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fricktal.info n 11 n 14. März 2018

fricktal

Pfarrerin Christiane Bitterli nimmt Abschied Reformierte Kirchgemeinde Möhlin: Applaus und bewegende Worte (ag) Am vergangenen Sonntag fand der Abschiedsgottesdienst von Pfarrerin Christiane Bitterli in der reformierten Kirche Möhlin statt. Nach fast 18 Jahren im Pfarramt Möhlin verlässt sie die Kirchgemeinde, um sich die letzten Jahre vor der Pensionierung ganz der Spitalseelsorge zu widmen. In einem bewegenden Gottesdienst erinnerte sie sich an ihre Zeit in Möhlin. Die Feier wurde musikalisch umrahmt vom Kirchenchor und den schönen Klängen von Nicola Cumer am Flügel. Im Anschluss hatten alle beim Apéro die Gelegenheit, sich persönlich von Christiane Bitterli zu verabschieden. In den fast 18 Jahren Wirken in Möhlin blickte Christiane Bitterli dankbar zurück und sieht den Gottesdienst als Anlass, Gott zu danken und zu loben. So gestaltete sich auch der Gottesdienst fröhlich. Der Kirchenchor

suchte speziell schwungvolle Lieder zur Umrahmung des Gottesdienstes aus. Die Verse 6-11 aus dem Paulusbrief an die Korinther, Kapitel 3, stellte Ch. Bitterli in das Zentrum ihrer Abschiedspredigt. Sie betonte die Arbeit in der Gemeinde als Gemeinschaftswerk. Jeden Menschen braucht es als Puzzleteil des Ganzen. Da gibt es kein wichtig oder weniger wichtig – das Hand in Hand arbeiten bringt alle dem Ziel des Gelingens näher. Vieles Tun, auch das in der Pfarrarbeit, ist unspektakulär und oft nicht sichtbar. «Es will nicht nur gesät sein; hacken und jäten und giessen sind ebenso wesentlich, um das Wachsen zu fördern!» Und doch ist das Gelingen – neben allem Einsatz – nicht in Menschenhand, sondern Gottes Segen. Sie schliesst mit den Worten: «Wenn ich nochmals das Anliegen von Paulus aufgreifen darf: Nehmen wir uns nicht ganz so wichtig – wir hacken nur und

Kurzmeldung

Pfarrerin Christiane Bitterli 

giessen auf dem Acker. Aber seien wir stolz: wir sind Mitarbeiter auf Gottes Land. Nehmen wir uns doch nicht so wichtig – wir schaufeln nur Sand. Aber seien wir stolz: wir bauen auf Gottes Fundament eine Kathedrale. Amen und behüte euch Gott!» Bewegend waren dann die persönlichen Worte, die während und nach dem Gottesdienst gesprochen wurden. Kurator

Foto: zVg

Roland Frauchiger verabschiedete Ch. Bitterli mit einem grossen Blumenstrauss. Er betonte die vielfältige Arbeit neben den 100en Predigten, die sie in den vielen Jahren gehalten hat. Er nahm die Worte der Predigt auf und bestätigte, dass sie nicht nur eine Aufgabe an «der Baustelle Gottes» ausführte, sondern viele verschiedene Arbeiten. Mit der Zeit ist die Begleitung von älteren Menschen

immer zentraler geworden, so hat sich Ch. Bitterli auch in ihren Weiterbildungen diesem Thema gewidmet und wird sich in der Zukunft auf die Arbeit in der Spitalseelsorge konzentrieren. R. Frauchiger bedankte sich auch bei Martin Bitterli als «Pfarr-Ehemann», der seine Frau immer gern unterstützt hat, mit einer guten Flasche Wein. M. Bitterli richtete sich in sehr persönlichen Worten ebenfalls an seine Frau und schenkte ihr und der Gemeinde ein Fotobuch mit vielen Fotos aus den vergangenen 18 Jahren ihrer kirchlichen Tätigkeit in Möhlin. Ebenso bewegend der Schluss des Gottesdienstes, an dem der Chor die Gemeinde einlud, den irischen Segen gemeinsam mit dem Chor speziell für Ch. Bitterli zu singen. Beim anschliessenden Apéro im Saal gab es die Gelegenheit für persönliche Gespräche. Kirchenpfleger Roland Blattner, Kirchenmitglied und Chorsänger Gregory Kent, Pfarrerin Claudia Speiser und die beiden Sigristinnen nutzten die Gelegenheit für kurze Abschiedsreden. Die Predigt von Pfarrerin Bitterli kann auf der Homepage der reformierten Kirchgemeinde nachgelesen werden.

