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Heizung & Energie

Jahrgang 18 · Oktober 2007

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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EXTRA

Bilanz der Brixner Regierungsarbeit

Halbzeit! PORTRAIT

Claudia Federspieler über ihre Lust zu komponieren und zu schreiben

BRIXEN

Wie Brixen die Rathausgalerie als Ausstellungsraum wiederbeleben will

INTERVIEW

SSV-Ehrenpräsident Eugen Cimadom feierte den 90. Geburtstag

BRENNERBAHN

140-Jahr-Jubiläum des „Meilensteins im Bahnbau“


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Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 4 4 | THEMA: Halbzeit! 10 | Diskussionsabend: Miteinander mit Hindernissen 16 | Natz Schabs: Bald wird gewählt 18 | Milland: Die Ruhe der Toten 20 | Brennerautobahn: Zusagen über Zusagen Menschen & Meinungen 26 | Portrait: Bedürfnis nach Schöpferischem 33 | Pro & Contra 35 | Umfrage: Schikane oder ein Muss?

>>> 26

Kunst & Kultur  36 | THEMA: Der Kunsttunnel 39 | Fotografie: Portrait mit Hund 40 | Musik: Gottes-Lob und Seelen Trost

>>> 36

Freizeit & Sport 48 | THEMA: „Früher war‘s gemütlicher“

>>> 48

Wirtschaft & Umwelt 56 | THEMA: Happy Birthday!

>>> 56

Extra 65 | Heizung & Energie

>>> 65

Freud’scher Tippfehler Eigentlich hätte am 12. Oktober das neue Leitbild für Brixen der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Nun, die Veranstaltung wurde abgesagt. Wer den Entwurf für das Leitbild gelesen hat, der kann sich vorstellen, warum man es im letzten Moment vorzog, die Bürger doch noch nicht zu informieren. Offensichtlich sind bei der Erarbeitung des Leidbildes – ooops, das war wohl ein Freud’scher Tippfehler – Versäumnisse passiert, denn sonst wäre es kaum möglich, dass sich die mit viel Mühe, politischem Verhandlungsgeschick und Hirnschmalz zusammengeführten Fokusgruppen im fertigen Entwurf nicht mehr wieder fanden. Wenn man davon ausgeht, dass es grundsätzlich schon möglich sein dürfte, ein Leitbild zu erarbeiten, das dann auch den politischen Entscheidungsträgern als Grundlage dienen kann, dann müssen sich vielleicht alle Involvierten an die Nase fassen. Irgendwas ist offensichtlich schief gelaufen, und nun versucht man, das sinkende Schiff noch an Land zu ziehen, indem man am eigentlich fertig geglaubten Text noch das Eine oder Andere hinzufügt, verändert oder weglässt. Während das Leidbild – ooops, schon wieder erwischt mich Freud – also aus dem Geburtskanal nicht herauskommen will, ist die Gemeinde schon vom Masterplan schwanger – und wieder beginnen politische Diskussionen über – bitteschön – gefälligst zu involvierende Personen und Persönlichkeiten. Ich habe keine Ahnung, ob auch in anderen Städten die Erarbeitung von strategischen Papieren auf dieselbe Weise abläuft wie in Brixen. Die Vermutung liegt aber nahe, dass eine Entpolitisierung gewisser Bereiche für die Stadtentwicklung nur Vorteile bringen würde.

Ihr Willy Vontavon

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Politik & Gesellschaft

BILANZ DER BRIXNER REGIERUNGSARBEIT

Halbzeit! Die 2005 eingesetzte Stadtregierung hat nun eine halbe Legislaturperiode lang die Gemeinde Brixen regiert. Welche Zielvorgaben konnten umgesetzt werden, und wo hapert es noch? Wie beurteilen Bürgermeister und Stadträte ihre Arbeit und wie die Opposition?

Es ist darum gegangen, für Brixen eine Wende einzuleiten”, befand Albert Pürgstaller am 30. Mai 2005, einen Tag nach der Bürgermeister-Stichwahl. Damit wollte er andeuten, dass er sich viel vorgenommen hatte in seinem neuen Amt als erster Brixner Bürger. Dem vorangegangen war für ihn der wohl „schwierigste Wahlkampf“ seiner politischen Laufbahn: Die SVP verlor erstmals die absolute Mehrheit, während die Grüne Bürgerliste mit 27,7 Prozent ein Traumergebnis erzielte. Nicht weniger spannend verliefen die Koalitionsverhandlungen und die Bestellung von Pürgstallers SVPMannschaft. Insgesamt fünf neue Gesichter fanden sich im Stadtrat, einzig Franz Stockner und Dario Stablum waren von der alten Garde übrig geblieben. Ein personeller Wechsel, der geprägt war von Applaus einerseits und hohen Erwartungen andererseits. Bei der Verteilung der Kompetenzen an die Stadträte hat es seinerzeit keine größeren Überraschungen gegeben. Anerkennenswert ist die Entscheidung des Bürgermeisters, die Agenda Jugend nicht mehr nach Sprachgruppen aufzuteilen, sondern in einem einzigen Referat zu vereinen. Mit seinem 22 Seiten starken „Programmatischen Dokument 2005-2010“ hat der Bürgermeister schließlich die Weichen seiner Politik gestellt. Das Papier zeichnete aber keineswegs nur den Rahmen, innerhalb dessen man sich zu bewegen gedachte. Das Koalitionsprogramm ist vielmehr gespickt mit sehr konkreten Maßnahmen: Mittel- und langfristige Ziele sind klar definiert und weitsichtige Visionen formuliert. Fast schon zu viel des Guten, möchte man bei jenen Themen meinen, wo die Gemeinde gar keine Kompetenzen besitzt. Der Großteil der vorgegebenen Ziele 

kann jedoch auf seine Umsetzung hin überprüft werden – und da in wenigen Wochen die Hälfte der Legislatur vorüber ist, wird es Zeit, Bilanz zu ziehen.

Kein Politiker startet bei Null. Die Kontinuität der Verwaltung ist erster Garant für einen nahtlosen Wechsel bei den politischen Entscheidungsträgern. Nach einer kurzen und intensiven Einarbeitungsphase haben vor allem die Neuen im jetzigen Stadtrat schnell ihren Platz gefunden und die Politik mit ihren eigenen Vorstellungen und Ideen angereichert. Viele kleinere Projekte wurden rasch umgesetzt und einige langfristige Ziele in Angriff genommen, vorab vom Bürgermeister, der seine Mannschaft gnadenlos mitzog. Dass aus dem Rathaus ein neuer Wind blies, blieb in Brixen nicht unbemerkt und brachte dem Bürgermeister viel Lob ein. Selbst aus Kreisen der Opposition wird Pürgstaller zuerkannt, dass er „die Gemeindepolitik aufgemöbelt“ und „überfällige Maßnahmen entschieden durchgezogen“ hat, wie es der grüne Landtagsabgeordnete Hans Heiss auf Anfrage des „Brixner“ formuliert. Heiss ergänzt aber auch kritisch, „die neue Politik ist in erster Linie eine One-Man-Show, wo Anpassung über Teamgeist gestellt wird“. Auch aus den Reihen der Sammelpartei schließlich ist zu vernehmen, dass es „manchmal ein bisschen zu schnell geht“. Neue Maßstäbe setzte das Stadtoberhaupt indes im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Eine konsequente Weiterentwicklung des Onlineportals der Gemeinde, die großformatige Zeitschrift „bei uns“, die Einbindung der Bürger in den Leitbildprozess und die regelmäßigen Bürgerstammtische sind die markantesten Merkmale dieser neuen Politik. Diese Maßnahmen

sind, zusammen mit der groß angelegten Verwaltungsreform, die bereits unter Klaus Seebacher begonnen hat und demnächst abgeschlossen werden soll, für Albert Pürgstaller die entscheidenden Schritte, um eines seiner Hauptanliegen zu verwirklichen: „Die Gemeindeverwaltung soll ein effizienter und bürgernaher Dienstleistungsbetrieb sein.“ Kernelemente der Verwaltungsreform sind die Steigerung der Effizienz, der neue Bürgerschalter und die schrittweise Umsetzung des E-Governments.

Bürgermeister Alber t Pürgstaller, der bei allen grö-

ßeren Projekten selbst mit verhandelt und seine Mannschaft zugkräftig koordiniert, zeichnet primär für die Bereiche Kultur und Urbanistik verantwortlich. In kulturellen Fragen steht ihm Gemeinderat Konrad Eichbichler zur Seite. Zu den maßgeblichen Schritten, die in den letzten zweieinhalb Jahren hier gesetzt wurden, zählt die Besetzung eines

zweiten Hälfte der Legislatur zumindest die notwendigen Weichen dafür setzen zu können. Für die Kulturarbeit kommt Lob aus der Opposition: „Eindeutig ein Aktivposten“, räumt Walter Blaas von den Freiheitlichen ein. Die Urbanistik ist Pürgstallers Kernkompetenz. Wichtigstes Instrument in der Stadtplanung wird der Masterplan „Brixen 2020“, der zurzeit noch in Ausarbeitung ist und im Laufe des Jahres 2008 genehmigt werden soll. Zu insgesamt sieben verschiedenen Themen wird das mit dem Masterplan beauftragte Architektenduo Mutschlechner/Lanz regionale und internationale Experten hinzuziehen und so eine umfassende und langfristige Strategie für die Raumordnung entwickeln, als Fundament der künftigen Politik. Auch die längst fällige Überarbeitung des Bauleitplans wird sich am Masterplan orientieren. Die Opposition, insbesondere die Grüne Bürgerliste, kritisiert derzeit vehement die Nichteinbindung des Gemeinderates in die Arbeiten

„Der Bürgermeister ist ein Leitwolf, dem es an Teamgeist mangelt“_ Hans Heiss Kulturbeirates und eine Reihe von kulturellen Eigeninitiativen. Demnächst realisiert werden ein archäologischer Lehrpfad und die neue Mittelpunktsbibliothek, auch die Stadtgalerie soll deutlich aufgewertet werden. Ein Wunsch vieler Bürger ist indes noch nicht in Erfüllung gegangen: Brixen verfügt immer noch nicht über attraktive Kinosäle. Hier versucht die Gemeinde in Kooperation mit Privaten eine Lösung zu finden. Pürgstaller ist überzeugt, in der

des Masterplans und kündigt bereits scharfen Widerstand an, falls sich hierbei nichts ändert. In Sachen Ensembleschutz wurde „unter der neuen Stadtregierung wenig bis nichts getan“, analysiert Walter Blaas die Situation trocken. Während die Ensembles für Brixen und Milland bereits seit langem genehmigt sind, hapert es nach wie vor bei der Unterschutzstellung der Ensembles in den Fraktionen. „Nächstens sollten die Ensembles von Sarns und Afers an die Reihe


Foto: Oskar Zingerle

VIEL ERLEDIGT, ABER NOCH VIEL ZU TUN: Bürgermeister Albert Pürgstaller und seine Regierungsmannschaft hat jetzt schon deutliche Spuren in Brixen hinterlassen

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Peter Brunner hat als Stadtrat

Foto: Oskar Zingerle

unter anderem die Aufgabe, die Altstadt wieder als Wohnraum attraktiver zu machen. Dafür hat sich die Gemeinde vor allem bemüht, den Verkehr in der Stadt noch stärker zu reduzieren. Die Parkmöglichkeit der Altstadtbewohner konnte punktuell bereits deutlich verbessert werden, ein neues Parkraumkonzept ist derzeit in Ausarbeitung und sollte zu einer weiteren Verbesserung beitragen. Nur geringfügige Besserungen hingegen gab es bisher bezüglich der abendlichen Lärmsituation im Altstadtbereich. Der für die Lizenzen zuständige Stadtrat betont, dass eine ganze Reihe von Einzelmaßnahmen gesetzt wurden, was auch die Altstadtbewohner anerkennen. An eine merkbare Besserung glaubt indes kaum jemand. Peter Brunner war der Überraschungshit der letzten Gemeinderatswahlen. Mit 736 Vorzugsstimmen lag er an erster Stelle im SVP-Vorzugsstimmen-Ranking und hatte sich damit die Eintrittskarte in die Stadtregierung gesichert. Hier übernahm der smarte Jungpolitiker im Wesentlichen die Agenden von Langzeitstadtrat Helmuth Kerer: die verschiedenen Segmente der

Wirtschaft, die Gesundheit und die Veranstaltungen. Der Einflussbereich seines Referats ist allerdings weit weniger umfangreich als es die teilweise sehr hoch gesteckten Zielvorgaben im Koalitionsprogramm erahnen lassen. Es scheint, als hatte man damit den Bedenken entgegentreten wollen, unter einem „roten“ Bürgermeister könne keine gute Wirtschaftspolitik betrieben werden. Kaum ein Bereich ist so stark von langfristigen Überlegungen geprägt wie der Wirtschaftssektor, wobei die lokale Politik vor allem den strukturellen Rahmen gestalten kann und muss. Ein zentrales Instrument auch hierfür wird der Masterplan sein, der diesen Rahmen in vielerlei Hinsicht definiert. Zum Ziel gesetzt hatte man sich aber auch, Wirtschaftspolitik mit traditionellen Instrumenten wie einem Wirtschaftsservice zu gestalten. „Hier haben wir bewusst versucht, keine Konkurrenzstelle zu den Wirtschaftsverbänden zu lancieren“, erklärt Stadtrat Brunner, „sondern einen auf anderer Ebene gelagerten Dienst zu schaffen.“ Das auf einem Onlineportal basierende Projekt wird demnächst den Verbänden präsentiert. Zu den maßgeblichsten Bemühungen in dieser Legislatur zählt sicherlich das laufende InterregIII-Projekt „Stadtmarketing und Lernende Region – Zukunftsperspektiven für die Städte Bozen, Meran und Brixen“. Damit will man einerseits die Positionierung der Stadt, andererseits die Kooperation einzelner Wirtschaftssektoren fördern. Schließlich steht die Stadtregierung unter Druck, für das wirtschaftlich wichtige Standbein Ploseberg eine Lösung zu finden. Stadtrat Brunner erklärt dazu, dass in die „Aufwertung des Ploseberges zur Zeit sehr viel Energie investiert wird“. Jenseits langfristiger Projekte

Breites Lob von allen Seiten: Der neue Bürgerschalter wurde von der Bevölkerung gut aufgenommen

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Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

kommen“, erläutert der Bürgermeister und zeigt sich optimistisch, dass auch die Unterschutzstellung in den verbleibenden Fraktionen in absehbarer Zeit umgesetzt wird. Stolz ist der Bürgermeister auf verschiedene Initiativen für eine nachhaltige Baukultur. Als erste Gemeinde in Südtirol hat Brixen die Gestaltungsrichtlinie umgesetzt, hat verstärkt die Zusammenarbeit mit dem Gestaltungsbeirat des Landes gesucht und verschiedene Sensibilisierungsmaßnahmen für mehr Qualität im Bau lanciert.

Walter Blaas zieht eine insgesamt magere Bilanz der Arbeit der Stadtregierung, anerkennt aber auch einige positive Ansätze

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ist man gleichwohl bemüht, Verbesserungen in vielen Details zu erreichen und den Bedürfnissen der heimischen Wirtschaft bestmöglich entgegen zu kommen. Ein Dauerbrenner bleibt vorerst die nicht zufrieden stellende Parkplatzsituation, auf dessen Besserung die Kaufleute ungeduldig warten.

Magdalena Amhof zählt zu

den „Jungen“ im neuen Stadtrat. Ihr Referat umfasst die Bereiche Bildung, Sport, Jugend, Migration und Chancengleichheit. Dass die Millanderin politisches Talent besitzt, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass sie von der SVP mehrfach als Kandidatin für die Landtagswahlen 2008 umworben wurde – bisher ohne Erfolg. Herzstück ihrer Bildungspolitik war der Schulentwicklungsplan, der die Kernkompetenz der Gemeinde in diesem Bereich widerspiegelt. Denn im Grunde beschränken sich die Aufgaben der Gemeinde in Sachen Bildungspolitik auf die Instandhaltung der Bildungseinrichtungen. Bereits zu Beginn der Legislatur wurden dem entsprechende Analysen vorwiegend bautechnischer Notwendigkeiten durchgeführt und notwendige Maßnahmen eingeleitet. Von den

erforderlichen Neu- und Umbauten sowie Instandhaltungsarbeiten konnte einiges erledigt werden, manches bleibt noch zu tun. Auch im Feld der außerschulischen Tätigkeiten hat die Gemeinde einen begrenzten Handlungsspielraum. In Kooperation mit bestehenden Anbietern wurden hier verschiedene Programme entwickelt. Zu den noch offenen Posten zählt eine Broschüre, die die gesamten Angebote der außerschulischen Tätigkeiten fassen soll. Dass Brixen eine Sportstadt ersten Ranges ist, hat sie bereits vielfach bewiesen. Grundlage dafür ist die rührige Vereinstätigkeit und das dichte Netz an sportlichen Strukturen in der Stadt. Die primären politischen Ziele in dieser Legislatur waren die Einrichtung eines Sportbeirates, die Abhaltung eigener Sportveranstaltungen, die Ausrichtung größerer Sportevents und einen den Mitteln des Haushalts entsprechenden weiteren Ausbau der Sportinfrastruktur. Von diesen Zielen wurde bereits vieles realisiert; mit der Ausrichtung der Junioren-Leichtathletik Weltmeisterschaft 2009 setzt man im Eventbereich für Brixen neue Maßstäbe. Das Sportfest „Brixen bewegt sich“ hat heuer bereits zum dritten Mal stattgefunden und erfreut sich großer Beliebtheit. Schließlich soll im April nächsten Jahres die Veranstaltung „Erlebniswelt Sport“, ein Projekt des Forums Prävention in Zusammenarbeit mit Land und Sportverbänden, erstmals auch in Brixen stattfinden. Die Errichtung neuer Sportinfrastrukturen wurde den Bedürfnissen der Vereine folgend weitergeführt. Mit den Sportplätzen beim Jugendhort und in Milland wurden zwei weitere, für die Vereinstätigkeiten wichtige Strukturen vollendet. Franz Pisoni von der Grünen Bürgerliste kritisiert, „dass es aber nach wie vor an frei zugänglichen Kleinsportplätzen mangelt.“ Antonio Bova von der Casa delle libertà


eigenständige Kompetenz festgeschrieben. Elda Letrari von der GrĂźnen BĂźrgerliste bemängelt, dass hier „wenig Konkretes“ passiert sei und die Gemeinde die von ihrer Seite geforderte Errichtung eines Ausländerbeirates abgelehnt habe. Stadträtin Amhof weist diese Kritik entschieden zurĂźck. Anstelle eines Beirates habe die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Bezirksgemeinschaft Eisacktal einen Runden Tisch initiiert mit dem Ziel, zunächst eine Plattform der Verständigung zwischen angestammter BevĂślkerung und den in Brixen lebenden Immigranten zu schaffen. Davon abgeleitet wurde das Projekt Frauenstammtisch mit ähnlicher Zielsetzung, aber eben nur fĂźr Frauen. Die Arbeitnehmer in der SVP haben schlieĂ&#x;lich das Projekt „Netzwerk Migration“ ins Leben gerufen mit der Intention, all jene, die sich im hauptamtlichen Feld mit Integration beschäftigen, zu vernetzen. FĂźr die zweite Hälfte der Legislatur sind schlieĂ&#x;lich weitere Initiativen geplant. Stadträtin Amhof ist davon Ăźberzeugt, „dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.“ Gleichwohl weiĂ&#x; sie, dass noch sehr viel Energie aufzubringen ist, von der

Foto: Oskar Zingerle

stellt Ăźberhaupt in Frage, ob es Investitionen fĂźr „Nischensportarten“ brauche und meint damit die geplante Kletterhalle in der Zone Priel. Da bereits eine groĂ&#x;e Halle in Bozen geplant wird, ist fĂźr ihn die Brixner Halle ĂźberflĂźssig. In den Zuständigkeitsbereichen Jugend und Chancengleichheit tritt die Politik mit weit weniger Eigeninitiative auf als im Koalitionsabkommen geplant. Stadträtin Amhof erklärt dies dadurch, dass sie im Sinne der Subsidiarität auf die hervorragende Arbeit verschiedener Vereine bauen kann. Sie ist folglich bestrebt, die erforderlichen Rahmenbedingungen fĂźr die verschiedenen Träger in der Kinderund Jugendarbeit zu gewährleisten und Synergien zu fĂśrdern, wo immer dies mĂśglich ist. Auch der Beirat fĂźr Chancengleichheit leistet laut Amhof beste Arbeit. Dessen Bestellung wurde vonseiten aller Oppositionsfraktionen massiv kritisiert, denn sie konnten nur eines der zehn Mitglieder nominieren. Der Beirat arbeite „im WĂźrgegriff der SVP“, so die trockene Bilanz der GrĂźnen BĂźrgerliste. Erstmalig wurde in einem Koalitionsabkommen die Integration zugewanderter MitbĂźrger als

In Brixen auf der Ăœberholspur: Das Citybuskonzept ist geglĂźckt

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Politik gleichermaĂ&#x;en wie von der Gesellschaft, um dem Thema Integration seiner Vielschichtigkeit entsprechend die nĂśtige Bedeutung zuzufĂźhren. Experten behaupten indes, einen KĂśnigsweg, so wie manche populistische KurzschlĂźsse glauben machen, gebe es nicht – auch weil gewisse lokale Gegebenheiten lokale LĂśsungen erforderlich machen.

Paula Bacher Marcenich ist eine

weitere Newcomerin im Brixner Stadtrat. Sie zeichnet fßr das Personal, die technischen Dienste wie Bauhof, Gärtnerei und Sportstätten

sowie fĂźr die sozialen Bereiche Familie, Senioren und Ehrenamt verantwortlich und gilt als rĂźhrig und zupackend, was ihr auch Kollegen der Opposition bescheinigen. Schwerpunkt im Personalund Verwaltungsbereich war die bereits erwähnte groĂ&#x; angelegte Verwaltungsreform, die inzwischen weitgehend abgeschlossen ist. Bei den technischen Diensten hingegen lag das Hauptaugenmerk in der Steigerung der Effizienz: „Es wurden sehr viele kleine Akzente im Stadtraum gesetzt, und die Leute merken das auch“, erläutert die Stadträtin und zählt eine Reihe von

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Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

Beispielen auf. Dass Bewertungen sehr unterschiedlich sein können, sticht am Beispiel der Gehsteige hervor. Während Klauspeter Dissinger von der Grünen Bürgerliste von einem „kläglichen Zustand“ spricht, sieht die Stadträtin hier wesentliche Erfolge, und auch Walter Blaas räumt ein, dass in punkto Gehsteige einiges Gutes passiert sei. Sicher ist, dass der Aufgabenbereich für Bauhof und Stadtgärtner durch immer neue Strukturen kontinuierlich zunimmt. Das Ehrenamt als soziales Fundament der Gesellschaft aufzuwerten war ein weiteres wesentliches Ziel im Koalitionsabkommen. Mit einem Tag des Ehrenamtes wollte die Gemeinde die Leistung der über 250 Brixner Vereine würdigen, und auch das neu angelegte Vereinsregister soll dazu beitragen, den Umfang der ehrenamtlichen Tätigkeiten in Brixen zu verdeutlichen. Bei den Senioren lag der Fokus der politischen Tätigkeit in der Förderung des Zusammentreffens unterschiedlicher Generationen. Hier sollen auch in der zweiten Hälfte der Legislatur weitere Initiativen, vor allem in Kooperation mit den Schulen, folgen. Weit ehrgeiziger sind die Ziele in der Familienpolitik: Hier hat man sich die Positionierung Brixens als kinder- und familienfreundliche Stadt vorgenommen. Während viele Einzelmaßnahmen durchweg Lob erhielten, blieb der große Wurf „Familienpass“ ein getadeltes Kind. Weniger die Idee an sich als vielmehr die Details waren Zielscheibe oppositioneller Kritik: Walter Blaas sieht keinen Bedarf an Begünstigungen für „Dinge, die weder existenziell noch täglich gebraucht werden“, die Grüne Bürgerliste bezeichnet den Familienpass als „Mogelpackung“, und Antonio Bova spricht in diesem Zusammenhang schlichtweg von

Der Familienpass der Gemeinde gilt als gute Idee, Kritik ernten die dürftigen Angebote

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„Populismus“. Begleitet wird der Familienpass durch ein Familienportal auf der Webseite der Gemeinde Brixen. Die verschiedenen Reduzierungen wurden seit Einführung des Passes um ein Angebot erweitert – gut möglich, dass noch weitere folgen. Paula Bacher ist davon fest überzeugt und kündigt mit dem „Babyrucksack“ bereits einen nächsten großen Wurf an.

Franz Stockner zählt zu den

„Alten“ im neuen Stadtrat. Seine Kompetenzen umfassen die Forst- und Landwirtschaft, die Fraktionsverwaltung, die öffentlichen Bauten und den sozialen und geförderten Wohnbau. Als Landwirt weiß Stockner, dass die Weichen der Landwirtschaftspolitik maßgeblich durch EU, Land und Bauernbund gestellt werden. In den begrenzten lokalen Handlungsspielraum fielen Initiativen wie eine neue Form der Direktvermarktung bäuerlicher Produkte. Das Projekt, das in den Augen Stockners eine gute Sache gewesen wäre, ist aber leider gescheitert. Ausgedehnt hingegen wurde der Einkauf lokaler Produkte vonseiten der gemeindeeigenen Betriebe. Bei den öffentlichen Arbeiten steht

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die Instandhaltung der bestehenden Strukturen im Vordergrund. Einige Bauten konnten abgeschlossen werden. Manches, wie etwa die Neugestaltung der Zone Priel, steht noch aus. Stadtrat Stockner bemerkt, dass die Gemeinde im öffentlichen Bau mit der zunehmenden Ausschreibung von Wettbewerben durchweg positive Erfahrungen gemacht habe: „Einerseits werden dadurch neue Ideen eingebracht, und andererseits wird die Qualität am Bau erhöht.“ Ein Sorgenkind der Stadtpolitik bleibt der soziale und geförderte Wohnbau, denn der enormen Nachfrage steht vor allem im Stadtgebiet nicht genügend Fläche zur Verfügung. Besser sieht es in den Fraktionen aus, wo neue Wohnbauzonen in Sicht sind. Kurzfristig ist der Handlungsspielraum hier sehr eng, langfristig soll der Masterplan die Siedlungsentwicklung vorgeben. Das Koalitionsabkommen sieht vor, dass neuer Baugrund „vorwiegend für den geförderten Wohnbau ausgewiesen wird.“ In der laufenden Legislatur wurde dies bisher bei drei von vier Wohnbauzonen umgesetzt.

Vizebürgermeister Dario Stablum ist der mit Abstand dienstäl-

teste Politiker in Brixen. Seit 1964 sitzt er im Gemeinderat, seit 1974 ist er Stadtrat und seit 1985 mit Ausnahme kurzer Unterbrechung Vizebürgermeister – also ein politisches Schwergewicht ohnegleichen. Seine Zuständigkeiten sind die italienische Kultur und Schule, die Finanzen und das unbewegliche Vermögen, die Gerichtsämter und die Städtepartnerschaften. Wie seine Kollegen im Stadtrat kennt er das Koalitionsabkommen nahezu auswendig und berichtet gerne von den erzielten Maßnahmen der Stadtregierung. Die bereits erwähnten Schwerpunkte im kulturellen Bereich sind größtenteils sprachgruppenübergrei-

fender Natur und damit auch Teil seines Referats. Absolute Priorität in der italienischen Kulturpolitik ist nach wie vor der Umbau des Oratoriums Don Bosco. Noch in dieser Legislatur hofft Stablum, diesen über die Bühne bringen zu können. Durch die Integration des italienischen Musikinstituts scheint eine Finanzierung nun definitiv möglich. Die Gemeinde ist schon seit Jahren bestrebt, die vom Staat aufgelassenen Strukturen, insbesondere die Areale des Militärs, zu übernehmen. Dies ist ein legislaturübergreifendes Ziel, prädestiniert für einen Politiker wie Dario Stablum. Zu den mittelfristigen Zielen zählt sicherlich die Realisierung eines Gerichtspools am Domplatz durch die Ansiedlung des Friedensgerichts. Die Verhandlungen sind hier wie auch in Bezug auf andere Areale am Laufen. In Sachen Städtepartnerschaften konnte Brixen in dieser Legislatur aufstocken und hat mit Havlícˇku˚v Brod den nunmehr dritten Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Ende 2007 indes geht eine Ära zu Ende: Dario Stablum wird nicht mehr Vizebürgermeister sein. Wenn man ihn fragt, was sich für ihn dabei ändert, könnte die Antwort kaum nüchterner sein: „Rein gar nichts“. Auch die 2010 greifende Mandatsbeschränkung zwingt ihn höchstens in eine neue Rolle, und somit wird er der Politik mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch lange erhalten bleiben – entsprechender Wählerwille vorausgesetzt.

Gianlorenzo Pedron ist sein

Nachfolger als Bürgermeisterstellvertreter. Der Rechtsanwalt kam über die Liste „Rinnovamento Bressanone“ in den Gemeindeund Stadtrat. Zu seinen maßgeblichen Kompetenzen zählen die Mobilität und die Umwelt – traditionelle Kernthemen der Grünen Bürgerliste und jene Bereiche, wo dringender Handlungsbedarf festgestellt wurde. Im Koalitionsabkommen wurden dem entsprechend auch die Ziele sehr hoch gesteckt – nicht minder die Erwartungen. In der ersten Hälfte dieser Legislatur hat die Gemeindeverwaltung bereits eine ganze Reihe von konkreten Schritten gesetzt: Der weitere zügige Ausbau des Fernwärmenetzes, die Einführung des City-Busses, ein weiteres Zurückdrängen des Verkehrs in der Altstadt, Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung in Sachen Umweltschutz, ein Konzept für die künftige Errichtung neuer


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Mobilfunkumsetzer, Lärmschutzmaßnahmen entlang der Autobahn im Süden der Stadt, die Einführung eines neuen Müllsammelsystems. Für die zweite Hälfte der Legislatur werden weitere wichtige Maßnahmen insbesondere im Bereich des Lärmschutzes bei Autobahn und Eisenbahn folgen, deren Vorarbeiten und Verhandlungen weitgehend abgeschlossen sind. Die bisherigen Maßnahmen ernteten auch vorsichtigen Beifall außerhalb der Regierungskoalition. Kritisch bemerkt Hans Heiss aber, „dass sich die Umweltpolitik weitgehend auf Infrastrukturmaßnahmen beschränkt“ und es noch einer ganzen Reihe „viel klarerer Schritte bedarf“. Und der Sprecher der Grünen Bürgerliste, Markus Lobis, ergänzt, „dass von einer Öko-Modellstadt, so wie im Koalitionsabkommen definiert, gar keine Rede sein kann, wenn noch nicht einmal zeitgemäße Umweltstandards erreicht wurden“.

