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Wirtschaftsjunioren im

Dialog Juli 2015

Employer Branding Talente. Erfolgreich. Gewinnen.

Delegationsreise nach Ungarn Wettbewerb um die besten Köpfe Know-how-Transfer Neue Väter - neue Karrieren Kampf gegen Malaria: Landespreis für Bären


DIALOG JULI 2015

Inhalt Schwerpunktthema Employer Branding 4 10 16

Auf die inneren Werte kommt es an Gut einsteigen mit der IHK Für alle Lebenslagen

22 Ausblick und Veranstaltungskalender

Employer Branding

24 WJ Ball: Sponsoren gesucht 26 B2B Messe in Stuttgart 28 Unverbrauchte Blicke für professionelle Werbeproduktionen

Rückblick 30 Paprika, Palinka und Puszta: Delegationsreise nach Ungarn 34 Gemeinsam an einem Tisch: Vesperkirche in Esslingen 35 Höflichkeit und Wertschätzung: Vortrag mit Freiherr Knigge 36 Business Lunch: Wettbewerb um die besten Köpfe 37 Frühjahresdelegiertenversammlung in Schwerin 38 Workshop „Journalistisches Schreiben“ 40 Know-how-Transfer in Berlin mit Falk Galetzki 41 Business Lunch: Kommunikation am Arbeitsplatz 42 Sein Unternehmen – mein Unternehmen: Töchter in Unternehmen 44 Stufen zum Erfolg 45 Neue Väter – neue Karrieren 46 Ungarischer Botschafter zu Gast in Esslingen 47 Landespreis für Bären

Delegationsreise nach Ungarn

Vortrag mit Moritz Freiherr Knigge

Sein Unternehmen – mein Unternehmen

Landespreis für Bären


Liebe Wirtschaftsjunioren und Förderkreismitglieder, liebe Senatoren, Gäste und Freunde, unser dritter DIALOG in unserem Juniorenjahr hat den Schwerpunkt „Employer Branding“. Nach Definition der Deutschen Employer Branding Akademie geht es dabei um „die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber.“ Im Klartext bedeutet das: Der Prozess des Markenaufbaus als Arbeitgeber – sowohl nach innen als auch nach außen – steht dabei im Fokus. Mit welcher Strategie setzten Unternehmen auf die nachhaltige und optimale Mitarbeitergewinnung? Wie sieht im nächsten Schritt die Mitarbeiterbindung aus? Wie lässt sich das Unternehmensimage positiv beeinflussen? Wo wird Unternehmenskultur tatsächlich sichtbar? Mit diesen und vielen weiteren Fragen hat sich unsere engagierte DIALOG-Redaktion

beschäftigt. Danke an Waldemar Kuhn und sein Team, denen es einmal mehr gelungen ist, das Thema aus den unterschiedlichsten Perspektiven anzufassen und für uns so interessant zu gestalten. Wenn es um die Gewinnung von Fachkräften geht, haben im gegenwärtigen „war for talents“ die attraktiveren Arbeitgeber ganz klar die Nase vorn. Dass diese Attraktivität nicht allein an monetären Faktoren gemessen wird, zeigen auch unsere Beispiele. Ein täglich frischer Obstkorb für die Mitarbeiter kann manchmal mehr wert sein als ein Bonussystem. Unsere Autoren und Experten geben interessante Handreichungen, wie ein Unternehmen sich – bei jedem Mangel an Bewerbern – bemerkbar und begehrenswert machen kann. Ob Wertekanon oder Alleinstellungsmerkmale, ob Auftreten der

Führungskräfte im Unternehmensalltag oder Leistungsversprechen, ob Außendarstellung oder gelebte Firmenphilosophie: Die Mittel und Wege sind mannigfaltig, um sich als attraktiver und glaubwürdiger Arbeitgeber zu präsentieren. Viel Spaß beim Lesen, Erfahren und Entdecken wünscht

Dr. Simone Richter

Mit freundlicher Unterstützung von:

GRUSSWORT VON SIMONE RICHTER


EMPLOYER BRANDING

Tipps & Tricks für den Mittelstand und Unternehmer

EMPLOYER BRANDING Auf die inneren Werte kommt es an

Der Fachkräftemangel ist eines der zentralen Themen der Arbeitgeberverbände und hält so manches Unternehmen in Atem. Ein Unternehmer: „Wenn wir Stellen ausschreiben bekommen wir nur wenige Bewerbungen, und die sind dann nicht besonders gut…“. Solche Aussagen hörte man vielfach auf der Messe „Zukunft Personal“ Mitte Mai 2015 in Stuttgart. Der folgende Artikel soll nun in aller Kürze einen Überblick geben, wie man auf den Fachkräftemangel reagieren kann. Sicherlich sind die Herausforderungen für jedes WJUnternehmen unterschiedlich und, das sei vorweg gesagt, es gibt keine Lösung, die immer passt. Wem hier die Erfahrung fehlt, darf sich gerne an die unten genannten Spezialisten aus den Reihen der WJ Esslingen wenden.

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Zunächst sollen einige wenige zentrale Zusammenhänge aufgezeigt werden und anschließend konkrete Tipps gegeben werden. Generell gilt: je bekannter und attraktiver ein Unternehmen, desto mehr und bessere Bewerber bekommt es. Allerdings kann es trotzdem zu Engpässen kommen, wenn an die Zielgruppen extrem hohe Anforderungen gestellt werden (z.B. im Management) oder es


generell nur sehr wenige fachliche Spezialisten gibt.

Begriffliche Abgrenzung Die Rekrutierung befasst sich mit der Gewinnung von Mitarbeitern über unterschiedliche Wege und Methoden. Das Employer Branding wirkt dabei unterstützend und hilft neue Mitarbeiter leichter zu gewinnen und länger an das Unternehmen zu binden.

Hinter dem Modewort Employer Branding versteckt sich im Kern die Attraktivität des Arbeitgebers. Und zwar nicht nur eine aufgesetzte, die per Broschüre oder Plakat für das Unternehmen wirbt. Vielmehr geht es um einen „ganzheitlichen Ansatz“, der zum Ziel hat das Unternehmen wirklich zu einem begehrten Arbeitgeber zu machen. Der Weg dahin ist mehr oder weniger aufwändig, da es um nichts Geringeres geht als

attraktiver als die Wettbewerber zu sein. Und Wettbewerber sind hier nicht nur die direkten Wettbewerber, die uns bei Produkten und Lösungen die Kunden streitig machen. Wettbewerber sind auf dem Arbeitsmarkt alle Unternehmen, die die gleichen Qualifikationen benötigen. Was macht uns als Arbeitgeber attraktiv und hoffentlich attraktiver für die richtigen Kandidaten? Diese

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EMPLOYER BRANDING

Marc Glasl Der Fachkräftemangel beschäftigt die Unternehmen seit mehreren Jahren und in vielen Bereichen sind erfahrene Mitarbeiter kaum verfügbar. Auf der Suche nach Lösungen kommen viele Unternehmen an den Punkt, wo auch Studenten und Hochschulabsolventen in Betracht gezogen werden. Doch wie geht man vor, um an den Hochschulen erfolgreich zu rekrutieren? In diesen Situationen wird Campus Career Network gerne zu Rate gezogen. Seit 2001 rekrutiert das Team um Marc Glasl „ähnlich wie ein Headhunter“ Absolventen mit Köpfchen für zahlreiche Kunden. Mit der CampusTour.de gelang außerdem bereits 2006 die Umsetzung eines ganz neuen bundesweiten Werbeformats. Heute hat die Agentur 15 Mitarbeiter.

Rekrutierungsstrategien kurz anskizziert: Fachkräfte: • Selbst ausbilden • Netzwerk: Mitarbeiter aus dem entsprechenden Bereich fragen, ob sie solche Fachkräfte kennen (aus der Berufsschule, von Fortbildungen etc) • Anzeigenschaltung je nach konkreter Position (Printanzeige, Onlineanzeige)

Hochschulabsolventen:

scheinbar einfache Frage kann in mittleren und großen Unternehmen schon mal mehrere Monate oder über ein Jahr diskutiert und planerisch optimiert werden, da diverse interne und externe Merkmale betrachtet werden müssen.

• Hochschuljobmessen • Spezialanbieter wie Campus Career Network • Online-Stellenanzeigen • Kooperation mit Lehrstühlen

Young Professionals: • Online-Stellenanzeigen • Networking und Mitarbeiterempfehlung • Arbeitnehmerüberlassung und Personalberater

Führungskräfte: • Persönliches Netzwerk • Personalberater • Anzeigenschaltung (ggf. Printmedien, spezielle Online-Angebote)

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Für uns WJ heruntergebrochen empfehle ich folgendes: Wenn wir uns in unsere Bewerber hineinversetzen, was wäre uns dann wichtig für die Entscheidung für den einen oder anderen Arbeitgeber (Employer of Choice)? Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Wahl eines Arbeitgebers ein sehr egoistischer Akt ist. Für einen Bewerber ist dieser


Eine glückliche Belegschaft ist gste das nachhalti gs un er ti Rekru t. en m instru

Marc Glasl

Prozess mit sehr vielen Unsicherheiten, teilweise sogar Ängsten und natürlich auch Bedürfnissen verbunden. Mögliche Fehlentscheidungen sind mit verschiedenen Einbußen verbunden und setzen den Bewerber unter einen hohen Druck. Entsprechend wichtig ist es als Arbeitgeber Vertrauen zu wecken und Perspektiven aufzuzeigen:

• Freunde oder Verwandte empfehlen mir das Unternehmen – das gibt mir Sicherheit und Vertrauen.

Das Employer Branding hat die Aufgabe diese oben genannten Situationen zu entwickeln und zu fördern. Und das bedeutet nichts geringeres, als an diversen, auch tiefgreifenden Themen im Unternehmen Verbesserungen zu planen und umzusetzen. Erst wenn die überwiegende Anzahl der Mitarbeiter wirklich gerne zur Arbeit kommt – und darüber in ihrem privaten Umfeld berichtet, ist man dem Ziel nahe. In diesem Zusammenhang erfolgreiche Unternehmen gewinnen begehrtes Personal leichter und binden die Mitarbeiter länger und robuster bei versuchten Abwerbungen.

Nachhaltig bringen nur begeisterte Mitarbeiter und Kunden Erfolg.

• Das Unternehmen ist in der

Wikipedia: Employer Branding, Recruiting Employer Branding (dt. Arbeitgebermarkenbildung) ist eine unternehmensstrategische Maßnahme, bei der Konzepte aus dem Marketing – insbesondere der Markenbildung – angewandt werden, um ein Unternehmen insgesamt als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und von anderen Wettbewerbern im Arbeitsmarkt positiv abzuheben (zu positionieren).

e Executiv ist eine g Coachin Form besondere her ic tl ganzhei atung. er lb a Person

Gerd Kleinmann

Öffentlichkeit positiv oder zumindest nicht negativ belegt

• Die Werte für die Unternehmen und Produkte stehen, und die man beim Besuch des Unternehmens erleben kann, decken sich mit den eigenen

• Alles was ich höre und sehe ist ehrlich und authentisch

• Es gibt Entwicklungsmöglichkeiten, idealerweise fachlich und mittelfristig auch einen Zuwachs an Verantwortung

Integrierte Kommunikation , einheitliches Image und Unternehmenskultur werden immer wichtiger.

dhunter Jeder Hea ern st er in sollte st lb se ie Lin mer Unterneh ie d m u , in se d die n u Sorgen sn Investitio es zu in se Ängste Kunberatenden len , h fü u den z en und zu versteh en . tz se u um z

tung albera Person chaft idens aus Le sten tet Ko bedeu ft in ernun und V u ang z Einkl . n e bring

HR ist der Motor eines je Unternehm den ens. Dieser besti m Verderb un mt d Gedeih ein es ökonomisch en Unternehm ens und der Un te nehmung se rlbst.

Marina Andrejewa

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EMPLOYER BRANDING

TIPP: Mitarbeiter werben Mitarbeiter Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern einen Bonus, wenn diese einen Kandidaten „organisieren“. Der Bonus ist sehr unterschiedlich gestaltet und kann aus Sachleistungen bestehen (Tankgutscheine oder ähnliches). Oft erhält der vermittelnde Mitarbeiter Geld, bei Arbeitsantritt oder erfolgreicher Probezeit des neuen Kollegen. Größenordnungen liegen in der Regel zwischen 500 und 3000 Euro.

TIPP: Onlineanzeigen Stellenanzeigen im Internet sind mittlerweile das Standardinstrument im Markt. Wer hier Anzeigen schalten möchte, kann bares Geld sparen. Hierzu spricht man Rekrutierungsspezialisten aus dem Umfeld an und fragt nach Anzeigenpaketen. Diese sind in der Regel gegenüber Einzelbuchungen bei Jobbörsen nennenswert rabattiert und erhöhen gerade bei schwierigen Positionen die Reichweite und somit die Chance passende Bewerbungen zu erhalten.

