Page 1

orte Verlag Leseprobe

Alle Rechte vorbehalten. Die Verwendung der Texte und Bilder, auch auszugsweise, ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen. © orte Verlag www.orteverlag.ch


Gegründet von Werner Bucher und Rosemarie Egger im Jahr 1974 Nr. 195, Februar 2018 ISBN 978-3-85830-231-1; ISSN 1016-7803 Erscheint 5 Mal jährlich

Redaktion: Redaktion orte Annekatrin Ranft-Rehfeldt Urdorferstrasse 59, CH-8953 Dietikon Tel. +41 44 742 31 58, redaktion@orteverlag.ch Redaktionsteam: Annekatrin Ranft-Rehfeldt (Co-Leitung), Regina Füchslin (Co-Leitung), Viviane Egli, Susanne Mathies, Erwin Messmer, Monique Obertin, Hansjörg Schertenleib, Cyrill Stieger, Peter K. Wehrli Verlag:

orte Verlag Im Rank 83, CH-9103 Schwellbrunn Tel. +41 71 353 77 55, Fax +41 71 353 77 56 verlag@orteverlag.ch, www.orteverlag.ch

Einzelnummer: Fr./Euro 18.– Abonnemente: Gönnerabonnement orte Fr./Euro 140.–   (5 Ausgaben pro Jahr + Poesie-Agenda) Jahresabonnement orte Fr./Euro 80.–   (5 Ausgaben pro Jahr + Poesie-Agenda) Abonnemente im Ausland: Fr./Euro 12.– Zuschlag Inseratepreise: Inserateverkauf:

1 / 1 Seite (121 x 180 mm) Fr. 400.– 1 / 2 Seite (121 x   88 mm) Fr. 200.– 1 / 4 Seite (121 x   42 mm) Fr. 120.– Rosmarie Gamboni, rosmarie.gamboni@orteverlag.ch, Tel. +41 71 353 77 42, Fax +41 71 353 77 56

Umschlaggestaltung: Janine Durot, orte Verlag, Schwellbrunn (unter Verwendung eines Zitats von Ottó Tolnai, Foto: Máté Bach) Copyright der T   exte bei den Autorinnen und Autoren. Trotz umfangreicher Bemühungen ist es uns in wenigen Fällen nicht gelungen, die Rechteinhaber für Texte und Bilder einiger Beiträge ausfindig zu machen. Der Verlag ist hier für entsprechende Hinweise dankbar. Berechtigte Ansprüche werden selbstverständlich im Rahmen der üblichen Vereinbarungen abgegolten.

Für die wertvolle finanzielle Unterstützung unserer Zeitschrift danken wir herzlich:


orteinhalt  3 Editorial orte inhaltsverzeichnis

Irgendeine schwere Frucht – Neue ungarische Lyrik   4 Einleitung

Anne-Marie Kenessey

12 Auf und unter den Rädern

Virág Erdó́s

18 Aus der Vojvodina

Ottó Tolnai, Katalin Ladik

25 Aus Siebenbürgen

András Ferenc Kovács

28 Sommers befallen mich die Ameislein

Lajos Parti Nagy

33 Budapester Stimmen der mittleren Generation

Krisztina Tóth, István Kemény, Gábor Schein

42 Schwarzes Quecksilber

Tamás Jónás

46 Die Jüngsten

Renátó Fehér, Orsolya Láng

53 Gespräch mit Gábor Schein

Anne-Marie Kenessey

57 Autorenbiografien

60 Werkstattgespräch mit Heinz Helle 65 orte-festival 68 ort-Bestenliste 71 hör-orte 73 fundorte 79 orte-Bücherregal 83 orte-Galerie 92 orte-Agenda 95 orte-Longseller 96 orte-Marktplatz

Hansjörg Schertenleib Annekatrin Ranft-Rehfeldt Zsuzsanna Gahse Peter K. Wehrli Valentina Colonna

1


D

er u a

en r b

: r e n


orteeditorial Liebe Leserinnen und Leser Neues Jahr – Neues Glück? Oder mit guten Ideen und Vorsätzen auf zu neuen Taten? Was erwartet Sie in den kommenden orte-Ausgaben 2018? Zum Auftakt präsentieren wir Neue unga­ rische Lyrik. Dafür war die frühere orte-­ Redaktorin und Lyrikerin, Anne-Marie Kenessey, in ihrer Zweitheimat Ungarn studierend, recherchierend und übersetzend unterwegs. Ihre Arbeit und gekonnte Auswahl zeitgenössischer Lyrik haben es ermöglicht, einen facettenreichen Themenschwerpunkt als Einblick in die ungarische Lyrikszene vorzulegen. Wir danken dem Petöfi Literaturmuseum und den Übersetzerinnen und Übersetzern für Ihre Unterstützung und Arbeit. Die Beiträge von elf ungarischen Autoren und Autorinnen geben ein beeindruckendes Zeitzeugnis literarischen Schaffens. Darüber hinaus beleuchtet das Gespräch mit Gábor Schein die aktuelle literarische und politische Situation in diesem interessanten Land. Unsere Rubriken haben neuen Schwung gewonnen. In der orte-Bestenliste finden Sie Persönlichkeiten, die sich mit der Literatur in Gattungen wie Film, Kunst und Grafik verbunden fühlen oder die in verschiedensten Kulturen der Welt zu Hause sind. Sie alle bringen ihre persönlichen Lesetipps in die Zeitschrift ein. Es erwarten Sie eine Teezermonienmeisterin, ein Filmregisseur und ein Comic-Experte. Im orte-Werkstattgespräch plaudern nam-

