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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

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AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 19 I 178. Jahrgang I Dienstag, 5. März 2024

Vier Ziffern führen zum Briefkasten Wo die Kräne stehen Schon vor 2000 Jahren kamen erste Briefe im Säuliamt an. Seit 175 Jahren erledigt das die Post. Seit 60 Jahren mithilfe von Postleitzahlen. Seite 5

Im Säuliamt wird kräftig gebaut. Im dritten Teil der Serie zum Thema richtet sich der Blick nach Bonstetten, Stallikon und Wettswil. Seite 7

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Bloss jeder Fünfte sagte «Ja» 78% Nein-Stimmen: Die 38-Stunden-Woche fuhr an der Urne eine empfindliche Schlappe ein Livia HäberLing Die Altersresidenz Senevita Obstgarten vereinte am Sonntagnachmittag zwei Welten: Während im vorderen Bereich des Restaurants Mela an manchem Tisch das Brettspielgeschehen seinen alltäglichen Lauf nahm, wurden im hinteren Bereich die Weissweingläser gefüllt. Die Gegner der 38-Stunden-Woche wollten auf einen nicht-alltäglichen Erfolg anstossen. «Nein!» hatten die Stimmberechtigten zur teilrevidierten Personalverordnung der Stadt Affoltern gesagt – und damit auch die 38-Stunden-Woche für rund 350 Angestellte bachab geschickt. Es war ein Resultat mit Ausrufezeichen: Nur 22 Prozent hatten dem Vorhaben an der Urne ihren Segen erteilt, während der Nein-Stimmen-Anteil bei 78 Prozent lag. Insgesamt waren 4012 gültige Stimmzettel eingereicht worden, was einer Stimmbeteiligung von 57,6 Prozent entspricht. Noch etwas höher (58,8 Prozent) lag sie in der Stadt Affoltern bei der Vorlage zur 13. AHV-Rente, die schweizweit ausserordentlich stark mobilisiert hatte. «Mir händ Freud», sagte Hans Ruedi Haegi bei der Begrüssungsansprache. Am frühen Nachmittag habe er plötzlich nochmals gebangt, dass es womöglich doch knapp werden könnte. Umsonst. Nun zeige sich, dass sich der Aufwand gegen die Vorlage gelohnt habe. «Wir

«Wir haben gehofft, dass das Stimmvolk nicht so abgehoben ist wie der Stadtrat. Nun hat die Vernunft gesiegt.»

«Das Nein hatte sich abgezeichnet, und es ist sehr deutlich. Die 38-Stunden-Woche ist definitiv gestorben.»

René Ammann, Nein-Komitee

Eveline Fenner, Stadtpräsidentin Affoltern

haben sehr gute Arbeit geleistet», lobte er sich und das Dutzend Gleichgesinnter am Tisch, zu dem etwa alt Stadtpräsident Clemens Grötsch, alt Nationalrat Toni Bortoluzzi, der Affoltemer Gewerbevereinspräsident René Ammann oder der lokale Arbeitgeberverbandspräsident Thomas Naef zählten. Sicher sein könne man sich im Vorfeld zum Abstimmungssonntag zwar nie, resümierte René Ammann, allerdings seien er und seine Mitstreiter «schon davon ausgegangen, dass das Stimmvolk nicht so abgehoben ist wie der Stadtrat». Und tatsächlich habe nun «die Vernunft

gesiegt». Auch Toni Bortoluzzi zeigte sich «hochzufrieden» mit dem Ergebnis, das «an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig lässt». Trotzdem liess er sich selbst im Moment des Triumphs den kleinen Seitenhieb in Richtung Stadt nicht nehmen: In der Stellungnahme der Stadt vermisse er die Demut, befand Bortoluzzi.

