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Brixner 421 - Februar 2025

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Jahrgang 36 · Februar 2025

Der neue Hofburggarten

Brixner Gemeinderat genehmigt Vorprojekt Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung


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Inhalt POLITIK & GESELLSCHAFT 04 | VORPROJEKT ZUM HOFBURGGARTEN: Geheimnis gelüftet 12 | Gemeindepartnerschaften: „So entstehen Freundschaften“ MENSCHEN & MEINUNGEN 20 | PORTRAIT: Friedrich Überbacher 26 | Pro & Contra 27 | Umfrage: Andere Umgangsformen? KUNST & KULTUR 28 | LACHEN MIT GESCHICHTE: Das „Stadtlerlåchn“ im Wandel der Zeit 32 | Luca Passarella kehrt als Pianist zurück: „Für Brixen“ 33 | Gunkl in der Dekadenz: leiwand! VERANSTALTUNGEN 39 | TIMER: März 2025 FREIZEIT & SPORT 46 | WINTERSPORT FÜR SENIOREN: Was tun? WIRTSCHAFT & UMWELT 54 | Matthias Tauber, Boston Consulting Group, im Interview: „Mit optimistischem Grundton“ 62 | Die Riggertalbrücke: Ein Mahnmal der Ingenieurbaukunst 64 | Betriebsportrait: Viel Neues in der Erlebnisgärtnerei Reifer EXTRA 71 | Bauen & Renovieren

Editorial Cool bleiben! Wenn ich mir anschaue, vor welchen Herausforderungen manche Teile der Welt stehen … da können wir doch glatt froh darüber sein, dass wir uns den Luxus leisten können, über einen Garten zu streiten. Seit 2008 beschäftigt sich Brixen mit dem Hofburggarten. 2008! Bei aller Liebe zur Demokratie, deren Mühlen bekanntlich langsam mahlen: Das ist doch absurd. Kürzlich wurde das Vorprojekt endlich im Gemeinderat genehmigt. Fragwürdig war die teilweise respektlose Ausdrucksweise einiger Personen rund um die gesamte Debatte, bei der das Projekt an sich sträflich vernachlässigt wurde. Manche Äußerungen hatten mit sachlicher Kritik überhaupt nichts mehr zu tun. Cool bleiben! Was bringt so eine aufgeheizte Diskussion? Gemeinsam darüber nachzudenken, was mit dem Garten mitten in der Stadt passiert und wie öffentliche Gelder eingesetzt werden, ist völlig legitim, und eine inhaltliche Diskussion kann ein Projekt bereichern und verbessern. Wer aber grundsätzlich gegen etwas ist, hat kein Interesse daran, konstruktiv mitzugestalten. Außerdem sollte es in der Politik eher darum gehen, Entscheidungen zu treffen, als Themen zu Tode zu diskutieren. Dass diejenigen, die von Anfang an eine andere Vision für den Garten hatten, immer noch nicht vom Projekt überzeugt sind, ist ihr gutes Recht. Aber so zu tun, als sei die eigene Sichtweise die einzig richtige, zeugt von wenig Demokratieverständnis. Etwas Ruhe und Augenmaß würden der Sache gewiss nicht schaden. Übrigens darf ich Sie auf eine kleine Neuerung im „Brixner“ aufmerksam machen: Auf der vorletzten Seite finden Sie künftig die Rubrik „Zeitkapsel“, in der wir Auszüge aus den allerersten „Brixner“-Ausgaben veröffentlichen. Die „Brixener Chronik“, die wir bisher dort abgedruckt haben, wurde nämlich 1925 eingestellt – und da der erste „Brixner“ in diesem Monat vor 35 Jahren zum ersten Mal erschienen ist, war es ein guter Zeitpunkt für diese Änderung. Es ist interessant zu sehen, welche Themen die Domstadt damals beschäftigten – und welche immer noch aktuell sind. Ihre Anina Vontavon


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› Politik & Gesellschaft

Geheimnis gelüftet

BRIXEN: Es tut sich was: Der Gemeinderat hat das Vorprojekt zum Hofburggarten genehmigt. In den Tagen vor und nach der Gemeinderatssitzung wurde viel darüber diskutiert. Ein Blick darauf, was geplant ist.


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„Sehen Sie diese Präsentation als Gruß aus der Küche“, sagt André Heller zu den versammelten Journalistinnen und Journalisten. Gerade hat er in Brixen seine Gedankengänge zum Hofburggarten erklärt, dessen künstlerischer Ideengeber er seit einigen Jahren ist. Es ist der 30. Jänner 2025, der Gemeinderat wird ein paar Stunden später das Vorprojekt genehmigen. Dass der Garten aufgrund der jahrelangen Vorgeschichte auf Interesse stoßen würde, war zu erwarten, ebenso, dass er die Gemüter einiger Personen erhitzen würde – dazu später mehr. Zunächst ein Blick darauf, was in der politischen Diskussion in den Hintergrund gerückt ist: Was genau darf Brixen eigentlich erwarten? Was meint Heller, wenn er von einem „Garten der Überraschungen“ spricht? Virtueller Besuch Dafür empfangen Architektin Petra Sigmund, Ingenieur Renato Sette, Bürgermeister Andreas Jungmann und Andrea Bodner den „Brixner“ im Büro des Bürgermeisters. Die Gemeinderatssitzung liegt zu diesem Zeitpunkt bereits

p PLATZ ZUM AUSRUHEN UND VERWEILEN: Niederschwellige Sitzgelegenheiten und Ruhezonen finden sowohl im Ziergarten als auch im Pomarium Platz

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gute zehn Tage zurück, die größte Aufregung hat sich gelegt. Die Gemeindetechniker Renato Sette und Petra Sigmund hatten die Aufgabe, „die Idee eines Künstlers in ein architektonisches Projekt umzusetzen“, wie Sigmund erklärt. Neben der künstlerischen Idee braucht es die richtige Infrastruktur wie Wasserleitungen und Beleuchtung. Sicherheitsbestimmungen, etwa der Brandschutz, müssen bedacht, die Gesetzesbestimmungen eingehalten werden. Während Heller und sein Team also das künstlerische Konzept dieses Gartens entwickelt haben, sind es in Wahrheit viele Personen, die an der Umsetzung beteiligt sind. „Entstanden ist ein Zusammenspiel aus künstlerischer Idee und genehmigungsfähigem Projekt“, erklärt Sigmund. Geduldig leiten Sigmund und Sette gemeinsam mit dem Bürgermeister erneut durch den Garten, an dem sie in den letzten Monaten intensiv gearbeitet haben. Um ihn besser zu veranschaulichen, begeben wir uns auf einen fiktiven Besuch: Zugänglich ist der Hofburggarten künftig über die Hofburg, wo ein neuer Kassabereich und ein Café entstehen soll. Die bestehende Steinbrücke wird saniert und an die Sicherheitsbestimmungen angepasst. Von dort aus führt ein Natursteinplattenweg entlang der historischen Achse nach Süden, wo sich das „grüne Herz“ des neuen Gartens erschließt: Auf 0,74 Hektar findet man einen Ziergarten, eine hügelige Landschaft mit Grünflächen, Wegen, Sitzgelegenheiten und Liegewiesen, außerdem einen Wasserweg, der an die traditionellen Waalwege erinnert und sich von Nordosten des historischen Wassergrabens zu einem Brunnen im südwestlichen Bereich des Gartens schlängelt. Entlang des Wasserweges befindet sich ein bodentiefes Becken, in dem Kinder spielen können. „Der Garten ist eigentlich als Rundgang konzipiert – durch ein Spiel mit unterschiedlichen Bodenbelägen der Wege, die sich teilweise mit dem Grün vermischen, und andere architektonische Feinheiten soll er gleichzeitig Besuchende dazu einladen, alle Ecken abseits des vorgezeichneten Weges zu erkunden“, erklärt Sigmund. In diesem Innenteil des Gartens sind außerdem zwei Baumskulpturen vorgesehen: Gerüste aus Stahl, die mit Kletterpflanzen bewachsen sind und einen künstlichen, begehbaren Baum darstellen. Steigt man hinauf, gewähren sie einen Blick auf den Garten von oben. Die beiden bestehenden historischen Türme wurden bereits saniert und sollen möglichst ebenfalls zugänglich sein. „Wir befinden uns noch in Absprache mit dem Denkmalamt, um die dafür nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen zu können“, so Renato Sette. Im südöstlichen Bereich des Ziergartens findet sich ein herzförmiges Labyrinth. Eine neue Fußgängerbrücke sowie eine 20 Meter lange Bank auf der Höhe der ehemaligen Orangerie im Nordosten schließen den Rundgang ab. Von dort aus wird der Hofburggarten aus einer neuen Perspektive ersichtlich; man kann sich ausruhen und den Blick schweifen lassen. „Ein riesiges Wohnzimmer“ Auf dem weitaus größeren Teil des Gartens, etwa 1,5 Hektar, entsteht ein großes Pomarium: „Hier finden Besuchende viele Nischen, Ruhezonen, teilweise mit Tischen, Stühlen, Liegestühlen, für niederschwellige Angebote zum Verweilen, Karten spielen, Lesen“, sagt Sigmund. Mitten im Pomarium, im Norden des Gartens, steht zudem eine runde Agora, die einem kleinen vertieften Amphitheater gleicht: Hier könnten Musik- oder Theateraufführungen stattfinden, Diskussionen abgehalten werden, Erzählnachmittage oder Yoga. „Der Garten ist nicht nur eine Flanierzone, sondern ein riesiges Wohnzimmer für alle“, sagt Heller in


› Politik & Gesellschaft

Foto: Anina Vontavon

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seiner Präsentation. „Die Leute sollen keine Angst haben, quer durch den Garten zu gehen, sondern können frei erkunden und an jeder Ecke etwas Neues entdecken oder sich niederlassen und zur Ruhe kommen“, unterstreicht auch Helga Salchegger bei der Pressekonferenz am 30. Jänner. Sie ist Expertin am Versuchszentrum Laimburg und hat das Projekt aus ökologischer Sicht betreut. Die traditionellen Pergolen, die den Garten umrahmen, werden saniert und ergänzt. Im Übergang zwischen dem Ziergarten und dem Pomarium steht außerdem eine Neuinterpretation der traditionellen Pergolen aus einfachen Metallstrukturen, an denen sich Laubgehölze ranken. „Dadurch können wir in schneller Zeit Schatten kreieren, was vor allem im Sommer unerlässlich sein wird“, erklärt Salchegger. Im Süden, außerhalb der Mauern, entsteht ein Servicegebäude mit Lager, Werkstatt, Garage, Technikräumen, einem Büro mit Umkleiden, Archiv und Sanitärräumen sowie einem Pumpenraum für die Bewässerung. Im Nordosten des Gartens ist ein Sanitärgebäude vorgesehen. Südtiroler Streuobstwiese „Wir haben gemeinsam viele Debatten darüber geführt, was wir diesem Garten schulden“, sagt Salchegger bei der Pressekonferenz. Die Expertin der Laimburg hat gemeinsam mit Heller die Pflanzenwelt bis ins letzte Detail analysiert, um den Garten ökologisch wertvoll zu gestalten: „Sie werden in diesem Garten keine Palmen finden, sondern vor

p Universalkünstler André Heller und Helga Salchegger (stehend) präsentierten das Vorprojekt Ende Jänner dem Brixner Gemeinderat

allem Pflanzenarten mit viel Nektar, Blüten und Pollen“, erklärt Salchegger, „das Pomarium ist als Streuobstwiese aus verschiedenen Obstarten gedacht.“ Die Sorten wurden nach zwei Kriterien ausgesucht: „Einerseits sollte der Bezug zu Südtirol gegeben sein – es kommen etwa Barbianer Zwetschgen und Bozner Äpfel vor, oder auch der Maulbeerbaum, der geschichtlich mit Brixen verbunden ist. Außerdem sahen wir es als Chance, Sorten anzubauen, die es in Südtirol nicht mehr häufig gibt“, so Salchegger weiter. Das zweite Kriterium war, dass es sich um pflegeleichte Sorten handeln sollte, um Krankheiten so gut es geht vorzubeugen und eine ressourcenschonende Bewässerung zu ermöglichen.

„ D er Garten ist nicht nur eine Flanierzone, sondern ein riesiges Wohnzimmer für alle“

_ André Heller, Universalkünstler

Unter diesen Bäumen soll eine Blumenwiese angelegt werden, die ebenfalls aus autochthonen Arten besteht. „Diese Kombination aus Streuobstgarten und Blumen-

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Brixner Nr. 421 wiese ist ökologisch sehr interessant und ein Hotspot für Biodiversität“, führt die Expertin aus. Auch im südlichen Bereich des Gartens entsteht ein Blütenband. Hört man Salchegger zu, merkt man, wie viel Arbeit sie in das Konzept gesteckt hat: „Jede Pflanze hat ihren Platz“, sagt sie lächelnd. Es sei wichtig zu analysieren, welche Pflanze wie viel Sonne vertrage, wo es hingegen Schatten brauche, auch für die Besuchenden. „Man kann auch mit heimischen Pflanzen Besonderheiten schaffen“, so Salchegger – eine Kombination aus Pflanzen mit besonderem Kniff, lokal und ästhetisch. „Der Garten soll eine Anregung zur Sinnlichkeit sein“, drückt es André Heller aus. Er selbst habe schöne Kindheitserinnerungen an die labyrinthischen Wege vom Garten beim Schloss Schönbrunn, die in diesen Garten miteinfließen sollen. Garten zum Erholen und Verweilen Die Gestaltung von Gärten ist für den Universalkünstler eine Herzensangelegenheit: „Ich habe vor etwa 30 Jahren gelernt, dass das Nützlichste, was man bauen kann, Gärten sind“, sagt er. Er will Menschen etwas bieten, was ihnen gefällt, wo sie gerne hin- und wiederkommen. „Wir wollen ihnen ein Angebot machen, dass sie sich in einem Ort finden, wo sie sich selbst besser kennenlernen, wo sie eine Art von Ermutigung erfahren.“ Hellers Art und Weise, sich auszudrücken, polarisiert: Manche sind eingenommen von seinen emotionalen und persönlichen Schilderungen, seinen Gedankengängen. Andere scheint er in seinen Aussagen zu schwammig, etwas zu abstrakt zu sein. Der Künstler weiß selbst über sein Image Bescheid,

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nimmt es aber gelassen: „Das Nicht-Mögen ist viel leichter, als für etwas zu sein.“

„ D er Hofburggarten fügt sich stimmig in Brixens Gesamtbild ein, das Alt mit Neu verbindet“ _ Renato Sette, Projektleiter Bürgermeister Andreas Jungmann glaubt, dass die vergangenen Jahre gut genutzt wurden, um das Projekt von André Heller zu überarbeiten und einige Aspekte zu verändern: Der ehemals im Garten angedachte Restaurationsbetrieb soll jetzt in die Hofburg integriert werden, der ehemals ebenfalls im Garten geplante Ausstellungsraum fällt weg. Die Orangerie ist im aktualisierten Projekt vollkommen umgestaltet, und das Pomarium soll so errichtet werden, dass es zur Erholung und zum Verweilen einlädt. Neu sind auch die Pergolen, die hügelige Landschaft mit langen Bänken und anderen Sitzgelegenheiten. Der grundsätzliche Fokus des Gartens sei nun noch stärker auf die Fauna ausgelegt; er soll die Klimaanpassung unterstützen und Menschen einen Ort der Erholung bieten. Für Kunstwerke soll im Garten ebenso Platz gefunden werden, wenn auch im Rahmen der Vorstellung des Vorprojekts noch nicht viel weiteres verraten wurde. 2,3 Millionen Euro sind derzeit vorgesehen, die noch nicht

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wurde im Gemeinderat ein Antrag von Fratelli d’Italia, der die Möglichkeit nach einem kostenlosen Zugang für die Brixner Bevölkerung ins Auge fasst. Derzeit sei man dabei, die unterschiedlichen Möglichkeiten auszuarbeiten: „Wir müssen dafür eine saubere Lösung finden, denn laut EU-Regelung sind solche Vorteile für Einheimische im Sinne der Gleichbehandlung nicht zulässig“, sagt der Bürgermeister. „Eine Option wäre etwa jene des Pantheons in Rom, das die lokale Bevölkerung mit der Bürgerkarte oder dem Personalausweis betreten kann. Diese Kosten werden vom Kulturministerium gedeckt.“ Die Gemeinde könnte also entscheiden, mit Steuergeldern den Eintritt für die Einheimischen zu übernehmen und ihnen so den kostenlosen Eintritt zu ermöglichen – ähnlich, wie es auch schon bei der „Mycard“ gehandhabt wird. Politisches Geplänkel

in die Gesamtkosten einberechnet sind. Apropos Gesamtkosten: Sie belaufen sich auf knapp 14 Millionen Euro, wovon das Land 80 Prozent übernimmt. „Gemeindehaushalt nicht unnötig belasten“ Noch nicht in diesem Vorprojekt enthalten ist das genaue Führungskonzept, wobei es laut Jungmann „natürlich bereits gewisse Überlegungen zu den Betriebszeiten, Beleuchtung oder Kartenstrukturen gibt.“ Die Zahlen seien noch mit Vorsicht zu genießen, denn man sei derzeit intensiv mit der Hofburg und anderen Partnern in Kontakt, um Synergien und Kosteneinsparungen zu finden. Eine erste Machbarkeitsstudie zur Wirtschaftlichkeit schätzt, dass sich die Führungskosten samt Pflege, Personal, Dünger, Bewässerung und allen anderen anfallenden Kosten auf etwa 1,2 Millionen Euro pro Jahr belaufen, wobei allein für die Personalkosten rund die Hälfte dieses Betrags anfallen werden – eine große Summe. „Unabhängig vom Projekt würden die Instandhaltungskosten immer anfallen. Für 150.000 Euro kann man keinen Garten dieser Größe pflegen“, ist der Bürgermeister überzeugt. Genau deshalb sei es so wichtig, den Garten wirtschaftlich sinnvoll zu führen. „Wir müssen alles daransetzen, dass die Instandhaltung des Gartens den Gemeindehaushalt nicht unnötig belastet“, sagt Bürgermeister Andreas Jungmann dazu. Die genaue Eintrittsstruktur – welche Arten von Tickets es geben wird, auch in Kombination mit der Hofburg, Sondertarife für Studierende, Familien und so weiter – wird noch ausgearbeitet. Einstimmig angenommen

 Stellten dem „Brixner“ den neuen Hofburggarten vor (von links): Andrea Bodner, Bürgermeister Andreas Jungmann, Renato Sette und Petra Sigmund

Das ist es also, das Projekt, das von der Stadtregierung gehütet wurde wie ein großes Geheimnis und über das der Gemeinderat am 30. Jänner abstimmte. Wieso sich die Gemeinde so lange bedeckt hielt, wurde an den Tagen vor und nach der Abstimmung ersichtlich. Kaum war die Vorstellung angekündigt, luden mehrere Parteien und Interessensgruppen zu Pressekonferenzen, um ihre Sichtweise darzulegen. Die Fronten zwischen der Mehrheit und einem Teil der Opposition bei diesem Thema sind verhärtet – wohl auch aufgrund der langen Vorgeschichte des Projekts: Seit 2008 diskutiert man, was man mit diesem Hofburggarten machen soll. Während André Heller und Helga Salchegger am 30. Jänner den versammelten Journalistinnen und Journalisten Fragen beantworteten, hörte man draußen leisen Gesang: ein „Beschwerdechor“ hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sein Missfallen zu André Heller zu äußern. Etwa 50 Personen hatten sich an diesem Abend vor dem Brixner Rathaus versammelt – den Gemeinderatssaal durften aus Platzgründen nicht alle betreten.

„ E s ist vor allem ein Garten für die Brixnerinnen und Brixner“ _ Bürgermeister Andreas Jungmann Insgesamt drei Stunden lang behandelte der Gemeinderat das Vorprojekt des Hofburggartens. Wer auf inhaltlich wertvolle Argumente gewartet hatte, wurde enttäuscht.

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Brixner Nr. 421 Stattdessen verloren sich die Gemeinderäte in einer emotionalisierten, teilweise anstrengenden Grundsatzdiskussion, die wenig mit dem Projekt an sich zu tun hatte. Teile der Opposition kritisierten die Vorgangsweise der Mehrheit, dem Gemeinderat das Projekt lediglich einen Tag vor der Sitzung präsentiert zu haben, was ihnen zu wenig Zeit zur Vorbereitung ließ. Die SVP-Gemeinderäte warfen ihrerseits der Opposition Stimmungsmache vor und sprachen sich für das Projekt aus; Fratelli d’Italia sagte, dass bislang schon genug Steuergelder in das Projekt geflossen seien und dass man nun endlich zum Abschluss kommen möge. Am Ende stimmte der Gemeinderat ab – mit einem eindeutigen Ergebnis: 19 Ja (Fratelli d’Italia, PD, SVP), 7 Nein (Grüne Bürgerliste, Süd-Tiroler Freiheit, Team K), keine Enthaltung. Am Folgetag fand ein Informationsnachmittag im Forum statt, bei dem alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit hatten, sich zu informieren: Nach Angaben der Gemeinde waren etwa 100 Personen dabei; die Reaktionen fielen laut Renato Sette mehrheitlich positiv aus: „Viele Menschen wollten sich das Projekt einfach erklären lassen“, so Sette.

Universalkünstler André Heller: „Ich habe vor etwa 30 Jahren gelernt, dass das Nützlichste, was man bauen kann, Gärten sind“

„Enorme Aufwertung für Brixen“ Die Kritikpunkte machen die unterschiedlichen Sichtweisen auf den Garten deutlich, etwa zur Zugänglichkeit: Teile der Opposition wünschen sich einen Garten, der für alle stets offen betretbar ist. Die Mehrheitsparteien wollen die Instandhaltungskosten decken, sind von Negativbeispielen wie dem Brixner Herrengarten abgeschreckt und verbinden einen kontrollierten Zugang auch mit erhöhter

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Sicherheit: „Damit verschafft man sich einen Überblick, wie viele Menschen sich derzeit im Garten befinden, und es fällt leichter, den Garten in einem gepflegten Zustand zu behalten. Das steigert die Aufenthaltsqualität“, erklärt der Bürgermeister. Auch aufgrund seiner Geschichte sei der Hofburggarten nicht mit anderen Grünanlagen wie etwa den Rappanlagen gleichzusetzen und solle besser geschützt werden. Ein Teil der Opposition befürchtet zudem, dass der Garten hauptsächlich zu einem touristischen Anziehungspunkt werde. Laut Bürgermeister sei das hingegen überhaupt nicht im Sinne des Konzepts. „Es ist vor allem ein Garten für die Brixnerinnen und Brixner und eine enorme Aufwertung für Brixen“, betont er. Wenn man es schaffe, durch Eintritte von Touristen die Instandhaltungskosten zu decken, entstehe so eine Win-win-Situation. Er sieht zudem eine Chance, die derzeitige Aufenthaltsdauer der Touristen zu verlängern und dadurch Tagestourismus und Verkehr in Brixen zu reduzieren. „Wir wollen nicht auf neue Bus- oder Tagestouristen setzen, sondern den Garten für Gäste, die sowieso in Brixen sind, interessant machen“, sagt der Bürgermeister. Insgesamt würden um die 600 Menschen locker gleichzeitig in den Garten passen, ohne dass er überlaufen wirkt. Und falls es doch Tage geben sollte, an denen das Interesse größer ist als der verfügbare Platz, „lässt sich das zweifellos durch intelligente Ticketsysteme lösen“, beruhigt Jungmann. Bei den Kosten scheiden sich ebenfalls die Geister. Teile der Opposition kritisieren, dass sie von ursprünglich zehn Millionen Euro auf 14 Millionen angestiegen seien. Die Mehrheitsparteien sehen das anders: „Die ursprünglichen

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zehn Millionen Euro enthielten weder die Kosten für die neuen Gebäude noch die Honorare von Heller und Technikern oder die Mietkosten samt Fruchtgenuss“, erklärt Jungmann. Das Projekt sei also nicht teurer geworden, „und das trotz erheblicher Preissteigerungen der letzten Jahre.“ Auch das Honorar für André Heller sei mit zehn Prozent der Gesamtkosten nicht unüblich hoch. „Die technischen Spesen insgesamt befinden sich im normalen Rahmen für ein solches Projekt“, sagt auch Renato Sette. Jungmann wundert sich in diesem Zusammenhang über die Verhältnismäßigkeit: So seien 14 Millionen Euro natürlich eine große Summe Geld, „aber die neue Sportzone Milland wurde kürzlich für 96 Millionen Euro im Gemeinderat einstimmig genehmigt, ohne dass jemand Fragen über die Kosten gestellt hätte.“ Und was sagt der Bürgermeister zum Vorwurf, dass die Opposition nicht genügend in die Planung eingebunden wurde? „Wir wollten am Projekt weiterarbeiten und uns nicht in Diskussionen verlieren. Der Hofburggarten war Teil unseres Wahlprogramms, wir stehen zum Vorprojekt und wollen es realisieren.“ Dennoch sei es nach wie vor möglich, Verbesserungsvorschläge vorzubringen: „Noch ist nichts in Stein gemeißelt. Bis zum genehmigten Ausführungsprojekt ist es noch ein weiter Weg. Die Details besprechen wir gerne mit allen, die möchten.“ Auch Renato Sette betont, dass seine Tür immer offenstehe. „Wir sehen uns alle Verbesserungsvorschläge genau an und setzen um, was möglich ist.“ Neue Chancen Die Projektbeteiligten finden, dass der Garten einen Mehrwert für Brixens Stadtkern bringt, der neue Chancen für alle biete: „Neben den Freizeitmöglichkeiten entstehen dadurch neue lokale Arbeitsplätze, Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Schulen und viele weitere Ideen, die gemeinsam mit der Bevölkerung ausgearbeitet werden können. Das Potenzial ist da, wir müssen es nur nutzen“, fasst Renato Sette zusammen. Die Hofburg wird für das breite Publikum zugänglich, und „der Hofburggarten fügt sich stimmig in Brixens Gesamtbild ein, das Alt mit Neu

 Im Nordosten des Gartens entsteht eine lange Bank, die den Garten von einer neuen Perspektive ersichtlich macht

verbindet: Das Pomarium verkörpert die Tradition und Historie, der Innenteil die Moderne.“ Für den Bürgermeister ist das gesamte Gefüge aus Dombezirk, Hofburg und Hofburggarten einzigartig: „Das Ensemble aus Hofburg und Garten ist für Brixen eine Bereicherung“, so der Bürgermeister. Die Hofburg möchte selbst in die Umgestaltung des Eingangsbereichs investieren, etwa einen Restaurationsbetrieb eröffnen, und sich der breiten Bevölkerung öffnen. Eröffnung 2027? Auch wenn sich einige Ideen noch in Ausarbeitungsphase befinden: Mit dem Vorprojekt sei man einen wichtigen Schritt in Richtung Realisierung weiter. Der technische Landesbeirat gab bereits im Dezember 2024 ein positives Gutachten. Anfang Februar genehmigte der Stadtrat die Einleitung des Verfahrens zur Bauleitplanänderung der Zone, in der das Servicegebäude entstehen soll. Nun wird am Ausführungsprojekt gebastelt, das in wenigen Monaten im Gemeinderat erneut zur Abstimmung kommen soll. „Mit dem Denkmalamt und anderen Stakeholdern stehen wir intensiv in Kontakt, um das Projekt zu verbessern und gemeinsam daran weiterzuarbeiten“, sagt Sette. Auf die Genehmigung des Ausführungsprojektes folgt die Sicherung der Finanzmittel, bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann. Bis 2027 soll das Projekt abgeschlossen sein und der Garten eröffnet werden – nach fast zwei Jahrzehnten. „Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber bislang laufen die Arbeiten nach Plan“, sagt Sette zuversichtlich.

anina.vontavon@brixner.info


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Julian‘s way to PROGRESS – Zurückkehren als Weg zum Fortschritt Innovation, Wachstum und eine unterstützende Arbeitsumgebung – das sind einige der Gründe, warum Julian Delazer nach einer Auszeit fürs Studium wieder zurück zu Progress Group kam und seinen „way to PROGRESS“ bis heute dort geht.

Julian entwickelte seine Leidenschaft für Technologie bereits in jungen Jahren, umgeben von PCs und mobilen Geräten, die von der Karriere seines Vaters in der IT-Branche zeugten. Schon früh hegte er den Wunsch, Informatik zu studieren und in diesem dynamischen Bereich zu arbeiten. Um seine wahre Berufung zu finden, wechselte er, nach kurzer Schnupperphase in einem kleineren Unternehmen, zu Progress Group, wo er drei Jahre als Softwareentwickler tätig war. Eine willkommene Rückkehr Mit dem Ziel, sein Wissen zu vertiefen, absolvierte Julian anschließend ein praxisorientiertes Informationsmanagement-Studium an der Fachhochschule Johanneum in Graz und verließ dafür das Brixner Unternehmen. Julians Wunsch, in seiner Karriere voranzukommen, führte ihn dazu, andere Möglichkeiten zu erkunden und dieses Studium zu beginnen. Es waren die spannenden Entwicklungen und das offensichtliche Wachstum bei der international erfolgreichen Unternehmensgruppe, die ihn wieder zurückholten. Er erinnert sich daran, wie begeistert er war, als er während der Semesterferien wieder bei Progress Group jobbte und das Fortschreiten in den Softwareabteilungen bestaunen konnte. Mit dem Wissen, dass er den Fortschritt sucht und ihn bei Progress finden wird, traf Julian die Entscheidung nach seinem Studium, wieder in Vollzeit zurückzukehren und hat diese seitdem nicht bereut.

Eine bedeutsame Rolle – die Zukunft der MES-Projekte gestalten Als Teamleiter für MES-Projekte (MES ist eine spezielle Software für die Produktionssteuerung) übernimmt Julian nun vielfältige Aufgaben. Er stellt sicher, dass jedes Teammitglied im MES-Bereich, in Brixen wie auch im Service Center Kuala Lumpur, seine Projektaufgaben im Blick hat und damit eine zeitgerechte Projektabwicklung und Kundenzufriedenheit gewährleistet. Julian ist selbst noch täglich im direkten Kontakt mit Kunden aus aller Welt und kümmert sich um auftretende Probleme, neue Kundenanfragen und Erweiterungen von bestehenden Anlagen. Eine Kultur des Fortschritts Für Julian ist „Progress“ nicht nur ein Name, für ihn verkörpert er die Philosophie des Unternehmens, die auf Fortschritt und Innovation ausgerichtet ist. Bei Progress Group steht die Entwicklung der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Dies war für ihn prägend. Das Unternehmen fördert eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und befähigt die Mitarbeiter, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln. Seine berufliche Auszeit für das Studium brachten ihn auf seinem Weg weiter, und das Leadershipund Projektmanagement-Training in der betriebseigenen Dual Academy unterstützen Julian dabei, Herausforderungen selbstbewusst zu meistern.

We are PROGRESS Unsere Mission ist es, nachhaltig bessere Lebensbedingungen für Menschen zu schaffen. Wir sind eine Unternehmensgruppe, die sich auf Maschinen und Software für die Automatisierung der Betonfertigteilproduktion spezialisiert hat und zudem ein eigenes Fertigteilwerk am Firmensitz in Brixen betreibt. Unsere Softwarelösungen integrieren die gesamte Prozesskette vom Vertrieb über die Planung und Produktion bis hin zur Abrechnung. Verschiedene digitale Applikationen erleichtern und verbessern damit den Arbeitsablauf im Produktionswerk unserer Kunden weltweit. Für mehr Infos besucht unsere Website: www.progress.group

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Geerbte Leidenschaft


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› Politik & Gesellschaft

„ So entstehen Freundschaften“

Foto: Helmut Moling

EISACKTAL: Durchs Reden kommen die Leute zusammen, heißt es. Einander zuhören und sich austauschen, von Mensch zu Mensch, aber auch von Gemeinde zu Gemeinde, ist ungebrochen wichtig. Gemeindepartnerschaften im „Brixner“Einzugsgebiet zeigen dies deutlich.

Beim Festakt anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Gemeindepartnerschaft im Juni 2024 tauschten die Bürgermeister von Natz-Schabs und Fritzens, Alexander Überbacher (links) und Markus Freimüller (rechts), Holztafeln mit den Gemeindewappen aus

Beziehungen zwischen Gemeinden zu pflegen und zu gestalten bedeutet im weitesten Sinne, den Frieden für die Zukunft zu sichern. So verwundert es nicht, dass der Gedanke dieser Völkerverständigung und Aussöhnung vor allem in den ersten Jahrzehnten nach 1945 besonders gewichtet wurde. Daneben können die Gründe für eine Partnerschaft vielfältig sein, etwa Namensgleichheiten, wirtschaftliche Parallelen oder historische Berührungspunkte. In der Europa-Region Tirol-Südtirol-Trentino gibt es heute 55 Partnerschaften zwischen den Ge-

meinden, 29 Südtiroler Gemeinden pflegen eine Partnerschaft mit einer bayerischen Gemeinde. Darüber hinaus haben erst jüngst neun Südtiroler Gemeinden dank einer Initiative der Bayern-Südtirol-Gesellschaft ihr Interesse an einer Partnerschaft mit einer bayerischen Gemeinde bekundet. Denn für den gemeinsamen Austausch ist es nie zu spät – ganz im Gegenteil: Gerade derzeit zeigt sich, wie fragil unser Frieden in Europa ist, wie wichtig der Austausch auf menschlicher Ebene. Das sagen alle, die mit uns über Gemeindepartnerschaften gesprochen habe.

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Grenzen überwinden Die Stadt Brixen schloss ihre erste Städtepartnerschaft im Jahr 1969 mit Regensburg in der Oberpfalz. „Die Initiative ging damals von Regensburg aus“, erinnerte sich der inzwischen verstorbene Altbürgermeister Zeno Giacomuzzi in einem früheren Gespräch, und in Brixen galt es zunächst, noch einige Hürden zu nehmen, bis die Zustimmung des Gemeinderates vorlag und Giacomuzzi und Regensburgs Oberbürgermeister Rudolf Schlichtinger in der Stadt an der Donau die Urkunden zur Partner-

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schaft unterzeichnen konnten. In den Jahren 2004 und 2007 ging Brixen noch zwei weitere Städtepartnerschaften ein: Bürgermeister Klaus Seebacher unterzeichnete die Urkunde für die Partnerschaft mit Bled in Slowenien, und Bürgermeister Albert Pürgstaller konnte sich über die neu besiegelte Partnerschaft mit Havlíčkův Brod in Tschechien freuen. Alle drei Städte wurden bereits in den Ausgaben 225, 226 und 227 vom Herbst 2008 im „Brixner“ vorgestellt. Freundschaftliche Verbindungen, aber keine Städtepartnerschaft, pflegt Brixen mit Hall in Tirol, Bernkastel-Kues in Deutschland, Mantua und Terracina in der Provinz Latina. Die Fraktion St. Andrä hingegen unterhält seit mehr als 40 Jahren freundschaftlichen Austausch mit der bayerischen Gemeinde Marquartstein. Doch nicht nur die Stadt Brixen war und ist in Sachen Städtepartnerschaften aktiv. Auch die Gemeinden rund um Brixen gingen Gemeindepartnerschaften ein: Lüsen seit 1979 mit Steffenberg in Hessen, Mühlbach und Natz-Schabs seit 1984 mit Volders und Fritzens in Tirol, und Vahrn machte seine ebenfalls seit 1984 dauernde Freundschaft mit Mils 2013 offiziell zur Gemeindepartnerschaft.

‹ 13 Foto: Walter Morri

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Von links: Georg Markart (Obmann Senseler Musikkapelle Volders), Peter Schwemberger (Bürgermeister von Volders), Josef Moser (1. Vizebürgermeister von Volders), Heinrich Seppi (Bürgermeister von Mühlbach), Pater Georg Hanser, Helmut Wurm (2. Vizebürgermeister von Volders) stießen 2024 in Volders auf 40 Jahre Gemeindepartnerschaft an

kommunaler Ebene und freundschaftliche Kontakte zwischen Bürgerinnen, Bürgern und Vereinen nördlich und südlich des Brenners. Die Gemeinden rund um Brixen sollten Partnerschaften mit Gemeinden des Bezirks Hall in Tirol eingehen, was auch geschah.