hafte und aufsteigende Autorinnen und Autoren aus ihren Schreibwerkstätten. In dieser Ausgabe Autor Heinz Helle. Erfahren Sie mehr über den Tonfall einer Geschichte sowie den Klang und die Farbe der Figuren in seinen Romanen. Im wiederbelebten fundorte können Sie die Arbeiten interna­ tionaler Newcomer und deren Übersetzer entdecken. Den Anfang gestalten die italienische Lyrikerin Valentina Colonna und ihr Übersetzer Francesco Micieli mit der Sammlung Heute unterbricht sich die Zeit. Der Lyrik, unserem Mittelpunkt des literarischen Geschehens, bieten wir mit ausgewählten Tipps in der Agenda, Berichten zu Festivals und unveröffentlichter Lyrik in der Galerie eine Plattform. Neuerscheinungen 2018 bespricht unsere Redaktion im Bücherregal. So wird in den kommenden Ausgaben Altbewährtes gepflegt und Neues entdeckt. Ihre Meinung zu Literaturthemen, Veröffentlichungen oder eine Idee für orte sind uns willkommen. Zögern Sie nicht zu schreiben: redaktion@orteverlag.ch. In diesem Sinne: Bleiben Sie uns treu und bleiben Sie neugierig auf «Begegnungen mit Dingen, mit Passanten und mit geliebten Menschen und Orten». Wir freuen uns mit Ihnen auf ein weiteres orte-Literaturjahr. Annekatrin Ranft-Rehfeldt und Regina Füchslin

3


IRGENDEINE SCHWERE FRUCHT NEUE UNGARISCHE LYRIK Ich sitze im Zug von Wien nach Budapest und unterhalte mich mit meiner ungarischen Sitznachbarin. Es ist Juni 2016. Sie ist alleinerziehend und arbeitet seit drei Jahren als Serviertochter in Österreich. Jedes zweite Wochenende fährt sie den zwölfstündigen Weg von Dornbirn an den Balaton, um ihre beiden Kinder, die nun bei der Grossmutter aufwachsen, zu sehen. Ihre ungarische Familie kommt nur dank dem wenigen Geld, das sie sich monatlich absparen und überweisen kann, knapp über die Runden. In Österreich hat sie ihren neuen Freund kennengelernt, einen afrikanischen­ Migranten, von dessen Gutherzigkeit sie schwärmt. Ihre Liebe ist allerdings nicht unüberschattet geblieben: Fast den gesamten alten Freundeskreis habe sie in Ungarn wegen der Herkunft ihres Partners verloren. An Österreich schätze sie, dass die Leute nicht ständig dreinredeten, keiner schreibe ihr vor, wie sie zu leben habe. Wir erreichen den ungarischen Grenzort Hegyeshalom. Nach zwei Minuten fahren wir weiter. Ungarn ist seit 2004 Mitglied der EU und des Schengenraums, seit April 2011 gilt die Personenfreizügigkeit.

4


In den Achtzigerjahren verbrachte ich als Kind manch ungemütliche Stunde in Hegyeshalom. Die österreichische Grenzpolizei tauchte auf, dann die ungarische, begleitet von Spürhunden, Fahrschein, Pass mit dem Monate zuvor bestellten Visum wurden kontrolliert und besonders bei der Ausreise aus Ungarn das Gepäck, mit Taschenlampen wurden die Abteile ausgeleuchtet und die Decken mit Stöcken nach blinden Passagieren abgeklopft. Den politischen Flüchtlingen von 1956 und späteren Jahren blieb der Besuch der alten Heimat über Jahrzehnte hinweg verwehrt. Viele litten darunter. Über ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit im Juni 1990 die Nummer 71 der Literaturzeitschrift orte Unga­ rische Poeten erschien. «Ihr sollt leben, lachen aus vollem Hals», rief der mit der Zusammenstellung des Hefts betraute András Sándor, den Abschiedsbrief des 1956er-Widerstandskämpfers István An­­ gyal zitierend, damals seinen Landsleuten in der Einleitung zu. Als nach vier Jahrzehnten der kommunistischen Diktatur der Eiserne Vorhang 1989 plötzlich und unblutig fiel, konnten es viele kaum fassen. Die Ungarn zeigten sich von ihrer mutigsten und fortschrittlichsten Seite und spielten bei der Grenzöffnung die entscheidende Rolle. Und ich, voller Stolz auf das Erbe von 1956, hegte, wie so manche ältere und weisere Köpfe, die naive Überzeugung, alles würde nun mindestens halb so gut wie in der Schweiz. So überraschend die Wende, in Ungarn Systemwechsel genannt, gekommen war, so rasant veränderte sich das Land in den Folgejahren. Die ersten freien Parlamentswahlen wurden im März 1990 abgehalten, die sowjetischen Truppen zogen am 19. Juni 1991 ab. 1999 wurde Ungarn Mitglied der NATO. Praktisch über Nacht ver-