Expertenkontakte für Personal-Themen Marina Andrejewa Unternehmensberaterin marinaandrejewa@mail.de Telefon 0173 840 73 04 Petra Brand Brand Personalberatung p.brand@brand-personalberatung.de Telefon 0711 / 341 72 00 Marc Glasl [C²N] - Campus Career Networkk marc.glasl@c2n.de 0711 / 66 46 36-23 Gerd Kleinmann Gerd Kleinmann Executive Coaching GbR Stuttgart info@gerd-kleinmann.de Telefon 0711 / 350 82 24 Josef Schuhbauer Boyden Interim Management GmbH post@boydeninterim.de Telefon 0711 / 78 74 48 70

Das Personalmarketing hat parallel dazu die Aufgabe der Öffentlichkeit oder nur speziellen Zielgruppen über dieses besonders attraktive Unternehmen zu berichten. Das geschieht dann auf vielfältige Weise:

• Imageanzeigen & Öffentlichkeitsarbeit

• Fachvorträge & Unternehmenspräsentationen & Firmenbesichtigungen

• Vergabe von Praktika und Abschlussarbeiten um das Unternehmen erlebbar zu machen und vieles mehr Solange trotz dieser Bemühungen die vorliegenden Bewerbungen nicht ausreichen, gibt es ein ergänzendes Arsenal an Sofortmaßnahmen:

• Die Belegschaft oder auch Freunde und Bekannte bitten nach potentiellen Mitarbeitern Ausschau zu halten und Empfehlungen auszusprechen

• Anzeigenschaltungen in Print und Online-Medien

• Jobmessen besuchen • Einschalten von Rekrutierungsdienstleistern (Arbeitnehmerüberlassung, Personalvermittler, Headhunter und vieles mehr. Marc Glasl

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Steiff vertraut der BW-Bank: Weil man mit dem richtigen Partner an der Seite ruhiger schläft.

Baden-Württembergische Bank Vertrauen bekommt man nicht geschenkt, man muss es sich erarbeiten. Mit kompetenten Beratern, die jederzeit hellwach sind und sich nie mit der zweitbesten Lösung begnügen. Unser langjähriger Kunde Steiff würde sich nicht mit weniger zufriedengeben – eben typisch BW-Bank Kunde. Vertrauen auch Sie auf uns.

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EMPLOYER BRANDING IHK

Projekte am Übergang Schule-Beruf als Maßnahmen des Employer-Brandings

Gut Einsteigen mit der IHK Die IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen bietet verschiedene unterstützende Projekte an, die dazu beitragen können, dem zunehmenden Fachkräftebedarf wirkungsvoll zu begegnen. Hierzu zählen das im Landkreis Esslingen gut verankerte Projekt Bildungspartnerschaften, die darauf aufbauende dialogorientierte Initiative Ausbildungsbotschafter sowie das anforderungsorientierte Beratungsangebot „Azubi gesucht“

I) Bildungspartnerschaften „Jeder Schule einen Partnerbetrieb“ … … ist das erklärte Ziel der Vereinbarung zwischen Land und Wirtschaft, die auf Initiative der Industrie- und Handelskammern im November 2008 geschlossen wurde. Damit wird die bisherige Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben auf eine neue Grundlage gestellt. Eine Bildungspartnerschaft ist eine langfristig angelegte, mindes-

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tens drei Maßnahmen umfassende Kooperation zwischen allgemeinbildenden weiterführenden Schulen und Unternehmen. Sie zielt darauf ab, Schülern frühzeitig Einblicke in die Arbeits- und Berufswelt zu ermöglichen und ihre sozialen Kompetenzen zu fördern. Auf diese Weise können Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungsreife von Schulabgängern leisten. Darüber hinaus erleichtert eine Bildungspartnerschaft die Kontaktaufnahme zu den Nachwuchskräften von morgen und ermöglicht Ihnen


als Standortbekenntnis eine breite öffentliche Wahrnehmung. Die Ausgestaltungsmöglichkeiten einer Bildungspartnerschaft sind vielfältig und abhängig von der zeitlichen und personellen Verfügbarkeit im Unternehmen sowie dem Bedarf der Schule. Beispiele sind: • Betriebsführung • Hospitationen/ Praktika • Fachvorträge • Azubi-Vortrag • Klassenworkshop • Teilnahme des Ausbilders am Elternabend • Benimm-/Knigge-Training • Bewerbungstraining, Auswahlverfahren, Eignungstests • Lehrerpraktika • ein-/mehrtägige Projektarbeit im Betrieb • Leitung einer Arbeitsgemeinschaft durch Auszubildenden • schuleigene Berufsbörsen, Hausmessen, Berufsinfotage • Planspiele, Juniorfirmen • Mentoring uvm. Nach einer telefonischen oder persönlichen Vorstellung des Projektes sucht der IHK-Projektverantwortliche für Sie eine räumlich und

möglichst auch fachlich Ihrem Unternehmen nahe stehende Schule. Ein sog. „Runder Tisch“ dient dem gegenseitigen Kennenlernen der Vertreter von Schule und Unternehmen, der Ermittlung einer gemeinsamen Schnittmenge und der Bestimmung in Frage kommender Maßnahmen. An einem weiteren Termin findet dann die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung statt (unter Einbeziehung der lokalen Presse).

Mittlerweile bestehen im Landkreis Esslingen rund 230 Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen. Jede allgemeinbildende weiterführende Schule unterhält mindestens eine Bildungspartnerschaft zu einem Ausbildungsbetrieb. Zahlreiche Firmen kooperieren mit mehreren Schulen. Bildungspartnerschaften haben sich als ein wirksames Konzept des Ausbildungsmarketings im Landkreis Esslingen fest etabliert.

Selbstverständlich steht der IHKProjektveranwortliche auch nach Abschluss der Bildungspartnerschaft als Ansprechpartner zur Verfügung. Gerne berät er über Möglichkeiten des Ausbaus der bestehenden oder des Aufbaus einer weiteren Bildungspartnerschaft, leistet im Bedarfsfall mediatorische Unterstützung und informiert über den Verlauf der Maßnahmen. Darüber veranstaltet die IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen jedes Jahr eine große Bildungspartnerkonferenz, die wechselweise in kooperierenden Schulen und Unternehmen stattfindet und dem Erfahrungs- wie auch Ideenaustausch in den Themenfeldern Berufsorientierung und Fachkräftegewinnung dient. Zu dieser Veranstaltung sind alle an der Berufsorientierung im Landkreis Esslingen aktiv beteiligten Partner eingeladen.

II) Ausbildungsbotschafter Viele Jugendliche verlassen die Schule ohne konkreten Berufswunsch und ziehen eine Ausbildung nicht in Betracht. Vielmehr entscheiden sie sich für weiterführende Schulen, ohne zu wissen, dass eine Lehre aussichtsreiche Perspektiven eröffnet. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde die vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg geförderte landesweite Initiative „Ausbildungsbotschafter“ gestartet. Dabei werben Auszubildende in allgemeinbildenden Schulen für eine Berufsausbildung. Die Ausbildungsbotschafter ermöglichen direkte und authentische Einblicke in interessante

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EMPLOYER BRANDING IHK

Ausbildungsbotschafter sollen folgende persönliche Voraussetzungen mitbringen: • sie sind offen und kommunikativ • sie haben Freude an ihren Berufen • sie können vor Gruppen auftreten • sie können sich in Diskussionen behaupten • sie können persönliche Erfahrungen einbringen

Ausbildungsberufe und geben umfassende Informationen über die Berufsausbildung, über die Vielfalt der Berufswelt und über Karrieremöglichkeiten. Der Kontakt zum wirklichen Arbeitsleben baut bei den Schülerinnen und Schülern Unsicherheiten ab und schafft Motivation und Lernbereitschaft für neue Erfahrungen in der Berufsorientierung. Die Ausbildungsbotschafter sind Auszubildende aller geregelten Ausbildungsberufe, die mitten in der Ausbildung stehen (2. oder 3. Lehrjahr bzw. Anerkennungsjahr), eine ausreichende persönliche und fachliche Eignung mitbringen und daher glaubwürdig berichten können, was an ihrem Beruf Spaß macht. Die Leitstelle der Landesinitiative „Ausbildungsbotschafter“ ist 12

• Fachlich wird vorausgesetzt, dass Ausbildungsbotschafterdie Inhalte und den Verlauf der Ausbildung kennen • erste praktische Erfahrungen in ihren Berufen gesammelt haben und die wesentlichen • Prüfungsvoraussetzungen kennen

beim Baden-Württemberg-ischen Industrie- und Handelskammertag angesiedelt. Weitere Partner der Initiative sind der Baden-Württembergische Handwerkstag, die Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände e. V. und der Deutsche Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg. 17 regionale Koordinatoren übernehmen die Aufgabe, die Auszubildenden als Botschafter zu gewinnen. Die Koordinatoren suchen interessierte Schulen und Unternehmen bzw. interessierte Unternehmen und Schulen melden sich bei den jeweiligen Koordinatoren. Die Koordinatoren bereiten die Botschafter durch eine Schulung auf ihre Einsätze vor. Inhalte der Schulungen sind u.a. Präsentationstechniken, Berufsausbildung, Vielfalt der Ausbildungsberufe und Karrieremöglichkeiten. Die Koordinatoren planen und steuern in Abstimmung

• die Vorteile ihrer Berufsausbildung beschreiben können und Kenntnisse über die grundlegenden Anforderungen einer Bewerbung sowie über das Auswahlverfahren in ihrem Betrieb besitzen • die beruflichen Perspektiven und Beschäftigungsfelder ihrer Berufe aufzeigen können

mit der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit die Schuleinsätze der Ausbildungsbotschafter. Dabei sind sie berufsübergreifend für alle Berufsgruppen zuständig. Die Unternehmen empfehlen Auszubildende aus ihrem Betrieb, die die notwendigen Voraussetzungen erfüllen, um als Ausbildungsbotschafter tätig zu werden. Die Betriebe stellen die Auszubildenden für die Schulungen sowie für die Einsätze in den Schulen frei. Die Botschafter treten idealerweise zu zweit auf.

III) Azubi gesucht Unbesetzte Ausbildungsstelle – keine passenden Bewerber? Immer mehr Unternehmen im Bezirk der IHK Region Stuttgart klagen darüber, dass es zunehmend schwerer fällt, offene Ausbildungsstellen mit geeigneten Bewerberinnen und


Bewerbern zu besetzen. Die Konsequenz: Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Neben der demografischen Entwicklung ist ein Grund, dass sich Jugendliche bei ihrer Berufswahl nicht selten auf nur wenige bekannte Berufe konzentrieren. Andererseits verfügen besonders kleine und mittelständische Unternehmen nicht über die Ressourcen, Auszubildende zu rekrutieren

beziehungsweise ein umfassendes Bewerbungsverfahren durchzuführen und dabei vertiefte Methoden für die Auswahl von Kandidaten anzuwenden. Hier setzt der IHKService „Azubi gesucht?“ – IHK Bewerbervermittlung an. Um die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft mit qualifiziertem Fachkräftenachwuchs zu sichern, bietet die IHK Region Stuttgart Unterstützung bei Suche und Auswahl von Auszubildenden – und das

ohne zusätzliche Kosten. Der Vorteil liegt im persönlichen Kontakt: die IHK kennt die Ausbildungsbetriebe und die Jugendlichen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK Region Stuttgart erstellen zusammen mit dem Unternehmen ein Anforderungsprofil für die zu besetzende Ausbildungsstelle. In Print- und Onlinemedien, in Schulen, auf Messen und Informationsveranstaltungen suchen wir nach jungen Talenten. Das Qualifikationsprofil dieser Jugendlichen

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wird durch Prüfung der Bewerbungsunterlagen, Auswahlgespräche und gegebenenfalls durch Tests festgestellt. Im Anschluss daran erfolgt der Abgleich zwischen dem Anforderungsprofil des Unternehmens und dem Qualifikationsprofil der Jugendlichen, um dem Unternehmen passgenau Bewerberinnen und Bewerber für die Besetzung der Ausbildungsstelle präsentieren zu können.

IV) Berufsparcours Bei dieser neuen Form der Ausbildungspräsentation bieten Unternehmen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Ausbildungsberufe am Beispiel typischer Aufgaben aus ihrer Firma kennenzulernen.

Unsere Serviceleistung für Unternehmen • Erfassung der Anforderungen an die künftigen Auszubildenden • Akquise von zukünftigen Auszubildenden • Vorauswahl und passgenaue Vermittlung von Bewerberinnen und Bewerbern • Information über Fördermöglichkeiten • Veröffentlichung von Ausbildungsplätzen in der IHK-Lehrstellenbörse.