Den Stein ins Rollen bringen

Fritzens und Volders

Wie entstanden diese Partnerschaften? Dafür ein Blick zurück: Wir schreiben das Jahr 1984. Es gibt Grenzkontrollen am Brenner, Österreich ist noch nicht Mitglied in der EU (damals EG), und die Gründung der heutigen Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino liegt noch in weiter Ferne. In Österreich zahlt man mit Schilling, in Italien mit Lire. Telefongespräche – sogenannte Ferngespräche – sind ziemlich teuer. Internet und WhatsApp? Fehlanzeige. Umso verständlicher ist in dieser Situation der Wunsch, den Austausch zwischen Südtirolern und Tirolern zu fördern. Das Tiroler Gedenkjahr (175 Jahre „anno 1809“) gab dazu den Anstoß. Die damaligen Landeshauptmänner Silvius Magnago und Eduard Wallnöfer regten Partnerschaften zwischen Gemeinden an und stießen mit diesem Vorschlag auf reges Interesse. Gemeindepartnerschaften versprachen Austausch auf

Knapp 90 Kilometer trennen die Dörfer Fritzens und Natz-Schabs voneinander. Fritzens liegt im Unterinntal auf einer Meereshöhe von 600 Metern und erstreckt sich über 6,14 Quadratkilometer. Anfang 2024 wohnten 2.189 Menschen in Fritzens. Damit ist die Gemeinde etwas kleiner als Natz-Schabs mit 3.454 Einwohnerinnen und Einwohnern und einer Fläche von 15,84 Quadratkilometer. In beiden Gemeinden ist die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig, während der Tourismus in Fritzens nur eine geringe Rolle spielt. Ganz in der Nähe von Fritzens liegt Volders. Diese Gemeinde zählt etwas mehr als 4.500 Einwohner und damit mehr als ihre Partnergemeinde Mühlbach mit einer Bevölkerungszahl von rund 3.100 Personen. Ihr Gemeindegebiet ist hingegen mit etwa 32 Quadratkilometern kleiner als jenes von Mühlbach (84 Quadratkilometer). Nur 15 Kilometer von Innsbruck

entfernt, pendeln viele Berufstätige in die Landeshauptstadt. Die Karlskirche des Servitenklosters ist der älteste barocke Zentralbau Tirols und sicher vielen Leserinnen und Lesern zumindest vom Vorbeifahren ein Begriff, da sie direkt an der Autobahn steht. Dass gerade Volders und Mühlbach eine Partnerschaft eingingen, hat auch einen historischen Grund. Am 2. April 1797 kämpfte Anton Reinisch, ein Sensenschmied aus Volders, als Sturmhauptmann in der Schlacht von Spinges gegen französische Truppen und ließ dort sein Leben. Der „Senseler“ lebt in Volders etwa im Namen der Senseler Musikkapelle oder der Senseler Schützen weiter. Die vom Volderer Ortschronisten Karl Wurzer kuratierte Ausstellung über den „Senseler“ war 2022 nicht nur in Volders, sondern auch in Mühlbach zu sehen, und seit dem Jahr 2022 verbindet außerdem der auf Initiative einiger Volderer konzipierte „Senselerweg“ beide Gemeinden. In sieben Tagesetappen führt dieser Weitwanderweg von Volders aus über die Berge bis zur Brixner Hütte. Den Kontakt nicht abreißen lassen Seit über 40 Jahren füllen diese vier Gemeinden ihre Partnerschaft mit Leben. Meilensteine

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waren dabei die verschiedenen Jubiläumsfeiern – zuletzt anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums im Juni 2024 in Schabs und in Volders. Trotz aller gemeinsamer Aktivitäten räumt Bürgermeister Alexander Überbacher durchaus ein, dass der „Austausch grundsätzlich nicht riesig ist.“ Mindestens zwei Mal im Jahr trifft sich Überbacher mit dem Bürgermeister von Fritzens, um sich über aktuelle Themen auszutauschen. „Das bedeutet einen Mehrwert, denn wir stehen vor ähnlichen Herausforderungen.“ Wie in Schabs, steht etwa auch in Fritzens der Bau eines neuen Bahnhofs an, und auch die Themen Wohnbau und Gewerbegebiet sind für beide Gemeinden wichtig. Was die Verwaltung, rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen betrifft, gibt es selbstredend Unterschiede zwischen Österreich und Italien. „Anders als Mühlbach ist Volders keine Tourismusgemeinde“, sagt Bürgermeister Heinrich Seppi. „Genauso wie in Mühlbach gibt es aber auch dort ein reges Vereinsleben.“ Sowohl Gemeindevertreter als auch Vereine treffen sich immer wieder, etwa beim Mühlbacher Marktl­ fest oder dem Fest der Vereine in Volders. „Erst im Herbst war der Gemeinderat von Volders zu einer gemeinsamen Wanderung und zur Besichtigung unseres Speicherbeckens und der Pumpstation hier zu Besuch – auf Einladung der Gemeinde Mühlbach.“ Ein Geschenk der Gemeinde an die Partnergemeinde anlässlich

des 40-Jahr-Jubiläums. „Wir tauschen uns aus, aber vieles funktioniert in Tirol ganz anders als bei uns“, meint Seppi. Für gelingende Partnerschaften über die kommunale Ebene hinaus spielen auch die Vereine eine wichtige Rolle. Und man sieht deutlich: Nicht die Partnerschaftsvereinbarung der Gemeinden, sondern die Menschen sind es, die die Partnerschaften mit Leben füllen. In Mühlbach und Volders sind beispielsweise vor allem die zwei Schützenkompanien und die zwei Musikkapellen sehr aktiv. Auch Schulklassen in beiden Orten lernen sich durch eine Brieffreundschaft und durch gegenseitige Besuche kennen. Vahrn und Mils Auch in Vahrn und Mils ließen die Schützenkompanien und die Theatervereine die freundschaftlichen Beziehungen nie abreißen. „Ich glaube, dass eine Partnerschaft nur dann sinnvoll ist, wenn man sie pflegt“, sagt Bürgermeister Andreas Schatzer. Genau das war wohl der Punkt, warum man sich in Vahrn und Mils im Jahr 1984 zunächst für eine lose Zusammenarbeit entschied, die schließlich 2013 als Gemeindepartnerschaft offiziell besiegelt wurde. „Die Partnerschaft“, so Bürgermeister Schatzer weiter, „geht den ganzen Gemeinderat an, nicht nur mich als Bürgermeister und

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die Gemeindereferentin Anna Öttl, die für die Partnerschaft zuständig ist.“ Man tausche sich aus, etwa mit einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung, doch es gebe durchaus noch Luft nach oben. Bürgermeister Andreas Schatzer beschönigt nicht: „Den direkten Kontakt zwischen den Gemeinderäten müsste man eindeutig intensivieren. Wir müssten uns öfter treffen und konstant über Entwicklungen und Probleme reden. Ich glaube schon, dass man grundsätzlich voneinander lernen kann, auch wenn es Unterschiede gibt.“ Foto: Oskar Zingerle

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Mit einer Urkunde besiegelten die Gemeinden Vahrn und Mils im Jahr 2013 ihre Partnerschaft


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t Im Herbst 2024 feierte eine Delegation aus Lüsen zusammen mit Bürgermeisterin Carmen Plaseller (6. von links) und dem Steffenberger Bürgermeister Gernot Wege (4. von links) im hessischen Steffenberg das 45-Jahr-Jubiläum der Gemeindepartnerschaft

Mils liegt rund 90 Kilometer von Vahrn entfernt im Unterinntal. 4.660 Menschen leben in der knapp sieben Quadratkilometer großen Gemeinde (Vahrn: 5.011 Einwohner, 70 Quadratkilometer). „Weder Mils noch Vahrn sind Fremdenverkehrsorte“, nennt Schatzer eine Gemeinsamkeit, und auch einen Unterschied: „Die Gemeinde Mils hat keine Fraktionen, sondern besteht ausschließlich aus der Ortschaft Mils. Wir haben beispielsweise drei Schulgebäude zu unterhalten, Mils nur eines; wir haben mehrere Feuerwehrhallen und Vereinshäuser, Mils hat diese Gebäude nur einmal. In der Gemeinde Vahrn sind drei Musikkapellen, drei Schützenkompanien und vier freiwillige Feuerwehren aktiv, in Mils gibt es jeden Verein nur einmal.“ Gemeindepartnerschaft: Auslaufoder Zukunftsmodell? Sind Gemeindepartnerschaften etwa überholt? Heute, wo die Menschen so mobil sind wie noch nie und ganz individuell Kontakte überall hin unterhalten können? Gibt es im kommunalen Alltag zu wenig Zeit für Partnerschaften? Alle Bürgermeister stehen den Gemeindepartnerschaften positiv gegenüber. Andreas Schatzer präzisiert: „Grundsätzlich ist eine Partnerschaft ein nicht ganz leichtes Unterfangen. Es ist jeder begeistert, doch sobald konkrete Aktivitäten starten, ist es schwierig, die Menschen zum Mitmachen zu bewegen.“ Dennoch wissen und schätzen auch er und Gemeindereferentin Anna Öttl den Einsatz der Vahrner Vereine und suchen selbst den freundschaftlichen

und kulturellen Austausch mit den Menschen in Mils – etwa bei Dorffesten, beim Milser Fasching oder Kirchtag. An den Besuch von rund 130 Milser Seniorinnen und Senioren in Vahrn erinnert sich Anna Öttl ganz besonders gern zurück, ans gemeinsame Mittagessen, an die Krapfen, mit denen die Volkstanzgruppe die Gäste überraschte, an das Ständchen des Männerchors Neustift: „So entstehen Freundschaften.“ Davon ist sie überzeugt. Gemeinsam für ein geeintes Europa „Gemeindepartnerschaften werden aus gesellschaftspolitischer Sicht immer wichtiger“, sagt Lüsens Bürgermeisterin Carmen Plaseller mit Nachdruck. „Nur vor dem, was man nicht kennt, hat man Angst. Der Austausch ist wichtig, um zu wissen, was uns hier und was die Menschen in Steffenberg bewegt.“ Mehr als 700 Kilometer liegen zwischen Steffenberg in Hessen, das 3.835 Einwohner zählt, und Lüsen. Plaseller und ihr Steffenberger Amtskollege legen sie immer wieder zurück: „Wir fahren alle zwei Jahre nach Hessen und haben erst im Oktober in Steffenberg unser 45-Jahr-Jubiläum gefeiert.“ Der Kontakt zwischen den zwei Gemeinden reicht in die Sechzigerjahre zurück und wurde 1979 als Gemeindepartnerschaft besiegelt. „Damals versprachen sich unsere Gemeindevorstände gegenseitig, Brücken zu bauen – im wahrsten und im übertragenen Sinn des Wortes“, erzählt die Bürgermeisterin. Im August und November 1966 war Lüsen, wie viele Orte in Südtirol, von Unwettern stark verwüstet worden. „Lüsen war damals ein

armes Dorf. Man spürte noch die Folgen des verheerenden Dorfbrandes von 1921, der damals fast alle Häuser zerstört hatte. Dazu kamen wirtschaftlich schwierige Jahre, zwei Weltkriege; der Aufbau war mühsam und verlangte große Opfer.“ Im entfernten Hessen, in der Gemeinde Steffenberg, drückte man unter dem Eindruck der Unwetterkatastrophe in einem Brief an Landeshauptmann Silvius Magnago den Wunsch aus, den Menschen zu helfen. Magnago stellte daraufhin den Kontakt zu Lüsen her. Die Gemeinde Steffenberg und der Landkreis Marburg-Biegenkopf unterstützten Lüsen einerseits finanziell mit Geldspenden, andererseits suchten sie auch den Kontakt zu den Menschen. Viele Jahre lang ermöglichte Steffenberg Lüsner Kindern und Jugendlichen einen Erholungsurlaub in Glücksburg an der Ostsee oder in Hessen. Und viele Steffenberger fuhren im Laufe der Jahre selbst nach Lüsen, machten hier Urlaub und begründeten Freundschaften. „Es war nicht nur die ökonomische Seite, die für Lüsen damals wichtig war“, ergänzt Carmen Plaseller, „es war ein ganz starkes Signal an die Lüsnerinnen und Lüsner, die gespürt haben, dass es da draußen in der Welt Menschen mit Herz gibt, die ihnen helfen wollen. Das hat damals viel Motivation und Kraft zum Weitermachen gegeben.“ Menschen mit Herz – man findet sie überall in Europa. Die Verbindungen, die Menschen über Grenzen hinweg aufbauen, schaffen das Fundament für ein geeintes und friedliches Europa. Oder, wie es das Sprichwort sagt: „Beim Reden kommen die Leute zusammen.“ Davon sind nicht nur die Bürgermeister Alexander Überbacher, Heinrich Seppi und Andreas Schatzer, die Gemeindereferentin Anna Öttl und Bürgermeisterin Carmen Plaseller überzeugt. johanna.bampi@brixner.info


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› Politik & Gesellschaft

MÜHLBACH

Seppi will es nochmal wissen Foto: Oskar Zingerle

Seit Kurzem ist es fix: Mühlbachs Bürgermeister Heinrich Seppi will bei den kommenden Gemeinderatswahlen im Mai noch einmal kandidieren. Er wird dabei der einzige Bürgermeisterkandidat der SVP sein. Gemeinderätin Susanne Rieder hatte im Vorfeld auf diese Entscheidung ebenfalls Interesse an einer Kandidatur gezeigt; der SVP-Koordinierungsausschuss entschied jedoch, nur einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen zu schicken. Die SVP tritt wieder mit den vier Listen Mühlbach, Meransen, Vals und Spinges an. Die beiden bisherigen Gemeinderäte der Freiheitlichen Liste treten bei den Gemeinderatswahlen parteilos auf den SVP-Listen an. Dafür bringt sich im Mai eine neue Bürgerliste ins Spiel: „aufwind.controvento“ wurde von Teresa Kiermeyer ins Leben gerufen und soll Wählerinnen und Wählern eine Alternative zur SVP bieten. Ob sie einen Bürgermeisterkandidaten stellt, ist bislang nicht bekannt. Mit den kommenden Gemeinderatswahlen vergrößert sich der Gemeinderat in Mühlbach: Anstelle der derzeitigen 15 werden 18 av Mitglieder vertreten sein.

GESCHICHTE

Fake News im Spätmittelalter

kurz

notiert

Dass die Erfindung neuer Technologien nicht nur Fortschritt, sondern auch neue Probleme mit sich bringen kann, ist eine der Aussagen, die der Historiker und Bestsellerautor Yuval Noah Harari in seinem Buch „Nexus. Eine kurze Geschichte der Informationsnetzwerke von der Steinzeit bis zur künstlichen Intelligenz“ formuliert. Als ein Beispiel nennt er die Erfindung des Buchdrucks. Dieser hätte, so möchte man meinen, Information und Wissen schneller verfügbar machen und die Aufklärung beschleunigen müssen. Das trifft aber nur zum Teil zu, denn

auch das Spätmittelalter und die Frühe Neuzeit waren vor „Fake News“ nicht gefeit. Warum Sie davon im „Brixner“ lesen? Weil uns ein Leser auf eine Passage im Buch aufmerksam gemacht hat, die vom Brixner Bischof Georg Golser und dem Dominikanermönch Heinrich Kramer (lateinisiert Henricus Institoris) handelt. Kramer präsentierte sich mit päpstlicher Rückendeckung im Sommer 1485 dem Bischof als Inquisitor und ließ wenig später in Innsbruck sieben Frauen inhaftieren, die er selbst verhörte. Da die sowohl vom Bischof als auch vom

Tiroler Landesfürsten Erzherzog Siegmund entsandten Beobachter die Prozessführung zu Recht kritisierten, wurde schließlich ein eigener Gerichtshof gegründet, der den gesetzeswidrig geführten „Innsbrucker Hexenprozess“ für ungültig erklärte. Die Angeklagten kamen frei, und Bischof Golser forderte Kramer auf, das Land zu verlassen. Dieser schrieb kurz darauf den „Hexenhammer“ – ein unheilvolles Buch, das Hexenverfolgungen legitimierte und nicht zuletzt dank des Buchdrucks rasch Verbreitung fand. job

Im Februar war in der Stadtbibliothek Brixen die interaktive, für Schülerinnen und Schüler konzipierte Ausstellung „Log in“ des Forums Prävention zu sehen, die auch die versteckten Mechanismen beliebter Apps und sozialer Medien beleuchtete.

Der Brixner Faschingsumzug „Gnoccolada“ feierte am 22. Februar seine 30. Ausgabe. Den ganzen Tag über gab es für Faschingsfreunde und Kinder ein buntes Rahmenprogramm samt Umzug. Organisiert wurde die Veranstaltung vom „Circolo Ricreativo e Culturale Don Bosco“.

Beim Wattturnier der Südtiroler Heime im Schülerheim Kloster Neustift sicherten sich in der Kategorie Mittelschüler die Neustifter den Sieg vor dem Brixner Vinzentinum. In der Kategorie Oberschüler gewann die Fürstenburg Burgeis, bei den Erziehern die Koflerstiftung Bozen.


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„Neue Ortspolizei mitgestalten“

Herr Gottardi, Sie haben im Januar Ihren Dienst als Kommandant der neugegründeten Ortspolizei Unteres Pustertal angetreten. Welche Aufgaben wird die Ortspolizei übernehmen?

Die Ortspolizei Unteres Pustertal wurde vor einem Jahr von den Gemeinden Mühlbach, Vintl, Kiens und Terenten gegründet. Seither laufen die Vorbereitungsarbeiten. Wir sind derzeit mit zwei Vollzeitstellen besetzt; eine weitere Vollzeitstelle sowie eine Part-Time-Verwaltungskraft sind ausgeschrieben. Der Dienstsitz ist im Rathaus von Mühlbach. Die Aufgaben umfassen alles, was in den Kom-

petenzbereich einer Ortspolizei fällt – von der Sensibilisierung in den Schulen über Präsenzdienst in den Orten bis hin zu Wohnsitz- oder Geschwindigkeitskontrollen. Ab wann wird der Ortspolizeidienst operativ sein?

Derzeit sind wir mit den Vorbereitungsarbeiten im Büro beschäftigt. Es sind zahlreiche Anschaffungen zu organisieren, das Verwaltungssystem im Hintergrund aufzubauen. Für die erste Zeit haben wir uns vorgenommen, Präventionsarbeit beispielsweise in den Schulen zu leisten. In den kommenden Wochen wird unser erstes Fahrzeug geliefert, sodass wir

ab Frühjahr dann verstärkt in der Öffentlichkeit sichtbar sein werden. Wie ist das Gefühl für Sie als bereits erfahrener Ortspolizist, einen solchen Dienst von Grund auf neu aufzubauen?

Wie ich mir erwartet hatte, ist es eine große Herausforderung, aber genau das ist auch der besondere Reiz für mich. Ich habe die seltene Gelegenheit, eine Ortspolizei in Zusammenarbeit mit den Gemeindeverwaltungen in all ihren Facetten von Beginn an mitzugestalten – von der Ausrüstung, Ausbildung bis hin zur strategischen Ausrichtung. oskar.zingerle@brixner.info

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FLORIAN GOTTARDI, Kommandant der Ortspolizei Unteres Pustertal, über den Stand der laufenden Vorbereitungsarbeiten zur Inbetriebnahme des Dienstes.


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› Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Götschelehof eingeweiht

Kürzlich lud die Gemeinde zur offiziellen Einweihung des Götschelehofs, wo ein neues Zuhause für Senioren und junge Menschen mit Beeinträchtigung entstanden ist. Insgesamt acht Wohnungen für zehn Seniorinnen und Senioren sowie zwei Wohnungen für sieben junge Menschen mit Beeinträchtigungen stehen im Haus in Milland zur Verfügung. Bürgermeister Andreas Jungmann dankte bei der Einweihung dem Öffentlichen Betrieb für Pflegeund Betreuungsdienste (ÖBPB)

zum Heiligen Geist, der Bezirksgemeinschaft Eisacktal sowie dem Arbeitskreis Eltern Behinderter (AEB) für die gute Zusammenarbeit. Die Seniorenwohnungen seien bereits alle belegt – die Mitarbeiterinnen des ÖBPB würden die Bewohner je nach individuellem Bedarf unterstützen. Für die Führung der Wohnungen für Menschen mit Beeinträchtigung muss noch Personal gefunden werden, wie Walter Baumgartner, Präsident der Bezirksgemeinschaft Eisacktal, erklärte. „Es war der

Wunsch von allen, dass hier ein Gemeinschaftsprojekt entstehen würde – das ist gelungen“, sagte Landesrat Peter Brunner, der in seiner Zeit als Brixens Bürgermeister das Projekt unterstützt hatte. Maria Obexer hinterließ den Götschelehof nach ihrem Tod im November 2010 der Gemeinde zusammen mit einem Geldbetrag von über 600.000 Euro – mit dem Wunsch, dass eine solche Einrichtung entstehen würde. Nach einer Einigung mit den Erben wurde 2022 der Grundstein für das neue

Gebäude gelegt. Die Baukosten beliefen sich auf drei Millionen Euro, von denen das Land Südtirol etwa die Hälfte übernahm. An Maria Obexers Geschenk erinnert eine Marienstatue im Eingangsbereich sowie eine gerahmte Zeichnung des alten Götschelehofs. Im Bild (von links): Monika Leitner, Renate Prader, Peter Brunner, Wolfgang Meraner, Andreas Jungmann, Hansjörg Bergmeister, Roberto Spazzini, Paula Bacher, Walter Baumgartner, Bettina Kerer und av Christophorus Zöschg.

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SÜDTIROL

Offensive für leistbaren Wohnraum Die Landesregierung hat Mitte Februar ein umfangreiches Maßnahmenpaket für leistbaren Wohnraum für Ansässige vorgestellt. Die „Wohnreform 2025“ zielt darauf ab, die finanziellen Unterstützungsmaßnahmen zu verbessern, Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen sowie den Mietmarkt zu entlasten. Demnach sollen unter anderem die gesamte neue Wohnbaukubatur und neue Wohnflächen unter die Konventionierung fallen; die Sozialbindung soll von 10 auf 20 Jahre verlängert werden. Für die Konventionierung soll weiterhin ein fünfjähriger Aufenthalt oder ein Arbeitsvertrag in Südtirol als Nachweis gelten, während andere Einschränkungen entfallen – etwa der Immobilienbesitz in einer anderen Gemeinde. Die Kurzzeitvermietung soll restriktiver geregelt werden. Zudem soll durch die Wohnreform die gesetzliche Grundlage für das begünstigte Darlehen geschaffen werden, das Bausparen wird überarbeitet, und

das Wohnen mit Preisbindung sieht künftig ein Vorkaufsrecht für das Wobi vor. Ebenfalls geplant ist ein Garantiefonds für Vermieterinnen und Vermieter, der Mietausfälle oder Ausgleichszahlungen für Schäden am Eigentum übernimmt. Gemeinnützige Wohnbauträger sollen künftig die Möglichkeit haben, Neubauten zu errichten – auf Baugrund, der bereits in ihrem Eigentum ist oder den die Gemeinde ihnen zur Verfügung stellt. Die Baukosten werden vom Land mit 55 Prozent bezuschusst, wenn sich der Bauträger im Gegenzug verpflichtet, 30 Jahre lang preisgünstige Mietwohnungen bereitzustellen. Der Gesetzesentwurf zur Wohnreform muss noch im Landtag diskutiert und genehmigt werden. Im Bild (von links): Landesrat Luis Walcher, Landesrätin Ulli Mair, Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Peter Brunner bei der Vorstellung des av Maßnahmenpakets.

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20 › Menschen & Meinungen

Der Ästhet PORTRAIT: Unverwechselbar, unnachahmlich: Die Welt von FRIEDRICH ÜBERBACHER ist kunterbunt, etwas geheimnisvoll und auf berauschende Weise stilvoll. Der Brixner Immobilienmakler ist in allen Lebensbereichen ein Perfektionist.

 WORKAHOLIC: Friedrich Überbacher hat sein Leben seinem Beruf gewidmet


Brixner Nr. 421 Das erste Telefonat ist ein einziger Lacher. Witzig, rasant, keine Sekunde ungenutzt. Was soll da geschrieben werden? Wo soll das veröffentlicht werden? In der Faschingszeitung? „Ich bin lieber hinter dem Vorhang im Dunkeln“, meint Friedrich Überbacher. Und dann dauert es doch einige Tage, bis es mir gelingt, den Immobilienmakler zu treffen. Er ist ein Workaholic, im positivsten Sinne wohlgemerkt. Er ist einer, der für seine Arbeit lebt, „bis zum Umfallen.“ Sein gesamtes Leben hat er seinem Beruf gewidmet. „Und ich denke Tag und Nacht daran.“ Sein Telefon ist zudem 24 Stunden offen, „wie das der Feuerwehr.“ Superlative in jeder Hinsicht Knarzende Treppenstufen, alte handbemalte Türen, die die Spuren der Zeit zeigen, irgendwo dazwischen ein modernes Plexiglasschild, das in kräftigen Farben den Weg weist. Friedrich Überbacher sitzt an seinem Schreibtisch, rosafarbener Pullover, die Hosen schwarz-weiß-kariert, dramatischer Griff in die Haare. Eigentlich habe er gehofft, mir würde etwas dazwischenkommen, sein Tag sei unglaublich dicht gewesen. Er arbeitet allein, kennt jeden Bau und jede Baustelle. Er prüft, überprüft. Superlative auch hier. Perfekt muss es sein. So wie seine Handschrift. Gestochen scharf, unverwechselbar, unnachahmlich. Man kommt nicht umhin, den Blick schweifen zu lassen, etwas verstohlen zunächst, dann ganz ungeniert. Orangefarbene Telefonapparate mit Wählscheiben, Amphoren in königsblau mit pompösen Goldverzierungen, schlichte Holzstühle mit einer überdimensionalen Lehne, jeweils zwei an der Zahl – der Raum zieht einen unweigerlich in seinen Bann. Superlative in jeder Hinsicht. Alles hat seine Ordnung. Und doch ist diese Welt des Friedrich Überbacher kunterbunt, etwas geheimnisvoll, auf berauschende Weise stilvoll. Der „schrille Makler“ Ich möge bitteschön einen Artikel aus der Südtiroler Wirtschaftszeitung aus dem Jahr 2017 lesen. Da stünde alles drinnen, was ich wissen müsste über ihn. Alles, was ihn, den „schrillen Makler“, der zur Marke geworden ist, ausmacht. Ein, zwei Fragen könnten sich da vielleicht noch ergeben. Die könnte ich ihm dann bei einem nächsten Treffen stellen. Ich bleibe, höre zu, frage vorsichtig nach. Als schrill empfinde ich ihn nicht. Ein wenig ver-rückt in einer Gesellschaft, die viel zu oft in schwarz-weiß denkt. Ein wenig ver-rückt und gleichzeitig bodenständig. Wenn er einkaufen geht, dann fragt er, wo „das Zeug ist, das nicht verkauft werden kann.“ Skurrile Farbkombinationen, die gerade dadurch faszinieren, wagemutige Statements, frech und frisch. „Ich bin ein Ästhet.“ Und dann gibt es da Pluto, den riesigen Hund auf dem Balkon seiner Villa, vormals daheim auf einem amerikanischen Passagierschiff, ein „Geschenk eines Freundes.“ Pluto ist wohl zu einem kleinen Wahrzeichen avanciert. Als Friedrich Überbacher ihn vor einiger Zeit hat sanieren lassen, gab es unzählige Fragen danach. So wie es wohl auch unzählige Blicke über den Zaun, der seine Villa umrandet, gibt. Vorsichtiges Spähen nach einer neuen Ver-rücktheit. „Ich war schon immer viel auf Messen unterwegs, auf der ganzen Welt.“ Intensiv, schnell, glamourös Er sei streng erzogen worden; sein Papa habe viel gefordert, und er habe ihn das Sparen gelehrt. Die ersten 16 Jahre seines Berufslebens habe er nur gearbeitet, rund um die

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Uhr, ohne irgendwann Urlaub zu machen. „Urlaub? Das gab es eben nicht.“ Die strenge Erziehung und die schulische Ausbildung am Vinzentinum haben den Grundstein für einen eigenwilligen Lebensweg gelegt. Den Beruf hat er über die Familie gestellt, sich bewusst gegen Kinder entschieden. In den Achtzigerjahren, da habe er zwölf Baustellen gleichzeitig betreut. Die Kaufverträge wurden auf der Schreibmaschine getippt, und wenn es Fehler gab, wurden sie neu abgetippt, von ihm selbst. Er ist in allen Bereichen Perfektionist. „Ich habe viele Nächte durchgearbeitet.“

„ I ch bin lieber hinter dem Vorhang im Dunkeln“ _ Friedrich Überbacher Zuhören und nicht drängen. Niemals. Zuhören, um zu verstehen, was die Kunden suchen und was sie brauchen. So ein Kaufabschluss ist, sagte er, wie eine Heirat: „Beide müssen aus Überzeugung ja sagen.“ Er fühlt mit, und er freut sich mit. Immer. „Ich lasse keinen Kauf zu, von dem ich nicht selbst überzeugt bin.“ Er nimmt sich Zeit für die Geschichten hinter der Fassade. „Die Leute reden gern mit mir.“ Er hält sich mit Radfahren fit, die Strecke nach Afers ist seine Hausstrecke. „Man muss schließlich was tun.“ Auch hier ist er Perfektionist. Über 75.000 Zugriffe gibt es auf sein neues Werbevideo. „Unvorstellbar. Ja haben die Leut’ nichts anderes zu tun?“ Der Schalk blitzt in seinen Augen. Aber er freut sich darüber. Unbändig. Das neue Video ist wie sein Leben: intensiv, schnell, glamourös, „gewöhnlich-anders“. Seine Vorliebe für das Außergewöhnliche ist Programm. Und trotzdem steht der Mensch für ihn im Mittelpunkt. „Anders kann es in meinem Beruf nicht funktionieren.“ Geplänkel und Eindrücke Wir vereinbaren einen weiteren Termin zwei Tage später, wieder in seinem Büro. „Da passt es am besten.“ Das Porträt habe ich bis dahin eigentlich schon geschrieben. Den Artikel der SWZ zu lesen war nicht nötig. Die halbe Stunde im Büro am Domplatz zwischen Geplänkel und kurzen tiefgründigen Einblicken hat genügt, um Friedrich Überbacher zu porträtieren. Mainstream ist er nicht. Weder äußerlich noch innerlich. Vielleicht etwas verhalten, wenn es um sein Innerstes geht. Die Privatperson Friedrich Überbacher kennen wohl nur sehr wenige. Das kurze Gespräch zwei Tage später, „danke für die Pünktlichkeit“, ein erster Blick auf meine Zeilen, Friedrich Überbacher ist zufrieden. Und er diktiert mir das Schlusswort. In Pension gehen? „Pension ist für mich ein Fremdwort.“

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22 › Menschen & Meinungen

BRIXEN

Neue Sanitätskoordinatorin Seit Dezember ist Christina Troi Sanitätskoordinatorin im Gesundheitsbezirk Brixen und weiterhin als Primaria für das Labor für Klinische Pathologie verantwortlich. Die Brixnerin hat Lehrgänge in Management und Führung sowie eine Masterausbildung in Health Care Management in Salzburg absolviert. Dass sie den Südtiroler Sanitätsbetrieb gut kennt und Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen und Diensten mitbringt, unterstrichen sowohl Generaldirektor Christian Kofler als auch Sanitätsdirektor Josef Widmann. Troi freut sich über ihre verantwortungsvolle Aufgabe, die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie strategische Planung und Umsetzung erfordert. Sie koordiniert das gesamte ärztliche und akademische sanitäre Personal der Krankenhäuser Brixen und Sterzing und arbeitet eng mit der Bezirksdirektorin, dem koor-

dinierenden Pflegedienstleiter und dem Verwaltungskoordinator zusammen, um eine umfassende Gesundheitsversorgung zu garantieren und außerdem die Zusammenarbeit zwischen den beiden Krankenhäusern, den Ärzten der Allgemeinmedizin und den Basiskinderärzten zu stärken. Dabei hat sie die Anliegen der Primare und des medizinischen Personals genauso im Blick wie die der Patientinnen und Patienten. Schließlich ist eine gute Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten essenziell, damit diese sich gut versorgt fühlen. Auch der verstärkte Einsatz des Risikomanagements zur Gewährleistung der Patientensicherheit, die Mitarbeiterbindung und die rasche Nachbesetzung aller klinischen Führungspositionen im Gesundheitsbezirk Brixen sind der Sanitätskoordinatorin wichtig. job

BRIXEN

„Stopp den Drogen“

kurz

notiert

Der Brixner Konrad Fissneider hat mehr als sein halbes Leben der Drogenprävention gewidmet: Seit 1987 hielt er über 600 Vorträge an Schulen, schrieb Bücher und erzählte von seiner persönlichen Erfahrung als ehemaliger Alkohol- und Drogensüchtiger. Seit Anfang des Jahres möchte er mit seiner neuen Kampagne „Stopp den Drogen – Stark gegen Drogenmissbrauch“ die Gesellschaft stärker sensibilisieren: Online zu finden ist unter anderem ein sechsseitiger Flyer, seine Website wird derzeit aktualisiert und übersetzt. Betroffene, aber auch

Angehörige finden hier frei zugängliche Informationen rund um die Drogenproblematik und Wege aus der Sucht. Dabei ist Fissneider besonders wichtig, dass Menschen auf seiner Plattform Zugriff zu helfenden Informationen haben und dass er sein Wissen rund um die Suchtprävention niederschwellig weitergeben kann. „Effektive Drogenprävention beginnt im frühen Kindesalter, aber das Thema geht uns alle an“, ist Fissneider überzeugt. „Es ist mein Ziel, den Menschen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und es immer einen Weg gibt, Hilfe zu

bekommen.“ Fissneider möchte außerdem ein Buch über seine 40 Jahre im Dienst der Drogenprävention schreiben; in den kommenden knapp zwei Jahren möchte er sich auf diese Arbeit konzentrieren. „Im September 2027 werde ich 70 Jahre alt, und bis dahin möchte ich das Buch fertiggestellt haben“, sagt Fissneider. Seit Oktober 2024 ist er in Pension; zuvor war er seit 1992 beim Dienst für Abhängigkeitserkrankungen im Krankenhaus Brixen tätig. av

Der Männerchor Neustift wählte einen neuen Ausschuss (Obmann Klaus Gufler, Markus Markart, Hans Huber, Peter Pardeller, Peter Auer und Florian Öttl) und ehrte Markus Markart für 25 sowie Karl Peintner, Sepp Mulser, Ivan Boselli und Martin Rogen für zehn Jahre Mitgliedschaft.

Die Freiwillige Feuerwehr Lüsen wählte bei der Jahreshauptversammlung einen neuen Ausschuss und hat nun mit Damian Überbacher einen neuen Kommandanten. Simon Rastner und Damian Überbacher wurden für 15 Jahre, Walter Plaseller für 25 Jahre Dienst geehrt.

Ende Jänner fanden sich viele Mesner aus ganz Südtirol zum Mesnertag 2025 in Brixen ein. Auf den Gottesdienst im Dom folgten ein Vortrag von Altlandeshauptmann Luis Durnwalder und die Ehrung von 39 Mesnerinnen und Mesnern für ihren langjährigen Dienst in den Kirchen.


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LAMMento

mein Hoppala

Alex Oberegger, Brixen

„Ironie, Franz!“

Eingemauert In meiner ersten Woche als Lehrbub musterte mich der Vorarbeiter kritisch, dann grinste er: „Bua, kehr die Treppen von unten nach oben!“ Eifrig packte ich den Besen und begann, doch je mehr ich kehrte, desto mehr Staub sammelte sich unten. Ich verstand nicht, warum es nicht sauber wurde. Nach einer halben Stunde kam der Vorarbeiter zurück, betrachtete das Chaos, schüttelte den Kopf und lachte. So lernte ich, die Treppen nicht von unten nach oben zu kehren. Zwei Jahre und viele Besengriffe später bekam ich meine erste richtige Maureraufgabe: eine Trennwand mauern. Mit voller Konzentration setzte ich Ziegel auf Ziegel, achtete auf die Fugen; ich wollte beweisen, dass ich es konnte. Schicht für Schicht wuchs die Mauer, bis ich zufrieden auf mein Werk blickte. Doch dann beschlich mich ein seltsames Gefühl. Ich drehte mich langsam um – und starrte ungläubig. Da war keine Tür. Ich hatte mich selbst eingemauert. Der Vorarbeiter klopfte mir lachend auf die Schulter: „Bua, jetzt weißt du, warum man vorher einen Plan macht!“

Leser kochen für Leser

Fenchel-OrangenSprossen-Salat > Zutaten 2 Fenchel 2 Orangen gekeimte Mungobohnensprossen schwarzer Sesam für die Vinaigrette: Olivenöl, Sesamöl, Leinöl, Balsamico-Essig, 1 TL Miso, 1 TL Senf, 1 EL Ahornsirup, Salz, Pfeffer, Granatapfelkerne eines halben Granatapfels

> Zubereitung Den Fenchel waschen, die Orangen schälen und beides sehr fein in Streifen schneiden. Zusammen

aufschichten und mit den Mungobohnensprossen und dem Sesam garnieren sowie das kleingeschnittene Grün des Fenchels beimengen. Für die Vinaigrette alle Zutaten zusammen verquirlen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und über das Gemüse geben. Mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen. Zum Verfeinern Walnüsse rösten und mit Rohrzucker karamellisieren. Vor dem Servieren über das Gemüse geben und mit den Granatapfelkernen dekorieren.

Salat zur kalten Jahreszeit? Schmeckt mit den richtigen Zutaten, wie Sophie Schroffenegger aus Brixen mit ihrem Rezept beweist.

Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

„Endlich!“, sagt der Franz, während er am Handy die Ergebnisse der Bundestagswahl analysiert und zur Beruhigung einen kräftigen Schluck Kamillentee nimmt, „diese ständigen Duelle, Trielle und Quadrelle im Narrenkaschtl waren ja nicht mehr auszuhalten.“ Und jetzt haben wir den Salat, sag ich, genau so hatte ich es vorausgesagt: Weil der Lindner weg vom Fenster ist und die Weidel im Abseits höckt, ist der Fritz nun gezwungen, die Sozialisten zu umgarnen, und wenn die Sahra nicht gaaaanz knapp unter den fünf Prozent geblieben wäre, müsste er sogar noch … bäh … die Grünen in die Regierung nehmen! Die Grüüünen!! „Na bravo“, seufzt der Franz, „dann hätten wir eine Koalition aus Yoga-Lehrern, Steuerfahndern und Gender-Beauftragten.“ – „Zumindest muss er nur noch die Sozen um den Finger wickeln, denn zu dritt würden sie sich sowieso nie einig“, sagt Frieda, „Deutschland hätte dann ein ähnliches Schicksal geblüht wie Österreich, wo man ja auch inzwischen mit der letzten Verzweiflung irgendwo Mehrheiten sucht!“ Dass sie sich zu zweit schnell einigen, muss sich erst herausstellen, murmle ich, während ich Friedas Keksdose öffne, sonst gibt es in sechs Monaten Neuwahlen. „Wir wollen optimistisch bleiben“, winkt Frieda ab, „Deutschland wurschtelt sich schon irgendwie durch – notfalls mit einem Kompromiss aus Vegan-Pflicht und Freibier für alle.“ Freibier?, frag ich, und Franz setzt sich plötzlich aufrecht hin. „Ironie, Franz“, sagt Frieda, „Ironie!“ Na dann, sag ich, bleibt uns nur eins: ein Doppelkamillentee mit Schuss.


24 › Menschen & Meinungen

Hermine Agreiter, Juliana Frener, Zilli Weissensteiner, Karl Herter, Franz Castlunger, Renate Plaikner, Klara Willeit, Reinhard Siebenförcher, Maria Theresia Hinteregger, Albert Prosch, Alma Troi, Brückenwirt KG, Carmelo und Clara Cuscinà, Angelika Stampfl, Helmut Pedratscher, Roswitha Steinmair, Martin und Sabrina Plunger, Emanuela Pattis, Ralf und Helga Dejaco, Petra Trettau, Joachim Kauffmann, Giovanni Toniutti, Maria Kerschbaumer, Ingrid Peer, Aloisia Plank Cassar, Helmuth Dalla Brida, Walter Gasser, Waltraud Töll, Josef und Laura Treyer, Josef Kerschbaumer, Sergio Negro, Romano Suriano, Maurizio und Luana Sabbadin, Peter und Edith Prader, Luciano Caracristi, Franz Berretta, Hansjörg Salcher, Hanspeter Vikoler, Ugo und Susanne Favretto, Raimund Ochsenreiter, Luis und Christine Ruedl, Helga Pitscheider, Roland Unterkircher, Paul und Aloisia Michaeler, Eduard Weissteiner, Hermann und Maria Kaneider, Hansjörg und Maria Daporta, Heinrich Kubicek, Walter Windisch, Werner Dander, Thomas und Romana Klapfer, Franz Kaser, Peter Strauss, Hermann und Edith Larcher, Enrico Declara, Waltraud Stampfl, Walther Stockner, Rita Kerschbaumer, Gaudenz Lechner, Walburga Fissneider, Johann Oberhofer, Pietro Speranza, Martha Forer, Karl und Renate Jöchler, Hermine Pedoth, Heinrich Walder, Alois Costadedoi, Leo Dariz, Peter und Waltraud Rieper, Clara Schraffl, Pio Sottara, Erica Maria Überbacher, Heinrich Lusser, Alois Thaler, Arnold Haniger, Hans Kahl, Paul Schmidt, Ludwig und

Edith Scheiber, Paul und Emanuela Ritsch, Franz Wierer, Liliana Meneguzzo, Brigitte Senoner, Maria Grünfelder, Norbert Kaser, Frieda Flenger, Christina Leitner, Alfred Hinteregger, Karl und Gerda Ramoser, Susanne Leimstädtner, Theresia Brunner, Aloisia Ellemund, Claudio und Monika Larcher, Paul und Lydia Oberrauch, Arthur Kier, Karin Goller, Sieglinde Schenk, Hubert und Elke Rungg, Irmengard Schmiedhofer, Gian Franco und Lidia Canu, Richard und Monika Mitterer, Irene Frenes, Paola Zorzi, Sergio Sommavilla, Susanne Schraffl, Dagmar Kaiser, Paula Planatscher, Franz und Luciana Colombi, Peter Brugger, Agnes Blasbichler, Robert Faller, Günther Rafreider, Herbert Gebhard, Dietmar Thaler, Stefan Barbieri, Raimund Lamprecht, Maria Michaeler, Oswald Fischnaller, Herta Deporta, Martin Hinteregger, Günther Michaeler, Josef Hofmann, Waltraud Sigmund, Klara Rigger, Anton Mitterrutzner, Claudia Stuppner, Harald Gruber, Edith Tasser, Josef Fischnaller, Hardi Gasteiger, Kurt und Maria Rosa Plaickner, Walter Santifaller, Hermann und Hanni Bernardi, Jakob und Isabella Engl, Arthur und Rita Scherer, Elisabeth Kaltenhauser, Johann Hinteregger, Maria Cristina Thomaseth, Richard Mair, Gebhard Höller, Domenico Agostino, Josef Wierer, Armin Burger, Veronika Stafler, Markus Gruber, Helmuth Kusstatscher, Mario Cesco, Elena Chiocchetti, Movitec GmbH, Ingrid Pramstaller, Christian Hinteregger, Harald und Michaela Pichler, Renzo Paolo Pacher, Margit Strasser, Waltraud Deporta, Mar-

tin und Marialuise Klapfer, Elmar und Edith Molling, Konrad Gatterer, Gebhard und Margareth Dejaco, Bruno und Zäzilia Felderer, Rosa Forer, Josefine Pedoth, David Daporta, Franz Maria Sigmund, Walther Mayrl, Anton Jöchler, Sepp Baumgartner, Maria Rosa Reifer, Emanuela Pattis, Priska Holzknecht, Annalisa Cimino, Renate Lorenz, Maurizio Morocutti, Rosa Natter, Alfred und Edith Wieser, Barbara Volgger, Barbara Michaeler, Andreas Salcher, Roland Achammer, Lambert Leo Lazzeri, Mario Cappelletti, Peter Paul Niederegger, Christine Plaickner, Franz und Ingeborg Zingerle, Kurt Gasser, Ursula Mackenbrock, Judith Pfattner, Paula Theresia Antenhofer, Hermelinde Costa, Paula Bacher, Albin und Emma Mitterrutzner, AVS Landesleitung, Richard Ranigler, Alfred und Mathilde Rottonara, Luisa Platzer, Margit Leitgeb, Thomas und Susanne Amlung, Fredy Posch, Alfred Gargitter, Peppi und Helga Sigmund, Wilhelm Pupp, Elisabeth Jaist, Hermann Lerchegger, Paul und Maria Gasser, Martina Wild, Paula Mayr, Hannes Profanter, Martin und Ulrike Pichler, Ursula Axmann, Hansi Ladurner, Elmar Dejaco, Joachim und Andrea Hinteregger, Genovefa Rastner, Erich und Laura Barth, Anton Fischnaller, Rudolf Neuner, Horst Peintner, Carmen Kostner, Margit Hofer, Stefania Favretto, Angelika und Georg Mitterrutzner, Annamaria Pichler, Martha Mor, Werner und Gertrud Silgoner, Oswald Ostheimer, Manuel Cainelli, Emma Engl, Hubert Willimek, Georg Knollseisen, Adler Hotels GmbH, Veronika Seehauser, Martha Oberarzbacher, Sandra

n a D

Gabrielli, Juliane Pellegrini, Christian Pallhuber, De Gust KG, Clara Francesca Demetz, Hans-Jörg Michaeler, Anna Mayr, Elisabeth Steger, Notburga Maria Hofer, Klaus Peintner, Helena Tschager, Michael Lechner, Silvia Michaeler, Herta Sellemond, Thomas Wieland, Anton Lechner, Josef Rossmann, Georg und Christa Fischer, Ute Helm, Alois Pircher, Richard und Maria Niedermair, Thomas und Adelheid Lanthaler, Emma Gummerer, Christoph Stiemke, Harald Knoflach, Alfred Rieder, Paul Pezzei, Raffaela-Erminia Zanella, Monika und Martin Rederlechner, Ivo und Verena Barth, Helene Zischg, Brigitte Reifer, Walter Gogl, Carolina Comploi, Irmgard Piger, Herbert Dorfmann, Felix Tappeiner, Christoph Lechner, Gertrud Moret, Irene Pliger, Karl und Monika Graf, Margit und Michael Jocher, Pepi und Elisabeth Profanter, Hansjörg und Brigitte Auer, Irene Bergmeister, Rosa Tinkhauser, Agnes Malfertheiner, Prospero Bazzoli, Karin Egarter, Heidelinde Mair, Klaus und Gerda Messner, Alessandra Scorrano, Helga Pircher, Franz Rastner, Wilhelm Tarsia, Marianna Fink, Teodora Tettamanti, Martina Obwexer, Elsa Oberhofer, Renate Ramoser, Paul Cestari, Andreas und Jutta Schatzer, Engelbert Larcher, Christian und Irene Mitterer, Guido Martini, Sybille Prader, Hildegard Reifer, Angelika Obwexer, Bernhard Schrott, Martina Walder, Max Satzinger, Elisabetta und Stefania Bortig, Judith Tatz, Renate Fiechter, Paula Fiechter, Maria Fischnaller, Josef Kerer, Markus und Martina Oberrauch, Norbert Marschall, Maria Hinteregger, Elisabeth

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SENIORENURLAUBE 2025 der Gemeinde Brixen Cattolica vom 24. Mai bis 7 Juni Gatteo Mare vom 31. Mai bis 14. Juni Sexten vom 8. bis 15. Juni Einschreibetermin ist vom 10. bis 13. März, jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr. Anfangsbuchstaben der Nachnamen: 10. März: G K L S T Z 11. März: H I J P R Q X Y 12. März: A B C D U V W 13. März: E F M N O


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Freunde und Gönner Wachtler, Martha Gamper, Andrea Hauser, Helmut Terragnolo, Elisabeth Gisser, Theresia Kerschbaumer, Reinhold von Ingram Harpf, Walter Kircher, Franz Erschbaumer, Judith Larcher, Josef Sigmund, Priska Hofer, Berta Marlene Friedrich, Leonhard Psaier, Hildegard Ostheimer, Erich Hinteregger, Johann Micheler, Hermann Priller, Hubert Kaser, Maurizio Chiari, Thomas Rabanser, Michaela Schwienbacher, Thomas Prossliner, Walter Innerebner, Martin Hinteregger, Josef Perkmann, Salvatore Mura, Hansjörg und Veronika Jocher, Mathilde Spiss, Walter Demichiel, Adolf Balzarek, Johann Lechner, Gertraud Bodner, Mauro Dellantonio, Antonio De Sarro, Alois Gläserer, Paula Kral, Luitgard Seebacher, Albin Flenger, Florian Bodner, Alois Mitterer, Karl Michaeler, Otto Prader, Helga Dander, Josef Gelmi, Franz Daporta, Paula Huber, Manuel Berretta, Peter Unterkircher, Josef Brunner, Josef Rungg, Ewald Federspieler, Irmgard Sigmund, Ernst Stampfer, Rosa Marmsoler, Adolf Dallago, Florian Mussner, Roman Markart, Elmar Fischnaller, Renate Christin-Stas, Peter Stier, Josef Pfeifhofer, Theresia Rabensteiner, Lambacher OHG, Edith Lambacher, Dorothea Lamprecht, Johann Hofer, Andrea Ramoser, Angelika Seeber, Gottfried Silgoner, Paula Gruber Hofer, Annelies Deltedesco

Diese Liste enthält alle Freunde und Gönner des „Brixner“, deren Beitrag uns bis zum 18. Februar 2025 erreicht hat. ACHTUNG! Neue Abonnenten müssen uns unabhängig von der Zahlung des Beitrags auch ihre Adresse mitteilen – am besten HIER:

Alternativ können Sie uns Ihre Adresse auch per E-Mail an abo@brixner.info, oder telefonisch unter 0472 060200 mitteilen.

Sie wollen „Freund“ oder „Gönner“ unserer Zeitschrift werden? Südtiroler Volksbank: IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004 Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452 Südtiroler Sparkasse: IBAN IT68 T 06045 58220 000000855000 BancoPosta: IBAN IT76 V 07601 11600 000042779405

SCHÖNHEITSBEHANDLUNGEN

Oberhauser, Armin Spiess, Petra Lazzeri, Peter Gasser, Maria Kammerer, Herlinda Prieth, Lucia Cecchellero, Gianfranco De Blasi, Federazione Territoriale Pensionati, Margareth Volgger, Giuliana Bertoldi, Marlene Maurer, Leo Gufler, Franz Brunner, Helmuth Plank, Klammer & Partner GmbH, Verena Mitterrutzner, Claudio und Christina Doro, Frieda Messner, Peter Stubenruss, Herta Leitner, Richard Tauber, Benno Giacuzzi, Fabian Tirler, Angelika Tschager, Reinhard Winkler, Reinhold Agethle, Astrid Maria Wolfsgruber, Josef Jobstraibizer, Günther Oberhuber, Josef Stampfl, Walter Fissneider, Barbara Kasslatter, Markus Damiani, Barbara Mayr, Autotrasporti Parton srl, Arno Maglioli, Bernhard Stockner, Paul Gufler, Marianna Winkler, Helmuth Pfattner, Erich und Margarethe Mussner, Dieter Oberhofer, Richard Maria Seebacher, Artur Tschiesner, Raimund Seebacher, Albin Sigmund, Margareth Anna Lamprecht, Waltraud Tauber, Helmut Pedevilla, Brigitte Plunger, Christine Priller, Alois Pramstraller, Oswald Mair, Carlotte Damiani, Albin Taschler, Sergio Fanella, Paula Gasser, Dario Stablum, Martha Nussbaumer, Helga Schenk, Arthur Trentini, Heinrich Zini, Andreas Kreil, Maria Luisa Tisot, Brunhilde Tasser, Alfred Tisot, Anton Mair, Lydia

04.3.–08.3. SCHMINKBERATUNG MIT VISAGIST PAOLO 18.3. –22.3. MAKE-UP UND BEAUTYBEHANDLUNGEN 01.4.–05.4. KOSMETIKBEHANDLUNGEN

BRIXEN/MILLAND

Neue Geschäftsführerin im HdS innovativen Wohnkonzepten zu fördern, beispielsweise im Rahmen von Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen. So liege es von Lutz besonders am Herzen, Menschen zusammenzubringen, gemeinsam nach innovativen Lösungen zu suchen und dabei nahtlos an die bereits geleistete gute Arbeit im Haus anzuknüpfen. Das HdS, das seit über 20 Jahren Menschen in Notlagen aus Südtirol und aller Welt unterstützt, versteht sich als Ort des Austauschs und der Integration. Konkret konnte in seiner Geschichte bereits über 1.500 Personen geholfen werden. Ziel ist es, Zukunftsperspektiven zu schaffen, unkompliziert Hilfe zu leisten und Zusammenhalt zu fördern. Der Namensgeber des Hauses, Luis Lintner, war Misbz sionar in Brasilien.

01.3.–08.3. BIOTHERM 08.3.–15.3. GESICHTS-SEREN 15.3.–22.3. SHISEIDO 22.3.–29.3. E. ARDEN 29.3.–05.4. H. RUBINSTEIN

SONDERWOCHEN

Das Haus der Solidarität „Luis Lintner“ (HdS) in Brixen geht neue Wege: Erstmals wurde mit Elisabeth von Lutz eine Geschäftsführerin berufen. Sie bringt um-

fangreiche Leitungserfahrung aus dem sozialen Bereich sowie ein tragfähiges Netzwerk für ihre zukünftige Aufgabe mit. Zuletzt war sie als Projektkoordinatorin im Priesterseminar tätig, wo sie Theologiestudenten aus Tansania und Indien vor ihrem Schritt in das Priesteramt betreute. HdS-Präsident Andreas Penn hob bei ihrer Vorstellung hervor, dass die Entscheidung für eine Geschäftsführerin durchaus auch eine Weiterentwicklung des Hauses darstelle: Beide verstehen das Haus als Brücke zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern, den ehrenamtlich Tätigen und der Gemeinschaft in Milland und Brixen – ein echter Ort der Begegnung also. Geplant sei für die Zukunft daher, den fachlichen Austausch zu Themen wie der sozialen Gerechtigkeit und

BRIXEN, DOMPLATZ 2 MO–FR 9–13 + 14.30–19 · SA 9–13 + 14.30–18


26 › PRO& CONTRA

War es sinnvoll, die Gemeindeverordnung zu den Standorten der Kommunikationsumsetzer zu ändern? Fotos: Oskar Zingerle

Der Hintergrund:

PETER NATTER, Stadtrat (SVP): „Aufgrund eines Urteils waren wir gezwungen, Anpassungen vorzunehmen“

Der Brixner Gemeinderat hat vor einigen Tagen die Verordnung zur Standortbestimmung von Mobilfunk-Umsetzern abgeändert, mit der der bisherige Mindestabstand zu „sensiblen Strukturen“ wie Schulen oder Kindergärten verringert wurde. Die Gemeinde reagiert damit auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts, das besagt, dass die Verordnung nicht den heutigen Gesetzen entspreche. Mobilfunk-Umsetzer sind ein Dauerbrenner: Über den QR-Code erreichen Sie einen entsprechenden Bericht im „Brixner“ aus dem Jahr 2006.

JA

Jeder möchte guten Handyempfang, und viele beklagen den schlechten Empfang in der Brixner Altstadt. Wir nehmen den Schutz der Bevölkerung vor übermäßiger Strahlenbelastung sehr ernst und stehen in ständigem Austausch mit Technikern und Experten. Unsere Gemeinde war eine der ersten, die eine Verordnung zur korrekten Ansiedlung von Telekommunikationsinfrastrukturen gemäß dem Staatsgesetz vom 22.02.2001, Nr. 36, verabschiedet hat, um die Belastung durch elektromagnetische Felder zu minimieren. Die in Italien geltenden Qualitätsgrenzwerte sind die strengsten in Europa, derzeit bei 15 V/m (15 Volt pro Meter), während der empfohlene Wert in Europa bei 60 V/m liegt. Aufgrund eines Urteils sind wir aber gezwungen, Anpassungen vorzunehmen: Das Verwaltungsgericht Bozen hat die Verordnung der Gemeinde in Bezug auf den Mindestabstand von 100 Metern zu sensiblen Bereichen aufgehoben. Dieses Urteil wurde von uns beim Staatsrat angefochten – das Berufungsverfahren ist noch im Gange. Wenn in einer Zone ein unzureichender Empfang bewiesen ist, kann die Gemeinde die Umsetzer nur dann verhindern, wenn sie Alternativen zu den Standorten vorschlägt. Mit dem 100-Meter-Abstand war es uns nicht möglich, Telekommunikationsinfrastrukturen in der Altstadt zu genehmigen. Zudem ist vor jeder Installation einer solchen Anlage ein positives Gutachten der Umweltagentur erforderlich, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Lesen Sie den Der „Brixner“ als kostenlose App:

„Die Gesundheit der Bevölkerung muss absoluten Vorrang haben“

NEIN

Es ist unstrittig, dass wir uns alle eine gute Netzabdeckung wünschen. Höchst fragwürdig erscheint uns aber die Tatsache, dass nun auch Sendeanlagen in unmittelbarer Nähe zu sensiblen Strukturen möglich gemacht werden sollen. Die langfristigen Wirkungen elektromagnetischer Felder werden noch erforscht, die Wissenschaft rät dringend zur Anwendung des Vorsorgeprinzips – laut Gesetz deshalb auch die Ausweisung von sensiblen Zonen. Nun wird den Interessen privater Anbieter höheres Gewicht beigemessen als dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung. In der abgeänderten Gemeindeverordnung wurden sowohl die Mindestabstände herabgesetzt als auch zusätzliche Ausnahmeregelungen möglich gemacht: So kann nun zum Beispiel der Bürgermeister in dringenden Fällen die Ermächtigung von Anlagen erteilen, die nicht in den Standortbestimmungsplänen eingetragen sind. Wir denken, es ist falsch – gleichsam in vorauseilendem Gehorsam – den Anliegen eines Mobilfunkbetreibers entgegenzukommen, und zwar aufgrund eines Gerichtsurteils, das im Übrigen noch nicht einmal rechtskräftig ist. Die Gesundheit der Bevölkerung muss absoluten Vorrang haben. Dies gilt umso mehr, wenn es um die Gesundheit von fragilen Personen wie unseren Kindern und Jugendlichen geht. Die neue Verordnung eröffnet zu viele Interpretationsspielräume, die den Schutz der Bevölkerung an die zweite Stelle rücken sowie zu Rechtsstreitigkeiten führen können.

in Ihrem Wunschformat! Der „Brixner“ im Internet

www.brixner.info Sowohl in der App als auch im Web finden Sie den aktuellsten „Brixner“ und alle Archiv­ausgaben seit 1990 (!) Der „Brixner“ als Print-Ausgabe monatlich im eigenen Briefkasten Sie möchten Ihren „Brixner“ als Print-Ausgabe monatlich per Post zugesandt bekommen? brixner.info/de/epaper/neues-abo

SABINE MAHLKNECHT, Gemeinderätin (Team K):

Sie möchten für Ihr bestehendes Abo die Adresse ändern? brixner.info/de/epaper/ abo-adresse-aendern

Abo-Preise: In den Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen und Mühlbach ist die Zusendung kostenfrei. Im restlichen Staatsgebiet: 19 Euro pro Jahr (12 Ausgaben). Für das Ausland: 95 Euro pro Jahr (12 Ausgaben). Unsere Bankverbindung für die Abo-Gebühren: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, I – 39042 Brixen Betreff: NEUES ABO Südtiroler Volksbank: IBAN: IT76 X058 5658 2200 7057 0164 004 Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN: IT57 A083 0758 2210 0030 0005 452 Südtiroler Sparkasse: IBAN: IT68 T060 4558 2200 0000 0855 000 BancoPosta: IBAN: IT76 V076 0111 6000 0004 2779 405


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Andere Umgangsformen?

Fotos: Natalia Majcher

UMFRAGE: Wie erlebt man heute das Miteinander in der Gesellschaft? Haben sich die sogenannten „guten Umgangsformen“ in den vergangenen Jahren verändert? Genau das wollte der „Brixner“ herausfinden.

„Gute Umgangsformen sind wichtig“, betont Helga Baumgartner, und sie ergänzt: „Ich finde, dass sie auch nach wie vor existieren. Die Leute wirken oft gereizt, aber wenn man ihnen ruhig begegnet, dann sind sie schon ganz umgänglich. Eine Veränderung der Umgangsformen habe ich nicht beobachtet.“

„Ich kenne das so, dass man sich in einem Dorf oder einer kleinen Stadt grüßt. In Wien, wo ich lange gelebt habe, ist das anders. Seit ich wieder hier bin, kommt mir vor, dass die Brixner inzwischen etwas zurückgezogener sind und die Menschen grüßen, die sie kennen. Sie haben es ein bisschen verlernt, aufeinander zuzugehen“, sagt Alexandra Ladurner.

„Ich finde, dass sich die Umgangsformen eher zum Schlechteren verändert haben“, meint Günther Überegger, „aber vielleicht liegt mein Eindruck daran, dass ich älter werde und es einen Unterschied zwischen Jung und Alt gibt. Es ist alles viel hektischer geworden. Früher hat man sich vielleicht oft mehr Zeit genommen, um mit jemandem zu reden.“

Esther Redolfi findet „Umgangsformen wichtig, auch als Brücke zwischen den Generationen. Sie haben sich ein bisschen verhärtet, obwohl die Leute möchten, dass die jeweils anderen nett sind. Als Ethikerin beobachte ich, dass nach der Pandemie Menschen entweder noch freundlicher wurden oder ihre Vorsätze vergaßen. Man soll andere so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.“

„Die Umgangsformen sind nicht mehr so gut, wie sie einmal waren.“ Karin Pliger denkt, „dass in den Familien darauf vielfach weniger Wert gelegt wird, Respekt und Toleranz weniger weitergegeben werden. Auch das Internet und die Kommunikation in den sozialen Medien wirken sich negativ auf das Verhalten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus.“

Lisi Rabanser beobachtet, „dass die Jungen heute nicht mehr so viel Respekt haben. Man erlebt das, wenn man mit ihnen redet, an ihren oft schnippischen Antworten. Sie zeigen keinen Respekt vor dem Alter; es heißt dann ‚Was willst du von mir?‘ Wir haben das noch anders gelernt. Ja, ich denke, dass die Umgangsformen sich verändert haben.“

“C’è tanta maleducazione, e purtroppo i giovani sono abituati a fare quello che vogliono, ma dipende anche dalle famiglie”, meint Antonio Bernardi. “Oggi è tutto permesso. Posso dire quello che voglio, posso fare quello che voglio, ma in realtà non è così: ci vuole rispetto anche per gli altri e per l’ambiente. Noi siamo stati educati così.”

„Ja, ich bin der Meinung, dass sich die Umgangsformen verändert haben. Jugendliche sind heute offener und duzen zum Beispiel ältere Menschen, was auf den ersten Blick ungezogen wirken mag. Aber das ist einfach ein Wandel der Zeit“, meint Petra Rastner. „Was mir negativ auffällt ist, dass die vermeintliche Anonymität im Internet dazu führt, dass Beschimpfungen leichter von der Hand gehen, weil es keine direkte Konfrontation gibt.“


28 › Kunst & Kultur

Lachen mit Geschichte KULTUR: Wenn das Licht im großen Saal des Forums gedimmt wird, herrscht absolute Stille, und die Spannung ist zum Greifen nah. Schon erklingen die ersten Töne der Band, die kräftigen Stimmen der Sänger setzen ein – das „Stadtlerlåchn“ beginnt. Da die diesjährigen Aufführungstermine ungünstig mit dem Drucktermin des „Brixner“ kollidieren, werfen wir statt einer Rezension einen Blick zurück.

Als Geburtsstunde des „Stadtlerlåchns“ kann man das Jahr 1964 bezeichnen. Damals erarbeiteten Franz Röggla und Bruno Kofler, beide Primare im Krankenhaus Brixen und dem Männergesangverein Brixen 1862 freundschaftlich verbunden, gemeinsam einen Faschingsabend unter dem Namen „Stadtlerlåchn“. Der Name war, wie sich Röggla in der Festschrift anlässlich des 130-jährigen Vereinsjubiläums erinnerte, „eigentlich ein reines Zufallsprodukt“: Seine Frau verwies auf das „Stadtlerrennen“ auf der Plose und das „Stadtlerschwimmen“, und so wurde der Name „Stadtlerlåchn“ geboren. Noch heute beschreibt der Name treffend den Kern der Faschingsrevue des Männergesangvereins: Hier darf und soll gelacht werden, wenn Südtirol im Ganzen und Brixen im Besonderen der Spiegel vorgehalten wird – mit einem deutlichen Augenzwinkern, versteht sich! Der Fasching ist bunt! Narrenabende und Faschingskränzchen, mit und ohne Tanz, als offene Veranstaltungen oder nur für geladene


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Fotos: Oskar Zingerle

im Gespräch, wie Leo Dariz, seit 1970 selbst begeisterter Sänger im MGV, in der Vereinschronik recherchierte. Und vielleicht nahm der Faschingsabend mit heiteren Einlagen, zu dem der Verein am 27. Februar 1954 lud, bereits das spätere „Stadtlerlåchn“ vorweg. Auch ein Jahr später wurde ein Faschingsabend im Saal des Gesellenvereins veranstaltet, und damals, im Februar 1955, trat der Verein erstmals mit der ersten Ausgabe der „Hoblschoatn“ an die Öffentlichkeit. Playback im Kolpinghaus

 FIXPUNKT IM ZWEIJAHRESRHYTHMUS: Große und kleine Ungereimtheiten bringt der MGV im Fasching auf die Bühne

Gäste – sie haben beim Brixner Männergesangverein eine noch viel längere Tradition. So organisierte der Verein beispielsweise im Fasching 1872 eine Tanzunterhaltung mit einer Tombola zugunsten der Volksschule oder 1880 ein Kostümkränzchen im Walthersaal. Dabei war der MGV damals nicht der einzige Verein, der den Brixnerinnen und Brixnern den Fasching mit unterhaltenden Veranstaltungen versüßte; auch der Narrenabend der Turner war sehr beliebt. Der Brixner Färbermeister Franz Schwaighofer schrieb in seinen Aufzeichnungen, die 1994 publiziert wurden, über den Fasching 1881 sogar: „Der lange Fasching ist nun zu Ende und hätte er noch länger gedauert, des Humors und des Geldes scheint immer noch Überfluß. Man hörte von Nichts als Tanz-Unterhaltungen, Faßnachtsmahlelen, Maskeraden usw.“ Sogar eine Faschingszeitung – „Die Stoffzeitung“ – brachte der MGV in den Jahren 1903 bis 1909 heraus, wenn man so will, die Vorgängerin der heutigen „Hoblschoatn“. In den schwierigen Jahren nach dem Ersten Weltkrieg und des Faschismus pflegte der MGV so lange wie möglich den Gesang und den Brixner Fasching, etwa 1920 und 1921 mit einem Narrenabend für geladene Gäste, 1925 mit einer „Faschings-Liedertafel“. 1926 jedoch untersagte der Brixner Unterpräfekt die geplante Faschingsveranstaltung, und noch im selben Jahr wurde der Verein aufgelöst. Die Wiedergründung des Männergesangvereins erfolgte im Jänner 1948. Schon bald darauf waren Faschingsabende und die Herausgabe der Faschingszeitung „Hoblschoatn“

Die Faschingsrevue im Saal des Gesellenhauses war von Anfang an ein Erfolg. Man muss sie sich jedoch anders vorstellen als heute. „Der größte Unterschied ist“, so erinnert sich Alfred Ellecosta, der seit 1973 im MGV singt und dem Verein 15 Jahre lang als Obmann vorstand, „dass im Kolpingsaal nicht alle Sänger in die Veranstaltung eingebunden waren.“ Anders als heute stand also nie der gesamte Chor auf der Bühne, sondern das „Stadtlerlåchn“ wurde von kleineren Gruppen bravourös bestritten. Leo Dariz ergänzt: „Es wurde viel mehr gesprochen und weniger gesungen als heute.“ Die Texte, so erinnert er sich, schrieben anfangs Franz Röggla und Bruno Kofler. Röggla arrangierte die Lieder – meist waren es Melodien aus den Zwanziger- und Dreißigerjahren. Und noch etwas ist Dariz ganz besonders in Erinnerung geblieben: „Im Kolpingsaal wurde zunehmend nicht mehr live gesungen. Wir haben also zuerst die Lieder aufgenommen und während der Aufführung nur den Mund bewegt. Ich fand das schrecklich. Aber Franz Röggla war die musikalische Qualität besonders wichtig, und die schlechte Akustik im Kolpingsaal machte diesen Schritt notwendig.“ Die Mittel, mit denen die Abende auf die Bühne gebracht wurden, waren einfacher als heute. Oder mit den Worten Rögglas: Es war „auf Einfachheit und Sparsamkeit ausgelegt“. Nach dem Tod von Bruno Kofler zeichnete Röggla weitgehend allein für die Inhalte und Texte, die Regie und die musikalische Leitung verantwortlich. Er verfasste Texte, arrangierte die Musik und studierte mit Sängern und Schauspielern die Show ein. Unterstützt wurde er dabei abwechselnd von Elmar Teutsch, Enrico De Dominicis und vor allem Martin Ogriseg. Schon damals kristallisierten sich so etwas wie Publikumslieblinge heraus, und in Rögglas Erinnerungen an die Anfänge nennt er unter den vielen Mitwirkenden Pia von Lachmüller, Beate Lutz, Karin Scheidle, Ruth Pechlaner, Elmar Teutsch, Gerd Staffler, Walter Goller, Edi Braunhofer, Leo Dariz, Georg („Geggo“) Plank, Renato Corradini und Georg Kaser. Auch die „Schellacks“, ein Gesangsquartett aus Georg Plank (später Markus Ellecosta), Josef Lanz, Andreas und Alfred Ellecosta, wurden mit ihren an den „Comedian Harmonists“ orientierten Auftritten zu einem fixen Bestandteil dieser Faschingsveranstaltung. Das letzte „Stadtlerlåchn“ unter der Regie von Röggla fand im Februar 1989 statt – danach wurde Martin Ogriseg für mehrere Jahre zur zentralen Figur. Doch eine Veranstaltung wie diese bedarf immer mehrerer fleißiger und kreativer Köpfe wie beispielsweise Renato Corradini und Enrico De Dominicis, die Ogriseg sowohl in Sachen Text als auch Regie unterstützten. Frischen Wind brachte auch der Chormeisterwechsel im Jahr 1993: Anders als sein Vorgänger Otto Rubatscher, übernahm nun Andreas Ellecosta mit Begeisterung die musikalische Leitung des „Stadtlerlåchns“, setzte vermehrt auf den Gesang und holte seine talentierten Sänger in kleinen Gruppen auf die Bühne. Auch hinter den Kulissen zeichnete sich in den Achtzigerjahren ein Wechsel ab.


