oder mechanische Lüftung ein angenehmes Raumklima. In die stirnseitigen Strohlehmwände eingelegte Faserzementrohre stellen in den Sommermonaten die nötige Belüftung im Gebäudeinneren sicher. Ihr Höhenversatz unterstützt die Querlüftung. Bei Bedarf können sie verschlossen werden und bieten so auch nachts den nötigen Einbruchschutz. Die günstig verfügbaren, lokalen Baustoffe (Stroh, Lehm) der Wände besitzen gute Dämmeigenschaften.


Lageplan Maßstab 1:1000 Schnitte Grundriss Maßstab 1:200 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

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10 9

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3

3

Palettenhaus »Slumtube« Lehrerwohnungen Klassenzimmer Werkstatt Versammlungshalle Verwaltung Eingang Wohnbereich Küche überdachte Terrasse Innenhof Schlafbereich

2 2 2 1

11

d

12

12

a

10 cc

b

c

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Sozialer Wohnungsbau in Ceuta Architekten: MGM, Morales-Giles-Mariscal architects, Sevilla

Die aus wenigen lokal verfügbaren Materialien gebauten Patiohäuser und Türme trotzen dem Seewind, ohne den Blick aufs Meer zu verwehren. Die Baukörper der neuen Wohnsiedlung in Ceuta, einer spanischen Enklave in Nordafrika, sind präzise in die spröde Landschaft eines ehemaligen Steinbruchs eingepasst. Sie nehmen 127 Wohnungen auf, die sich auf vier Gruppen aus zweigeschossigen Patiowohnungen sowie sechs Türme verteilen. Zwischengeschaltete Freibereiche, Loggien und Höfe stellen für alle Wohnungen einen Außenbezug her. Ohne den Blick auf das Mittelmeer und ein nahe gelegenes Kastell einzuschränken, bieten sie baulichen Schutz vor dem aggressiven Seewind, der an etwa 200 Tagen im Jahr mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h weht. Die Eingänge der Türme weisen geschützte, nischenartige Vorbereiche auf, während die zweigeschossigen Patiowohnungen Zugänge auf beiden Ebenen besitzen. Die wenigen Materialien mussten vor Ort verfügbar und von lokalen Handwerkern zu verarbeiten sein, um keine Baumaterialien zu erhöhten Preisen importieren zu müssen. So dominiert rauer Beton die geschlossenen Seitenflächen der Häuser, während vorgehängte Gitterroste aus verzinktem Stahl den offenen Fassaden ein einheitliches Erscheinungsbild verleihen. Zudem verstärken sie den kubischen Charakter der einzelnen Baukörper und wirken als Sicht- und Sonnenschutz für die Wohnungen. Dahinter scheinen farblich hervorgehobene Fassadenelemente durch sowie Holzvertäfelungen und Klappläden, die aus recycelten Schaltafeln hergestellt sind. Durch diese Schichtung gewinnt die Gesamtanlage trotz der rohen Materialien eine südländische, heitere Anmutung.

Projektdaten: Nutzung: Konstruktion: lichte Raumhöhe: Bruttorauminhalt: Bruttogrundfläche: Baukosten: Baujahr: Bauzeit:

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Wohnen Stahlbeton 2,6 m 47 079 m3 10 565 m2 (Wohngebäude), 5128 m2 (Garage) 13,7 Mio. € 2009 48 Monate


Lageplan Maßstab 1: 8000 Schnitt • Grundrisse Maßstab 1:1500

aa

Ebene +58 m

a

a

Ebene +55 m

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Haus im Oderbruch Architekten: HEIDE & VON BECKERATH, Berlin