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Das Team der IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen Ralf Litschke Bildungspartnerschaften Ausbildungsbotschafter ralf.litschke@stuttgart.ihk.de Telefon 0711 / 390 07-83 43 Cristi Kieltsch Azubi gesucht cristi.kieltsch@stuttgart.ihk.de Telefon 0711 / 390 07-83 49 0711 / 390 07-83 43 Britta Schnabel Berufsparcours britta.schnabel@stuttgart.ihk.de Telefon 0711 / 390 07-83 27 0711 / 390 07-83 43

Im Vordergrund des Berufsparcours stehen das praktische Erleben auch unbekannter Berufe, die Beobachtung der Geschicklichkeit durch die Ausbilder und der direkte Kontakt der Firmen zu den Schülerinnen und Schülern. Die Schülerinnen und Schüler haben in 90 Minuten die Möglichkeit, diejenigen Aufgaben an ca. 25 Stationen praktisch kennenzulernen, die ihr individuelles Interesse wecken. Dabei stehen jeweils acht Arbeitsplätze pro Station für die Jugendlichen bereit, die für etwa zehn Minuten eine Aufgabe bearbeiten können. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis zehn aller Schularten. Die Unternehmen erleben Schülerinnen und Schüler bei für den Beruf typischen Arbeitsproben und können talentierte

Unsere Serviceleistung für Bewerberinnen und Bewerber • Wir beraten über Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten • Sichtung der Bewerbungsunterlagen • Wir gleichen das Bewerberprofil mit den Anforderungsprofilen der Unternehmen ab • Bei Bedarf führen wir Berufseignungstests durch • Wir stellen einen Kontakt zum möglichen Ausbildungsbetrieb her und begleiten • Bewerberinnen und Bewerber bis zum Ausbildungsvertrag • Das Lehrstellengesuch nehmen wir in unsere Lehrstellenbörse im Internet auf.


Jugendliche direkt für ein Praktikum, eine Ausbildung oder ein Duales Studium anwerben. Die Vorteile des Berufsparcours: • Der Unternehmensname steht nicht im Vordergrund. Große und kleine, bekannte und unbekannte Unternehmen treten gleichrangig an • Es werden Berufe aus den wichtigsten Branchen vorgestellt

• Schülerinnen und Schüler können unvoreingenommen vorgehen und sich von ihrem spontanen Interesse leiten lassen Fähigkeiten und Kompetenzen der Jugendlichen auf einen Blick erkennbar

• Große Messestände oder aufwendige Vorbereitungen sind nicht erforderlich. Der Kooperationspartner kann auch ganze Aufgaben, inklusive Materialien, stellen

• Übungsstationen vermitteln einen ersten Eindruck von den Ausbildungsberufen

Falls Sie noch Fragen haben können Sie sich gerne jederzeit an das Team der IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen wenden.

• Aufgaben können so gestellt werden, dass Geschlechterpräferenzen überwunden werden

Dieter Proß

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EMPLOYER BRANDING

Lebensphasenorientierte Personalarbeit

Für alle Lebenslagen Employer Branding: Mit innovativen Personalkonzepten zum Erfolg. Ein Baustein aus dem Angebot der Kreissparkasse für ihre Mitarbeiter

Um die Kundinnen und Kunden kompetent und bedürfnisorientiert bedienen und beraten zu können braucht es ausgezeichnete und hochmotivierte Mitarbeiter. Die Kreissparkasse EsslingenNürtingen, als einer der bedeutenden Arbeitgeber und größter kaufmännischer Ausbildungsbetrieb im Landkreis, legt deshalb besonderen Wert auf die lebensphasenorientierte Personalbetreuung und -entwicklung.

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„Wir machen es den Menschen einfach, ihr Leben besser zu gestalten“. Mit dieser Aussage zum Markenkern der Sparkassen, hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in Berlin formuliert, was das Ziel jeder der 416 Sparkassen in Deutschland ist: die Bedürfnisse der Sparkassenkunden in den Mittelpunkt des eigenen Handelns zu stellen. So wichtig wie ihre Kunden sind dem Vorstand der Nummer 20 unter den deutschen Sparkassen die eigenen Mitarbeiter. Deren Bedürfnisse finden sich wieder in innovativen Personalkonzepten, z. B. der lebensphasenorientierten Personalbetreuung und -entwicklung. Im Mittelpunkt des innovativen Konzeptes steht die

Zielsetzung, erstens als attraktiver Arbeitgeber in der Region wahrgenommen zu werden und zweitens die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Die Bedingungen am Arbeitsplatz sind ein wesentlicher Faktor für die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter; dazu gehört, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse in den verschiedenen Lebensphasen individuell berücksichtigt werden. „Das Konzept für eine altersgerechte Arbeitswelt verspricht, Mitarbeiter in jeder Lebensphase „aktiv zu begleiten“. Ob’s gelingt, hängt von der Offenheit, der Flexibilität und dem Mut aller Beteiligten ab“, weiß Michael Bügler,


Jedem das Seine zur rechten Zeit: Mitarbeiter in verschiedenen Lebensphasen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Darauf reagiert der Personalbereich der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.

Abteilungsleiter Personalbetreuung/ -entwicklung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Sommerzeit ist Ferienzeit. Und damit stellt sich vielen Familien die Frage: Was geschieht mit den Kindern, wenn der Jahresurlaub kürzer als die Schulferien ist? Auch das Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, Frank Dierolf, kennt das Problem und ist deshalb froh über das Ferienprogramm, das seine Sparkasse den Kindern von Mitarbeitern bietet. Zumal seine beiden Söhne, dreizehn und vierzehn Jahre alt, das Ferienprogramm in Wendlingen schon in den vergangenen Jahren kennengelernt haben und begeistert waren. „Die wollen wieder hin, diesmal sogar zwei Wochen“, meint Dierolf lachend.

Das Ferienprogramm ist eines von vielen Bausteinen in dem Gesamtkonzept mit welchem die Nummer drei unter den Sparkassen in Baden-Württemberg Mitarbeiter gewinnen und an sich binden möchte (siehe Schaubild auf Seite 18). Michael Bügler, der Personalexperte, erklärt: „Unser Anspruch ist, auf die verschiedenen Altersund Lebensphasen der Mitarbeiter und die daraus entstehenden Besonderheiten möglichst individuell einzugehen.“ Hintergrund des Konzeptes ist der demografische Wandel, der auch vor der Kreissparkasse nicht Halt macht. „Es wird immer weniger Nachwuchskräfte geben. Deshalb müssen wir versuchen, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben und die Mitarbeiter, die wir haben, zu halten“, meint

Bügler. „Bereits jetzt stellen wir fest, dass wir die Anzahl der circa 50 Ausbildungsplätze kaum mehr erfolgreich besetzen können“. Für den jugendlichen Einsteiger bei der Kreissparkasse steht zunächst die Ausbildung im Vordergrund und damit der Wunsch, sich viel theoretisches und praktisches Wissen anzueignen. So meint Denise Hasenwandel, ehemalige Auszubildende und heute Mitarbeiterin der Filiale Altbach: „Von Anfang an wollte ich viel mit Menschen zu tun haben. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass meine Arbeit so vielseitig sein wird. Jeder Kunde kommt mit einem anderen Anliegen. Dabei lerne ich unglaublich viel.“

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EMPLOYER BRANDING

Sobald junge Mitarbeiter im Beruf Fuß gefasst haben, stellt sich bei vielen die Frage nach der Weiterbildung. Wie bei Anne Lisa Wiesinger. Sie hat ein dreijähriges Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg absolviert. In dieser Zeit war sie jeweils drei Monate an der Hochschule und drei Monate in der Kreissparkasse tätig. Nach ihrem Abschluss bewarb sie sich für ein Entwicklungsprogramm und erhielt die Zusage. Zehn Monate danach, arbeitet Sie als Geschäftskundenberaterin im Team Kirchheim. Wiesinger ist überzeugt: „Mit meinem Engagement trage ich dazu bei, dass die Bindung zu den von mir betreuten Unternehmen weiter intensiviert wird“. Für Mitarbeiter mit (kleinen) Kindern hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie höchste Priorität.

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Themen wie Teilzeitarbeit, flexible Arbeitszeiten, Zuschuss zu Kinderbetreuungskosten, Ferienbetreuung und Wiedereinstieg stehen im Fokus. So bei Birgit Kusche. Die Kollegin hat nach ihrer neunjährigen Familienzeit beruflich wieder Fuß gefasst. „Eigentlich wollte ich zurück in die Auslandsabteilung. Dort war ich vor meiner Berufspause als Sachbearbeiterin tätig. In internen Bereichen sind die Stellen aber rar. So habe ich nach anderthalb Jahren Sonderurlaub das Programm zum Wiedereinstieg in Filialen genutzt und arbeite mittlerweile 50 Prozent Teilzeit in der Filiale Scharnhauser Park“, erzählt Kusche. Vor allem etablierten Mitarbeitern in der Lebensmitte geht es häufig darum, eine Balance zwischen Berufs- und Privatleben zu finden. Stichworte wie Teilzeitarbeit , auch

in Führungspositionen, Sabbatical oder Gesundheitsvorsorge werden zu wichtigen Themen. Meist in dieser Lebensphase sind die eigenen Eltern oft an dem Punkt, dass sie Hilfe benötigen. Hier unterstützt der Baustein „Pflege von Angehörigen“. Ursula Brandenburg aus der Kreditabteilung Unternehmenskunden in Nürtingen hat davon Gebrauch gemacht. „Als sich der Gesundheitszustand meiner Eltern sehr schnell deutlich verschlechterte, musste ich sie nach langjähriger häuslicher Pflege doch in einem Seniorenheim unterbringen. Für die Organisation und die Überbrückung, bis sie ins Heim konnten, habe ich mich fünf Tage freistellen lassen“, erzählt sie. Die dritte Säule des Konzeptes für eine altersgerechte Arbeitswelt


betrifft die älteren Mitarbeiter. Das Konzept „Engagiert umsteigen und sanft aussteigen“ schafft die notwendigen Bedingungen, damit das Arbeiten bis zum Eintritt ins Rentenalter möglich und fruchtbar ist (siehe Infokasten auf Seite 21). Dafür stehen zum einen gezielte Weiterbildungsangebote zur Verfügung, vor allem bei technischen Neuerungen. Es bedeutet aber auch, dass eine Führungskraft in den letzten Jahren ihres Berufslebens auf eigenen Wunsch in die zweite Reihe zurücktritt oder dass sie Teilzeit arbeitet – und somit zu einem gut vorbereiteten, effizienten Führungswechsel beiträgt. Wichtig für den Erfolg des Ihre Filiale vor Ort • www.ksk-es.de • 0711 398-5000 Konzeptes ist, dass all die Maßnahmen und Angebote den Mitarbeitern einen echten Mehrwert bieten. Darüber hinaus müssen die Führungskräfte für das Konzept gewonnen nicht vorstellen kann. Dieser an die Führungskräfte gerichtet werden. So nutzt beispielsweise Herausforderung hat sich die Kreisund werden von diesen genutzt. der Wille nach mehr Teilzeitarbeit sparkasse angenommen und eine Für eine breite, hierarchieüberwenig, wenn sich die unmittelbare einfache Lösung gefunden: Alle greifende Akzeptanz ist somit Führungskraft ein solches Modell Bausteine des Konzeptes sind auch gesorgt. Gertrud Henle

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EMPLOYER BRANDING

Experten im Dialog: Fünf Fragen an Michael Bügler

Blick in die Praxis Der Verantwortliche der Personalbetreuung/ -entwicklung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen gewährt Einblicke Verglichen mit vor zehn Jahren: Welche entscheidenden Veränderungen sehen Sie in der Arbeitswelt? Bügler: Wo vor zehn Jahren noch von 8 bis 17 Uhr gearbeitet wurde, ist heute viel mehr Flexibilität der Arbeitszeiten gefragt, oft in Kombination mit Teilzeitarbeit. Das gilt nicht nur für Eltern mit Kindern, sondern auch für junge Mitarbeiter, die nebenher studieren, oder für Ältere, die durch Teilzeit einen sanften Ausstieg aus dem Berufsleben haben wollen. Als Arbeitgeber müssen wir hier noch viel flexibler werden.

Ihre Abteilung will „Mitarbeiter in jeder Lebensphase aktiv begleiten“. Wird sie diesem Anspruch gerecht? Bügler: Unsere jungen Mitarbeiter betreuen wir mit unserem mehrstufigen Talentmanagement-Programm sehr intensiv. Bei etablierten

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Mitarbeitern sieht es etwas anders aus. Hier sind wir vor allem auf Signale der Mitarbeiter angewiesen, wenn sie eine Begleitung bzw. Veränderung wünschen. Dies können sie beispielsweise auf dem Bogen des Mitarbeitergesprächs vermerken.

Können Sie die Wünsche aller erfüllen? Bügler: Nein, sicher nicht. Es muss einen Ausgleich der Interessen geben. So macht es aus unternehmerischer Sicht keinen Sinn, jemanden im Filialbereich zu 20 oder 30 Prozent zu beschäftigen, auch wenn der Wunsch mancher Mütter hier durchaus verständlich ist.