schwanden die roten Sterne von den Dächern der Amtsgebäude und die Porträts von Lenin, Marx und Engels aus den Schulen. Die Fassaden der einst prächtigen Jugendstilgebäude in der Budapester Innenstadt wurden nach Jahrzehnten der Vernachlässigung von Russ und Schmutz befreit. Gut erinnere ich mich an die Wiedereröffnung der von den sowjetischen Truppen 1951 mit einer zwei Meter dicken Betonschicht zugemauerten Felsenkirche am Budapester Gellértberg im Jahr 1990. Unvergesslich der magische Einfall des Lichts in der eben vom Bretterverschlag befreiten, orthodoxen Synagoge in der Rumbach-Strasse im Frühjahr 2005. Auch die architektonischen Schätze der kleineren Städte wurden restauriert und erstrahlten in neuem Glanz. Die Lebendigkeit und der Charme der Hauptstadt zogen schon kurz nach der Wende westliche Touristen, Geschäftsleute und ausländische Studenten in ihren Bann. Das Sortiment in den Geschäften war Anfang der Neunzigerjahre nicht wiederzu­erkennen. Alles Schöne und Schreckliche des Kapitalismus hielt Einzug. Überall wurden hübsch verpackte, teure Importprodukte feilgeboten statt preisgünstiger, heimischer Ware in rohen Kartonschachteln. Auf den Strassen fuhren bald mehr westliche Gebrauchtwagen als Ostautos vorbei. Bei der Privatisierung der Wirtschaft kam es zu einer Korruption ungekannten Ausmas­ ses, die den Grundstein legte für die Korruption, die die Entwicklung des Landes bis heute hemmt. Zudem fehlte es in Ungarn an Kapital. Westliche Firmen kauften nach der Wende viele Fabriken in Ungarn und prüften ihre Wirtschaftlichkeit. Falls diese unbefriedigend ausfiel, schlossen sie sie, entliessen die Angestellten und produzierten in anderen Ländern. Ganze Industriezweige wie der Bergbau, die Schwerindustrie und ihre Arbeiter waren nicht mehr gefragt. Hatte unter den Kommunisten jeder sein bescheidenes Auskommen, herrschte bald Massenarbeitslosigkeit. Die Preise in Geschäften und Restaurants stiegen schneller und stärker an als die Löhne. Kostete ein Buch 1989 wenige Rappen, liegt sein Preis heute auf der Hälfte des Schweizer Niveaus. Der Kauf eines Gedichtbands ist für viele Menschen unerschwinglich geworden. Den Verlust an eigener Produktion konnte das Land bis heute nicht wettmachen. Wer einen ungarischen Supermarkt besucht, kauft bei Aldi, Auchan oder Tesco ein. Die heimische Wirt-

