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blickpunkt 3 09 www.avu.de

Das Magazin der

KUSCHELIGES ZUHAUSE: ENERGIESPAREND HEIZEN

ELEKTROMOBILITÄT: STROMGELADEN DURCH EN

LERNEN FÜRS LEBEN: AUSBILDUNG BEI DER AVU

HEIMAT III


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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

AUSBILDUNG Lernen auf der Baustelle_ Der Alltag eines Auszubildenden im Bereich der Gas- und Wassertechnik

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CLEVER MOBIL MIT STROM Elektroautos auf den Straßen_ Umweltschonend und sparsam

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HEIMATKUNDE Mit der Kamera durch die Region_ Zwei Freunde dokumentieren die Schönheit ihrer Heimat.

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UNTERWEGS MIT SCHATZSUCHERN Freizeittrend „Geocaching“_ Spazieren gehen mal anders

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TREFFPUNKT ADELE Kaffee trinken in Hattinger Altstadt_ Vielseitiges Angebot in traditionellem Ambiente

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CLEVER HEIZEN Mit Heizungsthermostaten Energie sparen_ So einfach geht´s – Tipps vom Energieberater Paul

mal Hand aufs Herz: Ist Ihnen eigentlich bewusst, wie wichtig die Jugend für den Erhalt unserer Heimat ist? Ihr den Weg zu ebnen und Chancen für die Zukunft zu eröffnen, das sollte ebenso Britta Worms, für den zur Heimatpflege blickpunkt verantwortgehören wie der Erliche Redakteurin halt von Traditionen und die Auseinandersetzung mit der Historie. Daher haben wir in dieser mittlerweile dritten blickpunkt-Ausgabe zum Thema Heimat einen Bericht der Ausbildung junger Menschen gewidmet. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 4. Übrigens liegt auch dem Aufsichtsratsvorsitzenden der AVU, Landrat Dr. Arnim Brux, dieses Thema sehr am Herzen. Er ist Schirmherr der Ausbildungsmesse EN-Süd am 2. Oktober in Ennepetal: „Die Betriebe müssen sich immer intensiver um den Nachwuchs kümmern, nur so lässt sich die wirtschaftliche Zukunft der Region sichern“, appelliert er an die Teilnehmer und Besucher der Messe. Auch der Umweltschutz spielt für die Zukunft der Region eine große Rolle. Jeder kann dazu seinen Teil beitragen. Zum Beispiel, indem er sich an der zweiten AVU-Bürgersolaranlage auf der Hauptschule in Gevelsberg beteiligt. Oder indem er schon jetzt darüber nachdenkt, wie er in ein paar Jahren mobil sein will. Mehr über die Zukunft des Autofahrens lesen Sie ab Seite 8. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Britta Worms


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ZWEITE BÜRGERSOLARANLAGE IN GEVELSBERG Sonnige Aussichten für Gevelsberg! Noch in diesem Jahr baut die AVU auf dem Dach der Hauptschule eine neue Bürgersolaranlage. Natürlich freut sich darüber auch Bürgermeister Claus Jacobi: „So können die Schülerinnen und Schüler sich anschaulich mit dem Thema erneuerbare Energien beschäftigen.“ Natürlich können umweltbewusste Kunden

diese Anlage mit einem Darlehen unterstützen und später von einer profitablen Verzinsung profitieren. Wer an der Unterstützung interessiert ist, kann sich bei der AVU unverbindlich auf einer Warteliste eintragen unter Tel. 02332 73-123 oder info@avu.de. Weitere Infos zur Bürgersolaranlage finden Sie unter www.avu-sonnenschein.de

JUNGES EN: KREATIVITÄT LOHNT SICH! Von Schmiedearbeiten mit Schülern bis zur Herstellung von Solarlampen, von den Kulturstrolchen bis hin zum Walderlebniszentrum: Die Kreativität kennt keine Grenzen beim AVU-Wettbewerb „Junges EN“. Zum achten Mal suchte der Energieversorger Projekte für Kinder und Jugendliche, die förderungswürdig sind. Eine unabhängige Jury wählte 25 Projekte aus, die jetzt finanziell unterstützt werden. Und zwar mit insgesamt 30 000 Euro. Mehr über die geförderten Projekte und den Wettbewerb finden Sie unter www.avu.de

UNTER HOCHSPANNUNG Es ist ein Großprojekt: Gemeinsam erneuern die AVU ihre 110-Kilovolt (kV)-Hochspannungsfreileitungen im Bereich zwischen Herdecke und Volmarstein sowie zwischen Herdecke und Hagen-Haspe. Insgesamt gibt es drei Bauabschnitte mit einer Gesamtlänge von 13 Kilometern und einem Investitionsvolumen von rund neun Millionen Euro. Bereits jetzt laufen die Arbeiten zwischen Herdecke und Volmarstein. Die Erneuerung der Hochspannungsmasten geschieht dabei nicht in der Reihenfolge der Mast-Standorte, sondern richtet sich nach Umweltschutzvorgaben.

TAG DER REGION Wie schmeckt der EN-Kreis, was sind seine Stärken, welche Traditionen werden hier gepflegt, was macht die Natur hier aus? All das kann man am 4. Oktober hautnah erfahren, wenn zum ersten Mal der Tag der Region am Haus Martfeld in Schwelm stattfindet. Dort wird eine regionale Mischung aus Naturschutz, traditionellem Handwerk, Vereinen, Landwirtschaft und natürlich der Gastronomie zu sehen und erleben sein. 20 regionale Aussteller präsentieren ihre Produkte oder wollen durch Vorführungen Jung und

AVU-Vorstand Dr. Claus Bongers und Dr. Rüdiger Bäumer von der Mark E bei den Erneuerungsarbeiten der Freileitungen in Herdecke

Alt begeistern. Initiatoren des Tages sind die AG Umweltschutz, der Hegering Schwelm sowie die Gastronomie Schlossrestaurant Martfeld.


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Auch wenn es nur eine kleine Baugrube ist: AVU-Azubi Daniel Behle arbeitet schon „wie im wahren Leben“.

Auch die Arbeit beim Kunden gehört dazu: René Pistor installiert einen Wasserzähler.