Generalversammlungen «Schwarzmeergrundel»

Leistungen können sich sehen lassen Erfolgreiche Malerlernende bei Lehrlingswettbewerb (pd) Die Leistungen der Lernenden des Maler- und Gipsergeschäftes Alfons Paul Kaufmann GmbH in Wallbach können sich sehen lassen. So erreichte im dritten Lehrjahr Roman Meyer den 14. Platz von 37 Lernenden. Im ersten Lehrjahr platzierte sich Ali Bako auf dem 12. Platz von 41 Lernenden. Die Aufgabe des 1. Lehr-

jahres bestand darin, eine kleine Harasse aus Holz farbig zu gestalten. Die Techniken waren dabei frei, einzige Vorgabe war, dass mindestens fünf Farbtöne verwendet werden müssen. Im dritten Lehrjahr ging es darum, in freier Technikwahl einen kleinen Blumentrog aus Metall zu gestalten. Das Team des Maler- und Gipsergeschäftes Alfons Paul Kaufmann gratuliert seinen beiden Lernenden herzlich. Bild: Die Lernenden Ali Bako und Roman Meyer (von links) sind stolz auf ihre Produkte. Foto: zVg

Hinweis

Harmonisch wohnen ohne Elektrosmog Landhaus Schönau in Stein (eing.) Handy, Drahtlostelefone, WLAN usw. verursachen am Wohn- und Arbeitsplatz Elektrosmog. Diese unsichtbaren Störquellen können das Wohlbefinden und die Gesundheit belasten. Wie kann die Elektrosmog-Belastung im Gebäude reduziert werden? Rudolf Martin, Beratung und Coaching für Haus- und Wasserharmonisierung aus Magden, stellt in seinem Vortrag vom Donnerstag, 22. März, im Landhaus Schönau in Stein verschiedene Schutz- und Harmonisierungsmassnahmen vor.

Feng Shui: Wohnen im Gleichgewicht

Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden (eing.) Kann man die Schwarzmeergrundel mit Sperren in den Flüssen oder Bächen an der Ausbreitung hindern? Wohl eher nicht – im Gegenteil: solche Sperren würden auch viele andere Organismen in ihrer Mobilität behindern und damit das Ökosystem Wasser zusätzlich gefährden. Eine Patentlösung gegen diese neue «Seuche» kann auch die Wissenschaft nicht anbieten, zu viele Fragen sind noch offen. Dies und viele andere Erkenntnisse konnte man aus dem Vortrag der Biologin Dr. Irene Adrian-Kalchhauser (Uni Basel) gewinnen, die als Vorspann zur Generalversammlung verschiedenste Aspekte zum Thema Neobiota aufzeigte: Von den auf unterschiedliche Art – gewollt oder unbeabsichtigt – ins Land gelangten Pflanzen und Tierarten sind nur wenige invasiv, das heisst, schädlich.

Landesstreik aus Arbeitnehmersicht UNIA: Geschichtliche Hintergründe extrahiert (pro) Die beeindruckendste je in der Schweiz stattgefundene Mobilisation der Arbeitnehmer wird je nach Parteicouleur gerade im Hinblick auf das 100-JahreJubiläum des Landesstreiks politisch gefärbt. Die UNIA-Generalversammlung befasste sich intensiv mit den Hintergründen. «Je besser wir die Hintergründe des Generalstreiks von 1918 verstehen, desto mehr Verständnis haben wir für die Gewerkschaftsbewegung unserer Zeit», betonte Danièle Lenzin an der Generalversammlung der Gewerkschaft UNIA Industriegruppen Fricktal in Eiken. Die in Oberhof aufgewachsene Bildungsverantwortliche der UNIA-Verbandsleitung in Bern hat Sozial- und Wirtschaftsgeschichte studiert und liess die Versammelten an einem packenden Fundus an Hintergrundinformationen über eines der gravierendsten Ereignisse der Schweizer Geschichte teilhaben. «Noch heute wird der Generalstreik politisch verdreht und in Richtung russische Revolution und Umsturzbewegung gestellt», erklärte sie. Aber was zur grössten staatspolitischen Eskalation seit der Gründung des Schweizer Bundesstaates von 1848 führte, hatte sich schon seit längerem - auch im Aargau und im Fricktal - angekündigt, was sie in einer langen Liste von kommunalen und regionalen Streiks präsentierte. Forderungen der Arbeitnehmer liessen sich nur auf diesem Wege durchsetzen.

