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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

Bist du bereit für dein Sommertraining? ... melde dich bei uns und lass dich beraten. GESUNDHEITSZENTRUM GUT www.gut-tut-gut.ch AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 42 I 178. Jahrgang I Freitag, 31. Mai 2024

Armut und Hunger

KMU wollen mit dabei sein

Im zweiten Teil der Serie zur 900-jährigen Geschichte von Stallikon geht es auch um Zeiten, in denen es schlecht lief. Seite 9

Beim Thema Künstliche Intelligenz wollen die Standortförderung und der Kanton Impulse setzen. Seite 13

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Ämtler Bibliotheken präsentieren im Juni ein reichhaltiges Programm. Seite 17

Kapo schnappt Verdächtige Brand-Serie in Bonstetten und Wettswil: drei junge Männer festgenommen livia Häberling

«Die Natur ist eine tolle Abwechslung.» Seite 24 Andreas Fischer, Gartengestalter. (Bild Marianne Voss)

Lichterloh brannte die unbewohnte Scheune, als die Rettungskräfte am Dienstag kurz vor Mitternacht an der Oberdorfstrasse in Bonstetten eintrafen. Es war der jüngste Brand in einer Serie, die das Dorf und auch die Nachbargemeinde Wettswil in den vergangenen Wochen in Angst versetzt hatte. War es auch der letzte? Wie «Blick» berichtet, haben zivile Polizisten am Mittwoch in Bonstetten die Strassen abgelaufen und nach fixen Videokameras gesucht. Auch eine Brandmittel-Spürhündin sei vor Ort gewesen. Im Verlauf des Abends verdichteten sich die Anzeichen, dass die Kantonspolizei Zürich mit ihrer Fahndung nach der Täterschaft einen entscheidenden Schritt weiter sein könnte. Am Donnerstag teilte die Kapo mit, dass sie drei Schweizer im Alter zwischen 17 und 19 Jahren festgenommen hat.

Neun Brände allein im Mai Rund 60 Ereignisse pro Jahr bewältigt die Feuerwehr Unteramt in einem durchschnittlichen Jahr, sagt Kommandant Mathias Baumann, «von Ölspuren bis hin zu Menschen, die im Lift stecken bleiben». Neben solchen klassischen Feuerwehreinsätzen war es in den vergangenen Wochen und Monaten in Bonstetten und Wettswil allerdings regelmässig zu weiteren Brandereignissen gekommen, die kaum auf Fahrlässigkeit oder eine Verkettung unglücklicher Um-

Sonnenenergie im Mittelpunkt

Zuletzt ging am Dienstagabend in Bonstetten ein leer stehendes Bauernhaus mit Scheune in Flammen auf. (Bild Kapo Zürich) stände zurückzuführen waren: Bereits Ende März brannte im Wald zwischen Bonstetten und Stallikon kurz vor Mitternacht eine Holzbeige. «Menschliches Dazutun muss leider als Grund angenommen werden», schrieb die Feuerwehr Unteramt nach dem Einsatz auf ihrer Website. Bis Mitte April brannte dieselbe Holzbeige nachts zwei weitere Male, «angezündet wohl durch die gleiche Täterschaft», so das Fazit der Feuerwehr.

Ende April stand dann in einer Schrebergartenanlage spätabends ein Gartenschopf in Vollbrand. Nur wenige Stunden später, frühmorgens, brannte es in derselben Anlage erneut. Anfang Mai spitzten sich die Brandereignisse in Bonstetten und Wettswil dann noch einmal zu: Statt der durchschnittlichen fünf Einsätze musste die Feuerwehr Unteramt dreizehn Mal ausrücken. Darunter waren neun Ereignisse, die Fragezeichen hinterliessen: Ne-

ben dem jüngsten Vorfall am vergangenen Dienstag standen eine weitere Scheune und ein Geräteschuppen in Flammen, zudem brannten ein Fahrzeug, ein E-Trottinett, zwei Abfallcontainer und wiederum eine Holzbeige. Am 25. Mai, spätabends, brannte es auf dem Areal der Schnider Zimmerei in Bonstetten zudem an mehreren Orten gleichzeitig. Nur dank des Einsatzes aufmerksamer Anwohner konnte damals Schlimmeres verhindert werden.

Im Rahmen der Tage der Sonne finden schweizweit und auch im Bezirk aktuell verschiedene Veranstaltungen statt. In Obfelden sorgte die Gemeinde am Dienstagabend für einen Austausch zwischen Solaranlagen-Besitzenden und Personen, die das noch werden wollen. Im ersten Teil erläuterten Experten unter anderem Aspekte zur Nutzung, zu Bewilligungsverfahren oder zu Förderbeiträgen bezüglich der Solarenergie. Im zweiten Teil folgte der lockere Austausch zwischen den Beteiligten. Als weitere Veranstaltung wird heute Freitag um 16 Uhr in der Deponie Tambrig in Obfelden eine grosse Fotovoltaik-Anlage eingeweiht. (dst)