Es hat sich insgesamt viel ver-

ändert in den letzten zweieinhalb Jahren, darüber herrscht Konsens quer durch alle politischen Lager. Zur inhaltlichen Bewertung der bisherigen Politik gibt es erwartungsgemäß weit weniger Übereinstimmung. Die Regierungskoalition legt dar, dass ein beträchtlicher Teil der vorgegebenen Ziele erreicht wurde. Die Opposition ihrerseits anerkennt verschiedene positive Maßnahmen, zieht jedoch ein insgesamt „mageres Fazit“ der bisherigen Arbeit. Den durchwachsenen inhaltlichen Gemeinsamkeiten steht ein wahrlich frostiges politisches Klima

gegenüber, geprägt von kontinuierlichen Missklängen zwischen der Südtiroler Volkspartei auf der einen und der in dieser Legislatur erstarkten Grünen Bürgerliste auf der anderen Seite. Letztere nimmt eine „enorme Verschlechterung der Dialogkultur im Gemeinderat“ wahr, wofür sie vordergründig Bürgermeister Pürgstaller verantwortlich macht. Dieser kontert gelassen, „dass er sich eine bessere Zusammenarbeit sehr wohl gewünscht und auch die Bereitschaft dazu gezeigt hätte, von Seiten der Bürgerliste seien aber die falschen Signale gekommen.“ SVP-Fraktionssprecher Heinrich Ferretti sieht das ähnlich und ergänzt, „es muss unsere Aufgabe sein, die positive Einstellung zu Stadt und Lebensraum zu steigern. Vielleicht würde sich dies auch vorteilhaft auf die politische Kultur auswirken.“ Das alte Rollenbild, die verhärteten Fronten und eine strikte politische Aufgabenteilung werden uns bis zum Ende der Legislatur also gewiss noch erhalten bleiben. Den Bürger interessiert es indes wenig, wer im Gemeinderat mit wem nicht kann. Er sorgt sich vorwiegend, dass die Politik in seinem Interesse arbeitet – auf der Regierungsbank gleichermaßen wie in der Opposition. Am Ende der Legislatur schließlich hat dann der Wähler die Gesamtbewertung der Leistungen in der Hand – durch sein Kreuz am Wahlschein.

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Miteinander mit Hindernissen Welche Stärken und Schwächen haben die Schul- und die Komplementärmedizin? Auf welche Schwierigkeiten stößt eine Zusammenarbeit im öffentlichen Gesundheitssystem? Ist es ein Gegen-, Neben- oder Miteinander? Diese Fragen waren Kernpunkte einer Podiumsdiskussion der Südtiroler Krebshilfe Bezirk Eisacktal.

A

m Podium herrschte Einigkeit: Dem Miteinander von Schul- und Komplementärmedizin muss der Vorzug gegeben werden. „Ein Gegeneinander darf es im Sinne der Patienten nicht geben, und dass derzeit ein Nebeneinander herrscht, entspricht der Realität – sinnvoll ist zu klären, wie ein Miteinander in der Zukunft sein kann, wenn es so gewünscht oder sogar notwendig ist“, erläuterte Arthur Scherer, Primar der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Brixen, Vertreter der Schulmedizin und laut Eigendefinition „kein Gegner, aber auch kein Verfechter der Komplementärmedizin“. Auch für den Sanitätskoordinator des Gesundheitsbezirkes Brixen, Karl Lintner, steht fest, „dass ein Miteinander sein muss, da die unterschiedlichen Zugänge zur Gesundheit respektiert werden müssen“. Für Rudolf Gruber, Schul- und Komplementärmediziner in einer Person, kommt ebenso nur ein Miteinander in Frage, „das es schon in der antiken griechischen Hochmedizin gegeben hat“. Die Kardinalsfrage lautete also nicht, ob, sondern wie das Miteinander zu gestalten ist.

„Die Schulmedizin wird von

den Grundsätzen geleitet, die bestmögliche Analyse der Erkrankung und Versorgung zu gewährleisten sowie die Behandlung auf den neuesten Stand der Erkenntnisse durchzuführen“, begann Arthur Scherer sein Impulsreferat. „Sie ist in der Gesellschaft gewachsen und angenommen – und daher ist sie mit Regeln behaftet, die sowohl für die Therapeuten als auch für die Patienten gelten sollten.“ Erreicht werden diese Prinzipien durch Erkenntnisse aus der Vergangenheit, kontinuierlicher Forschung sowie ständiger Bewertung und Erfolgskontrolle. Weiters garantiere die Schulmedizin, 10

dass definierte Berufsverbände dahinter stehen – mit einer klar festgeschriebenen Verantwortung gegenüber den Patienten. Zudem ist sie Teil des öffentlichen Gesundheitssystems und unterliegt den gesetzlichen Rahmenbedingungen. „Die Stärken der Schulmedizin liegen in deren langjährigen Erfahrungswerten, dem internationalen Austausch und den dadurch möglichen schnellen Fortschritt in der Erkenntnis, Behandlung und teilweise in den Ergebnissen“, erläuterte Scherer, „die Stärken sind aber auch struktureller Natur wie eine hohe Anzahl an Mitarbeitern, gut ausgebaute Institutionen und die öffentliche Finanzierung, die gewährleistet, dass jeder unabhängig vom Geldbeutel eine korrekte Versorgung erhält“. „Natürlich haben wir auch Schwächen“, räumte der Primar ein, „wir haben dieses Technik-Denken, das in der Gesellschaft einen breiten Platz einnimmt und somit auch in der Medizin. Wir haben die Apparatemedizin, und man wirft uns vor, wir seien unnatürlich: Das Skalpell und eine Operation ist etwas Unnatürliches, wenn man so will, auch wenn sie notwendig sind“. Zu den weiteren Schwachpunkten zählt er die mangelnde Zeit der Ärzte für den jeweiligen Patienten und die unzureichende individuelle Zuwendung: „Ich gebe gerne zu, dass diese persönliche Betreuer-zu-Patient-Beziehung sehr schwierig ist und nicht immer in einer Art und Weise umsetzbar, wie das von beiden gewünscht wird. Die Orientierung an der Organkrankheit kann auch ein Nachteil unseres Denkens oder unseres Tuns sein.“ Diese Schwachpunkte würden teilweise verhindern, dass einige der Ansprüche der Patienten nicht erfüllt werden: Diese würden sich vor allem eine Besserung oder Heilung wünschen, eine umfassende Betreuung, viel Zeit und Rücksicht,

Fotos: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

DISKUSSION SCHUL- UND KOMPLEMENTÄRMEDIZIN

Karl Lintner, Sanitätskoordinator Gesundheitsbezirk Brixen: „Es geht nicht um die Frage des Mit- oder Gegeneinanders, sondern um die grundsätzliche Frage, was wir uns als öffentliches Gesundheitssystem leisten können“

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eine ganzheitlichere Sichtweise der Therapeuten, Sicherheit in der Behandlung sowie wenig Nebenwirkungen und Risiken.

„Komplementärmedizin, Ganz-

heitsmedizin, Paramedizin, Naturheilverfahren, sanfte Medizin – hier stehen viele Fragezeichen offen: Wir sprechen von einem Wort, und jeder meint etwas anderes“, verlangte Scherer nach einer konkreteren Definition des Begriffes. Komplementärmedizin beinhalte zudem eine Vielzahl an Methoden und Techniken, „und das ist nicht die Basis, mit der wir miteinander reden können, weil wir uns nicht verstehen – hier muss eine Klärung erfolgen“. Die Stärken der Komplementärmedizin sieht er in der großen Zuwendung zum Patienten und das höhere Ausmaß an Zeit, „die eine Stärke

sein kann, aber nicht sein muss. Die Nebenwirkungen seien gering, wahrscheinlich schon – ob sie dann wirken oder nicht, muss noch diskutiert werden“. Zu den weiteren Stärken zählt er die geringe Anwendung von technischen Apparaten sowie die Erfüllung der Bedürfnisse der Betroffenen, „die in dieser Hinsicht immer größer werden und denen die Komplementärmedizin mit ihren vielerlei Möglichkeiten sicher einiges bietet.“ Dem gegenüber stehen als Defizite die seltene Ergebniskontrolle, die fehlende wissenschaftliche Überprüfung der Methoden sowie die mangelnden Regelungen in den Bereichen Ausbildung, Methoden oder Begriffe sowie den unklaren Berufsgruppen: „Leider muss ich sagen, dass mir Patientinnen oft weder den Namen noch das Berufsbild des Mitbehandelnden


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gesamte Leben und führen zu einem Nachdenken über das eigene Sein. Emotional wird durch eine Krebserkrankung vor allem Angst erzeugt, mit Angstspitzen bei der Diagnose, dem Warten auf den Befund, der Chemotherapie, Nachsorgetermin und eventuellen Rückfällen – Angst, die teilweise zu einer Erstarrung, Lähmung und Handlungsunfähigkeit führt.

Das „Kohärenzerleben“, zu-

Arthur Scherer, Primar am KH Brixen: „Wir Ärzte sind nicht gegen Komplementärmedizin, aber wir wissen momentan nicht, wie damit umgegangen werden soll“

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sagen, und das tut mir sehr leid, denn ich möchte gerne Ross und Reiter kennen, wenn wir miteinander diskutieren“. Die Vielzahl der Methoden droht in einen Wildwuchs auszuarten, und es gebe auch Schäden durch eine Verzögerung der schulmedizinischen Behandlung, „da es aus meiner Sicht in der Krebstherapie keine alternativen Methoden gibt.“

Die Chancen der Komplementär-

medizin in der Krebstherapie sieht Arthur Scherer vor allem in der Linderung von Nebenwirkungen. „Homöopathie oder Akupunktur können hier helfen, damit haben wir bereits Erfahrungen. Ich denke, dass der Schwerpunkt auf den ergänzenden Methoden, dem Miteinander, gelegt werden muss“. Weiters würde die Komplementärmedizin die Schwächen der Schulmedizin aufzeigen, und damit „haben wir eine gute Basis, unsere Schwächen zu überdenken und vielleicht auch zu überwinden“. Die Einbindung und Organisation der Komplementärmedizin in das öffentliche Gesundheitssystem ist für Arthur Scherer der richtige Weg, da somit viele Kriterien automatisch erfüllt werden müssen: „Klare Regeln wird es geben müssen: Wer macht was, und wie macht er das? Weiters ist die Offenlegung der Methoden und Tätigkeiten sowie eine laufende Überwachung unerlässlich. Auch in der Komplementärmedizin sollten Studien, Methoden- und Ergebniskontrollen sowie eine geregelte Ausbildung angestrebt werden“. 12

Rudolf Gruber, Schulmediziner und Arzt für Naturheilverfahren und Kneipparzt – „Titel, die in Südtirol nicht geführt werden können“ – verwendet lieber den Begriff der „integrativen Medizin“, also einer Kombination von beiden. Laut seinem Impulsreferat kann die Komplementärmedizin mit einem großen Vorteil aufwarten: „Die Menschen kommen aus Eigeninitiative und wollen für sich selbst etwas tun. Bei der Schulmedizin ist das leider nicht so: Dort kommen sie, weil sie repariert werden wollen. Hinzu kommen in der Schulmedizin erschwerend das Zeitproblem, der wirtschaftliche Druck und der Leistungsdruck hinzu“. Die große Stärke der Schulmedizin, insbesondere bei der Krebsbehandlung, sieht Gruber in der Diagnostik, während die Komplementärmedizin vor allem in der Stärkung des Immunsystems sowie der Prävention bestens aufgehoben ist und zudem den Patienten in seiner Eigeninitiative und Verantwortlichkeit sich selbst gegenüber unterstütze. „Warum suchen Menschen komplementäre Behandlungsmethoden, und gehört die Psychoonkologie womöglich selbst dazu?“ – diese Frage erörterte Clara Astner, Psychologin und Psychotherapeutin am Krankenhaus Brixen. Die Einführung der Spitzenmedizin und deren schonende Operation führe paradoxerweise zu einer höheren psychischen Belastung für den Patienten. Krebserkrankungen sind jedoch eine Erschütterung der Existenz; sie verändern das

sammengesetzt aus den drei Dimensionen Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit und subjektiver Handlungsspielraum, ermöglicht es den Betroffenen, diese existenziellen Erschütterungen zu überstehen. Kurz zusammengefasst: Der Patient muss Erklärungen oder Gründe für das Erlebte finden, er muss die Situation und die Ereignisse zumindest in geringer Form mit beeinflussen können und zudem dem Ganzen einen Sinn abringen und Werte zum Weiterleben entwickeln können. Eine der Aufgaben der Psychoonkologie besteht demnach darin, den Patienten in Handlung zu bringen, eine Aktivierung in Gang zu setzen: Diese kann darin bestehen, dass man sich Zweitmeinungen und Informationen einholt, weiterhin seine Hobbys pflegt, mit anderen über seine Probleme spricht, Hilfe annimmt und eine Lebens- sowie Wertekorrektur vornimmt. „Menschen in belastenden Situationen streben nach komplementärmedizinischen Methoden als Maßnahme für die Angstbewältigung. Sie wollen wiederum Kontrolle erlangen, alle Möglichkeiten ausschöpfen und aktiv sein“, erklärte

Das Bedürfnis der Bevölkerung

in Südtirol nach komplementärmedizinischen Methoden ist offensichtlich steigend: Die Patienten suchen sich seit geraumer Zeit ihren Weg zwischen Schul- und Komplementärmedizin, letzteren zumeist im privaten Bereich und mit den eigenen Mitteln finanziert. Warum wird die Komplementärmedizin also nicht in das öffentliche Gesundheitssystem miteingebunden, im Krankenhaus angeboten und somit für alle zugänglich?, lautete eine Kernfrage der anschließenden Diskussion. Die Bekanntmachung des Gesundheitslandesrates Richard Theiner, ein Pilotprojekt zur Einrichtung eines Dienstes für Komplementärmedizin umzusetzen, hat bereits vor Monaten eine sehr kontrovers und in den Medien oft polarisierend aufgearbeitete Diskussion in Gang gesetzt, die Sanitätskoordinator Karl Lintner sichtlich verärgert: „Wenn wir über Schulmedizin und Komplementärmedizin reden, sollten die Begriffe Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit nicht so oberflächlich verwendet werden, wie es in den letzten Wochen häufig zu vernehmen war. Die Schulmedizin hat ihre Grenzen, und das zu negieren, wäre einfach Blödsinn. Wir Schulmediziner tun uns manchmal schwer, diese Grenzen anzuerkennen – auf der anderen Seite beansprucht die Komplementärmedizin ihre Ganzheitlichkeit – ein Begriff, mit dem ich persönlich sehr große Schwierigkeiten habe: Die Schulmedizin schließt Ganzheitlichkeit nicht aus, und die Komplementärmedizin hat diese nicht allein für

„Der komplementärmedizinische Bereich muss finanziert, strukturiert und mit Qualität versehen werden.“_ Karl Lintner, Sanitätskoordinator Clara Astner. Weiters befriedige die Komplementärmedizin das Bedürfnis nach der Sichtweise der leib-seelischen Einheit und ist imstande, Ruhe und Wohlbefinden zu vermitteln. „Wir müssen weg von der Polarisierung SchulmedizinKomplementärmedizin“, lautete ihr Fazit, „gefordert sind integrierte Behandlungsmodelle, die Einbeziehung der psychosozialen Lebenswelten und eine Integration der Psychoonkologie“.

sich in Anspruch zu nehmen“. Bloß – bei den heutigen strukturellen Voraussetzungen werde es der Schulmedizin schwer gemacht, einen umfassenden Zugang zu gewährleisten, und es werde mit zweierlei Maß gemessen: „Die Politiker, die über diese Thematik zu entscheiden haben, besitzen einen unterschiedlichen Zugang zur Schul- und Komplementärmedizin: Wenn ich heute einer fachärztlichen Visite 15 Minuten


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Arthur Scherer dementierte

heftig die Publikumsmeldung, dass die Südtiroler Schulmediziner gegen die Integration der Komplementärmedizin seien: „Wir Ärzte sind nicht dagegen, aber wir wissen momentan nicht, wie damit umgegangen werden soll. Das Pilotprojekt hat Probleme, wie es aussehen könnte, und dieses Wie kann momentan nicht festgelegt werden. Ein Hauptproblem liegt darin, dass nicht klar ist, welche der vielen Methoden der Komplementärmedizin flächendeckend auf die Bevölkerung übertragbar sind. Es braucht zumindest minimale Kriterien, und hier ist die Komplementärmedizin gefordert, diese mitzudefinieren.“ Die Auswahl von geeigneten komplementärmedizinischen Methoden allein dürfte jedoch nicht der große Haken sein, denn schließlich wenden laut einer Studie unter 400 Südtiroler Ärzten bereits 21 Prozent komplementärmedizinische Methoden an, im Ausland ist die Integration komplementärmedizinischer Methoden teilweise bereits erfolgt, und das Land bietet Ausbildungslehrgänge für Ärzte in den Bereichen Akupunktur und Homöopathie an.

Das „Wie“ scheint weitaus größe-

res Kopfzerbrechen hervorzurufen als das „Was“: Komplementärmedizinische Methoden beanspruchen viel Zeit pro Patienten, „und aus Kostengründen kann nicht alles angeboten werden. Wenn jede Person in dieser Art behandelt wird, würde das System

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Rudolf Gruber, Schul- und Komplementärmediziner: „Die Gesundheit ist kein Pokerspiel, bei dem alles auf eine Karte gesetzt werden muss“

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zusammenbrechen. Die analytischen Methoden würden Schwächen erleiden“, erläutert Scherer, „die komplementärmedizinischen Methoden sind nicht allgemein gesichert, und bei den Unmengen von Therapiemaßnahmen tut sich die Frage auf, welche nun sinnvoll sei. Und würde eine intensive Psychoonkologie nicht auch denselben Zweck erfüllen? Wer entscheidet darüber: der Patient, der Arzt, der Politiker? Unsere Aufgabe als Arzt ist die ethnische Verantwortung, den Patienten bestmöglich zu behandeln.“

Die Vielzahl der komplementärmedizinischen Methoden erklärte Rudolf Gruber damit, dass „eine Krankheit eine Karriere hat: Sie durchwandert viele unterschiedliche Stadien, und daher gibt es auf diesem Weg auch viele verschiedene Methoden. Der Patient wählt aus, probiert aus und findet somit heraus, was für ihn passt“. Für den Komplementärmediziner gelte es, die eigenen Grenzen zu beachten und gut abzuwägen, welche Therapie angebracht ist. „Es muss aber nicht immer wissenschaftlich nachgewiesen werden“,

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zur Verfügung stelle, kann diese Ganzheitlichkeit nicht erfolgen. Der Komplementärmedizin gebe ich jedoch eine Stunde Zeit – und in einer Stunde kann ich auch auf die wesentlichen Bedürfnisse des Menschen eingehen“. Auch der Bürger habe einen unterschiedlichen Zugang, erläuterte Lintner anhand eines pointierten Beispieles: „Wenn ein Mensch mit Schnupfen zu mir kommt, und ich als Schulmediziner sage ihm, ‚du musst vier Tage warten, bis der Schnupfen vorbei ist’, wird er mit meiner Leistung nicht zufrieden sein. Wenn ihm ein Komplementärmediziner sagt, ‚dein Schnupfen wird drei Tage schlechter und am vierten ist er vorbei’, dann passt das plötzlich.“ Für Lintner geht es nicht um die Frage des Mit- oder Gegeneinanders, „sondern um die grundsätzliche Frage, was können wir uns als öffentliches Gesundheitssystem leisten? Die politische Aussage, dass das alles zum Selbstkostenpreis finanziert werden kann, stimmt einfach nicht!“ Eine Finanzierung der Komplementärmedizin im öffentlichen Gesundheitssystem ist trotzdem möglich, sofern politisch und von der Bevölkerung gewollt, „allerdings benötigen wir ein Verteilungsprinzip: Der Bereich muss in Zukunft finanziert und strukturiert werden – das heißt, ich muss mir im Klaren sein, wo, wie und was angeboten wird. Und er muss Qualität bieten: Was heute einem alles als Komplementärmedizin untergejubelt wird, geht manchmal ins Kriminelle.“

Brixen


fährt Gruber fort, „als Privatarzt unterliege ich tagtäglich einer strengen Qualitätskontrolle durch meine Patienten. Zudem müssen wir nicht immer alles unter ein System pressen: Die Gesundheit ist kein Pokerspiel, wo nur eine Karte gezogen werden kann. Jener, der sich komplementärmedizinische Methoden leisten will, kann sie sich leisten – und wenn dies im privaten Rahmen erfolgt, wird sich schnell zeigen, was wirkt“.

Konkurrenz sei für ihn kein Pro-

blem, im Gegenteil: Er wünscht sich diese, da es ihm garantiert, dass an der eigenen Verbesserung gearbeitet wird. Eine umfassende komplementärmedizinische Behandlung, die in der Prävention angesiedelt ist, kann für Gruber „nicht von der öffentlichen Hand bezahlt werden“. Damit ist er einer Meinung mit den schulmedizinischen Vertretern: „Komplementärmedizin geht über die Behandlung einer Krankheit hinaus, sie erteilt Stimulationen zur Entwicklung, hat aber nicht mit der unmittelbaren Behandlung zu tun“, erläutert auch Arthur Scherer,

„ein öffentliches System kann nicht über Jahrzehnte hinweg diese Begleitung des Patienten leisten – das liegt in der persönlichen Verantwortung jedes Einzelnen.“ Vom Publikum wurde vorwiegend die Forderung laut, den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden und die Komplementärmedizin so zu integrierten, dass die Betreuung des Patienten nicht leidet, sondern besser wird. Die Diskussion alleinig auf die Kosten und das System zu reduzieren, werde dem Patienten nicht gerecht. Wie, was und wo nun die Komplementärmedizin zukünftig im öffentlichen Gesundheitsdienst eingesetzt wird, darüber entscheidet derzeit eine zehnköpfige Arbeitsgruppe: Nachdem die Landeskommission für die klinische Erneuerung des Gesundheitswesens einstimmig die Ausarbeitung des Pilotprojektes zur Einrichtung eines Dienstes für Komplementärmedizin ausgesprochen hat, wird diese die technischen und organisatorischen Details zu klären haben. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Clara Astner, Psychologin am KH Brixen: „Weg von der Polarisierung; gefordert sind integrierte Behandlungsmodelle, die Einbeziehung der psychosozialen Lebenswelten und eine Integration der Psychoonkologie“

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Bald wird gewählt! Am 9. Oktober ist die Frist für die Hinterlegung der Kandidatenlisten für die vorzeitige Neuwahl des Gemeinderates von Natz-Schabs abgelaufen. Welche Listen und Kandidaten stellen sich nun endgültig der Wahl?

N

eue Listen, neue Kandidaten: Die Gemeinderatswahl am 11. November in der Gemeinde Natz-Schabs könnte für frischen Wind im Rathaus sorgen. Rund 60 Kandidaten möchten ein Kreuzchen von den 2.044 Wahlberechtigten, vier stellen sich der Wahl zum Bürgermeister.

Die SVP tritt auf den vier ge-

trennten Ortslisten Natz-Viums, Schabs, Raas und Aicha an. Ihr gegenüber stehen drei Oppositionsparteien: Die Bürgerliste Natz-Schabs kandidiert nach 2005 zum zweiten Mal, und für zwei Parteien – den Freiheitlichen und der Süd-Tiroler Freiheit – stellen diese Gemeinderatswahlen eine Premiere dar. Das Antreten der Süd-Tiroler Freiheit bedeutet gleichzeitig den Verlust eines Gemeinderatsmandats für die Union für Südtirol: Deren bisheriger Gemeinderat Johann Thaler sowie der frühere Unions-Gemeinderat Andreas Köck haben sich nach parteiinternen Querelen zwischen den Landtagsabgeordneten Eva Klotz und Andreas Pöder von der Union abgewandt und treten nun für die neue Bewegung von Eva Klotz an. Es ist anzunehmen, dass die Süd-Tiroler Freiheit bei diesen Gemeinderatswahlen somit ihr erstes offizielles politisches Mandat überhaupt erringen wird.

Ein starker Frauenanteil kennzeichnet die Kandidatenlisten: Von den 60 Bewerbern stellen sich immerhin 23 Frauen der Wahl. Mit Elisabeth Baumgartner Tröbinger präsentiert sich zudem eine Frau im Kreis der vier Anwärter um das Bürgermeisteramt. Ihre Bürgerliste ist mehrheitlich weiblich; sechs Frauen und drei Männer sind hier die Kandidaten, unter anderem auch Ex-SVP-Gemeinderat und -referent Franz Vitroler aus Natz. Die jeweiligen Listenprogramme sind größtenteils eine Fortschreibung der Ziele aus dem Jahr 2005. Die SVP wartet mit pragmatischen Punkten wie der Beibehaltung von niedrigen Gebühren, die Umsetzung von bereits vorliegenden Projekten wie die Fernwärme in Schabs oder der Umbau der alten Schule in Natz auf. Einzig Raas hat mit dem Erstellen eines Leitbildes einen neuen wesentlichen Programmpunkt dazugenommen.

Bei den Oppositionslisten

wollen die Freiheitlichen vor allem jugendlich-frischen Wind in die Gemeindestube bringen. Christof Baumgartner aus Natz hat bereits bei der Eisacktaler Jugendbewegung der Freiheitlichen mitgemacht und möchte mit dem Slogan „jung und frech“ punkten. Die Bürgerliste Natz-Schabs hat nach dem Ausschluss von Karl Mayr ihr Profil in Richtung grüne

Foto: Oskar Zingerle

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NATZ SCHABS

Wer zieht als Bürgermeister oder Gemeinderat ins Rathaus von Natz-Schabs ein? Der 11. November wird Klarheit bringen

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Bewegung gewandelt und will bei den Wählern mit transparenten Entscheidungen und mehr Bßrgerbeteiligung ankommen. Die Sßd-Tiroler Freiheit setzt sich in ihrem Programm neben typisch heimatbewussten Themen wie Ortsnamen-Regelung und Tiroler

Baukultur auch fßr soziale Belange wie einer Kindertagesstätte vor Ort ein. Kurz vor Redaktionsschluss befßrchtete man durch den angedrohten Rßcktritt des Gemeindereferenten Hartmann Fundneider in der Gemeinde Natz-Schabs eine

politische Krise und eine kommissarische Verwaltung: Die Lizenz fßr eine Ende Oktober stattfindende Motocross-Veranstaltung, die zunächst ausgestellt und danach widerrufen worden sein soll, sorgte fßr viel Wirbel. Inwieweit Fundneider seine Rßcktrittsdrohung,

falls die Lizenz nicht ausgestellt werden sollte, in die Realität umsetzen wird und ob dies Ăźberhaupt notwendig werden kĂśnnte, war bis Drucklegung dieses „Brixner“ nicht geklärt.

SĂźd-Tiroler Freiheit Andreas KĂśck Markus Bergmeister Johann Thaler Emma Thaler Martin Huber

SVP Schabs Florian Gasser (BĂźrgermeisterkandidat) Aloisia Reiterer Lanz Peter Brunner Siegfried Oberhuber Aloisia Graf Pedevilla Peter Unterkircher Markus Unterkircher Stefan Gasser Michael Aigner Elisabeth Plaickner Fischnaller Eleonora Dalvai Ludwig Bernhard Oberhauser

annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Gemeinderatswahl Natz Schabs Alle Kandidaten SVP Aicha Alberta Baumgartner Gamper Ernst Ladurner Christina Leitner RĂśggla Alois Mitterrutzner Andreas Mozzelin Thomas Neumair Helmut Oberhofer Arnold Plank GĂźnther Plank Johann Reichegger Ruth Reichegger Hubert Rienzner Marianna Ăœberbacher Unterkircher Anton Unterkircher Brigitte Vallazza Kirchler Maria Wierer Poletti

SVP Natz Viums Peter Gasser (BĂźrgermeisterkandidat) Andreas Auer Johann Huber Robert Klement Markus Peintner Josef Michaeler Rita Franzelin Tauber Kathrin Huber Kathrin Mair Hannelore Hilpold SVP Raas Hartmann Fundneider (BĂźrgermeisterkandidat) Anna Aloisia Steger Delazer Thomas Jaist Alexander Wilhelm Tarsia Alexander Ăœberbacher

BĂźrgerliste Natz Schabs Elisabeth Baumgartner-TrĂśbinger (BĂźrgermeisterkandidatin) Maria Bacher Deborah Casale Goggi Alfonsina Chizzali RadmĂźller Helene Engl Tauber Thomas Leitner Roman Thaler Franz Vitroler Veronika Welponer Valenti

Die Freiheitlichen Markus Prader Christof Seeber Sieglinde Messner

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Die Ruhe der Toten Die seit Jahren geplante Erweiterung des Friedhofes bei der Kirche Maria am Sand in Milland und eine neue Zufahrtsstraße samt Parkplatz sorgen nach wie vor für heftige Diskussionen. Die Gemeinde hat nun eine Entscheidung getroffen.

D

ie Millander klagen schon seit Jahren, dass ihr zu klein gewordener Friedhof an der alten Pfarrkirche „Maria am Sand“ erweitert werden muss. Anfangs überlegte man die Errichtung eines neuen, großen Friedhofs für ganz Brixen, womit man wohl ein für alle Mal die Platzprobleme beider Friedhöfe lösen wollte. Der neue Friedhof hätte auf einem Grundstück zwischen Milland und Sarns entstehen sollen. Nachdem diese Idee verworfen wurde, dachte man laut über einen neuen Friedhof für Milland nach, der in den Wiesen des Missionshauses, also jenseits des Tramötschbaches, angesiedelt werden sollte. Auch dieses Projekt war aber zu aufwändig, und der frühere Bürgermeister Klaus Seebacher monierte, dass die Geldmittel dafür nicht aufzutreiben seien. So begnügte man sich in der Zwischenzeit mit mehreren Minimaleingriffen: kleine Erweiterungen an der Südseite und an der Nordseite der Kirche „Maria am Sand“. An der Ostseite, also bergseitig, wurde die durchaus mögliche Erweiterung durch einen Neubau verhindert – was seinerzeit in Milland für heftiges Kopfschütteln sorgte.

Im Jahr 2001 wurde die Frage der Friedhofserweiterung wieder akut. Dabei wurde der „alte“

Wunsch nach einer Vergrößerung an der Westseite wieder aufgegriffen. Der Besitzer der Wiese, Josef Leitner (Messner) erklärte sich bereit, den zwischen Kirchsteig und Tramötschbach in Richtung Milland hin gelegenen Grund abzutreten; im Gegenzug wurde ein Stück Wald, das sich in seinem Besitz befindet, in landwirtschaftliches Grün umgewandelt. Im Zuge der entsprechenden Bauleitplanänderung lehnten die zuständigen Landesämter den als Folge notwendigen Bau einer neuen Zufahrtsstraße für die Bewohner der Häuser im Kitzloch talseitig des neuen Friedhofs sowie den dort vorgesehenen Parkplatz ab, und die Fläche des Friedhofes wurde um ein Drittel verkleinert. Dies bedingte jedoch neue Überlegungen für Zufahrt und Parkplatz. Heute führt ein schmaler Waldweg von der Plosestraße zur Kirche; größerer Besucheransturm versetzt aufgrund der praktisch nicht vorhandenen Parkmöglichkeiten die Wege in der unmittelbaren Nähe der Kirche jedes Mal in einen Ausnahmezustand. Auch die Bewohner im Kitzloch gelangen über denselben Weg zu ihren Häusern, der im Übrigen über eine sanierungsbedürftige Brücke führt. Für die Erweiterung des Friedhofs muss der Weg zurückgebaut werden, und die Zufahrt zum Kitzloch muss anderweitig erfolgen. Eine

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MILLAND

Die Friedhofserweiterung sowie der Bau einer Zufahrtsstraße zur Kirche „Maria am Sand“ könnte bis Ende 2008 abgeschlossen sein

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Belassung der derzeitigen Zufahrt bedingt, dass die Erweiterung vom restlichen bereits bestehenden Friedhof durch den Weg getrennt werden müsste – ein zweigeteilter Friedhof würde entstehen.