Eine einheitliche dunkle Hülle mit großen Schiebeelementen kennzeichnet das schlichte, in wirtschaftlicher Holzständerbauweise errichtete Ferienhaus. Sofort fällt der eigenständige und zeitgemäße Charakter des Hauses ins Auge, den in erster Linie seine einheitlich anthrazitfarbene Gebäudehülle prägt. Das Wochenendhaus steht auf einem Grundstück hinter dem Deich eines Seitenarms der Oder, wo sich einst ein Fischerhaus befand. Die dunkle Fassade und die Konstruktion aus Holz stehen im Kontrast zu den ortsüblichen traditionellen Backsteingebäuden; die Form des eingeschossigen Neubaus mit Satteldach orientiert sich hingegen am Volumen des Vorgängerbaus. Trotzdem war die Realisierung nur durch eine Änderung der Außenbereichssatzung möglich. Das homogene Bild der Fassade wird durch eine monochrome Farbgebung erreicht. Die mit schwedischer Schlammfarbe schwarz gestrichene Holzfassade korrespondiert mit den anthrazitfarbenen Biberschwanzziegeln und den dunklen, vorbewitterten Kupferblechanschlüssen des Dachs. Große Holzschiebeläden mit vertikalen Lichtschlitzen dienen als Sicht- und Sonnenschutz und verwandeln in geschlossenem Zustand gemeinsam mit den fassadenbündigen Klappläden der Lochfenster das gesamte Haus in ein abstraktes Volumen. Im Wesentlichen besteht das Gebäude aus einer Holzständerkonstruktion mit hinterlüfteter Holzfassade, die mit einer Nut-und-Feder-Schalung aus Fichte versehen ist. Die Wände wurden als Elemente im Werk vorgefertigt, das Sparrendach hingegen vor Ort gezimmert. Die Besonderheit liegt darin, dass der Firstpunkt als Flachdach ausgebildet ist, in das eine Dachluke zu Wartungszwecken und der Kamin integriert sind. Im Gegensatz zur dunklen, sägerauen Oberfläche der Fassade steht das helle Innere, dessen mit Gipskarton verkleidete Wände ganz in Weiß gehalten sind. Die innere Dreiteilung des länglichen Baukörpers ist von außen ablesbar. Große, nahezu quadratische Glasschiebetüren und Dachflächenfenster mit dazugehörigen Holzschiebeelementen gliedern das Volumen in drei Abschnitte. Den mittleren Teil bildet der zentrale Wohnraum mit offenem Kamin, der sich als zweigeschossiger Luftraum bis in den Giebel erstreckt und über eine der Atelierverglasungen belichtet wird. Von hier aus führen zwei getrennte Treppen auf die jeweilige Galerieebene der sich seitlich anschließenden zweigeschossigen Gebäudeteile. Im Innenraum setzt sich das Thema Holz in Form von Dielenböden, Schiebetüren und Einbauschränken aus Eiche fort. 96

Projektdaten: Nutzung: Konstruktion: lichte Raumhöhe: Bruttorauminhalt: Bruttogrundfläche: Abmessungen: Baukosten: Baujahr: Bauzeit:

Wohnen Holz 2,55 / 5,44 m 568 m3 108 m2 13,3 ≈ 8,1 m 238 061 € 2009 10 Monate


Lageplan Maßstab 1:1000 Schnitte • Grundrisse Maßstab 1:200 1 2 3 4 5

Wohn-/Essbereich Küche Zimmer Bad Luftraum

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Gewerbehof in München Architekten: bogevischs buero, München

Mit einfachen Mitteln gelingt es, der Fassade dieses kostengünstigen Gewerbebaus ein spannungsreiches grafisches Aussehen zu verleihen. Als Ergebnis eines Architektenwettbewerbs im Jahr 2007 entstand an einer der wichtigsten Ausfallstraßen der achte Gewerbehof in München. Auf 11 000 m2 Fläche bietet er Platz für kleine und mittlere Handwerks- und Gewerbebetriebe. Ein mittiges Foyer verbindet Straße und Lieferhof auf der den Bahngleisen zugewandten Seite. Zwei weitere Eingänge im Osten und Westen sind von diesem Hof aus erreichbar. Hier befinden sich jeweils große Lastenaufzüge für Anlieferung und Transport der Materialien und Produkte. Im Inneren erschließt ein Mittelgang den fünfgeschossigen Riegel – rechts und links davon befinden sich die Mieteinheiten. Über zwei großzügige Glasfronten mit vorgelagerten Loggien an den Gebäudeenden und die vertikalen Lichtschächte der drei Treppenhäuser fällt Tageslicht in die Flure. Die in Sichtbeton gehaltenen Erschließungskerne vermitteln durch ihre plastisch geformten Treppen sowie Eichenholzhandläufe eine Dauerhaftigkeit und Wertigkeit.