Im zweiten Teil dieses Vortragsabends zeigt der diplomierte Feng Shui-Berater Fabrice Müller aus Stein auf, wie Wohnräume im energetischen Gleichgewicht von Yin und Yang gestaltet werden können und warum Feng Shui mehr bedeutet als Möbel rücken und Wände streichen. Zweiteiliger Vortragsabend: Donnerstag, 22. März, 19.30 Uhr, Landhaus Schönau, Schönaustrasse, Stein; Eintritt: 15 Franken/Person. Infos/Anmeldung: Tel. 062 873 54 75, harmonie@raum-und-sein.ch. Unser Bild: Wie kann ein harmonisches Wohnumfeld geschaffen werden, in dem Veränderungen nur wegen Streiks sich der Mensch wohl fühlt? www.raum-und-sein.ch «Der rapiden Verschlechterung der Ver-

Diese aber müsste man sehr gezielt und mit System bekämpfen. Leider aber fehlen dafür klare Konzepte und Regelungen oder dann einfach der Wille beziehungsweise das Geld zur Durchführung. Zügig führte anschliessend die Präsidentin, Daniela Müller Brodmann, durch die ordentlichen Taktanden. Ergänzt mit Bildern wurden die verschiedenen Aktivitäten des vergangenen Jahres präsentiert. Den Schwerpunkt bildete dabei ein neu geschaffenes Naturschutzgebiet. Aber auch das kritische Hinterfragen von potenziell die Natur gefährdenden Projekten (Picknickplatz im Wildtierkorridor, RheinSteg als Vogelfalle, geplante Busspur durchs Naturschutzgebiet etc.)

ist und bleibt eine wichtige Aufgabe des NVVR. Der grosse Andrang von Mitgliedern, den das Martinum kaum zu fassen vermochte, darf sehr wohl als ein Zeichen dafür gedeutet werden, dass der NVVR auf dem richtigen Weg ist.

sorgung mit lebenswichtigen Gütern, dem enormen Lohnzerfall, Hunger und Arbeitslosigkeit standen trotz 1. Weltkrieg die Rekordgewinne der Exportindustrie und der komplett überforderte Bundesrat mit der Verwaltung gegenüber. Die erstarkte Arbeitnehmerschaft war kampfbereit und die Gewerkschaften erfuhren rasanten Zuwachs. So erstritt die 1918 gebildete SMUV Sektion Laufenburg in total 11 Streiktagen in unterschiedlichen Firmen Lohnverbesserungen, erzählte die Referentin. Die Zuspitzung der Auseinandersetzungen mit dem Bürgertum und der Armeeführung nach dem Streik der Zürcher Bankangestellten im September 1918 und dem Solidaritätsstreik der Arbeiterunion im Oktober führte schliesslich zu dem vom Oltener Aktionskomitee unter Walter Grimm ausgerufenen Generalstreik vom 11. bis 14. November. Innert 24 Stunden machten rund eine Viertelmillion Arbeitnehmer mit. Drei Arbeiter wurden von der aufgebotenen Armee erschossen. Trotz der enormen Repression, des vorzeitigen Abbruches, Kündigungen, Verhaftungen und Verurteilungen von rund 1000 Arbeitern brachte der Streik aus längerfristiger

Perspektive die Verkürzung der Arbeitszeit von 59 auf 48 Stunden pro Woche, schliesslich die AHV, die SP in den Bundesrat und viele Gesamtarbeitsverträge, schloss Lenzin ihren Rückblick.

Bild: Grossaufmarsch im Martinum und grosses Interesse am Vortrag. Foto: zVg

Mehr Streiks nach ruhigen Jahren Nach den eher ruhigen Jahren registriere die Schweiz zur Zeit aufgrund des zunehmenden Arbeitsdrucks, der verschlechternden Arbeitsbedingungen und dem Abbau von Errungenschaften wieder vermehrt Streiks, stellten die Gewerkschafter fest. Rückschau auf das zurückgelegte Verbandsjahr hielten Präsident François Quidort und die Industrie-Teamsekretärinnen Ulrike Mänzel und Nicole Furler. Speditiv wurden die Wahlen für regionale, kantonale und nationale Vertretungen vorgenommen. Nach über 30 Jahren in vielen leitenden Positionen beendete Quidort das Präsidentenamt aufgrund der sich neu formierenden Organisation Aargau-Nordwestschweiz. Bilder: Vom Präsidium zurückgetreten, François Quidort am Vorstandstisch mit den Gewerkschaftssekretärinnen Nicole Furler (links) und Ulrike Mänzel; Landesstreik zum Hauptthema gemacht: Referentin Danièle Lenzin. Fotos: P. Roppel

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