Die Lösung schien einfach: Man

könnte auf das letzte Stück des Waldweges verzichten, der hiermit zu einer Sackgasse würde, die

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baufällige Brücke durch einen eleganten Fußgängerübergang ersetzen und die Zufahrt über den Platschweg ermöglichen. Für die Besucher der Kirche könnte hier auch ein Parkplatz entstehen. Auch die Häuser im Kitzloch wären nun also nur mehr über den Platschweg zu erreichen. Gegen diese Idee liefen vor allem die Bewohner der Sand-Siedlung

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Sturm, weil sie eine Zunahme des Verkehrs auf ihrer ohnehin schmalen Straße befürchteten. Im Rahmen von insgesamt drei Bürgerversammlungen wurde das Thema Friedhofserweiterung intensiv diskutiert – zuletzt am 13. September im Hinblick auf die bevorstehende Gemeinderassitzung. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Frage wieder in den Raum gestellt, ob es denn diese Erweiterung überhaupt brauche. Nachdem diese jedoch eindeutig mit Ja beantwortet worden war, drehte sich alles um die Fragen der Zufahrt.

Zwei Lager standen sich gegen-

Die Zufahrt wird in Zukunft

über den Platschweg erfolgen; die Gemeinde entschied sich für eine etwa 200 Meter lange neue Trasse als Verlängerung des Platschweges und trug diese in den Bauleitplan ein. Mit einer weiteren Bauleitplanänderung am 25. September wurde diese Trasse verkürzt, wodurch die Schleife 20 Meter kürzer und etwas steiler wurde. Die Straße wird vier Meter breit sein; man passt sich an das Gelände an und kann dadurch auf Stützmauern

gänzlich verzichten – genauso wie im Übrigen auf Randsteine und einen Gehsteig. Der entstehende Parkplatz wird Raum für 20 Autos geben. Damit hat sich die Gemeinde der Meinung der Landesämter angeschlossen, die mit dieser Lösung zwar auch nicht sonderlich glücklich waren, sie aber als einen annehmbaren Kompromiss betrachten. Bis die Bagger auffahren werden, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen: „Das Thema ist für die Gemeinde vorläufig abgeschlossen“, erklärt Gemeinderatspräsident Gebhard Dejaco. Nun muss eine letzte Bauleitplanänderung in die Wege geleitet werden, die – samt einer Pufferzeit für die Behandlung eventueller Rekurse – wohl vier bis sechs Monate dauern wird. Danach kann theoretisch gebaut werden – sofern bis dahin das Geld aufgetrieben worden ist. „Bürgermeister Albert Pürgstaller will dafür ein Darlehen aufnehmen“, sagt Dejaco. Alexander Gruber, Direktor der Technischen Dienste in der Gemeinde Brixen, hat für Friedhof und Straße samt Parkplatz und Enteignungskosten 1,1 Millionen Euro budgetiert. Ein Jahr werden die Arbeiten dauern – sollten keine größeren Zeitverzögerungen eintreffen, dürften bis Ende 2008 sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein.

über: Die einen wollten die bestehende Zufahrtsstraße belassen und damit den Friedhof in zwei Teile teilen; die anderen wollten die neue Trasse jenseits des Tramötschbaches, um die Einheit des Friedhofes zu gewährleisten. Zu letzteren Verfechtern gehörte vor allem Pfarrer Vijo Pitscheider, der in der Beibehaltung der Zufahrtsstraße in der heutigen Form (und damit in der Zweiteilung des Friedhofes) eine Provokation sah. Er sprach von einer „Störung der Totenruhe“, von „Kulturlosigkeit“ und „mangelnder Sensibilität für die Angehörigen der Toten“. Auf eine Annäherung der jeweiligen Standpunkte wartete man vergebens. Der Gemeinderat hat sich schließlich – auch in Abstimmung mit der Friedhofskommission und dem Pfarrgemeinderat – mehrheitlich dafür ausgesprochen, der Einheit des Friedhofsareals den Vorrang zu geben. Die Erweiterung sollte also so integriert werden, dass es nicht Gräber erster und zweiter Klasse gibt. Die für einen größeren Friedhof notwendigen Strukturen wie WC, Gebeinhaus und Geräteraum sollen nun definitiv geplant und der Bau so bald als möglich durchgeführt werden.

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Zusagen über Zusagen Silvano Grisenti, Präsident der Brennerautobahn AG, versprach anlässlich einer öffentlichen Gemeinderatssitzung eine Reihe von Maßnahmen, von denen vor allem die Anrainer im Brixner Becken profitieren dürften. Eine konkrete Zeitplanung vermied er allerdings.

V

ielleicht lag es am ungewohnt zahlreichen Publikum, vielleicht aber auch ganz einfach daran, dass die Lüftungsanlage ständig frische Luft in den Saal Regensburg gepumpt hat, die im stickigen und bei hitzigen Debatten nahezu sauerstofffreien Gemeinderatsraum unter den Lauben meist fehlt: Auf jeden Fall gaben sich Oppositions- und Regierungsparteien anlässlich der außergewöhnlichen Gemeinderatssitzung am 26. September im Forum Brixen äußerst friedlich. Oder lag es an den vielen unverhofften Versprechungen, die Autobahnpräsident Silvano Grisenti und sein technischer Direktor Carlo Costa präsentierten?

Denn der Trentiner Grisenti, der

einige Monate vorher den Sterzinger Ferdinand Willeit mit hauchdünnem Vorsprung überraschend an der Spitze der Autobahngesellschaft abgelöst hat, zog sich für seinen Besuch in Brixen die Spendierhosen an. Lärmschutz? Brixen wird in den nächsten Jahren erhebliche Verbesserungen erfahren! Erweiterung Südeinfahrt? Ist bereits geplant! Verbesserung des Leitsystems an der Beschilderung? Ist bereits angedacht! Erneuerung der Überführung am Kinderdorf? Bald wird gebaut! Grisenti aber relativiert in seiner Ansprache: Die Initiativen zur Verbesserung des Lärmschutzes sind keine Geschenke an die Bevölkerung, sondern „un fatto dovuto“: Verursacher von Lärm werden durch ein Gesetz aus dem Jahr 1995 gezwungen, Grenzwerte einzuhalten. „Ich bin also lediglich hier, um meine Pflicht zu erfüllen und um Gesetze zu respektieren“, sagte Grisenti mit entwaffnender Ehrlichkeit. Den lärm- und staubgeplagten Anrainern der Brennerautobahn dürften die Beweggründe des Betreibers zur Verbesserung der Lärmsituation gleichgültig sein – Hauptsache, es passiert was. Und in den nächsten Jahren, so Carlo Costa, wird auf der gesamten 20

Strecke der Brennerautobahn einiges geschehen. Nach der Verabschiedung des Rahmengesetzes 447 von 1995 habe man 1997 begonnen, einen Lärmkataster zu erarbeiten und eine Prioritätenliste zu definieren, denn „es kann nicht sein, dass jene Anrainer, die am lautesten schimpfen, am schnellsten ihren Lärmschutz erhalten“, sagt Costa. Die Prioritätenliste richtet sich nach dem Ausmaß des Lärms, nach der Menge der Anrainer, nach der technischen Sinnhaftigkeit einer Maßnahme und nach der Frage, ob es in der Nähe sensible Strukturen wie zum Beispiel Krankenhäuser gebe. Alles gleichzeitig zu realisieren sei nicht möglich – aus logistischen, aber auch aus finanziellen Gründen. Allein im heurigen Jahr sind neun Lärmschutzwände in Bau, vier in Ausschreibung, 13 in der Projektierungsphase, fünf weitere sind bereits angedacht, erläutert Costa. Dabei sei die Brennerautobahn im Bereich Umweltverträglichkeit im Vergleich zu den restlichen Autobahnen Italiens auch dank des schon vor Jahren angebrachten lärmschluckenden Asphalts mit Abstand federführend, aber auch hier relativiert Grisenti: „La compatibilità ambientale – parole grosse per una struttura del genere“.

Präsident mit Spendierhosen? Silvano Grisenti von der Brennerautobahn AG präsentierte im Forum verschiedene Projekte

–––––––––––

Auch Brixen und Vahrn wer- Eisenbahn ins Stadtgebiet. Auch nennt, dann soll man auch sicher den vom erzwungenen Aktionismus der Brennerautobahn profitieren: Auf der Höhe vom Krankenhaus ist auf der Talseite eine neue Wand bereits im Bau, vom Krankenhaus bis zur Durst werden in den nächsten Jahren weitere 1.935 Meter entstehen oder von zwei auf vier Meter erhöht werden, und auch auf der Bergseite sind eine 300 und eine 350 Meter lange Wand in Planung. In Vahrn wird, ebenfalls auf der Bergseite, eine etwa 570 Meter lange neue Wand errichtet. Auch sei man mit der Eisenbahngesellschaft RFI im Gespräch; eine Stützmauer der Autobahn im Süden von Brixen reflektiere den Lärm der direkt vorbeiführenden

wenn hier eigentlich die RFI eine Lösung präsentieren müsste, will die Brennerautobahn helfend eingreifen. „Dazu braucht es entsprechende Konventionen, die erst noch unterzeichnet werden müssen“, und dies benötige bei der RFI leider sehr viel Zeit, sagt Grisenti. Einer detaillierten Zeitplanung für die Errichtung der Lärmschutzwände in Brixen weicht Grisenti dann allerdings doch elegant aus, und erst nachdem einige Gemeinderäte nachhaken, verrät er den Grund dafür: „Jedes öffentliche Werk braucht seine Zeiten, und es gibt Grenzen auch für eine genaue Zeitplanung“. Und: „Wenn man Termine

sein, dass sie eingehalten werden können“. Bei einer anderen Gelegenheit war das Jahr 2015 als Fertigstellungstermin aller Projekte im Brixner Raum genannt worden, worauf es vor allem von der Grünen Bürgerliste heftige Proteste gegeben hatte.

Die neue Überführung am

Kinderdorf soll weitaus schneller realisiert werden: Das Projekt sei bereits genehmigt, Ende des Jahres würden die Arbeiten ausgeschrieben, und Anfang 2008 soll mit dem Bau begonnen werden. Laut Planung dürfte der 4.036.000 Euro teure Bau der neuen Brücke, die mit einer sieben Meter breiten Fahrbahn samt Gehsteigen

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

BRIXEN


wesentlich größer ausfallen wird als die bestehende Überführung, ein Jahr in Anspruch nehmen. Da die neue Brücke um einige Meter nördlich der bestehenden entstehen wird, bleibt die Benutzung derselben in der Bauphase gewährleistet. Ein weiterer Punkt war die Erweiterung der Autobahnausfahrt Brixen Süd. Carlo Costa stellte eine Variante für die Erweiterung der Mautstelle mit Ein- und Ausfahrt in beiden Richtungen vor; diese würde verhältnismäßig wenig Platz in Anspruch nehmen. Costa machte allerdings auch klar, dass nun die Gemeinde gefordert sei: Die entsprechenden Verhandlungen für die Realisierung müssten von Brixen ausgehen. Bürgermeister Albert Pürgstaller versprach seine Intervention – vor allem die Gemeinde Feldthurns, auf deren Grund sich die Autobahnausfahrt befindet, müsse ihren Segen zum Projekt und zur notwendigen Bauleitplanänderung geben. Die Brennerautobahn hat inzwischen gute Vorarbeit geleistet: Es existiert ein Vorprojekt, das per Powerpoint dem Gemeinderat und den Zuschauern auch präsentiert wurde.

Mit der vollwertigen Autobahn-

ausfahrt in Albeins wird auch die jahrelange Brixner Forderung nach einer Umbenennung der Beschilderung auf der Autobahn brandaktuell: So könne nun die Ausfahrt in Albeins als „Brixen Süd“ und jene in Vahrn als „Brixen Nord - Pustertal“ bezeichnet werden. Dies vermeidet Umwegverkehr von ortsunkundigen Autofahrern, die, von Süden kommend, erst in Vahrn ausfahren, um nach Brixen zu gelangen.

In den anschließenden Wort-

meldungen der Gemeinderatsmitglieder kam durch die Bank die Wertschätzung zum Ausdruck, dass die Autobahngesellschaft einer solch detaillierten Aussprache zugestimmt habe. Neben den gewohnten Forderungen nach einem Nachtfahrverbot für LKWs und nach einer deutlichen Mauterhöhung wünscht sich die Grüne Bürgerliste, dass die Brennerautobahn im Stadtbereich eingehaust werde – bei 2,3 Millionen Fahrten pro Jahr nehme die Gesellschaft auf den fünf „Brixner“ Kilometern jährlich 126 Millionen Euro ein, rechnete Markus Lobis Grisenti vor, und: „Brixen muss etwas davon haben“. Von diesen Geldern

ließe sich die Einhausung „locker finanzieren“, sagte auch Klauspeter Dissinger. Grisenti bot zumindest Gesprächsbereitschaft an, aber er wies auch darauf hin, dass seine Gesellschaft trotz ausgezeichneter Bilanzen es sich nicht leisten könne, „Geld zum Fenster hinauszuwerfen“. „La valutazione deve essere corretta“, meinte Carlo Costa zu diesem Thema. Ein ähnlicher Vorschlag sei auch in Bozen vor Jahren unterbreitet worden, aber aus technischer Sicht war dieser vollkommen “superficiale” gewesen. Georg Mayrhofer und Heinrich Ferretti von der SVP regten an, im Stadtbereich – zumindest in den Nachtstunden – eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 Stundenkilometern einzurichten, worauf Grisenti erklärte, dass die Strecke von Brenner nach Bozen eh schon die einzige sei, die eine Geschwindigkeit von 110 km/h vorsehe. Sepp Insam (SVP) forderte bis zur Fertigstellung der Westumfahrung eine Pendlerpauschale für die Strecke von Vahrn nach Brixen-Süd, und Adolf Engl von der Bürgerliste wünschte sich, dass die Ordnungskräfte vermehrt die Geschwindigkeit kontrollieren. Konrad Eichbichler (SVP) ist der Meinung, die einzige wirkliche Alternative für den Schwerverkehr stelle die Eisenbahn dar, und der Brennerbasistunnel sei in diesem Sinne „einziger Hoffnungsträger für die Zukunft“. Mayrhofer konnte sich übrigens einen kleinen Seitenhieb gegen die Grüne Bürgerliste nicht verkneifen: „Das Nachtfahrverbot muss italienweit geregelt werden“, sagte er, „und es wundert mich schon, dass der derzeitige Umweltminister in Rom, der der Partei der Grünen angehört, sich bisher in dieser Frage nicht engagiert hat“.

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Bürgermeister Albert Pürgstal-

ler freute sich in der abschließenden Rede über die „ausgezeichnete Zusammenarbeit“ mit dem neuen Präsidenten der Autobahn, denn schließlich habe man erst im Juli die Wünsche präsentiert, und „jetzt im September haben wir schon konkrete Lösungsvorschläge auf dem Tisch“. Die Realisierung der Lärmschutzwände möchte Pürgstaller allerdings beschleunigen: „Ich wünsche mir einen Abschluss der Arbeiten bis 2010“. Bis zu den nächsten Gemeinderatswahlen eben. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft

VAHRN

Foto: Oskar Zingerle

Nadelöhr zum Vahrner See z Die bestehende Zufahrt zum Vahrner See bringt manches Problem mit sich: Durch die enge

Bahnunterführung gelangen weder Rettungsfahrzeuge, LKWs noch Wohnmobile zum dahinter liegenden Campingplatz und Parkplatz des Vahrner Sees. Wie die Antwort auf eine Anfrage der Freiheitlichen an den Südtiroler Landtag ergab, will die Gemeinde Vahrn und das Land sich nun bei der Betreibergesellschaft des Brennerbasistunnels dafür einsetzen, dass als Kompensationsmaßnahme

P&G

für die anstehenden Belastungen wie Deponien und Bauhöfe eine neue Bahnunterführung gebaut wird. Die heutige Unterführung soll für Fußgänger und Radfahrer erhalten bleiben und nördlich davon eine breitere Zufahrt zum Naherholungsgebiet entstehen. Bisher war eine Erweiterung der Eisenbahnunterführung durch die Bahnverwaltung immer abgelehnt worden. db

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Selbsthilfegruppe Fallschirm möchten sie sich verstärkt um neurologisch-psychologische Hilfe bemühen. „Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus fallen einige in ein tiefes Loch“, schildert eine Betroffene. Hier soll es in Zukunft jemanden geben, der in dieser schweren Zeit professionelle Hilfe leistet – auch für die Angehörigen, die meist nicht wissen, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Nähere Informationen erteilen die Gruppenleiterin Helene Plaikner, Tel. 0472 835704, Heinrich Feichter, Tel. 0472 801488 oder Brigitte Auer, Tel. 0472 832329. oz

Das Eltern-Kind-Zentrum in der Runggadgasse 23 hat wiederum täglich von Montag bis Freitag, 9 bis 11.30 Uhr, und Montag, Mittwoch und Donnerstag, 15 bis 17 Uhr, geöffnet. Der Tauschmarkt „Pumuckl“ im HdS in Milland hat Dienstag, Mittwoch und Donnerstag offen.

Auch dieses Jahr bietet das Südtiroler Kinderdorf wieder Weihnachtsbillets aus Werken namhafter Südtiroler Künstler an. Der Reinerlös aus dem Verkauf dient der Unterstützung des Kinderdorfes; die Prospekte können ab sofort unter www.kinderdorf.it bestellt werden.

Bei vermutlichen Behandlungsfehlern können sich Patienten an die neue Schlichtungsstelle für Arzthaftungsfragen wenden, die Streitfälle außergerichtlich zu regeln versucht. Die Stelle befindet sich in der Landesabteilung Gesundheitswesen in der Bozner Freiheitsstraße 23.

Foto: Oskar Zingerle

präsentiert sich die Selbsthilfegruppe „Fallschirm“ im Internet. Die Mitglieder der Gruppe vereint ein gemeinsames Schicksal: Sie sind durch eine Schädigung des Gehirns gehandicapt, sei es durch einen erlittenen Schlaganfall oder

ein Schädel-Hirn-Trauma. In der Selbsthilfegruppe fühlen sich die Menschen mit ihrem Schicksal verstanden; eine Teilnehmerin sagt, es sei „wie in einer Großfamilie“. Die zunehmende Beteiligung an den Gruppentreffen bestätigt den Erfolg der Initiative. Die Teilnehmer kommen aus dem Wipptal, Eisacktal und Pustertal, wo sich letzthin eine autonome Gruppe formiert hat. In den Gruppensitzungen genießen die Teilnehmer das gesellige Beisammensein, sie bewegen sich mit Musik, organisieren Ausflüge oder Fachvorträge. In Zukunft

z „Wir wollen und müssen lernen, uns selber zu helfen. Wir selbst kennen unsere Probleme und unsere Schwächen am besten. Deshalb wissen wir am besten, wo Hilfe nötig ist und wie sie aussehen kann.“ Mit diesen Worten

kurz

notiert

22


NACHGEFRAGT

„Entpolitisierung ist notwendig“ MARTIN MUTSCHLECHNER, der gemeinsam mit Barbara Lanz am Masterplan „Brixen 2020“ arbeitet, über Abwicklungsmodalitäten und über den Stand der Dinge. Herr Mutschlechner, was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Leitbild und einem Masterplan? Das Leitbild versucht, das subjektive und bürgernahe aktuelles Bild der Stadt zu zeichnen – eine Art Meinungsumfrage mit dem daraus resultierenden Zukunftsbild. Beim Masterplan hingegen geht es darum, die Erkenntnisse des Leitbildes durch die Hinzunahme von Experten zu überprüfen und einen Strategieplan für die Zukunft zu entwickeln. Der Masterplan muss eine realistische Vision beinhalten, wie die Stadt in Zukunft aussehen soll, und natürlich auch die

entsprechenden Aufgaben und den entsprechenden Weg dorthin aufzeigen. Wie weit sind die Arbeiten zum Masterplan fortgeschritten? Bis jetzt sind alle Vorarbeiten abgeschlossen, inhaltlich ist relativ wenig passiert. Wir haben am 25. Juli dem Gemeinderat die geplante Abwicklung vorgestellt. Im Moment beschäftigen wir uns damit, die Fachteams zusammenzutrommeln. Bis jetzt stehen noch keine Namen fest; eigentlich wollten wir diese noch vor der Sommerpause definieren, aber dies hat sich leider etwas verzögert.

Wer sucht die Personen aus? Teilweise machen wir selbst Vorschläge, einige kommen von den technischen Diensten der Gemeinde oder von den verschiedenen politischen Kräften der Stadt. Sollte man versuchen, die Erarbeitung eines Masterplans so viel wie möglich zu entpolitisieren? Das ist sogar notwendig. Wir müssen eine Vision erarbeiten, die von der gesamten Bevölkerung mit Begeisterung mitgetragen wird. Diese Vision muss unabhängig sein von parteipolitischen Standpunkten. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Foto: Oskar Zingerle

Große Nachfrage für „myFamilyPass“

MÜHLBACH

50 Jahre Wanderlust z Vor ziemlich genau 50 Jahren ergriffen die Mühlbacher Alfons Mahlknecht, Hans Pertinger und Franz Pichler die Initiative und gründeten mit Josef Mallepell eine AVS-Ortsstelle in ihrem Heimatort. Diesen runden Geburtstag feierte die Alpenvereins-Sektion kürzlich in der Mühlbacher Klause, und viele Gäste kamen, um zu gratulieren – darunter der AVS-Vorsitzende Luis Vonmetz, der CAI-Vorsitzende Franco Capraro, die AVS-Ehrenmitglieder Josef Oehler und Lutz Chicken, Sektionsvorstand Herbert Kircher und der Mühlbacher Bürgermeister Franz Gruber. Die Ortstellenleiterin Erika Fischnaller gab einen Rückblick auf die Vereinsgeschichte, während Sanin

& Prantl („So segn hålt mir’s“) das Programm mit kabarettistischen Einlagen auflockerten. Die AVS-Jugend sorgte für die Unterhaltung der Kinder. Die Gründungsmitglieder der AVS-Ortsstelle Mühlbach, Alfons Mahlknecht, Hans Pertinger und Franz Pichler, wurden geehrt und erhielten ein Buch mit persönlicher Widmung des Extrembergsteigers Hans Kammerlander. Als älteste Mitglieder wurden Gerold Peer und Anna Unterkircher, als jüngstes Mitglied Paul Mutschlechner gefeiert. Im Bild v. l. n. r.: Helmuth Schranzhofer, Herbert Kircher, Josef Oehler, Gabi Hofer, Erika Obermarzoner Fischnaller, Roland Erardi, Lutz Chicken oz

NEUSTIFT

Mit 66 Jahren...

z Melodische Töne aus Männerkehlen und ein kleines schmackhaftes Buffet – das sind die Zutaten, die ein Geburtstagsständchen gelingen lassen. So geschehen Ende September im Augustini-Saal des

Klosters Neustift, als der Männerchor Neustift unter der Leitung von Rudi Chizzali dem Landeshauptmann zum 66. Geburtstag einen sehr herzlichen Abend bescherte. Zwischen den Liedern, allesamt auf den Anlass abgestimmt, bekam Luis Durnwalder von Konrad Bergmeister Episoden aus seinem Leben präsentiert, in Reimform natürlich und mit manch sympathischem Seitenhieb gewürzt. Und weil in den Reihen des Männerchores gleich drei Mediziner zu finden sind, „durfte“ sich der Landeshauptmann auch einer kleinen Visite unterziehen. Die Diagnose stand schnell fest: Mit 66 Jahren, da steht man mitten drin im Leben. Die Wirtsleute vom Hotel Pacher kümmerten sich schließlich um das leibliche Wohl, nach dem für Geist und Seele und für die Lachmuskeln ausreichend gesorgt worden war.  mk

z „Wir freuen uns sehr über das große Interesse von Seiten der Familien“, berichtet die Präsidentin des Katholischen Familienverbandes Südtirol, Doris Seebacher. „Bereits im ersten Monat sind mehr als 4.000 Anfragen eingegangen. Dieser Umstand zeigt, dass Familien den konkreten Vorteil zu schätzen wissen, mit einer einzigen Karte landesweit die verschiedensten Begünstigungen beanspruchen zu können“. Mittlerweile sind über 60 Betriebe aus den unterschiedlichsten Bereichen – Freizeit- und Kultureinrichtungen, Geschäfte, Handwerker sowie Gastronomiebetriebe – mit dabei und stellen sich unter das Motto „Hier ist Familie mehr wert“. Verschiedene öffentliche Einrichtungen sollen als Vorteilsgeber

folgen. Die Südtiroler Familienkarte „myFamilyPass“ ist ein Projekt des KFS, das nach österreichischem Vorbild realisiert wurde. Während der Familienpass der Gemeinde Brixen automatisch allen Familien zugesandt wurde, kann die Vorteilskarte des KFS kostenlos auf der Homepage www.myfamilypass.it, bei allen Südtiroler Raiffeisenkassen oder im KFS-Büro in Bozen beantragt werden, und zwar von allen Familien, die ihren ordentlichen Wohnsitz in Südtirol und mindestens ein minderjähriges Kind haben. Die Karte wird allen berechtigten Antragstellern per Post zugestellt und ist bis zum Erreichen der Volljährigkeit des jüngsten Kindes gültig. Nähere Informationen im Internet: Auf der Homepage findet man auch alle Unternehmen, die den Karteninhabern Begünstigungen gewähren. wv

ESF-LEHRGANG:

ZURÜCK IN DEN BERUF Der Lehrgang (706 Stunden, davon 556 Stunden Theorie und 150 Praktikum) wurde in Zusammenarbeit mit der Plattform für Alleinerziehende ausgearbeitet und soll Frauen und Männern, die aufgrund von familiären Verpflichtungen, durch Alleinerziehung oder aufgrund von Arbeitslosigkeit nicht im Berufsleben stehen bzw. unterqualifiziert sind, den dauerhaften Einstieg bzw. Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit erleichtern. Zu diesem Zweck soll eine gezielte Anpassung bzw. Aktualisierung der Kompetenzen erfolgen, welche sich für das Berufsbild „Bürofachkraft“ in den letzten Jahren herauskristallisiert haben. Der gebührenfreie Lehrgang wird vom Europäischen Sozialfonds finanziert und beginnt Anfang November 2007 in Brixen. Geboten werden Kinderbetreuung, Einzelcoaching und Verpflegung. Der Lehrgang findet berufsbegleitend statt; Unterricht Freitag Nachmittag und Samstag ganztägig. Information und Anmeldung bis zum 15. November bei Dr. Margarethe Profunser, Mobil: 340 4152851 oder unter www.martinwieland.it.

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Menschen & Meinungen BERUFSMUSIKERIN UND KINDERBUCHAUTORIN: „Die Inspiration kommt unvermutet“ (Claudia Federspieler)

Foto: Oskar Zingerle

–––– PORTRAIT

Bedürfnis nach Schöpferischem CLAUDIA FEDERSPIELER, Brixner Musikerin, Komponistin und Erzählerin, über ihre Lust zu komponieren und schreiben – und warum ein passendes Geschenk zur richtigen Zeit wertvoll sein kann.

H

eimlich feiern die Instrumente eines Orchesters einen Maskenball, zu dem die Stargeige Antonio anlässlich seines Geburtstages geladen hatte: Der Kontrabass Klaus-Peter 26

verkleidet sich als Elefant, Gertraud Klarinette als Kobra, und nur Frieda Flöte wollte keine Kostümierung in den Sinn kommen, weil sie so verliebt war. Was sich die Musikinstrumente

alles zu erzählen haben, wie sie denken, fühlen und miteinander umgehen – dies erzählt Claudia Federspieler in der musikalischen Geschichte „Maskenball der Instrumente“, einem Kinderbuch

mit CD zum Mithören, illustriert von Johanna Bohnen.