Einfache Konstruktion Zusammen mit den innen liegenden Stützen im Raster von 7,5 m und den Erschließungskernen bildet die tragende Stahlbetonaußenwand das statische System des Gebäudes. Im Sockelbereich verkleiden anthrazitfarbene Glasfaserbetonplatten das Stahlbetonskelett. Der zurückversetzte Bereich mit Einzelhandelsgeschäften an der Straße setzt sich mit leuchtend grünen Metallpaneelen ab. Auf dem dunkel gehaltenen Sockel ruht der Hauptbaukörper mit seiner semi-

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transparenten Hülle aus Profilglas. Diese wird durch ein rhythmisierendes Aufbrechen in horizontale und vertikale Öffnungen gegliedert und verdeckt einen Teil der quadratischen Werkstattfenster. Diese einfache Überlagerung führt zu einem spannungsreichen grafischen Fassadenbild, obwohl das Gebäude in den Obergeschossen nur mit zwei Fenstertypen bestückt ist. Während der Dämmerung ist diese Mehrschichtigkeit über die beleuchteten Fenster deutlich wahrnehmbar. Alle Mietobjekte lassen sich im Wesentlichen natürlich über die zweischalige Fassade be- und entlüften, die dabei auch für den nötigen Schallschutz sorgt.

Kostengünstige Grundausstattung Um einen geringen Mietpreis zu ermöglichen, werden die Einheiten in einem erweiterten Rohbau mit verputzten bzw. gespachtelten und weiß gestrichenen Wänden an den Nutzer übergeben. Alle Oberflächen im Inneren sind robust gehalten, um Abnutzungen zu minimieren. Der Vermieter stellt lediglich die Trennwände zwischen den 39 –105 m2 großen Einheiten. Deren Einbau ist dank des Fassadenrasters von ca. 2,5 m einfach und flexibel möglich. Für den Innenausbau wie das Verlegen von Bodenbelägen und den Haustechnik- und Elektroanschluss muss der Mieter selbst sorgen und die Einheiten über in den Fluren vorverlegte Trassen mit den Technikzentralen in der innen liegenden Kernzone verbinden. Auch die Räume für WCs, die sich hier befinden, sind nicht ausgebaut, um sie variabel z. B. als Stauraum nutzen zu können. Da sich im Untergeschoss ausschließlich Lagerflächen befinden, liegt die Tiefgarage unter der Anlieferzone. Im Gras versteckte Licht- und Luftschächte ermöglichen eine kostengünstige natürliche Belichtung und Belüftung.


aa

Lageplan Maßstab 1:5000 Schnitt • Grundrisse Maßstab 1:800

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1 Eingang

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Werkstatt Ladengeschäft Müllraum Lastenaufzug Konferenzraum Dachterrasse

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4. Obergeschoss

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b Erdgeschoss

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Schule in Berlin Architekten: AFF architekten, Berlin

