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Editorial

Freude am Skisport entfachen und verbreiten Wer an den alpinen Skisportnachwuchs denkt, kommt ziemlich schnell auf den einstigen Ovo Grand Prix, später den Grand Prix Caran d’Ache und seit rund 17 Jahren den Grand Prix Migros. Diese Erfolgsgeschichte wird nächstes Jahr 50. Der Name des Titelsponsors hat zwar drei Mal geändert, geblieben ist die Anziehungskraft dieses Events mit jährlich rund 6500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. «Er entfacht und verbreitet die Freude am Skisport», wird Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann in einer Sonderbeilage zum GrandPrix-Migros-Finale 2019 in Sörenberg zitiert. Der Wettkampf mit jeweils 13 Qualifikationsrennen und dem finalen Wettkampf gilt als die nationale Talentschmiede schlechthin. Der Pragmatiker spricht von Logik, weil «die alpinen Stars von morgen» kaum an diesem wichtigen Wettkampf vorbeikommen. Sörenberg war bereits 2004 Finalaustragungsort – mit den damals noch unbekannten Skihoffnungen Lara

Gut, Wendy Holdener, Michelle Gisin oder Reto Schmidiger am Start. Auf solche Nachwuchshoffnungen zählen die Skifreunde, nicht nur im alpinen Skisport. Sie sind später die Hoffnungsträger für Edelmetall an Olympischen Winterspielen, Weltmeisterschaften und guten Rangierungen im Weltcup. Vergangene Saison grassierte weltweit gleich an fünf verschiedenen Wettkampforten in verschiedenen Schneesportarten das WM-Fieber – mit zum Teil ganz schönen Erfolgen. Die Highlights finden Sie in dieser Ausgabe. Die Reportage über den Grand-Prix-Migros-Final in Sörenberg soll veranschaulichen, dass der Erfolg letztlich über diesen oder einen anderen Nachwuchswettbewerb im alpinen oder nordischen Skisport führt. Und dass solche Wettkämpfe nur möglich sind dank zahlreichen und treuen Sponsoren. Ich wünsche Ihnen einen auch in sportlicher Hinsicht abwechslungsreichen Sommer!

J O S E P H WE I B E L CH EF R E DA K TO R S NOWACT I VE

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Inhalt // Mai 2019 F OKU S 8 // Saison-Rückblick Swiss-Ski-CEO Markus Wolf äussert sich im Interview zur sportlichen Bilanz, den anhaltenden Herausforderungen und bevorstehenden Projekten. 12 // Corinne Suter Die Schwyzerin gewann überraschend zwei Medaillen an den alpinen Skiweltmeisterschaften. In Snowactive verrät sie, was ihre schönste Freude ist.

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14 // Killian Peier Eine Überraschung war auch die Bronzemedaille von Skispringer Killian Peier. Sein berechtigter Kommentar: «Ein supercooles Gefühl.» 18 // Schweizer Junioren Bei den verschiedenen Titelkämpfen an Juniorenweltmeisterschaften erwiesen sich die Swiss-Ski-Athleten als eifrige Medaillensammler.

AK TIV 24 // Backstage Martina Friedli kümmert sich als Physiotherapeutin um die Schweizer Langläufer. Wir haben der 37-jährigen Bündnerin über die Schultern geguckt.

M E N S C HE N 28 // Legenden Er ist eine Legende schlechthin: Karl Frehsner. «Der eiserne Karl wird 80.» Ein Porträt von Snowactive-Autor Richard Hegglin. 30 // Patrick Küng Er trug immer fein säuberlich sein Tagebuch nach. Im Januar schloss er es. Weltmeister Patrick Küng gab seinen Rücktritt vom aktiven Skisport.

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32 // Grand-Prix-Migros-Finale Mit Sörenberg fand das Finale des Grand Prix Migros nach 2004 an gleicher Stätte wiederum einen würdigen Austragungsort.

S E RV IC E 48 // ISPO 2019 Die internationale Sportmesse ISPO in München präsentiert jeweils im Februar die Neuheiten des kommenden Winters.

Standards 01 // Editorial 04 // Panorama 20 // Medizin-Kolumne

57 // Zehnnmal aufgeschnappt 60 // Medizin 63 // Rätsel

64 // PS.

32 Titelbild Gold gab es an den Alpinen Skiweltmeisterschaften im Team-Wettbewerb. Die Schweizer Ski- und Snowboardathletinnen und -athleten erwiesen sich generell als gute Medaillensammler. Foto: Swiss-Ski

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FOTOS: KEYSTONE

Panorama

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4 W M - M E DA I LLE N , 37 W E LT CU P- P O DE S T PL ÄT Z E UN D 1 KRISTA LLKUGE L Mit zweimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze beendete die Schweiz die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Åre auf Platz 1 im Medaillenspiegel. Wie vor einem Jahr an den Olympischen Winterspielen in PyeongChang gab es Gold im Team Event, zudem verteidigte Wendy Holdener ihren WM-Titel in

der Kombination erfolgreich. Corinne Suter gewann als einzige Athletin in beiden WM-Speedrennen eine Medaille (Silber in der Abfahrt, Bronze im Super-G). Im Weltcup 2018/19 durfte sich das Swiss-Ski-Team über 37 Podestplätze freuen – und damit über fünf mehr als im Vorwinter. Zum

zweiten Mal in Folge gewann Beat Feuz die kleine Kristallkugel für den Gewinn des Abfahrtsweltcups. Der Berner klassierte sich siebenmal in den Top 3, Wendy Holdener achtmal. Daniel Yule und Ramon Zenhäusern errangen ihre ersten Weltcupsiege in einem Spezial-Slalom. Roman Eberle

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Panorama

Snowboard/Ski Freestyle: Park City

Die Bilanz des Swiss-Ski-Teams an den Snowboard- und Ski-Freestyle-Weltmeisterschaften in Utah liest sich wie das Ergebnis eines guten Differenzler-Jasses: Fünf bis sieben Medaillen angesagt, sieben gemacht, Differenz null. Mit Fabian Bösch (Big Air Freeski), Julie Zogg (Parallel-Slalom Snowboard Alpin) und dem Aerials-Team stellt die Schweiz in drei Disziplinen wieder die Weltmeister. Fanny Smith (Skicross) holte Silber, Ladina Jenny (ParallelRiesenslalom Snowboard Alpin), Pat Burgener (Halfpipe Snowboard) sowie Noé Roth (Aerials) errangen Bronze. Die Schweizer Athleten haben die Vorgaben erfüllt, obwohl die Snowboard-

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Wettkämpfe im Big Air sowie jene im Slopestyle der Freeskierinnen wetterbedingt abgesagt wurden. Hinter Gastgeber USA, Russland und Kanada war die Schweiz mit sieben gewonnen Medaillen das vierterfolgreichste Land an den Titelkämpfen. «Am unerwartetsten für uns kam der Weltmeistertitel des Aerials-Teams. Wir wussten, dass wir Aussenseiterchancen haben. Aber, dass es diesem jungen Team ganz nach vorne reicht, war sicher nicht zu erwarten», so Sacha Giger, Direktor Ski Freestyle und Snowboard. Sabrina Aebischer

FOTOS: SWISS -SKI

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Fokus // Saison-Rückblick

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Die erfolgreichste Periode seit den Achtzigerjahren Swiss-Ski darf auf einen weiteren erfolgreichen Winter mit zahlreichen WM-Medaillen und Weltcup-Podestplätzen zurückblicken. Zeit, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen, bleibt freilich keine. Im Interview äussert sich der CEO Markus Wolf zur sportlichen Bilanz, den anhaltenden Herausforderungen des Skiverbandes, bevorstehenden Projekten und darüber, weshalb seine innere Ruhe im oftmals emotionsgeladenen Umfeld vorteilhaft ist.

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Fokus // Saison-Rückblick

Markus, mit welcher Note bewertest du das Abschneiden von Swiss-Ski über alle Sportarten hinweg im Weltcup- und WM-Winter 2018/19? Markus Wolf: Für Swiss-Ski gesamthaft war der Winter gut bis sehr gut, was einer Schulnote im Bereich 5 bis 5,5 entspricht. Auf eine sehr gute Saison zurückblicken dürfen die Alpinen. Das ist so. Das Abschneiden der Alpinen ist immer auch ein wenig die Fiebermessung für unsere Gesamteinschätzung. Das Männer-Team machte nochmals einen Schritt nach vorne, die Jungen haben sich verbessert. In den technischen Disziplinen ging die Entwicklung gar etwas schneller voran als man hat erhoffen dürfen. Bei den Frauen war die Situation aufgrund von Verletzungen und Leistungsträgerinnen, die nicht perfekt in Form gewesen sind, etwas schwieriger. Gleichwohl haben wir den 2. Rang in der Nationenwertung konsolidiert und den Vorsprung auf Platz 3 sogar ausbauen können. Die WM in Åre endete für uns mit einer guten Medaillenbilanz.

FOTOS: ZVG.

Im nordischen Bereich lief es dagegen nicht wie erhofft. Hier haben wir uns teilweise schwergetan. Im Skispringen gab es einen Aufwärtstrend, mit Killian Peier konnte sich ein Athlet vor Simon Ammann platzieren und eine sehr wertvolle WM-Medaille gewinnen. Hinter diesen zwei Springern gibt es Entwicklungen, die mir gefallen – freilich auf verhältnismässig tiefem Ausgangsniveau, weil wir hier die grössten Probleme gehabt haben. Im Langlauf und Biathlon tun wir uns schwer, ganz nach vorne aufs Podest zu kommen. Daran müssen wir in den nächsten Jahren hart

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arbeiten. Entsprechend verliefen auch die Weltmeisterschaften. Es gab zwar sowohl im Langlauf als auch im Biathlon einige gute Ansätze, aber letztlich resultierten keine Medaillen. Unsere Ansprüche sind höher.

Athleten. Ich könnte noch viele Highlights nennen. Jede Podestklassierung hat etwas Magisches, wenn man vor Ort die Freude der Athleten miterleben darf und die Geschichten hinter den Leistungen kennt.

Den Ansprüchen gerecht geworden sind jedoch die Freestyler und Snowboarder sowie auch die Telemarker. Ihre Leistungen im Weltcup und an den Weltmeisterschaften haben Freude bereitet. Die WM der Freestyler und Snowboarder in Park City war sehr schwierig und dürftig organisiert. Es gab viele wetterbedingte Herausforderungen, es kam zu Verschiebungen und Absagen, die Athleten fanden schlecht präparierte Wettkampfkurse vor. Mir hat extrem gut gefallen, wie unser Team mit diesen Widrigkeiten umgegangen ist. Vor allem, weil man gewusst hat, dass an den jeweiligen Tagen gleichwohl ein Medaillensatz verteilt wird – auch wenn die Piste nicht optimal ist. Trotz einiger vierter Plätze war die Ausbeute in Utah mit sieben Medaillen sehr gut. Im Telemark haben unsere Athletinnen und Athleten fast die Hälfte aller Weltcup-Podestplätze errungen – dazu ebenfalls sieben WM-Medaillen.

In welchen Bereichen gibt es nach dem ersten Jahr im aktuellen Olympia-Zyklus mit Blick auf Peking 2022 noch am meisten Nachholbedarf? Im Langlauf und Biathlon müssen wir die Podestränge angreifen können und uns breiter aufstellen. In den kommenden drei Jahren haben wir in diesen beiden Sportarten einen beschwerlichen Weg vor uns. Gleichwohl sind gute Ansätze vorhanden, wir können auf einer Basis aufbauen. Die Frage ist, wie schnell dies geschehen wird. Wir können aber nicht einfach hoffen, sondern müssen hart arbeiten und uns auf die Suche nach den Innovationen machen, die es braucht. Jetzt steht uns – abgesehen vom Biathlon – ein Winter ohne Grossanlass vor. Da versuchen wir schon, die eine oder andere tiefgreifende Veränderung, nicht unbedingt personeller Art, zu vollziehen. Es wird auch mal ein System eines Athleten etwas durchgerüttelt, ein WeltcupWinter etwas anders angegangen als üblich. Das sind die Momente, die man nutzen muss, um nachher wieder auf die kommenden drei Jahre mit WM, Olympia und wieder WM hinarbeiten zu können. Gerade Athleten in einer späteren Phase der Karriere oder solche in einem frühen Stadium, die in einem Bereich noch besonderen Entwicklungsbedarf haben, werden vor der nächsten Saison etwas mehr Mut haben, etwas Neues zu wagen und an etwas zu arbeiten, das mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Welcher Moment kommt dir als erster in den Sinn, wenn du an die zurückliegenden Schneesport-Monate denkst? Eines der ganz grossen Highlights für mich war der Medaillengewinn von Killian Peier am Bergisel in Innsbruck. Die Umstände waren speziell: Er war erstmals in der Situation, nach dem ersten Durchgang in Führung zu liegen – und dies erst noch an einer WM, vor einer grossen Zuschauerkulisse. Doch er hielt dem Druck stand. Als der Medaillengewinn nach langem Warten auf die Wertung feststand, war das schon eine Art magischer Moment. Zu erwähnen gilt es aber auch noch andere Momente, beispielsweise die ersten Siege in einem Spezial-Slalom von Daniel Yule und Ramon Zenhäusern, die Podest-Premieren von Marco Odermatt, Loïc Meillard oder Thomas Tumler, der Gewinn der Abfahrts-Kristallkugel von Beat Feuz und selbstverständlich auch die WM-Medaillen der Schweizer Athletinnen und

Jede Podestklassierung hat etwas Magisches, wenn man vor Ort die Freude der Athleten miterleben darf.

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Erfreulich war das Abschneiden auf Junioren-Stufe bei den Weltmeisterschaften. Die Alpinen beispielsweise beendeten die Titelkämpfe im Trentino auf Platz 1 im Medaillenspiegel und bei der Marc Hodler Trophy, im Biathlon wiederum gab es die ersten Goldmedaillen auf Stufe Jugend überhaupt. Wir alle wissen, wie lange der Weg für unseren Nachwuchs noch ist. Lange haben wir es nicht geschafft, aus JuniorenWeltmeistern Podestathleten im Weltcup zu machen. Darum sind wir hier mit der nötigen Vorsicht und Demut am Werk, wenn wir Einschätzungen vornehmen. Trotzdem: Besser als die Nummer 1 zu sein oder Goldmedaillen zu gewinnen, geht nicht. Von daher haben wir unseren Job im Nachwuchsbereich zusammen mit den Regionalverbänden gemacht. Wir können nie genug Breite haben. Jetzt müssen wir diese Athleten an die Spitze heranführen. Das Potenzial ist da – und dieses gilt es zu nutzen. 2020 gibt es keine FIS-Weltmeisterschaften, entsprechend wird Swiss-Ski etwas weniger im öffentlichen Fokus stehen. Ein willkommenes Jahr, um nach drei überaus intensiven Saisons etwas durchzuatmen? Man kann alles mal ein wenig sacken lassen. Zuletzt ging es immer Schlag auf Schlag. Wenn man die Periode mit der Heim-WM 2017, Olympia und der eben zu Ende gegangenen Saison ganzheitlich betrachtet, war sie auch überaus erfolgreich. Man darf zurecht sagen: Es ist seit den Achtzigerjahren die erfolgreichste Periode von Swiss-Ski – an den vergangenen drei Grossanlässen gab es 18 Alpin-Medaillen. Es zeigt, dass im Hinblick auf die Heim-WM in St. Moritz gut gearbeitet wurde und der Impuls für die sportliche Entwicklung genutzt werden konnte. Dem einen oder anderen tut


Fokus // Saison-Rückblick

es nach so vielen Highlights sicherlich gut, wenn es für ihn mal einen Winter ohne den Stress eines Grossanlasses gibt. Wann dürfen sich die Fans auf den nächsten Schneesport-Grossanlass in der Schweiz freuen? Ob 2025 die Freestyle- und Snowboard-WM im Engadin ein Thema werden kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Diesbezüglich befinden wir uns in der Prüfungsphase. Finanziell ist es eine grosse Herausforderung, eine solche WM zu stemmen. Es gibt viele offene Fragen, auch seitens FIS, die wir am Klären sind. Es wird sich zeigen, was Bund, Kanton und Gemeinden bereit sind beizusteuern. Danach kann man einen Grundsatzentscheid fällen, ob die Austragung dieses Anlasses im Engadin möglich ist. Die Kandidatur für die alpine Ski-WM in Crans-Montana wiederum haben wir am 9. April bei der FIS eingereicht – im Wissen, dass es für 2025 schwierig sein wird. Wenn es dann noch nicht klappt mit der Austragung, hoffen wir, für 2027 oder 2029 den Zuschlag zu erhalten. Swiss-Ski bemüht sich auch intensiv um einen Biathlon-Weltcup auf der Lenzerheide. Wie lautet diesbezüglich der Stand der Dinge? Hier kriegen wir sehr gute Zeichen. Wir werden eine Eingabe machen für die Weltcup-Periode 2022 bis 2026. Mündlich haben wir von entscheidenden Stellen bereits Aussagen bekommen, dass wir in jener Periode sicher einen Weltcup bekommen werden. Wir überlegen uns zudem, ob wir für die gleiche Periode eine WM-Kandidatur ins Auge fassen sollen. Es laufen entsprechende Vorabklärungen. Dies zeigt, wie ambitioniert wir sind, um uns auf der Biathlon-Landkarte zu zeigen. Wir haben verschiedene Initiativen ergriffen. So war beispielsweise der Präsident der Internationalen Biathlon-Union (IBU), Olle Dahlin, Ende Januar auf der Lenzerheide. Seitens Swiss-Ski haben wir an der WM in Östersund hinter den Kulissen stark lobbyiert. Wir sind an allen Fronten am Weibeln, um den Wunsch, BiathlonWettkämpfe auf höchster Stufe auf der Lenzerheide auszutragen, Realität werden zu lassen. Vom Sportlichen zum Wirtschaftlichen respektive Organisatorischen: Befindet sich Swiss-Ski auch hier auf Kurs? Es ist eine dauernde Herausforderung, die sportliche Entwicklung finanziell abzusichern und zusätzliche Mittel zu generieren, um uns weiterentwickeln zu können. Wir konnten neue Partner an Bord holen, der Druck wird jedoch nicht nachlassen. Insgesamt bewegen wir uns in einem überaus schwierigen Umfeld sehr gut, was uns auch ermöglicht, sportlich erfolgreich zu sein. Wo liegen deine Schwerpunkte als CEO von Swiss-Ski in den kommenden Monaten bis zum Beginn des Weltcup-Winters 2019/20? In einer ersten Phase nimmt der Abschluss des Geschäftsjahres sowie die Planung der neuen Saison – finanziell und sportlich – in den nächsten Monaten viel Zeit in Anspruch. Wir haben zudem strategisch verschiedene Ideen, wie wir uns weiterentwickeln wollen. Wir sind daran, die Sponsoring-Struktur zu überarbeiten und neue Geschäftsfelder zu erschliessen. An diesen Themen arbeiten wir intensiv, um rasch finanziell spürbare Erfolge erzielen zu können. Im Sommer ist es dann Zeit, auch mal eine Pause zu machen.

Lange haben wir es nicht geschafft, aus JuniorenWeltmeistern Podestathleten im Weltcup zu machen. Darum sind wir hier mit der nötigen Vorsicht und Demut am Werk, wenn wir Einschätzungen vornehmen.

Geschäftsführer von Swiss-Ski bist du seit mittlerweile viereinhalb Jahren. Die «Südostschweiz» schrieb im Herbst 2014, du hättest «auf dem wohl grössten Schleudersitz in der Schweizer Sportszene» Platz genommen. Wie hast du es geschafft, auf diesem Posten Ruhe und Kontinuität hineinzubringen? Ich kann mich für das, was ich im Zusammenhang mit Swiss-Ski tue, begeistern und bringe entsprechenden Einsatz. Das ist eine Grundvoraussetzung. Eine Eigenschaft von mir ist, dass ich mit einer überdurchschnittlichen Komplexität umgehen kann. Dies ist in einem solch vielfältigen Verband wie Swiss-Ski mit vielen verschiedenen Sportarten, Einflüssen und Interessen sicherlich von Vorteil. Als CEO von Swiss-Ski muss man Sportkompetenz haben, ein KMU führen können und in der Öffentlichkeit gut zurechtkommen. Irgendwie habe ich wohl von allem etwas und kann das gut verbinden. Wichtig ist sicher auch meine innere Ruhe. Ich schaffe es, sachlich und überlegt an die verschiedenartigen Themen und Probleme heranzugehen, die täglich, wöchentlich unvermittelt auftauchen. Im Sport habe ich selbstverständlich Emotionen, aber beim Geschäftlichen schaffe ich es, verhältnismässig emotionslos und rationell Lösungen zu suchen. Welche Entwicklungen bei Swiss-Ski in den zurückliegenden Jahren unter deiner Führung freuen dich besonders? Auf den sportlichen Bereich bezogen hat mich gefreut, dass wir es geschafft haben, an den Grossanlässen oftmals die besten Leistungen der Saison abzurufen. Das hat damit zu tun, dass wir gelernt haben, diese Anlässe als eine Chance zu betrachten, und wir sie in einer Exzellenz vorbereitet haben, so dass der Sportler mit einem guten, sicheren Gefühl an den Start gehen kann. Mein Beitrag hierzu ist vielleicht nicht allzu gross, aber die Entwicklung ist lässig. Ich freue mich auch darüber, dass wir als Verband gewachsen sind, uns von äusseren Kräften weitgehend emanzipiert und ein eigenes Selbstverständnis und Selbstvertrauen entwickelt haben. Wir haben Kompetenz ins Haus geholt, beispielsweise die Weltcup-Marketing AG gegründet und nehmen auch in Sachen TV-Rechte oder im Bereich der Kommunikation eine viel aktivere Rolle ein. In der Breite unserer Aufgaben haben wir die Kompetenzen inhouse. Dies findet letztlich im sportlichen und finanziellen Erfolg seinen Niederschlag. I NT E RV I EW: RO M A N E BE R L E MAI 2019

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Fokus // Saison-Rückblick

DAS SCHÖNSTE IST, DIE FREUDE ZU TEILEN ie Schwyzerin Corinne Suter holte nach Bronze im Super-G auch noch die Silbermedaille in der Abfahrt. Snowactive-Autor Richard Hegglin hat mit ihr über ihre Freude über die zwei Medaillen, ihr Idol Lindsey Vonn und über das Ehringer Kalb, das sie als schönstes Präsent für ihre WM-Erfolge betrachtet, gesprochen.