„Text, Musik, Violine“ – im Im-

pressum des Buches lässt sich die Vielseitigkeit der Brixnerin


ablesen. „Die Geschichte ist mir während einer Orchesterprobe eingefallen“, erzählt die Musikerin, die im Bruckner Orchester Linz als Stimmführerin den ersten Violinen den Ton angibt, „die Instrumente haben in dieser Erzählung dieselben Probleme wie wir Menschen. In der Musik spielt es jedoch keine Rolle, woher jemand kommt, welche Sprache er spricht, und daher ist es wohl auch eine Geschichte über die Toleranz.“

entstand auch ihre erste größere Komposition, „das ‚Gegrüßet seist du Maria’, wobei ich als Zwölfjährige das ‚Gebenedeit unter den Weibern’ unterschlagen habe.“

Die Inspiration kommt bei

Claudia Federspieler stets unvermutet, über Nacht oder beim Autofahren oder während aller anderen möglichen Lebenslagen. „Bei mir muss viel raus, ich habe seit jeher ein schöpferisches

„Die Telefonnummern habe ich immer gesungen und mir so gemerkt.“_ Claudia Federspieler Dieses Kinderbuch ist nur eines der vielen kreativen Werke von Claudia Federspieler. Der Bogen spannt sich von musikalischen Geschichten für Kinder über Musikkompositionen und deren Einspielung bis hin zu einer Kinderoper, einem Auftragswerk des Landestheaters Linz. „Durch meine Arbeit im Orchester bin ich täglich mit hundert Leuten zusammen, das liefert mir viel Stoff sowie Inspiration und ist eine Fundgrube für kreative Ideen.“

Bedürfnis.“ Dabei genießt Claudia Federspieler es, „aus dem Vollen schöpfen zu können“, auch wenn ein Zuviel manchmal zur Belastung wird. „Dann fahre ich den Sensor ein und schiebe die Ideen auf.“ Diese Einschränkung vollzieht sie vor allem aus zeitlichen Gründen, denn schließlich wird sie auch

von ihrer vielseitigen Arbeit beim Bruckner Orchester Linz gefordert. Angst, dass der kreative Fluss versiegen könnte, hat Claudia Federspieler nicht. Erzwungen hat sie keines ihrer Stücke musikalischer oder literarischer Art, und „auch wenn ich eine Auszeit einlege, die Ideen gehen mir nicht aus. Ich habe noch viele auf Lager.“ Besonders gerne verbindet Federspieler Geschichten mit Kompositionen, so wie in den Kinderbüchern eben, oder sie bearbeitet ihre eigenen Kompositionen. Hierbei arbeitet Claudia Federspieler gerne mit ihrer Schwester Sabine zusammen, ebenfalls eine Musikerin, und es entstehen musikalische Improvisationen, „bei denen alles dahin fließt und denen doch etwas zugrunde liegt.“ Meditative Lieder und Gebete, gemischt mit Irdischem, entstehen im Zusammenspiel: „Es ist eine meiner Leidenschaften, CDs einzuspielen“, erzählt sie, „und in erster Linie tue ich dies für mich selbst.“ Um in einem zweiten Schritt mit ihren Werken nach außen zu treten, „brauche

Die Musik war für Claudia Fe-

derspieler von Kindesbeinen an ein wichtiges Kommunikationsund Hilfsmittel, „vielleicht wegen meines musikalisch geprägten Elternhauses“. An Stelle von Noten verwendete sie Zahlen, um die Tonhöhen anzugeben. „Auch die Telefonnummern habe ich immer gesungen und mir so gemerkt.“ So entsprangen aus ihr die ersten kleinen Kompositionen, bevor sie überhaupt wusste, was Noten sind und wie diese geschrieben werden. Das erste fünfzigseitige Buch folgte im Alter von etwa zwölf Jahren; es ist die Geschichte einer Mutprobe, die von ihrem Onkel zu einem Buch gebunden wurde. „Von meiner Patin Elda Cimadom hatte ich damals eine Schreibmaschine geschenkt bekommen“, erinnert sich Claudia Federspieler, „es gibt eben Geschenke, die genau zur richtigen Zeit kommen“. Um sechs Uhr früh ist sie daraufhin immer aufgestanden, um zu schreiben, bevor die Schule beginnt. Das Komponieren schob sie trotzdem nicht zur Seite, denn in diesem Zeitraum

Schon von Kind auf hat Claudia Federspieler Musik im Blut

–––––––––––––––––

ich ab und zu einen Tritt von meiner Schwester Sabine, denn sie ist in diesem Bereich die Ankurbelnde.“

doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief

Claudia Federspieler wurde am 6. Oktober 1966 als zweites Kind von drei Töchtern geboren. Mit neun Jahren entdeckte sie die Geige und besuchte die Musikschule Brixen. Nach einigen Jahren nahm sie Privatunterricht bei Frau Professor Margit Spirk in Trient und bereitete sich auf das Diplom am Bozner Konservatorium vor, das sie als Privatistin mit Höchstnote bestand. Während dieser Zeit nahm sie an mehreren Wettbewerben teil: 1. Preis in Stresa, 1. Preis „Jugend musiziert“, 6. Preis in Gorizia beim internationalen Wettbewerb „Lipizer“. Bei letzterem wurde der Juror Boris Goldstein auf sie aufmerksam und holte sie zum Weiterstudium an die Musikhochschule nach Würzburg. Nach diesen zwei Jahren (1984-86) wechselte sie an die Musikhochschule Wien zu Professor Gerhart Hetzel, bei dem sie das Konzertfachdiplom vorbereitete, das sie 1991 „mit Auszeichnung“ bestand. Wertvolle Orchestererfahrung sammelte sie im Gustav Mahler Jugendorchester, als Mitglied der Bozner Streicherakademie und der Wiener Kammerphilharmonie, als Substitutin bei den Wiener Symphonikern und den Münchner Philharmonikern. Es folgten drei Berufsjahre an der Städtischen Philharmonie Augsburg, bis sie ans Bruckner Orchester Linz als Stimmführerin der 1. Violinen kam. Sie ist Mutter eines 14-jährigen Sohnes. Neben ihrem Beruf ist Claudia Federspieler immerzu mit eigenen Projekten und kreativen Ideen beschäftigt. Ihre beiden Kinderbilderbücher mit CD „Die Ballade vom traurigen König“ und „Maskenball der Instrumente“ sind in der Brixner Buchhandlung Weger erhältlich. 27


Menschen & Meinungen

BRIXEN

z Siegfried Hofer ist der Gewinner unseres heurigen Kinderfotowettbewerbs. Der erste Preis, eine Digitalkamera HP Photosmart M537, wurde ihm kürzlich im Elektrofachgeschäft Trony in der Bahnhofstraße in Brixen übergeben. Das im letzten „Brixner“ veröffentlichte Siegerfoto entstand bei der Taufe des kleinen Alexander.

Er wird von seiner Cousine Rebecca behutsam „gehoppt“. „Mir gefallen Fotos am besten, wenn die Protagonisten nicht künstlich in die Kamera lachen“, sagt Siegfried Hofer. Diesen Grundsatz hat er beim Knipsen seines Siegerbilds hervorragend umgesetzt. Da er bereits eine Digitalkamera besitzt, wird die Siegerprämie seine

Foto: Oskar Zingerle

Digitalkamera gewonnen Zweitkamera werden. Vielleicht dürfen Rebecca und Alexander auch ein bisschen knipsen, denn schließlich haben sie mit ihrem fotogenen Blick auch wesentlich zum Sieg beigetragen.  oz

M&M BRIXEN

Karl im „Ruhestand“

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum die Gemeinde leidet anstått leitet. Is Bild werd‘ oanfåch net schårf...

kurz

notiert

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z Eine sozusagen „sportliche Institution“ ging vor einigen Tagen in den verdienten Ruhestand: Karl Harrasser war 27 Jahre lang Hallenwart in der Sportzone Süd in Brixen – wobei die Bezeichnung „Hallenwart“ der vielfältigen Tätigkeiten Harrassers beileibe nicht gerecht wird. Karl war das sprichwörtliche „Mädchen für alles“: Er sorgte für Ordnung, nahm Telefon ab, ermahnte allzu laute Schüler, nahm auch mal den Putzlappen zur Hand und war vor allem bei seinen geliebten Handballern Seelentröster, wenn es mal nicht so gut lief. Außerdem war er als

Masseur tätig – und soll dabei vor allem anlässlich eines heftigen Wadenkrampfes von Bürgermeister Albert Pürgstaller bei der allerersten Ausgabe von „Brixen bewegt sich“ nicht ganz zimperlich vorgegangen sein. Und: Er hatte immer einen Witz auf Lager – nein, eigentlich „pflanzte“ er die Leute ganz gern und machte dabei das ernsteste Gesicht, das man sich nur vorstellen kann. So ist es kein Wunder, dass Karl Harrasser nun eine Lücke hinterlässt in der Brixner Sportwelt, auch wenn er sich mit großer Wahrscheinlichkeit vor allem bei den

Konditor Thomas Waldboth aus Garn, der Lüsner Maurer Alexander Pichler, der Mühlbacher Koch Mathias Bachmann und der Tischler Markus Rienzner aus Villanders nehmen an der BerufsWM in Japan teil. Vier Tage lang wird das Team die Chance haben, den zweiten Platz in der Nationenwertung zu verteidigen.

Die 20-jährige Monika Deltedesco wurde beim SunnseitnApfelfest in Natz zur Apfelkönigin 2007/2008 gekrönt. Sie tritt damit das Amt ihrer Vorgängerin Daniela Michaeler an und soll Botschafterin des Tourismusvereins NatzSchabs sein.

Handballspielen wohl doch noch blicken lassen wird. Karl war am 1. November 1980 in den Dienst der Gemeinde getreten – am 28. September 2007 war sein letzter Arbeitstag. Langweilig wird es ihm wohl auch in Zukunft nicht werden – Pläne hat der heute 57-Jährige noch genügend. So darf man in seinem Fall auch die Bezeichnung „Ruhestand“ wohl nicht allzu ernst nehmen.  wv

Ab 1. Januar 2008 wird Leo Andergassen als Direktor die Landesabteilung Denkmalpflege übernehmen und tritt damit die Nachfolge von Helmut Stampfer an. Der Kunsthistoriker und Direktor des Diözesanmuseums wurde von der Landesregierung einstimmig gewählt.

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen


O o op s

mein Hoppala

Helmut Bachmann, Buchautor, Fachlehrer und Küchenmeister

In die Irre geführt Vor rund 15 Jahren absolvierte ich eine Ausbildung als Beratungslehrer. Eines der Seminare fand in Brixen statt, und ich wollte den Teilnehmern ein Erlebnis der besonderen Art bieten. So stellte ich mich – als Ortskundiger – zur Verfügung, die Gruppe zu Fuß zum Restaurant Fischer zu einem gemütlichen Abendessen zu führen. Voller Vorfreude gingen wir zum Kirchsteig, der bei der alten Millander Kirche startet. Wir wanderten und wanderten und wanderten... Die Teilnehmer fingen an sich zu beklagen, dass die als kurz angepriesene Wanderung sich als regelrechte Tour entpuppte. Schließlich kamen wir in Mellaun an und machten uns auf die Suche nach dem Restaurant. Leider vergeblich! Aus irgendeinem Grund war ich felsenfest davon überzeugt, dass sich das Restaurant in Mellaun befindet – natürlich ist dem nicht so, denn reserviert hatte ich beim „Fischer“ in Klerant. Nach einigem Hin und Her kamen wir schließlich doch dorthin und verbrachten einen lustigen Abend, in dem ich ortskundiger Wanderführer gründlich durch den Kakao gezogen wurde.

Leser kochen für Leser

Kürbisgnocchi > Zutaten 250 Gramm Speisekürbis 250 Gramm Kartoffeln 100 Gramm Mehl 1 Ei geriebener Parmesankäse Salz Butter Salbeiblätter

> Zubereitung Den Speisekürbis und die Kartoffeln in Würfel schneiden, getrennt in Salzwasser weich kochen. Kürbis- und Kartoffelwürfel abseihen, passieren und auskühlen lassen. Anschließend das Ei, Salz und den geriebenen Parmesankäse dazu geben und zum Schluss das Mehl unter die Kürbismasse kneten. Aus dem Teig Gnocchi formen und kurz in Salzwasser aufkochen lassen, mit einer Schaumkelle herausnehmen und in zerlassener Butter sowie den

Salbeiblättern schwenken. Sehr gut schmeckt dazu eine Gorgonzolasauce mit Walnüssen und Mascarpone.

Ein Jahr verbrachte Tanja Wiesflecker, die in Verona Tourismusmanagement studiert, im französischen Grenoble und lernte dort, mit viel Kürbis zu kochen.

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Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Sollte sich Brixen verstärkt für die Abhaltung von Großveranstaltungen engagieren?“ Individuell - Auch nach Ihren eigenen

Plänen und ganz persönlichen Vorstellungen

ja

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Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Ist es sinnvoll, dass nach 2 Uhr früh kein Alkohol mehr aufgeschenkt werden darf?“ Stimmen Sie mit! www.brixner.info 29


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LÜSEN

Aufstrebender Designer z „World 500“ nennt der junge Designer Martin Oberhauser sein selbst entworfenes Szenario für den vom Autokonzern Fiat ausgeschriebenen Designwettbewerb: Oberhauser verwandelte dafür das Kultauto Fiat 500 in verschiedene Transportmittel, vom TransrapidZug mit Fiatschnauze über ein

Schnellboot mit Fiat-Silhouette bis hin zum Fiat 500 als Kleinflugzeug. Dieses Konzept beeindruckte die Jury, in der unter anderem Giorgio Armani seine Wertung abgab: Martin Oberhauser konnte sich mit seinem Entwurf gegenüber 5.400 Designern durchsetzen und landete in der Kategorie „Fiat 500 Everywhere“ unter den 30 Besten. Der Designer aus Lüsen besuchte die Kunstschule Gröden sowie die Fakultät für Design und Künste

an der Freien Universität Bozen, absolvierte 2004 ein Praktikum bei dem bekannten Produkt- und Möbeldesigner Patrick Jouin in Paris, erhielt 2005 ein Stipendium für Downscale-Design am FranzWegener-Institut in Bremerhaven. Derzeit arbeitet Martin Oberhauser als freiberuflicher Designer in den Bereichen Innenarchitektur und Produktdesign und absolviert das Masterstudium an der Hochschule ECAL in Lausanne. db

INTERN

Sebastian ist da! z Im Brixmedia-Team hat es Nachwuchs gegeben! Unsere Grafikerin Vroni Oberleitner brachte am 10. Oktober den kleinen Sebastian zur Welt. Den offiziellen Geburtstermin wollte Sebastian nicht abwarten, und der Kleine wollte seine Eltern unbedingt etwas früher kennen lernen – wer die quirlige Mutter und den

unternehmungslustigen Vater Alex Origo kennt, den wundert das überhaupt nicht. Das erste Kind der beiden ist putzmunter und dürfte sie ganz schön auf Trab halten. Wir freuen uns mit Alex und Vroni, gratulieren herzlich und wünschen den Dreien Gesundheit und viele schöne gemeinsame Momente! oz

BRIXEN

z Am 30. September vor hundert Jahren wurde in St. Peter/Ahrntal Maria Duregger geboren – und ihren Geburtstag konnte sie nun mit ihrer Familie gebührend feiern. Die hundertjährige Jubilarin wohnt heute im Hartmannsheim; jenem Ort, in dem sie sich jahrelang um die Bewohner gekümmert hatte und wo sie heute zu Hause ist. Auf ihren Wunsch hin spielte ihre Großnichte Katja Lechner

auf der Harfe „etwas Zackiges“, wobei Maria Duregger anlässlich einer Geburtstagsfeier auch gleich mit einer Betreuerin das Tanzbein schwang. Maria Duregger verbrachte ihre Kindertage als erste von fünf Geschwistern im Ahrntal; als sie sieben Jahre alt war, brach der Erste Weltkrieg aus. Vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde ihr Sohn Fritz geboren, ihr Bruder Michael wurde eingezogen und blieb in Frankreich vermisst. Beide Schwestern, Anna und Rosa, heirateten und verließen das Haus, der jüngste Bruder Luis studierte und sorgte sich um Maria, dessen Sohn und den Vater. 1950 zogen alle nach Brixen um, wo Maria zunächst den Haushalt des Bruders besorgte und später im Hartmannsheim arbeitete.  db

Foto: Oskar Zingerle

Alles Gute zum Hundertsten!

Marktgemeinde Mühlbach, Katharina-Lanz-Straße 47 39037 Mühlbach, Tel. 0472 849446

Bekanntmachung Der Bürgermeister gibt bekannt, dass das hallenschwimmbad mit öffentlichem Barbetrieb in meransen mit Beginn 01.01.2008 für die Dauer von sechs Jahren in Pacht vergeben wird. Auskünfte erteilt das Gemeindesekretariat. Dr. Franz gruber - Bürgermeister 31


Menschen & Meinungen

LAMMento FRANZENSFESTE

Auf Tuchfühlung mit Haien

Echt absurd „Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen“, sagt der Franz, und dabei macht er mal wieder eines seiner furchtbar philosophischen Gesichter. Und ich schau mal wieder dumm aus der Wäsche, weil ich absolut keine Ahnung habe, wovon der Franz spricht. „Albert Camus hat das gesagt. Das war ein französischer Philosoph“, belehrt er mich samt Oberlehrerblick, aber die Klarheit will bei mir auch damit nicht ausbrechen. „Die neuen Strafen der Straßenverkehrsordnung. Sie sind doch echt absurd, oder?“, sagt der Franz etwas lauter, woraufhin die in Friedas Bar versammelten Frühstücker wieder mal zustimmend ihren Kopf auf und nieder bewegen. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang mit den Drogenspuren, die man im Parlament gefunden hat, grinse ich in die Menge. „Das wäre nur allzu logisch“, widerspricht der Franz, während er nostalgisch an den Führerschein denkt, den man ihm gestern für sechs Monate wegen einer läppischen Geschwindigkeitsübertretung an einer AutobahnBaustelle abgenommen hat. „Wenn Rom in der Vergangenheit absurde Gesetze verabschiedet hat, war noch immer die Geldgier der Regierung schuld“, sagt der Franz, während er verbissen überlegt, wie er wohl die 1.458 Euro Strafe auftreiben soll. „Denk mal nach! Die Parlamentarier haben Chauffeur und riskieren also nicht, selbst in ihre eigene Falle zu treten“. „Das mag alles stimmen“, sagt Frieda, die uns mal wieder belauscht hat. „Nur Albert Camus hättest du in diesem Zusammenhang vielleicht nicht zitieren sollen – der ist nämlich schon mit 47 verstorben – nach einem Autounfall“.

z Martin Covi, Kameramann und Taucher aus Franzensfeste, kann auf ein aufregendes Abenteuer zurückblicken: Mit einer österreichisch-deutschen Expedition war er nördlich der Bahamas als Unterwasser-Kameramann auf Tauchgang. „Wir waren auf freiem Tauchgang unterwegs, das heißt ohne Käfig oder andere schützende Hilfsmittel, um Tigerhaie zu filmen“, erzählt Covi. Der Tigerhai ist das größte und gefährlichste Mitglied der Haifamilie, „und es ist uns gelungen, mit bis zu sechs Tigerhaien gleichzeitig unter Wasser zu sein – einige davon waren bis zu

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fünf Meter lang!“ Mit von der Partie war auch ein amerikanischer Haiforscher, der seit zehn Jahren als einziger diese Tauchgänge durchführt – an einem geheim gehaltenen Platz im freien Ozean. „Es war wunderbar, aber die Gefahr war immer präsent“, schildert Martin Covi, „man musste immer voll konzentriert sein und die Raubtiere jeden Moment im Auge behalten“. Vor kurzem sind er und das Team gesund heimgekommen, und „nun können wir über ein Abenteuer erzählen, das nicht viele Menschen auf der Welt erleben dürfen“. db

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Pro& Contra Ist die beschlossene Reduzierung der Mautgebühr für Pendler auf der Brennerautobahn sinnvoll?

PIUS LEITNER, Landtagsabgeordneter der Freiheitlichen: „Es geht darum, Bürger zu entlasten, die auf das Auto angewiesen sind“

KLAUSPETER DISSINGER, Präsident des Umweltbundes Brixen: „Damit fördert man den Individualverkehr zu Lasten der Umwelt“

Pro Mit der Reduzierung der Autobahnge-

Contra Eingangs sei erwähnt, dass

bühr für Pendler erfüllt die Brennerautobahngesellschaft eine alte freiheitliche Forderung. Der Regionalrat hat am 23. März 1995 (!) einen Beschlussantrag der Freiheitlichen genehmigt, womit der Regionalausschuss verpflichtet wurde, bei der Brennerautobahn AG den ganzen Einfluss dahin geltend zu machen, dass die Einführung von günstigen Jahreskarten für Pendler möglich wird. Eine Reduzierung des Tarifs um 20 Prozent kommt der Forderung nach verbilligten Jahreskarten sehr nahe. Es ist bezeichnend, dass es eines Autobahnpräsidenten aus dem Trentino bedurfte, um den Pendlern entgegenzukommen. Die Gegenstimmen jener, die durch diese soziale Maßnahme mehr Umweltbelastung befürchten, sind unbegründet. Wer mit einem öffentlichen Verkehrsmittel den Arbeitsplatz erreichen kann, wird auch künftig dieses Angebot annehmen. Wir Freiheitliche bleiben aber bei der Forderung, dass die Brennerautobahn AG wieder ein Jahres- oder Halbjahresabonnement für Pendler einführt. Dieses Abonnement, als „Brennercard“ bezeichnet, gab es bereits vor Jahren und sah eine Reduzierung der Mautgebühren im Ausmaß von 30 Prozent vor. Einen entsprechenden Beschlussantrag zur Wiedereinführung haben wir Freiheitliche bereits im Jänner eingereicht. Der Beschlussantrag enthält auch die Forderung, dass die Beschäftigten im Brixner Gewerbegebiet die Autobahn zwischen Vahrn und Klausen gratis benutzen dürfen. Dies würde bis zur Fertigstellung der Westumfahrung eine Entlastung für die Stadt bedeuten. Neben dem Umweltschutz geht es auch darum, Bürger zu entlasten, die auf das Auto angewiesen sind. z

Pendler gegenüber nicht pendelnden Berufstätigen zeitlich und finanziell ganz klar benachteiligt sind. Dass sie für diesen meist unvermeidlichen Mehraufwand zu entschädigen sind, ist daher nur gerecht. Ein Pendlerrabatt für die Benutzung der Autobahn ist allerdings nicht der richtige Weg, da damit lediglich der Individualverkehr gefördert wird – zu Lasten der Umwelt und ohne wirkliche Vorteile für die Pendler, denn die Bewältigung der morgendlichen und abendlichen Stoßzeiten ist auf der Straße bekanntlich kein Vergnügen, und billig schon gar nicht, ob mit oder ohne Mautreduzierung. Wenn man die Pendler wirklich unterstützen will, muss man ihnen die tägliche Strecke möglichst attraktiv gestalten. Das geht am besten mit Bahn und Bus – vorausgesetzt, man führt endlich ganztägig einen mindestens halbstündigen Fahrtakt zwischen allen größeren Ortschaften ein, bietet zeitlich aufeinander abgestimmte Anschlüsse in die Peripherie an und richtet kostenlose Pendlerparkplätze an den Bahnhöfen ein. Dann haben nämlich auch Pendler aus abgelegeneren Fraktionen die Chance, wenigstens einen Teil ihres Arbeitsweges stressfrei zu bewältigen. Eine Mautvergünstigung von 20 Prozent ist in diesem Sinne wenig zielführend, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Pendler, die heute das Auto zum Pendeln verwenden, darin einen großen Vorteil sehen. Die Politik ist hier gefordert, attraktive Alternativen zu schaffen. Der Pendler wird dann erkennen, dass er dieselbe Strecke parallel zur Autobahn weitaus günstiger, schneller, sicherer, zuverlässiger und entspannter mit der Bahn bewältigen kann. z

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Menschen & Meinungen

Echo

Leser schreiben uns

Kritische Betrachtung Zum Bericht „Restaurierte Fresken“, „Brixner“ Nr. 212, S. 32

Christine MathĂ , Brixen

Wie Sie schreiben, wurden die vorletzten Restaurierungsarbeiten im Brixner Kreuzgang zwischen 1955 und 1970 ausgefßhrt. Da ich persÜnlich bei der Restaurierung der letzten Arkade in diesen Jahren mitgewirkt habe, ist die kßrzlich erfolgte vorläufig letzte Restaurierung des Freskenzyklus natßrlich von mir mit Interesse verfolgt worden. Der Restaurator Georg Gebhard hat nebenbei in unserer Restaurierungsfirma (Andreani-Mathà ) ein Praktikum gemacht, und es wundert mich schon ein bisschen, dass nie der Meisterrestaurator Carlo Andreani erwähnt wird, der unter der Leitung von Nicolò Rasmo die Fresken von den vielen Ölßber-

malungen befreite und dessen „Hohe Schule der Restaurierung“ von Dr. Karl Wolfsgruber ausdrĂźcklich gelobt worden war. Ich persĂśnlich habe meine Dissertation Ăźber alte und moderne Restaurierungstheorien und -techniken verfasst und bin der Meinung, dass in den letzten Jahrzehnten, zugunsten wissenschaftlicher Erkenntnisse, der ästhetische Aspekt der Freskenrestaurierung mehr und mehr als totale Nebensache betrachtet wird – was er aber nicht ist und fĂźr die Kunst auch nie sein sollte. Schon Cesare Brandi, der erste Theoretiker der Kunstrestaurierung von internationaler Geltung, sprach von der „potentiellen Einheit des Kunstwerks“, die in der Restaurierung immer berĂźcksichtigt werden muss. Zu diesem Zweck sollen die Retuschen im Ton unter der Originalfarbe bleiben – er spricht hier von „sottotono“ –, aber immer so gehalten werden, dass die chromatische Textur der Originalfarben hervorgehoben, ja sozusagen unterstrichen wird. Bei den Restaurierungen im Kreuzgang ist das aber

nicht immer der Fall; die Darstellung erscheint oft ziemlich nebulĂśs und zersplittert. Was die Anwendung der Bariumhydroxid-Methode anbelangt, so muss dazu gesagt werden, dass sie ziemlich umstritten ist. Ich hoffe, dass hier nicht passiert, was an der einst farbenfrohen Fassade des Palazzo Geremia in Trient passiert ist, denn dort hat sich diese Methode von der schlechtesten Seite gezeigt. Die vielleicht zu intensiv angewandte Konsolidierung mit dem Bariumhydroxid hat nach kurzer Zeit die Fresken mit einem weiĂ&#x;en Schleier Ăźberzogen, sodass alle Passanten bald gefragt haben, ob man die Fresken gebleicht hätte. Leider ist diese weiĂ&#x;e Patina mit den Jahren immer stärker geworden, weil sich, wie mir ein Chemiker erklärte, jeder auf der Malschicht verbliebene Rest von Barium mit dem Sauerstoff in der Luft verbindet und diese Reaktion mit sich bringt. AbschlieĂ&#x;end mĂśchte ich bemerken, dass eine aufmerksamere Wartung in den vergangenen Jahren die fatalen Feuchtigkeitsschäden frĂźher erkannt und behoben hätte und dass eine fachgerechte, ich wĂźrde sogar sagen kunstgerechte Restaurierung den beschriebenen Substanzverlust nicht verursachen dĂźrfte.

Atmosphärische Verschmutzung Zum Pro und Contra, „Brixner“ Nr. 212, S. 23

Fritz Moedinger, Brixen

Wir sind gerne fßr Sie da! %BTTFJU+BISFOCFTUFIFOEF#MVNFOIBVT8JOLMFSXVSEF WPSLVS[FNNJUEFS(jSUOFSFJ8JOLMFSBNTUjEUJTDIFO 'SJFEIPG[VTBNNFOHFMFHU 'SJFEIPG[VTBNNFOHFMFHU +IQIMRWEQFMIXIR[MVHIRFIWXIR&PYQIRWIVZMGI YRHIVJ‚PPIR-LVI&PYQIR[‚RWGLI HSP‡F"VTXBIMBO)FSCTUQ¿BO[FO

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Man kann, betrachtet man die Dinge nur von einer Warte aus, die negativen Aspekte immer sehr einfach in den Vordergrund stellen. Breche ich ganz grob den statistischen Pro-Kopf-Heizenergieverbrauch der Sßdtiroler auf den mÜglichen Holzertrag der lokalen Waldflächen herunter, dann bleiben knapp zwei Drittel der Sßdtiroler in der Kälte sitzen. Die Sßdtiroler Hackschnitzelfernheizwerke kaufen ihren Brennstoff häufig im Ausland. Woher er letztendlich kommt, ob da nicht auch Wälder irgendwo gerodet

werden, wollen sie nicht wissen. Schaue ich mir das Emissionsverhalten von Individualholzheizungen an, graut es mir. Diese gelten in der Zwischenzeit, das deutsche Umweltbundesamt bestätigt dies, als die Hauptemissionsquelle fĂźr gewisse aromatische Kohlenstoffe. Nein, Seveso lässt nicht grĂźĂ&#x;en. So schlimm ist es noch nicht. 2.000 Stunden Solarenergie? Damit ist wohl auch kein Staat zu machen, gilt doch der empirische Ansatz, dass fĂźr jedes Kilowatt Solar 0,7 Kilowatt thermisches Kraftwerk vorzuhalten sind. Die Sonne scheint nun mal leider in Zeiten des Spitzenverbrauches, frĂźher Morgen oder an Wintertagen beispielsweise, nicht ausreichend. Ă–lpflanzen als LĂśsung des globalen Energieproblems? Ergebnis einer Lobbyarbeit, deren Ergebnis ebenso anerkennenswert ist wie die der Wasserstoffbranche: Wasserstoff produzieren wir umweltfreundlich mit neuen, riesigen Nuklearkraftwerken, und die Restenergieausbeute des veresterten Biokraftstoffes ist auch nicht berauschend. Energie sparen ist wohl unumstritten die derzeit beste Energiequelle. Von staatlichen Stellen wurden Studien bezĂźglich Allergien und Atemwegserkrankungen, verursacht durch ZwangsbelĂźftungssystemen, durchgefĂźhrt. Liest man diese, so vergeht einem die Lust auf ein solcherart auf Energieeinsparung getrimmtes Haus. Man sollte davon Abstand nehmen, die eine oder andere Art der Energieerzeugung zu verteufeln. Die FĂśrderung von vernĂźnftigen Kreisläufen und angepassten Alternativen, dazu gehĂśrt eine saubere Holzverbrennung genauso wie die solare Brauchwassererzeugung und Biogas aus MĂźll und Reststoffen ebenso wie die Spitzenstromerzeugung von Energie aus unveresterten PflanzĂślen, ist wichtig. Aufeinander herumhacken bringt keinem was. Das vermehrt nur, im weitesten Sinne, die atmosphärische Verschmutzung.

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner­ straĂ&#x;e 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info


Umfrage

Schikane oder ein Muss? Die neuen Regelungen der Straßenverkehrsordnung warten unter anderem in den Bereichen Alkohol am Steuer oder Geschwindigkeitsübertretungen mit unverhältnismäßig hohen Strafen auf. Sind diese gerechtfertigt oder überzogen?

„In Bezug auf den Alkohol finde ich es durchaus richtig, dass man härter durchgreifen will“, meint Evelyn Baumgartner, „aber die Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitung finde ich übertrieben; ich fühle mich dadurch schon eher eingeschränkt. Wenn die Führerscheinneulinge schon mit kleineren Autos fahren sollen, sollte man auch mehr PKWs mit weniger PS herstellen“.

Brigitte Profanter ist für „ein strengeres Eingreifen hinsichtlich Alkohol am Steuer. Es wäre aber besser, in der Erziehung die ersten Maßnahmen zu setzen, anstatt den Leuten mit noch höheren Strafen zu drohen. Zudem ist es ein wenig überzogen, wenn man für leicht überhöhtes Tempo auf der Landstraße eine Geldstrafe bekommt. Ich fühle mich deshalb schon ein wenig eingeschränkt“.

Oswald Winkler hält „ein hohes Bußgeld für unangebracht, wenn man beispielsweise auf einer Feier nur ein, zwei Gläser Wein getrunken hat. Ich persönlich fühle mich durch diese neue Gesetzgebung nicht eingeschränkt, da ich nur selten trinke, und falls doch, dann lasse ich mich von jemandem nach Hause fahren“.

Andrea Rogen ist der Ansicht, dass „diese 50-Kilowatt-Regelung für Führerscheinneulinge eine schlechte Idee ist, da man bei einem Unfall in einem kleinen Wagen weniger gut geschützt ist als in einem größeren. Es ist aber in Ordnung, wenn alkoholisierten Fahrern der Führerschein entzogen wird: Wer am Lenkrad sitzt, soll auch nichts trinken. Für mich ist Alkohol am Steuer tabu“.

„Die neuen Regelungen in Hinsicht auf die Promillegrenze empfinde ich als viel zu streng und unangemessen für unser Leben in Südtirol“, erläutert Christoph Daporta, „man fühlt sich in seinen Gewohnheiten eingegrenzt. Natürlich muss etwas für die Sicherheit getan werden, aber teilweise sind die Kontrollen nicht nur streng, sondern grenzen an Schikane“.

„Grundsätzlich bin ich für eine 50-Kilowatt-Grenze, da es für Anfänger sicherlich einfacher ist, ein kleineres Auto besser im Griff zu haben“, erklärt Rosmarie Rossmann. „Führerscheinneulinge können Verkehrsituationen anfangs noch nicht so gut einschätzen. In Punkto Alkohol am Steuer bin ich auf der Seite des Gesetzgebers: Wer fährt, soll auch nichts trinken“.

„Die verstärkten Maßnahmen bezüglich Alkohol sind sehr angebracht“, meint Giancarlo Evangelisti, „die 0,5-Promille-Grenze ist zwar ein wenig kompliziert, da man nie genau weiß, wann man diese überschreitet und ob man überhaupt etwas trinken darf – ich fände es besser, den Alkoholkonsum vor dem Autofahren ganz zu verbieten. Gefängnisstrafen hingegen sind lächerlich“.

„Dass Lokale nach 2 Uhr früh keinen Alkohol mehr ausgeben dürfen ist sinnlos, man wird sich einfach vor 2 Uhr betrinken“, meint Claudia Rocchetti. „Jeder sollte sich vorher überlegen, was er tut. Ich selbst trinke so gut wie nie, aber sollte ich doch einmal ein Glas zuviel gehabt haben, dann gehe ich entweder zu Fuß nach Hause oder lasse mich heimfahren“.