Wird es noch weitere Bausteine im Konzept geben? Bügler: Wir haben keinen vorgefertigten Baukasten. Stattdessen

wollen wir im Gespräch mit den Kollegen erfahren, welche Bausteine wir noch ergänzen können. Deshalb haben wir die Fokusgruppen „Beruf und Familie“, „Beruf und Alter“ und „Frauen in Führung“ gestartet. Damit hoffen wir, gemeinsam mit Interessierten neue Ideen zu generieren und umzusetzen.


Es ist erwiesen, wie bedeutend Führungsarbeit und deren Qualität auf Teams und deren Performance wirkt. Was macht die Sparkasse für die Ausbildung und Betreuung ihrer Führungskräfte? Bügler: Im Rahmen unseres Talentmanagementprogramms haben wir gemeinsam mit dem Führungskräftenachwuchs Führungsleitlinien fixiert. Aus diesen wiederum wurde ein einheitliches Führungskonzept für alle Führungskräfte entwickelt.

Übernimmt ein Mitarbeiter eine Führungsposition neu, wird er in den ersten 100 Tagen durch unseren Führungscoach begleitet. Alle Führungskräfte erhalten einen „Bildungspass“, in welchem die Pflichtseminare und die ergänzenden Seminarbausteine aufgeführt sind.

zurückgemeldet – im Mitarbeitergespräch. Jedes Mitarbeitergespräch beinhaltet nicht nur die Beurteilung des Mitarbeiters durch die Führungskraft, der Mitarbeiter hat ebenfalls die Möglichkeit seiner Führungskraft ein Feedback über deren Arbeit zu geben. Das Interview führten Gertrud Henle und Petra Wunderlich.

Damit wollen wir einen einheitlichen Standard in der Führung schaffen. Ob und wie dies gelingt, erhält jede Führungskraft mindestens einmal im Jahr umfassend

Arbeit und Alter Die Kreissparkasse wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Arbeit und Alter“ für ihr Gesamtkonzept „Engagiert umsteigen und sanft aussteigen“ von der Jury von berufundfamilie, einer Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die den Wettbewerb ausgeschrieben hatte, ausgezeichnet. Sowohl mit dem zweistufigen Arbeitszeitmodell „Teilzeit im Alter“ als auch mit dem Service „Umstieg im Alter“ sollen Leistungsfähigkeit und Motivation der Generation 55plus erhalten werden. „Teilzeit im Alter“ ermöglicht Beschäftigten mit 55 bzw. 60 Jahren, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Die Kreissparkasse übernimmt dabei einen teilweisen Lohnausgleich in Höhe von acht beziehungsweise zehn Prozent des Ausgangsgehalts. Beschäftigte, die den „Umstieg im Alter“ – also einen anderen Arbeitsplatz für ihre letzten Tätigkeitsjahre – suchen, werden von Personalreferenten dabei unterstützt. Hospitationen und Entwicklungsprogramme für ältere Beschäftigte sowie Gesundheits-Seminare ergänzen das Programm.

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V E R A N S TA LT U N G E N 2 0 1 5

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1 2 3 4 5 6 7 After Work Business Lounge 8 9 Business Lunch 10 B2B Messe 11 12 22 14 Kreativwerkstatt Improvisationstheater 15 16 17 22 19 20 22 22 23 24 Golf-Turnier und Schnupperkurs & 25 Motorradtour nach Bamberg (24. -26.) 26 27 28 Besichtigung Krematorium in RT 29 30 31

Juli

1 Cabriotour 2 3 4 After Work Business Lounge 5 6 7 8 9 10 Zwiebelfest Esslingen 11 Kreativwerkstatt Improvisationstheater 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 25 25 26 27 28 29 30 31

August

1 After Work Business Lounge 2 3 Business Lunch 4 5 6 7 8 Kreativwerkstatt Improvisationstheater 9 10 BUKO 11 BUKO 12 BUKO 13 BUKO 14 15 16 17 18 19_WJ-Familientag 20 21 22 23_Koch-Event bei Ilzhöfer 24 25 26 27 28 29 30

Sept.

Freitag, 23. September 2015 um 18.30 Uhr

Koch-Event bei Ilzhöfer

Freitag, 24. Juli 2015 um 13 - 19 Uhr

Mittwoch, 28. Juli 2015 um 16 Uhr

Golf-Turnier und Schnupperkurs

Besichtigung des Krematoriums Römerschanze in Reutlingen

In diesem Jahr veranstalten wir das 4. Golfturnier und den Schnupperkurs erstmals gemeinsam mit dem BDS Kirchheim. Wir laden Euch herzlich ein von unserem Golf-Professional, Nico März, in die Welt des Golfens eingeführt zu werden und beim anschließenden Putt-Turnier einen attraktiven Preis zu gewinnen. Ort: Golfanlage KirchheimWendlingen, Schulerberg 1, 73230 Kirchheim Bitte beachten, dass Golfturnier und Golf-Schnupperkurs separat gebucht werden. 22

In Reutlingen hat die Feuerbestattung eine lange Tradition. Nach Heilbronn, Stuttgart und Ulm war Reutlingen seit 1910 die vierte Kremationsanlage in Württemberg. Die steigende Zahl von Einäscherungen und die sich ständig verschärfenden Umweltvorschriften stellen das 2002 in Betrieb genommene Krematorium Römerschanze vor immer neue Herausforderungen. Ort: Krematorium Römerschanze Dietweg 37-41, 72760 Reutlingen

So lecker schmeckt Ungarn! Dem Thema konnten sich die Teilnehmer unserer diesjährigen Delegationsreise Ende April/Anfang Mai schon mal nähern. Nun wollen wir es einmal selbst ausprobieren – beim Koch-Event in der Ilzhöfer Kochschule Esslingen am Hafenmarkt startet unser gemeinsames kulinarisches Erlebnis! Wir kochen gemeinsam ein 3-Gang Menü – passend zum Land der Präsidentenreise. Preis pro Person: 85,00 Euro (inkl. MwSt.) Darin enthalten sind 1 Glas Sekt zum Apero, Mineralwasser und Säfte, Riesling Esslinger Burg und Acolon der Esslinger Weingärtner. Die Teilnehmerzahlt ist auf 22 Personen begrenzt. Bitte meldet euch zeitnah an. Ort: Ilzhöfers Event-Kochschule Am Hafenmarkt 12 73728 Esslingen


Donnerstag, 29. Oktober 2015 um 18 Uhr

Business Speed Dating im Autohaus Entenmann

Mittwoch, 21. Oktober 2015 um 19 Uhr

„Burnout-Prävention“ mit Dr. Horst-W. Reckert

Zum ersten Mal können Unternehmer und Unternehmerinnen aus der WJ-Region Stuttgart Kontakte im Auto knüpfen. Im Autohaus Entenmann kann das geschäftliche Netzwerk in stilechter Umgebung erweitert werden. Details folgen mit der Einladung.

In den Bereichen Beruf und Privatleben haben wir mittlerweile einen Rahmen erhöhter Anforderungen: mehr, schneller, besser und billiger. Das führt in einer Zeit der persönlichen Individualisierung zu Spannungen und Konflikten. Wie schaffe ich es als Unternehmer mich selbst und meine Mitarbeiter langfristig leistungsstark zu halten? Details folgen mit der Einladung.

Jeden ersten Dienstag im Monat

After Work Business Lounge Hier treffen sich junge Unternehmer, Selbstständige, Führungskräfte, aktive Mitglieder und Förderkreismitglieder sowie Senatoren um sich auszutauschen. Interessierten Gästen beantworten wir in einer gemütlichen Gesprächsrunde beim gemeinsamen Abendessen (Selbstkosten) alle Fragen rund um die Welt der Wirtschaftsjunioren. Und natürlich bleibt genügend Freiraum für jeden, sich selbst und den Betrieb vorzustellen. Und das alles in gemütlichem Ambiente. Anmeldung erbeten unter www.wj-esslingen.de Immer um 19 Uhr, Ort wird bekannt gegeben.

Samstag, 28. November 2015 ab 18.30 Uhr

Ball der Wirtschaftsjunioren Esslingen im Kulturzentrum Baltmannsweiler Unter dem Motto „Ungarische Rhapsodie“ findet in diesem Jahr der Ball der WJ Esslingen statt.

Montag, 30. November 2015 um 19 Uhr

Betriebsbesichtigung bei Fa. EHEIM, Deizisau Die WJ ES sind eingeladen, die EHEIM-Unternehmensgruppe kennenzulernen (Weltmarktführer im Bereich Aquaristik) und dabei abzutauchen in die Unterwasserwelt... ein Hauch von Karibik in der kalten Jahreszeit. Details folgen mit der Einladung.

Wir haben ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt: Wolfgang Seljé wird als Moderator und Sänger durch den Abend führen, der „Filder-Express“ sorgt in gewohnter Manier für eine volle Tanzfläche. Weitere Highlights sind das Ungarndeutsche Folkloreensemble Wernau in seinen farbenprächtigen Trachten, ein Roulette-Tisch und natürlich DJ Mario! Genießt ein ungarisches Menue, den Kaffee unseres Barista und die Drinks an der Bar im Foyer. Infos zu Eintrittspreisen, Frühbucherrabatt etc. folgen mit der Einladung.

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AUSBLICK

Ball der Wirtschaftsjunioren 2015

Sponsoren willkommen Der Ball der Wirtschaftsjunioren hat inzwischen eine lange Tradition. Er ist in jedem Juniorenjahr ein wichtiger Höhepunkt. 2015 trägt er das Motto „Ungarische Rhapsodie“ – abgeleitet vom Jahresmotto und dem Ziel der Delegationsreise. Die Veranstaltung ist ein wichtiger Ort für Begegnungen und Gespräche, für Kennenlernen und Netzwerken – und auch außerhalb der Tanzfläche gibt es zahlreiche interessante Stationen zu entdecken. Zum Gelingen der Veranstaltung benötigen wir zahlreiche Mitwirkende, insbesondere Sponsoren und Partnerunternehmen. Sie helfen uns dabei, optimalen Rahmenbedingungen zu schaffen

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und viele Ideen zu realisieren. Ein kreatives Ballteam gestaltet diese besondere Festivität derzeit mit großem Engagement. Wir freuen uns über weitere finanzielle Unterstützung in Form eines Sponsorings. Dafür haben wir verschiedene Pakete geschnürt, so dass für jedes Unternehmen der passende Einsatz möglich ist. Bitte helft uns dabei, dass auch der Wirtschaftsball 2015 ein rauschendes Fest wird und uns noch lange in positiver Erinnerung bleiben kann. Haben wir Dein Interesse geweckt? Oder kennst Du weitere Unternehmen, für die ein Sponsoring am Wirtschaftsball in Frage kommt?

Eingeladen sind auch Firmen, die bisher wenig oder keine Berührungspunkte zu den WJ hatten – denn auch aus Marketingaspekten ist die Veranstaltung mit ihrer Zielgruppe durchaus spannend. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit! Alle weiteren Informationen rund um das Ball Sponsoring gibt es bei unserem Incoming Torben Schanz. Er schickt Dir gerne die Präsentation mit den Leistungsbausteinen und Preislisten zu. Seine Kontaktdaten: torben.schanz@star-cooperation. com oder Tel. 0178 6288 740. Simone Richter


RECHTSANWÄLTE STEUERBERATER WIRTSCHAFTSPRÜFUNG

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AUSBLICK

Mitglieder zeigen ihre Unternehmen – Messebesuch für alle Interessierten und Geschäftspartner

B2B Messe der Wirtschaftsjunioren Region Stuttgart – 10. Juli 2015

Was machen eigentlich andere Wirtschaftsjunioren, welches Unternehmen besitzen oder leiten sie?

eigene Unternehmen zu präsentieren, andere Unternehmen kennen zu lernen und selbstverständlich zu netzwerken.

Auf der diesjährigen ersten kreisübergreifenden B2B Messe der Wirtschaftsjunioren am Freitag, den 10. Juli 2015 im Parkhotel Stuttgart Messe/Airport in Leinfelden-Echterdingen zeigen unsere Mitglieder ihre Betriebe, Dienstleistungen und ihr Know-how. Die Messe wird eine businessorientierte Plattform, um das

Ergänzt wird der Nachmittag mit kurzweiligen Impulsvorträgen und einem Vortrag von Dr. Dr. Cay von Fournier von Schmidt Colleg zum Thema Unternehmerenergie. Bei einem Barbecue im Biergarten der hauseigenen Brauerei lassen wir den ereignisreichen Tag ausklingen.