Seit der WM ist einige Zeit vergangen. Hast du inzwischen realisiert, was du dort geleistet hast? Corinne Suter: Es hat sich einiges geändert um mich herum. Ich werde angesprochen auf der Strasse, viele Leute möchten etwas von mir. Aber im Endeffekt bin ich die Gleiche geblieben. Ich hoffe es wenigstens. Zumindest habe ich noch von niemandem gehört, dass ich mich verändert hätte. Die Reaktion auf die beiden Medaillen ist ja etwas Schönes. Und das Schönste ist, die Freude mit jenen Leuten zu teilen, die mir geholfen haben. Ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Dann hast du die Festivitäten, Ehrungen und Verpflichtungen gut überstanden? Zuweilen war es schon anstrengend. Es hat zwei Seiten. Man erlebt viel Schönes. Aber irgendwann kommt wieder der Alltag, man muss trainieren, das Leben, die Karriere geht weiter. Ich möchte ja weiterhin schnell Ski fahren. Dann kam die Weltcup-Woche in Sotschi, wo aus Witterungsgründen alles ausfiel, gar nicht so ungelegen? Einige haben sich etwas aufgeregt, aber ich war tatsächlich nicht unglücklich. Selbstverständlich wäre auch ich gerne gefahren. Aber als ich die Schneemengen sah, war für mich klar, dass faire Rennen kaum möglich sind. So 12

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Sie war die Überraschung an den alpinen Skiweltmeisterschaften in Åre schlechthin: Corinne Suter.

habe ich mich frühzeitig darauf eingestellt, den Aufenthalt anders zu nutzen, mir etwas Erholung zu gönnen, Fan-Post zu erledigen und die Kondition wieder aufzubauen. Man kann aus jeder Situation das Positive herausholen. War bei all den Ehrungen oder Geschenken, die du bekamst, etwas dabei, das dich besonders freute? Das tollste Geschenk, das ich entgegennehmen durfte, war ein Ehringer Kalb, das mir Kurt Summermatter, ein Züchter und Ski-Fan aus Saas-Fee, schenkte. Es ist deshalb speziell, weil es sich um ein «lebendes Geschenk» handelt und es mich immer an die WM-Rennen erinnern wird. Es ist auf den Namen «Åre» getauft. Ich habe allgemein Tiere sehr gern, habe zuhause vier Katzen, reite gern. Wenn ich mit Tieren zusammen bin, kann ich alles um mich herum vergessen. 2014 holtest du zweimal WM-Gold bei den Juniorinnen, 2019 zwei WM-Medaillen. Daniel Albrecht und Marc Berthod errangen auch fünf Jahre nach ihren Junioren-WMTiteln WM-Medaillen bei den Grossen, ebenfalls in Åre. Braucht es einfach eine gewisse Lernzeit? Das ist sehr unterschiedlich, jeder Athlet und jede Athletin ist anders. Ich habe immer Zeit gebraucht, um mich weiterzuentwickeln. Schon im C-Kader bei den FIS-Rennen dauerte es, bis ich ganz vorne war. Dasselbe im Europacup: Am Anfang war ich am Ende der Rangliste, am Schluss vorne (sieben Einzelsiege, Gewinn zweier Disziplinen-Wertungen 2014, die Red.). Und nun im Weltcup ebenso. Bei mir geht es immer etwas länger, bis ich mich in einem Team mit allen Betreuern wohlfühle, um meine Leistung zu 100% abrufen zu können.

FOTOS: SWI SS -SKI

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Fokus // Saison-Rückblick

Im Rückblick: In welchem Bereich weist du die grössten Defizite aus? Der Kopf war hauptsächlich das Problem. Die körperlichen Voraussetzungen stimmten bei mir immer, auch skitechnisch passte es gut. Aber ich stand mir selber lange im Weg. Im Weltcup können alle Ski fahren. Die Spitze ist so eng. Es geht um Hundertstelsekunden. Ich bin mir ganz sicher: Auf diesem Niveau entscheidet nur noch der Kopf. Deshalb begann ich vor den Olympischen Spielen in PyeongChang mit dem Mentaltrainer Martin Betschart zusammenzuarbeiten.

Schon als Jugendliche hast du dich nicht aufgedrängt. Du gingst nicht von selbst in einen Skiclub, sondern – andersrum – der Skiclub Schwyz wurde auf dich aufmerksam. Ich fuhr Jugendrennen mit uraltem Material, da konnte man gar nicht schnell sein. Ein Trainer, dem das aufgefallen ist, hat mich dann eingeladen, in die Renngruppe zu kommen. Ich wollte nicht, auch wegen der Eltern, weil das doch einiges Geld kostete. Irgendwie haben wir doch einen Deal gefunden. Ich ging dann neue Ski kaufen. So hat alles angefangen ...

Vom Charakter her wärst du eigentlich eine ideale Mannschaftssportlerin: sich nicht in den Vordergrund drängen und eher für die andern da sein. Diesen Eindruck muss ich korrigieren. Ich könnte nie einen Mannschaftssport ausüben, dafür wäre ich zu ehrgeizig. Ich bin gerne mit Menschen zusammen, in einem Team. Und manchmal achte ich zu stark darauf, wie sich die andern fühlen. Aber wenn es um Wettkämpfe und Resultate geht, da möchte ich allein sein (lacht schallend).

Lindsey Vonn ist dein Idol. Sie sucht auch ausserhalb der Piste die Scheinwerfer der Öffentlichkeit – eigentlich das Kontrastprogramm zu dir. Das stimmt, dafür bin ich nicht der Typ. Würde ich nicht Ski fahren, wäre ich auch nicht auf Social Media aktiv. Ich will schnell Ski fahren und nicht berühmt oder bekannt sein. Das ist nicht mein Ding. Ich mache das, woran ich Freude habe. Das Skifahren ist meine Leidenschaft. Was fasziniert dich denn an Lindsey Vonn? Persönlich kenne ich sie nicht so gut. Aber ich war beeindruckt, wie sie auf der Piste ihre Schwünge zog – und wie freundlich sie mit den Leuten umgeht. Sie redet wirklich mit allen. Als ich das erste Mal als kleiner «Pfüdi» dabei war und von nichts eine Ahnung hatte, kam sie auf mich zu. Das hat mir imponiert. Als wir zum ersten Mal gemeinsam trainierten, war ich so blockiert, ich konnte kaum mehr Ski fahren. Aber Parallelen zwischen euch gibt es schon. Sie hat – auf einem Bauernhof in Kirchberg (AUT) – schon sechs Kühe und Kälber. Zwei davon bekam sie in Val d'Isère, wo sie zum Erstaunen der Organisatoren als Siegprämie die Kuh statt das Preisgeld wählte. Dann ... (lacht schon, bevor die Frage gestellt ist) Es wäre sicher cool, wenn mein Kälbchen ein «Gspänli» bekäme. Ich werde alles probieren, um in Val d'Isère zu gewinnen. I NT E RV I EW: R I CHA RD H E G G L I N

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Fokus // Saison-Rückblick

EIN SUPERCOOLES GEFÜHL

Killian, seit den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld Ende Februar ist inzwischen ein wenig Zeit vergangen. Wie hat sich dein Alltag seither verändert? Killian Peier: Ich bin etwas mehr mit Journalisten am Telefonieren, habe vermehrt Medien-Anfragen, aber mein Alltag hat sich sonst eigentlich nicht gross verändert. 14

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Im Sport werden die Athleten bekanntlich an ihren grössten Erfolgen gemessen. Hast du das Gefühl, dass dich dein WM-Erfolg nun zusätzlich unter Druck setzt? Nein, überhaupt nicht. Nach den Weltmeisterschaften war es sicher ein wenig schwieriger, wieder in den Wettkampfmodus reinzukommen. Während der WM war sehr viel los, es war eine sehr intensive Zeit. Danach brauchte ich ein wenig Zeit, um mich zu erholen. Aber nach dem Start der RAW Air Tour in Norwegen konnte ich dann eigentlich wieder gut in den Wettkampfmodus schalten. Deine Teamkollegen und das ganze Schweizer Team feierten deine WM-Bronzemedaille frenetisch mit dir mit. Wie wichtig ist deiner Meinung nach der Teamspirit für sportliche Erfolge? Es ist ganz wichtig, dass man als ganzes Team die schönen Momente feiern kann. Einen Me-

daillenerfolg feiert man nie nur allein – schliesslich trainiert man das ganze Jahr zusammen, man ist gemeinsam unterwegs. Jeder aus dem Team weiss, wie viel hartes Training und Vorbereitungen hinter diesem Erfolg stecken. Wenn dann letztlich alles aufgeht und ein Athlet einen Erfolg feiern kann, ist das für das ganze Team ein supercooles Gefühl. Du bist während den Wettkämpfen mit einer ganzen Equipe bestehend aus Athleten, Trainer, Physiotherapeuten und ServiceLeuten unterwegs. Was schätzt du unterwegs an eurem Team am meisten? Dass jeder seinen persönlichen Teil beiträgt. Jeder hat seinen eigenen Charakter und bringt unterschiedliches Wissen mit. Indem man sich gegenseitig die Meinung sagen kann, kann jeder davon profitieren und sich persönlich weiterentwickeln. Das finde ich an unserem Team sehr cool.

FOTOS: NORDIC FOCUS / SWI SS -SKI

Ausgerechnet an den Weltmeisterschaften sprang Killian Peier erstmals in seiner Karriere auf höchster Stufe aufs Podest. Auf der Grossschanze in Innsbruck gewann der 24-jährige Romand die Bronzemedaille und ist seit dem WM-Märchen in aller Munde. Im Interview äussert sich der Aufsteiger der Saison zu seinem WM-Erfolg und über sein neues Selbstvertrauen.


Fokus // Saison-Rückblick

Welche Eigenschaften zeichnen dich im Team aus? Ich denke, ich bin ein sehr fokussierter Athlet, der klare Ziele hat und möglichst viel macht, um diese Ziele zu erreichen. Und ich versuche auch in jeder Situation, möglichst locker zu bleiben, wobei dieses Lockerbleiben noch nicht so ganz meine Stärke ist. Aber ich weiss das – und die anderen aus dem Team wissen das auch. Ich frage mich auch immer wieder: War ich jetzt wirklich locker? Dadurch versuche ich auch mal, eine etwas andere Sicht von mir zu kriegen, damit es mir wirklich gelingt, in jeder Situation das maximal Positive auszustrahlen. Nach einer enttäuschenden letzten Saison war die verpasste Qualifikation für die Olympischen Spiele 2018 in PyeongChang ein Schlüsselmoment in deiner Karriere. Du hast angefangen mit einem Mentalcoach zusammenzuarbeiten. Wie bist du darauf gekommen, dich verstärkt dem Mentaltraining anzunehmen? Ich habe gemerkt, dass ich zusätzliche Hilfe brauche, um mich weiterentwickeln zu können. Ein paar Jahre lang habe ich selbst versucht, die Trainingssprünge auch im Wettkampf abrufen zu können. Trotz sehr guten

Resultaten zu Beginn der Saison hat es nie ganz gereicht, konstant zu bleiben und genug Selbstvertrauen über den ganzen Winter mitnehmen zu können. Das war dann etwas, wo ich gemerkt habe, dass ich es nicht alleine schaffe und ich im mentalen Bereich zusätzliche Hilfe brauche. Ich wollte hierfür bewusst jemanden ausserhalb des Teams, um eine andere Perspektive zu haben. So entstand die Zusammenarbeit mit meinem Personaltrainer. Hast du neben dem mentalen Bereich auch skisprungtechnische Veränderungen vorgenommen? Ja, ganz konkret habe ich die Haltung der Hände im Anlauf und in der Luft anders positioniert. Das hat dann dazu geführt, dass sich auch die Technik verbessert hat. Aber eigentlich ist es der ganze Prozess seit Anfang Sommer, der Verbesserungen mit sich gebracht hat. Wir haben neue Übungen ausprobiert, die problematische Schlüsselstellen in meiner bisherigen Technik sozusagen brechen sollten. Ich bin beispielsweise mit Alpin-Ski und Langlauf-Anzug gesprungen. Einerseits haben mir diese drastischen Übungen viel mehr Körpergefühl und andererseits das nötige Vertrauen gegeben. Es hat sich gezeigt, dass ich auch mit ungewohnter Ausrüstung gute Sprünge hinkriege. Dies hat mir viel Selbstvertrauen gegeben und mir gezeigt: «Doch, das kann ich». Wo siehst du noch weiteres Verbesserungspotenzial? Ich habe immer noch grosse Mühe, eine Niederlage abzuhaken. Oder auch diese Niederlagen bewusst etwas genauer anzuschauen. Zu hinterfragen, was nicht funktioniert hat, und daraus zu lernen. Ich arbeite noch daran, die negativen Gedanken einer Niederlage möglichst früh zu stoppen und das Ganze in eine andere, positivere Richtung zu bringen. Welche Werte sind dir im Leben besonders wichtig? Die Familie ist mir sehr wichtig. Während der Wintersaison sind wir nicht viel zuhause. Der Kontakt zur Familie während dieser Zeit ist mir schon sehr wichtig. Die Familie gibt mir viel Energie und ist für mich ein Ort, an dem ich mich gut erholen kann. V E RA S C H Ä R

«Das Team ist sehr wichtig. Einen Medaillenerfolg feiert man nie nur allein.» Killian Peier MAI 2019

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Fokus // Saison-Rückblick

ie er ihn liebt, diesen Sport, der nicht einfach pure Tempobolzerei ist. Die Faszination besteht darin, robust genug zu sein im Duell Mann gegen Mann, klug zu fahren, je nach Position auf eine neue Strategie umzuschalten. Und es braucht eine feine Technik. «Wenn alles aufgeht, ist das ein cooles Gefühl», sagt Joos Berry. Und genau dieser Nervenkitzel treibt ihn an. Berry ist 28, Bündner aus Grüsch, wohnhaft in Mels – und Skicrosser, der eben seinen besten Winter erlebt hat. Kurz vor Weihnachten gewann er im italienischen Innichen im 27. Anlauf zum ersten Mal ein Weltcuprennen. Im Februar gehörte er zum Schweizer WMQuartett in den USA. Und am 9. März verdiente er sich in HochYbrig seinen ersten SchweizerMeister-Titel. Die Erfolge belegen für ihn: Die harte Arbeit hat sich gelohnt. Vom begabten Skifahrer ... Dabei ist die Karriere von Joos Berry keine gewöhnliche. Er wächst im Prättigau auf und ist ein begabter Skifahrer, der an Juniorenrennen teilnimmt. Als er die obligatorische Schulzeit hinter sich hat, absolviert er eine dreijährige Lehre als Landwirt, hängt eine Zusatzausbildung zum Zimmermann und Vorarbeiter an. Eine Laufbahn als Skifahrer ist kein Thema. Mit 21 entdeckt er die Freestyle-Sportart Skicross. Armin Niederer, der Freund seiner Cousine, ist einer, der ihm das schmackhaft macht. Berry bringt Talent mit, wird ins C-Kader integriert, sammelt erste Erfahrungen im Europacup und steigt in den Weltcup auf. Im März 2013 erleidet er einen Beckenbruch, aber er kämpft sich zurück

und erlangt wieder die gewohnte Risikobereitschaft. Im September steht er bereits wieder auf den Ski. Nebenbei arbeitet er, und zwar viel: Während zwei Jahren führt er den elterlichen Bauernbetrieb. ... über Zweifel ... Er hat den Ehrgeiz, im Weltcup voranzukommen, nur: Das funktioniert nicht wunschgemäss. Sein Aufwand ist gross, der Ertrag aber gering – das führt zu Frust, zu Zweifeln. Und im Frühling 2017 zur Sinnfrage: Soll ich überhaupt weitermachen? Er ist kurz davor, den Rücktritt zu geben. Aber seine Coaches Enrico Vetsch und Ralph Pfäffli sowie seine Freundin ermuntern ihn, nicht aufzugeben, und raten ihm, mehr Zeit ins Sommertraining zu investieren. Berry denkt: Gut, ich nehme noch einen Anlauf. Er kommt im Rotor-Team unter, einem Stützpunkt in Liechtenstein, den Marco Büchel und Micha Eder 2008 ausschliesslich für Leistungs- und ambitionierte Nachwuchssportler gründeten. Fünf Mal pro Woche fährt er am Morgen nach Balzers, verbringt mindestens zwei Stunden im Kraftraum, und ab elf Uhr ist der Zimmermann auf einer Baustelle anzutreffen.

... hin zum Schweizer Meister Bei der Firma Gebrüder Möhr AG in Maienfeld erhält er die Freiräume, die zulassen, dass sich Sport und Arbeit vereinbaren lassen. 2018 beträgt sein Jahrespensum rund 40 Prozent, wobei er die Mehrheit der Stunden im Sommer absolviert. Geschäftsführer Christian Egli ist nicht nur sein Chef, sondern auch ein begeisterter Fan, der gelegentlich an den Rennstrecken steht. Für Berry ist es kein Problem, dass er seinen Lebensunterhalt mit dem Sport allein nicht bestreiten kann. «Der Job ist für mich ein guter Ausgleich», sagt er. Klar ist für ihn eines: «Das grosse Geld lässt sich in diesem Sport ohnehin nicht verdienen. Aber ich möchte in dieser Intensität nichts anderes machen als Skicross.» Und gerne bereit wäre er gar, die Intensität noch zu erhöhen, um seine ambitionierten Ziele zu erreichen – die Voraussetzung: Er muss weitere Sponsoren finden. Ihm kommt entgegen, dass ihn das Militär in ein Projekt aufgenommen hat, das ihm ermöglicht, maximal 100 freiwillige Diensttage pro Jahr zu leisten. Das heisst: Er darf das als Sportler tun, sei es in einem Trainingslager oder wie Anfang Jahr an der WM – und in dieser Zeit erhält er Zahlungen gemäss Erwerbsersatzordnung. Gleich-

wohl ist er daneben auf Unterstützer angewiesen wie etwa die Stiftung «Passion Schneesport», die Anfang 2015 gegründet wurde. Berry hat sich bei dieser selbst beworben, unterdessen wird er von «Passion Schneesport» bereits das dritte Jahr finanziell unterstützt. «Dadurch kann ich stärker auf den Sport setzen und mehr Zeit ins Training investieren», erklärt der Schweizer Skicross-Meister 2019. Ein Athlet mit Potenzial Normalerweise kommen in den Genuss einer Unterstützung nur Nachwuchsathletinnen und -athleten, bei Berry wird eine Ausnahme gemacht, er erhält einen Zustupf. Der 28-Jährige ist das, was Urs Wietlisbach einen «Härtefall» nennt. Ein Härtefall deshalb, weil Berry ein typischer Vertreter einer Athletengruppe ist, die vom Alter her keine Nachwuchsathleten mehr hat und doch dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Wietlisbach ist der Präsident der Stiftung «Passion Schneesport», die 92 Sportlerinnen und Sportlern Support gibt. «Ich bin sehr dankbar, dass sie mich als älteren Athleten berücksichtigt haben», so Berry, dessen Entwicklung Wietlisbach mit Freude verfolgt: «Die Coaches sagten:

Der Winter des Durchbruchs Joos Berry hat die beste Saison seiner Skicross-Karriere hinter sich. Der 28-jährige Bündner gewann erstmals ein Weltcup-Rennen, wurde erstmals nationaler Meister – und träumt von der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2022.

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Fokus // Saison-Rückblick

Der Athlet hat Potenzial.» Mit dieser Einschätzung lagen sie richtig. Joos konnte den Trainingsumfang erhöhen und so den Durchbruch schaffen. Jetzt erntet er die Früchte. Der Support wird fortgesetzt. Kein Leben ohne Wettkampf An ein Leben ohne Wettkämpfe im Winter will Berry vorläufig nicht denken. Die Resultate in den vergangenen Monaten dienen ihm als Ansporn, noch mehr zu tun, gerade in der Vorbereitung. «Mein Ziel ist es, in der nächsten Saison konstanter zu fahren», sagt er. Das bedeutet auch: Im Gesamt-Weltcup strebt er eine Verbesserung an. Diesen Winter beendete er im 15. Rang. Berry hat als Skicrosser natürlich auch Träume. Eine WM hat er erlebt, ein Anlass, der ihn mit Stolz erfüllt hat: «Ich war einer von vier Schweizern, das war schon ein Highlight.» Sein grosser Traum heisst Olympische Winterspiele

2022 in Peking, er möchte die Ambiance, von der er schon oft gehört hat, selbst einmal erleben. Jetzt in die Wärme Wenn er sich duelliert und waghalsige Manöver durchführt, fährt bei ihm nie die Angst mit. «Respekt muss sein, aber Angst nicht, das würde nur hemmen», sagt er, «ich glaube, auf diesem Niveau haben alle ein gesundes Einschätzungsvermögen. Wir wissen, wo die Grenzen der Risiken liegen. Skicross ist ein unberechenbarer Sport, in dem man nie ausgelernt hat. Es ist, als würde die Lernphase ewig dauern.» Ende April gönnt er sich eine Woche Ferien mit seiner Freundin Michaela unter der Sonne Ägyptens. Danach startet die Vorbereitung auf die neue Saison. Berry braucht niemanden, der ihn anstachelt. Die erzielten Resultate 2018/19 sind Motivation genug. PE T E R B I RRE R

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Fokus // Saison-Rückblick

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SCHWEIZER JUNIOREN ALS FLEISSIGE MEDAILLENSAMMLER

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nsgesamt fuhr das Swiss-Ski-Team bei den alpinen Junioren-Weltmeisterschaften im Val di Fassa sieben Podestplätze heraus. Lars Rösti bei den Männern und Juliana Suter bei den Frauen gewannen im Trentino Gold in der Abfahrt, ebenso Nicole Good in der Kombina18

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tion. Silber umhängen lassen durften sich Camille Rast (Riesenslalom), Aline Danioth (Slalom) und Noémie Kolly (Abfahrt), derweil Lindy Etzensperger im Super-G Bronze errang. «Zusätzliche Motivation für künftige Aufgaben» Für Swiss-Ski resultierte damit nicht nur Rang 1 im Medaillenspiegel, auch bei der Marc Hodler Trophy schwang das Schweizer Team obenaus – mit 107 Punkten belegte es den 1. Platz vor Norwegen (86 Zähler) und den USA (80 Zähler). Für dieses Ranking werden die besten zwei Top-10-Resultate jeder Nation in jedem Rennen zusammengezählt. «Für die jungen Athletinnen und Athleten sind die Junioren-Weltmeisterschaften wichtig, sie sind eine Etappe auf dem Weg zum Ziel. Wenn man Etappensiege feiern kann, ist das wunderbar und eine zusätzliche Motivation für künf-

tige Aufgaben», so Hans Flatscher, Nachwuchschef Alpin bei Swiss-Ski. Hartweg und Baserga mit historischen Erfolgen Im slowakischen Osrblie schrieben Niklas Hartweg und Amy Baserga Schweizer Biathlon-Geschichte. Erstmals durften sich Athleten von Swiss-Ski in der Kategorie Jugend im Rahmen von Weltmeisterschaften die Goldmedaille umhängen lassen. Der 19-jährige Hartweg siegte im Einzel nach einem Schiessfehler mit 25 Sekunden Vorsprung auf seinen ersten Verfolger. «Als die Schweizer Nationalhymne gespielt wurde und ich zuoberst auf dem Treppchen stand, war dies ein sehr emotionaler Moment. Ich wusste, dass mit einer guten Schiessleistung viel möglich sein würde, mit einem Sieg habe ich jedoch nicht gerechnet», so der Schwyzer.

FOTOS: SWISS -SKI, JANINA PITKÄNEN, FOTO-DEUBERT.DE

Nicht nur bei den Weltmeisterschaften der «Grossen» gab es für Swiss-Ski in den vergangenen Wochen viele Medaillengewinne zu feiern, sondern auch auf Junioren-Stufe. Bei den Titelkämpfen der Alpinen stand für die Schweiz wie bereits vor Jahresfrist Platz 1 im Medaillenspiegel zu Buche. Im Biathlon gab es für Swiss-Ski auf Stufe Jugend die ersten Goldmedaillen überhaupt.