Lageplan Maßstab 1:4000

Eine außergewöhnlich strukturierte Putzfassade außen und leuchtende Farbakzente im Inneren verleihen der »Low-Budget«-Schule eine hohe ästhetische Qualität. Seit den enttäuschenden Ergebnissen der PISA-Studie im Jahr 2000 versuchen sich Deutschlands Bundesländer mit unterschiedlichsten Schulreformen zu profilieren, so auch Berlin. Trotz des riesigen Schuldenbergs der Stadt wird in neue Schulbauten investiert, die den Zusammenschluss von Haupt- und Realschule zur Gesamtschule und einen Ausbau zur Ganztagsschule ermöglichen. Ein Pilotprojekt ist die Anna-Seghers-Oberschule in Berlin-Adlershof, in deren Ergänzungsbau heute die Grundstufe untergebracht ist. Der dreiflügelige, asymmetrische Bau nimmt mit seinem verkürzten Ostflügel Bezug auf die benachbarten Wohnhäuser. Durch die innen- bzw. außenbündige Lage der Fenster entsteht ein spannendes Bild, verstärkt durch die Anordnung des hinter Lochblech versteckten Öffnungsflügels links und rechts der Festverglasung. Die äußere Scheibe des Isolierglases ist für den konstruktiven Holzschutz auf den Rahmen geklebt. Kleine Lochfenster sind scheinbar frei über die Fassade gestreut. Ihre hölzernen Rahmen sitzen tief in der Laibung und sind so vor Regen geschützt.

Einfallsreiche Fassadengestaltung Um die vorgesehene Wand aus Stahlbeton mit einem Wärmedämmverbundsystem etwas anspruchsvoller zu gestalten, suchten die Architekten nach einer Möglichkeit, sie mit einfachen Mitteln aufzuwerten. Beim ersten Hinsehen erscheinen die Muster im Putz wie in die Oberfläche gestanzt und suggerieren, vor allem zusammen mit den glatten Einfassungen der Fenster, eine handwerklich bearbeitete Putzfassade. Bei näherer Betrachtung aber entpuppt sich die Struktur als aufgemalt. Ein Netz der schwedischen Armee zur Tarnung im Schnee diente als Vorlage für dreierlei Matrizen, die auf das Wärmedämmverbundsystem aufgebracht und besprüht wurden. Im Inneren findet sich das kostengünstige Armeematerial im Original für Vorhänge wieder, denn es ist abwaschbar, pflegeleicht, extrem reißfest und darüber hinaus feuerfest. Dort verdeckt es die gelb gestrichenen Garderobennischen der Klassenzimmer. Auch die Treppenhäuser und die sich aufweitenden Flure mit ihren eigens für das Projekt angefertigten Mineralwerkstoffbänken sind in grelles Gelb getaucht. Diese Farb- wie die Fassadengestaltung zählen ebenso zu den Mitteln, mit geringem Kostenaufwand Akzente zu setzen. 150


Projektdaten: Nutzung: Konstruktion: lichte Raumhöhe: Bruttorauminhalt: Bruttogrundfläche: Abmessungen: Baukosten: Baujahr: Bauzeit:

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Bildung Stahlbeton 2,85 m 6519 m3 1534 m2 33 ≈ 27 m 2,36 Mio. € (brutto) 2010 15 Monate

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Schnitt • Grundrisse Maßstab 1:400 1 Eingang

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Lehrmittel Gruppenraum Klassenzimmer Lehrerzimmer

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Haus für Kinder bei Melbourne Architekten: PHOOEY Architects, Melbourne