6


schaft ist schwach. Ungarn war und ist heute noch ein zentralistisch organisierter, autoritärer Staat, wo die jeweiligen Machthaber alle Posten mit ihren eigenen Leuten besetzen und die anderen ins Aus drängen. Wurde die Gesellschaft im 20. Jahrhundert aufgerieben zwischen den mitunter blutigen Kämpfen zwischen linken und rechten politischen Kräften, spricht man heute von westlich Liberalen und Nationalkonservativen, die sich unversöhnlich gegenüberstehen. Seit 2010 regiert das nationalkonservative Bündnis FIDESZ-KNPD das Land mit stabiler Mehrheit. Das Geflecht an Abhängigkeiten von Staat und Politik ist traditionell gross und die Situation hat sich unter der jetzigen Regierung verschärft, da korrigierende Hindernisse und Kontrollmechanismen abgebaut wurden, auch die Pressefreiheit ist davon betroffen. Schätzungsweise eine halbe Million jüngere, oft gut ausgebildete Menschen haben wegen mangelnder Perspektiven das Land in den letzten Jahren verlassen, um eine Existenzgrundlage in Ländern wie Grossbritannien, Deutschland oder Österreich zu suchen. Kann das Land dies noch verkraften, frage nicht nur ich mich bange. «Es gibt kein Bürgertum mehr in Ungarn. Das Bürgertum ist in Ungarn mehrfach vernichtet worden. Und eine Demokratie ohne Bürgertum ist schwierig», erklärte der renommierte Schriftsteller Péter Nádas die Lage an seiner Lesung vom 8. November 2017 im Literaturhaus Zürich. Dabei dachte er zweifelsohne an die Generation von 1956 und an die im Holocaust ermordeten jüdischen Mitbürger. Es ist ein zäheres und langwierigeres Ringen um die Zukunft des Landes als erhofft, wobei unter anderem die scharfen Gegensätze zwischen städtischen und ländlichen Lebensrealitäten samt ihren unterschiedlichen Wertstrukturen und Weltbildern aufeinanderprallen. Schon wieder fährst du nach Ungarn, was suchst du bloss dort, werde ich von Schweizern, Deutschen, sogar Amerikanern oft kopfschüttelnd gefragt. Darauf erwidere ich jeweils: Wer die Literatur liebt, kommt in Ungarn voll auf seine Kosten. Die ungarische Gegenwartsliteratur zeichnet sich durch eine Dringlichkeit, Imagination, Bild- und Sprachkraft aus, die ihresgleichen suchen. Die Werke mehrerer ungarischer Prosaschriftsteller geniessen grosse Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum und zählen zur Weltliteratur. Gleich hinter ihnen stehen hervorragende Talente in

7


Hülle und Fülle. Werden heute vor allem Romane ins Deutsche und andere Fremdsprachen übersetzt, ist Lyrik die traditionell wichtigste Literaturgattung in Ungarn. Obschon sie deutlich weniger Leser hat als früher, geniesst sie nach wie vor höchstes Ansehen in Ungarn und zeichnet sich, wie die gesamte ungarische Literatur, durch eine hohe Qualität aus. Die seit jeher der Lyrik verpflichtete orte-Redaktion beauftragte mich, einige dieser Talente in einer eigens dem Thema gewidmeten Nummer vorzustellen. Kümmerte András Sándor sich um die ungarische Gegenwartslyrik bis 1989, geht es mir in meiner Zusammenstellung darum, neue Dichterinnen und Dichter vorzustellen, die ihre literarische Laufbahn überwiegend nach 1989 angetreten haben. Aufgrund der Vielzahl an Talenten hatte ich die Qual der Wahl. Nach eingehender Lektüre entschied ich mich für elf Stimmen: Verschiedene Generationen, Regionen und Stilrichtungen, Frauen und Männer sind vertreten. Die Lyrikerinnen und Lyriker sind zwischen 1940 und 1989 geboren, alle noch am Leben und werden mit ihren Texten erstmals bei orte vorgestellt. Unter den Begriff ungarische Literatur oder ungarische Lyrik fallen nicht nur die Werke, die von Autoren und Autorinnen verfasst werden, die im heutigen Ungarn leben. Nach dem Ersten Weltkrieg musste das damalige Königreich Ungarn im am 4. Juni 1920 unterzeichneten Friedensvertrag von Trianon gut zwei Drittel seines Territoriums und dreissig Prozent seiner ehemaligen Bewohner an die Nachfolgestaaten Tschechoslowakei, Rumänien, Jugoslawien und Österreich abtreten. Zweieinhalb Millionen Ungarinnen und Ungarn lebten fortan als Minderheiten ausserhalb der Landesgrenzen. Eine tiefe geschichtliche Wunde, die bis heute nicht verheilt ist und gerne politisch instrumentalisiert wird. Bis heute stammen viele für die ungarische Literatur massgebliche Autoren und Werke aus diesen Gebieten. Der wichtigste Erneuerer der ungarischen Lyrik des beginnenden 20. Jahrhunderts, Endre Ady (1877-1919), ist ein Beispiel, er wurde in Érdmindszent geboren, das im heutigen Rumänien liegt. Alle ausgewählten Texte wurden vom Ungarischen ins Deutsche übertragen. Die Übersetzung von Krisztina Tóths Gedicht besorgte György Buda aus Wien. Um István Kemény kümmerten sich Orsolya Kalász und Monika Rinck aus Berlin. Und ich habe die Übersetzungen der Gedichte von Virág Erdős, Ottó Tolnai,