Unser Programm auf einen Blick: 14:30 Uhr Eröffnung der Messe 15:00 bis 17:45 Uhr Impulsvorträge (jeweils ca. 20 Minuten) parallel zur Messe 18:00 Uhr Ende der Messe 18:15 Uhr Begrüßung 18:30 Uhr Key Speaker Dr. Dr. Cay von Fournier 19:30 Uhr Get-Together Barbecue in der Haus brauerei inkl. Getränken 22:30 Uhr Veranstaltungsende Nutze die Dynamik des Netzwerks und entdecke neue Perspektiven. Nutzt die Chance: • Euch und Euer Unternehmen als Aussteller auf der Messe zu präsentieren • als Besucher einen spannenden Messetag zu erleben • Von Anfang an beim ersten Event dieser Art der Wirtschaftsjunioren der Region Stuttgart mit dabei zu sein.

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Lasst uns gemeinsam zeigen und erleben, was die Wirtschaftsjunioren der Region Stuttgart zu bieten haben und genießt eine ideale Kombination aus Business, Networking und Pleasure. So gelingt auch der Brückenschlag zwischen den einzelnen WJ Kreisen in der Region – passend zum diesjährgen Motto des Esslinger Juniorenjahres 2015!

Die Teilnahme mit einem Messestand kostet 350,00 Euro inklusive 3 Eintrittskarten und Come Together. Die Teilnahme als Messebesucher kostet 19,00 Euro pro Person. Die Teilnahme als Messebesucher mit Teilnahme am Come Together Barbecue kostet 39,00 Euro pro Person.

Alle weiteren Informationen und Anmeldung unter www.wj-region-stuttgart.de Lena Balbach Die B2B Messe wird ausgerichtet von den WJ Region Stuttgart also Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Stuttgart und Rems-Murr.

DANKE

FÜR DEN ANTRIEB IM WIRTSCHAFTSMOTOR.

DANKE, MITTELSTAND, DASS WIR SIE MIT UNSEREM ALLFINANZANGEBOT UNTERSTÜTZEN DÜRFEN. Sie machen Deutschland stark. Sie fördern die Wirtschaft. Sie sorgen für Wachstum. Sie schaffen Arbeitsplätze. Wir sagen dafür Danke – mit einem vielseitigen Allfinanzangebot, optimiert für den Mittelstand. Erleben Sie Erfolgsgeschichten aus unserer Zusammenarbeit und erfahren Sie mehr in Ihrer Volksbank Esslingen eG und unter deutschland-made-by-mittelstand.de

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HINBLICK

Unverbrauchte Blicke für professionelle Werbeproduktionen „Win-win-Situation“ in Sachen Design: Wenn junge Durchstarter und alte Hasen gemeinsame Sache machen. Junge Dienstleister gelten in der Medienbranche bei Auftraggebern im Allgemeinen als besonders ideenreich und kreativ – junge Dienstleister stehen bei der gleichen Zielgruppe aber nahezu gleich stark unter „Generalverdacht“, wenn es um die Eigenschaften Verlässlichkeit und Pünktlichkeit geht. „Das eine bieten, das andere ausschließen“ – die Esslinger Lazi-Akademie hat hier nun ihren ganz persönlichen Königsweg gefunden. Denn: Als staatlich anerkannte Bildungseinrichtung zur Ausbildung von Film-, Foto- und Mediendesignern verfügt die Akademie ebenfalls über die hauseigene Werbeagentur LAZI-MEDIEN. Hier werden nicht nur professionell Kunden bedient, sondern erhalten auch immer wieder ausgewählte Studierende Projektzugang zu den professionellen Aufträgen und somit Berufserfahrungen von der Pike auf. Das Motto hier lautet also sprichwörtlich: „Learning by doing“. 28

Die mediale Neuzeit verlangt frisches Denken Designarbeiten und audiovisuelle Medienproduktionen für Unternehmen wie die Stadt Esslingen, die Kiesel Bauchemie, Kaufland, den Deutschen Tonkünstlerverband Baden-Württemberg, MercedesBenz Social Media Night oder auch die Wirtschaftsjunioren Esslingen, deren Jahrbuch “50 Jahre Wirtschaftsjunioren Esslingen” im vergangenen Jahr grafisch gestaltet wurde, sind auf diese Weise bereits schon realisiert worden. Das Besondere daran erklärt Ingo Lazi, Akademieleiter und Geschäftsführer von LAZI-MEDIEN: „Auftraggeber, die mit uns zusammenarbeiten wissen, dass sie absolut professionelle Ausführungen erwarten können. Das gilt für sämtliche Ebenen der Projektplanung bis hin zur Projektdurchführung. Zudem können unsere Kunden zusätzlich aber auch auf die unverbrauchte Rangehensweise der involvierten AkademieStudierenden setzen. Vor allem im konzeptionellen Ideenbereich können diese hier gemeinsam mit den erfahrenen Mitarbeitern sehr oft ganz neue Akzente setzen.“

Seit bereits 65 Jahren bildet die Lazi-Akademie – einst als „Internationale Schule für höhere Fotografie“ vom Fotografen und Bildhauer Adolf Lazi gegründet – Studierende in den Bereichen Filmund Mediendesign, Fotografie und Grafikdesign aus. Bedeutende Karrieren starteten hier. So zählt „die Lazi“ mittlerweile einen Oscar-Gewinner, eine Emmy-Preisträgerin, etliche StarFotografen und sogar den Weltklassemusiker Eberhard Weber, der einst hier Fotodesign studierte, zu ihren ehemaligen Absolventen.

Dominik, Dagmar und Ingo: medienschaffende Familie mit gleichermaßen Traditionsbewusstsein sowie Blick nach vorn.


Junge Durchstarter und alte Hasen machen bei LAZI-MEDIEN gemeinsame Sache.

„Unsere Akademie gewährleistet uns, was viele andere Medienproduzenten einfach nicht haben“, so Ingo Lazi weiter, „nämlich den sich ständig erneuernden Blick durch unsere Studenten.“ Sohn Dominik Lazi ergänzt: „Auch deswegen sind wir nicht nur bei Auftraggebern beliebt, sondern zunehmend auch bei jobsuchenden Designern. Immer mehr Gestalter interessieren sich für unsere ganzheitliche und nachhaltige Arbeitsweise.“

Streamed, interaktiv, viral – so lauten die neuen “Outfits” der Werbung Die klassischen „Bewegt-Bild“ Produktionen Unternehmensfilm und Multivisions-Show beispielsweise sind hier mittlerweile wirkungsvoll ergänzt durch „live gestreamte“ Firmen und Messe-TVs, durch Podcasts sowie auch diverse Viral-Spot-Kampagnen. Und auch die Bereiche Fotografie und Grafik-Design sind laut Dagmar von Münster-Lazi ebenfalls mächtig in Bewegung: „Das digitale Zeitalter“, so die Verwaltungsleiterin der Lazi-Akademie, „be-

stimmt nicht nur immer mehr die Lehrpläne der Akademie, sondern auch die Realaufträge. Themen wie CGI (Computer Generated Imagery), also die rein computerbasierte Bilderstellung, oder auch das Layouten und Umsetzen interaktiver Internetanwendungen können so schnell zu praktischer Realität werden.“

Fazit: „Wer morgen nicht von gestern sein will, muss heute schon an übermorgen denken.“ So könnte das Motto der Esslinger Designschmiede mit angeschlossener Akademie lauten. Im Fall der LAZI-MEDIEN-Kunden sowie -Mitarbeiter gilt dieser Leitspruch sogar für die Zeiten danach.

Geschichte der Lazi-Akademie 1950 Gründung „Internationale Schule für Höhere Fotografie Lazi“ durch Adolf und Eta Lazi. 1970 Die ersten Auftragsfilme Ingo Lazi, der Sohn Adolf Lazis, produziert die ersten Auftragsfilme für namhafte Kunden wie die Offenbacher Lederwarenmesse, Biosthetik Paris oder Olymp-Friseur einrichtungen. 1978 Gründung der Akademie für Medien durch Ingo Lazi 1983

Staatliche Anerkennung Die beiden Ausbildungsgänge Mediendesign und Fotodesign erhalten die staatliche Anerkennung. Die Lazi-Akademie erhält den Status „Ergänzungsschule“.

1984 Einführung des Faches Grafik-Layout 1986 Gründung des Fachbereichs Grafik-Design (digital & print) 1997 Gründung des Studienganges Film 2007 Verlängerung der Ausbildungsgänge Foto-Design und Grafik-Design von 4 auf 6 Semester. 29


D E L E G AT I O N S R E I S E U N G A R N

Zwischen Paprika, Palinka und Puszta Delegationsreise der Wirtschaftsjunioren Esslingen führte 42 Teilnehmer nach Ungarn In bewährter Tradition veranstalten die Wirtschaftsjunioren Esslingen jährlich eine Delegationsreise. Dabei geht es um den Austausch im weltweiten Netzwerk, Einblicke in ausländische Unternehmen und neue wirtschaftliche Kooperationen. Dieses Mal ging es mit 42 Reiseteilnehmern nach Ungarn. Im Land von Paprika, Palinka und Puszta bestand das fünftägige Programm aus einer gelungenen Mischung aus vielen wirtschaftlichen Aspekten, touristischen Highlights sowie allerlei kulinarischen und kulturellen Genüssen.

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Was haben Baltmannsweiler im Kreis Esslingen und Böhönye am Plattensee gemeinsam? In beiden Ortschaften spielt die Halm Pumpen + Motoren GmbH eine zentrale Rolle. Bei der Werksbesichtigung konnten sich die Teilnehmer der WJ Reise davon überzeugen, wie der mittelständische Hersteller den europäischen Gedanken nutzt und lebt. Geschäftsführer Felix Kröll, selbst WJ Mitglied, zeigte den Gästen und Freunden aus der Heimat die Produktionsstätte. Das Familienunternehmen hat sich auf die Entwicklung, Fertigung und

den Vertrieb von Umwälzpumpen und Asynchron-Kurzschlussläufermotoren für einen internationalen Kundenkreis spezialisiert. Der Standort in Ungarn ist einer von fünf erfolgreichen Werken im europäischen Ausland. Keine andere europäische Metropole passt besser zum Jahresmotto „Brückenschlag“ der WJ ES als Budapest. Die Donau-Metropole zeigt nicht nur architektonisch, wie Verbindungen geschaffen werden – sondern eben auch historisch, politisch und ökonomisch. Hier wurde 2009 die JCI European Conference ausgerichtet.


In dieser Stadt mit ihren reizvollen Kontrasten trafen die Gäste aus Esslingen zahlreiche interessante Gesprächspartner, darunter Tamas Galambos, Senator und Past President von JCI Hungary. Im berühmten Jugendstilhotel Gellert direkt an der Donau gab es Begegnungen mit Laszlo Bodi (Präsident der Ungarisch-Deutschen Sektion der Handels- und Industriekammer für Ungarn), Kristina Steltzer (Legationsrätin Erster Klasse und Leiterin Wirtschaft bei der Deutschen Botschaft Budapest) sowie Dr. Arne Gobert (Vorstandsvorsitzender

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D E L E G AT I O N S R E I S E U N G A R N

Halm Pumpen + Motoren GmbH Halm hat sich auf die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Umwälzpumpen und kundenspezifischen Elektromotoren für einen internationalen Kundenkreis spezialisiert. Der Standort in Ungarn ist einer von fünf erfolgreichen Werken im europäischen Ausland. Die größte Produktionsstätte ist in Böhönye unweit des Balaton angesiedelt. Mit 140 Mitarbeitern werden dort Komplettmotoren, Statoren sowie Pumpen hergestellt. Halm favorisiert auch in Zukunft das ungarische Werk und will es erweitern und ausbauen.

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des Deutscher Wirtschaftsclubs Ungarn). Die anschließend von allen als offen erlebte Podiumsdiskussion lieferte ausgesprochen spannende - und an vielen Stellen gegenüber den sonst eher negativen Berichten – durchaus positive und relativierende Einblicke in das politische und wirtschaftliche Innenleben von Ungarn. Wie arbeitet ein Familienbetrieb in sechster Generation? Und was machen junge Führungskräften in Ungarn heute neu oder anders? Das war Thema in der Zwack Destillerie. Dort wird mit einem

220 Jahre alten Geheimrezept „Unicum“ als einer der ältesten Kräuterliköre in Europa hergestellt, das Elixier gilt als Nationalgetränk der Ungarn. Nach dem Besuch der Manufaktur und des Museums kamen die Delegierten mit dem Marketingleiter Ernö Szájbely ins Gespräch. Gemeinsam erörtert wurden Werbe- und Verkaufsstrategien der Traditionsmarke. Die landestypische Gastfreundschaft und Feierlaune der Magyaren wurde beim

Abschlussabend auf dem Schiff mitten auf der Donau nochmals genossen. Unterstützt von der deutschsprachigen Reiseagentur Phoenix Travel in Budapest unter der Leitung von Bela Czobor wird diese Reise für alle Delegierten ein bleibendes positives Erlebnis bleiben. Das Fazit der Präsidentin Dr. Simone Richter: „Ungarn lohnt sich – das gilt nicht nur aus touristischer, sondern erst recht aus wirtschaftlicher Perspektive.“ Simone Richter

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RÜCKBLICK

Gemeinsam an einem Tisch Die WJ ES bei der Vesperkirche: Unser soziales Engagement bringt Menschen gemeinsam an einen Tisch Ende März engagierten sich die Wirtschaftsjunioren Esslingen wieder bei der alljährlichen Vesperkirche in der Frauenkirche – eine Esslinger Institution und bei den WJ Esslingen inzwischen schon eine etablierte Tradition.

reibungslosen Ablauf sorgen, übersteigen die Kosten die Einnahmen bei Weitem. In diesem Jahr krempelten insgesamt 13 Wirtschaftsjunioren und Förderkreismitglieder wieder die Ärmel hoch und hüllten sich in die obligatorischen weißen Schürzen der Vesperkirche.