30 › Kunst & Kultur Dem 1987 neu gewählten Obmann Kurt Tschaffert gelang es, vereinsinterne Krisen zu meistern. „Es ist Tschafferts Verdienst“, so Dariz, „dass das ‚Stadtlerlåchn‘ unter seiner Führung neu konzipiert worden ist. Seither findet es im Zweijahresrhythmus und als reine MGV-Veranstaltung statt.“ Neue Herausforderungen im Forum Jahrzehntelang bot der Kolpingsaal in der Fallmerayer-Straße dieser Brixner Faschingsveranstaltung einen vertrauten Rahmen. Nur während des Umbaus des Gesellenhauses wich man 1969 und 1970 notgedrungen in die Hotels Goldene Krone und Senoner aus; 1985 entschied man sich für eine Turnhalle als Veranstaltungsort. „Ich kann mich noch gut an die allerletzte Ausgabe im Kolpingsaal im Februar 2001 erinnern: ‚www.st@dtlerlachn. komm‛, zugleich mein erstes als Obmann des Vereins. Es war alles andere als sicher, nochmal den Kolpingsaal nutzen zu dürfen – und eine Alternative gab es in Brixen nicht“, erzählt Alfred Ellecosta. Der Saal war inzwischen sichtbar in die Jahre gekommen und entsprach gewiss nicht mehr in allen Punkten den Sicherheitsbestimmungen. Schließlich konnte die Veranstaltung dank einer Sondergenehmigung des Bozner Amtes für Verwaltungspolizei doch noch stattfinden. Die darauffolgende Revue mit dem Titel „Enk fahlt’s woll? Eine medizynische Bestandsaufnahme“ war dann die erste, die 2003 im Forum stattfand, und zwar unter der Regie von Georg Kaser, der musikalischen Leitung von Andreas Ellecosta und der künstlerischen Gestaltung

Alfred Ellecosta (links), langjähriger Obmann, und Leo Dariz sind seit mehr als 50 Jahren beim „Stadtlerlåchn“ dabei

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von Martin Ogriseg. Alfred Ellecosta sieht im Wechsel des Veranstaltungsortes den größten Einschnitt in der Geschichte der Faschingsrevue: „Im großen Saal des Forums zu spielen war und ist eine Herausforderung“, sagt er, „und in manchen Punkten mussten wir uns umstellen. Zum Beispiel singen die Solisten live und mit Mikrofonen; anders ist es für uns nicht machbar, und wir werden von einer Live-Band begleitet.“ Doch die Herausforderungen hat der Verein mit Bravour gemeistert. Die mittlerweile fünf Vorstellungen – die Premiere am Freitag und die Samstagsvorstellung mit anschließendem Ball, die Aufführungen am Sonntag, Montag und Dienstag mit Theaterbestuhlung – sind alle zwei Jahre meistens ausverkauft. Für rund 2.300 Besucherinnen und Besucher gehört das „Stadtlerlåchn“ zum Fasching einfach dazu. „Altherrenturnen“ Dass sowohl auf als auch hinter und vor der Bühne alles reibungslos klappt, ist keine Selbstverständlichkeit. Schließlich gilt es, mehr als 50 MGV-Männer und die Frauen auf der Bühne zu koordinieren. „Heuer führt Lukas Lobis zum dritten Mal Regie. Die Texte stammen von Lukas Lobis und Peter Schorn, die Choreografie liegt in den Händen von Patrizia Fidanzi“, gibt Dariz einen Einblick. Und nicht zu vergessen Chorleiter Christian Unterhofer: Er war es, der bei seinem ersten „Stadtlerlåchn“ 2009 den gesamten Chor auf die Bühne holte – eine wichtige Neuerung. Nun geht die Revue alle an, auch wenn die Vorbereitungszeit für die Sänger natürlich enorm ist. „Rund 50 Stunden werden es schon sein“, mutmaßt Dariz. „Neben den Singproben gibt es drei Samstage, an denen wir die Choreografie einstudieren – wir nennen es im Spaß das Altherrenturnen.“ Richtig ernst wird es dann am Sonntag vor der Premiere, denn von nun an wird für alle intensiv vor Ort geprobt, in Maske und Kostüm. Dass der Zeitaufwand für die Sänger, die als Solisten und Schauspieler auf der Bühne stehen, ebenso wie für die Schauspielerinnen noch um einiges größer ist, versteht sich von selbst. „Für den Chor, für die Gemeinschaft, ist das ‚Stadtlerlåchn‘ äußerst wichtig“, unterstreicht Alfred Ellecosta. Zwar wird von allen hohe Flexibilität verlangt, denn im Zuge der Proben ändert sich erfahrungsgemäß noch einiges – doch die Mühe lohnt sich, das gemeinsame Schaffen schweißt zusammen. Geduld braucht allerdings auch Eugen Reinthaler, der für die Sänger Noten und Texte zu Papier bringt und sie mehrmals umschreibt, bis wirklich alles so passt, wie es soll. „Die Komik des ‚Stadtlerlåchns‘ wächst in der Vorarbeit also nochmal von allein – das ist eine ganz eigene Dynamik“, sagt Dariz und hat dabei so manche spontan entstandene Szene vor Augen, die sich dann zu einem echten Publikumsgag entwickelte. „Diese Dynamik ist ungemein wichtig“, ergänzt Ellecosta, „die Begeisterung steigt und reißt jeden Sänger mit, auch diejenigen, die nicht so gerne im Rampenlicht stehen.“


Brixner Nr. 421 Diese Gemeinschaft ist auch rund um die aufwendige Organisation der Veranstaltung zu spüren. Nicht zu vergessen sind die vielen helfenden Hände, hinter der Bühne etwa beim Schminken und den Kostümen, im Foyer beim Eingang, in der Garderobe und an der Bar, im Service und in der Küche. „Ohne unsere Frauen könnten wir das nicht stemmen, denn wir Sänger stehen ja alle auf der Bühne.“ Auch rund um die Show sind viele im Einsatz: Sieglinde Michaeler und Walter Granuzzo für die Kostüme, Werner Lanz für die Lichtgestaltung, Klaus Ramoser und sein Sohn Tobias für den Ton, und „auch auf Karl Dander vom Forum können wir immer zählen.“ Den Bühnenbau übernehmen die Handwerker im Verein unter der Koordination von Vizeobmann Günther Runggatscher. Alfred Ellecosta hat als Obmann zusammen mit Vizeobmann Martin Oberrauch sieben „Stadtlerlåchn“ organisiert und weiß, dass „die Abwicklung in den letzten 20 Jahren professioneller wurde.“ Allerdings stiegen mit dem Wechsel ins Forum auch die Kosten. „Ohne unsere großteils sehr treuen Sponsoren wäre die Umsetzung nicht machbar.“ Nach drei „Stadtlerlåchn“ unter Obmann Andreas Brugger mit seinem Stellvertreter Günther Runggatscher trägt heuer erstmals Obmann Markus Gruber diese Verantwortung. Videos, Rodelpartien und Ganzkörperanzüge So bunt und vielfältig wie das Leben, so präsentiert sich nunmehr auch die Faschingsrevue, die in ihrer Themenwahl längst

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über ausschließlich lokale Begebenheiten hinausgewachsen ist. Schließlich lässt sich so vieles aufs Korn nehmen… und die Ideen gehen den Brixnern sicher noch lange nicht aus. Alfred Ellecosta erinnert sich besonders gerne an den „Brixen Tatort“ von 2005 unter der Regie von Georg Kaser („Damals war Max Leitner in aller Munde“), weiters an ein „Stadtlerlåchn“ unter der Regie von Christian Meraner, das mit einem eingeblendeten Film begann: eine Rodelpartie über die Trametsch, an deren Ende der Rodler in Persona mit der Rodel auf dem Rücken ins Forum spazierte, vor den Augen des verblüfften Publikums. Leo Dariz hingegen fand die ebenfalls von Meraner inszenierte „Galaktika“ sehr gelungen, mit dem MGV in Ganzkörperanzügen aus China (noch vor der Corona-Pandemie, wohlgemerkt). Außerdem – lange ist’s her – „Hurenprozess und ‚pacchettin‘“, 1978 im Kolpingsaal zur Aufführung gebracht. „Auf Wiederseh’n ihr Leute“ Noch ein Punkt ist den beiden Sängern wichtig: das Publikum, das die Revue mitträgt und ihr schon seit Generationen die Treue hält. Deswegen stemmt der MGV auch seinen Kartenvorverkauf noch selbst und vollkommen analog: am Samstag im Walthersaal, danach im Forum. „Bis alle Tickets verkauft sind“, sagt Leo Dariz nicht ohne Stolz. Gerade er kennt die Vorlieben des Stammpublikums wie kein anderer, denn er übernimmt diese Aufgabe zusammen mit anderen schon seit vielen Jahren. „In den Achtzigern und Neunzigern übernahm das kleine Büro von Tourdolomit in der Sparkasse am Großen Graben den Vorverkauf für uns. Die Nachfrage war in all den Jahren ungebrochen groß, sodass die Leute teilweise schon um fünf oder sechs Uhr früh in der Schlange standen“, erinnert er sich. „Wir fingen dann an, Nummern zu verteilen, damit die Leute sich in einer Bar aufwärmen konnten, bis sie an die Reihe kamen.“ Szenenwechsel zum 4. März 2025: Über 50 Männer und Frauen strömen auf die Bühne, und ein Abend voller spitzer Pointen und mitreißender Melodien neigt sich dem Ende zu. Und viel zu früh stimmt der Chor sein Schlusslied an: „Auf Wiederseh’n ihr Leute, es hat uns sehr gefreut!“ Auf ein nächstes „Stadtlerlåchn“ im Februar 2027!

johanna.bampi@brixner.info

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32 › Kunst & Kultur

„Für Brixen“ INTERVIEW: Vizequästor LUCA PASSARELLA war vielen als Leiter des Polizeikommissariats von Brixen bekannt. Im vergangenen Herbst verließ er die Stadt. Nun kehrt er für einen Abend zurück – als Pianist. Das sind zwei sehr unterschiedliche Berufungen.

Nein, das könnte ich niemals. Trotz meiner Arbeit versuchte ich, täglich Klavier zu spielen. Auch als ich 2021 nach Brixen kam, suchte ich sofort ein Instrument, um zu üben. Ich wurde in Brixen von allen mit offenen Herzen aufgenommen und durfte in der Hofburg, im Priesterseminar, in der italienischsprachigen Musikschule Vivaldi und im Forum Klavier spielen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Mit 26 Jahren wurden Sie in Rom als „Bester italienischer Pianist“ ausgezeichnet. Kurz darauf entschieden Sie sich für eine Karriere bei der Polizei. Was führte zu diesem ungewöhnlichen Wechsel?

Welche Komponisten spielen Sie am liebsten?

Für viele scheinen Polizei und Musik Gegensätze zu sein, doch für mich ergänzen sie sich. Die Aufgabe der Polizei ist es, den Menschen im Alltag zu helfen. Musik berührt hingegen deren Seele und lässt sie träumen. Polizei und Musik wollen den Menschen Halt geben – die eine durch Sicherheit, die andere durch Emotion. Luca Passarella: „Ich wurde in Brixen von allen mit offenen Herzen aufgenommen“ Herr Passarella, Sie sind im Herbst sehr plötzlich aus Brixen verschwunden. Warum? LUCA PASSARELLA: Das hat

viele verwundert, denn Brixen ist für mich in den vergangenen drei Jahren zu meiner Heimat geworden. Allein der Blick auf die Plose hat mich jeden Tag aufs Neue begeistert. Ich fühlte mich von Anfang an hier wohl. Die Vielfalt der Kulturen und Sprachen fasziniert mich. Ich begann sofort, intensiv Deutsch zu lernen, um alle Bürger zu verstehen, und wäre gerne für immer geblieben. Doch leider musste ich näher an meine Heimatstadt Mantua ziehen.

Die Musik begeisterte mich von klein auf – besonders das Klavier. Im Alter von fünf bis sechs Jahren legte ich Löffel wie die Tasten eines Klaviers auf den Küchentisch, um darauf zu spielen. Im Alter von acht Jahren begann ich, Klavier zu lernen. Ich absolvierte das Konservatorium und anschließend einen dreijährigen Fortgeschrittenenkurs mit dem Pianisten Aldo Ciccolini. Gleichzeitig hegte ich den tiefen Wunsch, für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu sorgen. Deshalb schlug ich im Alter von 30 Jahren die Laufbahn bei der Polizei ein und studierte Rechtswissenschaften.

Sie waren zuerst Berufsmusiker und sind dann Polizist geworden.

Das Klavierspielen ließen Sie damit ruhen?

Wenn ich unter den Komponisten wählen müsste, wären es Johann Sebastian Bach und Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow. An beiden fasziniert mich die einzigartige Verbindung von intellektuellem Anspruch und emotionaler Tiefe. Bach beeindruckt mich mit seiner klaren, fast mathematischen Logik – seine Musik ist strukturiert, durchdacht und von einer zeitlosen Schönheit. Rachmaninow berührt mich mit seiner leidenschaftlichen Ausdruckskraft, seinen weiten, melancholischen Melodiebögen und seiner emotionalen Intensität. Also werden Sie Bach und Rachmaninow beim Konzert in Brixen spielen?

Nein. Obwohl Bach und Rachmaninow zu meinen Lieblingskomponisten gehören, habe ich

für das Konzert in Brixen bewusst ein anderes Programm gewählt. Mir ist es wichtig, das Publikum auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise mitzunehmen, die verschiedene Stile, Stimmungen und Epochen verbindet. Debussys Deux Arabesques eröffnen den Abend mit sanften Klängen, gefolgt von Chopins kraftvoller Polonaise op. 53 „Eroica“. Mit Lecuonas feuriger Malagueña hält spanisches Temperament Einzug, bevor Liszts virtuose Ungarische Rhapsodie Nr. 6 das Publikum mit ihrer Dynamik fesselt. Und am Ende möchte ich noch eine kleine Überraschung einbauen. Eine Überraschung? Können Sie schon etwas verraten?

Während meines Aufenthalts in Brixen ist es mir gelungen, ein Musikstück fertig zu komponieren, das ich schon lange in mir herum getragen hatte. Ich habe dem Stück den deutschsprachigen Titel „Für Brixen“ gegeben und werde es bei dem Konzert erstmals aufführen. Südtirol und besonders Brixen und seine Bevölkerung werden immer einen Platz in meinem Herzen haben. Deshalb freue ich mich sehr auf dieses Konzert am Freitag, 14. März, um 19 Uhr in der Musikschule. Damit möchte ich mich für die schöne Zeit in dieser wundervollen Stadt bedanken.


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Gunkl in Brixen: leiwand! KABARETT: „Nicht nur, sondern nur auch – ein ziemlich ungeordneter Versuch, über Ordnung zu reden“, so das neue Programm von Günther Paal alias Gunkl. Der Wiener gilt als der Philosoph unter den Kabarettisten. Ein vergnüglicher Ausflug in eine Gedankenwelt, in der alles erlaubt ist.

Wilde Satzgebilde Die Tischtenniskünste des gebürtigen Wieners mögen Mittelmaß sein, seine sprachlich-wissenschaftliche Virtuosität ist aber seit Jahren ungebrochen, und so konnte Gunkl bei seinem Auftritt in der Dekadenz Ende Jänner auf seine Fangemeinde in Brixen zählen. Er gilt als der Philosoph unter den Kabarettisten, wobei Kabarettisten der deutschsprachigen Oberliga ohnehin dem Philosophieren meist näher sind als die wenigen Berufsphilosophen

an den Universitäten, die noch nicht von Ingenieuren oder Kognitionsexperten jedweder Disziplin ersetzt worden sind – zumal dann, wenn sie österreichischer, pardon, Wiener Provenienz sind. Warum sich die Schreiberin dieser Zeilen einer ausufernden Syntax bedient? Nun ja, Gunkl hat es nicht anders verdient. Ist er es doch, der fröhlich wie ein Kind mit Legosteinen das Deutsche auseinandernimmt, um es wieder zusammenzubauen – ein Meister der deutschen Sprache, zweifelsohne. Und zu dieser gehören allerlei Kniffeligkeiten, die Gunkl genüsslich ausspielt, und der Zuschauer fragt sich dann: „Wo war nochmal der Anfang dieses Satzes?“ Dieser Mann philosophiert in seinem neuen Programm nun also über Ordnung. Und das geht in etwa so: „Ordnung zu haben ist vernünftig. Ordnung zu machen fühlt sich nur als Gewolltes gut an, als das, was man dann, aber halt erst dann. Nur, dieses Gefühl hat im Zuge der Verrichtung ein recht deutliches Ablaufdatum, nämlich eines, das im knirschenden Zerbröseln des Mögens, das dem Wollen eigentlich zu folgen hätte, in Minutenportionen die gerade noch gewollte stramme Laune komplett entweiht. Und dann muss wieder die Vernunft das Steuer übernehmen und zuerst Gewolltes, dann aber nicht mehr Gemögtes

als ein Das-ist-jetzt-aber-wurschtGemusstes durchhakeln.“

Foto: Robert Peres

Dieser Mann schafft Ordnung. Gründlich. So gründlich, dass man am Ende des Abends eine Ahnung vom Banach-Tarski-Paradoxon, von den Primzahlen, von den Modalverben des Deutschen, vom Werkzeugkasten des Günther Paal alias Gunkl, von der Entstehung der Welt und ihres möglichen Untergangs, vom Jerusalem-Syndrom, vom Kant’schen Vernunftbegriff und vom Insel-Gigantismus haben wird. Man wird auch wissen, wie es sich anfühlt, wenn Gunkl als nicht ganz schlechter Tischtennisspieler an der grünen Platte auf einen Weltmeister dieses Metiers trifft („Ich fragte mich, wo war der Ball überhaupt?“) und was dies alles mit Quantenphysik und Verschwurbelungstheoretikern zu tun hat.

Ungebrochene Lust am Denken Nonchalant schlenzt er solche Sprachbälle – nebst Modalverben unter die Latte. Seine Requisiten sind dabei minimalistisch: In den Hosen des Heimwerkers, leuchtend chartreuse (benannt nach der Farbe des gleichnamigen „Elixiers des langen Lebens“), und olivgrünem Hemd, die Beine ordentlich nebeneinander, steht er kerzengerade und wie angewurzelt auf der Bühne. Gunkl wird diese Beinhaltung den Abend über auch nicht ändern, allenfalls leichte Rumpf- und mitunter ausschweifende Armbewegungen begleiten seinen Monolog, ein sonorer Bass, in dem auch Aussagen wie „Der Erde dürfte es wurscht sein, wann sie untergeht“ so klingen wie „Herr Ober, bringen’s mir an Prosecco.“ Und kein Paartherapeut dürfte den Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft so auf den Punkt bringen wie Gunkl: Liebe ist das Management von Unschärfe, Freundschaft ist Ordnung. Und kaum ein Kabarettist schafft es, so virtuos und klug über Verschwörungstheoretiker zu philosophieren, ohne sie ein einziges Mal beim Namen zu nennen. Er sei, so sagt er von sich, eher

Gunkl: „Der Erde dürfte es wurscht sein, wann sie untergeht“

ein Freund der Menschheit als der Menschen. „Nicht nur, sondern nur auch“, möchte man ihm da antworten nach dem Besuch seines neuen Programms. Man sollte sehr ausgeschlafen und der deutschen Sprache halbwegs mächtig sein, um den Programmen von Gunkl folgen zu können. Und gerade diejenigen, die das von sich behaupten, lieben es, Gunkl-Programme mehrfach anzuhören. Glücklicherweise kommt er bald wieder nach Südtirol, am 16. und 17. April in die Carambolage nach Bozen. Um es mit Gunkl zu sagen: „Auf ein Warum-nicht-zum-ersten-Mal oder nochmal-Hingehen sollte man eine wohlüberlegte Antwort parat haben.“ stephanie.risse@brixner.info


34 › Kunst & Kultur

THEATER

Ein Blick in die Zukunft? „Wir haben euch erfunden, damit ihr unser Leben erleichtert!“ Am liebsten würde René allen Geräten in seinem Haus den Stecker ziehen, nachdem er Alecto, der allgegenwärtigen künstlichen Intelligenz, den Befehl gegeben hat, die digitale Welt um sich zumindest stumm zu schalten. Der Auslöser für seine Wut: René hält den gesunden Lebensstil nicht ein, den sämtliche Geräte für ihn errechnet haben. Egal, meinen Sie? Nicht, wenn daraufhin die Versicherungspolizze erheblich steigt, denn in dieser Welt, in der die künstliche Intelligenz den Alltag bestimmt, bleibt nichts verborgen. Es geht nicht nur um gesunde Ernährung, nein, im Jahr 2040 sind natürlich gezeugte Kinder den vor der Zeugung perfektionierten unterlegen und stellen die werdenden Eltern, die selbstverständlich nur das Beste für ihren

Nachwuchs wollen, vor die Frage, welches „Paket“ sie sich überhaupt leisten können – und das im Bewusstsein, dass auch die beste Version bald durch ein neues Update überholt sein wird. Altmodischer Sex mit Küssen und Anfassen ist out, Cybersex ist in, was Richy und Stefan zu einer Paartherapie führt. Alecto jedoch hat die Beziehung der beiden längst bis ins kleinste Detail analysiert. Ob die Gefühle und Erwartungen des Paares mit den Daten des allgegenwärtigen Alecto übereinstimmen? Die Spielgemeinschaft Vintl-Weitental gibt unter der Regie von Gerd Weigel mit „(R)Evolution“ von Yael Ronen und Dimitrij Schaad, inspiriert von Yuval Noah Harari, eine „Anleitung zum Überleben im 21. Jahrhundert“: ernst und komisch zugleich. Bis 20. März in der job Franzensfeste.

THEATER

Familienneurosen im Forum Das Schlosspark Theater Berlin ist bekannt, denn sein Intendant heißt Dieter Hallervorden. Und der wiederum ist bekannt, vornehmlich als Komiker. Die meisten Inszenierungen an seinem Hause sind daher amüsantes Theater auf hohem sprachlichen wie schauspielerischen Niveau. Vor diesem Hintergrund ist es ein wenig bedauerlich, dass das Südtiroler Kulturinstitut Ende Jänner „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ ins Forum nach Brixen holte, handelte es sich doch bei diesem Klassiker von Eugene O’Neill aus dem Jahr 1956 um schwere Theaterkost. Das Drama

kurz

notiert

des US-amerikanischen PulitzerPreisträgers zeigt vom frühen Morgen bis Mitternacht eines Tages das Leiden einer vierköpfigen Familie, ihre Süchte, Neurosen, Lügen und das quälende Nicht-voneinander-loskommen-Können – ein Gastspiel unter der Regie von Torsten Fischer mit Starbesetzung, allen voran Peter Kremer in der Rolle des Vaters, ein geiziger Immobilienspekulant, der seine Frau in die MorphiumAbhängigkeit, den einen Sohn aus dem Haus und den zweiten in den blanken Zynismus getrieben hat. Ebenfalls brillant: Judith Rosmair als fragile Mutterfigur, die den Tod

Der Innenraum der Friedhofskapelle von Feldthurns soll im Laufe des Jahres neugestaltet werden. Bis zum 13. April können Künstlerinnen und Künstler ihre Unterlagen für den Wettbewerb einreichen. Informationen und Bewerbungsunterlagen auf der Website des Südtiroler Künstlerbunds.

ihres dritten Sohnes nicht verwinden kann. Sehr stark sind Fabian Stromberger als schwindsüchtiger Sohn Edmund und Igor Karbus als James, ein brutaler, whiskysaufender

Versager. „In Wahrheit gibt es keine Rettung. Aus. Amen.“, wird James irgendwann sagen. Das ist die bittere Erkenntnis dieser sich hassliebenden Familie. sr

Die Brixnerin Greta Maria Pichler präsentierte vor Kurzem ihren ersten Lyrikband „Salzwasser“, erschienen 2024, in der Stadtbibliothek. Vor zwei Jahren hatte sie für den lyrischen Text „Salzwasser“ den Literaturpreis „open mike“ in der Kategorie Lyrik gewonnen.

„Jugend ohne Gott“ thematisiert Repression und Militarisierung in der beginnenden NS-Zeit und ist wohl Ödon von Horváths berühmtester Roman. Das Rotierende Theater bringt ihn in Klausen auf die Bühne, inszeniert von Viktoria Obermarzoner.


Brixner Nr. 421

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„Wohlkomponierte Willkür“ RAPHAEL MUR, lebt und arbeitet als Künstler in Brixen. Im Februar war seine erste Soloausstellung in Neumarkt zu sehen. Herr Mur, Sie haben im Kunstforum Unterland neueste und frühere Arbeiten gezeigt. Wie wichtig war diese Ausstellung für Sie?

Mir war es sehr wichtig, die ersten Schritte sichtbar allein in einer Soloausstellung und nicht im Kollektiv zu machen. Der Ausstellungstitel „Aufwind“ ist zusammen mit meinem Bruder Philipp entstanden. Ich denke, Menschen brauchen und wollen Aufwind, etwas Positives, das ein gutes Gefühl vermittelt. Ein gutes Gefühl vermitteln – wie gelingt das?

Mit Dingen, die mich beschäftigen, auch mit Gesell-

KO

OS L N E ST TE HÖR

ST

schaftskritik. Ich arbeite mit Symbolen, die ich in einen neuen Kontext setze, oft collagenartig. Die Willkür auf Bildern befreit mich, aber auch sie muss wohlkomponiert sein. Mich fasziniert die Ästhetik der Anatomie von Menschen und Vögeln. Das ermöglicht mir einen Blick ins Innere. Innerlichkeiten abzubilden, denke ich, löst in Menschen wiederum Innerlichkeit aus und schafft Tiefe. In der Ausstellung waren vor allem großformatige, abstrakte Bilder zu sehen, aber auch Installationsskulpturen. Wie beschreiben Sie Ihre Kunst?

Die Menschen erwartete ein vibrierendes Umfeld, ein warmes Licht. Es sind sehr helle, kontrastreiche Bilder, viele zeichnerische Elemente. Die Menschen sollen vor meinen Bildern nicht innehalten, sondern schauen, entdecken, in Bewegung sein. Meine Bilder werden oft als neoexpressionistisch bezeichnet. Ich will nicht aufregen, aber auch nicht gefallen; ich suche als Künstler alle Arten von Reaktionen auf meine Kunst. Und ich will mir mit meiner Arbeit die Freiheit erarbeiten, Stil und Material so anzuwenden, wie es für mich gut passt. johanna.bampi@brixner.info

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36 › Kunst & Kultur MUSIK

Klavierkunst in Brixen

Zlata Chochieva, die längst als Geheimtipp unter Kennern gilt und zunehmend das internationale Rampenlicht erobert, zeigte am 11. Februar im Parzivalsaal des Vinzentinums von Brixen, warum

sie zu den außergewöhnlichsten Pianistinnen ihrer Generation zählt. Ihre Interpretationen waren nicht nur technisch brillant, sondern von einer seltenen Tiefe und Originalität, die das Publi-

kum mitrissen. Ihr Programm war ein wagemutiger Ritt durch die Meisterwerke der Klavierliteratur: Robert Schumanns „Symphonische Etüden“ Op. 13, Frédéric Chopins „Scherzo Nr. 4“, Sergei Rachmaninoffs „Préludes“ und die „Corelli-Variationen“ Op. 42 sowie Felix Mendelssohns „Scherzo“ aus „Ein Sommernachtstraum“ in der atemberaubenden Bearbeitung von Rachmaninoff. Mit Schumanns „Symphonischen Etüden“ nahm Chochieva das Publikum mit auf eine Reise durch die komplexen Klangwelten des Werkes. Sie beherrschte das Klavier wie ein Orchester, von den tiefen bis zu den höchsten Tönen. Chopins

„Scherzo Nr. 4“ entfaltete sich in einer Mischung aus technischer Brillanz und emotionaler Intensität. In den „Préludes“ von Rachmaninoff führte Chochieva durch kontrastierende dunkle und ekstatische Passagen. Die „Corelli-Variationen“ meisterte sie mit einem facettenreichen Spiel, und der Abschluss mit Mendelssohns „Scherzo“ war ein Höhepunkt voller Energie und Lebensfreude. Chochievas Auftritt war auch eine emotionale Reise, die das Publikum tief berührte. Dank Musik Brixen gab es diese einzigartige Gelegenheit, eine solche Starpianistin aus nächster Nähe zu erleben. lh

Zugleich weiß sie, dass ein Teller mit seiner Form und seinem Dekor viele Informationen zu unserer Kultur, Geschichte und Tradition überliefern kann, obwohl er ein einfacher Alltagsgegenstand ist. Die Bangkok Design Week fand heuer zum achten Mal statt und entwickelte sich zu einem Publikums-

magneten, der allein im letzten Jahr 400.000 Menschen aus aller Welt anzog. Unter dem Titel „Tellergeschichten. In Bruchstücken erzählt“ hatte Gacke erst im Herbst im Rahmen von „Kulturort Gasthaus Südtirol“ eine Auswahl ihrer Arbeiten in job Brixen gezeigt.

AUSSTELLUNG

Die Schönheit unscheinbarer Dinge Alte und zerbrochene Teller? Bei Karolina Gacke werden sie nicht weggeworfen, sondern sie setzt die einzelnen Scherben fantasievoll zu neuen Tellern zusammen, inspiriert von der alten japanischen Technik des Kintsugi. Dabei werden Gegenstände aus Porzellan und Keramik mit goldgefärbter Kittmasse repariert. Gacke geht jedoch über eine bloße Reparatur hinaus und klebt Scherben verschiedenster Teller kunstvoll zusammen, lässt dadurch neue Gefäße entstehen und unterstreicht mit ihrem Ge-

spür für Farben und Formen die Schönheit des fragmentierten Porzellans. Unter dem Titel „Broken, but beautiful“ zeigte sie vom 8. bis zum 23. Februar die zerbrechlichen Exponate auf der heurigen Bangkok Design Week. Ihre Ausstellung in Yaowarat (Chinatown), dem Herzen der thailändischen Hauptstadt, stieß auf Interesse. „Es kamen viele, vor allem junge Besucherinnen und Besucher aus aller Welt“, freut sie sich, „darunter viele Influencer und TikToker.“ Gacke selbst möchte Menschen (auch) zur Reparatur beschädigter Objekte animieren.

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4. April 2025

Foto: Stephan Brückler

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THEATER

Heilendes Wasser in Bad Neustift Der Theaterverein Neustift lädt im Mehrzwecksaal der Grundschule Neustift zu einem wahren Erlebnis ein: Unter der Regie von Fabian Mutschlechner wird die Komödie „Hühnerhof und heiße Quellen“ von Gerold Rainer Müller aufgeführt. Die Zuschauer erwartet ein humorvoller Abend voller Überraschungen, Chaos und Lebensfreude. Die Geschichte spielt auf dem Hühnerhof der Familie Faller, der kurz vor dem Aus steht – bis eine sensationelle Entdeckung alles verändert. Eine magische Thermalquelle wird auf dem Hof gefunden und Frieda, die Betreiberin des Hühnerhofes, wittert darin die Geschäftsidee ihres Lebens. Doch ihr Mann scheint eine besondere Verbindung zur Magie des Wassers zu haben. Mit von der Partie sind der frisch verliebte Opa Fridolin,

trinkfeste Bauarbeiter, ein gewitzter Knecht, streitlustige Nachbarn und ein egozentrischer Bürgermeister. Diese bunte Mischung sorgt für turbulente Szenen und jede Menge Lacher. Der Theaterverein Neustift zeigt sich in Höchstform: Mit voller Leidenschaft und Hingabe erweckt die Truppe das Stück zum Leben. Besonders beeindruckend ist das schön gestaltete Bühnenbild, das die Zuschauer direkt in den Hofladen oder auf den Hofplatz der Familie Faller führt. Ein musikalisches Highlight der Aufführung ist der Song „Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn“ der Comedian Harmonists, der perfekt in das Stück integriert wurde. Bei insgesamt zehn Aufführungen bis 9. März dürfen sich die Besucher auf unterhaltsame und kurzweilige Abende freuen – ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte. jmf

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38 › Kunst & Kultur

BLASMUSIK

(Fast) alles beim Alten

PHARMAZIEMUSEUM

Anfassen erwünscht! Es fühlt sich durchaus merkwürdig an, in einem Museum vor einer offenen Vitrine zu stehen. Doch der Blick auf die Kommentare im Gästebuch des Brixner Pharmaziemuseums gibt Oswald und Elisabeth Peer recht: Objekte berühren und sogar herausnehmen zu können kommt bei den Besucherinnen und Besuchern gut an. Die Oberfläche der verschiedenen pflanzlichen, tierischen und mineralischen Objekte zu spüren und ihre Form, ihr Material und ihr Gewicht genauer zu erkunden – die offene Tischvitrine macht es möglich und hält so manche Überraschung bereit. Etwa wenn sich das metallische Zink, ein kleines, graues Stück mit schimmernden Silberstreifen, als schwerer entpuppt als das wesentlich größere Stück Bimsstein im anderen Eck der

Vitrine. Oder wenn die japanische Gelatine (Agar-Agar) unvermittelt an weichen Bast denken lässt und sich beim Berühren als hart und spröde erweist. Oder wenn das, was im ersten Moment einem Wurm ähnelt, eigentlich ein Stück Rinde einer Magnolie ist. Als Naturprodukt wurde die Rinde einst gegen Malaria, Rheuma, Epilepsie und hohen Blutdruck eingesetzt; heute wird an der Universität Bern zu ihrem Wirkstoff im Zusammenhang mit Osteoporose geforscht. Die Beschreibungen der ausgestellten Objekte erklären, wie sie früher (oder auch noch heute) in der Apotheke eingesetzt wurden. Bis zum 29. März bleibt die Tischvitrine in der Bibliothek des Museums offen. Eine Idee mit Potenzial – Fortsetzung erjob wünscht!

In seiner Jahreshauptversammlung blickte der Bezirk Brixen des Verbandes Südtiroler Musikkapellen (VSM) auf das vergangene Tätigkeitsjahr zurück, und nach der dreijährlich vorgesehenen Neuwahl gab es eine leichte Veränderung im Bezirksvorstand. Der Musikbezirk unterstützte im vergangenen Jahr zwei Jugend-Gemeinschaftsprojekte mehrerer Kapellen, nämlich „Young Winds Untereisacktal“ und „Musig Project“. Für ambitionierte Blechbläser veranstaltete der Bezirksausschuss einen Workshop mit dem Trompeter Bertold Stecher von den Berliner Philharmonikern, und am 1. Adventsonntag fand das BenefizAdventkonzert in der Pfarrkirche von Schabs statt, dessen Reinerlös alljährlich an eine karitative Organisation gespendet wird. Kulturstadträtin Bettina Kerer unterstrich in ihren Grußworten die außerordentliche Bedeutung

der Musikkapellen für das Kulturleben in den Gemeinden und bedankte sich für das Engagement in den Kapellen und in den Vorständen. Die Neuwahl des Bezirksvorstandes brachte geringfügige Änderungen mit sich: Bezirksjugendleiter-Stellvertreterin Marie Theres Zingerle stellte sich nicht mehr der Wahl. Ihre Position wurde durch Alexander Kaneider nachbesetzt, den Jugendleiter der Musikkapelle Lüsen. Ebenfalls neu in den Bezirksvorstand wurde Valeria Sullmann aus Albeins gewählt, die bis dato die Funktion der Landesjugendleiter-Stellvertreterin im VSM bekleidete. Im Bild der amtierende Bezirksvorstand (von links): Brigitte Kaneider, Stefan Ploner, Sabine Reifer, Alexander Kaneider, Bernhard Reifer, Robert Öhler, Bernhard Kasseroler, Albuin Meraner, Oskar Zingerle, Helmut Nitz und job Valeria Sullmann.

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Tom auf dem Lande THEATER: Ein intensives Psychodrama voller Lügen, Leidenschaft und unausgesprochener Wahrheiten – düster, packend, heutig! Als der junge Werbetexter Tom aus der Großstadt zum Begräbnis seines Liebhabers Guillaume in die Provinz fährt, gerät er auf dem Hof von dessen Familie in einen Strudel aus Lügen, Verdrängung und Gewalt. Tom gibt sich als Arbeitskollege des Verstorbenen aus, weil Guillaumes Mutter Agathe nichts von der Homosexualität ihres Sohnes geahnt hat. Der ältere Bruder Francis tut alles, damit die Wahrheit nicht bekannt wird, und schreckt dabei auch vor Gewalt gegen Tom nicht zurück.

Zunächst verpflichtet er Tom, die Lebenslüge nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern sogar auszuschmücken. Doch zunehmend scheint Francis Tom für eine Schuld zu bestrafen, die keiner der beiden in Worte zu fassen wüsste. In der Abgeschiedenheit des Bauernhofs entspinnt sich ein gewalttätiges, erotisch aufgeladenes Spiel zwischen den beiden Männern, dem sich Tom auf unerklärliche und fatale Weise fügt.

Tom auf dem Lande Theaterstück von Michel Marc Bouchard Wiederaufnahme Mit Max Gruber-Fischnaller, Patrizia Pfeifer, Kathrin Ploner und Philipp Weigand Ausstattung: Mirjam Falkensteiner Regie: Joachim Goller Regieassistenz: Michaela Zetzlmann Lichtdesign: Werner Lanz Fotos: Benni Troi

Sonntag, 23. März (Premiere) Weitere Aufführungen: Mittwoch, 26. März Freitag, 28. März Samstag, 29. März Sonntag, 30. März Mittwoch, 2. April Freitag, 4. April Dienstag, 8. April Mittwoch, 9. April Vorstellungsbeginn: 20 Uhr, sonntags 18 Uhr Reservierungen: dekadenz.it

UNERHÖRT! SEX IM ALTER – EIN TABU? Eine Eigenproduktion der Seniorentheatergruppe „Überholspur“ des Südtiroler Theaterverbandes in Zusammenarbeit mit dem Amt für Senioren und Sozialsprengel Seid ihr der Meinung, dass man im Alter brav dahinwelken sollte? Wir behaupten das Gegenteil! Die Seniorentheatergruppe „Überholspur“ (STV) spricht offen über Sexualität im Alter und fordert mit Gesang, Witz und Eigenironie auf, Vorurteile zu überdenken und neue Perspektiven zu gewinnen. Mit Willy Runggaldier, Anneliese Höllrigl, Paula Neulichedl, Annemarie Schenk und Cilli Oberhauser Regie und Dramaturgie: Maria Thaler Neuwirth (STV)

12. März, 16 und 20 Uhr (Premiere) * Mittwoch, Astra, Brixen Weitere Aufführungstermine werden auf der Website (www.stv.bz.it) und den sozialen Medien des Südtiroler Theaterverbandes veröffentlicht. Eine Kartenreservierung ist nicht nötig. Der Eintritt ist frei.


40 › TIMER Monat 2025

NEUE HORIZONTE ERÖFFNEN Foto: Pixabay

Kursangebote im Jukas

Mi., 2.4. – Sa., 11.10. (4 Module zu jeweils 3 Tagen) Lehrgang Biografiearbeit Mit Sylvie Dellemann, Susanne Hölzl und Sabine Sautter

Di., 8.4., 14 – 19 Uhr Tod und Trauer: Sprachlosigkeit überwinden und Begegnungen schaffen (online) Mit Aglaia Hörning

Do., 3.4. und Fr., 4.4., jeweils von 9 – 12 und 14 – 17:30 Uhr Keine Angst vor Konfliktgesprächen: Methoden der Mediation hilfreich im (Arbeits-) Alltag anwenden Mit Barbara Wick

Sa., 12.4., 9 – 12 Uhr Kinderyoga Mit Daniela Klotz

Fr., 4.4., 15 – 18:30 und 19:30 – 21:00 Uhr Jin Shin Jyutsu: Strömen Mit Sabine Bampi Fr., 4.4., 19 – 21 Uhr, Sa., 5.4., 9 – 12:30, 15 – 18:30 und 20 – 21:30 Uhr sowie So., 6.4., 9 – 12:30 und 14 – 15 Uhr Archaische Gesänge. Nährend, kraftvoll, verbindend Mit Heidi Clementi Sa., 5.4., 14 – 18 Uhr Zirkuserlebnis für Klein und Groß. Familienwerkstatt Mit Hannah Grüner

Sa., 12.4., 14 – 18 Uhr Gesunde Snacks für zwischendurch. Familienwerkstatt Mit Birgit Prast Sa., 12.4. und So., 13.4., jeweils von 9 – 12:30 und 13:30 – 17 Uhr Spannende Liedbegleitung für Gitarre. Gitarren-Wochenende Mit Ossy Pardeller Sa., 26.4. und So., 27.4. sowie Sa., 17.5. und So., 18.5. (2 Module zu jeweils 2 Tagen) Lehrgang „Die rote Nase: (M)eine Begegnung mir dem Clown II“. Aufbauseminar Mit Helga Jud und Manfred Unterluggauer

Passion: „Ein Versprechen für den Himmel“ Nach dem großen Erfolg des Weihnachtskonzertes im Dezember kommt die bayerische Band „Luz Amoi“ am 5. April noch einmal nach Milland – diesmal mit einer ganz außergewöhnlichen und beeindruckenden Umsetzung der Passionsgeschichte. Gemeinsam mit der jungen, erfolgreichen Poetry-Künstlerin „Sarah Marie“ aus Koblenz schuf Stefan Pellmaier, der musikalische Leiter des Ensembles, eine völlig neue und tief berührende Darstellung der Passion Christi. Die 2.000 Jahre alte Osterbotschaft ins Hier und Heute zu transportieren, ist das Ziel der Künstler. Und so entsteht ein Abend voller Musik, Poesie und beeindruckender Lichtund Videoinstallation, der die letzten Tage Jesu Christi und seine Auferstehung zeitgemäß interpretiert, aktualitätsbezogen umsetzt und das Publikum unmittelbar anspricht. Ein Zeichen der Hoffnung, des Zusammenhalts und der Zuversicht.