8


­ atalin Ladik, András Ferenc Kovács, Lajos Parti Nagy, Gábor K Schein, Tamás Jónás, Renátó Fehér und Orsolya Láng erstellt. Bis auf ein einziges erscheinen alle Gedichte erstmals in deutscher Sprache. Ein zweisprachiger Abdruck einiger ausgewählter Texte soll Ihnen einen lebendigen Eindruck von der unga­ rischen Sprache vermitteln. Zu den Dichterinnen und Dichtern im Einzelnen: Der Besuch einer Lesung von Virág Erdős (*1968), eigentlich muss ich von einem Konzert sprechen, ist ein Erlebnis. Die temperamentvolle Budapesterin singt oder rappt ihre Langgedichte, die sich durch pointierte Reime und eine starke Rhythmisierung auszeichnen, zu Gitarre- und Klavierbegleitung. Die Musik hat sie selbst geschrieben. Auch die Illustration ihrer Gedichtbände besorgt sie meist selbst. Eine sozialkritische, politische Stimme mit grossem Herzen und feinem Gespür für die Sorgen und Nöte ihrer Landsleute. Die kurzen Texte habe ich dem Band 100 kleine Buda­ pests entnommen. Ottó Tolnai bezeichnet sich aus gutem Grund als Orpheus vom Lande. Er wurde 1940 in der Vojvodina, ungarisch Vajdaság, vormals Jugoslawien, heute Serbien, geboren, ist der älteste Dichter dieser Zusammenstellung und zugleich der wichtigste lebende Schriftsteller aus der Vojvodina. Seine zeitlosen, von ländlichen Bildern geprägten Gedichte, in einem sich ergiessenden Textfluss, sind im Stil ganz modern. Die ungarische Neoavantgarde entstand ab 1965 im multikulturellen und offenen Kulturklima Jugoslawiens, er hat sie wesentlich geprägt. Auch Katalin Ladik (*1942) stammt aus dieser Szene. Sie ist eine Schauspielerin und Performancekünstlerin. Mit ihren provokanten Auftritten war sie eine Pionierin in der östlichen Macho-Gesellschaft des Balkans und Ungarns. Neben den übertragenen und übertragbaren Gedichten verfasst sie auch visuelle und Lautpoesie. Im Alter von fünfzig Jahren musste sie wegen des Jugoslawienkriegs schweren Herzens nach Budapest ziehen. András Ferenc Kovács (*1959) lebt in Marosvásárhely, rumänisch Târgu Mureș, Siebenbürgen. Er schreibt ausschliesslich Lyrik und ist einer der bedeutendsten lebenden ungarischen Dichter aus Rumänien. Er gilt als Meister der Form und des poetischen Rollenund Maskenspiels. In seinen Arbeiten stellt er gerne Bezüge zu den

9


griechischen, lateinischen, französischen, englischen oder, wie in den abgedruckten Texten, japanischen Traditionen der Dichtkunst her. Der 11. April ist der Geburtstag des berühmten ungarischen Dichters Attila József (1905-1937) und wird als Tag der Ungarischen Dichtung gefeiert. Zugleich ist er der Geburtstag von András Ferenc Kovács’ Grossmutter. Lajos Parti Nagy wurde 1953 im südungarischen Städtchen Szek­ szárd geboren und lebt heute in Budapest. Auch er ist ein Meister der Intertextualität und der Form. Er liebt Sprachstile und Parodien und ist fähig, die tiefsten Schichten der ungarischen Sprache hervorzuzaubern. Vier von fünf meiner Übersetzungen sind Annäherungen an seine modernen ungarischen Sonette. Krisztina Tóth (*1967) ist eine der drei Budapester Stimmen der mittleren Generation, die in den Neunzigerjahren angetreten ist. Als Lyrikerin steht sie in der Tradition des Újhold (dt. Neumond) Kreises, der klassischen Moderne Ungarns. Inspiration findet sie im Alltag. Bei ihren Lesungen und denjenigen anderer Autorinnen durfte ich erfahren, wie viel in der ungarischen Gesellschaft unter der Oberfläche brodelt und in Bewegung ist, wie heftig die Rolle der Frau diskutiert wird und wie sehr eine neue, selbstbewusste Generation erfolgreicher Schriftstellerinnen an den verkrusteten Geschlechterstrukturen des noch immer patriarchal und hierarchisch geprägten Landes kratzt. Von István Kemény (*1961) haben Sie vielleicht schon das eine oder andere Gedicht gelesen. Er ist der zurzeit bekannteste und vermutlich meist übersetzte ungarische Lyriker im deutschsprachigen Raum. Sein Einfluss auf die jüngeren Generationen ist gross. Zuhause gilt er schon fast als Klassiker. Gábor Schein (*1969) ist Lyriker, Romanautor und Essayist. Als Literaturhistoriker publiziert er auch Fachliteratur. Ausführliche Informationen zu den Entwicklungen der ungarischen Lyrik nach 1989 finden sich im Interview, das ich mit ihm führen durfte. Darin erwähnt er, wie wichtig die Fähigkeit des Erinnerns an geschichtliche oder familiäre Erfahrungen sei. Die ungarische Literatur stemmt zurzeit fast im Alleingang die Aufarbeitung der ungarischen Geschichte. Das Engagement der Autorinnen und Autoren ist gewaltig. Mag manches noch nicht im breiten gesellschaftlichen Diskurs angekommen sein, die Bücher sind da oder im Entstehen begriffen. Man muss nur lesen und wissen wollen.