Von 10.30-14.30 Uhr hieß es wieder Schürze um und ran an die Tische. Das diesjährige Motto „Gemeinsam an einem Tisch“ lud Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen ein an den festlich gedeckten Tafeln mit kreativen Namen wie Johannes Bosco, Hildegard von Bingen, Dalai Lama oder Käthe Kollwitz im Schiff der Frauenkirche Platz zu nehmen.

Ob bei der Anlieferung des Essens, an der Kasse, als Läufer zwischen Spülbereich und Essensausgabe, am Getränkestand oder im Service – die Wirtschaftsjunioren packten überall kräftig mit an, um die Mittagsmenüs den bis zu 450 Gäste zu servieren. Unter der Woche kommen die Speisen von der Kantine des Mercedes-Werks Untertürkheim, am Wochenende vom Essensdienst des geriatrischen Zentrums EsslingenKennenburg.

Für 1,50 Euro konnten die Besucher ein mehrgängiges Mittagessen, Getränke sowie Kaffee und Kuchen genießen. Wer mehr bezahlen konnte, wurde an der Kasse auch schon manchmal mit einem lustigen Spruch gebeten doch einen solidarischen MehrBeitrag zu leisten. Denn, obwohl die Vesperkirche jeden Tag gut besucht ist und unzählige ehrenamtliche Helfer für einen

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Zwischen Suppe, Salat, Hauptgericht und Nachtisch blieb aber immer auch ein bißchen Zeit mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Viele bedankten sich für das gute Essen, manche erzählten was ihnen gerade so einfiel, einige ältere Gäste wetteiferten beim Aufzählen alter Bauernweisheiten, und manch einer der Anwesenden

schmollte auch darüber dass es Freitag war und partout kein Fisch serviert wurde. Wenn manche der Gäste allerdings von ihrem Leben auf der Straße oder von Krankheiten erzählten, die ihren Lebensweg nachhaltig schwer gezeichnet hatten, wurde einem selbst wieder bewusst, dass der Verlauf des eigenen Lebens auch einfach etwas Glück zu tun hat. Umso mehr ist es wichtig, dass einem dieser Aspekt und die Verantwortung für das eigene Leben, aber auch die Gesellschaft als solches, immer wieder bewusst gemacht werden. Viele Spender und 350 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen es mit ihrer Großzügigkeit möglich, dass die Vesperkirche Esslingen nun schon seit sieben Jahren jeweils für drei Wochen im März stattfinden kann. Täglich werden dabei zwischen 280 und 450 Essen an die Gäste serviert. Auch im nächsten Jahr werden die WJ Esslingen ihr traditionelles Engagement wieder mit viel Freude fortsetzen. Christine Clement


Höflichkeit und Wertschätzung als echte Erfolgsfaktoren Vortrag von Freiherr Knigge: Warum Mitarbeiter sowohl einen Morgen- als auch einen Geburtstagsgruß wert sind Auf Einladung von Frank Ilzhöfer, Direktor der Deutschen Bank in Esslingen (siehe Foto links) konnten die Wirtschaftsjunioren Esslingen an einem hochkarätigen Vortrag in der Deutschen Bank Stuttgart teilnehmen: Freiherr Moritz von Knigge referierte zum Thema „Erfolgsfaktor Wertschätzung – Spielregeln für einen guten Umgang im Unternehmen“. Gute Umgangsformen sind hierzulande untrennbar mit dem Namen Knigge verbunden. Als Nachfahre des berühmten Freiherren inspirierte der Referent die Teilnehmer mit verschiedenen interessanten Ansätzen. „Respekt und guter Umgang im Unternehmen zahlen sich aus“, so eine wichtige These. Knigge plädiert in der gelebten Praxis für höchste Ansprüche diesbezüglich an sich selbst und größte Toleranz den Mitmenschen gegenüber. In seinem Vortrag ging er auch auf Höflichkeit im Rahmen digitaler Kommunikation und in anderen Kulturen ein. Feedback ernst zu nehmen und anzunehmen gelte vor allem auch für Führungskräfte, die wertschätzende Kommunikation vorleben sollten – und das beginnt

bei der Begrüßung und beinhaltet auch die Gratulation zum Geburtstag der Mitarbeiter. Knigge: „Das kommt echt gut an!“ Eine wohlwollende Haltung sei die Basis hierfür. Wer Kommunikation als Gemeinschaftsprojekt

betrachtet, kann Missverständnisse eher aus der Welt räumen. Knigges Fazit: „Man muss die Menschen schon ein wenig mögen wenn man mit ihnen umgehen will.“ Simone Richter


RÜCKBLICK

Wie Sie im Wettbewerb um die besten Köpfe als lächelnder Sieger vom Platz gehen Business Lunch mit Till Eibinger In Zeiten von Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen müssen sich Unternehmer immer mehr einfallen lassen, um kluge Köpfe für ihre Unternehmen zu gewinnen. Bei Business Lunch im Mai 2015 konnte die Teilnehmer in kleiner Runde aus erster Hand erfahren wie das geht. Mit Till Ebinger von der Expertalis GmbH konnten wir einen exzellenten Referenten gewinnen.

Knappheit an qualifizierten Bewerbern Von allen Seiten hört man es, „die mittelständischen Unternehmen sind fest in der Hand des

Fachkräftemangels“, so Ebinger. Fast die Hälfte aller mittelständischen Unternehmen beklagen, dass infolge eines Mangels an geeigneten Bewerbern die Vakanzen nur schwer, oder überhaut nicht besetz werden können. Ein Dilema für jedes Unternehmen, denn wer wachsen will braucht auch das nötige Personal dafür. Zum Glück können die meisten Stellen besetzt werden, lediglich knapp sechs Prozent der offenen Positionen können Unternehmen nicht besetzen. Woran liegt es also, dass sich mittelständische Unternehmen schwer tun?

Mittelständler werben oft vergeblich um Talente

Der Grund für diesen Wettbewerbsnachteil klingt banal: Die Absolventen kennen die Mittelständler nicht oder nicht gut genug. Zudem stehen Mittelständler bei ihrer Suche in Konkurrenz zu den Konzernen. Nachwuchskräfte orientieren sich primär in Richtung großer Konzerne. Dabei bieten Familienunternehmen oft genau das, was Absolventen in erster Linie suchen: abwechslungsreiche Teamarbeit, internationale Einsatzmöglichkeiten, einen guten Ruf, Aufstiegschancen, Innovationskultur, ein gutes Arbeitsklima und meist auch eine attraktive Bezahlung.

Was muss ich bei der Personalsuche beachten Bei der Veröffentlichung von Vakanzen und der Generierung von Einstellungen ist das Internet am wichtigsten. Fast 50 Prozent aller offenen Stellen werden mittlerweile über Stellenanzeigen im Internet besetzt. Der Wettkampf um die besten Köpfe kostet die Unternehmen zunehmend mehr Aufwand, mehr Kreativität und auch mehr Geld. Genau hier können Experten wie Till Ebinger helfen. „Wir wollen für unsere Kunden Lösungen präsentieren und Kandidaten präsentieren, die zur Stelle und zum Unternehmen passen.“

Entscheidend für eine erfolgreiche Stellenbesetzung sind: Augenmaß in der Anforderung, ein realistisches Selbstbild, eine professionelle Auswahl der Suchmethoden und eine schnelle Reaktion auf die Bewerber. Björn Malig

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Brücken ins Arbeitsleben WJ Esslingen mit dabei auf der Frühjahresdelegiertenversammlung in Schwerin Um sich über den eigenen Kreis hinaus auszutauschen, fand in Schwerin die Frühjahresdelegiertenversammlung statt. Junioren aus dem gesamten Bundesgebiet (konkret: aus 60 Kreisen mit 199 Stimmen) fanden sich im Ludwig-BölkowHaus ein um sich mit den aktuellen WJ Themen zu befassen. Im Bewusstsein und mit der Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – das ist eine Basis der Arbeit der Wirtschaftsjunioren. Auch das gelebte Prinzip des ehrbaren Kaufmanns ist bei den jungen Unternehmern nicht nur eine leere Floskel. Konkrete Perspektiven für Jugendliche bieten. Hürden überwinden. Auf vielfältige soziale Probleme eingehen. „Das ist die Stärke des Netzwerkes“, betonte Manuela Schwesig. In ihrem Impulsvortrag sprach die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über das Umdenken und die Einladung an die Jugend, zu Fachkräften hierzulande zu werden. „Die Wirtschaftsjunioren bauen den Jugendlichen Brücken ins Arbeitsleben. Sie ermöglichen ihnen wertvolle Erfahrungen und Einblicke, die sie motivieren und ihnen helfen sich zu orientieren.“ Das WJ Projekt „Jugend stärken – 1000 Chancen“ hob Schwesig dabei als besonders

vorbildlich hervor. Im Rahmen des Projekts arbeiten die Wirtschaftsjunioren eng mit Institutionen der Jugendsozialarbeit zusammen, um eine optimale Betreuung junger Menschen zu gewährleisten, die besondere Unterstützung auf dem Weg in den Beruf benötigen. „Wir wünschen uns von der Politik größere Anstrengungen für eine gesamtgesellschaftliche Integration von Zuwanderern und Menschen mit Migrationshintergrund“, erklärte Daniel Senf, Bundesvorsitzender WJD. Die Junioren unterstützen junge Menschen mit Startschwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf. 2015 soll dieses Engagement vor allem auf junge Menschen mit

Migrationshintergrund ausgeweitet werden. Neben dem Engagement der Kreise im Rahmen der Integration standen auch Themen wie die Mitgliedergewinnung auf der Agenda. Der Bundesvorstand wird in Zukunft mit einer eigenen Kampagne – eigens ausgearbeitet von einer Werbeagentur – die Kreise dabei unterstützen. Erbschaftsteuer, Frauenquote, Rentenalter und Mindestlohn: Der Bedarf, die Stimme der jungen Wirtschaft noch deutlicher in die Politik zu tragen, sei ein weiteres zentrales Anliegen, betonte Daniel Senf. Die Kreisvertreter verabschiedeten auf ihrer Frühjahrsdelegiertenversammlung mitunter die „Politischen Positionen 2015“. Simone Richter

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RÜCKBLICK

Ein Blick hinter die Kulissen beim Know-how-Transfer Esslinger Wirtschaftsjunior erkundet eine Woche lang das politische Treiben in Berlin Eine Woche lang hat der Esslinger Wirtschaftsjunior Falk Galetzki einen Einblick in das politische Berlin bekommen. Anfang Mai nahm er an dem Projekt „Know-how-Transfer“ der Wirtschaftsjunioren Deutschland teil und hatte dadurch die Chance, einen Bundestagsabgeordneten auf Schritt und Tritt in seinem Alltag zu begleiten. Insgesamt nahmen rund 150 junge Unternehmer und Führungskräfte aus ganz Deutschland teil. „Es war eine spannende Woche in Berlin und eine tolle Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen“, sagt Falk Galetzki, der die Zeit über den Bundestagsabgeordneten Markus Grübel aus Esslingen am Neckar begleitet hat. Bereits zum 21. Mal haben die Wirtschaftsjunioren Deutschland als bundesweit größter Verband junger Unternehmer und Führungskräfte das Projekt in diesem Jahr organisiert. Ziel ist, Unternehmern einen Einblick in den Alltag der Parlamentarier zu geben und den