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LERNEN AUF DER BAUSTELLE Die Sonne scheint heiß, der Straßenverkehr ist laut, und Bagger graben sich ins Erdreich. Mitten in der Baustelle steht Daniel Behle und begutachtet eine Wasserleitung. Er ist Auszubildender bei der AVU und zurzeit im Einsatz mit seinen Kollegen aus dem Bereich Gas- und Wassertechnik. Eine Aufgabe, die für ihn zum Ausbildungsalltag gehört. Ebenso wie für René Pistor, der zur gleichen Zeit eine Duschwanne einsetzen muss. Wie später im wahren Leben.

Und genau deshalb durchlaufen Daniel und René – beide sind im vierten Lehrjahr und somit in der Schlussphase ihrer Ausbildung als Anlagenmechaniker – auch viele ganz unterschiedliche Stationen während ihre Lehre. Wenn sie fertig sind, kennen sie sich aus mit Tiefbauarbeiten, mit sanitären Anlagen, mit dünnen Kunststoffrohren sowie mit dicken Stahlrohren. Dann wissen sie, wie die Maschinen bei Rohrleitungs- und Grabenarbeiten bedient werden, können mit Vermessungsgeräten umgehen, Schächte für Wasserzähler und Absperrschieber herstellen und vieles mehr, was sich um den Anlagenbau im Bereich Gas- und Wassertechnik dreht. Warum sie das alles beherrschen müssen? „Weil wir all unseren Auszubildenden umfassende Kenntnisse vermitteln wollen. Sie durchlaufen daher auch Stationen wie zum Beispiel ganz normale Tiefbauer. Das hat den Vorteil, dass später etwa die Anlagenmechaniker ihre Arbeit nicht niederlegen müssen, wenn sie auf ein Problem für Tief-

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Fast alle Azubis waren mit Feuereifer dabei, als es hieß: „Fit for Life“.

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bauer stoßen. Das können sie dann gleich selbst beheben“, erklärt Elmar Hieronymus, zuständiger Koordinator für die Ausbildung der Anlagenmechaniker bei der AVU. Mehrere Wochen arbeiten die angehenden Anlagenmechaniker während ihrer Ausbildung in einem Tiefbauunternehmen. Das allerdings ist noch nicht alles. Neben einer längeren Zeit bei einem regionalen Sanitär-Installateur, sind sie zehn Monate bei der Technischen Bildungsstätte der SIHK in Hagen. Dort lernen sie schweißen, fräsen, drehen, löten und vieles mehr.

Arbeit, die Spaß macht Genau das Richtige für Daniel und René. Die beiden 19-Jährigen arbeiten gern körperlich und ihnen macht die Ausbildung richtig Spaß. Und sie wissen zu schätzen, dass überbetriebliche Ausbildungsabschnitte viele Vorteile haben. Sie sorgen dafür, dass sie viel

Sport, Körperbeherrschung und Gesundheitschecks standen beim „Azubitag“der AVU auf der Tagesordnung.

mehr Aufgabenstellungen kennenlernen und bewältigen müssen als ein kleiner oder spezialisierter Ausbildungsbetrieb bieten kann. Beide hatten übrigens schon vor dem Beginn ihrer Lehre Erfahrungen bei der AVU gesammelt – in einem Praktikum. Und das hat ihnen gut gefallen. Besonders, weil die Arbeit, die sich bei der AVU vor allem um Transportleitungen oder Hausanschlüsse dreht, viel Abwechslung bringt. „Außerdem waren die Leute, das Team, total nett.“ Das findet René Pistor jetzt in der Ausbildung bestätigt. Zum Beispiel auch beim Gesundheitstag „Fit for life“, den die AVU und die Barmer Ersatzkasse extra für ihre „Azubis“ organisiert hatte. Ernährung, Fitness und Entspannungstechniken standen dabei den ganzen Tag auf dem Programm. Ziel war, die Jugendlichen zu sensibilisieren, dass man nicht früh genug anfangen kann, etwas für sich und seine Gesundheit zu tun. René und Daniel waren jedenfalls mit Feuereifer dabei.

AUSBILDUNGSINFO Um gut ausgebildeten Nachwuchs kümmert sich die AVU selbst: Sie engagiert sich in der Berufsausbildung und bietet auch 2010 wieder attraktive Ausbildungsplätze an, im gewerblichen Bereich und für angehende Kaufleute. Partner der AVU in der gewerblich technischen Berufsausbildung sind das Ausbildungszentrum der RWE in Bochum, die Technische Bildungsstätte der SIHK in Hagen und verschiedene Rohrleitungsbaufirmen sowie Installations-

betriebe und eine Spedition. Die Kooperation sichert den Auszubildenden ein zukunftsorientiertes Tätigkeitsfeld mit interessanten Einsatzmöglichkeiten. Neben guter Ausbildung bietet die AVU zudem eine besondere Garantie: Wer sich in der Lehre bewährt, wird nach der Ausbildung für ein Jahr übernommen. Die Ausbildungen starten in der Regel im August. Ab September des Vorjahres gehen bei der AVU die ersten Bewerbungen dafür ein.

Interessenten richten ihre Bewerbung mit tabellarischem Lebenslauf, Lichtbild und Kopien der letzten drei Zeugnisse an: AVU Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen, Vorstandsbüro, ”Personalentwicklung und Ausbildung“, An der Drehbank 18, 58285 Gevelsberg. Ansprechpartner für weitere Infos sind Helmut Aden, Tel. 02332 73-509, Aden@avu.de oder Astrid Wollbaum, Tel. 02332 73-510, Wollbaum@avu.de.


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Für viele Jugendliche begann vor Kurzem der Berufsalltag und damit der „Ernst des Lebens“. Wer noch keinen Ausbildungsplatz ergattert hat, der findet zahlreiche Unterstützung, zum Beispiel bei der JobAgentur.

LERNEN FÜRS LEBEN Das Rennen um die Ausbildungsplätze in diesem Jahr ist gelaufen. Die meisten jungen Menschen haben einen Betrieb gefunden, in dem sie jetzt einen Beruf lernen. Wer 2010 eine Lehrstelle sucht, sollte „schon längst in den Startlöchern stehen“, rät Peter Frese von der SIHK, in der alle Industrie- und Handelsbetriebe Südwestfalens organisiert sind: „Spätestens jetzt sollten die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen ihre Bewerbungen schreiben.“

Die Berufsorientierung könne allerdings gar nicht früh genug beginnen, meint Frese. Und: Die Auswahl an Ausbildungsberufen sei riesengroß. Die Homepage der SIHK zählt allein 147 auf, die Kreishandwerkerschaft nennt 24. Trotzdem kennen viele nur „eine Handvoll Modeberufe“, auf die der Andrang groß ist. „Dabei sind die meisten jungen Menschen begeisterungsfähig und sehr flexibel“, weiß Peter Frese aus langjähriger Erfahrung.