Fokus // Saison-Rückblick

Gar mit zwei Medaillen kehrte Amy Baserga aus Osrblie nach Hause. Nach Silber im Sprint errang sie in der Verfolgung Gold in der JugendKategorie. Die 18-jährige Athletin aus Einsiedeln zeigte vor allem in der Loipe eine überragende Leistung; trotz zwei Strafrunden nach dem ersten Stehendschiessen behielt sie die Oberhand. An den nordischen Ski-Weltmeisterschaften der Junioren in Lahti zeichnete der Luzerner Cyril Fähndrich für einen Schweizer Medaillengewinn verantwortlich. Der jüngere Bruder der Weltcup-Starterin Nadine Fähndrich konnte sich beim Massenstartrennen über 30 km klassisch kurz vor dem Ziel zusammen mit drei Konkurrenten absetzen. Den Zielsprint beendete der 19-Jährige schliesslich als Dritter. Erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe fanden weitere Junioren-Weltmeisterschaften in den Bereichen Ski Freestyle und Snowboard statt. ROMAN EBERLE

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Aline Danioth, Lars Rösti und Camille Rast Gold in der Verfolgung: Amy Baserga Gold im Einzel: Niklas Hartweg Bronze über 30 km: Cyril Fähndrich Schweizer Team mit dem Pokal der Marc Hodler Trophy

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Die Sponsoren und Partner

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Kolumne // Medizin

«Doktor Ski-Bimbo» – ein Tagebuch

Dr. med. Walter O. Frey Chefarzt Swiss-Ski Ärztlicher Leiter Balgrist Move>Med Zürich

Stadt ausgetragen, kurz, jedoch sehr publikumswirksam. Für die Schweiz stehen Ramon Zenhäusern, Loïc Meillard, Daniel Yule und Wendy Holdener im Einsatz. Trainer, Servicemann, Physio und ich als Arzt haben alle ihre definierten Aufgaben. Für mich sieht diese hier etwas anders aus als üblich: Ich bin der Ski- und Jackentransporteur für Ramon Zenhäusern, von ihm liebevoll «Ski-Bimbo» genannt. Entsprechend werde ich auch von ihm bis ins kleinste Detail instruiert, wie ich beispielsweise die zusammengebundenen Skis auf den Schultern tragen muss, damit sie nicht zerkratzt werden. Den Ablauf eines solchen Rennens muss man sich so vorstellen: Es fahren jeweils acht Mal je zwei Damen gegeneinander und danach in der gleichen Quantität die Herren; die besten vier Paare kommen ins Viertelfinale, die besten zwei Paare ins Halbfinale, bis es dann zum grossen Showdown kommt. Nach jedem Lauf wechseln die Fahrer im Zielgelände von den Rennski auf die Trainingsski, ziehen sich eine warme Jacke über und fahren mit dem Skilift hoch zum Start. Dort werden die ebenfalls hochgebrachten Rennski entweder für den neuen Lauf präpariert oder mit neuen getauscht (was normalerweise jeweils nach zwei Läufen der Fall ist). Sobald der Athlet wieder auf seinen Rennski steht und sich der Jacke entledigt hat,

müssen (Trainings-)Ski und Jacke ins Ziel gefahren werden. Da dieser Event mitten in der Stadt über das weisse Parkett geht, wo es neben der Rennstrecke keine andere Piste hat, muss ich mit Sack und Pack auf der Skilift-Piste zwischen den herauffahrenden Athleten und leeren Liftbügeln ins Ziel hinunterkurven. Vom Rennen bekomme ich so wenig bis nichts mit. Ich erfahre auch nicht, ob unsere Athleten noch mit im Rennen sind. Für mich der wichtigste Aspekt ist, dass ich immer rechtzeitig am richtigen Ort bin. Nichts wäre peinlicher, als wenn Ramon auf seine Ski warten müsste, weil sein «Bimbo» sich verspätet hat. Je weiter sich Ramon qualifiziert, desto schneller muss die Übergabe über die Bühne gehen. Im letzten Durchgang komme ich gerade rechtzeitig, etwa zeitgleich mit Ramon, im Zielgelände an und kann ihm die Jacke und Ski überreichen. Erst da habe ich mitbekommen, dass Ramon sich gegen alle seine Gegner durchgesetzt hat und als Sieger auf dem Podest steht. Erleichtert, dass alles geklappt hat, gehen wir zusammen ins Hotel zurück, beide völlig durchgeschwitzt von unseren zwar sehr unterschiedlichen, jedoch geglückten Einsätzen.

FOTOS: ZVG.

Als verantwortlicher Arzt für das alpine Skikader bin ich an den Skiweltmeisterschaften im schwedischen Åre für das Damenteam im Einsatz. Nebst der medizinischen Versorgung der Athletinnen während der ganzen Zeit bin ich jeweils im Startgelände (im Training wie im Wettkampf) medizinische Anlaufstelle und sofort auf der Piste zur Stelle, wenn jemand unseres Teams verunfallt – bei jedem Wetter wohlverstanden. In der ersten Woche ist es recht sonnig, hingegen windig und bitterkalt. Die zweite Woche ist etwas wärmer, jedoch wesentlich feuchter mit Schnee und Regen. Aussenstehende können meine Faszination für diesen Job schlecht nachvollziehen. Für mich als ehemaliger Skirennfahrer der Studenten-Nationalmannschaft aber bedeuten diese Einsätze eine Fortsetzung meiner tollen Jugend-Erlebnisse – einfach in einer neuen Funktion. Es ist nicht so, dass ich nochmals die eisigen Pisten wettkampfmässig hinunterkurven möchte, wie dies mein damals gleich rangierter Rennkollege, Prinz Hubertus von Hohenlohe, noch heute tut. Über die glasige Piste, mit dem schweren Medi-Koffer am Rücken, nach einem unfallfreien Einsatz hinunterzufahren, befriedigt mein Bedürfnis dabei vollends. Als Abschluss meines WM-Einsatzes steht als Weltcup-Rennen der City Event in Stockholm, ein ParallelSlalom, an. Die Strecke ist, weil auf einem Hügel in der

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Mixed Zone

Telemark

DIE SCHWEIZ UND IHRE EIGENE LIGA IM TELEMARK Eindrucksvoll demonstrierten die Schweizer Telemarker einmal mehr ihre Dominanz im internationalen Vergleich. Von 72 möglichen Weltcup-Podestplätzen riss sich die Schweizer Equipe deren 35 unter den Nagel und errang 14 Siege. Als krönender Abschluss kehrte das Team um Cheftrainer Ruedi Weber mit sieben Medaillen von den Weltmeisterschaften in Rjukan nach Hause. Die erfreulichen Resultate in den Einzelwertungen – sechs Kristallkugeln – führten folglich zu einem Schlussresultat in der Teamwertung, das sich sehen lässt: Swiss-Ski durfte zum vierten Mal in Folge die Weltcup-Kristallkugel für den Gewinn der Nationenwertung in Empfang nehmen. «2018/19 war eine der erfolgreichsten Saisons über-

haupt. Wir haben ein super Team – das macht einfach unglaublich Spass so», freut sich Cheftrainer Ruedi Weber über die Ausbeute von sieben Kristallkugeln. Eindrucksvolle Rückkehr Die von der Babypause zurückgekehrte Amélie Wenger-Reymond untermauerte ihren Status als weltbeste Telemarkerin eindrucksvoll. Die 31-jährige Walliserin stand bereits zwei Rennen vor Schluss als Gesamtweltcup-Siegerin fest, sicherte sich den Sieg in allen drei Disziplinen (Classic, Sprint, Parallel-Sprint) und erweiterte ihr Palmarès somit um vier weitere Kristallkugeln auf nunmehr deren 38. Bei den Männern konnte der Engelberger Stefan Matter nach 2017/18 zum zweiten Mal den Sieg in der Disziplinen-Wertung Classic erringen, der Walliser Bastien Dayer gewann die Kristallkugel im Sprint. In der Weltcup-Gesamtwertung, die vom Norweger Trym Nygaard Löken gewonnen wurde, klassierten

WM-Gold im Team-Parallel-Sprint: Bastien Dayer, Amélie Wenger-Reymond und Stefan Matter.

Ski alpin

FOTOS: SWI SS -SKI

ZWEIMAL GOLD IN DER HEIMAT FÜR CORINNE SUTER Mit den BRACK.CH Schweizer Meisterschaften auf dem Stoos und im Hoch-Ybrig ging eine Woche nach dem Weltcup-Finale die Saison der Alpinen zu Ende. Die erfolgreichste Athletin war mit Corinne Suter eine Einheimische. Die Schwyzerin gewann sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G Gold. Suter nahm den Schwung von den Weltmeisterschaften in Åre und aus dem Weltcup auf den Stoos mit und wurde ihrer Favoritenrolle in den beiden Speed-Disziplinen vollauf gerecht. In beiden Rennen siegte

sich Matter und Dayer in den Rängen 2 und 3. Siebenmal Edelmetall in Norwegen Das Saison-Highlight wartete vom 20. bis 23. März auf die Telemarker: Die Weltmeisterschaften im Ursprungsland ihrer Sportart. In der südnorwegischen Kleinstadt Rjukan krönte das Schweizer Team mit sieben Medaillen – 4 x Gold, 2 x Silber und 1 x Bronze – die erfolgreichste Saison. Allein Amélie Wenger-Reymond gewann drei Einzel-Medaillen – Gold im Classic und Sprint sowie Silber im Parallel-Sprint. Zusammen mit Bastien Dayer und Stefan Matter holte Wenger-Reymond zudem die Goldmedaille im Team-Parallel-Sprint. Während sich Matter im Sprint zum Weltmeister kürte, freute sich Dayer im ParallelSprint über WM-Silber. Für einen Exploit sorgte Martina Wyss: Bei ihrer Weltmeisterschafts-Premiere fuhr die 23-Jährige aus Lauterbrunnen im Classic-Rennen als Dritte S A BR I NA A E BI S CH E R aufs Podest.

Das Schweizer Telemark-Team gewann zum vierten Mal in Folge die Weltcup-Nationenwertung.

sie vor Priska Nufer und Nathalie Gröbli. Nufer (zusätzlich Gold in der Kombination) und Gröbli (zusätzlich Bronze in der Kombination) liessen sich wie Gilles Roulin (Gold im Super-G, Silber in der Kombination sowie Bronze in der Abfahrt) dreimal Edelmetall umhängen. Für Siege in ihrer Schwyzer Heimatregion verantwortlich zeichneten neben der zweimaligen WM-Medaillengewinnerin Corinne Suter auch Urs Kryenbühl (Abfahrt) und Wendy Holdener (Slalom). Die Kombinations-Weltmeisterin hat nun bereits zehn Goldmedaillen von nationalen Elite-Titelkämpfen in ihrem Besitz. Die weiteren Schweizer Meistertitel gingen an Cédric Noger (Riesenslalom), Loïc Meillard (Slalom), Sandro Simonet (Kombination) sowie an Camille Rast (Riesenslalom). ROMA N E BE R L E

Biathlon

EINDRÜCKLICHE RÜCKKEHR VON SELINA GASPARIN Benjamin Weger und Selina Gasparin zeichneten an den BiathlonWeltmeisterschaften im schwedischen Östersund für drei Schweizer Top-10-Klassierungen verantwortlich. Die 34-jährige Engadinerin traf im Einzel über 15 km 19 von 20 Scheiben und lief so fünf Monate nach der Geburt ihres zweiten Kindes und ohne einen Weltcup-Einsatz in den Beinen auf den starken 9. Platz. Die Schlussrunde absolvierte die Olympia-Zweite von 2014 gar am schnellsten von allen 93 Teilnehmerinnen. «Ich habe langsam geschossen und mich auch beim Laufen mit Blick aufs Schiessen etwas zurückgehalten», erzählte sie. «Entsprechend hatte ich auf der Schlussrunde noch ein paar Körner für den Sprung in die Top 10 übrig. Ich habe mich einfach gequält und mir gedacht: Es gibt noch anderes, was mehr weh tut – und das ist noch nicht so lange her.» Gleich zweimal unter die ersten zehn lief Benjamin Weger. Der 29-jährige Walliser, der auf eine insgesamt starke Weltcupsaison mit dem 14. Schlussrang in der Gesamtwertung zurückblickt, wurde zum Auftakt der Titelkämpfe in Mittelschweden Zehnter im Sprint. In der Verfolgung machte er tags darauf noch zwei Positionen wett. Die Engelbergerin Lena Häcki klassierte sich im Einzel im 11. Rang; in der Verfolgung machte sie gleich 39 Positionen wett und erreichte den RO MA N E B E RL E 14. Platz.

Selina Gasparin zeigte im WM-Einzel als Neunte eine starke Leistung.

Die Schweizer Abfahrts-Meister Urs Kryenbühl und Corinne Suter.

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Åre // House of Switzerland

House of Switzerland Treffpunkt der ganzen Ski-Familie während der Alpin-WM

Das «House of Switzerland» sowie der Standort in Åre waren hervorragend. Wir möchten allen Sponsoren, dem OK Åre 2019 und den Mitarbeitern ein grosses Dankeschön aussprechen! Annalisa Gerber, Co-Direktorin Marketing / Leiterin Sponsoring & Events bei Swiss-Ski 22

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Nach der WM in St. Moritz meinen Titel in der alpinen Kombination in Åre verteidigen zu können, war ein grosses Highlight für mich! Danach stand auch in Åre der Empfang im «House of Switzerland» an. Einmal mehr herrschte hier eine tolle Stimmung. Wendy Holdener


Åre // House of Switzerland

BWT fungierte im «House of Switzerland» als der offizielle Wasserpartner und versorgte die Gäste mit bestem Magnesium Mineralised Water STILL oder SPARKLING. Serviert wurde das BWT- Magnesium Mineralised Water in Glaskaraffen und Gläsern! Diese Kombination sorgte nicht nur für wahren

Trinkgenuss, sondern steht auch für Nachhaltigkeit! Durch das BWT-System wurde lokales Wasser aufbereitet und dadurch ca. 200 Kilogramm Plastikmüll vermieden. Gerald Nussbaumer, Leitung Verkaufsförderung, Projektleitung Sportsponsoring BWT Austria GmbH, BWT Wassertechnik GmbH

Es war wunderschön, meine beiden Medaillen mit meiner Familie und Freunden im «House of Switzerland» zu feiern! Der perfekte Ort, um gefeiert zu werden. Corinne Suter

MAIN PARTNER

Das zwölfte «House of Switzerland» bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften: in seiner erstmaligen Form als modules Chalet unzweifelhaft der gastfreundlichste Treffpunkt für die Ski-Familie. In Åre stimmten Ambiance, Küche, Öffnungszeiten und Standort hundertprozentig. Es war der perfekte Ort zu den stimmungsvollen Schweizer Medaillenfeiern. Fortsetzung in Cortina 2021 wärmstens empfohlen! Hugo Steinegger, Vizedirektor Schweizer WM-Kandidatur 2025 Crans-Montana/Wallis

Für weitere Highlights folgt dem Link.

MAIN SPONSOR

FOTOS: ZVG.

OFFICIAL SPONSORS

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Aktiv // Backstage

Ein Job, viele Glücksmomente

Martina Friedli gehört zur Gruppe der Physiotherapeuten, die sich um die Schweizer Langläufer kümmern. Die 37jährige Bündnerin ist mit Leidenschaft bei der Sache – und hat einen Traum. MAI 2019

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Aktiv // Backstage

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ie trägt keine Startnummer und taucht nicht im Fernsehen auf, sie steht nicht auf dem Podest und ist der Öffentlichkeit nicht bekannt wie ein Dario Cologna oder eine Laurien van der Graaff. Und trotzdem gehört sie zu den Unerlässlichen im Team, zu den Mosaiksteinen, ohne die das Bild nie komplett sein kann – sie, Martina Friedli, 37, und Physiotherapeutin, die nach der Matura ihr Handwerk einst in Landquart gelernt hat. Bewährtes Modell Die Bündnerin, aufgewachsen in Chur und mittlerweile wohnhaft im Bergdörfchen Alvaneu zwischen Lenzerheide und Davos, gehört zu einem Pool von sechs Physiotherapeuten, die sich ständig um die Schweizer Langläuferinnen und Langläufer kümmern, die sie zu Rennen begleiten und auch in der Vorbereitung auf eine Saison betreuen. Sie ist in einem Vollzeitpensum beim Spital Davos angestellt und wird an Swiss-Ski quasi «ausgeliehen». Das Modell bewährt sich seit Jahren und ist nicht nur auf die Physiotherapie beschränkt. Auch Walter Kistler, der Chefarzt Innere Medizin des Spitals und Leiter der Sportmedizin, arbeitet für Swiss-Ski. Lokale Vorreiterrolle Ist Friedli mit dem Team nicht unterwegs, arbeitet sie an zwei fixen Nachmittagen im Nationalen Langlaufzentrum, das sich praktischerweise auch in Davos befindet. Und weil

Für mich gibt es zwar keine Medaillen, aber die Genugtuung, abseits von allen Scheinwerfern vorzügliche Arbeit geleistet zu haben.

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sie mittlerweile nicht mehr alles allein bewältigen kann, erhält sie Unterstützung von Ursula Schneider – auch sie hat eine Anstellung im Davoser Spital. Für Swiss-Ski ist das Duo mittlerweile rund 180 Tage pro Jahr im Einsatz. Das Spital Davos ist interessiert an einem Ausbau, was die Athletenbetreuung angeht: «In Sachen Sportmedizin spielen wir lokal eine Vorreiterrolle und möchten diese Position weiter stärken», sagt Walter Kistler. Für ihn ist die Zusammenarbeit mit Swiss-Ski eine Win-Win-Situation: Zum einen ist sie beste Werbung für das Spital, zum andern profitieren die Topsportlerinnen und Topsportler von hohem medizinischem Fachwissen. Mit Leidenschaft Für Friedli wie für Schneider gilt: Wenn sie im Dienst sind, schauen sie nicht auf die Uhr, weil ihr Job auch eine Leidenschaft ist und ihre Rolle eine hohe Flexibilität erfordert. Wenn sich ein Sportler per SMS erkundigt, ob Friedli kurzfristig Zeit hätte, richtet sie das nach Möglichkeit ein. Sie macht das auch, weil sie weiss, welch grossen Aufwand die Athleten auf sich nehmen. «Langlauf ist ein harter Sport», sagt sie, «und wer es an die Spitze bringen will, muss enorm viel investieren.» Deshalb ist für sie auch klar, dass sie gerade während einer Veranstaltung wie der Tour de Ski eigentlich immer zur Verfügung stehen muss: «Ich bin ja nicht dabei, um Ferien zu machen.» Ausserdem spürt sie eine hohe Wertschätzung und sich als Teil des Teams akzeptiert:


Aktiv // Backstage // Martina Friedli

«Mir ist noch keiner mit Allüren begegnet. Den korrekten Umgang miteinander schätze ich sehr.» Das gilt nicht nur für die Arrivierten, sondern auch für die Jungen, die Aufstrebenden. «Coole Typen» nennt sie diese, «sie sind mit ihrer Art eine Bereicherung.»

FOTOS: B& S, ERIK VOGELSANG

«Athleten sind keine Maschinen» Nach den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver stiess Friedli zur Physio-Gruppe und lernte eine neue Sportart im Detail kennen. Sie, die im Sommer liebend gern mit dem Bike, joggend oder wandernd unterwegs ist, ist auch eine begabte Skifahrerin – in jüngeren Jahren fuhr sie durchaus ambitioniert Rennen und liess sich später auch zur Skilehrerin ausbilden. Inzwischen haben sich die eigenen Prioritäten verschoben. Wenn es die Zeit zulässt, zieht sie die Loipe einer alpinen Abfahrt vor. Gelegentlich verbringt sie gar ihre Mittagspause an der frischen Luft auf den schmalen Ski. In den Jahren seit ihrem Einstieg hat sie manchen Schmerz gelindert, manches Gespräch geführt, manchen Rat gegeben – und hinter dem Athleten stets auch den Menschen gesehen, «das sind keine Maschinen». Und welche Leiden muss sie vor allem behandeln? «Im Langlauf sind gravierende Verletzungen zum Glück eher selten. Sehr oft handelt es sich um Überlastungsprobleme.» Positive Momente Wenn Friedli mit Spitzensportlern zu tun hat, gibt es immer wieder Momente, die in ihr positive Emotionen hervorrufen. Als Laurien van der Graaff am 30. Dezember 2017 auf der Lenzerheide ihren ersten Weltcupsieg feierte, war das für ihre Physiotherapeutin einer dieser Augenblicke. Oder es gab so viele Highlights mit Dario Cologna, wie etwa jenes 2014. Drei Monate vor Olympia 2014 in Sotschi musste er

sich einer komplexen Sprunggelenk-Operation unterziehen lassen, war dann in Russland aber so fit, dass er gleich zweimal Gold holte (15 km klassisch und 30 km Skiathlon). Für Friedli gab es zwar keine Medaille, aber doch die Genugtuung, abseits von allen Scheinwerfern vorzügliche Arbeit geleistet zu haben. Und manchmal freut sie sich über kleine Geschichten wie zum Beispiel jene, die vom erfolgreichen Comeback von Jason Rüesch in der abgelaufenen Saison 2018/19 handelt. Der 24-Jährige hatte sich für die Olympischen Spiele 2018 qualifiziert, sagte einen Start in Südkorea aber ab, weil er sich körperlich ausgelaugt fühlte. Olympia: Ein Traum Friedli ist schon an verschiedenen Grossanlässen wie an den Weltmeisterschaften in Falun und Lahti vor Ort gewesen, Ende Dezember/Anfang Januar weilte sie an der Tour de Ski. In ihrem Palmarès fehlt indes die Erfahrung Olympia. Die besondere Atmosphäre würde sie gerne einmal erleben – die nächste Chance besteht 2022, wenn die Spiele in China ausgetragen werden: «Es wäre ein Traum, einmal dabei zu sein.» Bereits in dieser Saison erlebte sie anderweitig eine Premiere. Sie reiste erstmals in ihrem Leben nach Kanada und war dort am Saisonfinale für Swiss-Ski engagiert. Der Langlauf fasziniert sie mittlerweile so sehr, dass sie auch an der Loipe mitfiebert, ohne beruflich eingreifen zu müssen. Im Februar fuhr sie mit ihrem Partner für ein Wochenende nach Seefeld an die nordische Ski-WM. Und was bringt die Zukunft? Friedli antwortet lächelnd: «Mir gefällt die derzeitige Arbeitsteilung sehr gut, mir macht die Physiotherapie auch mit Nicht-Spitzensportlern Spass. Aber eines Tages ganz im Nationalen Leistungszentrum angestellt zu sein – warum nicht?» PE T E R BI R R E R MAI 2019

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Menschen // Legenden

DER EISERNE KARL KARL FREHSNER WIRD 80

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an kann sich längst mit Frehsner übers Skifahren unterhalten, ohne Angst zu haben, beim geringsten fachtechnischen Manko in seinen Hammer zu laufen. Oder zu fürchten, dass er einem droht, die Akkreditierung wegzunehmen. Es gab in der Tat Phasen, in denen man am gescheitesten einen Bogen um ihn machte. Vor allem vor einem Saisonstart. Ein falsches Wort – und ein verbales Gewitter brach über den Bedauernswerten los. Wenn er sich im «Rennmodus» befand, war nicht gut Kirschenessen mit ihm. Weicher Kern Immerhin, seine charmante Gemahlin signalisierte Mitgefühl. Einmal meinte sie: «Auch ich war schon froh, wenn er vor einem Saisonbeginn aus dem Haus war.» Als sie einmal – im Vor-Handy-Zeitalter – zu einem Rennen auf Besuch kam, wollte ihn jemand freundlich darauf aufmerksam machen: «Du, Karl, Rosmarie wartet auf dich.» «Wer ist Rosmarie?», baffte er zurück. «Sorry, deine Frau!» Rosmarie und Karl Frehsner sind seit 54 Jahren verheiratet. Hinter der harten Schale versteckt sich ein weicher Kern. Als Brigitte Obermoser einst in Bormio einen Riesenslalom gewann, wischte er in einer Ecke des Zielraums verstohlen eine Träne weg. Was war passiert? «Niemand», so Frehsner, «hat ihr das zugetraut.» In solchen Momenten, wenn er vermeintlich Unmögliches schaffte, zeigte auch der bärbeissige Frehsner Emotionen. Das war sein Anspruch:

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Aus allen das Maximum herauszuholen. Dafür setzte er sich 110-prozentig ein. Das forderte er auch von seinen Schützlingen. Kein Schleck «53 Medaillen sind kein Zufall», schrieb Karl Wild in einem Buch über Frehsner. Er ist der einzige Trainer, der an einer WM, 1987 in Crans-Montana, mit den Schweizer Abfahrern einen vierfachen Triumph feierte. Und das Kunststück zwölf Jahre später in Vail mit den Österreicherinnen wiederholte. Als der Autor Frehsners Exploit im damaligen «Ski» würdigen wollte, strich der Swiss-Ski-Redaktor die Passage kurzerhand weg. Wieder einmal war Frehsner im Verband «Persona non grata». An der WM in Saalbach hatte er sich mit den Verbandsoberen verkracht. So landete er nach einem Abstecher in die Formel 1, wo er die Sauber-Piloten fit trimmte, beim ÖSV. Ehe er Anfang dieses Jahrtausends als «Nothelfer» in die Schweiz zurückkehrte und im KrisenJahr 2004 eine Boulevard-Kampagne gröbster Dimension über sich ergehen lassen musste. Von einem missglückten Rennen in Flachau berichtete der «Blick» demonstrativ mit einer: leeren Seite. Für Stoff und Schnitt Auch mit 80 ist Frehsner mandatsmässig immer noch bei Swiss-Ski angestellt. Er ist, wie er sagt, für «Stoff und Schnitt zuständig», oder präziser für die Anzüge. In diesem Bereich gilt er immer noch als Experte Nummer 1. «Wir haben die Sache jetzt einigermassen in einen Ruhestand gebracht», stapelt er tief. Während über 50 Jahren hat er sich ein einzigartiges Wissen angeeignet, das für Swiss-Ski nach wie vor sehr wichtig ist. Der Windkanal bleibt seine Domäne. Am Lauberhorn gibt er jeweils als Betreuer der Vorfahrer, in der Regel Europacup-Piloten, sein immenses Knowhow weiter. Wissensbegierig Aerodynamik hätte ihn schon immer interessiert, nicht erst seit seiner Tätigkeit in der For-

mel 1. Mit einigen Ingenieuren pflegt er weiterhin Kontakt: «Das sind alles Genies.» Frehsner geht an Vorlesungen an die ETH, befasste sich als einer der ersten mit Nano-Technologie. Und ist ohnehin ein Computer-Freak der ersten Stunde. Schon in den Siebzigerjahren wertete er die Daten der Tag-Heuer-Zeitmessung auf seinem «Texas-Rechner» aus, als die Journalisten ihre Berichte noch unbeholfen übers Telefon durchdiktierten. Harte Sitten Frehsner war in erster Linie ein vifer Zeitgenosse und genialer Stratege, und nicht nur ein «eiserner» Trainer. Dieses Adjektiv, das müsse man wissen, sei ihm zugeordnet worden «wegen meiner Konsequenz. Eine Minute zu spät, ist zu spät.» Peter Müller liess er einmal mit Sack und Pack in Adliswil stehen, als er zu spät zum Treffpunkt erschien. Und Paul Accola nahm er die Startnummer weg, als er eine Teamsitzung verschlampte. Alle, die ihn damals ins Pfefferland verwünschten, loben ihn heute über den grünen Klee. Härte kannte er in erster Linie gegen sich selbst. So bezwang er schon 1961 die Eigernordwand, als der Aufstieg noch ein beträchtliches Wagnis darstellte. Frehsner: «Wer nach dem Hinterstoisser Quergang Probleme bekam, konnte damals noch nicht auf Rettung zählen.» Und fügt an: «Ich könnte tagelang nur von Wasser und Brot leben.» Am 13. Juni feiert Frehsner seinen 80. Geburtstag, «ein Tag», so der Jubilar, «wie jeder andere». Eine grosse Feier ist nicht vorgesehen. Er will es ruhig angehen. Auf anspruchsvollen Strecken wie in Bormio spürt er, dass auch bei ihm das Alter nicht spurlos vorbeigegangen ist. Beim Runterrutschen in Steilhängen falle es ihm manchmal schwer, die Ski unter Kontrolle zu halten: «Ich muss wieder intensiver Krafttraining machen.» Von Aufhören keine Spur. Also dann, lieber Karl, zu Deinem Achtzigsten alles Gute – und ab in den Kraftraum. R I CHA RD H E G G L I N

FOTO: KEYSTONE

Allein das Attribut flösst Respekt ein. «Eisern», das weckt Assoziationen mit unnachgiebiger Härte und wirkt fast martialisch. Karl Frehsner, der den (Schweizer) Skirennsport geprägt hat wie kaum ein anderer, wird 80 – und trägt Zeichen von Altersmilde. Ohnehin fände er es zutreffender, wenn der Begriff «Härte» durch «Konsequenz» ersetzt würde.


Menschen // Legenden

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Menschen // Patrick Küng

"GOODBYE" Das letzte Kapitel im Tagebuch

Berühmte Leute schreiben ihre Memoiren. Schüler und Schülerinnen kritzeln sich gegenseitig Widmungen in ihre Erinnerungsalben. Und ein Weltmeister wie Patrick Küng trägt fein säuberlich Notizen in sein Tagebuch ein. Im Januar blätterte er die letzte Seite um – mit einem Abschlusskapitel: Der Skisport ist zu Ende.

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it 35 Jahren hat der neben Vreni Schneider bekannteste Skirennfahrer aus dem Glarnerland seinen Rücktritt erklärt, mitten in der Saison. Und konnte als Ski-Rentner danach einen halben Winter das tun, was zivile Rentner auch machen: «Privat Ski fahren, auch auf Touren- und Langlauf-Ski, all das, was sonst in der Winterzeit für mich nie möglich war.» Zum Beispiel half er seiner Freundin Bianca in der MottaHütte auf der Lenzerheide aus: servieren, bedienen, abräumen – eine Winterbeschäftigung der andern Art. Noch keine Zukunftspläne Von Rücktritts-Blues, wie ihn viele abtretende Sportler erleben, keine Spur: «Ich weiss nicht, ob er noch kommt. Ich mache mir auch nicht viele Gedanken darüber. Vielleicht verdränge ich sie auch. Es passt, wie es ist – und ich geniesse es. Ich bin gesund, hatte eine schöne Karriere und bin gespannt, was noch kommt.» Konkrete Pläne habe er noch nicht. Der ursprüngliche Plan war: weiterfahren. «Ich wollte es mir selber noch einmal beweisen. Deshalb habe ich noch einen Markenwechsel vollzogen. Im Herbst hatte ich das Gefühl: Es packt mich wieder.» Aber nach durchzogenen Resultaten und vor allem nach dem Trainingssturz in Wengen, der mit einer Gehirnerschütterung endete, fasste er den definitiven Entschluss: «Er entstand spontan auf der Heimfahrt von Wengen.» Eine Woche später verkündete Küng in Kitzbühel seinen Abschied.

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Lauberhorn-Sieger und Weltmeister Küng war Lauberhorn-Sieger und Weltmeister – wer kann das schon von sich sagen. Für ihn selber ist der Stellenwert dieser Titel noch leicht diffus: «Wenn du mitten in der Karriere steckst, nimmst du das gar nicht richtig wahr. Du willst immer mehr, gehst von Rennen zu Rennen. Ich konnte eine Abfahrt gewinnen, einen Super-G – für mich hat es gestimmt. Auch wenn ich ‹up und down› erlebte und nicht immer alles gleichermassen schön war. Der Schluss verlief nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.» Nach seinem Patellasehnen-Riss, der ihn zum Abbruch der Folgesaison als amtierender Weltmeister 2015 zwang, fand er nie mehr seine Top-Form. Was ihn nicht hinderte, zwei Jahre später an den alpinen Skiweltmeisterschaften in St. Moritz erneut für eine Überraschung zu sorgen, indem er um nur zwei Hundertstel die Bronzemedaille verpasste. Viel Verletzungspech Immer wieder warfen ihn Verletzungen zurück wie etwa der Kreuzbandriss 2012 in CransMontana. Und beinahe wäre seine Karriere schon zu Ende gewesen, bevor sie richtig begonnen hatte. 2006 erlitt er einen Schien- und Wadenbeinbruch und musste eine ganze Saison aussetzen. Da habe ich mir schon überlegt: «Will ich noch oder will ich nicht mehr?» So kam er erst 2009 mit fast 25 Jahren zu seinem Weltcup-Debüt, in einem Alter, wo andere wie Pirmin Zurbriggen schon ans Aufhören dachten. So steht Küng mit nur 125 Weltcup-Einsätzen zu Buche, während andere wie Didier Cuche oder Didier Défago rund 400 Rennen bestritten haben. Dabei galt er schon als Jugendlicher als grosses Talent, bestritt als Fünfjähriger seinen ersten

Wettkampf und räumte an JO-Meisterschaften und am Ovo-Grand-Prix ab. Ein Bild zeigt ihn als Knirps mit der Startnummer 208 neben den Ski-Legenden Walter Tresch und Heini Hemmi. Früh entdeckt Bei seinem ersten Weltcuprennen in Wengen, einer Kombination, fuhr er als 19. auf Anhieb in die Punkteränge. Zumal er ein ausgezeichneter Slalomfahrer und in dieser Disziplin sogar Jugend-Olympiasieger war. Seit seinem Unfall bereitete ihm das Slalomfahren jedoch Probleme: «Immer wenn ich kurz Druck gab, hatte ich Schmerzen. So suchte ich meine Chance im Speed-Bereich.» 2009 hatte er im Europacup drei Abfahrten gewonnen und sich im Weltcup einen Fixplatz erkämpft. Sein Europacup-Triumph am Patscherkofel, dem Olympiaberg von 1964 und 1976, war auch für Swiss-Ski und Trainer Franz Heinzer speziell. Es war der erste Schweizer Erfolg in diesem Bewerb seit fünf Jahren. Schon in seiner ersten vollen Weltcup-Saison glückte ihm 2010 in Garmisch ein Podestplatz. Dieser ging aber in der Wahrnehmung fast unter, weil sich in diesem Rennen Carlo Janka den Weltcup-Gesamtsieg gesichert hatte – als erster Schweizer, 18 Jahre nach Paul Accola. Das geheime Tagebuch Küng entwickelte sich zu einem festen Wert und fuhr regelmässig in die Spitzenränge. Die Siege im Super-G 2013 in Beaver Creek, am Lauberhorn 2014 und an der WM 2015 wiederum in Beaver Creek waren die Höhepunkte. In Wengen verriet er ein Geheimnis: Er führe sorgfältig für sämtliche Abfahrten ein Tagebuch: «Darin notiere ich alle Details, die Eigenheiten der Linienführung, Schlüsselstellen, das verwendete Material, besondere Vorkommnisse.» In diesem Winter nahm er nach einem Unterbruch seine Protokolltätigkeit wieder auf, «weil ich auf eine neue Skimarke wechselte und vieles wieder anders war». Mittlerweile wurden das Tagebuch und er selbst als Skiathlet Geschichte. Patrick Küng wird eine Lücke hinterlassen – als Rennfahrer und als Mensch: umgänglich, zuvorkommend und gesellig. Man wird ihn in der Skiszene vermissen. R I CHA RD H E G G L I N


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Aktiv // Grand-Prix-Migros-Finale in Sรถrenberg

Da war ganz schรถn viel los in Sรถrenberg

A AKTIV

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Aktiv // Grand-Prix-Migros-Finale in Sörenberg

Der Grand Prix Migros 2018/19 ist nach dem grossen Finale in Sörenberg Geschichte. Der Entlebucher Skiort, der nach 2004 das Finale erneut austrug, hat einmal mehr beste Werbung für den Winter- und Sommerferienort in der Unesco Biosphäre Entlebuch gemacht.

«F

erien in Sörenberg bedeutet Natur erleben und leben in der Natur», schwärmt Schweiz Tourismus. Wer Ende März das Finalwochenende des Grand Prix Migros hier oben miterlebte – und das waren ausgesprochen viele –, sah sich in dieser Aussage jedenfalls bestätigt. Geboten wurden beste Schnee- und Pistenbedingungen und daneben ein richtiges Dorffest.

nehmer unter anderen Lara Gut, Wendy Holdener oder Michelle Gisin. «Was aus den einstigen GP-Teilnehmern geworden ist, wissen wir», schmunzelt OK-Präsidentin Sabine Achermann. Sie ist glücklich und stolz zugleich, dass Sörenberg erneut Wetterglück beschieden war und sie mit einem engagierten Team den Anlass in allen Belangen gut über die Runden brachte.

Wetterglück und gelungener Anlass Lara Strüby, Julia Streich oder Leona Lauquin gehörten stellvertretend zu den 740 Finalteilnehmern des Grand Prix Migros, Ausgabe 2018/19. Am Start waren aber auch die beiden Töchter von Sonja Nef und Hans Flatscher oder Jill, die Tochter des dreimaligen Schwingerkönigs Jörg Abderhalden. Nicht am Start, aber vor Ort, war Corinne Suter, die zweifache Medaillengewinnerin der alpinen Skiweltmeisterschaften in diesem Jahr. Sörenberg ist ein gutes Pflaster für Weltmeister oder Olympiasieger. Vor 15 Jahren, als der Entlebucher Skiort ebenfalls Finalort gewesen war, hiessen die Teil-

Ein Ort, eine Gemeinschaft Schon am Ortseingang, spätestens bei der Zufahrt zum Skigebiet «Ochsenweid», wurde offenkundig, dass sich der Entlebucher Ort ganz und gar auf dieses Festwochenende eingestellt und auch eingestimmt hatte. Wo man auch immer stand oder sass, dominierten lächelnde Gesichter und hilfsbereite Menschen. Wie schon 2004 basierte die Erfolgsgeschichte auf der intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Skiclub, örtlichem Tourismusbüro, den Bergbahnen und der Gemeinde. Die nötigen Unterkünfte für die zahlreich angereisten Familien wurden unter anderem in Ferienwoh-

OK-Präsidentin Sabine Achermann.

nungen im Ort gefunden. «Viele Familien sind bereits am Donnerstag angereist», sagt Sabine Achermann. «Wir haben grossen Aufwand betrieben, weil wir den jungen Skifahrerinnen und Skifahrern eine möglichst stimmungsvolle Atmosphäre bieten wollten.» Dank den vielen Sponsoren und einem beeindruckenden Tombola-Verkauf (25 000 verkaufte Lose!) konnten die Organisatoren den grossen Anlass auch finanziell erfolgreich stemmen. J O S E PH W E I B E L

FOTOS: ZVG.

EIN LANGER WEG An 13 Qualifikationsrennen kämpften rund 6500 angemeldete Kinder und Jugendliche aus allen Kantonen und aus 16 Ländern um einen Finalplatz beim Grand Prix Migros. Das weltweit grösste Kinder-Skirennen gastierte in der ganzen Schweiz – vom Wallis und Berner Oberland über die Innerschweiz und das Tessin bis hin nach Graubünden. Gemeinsam mit dem Famigros Ski Day wurden zwei PowerWochenenden durchgeführt. Neben Schnee, Wind und Regen bescherte Petrus dem Grand Prix Migros auch viele sonnige Renntage. Doch eines hatten alle Qualifikationsrennen gemeinsam: Spannende Rennen wurden überall ausgetragen, oftmals entschieden wenige Hundertstel. Pro Rennen haben sich in neun Kategorien (Jahrgänge 2003–2011) die ersten drei Knaben und Mädchen für das Finale qualifiziert. Sie und die Wildcard-Gewinner – an jedem Qualifikationsrennen wurden zwei ausgelost – sind am 30. und 31. März in Sörenberg um den Sieg gefahren.

Bei traumhaftem Wetter empfing Sörenberg die Finalteilnehmenden und ihre Begleiter. An beiden Renntagen sorgte der Skinachwuchs für viel Action und Spektakel am wichtigsten Breitensportanlass von Swiss-Ski.

Die jungen Nachwuchsfahrerinnen und Nachwuchsfahrer zeigten grossartige Leistungen im Riesenslalom und im Kombi-Race. Am schnellsten unterwegs war der Kanton Bern mit 23 von möglichen 108 Medaillen. Der Kanton

Tagessieg Mädchen im Riesenslalom: Jasmin Mathis, Buochs.

Tagessieg Knaben im Riesenslalom: Joel Iten, Unterägeri.

Wallis holte sich 16 Medaillen, gefolgt von den Bündnern und Zürchern, die mit je 13 Podestplätzen glänzten. Den Tagessieg auf der grossen Piste (Jahrgänge 2003–2006) sicherte sich bei den Mädchen Jasmin Mathis aus Buochs, bei den Knaben fuhr Joel Iten aus Unterägeri die beste Zeit. Neben Edelmetall gewannen die Sieger des Riesenslaloms einen personalisierten Rennski von Co-Sponsor Stöckli. Zu einem weiteren Höhepunkt zählten sicher auch die Autogrammstunden mit Thomas Tumler, Nils Mani, Niels Hintermann, Nicole Baumgartner und Corinne Suter. Die Swiss-Ski-Athleten sorgten für viele leuchtende Kinderaugen. Auch dank dem Organisationskomitee rund um den Skiclub Sörenberg, den Bergbahnen Sörenberg, Sörenberg Flühli Tourismus und der Gemeinde Flühli-Sörenberg wird das Grand-PrixMigros-Finale 2019 lange in Erinnerung bleiben. Mit ihrem motivierten Engagement sorgten sie für einen unvergesslichen Saisonabschluss. RIANA ANTHAMATTEN

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Aktiv // Sommerserie

SWISSPASS SMILE CHALLENGE

Die Sommerserie für Kinder und Jugendliche Im Sommer 2019 lanciert SwissPass Smile – das neue Jugend- und Familienprogramm des Öffentlichen Verkehrs Schweiz – zusammen mit Swiss-Ski die SwissPass Smile Challenge. Die Sommerserie ist ein Mix aus Bewegung, Kameradschaft, Sommertraining und Spass. Den Startschuss macht Bellinzona am 2. Juni 2019. Jetzt anmelden und Startplatz sichern!

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Off-Snow-Bag für aktive Skiclubs An jedem Event werden unter allen startenden Skiclubs, die ein Off-Snow-Training anbieten, sieben Off-Snow-Bags im Wert von CHF 1000.– verlost. Dieser Bag beinhaltet Springseile, Bälle, Slackline, Frisbee, Skateboard, Markierungshütchen, Gummitwist und vieles mehr. LUK A S KURT H

KALENDER 02.06. 23.06. 10.08. 17.08. 31.08. 01.09. 08.09. 21.09.

Bellinzona Herisau Sargans Sursee Schindellegi-Feusisberg Thun Neuchâtel Luzern (Final)

Startgeld: CHF 85.–* pro 5er-Team Im Startgeld inbegriffen: Wettkampf, Mittagessen, Getränk, Teilnehmergeschenk. Ein Team muss mindestens zwei Mädchen enthalten. * Preis für SwissPass-Smile-Mitglieder oder SwissSki-Mitglieder. Nicht-Mitglieder bezahlen CHF 115.–. Anmeldung unter: smile-challenge.ch

FOTOS: ZVG.

erteilt in der ganzen Schweiz findet an sieben Standorten die Sommerserie SwissPass Smile Challenge statt. Kinder und Jugendliche mit den Jahrgängen 2004 bis 2012 können mit ihren Freunden ein tolles Sportfest unter Gleichgesinnten erleben. Bei den kreativen Nordic-, Alpine-, Freestyle- und Cross-

Parcours setzen die jungen Sportler in 5erTeams ihre Geschicklichkeit und Ausdauer unter Beweis. An jedem der sieben Events qualifizieren sich die ersten fünf der zwei Kategorien Juniors (2004-2008) und Youngsters (2009–2012) sowie ein glückliches WildcardGewinner-Team für den grossen Saisonabschluss. Im Verkehrshaus Luzern kämpfen die Finalisten am 21. September um den Sieg der SwissPass Smile Challenge 2019.

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Aktiv // Sommerserie

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Aktiv // 100 Jahre Skiclub Horw

Talentschuppen der Region 1

Mit verschiedenen Aktivitäten feiert der Skiclub Horw das 100-jährige Bestehen. Der engagierte Verein aus dem Flachland brachte schon mehrere Olympia-Teilnehmer und gar einen Olympiasieger hervor. Aktuell zählt er über 700 Mitglieder – und gehört zu den grössten Clubs der Innerschweiz.

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it dem Ziel, die Wehrmänner sportlich zu ertüchtigen, gründeten am 11. November 1919 – und somit exakt zwölf Monate nach dem Ende des Ersten Weltkriegs – neun sportbegeisterte Männer den Skiclub Horw. Nur ein Jahr später organisierte die kleine Gruppe zusammen mit dem Turnverein erste Skitouren. An den Aktivitäten nahmen vorerst ausschliesslich Männer teil. Dies änderte sich 1934, als erstmals Frauen am Clubrennen starteten. Der Nachwuchs wurde 1943 mit der Gründung der JO-Gruppe integriert und der Skiclub Horw dank sportlichen Erfolgen bald zum Talentschuppen der Region. Jahrelang gewann er zahlreiche Mannschaftspreise im nordischen Bereich. Das «wandernde» Clubhaus Mit Erfolg wurde 1972 die alpine Gruppe aufgebaut. Wenig später, ab 1975 und bis 2010, beteiligte sich der Skiclub Horw in Zusammenarbeit mit den einheimischen Schulen erfolgreich als Team Schweiz an den internationalen

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1 Mitglieder des Skiclubs Horw beim Skirennen 1934 auf der Buholzer-Schwändi; im Hintergrund die Buzi-Hütte. 2 Der Kreisel bei der Wegscheide Horw mit den von «Skiclüblern» produzierten überdimensionalen Holzski. 3 Das Team Nordisch dieser Saison. 4 Das Team Alpin der aktuellen Saison. 5 Nadine Fähndrich im Gespräch mit Hippolyt Kempf.