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Austausch zwischen Wirtschaft und Politik zu fördern. Dazu begleitete ein Wirtschaftsjunior jeweils einen Parlamentarier zu Terminen, Fraktions-, Ausschuss- und Arbeitsgruppensitzungen. Auf dem Programm stehen zudem Diskussionsveranstaltungen mit Politikern wie Sigmar Gabriel, Michael Fuchs, Hubertus Heil oder Gregor Gysi sowie ein Zusammentreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ab dem Sommer treten die Abgeordneten Gegenbesuche in den Unternehmen an, um den Unternehmeralltag besser kennen zu lernen. Zentrales Anliegen der jungen Unternehmer in diesem Jahr ist es, auf den Fachkräftemangel in ihren Unternehmen aufmerksam zu machen. Die Wirtschaftsjunioren beklagen zu viele offene Stellen und Ausbildungsplätze. „Uns ist es wichtig, dass junge Menschen nicht am Arbeitsmarkt vorbei qualifiziert werden. Das können wir uns in Zeiten des Fachkräftemangels nicht leisten“, erklärt Galetzki. „Deswegen fordern wir eine bessere Berufsorientierung in Schulen. Es ist katastrophal, dass

es in den meisten Bundesländern noch immer kein Pflichtfach Wirtschaft gibt, das dazu einen Beitrag leisten könnte.“ In den Augen der jungen Wirtschaft kommt zudem der Integration von Menschen mit Einwanderungsgeschichte eine Schlüsselrolle zu. „Wenn es uns ernst damit ist, ausländische Fachkräfte anzuwerben, brauchen wir endlich vereinfachte Regelungen für legale Zuwanderung und funktionierende Willkommensstrukturen“, sagt Galetzki. „Dazu wollen wir Wirtschaftsjunioren den Anstoß geben.“ Falk Galetzki


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RÜCKBLICK

Die Geschichte hinter der Orange Workshop „Journalistisches Schreiben“ bei Titania Kommunikation Journalistische Texte werden überall benötigt – gerade von gut gestalteten Texten hängt es ab, ob ein Produkt auf dem Markt erfolgreich sein wird und das Unternehmen in ein positives Licht gerückt wird oder nicht. Wie erstelle ich einen solchen Text? Wie fange ich an, was muss ich bedenken und wie gelangt der Text an die Öffentlichkeit? Diese und andere Fragen wurden Mitte April im Workshop der Wirtschaftsjunioren Esslingen

(WJ) bei Titania Kommunikation in Bad Cannstatt beantwortet. Sehr schnell war klar, warum sich Laien nicht an journalistische Texte wie beispielsweise Pressemitteilungen herantrauen. In erster Linie wohl weil es sehr viel Zeit und Mühe kostet, und außerdem weil es Leute gibt, die so etwas wesentlich besser können. Eine davon ist die promovierte Medienwissenschaftlerin und Gründerin

von Titania Kommunikation Dr. Simone Richter, der man in Sachen journalistisches Schreiben nichts vormachen kann. In ihrem Workshop bekamen die Teilnehmer einen Überblick über die Vorgehensweise des journalistischen Schreibens und die Möglichkeiten der sprachlichen Gestaltung. In einem erfrischenden Selbstversuch zum Thema „eine Orange schälen“ konnten sich die Teilnehmer erstmals praktisch ausprobieren. Gut zu wissen: Die Geschichte hinter der Orange kommt vor der Technik des Schälens. Denn Geschichten bleiben im Gedächtnis des Lesers. Selbst wenn es nicht gleich gelang um die Orange herum einen journalistischen Text zu erstellen, so hat es Dr. Simone Richter auf unkonventionelle Art geschafft, den Teilnehmern ein gewisses Einschätzungsvermögen zu vermitteln, was einen guten und weniger guten Text ausmacht. Und gerade das wird den kleinen und mittelständischen Unternehmern der WJ Esslingen in ihrem Alltag in Zukunft hilfreich sein. Silke Leidl


Stell Dir vor es gibt Streit und keiner hat Schuld Wertschätzende Kommunikation am Arbeitsplatz: Dagmar von Münster-Lazi gibt wichtige Anregungen Unter diesem Motto Stand unser Business Lunch im April 2015 und er zeigte einmal mehr das große Interesse der Wirtschaftsjunioren an Kommunikationsthemen. Am Arbeitsplatz verbringt der Mensch ungefähr 70.000 Stunden seines Lebens. Das entspricht in etwa ein Zehntel unseres Lebens und verdeutlicht wie wichtig es ist sich mit dem Thema Kommunikation zu beschäftigen. Wie man in Streitsituation souverän bleibt und wie man eine Win-Win Situation für beide Parteien erzielt, erzählte uns Dagmar von Münster-Lazi, Leiterin der Lazi Akademie.

Verantwortung Warum gibt es so viele Probleme in der Kommunikation und wie schafft man es, dass kein Verlierer am Ende da steht. Jede Art der Kommunikation löst eine Reaktion

aus. „Je nach Situation reagiert der Mensch dann zum Beispiel mit Angriff, Rückzug oder Verteidigung“ so Lazi in ihrem Vortrag. Wer nicht deutlich kommuniziert riskiert Missverständnisse und diese können eine Kettenreaktion auslösen. Bei gutem Essen und einer lockeren Stimmung erfuhren die Wirtschaftsjunioren allerlei Wissen über Ich-Botschaften und die Eigenwirkung auf andere. „Das Verständnis über sich seine eigene Wirkung, ist eine Chance Missverständnisse zu beseitigen“.

Wie löse ich Konflikte Wer glaubt jeder Konflikt ist lösbar, ist auf dem Holzweg. Dies machte auch Frau von Münster-Lazi deutlich. Wichtig ist, dass man über sich selbst klar ist. Wie wirke ich auf andere? Was löst der Satz bei mir aus? Was brauche ich? Mit

diesen Fragen kann man seine Kommunikation erheblich verbessern.

Fazit Wer wissen will, ob er eine ernsthafte Bitte oder doch nur eine Forderung ausgesprochen hat, muss sich selbst fragen, wie kommt das bei mir an? Erfolgreiche Kommunikation fängt bei sich selbst an und mit etwas Übung kommt diese beim Gegenüber auch erfolgreich an. Unser Business Lunch findet in der Regel jeden ersten Donnerstag im Monat statt. Wer also in seiner Mittagspause gerne andere Wirtschaftsjunioren treffen möchte und bei gutem Essen auch noch interessante Vorträge hören möchte, ist herzlichst eingeladen. Termine und Themen finden sich auf unserer Webseite. Björn Malig

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RÜCKBLICK

Vorbei an der gläsernen Decke und rauf auf den Chefsessel Rund 70 Teilnehmer bei Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren Esslingen in der Kiesel Denkfabrik Üblicherweise wird das Über den Tellerrand geschaut Rahmenprogramm der beiden – die Wirtschaftsjunioren sagte Beatrice Kiesel-Luik. Damit Sein Unternehmen mein zunächst im TandemTage das UnternehKnow-How-Transfer jeweils zu Gast im Landtag –Badender Übergang so reibungslos geUnternehmen. Wie verändern men führenzwischen sollten. Dies individuell dem konnten AbgeordWürttemberg. lingt, greifen Betriebe heutzutage Töchter die Unternehmensdie Gäste souneten undder demanschließenden WJ abgestimmt. auch gerne auf externe Beratung kultur? Zuund dieser Fragestellung verän vonerhält der WirtschaftsmediatoDadurch jeder Teilnehmer Wirtschaft Politik sind zwar zurück. „Eine Unternehmenshatten die Wirtschaftsjunioren rin Susanne Janthur moderierten ganz unterschiedliche Einblicke im Gespräch – wissen aber trotznachfolge macht man schließlich Esslingen IHK BezirksPodiumsdiskussion hinter die Kulissen nur des bestätigen. Landtages: dem oft zu und wenigdie voneinander. Der nicht jeden Tag und sie will gut kammer Esslingen-Nürtingen Sylvia von derDommer-Kroneberg Teilnahme an einer(Dommer nichtAlltag des Anderen und die Hürden vorbereitet sein“, erklärte Sylvia in die Kiesel Denkfabrik nach Stuttgarter Fahnenfabrik GmbH), öffentlichen Ausschusssitzung, im Tagesgeschäft bleiben meist Dommer-Kroneberg. Esslingen-Berkheim eingeCornelia Hölzl (Murrplastik Gruppe) einer parteiinternen Arbeitskreisschemenhaft und abstrakt. laden. und Beatrice Kiesel-Luik (Kiesel sitzung oder indem man einem Cornelia Hölzl brachte es auf den Bauchemie GmbH & Co. Abgeordneten direkt beiKG) der haben Das Know-How-Transfer Projekt Punkt: „Ein Unternehmer setzt Die Wirtschaftsjunioren Teilnehmer widmetenschließt sich den sich alle mit dem Vater Arbeit vorgemeinsam Ort im Wahlkreis über der sich ein Denkmal, indem er das Ausführungen der verschiedenen in die Geschäftsführung eingedie Schulter schaut. hier eine Erfahrungslücke. Ob auf Unternehmen erfolgreich an die Referenten. Das Fazit: arbeitet. Teilweise erfolgte der Europa-, Bundesoder Nachfolge LänderebeDie Erwartungen der Teilnehmer, nächste Generation übergibt – und ist ein Projekt von zwei GeneratiSchritt in den Familienbetrieb über ne, der intensive Austausch hilft wurden wieder voll erfüllt. loslässt.“ Dies gelte übrigens für onen. Denn nichtund nurWirtschaftsjdie Tochter erfolgreich absolvierte und Neben eigenParlamentariern einer Führung durch die derzeitiTöchter wie Söhne gleichermaßen. muss sich auf einen neuen Lebensständig verantwortete Projekte. unioren die gegenseitige Position gen Landtagsgebäude sowie einem abschnitt einstellen,Hintergründen sondern auch aus ihren konkreten Fototermin mit Kultusminister Das Fazit der Veranstaltung: Wenn der Vater. Bei allem Respekt gegenüber zu verstehen. Andreas Stoch stand auch ein geTöchter sich für die Nachfolge den Leistungen des Vaters muss meinsamer Get-Together Abend auf entscheiden, dann können sie an In Deutschland sollen in den jedoch irgendwann ein klarer Ende September 2014 erhielten dem Sommerfest IHK Stuttgart der berühmt berüchtigten gläsernächsten Jahren 135.000 Schnitt erfolgen, der darin sind sich die Wirtschaftsjunioren ausFamilienBadenauf dem Programm. nen Decke im Unternehmen vorbei unternehmen an die nächste die Töchter auf dem Podium einig. Württemberg nun schon zum agieren und direkt den Chefsessel Generation werden. Dass dies den Vätern oftmals nicht 16. Mal die übergeben Möglichkeit, zwei Tage Der Know-How-Transfer zwischen ansteuern. Und Väter sollten sich Immer mehr Unternehmen – leicht fällt, bestätigte Wolfgang lang einen Abgeordneten im Landden Wirtschaftsjunioren und dem bewusst werden, dass sie nicht gerade im Mittelstand – gehen Kiesel: „Mit der Tochter fühlt man tag persönlich zu begleiten und Landtag ist ein Privileg, da dieser ewig führen können. dabei vom Vater auf die Tochter irgendwie stärker mit als mit dem Politik live zu erleben. Auch unser offene Austausch und das hautüber. war Abermit wasinsgesamt macht diese Sohn“, erklärt der vierfache Vater Kreis fünf Teilnahe Miterleben der politischen Der Übergang sollte allerdings Unternehmensübergabe so besonund Geschäftsführer der Kiesel nehmern einschließlich unserem Praxis exklusiv für die Wirtschaftsin einem mehrjährigen Prozess ders? Spannende undDirk mitunter Bauchemie GmbH & Co. KG. Landesvorsitzenden, Janthur, junioren stattfindet. Von daher erfolgen, verschiedene Etappen überraschende Antworten darauf sehr gut vertreten. sollte sich kein Wirtschaftsjunior beinhalten und auch die familienliefert eine aktuelle Studie und die Ist der Vater einmal aus der Unterdie Gelegenheit entgehen lassen, internen Regelungen – erst recht Auswertung zahlreicher Interviews: nehmensführung ausgeschieden, nächstes Jahr selbst dabei zu sein! mit anderen Geschwistern – optiDer Impulsvortrag von Dr. Daniela sehen ihn die Töchter dennoch mal durchdacht sein. Jäkel-Wurzer und Kerstin Ott vom gerne in der Firma.Christine „Auf seine Clement Projekt „Generation Töchter“ Erfahrung und sein Bauchgefühl Vanessa Bachofer zeigte klar, dass Töchter und Väter möchte ich nicht verzichten“,

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Meinem Nachfolger Waldemar Kuhn wünsche ich eine genauso spannende Zeit wie ich sie hatte. Ich möchte diese Gelegenheit auch dazu nutzen DANKE zu sagen: Holger, vielen Dank für alles und dass du immer ein offenes Ohr für mich hattest.

Felix Fellgiebel, Johannes Wosilat und meinem lieben Dominik. Ihr habt mich in meiner Zeit als Teamleiterin jederzeit unterstützt – ihr seid einfach Spitze, vielen lieben Dank!