Wer bisher leer ausgegangen ist, kann noch auf vielerlei Unterstützung hoffen. „Alle Akteure am Arbeitsmarkt haben einen ,regionalen Konsens‘ geschlossen“, erläutert Peter Frese. Das Ziel: allen Jugendlichen, die von der JobAgentur betreut werden,

Au f d e n _ Pu n k t

Für jeden etwas dabei Man solle sich früh informieren, nach Alternativen suchen und sein Allgemeinwissen auf dem Laufenden halten, empfiehlt er. Erste Informationen gibt es bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Und auch ein „Schnupperpraktikum“ bietet einen Einstieg in das Berufsleben, vielleicht sogar in einen „Traumberuf“, den man bis dahin noch gar nicht kannte.

noch in diesem Jahr ein konkretes Angebot im Bereich Qualifizierung, Beschäftigung oder Aktivierung zu machen. Das verspricht auch Landrat Dr. Arnim Brux. Insgesamt gebe es bei der JobAgentur über 1000 Angebotsplätze für junge Arbeitslose.

Peter Frese der SIHK weiß: Wer frühzeitig nach einer Ausbildungsstelle sucht, der hat gute Chancen, schnell etwas zu finden.

Ausbildungsmesse Am 2. Oktober findet die Ausbildungsmesse Ennepe-Ruhr-Süd statt. Auch die AVU wird dann im Busdepot der VER, Im Wuppermannshof in Ennepetal präsent sein. Insgesamt bieten 84 Unternehmen dort Infos über Ausbildungsplätze in 96 Berufen an. Veranstalter sind die Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr und die Agentur Mark. Der Eintritt für die Messe, die von 9 bis 17 Uhr geöffnet hat, ist kostenlos. Mehr Infos unter: www.ausbildungsmesse-en.de Mehr Berufsberatung gibt es bei der Agentur für Arbeit in Gevelsberg, Hattingen, Schwelm und Wetter und unter www.berufenet.arbeitsagentur.de „Ausbildungsberufe von A bis Z“ erläutert die SIHK unter www.sihk.de Eine Lehrstellenbörse der Kreishandwerkerschaft gibt es unter www.kh-ennepe.de


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Wenn Jens Henning mit seinem orangefarbenem Elektrofllitzer „City EL Fact 4“ unterwegs ist, zieht er neugierige Blicke auf sich. Das Gefährt sieht nicht nur interessant aus, sondern bringt auch stolze 63 km/h auf die Straße.

Das „Tanken“ geht ganz einfach: Einfach Stecker vom Elektroauto in die Steckdose, aufladen, fertig.


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Das darf man nie vergessen: In der Nazizeit wurde der Begriff Heimat total missbraucht. Millionen Menschen wurden gefoltert und ermordet, weil sie als Juden und Zigeuner, Kommunisten und Behinderte nicht in die braune „Heimat“ passten. Deshalb wurden 1945 auch alle Heimatvereine verboten. Wir müssen daraus lernen, dass alle Menschen eine Heimat brauchen, und zwar da, wo sie leben. Hans Hermann Pöpsel, Historiker aus Ennepetal

CLEVER MOBIL MIT STROM Ab 2020 sollen rund eine Million Elektromobile auf unseren Straßen unterwegs sein. Das hat die Bundesregierung jetzt beschlossen. Doch so recht vorstellen kann sich das kaum einer. Jens Henning (40) aus Gevelsberg war einer der ersten Elektrofahrer im Kreis. Seit einem Jahr ist er fast täglich im sonnengelben „CityEL Fact 4“ der Marke Citycom unterwegs – und er ist überzeugt von dieser Alternative zum Verbrennungsmotor. Warum, das erfahren „blickpunkt“-Leser hier.

Warum haben Sie sich für ein Elektrofahrzeug entschieden?

Jens Henning: „Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Es ist unglaublich sparsam und schont die Umwelt. Ich versuche möglichst ökologisch zu leben – und auch ökonomisch ist der Einsitzer auf drei Rädern eine echte Alternative: Statistisch gesehen sitzt meist ja doch nur eine Person im Auto und ich fahre mit dem Elektromobil zur Arbeit, das sind rund 40 Kilometer täglich.“

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Im „City-EL Fact 4“ von Citycom steckt alles drin, was man zum Fahren benötigt. Anstelle des Kraftstoffverbrauchs zeigt die Anzeige die Leistung an.

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Und was kostet Sie der Spaß?

Jens Henning: „Ich verbrauche auf 100 Kilometer Strom für höchstens 1,50 Euro. Der kommt aus der Steckdose und stammt konsequenterweise aus erneuerbaren Energiequellen. In der Anschaffung hat mich der Wagen 13.000 Euro gekostet. Ein Großteil davon entfällt allerdings auf den Lithium-Akku, der demnächst billiger werden soll. Elektromobile verlieren nicht so schnell an Wert: Die Kunststoffkarosse ist korrosionsfrei und der Motor mit 4,5 kW (6 PS) ist wartungsarm und langlebig. Lediglich alle 10.000 Kilometer ist ein Satz neuer Kohlen für den Kollektor fällig. In den ersten fünf Jahren fahre ich steuerfrei. Die Versicherung kostet mich 150 Euro im Jahr.

Mit seinen 6 PS schafft der „City-EL Fact 4“ bis zu 63 km/h. Der Akku reicht etwa für 100 Kilometer, danach muss er wieder an die Steckdose.

Initiative, das sogenannte ,Drehstromnetz’: Jeder Teilnehmer hat an seinem Haus eine Ladestation für mehrere Fahrzeuge so angebracht, dass sie von außen zugänglich ist. So kann jeder vorbeikommen, tanken, und wenn der Besitzer nicht da ist, wirft man ihm hinterher ein paar Cent dafür in den Briefkasten. Auf diese Weise lassen sich auch längere Touren planen.“ Merken Sie einen Unterschied beim Fahren?