Vorgabe des knapp budgetierten Projekts war es nicht nur, ausschließlich gebrauchte Materialien zu verwenden, sondern auch keinerlei Müll zu produzieren und sämtliche Reste zu verwerten. Im Süden Melbournes entstand inmitten eines Spielgeländes ein Zentrum für Kinder. Hier können sie sich nach der Schule treffen und Hausaufgaben machen, malen, basteln, Musik hören und vieles mehr. Das Budget dafür war mehr als knapp bemessen, auch die Unterhaltskosten mussten so gering wie möglich gehalten werden. Insbesondere dem Übermut und Tatendrang der »Hausherren« galt es Rechnung zu tragen. Eine kurze Bauzeit war unabdingbar, da das gesamte Gelände durchgehend geöffnet bleiben sollte. Die Architekten, bereits erfahren in der Verwendung von recycelten Materialien, entschieden sich daher für die Verwendung von vier ausgedienten Schiffscontainern. Diese wurden so gestapelt, dass sowohl private Rückzugsbereiche als auch großzügige und multifunktionale Gemeinschaftsräume entstanden. Von jedem Container ist der Bezug zur Umgebung gegeben und der Austritt ins Freie möglich. Der Anspruch ging jedoch noch weiter. Durch die Baumaßnahme sollte keinerlei Müll entstehen. Alle anfallenden Reste waren zu verwerten. So wurden die für Fenster und Türen ausgeschnittenen Containerbleche als Geländer, Sonnenschutz und Gestaltungsmittel weiterverwendet. Die Containertüren stützen die Balkone, aus dem Holzverschnitt wurde Untersichtverkleidung. Alle verwendeten Baustoffe oder Bauteile bestehen aus recycelten oder gebrauchten Materialien. Die Wandverkleidung im Inneren bilden Teppichfliesen, die in einem zweifarbigen Muster auf Spanplatten geklebt sind. Um die Sonneneinwirkung im Sommer abzumildern, ist die Dämmung an der Außenseite mit hitzereflektierender Folie aus Aluminium versehen. Die aufgeständerte Dachterrasse, die Überstände der gedrehten Container im Obergeschoss und der Treppenaufgang schützen vor direkter Sonneneinstrahlung. Die Containerbleche mit ihrer Lackierung und den Gebrauchsspuren wurden bewusst so belassen. Sie erzählen von ihrem bewegten Leben auf den Weltmeeren – jetzt haben sie ihr Zuhause ganz in der Nähe des Hafens gefunden.

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1

4 3

Schnitt Grundrisse Maßstab 1:200 Lageplan Maßstab 1:500

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1 2 3 4 5 6

Eingang Lernbereich Multifunktionsbereich Lounge Balkon Dachterrasse

2

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Projektdaten: Nutzung: Konstruktion: lichte Raumhöhe: Bruttorauminhalt: Bruttogrundfläche: Abmessungen: Baukosten: Baujahr: Bauzeit:

Freizeit recycelte Schiffscontainer 2,8 m 276 m3 95 m2 15,6 ≈ 10,2 m 75 822 € (brutto) 2007 6 Monate

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Projektdaten – Architekten

Restaurant auf Teshima

Schulen in Mosambik

Palettenhaus »Slumtube« bei Johannesburg

Bauherr: Art Front Gallery, Tokio Architekten: Architects Atelier Ryo Abe, Tokio Projektleiter: Ryo Abe Mitarbeiter: Megumi Motouchi, Miki Ozeki, Nobuaki Takatsuka Tragwerksplaner: Tokio University of the Arts Mitsuhiro Kanada, Masayoshi Kurashige Bauleiter: Nomura-Gumi, Kagawa Landschaftsplaner: Architects Atelier Ryo Abe, Tokio Berater Bühnengestaltung: Showa Academia Musicae, Yu Furuhashi, Kanagawa Haustechnik: Maruzen Co. Ltd., Tokio Elektroplaner: Iguchidenki, Kagawa Baujahr: 2010

Bauherr: Aga Khan Foundation (AKF) Mozambik, Pemba Architekten: Ziegert  Roswag  Seiler Architekten Ingenieure, Berlin Projektleiter: Eike Roswag, Arne Tönißen Mitarbeiter: Alexandra Sohn, Eva Holtz, Nicolas Hißnauer, Joao Guimaraes, Hendrik Schultz, Amaya Barrera Gonzales Tragwerksplaner: Ziegert  Roswag  Seiler Architekten Ingenieure, Berlin Berater Bambuskonstruktion, Verbindungstechnik: Geflecht und Raum, Schechen Baujahr: 2010

