gemeinderatswahlen im wipptal
Pfitsch
„Gemeinsam für Wiesen Pfitsch“ großer Wahlsieger SVP verliert über 27 Prozent und vier Mandate/ Zwei Ratssitze für die Freiheitlichen, einer für „Lista civica“/ Union scheitert deutlich
Die SVP ist der große Verlierer der Gemeinderatswahlen in Pfitsch: Sie fährt massive Verluste ein, verliert über 27 Prozent der Stimmen und sackt auf acht Mandate ab. Die Bürgerliste „Gemeinsam für Wiesen Pfitsch“ holt auf Anhieb vier Mandate, die Freiheitlichen zwei, einen Rat stellt die „Lista civica Val di Vizze“. Zu den großen Verlierern zählt auch die Union für Südtirol, die den Sprung in den Gemeinderat nicht mehr geschafft hat.
Zwei stellte die Union für Südtirol mit 15,3 Prozent und eines Alleanza Nazionale mit 4,0 Prozent. Nach dieser Wahl haben sich die Verhältnisse in der Pfitscher Ratsstube allerdings grundlegend geändert. Vier der sechs zur Wahl antretenden Listen sitzen in den nächsten fünf Jahren im Gemeinderat. Acht der 15 Räte sind neu. Die SVP muss einen herben Stimmeneinbruch hinnehmen, verliert 27,1 Prozent der Stimmen und hält mit 53,6 Prozent
nur noch acht der 15 Mandate. Bestgewählter SVP-Gemeinderat ist Johann Gasser (356 Stimmen), gefolgt von Simon Walter (277) und dem erstmals kandidierenden Stefan Gufler (261). Wieder im Gemeinderat vertreten sind auch die bisherige Vizebürgermeisterin Renate Ainhauser Delueg und Referent Werner Graus. Neu für die SVP sitzen im Gemeinderat Andreas Pupp, Sohn von Altbürgermeister Johann Pupp, und als letztgewählter Stefan Schwärzer. Karl Keim schaffte den neuerlichen Einzug
trotz Bürgermeisterkandidatur nicht mehr. Die Liste „Gemeinsam für Wiesen Pfitsch“ holte auf Anhieb vier Mandate und schaffte 26,0 Prozent. Die Bürgerliste, die ihre Mitglieder zu einem Teil aus der Stop-BBT-Bewegung rekrutiert hat, ist fortan neben Silvia Bacca auch mit Wilhelm Seppi vertreten, der als Gemeinderat nach Johann Gasser das zweitbeste Ergebnis überhaupt erzielt hat. Zudem sitzen im Gemeinderat für die Bürgerliste auch die beiden bisherigen SVP-Räte Arnold
Frei bleibt Bürgermeister Trat vor fünf Jahren Johann Frei als alleiniger SVP-Bürgermeisterkandidat zur Wahl an, haben sich diesmal gleich vier Kandidaten um den Bürgermeistersessel beworben. Frei konnte sein Amt zwar verteidigen, musste allerdings – dies war voraussehbar – gehörig Federn lassen. 2005 erhielt er 888 Stimmen; 803 waren damals ungültig bzw. weiß. Diesmal schaffte er mit 819 Stimmen (-69) nur noch 54,4 Prozent. Jede dritte Stimme (28,8 %) entfiel auf Silvia Bacca von der neu gegründeten Bürgerliste „Gemeinsam für Wiesen Pfitsch“, die mehr als nur einen Achtungserfolg einfuhr. Jeder zehnte Wähler (9,8 %) gab Freiheitlichen-Kandidat Karl Volgger seine Stimme, während Karl Keim, SVP-interner Gegenkandidat von Frei, nur 7,0 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte und damit nicht zu punkten vermochte.
Bürgermeister Johann Frei, 55, Wiesen, Mittelschullehrer, SVP
Johann Gasser, 54, Wiesen, Technischer Angestellter, SVP
Simon Walter, 30, Wiesen, Jugendreferent, SVP
Stefan Gufler, 28, Flains, Angestellter, SVP
Renate Ainhauser Delueg, 41, Kematen, Hausfrau, SVP
Andreas Pupp, 44, Wiesen, selbstst. Handwerker, SVP
Werner Graus, 50, Afens, Landwirt, SVP
Stefan Schwärzer, 34, Tulfer, Landwirt, SVP
Silvia Bacca, 48, Wiesen, Oberschullehrerin, Gemeinsam für Wiesen Pfitsch
Wilhelm Seppi, 58, Wiesen, Arzt, Gemeinsam für Wiesen Pfitsch
Arnold Mair, 38, Wiesen, freiberufl. Techniker, Gemeinsam für Wiesen Pfitsch
Erwin Astenwald, 53, Wiesen, Angestellter, Gemeinsam für Wiesen Pfitsch
Karl Volgger, 60, St. Jakob, selbstst. Handwerker, Die Freiheitlichen
Maximilian Kasslatter, 39, Stein, selbstst. Fliesen- und Natursteinverleger, Die Freiheitlichen
Renato Bussola, 44, Wiesen, Technischer Angestellter, Lista Civica Val di Vizze
Geänderte Parteienlandschaft Die SVP hielt in der Gemeinde Pfitsch bisher 80,7 Prozent der Stimmen und zwölf Mandate. 26
erker juni 10