Jens Henning: „Der Wagen hat nur zwei Gänge, vorwärts und rückwärts, und darf auch auf die Autobahn, weil er mit 63 km/h eingetragen ist. Das Fahren macht riesig Spaß! Man fährt viel umsichtiger, denkt stärker für die anderen Verkehrsteilnehmer mit. Und man fällt natürlich auf – viele lächeln, wenn sie mich mit dem Wagen sehen.“ Können Sie sich vorstellen, dass eines Tages nur noch Elek-

Wie funktioniert das „Tanken“?

troflitzer auf den Straßen herumsausen?

Jens Henning: „Ganz einfach: Der ,Sprit’ kommt aus der Steckdose. Der Wagen zieht um die 800 Watt – ein Drittel weniger als ein Fön. Mit einer Akkuladung komme ich maximal 100 Kilometer weit, das Laden dauert sieben Stunden. Da eine flächendeckende Versorgung mit Elektrotankstellen noch fehlt, gibt es eine private

Jens Henning: „Das wäre ein Traum. Denken Sie doch nur mal an die vollgestopften Innenstädte mit den langen Autoschlangen, den Abgaswolken und dem Lärm. Wenn man dort einfach nur noch Elektrofahrzeuge hineinließe – was wäre das plötzlich für eine Lebensqualität!“

Foto: Hermann Hartje KG”.

INFO: E-MOBIL IN DER REGION Natürlich ist auch bei der AVU ein Team mit allen Facetten zum Thema Elektromobilität beschäftigt. Und hier wird nicht nur über Autos nachgedacht. Auch Elektrofahrräder sind stark im Kommen. Schon vor einiger Zeit hatte die AVU dazu eine Aktion in ihren Treffpunkten organisiert. Mit Unterstützung von Fahrradhändlern der Region. Hier einige Adressen der Händler, die E-Räder anbieten: Fahrräder Hecken, Heggerstraße 38 a,

Hattingen, Tel.: 02324 6868073; www.fahrraeder-hecken.de Zweirad Gehle, Altmarkt 14 in Schwelm, Tel.: 02336 12495 www.zweirad-gehle.de Dieter Übing Sport Fahrräder, Ortsheide 1 in Ennepetal Tel.: 02333 4468, Fahrrad-Service Gevelsberg, Haßlinghauser Str. 4, Tel.: 02332 553090. Breckerfeld erfahren Breckerfeld hat etwas ganz Besonderes zu bieten: Dort kann man Stromräder mieten und so das Hügelland per Pedale bequem beradeln. Das Gartenatelier Behrendt betreut und vermittelt die neue Art der Mobilität, umweltfreundlich und für jedermann nutzbar. Kontakt: Gartenatelier Behrendt, Frankfurter Str. 109, Breckerfeld, Tel.: 02338 488620, www.gartenatelier-behrendt.de


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FREIE FAHRT MIT ELEKTRO Die Bundesregierung investiert kräftig in die Elektrobranche. Schließlich soll Deutschland Vorreiter in Sachen Elektromobilität werden. Denn: Elektroautos sind gut für das Klima, da sie in den Städten keine Emissionen erzeugen und machen unabhängiger von fossilen Kraftstoffen. Viele Prototypen sind bereits auf Deutschlands Straßen unterwegs, doch wie weit ist die Technik überhaupt?

Es stimmt, Elektrofahrzeuge sind eine umweltfreundliche Alternative zu den Spritschluckern. Die Gründe liegen auf der Hand: Der Klimawandel schreitet voran, die Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt, die direkte Auswirkung auf den Kraftstoffpreis hat, zeigt tendenziell nach oben. Alternativen sind gefragt. Ein Elektroauto fährt CO2-frei, wenn der Strom nachhaltig erzeugt wird. Der Motor wird von einer wiederaufladbaren Batterie gespeist, die an jeder Steckdose aufgeladen werden kann. Je nach Fahrzeug kostet der Strom für 100 Kilometer zwischen 40 Cent und drei Euro.

Reif für die Zukunft?

Auch muss flächendeckend die Infrastruktur öffentlicher Ladestationen ausgebaut werden. Doch weil die Technik vielversprechend ist, steckt die Bundesregierung 500 Millionen Euro in die Erforschung, Weiterentwicklung und den Bau effizienterer Elektromotoren und Batterien mit Lithium-Ionen, wie sie bereits in Handys und Laptops eingesetzt werden. Bis 2015 sollen leistungsstärkere und günstigere Batterien bereitstehen.

B a tte ri e s y s te m e i m Ve rg l e i ch

Die lange Motorlebensdauer senkt die Betriebskosten und auch Wartungs- und Energiekosten fallen niedriger aus. Wer allerdings glaubt, dass Elektroautos langsam unterwegs sind, der irrt. Im Gegensatz zum Verbrennungsmotor fängt im Elektromotor das maximale Drehmoment bereits bei niedrigen Drehzahlen an. Dennoch braucht das Elektroauto noch einige Zeit, um die Pkw mit Verbrennungsmotor abzulösen. Größte Herausforderungen sind bisher noch die recht schweren Akkus, die einige Stunden Ladezeit benötigen und deren Kapazitäten die Reichweite beschränken.

Der Kleinwagen Mitsubishi i-MiEV ist ein 4-Sitzer. Sein Elektromotor im Heck ist 47 kW/64 PS stark. Damit schafft er eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und eine Reichweite von etwa 144 km (elektrisch). Die Ladezeit des Akkus beträgt fünf bis acht Stunden.

Elektro pur – der Renault Kangoo Be Bop Z.E. (zero emission) bezieht seinen Strom aus einer 15-kWh-Lithium-Ionen-Batterie, die im Fahrzeugboden untergebracht wurde. Der Elektromotor ist 60 PS stark. Die Reichweite soll 160 km betragen. Die Markteinführung ist für 2011 geplant.

Im Smart Fortwo ed steckt viel Technik auf kleinstem Raum. Seine Leistung: 30 kW/41 PS. Seine Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h. Der elektrische Motor schafft 110 km. Anschließend benötigt er etwa acht Stunden zum Laden.