Bauherr: Verein für soziale, nachhaltige Architektur Forschungsprojekt: Haus der Zukunft Plus Architekten: Andreas Claus Schnetzer & Gregor Pils, Wien Tragwerksplaner: Dr. Karlheinz Hollinsky & Partner Ziviltechnikergesellschaft mbh, Wien Fachplaner: Andreas Claus Schnetzer & Gregor Pils; Karin Stieldorf/TU Wien, Abteilung Hochbau und Entwerfen; Bauphysik Kreč, Schönberg am Kamp Baujahr: 2010

www.zrs-berlin.de architekten@zrs-berlin.de

www.palettenhaus.com schnetzer@palettenhaus.com pils@palettenhaus.com

www.aberyo.com aara@aberyo.com Ryo Abe Geboren 1966 in Hiroshima; 1990 Bachelor, 1992 Master an der Waseda University in Tokio; 1995 –1996 Dozent an der Architecture School der Waseda University in Tokio, 2000 –2010 an der Tokyai University in Tokio, seit 2010 an der Meiji University in Tokio. 1995 Gründung Atelier Ryo Abe

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Eike Roswag Geboren 1969 in Gießen; 1989 – 1991 Ausbildung zum Tischler; 1992–2000 Architekturstudium an der TU Berlin; 1994 –2006 freie Mitarbeit bei eins bis neun architekten ingenieure; 2006 –2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin, Lehrstuhl für Gebäudetechnik und Entwerfen; Lehr- und Vortragstätigkeit im In- und Ausland.

2003 Gründung Ziegert  Roswag  Seiler Architekten Ingenieure

Andreas Claus Schnetzer Geboren 1984 in Wels; 2009 Architekturdiplom an der TU Wien; 2010 Forschungsprojekt Haus der Zukunft Plus; 2010 Projektassistent am Institut Hochbau & Entwerfen der TU Wien; 2011 Universitätslektor an der TU Wien; 2011–2013 Projektmanagement Solar Decathlon Team Austria. Gregor Pils Geboren 1982 in Linz; 2009 Architekturdiplom an der TU Wien; 2010 Forschungsprojekt Haus der Zukunft Plus; 2010 Projektassistent am Institut Hochbau & Entwerfen der TU Wien; 2011 Universitätslektor an der TU Wien; 2011–2013 Projektmanagement Solar Decathlon Team Austria.


Museum und Stadtteilzentrum für eine Township in Johannesburg

Krankenhaus in Ruanda

Schlafhütten für Waisenkinder in Noh Bo

Sozialer Wohnungsbau in Iquique

Bauherr: Department of the Environment and Tourism (DEAT), Gauteng Tourism Agency (GTA), Alexandra Renewal Program (ARP) Generalvertreter: The Heritage Agency Architekten: Peter Rich Architects, Johannesburg Mitarbeiter: Walter Martins, Jonathan Manning Tragwerksplaner: Semane Consulting Engineers, Johannesburg Kostenberater: Koor Dinar Mothei, Johannesburg Baujahr: 2012

Bauherr: Rwandan Ministry of Health; Partners In Health/Inshuti Mu Buzima Architekten: MASS Design Group, Boston/Kigali Mitarbeiter: Michael Murphy, Alan Ricks, Sierra Bainbridge, Marika Clark, Ryan Leidner, Garret Gantner, Cody Birkey, Ebbe Strathairn, Maura Rockcastle, Dave Saladik, Alda Ly, Commode Dushimimana Tragwerksplaner: ICON Bauleiter: PIH/IMB Bruce Nizeye, Felix Ndagijimana Kläranlagenplaner: EcoProtection Landschaftsplaner: Sierra Bainbridge, Maura Rockcastle Baujahr: 2011

Bauherr: Ole Jørgen Edna Architekten: TYIN tegnestue, Trondheim Mitarbeiter: Pasi Aalto, Andreas Grøntvedt Gjertsen, Yashar Hanstad, Magnus Henriksen, Line Ramstad, Erlend Bauck Sole Tragwerksplaner: TYIN tegnestue / Norwegian University of Science and Technology (NTNU), Trondheim Baujahr: 2009