Ski-Meisterschaften der Schulen in Europa und Kanada. Fernab des Schnees erfolgte 1989 mit dem Spatenstich fürs Clubhaus ein weiterer Höhepunkt. 16 Jahre später wurde es mittels eines spektakulären Transports an den heutigen Platz im Seefeld gezügelt. In diesem heimeligen Raum wird über manches gesprochen, das auch im «Schwändiwind» Erwähnung findet. Die Clubzeitschrift erscheint dreimal jährlich, die Erstausgabe war 1983. Neun Olympia-Teilnehmer in sechs Sportarten Der Skiclub Horw ist nach wie vor äusserst beliebt und einer der grössten Vereine der Innerschweiz. Gegenwärtig zählt er über 700 Mitglieder, nahezu zwei Drittel sind männlich. Das jüngste Mitglied (Luca Hofer) ist knapp zwei, das älteste (Otto Krütli) bald 86 Jahre alt. Am längsten, seit 75 Jahren, dabei ist Ruedi Meyer. Mehr als 300 Mitglieder sind aktiv, fast 60 Prozent von ihnen siedeln sich im alpinen und der

Rest im nordischen Sektor an. Die JO-Sparte umfasst rund 60 Kinder, die sich gleichmässig auf die Gruppen Breitensport, Animation/JO Alpin und Animation/JO Nordisch aufteilen. Das Schneetraining absolvieren sie in Melchsee-Frutt (Skifahrer) respektive Eigenthal (Langläufer). Vielleicht schafft es das eine oder andere Nachwuchstalent dereinst an die Weltspitze. Bereits dort angekommen sind die Langläuferin Nadine Fähndrich, der Skispringer Gregor Deschwanden und der Eisschnellläufer Livio Wenger. Die bekanntesten Angehörigen des Skiclubs Horw in der Vergangenheit waren Hippolyt Kempf und somit der Olympiasieger 1988 in der Nordisch-Kombination, sein Spartenkollege Ronny Heer, die Langläufer Markus Fähndrich und Patrick Rölli, der Skiakrobat Renato Ulrich und der Ruderer Thomas Studhalter. Nadine Fähndrich, Gregor Deschwanden, Hippolyt Kempf und sämtliche anderen aufgeführten Athleten beteiligten sich schon mindestens einmal an Olympischen Spielen.


Aktiv // 100 Jahre Skiclub Horw

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Jubiläumsfest im Zentrum An Erfolgen ihrer Aushängeschilder auf der Weltbühne freuen sich die Clubverantwortlichen natürlich. Ebenso über jene im Juniorenbereich, jüngst über den Gewinn der Bronzemedaille über 30 Kilometer klassisch durch den Langläufer Cyril Fähndrich an den Junioren-Weltmeisterschaften im finnischen Lahti. Das Hauptaugenmerk gilt aber dem Nachwuchs. «Wir wollen uns mit den Jüngsten spielerisch bewegen, mit ihnen persönliche Ziele verfolgen, sie in ihrem Tun unterstützen und auf dem sportlichen Weg begleiten», sagt Präsidentin Thérèse Spöring. Ihr Amt führt sie seit 2013 und als zweite Frau aus. Die Mitglieder sollen aber auch gemütliche Stunden zusammen verbringen. Dazu zählen die vielfältigen Aktivitäten zum 100-Jahre-Jubiläum, für welche ein eigenes Organisationskomitee zusammengestellt wurde. Den Auftakt bildete das Kreiselfest, welches auf den Tag genau 99 Jahre nach der Gründung stattfand. Die von «Skiclüblern» produzierten überdi-

mensionalen Holzski zieren den Kreisel bei der Wegscheide noch bis im Mai. Ebenfalls seit letztem November kann der limitierte Jubiläumswein gekauft werden. Am 25. Mai folgt das Jubiläumsfest mit vielen geladenen Gästen, am 10. November steht die Vernissage des Buches «100 Jahre Clubgeschichte» auf dem Programm. Pächter einer früheren Forsthütte Neben den Anlässen abseits von Loipen und Pisten bilden für den Skiclub Horw heuer drei sportliche Veranstaltungen die Höhepunkte: Im Januar organisierte er in Unterschächen die Langlauf-Meisterschaften des Zentralschweizer Schneesport Verbandes und in Sörenberg die Alpin-Meisterschaften des Luzerner Schneesport Verbandes. Gar jedes Jahr veranstaltet er Anfang April den Langis-Sprint auf dem Glaubenberg. Mehrere, jährlich wiederkehrende Anlässe richtet der Skiclub Horw in der Sparte Breitensport aus: das Schüler-Skirennen und

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-Langlaufrennen, ein Schneesportlager in Zuoz, ein Combi-Race-Animationsrennen, den Schneehasen-Ski- und Elch-Langlaufkurs, den Dario Cologna Fun Parcours mit jeweils 600 bis 700 Schülerinnen und Schülern sowie fernab des Schnees den Sommercup, die Schwändichilbi und die Bewirtung der BuziHütte durch Clubmitglieder an Sonntagen. Ein interessantes Detail im Zusammenhang mit dem Haus auf der Buholzer-Schwändi ist, dass es einen weiteren Grund für die Clubgründung bildete. Die Benützung der Forsthütte war nämlich nur so möglich. Dank erfolgreicher Gespräche ist der Skiclub Horw auch 100 Jahre später noch Pächter – womit es auch diesbezüglich ein Jubiläum zu feiern gibt. A N I TA F U C H S

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Advertorial // Knecht Reisen

TRAUT EUCH! HELISKIING BEI LAST FRONTIER

HELISKIING-FIRSTTIMER IM WINTERWUNDERLAND KANADA «Champagne Powder», gigantische Berge, unverspurte Tiefschneehänge und urchige Chalets – bei Last Frontier Heliskiing in British Columbia werden Skifahrer- und Snowboarder-Träume Wirklichkeit. «Unglaublich», ruft Daniel. Seine Stimme überschlägt sich – vor Aufregung und weil er gegen das Wummern des Rotors anbrüllt. Skeptisch schaut der Berner aus dem Hubschrauber auf tief verschneite Gipfel, die sich vor dem tiefblauen Himmel abheben. «Da kann man doch wohl nicht landen», stammelt er. Sekunden später setzt die Maschine sanft auf einem winzigen Plateau auf. Einer nach dem anderen klettert aus dem Helikopter. Zusammengekauert warten die Wintersportler, bis der Hubschrauber über ihren Köpfen aufsteigt und in einer rasanten Kurve Richtung Tal verschwindet. Plötzlich herrscht absolute Stille. Wie in einer Schneekugel flirren im Sonnenlicht funkelnde Schneekristalle durch die Luft. Weit und breit ist nichts als gigantische Gletscher, zerklüftete Bergmassive von bis zu 2600 Metern Höhe und weite Täler mit weiss überzuckerten Wäldern. Keine Häuser, keine Strassen, keine Strommasten. Im Winterwunderland Kanada scheinen Zivilisation und Alltagssorgen unendlich weit weg. Vor allem hoch im Norden von British Columbia, wo Last Frontier zu Hause ist. Das von dem ausgewanderten Schweizer George Rosset mitgegründete Unternehmen operiert an der Grenze zu Alaska. «Dort sind die Berge noch beeindrucken-

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der und die Schneemengen mit bis zu 25 Metern pro Jahr noch gigantischer als in den zentralen Rocky Mountains», erzählt der Heliskiing-Spezialist von knecht reisen, Mike Baur. Heliskiing-Gigant Last Frontier Last Frontier sei mit seinen bis zu 2000 Höhenmeter aufweisenden Runs etwas ganz Besonderes, betont der FreeridingExperte. Rund um seine zwei Standorte Bell 2 und Ripley Creek hat Last Frontier 9500 Quadratkilometer zur Verfügung – etwa ein Viertel der Fläche der Schweiz. Während dort allerdings täglich zehntausende Skifahrer unterwegs sind, verlieren sich mehr als tausend Kilometer nördlich von Vancouver nur eine Handvoll Wintersportler. Last Frontier fliegt mit kleinen Helis und exklusiven Vierergruppen plus Guide. Die Schönheit der kanadischen Bergwelt macht sprachlos – vor allem Firsttimer wie Daniel. Vor der ersten Abfahrt schaut er ins Tal, stumm und durchaus ein wenig nervös. Vor ihm liegt ein makelloser Hang. Welcher Heliski-Einsteiger hätte da kein Kribbeln im Bauch? Der Guide dagegen ist ganz gelassen und fährt locker vor. Dann taucht einer nach dem anderen in den Pulverschnee ein. Dank der zur Verfügung gestellten breiten Tiefschnee-

ski schwimmt Daniel fast mühelos auf. In einem Skigebiet wäre eine einzige Tiefschneeabfahrt wie diese die Krönung des Tages. Beim Heliskiing in Kanada ist sie nur eine von vielen. Oft sind die Bedingungen perfekt. Natürlich gibt es auch mal vom Wind verkrusteten Schnee, aber Dank der Helikopter können die Gruppen minutenschnell von Tal zu Tal zu den besten Hängen wechseln. Last Frontier bietet zwar auch extreme Steilhänge für Big-Mountain-Skier, einschüchtern lassen muss sich aber niemand. Mit zehn bis 15 «Runs» pro Tag kommt man in einer Woche auf 30000 Höhenmeter. Höhenmeter sind die «Währung» beim Heliskiing. Last Frontier inkludiert eine gewisse Anzahl. Wer mehr fliegt, zahlt einen Aufschlag. Sollte man wegen schlechten Wetters seine garantierten Höhenmeter nicht erreichen, gibt es Geld zurück. Die sogenannten «Down Days» aber sind selten. Wem mal die Oberschenkel glühen, der kann aussetzen. «Gestresst oder gehetzt wird niemand», betont Baur. Schon gar kein Neuling wie Daniel. Der aber denkt eh nicht ans Pausieren. Als die Gruppe am Berg mittags mit heisser Suppe, Sandwiches und Tee ein Picknick macht, nimmt der Heli einen müden Gast mit zu Lodge. Beim Après-Ski in der


Lodge kommen alle wieder zusammen, erst in der Bar, dann im Whirlpool unterm Sternenhimmel.

FOTOS: ZVG.

Urchiges Chaletdorf Bell 2 Tief verschneit wirkt das Hüttendorf wie die Kulisse eines Märchenfilms. In der Mitte befindet sich das Spa mit Sauna und Aussen-Whirlpool. In der Hauptlodge gibt es morgens ein üppiges Frühstück und abends ein köstliches Nachtessen. Heliskiing ist sicherlich ein Abenteuer, aber längst nicht nur etwas für SuperSkifahrer, betont Baur. Wer in seinem Skigebiet anspruchsvolle Pisten bewältige und fit genug sei, dürfe sich Heliskiing locker zutrauen. Die Guides stellen die

Gruppen perfekt zusammen und passen Geschwindigkeit und Schwierigkeitsgrad an. Daniel jedenfalls hat keinerlei Probleme. Und auch seine Sicherheitsbedenken sind verflogen, schliesslich gilt beim Heliskiing «Safety First». Last Frontier arbeitet mit höchsten Sicherheitsstandards, die Guides sind top ausgebildete Skibergführer mit langjähriger Erfahrung und die Piloten gehören zu den Besten der Welt. Bei allem Bemühen um Sicherheit, ein Risiko bleibt: «Heliskiing macht süchtig!», räumt Baur ein. «Leider wahr», bestätigt Daniel, bevor er sich in den nächsten Traumhang mit knietiefem Powder stürzt. BEN MILES

ZWEITE LAST FRONTIER LODGE: RIPLEY CREEK Ripley Creek ist die zweite Last Frontier Lodge. Sie liegt im kleinen Minenstädtchen Stewart an einem Pazifik-Fjord an der Grenze zu Alaska zwischen riesigen Gletschern und anspruchsvollen Hängen. Gute und sehr gute Schneesportler kommen in den Coast Mountains auf ihre Kosten.

Informationen und Buchungen: Im Internet auf www.powderdreams.ch sowie im «House of Sport» von knecht reisen Schaffhauserstrasse 130 8302 Kloten Tel.: +41 44 800 77 68 snow@knecht-reisen.ch MAI 2019

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Service // Lowa

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as ist nun bedeutsamer? Das 40-Jahr-Jubiläum von Lowa Schweiz oder aber die eindrücklich lange Tätigkeit des heutigen Geschäftsführers von Lowa Schweiz? Der Mann auf der einen Seite, das Produkt auf der anderen Seite sind so eng miteinander verbunden, dass es eigentlich nur eine Mischung von beidem sein kann. Das geht soweit, dass René Urfer (63) ganz gerne noch ein bisschen für dieses Produkt arbeiten möchte. Genau genommen bis 2023, wenn der deutsche Schuhhersteller, mit Sitz im oberbayerischen Jetzendorf, 100 Jahre alt wird. Dieses Jubiläum, meint René Urfer, würde er noch gerne mitfeiern. Aber bis dahin fliesst noch einiges Wasser die Aare hinunter. Das weiss er. Viel Handarbeit Immerhin: Als René Urfer vor gut 37 Jahren bei Lowa Schweiz angeheuert hatte, hatte die jun40

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ge Importeurfirma in Interlaken sein Domizil von einer Garage in den Theatersaal vom Kursaal gewechselt. Urfer arbeitete zuvor noch bei Look. Nachdem der Bindungshersteller Pleite gegangen war, zog es den Berner Oberländer wieder zurück in die Heimat. Fritz Müller suche einen Mitarbeiter, habe man ihm gesagt. Fritz Müller war Gründer der Schweizer Vertriebsfirma von Lowa. Sie haben sich per Handschlag geeinigt. «Dieser Handschlag-Vertrag hielt zehn Jahre an», schmunzelt Urfer, der im Aussendienst tätig war, aber wie die fünf anderen Mitarbeitenden – inklusive dem Chef – alles machte: Lager ein- und ausräumen, neue Gestelle produzieren, die schweren Paletten mit Seilen bewegen, weil noch kein Stapler zur Verfügung stand. Schuhe verpacken, verschicken und was sonst noch so anfiel. René Urfer erzählt vom neuen ERP-System, das in Kürze am Sitz von Lowa Schweiz eingerichtet wird und den höchsten IT-Stand der Gegen-

wart repräsentiert. «Damals wurde jede Adresse, jeder Lieferschein oder Rechnung von Hand geschrieben.» Gute Zeiten, schlechte Zeiten Heute sitzt René Urfer in einem modernen Büro. Einzig der antike Sitzungstisch aus massivem Holz erinnert an die Pionierzeit von Lowa Schweiz. Seit 2000 ist René Urfer Geschäftsführer. Damals arbeitete er zusammen mit 19 Mitarbeitenden. Heute sind es 45. In den 19 Jahren ist viel gegangen. Acht Jahre zuvor hing alles in der Schwebe. 1992 kam ein gewisser Werner Riethmann von der serbelnden Firma Raichle zur maroden Firma Lowa. Er wurde angeheuert als Sanierer, von der neuen Besitzerin, der italienischen Sportartikelgruppe Tecnica, und mutierte zum Retter des deutschen Schuhherstellers. «Wir waren in Schieflage», erinnert sich Urfer. Ebenso später, als er die Geschäftsführung übernahm, erlebte Lowa


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Service // Lowa

SERVICE

RENÉ URFER

MISTER «LOWA» WENN EINER IN DIE SCHUHE VON LOWA PASST, DANN IST DAS RENÉ URFER. SEIT 37 JAHREN BEGLEITET ER DIE GESCHICKE DES DEUTSCHEN SCHUHHERSTELLERS, DER VOR 40 JAHREN FUSS GEFASST HAT IN DER SCHWEIZ. DIESES JUBILÄUM WAR LETZTES JAHR EINE GROSSE FEIER WERT. RENÉ URFER DENKT SCHON AN DIE

FOTOS: B& S, ERIK VOGELSANG

NÄCHSTE FEIER. ANS AUFHÖREN ABER NOCH LANGE NICHT.

1978

1983

1985

1998

Piz Buin

Trekker

Lady Light

Tempest Lo

Klassischer, trigenähter Bergstiefel der frühen Lowa-Jahre.

Erfolgsmodell für Lowa. Mit diesem Schuh startete die Erfolgsgeschichte von Lowa.

Damals einer der leichteren Schuhe auf dem Markt, tiefer Schnitt für optimalen Komfort.

Zusammen mit dem Renegade steht dieser Schuh für den Start einer neuen Aera. Erster Schuh mit innovativer, angespritzer Sohlentechnologie (von Lowa entwickelt).

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Service // Lowa

2007

2012

2013

2017

Mauria GTX Mid

Frankie GTX Mid

Innox GTX Mid Junior

Maddox GTX Lo Junior

Innovatives Schnürsystem, beste Stabilität und hoher Komfort. Sehr bewährt und noch immer in der Kollektion.

Frankie goes to Hollywood :-) Dieser Schuh bedeutete den Durchbruch für Lowa bei den Kinderschuhen.

Innovativer Kinderschuh. Gibt’s heute noch.

Kinderschuh der neuen Generation mit Schnellschnürsystem.

Schweiz schwierige Zeiten. Die Übernahme durch Lowa International 2009 sei für die Schweizer Importeurin ein Glücksfall gewesen, sagt Urfer rückblickend. Die Nummer 2 «Von da an ging es richtig aufwärts.» Lowa Schweiz verkauft heute 300 000 Paar Schuhe im Jahr und ist die Nummer 2 im internationalen Lowa-Ranking. Man ist geneigt zu sagen: Gute Arbeit, René Urfer! Er blickt kurz über den Brillenrand und erwidert: «Es braucht die richtigen Produkte und ein gutes Team.» Und in seiner gewohnt trockenen, aber immer auch schalkhaften Art ergänzt er: «Und es braucht ganz oben einen starken Chef.» Damit meint er Werner Riethmann. Dieser «Mr. Lowa» aus dem thurgauischen Kreuzlingen ist für René Urfer mehr als nur der Chef. Er ist ein Freund und vor allem ein Mann, vor dem er höchste Achtung hat. «Riethmann ist nicht nur Motivator, führungsstark, leidenschaftlicher Mitentwickler, sondern er lässt uns viel freie Hand und Entscheidungsfreiheit.» Sein Credo sei: Nicht zu viel fragen, einfach machen. Der Branchenkenner René Urfer mag in der Sportartikelbranche kein Weitgereister sein, was Stellenwechsel anbetrifft. Aber er erweist sich als ausgezeichneter Branchenkenner, wie es in dieser Form wenige gibt. Er hört selbst im Winter das Laub rascheln. Wer wissen will, was morgen anders oder verändert sein könnte, fragt einfach mal rasch bei René Urfer nach. Er habe etwas gehört, sagt er ab und an. Dabei verzieht er ganz leicht den Mundwinkel, runzelt kurz die Stirn – und schliesst nach einer kurzen Kunstpause seinen Gedankengang in seinem behäbigen Berner Oberländer Dialekt ab: «Ich würd mal eis nache frage.» Und in der Tat: Die Nachfrage führt selten zum Ergebnis, dass es sich lediglich um ein Gerücht handelt. Wie er immer zu 42

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den Informationen kommt, bleibt sein Geheimnis. Vermutlich ist es sein natürlich vorhandener «Gwunder», vor allem aber seine Vertrauenswürdigkeit, die er nicht nur ausstrahlt, sondern lebt. Und sie auch von seinem Gegenüber erwartet. Wer einen Berner Oberländer auf gut Deutsch einmal «verseckelt», hat für immer verloren, hat man mir einmal erzählt. Ich könnte mir vorstellen, dass diese These stimmt. Gute Nase René Urfer bezeichnet sich selbst als manchmal zu «weich». Will heissen: Es braucht einiges, dass man ihn auf die Palme bringt. Und selbst dann kriegt man von ihm noch eine Chance. Irgendwann sei dann aber Schluss mit lustig, meint er. Jedenfalls hat er in diesen vielen Jahren geschäftlich immer wieder ein gutes Händchen. Mit der Übernahme des Vertriebs von erfolgreichen Unternehmen wie Leki (26 Jahre), X-Bionic (10 Jahre), Gloryfy (6 Jahre) ist Lowa Schweiz weiter erstarkt. Dank Leki ist der Schuhimporteur zudem ganz nahe am Wintersport geblieben. Und der Mann mit der guten Nase holt immer wieder Athleten ins (Leki-) Boot, noch ehe sie ganz an der Spitze sind. Die Wintersaison war für den Schweizer Importeur nie ganz unwichtig. «Anfänglich haben wir immer mehr Skischuhe als Wanderschuhe verkauft», schmunzelt Urfer, «in Spitzenzeiten bis zu 15 000 Paar im Jahr. Das ist aber schon eine längere Weile her. Mit dem Trekker habe man einst den Turnaround geschafft. Das war 1983. Später kam das Erfolgsmodell Renegade. Noch heute Synonym für den Brand «Lowa». «Wichtig ist», sagt René Urfer, «dass Passformen und Qualität stimmen.» Tönt ganz einfach. Ist es aber nicht, wie die Geschichte zeigt. Wertschätzung als höchstes Gut René Urfer wird dieses Jahr 63 Jahre alt und weiss rückblickend, wie sehr sich vieles geän-

dert hat im Geschäft. Stichwort Kostendruck: Als der Euro tauchte, war das Lager in der Schweiz über Nacht eine Million Franken weniger wert. Kostendruck verursachen aber auch Mitbewerber, die mit Günstigangeboten den Markt überschwemmen. Da sei es nicht immer einfach, beim Konsumenten den Mehrpreis mit der besseren Qualität zu rechtfertigen. Stichwort Digitalisierung: Der Handel kommt unter Druck und gibt diesen den Importeuren weiter. «Man erwartet von uns immer mehr an Flexibilität und Dienstleistung.» Und wie geht ein gewiefter Branchenmann wie René Urfer mit diesen Zeiterscheinungen um? Sein Mundwinkel verzieht sich wieder leicht: «Mit Mensch, Verstand und Kompetenz wollen wir nahe sein beim Handel, unsere guten Beziehungen pflegen und die hohe Lagerkapazität aufrechterhalten. Damit stehen wir nicht ganz schlecht da.» Man könnte sein berufliches Credo einfach auf den Begriff «Wertschätzung» reduzieren. Denn, das sagt er immer wieder: «Wertschätzung ist doch eines unserer höchsten Güter.» Er pflegt es beruflich und privat. Und umgekehrt mag er es natürlich ebenso. J O S E PH W E I B E L

HISTORY 1978 1982 1987 1992 1993 1996 2000 2008 2009 2010 2016 2018

Startet LOWA-Vertrieb in der Schweiz Verkaufsstart des Erfolgsmodells Treker LOWA Schweiz wird zur Aktiengesellschaft Martin Müller übernimmt das Geschäft am neuen Standort in der Wengelacher Strasse Vertrieb von LEKI in der Schweiz Verkaufsstart des Erfolgsmodells Renegade René Urfer übernimmt die Geschäftsleitung Vertrieb von X-Socks LOWA Schweiz wird vom Headquarter übernommen Vertrieb von Gloryfy in der Schweiz. Rekord: 300 000 Paar verkaufte Schuhe LOWA Schweiz wird 40


Service // Lowa

2017

2018

2018

2019

Aerox GTX Lo

Locarno GTX Mid

Ferrox Pro GTX Mid

Alpine SL

Multifunktionsschuh mit innovativem Gore-SurroundSohlensystem. Auch die Sohle atmet und sorgt somit für bestes Fussklima.

Lifestyle meets Outdoor. Neumodischer HybridWanderschuh, der auch in der Stadt beste Dienste leistet.

Leicht, bequem und wasserdicht (GTX). Das wird heute vom Konsumenten verlangt.

Neuheit bei Lowa. Mit 475 g pro Schuh der leichteste Bergschuh, welchen Lowa je auf den Markt gebracht hat. Von Athleten für Athleten entwickelt.

9000 350 1300 39

JAHRE ARBEITETE URSULA MÜLLER (SCHWIEGERTOCHTER VON FRITZ MÜLLER) BEI LOWA SCHWEIZ UND GING 2018 IN DEN RUHESTAND.

SCHUHE, VERTEILT AUF 2 LKW, WERDEN DURCHSCHNITTLICH PRO WOCHE VERARBEITET.

VERSCHIEDENE MODELLE IN VERSCHIEDENEN FARBEN LAGERN BEI LOWA IN INTERLAKEN.

SCHUHE WERDEN PRO JAHR IN DER SERVICEABTEILUNG NEU BESOHLT.