10


Tamás Jónás wurde 1973 im nordungarischen Städtchen Ózd an der Grenze zur Slowakei geboren. Diese Region wurde besonders hart vom Niedergang der Schwerindustrie getroffen. Er gilt als der begabteste Dichter seiner Generation. Seine Gedichte sind stark sozialkritisch. Als Roma musste und muss er schmerzlich erfahren: Nationalismus bedeutet eben auch immer ein Mobilisieren von Werten, die andere ausschliessen. In der Lyrik der jüngsten Generation ist die Erfahrung der Entfremdung und der Fremdheit ausgeprägt. Renátó Fehér wurde 1989 im westungarischen Szombathely an der Grenze zu Österreich geboren. Orsolya Láng wurde 1987 im rumänischen Satu Mare geboren. Sie lebt heute in Marosvásárhely, rumänisch Târgu Mureș, Siebenbürgen. Beiden gemeinsam ist, dass sie erst einen Gedichtband veröffentlicht haben und noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Stilistisch unterscheiden sie sich wesentlich. Für die Bebilderung des Hefts war der ungarische Fotograf Máté Bach zuständig. Bei ihm und allen Lyrikerinnen und Lyrikern, die ihre Werke zur Verfügung gestellt haben, möchte ich mich ganz herzlich bedanken, wie auch bei den Übersetzerinnen und beim Übersetzer. Ohne Unterstützung hätte ich diese Sammlung nicht zusammenstellen können. Mein Dank gilt dem orte-Verlag und der gesamten orte-Redaktion, die dieses Heft ermöglicht haben. Dank an Gábor Csordás, Éva Karádi, László Márton, Ágnes Relle aus Budapest und György Dalos aus Berlin, die mir mit ihrem Rat und ihren Hinweisen weitergeholfen haben. Dank an Péter Rácz und an das Ungarische Übersetzerhaus in Balatonfüred, dessen Infrastruktur ich für das Projekt habe nutzen dürfen. Und Dank an das Ungarische Büro für Übersetzungsförderung mit Sitz im Petőfi Literaturmuseum, ohne dessen grosszügige finanzielle Unterstützung dieses Heft nicht hätte entstehen können. Ich hoffe, mit meiner Arbeit dazu beitragen zu können, etwas Aufmerksamkeit, vielleicht sogar Begeisterung, für die neue ungarische Lyrik zu wecken. Gute Lektüre!  Anne-Marie Kenessey

11


Auf und unter den Rädern Virág Erdős

Die Trabikopf-Frau       zu einem Foto von Lenke Szilágyi Dies ist die alte Landstrasse Nr. 2 in Richtung Vác, da gibts ein prächtiges Häufchen Dreck, dort wächst ein schöner Baum am Platz, im Hintergrund der Nebel öd das Pólus Palace Hotel Göd, und wenn auch etwas grau, im Bildeck sitzt sie, schau: die Trabikopf-Frau. Die Trabikopf-Frau ist wenig formdesignt, doch wird gesagt, der Weg sei Ziel, wohin er auch zu führen scheint, Hauptsache, sie ist tapfer, korrekt, läuft nicht vor den Problemen weg, sagts gleich, falls sie gesündigt hat (im Ausweis fehlt zurzeit ein Blatt, doch alles andre ist im Lot), und falls der Vergaser nicht hustet, fährt sie, wohin sie Lust hat, bringt auf dem Heimweg Zucker, Schoko, Cola, Butter.

12


Foto: Lenke Szilágyi

Verbrauchen tut sie wirklich viel, doch einzig Pepsi Max, wenn alle Stricke reissen, schluckt sie ab und zu ein Xanax, sie saugt und zündet, pufft aus, hält stand an allen Fronten, und wenn doch alles zusammenbricht, gibts immer noch das Frontin, sie streitet nicht, diskutiert nicht mit dem Chef und falls sie kann, so meidet sie den Zusammenprall, sie lebt auf Schwingungsdämpfern und vom Überlebenskampf getrieben, zunehmend ausserstand die Kurve zu kriegen,

13


falls zwischendurch die Reinigung des Bluts versagt die Saftkur, dann hilft da auch nicht mehr die Winter Reifen Garnitur: sie schlittert zum Bankett und schlägt gleich einen Purzelbaum, sie fängt zu trinken an und führt drei Seduxen auf einmal in den Mund, ihr Mann würdigt sie keines Blickes mehr, eine Frustration ist jedes Opfer, die sexuell gewährte Turbo Delux Version, die Bremse abgenutzt, die Karosserie Gespött, ihr Fahrgestell scheusslich, eine Schande, kein Wunder, wird sie überholt vom Ford Ka und vom Fiat Panda, sie weint dem Pionierlager nach und der Jugo-Ungarn-Disko, doch wer sich unter die Leute mischt, den fressen die Schweine auf, sodass sie lieber läuft und in den Service fährt, sie zeigt die Ventile, fordert einen Bowdenzug-Tausch, und eine Klimaanlage, und Liebe,