Bauherr: Gobierno Regional de Tarapacá / Programa Chile-Barrio del Gobierno de Chile Architekten: Elemental – Alejandro Aravena, Santiago de Chile Mitarbeiter: Andrés Iacobelli, Alfonso Montero, Tomas Cortese, Emilio de la Cerda Tragwerksplaner: José Gajardo, Juan Carlos de la Llera, Karl Lüders, Mario Alvarez Bauleiter: Constructora Loga, Iquique Landschaftsplaner: Families of Quinta Monroy, Iquique Baujahr: 2004

www.peterricharchitects.co.za Peter Rich 1971 Bachelor, 1991 Master der Architektur an der University of the Witwatersrand in Johannesburg; Gründungsmitglied der Light Earth Designs LLP; spezialisiert auf Architektur in Afrika; 2010 Honorary Fellow of the American Institute of Architects.

www.massdesigngroup.org info@mass-group.org Michael P. Murphy Geboren 1980 in New York; 2002 Bachelor of Arts an der University of Chicago; 2011 Master in Architektur, 2007–2008 Mitarbeit an der Harvard Graduate School of Design in Cambridge; 2009 –2012 verschiedene Lehrtätigkeiten unter anderem an der Harvard School of Public Health.

www.tyintegnestue.no post@tyintegnestue.no Andreas Grøntvedt Gjertsen Geboren 1981 in Trondheim; 2004 –2010 Architekturstudium an der NTNU in Trondheim. Yashar Hanstad Geboren 1982 in Teheran; 2004 –2010 Architekturstudium an der NTNU in Trondheim. 2008 Gründung TYIN tegnestue

www.elementalchile.cl info@elementalchile.cl Alejandro Aravena Geboren 1967; Architekturstudium an der Universidad Católica de Chile in Santiago de Chile; 1994 Gründung von Alejandro Aravena Architects; 2000 – 2005 Gastprofessur an der Harvard Graduate School of Design in Cambridge; seit 2006 Geschäftsführer von Elemental.

Alan Ricks Geboren 1983 in Texas; 2005 Bachelor of Arts am Colorado College in Colorado Springs; 2010 Master in Architektur an der Harvard University‘s Graduate School of Design in Cambridge; 2012 Designer of the Year im Contract Magazine; 2010 –2012 verschiedene Lehrtätigkeiten unter anderem an der Harvard School of Public Health. 2007 Gründung MASS Design Group

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Kindertageseinrichtungen in München

Haus für Kinder bei Melbourne

Bauherr: Landeshauptstadt München Architekten: schulz & schulz, Leipzig Mitarbeiter: Matthias Hönig, Carola Troll Tragwerksplaner: Seeberger Friedl und Partner, München Bauleiter: m3 bauprojektmanagement gmbh, München Landschaftsplaner: Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden Baujahr: 2010 –2011 (Serie 1)

Bauherr: City of Port Phillip, St. Kilda Architekten: PHOOEY Architects, Melbourne Peter Ho, Emma Young Projektleiter: Peter Ho Mitarbeiter: James Baradine, Alan Ting Tragwerksplaner: Perrett Simpson Consulting, Melbourne Bauleiter: Speller Constructions, Victoria Landschaftsplaner: PHOOEY Architects, Melbourne Baujahr: 2007

www.schulz-und-schulz.com schulz@schulzarchitekten.de Ansgar Schulz Geboren 1966 in Witten/Ruhr; 1985 –1992 Architekturstudium an der RWTH Aachen und der ETSA de Madrid; 2002–2004 Dozent an der TU Karlsruhe; seit 2010 Vertretungsprofessur am Lehrstuhl Baukonstruktion der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen an der TU Dortmund. Benedikt Schulz Geboren 1968 in Witten/Ruhr; 1988 –1994 Architekturstudium an der RWTH Aachen und der UC de Asunción/Paraguay; 1995 –1996 wissenschaftlicher Assistent an der RWTH Aachen; 2002–2004 Dozent an der TU Karlsruhe; seit 2010 Vertretungsprofessur am Lehrstuhl Baukonstruktion der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen an der TU Dortmund. 1992 Gründung schulz & schulz