Löhne des Personals werden wohl trotzdem angehoben Stadtpräsidentin Eveline Fenner wirkte am Sonntagnachmittag gefasst. Der Stadtrat sei vom Abstimmungsergebnis

nicht überrascht worden: «Das Nein hatte sich abgezeichnet. Und es ist nun sehr deutlich», so Fenner, die auch betonte, im Vorfeld «verschiedene Botschaften» erhalten zu haben. Also durchaus auch zustimmende Voten. «Die 38-Stunden-Woche ist nun definitiv gestorben», sagte Fenner. Die Reduktion der Anzahl Arbeitsstunden sei vom Tisch. Unabhängig davon seien in der heutigen Personalverordnung jedoch inhaltliche Korrekturen nötig, um sie dem aktuellen Recht anzupassen. Der Stadtrat werde das Abstimmungsergebnis analysieren und die Teilrevision der Personalverordnung inhaltlich überarbeiten, so dass sie dem Souverän erneut zur Abstimmung unterbreitet werden könne. «Wir haben viele Ratschläge erhalten, was wir anpassen könnten. Diese Möglichkeiten gilt es nun umfassend zu prüfen.» Die 38-Stunden-Woche mag vom Tisch sein. Doch die Entlohnung der Angestellten ist es nicht. «Die Löhne werden wir anschauen müssen», sagte Fenner. Das aktuelle Lohnniveau sei «unterdurchschnittlich» und im Stadtrat habe es bereits in der vergangenen Legislatur einen Konsens darüber gegeben, dass dies zu ändern sei. Sonst drohe ein schleichender Abbau der Dienstleistungsqualität.

Kommentar Seite 3

Weg frei für Kantonsschule

Seite 9 Jeremy Notz, Pächter des Bonstetter Hofes Rotenbirben. (Bild Regula Zellweger)

FCWB verschenkt zwei Punkte Der FC Wettswil-Bonstetten (1. Liga) empfing Leader YF Juventus zum Spitzenkampf. Die Gäste reduzierten sich früh um einen Spieler, der nach einem rüden Foul des Feldes verwiesen wurde. In Überzahl diktierte WB das Geschehen, kreierte Chancen zuhauf und belohnte sich mit zwei Treffern. Mit dem Mut der Verzweif lung warfen die Stadtzürcher darauf hin alles nach vorn und erzwangen in extremis das 2:2. «Wir hätten bereits in Hälfte eins den Deckel zumachen müssen», trauerte WBs Topskorer Flavio Peter den vergebenen Chancen nach. In der Rangliste kam es zum Zusammenschluss. Hinter Leader YF Juventus (31 Punkte) und Winterthur II (29) folgen vier Teams mit 28 Zählern, dazu gehört der FCWB als Fünfter. (kakö)

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Überraschung in Bonstetten

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«Die Menschen haben keine Zeit, nachhaltig einzukaufen.»

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Die Stimmberechtigten der Stadt Affoltern entschieden am Sonntag auch über den zukünftigen Mittelschul-Standort auf dem Schwanden-Areal. Die dazu notwendige Teilrevision der Bau- und Zonenordnung wurde mit 71 Prozent angenommen. Eine neue Bestimmung hebt jetzt die Gestaltungsplanpflicht für den Bau des Provisoriums auf dem Areal auf. Gemäss Baudirektion des Kantons Zürich wird der Bau für 650 Schülerinnen und Schüler geplant. Vorgesehen sei die Eröffnung für das Schuljahr 2028/2029. (dst)

Bei den Ersatzwahlen für den Gemeinderat Bonstetten setzten sich am Sonntag die beiden parteilosen Kandidaten Guido Wild und Andres Bachofner durch. Beide zeigten sich gegenüber dem «Anzeiger» erfreut über ihre Wahl. In Bonstetten hatte im Vorfeld zu den Wahlen ein regelrechter Wahlkampf getobt. An vorderster Front dabei war SVP-Kandidat Claude Wuillemin. Für ihn endete die Wahl mit einer Enttäuschung. Er erhielt die wenigsten Stimmen aller vier Kandidaten. (dst)

Schülerinnen und Schüler der sek mättmi waren im Skilager. Seite 11

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Bauern protestierten in Affoltern Die Zürcher Bauern erhalten neu zwar eine leicht erhöhte Entschädigung für ihre Milch. Doch ist das nach Ansicht des Zürcher Bauernverbands angesichts steigender Kosten nicht genug. Um ihren Unmut kundzutun und die Bevölkerung für ihr Anliegen zu sensibilisieren, gingen am Freitag um die 180 Personen in Affoltern und zwei weiteren (Bild: Nico Ilic) Zürcher Städten auf die Strasse. (red) Seite 9

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