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Kunst & Kultur

DIE RATHAUSGALERIE IN BRIXEN WIRD UMGESTALTET

Brixner Kunsttunnel

Mit der Wiederbelebung der Rathausgalerie erhält die zeitgenössische darstellende Kunst in Brixen endlich wieder mehr Beachtung. Ganz unproblematisch verläuft diese Erweckung allerdings nicht.

V

or einem Vierteljahrhundert wurde die Brixner Rathausgalerie unter den Lauben eingerichtet und eröffnet. Als erster Künstler stellte damals Martin Rainer Skulpturen aus. Unter der neunjährigen Kuratie von Manfred Mureda entwickelte sich die Galerie innerhalb kurzer Zeit neben dem Finsterwirt zu einem Treffpunkt für die Kunstszene des mittleren Eisacktals. Hin und wieder sorgte eine Ausstellung für Aufsehen – zuletzt die Installation des „Abgewandten Christus“ von Manfred Mureda und Harald Schmalzl, die am Karfreitag 2001 eröffnet wurde.

In den letzten Jahren verkam

die Rathausgalerie zu einem Gemischtwarenladen und Durchzugsland für verschiedene Zwecke; sie sank zur Bedeutungslosigkeit herab. Mangels eines Konzepts und einer engagierten Führung ging ihre Stimme in dem einstweilen vielstimmiger gewordenen Chor der Städtegalerien unter. Die Künstler verließen Brixen oder zogen sich frustriert über die vermeintlich kleinliche und kurzsichtige Kulturpolitik der Stadtregierung zurück. Das zum 1.100-Jahrjubiläum erschienene zweibändige Stadtbuch, sozusagen das Gedächtnis der Stadt in Buchform, erinnert nur mit ein paar Zeilen an die lebendige Kunstszene, die Brixen einmal hatte. Gegenwärtig ist eine aktive, lebendige Kunst im öffentlichen Raum kaum präsent. 36

Die überfällige Aufwertung etwas kostet, musste harte Überder Rathausgalerie hat sich Bürgermeister Albert Pürgstaller bei der Übernahme des Ressorts für Kultur zu einem seiner Anliegen gemacht. Zum einen stellte sich ihm die Frage, auf welche Weise die Ausstellungsfläche erweitert, zum anderen, wie die Galerie (wieder) ein Treffpunkt für die zeitgenössische Kunst werden könne. So leicht in die Tat umsetzen ließ sich dieser Programmpunkt jedoch nicht. Allein die Verhandlungen im Stadtrat mit den Künstlern zogen sich über eineinhalb Jahre hin. Ein Konzept nach dem anderen wurde formuliert, diskutiert und verworfen. „Von der Notwendigkeit der Galerie sind alle überzeugt, es geht um den Modus und um die Finanzierung“, lautete das Resümee des Brixner Künstlers Sergio Sommavilla im vergangenen August, als die Entscheidung kurz bevorstand. Vom Modus betroffen sahen sich vor allem jene Mitglieder des Kunstkreises St. Erhard, die gegen Bezahlung an die Gemeinde die Galerie als Ausstellungsraum nutzten. Sie fürchteten, nicht mehr zum Zug zu kommen. Außerdem mussten sie es in gewissem Maß als Ungerechtigkeit empfinden, dass es in Zukunft die Gemeinde sein wird, die die Ausstellungen – wenigstens zum Teil – finanziert.

Heiß diskutiert wurde auch die

Frage der Führung. In punkto professioneller Führung, die

zeugungsarbeit geleistet werden. Bereits vor einem Jahr setzte der Stadtrat ein Führungskomitee ein, für das Doris Raffeiner-Mühlögger, Hans Knapp, Alex Pergher sowie Albert Pürgstaller und Dario Stablum als Zuständige für die deutsche und ladinische beziehungsweise italienische Kultur in der Gemeindeverwaltung nominiert wurden. Die beiden ersteren haben aber im Laufe der Verhandlungen das Handtuch geworfen, „aus privaten Gründen“, so die offizielle Begründung. Zugleich haben sich „einige hoch qualifizierte Exponenten der lokalen Kunstszene bereit erklärt, in einem Kuratorium mitzuarbeiten“, heißt es alles andere als klar im Protokoll der Stadtratssitzung vom 11. September 2007, das die Führung der Rathausgalerie regelt. Laut diesem Protokoll gehören nun Alex Pergher als Geschäftsführer, der Meraner Kunstsammler Egon Tscholl, der Direktor des Diözesanmuseums Brixen, Leo Andergassen, als Zuständiger für Museen im Kulturbeirat der Gemeinde Brixen und Maria Luise Campei Klapfer vom Kunstkreis St. Erhard dem Kuratorium an. Auf diese Weise soll wohl gewährleistet werden, dass zwar diverse Interessen berücksichtigt, Einzelund Privatinteressen jedoch in Schach gehalten werden. Dem Kunstkreis St. Erhard kommt der Stadtrat mit der Regelung entgegen, dass die Zeiten zwischen

den jährlich vier großen Ausstellungen disponibel gehalten werden.

Die Befürchtungen der Mit-

glieder des Kunstkreises St. Erhard seien ein Missverständnis, erklärt Alex Pergher: „Es geht nicht darum, jedem eine Chance zu geben. Das Programm soll Ansporn sein für die lokalen Künstler, sich Ideen zu holen und sich weiterzuentwickeln. In der Rathausgalerie ausgestellt zu haben bringt dem Betreffenden mehr Prestige als bisher.“ Nach seinen Vorstellungen soll die Rathausgalerie in der Stadt eine wichtige soziale Funktion als Treffpunkt von Künstlern und Kunstinteressierten einnehmen. Er möchte nicht bloß mit großen


KUNSTKORRIDOR ZWISCHEN DOMPLATZ UIND LAUBEN: Die Rathausgalerie wird bis zum Frühjahr ausgebaut

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Namen Sensationsheischerei betreiben, sondern die Menschen wieder in die Galerie holen, sie dazu motivieren, sich mit Kunst auseinanderzusetzen und über die Kunst ins Gespräch zu kommen. Die Galerie soll auch über die Stadtgrenzen hinaus von Bedeutung sein, so dass Auswärtige nicht zur zum Shoppen, sondern auch wegen einer Ausstellung nach Brixen kommen. Das Kuratorium hat nun die Aufgabe, der Gemeindeverwaltung ein detailliertes Führungskonzept sowie jährlich einen Ausstellungskalender zu erarbeiten und vorzulegen. Außerdem plant die Gemeinde ein Abkommen mit dem Südtiroler Künstlerbund, sodass dieser in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Brixen

jährlich eine Ausstellung in der Rathausgalerie organisiert. Einen budgetären Rahmen, an dem sich das Kuratorium für seine Entscheidungen orientieren könnte, hat der Stadtrat nicht festgesetzt. Den Finanzierungsplan hat das

die Entschädigungen an jene Personen inbegriffen, die bereits am Konzept mitgearbeitet haben oder es in Zusammenarbeit mit Pergher noch tun werden. Leo Andergassen und Maria Luise Campei Klapfer haben sich zu

„Es geht nicht darum, jedem eine Chance zu geben“_ Alex Pergher Kuratorium auszuarbeiten und mit dem Führungskonzept dem Stadtrat zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen. Für die Ausarbeitung des Konzepts wurde Alex Pergher nun auch ein Honorar zugesichert. In diesem Betrag sind überdies

einer ehrenamtlichen Mitarbeit bereit erklärt. Weiters hält das Sitzungsprotokoll die Modalitäten für die Entscheidungsfindung im Kuratorium und für den Fall einer Änderung in der Zusammensetzung des Kuratoriums fest.

Zur Zufriedenheit aller lief auch

der Architektenwettbewerb zur räumlichen Erweiterung der Galerie nicht ab. Zwei Architekten, Claudio Paternoster und Matteo Scagnol, erhielten den Auftrag zur Erstellung eines entsprechenden Projektes. Im vergangenen August begutachtete ein Preisgericht, bestehend aus der Amtsdirektorin für Bau- und Kunstdenkmäler, Waltraud Kofler Engl, dem Architekten Walter Angonese und Alex Pergher die beiden Projekte und legte dem Stadtrat ihren Vorschlag vor. Obwohl das Preisgericht weder vom einen noch vom anderen Projekt völlig überzeugt wurde, entschied es sich für jenes von Matteo Scagnol – mit der Auflage, Anpassungen bezüglich der Rampe vorzunehmen. 37


vom 20. August 2007 hat er sich jedoch über eine der Wettbewerbsauflagen hinweggesetzt, die vorsah, „dass das große Fenster zum Domplatz hin aus denkmalpflegerischen Gründen erhalten bleiben muss“. Außerdem integrierte er den Raum des vom Standesamt genutzten Archivs in sein Projekt, obwohl dieser nicht von der Ausschreibung betroffen war. Die Gestaltung des Eingangsbereichs wurde bei Paternoster als „wenig ausdrucksvoll und nicht sehr ansprechend“ befunden.

Obwohl die Würfel längst

und Gegenkonzept positionieren. Bleibt zu hoffen, dass sich der Blick der Verantwortlichen für die Galerie zu einem Weitblick und nicht zu einem Tunnelblick entwickelt. Sofern nichts mehr dazwischen kommt, geht es für die Gemeinde nun an die Bauausführung. Im Frühjahr, spätestens im Frühsommer 2008, will sie die erste Ausstellung in der erweiterten Rathausgalerie eröffnen. Damit erhofft sie sich, von der zeitgleich anlaufenden Manifesta in Franzensfeste profitieren zu können. Welche Werke die Kunstinteressierten aus nah und fern als erstes zu sehen bekommen, darüber wollte Alex Pergher noch keine sicheren Auskünfte geben. Möglicherweise Bilder von Marc Chagall und von italienischen Futuristen.

albina.kritzinger@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

: Begegnung auf dem Gipfel der Technologie.

gefallen waren, stellte die Gemeinde am 3. Oktober die zwei Projekte der Öffentlichkeit vor. Walter Angonese begründete die Entscheidung des Preisgerichts damit, dass beim Projekt von Scagnol die historischen Gegebenheiten besser zum Ausdruck kommen. Bei dieser Gelegenheit konnten die beiden Architekten auf die Besonderheiten und Vorzüge ihrer Projektideen hinweisen. Paternoster war der Ärger über die Niederlage immer noch anzumerken: Er kritisierte die

Idee der Venezianischen Treppe, die den Zugang von den Lauben zur Galerie für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer erschweren würde. An den Plänen und Modellen konnte man erkennen, dass die Galerie in Zukunft ihrem Namen vollkommen gerecht wird als ein von Norden, den Lauben, nach Süden zum Domplatz verlaufender Korridor durch Häuser, die einem den Weg versperren. Galerien werden von Fußgängern gerne als Abkürzung genutzt; meist stehen dort Geschäfte Spalier. Auch die Fenster und Vitrinen der Rathausgalerie werden als Ausstellungsflächen genutzt. Für Kunst, nicht für Klamotten. Von ihrer zentralen und ebenerdigen Lage und ihrem nach zwei Seiten offenen Raum kann die Rathausgalerie nur profitieren; sie wird gewiss stärker frequentiert als andere Kunstgalerien. Dafür lässt das niedrige Gewölbe der lang gestreckten Galerie Tunnelstimmung aufkommen. Bei den vielen Löchern, die gerade gegraben werden, kann sich die Rathausgalerie als Kontrast

BMW und

Kunst & Kultur

Die harte Nuss, die es für die beiden Architekten zu knacken galt, stellte die nicht unerhebliche Höhendifferenz zwischen den Lauben und dem Domplatz dar, zwischen denen sich die künftige Rathausgalerie erstreckt. Paternoster löste das Problem mithilfe einer Neigung im Boden bis zur Mitte des Raumes, Scagnol hingegen über eine Rampe mit Geländer. Die Variante von Paternoster lehnte das Preisgericht mit der Begründung ab, dass die Fläche entlang der Rampe aufgrund der Neigung nicht genutzt werden könne. Die von Scagnol vorgeschlagene Rampe empfand es als „Beeinträchtigung des Raumes“. Die zwei recht ähnlichen Projekte sehen vor, die Mauer in der Mitte zu entfernen, sodass die Galerie von zwei Seiten, von den Lauben und vom Domplatz her, zugänglich wird. Die Idee dazu stammt ursprünglich von Paternoster. Dass sich der Stadtrat letztlich zu seinen Ungunsten für das Konkurrenzprojekt von Scagnol entschied, ärgerte ihn dann auch gehörig. Laut Protokoll der Preisgerichtssitzung

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FOTOGRAFIE

Porträt mit Hund „Hund & Herr“ nennt sich das aktuelle Fotografieprojekt von Harald Kienzl. Jeweils drei Porträts eines menschlich-tierischen Pärchen in ihrer jeweiligen Umgebung wurden auf Zelluloid gebannt; die gesamte Fotostrecke ist in Kürze in einer Ausstellung zu sehen.

S

ie schauen neugierig oder aufmerksam in die Kamera, freundlich oder fragend: Hunde und Hundehalter wurden vom Fotografen Harald Kienzl in seinem Projekt „Hund & Herr“ in ihrer Umwelt porträtiert. Jeweils ein Einzelporträt vom Hund, eines vom Herrchen oder Frauchen sowie eines in Zweisamkeit sind auf den Dreierkombinationen der Fotostrecke angeordnet.

„Die Idee zu dieser Arbeit ent-

stand in Wien, wo ich im Kabarett Niedermayr das Stück „Wie die Tiere“ von Wolf Haas sah“, erzählt Harald Kienzl. Hierbei wird die Hundefeindlichkeit der österreichischen Hauptstadt thematisiert, wo der tierische Begleiter des Menschen keinen Platz findet und Hundebesitzer recht unfreundlich angegiftet werden. Dabei nimmt der Hund im Leben vieler Menschen einen wichtigen Platz ein: Oft ist er bester Freund, Begleiter, Beschützer, Spielgefährte und Schützling. Der Hund ist Partner(ersatz), Helfer oder Bewacher. „In unserer Gesellschaft mit all ihren Geboten und einem Überfluss an Verboten ist jedoch oft kein Raum mehr für Menschen mit Hund“, erläutert der Fotograf, „Städte und NichtHundehalter grenzen die Tiere aus und deren Lebensraum ein“. Diese wechselvolle Beziehung zwischen Hund und Mensch in ihrer Umwelt zu porträtieren, machte sich Harald Kienzl zum Ziel seines Fotografieprojektes, das er während der internationalen Sommerakademie 2007 in Salzburg/Hallein umsetzte.

Das Unterfangen war kein

leichtes: „Geplant war, in zwei Wochen etwa 20 Hundebesitzer vor die Linse zu bitten“, schildert Harald Kienzl. Nicht, dass es in Hallein und Umgebung nicht genügend Hunde und Hundebesitzer gegeben hätte – doch verständlicherweise waren nicht alle bereit, sich ablichten zu

lassen, zumal die Personen auch ihr Einverständnis für eine Veröffentlichung der Fotos geben mussten. Nach und nach wurde er jedoch trotzdem fündig, und so blicken nun Golden Retriever oder Berner-Sennen-Mischlinge samt ihrem menschlichen Freund dem Betrachter entgegen. „Die stolze Haltung wurde durch den bewusst tief gewählten Kamerastandpunkt, der so genannten Shift-Objekt, und den direkten Blick in die Kamera betont.“ Den jeweiligen Ortshintergrund bezog der Fotograf bewusst in die Gestaltung ein, und so findet sich das menschlich-tierische Pärchen vor seiner Umgebung wieder: am Parkplatz eines Supermarktes, an der Flusspromenade oder mitten in der freien Wiese.

Der Gesichtsausdruck von

Herr und Hund, beinahe möchte man schon von Gesichtszügen sprechen, stechen durch ihre frappierende Ähnlichkeit ins Auge – ein Aspekt der Fotoserie, der so gar nicht in den Mittelpunkt gestellt werden wollte: „Die scheinbare Ähnlichkeit zwischen Herr und Hund sind absolut zufällig und keineswegs Ziel der Arbeit“, schildert Harald Kienzl. Auf seiner Suche nach den Fotomotiven ließ er sich nicht von möglichen Übereinstimmungen von Hund und Herr leiten. Dennoch wird auf dem ersten Blick ersichtlich, was eine Studie der Universität San Diego wissenschaftlich nachwies: Hundekäufer entscheiden sich für ein Tier, das ihnen ähnlich sieht. Bei der Kaufentscheidung spielen Übereinstimmungen in Optik und Charakter eine entscheidende Rolle, da der Mensch die Gesichtszüge eines Hundes aus menschlicher Perspektive beurteilt: Will heißen, dem Tier wird ein menschliches Raster angelegt und überprüft, ob es einem nun sympathisch ist oder nicht – die menschliche Partnerwahl soll übrigens nach denselben Regeln ablaufen.

Hund und Herr in ihrer jeweiligen Umgebung zu porträtieren war das Ziel des Fotografieprojekts von Harald Kienzl

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In einer Ausstellung in der Landesberufsschule Tschuggmall in Brixen ist das Fotografieprojekt „Hund & Herr“ vom 9. November bis 6. Dezember zu sehen. Derweil überlegt Harald Kienzl bereits eine Fortsetzung: „Ich kann mir vorstellen, die

Fotoserie in anderen Städten und Bergbauernhöfen oder mit bestimmten Hundekategorien wie beispielsweise Rettungshunde und ihre Besitzer fortzuführen.“ doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Bekanntmachung Der Bürgermeister gibt bekannt, dass das Sportzentrum inkl. tennishalle mit zwei Spielplätzen und und öffentlichem Barbetrieb in Vals in Pacht vergeben wird. Auskünfte erteilt das Gemeindesekretariat. Dr. Franz gruber - Bürgermeister 39


Kunst & Kultur

MUSIK

Gottes-Lob und Seelen-Trost Welche Bedeutung hat Sakralmusik für uns Heutige? Die Initiative Musik und Kirche gibt Antworten auf diese Frage – in einem Symposion und in Konzerten zum Thema Gottes-Lob und Seelen-Trost.

M

it den beiden Begriffen Gottes-Lob und SeelenTrost zielte das diesjährige Symposion der Brixner Initiative Musik und Kirche auf eine zentrale Thematik der Kirchenmusik in unserer Zeit. Im Jahr ihres 20-jährigen Bestehens erinnert sie sich einer ihrer wichtigsten Zielsetzungen: Salkralmusik für unsere Zeit und das heutige Publikum wiederzuentdecken, sie mit neuen Inhalten zu füllen und damit ihren Stellenwert neuerlich zu begründen. Dabei ist es ihr auch in diesem Jahr gelungen, namhafte Referenten zu gewinnen, die in einem dichten Zeitplan

Überlegungen anstellten, wie sich diese neue Sicht auf ein altes Thema gestalten könnte. Gleich zu Beginn spürte Norbert Bolin in seinem Festvortrag der Frage nach, wie der Sakralmusik in einer pluralistischen Gesellschaft als Ausdrucksform des Geistlichen neue theologisch-musikalische Voraussetzungen geschaffen werden könnten, zumal traditionelle Funktionen weitgehend ihre Bedeutung verloren haben. Einen Schritt weiter geht der Brunecker Liturgiewissenschaftler Ewald Volgger in seinen „Überlegungen zur therapeutischen Dimension des musikalischen Gestaltens in

Das Vokalensemble „Singer Pur“ beim umjubelten Konzert in der Kirche des Priesterseminars

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der Liturgie“. Sakralmusik hier verstanden als Möglichkeit der Veränderung seelischer Befindlichkeit, wie sie gewissermaßen in Dialog mit dem Göttlichen erfahren werden kann.

Historisch scheint vor allem der

Gregorianische Choral von dieser therapeutischen Dimension der Spiritualität erfüllt zu sein. Davon jedenfalls ist der 1969 in Wien geborene und derzeit in Wien und Köln lehrende Liturgieprofessor Harald Buchinger überzeugt. Aus den Erfahrungen mit der Sakralmusik in früherer Zeit, als der Messbesuch für die Menschen aller sozialen Schichten eine Selbstverständlichkeit war, möchte Professor Otto Biba seine Überlegungen für die Gegenwart ableiten. Damals nämlich wurde mit Hilfe der Musik eine über den Gottesdienst hinaus weisende Gemeinschaft der Hörenden geschaffen, die in diesem Erlebnis wohl eine Quelle des Seelentrostes erfahren durfte.

Zwei Konzerte haben in ein-

drucksvoller, wenn auch höchst unterschiedlicher Weise die 40

theoretischen Ausführungen der Referate konkret erfahrbar gemacht. Zum einen war es das Konzert mit dem Vokalensemble Singer Pur in der Seminarkirche, zum anderen die Aufführung der Missa solemnis in D-Dur von Ludwig van Beethoven durch das Haydn-Orchester und die Chorakademie der Tiroler Festspiele Erl unter der Leitung von Gustav Kuhn im Dom zu Brixen. Waren es in der Seminarkirche vor allem die meditativen und verinnerlicht mystischen Seiten der Sakralmusik, die ein zutiefst spirituelles Hörerlebnis bescherten, so wurde in der Missa solemnis, dem großen monumentalen Werk des Erneuerers und zu Lebzeiten noch kaum Verstandenen, die eruptive Kraft des GottesLobes spürbar. Das Ensemble Singer Pur zählt zu den derzeit besten A-cappella-Formationen im deutschsprachigen Raum und verweist auf eine rege internationale Konzerttätigkeit. Das in Brixen gebotene Programm stellt einen beeindruckenden Querschnitt durch die Musikgeschichte dar, der sich aber zyklisch immer


wieder im Bachschen Choral als Urquelle mystischen Erfahrens auslotet. Dazwischen zelebriert das sechsköpfige Ensemble in vollendeter Weise deklamatorisch breit angelegte Psalmvertonungen aus der Spätrenaissance („Herr, neige Deine Ohren“), romantisch individuelle Gefühlsverdichtungen eines Schubert („Die Nacht“) und Rheinberger („Meditabor in mandatis tuis) und harmonisch weit ausholende Klangteppiche zeitgenössischer Komponisten wie William Hawley („Der Abend“), Ralph VaughanWilliams („Rest“), Hans Schanderl („Einmal wandelt Läuten durch mich hin“) und Laurence Traiger („Süß ist das Licht“). Es sind zumeist Auftragswerke, die dem Ensemble Singer Pur auf den Leib geschrieben wurden.

Solisten, die Chorakademie der Tiroler Festspiele Erl und das Haydn-Orchester unter Gustav Kuhn bei der Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“ im Dom

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gleichsam zur Darstellung indivi-

Der Monumentalität des Werkes

und Ingrid Kaiserfeld, die kurzfris-

eruptiver Spannung und abgeklärter Selbstfindung schwankt. Nur so wird verständlich, dass beinahe das komplette Sanctus und Benedictus den Solisten anvertraut wird, gleichsam als Sinnbild individueller Gottessuche, wie sie dem modernen Menschen angemessen erscheint.

energiegeladene Interpretation gerecht, die allerdings den weniger ausladenden Gesten etwa im „et incarnatus est“ des Credo zu wenig Spielraum einräumt. Zuverlässig und mit sehr innig gestalteten Momenten agieren die Solisten Hermine Haselböck (Alt), Wolfram Wittekind (Tenor), Liang Li (Bass)

Sburlati einspringen musste. Es möge der Initiative Musik und Kirche auch weiterhin gelingen, was Dietmar Holland als Thema seiner Ausführungen gewählt hat: „Die Strahlen der Gottheit unter das Menschengeschlecht bringen“.

Beethovens Missa solemnis dueller Gottsuche, die zwischen wird eine äußerst kraftvolle und tig für die Sopranistin Michela ist eines jener Werke, das nicht nur Musikwissenschaftler immer wieder vor neue Rätsel stellt, sondern auch vom Zuhörer ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Bereitschaft zur Auseinandersetzung erfordert. Anders als in früheren Messvertonungen, wird hier jede formale Begrenzung gesprengt,

Barbara Fuchs Leserbrief an: echo@brixner.info

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BRIXEN

z Die Präsidentin des LepraKomitees Brixen, Marta Marchese, hat vor einigen Tagen im Adrian-Egger-Saal in Brixen den Gedichtband „Lungo i prati percorsi a capriole“ vorgestellt. Das 52 Seiten dicke Büchlein enthält eine Vielzahl von Gedichten in italienischer, manche auch in deutscher Sprache, die die rührige Brixnerin im Laufe der vergangenen

40 Jahre geschrieben hat. Mit dem Verkaufserlös unterstützt Marchese einen Kindergarten im brasilianischen Örtchen Imperatriz, der inzwischen 310 Kindern aus ärmlichsten Verhältnissen als Heimstätte dient. Der Gedichtband, der inzwischen bereits etwa 800 mal verkauft wurde, kostet nur 5 Euro und ist beim Bücherwurm in Milland erhältlich. wv

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

Gedichte für arme Kinder

K&K Kunst & Kultur

KUNST

Gebrannte Seitenhiebe z Manfred Mureda ist wieder da. In den letzten Jahren war es um den aufmüpfigen Brixner Künstler mit Grödner Wurzeln etwas still geworden. Nichtsdestotrotz hat sich Mureda intensiv mit Kunst auseinandergesetzt und eine beträchtliche Anzahl an Terracotta-Figuren geschaffen. Von dieser Produktivität zeugen auch die in seinem neuen, 140 Seiten starken Buch abgebildeten Werke. Es ist unter dem Titel

kurz

notiert

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„Terracotta“ bei Nina Editions erschienen und soll eine Art Katalog darstellen, den der Aktionskünstler früher als etwas Statisches angesehen und daher als unnütz erachtet hat. Heute bedauert er das in einem gewissen Sinn. Aus diesem Grund enthält das Buch neben den TerracottaArbeiten auch eine Rückschau auf seine früheren Tätigkeiten. Wer erinnert sich noch an den überdimensionalen Hut, der mit

„Olle unter oan Hut? Hut ab, Hut ab“ provozierte? An Muredas Auftritt als schwarzes Schaf im Brixner Gemeinderat? Oder die „Aktion Grün 1986“? Sanft und brav ist Mureda auch in Terracotta nicht. Die „Schale Luis“ könnte für Aufregung sorgen: Der Kopf des Landeshauptmanns schwenkt zwischen Ja und Nein: Soll i, soll i net? In der Schale hält er die goldenen Partei- und Wahlzuckerlen bereit. ak

Das Jugendhaus Kassianeum organisiert Ende November das erste Kunterbunte KleinKunstFestival in Brixen. Puppenspieler, Figurentheater, Clowns und Pantomimen spielen vier Tage lang für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Anlässlich seines 35-Jahr-Jubiläums organisiert der Rotary Club Brixen eine Benefiz-Aufführung von „La Traviata“ in halbszenischer Form im Forum Brixen. Mitwirken werden die Sopranistin Serena Daolio, der Tenor Federico Lepre, der Bariton Carlo Maria Cantoni sowie das Ensemble 900.

In der Hofburg Brixen wurde die Edition des Gesamtwerkes von Nikolaus Cusanus vorgestellt. Diese enthält auch die 293 Predigten von Cusanus, von denen er die meisten als Bischof von Brixen gehalten hatte.


NACHGEFRAGT

„Schöne Stimmung“ Herr Sommavilla, wie lief Ihre Ausstellung? Es war nicht wirklich eine Ausstellung, ins Depot kommen alle fertigen Arbeiten. Bei einer Ausstellung wird normalerweise immer eine Auswahl getroffen, bei dieser Werkschau waren alle meine Arbeiten der letzten drei oder vier Jahre zu sehen. Bei der Eröffnung war das Depot ziemlich überfüllt; hauptsächlich sind Freunde gekommen, ich durfte aber auch andere Leute von überall her begrüßen. Die Werkschau kann man also als Erfolg bezeichnen? Ja, ich habe einen recht guten

Erfolg gehabt. Die Werkschau war sehr gut besucht, und immer wieder gab es Bewegung. Interessant ist dabei, dass man durch eine derartige Initiative automatisch ins Gespräch kommt; die Leute kommen explizit wegen meiner Arbeiten und fallen nicht nur so zufällig zur Tür herein.

schmutzig, sodass man kaum hineinsieht. Deshalb habe ich mir vorgenommen, alle drei oder vier Jahre für eine Woche zu öffnen, damit die Menschen die Möglichkeit haben zu sehen, was ich gemacht und wie viel ich produziert habe. Zudem ist die Stimmung schön.

Wie sind Sie auf die Idee zu dieser besonderen Art von Werkschau gekommen? Hin und wieder habe ich Kritik gehört, dass ich mein Depot kaum einmal offen halte. Die Passanten haben nur die Möglichkeit, durch die Scheiben zu schielen, und die sind

Wann lassen Sie wieder ins Depot schauen? Im Grunde jederzeit. Dazu muss man mich nur anrufen; schön ist das Depot abends, wenn es draußen dunkel ist. Die Beleuchtung macht eine gute Stimmung.