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KUSCHELIGES ZUHAUSE Wer Strom sparen will, nimmt meist die klassischen Haushaltsgeräte wie Elektroherd, Kühlschrank, Waschmaschine und Trockner unter die Lupe. Gut beraten ist, wer auch den Stromverbrauch seiner Heizungsanlage untersucht. Denn oft entpuppt sich eine ältere Heizungsumwälzpumpe als wahrer Stromfresser.

Mit dem Austausch der alten gegen eine neue elektronisch geregelte Heizungsumwälzpumpe kommen bei einem Einfamilienhaus auf diese Weise schnell rund 50 Euro jährliche Ersparnis zusammen. Die Investition in einen Pumpenwechsel zahlt sich daher schon nach wenigen Jahren aus. Kostengünstiger als alte, ungeregelte Heizungspumpen sind mehrstufige Pumpen. Ihre Leistung lässt sich dem tatsächlichen Wärmebedarf anpassen.

Noch effizienter sind geregelte StandardHeizungspumpen. Sie messen die notwendige Heizleistung und passen sich den Druckverhältnissen an. Wird weniger Wärme gebraucht, sinken Leistung und Wasserdruck. Geregelte Heizungspumpen laufen nur in sechs Prozent der Betriebszeit mit voller Leistung. Im Vergleich zu konventionellen Pumpen spart das bis zu 50 Prozent Strom. Die größten Sparpotenziale bieten geregelte Hocheffizienzpumpen. Ihr Jahresstrom-

verbrauch macht im Vergleich zu einer alten Pumpe nur noch ein Viertel oder weniger aus.

Neue Pumpe gefällig? Wollen Sie wissen, ob sich auch bei Ihnen der Austausch der alten Heizungsumwälzpumpe lohnt? Mithilfe unserer Fachleute erfahren Sie, wie viel Strom, Kohlendioxid und Geld Sie einsparen können, und wie schnell sich die Investition in eine neue Pumpe rechnet. Dazu gibt es von der AVU eigens ein Formular mit vielen Fragen rund um Ihre Heizungspumpe. Unsere Fachleute werten diese Fragebögen aus und beraten Sie ganz persönlich. Die Formulare können Sie bei unserer Hotline 02332 73 123 anfordern oder direkt unter www.avu.de herunterladen. Investition, die sich lohnt: Wer seine alte Heizungspumpe gegen ein neues Modell austauscht, spart Energiekosten.

I n fo Jetzt mindestens 100 Euro KfWFörderung einheimsen! Die KfW bezuschusst auch den Einbau von Heizungsumwälz- und/oder Zirkulationspumpen der Energieeffizienzklasse A. Der Zuschuss beträgt 25 Prozent der Kosten für den Einbau bzw. den Austausch. Liegen die Kosten unter 400 Euro, beträgt der Zuschuss 100 Euro. Weitere Details erfahren Sie unter www. kfw.de oder unter www.avu.de


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HEIMATFILM Funken sprühen, glühendes Eisen liegt auf einem Amboss und wird kunstfertig bearbeitet. Die Kamera schwenkt und ein Blick ins schöne Ennepetal ist zu sehen. Die Reise mit dem Objektiv geht weiter – durch die romantische Altstadt von Hattingen vorbei an der Henrichshütte, durchs Muttental in Witten, durch Wetter, Sprockhövel, Gevelsberg, Schwelm und Breckerfeld.

Mit der Kamera unterwegs durch seine Heimat: Hardy Lahme produzierte gemeinsam mit Walter Knuff den Film „Der Weg zurück in die Eisenzeit“.

Der Film „Der Weg zurück in die Eisenzeit“ gleicht einer beschaulichen Reise durch den Ennepe-Ruhr-Kreis. Einer Reise durch eine Bilderbuchlandschaft, die gerade auch durch ihre Industriedenkmäler besticht. Und das ist es auch, was Walter Knuff und Hardy Lahme – die zwei „Macher“ des Films – ihren Zuschauern vermitteln wollen: „Wir leben in einer Region, die uns außergewöhnliche Naturerlebnisse und gleichzeitig eine vielschichtige Industriegeschichte bietet.“ Die Idee zu dem Film kam den beiden alten Freunden recht spontan. Sie lasen in der Zeitung von einem Film über die Region und dachten: „Das können wir auch.“

Ein Film für alle

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Heimat, das ist für mich Natur. Das ist das heimelige Gefühl, das mir unsere Landschaft mit ihren Tälern und Bergen im Wechsel der Jahreszeiten vermittelt. Und natürlich ist Heimat Familie. Unsere schöne Familientradition, die so eng verbunden ist mit Ennepetal, der Stadt in der ich lebe. Walter Knuff, Autor und Sprecher des EN-Films

Sie legten sofort los. So entstand innerhalb kurzer Zeit der interessante Dokumentationsfilm. Das war gar nicht so schwer, denn Hardy Lahme hatte bereits seit zehn Jahren immer wieder Aufnahmen im gesamten EN-Kreis gemacht. Hatte Stimmungen, Jahreszeiten, Sehenswürdigkeiten und vieles mehr mit der Kamera eingefangen. Den historischen Hintergrund lieferte Knuff, der als Mitbegründer des Straßenindustriemuseums in Ennepetal sattelfest ist, was die Frühindustrialisierung in unserer Region betrifft. Und als DiplomPädagoge im Ruhestand lag ihm zudem sehr am Herzen, einen Film zu machen, der auch im Unterricht eingesetzt werden kann.

Ve rl o s u n g Sind Sie neugierig geworden auf den Film „Der Weg zurück in die Eisenzeit“? Dann machen Sie doch einfach mit bei unserem Gewinnspiel. Der blickpunkt verlost zehn dieser Dokumentarfilme im Wert von je 19,95 Euro. Schreiben Sie einfach eine Postkarte an: AVU blickpunkt, Stichwort „Heimatfilm“, An der Drehbank 18, 59285 Gevelsberg.


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Wo geht´s lang? Patricia und Rainer Schmidt vertrauen auf ihre Koordinaten, um das Ziel zu erreichen.

AUF SCHATZSUCHE Gummihandschuhe, Taschenlampe, Laserpointer, Mini-Spielzeuge, Spiegel, Fernglas und Teleskopmagnet sind das Mindeste, was Rainer Schmidt und seine Frau Patricia brauchen, um „spazieren zu gehen“. Noch etwas darf nie fehlen: Beide sind mit moderner Technologie ausgestattet, mit sogenannten GPS-Geräten.