Stefan Pellmaiers Passion – Ein Versprechen für den Himmel Samstag, 5. April, 19:30 Uhr Freinademetzkirche, Milland Dauer ca. 2 Stunden inkl. Pause Tickets: www.mytix.bz Eintrittspreis: 25 Euro, ermäßigt 20 Euro

GESUND UND FIT MIT YOGA Yoga mit Karin und Rakesh Nanda

Rakesh Nanda ist in Indien in einer Familie geboren, in der Yoga seit Generationen praktiziert wird, verschiedene Yogatechniken und Yogainhalte gibt er seit 1983 in Yogakursen, Vorträgen und Yoga-Workshops weiter. Durch Yoga kommt unser gesamtes System in Ausgleich, Funkionien der Organe und Drüsen werden reguliert, körperliche und geistige Spannungen werden gelöst. Der Mensch erlebt tiefere Entspannung, ganzheitliche Gesundheit und Vitalität. So entsteht eine Harmonie von Körper, Geist und Seele.

Yoga-Einführungskurs mit Rakesh Nanda ab Dienstag,18. März, 19:45–21 Uhr 6 Abende Kassianeum, Brixen

*

Mo., 7.4., 9 – 12 Uhr Vom Motzen zum Reden: Tipps für Gespräche mit unzufriedenen Menschen (online) Mit Oliver Spalt Mo., 7.4., 18:30 – 20:30 Uhr Mit Nadel, Faden & Schere: Auf zum Flicktreff! Nähwerkstatt Mit Brigitte Ferdigg Clara

MUSIK

Yoga für Schwangere mit Karin Nanda ab Dienstag, 18. März, 20–21 Uhr 5 Abende Kassianeum, Brixen

* Anmeldung und Infos: Bildungshaus Jukas, Brixen Tel. 0472 279923, bildung@jukas.net, www.jukas.net

Information und Anmeldung: Tel. 348 0314248, nandayoga@yahoo.de, www.nandayoga.de


TIMER März 2025 Samstag, 1. März Theater

18 Uhr

Donnerstag, 6. März Führung 15 Uhr

Hühnerhof und heiße Quellen Theaterverein Neustift Grundschule, Neustift

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Literatur

Hühnerhof und heiße Quellen Theaterverein Neustift Grundschule, Neustift

18 Uhr

Zeitworte – parole del tempo ZeLT gibt das Zeitwort 2025 bekannt. Rappanlagen, Brixen

Faschingsrevue

21 Uhr

Stadtlerlåchn MGV Brixen Forum, Brixen

Theater

20 Uhr

Freitag, 7. März Kinderprogramm

16 Uhr

Vorlesen und Basteln Anmeldung erforderlich Stadtbibliothek, Brixen

Sonntag, 2. März Theater

Kabarett 17 Uhr

Hühnerhof und heiße Quellen Grundschule, Neustift

Theater

17 Uhr

20 Uhr

20 Uhr

(R)Evolution Spielgemeinschaft Vintl-Weitental Festung Franzensfeste

Hühnerhof und heiße Quellen Grundschule, Neustift

Faschingsrevue

Searching for you me TPZ, Brixen

19 Uhr

Stadtlerlåchn Forum, Brixen

Montag, 3. März Kinderkino

Theater 16:30 Uhr

Filmclub: Flow (ab 6 J.) Astra, Brixen

Kino

20 Uhr

Faschingsrevue

20 Uhr

Stadtlerlåchn MGV Brixen Forum, Brixen

Vicini di casa (ital.) Teatro Stabile di Bolzano Forum, Brixen

20 Uhr

Theater

15 Uhr

Theater

20 Uhr

Himmelfahrtsrisse. Bilder zu Alexander Langer Eigenproduktion Dekadenz, Brixen

Samstag, 15. März Theater

Diverses

Searching for you me TPZ, Brixen

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

Theater

Mittwoch, 12. März Theater

Mord im Klosterhotel Maturatheater Vinzentinum, Brixen

20 Uhr

Himmelfahrtsrisse. Bilder zu Alexander Langer Eigenproduktion Dekadenz, Brixen

16 und 20 Uhr

Samstag, 8. März Theater

Donnerstag, 13. März Diverses 18–20:30 Uhr

Hell over Astra Astra, Brixen

18 Uhr

20 Uhr

Repair-Café Kolping-Mensa, Brixen

„Schatten. Unsere Väter in der Waffen-SS“ von Thomas Casagrande Stadtbibliothek, Brixen

20 Uhr

Kabarett

Musik

20 Uhr

Funny money Theater in Tschiro Haus Voitsberg, Vahrn

20 Uhr

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

20 Uhr

(R)Evolution Spielgemeinschaft Vintl-Weitental Festung Franzensfeste

Musik

Neustifter Singstund’ für alle, die gerne singen Vereinssaal, Neustift

20 Uhr

Party mit DJ Astra, Brixen

Sonntag, 9. März Theater

19:30 Uhr

16 Uhr

Theater

20 Uhr

20 Uhr

20 Uhr

Musik

20 Uhr

18 Uhr

Himmelfahrtsrisse. Bilder zu Alexander Langer Eigenproduktion Dekadenz, Brixen

Theater

18 Uhr

Mord im Klosterhotel Vinzentinum, Brixen

Theater

18 Uhr

Searching for you me TPZ, Brixen

Montag, 17. März Kino

Theater

Filmclub: Der Lehrer, der uns das Meer versprach Astra, Brixen

20 Uhr

(R)Evolution Spielgemeinschaft Vintl-Weitental Festung Franzensfeste

Theater

Freitag, 14. März Theater

Mord im Klosterhotel Maturatheater Vinzentinum, Brixen

20 Uhr

Himmelfahrtsrisse. Bilder zu Alexander Langer Dekadenz, Brixen

Hühnerhof und heiße Quellen Theaterverein Neustift Grundschule, Neustift

18 Uhr

20 Uhr

(R)Evolution Festung Franzensfeste

Sonntag, 16. März Theater

Buchvorstellung 18:30 Uhr

20 Uhr

Himmelfahrtsrisse. Bilder zu Alexander Langer Dekadenz, Brixen

Toolbox Astra, Brixen

(R)Evolution Spielgemeinschaft Vintl-Weitental Festung Franzensfeste

Hühnerhof und heiße Quellen Theaterverein Neustift Grundschule, Neustift

Theater

Theater

21 Uhr

20 Uhr

(R)Evolution Festung Franzensfeste

(R)Evolution Spielgemeinschaft Vintl-Weitental Festung Franzensfeste

Theater

19 Uhr

Klavierkonzert mit Uraufführung des Werks „Für Brixen“ von und mit dem Pianisten Luca Passarella Deutschsprachige Musikschule, Brixen

Theater

Filmclub: The Outrun Astra, Brixen

Dienstag, 11. März Führung

Konzert

Unerhört! Sex im Alter – ein Tabu? Seniorentheatergruppe Überholspur Astra, Brixen

Theater

Stadtlerlåchn MGV Brixen Forum, Brixen

Mittwoch, 5. März Theater

Montag, 10. März Kino

15 Uhr

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Diverses

20:30 Uhr

Hühnerhof und heiße Quellen Theaterverein Neustift Grundschule, Neustift

Dienstag, 4. März Führung

Theater

20 Uhr

Musik

Filmclub: Emilia Pérez Astra, Brixen

Faschingsrevue

Theater

17 Uhr

Neuseeland – ein halbes Jahr bei den Kiwis Multivision-Länderabend mit Heiko Beyer Forum, Brixen

Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Funny money Theater in Tschiro Haus Voitsberg, Vahrn

Theater

Vortrag

‹ 41

Akte 0817 TPZ, Brixen

18 Uhr

Dienstag, 18. März Musical

20 Uhr

20 Uhr

Power Girl (schieß the man) Musical am SoWi Brixen Sozialwissenschaftliches Gymnasium, Brixen


42 ›

TIMER März 2025

Diverses

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

Mittwoch, 19. März Diverses

19 Uhr

Pub Quiz Astra, Brixen

Theater

20 Uhr

(R)Evolution Festung Franzensfeste

Donnerstag, 20. März Führung 15 Uhr Hofburg und Dombezirk Hofburg, Brixen

Theater (R)Evolution Festung Franzensfeste

20:30 Uhr

Sissi l’Imperatrice (ital). Teatro Stabile di Bolzano Forum, Brixen

Freitag, 21. März Theater

16 Uhr

Die Superhelden TPZ, Brixen

16 Uhr

Theater

20 Uhr

Vorlesen und Basteln Anmeldung erforderlich Stadtbibliothek, Brixen

Mord im Klosterhotel Vinzentinum, Brixen

Theater

Raga Tonno Astra, Brixen

Musik

18 und 20 Uhr

GameOne (18 Uhr) Dem Geld gehört die Welt (20 Uhr) Theaterpädagogisches Zentrum, Brixen

Theater

20 Uhr

Mord im Klosterhotel Maturatheater Vinzentinum, Brixen

Musik 20 Uhr

Theater

Kinderprogramm

20 Uhr

Sonntag, 23. März Musical 15 und 19 Uhr Power Girl (schieß the man) Musical am SoWi Brixen Sozialwissenschaftliches Gymnasium, Brixen

20 Uhr

18 Uhr

Tom auf dem Lande Dekadenz, Brixen

Theater

Samstag, 22. März Theater 16 und 18 Uhr

18 Uhr

Theater

Konzert

Montag, 24. März Kino

18 Uhr

Mord im Klosterhotel Vinzentinum, Brixen

20 Uhr

Im Glanz der Sonne Bürgerkapelle Brixen Forum, Brixen

Frühjahrskonzert der Bürgerkapelle Brixen

Das Frühjahrskonzert der Bürgerkapelle Brixen steht unter dem Motto „Im Glanz der Sonne“. Wie gewohnt geht es dabei abwechslungsreich zu – mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Gustav Th. Holst, Carl Reinecke und vielen mehr. Junge und ältere Solistinnen und Solisten aus den Reihen der Bürgerkapelle setzen ganz besondere musikalische Akzente.

Mittwoch, 26. März Theater

20 Uhr

Donnerstag, 27. März Theater 17 Uhr Mord im Klosterhotel Vinzentinum, Brixen

20 Uhr

Tom auf dem Lande Eigenproduktion Dekadenz, Brixen

„WELTENBUMMLER“ Multivision-Länderabend

NEUSEELAND – Ein halbes Jahr bei den Kiwis

Referent: Heiko Beyer

Samstag, 22. März, 20 Uhr * Forum, Brixen

9. März, 17 Uhr * Sonntag, Forum Brixen seit 1801

Eintrittspreise:

Kartenvorverkauf mit Platzreservierung unter www.mytix.bz oder direkt im Forum Brixen Restkarten eine Stunde vor Konzertbeginn

20 Uhr

Power Girl (schieß the man) Musical am SoWi Brixen Sozialwissenschaftliches Gymnasium, Brixen

Am schönsten Ende der Welt erlebte der renommierte Fotojournalist Heiko Beyer ein halbes Jahr Freiheit, eine Freiheit, wie sie nur in Neuseeland möglich ist!

Kapellmeister: Hans Pircher Obmann: Martin Schrott Moderation: Lisa Hintner

Erwachsene: 16 Euro, Schüler/Studenten: 10 Euro Kinder unter 18 Jahren: freier Eintritt

20 Uhr

Tom auf dem Lande Eigenproduktion Dekadenz, Brixen

Freitag, 28. März Theater

Filmclub: Wunderschöner Astra, Brixen

IM GLANZ DER SONNE

ab 20 Uhr

Spieletreff Vintlerhof, Milland

Musical

Akte 0817 TPZ, Brixen

Die Superhelden (16 Uhr) Akte 0817 (18 Uhr) TPZ, Brixen

20 Uhr

Die Wiener Sängerknaben Forum, Brixen

Diverses

Theater

Party mit DJ Astra, Brixen

Dienstag, 25. März Konzert

BÜRGER KAPELLE BRIXEN

wo Musik begeistert

Eintritt: 18 Euro Tickets: Brixen Tourismus Tel. 0472 275252, MEIN Reisebüro Tel. 0472 200051 sowie an der Abendkasse


TIMER Monat 2025

VORHANG AUF IM TPZ

PERFORMANCE MIT MUSIK

Foto: Stephan Brückler

Schiller Balladen Experiment

Wenn sich der Schauspieler Philipp Hochmair und der Musiker Fritz Rainer von der Band „Die Elektrohand Gottes“ Friedrich Schillers Balladen vornehmen, wird Literatur zum Experiment, das weder leise noch langweilig ist. Schicht für Schicht legt Philipp Hochmair im Schiller‘schen Wort-Steinbruch ein Juwel nach dem anderen frei: Wir spüren das pure Abenteuer im „Ring des Polykrates“. Wir zittern mit dem Ritter, der in der Ballade „Der Handschuh“ eben diesen für eine Dame

aus der Raubtier-Arena holen soll. Wir bangen um das Leben zweier Freunde, deren Treue in „Die Bürgschaft“ selbst im Angesicht der Todesstrafe nicht bricht, oder stürzen uns mit dem „Taucher“ mutig ins Meer. Philipp Hochmair ist einer der erfolgreichsten Schauspieler der Gegenwart. Er glänzt auf den großen Theaterbühnen, als „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen, in Kinofilmen wie „Wannseekonferenz“ oder in TV-Serien wie „Blind ermittelt“, „Charité“ oder „Die Vorstadtweiber“. Seine Literatur-Performances sind Kult. Freitag, 4. April, 19:30 Uhr Brixen, Forum Karten im Südtiroler Kulturinstitut: Tel. 0471 313800, info@kulturinstitut.org und online: www.kulturinstitut.org Unterstützt von der Firma Nordwal.

MULTIVISIONS-LÄNDERABEND

Foto: Kristof Göttling

Ein halbes Jahr bei den Kiwis

In Neuseeland erlebte der renommierte Fotojournalist Heiko Beyer ein halbes Jahr Freiheit, eine Freiheit, wie sie nur am schönsten Ende der Welt möglich ist! Auf seiner Entdeckungsreise ließ sich Beyer von der überwältigenden Natur des Landes leiten. Dabei gelang es ihm, die magischen Momente nahe der eisigen Gletscher und rauchenden Vulkane in seinen Fotografien und Video­sequenzen festzuhalten. Lange Wandertouren mit Rucksack und Zelt brachten ihn an Orte abseits der ausgetretenen Pfade, belohnten ihn mit einsamen Stränden, üppigen grünen Regenwäldern und dramatischen Küstenszenarien. Einzigartig waren auch die Begegnungen mit den

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Kiwis, die unkomplizierten und zuweilen schrägen Bewohner dieser beiden Inseln. Heiko Beyers neue Multivision ist zugleich eine Liebeserklärung an Neuseeland, das er mit brillanter Fotografie, Videosequenzen, Zeitrafferaufnahmen, Drohnenflügen und packenden Live-Kommentaren aufwändig und gekonnt in Szene setzt. Das Team von Mein Reisebüro Lufthansa City Center in Zusammenarbeit mit Brixen Tourismus lädt zum diesjährigen Weltenbummler-Erlebnisabend ins Forum Brixen ein.

Searching for me Theaterwerkstatt Lavendel. Unserer Generation stehen so viele Türen offen. Wie soll ich mich für eine entscheiden, wenn ich weiß, dass sich in dem Moment alle anderen Türen schließen werden? 7. und 15. März, 20 Uhr, 16. März, 18 Uhr

*

Akte 0817 In der langweiligsten Kleinstadt der Welt ist ein Mord passiert. Die perfekte Gelegenheit für Lena, sich als Detektivin zu testen. Wird sie den Killerclown finden? Ein schräger und lustiger Kriminalfall der Theaterwerkstatt Magenta. 14., 22. und 23. März, 18 Uhr

*

Die Superhelden Superhelden leben unter uns. Sie wissen aber sich zu verstecken und zu tarnen. Warum das so ist, findet ihr in diesem Stück heraus. Die Theaterwerkstatt Lindgrün zeigt die Geschichte von mehreren Superhelden, die gefangen werden und dann ihre Kräfte einsetzen, um sich zu befreien. 21. und 22. März, 16 Uhr

*

GameOn Theaterwerkstatt Jeansblau – Bist du Watcher oder Player? Vee braucht Geld, dringend. Deshalb meldet sie sich bei einem OnlineSpiel an. Dabei muss sie riskante Aufgaben erfüllen, um Ruhm und Geld zu gewinnen. Schnell werden die Herausforderungen immer gefährlicher und extremer. Wie weit wird sie gehen? 21., 29. und 30. März, 18 Uhr

*

Dem Geld gehört die Welt Theaterwerkstatt Peppermint. Zwei Milliarden für einen Mord. Eine ehemalige Bewohnerin der Stadt kommt zu Besuch und fordert Gerechtigkeit. Die Bürger der Stadt, müssen sich entscheiden, ob sie auf ihren Vorschlag eingehen oder auf zwei Milliarden verzichten. 21., 29. und 30. März, 20 Uhr

*

Die Streber Theaterwerkstatt Honiggelb. Amy und Molly haben ihre ganze Schulzeit damit verbracht, die Klassenbesten zu sein und sich auf ihre Zukunft vorzubereiten. Kurz vor ihrem Schulabschluss erfahren sie, dass ihre Mitschüler auch erfolgreich sind und dabei hatten sie auch noch eine Menge Spaß. Die zwei Freundinnen beschließen, die ganzen verpassten Partys und Abenteuer in ihrer letzten Schulnacht nachzuholen. 28. März, 5. und 6. April, 20 Uhr

*

Sonntag, 9. März, 17 Uhr Brixen, Forum Referent: Heiko Beyer Eintritt: 18 Euro Tickets: Brixen Tourismus, Tel. 0472 275 252 oder MEIN Reisebüro, Tel. 0472 200 051 sowie an der Abendkasse im Forum Brixen www.meinreisebuero.it

Tickets reservieren

Theaterpädagogisches Zentrum Brixen Köstlanstraße 28 Informationen und Reservierung: Tel. 335 535 99 55 www.tpz-brixen.org/programm


44 › TIMER TIMER März 2025 Theater

20 Uhr

Die Streber TPZ, Brixen

Samstag, 29. März Theater

18 Uhr

GameOne TPZ, Brixen

Theater

20 Uhr

Dem Geld gehört die Welt TPZ, Brixen

Theater

20 Uhr

Tom auf dem Lande Eigenproduktion Dekadenz, Brixen

Theater

20 Uhr

Mord im Klosterhotel Maturatheater Vinzentinum, Brixen

Sonntag, 30. März Musical 15 und 19 Uhr Power Girl (schieß the man) Musical am SoWi Brixen Sozialwissenschaftliches Gymnasium, Brixen

Theater

Theater

18 Uhr

Tom auf dem Lande Eigenproduktion Dekadenz, Brixen

Theater

18 Uhr

GameOne TPZ, Brixen

Theater

StadtGalerie bis 22. März Tutti i presenti che non sono mai esistiti. Roger Weiss und Valentina De’Mathà Di.–Fr. 16–19 Uhr, Sa. 10–13 Uhr Hofburg Brixen bis 29. Juni Berty Skuber. Anthology ab 29. März 1525–2025. Einbruch – Umbruch – Aufbruch täglich 10–17 Uhr Pharmaziemuseum Brixen bis 29. März Anfassen und Erfassen Di. und Mi. 14–18 Uhr, Sa. 11–16 Uhr Kloster Neustift bis 19. April Sankt Florian in Neustift Ausstellung mit Floriansbildern Zivilcourage – Gewaltloser Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Südtirol Mo.–Sa. 10–17 Uhr Neue Kunst Galerie Kloster Neustift 8. März bis 3. Mai Peter Burchia 8. März bis 4. Oktober Markus Gasser (im Innenhof) Mo.–Sa. 10–17 Uhr Vernissage: Fr., 7. März, 17:30 Uhr Galerie 90, Mühlbach bis 31. März Peter Fellin. Installation Tel. 348 710 2550

20 Uhr

Dem Geld gehört die Welt TPZ, Brixen

Montag, 31. März Kino

Ausstellungen

18 Uhr

Mord im Klosterhotel Maturatheater Vinzentinum, Brixen

Festung Franzensfeste bis 9. November Eingebunkert Di.–So. 10–16 Uhr

20 Uhr

Filmclub: A complete unknown (engl. mit ital. UT) Astra, Brixen

SIEBEN GEISSLEIN AUFFRISIERT

Märkte Bauernmarkt mittwochs und samstags, 7:30–13 Uhr Hartmannplatz Wochenmarkt montags, 8–13 Uhr Am Priel, Tratten- und Albuingasse, Hartmannplatz Benefizflohmarkt der Pfarrcaritas Vahrn Samstag, 1. März, 9–17 Uhr Alter Kindergarten, Vahrn

Ein Abenteuer mit Überraschungen Wenn ihr ein Theatererlebnis sucht, das für die ganze Familie geeignet ist, dann aufgepasst: Im April bringen wir die Märchenkomödie „Sieben Geißlein auffrisiert – ein Abenteuer mit Überraschungen“ auf die Bühne. Diese moderne und von uns selbst überarbeitete Fassung des bekannten Märchens „Der Wolf und die sieben Geißlein“ verspricht ein unterhaltsames Theatererlebnis für Jung und Alt. Mit viel Kreativität und Engagement schuf die Regisseurin und Theaterpädagogin Lisi Kiebacher mit uns erwachsenen Schauspielern ein Stück, das traditionelle Märchenmotive aufgreift und sie in ein frisches und überraschendes Abenteuer verwandelt.

Samstag, 5. April, 20 Uhr (Premiere) * Jugendheim Milland, neben der Freinademetz-Kirche Weitere Aufführungen: Sa., 12. April, 20 Uhr So., 6. April, 18 Uhr So., 13. April, Mi., 9. April, 20 Uhr Fr., 11. April, 20 Uhr 15 und 18 Uhr Kartenvorverkauf: Tel. 338 920 4800 oder per WhatsApp/SMS: Erwachsene 12 Euro; Kinder bis 14 Jahre 5 Euro. Folgen Sie uns auf &

KULTURZENTRUM ASTRA Flow Kinderkino (Filmclub) Mo., 3. März, 16:30 Uhr

*

Emilia Pérez Kino (Filmclub) Mo., 3. März, 20 Uhr

*

Toolbox Party mit lokalen Kollektiven Fr., 7. März, ab 21 Uhr

*

Kinderkino (Filmclub) Mo., 10. März, 16:30 Uhr

*

The Outrun Kino (Filmclub) Mo., 10. März, 20 Uhr

*

Unerhört! Sex im Alter – ein Tabu? Seniorentheatergruppe „Überholspur“ Mi., 12. März, 16 und 20 Uhr

*

St. Patrick‘s Day Party mit Livemusik Fr., 14. März, ab 20 Uhr

*

Hell over Astra Konzertreihe Sa., 15. März, 20 Uhr

*

Kinderkino (Filmclub)

* Mo., 17. März, 16:30 Uhr Der Lehrer, der uns das Meer versprach Kino (Filmclub) Mo., 17. März, 20 Uhr

*

Pub Quiz Mi., 19. März, 19 Uhr

*

Raga Tonno Konzertreihe Sa., 22. März, ab 20 Uhr

*

Kinderkino (Filmclub) Mo., 24. März, 16:30 Uhr

*

Wunderschöner Kino (Filmclub) Mo., 24. März, 20 Uhr

*

Kinderkino (Filmclub) Mo., 31. März, 16:30 Uhr

*

A complete unknown Kino (Filmclub) Mo., 31. März, 20 Uhr

*

Infos: www.astrabx.com


TIMER Brixner Monat Nr.2025 421

BILDUNG MIT WEITBLICK

Stimm- und Sprechtraining für Führungskräfte Dieses Seminar unterstützt Sie bei der Entwicklung einer sicheren, klaren und authentischen Stimmführung. Sie lernen, präzise und kompetent „auf den Punkt“ zu sprechen und Ihre Argumente überzeugend vorzutragen. Teil 1: Do., 20.3. bis Fr., 21.3., 9 Uhr Teil 2: Mi., 2.4., 9 Uhr

Achtsam – närrisch – weise: die Spiritualität des Clowns entdecken Durch spielerisch-kreatives Tun, Achtsamkeits- und Körperübungen, meditative Elemente und biblische Impulse entdecken wir die Haltung des Clowns und spüren der Verbindung zu unserer Spiritualität nach. Fr., 21.3. bis Sa., 22.3.

KI für gesellschaftliches und politisches Engagement

„Wer Gott umarmt, findet in seinen Armen die Welt“

Der Workshop bietet konkrete Ideen und Methoden zur Planung von Maßnahmen, bei denen Bürgerinnen und Bürger aktiv miteinbezogen werden. Do., 6.3. bis Fr., 7.3.

An diesem Abend begeben wir uns auf die Spuren von Madeleine Delbrêl, einer Pionierin des Glaubens für unsere Zeit. Fr., 21.3., 19:30 Uhr

Meine Rolle und meine Grenzen als pflegende/r Angehörige/r

Fit und gesund durch den Frühling

Auftankabend für pflegende Angehörige. Di., 11.3., 19 Uhr

Selbstverteidigungsworkshop für Frauen Konzepte und Prinzipien der Selbstverteidigung. Dieser Workshop ist darauf ausgerichtet, ein sicheres und selbstbewusstes Lebensgefühl zu vermitteln. Do., 13.3.

Dragon Dreaming Grundlagenseminar nach dem ProjektmanagementAnsatz. Fr., 14.3. bis So., 16.3.

Krankheitsbilder und der Umgang damit Dieser praxisorientierte Abend richtet sich an pflegende Angehörige und gewährt einen Einblick in die verschiedenen Krankheitsbilder, die häufig bei betreuungsbedürftigen Personen auftreten. Di., 18.3., 19 Uhr

Koreanische Handmassage Sie erlernen theoretisches und praktisches Wissen, um eine Handmassage durchzuführen, um bei Alltagsbeschwerden effektive Hilfe zu leisten. Mi., 19.3., 18:30 Uhr

Dieses Seminar beschäftigt sich mit Heilpraktiken von Ayurveda, Yoga und anderen ganzheitlichen Heilsystemen. Do., 27.3.

Älter werden – Augen auf und durch Die Teilnehmenden schaffen sich über gemeinsame Gespräche und individuelle Schreibversuche unter Anleitung einer erfahrenen Autorin einen persönlichen und reflektierten Zugang zum Thema „Älter werden“. Fr., 28.3. bis Sa., 29.3.

Graphic novel Entdecke die Welt des visuellen Erzählens. Sa., 29.3. bis So., 30.3.

Nahrungsergänzungsmittel für die „Hausapotheke“ Vortrag über die Welt der Vitamine, Mineralstoffe, Fette, die Ihr Wohlbefinden unterstützen und häufig schnell Abhilfe verschaffen. Mi., 2.4., 17 Uhr

Cusanus-Akademie Seminarplatz 2 | I-39042 Brixen/Südtirol T +39 0472 832 204 | www.cusanus.bz.it

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46 › Freizeit & Sport

... und sie bewegt sich doch! SPORT: Brixen ist für sein reichhaltiges Sportangebot bekannt, das von vielen Kindern und Jugendlichen genutzt wird. Doch ist auch die ältere Generation sportlich aktiv? Der „Brixner“ hat sich auf die Suche begeben.


Brixner Nr. 421

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Foto: Oskar Zingerle

geschätzten Platz eingenommen hat, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Sie finden sich in vielen privat organisierten Gruppen und Vereinen wieder, wo sie gemeinsam ihren sportlichen Leidenschaften frönen. Zum Beispiel im Skiteam Valente, das in puncto Wintersport seit den Neunzigerjahren eine Institution ist und in dessen Trainingsgruppe von Dezember bis März sehr viele ältere Jahrgänge aus Brixen und Umgebung am Gitschberg ihre Schwünge ziehen, sich danach gemütlich zusammensetzen und Sport plus Geselligkeit genießen. Von den 36 Aktiven gehören ungefähr die Hälfte in die Kategorie 50+, einige haben sogar die Siebzig schon überschritten.

„ S kifahren nach Lust und Laune, anspruchsvolles Training und doch ohne Druck“ _ Hans Maccarone, Präsident des Skiteams Valente Dreimal pro Woche erwartet Manfred Gasser, ein ausgebildeter Skitrainer der Skischule Jochtal, alle, die Freude am Skifahren haben und gern ihre Spur durch einen Riesentorlauf verbessern wollen. Dabei sind gerade die Senioren, die von Montag bis Freitag die Ruhe auf den Pisten bevorzugen, sehr ambitioniert. Sie lassen sich auch von schlechtem Wetter nicht abschrecken und stellen sich beim Raiffeisen-Seniorencup oder Masters-Rennen an den Start – ob als ehemals und immer noch erfolgreiche Rennläufer oder als Newcomer. „Wir sind in dieser Form einzigartig in Südtirol“, beschreibt Vereinspräsident Hans Maccarone seine Truppe, „Skifahren nach Lust und Laune, anspruchsvolles Training und doch ohne Druck, Jung und Alt miteinander auf der Piste.“ Ungetrübtes Skivergnügen

t AMBITIONIERT: Dreimal pro Woche trainiert das Skiteam Valente

Ich laufe auf dem Bachdamm den Eisack entlang und genieße die winterliche Mittagssonne. Ab und zu kreuzt ein Läufer oder eine Läuferin meinen Weg, meist aber begegne ich Spaziergängern. Es sind zum Großteil ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die von Brixen oder Milland aus zu zweit oder allein in vierbeiniger Begleitung Richtung Albeins oder Neustift unterwegs sind. Irgendwann stelle ich mir die Frage, was denn die ältere Generation unserer Stadt während der Wintermonate aus sportlicher Sicht macht. Sind es „nur“ die täglichen Runden am Nachmittag, oder pflegen die Brixner und Brixnerinnen auch noch andere Aktivitäten? Und ab wann zählt man überhaupt zur Gruppe der Senioren? „Alte“ Skihasen Bei vielen ist es die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, die den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt markiert. Weniger, weil das Alter nun meist mit einer Sechs beginnt, sondern vor allem, weil nun wesentlich mehr freie Zeit zur Verfügung steht und auch ausgefüllt werden soll. Für alle, in deren Leben sportliche Bewegung stets einen fixen und

Die Gewissheit, dass gemeinsam vieles leichter geht und mehr Spaß macht, liegt ebenso der Initiative 50+ des Verbands der Südtiroler Sportvereine zugrunde. Beim Skitreff 50+ auf der Plose sind rund 40 Skifans mit Claudio Zorzi und sechs Skilehrern auf den Pisten des Brixner Hausbergs unterwegs. Daneben gibt es durchaus eine beachtliche Zahl privat organisierter Grüppchen, die sich gemeinsam zum Skifahren treffen. Andere hingegen genießen die Pisten der Umgebung am liebsten allein oder zu zweit, vorzugsweise an Werktagen. Auch auf den Loipen trifft man regelmäßig dieselben gereifteren Langläuferinnen und Langläufer aus Brixen an. Doch von wegen „alt“: Nicht selten lassen sie so manche jüngeren „Skater“ oder „Klassiker“ hinter sich. Abseits der Pisten genießen zudem die Skitourengeher ihren Sport – unter ihnen viele in gesetztem Alter und mit jahrzehntelanger Übung. Doch ihre Touren setzen einiges an körperlicher Fitness voraus, und damit spiegelt diese Seniorengruppe wohl kaum den Durchschnitt wider. Im Schnee unterwegs Auch Winterwanderungen sind beliebt, und die meisten beruhen auf privater Initiative. Die Brixner Sektion des Alpenvereins organisiert zwar ab März viele altersgerechte Wanderungen, während der Wintermonate jedoch findet man für die ältere Bevölkerung nichts im Programm. Nichtsdestotrotz sind viele Wandergrüppchen unterwegs: Man trifft sie in den öffentlichen Verkehrsmitteln, auf


48 › Freizeit & Sport Wanderwegen und in Einkehrmöglichkeiten überall in Südtirol an, und sie scheuen zum größten Teil auch keine winterlichen Verhältnisse. Wenn die Zeit für Tagesausflüge nicht reicht, so organisiert man sich für längere Spaziergänge – wie zum Beispiel eine Frauengruppe in Afers, die mehrmals pro Woche unter fachlicher Führung ein bis zwei Stunden die Umgebung erkundet. Wasser kennt keine Altersgrenze Auf der Suche nach sportlicher Aktivität reiferer Jahre werde ich in Brixen in der Acquarena fündig. Pünktlich um 8.45 Uhr stehen die ersten Stammschwimmer vor dem Drehkreuz im Eingangsbereich und warten darauf, eingelassen zu werden und „ihre“ Bahn besetzen zu dürfen. Ob sie nun ihr Leben lang im Wasser zuhause waren oder erst später zum erfrischenden Nass gefunden haben – jedenfalls ziehen sie jahraus, jahrein mit der Zuverlässigkeit einer Schweizer Uhr ihre Bahnen, zum Wohle von Körper und Geist. Neben ihnen turnen einmal pro Woche gut 20 ältere Damen und Herren zu flotten Rhythmen im Sportbecken des Hallenbads. Acquagym für Senioren, ein Angebot der Sektion Schwimmen des SSV Brixen, ist immer ausgebucht. Laut Sektionsleiterin Verena Stenico könnte dieser Kurs auch mehrmals pro Woche gefüllt werden, würden genügend Wasserflächen zur Verfügung stehen. Ergänzend zur Wassergymnastik will man, wie schon in der Vergangenheit, auch wieder Schwimmkurse für Anfänger gesetzten Alters anbieten, während andere Seniorinnen und Senioren ihre Schwimmkarriere mit Privatunterricht starten. Sportler ein Leben lang Meist zu abendlicher Stunde, ausgerüstet mit Stirnlampen und winterlicher Bekleidung, sind Brixens Laufgruppen unterwegs. In der sogenannten Boomer-Generation steigen aber doch viele auf langsamere Fortbewegungsformen um. So wie manche der vielen Brixner Radfahrer, die sich in jungen Jahren viele Lorbeeren auf ihren Rennrädern oder Mountainbikes verdienten und irgendwann, wie viele Gleichgesinnte, aufs E-Bike umsteigen. Denn auch unter ihnen sind die Siebzig- bis Achtzigjährigen, die mit der Kraft ihrer Beine Pässe erklimmen, in der Minderheit. Luft nach oben Wer ein Leben lang aktiv war, findet also auch im Alter Wege und Mittel, um den Körper und damit auch den Geist fit zu halten. Schwieriger wird es für alle jene, die es anzu-

p Der „Club Anziani Milland“ ist das ganze Jahr über aktiv

spornen, zu motivieren und zu organisieren gilt, damit sie ihr Leben mit etwas Bewegung bereichern. Vor allem für diese Gruppe sind niederschwellige Angebote sehr wichtig: So braucht es fachliche Begleitung, Gemeinschaft und teilweise auch wirtschaftliche oder organisatorische Unterstützung. Als leicht zugängliche Möglichkeit könnte zum Beispiel der vor etwa acht Jahren im Brixner Lido errichtete sogenannte Generationenparcours dienen. Lange Zeit traf man sich mehrmals pro Woche dort, um 20 Minuten lang mit einfachen Übungen Gleichgewicht, Koordination und Beweglichkeit zu trainieren – eine Initiative, die wiederbelebt werden könnte. Bei der wöchentlichen Gymnastikstunde des Seniorenklubs Brixen, der Hunderte Mitglieder zählt, turnen rund 15 Teilnehmer – hier gäbe es durchaus noch Ausbaupotenzial. Der Verein „Club Anziani Milland“ verzeichnet bei seinen Tanznachmittagen regen Zulauf. Immer wieder tauchen neue Gesichter auf und geben sich der musikalischen Bewegung unter fachlicher Anleitung ihrer „Choreografin“ hin. Das Tanzen in manchen Gastlokalen, zu dem sich gerade ältere Jahrgänge gerne und zwanglos trafen, ist hingegen mehrheitlich verschwunden; viele derartige Treffpunkte sind wegen der Einschränkungen während der Corona-Pandemie in den Dornröschenschlaf gefallen. Neben den Angeboten, die die Brixner Seniorenvereine für ihre insgesamt rund 900 Mitglieder bereits im Programm haben, und neben den vielen privaten Initiativen rund ums Wandern bleibt also noch einiges an Raum für gemeinsame, vorzugsweise auch kostengünstige Aktivitäten für ältere Menschen. Ob es nun das Tanzen, Gymnastik, Spaziergänge oder verschiedenste Bewegungsformen im Wasser sind: Die positive Wirkung auf das körperliche und soziale Wohlbefinden ist sicher.

sabine.dejakum@brixner.info


BESONDERE KÖSTLICHKEITEN bei der Eisacktaler Kost 2025

Vom 14. bis 30. März steht das Eisacktal wieder ganz im Zeichen der traditionellen Spezialitätenwochen: Die „Eisacktaler Kost“ lockt mit Frühlingsgerichten in 18 teilnehmende Betriebe von Sterzing bis Barbian. Wenn die Natur erwacht und erste Frühlingsboten das Land schmücken, lädt das Eisacktal wieder zum Genießen ein. Die Eisacktaler Kost, die älteste Spezialitätenwoche Südtirols, bietet Gästen und Einheimischen zwei Wochen lang viele kulinarische Highlights. Die teilnehmenden Betriebe stellen dabei die Frühlingsküche und regionale Produkte in den Mittelpunkt. Von traditionellen Gerichten bis hin zu kreativen Neuinterpretationen – die Speisekarten der Restaurants versprechen Vielfalt und Qualität. Die Verbindung von Regionalität und Kulinarik Besonderer Wert wird auf die Verbindung zwischen lokalen Produzenten, Gastwirten und Gästen gelegt. Dieses Zusammenspiel stärkt die Regionalität und unterstreicht die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft. Viele der verwendeten Zutaten stammen direkt aus der Umgebung und verleihen den Gerichten einen unverwechselbar authentischen Geschmack. Die Betriebe der Eisacktaler Kost arbeiten auch heuer wieder mit den Qualitätsprodukten Südtirols zusammen. Der Südtiroler Apfel g.g.A., hochwertiger Honig mit dem Qualitätszeichen Südtirol sowie der regionale Bauernspeck vom Südtiroler Speck Konsortium bereichern die Speisekarten und stehen für die unverfälschte Qualität der regionalen Küche. Die Produkte und Hersteller werden darüber hinaus aktiv in das Rahmenprogramm der Eisacktaler Kost eingebunden. Mitmachen und gewinnen Zur beliebten Tradition gehört das Gewinnspiel der Eisacktaler Kost. Gäste, die während der Spezialitätenwoche in einem der teilnehmenden Betriebe zum Essen einkehren, haben die Chance, einen Essensgutschein in einem der an der Eisacktaler Kost teilnehmenden Betriebe zu gewinnen. Das Gewinnspiel kann sowohl vor Ort als auch online ausgefüllt werden. Unterstützung für einen guten Zweck Wie jedes Jahr spenden die teilnehmenden Betriebe einen Teil des Erlöses an die Lebenshilfe. Die Unterstützung geht an die Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation „Trotzdem reden“ in Brixen, die sich für Menschen einsetzt, die nicht oder kaum über die Lautsprache kommunizieren können. Mit individuell angepassten Kommunikationssystemen ermöglicht die Lebenshilfe diesen Menschen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Organisatoren der Eisacktaler Kost bedanken sich herzlich bei allen Partnern und Sponsoren, die diese einzigartige Spezialitätenwoche jedes Jahr möglich machen. Gemeinsam wird das Eisacktal auch 2025 wieder zum Treffpunkt für Liebhaber der regionalen Küche.