Foto: Oskar Zingerle

SERGIO SOMMAVILLA, Künstler aus Brixen, über die Werkschau in seinem Depot in der ehemaligen Zagler-Schmiede in der Brixner Trattengasse.

albina.kritzinger@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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FOTOGRAFIE

Foto: Egon Daporta

Kunst & Kultur

AKT-ARTig

z AKT-ARTig hat der Mühlbacher Egon K Daporta seine Fotoausstellung getauft; die 28 Bilder waren in der letzten Septemberwoche im Hotel Goldener Adler in Brixen zu sehen. Die pfiffige Wortspielerei im Titel der Ausstellung beschreibt den Künstler und sein Schaffen sehr treffend. Es sei ein weiterer Akt auf seiner „Suche nach Neuem und Anderem“, ein Akt, der gleichzeitig eine Hymne an die Frau ist. Und es liege am Betrachter selbst, über die ARTigkeit der Fotografien zu urteilen. Den

weiblichen Körper in seiner Nacktheit darzustellen erfordert viel Feingefühl. In Daportas Fotografien gibt es nichts Anrüchiges, sondern ausschließlich ungewöhnliche Einblicke, manchmal etwas bizarre Sichtweisen, dann wieder schlichte Darstellungen der Weiblichkeit aus erstaunlichen Blickwinkeln. Die Schwarz-Weiß-Bilder, die nur ganz selten einen zarten Farbtupfer als Blickfang haben, verleiten zum genauen Betrachten, zum Verweilen, manchmal auch zum Schmunzeln. Alex Pergher beschrieb die Ausstellung als „Licht-Schattenspiel, bei dem die Modelle gar nicht merken würden, dass sie beobachtet werden“. Egon K Daporta selbst sagt, die Ausstellung sei das Ergebnis einer langen Entwicklung – für jedes einzelne Bild habe er einen Geistesblitz gehabt. Sein Lieblingsbild sei übrigens immer das letzte, das er gemacht habe. mk

NEU IM REGAL Liebe, updated Mit dem soeben erschienenen Lyrikband „Liebe auf den Kopf gestellt“ gelingt Joseph Zoderer wahrlich ein Comeback des Liebesgedichts, stellt dieses Genre doch eine große Herausforderung an den Dichter, nicht ins Epigonale abzudriften. In diesem Sinn ist „Liebe“ bei Zoderer keine harmonische, vielmehr eine „unerträgliche“. Sie besteht in „Liebesentzug“ und „Ferne“, hat einen „Preis“ und verlangt den Übertritt der „Schwelle einer anderen Angst“. Das lyrische Ich erscheint nicht unwissend, aber hilflos und befangen. Zoderer übt mit seinen Gedichten Kritik am heutigen Verständnis von Liebe, das von Bindungsangst bestimmt ist, risikobehaftet

Zoderer, Joseph: Liebe auf den Kopf gestellt. Gedichte. Carl Hanser Verlag München 2007, Hardcover, 111 Seiten, 16 Euro

wie die Aktie eines zweifelhaften Unternehmens.

ak

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AUSSTELLUNG

EntwĂźrfe und Erfindungen

THEATER

25 Jahre HeimatbĂźhne Meransen z Auch wenn die HeimatbĂźhne Meransen heuer ihr 25-Jahr-Jubiläum feiert, wird dort nicht erst seit der WiedergrĂźndung im Jahr 1982 Theater gespielt. Am Anfang standen so genannte „Nikolausspiele“ im Dorfgasthof und in den Bauernstuben auf dem Programm, bis der Zweite Weltkrieg die Theatertätigkeit zum Stillstand brachte. In den Sechziger Jahren wurde unter der Leitung einer tĂźchtigen Pfarrhäuserin das Theaterleben wieder entdeckt und im damaligen kleinen Pfarrsaal ausgeĂźbt. Als diese jedoch erkrankte, wurde fĂźr längere Zeit das Spielen eingestellt – bis zu Pfingsten 1982 der damalige KVW-Ortsobmann Oswald Lechner wiederum die Initiative ergriff. Da im Dorf kein Saal zur VerfĂźgung stand, mussten die Meransner jedoch zum Proben und Spielen nach MĂźhlbach aussiedeln. Dem „Wieder-GrĂźndungsobmann“ Josef Unterkircher, dem Bezirksobmann Sepp Mitterrutzner sowie dem Spielleiter Erwin Prosch ist

es zu verdanken, dass heute in Meransen eine BĂźhne bespielt werden kann. Auf dem Spielplan der HeimatbĂźhne standen vorwiegend bäuerliche Lustspiele und KomĂśdien, da diese von der BevĂślkerung gewĂźnscht wurden. Dennoch bekannte man sich hin und wieder mit den StĂźcken „Grummetzeit“ oder „Weihnachtslied der ganzen Welt“ zu ernsteren StĂźcken. Der GroĂ&#x;teil der Produktionen kam unter der Regie von Erwin Prosch zur AuffĂźhrung; um zwischendurch frischen Wind einzubringen, wurden externe Spielleiter wie Sepp Hintner, Peter Mitterrutzner, Olga Hofer oder Georg Kaser engagiert. Die Weiterbildung der Spieler erfolgte teils Ăźber Hauskurse und Ăźber das Eisacktaler Volkstheater. In November feiert die HeimatbĂźhne Meransen ihr Jubiläum mit dem VolksstĂźck „Die Zähmung der Widerspenstigen“, das man bereits zur WiedergrĂźndung vor 25 Jahren aufgefĂźhrt hatte.db

z Kunst hat etwas mit Träumen zu tun. Mit Schweben und FlĂźgeln. Die Ideen haben starke Farben. Das kommt einem in den Sinn, wenn man durch die Ausstellung „EntwĂźrfe und Erfindungen. Von der Idee zum fertigen Kunstwerk“ in der Galerie 90 in MĂźhlbach wandert. Manchmal ist es eine Skizze, aus wenigen Linien bestehend, die einem Kunstwerk Gestalt verleiht; manchmal sind viele EntwĂźrfe zu dem Kunstwerk nĂśtig, das dann umgesetzt wird. Mit Werken von Mirko Bielov, Hans Knapp, Diana Lomeihing, Claudio Olivotto, Leander Piazza und Sabina Vallazza geht die Galerie 90 in ein fulminantes Finale und schlieĂ&#x;t damit ihr zweites Ausstellungsjahr ab. Die Ausstellung kann ohne zu Ăźbertreiben als eine der gelungensten Präsentationen bezeichnet werden. Die Anordnung von Skizzen im Hintergrund und fertigem Kunstwerk im Vordergrund lässt den Blick zwischen den

beiden Polen hin und her schweifen, lässt entdecken, wie viel in einer Idee enthalten ist. In den meisten Fällen steht nur das fertige Kunstwerk im Vordergrund, Skizzen und Pläne sind ausgegrenzt. Aber das SchĂśpferische, der Geist, steckt der nicht vielmehr in der Skizze, im Entwurf? Aufregend macht die Schau auch der weiter als sonst aufgefasste Kunstbegriff. Bilder machen den kleinsten Teil aus. Vielmehr sind da technische Geräte wie das Autoradio „Spirit of Frequency“ von Bielov oder die fantasiereichen Modelle von Olivotto, die Sitzbank „Peripatoimen“ von Knapp, die kleinen mythisch angehauchten Figuren der in Hongkong geborenen Lomeihing oder die mannshohe, mit Wolle umspannte von Leander Piazza oder die EntwĂźrfe fĂźr ein Buch von Vallazza. Die Ausstellung, in Zusammenarbeit mit dem Kunstkreis St. Erhard entstanden, ist bis zum 31. Oktober zugänglich. Auch eine grafisch erfrischend gestaltete BroschĂźre mit Beiträgen von Georg Vonmetz Schiano und Maria Luise Campei Klapfer hat man diesmal drucken lassen. ak

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in der Pizzeria Hofkeller in Albeins

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AUSSTELLUNG

MUSIK

Internationaler Orgelwettbewerb z Im September 2008 findet in Brixen der „1. Internationale Orgelwettbewerb Daniel Herz“ statt. Am Wettbewerb, benannt nach dem bedeutendsten Orgelbauer Tirols, können Organisten aus aller Welt, die das Alter von 40 Jahren nicht überschritten haben, teilnehmen. Nach drei Wettbewerbsrunden wird eine Jury, bestehend aus den renommierten Organisten Luigi Ferdinando Tagliavini

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

Imaginäre Flucht nach Indien

(Bologna/Fribourg), Peter Planyavsky (Wien), Ludger Lohmann (Stuttgart) und Franz Comploi (Brixen), die drei Sieger küren. Diese erhalten neben einem Preisgeld auch die Möglichkeit, verschiedene Orgelkonzerte im In- und Ausland abzuhalten. „Der Orgelwettbewerb soll sowohl die einmalige Orgellandschaft Südtirols in den Blickpunkt rücken wie auch der Förderung junger Organisten dienen“, schildert Franz Compoi die Zielsetzungen. „Brixen ist als Austragungsort ideal, da sich hier im geringen Umkreis eine Vielzahl an Orgeln befindet; zudem verfügt die Stadt auch in Bezug auf die Übungs- und Übernachtungsmöglichkeiten ideale Bedingungen.“ Einst hatte Kaltern einen Orgelwettbewerb organisiert, dieser wurde jedoch aus vorwiegend personellen Gründen abgesetzt. Der Brixner Wettbewerb soll im Zweijahresrhythmus abgehalten werden, wobei der Direktor der Cusanus Akademie, Konrad Obexer, die Organisation und Franz Comploi die künstlerische Leitung übernommen haben. Finanziert wird der Wettbewerb größten Teils vom Land sowie von der Gemeinde Brixen. db

Die Musikkapelle

Peter Mayr Pfeffersberg bedankt sich herzlich bei der

Stiftung Südtiroler Sparkasse für die finanzielle Unterstützung anlässlich der Anschaffung der neuen Tracht sowie verschiedener Feierlichkeiten zum 75. Bestandsjubiläum.

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z 1911 floh Hermann Hesse mit einem Freund, bezeichnenderweise einem Maler, aus der angespannten Atmosphäre des dekadenten Europas nach Indien. So beschwerlich ist eine Reise nach Südasien heute nicht mehr. Wer gerade unglücklich, unzufrieden oder sonstwie missgestimmt ist, braucht keine Koffer zu packen. Er braucht nur ins Hotel Schwarzer Adler zu gehen und er betritt das imaginäre Indien des Brixner Künstlers Alex Pergher. Inspiriert von Hesses Erzählung „Siddhartha“ setzte sich Pergher intensiv mit dem Land, seiner Religion und Mythologie auseinander, wie sein zwischen 1986 und 2007 entstandener Zyklus „India“ beweist. Schwarz-, Weiß- und Grautöne, Rosa und Violett lassen das Gefühl von etwas Fernem, Geheimnisumwobenen aufkommen und wecken die Sehnsucht, fremde Seelenlandschaften zu bereisen in der Hoffnung, zur Vollendung

(„Purnina“ 1986) zu gelangen. Auf der Reise dorthin begegnet man dem Widerschein des realen Indien: den Witwen „Hemlata und Aishwaya“ (2003), um ihre besseren Hälften, um Ehre und Ansehen beraubt, hungrigen „Brahmanen“ (1990) oder der Frau „In Erwartung des Geliebten“ (2007). Anders als in der abendländischen Kunst unterliegt Asiens Kunst nicht dem Zwang der Neuerung. „Wenn der Weise spricht“, hört sie ihm zu. Ohne jemals in Indien gewesen zu sein, gelingt es Pergher, seinem vorgestellten Indien eine beeindruckende und facettenreiche Gestalt zu geben. Unverkennbar jedoch die Mischtechnik, deren Zusammensetzung tatsächlich Geheimnis des Künstlers bleibt. Die grafischen Mittel aus Perghers abstrakter Kunst stellen bei „India“ jene Distanz her, die ein Fernweh weckt, das nicht so schnell loslässt. Die Ausstellung bleibt bis zum 31. Oktober geöffnet.  ak

LITERATUR

Flöss zum Achten

z Nach drei historischen Romanen in Folge hat Helene Flöss wieder eine Erzählung veröffentlicht. „Der Hungermaler“, so der Titel, angesiedelt in der burgenländischen Provinz der Gegenwart, erzählt eine skurrile Liebesgeschichte zwischen einem Künstler und einer Kunstweberin. Peter schwärmt so sehr für den italienischen Renaissance-Maler Piero della Francesca, dass ihn Magdalena „Piero“ nennt. In seinem eigenen Schaffen gelangt Piero jedoch nie zur Vollendung; er kommt über

Skizzen nicht hinaus. Keines seiner Entwürfe genügt seinem hohen ästhetischen Anspruch. Magdalena hingegen schafft Tücher, Vorhänge und Gobelins sakralen Inhalts und kann von ihrer Kunst leben, während Piero sein Brot als Gymnasiallehrer verdienen muss. Als Piero sein Modell, seine wegen ihrer mageren Gestalt verehrte Penelope, etwas runder haben möchte, wird Magdalena bewusst, dass er sie nur als Gegenstand seiner Kunst sieht und distanziert sich von ihm. Pieros Verhältnis zu Frauen ist gestört durch eine dominante Mutter, der er sich noch fügt, als sie bereits Pflege bedarf. Anstatt Piero eine Hilfe zu sein, übernimmt die zur Betreuung der Mutter angeheuerte Ungarin das Zepter im Haus. Diese unerträgliche Situation und das Scheitern an Magdalena bewegen Piero dazu, sich an den Frauen zu rächen: Er vergiftet seine Mutter. Flöss erzählt aus der Perspektive Magdalenas, die Piero im Gefängnis besucht und sich an die Zeit mit ihm erinnert. ak


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Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

MIT DEM FAHRRAD NACH BOZEN UND ZURÜCK: „Die Zugfahrt war mir zu teuer, so fuhr ich zu den Meisterschaftsspielen eben mit dem Radl“ (Eugen Cimadom)

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EUGEN CIMADOM: EIN LEBEN FÜR DEN FUSSBALL

„Früher war’s gemütlicher“

Eugen Cimadom, Ehrenpräsident und Mitgründer des SSV Brixen, feierte kürzlich seinen 90. Geburtstag. Im Gespräch mit dem „Brixner“ hält er Rückschau auf seine aktive Fußballerzeit und wirft auch einen Blick auf das gegenwärtige Geschehen.

Herr Cimadom, alles Gute zu Ihrem 90. Geburtstag – haben Sie ein wenig gefeiert? EUGEN CIMADOM: Der SSV hat für mich im September ein großes Geburtstagsfest organisiert, das im neuen Vereinslokal in der Sportzone „Klaus Seebacher“ stattfand. Es waren eine Menge Leute anwesend, vom Bürgermeister bis hin zu den Vereinsfunktionären. Es waren auch viele Fotografen vor Ort, wobei andauernd Fotos geschossen wurden. Mehrere Ansprachen wurden gehalten, wobei Altes aufgewärmt wurde. Es war ein sehr nettes und gelungenes Fest, das mich sehr gefreut hat. Viel Zeit Ihres Lebens haben Sie dem Sport gewidmet. Woher kommt diese Sportbegeisterung? Ich wurde 1917 in der Villa Schiller in Brixen geboren. Aufgewachsen bin ich in der damaligen EnalTurnhalle, zumal meine Familie dort die Dienstwohnung besetzte. Ich kann mich noch gut erinnern, dort spätabends oft noch alleine trainiert zu haben. Sie sind einer der Gründer des SSV Brixen: Was bewog dazu, in Brixen einen Sportverein ins Leben zu rufen? In den Jahren vor unserer Gründung gab es in Brixen bereits einen Fußballverein, doch hier spielten vorwiegend Italiener und Soldaten. Wir deutschsprachigen Brixner wurden in diesem Verein ein wenig nach hinten gedrängt. Da wir jedoch selbst unbedingt

auch Fußball spielen wollten, kam die Idee einer neuen Vereinsgründung. Die erste Sitzung hatten wir 1955 beim Finsterwirt einberufen, der Vorsitzende war der damalige Landeshauptmann Alois Pupp. Ein Jahr später, im Mai 1956, wurde offiziell der SSV Brixen beim Kronewirt gegründet. Als Präsident wurde Otto Seebacher, Vater unseres verstorbenen Altbürgermeisters Klaus

heraus. Ich bekam überall die Genehmigung dazu. Wo lagen die großen Schwierigkeiten in diesen 50 Jahren SSV Brixen? Das größte Problem war, dass wir kein Geld zur Verfügung hatten, da es damals noch keine Sponsoren gab. Wir mussten selber schauen, wie wir über die Runden

„Früher hat man als Spieler ein belegtes Brot und vielleicht eine Flasche Spuma bekommen“_ Eugen Cimadom Seebacher, bestellt. Die Leitung der ersten Sektion Fußball hatte ich übernommen. Bald folgte die Gründung und Eingliederung der Sektionen Turnen, Leichtathletik, Schwimmen und Handball.

der Trainer und habe das notwendige Geld aus eigener Tasche vorgestreckt. Sportlich gesehen hat es in all diesen Jahren keine große Krise gegeben: Wir haben immer gespielt; mal sind wir aufgestiegen, mal abgestiegen. Als letzthin aufgrund der großen Nachfrage immer mehr Mannschaften und vor allem Jugendmannschaften im SSV gestartet sind, wurde der verwaltungstechnische Aufwand größer und die Organisation immer schwieriger. In dieser Zeit wurde dann die Sektionsleitung den Jüngeren übergeben. Und welches waren aus Ihrer Sicht die Höhepunkte?

kommen. Angefangen hatten wir ursprünglich mit einer Mannschaft aus zwölf Spielern, ich selbst war

Zwei Mal waren wir nahe dran, den Aufstieg in die Serie D zu schaffen. Beide Male mussten wir zu Entscheidungsspielen antreten, und beide Male haben wir leider verloren.

20 Jahre lang waren Sie Sektionsleiter der Fußballer und sind seit Bestehen des Vereins beim SSV Brixen aktiv. Sie müssen eine Menge Fußballer kennen gelernt haben... Ich schätze mal, dass ich noch heute, zumindest vom Namen her, alle Spieler kenne, die jemals beim SSV Brixen gespielt haben. Auch der heutige Familienseelsorger Toni Fiung, den ich vom Vinzentinum geholt hatte, gehörte unserem Kader an. Aber auch von den Missionären und vom Kassianeum holte ich einige Jungs

„Früher war der Spaß größer“ – Eugen Cimadom als junger Fußballer

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Wir veranstalteten früher immer sehr viele nationale und internationale Turniere – dies wird heutzutage leider nicht mehr gemacht. Diese fehlen mir sehr. Wir sind viel und gern zu Turnieren in Deutschland und Österreich eingeladen worden; mittlerweile organisieren nur mehr wenige Vereine solche Wettkämpfe. Das einzige, das heutzutage zählt, ist die Meisterschaft, und darauf konzentrieren sich die Clubs. Wahnsinnig gefreut hat mich ein Geburtstagskärtchen von einem Verein aus Augsburg, bei dem wir früher oft zu Turnieren eingeladen waren. Sie werden von den meisten Bekannten mit „Bubi“ angesprochen. Wie kommt es zu diesem Spitznamen? Man hat mich seit eh und je „Bubi“ genannt – warum, weiß ich auch nicht genau. Wahrscheinlich war meinen Freunden mein richtiger Name „Eugen“ zu streng. Auch meine Frau wird nicht selten mit dem Namen „Frau Bubi“ angesprochen. Sie gehen mit Ihren 90 Jahren immer noch sehr gerne Fußballspiele anschauen und lassen kaum ein Spiel einer Brixner Mannschaft aus…

Ich sehe mir alle Jugendspiele des SSV Brixen live an! Am Samstagnachmittag und am Sonntagvormittag gehe ich also zu fünf bis sechs Spielen, am Sonntagnachmittag steht dann noch das wichtige Spiel der Ersten Mannschaft auf dem Programm. Auswärtsspiele sehe ich mir allerdings keine mehr an, dies wäre mir ein wenig zu anstrengend. Früher beobachtete ich zudem noch beinahe jede Trainingseinheit der Brixner Mannschaften. Verfolgen Sie auch die Spiele der Frauenmannschaften? Mich interessiert der Frauenfußball sehr, und ich schaue mir auch alle Heimspiele der Brixner FrauenMannschaft an – sie sind gar nicht schlecht! Warum sollten Frauen nicht Fußball spielen? Mittlerweile wird auch auf internationaler Ebene im Frauenfußball sehr viel unternommen. Außer den Meisterschaftsspielen schaue ich mir auch gerne unter der Woche die Trainingseinheiten der Mädchen an. Es sind mittlerweile so viele Mädchen beim Training anwesend, dass man sie kaum noch zählen kann, ich schätze so an die 40. Ich wünsche ihnen und natürlich den Jungs viele erfolgreiche Jahre und hoffe, dass der Brixner Fußball den eingeschlagenen Weg beibehält. Welche sind Ihrer Meinung nach die Unterschiede im Fußball von früher und heute?

Eugen Cimadom: „Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, musste ich gezwungenermaßen meine Fußballkarriere beenden“

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Früher war der Fußball viel gemütlicher. Er war nicht so streng und nicht so brutal. Heutzutage wird viel an den Leibchen gezerrt und oft vielfach mit nicht ganz regulären Methoden gearbeitet. Früher hat man mehr mit dem Ball gespielt, heutzutage geht alles viel zu schnell. Das Fußballspielen hat

sich stark verändert, es ist ganz anders geworden. ...auch in finanzieller Hinsicht? Ohne Geld spielt heutzutage kaum einer mehr. Der SSV Brixen ist eh einer jener Vereine, die die Spieler durch ein gesundes

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Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

Vermissen Sie heute im Bereich Fußball etwas, das früher selbstverständlich war?


Vereinsumfeld halten können. Für die Spieler der Kampfmannschaft gibt es allerdings schon eine jährliche Prämie. Viele andere Vereine werben unsere Spieler allerdings für deren Kampfmannschaft für teures Geld ab. Früher hat man als Spieler ein belegtes Brot und vielleicht eine Flasche Spuma bekommen.

selbst bezahlt. Viel später kam dann die Spitzenmannschaft aus Napoli, die sich ebenso alles selbst finanzierte. In guter Erinnerung sind mir auch die Trainingslager von Düsseldorf, der österreichischen Nationalmannschaft und der zweimalige Trainingsaufenthalt von Inter Mailand in Brixen.

Der internationale Fußball wird von verschiedenen Skandalen heimgesucht. Wie sehen Sie die Entwicklung im internationalen Fußballgeschäft?

Der SSV Brixen engagierte in früheren Jahren so manchen internationalen Top-Trainer...

Das ist alles nur wegen des Geldes. Heute kann nur mehr jener Verein existieren, der genügend finanzielle Mittel besitzt. Ohne Geld und Sponsor geht jeder Verein früher oder später in die Brüche. Brixen war öfters die Trainingsstätte renommierter italienischer Spitzenclubs... Bereits in den 30er Jahren hielt die damalige Top-Mannschaft aus Genua ihr Trainingslager in Brixen ab. Diese hatte sich alles noch

Oh ja - zu nennen wäre der brasilianische Trainer Jacaré, der in den Siebziger Jahren für zwei Jahre die Brixner Mannschaften trainierte. Aber auch der österreichische Nationalspieler Josef „Pepi“ Uridil, der damals einer der besten Spieler Europas war, trainierte Ende der Sechziger Jahre nach seinem Karriere-Ende für zwei Jahre die Brixner Kampfund Jugendmannschaft. Sie waren nicht nur Gründungsmitglied und als langjähriger Sektionsleiter tätig, sondern spielten auch selbst aktiv Fußball.

Das Fußballspielen habe ich in Neustift und in der Brixner Turnhalle gelernt; Jugendmannschaften hat es zu meiner Zeit leider keine gegeben. So durfte ich bereits mit etwa 14 Jahren in der ersten Mannschaft des damaligen FC Brixen spielen. 1934 war ich bei einigen Spielen beim Bozner Fußballverein „Aurora“ mit dabei. Da ich hierfür allerdings kein Geld bekam und mir die Zugfahrt zu teuer war, musste ich für die Meisterschaftsspiele mit dem Fahrrad von Brixen nach Bozen und wieder zurück treten. Während meiner Militärzeit spielte ich in der Saison 1938/39 beim Serie-C-Verein Borgomanero. In dieser Zeit hatte ich auch ein Angebot vom Serie-A-Verein aus Novara bekommen – da ich allerdings bereits bei Borgomanero zugesagt hatte, wurde nichts daraus. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, musste ich gezwungenermaßen meine Fußballkarriere beenden.

thomas.oberrauch@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief

Eugen Cimadom wurde am 20. September 1917 in Brixen geboren, erlernte den Malerberuf und war bis zu seiner Pensionierung im 78. Lebensjahr als solcher tätig. Er lebt mit seiner Ehefrau Marianne Jöchler, aus dessen Ehe die Kinder Richard und Karl-Heinz entstanden, seit jeher in Brixen. Eugen Cimadom war 1956 Gründungsmitglied des SSV Brixen und gleichzeitig erster Sektionsleiter der Sektion Fußball. Diese leitete er 20 Jahre lang. Er ist nicht nur Ehrenpräsident des SSV Brixen, sondern auch Ehrenpräsident der „Federazione Italiana Giuoco Calcio“. Cimadom bekam aus sportlichen Gründen den „Goldenen Stern“ der C.O.N.I. und die Verdienstmedaille des Landes Tirol überreicht.

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Freizeit & Sport

SPORTFEST

Brixen bewegte sich wieder z Unter dem Motto „Brixen bewegt sich“ fand vor kurzem in der Sportzone Süd zum dritten Mal das Sportfest „Brixia Sport“ statt. Bei strahlendem Wetter folgten rund tausend Brixner der Einladung; unter anderem nahmen auch der italienische Bildungsminister Giuseppe Fioroni, Giancarlo Bressa und Albert Pürgstaller daran teil. Am Vormittag boten 26 Brixner

Sportvereine den rund 600 Schülern ein vielseitiges Schnupperprogramm, bei dem verschiedene Sportarten ausprobiert werden konnten. Am Nachmittag stand die Sportzone Süd der gesamten Bevölkerung zur Verfügung; Höhepunkte des Nachmittags waren die Flugshow der „Buschflieger“ sowie die BMX-Show mit Stefan Lantschner. to

F&S Freizeit & Sport HANDBALL

Saisonstart mit Neuerungen z Auf einer kürzlich abgehaltenen Pressekonferenz präsentierten die Brixner Handballer ihre Mannund Frauschaften und deren Ziele für die heurige Saison. Nach dem freiwilligen Rücktritt aus der Eliteliga starten die Herren nun in der Serie A2 und stellen ein beinahe alleinig aus jungen Brixnern bestehendes Team. „Wir haben ein durchschnittliches Spieleralter von 22 Jahren“, freut sich der neue Sektionsleiter Reinhold Engl. Ziel der Mannschaft ist eine

kurz

notiert

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gute Platzierung, und sicherlich ist auch der Aufstieg ein Thema. Wichtige Neuerungen gibt es auch bei den Handballerinnen: Der neue Trainer Ernani Savini wird die Sportlerinnen heuer durch die Saison führen, die Verpflichtung der Rumänin Valentina Suciu lässt ein Liebäugeln mit dem Aufstieg in die Serie A1 vermuten. Besonderes Augenmerk wird auf das „Handball-Jugendzentrum Eisacktal“ gelegt: Der Verein will sich künftig noch mehr und

395 aktive Sportler aus 58 Vereinen beteiligten sich an der heurigen 47. Auflage des Brixner Bergturnfestes. Die Athleten aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien kürten am Samstag ihre Meister im Turnen und am Sonntag die Sieger der Leichtathletik-Wettkämpfe.

noch zukunftsorientierter auf die Jugendarbeit konzentrieren; die Zusammenarbeit mit umliegenden

Sportvereinen und Schulen ist der Vereinsleitung ein besonderes Anliegen. dp

Manuela Janesi gab Ende September auf Elba ein beeindruckendes Comeback: Die Brixnerin holte bei der ersten Italienmeisterschaft im Ironman – 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen – die Silbermedaille.

Beim 5. Eisacktaler Törggelelauf in der Brixner Altstadt ging der Gesamtsieg an den 29-jährigen Michael Burger vom „Rennerclub Vinschgau“. Bei den Frauen gewann Elena Casaro vom „Athletic Club 2000 Toblach“. Zu bewältigen war eine zehn Kilometer lange Strecke.


NACHGEFRAGT

„Glücklicherweise gut gestartet“ WALTER ZINGERLE, Trainer des SSV Brixen Fußball, über den derzeitigen überraschenden Spitzenplatz seiner Mannschaft in der Oberliga. Herr Zingerle, der SSV Brixen ist derzeit, mal abgesehen vom FC Südtirol, laut Tabelle die beste Fußballmannschaft Südtirols. Offensichtlich läuft also alles nach Plan? Wir sind glücklicherweise sehr gut in diese Meisterschaft gestartet. Wir haben einige junge ausgezeichnete Spieler im Kader. Aber uns fehlt noch ein wenig die Erfahrung. Mit dem bisherigen Verlauf bin ich sehr zufrieden, aber Favoriten sind und bleiben andere Mannschaften. Warum ist die Mannschaft derart in Top-Form?

Meines Erachtens sind wir gar nicht in Top-Form. Wir haben zwar die ersten drei Meisterschaftsspiele überzeugt, da wir relativ frisch waren oder vielleicht auch, weil uns die Gegner ein wenig unterschätzt hatten. Aber letzthin haben wir auch einige Punkte unnötig verschenkt. Wir sind derzeit zwar ganz vorne, aber je länger man vorne dabei ist, umso schwieriger werden auch die Spiele. Die Mannschaften der heurigen Oberliga-Meisterschaft liegen spielerisch sehr eng beieinander. Es reicht, dass wir ein Spiel verlieren, und schon finden wir uns plötzlich im Mittelfeld wieder.

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Was ist das heurige Saisonziel? Das Ziel ist und bleibt für mich immer noch ein Platz unter den ersten acht Teams. Die derzeitige Mannschaft wurde aufgrund ihres Alters nämlich nicht dazu konzipiert, um die Meisterschaft zu gewinnen. Dies sollte erst in einem der nächsten drei Jahre passieren. Für mich ist es im Moment einfach wichtig, vorne mitspielen zu können und möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Die Favoriten für einen Aufstieg sind für mich heute Meran und Bozen 96. thomas.oberrauch@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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BADMINTON

Freizeit & Sport

Toller Saisonstart

z Die Brixner Badmintonspieler sind bereits erfolgreich in die diesjährige Saison gestartet.

Besonders der 18-jährige Daniel Scanferla (im Bild) sorgte für einen gelungenen Auftakt: Er konnte sich bei fünf Turnierstarts gleich vier Mal ins Finale vorspielen. In Palermo unterlag er im Einzel der nationalen Serie B erst im Finale einem eingebürgerten Griechen, während er bei den internationalen „Yonex Open“ in Mailand in der zweithöchsten

Kategorie im Einzel ebenfalls einen ausgezeichneten zweiten Platz erringen konnte. Im Doppel gelang Scanferla an der Seite eines Franzosen sogar der Turniersieg. Dazu kommt der Gewinn des nationalen C1-Doppelturniers in Mals. Der Brixner hat auch einige Einberufungen in die italienische Juniorennationalmannschaft erhalten. to

EISKUNSTLAUF

Neuer Schwung im WSV sind geprüfte Trainerinnen und arbeiteten bereits mit mehreren erfolgreichen Eiskunstläufern. Tuula Laine-Barbieri wird der Sektion künftig als Sektionsleiterin und Michael Prossliner als Betreuer der Anfänger zur Verfügung stehen. Die Verstärkung der Sektion Eiskunstlauf soll den Kindern die Möglichkeit bieten, unter idealen

Bedingungen und unter professioneller Aufsicht diesen Sport zu erlernen. Der Verein bietet Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Informationen hierzu erteilt Michael Prossliner unter Telefon 333 9041774 – oder man kommt einfach zur ersten Gratis- Schnupperstunde in die Eishalle. dp

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z Bereits seit Jahren existiert die Sektion Eiskunstlauf im Wintersportverein Brixen (WSV), und heuer steht eine RundumErneuerung an: Mit dem neuen Trainerduo Sarah Badiani und Ilaria Molle holte die Vereinsleitung unter Helmuth Kerer zwei erfahrene ehemalige Eiskunstläuferinnen ins Team. Beide

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Als Quereinsteiger zum Profi

z Wenn man der jungen Brixnerin Sabine Gandini vor drei Jahren prophezeit hätte, dass sie in einigen Jahren erfolgreicher Radprofi sein wird, hätte sie vermutlich nur geschmunzelt.