Vielen Dank auch dem kompetenten Vorstand für diese durchweg spannende Zeit. Ich habe durch euch vielen neue Aspekte gesammelt. Vor allem Danke an mein liebes Team Kommunikation: Petra Wunderlich (Stellvertreterin), Vero Bobke, Dr. Simone Richter, Waldemar Kuhn, 39


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Jugendliche stark machen Projekt „Stufen zum Erfolg“ geht weiter Die Wirtschaftsjunioren Esslingen gehen zum 12. Mal in Folge seit 2003 wieder in zahlreiche Haupt- und Werkrealschulen. Ziel ist es, die Schüler in ihrem Bewerbungsprozess zu unterstützen. Als Grundlage dient ein zweimoduliges Trainingsprogramm, das den Schülern die Anforderungen aus der Wirtschaft vermittelt. Dieses Jahr stehen 27 Wirtschaftsjunioren bereit, um an den 18 Schulen als Trainer ehrenamtlich die Schüler der achten Klasse zu unterstützen. Im ersten Teil geht es an einem Vormittag um das Bewerber-Knigge. Hier sollen die Schüler dafür sensibilisiert werden, wie eine richtige Begrüßung

funktioniert und wie wichtig eine angemessene Kleidung im Vorstellungsgespräch ist. Wie bereite ich mich auf das Vorstellungsgespräch vor? Und wie wichtig ist der erste Eindruck? Doch alle Theorie ist grau. Also spielen wir mit Freiwilligen die Bewerbungssituationen. Scheitern und Fehler machen ist ausdrücklich erlaubt! Die Jugendlichen lernen mit viel Spaß, was funktioniert und was nicht. Diese Erfahrungen bleiben positiv haften.

Verantwortlich für den Inhalt / Teamleiter Dialog: Waldemar Kuhn

Wirtschaftsjunioren Esslingen bei der Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart

Redaktion / Team Dialog: Petra Wunderlich, Felix Fellgiebel, Simone Harsch, Thorsten Stege

Geschäftsstelle: ES-Tel: 0711/390 07-83 41 NT-Tel: 07022/30 08-86 14 Geschäftsführer Hubert Greiner Tel: 07022/30 08-86 15 Fax: 07022/30 08-86 30 info@wj-esslingen.de www.wj-esslingen.de

Fotos Berichte Seite 30-35/42/45 und 46: Dank an Johannes Wosilat / www.wosilat.de Bildquelle Titelbild und Fotos auf den folgenden Seiten 2/4/5/7/8/10/22/23/24/35/41: Fotolia. Seite16/17: Thinkstock, Seite 20: Jens Lyncker

Gestaltung / Realisation: Veronika Bobke / www.the ve bo design.com

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Thorsten Stege

Fotos: Foto im Editorial Seite 3: Dank an Annette Diehl / www.diehlfotodesign.de

Dank an alle Fotografen!

www.jci.cc

Am Ende entscheidet Projektleiter Marc Ottenbruch über den Sieger, der dann ein Extra-Coaching von den Wirtschaftsjunioren Esslingen erhält. Wir berichten weiter!

Ein paar Wochen später im zweiten Teil geht es um die Bewerbungsmappen, die die Schüler bei den

Impressum

Fabrikstr. 1, 73728 Esslingen/Neckar

Trainern zuvor eingereicht haben. Dabei geht es um eine konkrete Ausbildungsstelle. Die Bewerbungsmappen werden nach Aufbau und Inhalt bewertet. Pro Klasse gibt es eine beste Bewerbung.

Druck: Systemedia GmbH / www.systemedia.de

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Neue Väter – neue Karrieren Wie bin ich ein guter Vater? Wann bin ich als Mann erfolgreich in meinem Beruf? Auf diese Fragen versuchten mehr als 20 Wirtschaftsjunioren, überwiegend männlich, eine Antwort zu erhalten. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Vater bereits sein Bestes gibt, um als Vater da zu sein und seinen Job erfolgreich zu meistern oder zu gestalten. Mit professioneller Unterstützung von Sascha Schmidt, selbst Vater von zwei Töchtern und erfolgreicher Coach sowie Personalberater aus München, gingen die Wirtschaftsjunioren dem Thema auf den Grund.

Erfolgreiche Karriere – was ist das? Das typische Karriereverständnis lautete – mein Haus, mein Auto, mein Boot. Damit wird äußerlich der berufliche Erfolg dokumentiert. Doch zunehmend verschiebt sich die Gesellschaft in Richtung Life Balance. „Sich Klarheit zu verschaffen über die persönliche Vorstellung von Karriere, über die aktuelle berufliche Situation sowie über die eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnisse ist die Basis, um Vaterschaft und Erfolg im Job zu verbinden.“ so Schmidt. Der Erfolgsdruck von außen ist enorm. Was steht auf Ihrer Visitenkarte? Der Titel ist ein typisches

Karriereattribut, welches nur das Selbstbewusstsein stärkt. Titel sind natürlich wichtig, um Verantwortlichkeiten innerhalb des Unternehmens und bei Außenkontakten zu verdeutlichen. Doch spielen Alter, Erfahrung und Souveränität dabei immer eine wichtige Rolle. „Betrachten Sie daher Titel in Ihrer Karriereplanung als Schall und Rauch“, mach Schmidt deutlich.

hauptsächlich als Beschützer gefragt. Gehen Sie also voran und beschützen Sie Ihre Familie! Es gibt keinen Königsweg dafür. Es gibt keine klaren Vorbilder. In einer Wohnstraße finden sie sämtliche Formen der gesellschaftlichen Erziehung. Vom Hartz IV Empfänger bis zum Workaholic sind alle vertreten. Gehen Sie Ihren eigenen Weg!

Kinder brauchen Väter, die zeigen wie man sich frei und authentisch in der Berufswelt bewegt, wie man dabei auf sich selbst achtet und sich treu bleibt. Wer nie daheim ist oder immer spät heimkommt, ist ein abschreckendes Beispiel für sein Kind oder Kinder. Je aufmerksamer wir uns selbst beobachten, wahrnehmen und fühlen, umso größer ist die Chance, dass es uns gelingt, eine Karriere im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit einzuschlagen.

Fazit

Vatersein – wie gelingt das? Das Vatersein ist höchst individuell. Die eigene Kindheit hat einen entscheidend geprägt. Will ich es genauso machen? Was will ich besser machen? Wer als Vater Aufgaben und Verantwortung übernehmen will, muss dies im Einklang mit der Mutter tun. Bei Babys und Kleinkinder sind Väter

Erfolgreich Karriere machen und zugleich als Vater für die Familie da sein – das lässt sich miteinander vereinbaren, lautet die Botschaft von Sascha Schmidt. Seine Anregungen und Denkanstöße helfen modernen Vätern dabei, ihre persönliche LifeBalance zu finden. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte empfehle ich das Buch „Neue Väter – neue Karrieren“ von Schmidt, was man mal eben in 30 Minuten lesen kann oder eines seiner Webinars unter www.familylab.edudip. com/w/123964 Björn Malig

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Entlastung der Arbeit, Belastung der Verbraucher Gelungener Brückenschlag zwischen Ungarn und Esslingen: Ungarischer Botschafter zu Gast in der Reichsstadt Auf Einladung der Wirtschaftsjunioren Esslingen besuchte der ungarische Botschafter Dr. József Czukor die Reichsstadt Esslingen. In der IHK Esslingen referierte er zum Thema „Wirtschaftsstandort Ungarn – die richtige Wahl für deutsche Investoren“. Und stellte sich den mitunter kritischen Fragen der rund 60 Teilnehmer. „Ungarn ist ein hervorragender Zukunftsstandort. Es lohnt sich dort zu investieren.“ Bei seinen Ausführungen belegte der Botschafter ausführlich die Hintergründe und Gründe für sein positives Fazit. Czukor gab interessante Einblicke in die aktuelle Lage in Ungarn, den Wandel der Rahmenbedingungen, die Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort und die deutschungarischen Handelsbeziehungen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Felix Kröll, Geschäftsführer der Halm Pumpen + Motoren GmbH. Das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Baltmannsweiler ist an fünf eigenen Fertigungsund Vertriebsstandorten in Europa aktiv, dazu gehört auch ein Werk in Ungarn. Baden-Württemberg ist nach Bayern der zweitwichtigste Wirtschaftspartner für Ungarn. Die 46

Exporte ins Ländle lagen 2014 bei 5,7 Milliarden Euro. Das dynamische Wachstum schreitet voran. Dafür tun die Investoren einiges: Bis Ende 2012 flossen 3 Milliarden Euro an Investitionen hiesiger Firmen in das osteuropäische Nachbarland. Neben Daimler, Bosch und Festo haben sich insgesamt 400 Unternehmen dort angesiedelt. Czukor: „Uns geht es gut. Mit 3,6 Prozent haben wir die dritt höchste Wachstumsrate in der EU.“ Um diesen Erfolg zu erzielen seien schmerzhafte aber lohnende Maßnahmen vollzogen worden. Strukturelle Defizite wurden beseitigt, der IMF-Kredit (Internationaler Währungsfonds-Kredit) wurde frühzeitig zurückbezahlt – um die Wachstumsimpulse zu optimieren. Der Botschafter spricht von umfassenden staatlichen und wirtschaftlichen Reformen und Modernisierungen: „Dafür musste unsere Bevölkerung hart arbeiten.“ Reform des Arbeitsrechts, Zentralisierung der Kommunen, Umbau des Rentensystems, Flat Tax: Mit verschiedenen Faktoren sei die Mehrauslastung der Produktionskapazität erreicht worden. Das Industrieland Ungarn, so präsentiert es der Botschafter, hat eine Exportorientierung mit 82 Prozent. Die Neuverschuldung will

die Regierung bis 2018 abbauen und parallel 5 Millionen Arbeitsplätze generieren. „Wir entlasten die Arbeit und belasten den Verbraucher“, so erklärt Czukor den hohen Mehrwertsteuersatz im Transformationsland. Zinssenkungspolitik und familienfreundliche Steuern sollen die guten Perspektiven zusätzlich fördern. Um auf hohem Niveau Fachkräfte für die Industrie auszubilden, wurden die Hochschulen reformiert. Staatliche Förderung gibt es in Ungarn seither ausschließlich für naturwissenschaftliche Fächer. Um die strukturschwachen Regionen aufzuwerten setzt Ungarn auf die duale Ausbildung. Daneben gibt es Subventionen für Unternehmen – allerdings ausschließlich für industrielle Produktion und industrienahe Branchen. Privatwirtschaft sei willkommen, werde aber nicht gefördert. „Wir brauchen eine geistige Wende. Die Wertschätzung des Arbeiters ist ein Lernprozess“, so der ungarische Botschafter. „Dabei hat jede Demokratie ihr eigenes Tempo. Eines Tages möchte ich in einem mittelständisch geprägten Land wie Deutschland leben. Derzeit bauen wir hierfür am Fundament.“ Simone Richter


But Nets“ haben die Wirtschaftsjunioren Esslingen den Nothing But Nets Bär ins Leben gerufen. Sein Verkauf unterstützt aktiv das JCI-Engagement zur Finanzierung und Verteilung von Anti-MalariaBettnetzen in den betroffenen Regionen.

Mit Kuscheltier gegen Malaria „Nothing But Nets“-Bären Projekt erhält begehrten Landespreis der WJ BW Bei der diesjährigen WJ BW LaKo in Freudenstadt (Landeskonferenz der Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg) wurden wieder die begehrten Landespreise vergeben. Den dritten Platz holten sich die WJ Esslingen mit ihrem „Nothing But Nets“ Bären. Bei der feierlichen Preisverleihung nahmen Präsidentin Dr. Simone Richter und Projektleiterin Christine

Clement eine Preis-Skulptur sowie einen 250 Euro Scheck entgegen – das Geld wird umgehend in das Projekt investiert. Jedes Jahr infizieren sich weltweit mehr als 200 Millionen Menschen mit Malaria. Von den weit über 600.000 Menschen, die jährlich an dieser Krankheit sterben sind die große Mehrheit Kinder unter 5 Jahren. Im Rahmen des seit 2008 laufenden JCI-Engagements bei der UN-Spendenkampagne „Nothing

Seit Oktober 2013 gestalten wir mit ganz viel Hingabe, Gefühl für Typografie sowie klarem Denken und professionellem Kommunikationsdesign den DIALOG für die WJ Esslingen. Jede einzelne Ausgabe ist individuell auf die Themen und Texte abgestimmt – der Erfolg gibt uns recht. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Kontaktieren Sie uns, wir freuen uns auf Sie!

„Mein Dank gilt vor allem Dirk Janthur, der die Idee mit den Teddy Bären aus dem Hause Steiff hatte. Er hat das Projekt initiiert und organisiert. Inzwischen wird es erfolgreich von Christine Clement betreut“, sagte Simone Richter auf dem Podium der LaKo. Weitere Informationen zum Projekt und zum Bären? Werde auch Du ein Lebensretter! Reinklicken unter www.nbnb.wj-esslingen.de oder auf Facebook unter www.facebook.com/nbnbear Simone Richter

Von der ersten Idee bis zur Übergabe der Druckerzeugnisse. Hannes und Veronika Bobke Kommunikationsdesign . Werbeberatung . Text Telefon 07373 915 446 Mobil 0163 683 6334 E-Mail vero@thevebodesign.com www.thevebodesign.com

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Wj Dialog Juli 2015  
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