14


allnächtlich schreckt sie auf, weint, wälzt sich hin und her, zappelt herum, die elektrischen Injektoren lassen sie nicht ruhen, was gewiss verständlich ist, wenn der Regen aufs Blechdach pisst, doch das ist schon eine schwere Last, dass der Vergaser nicht vergast, und statt das Kind zur Uni zu schicken, in die Museen, stinken aus ihrem Hintern allerlei Furzideen, wägen wirs ab, zählt sowieso nur das erlaubte SchadstoffausstossNiveau, sodass wir meines Erachtens die Sache richtig erfassen, wenn wir die entsprechende Rubrik nicht leer lassen, und statt über den möglichen Schaden zu sinnieren, versuchen wir sie blitzschnell aus dem Verkehr zu ziehen, die Gesundheit unserer Gesellschaft ist kein Spiel: die Trabikopf-Frau verpasst das Umweltziel!

15


Ein Februarmorgen in der Metrostation Kalvin Platz, Budapest, Fahrtrichtung Ostbahnhof. 

Foto: Máté Bach

chancengleichheit hier zieht jeder einen rollkoffer auch er zieht einen rollkoffer nur hat der keine räder

16


erscheinung in jener nacht in der horngasse auf dem gehsteig vor dem sozialbad bloss in einer abgelegten skihose wird ein engel liegen sein arsch beleuchtet das partyviertel

fluchtroute auf dem langen engen flur des Hauses der Vorsehung in mit heftpflastern aufgeklebten zeigetaschen je ein fotokopierter schwarzer pfeil

aus dem Ungarischen von Anne-Marie Kenessey

17


Aus der Vojvodina Ottó Tolnai

Wie soll ichs blasen wie soll ichs blasen dein horn wie soll ich sie blasen alle beide zugleich ohne draufloszusägen eine horntrompete eine horntrompete für mich ich höre wie eine ferne kapelle deine kuhschelle das schwappen deiner milch am berghang sehe wie du den mistgrünen pinsel deines schwanzes mir noch ein letztes mal hinter der buche entgegenwirfst und auch noch lange danach denn hier bleibe ich vielleicht ewiglich

18


Hirt Lukács und sein Hund leben in der Hortobágy-Puszta in Ostungarn. 

Foto: Máté Bach

Hogyan fújjam meg hogyan fújjam meg szarvad hogyan fújjam meg egyszerre mind a kettőt anélkül hogy nekiesnék fűrészelni szarukürtöt szarukürtöt itt nekem hallom mint messzi kis templomot kolompod tejet löttyenéseit a hegyoldalon látom ahogy farkad trágyazöld pamacsát még utolszor felém dobod a bükk mögül s még soká utána is hisz itt maradok örökre tán

19


Wer knüpfte wer knüpfte die ziege an den pilz ist dies ein pilz oder ein knochen menschen- oder tierknochen wer schlug den knochen des menschen in den boden vielleicht noch lebend und knüpfte an ihn die kette seiner meckernden ziege wer schlug wer knüpfte

Etwas Schweres irgendeine schwere frucht schlägt mir ans schulterblatt ich erschrecke genau habe ich gespürt wie viel stärker der schlag hätte sein müssen damit ich ihn nicht mehr spüre damit ich nichts mehr spüre zum glück gibt es bei uns keine riesigen früchte voll menschengrosser würmer keine riesigen früchte

20


Unten der Weizen

Lenn a búza

unten der weizen schon brotfarben der mais noch nicht obwohl es schön wäre zu sagen brotfarbenes maismeer maisgriffel-duft bringt der wind die erde regt sich der baum beugt sich und auch ich beuge mich mit ihm ein wenig noch ein wenig bis zur erde in der erde verbeuge ich mich ihr ergebener diener schon tief in der erde

lenn a búza már kenyérszínű a kukorica még nem pedig szép lenne mondani kenyérszín tenger-i kukoricabajusz-illatot hoz a szél mozdul a föld hajol a fa s hajolok én is vele egy kicsit még egy kicsit a földig a földben hajlongok én alázatos szolgája már mélyen a földben

tief in der erde

mélyen a földben

aus dem Ungarischen von Anne-Marie Kenessey

21


Katalin Ladik

Balkan Express Die wiederkehrenden Welten! wie sie mit herausgerissenem Saum einen egal wo fallenden Moment umkreisen, der ohne mich verloren gehen muss. Dezső T   andori