Sie sind „Geocacher“. Mit Leidenschaft nehmen sie an „Schnitzeljagden“ für – mehr oder weniger – Erwachsene teil. „Eigentlich sind wir immer nur gewandert,

dann haben wir vom ,Geocaching‘ erfahren und sind im Nu dieser Freizeitbeschäftigung mit Haut und Haaren verfallen“, erzählt Rainer Schmidt. „Geocaching“ setzt

Foto: Nature Cats - Fotolia.com

INFOECKE Viele Infos über das „Geo-Caching“ finden Sie im Internet unter: www.opencaching.de: GeocachingDatenbank für Caches in Deutschland, www.geocaching.de: Deutsche Informationsseite zum Geocaching, www.cacheWiki.de: Deutsche WIKIInformationsseite zum Geocaching,

www.geocaching-faq.de: Fragen und Antworten zum Geocaching, www.geoclub.de: Deutsches Forum zum Geocaching.

sich zusammen aus dem Griechischen „Geo“ (= Erde) und aus dem englischen „Cache“ (= Versteck). Demnach befassen sich „Geocacher“ hauptsächlich mit Suchen – bestenfalls auch mit Finden.

Per GPS zum Ziel „Geocaching“ beginnt im Internet. Dort werden die Koordinaten eines Schatzes ermittelt. Mithilfe des GPS-Gerätes geht der Cacher zum Ausgangspunkt der Suche, oftmals ein Parkplatz. Ab dann geht es immer dem Navi nach. Gesucht wird ein Behälter – mal klein wie eine Filmdose, mal so groß wie ein Eimer. Manchmal müssen kniffe-


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Um die „Schätze“ zu finden, müssen die Schatzsucher oftmals tief wühlen.

Wer ein Cache, das Fundstück, findet, hat sein Ziel erreicht.

Meine Einstellung zum landläufigen Begriff der Heimat ist gerade durch mein stark ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein recht ambivalent. Als gebürtige Schwelmerin mit Kindheit und Jugend im Ausland fühle ich mich als Kosmopolitin und bin fremden Kulturen und Ländern gegenüber von jeher sehr aufgeschlossen. Heimat kann daher für mich an vielen Orten der Welt sein, wenn die innere Harmonie stimmt. Cornelia Hackler, Leiterin des Museums Haus Martfeld und des Stadtarchivs Schwelm

Wichtig für die Spurensuche: Geräte wie Navi oder GPS zeigen den Suchern den richtigen Weg durch das Gelände. Am Ziel warten die Fundstücke, oft in Form von kleinem Spielzeug.

lige Rätsel gelöst werden, um ans Ziel zu gelangen. Im begehrten Fundstück, dem sogenannten Cache, befindet sich oftmals ein Logbuch. Hier tragen sich alle Finder ein, stets unter einem speziellen Decknamen.

Abenteuer pur Trotz der bereits über 1.000 Caches bezeichnet sich das Ehepaar Schmidt als „Genuss-Cacher“. Bei so vielen Funden haben sie schon eine Menge erlebt und gesehen. „Es ist immer wieder eine große Herausforderung, einen Cache zu finden, auch wenn man manchmal enttäuscht ist“, so Schmidt. Die kleinen Spielsachen verwenden die

Cacher übrigens als Tauschgegenstände. „Das macht die Sache auch für Familien mit Kindern so interessant“, erklärt Patricia. Gerade Kinder sind nicht nur oft von der Technik und Natur begeistert, auch die Suche bringt Spaß und Abenteuer-Feeling. Für Patricia und Rainer Schmidt spielen das hautnahe Erleben der Natur sowie die Achtung des Naturschutzes eine wesentliche Rolle. „Häufig entdeckt man ganz vergessene Orte, die sonst kaum jemand kennt oder findet“, verrät Rainer, der schon eine ehemalige Dynamitfabrik, alte Tunnel und Bunker aufstöberte. Ganz besonderen Kitzel versprechen laut Schmidts die „Nacht-

Caches“, die nur nach Sonnenuntergang auffindbar sind. Dabei kommt ihm seine ausgeklügelte Ausrüstung immer wieder zugute. Neben den Geräten dürfen auch die Handschuhe nicht fehlen. Ohne die fassen die zwei nämlich nicht gerne in jede Ritze und jedes Loch. Übrigens: Geocacher sind scheu und „arbeiten“ am liebsten unbeobachtet. Sie sind immer auf der Hut vor „Muggle“, den Nicht-Eingeweihten, vor denen sie unentdeckt bleiben wollen. Beim nächsten Spaziergang also nicht wundern, wenn Menschen mit Geräten in der Hand im Unkraut suchen oder Steine umdrehen – einfach weitergehen und schmunzeln.


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KÖSTLICHE PAUSE IN HATTINGEN Ein ruhiges, sonniges Eckchen in der Hattinger Altstadt: Die Wandergruppe aus dem Sauerland, die gerade vorbeitrottet, guckt sehnsüchtig und beschließt spontan eine gemütliche Kaffeepause vor dem einladenden Eckhaus, das hier seit dem Jahr 1598 steht und heute das Café Adele beherbergt.

Drinnen umfängt einen sofort der Charme vergangener Zeiten und man meint, mitten in Großmutters guter Stube zu stehen. „Bei uns stehen die Uhren still“, sagt denn auch Inhaber Frank Dziwior, und meint das durchaus wörtlich, soweit es sein Inventar betrifft. „Bei uns soll man die Zeit genießen und es sich einfach gut gehen lassen. Wer hierher kommt, darf Pause vom Alltag machen – und wenn er auch nur mal rasch einen Cappuccino trinkt!“

Die Mischung macht´s Das merkt man: Auf gemütlichen, rot bezogenen Polstergruppen sitzt eine bunt zusammengewürfelte Gästeschar. Hier treffen sich Kaffeekränzchen, beste Freundinnen jeden Alters, Rentnerpaare, dazwischen Eltern, die sich nach einem ausgedehnten Einkaufsbummel mit ihren Kindern hier verabredet haben, und dort die beiden Schülerinnen, die sich nach dem Sport ein dickes Stück Torte gönnen. Es gibt eine ansehnliche Auswahl an Zeitschriften, in die man sich genüsslich vertiefen kann. Auch die Hundebar für die Vierbeiner fehlt nicht. „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu and’rer Glück. Denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eig’ne Herz zurück.“ Dieses Sprichwort steht als Motto auf der Karte des Café Adele. Und es scheint zu funktionieren, denn einschließlich des