14.3.–30.3.2025 Das gelungene Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft, Gastwirt und Gast – der Dreiklang der Eisacktaler Kost. Kemps kostn und viel erleben! Schaurhof Sterzing T +39 0472 765 366 Zoll Steakhouse Sterzing T +39 328 741 33 15 arbor Sterzing T +39 0472 764 241 Post Maria Trens/ Freienfeld T +39 0472 647 124 Stafler Freienfeld T +39 0472 771 136 Valsegg Eggile Vals/Mühlbach T +39 388 770 74 44 Löwenhof Vahrn T +39 0472 836 216 Boutique Hotel Pachers Neustift T +39 0472 836 570 Sunnegg Kranebitt/Brixen T +39 0472 834 760

fink Restaurant & Suites Brixen T +39 0472 834 883 Finsterwirt Brixen T +39 0472 835 343 Decantei Brixen T +39 0472 674 270 Alpenrose’s dining & living Pinzagen/Brixen T +39 0472 694 947 Wöhrmaurer Feldthurns T +39 329 417 57 89 Kircherhof Albeins/Brixen T +39 0472 851 005 Pitzock Villnöß T +39 0472 840 127 Spitalerhof Klausen T +39 0472 847 612 (geöffnet bis 23.03.2025) Ansitz Steinbock Villanders T +39 0472 843 111

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Brixner Nr. 421


50 › Freizeit & Sport

SCHACH

Brettstrategen Der Verein ist wohl einer der kleinsten der Stadt; seine Mitglieder sind sprichwörtlich im Stillen aktiv, und seine Aktivitäten sind für Zuschauer alles andere als spektakulär. Und doch reiht sich der Schachclub seit rund 60 Jahren in die Liste der Brixner Vereine ein. Ursprünglich gab es sowohl in Brixen als auch in Milland einen Schachklub, später schloss man sich zusammen und fand schließlich als Schachklub Milland-Brixen auch in der Namensgebung einen gemeinsamen Nenner. Oswald Kofler führt die 20 Mitglieder starke Gemeinschaft an. Man trifft sich jeden Donnerstag im Jakob-SteinerHaus und spielt und trainiert vor allem für die Südtiroler Landesmeisterschaft, an der man von November bis März gegen seinesgleichen aus dem ganzen Land antritt. Die vier Spieler in der C-Liga haben erst kürzlich mit ihrem Sieg den Aufstieg in die B-Liga geschafft. In der

A-Liga kämpfen sich sechs Spieler von der aktuell siebten Position nach vorne vor. Als Mannschaft sind die Brixner Schachspieler auch beim sogenannten „Stefansblitzen“ in Gries dabei: Die Spiele dauern bei diesem Schnellschachturnier nur zehn Minuten. Einzelne Mitglieder stellen sich darüber hinaus bei vielen Turnieren in anderen italienischen Regionen und in ganz Europa der Konkurrenz. Zum harten Kern des Vereins gehören vorwiegend Spieler fortgeschrittenen Alters; die jüngeren sind laut Kofler „ab 20 meist irgendwo in der Welt unterwegs“. In Kursen und durch Besuche in Schulen vermitteln die Schachliebhaber allen Interessierten erste Grundkenntnisse, und auch beim wöchentlichen Treff sind Neuzugänge herzlich willkommen. Die Kontaktperson für den Jugendsektor ist Helmut Pfeifhofer: 333 4531530. sd

DUATHLON

WM-Erfahrungen auf dem Schnee

kurz

notiert

Wie viele seiner Triathlonkollegen vom Schwimmclub Brixen ergänzt auch David Zingerle sein Training im Winter durch einige Kilometer auf den Loipen der Umgebung. Die Teilnahme an einem Winterduathlon (Laufen und Langlaufen) war da wohl nur die natürliche Folge, und Zingerle fuhr mit Trainerin und Team im Jänner nach Padola (Provinz Belluno) zu seinem ersten Start in dieser Disziplin. Es wurde ein starkes Rennen für den 18-Jährigen: Der Sieg bedeutete zugleich den Italienmeistertitel und einige Wochen später die Nominierung

für die Junioren-Weltmeisterschaft in Cogne. Und so reiste Zingerle Mitte Februar mit einem Sportskollegen aus Trient ins verschneite Aosta, wo die vier einberufenen Junioren vom italienischen Triathlon-Nationaltrainer und dessen Gehilfen betreut wurden. Nach einer ersten Aufwärmrunde auf der Loipe am Anreisetag nahm man am Folgetag die technisch anspruchsvollen Strecken genauer unter die Lupe und erhielt beim Briefing alle zu beachtenden Anweisungen. Zwei Kilometer Laufen, vier Kilometer Langlaufen, lautete die Herausforderung – und

das zweimal hintereinander, auf perfekt präparierten Loipen. Am Renntag, bei strahlend schönem Wetter und einer herrlichen Winterlandschaft, erreichte Zingerle als Vierter der Kategorie U18 das Ziel. „Beim Laufen konnte ich einiges herausholen, aber beim Langlaufen habe ich noch viel zu verbessern, denn ich habe erst kürzlich damit angefangen“, so sein Resümee. Schon bald wird der junge Athlet die Skier wieder mit dem Rennrad tauschen und sich auf die ersten Triathlons der sd Saison vorbereiten.

Die 27-jährige Sara Mair behauptete sich Ende Jänner beim Yoseikan-Budo-Turnier in Ostricourt (Frankreich) erfolgreich gegen die internationale Konkurrenz und holte Gold im sogenannten Sude Light und Silber im Emono Fight. Sie startet in der Kategorie Senior für die Sektion Yoseikan Budo des SSV Brixen.

Bei der VSS-Landesmeisterschaft im Kunstturnen der Unterstufe (sechs bis 16 Jahre) kämpften rund 180 junge Athleten aus sechs Vereinen in Brixen um die Titel. Die Gastgeber der Sektion Turnen des SSV Brixen freuten sich besonders über den Sieg von Katharina Baumann (Jahrgang 2013).

Wie jedes Jahr öffnen auch heuer am 8. März die Einschreibungen für den Women’s run Brixen – online unter www. womensrun.it. Der Lauf selbst findet am 29. August statt. Ein Teil der Einschreibegebühren wird an eine Initiative gegen Gewalt an Frauen gespendet.


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„Begeisterung weitergeben“ ANDREA EDER, neue Trainerin der Brixner Handball-Damenmannschaft, über ihre Aufgabe – und über die Stärken der „Gitschn“. Frau Eder, nach Ihrer erfolgreichen Spielerkarriere mit dem abermaligen Gewinn der Italienmeisterschaft als Krönung haben Sie sich dazu entschieden, als Trainerin in der A1 einen neuen Weg einzuschlagen. Was hat Sie dazu motiviert?

Ich konnte in den letzten 15 Jahren als Jugendtrainerin in Schenna, Meran und Brixen bereits viel Erfahrung sammeln. In dieser Saison wollte ich eigentlich nur einmal wöchentlich bei der Ballspielstunde helfen. Als der Verein im Jänner auf mich zukam und fragte, ob ich die erste Mannschaft übernehmen könnte, war ich überrascht

und begeistert. In diesem jungen Team stecken großes Potenzial und viel Wille. Außerdem liegen mir der Brixner Handball und die „Gitschn“ sehr am Herzen. All dies und die Unterstützung von Monika Prünster und Giada Babbo als Assistenztrainerinnen führten dazu, dass ich das Engagement schließlich angenommen habe. Welche neuen Impulse möchten Sie in der Mannschaft setzen?

Ich möchte die Begeisterung, die ich als Spielerin spürte, weitergeben und das Training abwechslungsreich gestalten. Die Intensität sollte hoch sein, die Spielerinnen sollten gefordert werden und an

ihre Grenzen gehen. Dass wir als Trainerteam zu dritt sind, ermöglicht uns, viel individuelles Feedback zu geben und die Entwicklung der Spielerinnen bestmöglich zu fördern. Worauf freuen Sie sich in Ihrer ersten Saison als Cheftrainerin am meisten?

Ich freue mich auf die Herausforderung als Cheftrainerin und die Arbeit mit den Spielerinnen. Es ist eine neue Rolle für mich, in der ich wachsen und mich persönlich weiterentwickeln kann. Und natürlich freue ich mich auch auf die Heimspiele mit unseren Fans! mats.helmersson@brixner.info

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52 › Freizeit & Sport

EISHOCKEY

Mit der Nationalmannschaft unterwegs SKI

„Stadtlrennen“ wieder in den Startlöchern Der Wettkampf um die Brixner Bestzeit beginnt wieder: Am 29. März findet das Brixner „Stadtl­ rennen“ des WSV Brixen und des SC Fana statt. Das Skigebiet Plose wird an diesem Tag Zeuge heißumkämpfter Rennen, bei denen der Spaß aber natürlich im Vordergrund steht. Ab 10. März können interessierte Brixnerinnen und Brixner sich über das OnlineFormular auf der Website des WSV Brixen anmelden: www.ski.wsvbrixen.it. Alternativ kann man sich auch im Büro der Tourismusgenossenschaft in Brixen, Regensburger Allee 9, oder im GOL Market Bodner in St. Andrä anmelden;

die Teilnahmegebühr beträgt 15 Euro (Jahrgang 2008 und älter) und 12 Euro (Jahrgang 2009 und jünger). Teilnehmen können Einzelstarter oder Familien: Bei der beliebten Familienwertung zählen die drei schnellsten Zeiten aus zwei Generationen. Die Siegerehrung samt Tombola findet nach dem Riesentorlauf in Kreuztal statt. 2024 nahmen 165 Skibegeisterte an den Rennen teil, darunter 22 Familien. Zum mittlerweile 64. Mal findet das „Stadtlrennen“ in diesem Jahr statt, wobei es bei den Brixner Skifahrerinnen und Skifahrern nichts an Beliebtheit eingebüßt hat. av

Der Brixner Gabriel Nitz (im Bild), Jahrgang 2007, war als Verteidiger bei der U20-Eishockey-Weltmeisterschaft in Tallinn dabei. Für den talentierten jungen Spieler war es eine erneute Gelegenheit, sich auf internationalem Niveau zu beweisen. Die italienische Mannschaft ist in der Division IB anzufinden und konnte sich nach den ersten zwei Spielen durchaus Hoffnungen auf einen Aufstieg machen: Die Matches gegen Polen und Südkorea konnte sie noch für sich entscheiden, gegen die Ukraine und Japan reichte es hingegen nicht für Siege. Der Aufstieg in die nächsthöhere Division ist der italienischen U20-Mannschaft damit zwar nicht geglückt, sie konnte das Turnier aber dank

eines Sieges gegen Gastgeber Estland mit der Bronzemedaille abschließen. Für Nitz, der für die Brixner Falcons und die Wipptal Broncos spielt, war das Turnier eine schöne Erfahrung: „Wir trafen uns zunächst in Neumarkt zum Training und fuhren dann direkt nach München“, erzählt er dem „Brixner“. „Am Folgetag flogen wir schließlich nach Estland, wo eine Woche lang die Turniervorbereitungen samt Freundschaftsspiel liefen. Für das Turnier selbst absolviert man in sieben Tagen fünf Spiele.“ Nitz darf regelmäßig mit der U20-Nationalmannschaft auf internationales Eis: In den vergangenen Sommerferien war er unter anderem in Schweden und in Frankreich unterwegs. av

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EISHOCKEY

Meistertitel in Sicht Die U19-Mannschaft der Falcons liegt auf Erfolgskurs. Aktuell auf Rang zwei der Tabelle, ist der Einzug in die Playoff-Runde zum Greifen nah – und mit ihm die Chance auf den Italienmeistertitel. Diese Leistung ist nicht nur den Spielern, sondern dem gesamten Verein und seinen Partnern Sterzing und Pustertal zu verdanken. Die konsequente und jahrelange Nachwuchsarbeit mit professionellen Trainern und einer klaren Vision trägt Früchte. Laut Vereinspräsident Alex Gusella beweist die Entwicklung der U19, dass man auf dem richtigen Weg ist. „Wir setzen seit Beginn unserer Arbeit im Jahr 2013 konsequent auf Ausbildung, Struktur und Zusammenarbeit mit anderen Vereinen – und die Ergebnisse zeigen sich in kleinen Schritten“, so Gusella. Während die erste Mannschaft nach einer schwierigen Saison um den Klassenerhalt kämpft, beweist die U19, dass in Brixen auch hochklassiges und erfolgreiches Nachwuchs-Eishockey gespielt werden kann. Der Meistertitel in der Jugendkategorie wäre für Gusella „ein

Meilenstein für unseren Verein und Teil unserer langfristigen Vision, zudem der verdiente Lohn für die harte Arbeit von Spielern, Trainern und Funktionären.“ Er hofft, dass das Publikum die U19 bei den Spielen tatkräftig unterstützt und viele junge Eishockeyfans ihre Mannschaft anfeuern, denn dank der Eislaufkurse des Vereins haben diesen Winter über 40 Kinder ihren Weg zum Eishockey gefunden, darunter auch viele Mädchen. „Es ist fantastisch zu sehen, dass unser Nachwuchsbereich wächst und unsere Arbeit geschätzt wird. Das zeigt, dass Eishockey in Brixen lebt und eine Zukunft hat“, so Vizepräsident Oliver Schenk. sd

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54 › Wirtschaft & Umwelt

„ Mit einem optimis­tischen Grundton“ MATTHIAS TAUBER aus Raas ist Teil des Executive Committee der weltweit agierenden Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Im Gespräch mit dem „Brixner“ gibt er sich trotz einer in Europa spürbaren negativen Grundstimmung sehr optimistisch: Unternehmen und Gesellschaften hätten auch in der Vergangenheit gut auf Krisen reagiert.

Herr Tauber, Sie sind beruflich in der weltweit zweitgrößten Unternehmensberatung Boston Consulting Group tätig. Wie sind Sie zu dieser Position gekommen? MATTHIAS TAUBER: Nach meiner Ausbildung zum

Ingenieur wollte ich ein Praktikum außerhalb des unmittelbaren Ingenieurswesens absolvieren und habe mich dafür bei BCG in Wien beworben. In diesem zweimonatigen Praktikum habe ich an einem internationalen Projekt mitgearbeitet mit Teams aus Italien, Deutschland, den USA und Frankreich – entsprechend faszinierend war das für mich. Am Ende des Praktikums hat man mir eine Stelle angeboten, die ich gern angenommen habe. Das war 2003 – eigentlich bin ich damals quasi konvertiert vom Ingenieur zum Unternehmensberater. Ich fühl mich sehr wohl in dieser Rolle, sie ist extrem spannend. Sie sind verantwortlich für die Märkte Europa, Mittlerer Osten, Afrika und Südamerika; damit haben Sie einen guten Einblick in die derzeitige geopolitische und wirtschaftliche Lage. Im Moment spüre ich in der Bevölkerung eine gewisse Verunsicherung: Man hat das Gefühl, dass alles in Bewegung ist – und meist scheint es in die falsche Richtung zu gehen.

Dass alles in Bewegung ist, ist absolut richtig, aber eigentlich lehrt uns die Geschichte, dass auch früher immer alles in Bewegung war. Die sprichwörtliche „gute


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Fotos: Oskar Zingerle

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alte Zeit“ ist eine verfälschte Wahrnehmung, denn es hat immer wieder gravierende Situationen gegeben. So gesehen ist die Gegenwart besser als ihr Image; ich bin der Meinung, heute ist vieles besser als früher. Eines stimmt aber: Wir leben in einer außergewöhnlichen Zeit. Letzten Monat war ich in Davos beim Weltwirtschaftsforum, das natürlich geprägt war von der Amtseinführung des neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Eigentlich waren die letzten Jahre bereits geprägt durch Veränderungen der geopolitischen Lage, die uns alle betreffen. Und zu diesem geopolitischen Wandel gesellt sich nun auch die KI, die im Grunde mit rasantem Tempo keinen Stein auf dem anderen lässt. In Summe fühlt es sich derzeit effektiv so an, als wäre die Welt viel schneller in Bewegung geraten als früher. Unternehmen leiden in der Regel in solchen Situationen – vor allem auch deshalb, weil es eine gewisse Zurückhaltung beim Konsum gibt. Wie können Unternehmen in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten resilient bleiben und sich gleichzeitig weiterentwickeln?

Es stimmt zwar, dass die heutige Zeit von Unsicherheit geprägt ist, aber gleichzeitig hängt der Grad dieser Unsicherheit auch davon ab, wo man sich befindet. Die US-amerikanischen Unternehmen sind im Moment zum

p MATTHIAS TAUBER: „Die sprichwörtliche ‚gute alte Zeit‘ ist eine verfälschte Wahrnehmung, denn es hat immer wieder gravierende Situationen gegeben“

Beispiel äußerst optimistisch; man kann zu Donald Trump stehen wie man will, aber im ersten Schritt bewirkte er bei manchen Menschen und Unternehmen Konsum- und Investitionsfreude. Auch in Indien und auch im Nahen Osten gibt es Optimismus. Europa ist leider das andere Extrem: Die Unsicherheiten sind groß, und dementsprechend pessimistisch sind Unternehmen und weite Teile der Bevölkerung. Lateinamerika befindet sich zwischen diesen beiden Extremen. Unternehmen müssen sich aber immer an die jeweilige Situation anpassen und das Beste daraus machen. Viele der großen Unternehmen sind global aufgestellt; sie orientieren sich an den verschiedenen Gemengelagen. Und man darf nicht versäumen, die Chancen zu ergreifen, die sich aus den jeweiligen Situationen ergeben. Gerade durch die künstliche Intelligenz ergeben sich riesige Chancen – das gilt übrigens auch für Europa. Am Ende geht es bei technologischen Entwicklungen immer darum, wer schneller ist. Das ist ein deutliches Plädoyer für Pragmatismus, Optimismus und Innovation – damit kommen Unternehmen und auch die Politik weit. Es ist verständlich, dass Sie als Unternehmensberater grundsätzlich optimistisch sind. Ist das im Fall von Europa aber reiner Zweckoptimismus?


56 › Wirtschaft & Umwelt Europa hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg in bewundernswerter Weise zu einer ökonomischen Weltmacht entwickelt. Allerdings habe ich das Gefühl, dass Europa inzwischen an Bedeutung massiv verloren hat. Wie konnte es dazu kommen?

Nein. In den USA sind die Unternehmen im Moment optimistisch, in Europa pessimistisch – das stimmt. Ein Teil dieser Gefühlslage hängt aber nicht mit der aktuellen Lage zusammen, sondern von der grundsätzlichen Lebenseinstellung ab, und da können wir Europäer von anderen Regionen wirklich etwas lernen. Wenn man pessimistisch in die Zukunft schaut, dann kommt sie auch schlecht – ganz im Sinn der sprichwörtlichen sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Mein Rat wäre, jeden Tag mit einem optimistischen Grundton anzugehen.

p Matthias Tauber: „Der europäische Binnenmarkt ist nach wie vor unvollendet, was ein großes Hindernis ist“

Ich sehe das nicht ganz so negativ. Europa ist nach den Vereinigten Staaten und China immer noch der dritte große Wirtschaftsblock. Die Europäische Union hat 480 Millionen Konsumenten, die im Durchschnitt und im Vergleich zu anderen Regionen auch ziemlich wohlhabend sind. Im Vergleich zu den USA und teilweise auch zu China fehlt den Europäern vielleicht die wirtschaftliche Dynamik – da gibt es natürlich Verbesserungsbedarf. In Europa überlegt man sich häufig zunächst, wie man etwas reguliert; erst danach denkt man an den Aufbau des Produkts und wie man es skalieren könnte. Dazu gibt es einen passenden Spruch: In Amerika wird die Welt erfunden und gebaut, und in Europa wird sie reguliert. In den vergangenen vier Jahren hat Europa viermal so viele Regularien erlassen wie die USA – in der Summe ist diese Regelwut natürlich ein Problem. Regulatorik per se ist zwar nicht schlecht, ganz im Gegenteil: Kluge und gut gemachte Regeln wirken sich positiv auf einen Wirtschaftsstandort aus, aber in Europa übertreibt man es. Inzwischen gibt es auch für die KI ein europäisches Regelwerk …

Das ist ein gutes Beispiel: Zur KI gibt es Regeln auf EU-Ebene, auf nationaler Ebene und teilweise sogar auf lokaler Ebene – das sind zwei Ebenen zu viel.

Europa hat sich im Vergleich zu anderen Regionen in den letzten Jahren verstärkt gesellschaftspolitisch in Klimapolitik,

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Brixner Nr. 421 Migration, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit positioniert. Ist diese Positionierung inzwischen ein Hindernis geworden? Der Rückhalt der Bevölkerung scheint ja zu bröckeln …

Es ist dort ein Hindernis, wo man mit diesen Werten übertreibt. Wenn man sie aber mit einem gewissen Pragmatismus vernünftig lebt, ist diese Positionierung eine Riesenstärke. Europa hat nach wie vor eine unglaublich hohe Lebensqualität – das ist ein Riesen-Asset. Das hat auch damit zu tun, dass es Sozialsysteme und Umweltschutzregeln gibt. Aber man darf es eben nicht übertreiben, weil es dann zum Hindernis wird. Es geht also darum, das richtige Maß zu finden. Der Green Deal der Europäischen Union ist grundsätzlich zu befürworten, aber es ist für mich spannend zu beobachten, dass die Bevölkerung politische Entscheidungen zur Nachhaltigkeit dann nicht mehr akzeptiert, sobald sie sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlt oder für ihre eigene Situation Nachteile sieht. Ist eine Transformation der Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit in einer Demokratie überhaupt möglich?

Das ist eine schwierige Frage. Der Green Deal wird von den Unternehmen häufig vor allem wegen der damit einhergehenden Bürokratie kritisiert. Ein gutes Beispiel dafür ist die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), eine EU-Richtlinie, die Unternehmen dazu verpflichtet, umfassender und transparenter über ihre Nachhaltigkeitsleistung zu berichten. Dieses Regelwerk verursacht in den Unternehmen eine riesige Menge an Bürokratie. Der Grundgedanke ist richtig, aber die Umsetzung viel zu kompliziert und aufwändig. Europa reguliert also wieder und setzt darauf, dass der Konsument die damit zusammenhängenden Kosten trägt. Amerika denkt hier anders: Der „Inflation Reduction Act“ (IRA) war ein Klimaschutz- und gleichzeitig ein Wirtschaftspaket: Man fördert Investitionen in den Klimaschutz und bewirkt damit, dass die Unternehmen sie umsetzen, weil sie sich im Grunde von selbst finanzieren, und als positiver Nebeneffekt setzen sich damit gute Technologien durch. Europa würde dieser Ansatz manchmal guttun. Ist das einer der Gründe, warum gerade im technologischen Bereich Europa inzwischen auf dem Weltmarkt nur noch eine Nebenrolle spielt?

Nein. Die Begründung liegt in der Tatsache, dass Europa als einheitlicher Markt unvollendet ist. Ein Start-upUnternehmen in den USA hat auf Anhieb 330 Millionen potenzielle Kunden und kann dadurch blitzschnell seine Produkte skalieren. In Europa sind die Realitäten viel

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kleiner: Selbst wenn das Start-up im größten Markt, Deutschland, beheimatet ist, kommt es nur auf 83 Millionen potenzielle Kunden. Jeder Schritt in den Markt eines der anderen Länder ist mit Schwierigkeiten verbunden, weil jeder Staat seine eigenen Regeln und seine eigene Steuergesetzgebung hat, an die man sich zu halten hat. Der Binnenmarkt ist nach wie vor unvollendet, was ein großes Hindernis ist. Der Draghi-Report brachte diese Tatsache klar zum Vorschein – man kennt also die Problematik, aber eine Änderung dieser Situation ist enorm schwierig. Reden wir kurz über KI – auch dort spielt, nebenbei bemerkt, Europa leider keine Rolle. Viele Unternehmen kämpfen derzeit mit der Implementierung von KI-Lösungen, aber im Grunde müssen sie sich entscheiden, ob ihre Daten nun nach Amerika oder China gehen, denn eine europäische Version von ChatGPT oder DeepSeek scheint es nicht zu geben.

Es stimmt, die großen Technologiekonzerne sind in den Vereinigten Staaten oder in China, aber es gibt auch in Europa einige KI-Entwickler, zum Beispiel Mistral AI aus Frankreich oder Aleph Alpha aus Heidelberg. Dass Europa überhaupt keine Rolle spielt in diesem Segment, stimmt also nicht.

„ I m Endeffekt kann Südtirol sich sehr glücklich schätzen, dass es für viele Leute eine attraktive Urlaubsdestination ist“ _ Matthias Tauber, BCG Und wie wenden europäische Unternehmen die KI an?

2025 wird das Jahr, in dem die meisten Unternehmen versuchen, die KI bestmöglich in ihre Prozesse einzubinden. Alle Unternehmen weltweit haben dabei dieselben Themen und Problematiken. Zur Wahl und optimalen Anwendung der geeigneten KI-Software braucht man zunächst eine gute Datenstrategie und Datenarchitektur. Viele Unternehmenslenker sagen heute, KI sei eine tolle Sache, aber es ist ihnen noch nicht klar, wie sie sich auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung auswirken könnte. Was sind die häufigsten Stolpersteine?

Mit der einheitlichen Datenstrategie und Datenarchitektur ist man zumindest technologisch gerüstet; danach muss man daran gehen, die Unternehmensprozesse zu

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58 › Wirtschaft & Umwelt haben, also liegt es an uns selbst, ob wir die KI in unserem Alltag nutzen und auch verantwortungsvoll damit umgehen. Im Automobilsektor war viele Jahrzehnte lang Europa das Maß aller Dinge: Die besten Autos der Welt kamen aus Europa, was vor allem für den Export von Bedeutung war. Und plötzlich entscheidet die EU, ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen zuzulassen – mit schwerwiegenden Folgen für die europäische Autoindustrie, die auf eine solche kurzfristige Maßnahme nicht vorbereitet war. Hat Europa einen zu großen Schritt gemacht?

verändern. Der Umbau des gesamten Unternehmens zur optimalen Nutzung der KI-Technologien ist am Ende der größere Aufwand als die Vorbereitung darauf. Ist die KI ein Muss für alle Unternehmen einer gewissen Dimension, um zukunftsfähig zu bleiben?

Absolut. Ich würde sogar Ihren Nebensatz streichen, denn es geht nicht nur um Unternehmen ab einer gewissen Dimension, sondern um alle Unternehmen.

Wie wird die KI unsere Unternehmen und uns als Menschen in den nächsten zehn Jahren verändern?

Unser Alltag wird sich massiv verändern – vor allem durch Agentic AI. Das ist eine Form der künstlichen Intelligenz, die eigenständig handeln, Entscheidungen treffen und kleine oder auch komplexe Aufgaben über längere Zeiträume hinweg ausführen kann. Das beginnt mit der automatischen Beantwortung von E-Mails bis hin zur autonomen Bestellung von Essen oder Waren und natürlich zum autonomen Fahren. Mit der Zeit wird sich die KI in vielen Bereichen durchsetzen und Aufgaben übernehmen. Wird die gefühlte Lebensgeschwindigkeit dadurch noch einmal erhöht – wie es uns bereits mit den E-Mails oder mit anderen Technologien passiert ist?

Viele technologische Entwicklungen passieren exponentiell, was für uns Menschen schwer zu begreifen ist, weil wir eben gewohnt sind, linear zu denken. Die Leistungsfähigkeit der KI wird sich exponentiell entwickeln, und wir werden es als sehr schnell empfinden. Ich bin trotzdem optimistisch, weil das Potenzial dieser Technologie enorm ist und dadurch am Ende das Leben deutlich zum Positiven verändert werden wird. Damit einhergehen muss allerdings, dass auch jeder einzelne von uns und auch jedes Unternehmen sich weiterentwickeln muss. Dann gibt es aber die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft: Die eine Seite wird sich verändern, die andere wird die Technologie verweigern.

Man spricht häufig von den „Haves and Have-Nots“, also der Kluft zwischen Menschen, die Zugang zu gewissen Technologien haben oder nicht. Die Frage stellt sich natürlich, ob diese Kluft durch die KI noch größer werden wird. In Europa sind wir in der glücklichen Situation, dass wir zumindest technisch Zugang zu diesen Technologien

 Matthias Tauber: „Zu viel Tourismus kann ein Problem werden, aber andererseits darf man ihn auch nicht schlechtreden, weil er der gesamten Bevölkerung viele Vorteile bringt“

Es stimmt, dass sich derzeit in der Automobilindustrie sehr viel verändert. Dabei geht es nicht nur um die Elektrifizierung, sondern auch darum, dass die Software im Auto eine immer größere Rolle spielt und beim autonomen Fahren in absolute Kernprozesse eingreift. Dieser Industriezweig befindet sich also in einem großen Wandel. Hinzu kommt, dass sich in China in den letzten Jahren eine starke Industrie herausgebildet hat, die bei Elektrofahrzeugen gute Qualität liefert. Schafft es die europäische Automobilindustrie also, sich an die neue Welt anzupassen? Es ist unzweifelhaft eine große Aufgabe, aber die entsprechende Entwicklung ist alternativlos – die Industrie muss sich an die neuen Rahmenbedingungen anpassen. Die allermeisten Industriebetriebe mussten sich auch in der Vergangenheit oft einem Transformationsprozess unterziehen – es ist also zu schaffen. Das gilt übrigens für alle Automotive-Unternehmen, von denen es ja einige auch in Brixen gibt.

Ich muss aber nachhaken: Hat Europa vielleicht die Zeiten zu eng gesetzt? 2035 ist ja nun wirklich nicht mehr fern, und es fehlt in vielen Gebieten an den entsprechenden Infrastrukturen wie Ladesäulen oder Stromnetze.

Am Ende entscheidet der Kunde, ob sich eine Technologie durchsetzt. Im Moment sind hybride Fahrzeuge sehr gefragt. Ob Europa mit dieser Entscheidung zu mutig war? Es ist müßig, darüber nachzudenken, denn es ist wie es ist, und wir müssen da durch. Zu allen Unsicherheiten ist der Ukraine-Krieg noch dazugekommen, der nach der ebenfalls schwierigen Corona-Pandemie nicht nur viele Menschenleben fordert, sondern auch enorme Ressourcen frisst. Ist dieser Krieg für viele Jahre ein Handicap für die europäische Wirtschaft?

„ K luge und gut gemachte Regeln wirken sich positiv auf einen Wirtschaftsstandort aus, aber in Europa übertreibt man es“ _ Matthias Tauber, BCG Es war zumindest eine Zäsur mit vielen Auswirkungen. Eine davon ist die Tatsache, dass russische Energie nicht mehr im gewohnten Ausmaß zur Verfügung stand, was vor allem in Deutschland ein großes Thema war. Für Europas Wirtschaft war diese Situation nicht hilfreich. Aber auch für dieses Problem hat man letztlich eine Lösung gefunden – man fand alternative Quellen.


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PR-Info

LEADER-Gebiet Eisacktaler Dolomiten sucht Projektvorschläge – auch für Privatwirtschaft & Startups Das LEADER-Gebiet der Eisacktaler Dolomiten ist im vergangenen Jahr in die neue LEADER-Periode 2023-2027 gestartet. Das Gebiet erstreckt sich von Spinges, Rodeneck über Lüsen, den Ploseberg, Villnöß und Gufidaun bis nach Lajen. In zwei Aufrufen wurden bereits fünf Projektvorschläge ausgewählt, mehrheitlich von öffentlichen Projektträgern. Das Programm sieht aber auch Fördermöglichkeiten für private Akteure vor. Diese sollten ihren Sitz oder eine Niederlassung im LEADER-Gebiet haben. Ab 3. März 2025 startet der 3. Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen. Gesucht werden Projekte in verschiedenen Themenfeldern: Mit LEADER-Aktion SRD14 werden Investitionen für nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeiten in den Bereichen Handel, Handwerk und Dienstleistung gefördert. Ansuchen können nichtlandwirtschaftliche Kleinunternehmen mit mindestens einer operativen Einheit im LEADER-Gebiet. Förderbar sind Projekte mit einer Gesamtsumme zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Der Fördersatz liegt bei 50 Prozent. Die LEADER-Aktion SRE04 unterstützt hingegen die Gründung nichtlandwirtschaftlicher Startups, um die ländliche Wirtschaft zu beleben. Die neu gegründeten Unternehmen sollen vordergründig Produkte oder Dienstleistungen für die ländliche Bevölkerung im Gebiet erbringen. Dazu erhalten sie einen Pauschalbeitrag von 50.000 Euro. Antragssteller können natürliche Personen oder Kleinunternehmen mit Betriebssitz im LEADERGebiet sein.

Mit der LEADER-Aktion SRG07 wird die Zusammenarbeit für die lokale ländliche Entwicklung in den Bereichen lokale Produkte und Märkte, Tourismusdienstleistungen, soziale und wirtschaftliche Eingliederung sowie Nachhaltigkeit gefördert. Es werden 40.000 Euro ausgeschrieben, der Fördersatz beträgt 80 Prozent. Zugang zur Finanzierung haben öffentliche und/oder private Partnerschaften. Daneben werden wiederum Projekte öffentlicher Körperschaften zur Stärkung der Grundversorgung, Bewahrung traditioneller Tätigkeiten und der ländlichen Natur- und Kulturlandschaft gefördert (LEADER-Aktion SRD09). Alle Details zum Aufruf und den Fördermöglichkeiten mit weiterführenden Informationen zu den Zugangsvoraussetzungen sind unter www.eisacktalerdolomiten.eu einsehbar. Die Förderansuchen können vom 03.03. bis 30.04.2025 in digitaler Form per PEC-Mail an die LAG Eisacktaler Dolomiten (eisacktalerdolomiten@pec.it) geschickt werden. Die Mitarbeiter der GRW Wipptal/Eisacktal, den Verantwortlichen für das Programm-Management, beraten die Interessierten gerne (E-Mail: info@ eisacktalerdolomiten.eu / Tel. 0472-751253 / Mobil 347-1279409). Interessierte können sich auch im Rahmen der Abschlussveranstaltung zur LEADER-Periode 2014-2022 am 20. März um 19.00 Uhr im Minnehus in Lajen ein Bild der Initiative machen und mit den Vertretern der LAG Eisacktaler Dolomiten in Kontakt treten (siehe nachfolgend).