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Die Chance zur Mitwirkung

Gemeindeversammlungen dürfen mehrheitlich über positive Jahresabschlüsse berichten Dominik Stierli In der Regel laden die Gemeinden zweimal im Jahr zur Gemeindeversammlung ein. Eine einfache Möglichkeit, sich am Leben in seiner Gemeinde zu beteiligen. Es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder im Minimum ein Ja oder Nein zur Vorlage abzugeben. Die Beteiligung an den Gemeindeversammlungen schwanken je nach Thema stark. In der Regel nimmt nur ein kleiner Prozentsatz der stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger überhaupt teil. Um sich kurz über die Themen im Säuliamt und der eigenen Gemeinde zu informieren, zeigt der «Anzeiger» auf, welche Traktanden in den kommenden beiden Juni-Wochen behandelt werden. Insgesamt acht Gemeindeversammlungen finden bis zum 13. Juni statt. Die weiteren Versammlungen folgen in einer späteren Übersicht.

Millionengewinne bei vielen Säuliämtler Gemeinden Die Mehrheit der Ämtler Gemeinden, welche nächstens ihre Versammlung abhalten, können auf einen guten bis sehr guten Abschluss zurückblicken. So schliessen die Gemeinden Obfelden und

Mettmenstetten mit Ertragsüberschüssen von 9,87 Millionen beziehungsweise 4,73 Millionen Franken ab. Dabei spielten allerdings teils Sondereffekte mit. Auch Hausen mit über zwei Millionen und Hedingen mit über anderthalb Millionen Franken stehen sehr gut da. Stallikon und Ottenbach sind mit gut einer halben Million im Plus. Mehrere Gemeinden machten unter anderem höhere Steuereinnahmen für das gute Resultat geltend. Kappel präsentiert ein ausgeglichenes Budget, Maschwanden macht als einzige Gemeinde einen Verlust, welcher aber durch den kantonalen Sonderlastenausgleich noch um fast eine Million Franken verbessert wurde. Der Kanton Zürich beschreibt auf seiner Website den Ausgleich wie folgt: «Der individuelle Sonderlastenausgleich (ISOLA) gleicht besondere Lasten aus, die von der Gemeinde nicht beeinflusst werden können. Voraussetzung dafür ist, dass die Gemeinde einen Steuerfuss festlegen muss, der das 1,3-fache des Kantonsmittels übersteigt.» Mit dem höchsten Steuerfuss im Kanton von 130 Prozent trifft dies auf die Gemeinde zu. Neben den Jahresrechnungen ist auch die Windenergie in sechs Gemeinden ein Thema. Der Kanton Zürich plant

bekanntlich 120 Windräder: Dazu hat er bereits 46 potenzielle Standorte festgelegt. Auch im Säuliamt wurden fünf mögliche Orte definiert, die sich für die Produktion von Windenergie eignen. Doch die Windrad-Pläne der Baudirektion stossen auf Widerstände. In den Gemeinden Obfelden, Hedingen, Knonau, Bonstetten, Kappel und Ottenbach wurden deshalb Einzelinitiativen eingereicht, die einen Mindestabstand von 700 Metern zwischen einer Windenergieanlage und einer zeitweise oder dauerhaft bewohnten Liegenschaft verlangen.

Unklare rechtliche Auswirkungen bei Windrad-Initiative Die Einzelinitiativen werden in den nächsten Wochen an den Gemeindeversammlungen behandelt. Welche rechtliche Wirkung eine Annahme der Initiative hätte, ist unklar. Das kantonale Amt für Raumentwicklung (ARE) erklärte 2023 in einem Brief an die Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten des Kantons Zürich: Das ARE erachte kommunale Abstandsvorschriften von Windkraftanlagen zum Siedlungsgebiet als nicht genehmigungsfähig. Bei einer Annahme der Initiative muss die ge-

meindliche Bau- und Zonenordnung (BZO) angepasst werden. Diese wiederum muss abschliessend vom Kanton genehmigt werden. In Mettmenstetten wurde die Initiative bereits an der Gemeindeversammlung im Dezember 2023 behandelt und – nach grösseren Diskussionen – von den Stimmberechtigten abgelehnt. In Stallikon wurde das Begehren vorzeitig zurückgezogen. In den Gemeinden Obfelden und Maschwanden werden die Abfallverordnungen angepasst. Im Vordergrund stehen dort Anpassungen an übergeordnetes Recht. Beide Gemeinden planen zudem innert eines Zeitraums von 20 Jahren die Umstellung auf Unterflurcontainer zur Kehrichtentsorgung. Zudem ermöglichen die neuen Verordnungen auch die Erhebung von mengenabhängigen Gebühren für unter anderem Kunststoff- oder Grüngutabfälle. In der Gemeinde Kappel wird über eine neue Polizeiverordnung abgestimmt, in Hausen über die Dachsanierung des Primarschulhauses und über die Sanierung eines Reservoirs. In Stallikon soll eine Regenwasserleitung auf einem Abschnitt der Loomattstrasse neu erstellt werden.

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