Au f d e n _ Pu n k t Café Adele , Steinhagen 1, 45525 Hattingen, Tel./Fax 02324 25479, www.cafe-adele.de Geöffnet montags bis samstags von 9 bis 18.30 Uhr sowie sonnund feiertags von 13.30 bis 18 Uhr


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REZEPT_3_2009 Rezept für Tante Adeles Mohnkuchen Für die Füllung: 1/8 l Milch, 1 Päckchen Vanillesaucenpulver, 75 g Zucker, 100 g gemahlener Mohn, 1 Ei Für den Teig: 250 g Butter, 175 g Zucker, 1 Päckchen Vanillinzucker, 1 Prise Salz, 3 Eier, 1 Päckchen Vanillepuddingpulver, 6 EL Milch, 350 g Mehl, 1 Päckchen Backpulver Im Café Adele trifft sich Jung und Alt gerne auf einen gemütlichen Plausch, oder, um die vielen leckeren Köstlichkeiten zu probieren. Neben Kuchenspezialitäten kommen vor allem auch die selbst gemachten Waffeln nach Großmutters Rezept gut bei den Gästen an.

Personals hat hier jeder gute Laune. „Die Adele gab es tatsächlich“, sagt der Chef über die Frauenfigur im Schaukelstuhl, deren Schattenriss das Markenzeichen des Hauses ist. „Sie war die Tante eines Vorbesitzers, die hier einen Kolonialwarenladen betrieb und schließlich nebenher erfolgreich ein Café eröffnete.“

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Spezialitäten aus Großmutters Küche

... Für die Füllung Milch, Saucenpulver und Zucker glatt rühren. Mohn zufügen. Unter Rühren aufkochen lassen, zum Erkalten beiseitestellen. Dann das Ei unterrühren. Für den Teig das Fett schaumig rühren. Zucker, Vanillinzucker und Salz zufügen. Ein Ei nach dem anderen unterrühren. Puddingpulver und Milch glatt rühren und zum Teig geben. Mehl und Backpulver kurz unterrühren. Die Hälfte des Teiges in eine gut gefettete Kranzform füllen. Darauf die Mohnmasse und den restlichen Teig verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad etwa 70 Minuten backen. Guten Appetit!

Foto: © Boris Khamitsevich / iStockphoto, © Iosif Szasz-Fabian - Fotolia.com

Frank Dziwior ist ausgebildeter Bäcker und Konditor, hat dann Hotelkaufmann gelernt und etliche Jahre im Ausland gearbeitet – „immer nur in Sterne-Gastronomiebetrieben“, sagt er stolz. Der Mittvierziger hat vor genau zehn Jahren das Café Adele übernommen. Er lebt nur ein paar Gässchen von seinem Café entfernt in der Altstadt und nimmt trotz 14-Stunden-Tag das Leben gelassen. „Manchmal fühle ich mich ein bisschen wie die Hauptfigur im ,König von St. Pauli’“, sagt er: „Hier ist mein Viertel. Hier lebe ich, und hier will ich auch sterben!“ Neben Großmutters Spezialitäten wie Milchreis, Pfannkuchen und Waffeln gibt es edle Toasts mit Meeresgetier oder die rustikalere Variante als Strammer Max – und natürlich diverse Kaffee- und Teespezialitäten. Bekannt ist das Café Adele aber auch für sein Frühstück, das es wochentags von 9 bis 15 Uhr gibt. Bei mehr als 20 verschiedenen Varianten hat man die Qual der Wahl – vom englischen über Fitness-Frühstück bis hin zum Hattinger-Altstadt-Frühstück mit Spiegelei und Schinken. Auch gibt es ein Angebot nur für Kinder unter 18, das vornehmlich aus Nutella besteht ...


b l i ck p u n k t Se p t e m b e r _ 2 0 0 9

FUTUR-ZUSCHÜSSE SICHERN Die AVU ist immer für Sie da, wenn es um das Thema Energieeffizienz geht. Denn wir wollen Ihnen das Energiesparen leichter machen: Mit dem FUTUR-Programm können Sie Energie effizient nutzen, die Umwelt schützen und langfristig Geld sparen. Nur noch bis zum 31. Dezember: Eine Erdgas-Brennwerthei-

E i n fa ch u n d b e q u e m Für Fragen und Wünsche steht Ihnen die AVU gerne zur Verfügung. Auskünfte über alle Angebote und Dienstleistungen erhalten Sie bei der AVU-Hotline. Sie erreichen uns ganz leicht von zu Hause aus.

zung schont die Umwelt und schafft Platz im Haus. Daher hält die AVU für Sie ein besonderes Angebot bereit: Wer seine Heizungsanlage auf Erdgas-Brennwerttechnik umrüstet, erhält

0 2332 73-123 – das ist Ihre Servicenummer. Montags bis freitags sind wir von 8 bis 18 Uhr für Sie da.

einen Bonus von mindestens 450 Euro. Wollen Sie zusätzlich Solarthermie nutzen, steigt der Förderbonus. Erdgas-Innovationsbonus: Erdgas ist Hans Dampf in allen Gassen. Besonders mit unserem Innovationsbonus. Wir fördern die Anschaffung eines erdgasbetriebenen Gerätes mit 100 Euro. Nutzen Sie unser Angebot für Terrassenstrahler, Gartengrill, Gaskaminofen, Erdgasherd und Erdgas-Wäschetrockner. Infos gibt es unter Telefon: 02332 73-123 und unter www.avu.de

CLEVER HEIZEN MIT ENERGIEBERATER PAUL Liebe Leserinnen und Leser! Heute verrate ich Ihnen, wie Sie mit neuen Heizungsthermostaten Energie sparen ohne zu frösteln. Jeder schätzt morgens ein warmes Badezimmer. Doch Wohlfühltemperaturen rund um die Uhr kosten unnötig Energie und belasten die Heizrechnung. Der richtige Umgang mit den Heizkörperthermostaten kann die Kosten um bis zu zehn Prozent senken. Einfach austauschen Tauschen Sie Ihre alten gegen neue, programmierbare Thermostate aus. Denn mit den kleinen Energieberater Paul gibt gute Tipps. Computern lassen sich Zeit und Temperatur für jeden Heizkörper individuell einstellen. Das sorgt für Komfort, und für einen satten Spareffekt. Nur ein Grad weniger spart sechs bis acht Prozent Heizkosten.