Abschlussveranstaltung LEADER Eisacktaler Dolomiten Rückblick auf die Förderperiode 2014–2022 Datum: Donnerstag, 20. März um 19 Uhr Ort: Lajen, Minnehus – Museum Walther von der Vogelweide Vorstellung der Ergebnisse von LEADER 2014-2022 und der Abschlussbroschüre Berichte zur ländlichen Entwicklung von LR Luis Walcher und EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten! Anmeldung unter forms.office.com/e/Svepp3u5wf Anmeldung bis 14. März


60 › Wirtschaft & Umwelt Und gleichzeitig fürchtet man, dass der US-amerikanische Präsident einmal schlecht schläft und am Morgen irgendwelche Handelsbeschränkungen unterschreibt, unter denen Europa wieder leiden würde. Einige der ersten Entscheidungen, die er getroffen hat, sind jedenfalls ziemlich erschreckend.

Oft wird ja behauptet, dass die Corona-Pandemie die Gesellschaft verändert hat. Ich habe eher den Eindruck, dass dieser Veränderungsprozess schon früher begonnen hat – eigentlich mit der Verbreitung der sozialen Medien.

Sie waren vor ein paar Wochen beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu Gast. Ist man zu einem Fazit zur heutigen Lage gekommen?

„ D ass man in Brixen auf Qualität setzt, ist die absolut richtige Richtung“ _ Matthias Tauber, BCG

Er ist in der Tat etwas unberechenbar, weshalb man als Unternehmen auf Sicht fahren muss. Solche Situationen hat man nicht unter Kontrolle, aber als Unternehmenslenker muss man sein Haus in Ordnung haben und pragmatisch auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren. Auch in diesem Fall hilft eine gewisse Portion Optimismus. Sich zu viele Gedanken machen über mögliche zukünftige Probleme ist schwierig und auch nicht sinnvoll. Zudem: Was wir als erschreckend empfinden, empfinden manche Amerikaner vielleicht ganz anders.

Zwei Themen haben Davos dominiert – die damals bevorstehende Amtseinführung von Donald Trump und die künstliche Intelligenz. Auch in Davos hat man den großen transatlantischen Unterschied der Stimmungslagen in den verschiedenen Regionen thematisiert. Was hingegen die KI betrifft, gibt es derzeit die Erkenntnis, dass im Moment alle die enormen Potenziale sehen, wenige aber den möglichen Profit, also wie man die KI gewinnbringend einsetzen kann. Der große Wert dieses Forums ist weniger das Fazit, sondern eher die Möglichkeit, sich mit anderen Führungskräften der ganzen Welt auszutauschen.

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Die sozialen Medien sind heute Realität – mit allen guten und allen schlechten Seiten und den entsprechenden positiven wie negativen Auswirkungen. Es ist eben ein Teil dessen, was wir heute sind, und es macht wenig Sinn, darüber zu hadern. Zur Pandemie darf man feststellen, dass man sie in vielen Ländern gut überstanden hat. Viele Wirtschaftszweige – auch der Tourismus – haben während der Pandemie gelitten, aber danach einen Wachstumsschub erlebt.

Sie sind als Unternehmensberater weltweit tätig, aber mich würde auch Ihr Blick auf Südtirol interessieren. Ist Südtirol zu konservativ im Sinne, dass man sich oft schwertut, mit einem Schuss Optimismus neue Ideen zuzulassen?

Ich glaube nicht. Schauen Sie, Südtirol hat sich in den vergangenen 30 Jahren sehr gut entwickelt, sowohl wirtschaftlich als auch in anderen Dimensionen, angetrieben durch positive Dynamiken des Tourismus. Es gibt in vielen Bereichen auch in Südtirol extrem innovative Unternehmen. Die Herausforderung besteht jetzt in der Fortsetzung dieser positiven Entwicklung. Welche Hausaufgaben hat Südtirol?

Es gibt spezifische Herausforderungen auf der Infrastrukturseite, die gelöst werden müssen – zum Beispiel beim Verkehr. Auch in Bildung muss weiter investiert werden. Die Politik braucht einen gewissen Pragmatismus bei den Regulierungen. Was Südtirol nach wie vor auszeichnet, ist eine Vielzahl an optimistischen Unternehmern, die investieren; diesen positiven Blick in die Zukunft sollte Südtirol sich bewahren. Und es braucht Innovation – nicht nur im Bereich Technologie, sondern in allen Sektoren. Last but not least: Es braucht gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Moment hat man ja eher das Gefühl, dass die Gesellschaft sehr gespalten ist, und zwar nicht nur in zwei, sondern in viele verschiedene Lager. Und die Erwartungshaltung der Ich-AGs ist so enorm hoch, dass sich die Politik schwertut.

Dabei darf man aber nicht vergessen: In Europa und auch in Südtirol haben wir eine gute Basis, auf die man bauen kann. Man muss allerdings darauf achten, dass man diese Basis nicht verliert. Das Vereinsleben spielt hier eine wichtige Rolle: Vereine bringen Menschen zusammen und halten eine Gesellschaft gesund. Der Tourismus scheint in Südtirol aber einen schwierigen Stand zu haben. Wenn ich mit Hoteliers darüber diskutiere, dass jedes Wachstum wohl auch seine Grenzen haben muss, stimmen sie zu … aber das solle bitte nur für die anderen gelten.

Es wird im Tourismus weiteres Wachstum geben, aber nicht in der Quantität, sondern vor allem in der Qualität. Zu viel Tourismus kann ein Problem werden, aber andererseits darf man ihn auch nicht schlechtreden, weil er der


Brixner Nr. 421 gesamten Bevölkerung viele Vorteile bringt. Er generiert Beschäftigung, erzeugt viel lokale Wertschöpfung und bildet ein wichtiges Rückgrat für viele andere Sektoren wie Handwerk, Bauwesen, Einzelhandel, Landwirtschaft. So gesehen ist ein funktionierender Tourismus Garant für Wohlstand einer Gesellschaft. Man muss aber aufpassen, dass man auf die Erhaltung der schönen Landschaft achtet. Dass Südtirol für Touristen attraktiv ist, ist unterm Strich etwas absolut Gutes.

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BEREIT FÜR NEUE PERSPEKTIVEN?

Brixen ist im Tourismus mit hochwertigen Hotelinfrastrukturen bereits den Weg zu mehr Qualität statt Quantität gegangen – allerdings mit dem Nebeneffekt einer zumindest gefühlten Preissteigerung, zum Beispiel in der Gastronomie.

Ich glaube, die Preissteigerung liegt auch an der Inflation der vergangenen Jahre. Dass man in Brixen auf Qualität setzt, ist die absolut richtige Richtung, und im Grunde trägt es dazu bei, dass sich auch die Bevölkerung in ihrer Stadt wohlfühlt, weil sie eine Reihe von Infrastrukturen nutzen kann, die ohne Tourismus nicht möglich wären. Brixen ist in Summe ein gutes Beispiel und ein Vorzeigemodell für ganz Südtirol. Der Tourismus internationalisiert sich – auch das ist eine gute Entwicklung … … die eine Region auch krisensicherer macht?

Ja, weil es eine Region weniger abhängig macht von einzelnen Märkten wie Italien oder Deutschland. Die Richtung in Brixen stimmt also. Sicher braucht es bei den Entscheidungen zur Entwicklung eines Gebietes immer ein gesundes Augenmaß, aber im Endeffekt kann Südtirol sich sehr glücklich schätzen, dass es für viele Leute eine attraktive Urlaubsdestination ist.

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62 › Wirtschaft & Umwelt

Ein Mahnmal der Ingenieurbaukunst NATZ-SCHABS: Seit Jahrzehnten trotzt die Riggertalbrücke Wetter, Wasser, Streusalz und tonnenschweren Lastkraftwagen – doch die Zeit forderte ihren Tribut. Unsichtbar, im Inneren der Konstruktion, lauerte die Gefahr. Die derzeitigen Arbeiten sind eine Übergangslösung. Wer über die Riggertalbrücke Richtung Pustertal fährt, denkt in der Regel an alles Mögliche – das Ziel der Reise, den Alltag, die Arbeit, vielleicht an den letzten Urlaub. Doch kaum jemand denkt daran, wie sehr das rund 50 Jahre alte Bauwerk in die Jahre gekommen ist und unter Belastung steht: 40 Meter hoch, 184 Meter lang, Tag für Tag beansprucht von rund 20.000 Fahrzeugen. Und noch weniger Menschen fragen sich, wie es wohl wäre, wenn diese Brücke dasselbe Schicksal erleiden würde wie die Morandi-Brücke in Genua – ein bedrohliches Szenario, das nie ganz aus dem Kopf verschwunden ist, seitdem sie am 14. August 2018 einstürzte. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, auch wenn die Brückenkonstruktionen an und für sich andere sind. Die Parallele liegt im Inneren verborgen. Doch dazu später. Plötzliche Teilsperrung Mitte Dezember 2024 wurde die Riggertalbrücke per Dringlich-

keitsverordnung für den Schwerverkehr gesperrt. Diese Entscheidung, von den Behörden plötzlich getroffen, war ein drastischer Schritt, der verdeutlicht, wie kritisch die Lage am Bauwerk war. Laut offiziellen Angaben ist die Riggertalbrücke ein „baulicher Sonderfall“, ihr statisches System empfindlich und stark gealtert. Warum es sich um einen baulichen Sonderfall handelt, blieb aber unausgesprochen. Viel wichtiger war vorerst die Botschaft: Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und einer Höhe über 2,4 Meter werden über Schabs, Neustift und Brixen umgeleitet – eine Route, die einst die einzige Straße ins Pustertal war, bis im Zuge des Autobahnbaus die Riggertalbrücke als neues Tor errichtet wurde. Heute hat das einstige Bauwerk der ANAS seine besten Jahre längst hinter sich. Ständig überwacht durch einen digitalen Zwilling samt zahlreicher Sensoren, werden kleinste Veränderungen in der Struktur gemessen. Kein Grund zur Sorge. Dennoch stellt sich die Frage: Warum kam die Teilstilllegung der Brücke so plötzlich? Hätte man

nicht schon viel früher handeln müssen, wenn doch ihre Schwachstellen seit Langem bekannt waren? „Wir haben diese Brücke regelmäßig gewartet, kollaudiert und im Detail monitoriert, weil die Bauweise im Unterschied zu fast allen anderen eine besondere ist“, sagt Daniel Alfreider, Landesrat für Mobilität und Infrastruktur. Von Versäumnissen möchte offiziell niemand sprechen. Alles unter Kontrolle. Seit Sommer 2024 wurde die Riggertalbrücke auf Herz und Nieren geprüft. Immer wieder Einbahnregelungen und nächtliche Sperren. Die Teilstillegung für den Schwerverkehr war eine Reaktion auf alarmierende Messergebnisse: Die Riggertalbrücke ist nicht mehr stark belastbar. Mit anderen Worten: einsturzgefährdet, wenn weiterhin 40 Tonnen schwere Laster dem Viadukt zusetzen würden. Die Statik konnte dem Druck nicht mehr standhalten. Und genau die statische Struktur der Riggertalbrücke erinnert an die MorandiBrücke in Genua und das Schicksal, das ihr zuteilwurde. „Sonst hätten

Philipp Sicher: „Eine zweite Brücke wird auf jeden Fall errichtet“

wir nicht diese ziemlich drastische Maßnahme ergreifen müssen, den Schwerverkehr auszuschließen“, sagt Philipp Sicher, Direktor der Landesabteilung Straßendienst. Sicher ist sicher. Spannbeton: anfällig für Korrosion Die Morandi-Brücke – entworfen vom Bauingenieur Riccardo Morandi – war einst ein Meisterwerk der Ingenieurkunst und steht beispielhaft für seine Pionierarbeit im Spannbetonbau. Sie bestand aus


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etwa 80 Meter hohen, A-förmigen Stützen. Man stelle sich das wie einen stehenden Menschen vor, der die Arme ausbreitet. Diese beiden Arme sind durch Seile über dem Menschen miteinander verbunden. Doch diese Konstruktion hatte eine Schwachstelle: Die tragenden Schrägseile bestanden nicht aus frei sichtbaren Stahlseilen, wie es heute üblich ist, sondern aus Drahtbündeln, die vollständig in Beton eingegossen waren. Diese Betonummantelung sollte den Stahl vor Korrosion schützen – wurde aber zum Problem. Am 14. August 2018 brach die Brücke plötzlich in sich zusammen und riss 43 Menschen in den Tod. Der Ruf von Spannbeton und der Bauweise mit unter Spannung stehenden Stahlkabeln im Beton litt seither stark. Dabei war Morandi genau mit dieser Technik in den Siebzigerjahren berühmt geworden. Sie ermöglichte schlankere Brücken mit größeren Spannweiten und galt als zukunftsweisend. Doch über die Jahrzehnte zeigte sich ihre Achillesferse: Spannbeton ist sehr wohl anfällig für Korrosion. Feinste Risse im Beton entstehen durch Wetter, Belastung und durch die Zeit. Wasser dringt ein, Salz setzt sich fest, und der eigentliche Feind beginnt sein Werk: Rost. Er frisst sich durch die versteckten Stahlseile im Inneren der Betonummantelung, bis sie ihre Tragfähigkeit verlieren – oft unbemerkt, bis es zu spät ist. Ein Einsturz ohne Vorwarnung. Genau das geschah an der Morandi-Brücke – und genau dieses Problem bedrohte auch die ebenfalls in den Siebzigern erbaute Riggertalbrücke. Ihre Statik setzt ebenso auf Spannbeton. Der Unterschied liegt in der Art der Konstruktion. „Die tragenden Stahlseile, die unter Spannung stehen und die Konstruktion wie ein Gummiband zusammenhalten, befinden sich bei der Riggertalbrücke nicht außen über den Pfeilern wie bei der Morandi-Brücke, sondern im Inneren der Betonträger,“ erklärt Simona Sedlak von der Landesdienststelle Brückenbau. Doch die Schwächen von Spannbeton bleiben dieselben. Die potenzielle Gefahr ebenso – im Inneren der Konstruktion, verborgen in Hohlräumen. Der Beton muss dicht

sein, um Stabilität zu garantieren. Doch an der in die Jahre gekommenen Riggertalbrücke entdeckte man große Hohlräume im Beton – ein leichtes Spiel für Wasser und Salz. Von Baumängeln, die es von Anfang an gegeben haben soll, war die Rede. Dann wieder vom Stand der Technik, der in den Siebzigerjahren ein anderer war als heute. Niemand kann mehr genau sagen, ob die Spannkabel im Beton damals korrekt verpresst wurden. Fakt ist jedoch – und das gibt Philipp Sicher zu denken: „Die Hohlräume waren nicht so verpresst, wie sie hätten sein sollen.“ Wasser, Salz und Stahl vertragen sich nicht. Egal, ob das jetzt das salzige Meereswasser ist, so wie in der Umgebung der Morandi-Brücke, oder das im Winterdienst aufgebrachte und später von Regen- und Schmelzwasser heruntergespülte Salz in alpinen Gebieten – „die Riggertalbrücke ist im Südtiroler Landes- und Staatsstraßennetz die einzige Brücke mit dieser damals gewählten technischen Lösung der Vorspannung“, sagt Sicher. Doch ist sie kein Einzelfall in der näheren Umgebung. Die Luegbrücke auf der Brennerautobahn (A13) bei Gries am Brenner ist seit Jänner dieses Jahres nur einspurig in beide Verkehrsrichtungen befahrbar. Der Grund auch hier: Korrosion, dringender Sanierungsbedarf. Es handelt sich um eine Spannbetonbrücke. Neubau der Brücke in Planung „Damals ist jedes Ingenieurbauwerk mit einer theoretisch technischen Lebensdauer von rund 50 Jahren ausgelegt worden. Alle Infrastrukturen, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren errichtet worden sind, haben Instandhaltungsbedarf – die eine mehr, die andere weniger“, sagt Philip Sicher. „Dass die Infrastruktur auch bei uns in die Jahre gekommen ist, ist kein Geheimnis.“ Die Riggertalbrücke muss verstärkt werden. Das, was in den Trägern innen einst für Stabilität sorgte, wird nun außen an der Brückenstruktur noch einmal hinzugefügt. Konkret sind das vorgefertigte Stahlbauteile und vorgespannte Stahlkabel. Kurzum: eine externe Vorspannung.

Bis Ostern soll diese Übergangslösung fertig sein. Sie verlängert die Lebenszeit der Brücke. Doch wie lange kann man ein Bauwerk flicken, bevor es ersetzt werden muss? Sicher erklärt: „Mit dieser statischen Verstärkung ist es möglich, die Brücke bis zum Neubau einer zweiten Brücke stabil zu halten. Eine zweite Brücke wird auf jeden Fall errichtet.“ Der Neubau einer zweiten Brücke ist bereits in Planung. Ursprünglich war angedacht, auch die alte Riggertalbrücke abzureißen und durch ein zweites Tragwerk zu ersetzen. Am Ende würde auf der einen Brücke zweispurig nach Norden gefahren und auf der anderen zweispurig nach Süden. Sicher weiter dazu: „Man ist derzeit in der Planungsphase. Es gibt auch andere Ideen, etwa einer dreispurigen Brücke, wobei eine Spur für Fahrräder vorgesehen wäre. Aber das ist alles noch nicht spruchreif.“ Die externe Verstärkung der Riggertalbrücke stellt jedenfalls nur ein Provisorium dar, um die Brücke zu stabilisieren. Welche Lehren lassen sich aus dem Fall Riggertal für andere Brücken im Land ziehen? Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider spricht Klartext: „Die Riggertalbrücke ist ein baulicher Sonderfall und kein Maßstab für die restliche Infrastruktur. Nichtsdestotrotz zeigt dieses Beispiel die beachtliche Notwendigkeit für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, und dies widerlegt all jene, die laufend fordern, Geld im Straßenbau zu kürzen.“ Grundsätzlich seien die 1.600 Brücken, die das Land Südtirol verwaltet, laut Alfreider in einem guten Zustand, wenn auch in die Jahre gekommen. „Irgendwann sind sie aber zu ersetzen.“

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Landesrat Daniel Alfreider: „Dieses Beispiel zeigt die beachtliche Notwendigkeit für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur“


64 › Wirtschaft & Umwelt

Viel Neues in der Erlebnisgärtnerei Reifer BETRIEBSPORTRAIT: In der Erlebnisgärtnerei Reifer vollzieht sich derzeit ein schrittweiser Führungswechsel, der im Zusammenspiel von Altbewährtem und neuen Blickweisen frische Ideen hervorbringt. In Südtirol sind es vor allem die unzähligen Familienunternehmen, die den Wirtschaftsmotor im Land – oftmals über Generationen hinweg – am Laufen halten. Eine der größten Herausforderungen für Familienunternehmen besteht dann, wenn keine Kinder den Eltern im Betrieb nachfolgen. Diese Herkulesaufgabe hatte auch Raimund Reifer zu meistern, als es um die Betriebsnachfolge der Erlebnisgärtnerei Reifer in Vahrn ging. Seine zwei Söhne hatten andere Berufswege eingeschlagen. Raimund Reifer war es stets wichtig gewesen, seinen Kindern die freie Wahl zu lassen – seine Söhne sollten ihren Neigungen entsprechend ihren eigenen Weg gehen. Der ältere Sohn hatte sich letzthin nicht allzu weit von den Fußstapfen seines Vaters entfernt, da er seine Liebe zur Natur teilt: Georg führt heute den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie in Kranebitt. Daniel, Raimunds jüngerer Sohn, ist hingegen seiner Leidenschaft für Technik gefolgt und hat ein Maschinenbaustudium abgeschlossen. Als sich abzeichnete, dass keiner der beiden ihm in die Gärtnerei nachfolgen würde, suchte Raimund das Gespräch mit potenziellen Partnern. Einer davon war Manuel Pichler, selbstständiger Gärtner und Sohn eines Cousins, dem Raimund schließlich die Betriebsübernahme anbot. Nach einiger Überlegung entschied sich Manuel, gemeinsam mit seiner Freundin Lisa Wisthaler die Chance zu ergreifen. Aufgrund ihres jungen Alters und um ihnen etwas Zeit für Führungserfahrung zu geben, wurde eine schrittweise Betriebs-

übergabe beschlossen: In den nächsten fünf Jahren übernimmt Manuel sukzessive einige Prozentanteile der Gärtnerei, um im Jahr 2030 Raimund zur Gänze abzulösen. „Diese Vorgehensweise kommt uns sehr entgegen, da wir – gerade, was die Betriebsführung an‑ belangt –, in dieser Übergangszeit sehr viel von Raimund lernen können“, erklärt Manuel. Manuel Pichler und Lisa Wisthaler bringen ideale Voraussetzungen für die Übernahme der Gärtnerei mit: Beide haben den Gärtnerberuf an der Fachschule Laimburg gelernt, Manuel hat sich auf den Garten- und Landschaftsbau spezialisiert, Lisa sich hingegen für die Floristik entschieden. Auch haben beide bereits mehrjährige Berufserfahrung gesammelt. Wenn sie von der Arbeit erzählen, hört man die Leidenschaft für ihren Beruf heraus. „Im Garten- und Landschaftsbau habe ich meine Berufung gefunden“, erklärt Manuel. „Ich liebe es, draußen in der Natur zu arbeiten, große Maschinen zu bedienen, Hand anzulegen und zu gestalten.“ Lisa ergänzt: „Der Beruf des Gärtners ist sehr vielseitig, je nach Vorliebe kann man sich in der Zierpflanzenproduktion, in der Floristik oder in der Landschaftsgestaltung betätigen.“ Mit Raimund verbindet Manuel nicht nur ein entfernter Verwandtschaftsgrad, sondern auch die Liebe zum Gärtnerberuf: „Meine Berufswahl habe ich letztlich Raimund zu verdanken“, verrät er. „Als es um die berufliche Ausbildung ging, absolvierte ich ein Praktikum in Raimunds Betrieb. Die abwechslungsreiche Arbeit in der

Gärtnerei hatte mir dermaßen gefallen, dass ich mich entschloss, den Gärtnerberuf zu erlernen.“ Traditionsreicher Familienbetrieb Raimund Reifer führt die Erlebnisgärtnerei Reifer in der zweiten Generation. Im Jahr 1960 hatten sein Vater Josef und dessen Bruder Hans Reifer gemeinsam eine Gärtnerei in Kranebitt gegründet, in der sich Josef um die kaufmännischen Belange kümmerte und Hans sich als Gärtner betätigte. Jahre später, als die Kinder beider Brüder in den Betrieb eintraten, wurde er im Jahr 1985 einvernehmlich geteilt, woraus infolge zwei florierende Gärtnereien hervorgingen. Als gelernter Gärtner brachte Raimund das handwerkliche Können im väterlichen Betrieb ein, während seine Eltern sich um den administrativen Teil kümmerten. Im Jahr 1997 übernahm Raimund schließlich die Führung des Betriebes. Das dazugehörige Blumengeschäft in der Altstadt von Brixen führten hingegen seine Eltern noch bis 2004. Als es eng wurde auf dem Areal der Gärtnerei, übersiedelte er im Jahr 2003 an den heutigen Standort. Das Grundstück pachtete er von der Diözese Bozen-Brixen und erweiterte es in zwei weiteren Phasen. Heute erstreckt sich die Erlebnisgärtnerei Reifer auf einem knapp eineinhalb Hektar großen Gelände, wobei das Verwaltungsgebäude und die Gewächshäuser eine Fläche von etwa 8.000 Quadratmetern einnehmen und das umliegende Freilandareal


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Die neue Führung: bodenständig und wertebewusst Manuel Pichler und Lisa Wisthaler sind mittlerweile seit etwas über einem Jahr in der Erlebnisgärtnerei tätig. In dieser Zeit haben

sie ihren Platz gefunden und gehen in ihren jeweiligen Zuständigkeiten auf: Lisa kümmert sich um die Zierpflanzenproduktion, den Einkauf und den Großhandel, Manuel hingegen um die zahlreichen Garten- und Landschaftsbauprojekte der Gärtnerei. Darüber hinaus springt Manuel überall dort ein, wo Not am Mann ist. „Auf diese Weise lerne ich sehr viel und gewinne wertvolle Einblicke in die betrieblichen Abläufe“, erklärt er. In Bezug auf ihre Zukunftspläne für die Gärtnerei haben die beiden klare Vorstellungen: „Den Namen der Gärtnerei werden wir auch in Zukunft weiterführen, da er die langjährige Tradition des Betriebes verkörpert und für die zahlreichen Stammkunden längst zu einem Inbegriff für die Qualität unserer Pflanzen und unserer Arbeit geworden ist. Teammäßig wollen wir nicht wirklich weiter wachsen, sondern vielmehr in die Qualität unserer Arbeit investieren. Ein 25- bis 30-köpfiges Team ist eine Größe, mit der wir gut arbeiten. Man kennt sich persönlich und weiß, wer gerade wo im Einsatz ist“, so Manuel. „Als Familienbetrieb sehen wir uns außerdem den familiären Werten besonders verpflichtet: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich bei uns wohlfühlen, die Arbeit gerne erledigen, die Zusammenarbeit im Team soll Spaß machen. Dazu gehört die gegenseitige Wertschätzung und auch, dass wir füreinander da sind.“ Dass sich die junge Führung mit frischen Ideen einbringt, macht sich bereits bemerkbar: So wurde beispielsweise auf ihre Anregung hin der Eingang in die Gärtnerei vor Kurzem versetzt. „Raimund ist offen für unsere Ideen und lässt uns viel freie

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an die 4.000 Quadratmeter misst. Je nach Saison beschäftigt die Gärtnerei zwischen 25 und 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter viele langjährige, so zum Beispiel den Vorarbeiter Franz Tauber, der seit 40 Jahren bei der Gärtnerei Reifer tätig ist, oder auch Renate Reifer, Raimunds Schwester. Über die Jahrzehnte hinweg hat die Erlebnisgärtnerei ihre Tätigkeiten beständig ausgebaut. Heute umfasst das Tätigkeitsspektrum vier Sparten: die Zierpflanzenproduktion, den Zierpflanzengroßhandel, die Landschaftsgestaltung sowie den landwirtschaftlichen Betrieb. In den Gewächshäusern der Gärtnerei werden jedes Jahr rund eine halbe Million Beet- und Balkonpflanzen herangezogen, die im eigenen Gartencenter sowie über den Großhandel vertrieben werden. Darüber hinaus ist die Gärtnerei auch in der Landschaftsgestaltung tätig und realisiert Garten- und Parkanlagen von München bis zum Gardasee. Alle Arbeiten von der Planung bis zur Umsetzung übernimmt die Gärtnerei Reifer zumeist selbst, bei anspruchsvolleren Projekten werden ausgewählte Landschaftsarchitekten hinzugezogen. Die vierte Sparte der Gärtnerei, der landwirtschaftliche Betrieb in Kranebitt, wird im Rahmen der Betriebsnachfolgeregelung demnächst ausgegliedert und Raimunds Sohn Georg überschrieben.

Hand,“ äußert sich Manuel begeistert. „Wir besprechen uns regelmäßig, doch im Großen und Ganzen lässt er uns walten. Meinen Vorschlag zur Umgestaltung des Eingangsbereiches nahm er umgehend an“, freut sich Manuel. „Dank des neuen Eingangs können wir nun saisonale Produkte und unser Sortiment optimal präsentieren.“ Eine weitere Neuerung steht in diesem Jahr an: So eröffnet die Erlebnisgärtnerei Reifer gemeinsam mit namhaften Südtiroler Unternehmen einen Schaugarten am Gardasee, der Inspirationen zur Außengestaltung liefern soll. „Diese Idee hingegen stammt von Raimund“, erklärt Manuel, „er wollte bereits vor Jahren etwas in dieser Art realisieren, doch hatte ihm bisher die Zeit gefehlt. Nun, da Lisa und ich in den Betrieb eingestiegen sind, eröffnen sich ihm endlich Freiräume, um einige aufgeschobene Projekte zu verwirklichen.“ Auf die Frage an Raimund, ob ihm nach der Betriebsübergabe in fünf Jahren möglicherweise langweilig wird, schmunzelt er und erwidert mit einem Augenzwinkern: „Wenn es die neue Führung erlaubt, werde ich auch nach der Betriebsübergabe noch in der Gärtnerei anzutreffen sein und kleinere Arbeiten übernehmen, vielleicht betätige ich mich dann auch als Hausmeister.“

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 In den Gewächshäusern kündigt sich der Frühling bereits an: Am Sonntag, 30. März, lädt die Erlebnisgärtnerei Reifer ganztägig zum Tag der offenen Tür

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Erlebnisgärtnerei Reifer Brennerstraße 87/A 39040 Vahrn Tel.: 0472 835436 info@reifer.it Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8–12:30 und 14–18 Uhr Samstag 8–12 Uhr Gründungsjahr: 1960 Führung: Seniorchef Raimund Reifer Seit 2025 Teil des Führungsteams: Manuel Pichler und Lisa Wisthaler Team: Je nach Saison zwischen 25 und 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Derzeit werden gesucht: 1 Zierpflanzengärtner/in sowie 1 Person mit Fachwissen für den Verkauf in der Baumschule

ie Betriebsnachfolge ist gesichert: Seniorchef Raimund Reifer und die nächste Führungsgeneration, D Manuel Pichler und seine Freundin Lisa Wisthaler

Sparten: Zierpflanzenproduktion Zierpflanzengroßhandel Landschaftsgestaltung Landwirtschaftlicher Betrieb


66 › Wirtschaft & Umwelt

MOBILITÄT

Foto: Oskar Zingerle

Letzte Fahrt am 23. März Die Pendelbahn Mühlbach-Meransen wird am 23. März nach 67 Jahren und fünf Monaten ihren Betrieb wohl für immer einstellen. Ab dem 24. März wird ein Ersatzdienst mit Bussen eingerichtet. Die Seilbahn war Ende Oktober 1957 in Betrieb genommen worden – pünktlich zum Stegener Markt. „Die Meransner mussten am Morgen noch zu Fuß zum Bahnhof nach Mühlbach hinunter; am Abend konnten sie mit der Seilbahn hochfahren“, erinnert sich ein Zeitzeuge. Die Kosten der jetzt fälligen Revision der Bahn wären nicht mehr rechtfertigbar, zumal eine Kapazitätssteigerung ohnehin notwendig ist. Bereits seit längerem ist daher klar, dass die Ressourcen in den Bau einer neuen Seilbahn gesteckt werden. Das Vorhaben zum Bau der neuen Bahn ist zuletzt etwas

ins Stocken geraten: Die Gemeinde Mühlbach und die Landesregierung müssen das Bauleitplanänderungsverfahren zur Eintragung der neuen Seilbahntrasse Mühlbach-Meransen von vorne aufrollen. Hintergrund sind einige Formfehler, die mit einiger Wahrscheinlichkeit zu einem Scheitern des Verfahrens geführt hätten. Vor einigen Monaten ist eine zweite, leicht abgeänderte Trasse ins Spiel gebracht worden, von der man sich einen weitgehenden Konsens der überflogenen Grundeigentümer versprach. Nach wie vor ist aber unklar, ob dies tatsächlich realistisch ist. Zumal beide im Raum stehenden Varianten der Seilbahntrasse nahe an der Eisenbahn vorbeiführen, ist in jedem Fall ein Gutachten des Schienennetzbetreibers RFI nötig – ein zuweilen langwieriger Prozess. av

Foto: Jessica Spiess Stärkle

SÜDTIROL/EUROPA

Europäisches Forum Alpbach: jetzt bewerben Von 1. bis 31. März läuft die Bewerbungsphase für die Stipendien für das Europäische Forum Alpbach (EFA): Junge Menschen aus Südtirol haben dort die Möglichkeit, auf Führungskräfte, innovative Köpfe aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Kultur und Wissenschaft zu treffen sowie gemeinsam mit anderen jungen Talenten aus aller Welt über die Zukunft Europas zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen. Das Stipendium wird vom Verein Club Alpbach Südtirol Alto Adige (CA-

kurz

notiert

SA) vergeben und deckt die Teilnahmegebühr sowie die Unterkunft in Alpbach ab. Bewerben können sich Studierende unter 30 Jahren oder junge Berufstätige unter 35 Jahren, die aus Südtirol stammen oder hier ansässig sind – online unter www.alpbach.bz.it oder über den QR-Code. Das EFA findet von 16. bis 29. August in Alpbach in Tirol statt und steht in diesem Jahr unter dem Leitsatz „Recharge Europe“. EFA-Präsident Othmar Karas erklärt dazu: „Europa erlebt derzeit so viele gleichzeitig statt-

findende Krisen wie seit 1945 nicht mehr. Deshalb brauchen wir eine mutige Vision, die Europa wettbewerbsfähiger, handlungsfähiger und innovativer macht.“ Der Südtiroler Verein CASA ermöglicht einer Gruppe junger Menschen jedes Jahr die Teilnahme am Forum.

Im Bild: Die CASA-Stipendiaten am Europäischen Forum Alpbach 2024. wv

Der Seilbahnsommer geht in die zweite Runde und bietet allen, die den SüdtirolPass oder Euregio Family Pass besitzen, erneut Preisvorteile. Der Aufkleber aus dem letzten Jahr ist weiterhin gültig. Wer ihn nicht erhalten oder entfernt hat, erhält in den Infopoints ein Duplikat.

Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal plant an der Seeburg ab Mai größere und kleinere Sanierungsarbeiten. Das Dach des Ansitzes wird neu gedeckt, am Wohnhaus werden zwei Balkone saniert, die zugleich als Sicherheitsausgänge dienen, sowie Gartenmauern und Zäune instandgesetzt.

Bis 16. März können sich Interessenten für einen Stand auf dem Brixner Weihnachtsmarkt für den Zeitraum 2025– 2027 bewerben. Alle Unterlagen und das Formular sind auf der Website der Brixen Tourismus Genossenschaft zu finden: www.brixen.org.


Brixner Nr. 421 WM technics sucht

STADTGEHEIMNISSE

MECHANIKER

Warum riefen die Turmwächter nachts die Zeit aus? „Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen, die Glock’ am Turm hat elf geschlagen…“ So oder so ähnlich riefen die zwei Wächter Nacht für Nacht aus den Höhen des Weißen Turms und verkündeten den Brixnern die Zeit. Auf die Frage nach dem Warum meinen heutzutage sowohl Kinder als auch Erwachsene zumeist, damit die Leute auch spät abends und in der Nacht wussten, wie spät es sei und wann die Gasthausbesucher eventuell nach Hause gehen sollten. In Wirklichkeit steht bereits im alten Stadtrecht von 1604, dass sie das tun mussten, damit die Leute unten sich sicher sein konnten, dass „die Burschen“ nicht schliefen. Nur wenn alles ganz ruhig war, konnte einer der beiden ein bisschen rasten. Die Hauptaufgabe der zwei Turmwächter bestand darin, die Einwohner der Stadt und der näheren Umgebung vor Bränden und anderen Gefahren rechtzeitig zu warnen. Dabei war ihnen der obere Teil des Turms hinter den vier Erkern, von wo aus sie eine wunderbare Aussicht über die Stadt hatten, vorbehalten. Bei Feuersgefahr musste einer der Wächter herabsteigen und den Bürgermeister informieren, während der andere „Sturm schlagen“ musste. Anstelle des Rufs der Turmwächter ertönt nun täglich eine Melodie des neu eingebauten Glockenspiels, das aus 43 Glocken besteht. In den Jahren 2006 und 2007 wurde nämlich unter Dekan Leo Munter mit unermüdlicher Unterstützung von Alois Rastner der Turm für Besucher zugänglich gemacht und zum ersten Turmmuseum Südtirols ausgebaut. ed Anregungen: redaktion@brixner.info

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68 › Wirtschaft & Umwelt MOBILITÄT

Neue Unternehmen in und um Brixen

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14. März: Gemeinde Brixen versteigert E-Bikes

Die Gemeinde Brixen versteigert am Freitag, den 14. März, von 14 Uhr bis 19 Uhr in der Fahrzeughalle der Feuerwehr Brixen insgesamt 86 Elektrofahrräder. Der Zugang zur Halle erfolgt über die Romstraße und den Durchgang entlang der Gärtnerei Winkler. Die Räder stammen aus der zweiten Auflage des Projekts „E-Bike2Work“, das 2021 zum ersten Mal umgesetzt

wurde und demnächst in die dritte Runde geht. „E-Bike2Work“ hatte sich zum Ziel gesetzt, Pendlerinnen und Pendler in Brixen zu ermutigen, das Auto zugunsten eines Elektrorades stehenzulassen und so das Verkehrsaufkommen zu reduzieren sowie zum Klima- und Umweltschutz beizutragen. Nach dem Erfolg der ersten Projektphase mit rund 100 vergebenen E-Bikes wurden 2021 weitere Fahrräder zu vergünstigten Leihkonditionen bereitgestellt. Diese Leihverträge endeten zum 31. Dezember 2024. Nach einer technischen Überprüfung werden die Elektrofahrräder nun versteigert. Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen Brixner. Jeder darf Gebote für maximal zwei Fahrräder abgeben, jedoch nur ein E-Bike ersteigern. Bei gleichen Geboten entscheidet das Los. Ehemalige Nutzer der EBikes haben dabei ein Vorkaufs-

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Als das traditionsreiche Kult-Schuhgeschäft mit der Pensionierung der ehemaligen Inhaberin Ilse Pernthaler vor dem Aus stand, entschlossen sich der Sterzinger Michael Erspamer und seine Frau, es zu übernehmen. Seit Dezember stehen die Türen wieder

offen. Unter der neuen Führung und mit der Stilberatung von Ilse Pernthaler werden feminine, elegante Schuhe italienischer Marken weiterhin angeboten.

recht zum höchsten Gebot und dürfen mit einem höheren Angebot nachziehen. Die Fahrräder können am Tag der Versteigerung zur oben genannten Uhrzeit besichtigt werden. Interessierte geben ihre Gebote schriftlich mittels eines

von der Gemeinde Brixen bereitgestellten Formulars ab. In einem verschlossenen Umschlag werden die Gebote in versiegelten Boxen gesammelt. Die Ergebnisse werden auf der Homepage der Gemeinde bz Brixen veröffentlicht.