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www.phooey.com.au architects@phooey.com.au Peter Ho Geboren 1971; 1992 Bachelor in Planung und Design, 1996 Bachelor in Architektur an der Universität Melbourne. Emma Young 1992 Bachelor in Environmental Design an der Universät Canberra; 1997 Bachelor in Architektur am Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT); 2007 Dozentin am RMIT. 2004 Gründung PHOOEY Architects


Autoren

Christian Schittich (Hrsg.)

Andrea Georgi-Tomas

Jahrgang 1956 Architekturstudium an der Technischen Universität (TU) München; anschließend sieben Jahre Büropraxis, publizistische Tätigkeit; seit 1991 Redaktion DETAIL, Zeitschrift für Architektur und Baudetail, seit 1992 verantwortlicher Redakteur, seit 1998 Chefredakteur; Autor und Herausgeber zahlreicher Fachbücher und Fachartikel.

Jahrgang 1966 Architekturstudium an der ETH Zürich; 2002–2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, TU Darmstadt, Prof. Manfred Hegger; seit 2006 geschäftsführende Gesellschafterin der ee concept gmbh; 2007–2008 Lehrauftrag an der TU Darmstadt; seit 2010 Referentin an den Architektenkammern Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.

Christiane Sauer Jahrgang 1968 Studium der Architektur und Bildhauerei in Berlin und Wien; Gründerin von »forMade, Büro für Architektur und Material« in Berlin; Editor des Bereichs Material & Construction der Internetplattform »Architonic«; Tätigkeiten in Lehre und Forschung, zuletzt an der Universität der Künste Berlin; zahlreiche Publikationen in Fachbüchern.

Fabian Scheurer Jahrgang 1969 Architekturinformatikstudium an der TU München; 2002–2006 Assistent/Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Computer-Aided Architectural Design (CAAD) von Ludger Hovestadt, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH); 2005 Mitbegründer von designtoproduction als Forschungsgruppe an der ETH Zürich; seit 2006 Assoziierter von designtoproduction.

Martin Zeumer Jahrgang 1977 Architekturstudium an der TU Darmstadt; 2005 –2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, TU Darmstadt, Prof. Manfred Hegger; 2010 Lehrbeauftragter für Baukonstruktion/Nachhaltiges Bauen/Bauen im Bestand an der Hochschule Bochum; seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen sowie Entwerfen und Baugestaltung, TU Darmstadt, Prof. Johann Eisele.

Anna Heringer Jahrgang 1977 Architekturstudium an der Kunstuniversität Linz; seit 2005 Realisierung von Bauprojekten in Bangladesch; Gastprofessuren in Stuttgart und Linz; 2005 –2011 Direktor von BASEhabitat, Studio für Architektur und Entwicklung in Linz; derzeit Loeb Fellow an der Harvard Graduate School of Design.

Ansgar Schulz Jahrgang 1966 Architekturstudium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen und der Escuela Técnica Superior de Arquitectura (ETSA) de Madrid; 2002–2004 Dozent an der TU Karlsruhe; seit 2010 Vertretungsprofessur Lehrstuhl Baukonstruktion der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund.

Benedikt Schulz Jahrgang 1968 Architekturstudium an der RWTH Aachen und der Universidad Católica (UC) de Asunción/Paraguay; 1995 –1996 Wissenschaftlicher Assistent an der RWTH Aachen; 2002–2004 Dozent an der TU Karlsruhe; seit 2010 Vertretungsprofessur Lehrstuhl Baukonstruktion der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund.

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Einfach Bauen Zwei  

Dem Kern des Einfachen auf der Spur. Weitere Infos und bestellen: http://bit.ly/2kqFeZx

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