55 000 PAKETE MIT 722 000 TEILEN WURDEN 2017 VERSANDT.

300 NACHBESTELLUNGEN PRO TAG BEARBEITET EIN MITARBEITER IN DER LOGISTIK ZU SPITZENZEITEN. MAI 2019

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Service // Tecnica Group Schweiz

UELI SCHAUB Wenn einer zwei Drittel seines Lebens im Sportgeschäft tätig ist, zuletzt fast 28 Jahre bei der Tecnica Group Schweiz, darf er mit 64 Lenzen auch mal sagen: Das wars! Dieser «Jemand» heisst Ueli Schaub und darf sich auch ein bisschen «Mr. Nordica» nennen. Er ist Ende Februar in den Ruhestand getreten – dem Sport bleibt er jedenfalls erhalten.

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V

ielleicht verdrängt man ihn, diesen «Tag X», der einschneidend ist und von einem Moment auf den andern den Alltag verändert. Eine Phase des Lebens, die eine neue Tagesstruktur erfordert und den Blick auf andere, auch wichtige Dinge fokussiert. Einen ersten Vorgeschmack auf sein «neues Leben» erhielt er an der ISPO in München. Da stehen die Führungsverantwortlichen der italienischen Tecnica Group vor ihm; der CEO nimmt das Mikrofon in die Hand und hält eine kurze Laudatio auf diesen Mann, der 27,5 Jahre genau genommen, in der Gruppe tätig war. Zum Abschied gab es einen ganz persönlichen Nordica-Ski und einen Reisegutschein – zugleich Symbol für sein bewegtes Berufsleben, das viele und auch weite Reisen beinhaltete. Ueli Schaub, ein Mann, der sich selbst und auch seinen Mitarbeitenden viel abverlangte, war einen Moment lang gerührt. Für ihn sei es ein sehr würdiger Abschied gewesen. Er spüre Anerkennung und vor allem sei deutlich geworden,

MANCHMAL EINER WIE KEINER


FOTOS: B& S, ERIK VOGELSANG

Service // Tecnica Group Schweiz

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Service // Tecnica Group Schweiz

ICH WERDE DIESE UMGEBUNG SCHON VERMISSEN. dass dieser Abschied nicht einfach Protokoll gewesen, sondern von Herzen gekommen sei. «Die Tecnica Group ist ein Familienunternehmen, ein starkes und eines mit Nachhaltigkeit», sagt er bestimmt. Das «Nidwaldner» Chalet Jetzt sitzen wir im «Chalet»-Zimmer am Firmensitz in Stans – dem Show- oder Eventraum – je nachdem. Er wirkt gemütlich dieser Raum und vermittelt mit der aktuellen Ski- und Schuhkollektion eine durchaus beschauliche und angenehme Atmosphäre. Er schaut sich immer wieder um in diesen vier Wänden und es scheint, als wolle er sagen: «Ja, ein bisschen werde ich diese Umgebung schon vermissen». «Hier ists wie im Tiroler Berghaus», sage ich. Ueli Schaub interveniert. «Falsch. Das ist ein Nidwaldner Chalet.» In diesen Räumlichkeiten begeisterte er die Kunden von Tecnica Group für die neue Ski- und -Schuhkollektion, immer wieder. Unzählige Male führte sein Weg auf der A2 von Stans Nord Richtung Montebelluna, 60 Kilometer nördlich von Venedig in die «Zentrale» der Tecnica Group. «Die knapp 500 Kilometer lange Reise war ab und an beschwerlich. Aber die guten und interessanten Gespräche, die schönen Momente in der Region Veneto waren mehr als nur Lohn für die manchmal unsteten Verkehrsverhältnisse und langen Fahrstunden.» Auch zwei Wochen nach seiner Pension spricht Ueli Schaub in der «Wir»-Sprache. Er hat sich zwar «en famille» verabschiedet, aber einfach so abstreifen kann er diesen 46

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Brand nicht. Es ist und bleibt ein Teil eines langen Berufslebens. Er weiss, was er will Am «Tag X» hat er seinen Abschied mit einer Party zelebriert – mit allen Mitarbeitenden, viele von ihnen ebenfalls langjährige Mitstreiter. Lagerchef Guiseppe kochte eine Paëlla. «Ja, so war das», sagt Ueli Schaub. Sein Abschied fiel ihm gewiss nicht leicht. Aber er freut sich auf sein neues Leben, das auch künftig mit viel sportlicher Aktivität angereichert sein wird. Aber nicht nur. «Ich will das Leben jetzt und heute geniessen. Wer weiss, was in fünf oder zehn Jahren ist.» So habe ich ihn kennengelernt: Als überaus angenehmen Zeitgenossen, der weiss, was er will; zielgerichtet nach vorne schreitet, aber auch einfach mal sagen kann: Jetzt wird es gemütlich und wir sind es auch. Er kann aber auch ohne Zwinkern der Realität in die Augen schauen – und dann gleichzeitig einen Spruch machen, der seinen ihn immer begleitenden Schalk offenlegt. Kurz zurück in die Schweiz Ueli Schaub stammt aus dem luzernischen Kriens und weil sein Vater zehn Jahre den Fussballcub Kriens (SC Kriens) präsidierte, hätte Ueli auch eine Karriere als Fussballer machen können. Er spielte beim Stadtclub, auch in der ersten Mannschaft in der 1. Liga. «Das war zu Zeiten, als Paul Wolfisberg Trainer bei uns war.» Es kam anders. Ueli wurde Sport- und Skilehrer, war sieben Jahre bei CIS Club Intersport

tätig: in Spanien, Tunesien, Griechenland und im Winter auch in der Schweiz. Sechs Monate gab er Gas als Sportlehrer, die anderen sechs Monate reiste er um die Welt. An einem Strand in Tunesien lernte er Heinz Stocker von Rossignol kennen, der ihm sagte, dass man jemanden suche für den Verkauf. Ueli Schaub war interessiert. Dafür musste er in die Schweiz zurück. Ganz kurz. Am Samstag sei er in die Schweiz geflogen, am Montag habe er sich vorgestellt, am Dienstag den Vertrag unterschrieben und am Mittwoch kehrte er zurück an seinen Arbeitsplatz in Tunesien. Und so begann seine Zeitreise im Skigeschäft. 1991, fünf Jahre später, engagierte ihn Nordica Schweiz, die Schweizer Filiale von Benetton Sportsystems international, die damals neben Nordica Skischuhen auch Kästle-Ski, Rollerblade, Prince Tennisschläger, Wanderschuhe und die Bekleidung und Snowboards von Killerloop im Sortiment hatte. Ein «beinbruchsicherer» Ski Eine neue Welt eröffnete sich für ihn. Ein Konzern mit weltweit 5000 Bekleidungsgeschäften und dem Drang, sich im Sportbusiness festzusetzen. Da sei es auch mal vorgekommen, dass er mit dem Benetton-Privatjet und fünf bis sechs Kunden von Zürich an ein Weltcuprennen in Alta Badia geflogen worden sei. Oder an ein Formel-1-Rennen in Monaco, stand auf der Einladungsliste. Alles war gross, viel grösser; mehr als das, was er bisher in seiner beruflichen Karriere erlebt hatte. Ueli Schaub erin-


Service // Tecnica Group Schweiz

nert sich an ein ihn prägendes Ereignis. «Es war an der ISPO in München», sagt er. «Da stand ich am Stand und sah plötzlich Michael Schumacher neben mir stehen. Er sagte mir: Man hat mich zu Ihnen geschickt. Ich möchte gerne Skifahren lernen und suche einen Ski.» Ueli Schaub macht eine Gedankenpause. Es müsse ein Ski sein, mit dem man sich kein Bein bricht, habe er gesagt, weil er, vertraglich gebunden, gar nicht auf Ski stehen dürfte. Schumacher feierte damals im gleichen Jahr einen Formel1-Weltmeistertitel. Der «Vater» vom «Pingu»-Ski Ueli Schaub heiratete 1989, Sohn Marco kam auf die Welt, drei Jahre später Tochter Tanja. «Die Kinder waren vier und sieben Jahre alt und wollten natürlich auch Skifahren.» Da kam die Stunde von Ueli Schaub. «Echt», sagt er. «Ich habe meinen ersten und einzigen Ski kreiert. Ein Kinderski mit Namen ‹Pingu›.» Angelehnt an den Kinderfilm, keine Zeichentrickserie, sondern Männchen und Weibchen, die mit Lehm geformt waren, und Tausende von Kindern über Jahre begeisterte. Wir erinnern uns gemeinsam. Als er mir damals von diesem «Pingu»-Ski erzählte, war auch ich begeistert. Meine Kinder seien auch in diesem Alter, und ich kaufte zwei Paar. Meine Kinder, zwischenzeitlich recht erwachsen, erzählen heute noch mit Stolz davon. Sie waren im Mittelland weit und breit die einzigen mit einem «Pingu»-Ski. Er habe die Namensrechte erworben. «Natürlich nicht ich», korrigierte er, «Benetton Sport-

systems habe ich davon überzeugen können.» Man habe ihm gesagt, das werde ein Flop. Es wurde keiner. Der «Pingu»-Ski wurde zum Strassenfeger. Im zweiten Jahr wurden schweizweit 5000 Paar verkauft. Gemäss dem Marktforschungsunternehmen GfK war er der bestverkaufte Ski bei allen Marken und Modellen. Der Wechsel nach der Jahrtausendwende Ueli Schaub erzählt und man denkt, der Mann hat immer Glück gehabt. Da gibt es keine schwarze Stelle, die ihm den Schlaf raubte oder Zukunftsangst erzeugte. Ganz so ist es nicht. 2002 hat die Benetton Group unter ihre sportliche Zeit einen Schlussstrich gezogen und der Tecnica Group Nordica und Rollerblade verkauft. «Wir wussten damals nicht, ob die Filiale Stans weiter ins Konzept des neuen Besitzers passen würde.» Es kam anders. Gut, sozusagen. 1999 wurde Kästle noch von Benetton Sportsystems abgestossen und ein erster NordicaSki lanciert. Er wurde, wie wir heute wissen, zu einer Erfolgsgeschichte. Der jüngste alpine Skiweltmeister Dominik Paris fährt auf Nordica, seit vielen Jahren auch der deutsche Felix Neureuther. Er hat die Nummer 1 übergeben Die Filiale Stans verschwand jedenfalls nicht. Im Gegenteil. 2010 übernahm Ueli Schaub von Alain Jossen die Geschäftsleitung. Das Sortiment wurde erweitert. 2017 kamen zuletzt der Tecnica-Skischuh und Blizzard-Ski dazu.

Nordica Schweiz wurde deshalb vor zwei Jahren umfirmiert und heisst seither Tecnica Group Schweiz AG. Und dabei vergessen wir immer wieder, über die eigentliche Erfolgsgeschichte zu sprechen – den Nordica-Skischuh. Er ist heute wieder die Nummer 1 im Geschäft. Das war nicht immer so. In den Neunzigejahren sei Raichle die unbestrittene Nummer 1 gewesen: mit 30 Prozent Marktanteil. Vor vier, fünf Jahren sei die Kollektion nicht optimal gewesen. «Wir sind auf Nummer 3 und 4 abgerutscht», sinniert Ueli Schaub. Und jetzt übergibt er seinen Nachfolger «den Skischuh aller Skischuhe», wie er sagt, seinem Nachfolger Roland Membrez als Nummer 1. «Das ist doch ein schöner Abgang.» Ueli Schaub überlegt einen Moment. Schaut sich fast etwas verloren im «Nidwaldner Chalet» um. Als wollte er sagen: Es war eine schöne Zeit – eine Zeit, die er vielleicht noch nicht hätte anhalten wollen. «Ich freue mich auf das Heute und Morgen.» Ein bisschen Familie bleibt an der Mühlebachstrasse in Stans. Sein Sohn Marco arbeitet hier. Die «Schaub-Linie» hält noch ein bisschen an bei Tecnica Schweiz. Ueli Schaub zwinkert mir zu: «Das wars. Schön, dass ich mal wieder nach 28 Jahren in die Skiferien kann.» Er reiste dann Mitte März mit seiner Frau zwar nicht in die Skiferien, dafür nach Costa Rica. Und ich? Ich werde ihn vermissen in diesem Sportgeschäft, das er in seiner eigentlich bescheidenen Art immer mitgeprägt hat und trotzdem immer auf dem Boden geblieben ist. J O S E PH W E I B E L

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Service // ISPO 2019 // Neuheiten

DER SCHNEESPORT IST NACH WIE VOR

Die Schweizerinnen und Schweizer stehen nach wie vor gerne auf Ski oder Snowboards. Genau genommen 2,96 Millionen waren es in der Skisaison 2017/18. Diese Zahl widerspiegelt sich auch im Umsatz des Sportartikelmarkts im gleichen Zeitraum: 30,4 Prozent des Umsatzes floss in den Schneesport. An der Sportmesse ISPO 2019 in München gab es ebenfalls gute Zahlen und zahlreiche Neuheiten.

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Service // ISPO 2019 // Neuheiten

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wei von 16 Hallen gehören an der ISPO der produzierenden Skiindustrie mit Schuhen, Bindungen und Ski sowie Accessoires. Darüber hinaus bieten die total 3000 Aussteller ganz schön viel Neues für den kommenden Winter. Der gute Winter habe die Sportbranche beflügelt, hiess es in München. Thematisch lagen die Schwerpunkte in diesem Jahr auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Nachhaltig Nachhaltige Produktion bzw. die Verwendung von recycelbaren und umweltschonenden Produkten mit möglichst kurzen Importwegen wird nicht erst seit diesem Jahr gross geschrieben. Siegel und Zertifikate – sogenannte Labels – verbriefen nachhaltige Sportartikel. Die Sportbranche habe die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen und ein Zeichen zu setzen, bevor gesetzliche Bestimmungen die Entscheidung abnehmen.

Produkt auszuwählen, allenfalls zu testen und selber zu entscheiden, wo er es kaufen will. Ein anschauliches Beispiel dazu liefert der neue Ski «Original+» aus dem Salzkammergut in Österreich. Über eine Software macht der Kunde Angaben zum individuellen Können, gibt Daten zum Körperbau, Fahrstil und Geschmack preis. Aus diesen Daten errechnet ein selbst entwickelter Algorithmus den individuellen Ski, der mit der passenden Steifigkeit und entsprechenden Tuning-Parametern produziert wird. Der Ski kostet übrigens umgerechnet gut 700 Franken (620 Euro), aber ohne Bindung. J O S E PH WE I BE L

STARKER SAISONSTART – TOP SKIGEBIETE Nicht überall fiel der langersehnte Schnee in diesem Winter in gleicher Fülle. Der Saisonstart für die Schweizer Skigebiete fiel jedenfalls erfreulich aus, wie Seilbahnen Schweiz Anfang Jahr mitteilte. Sowohl die Gästezahlen (+6% Ersteintritte) als auch der Personentransportumsatz (+10,6%) lagen Ende 2018 über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Vor allem konnten das Wallis und Graubünden – auch im letztjährigen Vergleich (mit einem sehr guten Saisonstart) noch einmal ihre Resultate toppen. Die tiefer gelegenen Skigebiete sind sich Schwankungen von Saison zu Saison gewohnt; sie richten sich angebotsmässig danach aus, etwa indem sie bei Schneemangel Sommeraktivitäten anbieten. FÜNF SKIGEBIETE IN TOP TEN Fünf Schweizer Skigebiete schaffen es in die Top Ten der österreichischen Gästezufriedenheitsstudie Best Ski Resort 2018. Unter die Top Ten schafften es Zermatt (Platz 2), Grächen (6), Arosa-Lenzerheide (7), Aletsch-Arena (8) und Laax (10). Für die Erstellung des Rankings wurden im Winter 2017/18 46 000 Wintersportler in 55 Skigebieten in Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich und der Schweiz befragt. Zermatt war übrigens 2014 und 2016 an der Spitze der Rangliste und bestätigte mit Rang 2 seine Performance. Sieger 2018 ist übrigens das Skigebiet Kronplatz in Südtirol. Platz 3 teilt sich Serfaus-Fiss-Ladis mit Val Gardena.

Massgeschneiderter (Digital-)Ski Die Digitalisierung hat die Sportartikelbranche ebenfalls schon länger erfasst und umgarnt immer mehr auch den Detailhandel. Bequeme Einkaufshilfen über Online-Portale sollen den Kunden motivieren, in Ruhe ein

Zahlen erzählen Geschichten

2943

FOTO: M ESSE M ÜNCHEN

Aussteller in 16 Hallen (Rekord) waren an der ISPO 2019 vertreten

der Schneesportler tragen einen Helm

12%

der Schneesportler tragen einen Rücken-Protektor

USA

25,02 Mio.

Deutschland 14,61 Mio. China

12,1 Mio.

Frankreich

8,57 Mio.

Italien

4,92 Mio.

Österreich

2,96 Mio.

Schweiz

2,96 Mio.

Quelle: Statista 2019

80 000 94% Besucher aus 120 Ländern zählte die ISPO 2019.

Skifahrer und Snowboarder weltweit (Skisaison 2017/18)

Sicherheit

Verkauf von Snowboards in der Schweiz

Verkauf von Alpinski in der Schweiz

Umsatz Sportartikelmarkt 2017/18 Schweiz

1998/99:

1998/99:

30,4%

110 000 355 000

Quelle: ASMAS/Schweizer Sport und Mode

ISPO 2019

Schneesport 2014/15:

17 400

2014/15:

191 000

16,8% Outdoor 7,5% Teamsport (Fussball, Indoor) 4,3% Fitness 3,3% Golfsport

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Service // ISPO 2019 // Neuheiten

Ausblick auf die Neuheiten 2019/20 ROS SI GNOL-GRUPPE

DYNASTAR SPEED ZONE 4X4 82 PRO Ein vielseitiger Ski schlechthin! Das 3-D-Profil sorgt für eine optimale Gewichtsverteilung und der Hybrid-

kern erlaubt geschmeidige Schwünge auf allen Schneebedingungen. Der 4x4 82 Pro vereint damit Agilität, Leichtigkeit und Kraft. (Unverbindlicher Verkaufspreis: CHF 1099.–)

LANGE

ROSSIGNOL REACT Der Spirit des Rennsports erobert die Pisten – mit der brandneuen REACT-Serie kreierst du deine ganz persönliche Rennstrecke. Unsere

FI S C HER

Stimme zur ISPO 2019 Walter Dietiker, Geschäftsführer Fischer Schweiz

NEW LX Die brandneue LX-Serie kombiniert die legendäre Präzision von Lange mit einer entspannten und luxuriösen All-Mountain-Passform. Die breitere 102-mm-Passform erweitert unser «Choose Your Fit»-Konzept und bietet eine reduzierte Fusskompression für optimierten Komfort den ganzen Tag, unabhängig von Ihrer Fussform. (Unverbindlicher Verkaufspreis: CHF 489.–)

neue COMPACT-RACE-Ski-Serie für begeisterte Pisten-Skifahrer gibt dir «Instant Power» für einen mühelosen Rhythmus – Schwung für Schwung. (Unverbindlicher Verkaufspreis: CHF 899.–)

Im Skischuhmarkt sind Modelle mit guter Passform gefragt. Nicht nur für den Verkauf, sondern auch für das immer stärker werdende Mietgeschäft. Beim Thema Passform werden viele Tools geboten, ob mit digitaler Unterstützung oder technischen Hilfsmitteln, um auf individuelle Füsse eingehen zu können. Fischer bringt für den kommenden Winter ganz klar noch mehr «Convenience» für den Konsumenten. Mit der neu entwickelten RC One Line stehen spezielle Konstruktionen für die verschiedenen Ansprüche der Genussskifahrer zu Verfügung. Ein Wort zum Top-Produkt der Saison 2019/20: Der Ranger One trifft die Bedürfnisse der Konsumenten. Der Ranger One ist eine Weiterentwicklung in den Bereichen, die das Skifahren bisher als unbequemen Sport darstellen.

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Ranger One Der Ranger One bietet maximalen Komfort. Gepaart mit der von Fischer gewohnten Performance ermöglicht seine beeindruckende Vielseitigkeit ein Erfahren sämtlicher Möglichkeiten, die der Berg bietet. Ausgestattet mit einer Grip-Walk-Sohle garantiert der

Ranger One ein natürliches Abrollen und beste Traktion – auch auf vereistem Untergrund. In Kombination mit dem intuitiv zu bedienenden Ski-/Walk-Modus wird das Gehen komfortabel wie nie zuvor. (Unverbindlicher Verkaufspreis: CHF 649.–)


Service // ISPO 2019 // Neuheiten

HEA D

K2

Stimme zur ISPO 2019 Yves Isler, Marketing, Head Switzerland AG

Stimme zur ISPO 2019 Felix Boesch, Sales & Country Manager K2 Switzerland GmbH

Wir hatten am HEAD-Stand über alle Tage gute Besucherzahlen und sehr positive Rückmeldungen auf die Produkte der Saison 2019/20. Somit sind wir guter Dinge für die kommende Saison. Ein Wort zum Top-Produkt der Saison 2019/20: Das spezielle am Radar ist die Integration der Brille bzw. des Visiers (Goggle) in den Helm. Aus zwei Elementen wird eins. Sowohl optisch wie technisch sehr ansprechend.

Ein Wort zum Top-Produkt der Saison 2019/20: Der MINBENDER 99 TI ist der absolute Wahnsinn in Bezug auf Vielfältigkeit und Präzision.

Die «Skihalle» war sehr gut besucht. Die Stimmung der Händler war positiv, und das offene Standkonzept von K2 wurde von allen als sehr gut empfunden. Von unserer Seite gibts eine komplett neue Freeridekollektion: Mindbender mit zwölf und fünf Skiboots, von Grund auf neu entwickelt.

ORIGIN AL+

Radar Head spricht von einer revolutionären Konstruktion, die ein neues Zeitalter im Kopfschutz einläutet. Dieser Helm kombiniert die Vorteile aus Visierhelm und denen des Tragens einer Schneebrille in einem innovativen, herausragendem Design mit noch nie dagewesenem Fit. Ausserdem: Einstellbare Belüftung, wind- und wasserfest.

Der Mindbender 99TI Unsere Ingenieure und Entwicklungsteams haben es geschafft, mit dem Mindbender 99TI einen gigantischen Freerideski zu bauen, der in Sachen Stabilität und Kraftübertragung in nichts hinter einem High-Performance-Pistenski steht. Für all diejenigen, die Powder lieben und definitiv eine unschlagbare Waffe für perfekte Performance und noch mehr Spas auch auf der Piste. (Unverbindlicher Verkaufspreis: CHF 829.–)

Der österreichische Skihersteller Original+ wurde 2017 mit Sitz in Salzburg gegründet. Das Unternehmen ist auf funktionelles Customizing von Alpinski spezialisiert. Fast 1400 Modelle gebe es derzeit auf dem Markt. Der neue Skihersteller will die (Gegen-)Antwort und einen individuell massgeschneiderten Ski, der auf den persönlichen Fahrstil und die Vorlieben der Anwender eingeht. Aktuell werden drei Modelle produziert, online im Direktvertrieb und am Firmensitz im eigenen Laden verkauft. www.original.plus

NOR DI CA Cruise Line ist ein neu konzipierter Skischuh mit einer Leistenbreite von 104 mm. Speedmachine J steht für einen Kinderschuh im sportlichen Bereich, mit verstellbarem Flex je nach Gewicht. Die Strider-Hike und All-Mountain-Linie wird mit dem Strider 95W DYN ergänzt.