Doch in den vergangenen zwei Jahren ist der gelernten Zahntechnikerin ein rasanter Aufstieg zur nationalen Radsportelite gelungen. Begonnen hatte alles 2005 auf dem Weg zur Arbeit: Sie stürzte und zog sich einen dreifachen Beckenbruch zu. Im Zuge der Rehabilitation setzte sie sich auf ihr Rennrad und begann eifrig zu strampeln – dies sollte der Beginn einer steilen Karriere sein. Nachdem die sportbegeisterte Brixnerin wieder fit war, bestritt sie im Jahr darauf ein Radrennen in der Schweiz und platzierte sich auf Anhieb unter den ersten Rängen. Dieser Erfolg sollte nicht ihr letzter sein, und so verbrachte sie jede freie Minute auf dem Rennrad. Nach verschiedenen kleineren nationalen und internationalen Rennen in einem deutschen Profiteam gelang ihr im vergangenen Sommer schließlich

die Sensation: Ende Juli stand die 29-jährige, nach sechs Etappen, als Siegerin der bekannten „Dolomitenrundfahrt“ fest. Mit fast zehn Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte durchquerte die Bergspezialistin die Ziellinie und ließ jahrzehntelang erfahrene Profis hinter sich. Über Nacht machte sich die junge Brixnerin zum Star der Rennradler. Der schlagartige Erfolg von Sabine Gandini gleicht fast einer kleinen Sensation, zumal sie erst jetzt mit einem sportwissenschaftlich spezifischen Training beginnt. Ihr Heimatverein, der SC Gröden, unterstützt sie dabei. „Die größte Herausforderung allerdings ist, Arbeit und Sport unter einen Hut zu bekommen“, scherzt die sympathische Brixnerin. dp

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Tag später setzte sich Chiti beim Finalschießen über alle Altersklassen zuerst bei der Qualifikation an die Spitze des Feldes, musste dann aber im Halbfinale gegen jene Bogenschützin antreten, die am Vortag gewonnen hatte und bereits das ganze Jahr über die Rangliste dominiert hatte. Nachdem Chiti gegen diese knapp verlor, gewann sie dann im Finale um den dritten Platz den zweiten Podestplatz. Diese Ergebnisse waren die Krönung einer äußerst erfolgreichen Sommersaison, denn nach einigen guten Ergebnissen in den ersten Turnieren im April und Mai wurde die Brixnerin heuer im Sommer zwei Mal für die Nationalmannschaft zu internationalen Turnieren nominiert: Beim Turnier in Sardinien erzielte sie den dritten Platz, beim Fünf-Nationen-Turnier in Trier den vierten Endrang. In der nationalen Rangliste belegt die Brixner Bogenschützin derzeit den fünften Platz. In der internationalen Weltrangliste ist Sarah Chiti, obwohl sie im Gegensatz zu den anderen Athletinnen nur an zwei internationalen Wettbewerben teilgenommen hat, auf den 55. Platz vorgedrungen. to

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Wirtschaft & Umwelt

140 JAHRE BRENNER-EISENBAHN

Happy Birthday! „

Am 20. Juli um halb 9 Uhr Früh ist die erste Locomotive der Brennerbahn von Bozen als Probezug angekommen, nach 15 Minuten wieder nach Sterzing abgedampft, was eine große Menschenmenge auf dem Bahnhofe versammelt hat“, vermerkte der Brixner Färbermeister Franz Schwaighofer 1867 knapp und emotionslos in seiner Chronik. Man kann sich vorstellen, dass das Ereignis großes Aufsehen erregt haben muss. Wie die Menschen damals die Ankunft des schnaubenden Ungetüms erlebt haben, ist ohne die in schriftlicher Form konservierten Erinnerungen aus der damaligen Zeit nicht leicht zu rekonstruieren.

War es etwa jenes immense Erstaunen, das die Lokomotive mit einem Tier vergleicht wie im Gedicht des deutschen Arbeiterdichters Gerrit Engelke (1890–1918)? „Da liegt das zwanzigmeterlange Tier, / Die Dampfmaschine, / Auf blankgeschliffener Schiene / Voll heißer Wut und sprungbereiter Gier – / Da lauert, liegt das langgestreckte Eisen-Biest“ lauten die ersten Zeilen seines Gedichts. In der Zwischenzeit hat die weniger spektakuläre elektrifizierte Bahn so sehr Eingang in den Alltag gefunden, dass man ihre Besonderheiten kaum mehr wahrnimmt. Am Brixner Bahnhof besteigen oder verlassen täglich 1.500 bis 2.000 Pendler und Zugreisende die haltenden Züge.

Foto aus: „Brixen, die Geschichte“, Athesia/Tappeiner

Die Brennerbahn ist heuer 140 Jahre alt geworden. Beim Bau dieses „Meilensteins im Bahnbau“ waren zahlreiche Hindernisse zu überwinden gewesen; im November wird die Bahn nun groß gefeiert.

Die Brennerbahn wird noch Der Bahnhof Brixen lag ursprünglich außerhalb der Stadt, um das große Gefälle zwischen Vahrn und Brixen etwas auszugleichen

Foto aus: „Photodokument“, Durst Phototechnik GmbH Brixen

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heute von Ingenieuren als Meilenstein im Bahnbau gewertet. Ihre Planung und ihr Bau stellten wegen der großen Höhendifferenzen eine Herausforderung dar. In rekordverdächtig kurzer Bauzeit von drei Jahren und unter schwierigsten Bedingungen realisierte die k. u. k. Südbahngesellschaft das Projekt von Ingenieur Karl von Etzel. Die 780 Höhenmeter auf der 35 Kilometer langen Strecke von Innsbruck zum Brenner und die 1.100 Höhenmeter auf den 90 Kilometern zwischen Brenner und Bozen überwand Etzel in einer maximalen Steigung von 25 Promille und mithilfe zweier Kehrtunnels – einer Methode der künstlichen Streckenverlängerung, die erstmals in der Geschichte des Bahnbaus angewandt


MEILENSTEIN IM BAHNBAU: Die Brennerbahn entstand in rekordverdächtig kurzer Bauzeit von drei Jahren (im Bild: Bau der Eisenbahnbrücke bei Albeins, 1865)

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wurde und bei späteren Bahnbauten als Vorbild diente. Im Vergleich zur eben fertig gestellten Semmeringbahn kam die Brennerbahn durch den Verzicht auf teure Kunstbauten mit einem äußerst niedrigen Budget aus. Dafür erforderte ihr Bau an die sieben Millionen Kubikmeter Erd- und Felsbewegungen, die Anlegung von 200.000 Kubikmeter Steinwürfen, 350.000 Kubikmeter Mauern und 22 Tunnels mit einer Gesamtlänge von fünfeinhalb Kilometern. Anstatt hohe Viadukte zu bauen wurden Erdwälle aufgeschüttet und Flüsse verlegt, an manchen Stellen, etwa südlich von Gossensass, gar in Tunnels umgeleitet. Am Fuß des Sprechensteins bei Sterzing wurde dabei erstmals erfolgreich eine Großsprengung mit elektrisch gezündeten Kammerminen durchgeführt.

Der Bau hätte in noch kürzerer entzog der Südbahngesellschaft nicht mehr original erhalten. Der Zeit fertig gestellt werden können, wäre die Südbahngesellschaft nicht aufgrund der hohen Preisforderungen der Großunternehmen gezwungen gewesen, den Bau in 16 Baulose aufzuteilen und an Kleinunternehmen zu vergeben. Nicht anders als heute stieß man auch damals bei den Grundeigentümern auf heftigen Widerstand. Bauern, Gastwirte und Kaufleute entlang der Brennerstraße protestierten gegen den Bahnbau aus Furcht vor finanziellen Einbußen. Einen Strich durch die Rechnung der Bahnbauer machte auch die Natur. Starker Regen und Hochwasser im Sommer, Schneefall und Lawinen im Winter unterbrachen immer wieder die Arbeiten. Der österreichisch-italienische Krieg im Sommer 1866

die 14.000 italienischen Arbeiter und raubte kostbarste Zeit.

Erst im Frühjahr 1867 konnte

der Bau fertig gestellt werden. Während der dreijährigen Bauzeit waren zwischen 5.000 und 21.000 Arbeiter beschäftigt. Wie viele von ihnen infolge von Unfällen und Krankheit ihr Leben ließen, ist heute ungeklärt. Die Südbahngesellschaft betrieb jedenfalls entlang der Strecke eigene Spitäler und Friedhöfe. Zugleich mit dem Bau der Trassen wurden die Hochbauten nach den Normplänen von Wilhelm von Flattich errichtet. Sie glichen sich in Form, Materialwahl und Funktionalität. Von den so genannten „Aufnahmsgebäuden“ sind jene der größten Bahnhöfe Innsbruck, Brenner und Bozen

Bahnhof Brixen lag übrigens ursprünglich außerhalb der Stadt, um das große Gefälle zwischen Vahrn und Brixen etwas auszugleichen. Im Lauf der Zeit wurde die freie Fläche zwischen dem Bahnhof und der Altstadt mit Villen aufgefüllt.

Am 24. August 1867 wurde

die Brennerbahn still und leise dem Verkehr übergeben. Auf eine feierliche Eröffnung und Segnung des Bauwerks wurde nach der Ermordung des Bruders von Kaiser Franz Joseph, Kaiser Maximilian von Mexiko, verzichtet. Die Strecke war zunächst eingleisig freigegeben worden, das zweite Gleis wurde etappenweise verlegt. Erst 1908 war die Brennerbahn durchgehend zweigleisig befahrbar. 57


Heimat?

Foto aus: „Photodokument“, Durst Phototechnik GmbH Brixen

Wirtschaft & Umwelt

lebensräume

Einer der ersten Eisenbahnunfälle auf der Brennerbahn: Blumau, 17. August 1897

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Unser Verein „heimat Brixen/Bressanone/Persenon“ besteht nun seit drei Jahren. Er steht allen Menschen offen, die hier leben, mit allen suchen wir den Dialog. Wir wollen Heimat stiften! So fragen wir uns gerade erneut, was Heimat ausmacht und wie wir dazu beitragen können, dass immer mehr Menschen sich hier heimisch fühlen können. Heimat hat mit Vertrautsein und Vertrauen, mit Bindung und Wurzeln, mit Dialog zu tun. Sein Gegenteil ist die Fremde, im Althochdeutschen „elilenti“ das andere Land oder das unangenehm Fremde, im Mittelhochdeutschen dann „ellende“, was zu unserem „Elend“ geworden ist. Ohne Heimat zu sein war damals offensichtlich ein elender Zustand. Und wie sieht es heute damit aus? Wie also können wir dazu beitragen, Heimat zu stiften? Wie können wir mit Euch, den Lesern, in einen Dialog kommen? Gerne wüssten wir von Euch, was Heimat für Euch bedeutet. Schreibt uns einen Brief oder schickt uns eine E-Mail. Danke! heimat Brixen/Bressanone/Persenon Großer Graben 29 39042 Brixen vorstand@heimat.bz

Dieser Beitrag stammt vom Verein „heimat brixen bressanone persenon“, der sich seit seiner Gründung im Jahre 2004 um die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt und ihres Umfeldes bemüht. Internet: www.heimat.bz

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Die Erschließung Tirols durch die Bahn brachte weit reichende Umwälzungen. Der Warentransport von Innsbruck nach Bozen verkürzte sich von fünf Tage auf neun Stunden. Personenzüge benötigten für die gleiche Strecke knapp sechs Stunden, die Eilpost hatte fast dreimal so lang gebraucht. Innerhalb des ersten Betriebsjahres 1868 verzehnfachte sich der Personenverkehr über den Brenner; 200.000 Fahrkarten wurden gelöst. Das städtische Bürgertum entdeckte Tirol als Erholungsraum. Die Inbetriebnahme der Brennerbahn stellt durch die bessere verkehrsmäßige Anbindung in alle Richtungen die Geburtsstunde des Tourismus und des Alpinismus dar, brachte einen wirtschaftlichen Wertzuwachs, neue Erwerbsformen und mehr Lebensqualität für die lokale Bevölkerung – Verbesserungen, auf die sie heute noch bauen kann.

Welche Geschichten, welche

Kuriositäten Alltagsgegenstände bergen, wird gerade durch Jubiläen in Erinnerung gerufen. Die Initiativen zum heurigen 140-JahrJubiläum der Brennerbahn tragen den Titel „Weichen und Wahrzeichen“ und widmen sich der Bahnlandschaft zwischen Bozen und Innsbruck. Organisiert werden sie vom Kuratorium für technische Kulturgüter. Der Startschuss fällt am 9. November in der alten Dogana am Bozner Bahnhof und am 12. November im Adambräu in Innsbruck. Eine rollende Ausstellung mit etwa 100 Fotos wird in den 38 Zügen der Trenitalia und der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB zu sehen sein, die im Raum Gesamttirol verkehren. Bei den Fotos handelt es sich nicht um alte Ansichten; die Bilder zeigen Hochbauten

entlang der Bahnstrecke. Jene entlang des Südtiroler Teilstücks wurden von Walter Niedermayr in den Jahren zwischen 1991 und 1994 geschossen, jene entlang des Nordtiroler Streckenabschnitts erst kürzlich vom Innsbrucker Architekturfotografen Christof Lackner. In den Bahnhöfen von Bozen und Innsbruck – und später in der Infostelle zum Brennerbasistunnel in der Festung Franzensfeste – werden die Bilddokumente auf Großbildschirmen im Looping gezeigt – eingebettet in eine eigens dazu komponierte Filmmusik. Diese hat die Klanglandschaft entlang der Geleise zum Thema und wird im Rahmen des 25. Festivals für zeitgenössische Musik uraufgeführt. Im Archiv für Baukunst im Innsbrucker Adambräu werden hingegen die Aufnahmen der historischen Bauten entlang der Brennerbahn präsentiert, die Architekturstudierende der Universität Innsbruck unter der Leitung von Professor Horst Hambrusch durchgeführt haben. Wie schon zum Hundertjahrjubiläum 1967 wird auch heuer ein Buch über die Brennerbahn erscheinen – mit dem einen Unterschied, dass es dieses Mal von Nord- und Südtirol gemeinschaftlich erstellt wird. Es trägt den Titel der Initiative und enthält Beiträge zur Baugeschichte, zu den technischen Besonderheiten, zur architektonischen, wirtschaftlichen und militärischen Bedeutung, zur Frage der Reaktivierung der Bahnensembles. Der Zukunft der Brennerbahn ist ebenfalls einiger Raum gewidmet. Unter anderem thematisieren die Vorstandsdirektoren der Brennerbasistunnel-Gesellschaft, Ezio Facchin und Konrad Bergmeister, das Für und Wider zu dem umstrittenen


Jahrhundertprojekt, der ehemalige Tiroler Landeshauptmann Wendelin Weingartner vergleicht den Bahnbau von früher mit dem heutigen.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung soll überdies ein

hochkarätig besetztes Symposium stattfinden, das zwei Themenblöcke behandeln will: das immense Bedürfnis nach Mobilität und die Frage nach der Art der Aufwertung historischer Bahnhofsbauten. Parallel zur Ausstellung zeigt der Rai-Sender Bozen im Rahmen der Reihe „Drehmomente“ am 3. und 17. November und am 1. Dezember einen dreiteiligen Film, der die Brennerbahn aus dem kulturhistorischen, wirtschaftlichen und ingenieurtechnischen Blickwinkel betrachtet. Die Einrichtung des Schaubahnhofs in Klausen und ein Schülerwettbewerb zum Thema „Technik und Kultur“ zählen ebenfalls zu den Jubiläumsaktivitäten.

albina.kritzinger@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

––––––––

Der Bahnhof Bozen auf einer Ansicht um 1865

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59


Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

z Die Gärtnerei Auer in Brixen hat das schönste „Schaufenster für die Kultur“. Der Wettbewerb wurde zum ersten Mal vom Verband für Kaufleute und Dienstleister gemeinsam mit dem Südtiroler Kulturinstitut (SKI) ausgeschrieben. Das Motto der Aktion lautete „Der Vorhang geht auf – die neue Spielzeit des Südtiroler Kulturinstituts“. Kürzlich wurde dem Gewinner der Hauptpreis, ein verlängertes Wellness-Wochenende in Längen-

feld, übergeben. „Vom 3. bis 22. September sind so manche pinkfarbene Männchen durch Südtirols Schaufenster gelaufen, denn dies ist das SKI-Maskottchen der Saison 2007/2008“, so Peter Silbernagl, Direktor des Südtiroler Kulturinstituts. Der Wettbewerb soll auch im nächsten Jahr durchgeführt werden. Über den ersten Preis sehr gefreut hat sich die Familie Auer, Hansjörg mit Frau Brigitte, mit ihren Mitarbeiterinnen; hier im

Foto: Oskar Zingerle

Pink im Schaufenster Bild mit Peter Silbernagl, Direktor des Südtiroler Kulturinstituts (4. v.l.), und Dieter Steger, Direktor des Verbandes für Kaufleute und Dienstleister (4. v.r.). oz

W&U Wirtschaft & Umwelt BRIXEN

z Das Lachmüllerhaus ist ein aus mehreren historischen Gebäuden zusammengebauter behäbiger Komplex, der an der gegen den Kleinen Graben gerichteten Stadtmauer noch einen Wehrgang mit Schießscharten erkennen lässt. In den 1980er Jahren übernahm die Bezirksgemeinschaft Eisacktal das Gebäude und richtete dort neben Geschäften im Parterre auch die Räume ihrer Zentralverwaltung ein. Aufgrund

kurz

notiert

60

der Reorganisation der Verwaltung bestand nun Erweiterungsund Renovierungsbedarf. Zudem waren Teile der Fassade durch Regenwasser geschädigt worden und zeigten dunkle Schmutzstreifen. Vor kurzem wurde nun die Sanierung des Hauses abgeschlossen: Hierbei wurden nicht nur die Fassaden neu verputzt und gestrichen, auch im Inneren erfolgten einige Umbauarbeiten. Durch den Ausbau des

Im Sitz der CAAF Dienststelle AGBCGIL in der Brixner Fallmerayerstraße wurde ein weiterer PensPlan-Infopoint errichtet. Speziell ausgebildete Berater klären hier über die Möglichkeiten der individuellen Zusatzvorsorge auf.

Foto: Oskar Zingerle

Renoviertes Lachmüllerhaus

Säbener Torturms schaffte man neue Büroräume; die bisher an anderen Stellen untergebrachte Buchhaltung wurde im Haus zusammengeführt. Die Büroraume

wurden renoviert und mit neuem Mobiliar ausgestattet. Die baulichen Investitionen kosteten insgesamt 300.000 Euro. db

Der Saunabetrieb der Acquarena wurde mit „Gütesiegel Landessauna“ der Internetplattform „insauna.com“ ausgezeichnet. Hervorgehoben wurden die optimale Ausstattung sowie die Dienstleistungsqualität; die Prüfung erfolgte von Seiten der Kunden und anonymen Saunatestern.

Ende September fand die Grundsteinlegung für die neue Niederlassung der Südtiroler Volksbank am Großen Graben/Große Lauben statt. Die Fertigstellung ist für Sommer 2008 geplant, ein z-förmiges Rampensystem wird den Höhenunterschied von 1,4 Meter im Inneren überbrücken.


STADTGEHEIMNISSE Warum ähnelt die Elefanten-Abbildung im Kreuzgang einem Pferd? Hoch an der Decke über dem Eingangstor zur Johanneskirche im Brixner Kreuzgang fällt die Abbildung eines Fabelwesens auf. Das sonderbare Tier, dessen Körperbau auf ein Pferd schließen lässt, hat jedoch lappenähnliche Ohren sowie einen langen aufgerollten Rüssel und soll einen Kriegselefanten darstellen. Auf seinem Rücken trägt der „Pferdefant“ einen hölzernen Gefechtsturm mit Furcht erregenden Kriegern. Die gemalte Episode zeigt den Tod Eleazars, des Makkabäers. Als die Heiden gegen das Volk Israel kämpften, verhalf Eleazar den Seinen zum Sieg, indem er sich unter einen Elefanten der Feinde legte und diesen mit einer Lanze tötete. Im Fallen erdrückte das Tier jedoch den mutigen Kämpfer. Der Schöpfer dieses Freskos war Meister Leonhard von Brixen. In jener Zeit um 1470 hatte man in Brixen sicher noch keine klaren Vorstellungen von einem Elefanten, und so schuf der Künstler einen Dickhäuter nur vom Hörensagen. Der erste Elefant ist erst fast ein Jahrhundert später, im Jahr 1551, durch Brixen gezogen.  hg

Anregungen: redaktion@brixner.info

BRIXEN

Bessere Luft für Brixen z Mit Beginn der Heizperiode veranstaltete der Umweltbund Brixen einen Infoabend zum Thema „Wie steht es um unsere Luft?“. Luigi Minach, Leiter der Landesagentur für Umwelt, lieferte einen ausführlichen Gesamtüberblick über die neuesten Messwerte der Luftschadstoffe in Südtirol, und die KaminkehrerGeschwister Schaller erläuterten anhand von anschaulichen Proben die häufigsten Fehler beim Einheizen zuhause. Wie Minach berichtete, haben neueste Datenauswertungen ergeben, dass die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen in Brixen im letzten Jahr deutlich abgenommen hat. Dieser Erfolg ist einerseits der Einführung eines flächendeckenden Sanierungskonzeptes zur Reduktion der Schadstoffemissionen zuzuschreiben, andererseits hat auch der milde Winter des Vorjahres dazu beigetragen. Dennoch lagen die Luftwerte bei der Messstation in Schrambach

an der Autobahn deutlich über dem zulässigen Grenzwert. Auch die Holzfeuerung bereitet noch so manches Problem: Falsches Heizen trägt ebenso zur schlechten Luftqualität bei, und große Kachelöfen weisen im Vergleich zu modernen Heizanlagen einen ineffizienten Energieverbrauch auf. Gut abgelagertes, trockenes Brennholz und eine ausreichende Luftzufuhr sind für eine optimale Verbrennung Voraussetzung; absolut ungeeignet sind Brennstoffe wie verleimtes oder lackiertes Holz, Pressplatten, Zeitungspapier oder Tetrapaks. Diese setzen krebserregende Dioxine frei, die Außen- und Innenluft stark belasten. Was jedoch kann der Einzelne gegen illegale Verbrennung in der Nachbarschaft tun? Der Umweltbund empfiehlt, die Rauchentwicklung fotografisch mit Datum und Uhrzeit festzuhalten und sich damit an die Gemeinde oder Stadtpolizei zu wenden. db

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Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

die Familie Winkler einheiratete, stand sie bis heute hinter der Theke. Die beiden steckten viel Liebe in ihr Geschäft, und so fiel der Abschied nach den langen Jahren nicht leicht. Blumen und Pflanzen bleiben aber weiterhin das Metier der Familie Winkler – die Gärtnerei hinter dem städtischen Friedhof bleibt in Betrieb. Die Gärtnerei Winkler besteht übrigens seit 1932, als Josef Winkler die Firma Vettori übernahm und zur Handelsgärtnerei ausbaute. oz

Foto: Oskar Zingerle

z Am 29. Oktober hat die Blumenhandlung Winkler in der Altenmarktgasse zum letzten Mal geöffnet. Das Geschäft war dort seit 1931 durchgehend in Betrieb und ist somit eine Brixner Institution. Bereits 1922 eröffnete Antonia Winkler einen Blumenkiosk beim Weißen Turm, bevor sie 1931 das Geschäft in der Altenmarktgasse bezog. Später übernahm Tochter Marianne als Floristin den Betrieb. Gemeinsam mit ihrer Schwägerin Traudi, die 1963 in

Foto: Oskar Zingerle

Ein Leben für die Blumen PUSTERTAL

FLIRT-Züge im Anrollen z Schon in einem Jahr sollen Züge im Halbstundentakt durchs Pustertal rollen. Um diesen Südtiroltakt zu gewährleisten, hat die Landesregierung bei der Schweizer Stadler Rail Group acht Bahngarnituren zu rund 60 Millionen Euro in Auftrag gegeben, so genannte „Flinke Leichte, Innovative Regional Triebzüge (FLIRT)“. „Weitere 40 Millionen Euro werden in den Ausbau der Bahnlinie investiert“, erläuterte Landeshauptmann Luis Durnwalder anlässlich der Präsentation eines FLIRT-Prototyps. Es müssen Ausweichstellen angelegt und die 21 von der Bahn übernommenen Bahnhöfe saniert und angepasst werden. Später wolle man auch die Riggertalschleife verwirklichen, um die

Verbindung mit dem Eisacktal zu verbessern. Die neuen Züge entsprechen den modernsten Standards, haben einen durchgehenden Fahrgastraum ohne architektonische Hindernisse, große Fensterflächen und sind sowohl innen als auch außen extrem geräuscharm. Landesrat Thomas Widmann bezeichnete die Bahn als Rückgrat des Südtiroltakt-Systems: „Sie muss pünktlich, sauber, sicher, komfortabel und leise sein. Nur so ist sie eine wirkliche Alternative zu den privaten Verkehrsmitteln“. Im Pustertal erwartet sich Widmann noch einen größeren Erfolg als im Vinschgau, wo sich die Zahl der Fahrgäste mit über zwei Millionen im Jahr bereits mehr als verdoppelt hat. oz

19.10. 4.11.2007

vom

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Die teilnehmenden Gastbetriebe: Gasthaus ZUM VAHRN

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Gasthof GOLDENES VAHRN

* DO Tel. 0472 832 169

LAMM

* DI Tel. 0472 836 030

BAUM

* kein Tel. 0472 274 100

Hotel Restaurant GOLDENE BRIXEN Tel. 0472 835 154

KRONE

* kein

Hotel TAUBERS FELDTHURNS

UNTERWIRT

Hotel OBERWIRT FELDTHURNS

* MI Tel. 0472 855 225

Gasthof ZUR LAJEN

* MO Tel. 0472 855 212

Gasthof WUNDER UNTERINN

Hotel Restaurant CLARA * MO VAHRN Tel. 0472 833 777

Hotel ELEPHANT BRIXEN

* kein Tel. 0472 835 750

Gasthof WÖHRMAURER * MO FELDTHURNS Tel. 0472 855 301

Hotel Restaurant HOCHRAIN * DI RAAS Tel. 0472 412 248

Hotel Restaurant ALPENROSE * MO PINZAGEN Tel. 0472 832 191

Hotel Restaurant KLAMMWIRT * DI FELDTHURNS Tel. 0472 847 566

Südtiroler Wirtshaus FINK * MI BRIXEN Tel. 0472 834 883

Gasthof Hotel FISCHER * SO Abend u. MO KLERANT Tel. 0472 852 075

Gasthof UNTERWIRT * SO u. MO GUFIDAUN Tel. 0472 844 000

Restaurant DER TRAUBENWIRT BRIXEN Tel. 0472 836 552 * kein

Hotel Restaurant FELDTHURNERHOF FELDTHURNS Tel. 0472 855 333 * MO

Restaurant TURMWIRT * DO u. FR Mittag GUFIDAUN Tel. 0472 844 001

Gasthof HALLER BRIXEN

* MO Abend u. DI Tel. 0472 834 601

Hotel JÖRGENWIRT * DI FELDTHURNS Tel. 0472 855 214

Restaurant Ansitz ZUM STEINBOCK VILLANDERS Tel. 0472 843 111 * MO

Gasthof SUNNEGG BRIXEN

* MI u. DO Mittag Tel. 0472 834 760

Restaurant Künstlerstübele FINSTERWIRT BRIXEN Tel. 0472 835 343 * SO Abend u. MO * Ruhetag

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NACHGEFRAGT

„Zustand der absoluten Unsicherheit“ HUBERT RABENSTEINER, Eisacktaler Bezirksobmann im Landesverband der Handwerker, über die aktuelle Situation seiner Berufsgruppe.

So schlimm? Schauen Sie, jeder Unternehmer,

auch der kleinste, überlegt sehr lang, bevor er gewisse Entscheidungen trifft. Wenn er eine Investition tätigt, dann tut er dies aufgrund bestehender Rahmenbedingungen. Wenn jetzt dauernd neue Steuergesetze verabschiedet werden, die laufend diese Rahmenbedingungen verändern, ist jede Planung obsolet und versetzt den Unternehmer in einen Zustand der absoluten Unsicherheit – ganz zu schweigen davon, dass veränderte Rahmenbedingungen für viele Unternehmer, die knapp kalkuliert haben, das Aus bedeuten können. Die „Finanziaria“ versetzte auch viele Handwerker in einen Ausnahmezustand.

Die Steuerbelastung ist auch für die Handwerker gestiegen? In Rom sagen die Politiker, die Steuerbelastung ist dieselbe geblieben. Und dann protzen sie damit, dass die Steuereinnahmen gestiegen sind. Wie geht das? Wo liegt die Lösung? Wir brauchen politische Maßnahmen, die zur Folge haben, dass die Bevölkerung wieder genügend Geld in der Tasche hat. Es geht nicht nur um die Unternehmer, auch die Arbeitnehmer haben kein Auskommen mehr mit dem Einkommen. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

Herr Rabensteiner, wie geht es den Handwerkern? Die Stimmung ist eher düster, die Auftragslage hat sich in den letzten Jahren zum Schlechteren verändert. Die Kunden versuchen zu sparen, wo immer es geht. Es wäre übertrieben zu behaupten, dass die Auftragslage im Keller ist, aber die Situation ist vor allem auch aufgrund der steuerpolitischen Rahmenbedingungen sehr schwierig geworden. Viele von uns kämpfen trotz zufrieden stellender Auftragslage ums Überleben.

BRIXEN

BRIXEN

„Eher zufrieden“

Parkplätze im Kommen

z Anlässlich des autofreien Tages am 22. September hat die Gemeinde Brixen eine Umfrage gestartet, die von 206 Personen ausgefüllt wurde. Die Hauptthemen der Befragung bezogen sich auf die Initiative selbst sowie auf die Verkehrssituation in Brixen und die Zufriedenheit der Brixner über die bisherigen Maßnahmen in diesem Bereich. 96 Prozent der Fragebogen-Teilnehmer erklärten, dass die Initiative „Nimm autofrei“ wiederholt werden sollte, 20 Prozent davon sprach sich sogar für einen wöchentlichen autofreien Tag aus. Über die Hälfte zeigte sich einverstanden, dass auch die Gemeindestraßen während dieser Aktion gesperrt werden sollten, vorwiegend die Runggadgasse, der Kleine Graben sowie die Romstraße. Ob sich die Gemeinde ausreichend um die Verringerung des Verkehrsaufkommens bemühe, bejahten rund 23 Prozent; 34 Prozent ist mit den Bemühungen „eher zufrieden“, 30 Prozent

hingegen „eher nicht“, und 11 Prozent verneinten diese Frage. Beinahe 70 Prozent waren grundsätzlich der Meinung, dass die Gemeindeverwaltung in den letzten Jahren wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation in Brixen ergriffen hat. Die Befragten erweisen sich laut Ergebnis als sehr umweltbewusste Verkehrsteilnehmer: Am häufigsten wird das Fahrrad als Transportmittel genützt, an zweiter Stelle die eigenen Füße, und als dritte Möglichkeit werden öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch genommen; 33 Prozent der Befragten fahren vorwiegend mit dem Auto. Aus allen abgegebenen Fragebögen wurden jene von Rosmarie Schatzer, Greti Zöggeler und Birgit Ebner gezogen, die als Gewinn einen Einkaufsgutschein der Firma Sportler erhielten. db

z In Sachen Parkplätze ist in Brixen derzeit einiges im Rollen: In der Zone Rosslauf wurde vor kurzem eine Tiefgarage mit 37 Garagenplätzen eingeweiht, die von der Genossenschaft „Parking Rosslauf“ erbaut worden ist. Ein weiterer Neubau wird in Köstlan, hinter der Schenoni-Kaserne, folgen: Auf dem 1.100 Quadratmeter großen Areal soll eine ein- oder zweistöckige Tiefgarage entstehen, die

den Anrainern im Umkreis von 300 Metern einen Stellplatz bieten wird. Sicher ist, dass auf der Garage ein Kinderspielplatz entstehen wird. Der Baubeginn einer weiteren Tiefgarage, jener in der Battististraße bei der Auffahrt Richtung Elvas, ist hingegen verzögert: Wegen archäologischer Funde wird dieses Projekt, das eine Privatinitiative ist, voraussichtlich im Sommer 2009 in Angriff genommen. db

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EISACKTAL

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z Im Oktober und November dreht sich im Eisacktal wieder alles um jene Frucht, die das Landschaftsbild des Eisacktales wesentlich prägt: die Kastanie. Jedes Jahr rücken die Eisacktaler Gastbetriebe im Rahmen der Initiative des Bezirks Eisacktal des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) die stachelige Frucht in das Rampenlicht und servieren Köstlichkeiten von der Kastaniensuppe über das Kastaniengratin mit Äpfeln bis hin zum Kastanienschmarren. Der große Erfolg der letzten Jahre hat heuer mehr Gastbetriebe

denn je bewogen, an den „Eisacktaler Kastanienwochen“ teilzunehmen: 26 Restaurants und Hotels widmen sich noch bis zum 4. November ganz der klassischen Frucht des Herbstes. „Mit den Kastanienwochen wird speziell auf die Kastanie als landwirtschaftliches Produkt hingewiesen, und die vielseitigen gastronomischen Verwendungsmöglichkeiten der Frucht werden aufgezeigt“, lobt Alois Hinteregger, HGV-Vizepräsident und Obmann des HGV-Bezirks Eisacktal, die Initiative. Die Edelkastanie spielt nicht nur bei den

Kastanienwochen, sondern auch beim so genannten „Keschtnweg“ die Hauptrolle. Der Weg führt von Vahrn über Brixen, Feldthurns, Klausen, Villanders und Barbian über den Ritten bis nach Bozen und bietet Gelegenheit, die herbstliche Natur bei erholsamen und lehrreichen Spaziergängen in den Kastanienhainen in vollen Zügen zu genießen. Auch beim »10. Feldthurner Keschtnigl«, welcher vom 2. bis 4. November in Feldthurns stattfindet, steht die stachelige Frucht im Mittelpunkt: Wanderungen, Ausstellungen, Seminare und Diskussionen und musikalische Unterhaltung erwarten die Besucher. Nähere Infos im Internet: www.kastanie.it. wv

Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen

Street One --------------------------------------------------------

Bar Historia ----------------------------------------------------

black jack young style ---------------------

Vor kurzem übersiedelte Street One von der Säbenertorgasse in die Großen Lauben. Das neue Geschäft präsentiert sich noch größer, mit einer großen Auswahl an modischer Damenbekleidung, mit Eingängen unter den Großen Lauben und am Großen Graben.