Einfache Bedienung Programmierbare Thermostate lassen sich einfach bedienen. Per Knopfdruck werden verschiedene Temperatur-ZeitProfile programmiert, ein Display informiert über die aktuellen Einstellungen. Die Anschaffungskosten liegen mit 30 bis 120 Euro höher als bei nicht programmierbaren Modellen (ab 8 Euro), amortisieren sich aber meist schon nach wenigen Jahren. Einfache Installation Der Austausch ist ganz einfach. In der Regel müssen die alten Thermostatköpfe nur ab- und die neuen aufgeschraubt werden. Da es zwei Anschlussarten gibt (Schnappanschluss, Schraubmutter), ist evtl. ein Adapter nötig. Nehmen Sie daher ältere Thermostatköpfe zum Neukauf mit. Thermostate im Test Stiftung Warentest hat Heizkörperthermostate getestet. Die Warentester

untersuchten sieben programmierbare und vier nicht programmierbare Thermostate nach Regelungsverhalten, Handhabung und Batterieverbrauch. Mehr dazu erfahren Sie im Internet unter www.test.de


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MITMACHEN UND GEWINNEN!

BRECKERFELD

Unsere Rätselfrage lautet: Wie heißt die moderne Form der Schnitzeljagd, bei der viele ihre Heimat auf ganz neue Weise erkunden?

Schulstraße 1 dienstags 9 bis 13 Uhr, donnerstags 14 bis 18 Uhr Tel. 02332 73-827 Fax: 02332 73-832

AVU-TREFFPUNKTE

ENNEPETAL

Schicken Sie Ihre Antwort bis zum 15. November an: AVUblickpunkt, Stichwort Rätselfrage, An der Drehbank 18, 58285 Gevelsberg. Oder mailen Sie uns Ihre Antwort an die Adresse blickpunkt@avu.de (Bitte geben Sie dabei auch Ihren Namen und Ihre Adresse mit an.) Zu gewinnen gibt es als 1. Preis 150

Voerder Straße 70 montags und dienstags 14 bis 18 Uhr mittwochs, donnerstags und freitags 9 bis 13 Uhr Tel. 02332 73-826 Fax: 02332 73-833

GEVELSBERG

Euro, als 2. Preis 90 Euro, der dritte Gewinner erhält 60 Euro. Wie immer dürfen sich AVU-Mitarbeiter und ihre Familienangehörigen nicht am Rätsel beteiligen.

Mittelstraße 53 montags bis freitags 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr Tel. 02332 73-315 Fax: 02332 73-599

EINSENDESCHLUSS: 15. NOVEMBER 2009

HATTINGEN

Das war die Lösung: Die wunderschöne Bockwindmühle, die bei der Geschichte „Heimaturlaub“ abgebildet war, steht in Breckerfeld. Unter den richtigen Antworten des Rätsels im letzten Heft wurden folgende Gewinner gezogen: 1. Preis: Bernd Jahn, Breckerfeld; 2. Preis: Karin Dumke, Ennepetal; 3. Preis: Hans-Dieter Stoodt, Wetter.

Augustastraße 10 montags bis freitags 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr Tel. 02332 73-823 Fax: 02332 73-834

SCHWELM Bahnhofstraße 3 montags bis freitags 9 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr Tel. 02332 73-821 Fax: 02332 73-831

Der kundennahe Service rund um alle Energiethemen in den AVU-Treffpunkten

SPROCKHÖVEL Hauptstraße 56 montags und donnerstags 14 bis 18 Uhr dienstags, mittwochs und freitags 9 bis 13 Uhr Tel. 02332 73-828 Fax: 02332 73-836

WETTER Kaiserstraße 78 montags, dienstags, mittwochs und freitags 9 bis 13 Uhr donnerstags 14 bis 18 Uhr Tel. 02332 73-825 Fax: 02332 73-835

IMPRESSUM Herausgeber: AVU Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen, An der Drehbank 18, 58285 Gevelsberg, Internet: www.avu. de, Telefon: 02332 73-168, Fax: 02332 73-314, E-Mail: blickpunkt@ avu.de Mitarbeiter: Petra Backhoff, focu-s-ira, Studio Henkel, Carmen Möller-Sendler, Jörg Prostka, Jürgen Taake. Redaktion: Britta Worms. Verantwortlich: Klaus Bruder in Zusammenarbeit mit Gottfried Heim vom Frank Trurnit & Partner Verlag GmbH, Putzbrunner Straße 38, 85521 Ottobrunn. Layout/Satz: FT&P, Ottobrunn, Sabine Drösler. Druck: Druckzentrum Hussmann, Bochum. Der blickpunkt wird im Auftrag der AVU an alle Haushalte im AVU-Netzgebiet kostenlos vierteljährlich verteilt.

QUIZ Ja, ich will gewinnen! Die moderne Form der Schatzsuche heißt …


Ein spannender Job mit Energie! Wir, die AVU, sind der regionale Energiedienstleister im EN-Kreis und stellen ab August 2010 für folgende Berufe ein:

• Elektroniker/in für Betriebstechnik • Fachlagerist/in • Industriekaufmann/-kauffrau Über die Ausbildung bei der AVU erfahren Sie alles unter www.avu.de (Unternehmen >Jobs, Ausbildung) und an unserem Stand auf der Ausbildungsmesse EN (VER-Busdepot Ennepetal) am 2. Oktober 2009. Bitte bewerben Sie sich schriftlich. Bewerbungsschluss ist der 17. Oktober 2009. Noch Fragen? Rufen Sie Helmut Aden, Telefon 02332 73-509, oder Astrid Wollbaum, Telefon 02332 73-510, an.

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QUIZ ...

Bitte freimachen, falls Marke zur Hand

Name /Vorname: Straße/Nr.: PLZ/Ort: Telefon: E-Mail

Antwortkarte AVU blickpunkt Stichwort Rätselfrage An der Drehbank 18 58285 Gevelsberg


Blickpunkt 03 / 2009