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40 Jahre Ski-Festival Zermatt. Feiern Sie mit exklusiven Stargästen und mit uns. 26. November bis 1. Dezember 2019

Ihre Stargäste in Zermatt Maria Anesini-Walliser

FEI ER N Wir haben allen Grund zum Feiern. Das Ski-Festival Zermatt wird dieses Jahr 40. Feiern Sie mit uns! Es gibt einige Überraschungen, tolle Stargäste und noch viel mehr. Geniessen Sie den exklusiven Rahmen unseres Skitests!

SKI UND CHILL Das Skigebiet erstreckt sich vom Trockenen Steg über das Klein Matterhorn bis auf die langen Pisten nach Cervinia, wenn es die Schneebedingungen zulassen. Auf der Piste begleiten Sie nach Ihrer Lust und Laune unsere Stargäste – Die Topshots der jüngeren Vergangenheit freuen sich auf Sie!

Bleib dem en Sie Lauf D ende Sofo ie SFZn! Ap rt he runt p. erla den. auf

Franco Marvulli

Mit dabei zum dritten Mal unser Ski-«Quereinsteiger» Franco Marvulli, ehemaliger Radrennbahn-Profi, 4-facher Weltmeister und 5-facher Europameister.

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MAI M AI 2019

Chantal Bournissen

Erika Reymond-Hess

Sie testen zwei oder drei Skitage mit uns. Sie haben die Wahl! Neben der Piste erwarten sie zwei unterhaltsame Workshops im chilligen Rahmen, Side-Events bei oder nach Bedarf; Ski-out mit Yoga, Fitness oder Wellness. Machen Sie einfach, was Sie wollen. Hauptsache, Sie haben Spass!


Karin Seewer-Roten

Roland Collombin

A wie Anreise: PW-Anreisenden steht unser Partner Taxi Christophe in Täsch zu Diensten. Sie geben dort Ihren Wagen ab, reisen mit dem Taxi weiter nach Zermatt und werden dort nahtlos abgeholt vom Hotel-Driver. Alles zum exklusiven SFZ-Top-Preis! B wie Boot-Fitting: Ein gut sitzender Skischuh ist das A und O beim Skifahren. Wir haben den richtigen Fachpartner vor Ort. E wie Essen: In unseren sechs Partnerhotels geniessen Sie täglich Ihr Frühstück und Abendessen. Zum exklusiven SFZ-Preis! G wie Galfri: Die Firma Galfri ist unser Cateringpartner und bekannt für den tadellosen Service bei Grossanlässen. Beim SFZ sorgt Galfri für Ihre Kaffeepause am VIP-Corner. G wie Graphax: Die Spezialistin für Drucksysteme sorgt täglich für den Druck des SFZ-Newsletters. H wie Hotels: Unsere sechs langjährigen Partnerhotels sind alles erste Adressen in Zermatt: CERVO Mountain Boutique Ressort, Hotel Alpenhof, Europe Hotel & Spa, Romantik Hotel Julen, Hotel Pollux und Chalet Hotel Schönegg. Freuen Sie sich! I wie Intersport: Die grösste Verbundgruppe im weltweiten Sportfachhandel ist seit vielen Jahren unser Partner. Sie als Gäste profitieren unter anderem von vergünstigten Angeboten in den Intersportgeschäften in Zermatt.

Mike von Grünigen

Bruno Kernen

L wie Leki: Der deutsche Sportausrüster sorgt für die Testskistöcke auf der Piste. L wie Luxus: Lassen Sie sich verwöhnen – im Hotel, auf und neben der Piste. Geniessen Sie immer auch ein bisschen Luxus in unserer exklusiven Atmosphäre. M wie Medical Partner: Unser Medical Partner Crossklinik Basel sorgt für Ihr persönliches Wohlergehen und gibt immer auch wertvolle Tipps. M wie Medien: Wir versorgen Sie täglich mit einem vierseitigen Newsletter mit vielen Bildern und wichtigen Informationen. S wie Ski: Rund 900 Paar Ski von zwölf verschiedenen Skifirmen stehen für Sie bereit im Testcenter auf dem Trockenen Steg. Dazu gibt es immer auch wertvolle Tipps von unseren Skipartnern.

Urs Räber

S wie Swiss Olympic Center der crossklinik und Merian Santé: Mit künstlichen Ski- oder Hüftgelenken fällt oft der erste Schritt wieder auf die Ski zu gehen schwer. Das muss nicht sein. Dank unserem bisherigen Medical Partner Crossklinik/Swiss Olympic Center und unserem neuen: Merian-Iselin-Klinik mit ihrem Programm Merian Santé Physio, Ernährung und Training, bieten wir Ihnen Unterstützung durch ein Team von Physiotherapeuten und Sportmedizinern. T wie Taxi: Sie können bei Ihrer An- und Abreise die Bahn von Täsch nach Zermatt nehmen. Viel bequemer geht es mit dem Taxi von unserem Partner Christophe – zum einmaligen Sonderpreis! V wie Vogt-Schild Druck AG – eines der drei grossen Druckunternehmen in der Schweiz ist unser langjähriger Partner für die SFZ-Printprodukte.

S wie Social media: Für uns kein Fremdwort. Mit der SFZ-App werden Sie mehrmals am Tag mit wichtigen News versorgt. Dazu gibt es Videos und Bilder. Die App ist 365 Tage im Jahr online. Wenn Sie facebook und Instagram nutzen, so finden Sie uns auch auf diesen Kanälen.

W wie Wellness: In unseren Partnerhotels finden Sie schöne Wellnessanlagen – zum Chillen und Entspannen!

S wie Skinnies: Kommen Sie gebräunt nach Hause. Unser Sonnenpflege-Partner Skinnies versorgt Sie mit der richtigen Sonnencrème.

Z wie Zermatt Tourismus. Unser Partner, der uns auch «unter die Arme greift», wenn mal ein Schlechtwetterprogramm nötig sein sollte.

Y wie Yoga: Täglich gibt es zwei Yogalektionen. Eine am Morgen und eine am Abend.

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Unsere Partnerhotels

CERVO MOUNTAIN BOUTIQUE RESORT***** Im Chalet wohnen und 5-Sterne-Komfort geniessen. Das Resort liegt oberhalb vom Dorf, mit fantastischer Aussicht, man ist aber in wenigen Minuten (mit Lift) mitten im Dorf. Neu: Gratis-Taxiservice zu den Bergbahnen.

HOTEL ALPENHOF****S Das familiengeführte 4-Sterne-Superior-Hotel Alpenhof liegt mitten im Zentrum von Zermatt an sonniger und ruhiger Lage – direkt gegenüber der Sunnegga-Bahn. Freuen Sie sich nach dem Skitag auf das grosszügige Alpenhof-SPA im 1. Stock mit Tageslicht.

EUROPE HOTEL & SPA**** Entdecken Sie die neuesten Design-Matterhorn-Zimmer im Europe Hotel, mit traumhafter Aussicht auf das Matterhorn. Entspannen Sie nach einem Tag auf der Piste im SPA und lassen Sie sich kulinarisch mit einem Abendmenü verwöhnen.

ROMANTIK K HOTEL JULEN****S Das charmante 4-Sterne-Superior-RomantikHotel Julen liegt nur 10–15 Gehminuten von den Bergbahnen und dem Bahnhof entfernt. Entspannen Sie sich im dreistöckigen JulenSPA und erleben Sie, wie Tradition und Luxus eins werden.

HOTEL POLLUX***** Das Pollux besticht durch seinen ganz besonderen Walliser Charme. Die Zimmer zeichnen sich durch eine gelungene Mischung von Design und Tradition aus. Mit gut frequentierter Hausbar.

CHALET HOTEL SCHÖNEGG****S Nur wenige Meter von der zentralen Bushaltestelle zum Matterhorn Glacier Paradise, erreichbar mit hoteleigenem Lift, liegt das Schönegg. Es besticht durch seine einmalige Lage mit schönstem Blick zum Matterhorn und Infitnity Terrasse.

Die Partner des Ski-Festivals Zermatt

Organisation

Medienpartner

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Partner

Co-Partner

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Medical Partner


Online-Anmeldung unter: www.ski-festival-zermatt.ch

Anmeldung zum 40. Ski-Festival 2019

Name

Vorname

Geburtsdatum

Strasse, Nr.

PLZ, Ort

Telefon Privat

Telefon Geschäft

Mailadresse

Datum

Unterschrift

첸 Ich möchte das Alternativprogramm Spa anstelle Ski buchen (Spa = Gutschein CHF 230.– [4 Nächte] / CHF 180.– [3 Nächte] für Beautybehandlungen/ Massagen, nur möglich: CERVO Mountain Boutique Resort, Hotel Alpenhof, Europe Hotel & Spa, Romantik Hotel Julen, Chalet Hotel Schönegg)

Begleitperson Name

Vorname

Geburtsdatum

첸 Ich möchte das Alternativprogramm Spa anstelle Ski buchen (Spa = Gutschein CHF 230.– [4 Nächte] / CHF 180.– [3 Nächte] für Beautybehandlungen/ Massagen, nur möglich: CERVO Mountain Boutique Resort, Hotel Alpenhof, Europe Hotel & Spa, Romantik Hotel Julen, Chalet Hotel Schönegg)

Ich reserviere / wir reservieren das folgende Arrangement: Arrangement 1 첸 Dienstag, 26. November, bis Samstag, 30. November 2019, 5 Tage / 4 Nächte Skipass oder Spa 3 Tage

Arrangement 2 첸 Mittwoch, 27. November, bis Sonntag, 1. Dezember 2019, 5 Tage / 4 Nächte Skipass oder Spa 3 Tage

CERVO Mountain Boutique Resort***** 첸 Cosy Single Room (Einzelbenutzung) 첸 Cosy Room 첸 Cosy Plus Room 첸 Cosy Plus Room for single use (Einzelbenutzung) 첸 Cosy Deluxe Room 첸 Roof Deluxe Room 첸 Roof Junior Suite 첸 Signature Spa Suite 첸 Panoramic Living Suite

4 Nächte 1665.– 1345.– 1385.– 1825.– 1465.– 1505.– 1565.– 1665.– 1825.–

첸 첸 첸 첸 첸 첸 첸

Hotel Alpenhof****S Einzelzimmer Deluxe/Design Doppelzimmer (Einzelbenutzung) Deluxe/Design Doppelzimmer Alpin Chic Doppelzimmer Superior Doppelzimmer Junior Suite Penthouse Suite

4 Nächte 1805.– 1945.– 1385.– 1475.– 1495.– 1705.– 1845.–

3 Nächte 1430.– 1535.– 1115.– 1185.– 1200.– 1355.– 1460.–

Europe Hotel & Spa**** 첸 Doppelzimmer Design (Einzelbenutzung) 첸 Doppelzimmer Design 첸 Doppelzimmer Design Superior 첸 Doppelzimmer Design Matterhorn

4 Nächte 1425.– 1185.– 1285.– 1285.–

3 Nächte 1145.– 965.– 1040.– 1040.–

Hotel Pollux****

4 Nächte 1285.– 1090.–

3 Nächte 1040.– 895.–

첸 Doppelzimmer (Einzelbenutzung) 첸 Doppelzimmer

3 Nächte 1325.– 1085.– 1115.– 1445.– 1175.– 1205.– 1250.– 1325.– 1445.–

Arrangement 3

첸 Dienstag, 26. November, bis Freitag, 29. November 2019, 4 Tage / 3 Nächte Skipass oder Spa 2 Tage

Romantik Hotel Julen****S Chalet Einzelzimmer Chalet Doppelzimmer (Einzelbenutzung) Chalet Doppelzimmer Romatik Doppelzimmer mit Blick zum Matterhorn Superior Doppelzimmer Romantik Suite Chalet Suite

4 Nächte 1385.– 1585.– 1265.– 1325.– 1385.– 1445.– 1465.–

3 Nächte 1115.– 1265.– 1025.– 1070.– 1115.– 1160.– 1175.–

Chalet Hotel Schönegg****S

첸 Doppelzimmer Charme ohne Matterhornblick

4 Nächte 1525.–

3 Nächte 1220.–

(Einzelbenutzung) Doppelzimmer Charme ohne Matterhornblick Doppelzimmer Charme mit Matterhornblick Doppelzimmer Style mit Matterhornblick Junior-Suite Style Master-Suite

1325.– 1405.– 1445.– 1505.– 1505.–

1070.– 1130.– 1160.– 1205.– 1205.–

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Preise pro Person und Arrangement in CHF, plus Kurtaxe CHF 3.–/Tag. Preise Doppelzimmer bei 2 Personen ausser Vermerk Einzelbenutzung. Die Anmeldungsbestätigungen erfolgen direkt von den jeweiligen Hotels.

Einsenden an: Brandl & Schärer AG Ski-Festival Zermatt Postfach 4601 Olten

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Service // Delegiertenversammlung Swiss-Ski

Ein Kleinod, wo der Skisport noch lebt Zug ist, abgesehen von den Halbkantonen Basel-Stadt und AppenzellInnerrhoden, ohnehin schon der kleinste Kanton der Schweiz. Und Finstersee, dessen Skiclub die 115. DV von Swiss-Ski organisieren wird, ein Weiler versteckt im hintersten Winkel – ein Kleinod, wo der Skisport noch lebt und blüht.

geblieben, was sich viele andere Skiclubs und auch Swiss-Ski wünschen würden. Der SC Finstersee wurde 1944 gegründet und feiert heuer sein 75-Jahr-Jubiläum. Als sich der Club im Juni 2017 in Losone um die DV bewarb, fragte sich mancher: «Finster ... was?» Ein paar Minuten später war der Entscheid gefallen. Finstersee gewann die Abstimmung gegen den Freiburger Kandidaten La Berra klar mit 767 zu 529 Stimmen. Obwohl in La Berra schon einmal ein Skistar gross geworden ist. Dort lernte einst Jacques Lüthy das Skifahren, der letzte Olympiamedaillengewinner im Slalom (1980 in Lake Placid) vor Ramon Zenhäusern.

95-jährig und war 1944 Gründungsmitglied des Skiclubs. Er ist zugleich der älteste Einwohner des Weilers, der, trotz vieler Zugezogener, einen starken Zusammenhalt hat. «Das Dorfleben wird sehr gepflegt», sagt Schuler, «und der Skiclub ist prägend.» Wenn auf der Treppe von Elseners Hauseingang seine Katze sitzt, wissen alle: «Mänz» ist nicht zu Hause. Er ist wohl nach Menzingen einen Kaffee trinken gegangen. Früher fuhr er in der Regel zweimal am Tag mit dem Postauto. Zu Fuss wär es rund eine Stunde. Inzwischen ist die Buslinie eingestellt worden. Jetzt fährt «Mänz» einfach im Auto von Nachbarn mit; irgendwen trifft er immer.

N

Der Älteste – die Jüngste La Berra hatte Jacques Lüthy, aber Finstersee «Mänz» Elsener und die kleine Sarah. Finstersee-Club-Präsident Edgar Schuler liess ein Video abspielen, auf dem die beiden, das älteste und das jüngste Clubmitglied, auf bewegende Art ihren Ort und ihren Verein vorstellten. Club-Doyen Elsener ist mittlerweile

Kleiner «Abstecher» nach Menzingen Nach Menzingen musste auch die DV ausgelagert werden, weil es in Finstersee keine ausreichenden Räumlichkeiten gibt – eigentlich schade, dass den Swiss-Ski Delegierten der Blick von dieser Gelände-Terrasse auf die einmalige Moränen-Landschaft vorenthalten bleibt.

och nie war ein so winziger Ort für die Organisation der Delegiertenversammlung von Swiss-Ski verantwortlich. Knapp 400 Einwohner zählt das landschaftliche Bijou am Fusse des Gottschalkenbergs, 128 davon sind im Skiclub, quasi jeder dritte Einwohner. Einige Mitglieder sind zwar inzwischen umgezogen. Gleichwohl ist die Mitgliederzahl stabil

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Herzlich willkommen in Menzingen Swiss-Ski lädt zur 115. Delegiertenversammlung ein ERFOLGREICHE ZUGER/-INNEN Beispielhaft aktiv ist der Skiclub. Es gibt eine Piccolo- und eine JO-Abteilung sowie eine eigene Renngruppe mit einem kompetenten Leiterteam. Der achtjährige Yaron Haas qualifizierte sich sogar für den Final des Grand Prix Migros 2019. Wie überhaupt der Kanton Zug, dessen acht Skiclubs in der zentralen Organisation «Snow Zug» zusammengefasst sind, sich skisportlich nicht zu verstecken braucht. Beim Final des Grand Prix Migros 2018 in Grächen war Zug hinter Graubünden (19 Podeste) und Bern (18) mit zwölf Podesten der drittbeste Kanton. Mit dem 19-jährigen Matthias Iten aus Unterägeri ist einer daran, sich im Europacup zu etablieren. Und mit Tamara Müller wurde sogar mal eine Zugerin Schweizer Meisterin. Im Weltcup verpasste sie im Super-G von Cortina das Podest nur um sieben Hundertstel. Und Zug stellte auch einen Weltcupsieger. In den Achtzigerjahren gewann der Italiener Ivano Edalini zwei Rennen. Er ist in Zug geboren und verbrachte da die ersten sieben Lebensjahre. Sein Vater arbeitete bei der Baufirma Peikert.

Die Swiss-Ski Familie trifft sich in der Zentralschweiz – in einer lieblichen Hügellandschaft beim SC Finstersee in Menzingen im Kanton Zug. Am 29. Juni 2019 findet die 115. Delegiertenversammlung von Swiss-Ski in der Sporthalle Ochsenmatt, Holzhäusernstrasse 14, 6313 Menzingen ZG, statt. Der Gastgeber SC Finstersee ist bereits in den Vorbereitungen, um der Swiss-Ski Familie ein warmes Willkommen zu bereiten. Nebst dem statutarischen Teil werden wie jedes Jahr verdiente Persönlichkeiten sowie Swiss-Ski

Athleten für ihre Erfolge und ihr Engagement ausgezeichnet sowie als Highlight die Ehrenmitglieder ernannt. Abgerundet wird der Tag mit dem traditionellen Swiss-Ski Apéro riche sowie im Anschluss mit der 75-Jahr-Feier des SC Finstersee. «Ich freue mich ausserordentlich, das 115. Jahr von Swiss-Ski im idyllischen Dorf Menzingen ZG in der Innerschweiz abzuschliessen», so Urs Lehmann, Präsident von Swiss-Ski. Die offizielle Einladung zur 115. Delegiertenversammlung wird Ende April verschickt.

Der kleine Kanton und vor allem eine so vorbildlich geführte Clubzelle wie Finstersee sind Beweis dafür: Der Skisport lebt nicht nur in den Bergen. Die Delegiertenversammlung in Menzingen hat damit durchaus auch symbolischen Charakter.

PROGRAMM

Skilift eingestellt Ein Restaurant gibt es schon seit ein paar Jahren nicht mehr. Als Ersatz dient eine improvisierte Bar, die am Wochenende temporär geöffnet wird. Die Poststelle und die Molkerei haben auch geschlossen. Und der Skilift ist schon in den Neunzigerjahren abgerissen worden, weil sich der Betrieb in schneearmen Zeiten nicht mehr rechnete. Vor einem Jahr wollte man Finstersee auch noch die Schule wegnehmen, wo die Erst- bis Viertklässler in einer gemeinsamen Klasse unterrichtet werden. Der Gemeinderat von Menzingen, zu dem Finstersee gehört, beschloss bereits die Aufhebung, aber in einer einmaligen Solidaritätsaktion wurde dieser Entscheid in einer Volksabstimmung (mit überwältigendem Mehr von 65,4 %) korrigiert.

ab 11.00 Uhr Ausstellung der Sponsoren und Ausrüster sowie Verpflegungsstände 11.00–13.30 Uhr Stimmkartenabgabe 11.00–12.30 Uhr Preisverleihung Swiss Loppet 14.00–17.00 Uhr Delegiertenversammlung und Ehrungen ab 17.00 Uhr Autogrammstunde mit den Swiss-Ski Stars 17.00–18.00 Uhr Apéro riche für die Delegierten und Gäste von Swiss-Ski im Anschluss SC-Finstersee-Schi-Fäscht inklusiv Partyband

FOTOS: ZVG.

RIC HARD HEGGL IN

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Zehnmal aufgeschnappt 1

Skiclub-Jubiläen 1919 wurden drei Skiclubs sowie ein Regionalverband gegrßndet. Seit 100 Jahren stehen sie ein fßr die SchneesportfÜrderung in der Schweiz. Vielen Dank hierfßr – und herzliche Gratulation zum grossen Jubiläum! s "ÓNDNER3KIVERBAND s "ROC s (ORW s -ÓNSTER Weiter gratuliert Swiss-Ski folgenden Skiclubs zu deren Jubiläen: 75 Jahre: "LONAY "OSCO 'URIN Doppleschwand, Egerkingen, Finstersee, GinalsUnterbäch, GßndlischWAND -ATTEN 3CHšNRIED Wipkingen Zßrich. 50 Jahre: Alpthal, Anzère-Ayent, Churwalden, Heinzenberg, La Tour de Trême, LWS, -ARLY -UNDAUN /NEX Reigoldswil. 25 Jahre: Acrobatique Crans-ONTANA 2ICHTERSWIL Samstagern.

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Der schnelle Dress von Hess Wenn Athletinnen und Athleten in hautengen RennanzĂźgen die Pisten hinunter rasen, dann haben sie das ihm zu verdanken: Hans Hess. Er hat seine Passion fĂźr aerodynamische SportanzĂźge am Lauberhorn entdeckt und mit der Entwicklung der WunderanzĂźge nicht nur den Skisport revo-

Skisportverrßckte Chinesen? Peking trägt in drei Jahren DIE/LYMPISCHEN7INTERspiele aus. Und wer die Chinesen kennt, weiss, dass ein solcher Event ernst genommen wird und die Vorbereitungen entsprechend gross SINDi-ILLIONEN#HINEsen sollen zu Wintersportlern werden. Dafßr baut das Land hunderte Skianlagen und verdonnert Kinder zum Training, schreibt die NZZ am Sonntag vom 9. DezemBER"EREITSIM&EBRUAR 2020 sollen in China die

ersten Weltcuprennen stattlNDEN UMDIE)NFRASTRUKTUR zu testen. Swiss Snowsports ist schon seit fĂźnf Jahren in China aktiv und Schweizer Skilehrer unterrichten diREKTVOR/RT"ISSOLLEN mehr als 800 Wintersportanlagen und 600 Eisbahnen entstehen (siehe auch 3EITE )30/ "ERICHTERstattung).

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FĂźnfmal Gold und Silber SOWIEZWEIMAL"RONZEn EINEBEEINDRUCKENDE"ILANZ UNDEIN3CHWEIZER-EDAILlenrekord anlässlich eines %9/&)NDEN3WISS 3KI Sportarten Langlauf, 3NOWBOARDUND"IATHLON SAMMELTENDIE BIS  *Ă˜HRIGENELF-EDAILLEN "EREITSAMERSTEN4AGFEIERTE die Schweiz im Langlauf  KMKLASSISCH EINEN Doppelsieg. Anja Weber ge-

Vom 9. bis 16. Februar fand in Sarajevo das European 9OUTH/LYMPIC&ESTIVAL %9/& STATT$IE3CHWEIzer Sportlerinnen und Sportler konnten an fßnf Wettkampftagen insgesamt ZWšLF-EDAILLENGEWINNEN

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)NES2Ă“TTEN Der Medaillen-Schneider Wie Hans Hess Athleten aus aller Welt zu Gold verhalf 3EITEN !BB davon 33 in Farbe  X CM (ARDCOVER )3".     CHF 39.80

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Schweizer Medaillenrekord am EYOF

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lutioniert. Die ErďŹ ndungen des Pioniers und TĂźftlers kamen 30 verschiedenen Sportarten zugute und haben die Sportwelt grundlegend verändert. Autorin )NES2Ă“TTENERZĂ˜HLTDIE'Eschichte von Hans Hess auf 128 Seiten mit vielen Abbildungen und lässt auch 3PORTLEGENDENWIE"ERNhard Russi, Walter Steiner ODER2OLF"ILANDAUFDIE:Usammenarbeit mit Hess zurĂźckblicken.