Ferner bin ich jetzt von dir als ein Ozeandampfer auf den Maisfeldern. Die vorbeisausenden Leitungspfosten, schwarze Masten. Zu fern bin ich, um wie ein siegreiches Segel zerrissen zu werden, noch ferner werde ich sein, wenn ich ankomme. Hier gibts Durst und eine aus der Tiefe kommende, schmerzerfüllte Stimme. Bloss ein Traum das Ganze – flüstere ich inspiriert. Hier stürzte gestern ein Engel ab. Jetzt schreibt jeder Tagebuch und vermehrt die Geschichte. In der Tür umschlingen sich Schwan und Maschinengewehr. Der Lokführer ist ein aschfarbener Mann mit leeren Augenhöhlen. Immer ferner von dir, je näher ich dir komme, ein Spatz prallt an die Fensterscheibe. Riesige schwarze Ofenrohre heulen auf in mir, wo bist du? Hier herrscht Dunkel und Bestürzung. Falls dies die Geschichte ist, dann berühre ich dich nicht, warte nicht auf mich, wenn ich ankomme.

22


Balkán expressz A visszatérő világok! ahogy körbeforognak kiszaggatott szegéllyel, egy mindegy-hol hulló pillanatot, melynek nélkülem kell elvesznie. Dezső T   andori  

Távolabb vagyok most tőled, mint óceánjáró a kukoricaföldeken. A száguldó villanypóznák, fekete árbocok. Távolabb vagyok, semhogy győztes vitorlaként szétszakadjak, még távolabb leszek, ha megérkezem. Itt szomjúság van és mélyből jövő, fájdalmas hang. Csak álom az egész – suttogom ihlettel. Itt tegnap lezuhant egy angyal. Most mindenki naplót ír, és szaporítja a történelmet. Az ajtóban hattyú és gépfegyver ölelkezik. A mozdonyvezető egy hamuszín, üres szemgödrű ember. Egyre távolabb tőled, ahogy feléd közeledem, egy veréb ütődik az ablaküveghez. Hatalmas, fekete kályhacsövek üvöltenek fel bennem, hol vagy? Itt sötét van és döbbenet. Ha ez a történelem, hát nem érintelek meg, ne várj rám, amikor megérkezem.

23


Der Wellengang des Frühlingspferdes Nach dem Todesmoment, als sie noch als lebendiger Schatten langsam über die Wiese huschte, dann über das steinige Feld, vom Geschmack des Schattens noch zitternd, hielt sie inne, erblickte sich im Spiegel des Sees – mag sein, bloss jetzt, eine einmalige und nie wiederkehrende Gelegenheit –, trotzdem wünschte sie nicht wiedergeboren zu werden, wollte nicht aus dem dunklen Mund hinausstürzen, der seit ewigen Zeiten lächelt.

Auch in mir friert das Meer Einen Mund voll Sonne bräuchte ich, einen Inselbewohner, um das Meer von meinem Bauch abzulecken.

Ergrünte auf meinem Haus die Gänsehaut Selbst im Traum höre ich das Weinen der Felsen, während der Regen sie bis in die Trance schlägt. An diesem kalten Frühlingsmorgen ergrünte auf meinem Haus die Gänsehaut.

aus dem Ungarischen von Anne-Marie Kenessey

24


Aus Siebenbürgen András Ferenc Kovács

11. April (Sequenz) Hundert Jahre bald, Am Tag der Ungarischen Dichtung geboren: Arm war sie und wurde früh Vollwaise. Durfte Den Vater nicht kennen, nach Dem Tod der Mutter Trieb sie sich von Tür zu Tür, Diente wortlos als Hausmagd bei den Herrschaften: Arbeitete, schrieb Keine Verse, weil sie nicht Konnte, keine Zeit, Durfte nicht lernen, konnte Weder lesen noch Schreiben … Nur ihren Namen Aufschreiben, ab und Zu, die Grossmutter meines Vaters, lebte so, Wortlos, wie s Wort im Gedicht: Einziges, stummes Bild, wunderbarer Vergleich – Maria Hajdú, Bete für uns heute und In der Stunde der Dichtung.

25


Im Szépilona Strassenbahndepot in Buda proben zwei T   änzerinnen und ein Tänzer vor Beginn einer Aufführung. 

Foto: Máté Bach

Musikgerät für Fanni oh fanni sieh dein vater ist ein aufziehbarer clown in einer musikspieldose jongliert mit komischen bällen in einer musikspieldose

wie viele bunte bälle schweben lustig angemalt oh springen auf mit luft gefüllt welche alles ist gleichwohl nichts oh springen auf mit luft gefüllt

oh fanni sieh dein Vater ist ein grinsender hanswurst winzige kugeln wirft er auf schneidet zur musik grimassen winzige kugeln wirft er auf

doch stets zur selben musik kreisen himmelsplaneten sogar ein universum fliegt wenns vater in die höhe wirft sogar ein universum fliegt

26

Profile for Verlagshaus Schwellbrunn

orte 195  

orte 195