Brixner Nr. 421

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TOURISMUS

Gemeinsam weiter

Die vier Tourismusorganisationen Brixen, Gitschberg Jochtal, Klausen-BarbianFeldthurns-Villanders und Natz-Schabs möchten künftig enger zusammenarbeiten. Durch gemeinsame Projekte und eine Kooperation in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Internationalisierung, die Entwicklung neuer Winter- und

Sommerangebote sowie einen gemeinsamen Guest Pass möchten die Tourismusorganisationen mit Elan in die Zukunft starten. Die Chancen der nachhaltigen Mobilität, die durch den Brenner Basistunnel und die Riggertalschleife entstehen, möchte die strategische Kooperation zudem besonders fokussieren. „Diese starke Allianz sorgt für eine zukunftssichere

Entwicklung der Region – innovativ, nachhaltig und international“, heißt es in der Presseaussendung zur neuen Initiative. Der genaue Markenauftritt ist noch in Ausarbeitung; der Name hat inzwischen südtirolweit für Schlagzeilen gesorgt: „Brixen Dolomites“ kam bei den Hoteliers in Gröden und im Gadertal gar nicht gut an. Sie scheinen Konkurrenz zu wittern und beklagen, dass die vier Tourismusorganisationen im Eisacktal sich nicht wirklich in den Dolomiten befänden. Im Bild von links: Karin Suen in Vertretung von Annares Auer (Natz-Schabs), Moritz Neuwirth (Brixen Tourismus), Michael Oberpertinger (Klausen-Barbian-FeldthurnsVillanders) und Stefan Gruber av (Gitschberg Jochtal).

MOBILITÄT

Warten auf den Bahnhof

Vahrns Bürgermeister Andreas Schatzer hatte es in seinem Interview, das im „Brixner“ Nr. 418 vom vergangenen November erschienen ist, bereits angekündigt: Die „Wiederbelebung“ des Zugbahnhofs Vahrn dauert länger als erwartet. Anfang Februar fand in Neustift eine Sitzung des SVP-Bezirks-

ausschusses statt, an der Martin Vallazza, Direktor der Abteilung Mobilität der Autonomen Provinz, die Aussage Schatzers bestätigte. Eigentlich war nämlich geplant, den Bahnhof Vahrn und jenen von Schabs gleichzeitig mit der Riggertalschleife zu realisieren, die bereits im Bau ist. Zum Unter-

schied von Schabs befindet sich Vahrn aber auf der stark befahrenen Brennerroute. Ein zusätzlicher Halt der Züge ist zumindest bis zur Fertigstellung des Brenner Basistunnels sehr schwer mit den vielen internationalen Zügen zu vereinbaren – auch aufgrund der Tatsache, dass die Trasse hier relativ stark ansteigend ist, was beim Start zu einer weiteren Zeitverzögerung führt. Gemeindereferent Dietmar Pattis ist trotzdem optimistisch: „Der Bahnhof Vahrn ist uns in den vergangenen Jahren immer wieder politisch versprochen worden. Nach wie vor ist man guten Willens, die Realisierung voranzutreiben, auch wenn es nun aus den nachvollziehbaren Gründen etwas länger dauern wird.“ Laut STA arbeite man derzeit an einem Konzept, „das uns im Herbst präsentiert werden soll“, sagt Pattis. Die Gemeinde Vahrn halte jedenfalls am Bahnhof Vahrn fest: „Er ist extrem wichtig für die Vahrner Bevölkerung, aber vor allem für die gesamte Mobilität im Großraum Brixen“. Fazit: Der politische Wille ist da, die technische Umsetzung ist aber im Moment noch schwierig. wv

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70 › Wirtschaft & Umwelt

„Übergabe wurde gut abgewickelt“

Herr Stadtrat, seit 1. Jänner ist die Gemeinde Brixen die Eigentümerin des Parkhauses an der Dantestraße – und das trotz einer Klage des bisherigen Eigentümers, der eine Konzessionsverlängerung wollte.

Am 31. Dezember 2024 ist die Konzession verfallen, und spätestens einen Monat später musste die Infrastruktur an die Gemeinde übergeben werden. Trotzdem waren wir bis Mitte Jänner unsicher, ob dieser Termin überhaupt eingehalten wird. Am 31. Jänner erfolgte die effektive Übergabe; seit 1. Februar wird das Parkhaus von der Gemeinde geführt.

Gab es Schwierigkeiten?

Die Übergabe selbst ist von beiden Seiten gut abgewickelt worden; in Anbetracht der Komplexität der Situation sind die ersten Tage unserer Führung dann zufriedenstellend verlaufen. Die verschiedenen Gemeindeämter haben hervorragende Arbeit geleistet. Die Seeste Bau GmbH hatte für das Parkhaus 2,5 Mitarbeiter, von denen die Gemeinde einen inzwischen übernehmen konnte; ein zweiter ist Ende Jänner in den Ruhestand getreten, und eine dritte Mitarbeiterin hat vorerst kein Interesse. Das größte Problem war die Reinigung; erst kürzlich konnten wir endlich eine Beauftragung unterschreiben. Auch

die Zahlung mit den POS-Geräten funktioniert inzwischen. Aber das Landesgericht Bozen hat noch nicht entschieden …

Foto: Oskar Zingerle

THOMAS SCHRAFFL, Stadtrat in Brixen, zur Übertragung des Parkhauses Dantestraße an die Gemeinde – und welche Herausforderungen nun anstehen.

Das stimmt, aber schlimmstenfalls geht es um eine Entschädigung. Andererseits sind wir gerade dabei zu überprüfen, ob wir die Immobilie in einem dem Vertrag entsprechenden Zustand bekommen haben – unserer Meinung nach ist dies nicht der Fall. Im Mai ist die zehnjährige statische Abnahme fällig – spätestens dann wissen wir mehr. Für die nahe Zukunft wollen wir das Parkhaus jedenfalls wieder in einen guten Zustand bringen. willy.vontavon@brixner.info

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Fenster mit Weitblick WOLF FENSTER: Das Unternehmen bietet moderne Fensterlösungen für Energieeffizienz und Wohnkomfort. Mit individuellen Produkten werden Renovierungen wertsteigernd und nachhaltig gestaltet.

Design trifft Innovation Die Fenster von Wolf Fenster vereinen stilvolles Design mit modernster Technik. Sie sorgen für eine bessere Wärmedämmung, reduzieren Lärm und schaffen eine angenehme Wohnatmosphäre. Sowohl für Neubauten als auch

Für mehr Komfort, mehr Effizienz und eine nachhaltige Zukunft.

Fotos: argento aritstry

für Sanierungen werden maßgeschneiderte Lösungen angeboten, die Energie sparen und das Wohngefühl verbessern. Mehr als eine Renovierung: Ein Upgrade für Zuhause Eine Modernisierung ist der ideale Zeitpunkt, um alte Fenster durch innovative, energieeffiziente Modelle zu ersetzen. Dadurch können nicht nur die Heizkosten gesenkt, sondern auch der Wert der Immobilie gesteigert werden. Mit Wolf Fenster steht ein erfahrener Partner zur Seite, von der ersten Beratung bis zur präzisen Montage. Gemeinsam werden Aussichten geschaffen, die heute begeistern und morgen überzeugen.

wir schaffen aussichten

foto © argento artistry

Wer baut oder renoviert, gestaltet mehr als nur Räume, es wird die Zukunft des Hauses geformt. Wolf Fenster verbindet Ästhetik mit Innovation und setzt auf Qualität, Energieeffizienz und zeitgemäßes Design. Denn modernes Wohnen bedeutet weit mehr als eine schöne Optik: Es ist ein Zusammenspiel aus Nachhaltigkeit, Komfort und intelligenter Technologie.


72 › EXTRA: Bauen & Renovieren

Individuelle Wohnkonzepte mit Charakter PRIXAN: Das Unternehmen kombiniert kreatives Design und präzise Umsetzung, um einzigartige und funktionale Räume zu gestalten. Mit hochwertigen Materialien wird eine Atmosphäre geschaffen, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch langlebig ist.

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Ein Zuhause ist mehr als nur ein Ort, es ist ein Gefühl. Besonders in Zeiten des Wandels wird deutlich, wie wichtig der persönliche Rückzugsort ist, der Geborgenheit schenkt und Persönlichkeit ausstrahlt. „Das Zuhause ist der wichtigste Lebensraum“, sagt Geschäftsführer Stefan Priller. „Deshalb begegnen wir jedem Projekt mit Leidenschaft und Präzision, um individuelle Wohn(t)räume Realität werden zu lassen.“ Perfekte Harmonie von Boden bis Wand Ein Raum lebt von Licht, Farben und Materialien. Doch welche Materialien bieten eine angenehme Haptik? Welcher Boden ist langlebig, stilvoll und funktional? Und wie beeinflussen Oberflächen das Raumklima oder die Akustik? Die Wahl der richtigen Materialien ist entscheidend, nicht nur für die Optik, sondern auch für den Komfort und die Nachhaltigkeit. Hochwertige Böden schaffen Wärme und Ruhe, während besondere Wandstrukturen Räume völlig neu wirken lassen. Design, Funktion und Haptik harmonieren im Idealfall perfekt. Wohnräume mit Charakter Hinter dem Unternehmen stehen zwei Menschen, die ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben: Stefan Priller, Experte für bautechnische Umsetzung, der selbst herausforderndste Projekte mit Fachwissen und Präzision realisiert, und Angelika Wimmer, Designerin mit einem einzigartigen Gespür für Ästhetik, Farben und Materialien. Gemeinsam haben sie sich das Ziel gesetzt, außergewöhnliche Wohnräume zu schaffen, die genauso individuell sind wie ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Von der ersten Idee über die Materialauswahl bis hin zur

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fachgerechten Umsetzung werden Kunden auf dem Weg zum neuen Wohngefühl begleitet. Dabei geht es nicht nur um Trends, sondern um zeitlose Qualität, um Räume, die langfristig begeistern und ein Zuhause schaffen, in dem man sich wohlfühlt. Design erleben: im Showroom in Brixen So individuell wie jeder Mensch ist auch jeder Wohnraum und genau deshalb muss Design spürbar sein. Im Showroom können Materialien begutachtet, Strukturen gefühlt und Farbkombinationen ausprobiert werden, um zu erleben, wie sich unterschiedliche Oberflächen im Zusammenspiel anfühlen. Die beste Entscheidung trifft man oft erst, wenn man sie vor Augen hat und spüren kann. Ein Zuhause sollte zu einem Ort werden, der jeden Tag neu begeistert. Ein Besuch bietet die Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen. Weitere Informationen unter www.prixan.it.


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74 › EXTRA: Bauen & Renovieren

Allround-Talente LEEB: Eine klare Linienführung und vielfältige Gestaltungsvarianten in Form und Farbe zeichnen Leeb-Alubalkone aus. Das wichtigste Qualitätsmerkmal ist die hochwertige Oberflächenbeschichtung. Elegante Alubalkone erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das ist kein Wunder, denn schließlich trumpfen die Freisitze mit ihrem ganz besonderen Design auf. Passend zur jeweiligen Architektur des Hauses gibt es sie in unterschiedlichsten Formen und Farben sowie in Kombination mit rahmenlosen Glaselementen. Leeb-Alubalkone punkten nicht nur beim Neubau, sondern auch bei der Renovierung. Dank spezieller Konstruktionen können Leeb-Alubalkone auf nahezu jede bestehende Unterkonstruktion montiert werden. Damit lassen sich die vielfältigen Entwürfe auch im Nachhinein auf sämtliche Häusertypen – von klassisch bis modern – individuell montieren. Mehr noch: Als

Europas führender Balkonhersteller bietet Leeb die meisten Geländer auch passend als Zaun an; so entsteht ein einheitliches Erscheinungsbild. Balkon und Zaun werden zur perfekten Visitenkarte des Eigenheims. Alubalkone in Holzoptik Durch eine spezielle Pulverbeschichtung, die ebenfalls nahezu pflege- und wartungsfrei ist, sind Alubalkone von Leeb auch in Holzoptik erhältlich. Einen Überblick über das gesamte Sortiment und die neuen Modelle von Leeb findet man online unter www. leeb-balkone.com und in den aktuellen Gratis-Katalogen. Anfragen können direkt an die Leeb-

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einbarung kann auch die große Ausstellung in der Julius-DurstStraße 66 in Brixen besucht werden.

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Vom Ein- zum Mehrfamilienhaus WILLEITIMMOJUS: Wenn die Kinder erwachsen werden, ist es oftmals am günstigsten, im Elternhaus zusätzlichen Wohnraum für sie zu schaffen. Dabei sind jedoch einige rechtliche Aspekte zu beachten. Wer will schon ein Leben lang für etwas bezahlen, das ihm nie gehören wird? Doch viele tun genau das: Sie zahlen Miete. Ob Eigentümer oder Mieter – jeder bringt im Laufe seines Lebens fürs Wohnen den Gegenwert einer Wohnung auf. Doch während ein Immobilieneigentümer letztlich in die eigene Tasche zahlt, ist das Geld des Mieters für immer weg. Bei einer Monatsmiete von 650 Euro und einer jährlichen Mietsteigerung von zwei Prozent zahlt ein Mieter in 30 Jahren mehr als 300.000 Euro an seinen Vermieter – eine Summe, mit der man sich auch eine Eigentumswohnung leisten kann. Sanieren und Kubaturbonus nutzen Das Konjunkturpaket vom April 2009, das eine Kubaturerweiterung von 20 Prozent oder mindestens 200 Kubikmeter Baumasse erlaubt und weiterhin gültig ist, schafft ideale Voraussetzungen, um das bestehende Eigenheim zu erweitern. Das Gebäude mit einem Anteil von mindestens 50 Prozent für Wohnzwecke muss dafür vor dem 12. Jänner 2005 bestanden oder vor

diesem Datum über die Baukonzession verfügt haben; außerdem muss mit der Erweiterung gleichzeitig eine energetische Sanierung auf mindestens Klimahausstandard C erfolgen. Der Kubaturbonus, der auch als Energiebonus bezeichnet wird, kann im Zuge einer energetischen Sanierung in Anspruch genommen werden. Eine solche Kubaturerweiterung eröffnet ideale Möglichkeiten, im Elternhaus eine zusätzliche Wohneinheit für die erwachsenen Kinder zu schaffen. Vertrag zur rechten Zeit Es ist allerdings wichtig, von Beginn an ein Konzept auszuarbeiten, wie das Eigentum dieser neu zu schaffenden Wohneinheit vertraglich auf das Kind übertragen werden soll. Nicht zuletzt sind dabei auch Aspekte des Erbrechts zu berücksichtigen. Eine exakte und zeitlich abgestimmte vertragliche Abwicklung ist unerlässlich für eine reibungslose Eigentumsübertragung. Dabei sind die Koordination und Absprache zwischen dem Techniker, der die Eintragungen und Abänderungen im Kataster vornimmt, und dem jeweiligen Vertragsersteller außer-

ordentlich wichtig: Sie garantieren die günstigste Abwicklung der vertraglichen Eigentumsübertragung, da die Berechnung der verschiedenen Steuern und Gebühren in den meisten Fällen auf Basis des Katasterertrages ermittelt wird. Eine gut vorbereitete Abwicklung der vertraglichen Eigentumsübertragung ist aber auch wichtig, um sämtliche mögliche Fördergelder der Autonomen Provinz Bozen in Anspruch nehmen zu können. Ist man schlecht vorbereitet, kann es passieren, dass der bereits geplante Baubeginn zeitlich verschoben werden muss, um den Anspruch auf die Landesförderung nicht zu verlieren. Es empfiehlt sich daher, eine juristische Begleitung bereits von der Planung an in Anspruch zu nehmen. Auf Immobilienrecht spezialisiert Hannes Willeit von Willeitimmojus ist Vertragsjurist und Immobilienberater. Er hat sich auf immobilienrechtliche Angelegenheiten spezialisiert und betreut rund um Immobilienrechtsgeschäfte. Er berät in rechtlichen Immobilienfragen, übernimmt die

Abfassung von Verträgen und begleitet seine Mandanten bis hin zur notariellen Unterschrift mit umfassendem Service und ausgezeichneter juristischer Arbeit.

Hannes Willeit, Vertragsjurist und Immobilienberater:„Gerne berate ich zu Eigentumsübertragungen und Erbregelungen jeglicher Art“


76 › EXTRA: Bauen & Renovieren

„Exzellenz in Gebäudetechnik“ STUDIO KONTAKT: Mit seiner großen Fachkompetenz zählt das technische Planungsbüro zu den gefragtesten in der Baubranche. NORBERT VERGINER erzählt, was es auszeichnet. Herr Verginer, was bietet Ihr Planungsbüro? NORBERT VERGINER: Wir

betreuen vor allem Großkunden – allen voran Hotels und Industriebetriebe, aber auch private Bauherren – bei ihren Bauvorhaben und übernehmen in Absprache mit den jeweiligen Architekten die gesamte gebäudetechnische Planung, auf Wunsch auch die anschließende Generalbauleitung mit Ausschreibung und Koordinierung aller baulichen Arbeiten. Mit unserer über 26-jährigen Erfahrung stellen wir nicht nur die genaue Zeit- und Kostenplanung sicher, sondern auch die Inanspruchnahme aller Fördermöglichkeiten. Was genau umfasst die gebäudetechnische Planung bei Ihnen im Detail?

Unsere Planungsleistung erstreckt sich auf die gesamte Gebäudetechnik: von Elektrik, Sanitär, Lüftung, Heizung über Brandschutz bis hin zu erneuerbaren Energiekonzepten. Die Vorteile einer ganzheitlichen, technischen Gebäudeplanung liegen auf der Hand, denn dadurch erschließen wir größtmögliche Optimierungsund Effizienzpotenziale.

Erneuerbare Energiekonzepte sind derzeit besonders gefragt. Was zeichnet Ihr Planungsbüro hierbei aus?

Bei all unseren Energiekonzepten stellen wir zunächst einmal die Erreichung der angestrebten Klimahausstandards sicher. Doch vor allem stülpen wir nicht ein Konzept auf alle Bauvorhaben über, sondern berücksichtigen stets den Standort und die Lebenssituation der Bauherren. So nehmen wir immer erst einen Lokalaugenschein vor und suchen das Gespräch mit dem Bauherrn, um dessen Vorlieben und Lebensgewohnheiten zu erkunden. Wird die wohlige Wärme eines Holzherdes geschätzt oder steht beispielsweise die Energie eines Wasserkraftwerkes zur Verfügung? Das alles sind Dinge, die wir bei der Erstellung des jeweiligen Energiekonzeptes berücksichtigen. Über die technische Planung hinaus umfasst Ihr Angebot einige Dienstleistungen mehr, die andere Planungsbüros nicht bieten. Welche sind dies?

Wir erstellen unter anderem auch Gutachten für Anlagen, die strengen Umweltauflagen unter-

Fink Restaurant & Suites: effiziente Energietechnik im Stadtzentrum

Bürogebäude der Progress Group: Gewinner KlimaHaus Award 2022

liegen. Darüber hinaus betätige ich mich als Gutachter bei baulichen Rechtsstreitigkeiten und werde von Fall zu Fall von Gerichten als Gerichtsgutachter oder von einer der Parteien als Parteisachverständiger hinzugezogen. Darüber hinaus trifft man mich regelmäßig bei Arbeitssicherheitskursen, wo ich mich als Referent betätige.

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Schlüsselfertiges Bauen Die Realisierung der eigenen vier Wände ist eine der größten Entscheidungen im Leben. Wer hierbei auf schlüsselfertiges Bauen setzt, stellt eine reibungslose Abwicklung ohne Verzögerungen und ohne unerwartete Mehrkosten sicher. Alles wird durch einen einzigen Ansprechpartner organisiert – vom genehmigten Projekt bis zur Übergabe des Hauses. Das Ergebnis ist ein Zuhause, das termingerecht bezogen werden kann sowie beste Wohnqualität und hohe Energieeffizienz garantiert. Mehr als 30 Jahre Erfahrung Der Familienbetrieb Oberrauch GmbH in Schalders vereint mit einer eigenen Zimmerei, Tischlerei und Spenglerei drei Handwerkstraditionen unter einem Dach. Jede Bauaufgabe in Holz wird qualitätsvoll und termingerecht ausgeführt. Neben vielfälti-

gen Holz- und Spenglerarbeiten hat sich der Klimahausfachbetrieb in den letzten Jahren außerdem auf die energetische Gebäudesanierung und auf Gebäudeaufstockungen spezialisiert. Dabei übernimmt der Handwerksbetrieb die Koordinierung aller benötigten handwerklichen Leistungen. Auf diese Weise hat sich Oberrauch GmbH in den letzten Jahren zu einem kompetenten Ansprechpartner für schlüsselfertiges Bauen entwickelt. Egal ob Neubau, energetische Gebäudesanierung, Aufstockung in Holzbauweise oder Inneneinrichtungen – Oberrauch GmbH übernimmt von der Werkplanung über die Abwicklung der eigenen Arbeiten und Koordinierung aller Handwerker sämtliche Schritte bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Mit großer Verlässlichkeit und höchster Qualität wird der Erfolg eines jeden Bauvorhabens sichergestellt.

Fotos: Jürgen Eheim

OBERRAUCH GMBH: Wer stressfrei und individuell in bester Holzqualität bauen möchte, ist beim vielseitigen Schalderer Handwerksbetrieb Oberrauch in guten Händen.

Schlüsselfertiges Projekt im Tintal (Gemeinde Enneberg) aus dem Jahr 2023 mit Fertigstellung im Frühjahr 2024; Ausführung der Zimmermanns- und Spenglerarbeiten sowie der kompletten Inneneinrichtung, Treppen und Sauna

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78 › EXTRA: Bauen & Renovieren

„ Mit unserer Expertise am Puls der Zeit“ Foto: Samuel Jocher

DIE MEISTERMALER: Dank seiner großen Vielseitigkeit erfreut sich der Vahrner Malerfachbetrieb reger Nachfrage und zahlreicher Kunden. SIEGFRIED HEIDEGGER zu aktuellen Bau- und Wohntrends, die seinem Betrieb derzeit besonders viele Aufträge bescheren. men. In vielen Dekors erhältlich, setzen Tapeten einzigartige Akzente und sorgen für behagliche Wohnlichkeit in den Räumen. Auch für diese Neuheiten bringen wir die erforderliche Expertise mit. Ein weiterer Trend geht in Richtung schlüsselfertiges Bauen, von dem wir im Netzwerk Workplus ebenfalls profitieren.

hingegen auch nur die betreffenden Partner im Netzwerk autonom hinzuziehen. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten also – sowohl für Bauherren, die im

Netzwerk auf Topbetriebe treffen, die gemeinsam schlüsselfertige Bauvorhaben abwickeln, als auch für alle Partner im Netzwerk.

Worum handelt es sich bei diesem Netzwerk?

Herr Heidegger, was gibt es Neues bei den Meistermalern? SIEGFRIED HEIDEGGER:

Auch dieses Jahr gibt es reichlich Arbeit für uns, wobei wir von einigen Trends besonders profitieren, zu denen wir mit unseren Spezialfertigkeiten punkten. Welche Trends wären dies?

Da wäre zunächst einmal die zunehmend beliebte Sichtbetonbauweise zu erwähnen. Wir sind einer von wenigen Betrieben, der auf Betonkosmetik spezialisiert ist, also auf die verschönernde Nachbearbeitung von Betonoberflächen, die für eine makellose Optik von Sichtbetonbauten erforderlich ist. Ebenso im Trend sind offene Innenräume – sowohl im Wohnbau als auch bei Gewerbe- und Funktionsbauten. Für eine gute Raumakustik bedürfen große Innenräume spezieller Akustiklösungen wie Akustikputze, Akustikdecken, -paneele oder -segel – allesamt Lösungen, auf die wir ebenfalls versiert sind. Eine weitere Entwicklung im Innenbereich, die wir seit einiger Zeit verzeichnen, ist der Trend hin zu Harzböden und Harzoberflächen auf mineralischer Basis, die durch ihre fugenlose Ästhetik und einfache Reinigung begeistern. Bei der Raumgestaltung selbst sind Tapeten stark im Kom-

Das Netzwerk beziehungsweise die Gesellschaft Workplus ist ein Zusammenschluss von mehreren eigenständigen Bauunternehmen und Handwerksbetrieben verschiedener Gewerke, die gemeinsam schlüsselfertiges Bauen anbieten – mit vielen Vorteilen für Bauherrinnen und Bauherren: ein einziger Ansprechpartner während der gesamten Bauzeit, eine reibungslose Bauabwicklung sowie termingerechte Übergabe zu vereinbarten Kosten mit einer Gesamtabrechnung. Die Meistermaler sind bereits seit zehn Jahren Mitglied bei Workplus. Damals wurden wir aufgrund unserer großen Vielseitigkeit und professionellen Arbeitsweise kontaktiert und im Netzwerk aufgenommen.

Hotel Weingut Pacherhof: Ausführung aller Maler- und Gipsbauarbeiten, der Akustikdecken sowie Wandgestaltung mit Waschputz Foto: inkiostrobianco

Siegfried Heidegger, Inhaber der Meistermaler

Wie läuft die Abwicklung ab?

Wer ein Bauvorhaben schlüsselfertig realisiert wünscht, wendet sich am besten direkt an Workplus, wo bauerfahrene Ansprechpartner von der Beratung über alle bürokratischen Formalitäten hinweg bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe zur Seite stehen. Aber auch die Mitglieder selbst, oder Partner im Netzwerk, wie wir uns bezeichnen, vermitteln Interessenten an das Netzwerk, die komplexere, gewerke­übergreifende Arbeiten schlüsselfertig abgewickelt wünschen. Sind im Zuge eines Auftrages nur wenige gewerkeüber­ greifende Leistungen erforderlich, können die Handwerksbetriebe

Tapeten mit kreativen Dekors bringen individuelle Wohnlichkeit in die Räume

Die Meistermaler GmbH w w w. m e i s te r m a l e r. i t Forchstraße 6 39040 Vahrn T 0472 834514 info@meistermaler.it Maler, Trockenbauer und Lehrlinge (m/w) gesucht!

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„ Neue Regeln für die Sanierung von Gebäuden“ TIB CONSULTING ENGINEERING: Mit dem neuen Jahr wurden zahlreiche Förderungen im Bereich der Gebäudesanierung neu definiert. WERNER HUNGLINGER, Geschäftsführer des Brixner Ingenieurbüros, zu den Neuerungen.

Foto: Ippolito Francesco

Casa. Gibt es diese weiterhin und haben auch diese Änderungen erfahren?

2030 um mindestens 16 Prozent und bis 2035 um mindestens 20 bis 22 Prozent vor. Mit Beschluss der Landesregierung Nr. 1139 vom 10. Dezember 2024 werden die Beiträge für die energetische Sanierung daher nahezu in derselben Form wie letztes Jahr weitergeführt. Die Berechnungsparameter wurden leicht angehoben, wodurch sich höhere anerkannte Kosten ergeben. Auf diese Kosten wird bei Erreichen des Klimahausstandards B ein Beitrag von bis zu 80 Prozent gewährt, bei Erreichen des Klimahausstandards C immerhin noch 50 Prozent. Zu berücksichtigen ist, dass bei jeder energetischen Sanierung erfahrungsgemäß immer auch Arbeiten anfallen, die notwendig sind, jedoch mit der energetischen Sanierung selbst nichts zu tun haben und daher nicht gefördert werden. Die Auszahlung des Förderbeitrages erfolgt innerhalb von drei bis sechs Monaten nach Einreichung der Unterlagen, weshalb die Landesförderung für viele weitaus interessanter ist als eine staatliche Förderung, wo die Förderung in Form von Steuerguthaben über Jahre hinweg abzusetzen ist.

Der Super-Ecobonus, besser bekannt als Superbonus, ist wie geplant auf 65 Prozent gesunken. Auch wenn in dieser Förderung Arbeiten enthalten sein dürfen, die in den Landesförderungen nicht berücksichtigt werden, so etwa ein Fensteraustausch, ist dieser Bonus aufgrund des hohen bürokratischen Aufwands und der großen Unsicherheiten nicht mehr zu empfehlen. Mit dem Haushaltsgesetz 2025 hat die italienische Regierung die Prozentsätze der Abschreibung vereinheitlicht, die sich nun unabhängig von der Art des Eingriffs auf 50 Prozent für die Sanierung der Erstwohnung und auf 36 Prozent für alle anderen Wohnungen belaufen. Auch wenn eine Vereinheitlichung und Vereinfachung grundsätzlich immer zu begrüßen ist, geht sie in diesem Fall ganz klar auf Kosten der Eingriffe für die energetischen Sanierungen. Das ist ein enormer Widerspruch zu den Zielen der EUGebäuderichtlinie. Für das Jahr 2026 werden die Prozentsätze einheitlich auf 36 Prozent beziehungsweise 30 Prozent reduziert. Das einzig Gute am Ecobonus ist, dass die absetzbaren Maximalbeträge zumindest belassen wurden. Die Förderung Bonus Casa gibt es auch weiterhin, aber auch hier gelten nun die neuen Absetzbeträge von 50 beziehungsweise 36 Prozent. Unverändert geblieben ist die Förderung zur Beseitigung von architektonischen Barrieren mit Absetzbeträgen von 75 Prozent für Aufzüge, Sitzaufzüge und Rampen. Gleiches gilt auch für den Möbelbonus. Beide Boni laufen jedoch mit 2025 aus. Gestrichen wurde hingegen der Bonus Verde, also der Beitrag für die Gestaltung von Gärten.

Damit wären wir bei den staatlichen Förderungen, wie beispielsweise dem Ecobonus oder dem Bonus

Angesichts der teilweise rückläufigen Förderungen stellen sich viele die Frage, ob sie mit der Sanierung

Werner Hunglinger: „Wohn- und Mehrfamiliengebäude energetisch zu sanieren lohnt sich nach wie vor“ Herr Hunglinger, Ihr Ingenieurbüro ist unter anderem auf die Sanierung von Mehrfamilienhäusern spezialisiert. In den letzten Monaten haben Staat und Land einige Neuerungen im Bereich der Gebäudesanierung eingeführt. Kann man sagen, neues Jahr, neue (Spiel-)Regeln? WERNER HUNGLINGER: Ja,

mit dem neuen Jahr hat sich einiges geändert – im Guten wie im Schlechten. Welche Änderungen wären dies?

Ich möchte mit der guten Nachricht beginnen und dazu zuerst eine Statistik der Klimahausagentur vorausschicken: In Südtirol sind etwa 45 Prozent der insgesamt rund 95.000 Wohngebäude der schlechtesten Klimahausklasse G zuzuordnen, 30 Prozent den Klassen D bis F, die restlichen 25 Prozent verteilen sich jeweils zur Hälfte auf die Klasse C sowie auf die Klassen B und A. Die Südtiroler Landesregierung hat verstanden, dass die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden unbedingt weiter voranzutreiben ist, wenn sich Südtirol an die Ziele der EU-Gebäuderichtlinie 2024/1275 zumindest annähern will. Diese Richtlinie gibt die schrittweise Senkung des durchschnittlichen Energieverbrauchs des Wohngebäudebestandes bis

ihres Gebäudes warten sollen. Welche Empfehlung geben Sie?

Der Trend geht eindeutig dahin, Gebäude effizienter zu gestalten, auch wenn die staatlichen Förderungen in Italien zurückgeschraubt wurden. Ich vertrete den Standpunkt, dass energetische Gebäudesanierungen eher früher als später angegangen werden sollten. Wir wissen heute nicht, welche Maßnahmen und Auflagen dem Staat morgen einfallen werden, für jene Häuser, die einem bestimmten Mindestenergiestandard nicht entsprechen. Frankreich macht dies bereits vor: Seit 2023 können Gebäude der schlechtesten Energieklasse nicht mehr verkauft oder vermietet werden. Doch unabhängig davon bringt ein energetisch saniertes Haus eine wesentlich höhere Wohnqualität bei erheblich geringeren Betriebskosten. Hinzu kommt die beträchtliche Wertsteigerung der Immobilie, wenn sie auf eine höhere Energieeffizienzklasse gebracht wird. Aus den Erfahrungen von Bewohnern energetisch sanierter Gebäude können wir nur empfehlen, einen solchen Schritt anzugehen. Dies ist es auch, was ich Miteigentümern zu vermitteln versuche, wann immer ich als Experte bei Kondominiums­ versammlungen hinzugezogen werde. Oft ergeben sich interessante Möglichkeiten der Querfinanzierung der Ausgaben, um die finanzielle Belastung der einzelnen Eigentümer zu reduzieren. Diese Möglichkeiten werden im Detail besprochen.“

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Die Brixner

„GESCHAFFT!“, schrieb der dama-

lige Chefredakteur Elmar Albertini im allerersten Editorial der allerersten Ausgabe des „Brixner“ im Februar 1990, und er verwendete für den Titel ausschließlich Versalien, damit auch jeder Leser die Anstrengungen erkennen würde, die damals mit der „Geburt“ des „Brixner“ einhergingen.

„Noch etwas unsicher steht er da und blinzelt in die Wintersonne. Ziemlich karg und eintönig diese Landschaft, in die er hineingewachsen ist. (…) Er hat sich einiges vorgenommen, der neue ‚Brixner‘. (…) In unserer Zeitung soll Platz für alle sein. Viele verschiedene Standpunkte tragen wesentlich dazu bei, eine Diskussion sachS. 3 licher und ausgewogener zu machen.“

Auf dieser Seite veröffentlichten wir bis jetzt ein Extrakt jener Ausgabe der „Brixener Chronik“, die vor 100 Jahren erschien. Inzwischen hat auch der „Brixner“ einige Jährchen auf dem Buckel, weshalb wir hier ab nun 35 Jahre zurückblicken. Über diesen QR-Code erreichen Sie die gesamte Ausgabe:

Der „Brixner“ Nr. 1 Februar 1990 haben nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, und das Wort von der Brixner „Verkehrskomödie“ machte in den vergangenen Jahren des öfteren die Runde. (…) Sollte man nun die eine oder die andere Straße sperren? Brixen hatte sein Thema und rund 16.000 Verkehrsexperten“. Nun, das hat sich inzwischen geändert:

Heute gibt es nicht mehr 16.000 Verkehrsexperten in Brixen, sondern rund 23.000 ;-). Im ausführlichen Bericht gab Markus einen spannenden Rückblick auf den ersten „Generalverkehrsplan“ der späten Sechzigerjahre, der unter anderem eine West- und eine Ostumfahrung sowie eine Fußgängerzone enthielt. „Der wichtigste Schritt war sicherlich die Schließung

des engeren Altstadtkerns für den Verkehr und die Errichtung der Fußgängerzone – ein Projekt, das unter Protesten und Bedenken der Altstadtbewohner und eines Teiles der Kaufleuteschaft in Angriff genommen wurde. (…) Als Verbindung sieht der Verkehrsplan hauptsächlich die Mozartallee und eine sog. „Südumfahrung“ vor, die von der Zufahrt zur Industriezone über eine neu zu errichtende Brücke durch die Millander und Sarnser Felder nach Milland führen und so die Mozartallee entlasten soll“. Heute wissen wir: Die

Westumfahrung wurde inzwischen errichtet, aber die Südumfahrung ist auch 35 Jahre später immer noch ein Strich auf einem Papier. Bebildert wurde der Bericht mit einem Foto der Brennerstraße (links): „Hier würde die Westumfahrung beginnen …“ S. 4 In dieselbe Kerbe schlug eine Seite weiter Redakteur Markus Lobis in der Titelgeschichte „Brixens Verkehr in der Sackgasse?“: „Damit der

Bürger mitreden kann, muss er informiert sein. Das hat bis jetzt nicht immer geklappt; darum haben sich verschiedene Themen verselbstständigt und sind immer undurchsichtiger geworden“. 35

Jahre später darf der Schreiber dieser Zeilen feststellen: Weite Teile der Bevölkerung sind nach wie vor schlecht informiert – inzwischen nicht, weil die Quellen fehlen, sondern weil man sich lieber von InstagramBildchen berieseln lässt und man sich zum eigentlich ohne Zweifel sinnvolleren Lesen eines Berichts in einer Zeitschrift oft nicht die Zeit nimmt. Bei Markus ging es damals um die Verkehrsprobleme der Stadt:

Schon in der ersten Ausgabe des „Brixner“ gab es eine Umfrage, damals natürlich zum neuen „Brixner“: Der Tischlerei-Unternehmer Josef

Barth war der Meinung, „dass eine Menge Sachen zu besprechen wären, vor allem im kulturellen Bereich: Die Idee finde ich gut; man sollte nicht die Polemik suchen, sondern sachlich über Brixner Themen berichten.“

Das ist nach wie vor unser Bestreben. S. 12

„Verschiedene halbherzige Initiativen der Gemeindeverwaltung

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Der nächste „Brixner“ erscheint Ende März 2025 Nächster Redaktionsschluss: 12. März 2025 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St., Eintragung im ROC Nr. 011109 Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

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