Die Bar Historia am Domplatz hat unter neuer Führung wieder eröffnet. Der neue Pächter Fabio Chierichetti bietet viele Spezialitäten, zum Beispiel einen Cafè oder Capuccino Historia sowie leckere Bruschetta. Zum Aperitif werden Erdnüsse, Oliven oder Chips serviert.

Im neuen „black jack young style“ in der Trattengasse findet man junge Mode für Kinder und Jugendliche von 2 bis 16 Jahren, darunter topaktuelle Kollektionen der beliebten Marken Diesel, Converse, Paul Frank, Gas und Take Two.

Robe di Kappa --------------------------------------------

Office System ---------------------------------------------

Skiservice Kleon -------------------------------------

Walter Kofler hat vor kurzem das Geschäft „Robe di Kappa“ in der Altenmarktgasse übernommen. Robe di Kappa ist eine italienische Modemarke für Freizeitbekleidung, die in ihren gleichnamigen Franchiseläden bequeme Mode für Damen und Herren bietet.

Fabian Salcher hat sich mit seinem neuen Unternehmen Office System auf Einrichtungslösungen spezialisiert. Er plant und realisiert Einrichtungen für Büros, Hotels, Spielräume und Spielplätze. Auf www.office-system.it finden Interessierte Gestaltungsmöglichkeiten.

Matthias Kleon hat sich seine langjährige Skiweltcup-Erfahrung zunutze gemacht und vor kurzem einen eigenen Skiservice eröffnet. Im Skiservice Kleon in Milland bietet Matthias umfassenden Ski- und Rennservice sowie den Verkauf von Wachs und Zubehör.

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Holzfeuerung wird gefördert Heizen mit Holz ist nachhaltig und klimafreundlich. Die öffentliche Hand fördert diese umweltbewusste Heizform mit verschiedenen Unterstützungen. Holz ist der nachhaltigste Werkstoff, besonders im Hinblick auf seine energetische Nutzung. Der wesentliche Vorteil der Holzverbrennung gegenüber allen anderen fossilen Brennstoffen liegt bei richtiger Anwendung in seiner Klimaneutralität: Zwar wird ebenso wie bei der Verbrennung von

Öl, Gas oder Kohle Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben, doch durch das Baumwachstum wird dieser im Rahmen eines klimaneutralen Kreislaufs auch wieder gebunden. Holzfeuerungen nutzen nachwachsende heimische Energiequellen und klinken sich in den

Brennstoffkosten im Vergleich, Angaben in Cent pro kWh

natürlichen Kohlenstoffkreislauf nur fortschrittlich, sondern wird ein. Bei der Verbrennung von auch von der öffentlichen Hand Holz entstehen Kohlendioxid und gefördert. Verschiedene FördeWasserdampf, aus diesen wächst rungsprogramme unterstützen die mit der Sonnenergie wiederum Entscheidung für einen umweltneues Holz nach. Im Gegensatz freundlichen Brennstoff aus heizu Öl, Gas und Kohle werden mit mischer Erzeugung. Holz keine Kohlenstoffverbindungen aus unterirdischen Lagerstätten entnommen und als Kohlendioxid in die Atmosphäre verfrachtet. Wer sich für diese umweltbewusste Heizform entscheidet, handelt nicht Holz als nachwachsender klimafreundlicher Brennstoff

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Weißes Haus mit Wohlfühlgarantie Das Blockhaus „Casa Blanca“ von Rubner Haus bietet sowohl die Behaglichkeit eines Holzblockhauses als auch Eleganz in Weiß. Von außen lässt sich kaum erahnen, dass sich hinter der eleganten Fassade der „Casa Blanca“ von Rubner Haus ein Blockhaus verbirgt: In elegantem Weiß gekleidet ist der massive Holzkern nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Die Hauswand der „Casa Blanca“ wurde gewissermaßen umgestülpt: Die Wärmedämmung befindet sich an der Außenseite, die Holzblockwand an der Innenseite des Hauses. Von außen sieht man nur mehr den nach Wunsch gestrichenen Kalkzementputz, der auf Holzwollplatten aufgetragen wurde. Verwendet werden nur diffusionsoffene und mineralische Verputze. Damit der Wand nicht der Atem genommen

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wird, gilt dies auch für den Anstrich – ansonsten könnte das Tauwasser nicht verdunsten.

Das charakteristische Flair

eines Holzblockhauses kann durchaus erhalten bleiben, denn „Casa Blanca“ ist in verschiedenen Kombinationen erhältlich – beispielsweise mit einem nach Mauerwerk aussehenden Erdgeschoss und darüber liegendem Stockwerk in Holz. Genauso kann dem Blockhaus auch innen eine ganz persönliche Note verliehen werden. Den Bauherren stehen zwei unterschiedlich dicke Wandaufbauten zur Wahl, die die Einhaltung der KlimaHaus-Kriterien garantieren.

Die natürlichen Materialien Hanf, Kork und Gips für die Wärmedämmung sind wohnbiologisch unbedenklich. Diese neu entwickelte Massivholzwand bietet Wohnkomfort: Als Wärmespeicher ermöglicht sie im Winter ein energiesparendes Heizen, im Sommer federt sie hohe Temperaturschwankungen ab. Durch seine Beschaffenheit wirkt das Holz zudem feuchtigkeitsregulierend und sorgt somit für ein gesundes Raumklima.

Die Vorzüge, die alle Block-

häuser von Rubner Haus gegenüber herkömmlichen Mauerwerkbauten aufweisen, sind vielfältig:

Angenehmes Wohnklima, hohe statische Sicherheit, die sich besonders im Brandfall und bei Erdbeben bemerkbar macht, sowie die schlüsselfertige Übergabe nach nur eineinhalb Monaten Produktions- und Montagezeit.

Casa Blanca Mod. Cles: außen elegantes Weiß, innen behagliches Holz

KlimaHausPionier

Ökologische Bauweise. 40 % weniger Heizkosten ! Haus COLOMBI

Haus FLORA

Die KlimaHäuser von Rubner erlauben eine Einsparung von 40 Prozent bei den Heizkosten, was natürlich auch für die Umwelt von Vorteil ist. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass unsere Häuser aufgrund der besonderen Bautechnik erdbebensicher sind. Dr. Ing. Daniel Gasser Klimahausexperte Rubner Haus AG • Handwerkerzone 4 • 39030 Kiens • Tel. 0474 563 333 info@haus.rubner.com www.rubner.com Besuchen Sie uns im Musterhauszentrum in Kiens • Mo - Fr 8.00 - 12.00 / 13.00 - 17.00 Sa 9.00 - 12.00 / 13.00 - 18.00

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MITTERRUTZNER BRENNSTOFFE

90 Jahre starke Leistung Das Unternehmen Mitterrutzner aus Brixen schreibt Erfolgsgeschichte: Seit nun schon 90 Jahren bietet es seinen zahlreichen Kunden Service, der seinesgleichen sucht.

So viele Heizanlagen betreuen wir bereits!

Nutzen auch Sie unsere starken Leistungen! Das Team der Mitterrutzner Brennstoffe GmbH Seit 1916 ist das Familienunternehmen im Bereich des Brennstoffhandels tätig und vergrößerte im Laufe der Zeit sein Tätigkeitsfeld. So spezialisierte sich Mitterrutzner Brennstoffe besonders im Bereich der Wärmelieferung und Heizanlagenverwaltung. Dabei sind fortschrittliches Denken, die Investition in innovative Technik und das ehrgeizige Engagement der qualifizierten Mitarbeiter das Erfolgsrezept des Unternehmens. Mit ihrer Hilfe garantiert Mitterrutzner prompten Service, 24 Stunden, jeden Tag. Ob Lieferung von Brennstoffen wie Öl, Gas und Pellets, zuverlässiger Heizanlagen-Wartungsservice oder die Übernahme des gesetzlichen dritten Verantwortlichen bei öffentlichen

Gebäuden, Betrieben und Kondominien – Mitterrutzners zufriedene Kunden schätzen dieses umfangreiche Leistungsangebot sowie die professionelle Energieberatung. Mit seinem bewährten Check-Up-Service sorgt Mitterrutzner für die effiziente, ökonomische Wärmeleistung einer jeden Heizanlage durch dessen Reinigung und Feineinstellung sowie der Behebung von Funktionsausfällen.

Heute betreut Mitterrutzner

Brennstoffe über 200 Heizanlagen im Sinne der Energieeffizienz. Das Resultat kann sich sehen lassen und darf gefeiert werden. 90 Jahre Mitterrutzner Brennstoffe – 90 Jahre starke Leistung! Infos: Tel. 0472 836166

BRENNSTOFFLIEFERUNG: ÖL, GAS, PELLETS Mitterrutzner bietet individuelle Wärmelieferung von Öl, Gas und Pellets. Eine weitere Stärke von Mitterrutzner liegt in der effizienten, professionellen Energieberatung: Ziel ist es, den Gesamtaufwand für die Wärmeleistung zu senken und somit die Wirtschaftlichkeit einer jeden Heizanlage zu maximieren. Ermitteln Sie mit Mitterrutzner Ihre ideale Heizungslösung! ÜBERNAHME DES 3. VERANTWORTLICHEN Für öffentliche Gebäude, Betriebe und Kondominien stellt Mitterrutzner den gesetzlich vorgesehenen Energieverantwortlichen und übernimmt die Führung der Heizanlage laut Norm. HEIZANLAGEN-WARTUNG Mit seinem bewährten Check-Up-Service sorgt Mitterrutzner für die effiziente Wärmeleistung Ihrer Heizanlage durch dessen Reinigung und Feineinstellung sowie der Behebung von Funktionsausfällen. Seine qualifizierten Mitarbeiter und die intensive Kooperation mit Installateuren und Brennertechnikern garantieren einen prompten Service, 24 Stunden, jeden Tag! Wenden Sie sich vertrauensvoll an Mitterrutzner!

BRIXEN Brennerstraße „Wohnen am Park“ T 0472 836 166 – www.mitterrutzner.bz.it 24h-Notdienst: 348 15 17 099

Regelmäßige Wartung steigert die Heizeffizienz und senkt die Heizkosten. 69


FINSTRAL

Heizung & Energie

Mit Fenstern Geld sparen

Extra

Alte Fenster verursachen hohe Kosten, neue Fenster erweisen sich als echte Energiesparer. Jeder stöhnt über die hohen Energiepreise. Beim Ölpreis jagt ein Rekordhoch das nächste, und kein Ende ist in Sicht. Was tun? Viele Hausbesitzer setzen auf neue und moderne Heizanlagen und lassen schlecht gedämmte, veraltete Fenster austauschen. Denn was nützt die sparsamste Heizung, wenn zum Fenster hinaus geheizt wird? Undichte Fenster sind das schwächste Bauteil in der Fassade und häufig die Ursache für erhöhte Heizkosten. Es gilt deshalb besonders beim Fenster, Maßnahmen zur Einsparung von Energieverlusten zu ergreifen. Ihren vollen Nutzen bringen neue Fenster allerdings nur, wenn sie qualitativ hochwertig sind und fachgerecht eingebaut werden.

Wärmedämmfenster mit hoch-

wärmedämmenden Rahmenmaterialien und verschiedenen Wärmeschutzverglasungen bietet Finstral. Durch den Einsatz dieser Wärmedämmfenster reduziert sich der Energieverlust um mehr als 50 Prozent. Die bessere Isolierung bringt nicht nur Einsparungen, sondern erhöht auch den Raumkomfort: Wärmeschutzfenster strahlen weniger Kälte ab, sie reduzieren die Temperaturschwankungen im Raum und sorgen für eine effizientere Energiebilanz. Die verbesserte Isolierung und die Verringerung des Energieverbrauches bewirken, dass weniger Verbrennungsschadstoffe in die Umwelt gelangen. Besonders der Ausstoß von CO2 wird wesentlich reduziert. Der Einsatz von Finstral Wärmedämmfenstern stellt somit einen direkten Beitrag zum Umweltschutz dar. Über den baulichen Wärmeschutz nachzudenken empfiehlt sich besonders bei Gebäuden, die mehr als zehn Jahre alt sind. Gezielte Maßnahmen wie die Investition in neue Fenster machen sich schnell bezahlt: Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit einer Fensterfläche von 25 Quadratmeter 70

liegt das Einsparpotenzial bei 500 Liter Heizöl pro Heizperiode. Das sind bei einem Heizölpreis von 0,60 Euro pro Liter immerhin Einsparungen von 300 Euro jährlich. Mit steigendem Ölpreis fällt die Ersparnis sogar noch höher aus.

Dank eines speziellen Altbau-

systems kann Finstral den Fensteraustausch schnell und einfach innerhalb eines Tages durchführen. Der komplette Austausch der Fenster durch Finstral-Monteure dauert nur wenige Stunden, und dank moderner Verfahren bleiben keine Spuren. Der alte Rahmen bleibt als Blindzarge im Mauerwerk, das neue FinstralFenster wird sicher aufgesetzt. Anschlussprofile decken die Fuge außen- und raumseitig ab. Das Ergebnis: bessere Energiebilanz, höherer Wohnkomfort und mehr Sicherheit. Zudem hält ein verbesserter Schallschutz den Lärm und die Einbruchhemmung die Diebe fern. Auch wird die Fenstermodernisierung, durch die eine deutliche Energieeinsparung erreicht wird, mit Steuervorteilen belohnt. Der Einbau neuer Finstral-Fenster ist ein Tauschgeschäft mit Gewinn.


AMT FÜR ENERGIEEINSPARUNG

Strom von der Sonne Mit Hilfe von Photovoltaik kann aus Sonnenenergie elektrischer Strom erzeugt werden. Die Nutzung von Solarenergie ist eine saubere, umweltverträgliche Energiegewinnung, die gleichzeitig zur Reduzierung der CO2-Emissionen beiträgt.

Als Photovoltaik bezeichnet man die Gewinnung von elektrischer Energie durch Umwandlung aus Strahlungsenergie, meistens Sonnenenergie, unter Zuhilfenahme von Solarzellen. Photovoltaik ist seit 1958 im Einsatz, zunächst in der Energieversorgung von Satelliten mittels Solarzellen. Ausgelöst durch die Energiekrisen in den 1970er Jahren und das gestiegene Umweltbewusstsein wurde verstärkt politisch versucht, Photovoltaik durch technische Fortschritte auch wirtschaftlich interessant zu machen. Mittlerweile wird Photovoltaik zur Stromerzeugung auf der ganzen Welt eingesetzt und findet Anwendung

als alleinige Stromversorgung in so genannten Inselanlagen oder als netzgekoppelte Anlagen mit Einbindung in das öffentliche Stromnetz.

Die als Licht und Wärme auf

die Erde auftreffende Menge an Sonnenenergie ist 15.000 mal höher als der Primärenergieverbrauch der Menschheit, davon beträgt der Anteil an Lichtenergie zirka 75 Prozent. Diese Strahlungsenergie kann photovoltaisch direkt in Elektrizität umgewandelt werden, ohne dass Nebenprodukte wie Abgase oder Ähnliches entstehen. Die Energieumwandlung findet mit Hilfe von Solarzellen,

die in Photovoltaikanlagen zu so genannten Solarmodulen verbunden werden, in Photovoltaikanlagen statt. Die erzeugte Elektrizität kann entweder vor Ort genutzt, in Akkumulatoren gespeichert oder in Stromnetze eingespeist werden. Bei Einspeisung der Energie in das öffentliche Stromnetz wird die von den Solarzellen erzeugte Gleichspannung von einem Wechselrichter in Wechselspannung umgewandelt. Mitunter wird eine alleinige Energieversorgung mittels Photovoltaik in Inselsystemen realisiert, zum Beispiel auf Almhütten oder für Bewässerungsanlagen. Um hier kontinuierlich

Energie zur Verfügung zu stellen, muss die Energie in Akkumulatoren gespeichert werden. Die photovoltaische Stromerzeugung ist wegen der Herstellungskosten der Solarmodule im Vergleich zu herkömmlichen Kraftwerken deutlich teurer und aufgrund des zurzeit eher niedrigen Wirkungsgrades sehr flächenintensiv. Staatliche Förderungen in erneuerbare Energien und die Abnahme des produzierten Stroms zu garantierten Fixpreisen machen jedoch die photovoltaische Stromerzeugung als zusätzlicher Baustein in einem sinnvollen Energiemix verschiedener Stromerzeuger interessant.

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Mit Sparherd gewinnen Die Firma Pertinger Herde aus MĂźhlbach setzt in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien auf hĂśchste Qualität ihrer Sparherde. Das MĂźhlbacher Traditionsunternehmen Pertinger Herde hat in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien den innovativen Biofeuerraum „Ökoalpin“ entwickelt. Der nach §15a der Abgasverordnung geprĂźfte Biofeuerraum Ăźberzeugt durch einen deutlich hĂśheren Wirkungsgrad und hĂśhere Verbrennungstemperaturen

Extra

Heizung & Energie

PERTINGER Herde

gegenĂźber herkĂśmmlichen Brennräumen. Der Holzverbrauch wird verringert, es treten weniger AscherĂźckstände auf. Die saubere und gleichmäĂ&#x;ige Verbrennung entlastet zudem die Umwelt. Pertinger Sparherde sind damit technisch so ausgefeilt, dass sie die besten Energiewerte aus jedem StĂźck Holz herausholen.

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Pertinger Herde bringen Wohnkomfort in jede KĂźche.

hat, kennt die unvergleichlich behagliche und wohltuende Wärme, die von Holzherden ausgeht. Das Knacken und Knistern im Herd schafft eine gemßtliche, entspannende Atmosphäre und verbessert das Wohlbefinden. Wenn obendrein das Essen auf dem Herd brutzelt und vielleicht noch der Kuchen im Rohr backt, fßhlt man sich an Omas Zeiten erinnert. Dank innovativer Technik ist dies nun auch mit besten Brennwerten gewährleistet. Auch der Umwelt zuliebe sollte man sich fßr einen Sparherd entscheiden. Pflanzen benÜtigen fßr ihr Wachstum Kohlendioxid (CO2). Bei der Verbrennung gibt Holz nur so viel Kohlendioxid an die Atmosphäre ab, wie zuvor im Laufe des Wachstums vom Baum

brennt oder im Wald verrottet, die CO2-Abgabe bleibt dieselbe. Die freigesetzte Menge wird wiederum von wachsenden Bäumen aufgenommen. Heizen mit Holz entspricht somit dem natßrlichen Öko-Kreislauf und trägt nicht zum Treibhauseffekt bei. Die bei der Verbrennung entstehende geringe Menge an Holzasche kann als mineralstoffreicher Dßnger dem Garten und dadurch der Natur wieder zugefßhrt werden. Durch Heizen mit Holz bekommt man vÜllige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und zudem ein gßnstiger, krisensicherer Energielieferant. Dadurch ist und bleibt Holz der versorgungssicherste Brennstoff der Zukunft.

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Wer einmal mit Holz geheizt gespeichert wurde. Ob Holz ver-

8PIOFO XPFTBNTDIzOTUFOJTU à HSP‡[HJHF8PIO¿jDIFO à IPDIXFSUJHF"VTGISVOH à FJO[JHBSUJHFS1BOPSBNBCMJDL

,MFJOFS(SBCFO #SJYFO 5FMĂ XXXTBEFSJU

• Maurerarbeiten • Altbausanierung • Verputzarbeiten • Wärmeisolierungen • UnterbÜden • Lehmputz

,MJNBQFISBUVF T &Y Wohnhaus Messnerhof in Viums: Einsetzen von Rollokästen, interne Verputzarbeiten und FlieĂ&#x;estrich, Ăśkologische Wärmedämmung mit 10 cm Minopor RĂśfix-Mineraldämmplatten


ELEKTRO PLAICKNER

Mit Visionen in die Zukunft Zehn Jahre Erfahrung und zahlreiche zufriedene Kunden belegen den Erfolg des Unternehmens Elektro Plaickner in Brixen. enorm, Kunden profitieren von der besseren Erreichbarkeit und können im Ausstellungsbereich aus einem umfassenden Sortiment an Materialien und Elektrozubehör wählen.

Mittlerweile umfasst das UnterBarbara und Martin Plaickner Von der Elektroinstallation zur Gebäudeautomation, von Staubsaugeranlagen, Beleuchtungssystemen, Überwachungs- und Klimaanlagen bis hin zu TV-/ Sat-Anlagen, Blitzschutz und Brandmeldeanlagen reicht das Leistungsspektrum des Unternehmens Elektro Plaickner in Brixen. Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte Lösungen für Private, Gewerbe und Gastronomie.

Anlässlich des runden Firmen-

jubiläums blickt Martin Plaickner zufrieden zurück auf die Anfänge und die bisherige Entwicklung seines Unternehmens. Vor zehn Jahren hatte er seinen Elektrobetrieb in Albeins gegründet, durch Termintreue und zuverlässige Ausführung der Arbeiten konnte er von Anfang an überzeugen: Zufriedene Kunden empfahlen den Betrieb weiter, ein Auftrag folgte dem nächsten. Mitarbeiter wurden angestellt, bald reichte das Lager nicht mehr aus, es wurde eng im kleinen Betrieb. Im Jahr 2005 übersiedelte das Unternehmen in den neuen Firmensitz im Gewerbepark WOC in der Industriezone von Brixen. Die neue Infrastruktur erleichtert die Kundenbetreuung und Auftragsabwicklung

nehmen Elektro Plaickner zwölf Mitarbeiter. so dass Martin und Barbara die Neustrukturierung des Betriebes planen, um ihn in neue Dimensionen zu führen. Ihre Pläne umfassen die Aus- und Weiterbildung des Teams, den Auf- und Ausbau von Kernkompetenzen sowie die Erweiterung des Leistungsangebotes, um neuen elektrotechnischen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Ob TV-Umstellung von analog auf digital, Realisierung von Photovoltaikanlagen zur umweltfreundlichen Stromgewinnung durch Nutzung von Sonnenenergie bis hin zur Erstellung von Niedrigenergiekonzepten – Elektro Plaickner stellt sich souverän den Herausforderungen neuer Trends und bleibt ein kompetenter Ansprechpartner in Sachen Elektrotechnik.

LED-Beleuchtung in der Traube

Der Ausstellungsraum bei Elektro Plaickner

Niedrigenergielösungen ge-

winnen aufgrund steigender Energiekosten an Bedeutung. Im Bereich von Beleuchtungssystemen überzeugen insbesondere LED-Lichtsysteme durch ihren enorm niedrigen Energieverbrauch und ihre hohe Lebensdauer. Leuchtdioden, kurz LEDs, werden vor allem im Außenbereich als Fassaden- oder Orientierungsbeleuchtung eingesetzt, aber auch als Gestaltungselemente im Innenbereich. Als Lichtpunkte oder -leitschienen am Boden, an

Das Team der Firma Elektro Plaickner

Ausführung der Elektroarbeiten im Hotel Ploseblick in Natz Wänden oder in Decken inszenieren sie Räume, Schaubereiche und Nischen und schaffen einzigartige Atmosphären. Mehr Energieeffizienz im Bereich des Gebäudemanagements bringt eine intelligente Gebäudeautomatisierung. Über EIB-Anlagen werden Gebäudefunktionen wie zum Beispiel Beleuchtung, Heizung, Jalousien und Beschattungssysteme bis hin zu Überwachungs- und Zutrittsystemen zentral unter Nutzung sämtlicher Synergien gesteuert und dadurch die Energiekosten enorm reduziert. Die Gebäudeautomation senkt den Energiebedarf, steigert den Komfort, schafft Freiräume und erhöht die Sicherheit.

Von der Lichtplanung und

-installation über Gebäudeautomation bis hin zur Realisierung von Photovoltaikanlagen bietet Elektro Plaickner maßgeschneiderte Lösungen zu zukunftsträchtigen Niedrigenergiekonzepten.

J.-Durst-Straße 66 WOC 3. Stock 39042 Brixen Tel. 0472 068311 Fax 0472 069638 info@elektro-plaickner.it 73


Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixen.net Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Manuela Kerer (mak) Dietmar Pattis (dp) Hildegard Gargitter (hg) Elisabeth Stürz (es) Albina Kritzinger (ak) Andreas Gottlieb Hempel (agh) Günther Eheim (gevs) Ingo Dejaco (id) Andrea Bodner (ab) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Brennerstraße 32, I-39042 Brixen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. November 2007 Nächster Redaktionsschluss: 6. November 2007 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 74

Prozessausgleich

Oktober 1907

Brixen, Dienstag, den 29. Oktober 1907

Größerer Schutz der Fischzucht

retten. Der Selbstmörder soll in den nächsten Tagen wieder nach Hall geliefert werden.

Brixen, Dienstag, den 1. Oktober 1907

Heimisches Kunstgewerbe

Die zu beklagende Tatsache. dass den Fischereiverhältnissen Tirols nicht die diesem wichtigen Zweige der Landeskultur gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wird, hat das k.k. Ackerbauministerium veranlasst, eine schärfere und konsequentere Handhabung der Hebung der Fischerei bezweckende Bestimmung des für Tirol geltenden Gesetzes vom 4. April 1886, LGB. Nr. 25 ex 1887, beziehungsweise der Verordnung vom 19. Juni 1897 LGB. Nr. 29, zu verlangen. Es wird somit darauf aufmerksam gemacht, dass gegen alle Übertretungen der zum Schutze der Fischerei erlassenen Vorschriften mit größerer Strenge als bisher vorgegangen werden wird, um durch eine strenge Handhabung der Markt- und Wirtshauspolizei dem Fange von Fischen unter dem vorschriftmäßigen Maße entgegenzuwirken sowie eine genaue Einhaltung der Schonzeit zu erzielen. Dies wird im Auftrage der k.k. Bezirkshauptmannschaft Brixen von 20. September §11.129 zur allgemeinen Kenntnis gebracht.

Versuchter Selbstmord in der Zelle Brixen, Dienstag, den 22. Oktober 1907 Am letzten Freitag wurde hier ein feingekleideter Herr verhaftet und dem k.k. Bezirksgericht eingeliefert. Es stellte sich heraus, dass es der bekannte Hochstapler Alois Erardi war, von dem schon einige entsprechende Notizen in Nr. 52 und 56 des heurigen Jahres brachte. Der verhaftete war in letzter Zeit in der Irrenanstalt in Hall betreffs Untersuchung. Als der hiesige Kerkermeister den Gefangenen in der Zelle aufsuchte, fand er ihn an einem Leintuch aufgehängt. Schnelles Eingreifen konnte den Erhängten noch vor dem Tode

Es bereitet uns immer Vergnügen, hervorragende Leistungen, Erfolge und Auszeichnungen, die unsere heimischen Kunstgewerbe zuteil werden, registrieren zu können. So hatten wir schon öfters Gelegenheit, die bestbekannte Glasmalereianstalt Jäger und Strobl lobend erwähnen zu können, welche vermöge ihrer künstlerischen, stilgerechten Leistungen auf dem Gebiete der Glasmalerei sich eines guten Rufes in kirchlichen Kreisen erfreut und sogar nach außereuropäischen Ländern exportiert. – Heute können wir über einen höchst ehrenden Auftrag berichten, welcher der schon oft prämierten und mit Recht weitbekannten Kunststickerei-Anstalt des Herrn Michael Hofer, Paramenten- und Fahnenerzeuger, erteilt wurde. Er betrifft eine Vereinsfahne, einen Traghimmel und ein Wimpelbanner, welch schöne Erzeugnisse dieser Tage über „das große Wasser“ nach Amerika gingen. Wir hatten Gelegenheit, obgenannte Arbeiten dieser strebsamen Firma zu besichtigen, und müssen gestehen, dass wir entzückt waren von der prachtvollen, wohl auch ungemein schwierigen Handstickerei und dem äußerst gelungenen Farbenarrangement. – Da von dieser Firma, wie uns bekannt, nur würdig, stilvolle Arbeiten geliefert werden und die Auftragsgeber, auch was die Preise anbelangt, zur Zufriedenheit bedient werden, so ist es erklärlich, daß sich die Anstalt eines immer größer werdenden Kunstkreises erfreut.

Bei den Kanalisationsarbeiten in Brixen, die von der Firma Masera & Bückardt mit anerkennenswertestem Geschick durchgeführt werden, war es nicht zu vermeiden, dass einzelne Gebäude infolge ihrer schlechten Fundamentierung – die meisten Häuser hatten ja überhaupt kein Fundament nach bautechnischer Auffassung – einige kleinere Risse bekamen, trotzdem die Firma auf peinlichste Weise darauf Bedacht nahm, gefährdete Häuser ausreichend zu pölzen. Die Direktion des Hotels „Goldenes Kreuz“ stellte als einzige Beschwerdeführerin einen Schadenersatzanspruch von über Kr. 5.000. Bei der Unsicherheit auf Geltendmachung des Anspruches zog sie indes einen Vergleich mit zirka Kr. 2.500 einem langwierigen Prozess vor.

Die Zeitungs­artikel auf dieser Seite wurden von Günther Eheim aus der „Brixener Chronik“ entnommen, die 1888 gegründet wurde und bis 1925 erschien. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige ­Kuriositäten werden ohne ­Korrektur beibehalten.


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Brixner 213 - Oktober 2007  

Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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