Barbara Steinbacher am Gommerlauf: Dieses Jahr hat die 32-jährige Langläuferin erstmals alle elf Läufe der Swiss-LoppetSerie absolviert und in der Gesamtwertung gleich den zweiten Rang erzielt.

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Herausforderung Swiss-Loppet $IE"AD2AGAZERIN"ARBARA Steinbacher, Jahrgang 1986, vom SAS ZĂźrich (Schweizerischer Akademischer Skiclub), hat dieses Jahr erstmals alle elf Läufe der Swiss-Loppet-Serie absolviert und in der Gesamtwertung den zweiten Rang ERZIELTi%SISTTOLL ALS"REItensportlerin so weit nach vorne zu kommenÂť, erzählt "ARBARA3TEINBACHER DIEIN den vergangenen Jahren jeweils punktuell einzelne Läufe herausgepickt hat. ÂŤAnfangs hatte ich Respekt vor der Herausforderung, jedes Wochenende einen Wettkampf zu bestreiten, zum einen vor dem Zeitund Reiseaufwand, zum anderen davor, die richtige "ALANCEZWISCHEN%RHOLUNG Training und Wettkampf zu ďŹ nden.Âť Doch das sei ihr erstaunlich gut gelungen. Und auch die obligate Erkältung, die einen mindestens einmal pro Winter einholt, vermochte zwar ihre

Leistung am Gommerlauf zu dämpfen, sie aber nicht GANZAUSDER"AHNZUWERfen. Aufs Ganze gesehen sei der Engadiner Skimarathon sicher ein Highlight der Swiss-Loppet-Serie (66. /VERALL 2ANG ABERLETZTLICH habe jeder noch so kleine Lauf seinen ganz eigenen Charme. Das SchĂśne daran: i-ANTRIFFTSICHMIT'LEICHgesinnten, knĂźpft neue Kontakte und Freundschaften.Âť Und während bei den -Ă˜NNERNDIE"REITENSPORT "ASISVIELBREITERANGELEGT sei, kommen viele Frauen aus dem Spitzensport. i3CHADEw lNDET"ARBARA Steinbacher, die sich eine grĂśssere Teilnahme von Frauen wĂźnschen wĂźrde. %INERSEITS UMDEN"REITENsport zu fĂśrdern, andererseits, um eine grĂśssere Präsenz an der SwissLoppet-Serie zu schaffen, SOWIEDIESDEN-Ă˜NNERN gelingt.

wann Gold und Nadja Kälin Silber. Einen Tag später doppelte Anja Weber nach UNDHOLTESICHÓBERKM in der freien Technik die zweite Goldmedaille. )M3NOWBOARDGEWANN Nick Pßnter ebenfalls zweimal Gold (Slopestyle und "IG!IR $IE"IATHLETIN,EA -EIERHOLTESICHIM KM Sprint und im 10-kmEinzellauf je eine Silbermedaille, Cla Ursin Nufer

wiederum durfte sich im ,ANGLAUFÓBERZWEI"RONZEMEDAILLEN KM3KATING UNDMITDER-IXED 3TAFFEL freuen. )M"IG !IR 7ETTKAMPFDER Snowboarderinnen ging 'OLDUND3ILBERAN"IANCA 'ISLERUND,ENA-ÓLLER Die Schweizer Langlauf-IXED 3TAFFELMIT.ADJA Kälin, Anja Weber, Cla Ursin Nufer und Nicola Wigger ERRANG"RONZE


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Tecnica-Group setzt auf sechs Marken Im Geschäftsjahr 2017 erzielte die Tecnica Group einen Umsatz von 360 Millionen Euro (rund 408 Mio. Franken). Fast jeder zweite Umsatzfranken kommt von Lowa (46%), 18% steuert die Marke Nordica bei, Tecnica

ist Nummer 3 mit 12%; Rollerblade steht bei 10%, Blizzard bei 8% und Moon Boot & Co bei 7%. 2017 wurden 2,78 Millionen Paar Schuhe verkauft; 340 000 in der Schweiz und 215 000 in Österreich.

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Pilatus on the Rocks

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Crowdfunding für Radys Pro Tech Pants Seit der Gründung 2003 entwickelt und produziert Radys hochfunktionelle, technische Outdoor-Bekleidung für beliebige Bergaktivitäten, sowohl im Sommer als auch im Winter. Nach zwei Jahren Entwicklungsarbeit präsentiert Radys jetzt das Highlight vom nächsten Winter: die R2 Pro Tech Pants für ambitionierte

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Mit dem Zug in die Alpen

Vor eineinhalb Jahren fand das erste «Pilatus On The Rocks» statt. Mando Diao, Dada Ante Portas & Henrik Belden lockten viele Musikbegeisterte auf 2132 Meter über Meer. Die zweite Austragung – am 24. August 2019 – bringt nun ein reines Schweizer Programm auf die Bühne. Mit Gotthard, Philipp Fankhauser und ZiBBZ wird das höchst gelegene Festival der Schweiz zu einem weiteren Highlight des Sommers.

Auf den Pilatus führt die steilste Zahnradbahn der Welt. Ähnlich steil bergauf geht die Karriere von Gotthard – und das seit über 25 Jahren. Mit «Defrosted 2» im Gepäck lassen es die Hardrocker diesen Sommer ruhiger, aber umso berührender angehen. Wenn sich Gotthard und der Pilatus treffen, steht einer musikalischen Gipfelwanderung nichts im Weg. Das Konzert ist für die Band auch mit Emotionen behaftet. Auf dem Pilatus spielten sie eines ihrer letzten Konzerte mit Sänger Steve Lee, der 2010 tödlich verunglückte.

Es geht auch mit der Bahn. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die SBB bieten Ermässigungen und Sparbillette für die Reisen von und nach Österreich bzw. der Schweiz. Täglich verkehren sechs Tageszüge mit dem komfortablen Railjet (drei Wagenklassen: Business, First, Economy) von Zürich nach Wien. Hinzu kommen ein Tageszug EC «Transalpin», zwei Nachtzüge von Zürich nach Villach bis Zagreb bzw. von Zürich, über Wien nach Bu-

Alpinisten. Um als kleiner Schweizer Brand die finanzielle Herausforderung der Produktion stemmen zu können, hat Radys auf Kickstarter eine CrowdfundingAktion gestartet. Beiträge von 10 bis 1500 Franken oder mehr sind möglich. Als Gegenleistung gibt es je nach Beitrag einen LogoBeanie, ein Fleece Jacket oder die Pro Tech Pants. Alles oder nichts: Das Projekt wird nur finanziert, wenn bis zum 24. April die festgelegte Summe von 25 000 Franken zusammenkommt. Zur Kampagne:

dapest und Prag. Die Velomitnahme im Selbstverlad ist in allen Railjetund EC-Zügen zwischen Zürich und Wien/Graz möglich. Eine Reservierung der Velostellplätze ist obligatorisch. Inhaber von Halbtax und GA erhalten mit gewissen Ausnahmen eine Ermässigung von 15 Prozent auf dem österreichischen Streckenteil. Sparbillette ab 40 Franken (Zürich– Innsbruck) oder ab 72 Franken von Zürich nach Wien. Weitere Infos: www.sbb.ch@abosbillette-international/ oesterreich

Infos auf www.pilatusontherocks.ch Vorverkauf auf www.starticket.ch Hospitality-Packages bei der Pilatus-Bahnen AG Customer Service Telefon 041 329 11 11 info@pilatus.ch

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Klein ganz gross Mit den Kids Laax Open 2019 fand Mitte März ein strahlender Event statt: Hunderte Kindergesichter strahlten mit der Sonne und den Organisatoren um die Wette. Der Freestyle Contest für junge Rider zwischen fünf und 17 Jahren offerierte insgesamt 40 Kategorien – fünf Altersklassen, jeweils für Freeski und Snowboard, in Halfpipe und Slopestyle, für Boys und Girls. Für die knapp 400 Starts waren die Superpipe und der Slopestyle genauso perfekt präpariert wie für die Laax Open, das Snowboard-Weltcup-Pendant im Januar. Mitmachen durfte jeder: Von den 234 Ridern mit 18 verschiedenen Nationalitäten sammelte manch einer erste Contest-Erfahrungen, manch anderer verteidigte erfolgreich seinen Titel vom Vorjahr. Die eine wollte einfach nur hinunter, die andere hoch hinaus. Ganz gegensätzliche Vorhaben vereinten sich bei diesem Event – sicher auch wegen des Laax-Freestyle-Grundgedankens: Mitmachen dürfen alle. Applaus bekamen auch alle. Vom unbefangenen kleinen Racker über coole Poser und mutige Teenager, mitfiebernde Zuschauerinnen und beeindruckte Judges bis hin zu analysierenden Vorschulkindern – alle hatten ihren Riesenspass im Schnee. laax.com/kidslaaxopen

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Service // Medizin

KREUZBAND VERLETZT. WAS TUN? Im Winter vergeht kaum ein Wochenende, ohne dass sich einer unserer Skiasse verletzt. Die Hiobsbotschaft «Kreuzbandriss» gehört schon fast zur Standardmeldung der Sportberichterstattung. Die Liste der verletzten Athleten ist schier endlos. Man gewinnt schon fast das Gefühl, dass ein richtiger Rennfahrer mindestens einmal ein Kreuzband gerissen haben muss.

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Service // Medizin

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ber nicht nur unsere Spitzenathleten sind betroffen. Immer mehr Breitensportler verletzen sich am Kniegelenk. Wir gehen von etwa 70 000 Skiverletzungen pro Jahr aus. Rund ein Drittel davon sind Knieverletzungen. Ganz oben auf der Liste stehen die Verletzungen der Kreuzbänder. Die Ursachen Im Rahmen einer Beuge-Drehbewegung, insbesondere bei geringen Sturzgeschwindigkeiten oder gar im Stehen, kann es zu einer Kreuzbandverletzung kommen. Begleitverletzungen des Innen- und Aussenmeniskus aber auch der Seitenbänder sind nicht selten. Neben dem vollständigen Riss findet man auch immer wieder Teilrisse. Auch das hintere Kreuzband, wenngleich viel seltener, kann betroffen sein. Die Kreuzbänder heissen Kreuzbänder, weil sich das vordere und das hintere Kreuzband überkreuzen und dadurch das Knie bezüglich Gleit- und Drehbewegungen stabilisieren.

FOTOS: B& S STOCKI MAGE / Z VG.

Die Behandlung Kreuzbandrisse sind schwere Knieverletzungen, die häufig mit starken Schmerzen einhergehen. Ein Grossteil der Schmerzen wird durch die fast immer auftretende Knochenprellung auf der Aussenseite des Kniegelenkes verursacht. Das Kniegelenk schwillt meist innerhalb kurzer Zeit an. Aufgrund der Schwellung und der Schmerzen ist die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt. Häufig sind die Schmerzen am Abend und am Morgen nach dem Unfall am schlimmsten. Frühzeitig kühlende Umschläge und Eis können die Schwellung und den Schmerz positiv beeinflussen. Wenn das Knie nach einem Sturz anschwillt, sich kaum noch bewegen lässt und schmerzt, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Dr. Andreas Gösele-Koppenburg Leiter Swiss Olympic Medical Center, crossklinik Basel

www.crossklinik.ch

Die Diagnose Im Vordergrund der Untersuchung steht zunächst die Feststellung einer Instabilität, indem der Arzt versucht, den Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel zu verschieben (Schubladentest) und selbstverständlich Begleitverletzungen von Meniskus, Seitenbändern, aber auch des Knochens und des Knorpels ausschliesst. Immer wird ein Röntgenbild im Ausschluss an eine Knochenverletzung angefertigt. Ist die Diagnose nicht klar, oder besteht der Verdacht auf zusätzliche Begleitverletzungen, so wird heutzutage meist eine MRI-Untersuchung angefertigt. Muss operiert werden? Generell kann diese Frage nicht mit «ja oder nein» beantwortet werden. Zuviel Faktoren können die Entscheidung sowohl in die eine als auch in die andere Richtung beeinflussen. Wenn man nur die medizinische Fachliteratur betrachtet, so gibt es in den langfristigen Behandlungsergebnissen keinen Unterschied zwischen den Patienten, die operiert und jenen, die nicht operiert wurden. Die Behandlungsergebnisse der beiden Gruppen sind hinsichtlich der Funktion und dem Risiko einer späteren Arthrose vergleichbar. Es gilt jedoch zu beachten, dass sich die meisten Studien auf sogenannte gemischte Kollektive beziehen und nicht unterschieden wird, wer welche Sportart machte und sie später auch wieder ausführen konnte oder wollte. Coper oder Adapter Bei der konservativen (nicht operativen) Behandlung gibt es «Coper» und «Adapter». Coper-Patienten sind Personen, die eine Kreuzbandverletzung erlitten haben, diese jedoch problemlos kompensieren und ihren normalen Lebensgewohnheiten und dem Sport wieder ungehindert nachgehen können. Adapter-Patienten können nicht allen Lebensgewohnheiten und nicht mehr jeder Sportart nachgehen, haben sich jedoch damit abgefunden, sich daran «adaptiert» und fühlen sich dadurch nicht eingeschränkt. Eine weitere Gruppe wird als «Non-Coper» bezeichnet. Dies sind Patienten, die eine Instabilität empfinden, deutlich eingeschränkt sind und dies auch nicht kompensieren können. Etwa 40 Prozent aller Coper-Patienten werden innerhalb eines Jahres zu «Non-Coper». Die Behandlung Da man zu Beginn einer Behandlung nicht weiss, zu welcher dieser Gruppen man gehört, lohnt sich dennoch eine primär konservative Behandlung, da man die Operation jederzeit noch zu einem späteren Zeitpunkt durchführen kann. Junge Patienten mit grossem Sportanspruch und Spitzensportler sollten aus meiner Sicht

jedoch operiert werden. Dies gilt vor allem auch für Kreuzbandrisse in Kombination mit Meniskusverletzungen. Ältere Patienten hingegen, mit isolierter Kreuzbandruptur, sollten primär unbedingt konservativ behandelt werden. Alles was dazwischen liegt, muss individuell diskutiert und entschieden werden. Dabei ist die Entscheidung zur Operation häufig abhängig von den Beschwerden der Patienten. Ein vollständiger Riss oder auch Teilriss des Kreuzbandes ohne Instabilitätszeichen und bei Sportanspruch ohne Rotationsbelastungen (Ballsportarten haben z. B. eine grosse Rotationsbelastung auf das Kniegelenk) müssen nicht operiert werden. Die Operation Es gibt eine Vielzahl von Operationsmethoden und deren Varianten. Heutzutage hat sich die arthroskopisch-assistierte Operationsmethode in den meisten Kliniken durchgesetzt. Über zwei kleine Hautschnitte erfolgt zunächst die Kniegelenksspiegelung. Im Rahmen dieser Arthroskopie werden Begleitverletzungen erkannt und behandelt sowie der Kreuzbandersatz vorbereitet. Dieser erfolgt in der gleichen Operation über einen dritten etwas längeren Hautschnitt (3 cm). Es wird zunächst eine Sehne, die als späteres Transplantat dient, entnommen und die Bohrkanäle gesetzt. Mit Hilfe von Zielgeräten lässt sich die Platzierung des Kreuzbandtransplantates sehr schön bestimmen. Über die Bohrkanäle wird nun das zuvor vorbereitete Sehnentransplantat eingezogen und befestigt. Der Eingriff wird entweder ambulant oder stationär durchgeführt. Die Dauer des Spitalaufenthaltes beträgt etwa zwei bis drei Tage. Die Rehabilitation beginnt schon am Operationstag. Der Patient muss gleichentags schon aufstehen und darf in der Regel das Bein mit vollem Körpergewicht belasten. Erfolgte im Rahmen der Operation zusätzlich eine Naht des Meniskus oder eine Knorpeltherapie, muss das Reha-Konzept an diese erschwerenden Zusatzfaktoren angepasst werden. Die ambulante Rehabilitation wird zusammen mit dem Physiotherapeuten in einem Reha-Programm festgelegt. Im Vordergrund stehen anfänglich Abschwellung und Erzielung der normalen Beweglichkeit. Später werden Stabilisierung und neuro-muskuläre Koordination trainiert. Radfahren auf dem Ergometer ist schon in den ersten Wochen möglich, Lauftraining erst nach acht bis zwölf Wochen. Kontaktsportarten, Ballsportarten und Skifahren sind nach sechs bis zwölf Monaten durchaus realistisch. Wir empfehlen im alpinen Skifahren, selbst nach erfolgreicher Operation und guter Kniestabilität, eine zusätzliche, das Kniegelenk stabilisierende Schiene. D R . M E D. A N DRE A S G Ö S E L E

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Service // Mitgliederangebote

SWISS-SKI PREMIUM TRAVEL BAG DER IDEALE REISEBEGLEITER

Z U M M IT G L I E D E R S P E Z IALPR E I S! Der neue Swiss-Ski Premium Travel Bag ist der ideale Begleiter für Städtereisen oder BusinessTrips. Mit seinen Massen passt er als Handgepäck in den Flieger. Zudem kann das ergonomische Tragesystem zu diesem Zweck verstaut werden, um ein flacheres Profil zu erzeugen. Der Premium Travel Bag verfügt über diverse nützliche Nebenfächer, ein verstecktes Fach für Wert-

sachen und ein gepolstertes Laptop-Fach. Auch die Trinkflasche, das Handy und das Büromaterial haben ihren eigenen Platz im Rucksack. Das praktische Loop-Hook-System ermöglicht die einfache Befestigung von Kleidung und Ausrüstung aussen am Rucksack. Das wasserabweisende Aussenmaterial schützt Ihr Gepäck, falls Sie mal von einem Regenschauer überrascht werden.

Preis für Swiss-Ski-Mitglieder: CHF 169.– statt 199.–

SWISS-SKI TEAM BUSINESS CHF 99.– statt 129.–

SWISS-SKI TEAM BIG CHF 169.– statt 199.–

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Neben dem Premium Travel Bag gehören fünf weitere Modelle zur Swiss-Ski Team Bag Collection. Diese bietet für jeden Geschmack und jeden Bedarf die passende Reise-, Transport-, Business- oder Sport-Tasche.

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FEBRUAR 2019

SNOWACTIVE

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Rätsel Tubbs und Snowactive verlosen einen TUBBS-Team-Rucksack im Wert von CHF 179.– Schwer

Dieser praktische Daypack ist perfekt geeignet fßr Reisen, Freizeit und Fitness. Das Material ist 100% Polyester. Er hat ein gepolstertes Laptopfach, ergonomische Schaumstoffrßckwand und Schulterriemen sowie eine mit Fleece gefßtterte Brillentasche und Organizer-Tasche. Zusätzlich seitliche Netztaschen sowie eine integrierte Regenhßlle machen diesen Daypack zu einem wichtigen Begleiter.

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Leicht

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SNOWACTIVE

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PS. Von Hohenlohe so gut wie Stenmark – ein Denkanstoss

W

er ist der beste Skirennfahrer aller Zeiten: Ingemar Stenmark? Marcel Hirscher? Vielleicht Marc Girardelli oder Pirmin Zurbriggen? Eines ist unbestritten: Der beste Skirennfahrer der Gegenwart heisst Marcel Hirscher. Mit erdrückender Überlegenheit gewann er zum achten Mal in Serie die grosse Kristallkugel – eine unglaubliche Leistung. Dank WM-Gold und -Silber in der Kombination (2015/17) und dem Olympiasieg 2018 darf er mit Fug und Recht den Titel des komplettesten Skirennfahrers tragen. Darum geht es schliesslich beim Weltcup-Gesamtsieger. Zum Vergleich mit Stenmark: Er gewann 86 Rennen, fast 20 mehr als Hirscher, aber «nur» dreimal den Gesamtweltcup. Nach seiner Triplette von 1976 bis 1978 errang er die grosse Kugel nie mehr, obwohl er weiterhin am meisten Siege feierte. Nach dem heutigen Modus hätte er möglicherweise zehnmal (!) den Gesamtsieg errungen. 1979 wurde er trotz 14 Siegen nur Gesamtfünfter. Peter Lüscher reichten drei Siege, dafür 10 Podest- und 16 Top-TenKlassierungen in allen Disziplinen zum Triumph. Die damaligen Weltcup-Verantwortlichen, allen voran Weltcup-Gründer Serge Lang, bremsten das Slalom- und Riesenslalom-Genie Stenmark bewusst aus. Sie wünschten Allrounder und keine Spezialisten als Gesamtsieger und liessen sich dafür äusserst kreative Varianten einfallen, zum Teil auch verwirrende. So zählten pro Disziplin nur die besten drei Resultate, später vier oder fünf. Um den vielseitigen Fah-

Richard Hegglin war als Agenturjournalist während vier Jahrzehnten für den Skisport unterwegs und sass 20 Jahre im FIS-Weltcup-Komitee. Heute schreibt er für Snowactive und diverse Tageszeitungen.

rer zu honorieren, gewährten sie jenen, die es beim gleichen Event in Abfahrt und Slalom in die Top Ten schafften, doppelte Punkte. So kam es 1974 in der Abfahrt von Kitzbühel zur sonderbaren Situation, dass der zweitklassierte Italiener Giuliano Besson trotz verspätetem Start im Klassement verblieb. Er war beim Mentaltraining vor dem Rennen eingenickt. Niemand legte Protest ein, denn auf dem 11. Rang lag Weltcup-Favorit Gustav Thöni. Bei einer Disqualifikation von Besson wäre Thöni auf den 10. Rang vorgerückt, seine Punkte hätten sich verdoppelt. Tatsächlich verpasste Thöni den Gesamtsieg. Der Schaden war indes gering, die Kugel ging an Landsmann Piero Gros. Ein Jahr später holte Thöni die Trophäe zurück – unter nicht minder kuriosen Umständen. Vor dem letzten Rennen lagen drei Fahrer punktgleich an der Spitze: wieder Thöni, der Abfahrer Franz Klammer und der aufstrebende Stenmark. Als letztes Rennen stand im Val Gardena ein Parallelslalom auf dem Programm. Es wurde getrickst und gemauschelt, dass sich die Balken bogen. Thönis Teamkollegen fädelten in den Duellen unter tosendem Applaus des Pu-

blikums absichtlich ein, um ihm die Gasse zu öffnen. Thöni gewann programmgemäss den Final und seine vierte Kristallkugel – vor Ingemar Stenmark. Parallelslaloms zählten danach nur noch für die Nationenwertung, ehe sie ganz aus dem Kalender fielen – bis zur Neuzeit. 1981 beugte sich Stenmark den Zwängen und wagte sich auf die Hahnenkamm-Abfahrt, die mit dem Slalom von Oberstaufen kombiniert wurde. Er büsste 10,72 Sekunden auf den Sieger ein. Phil Mahre gewann dank dem KombiGewinn seine erste von drei Kugeln, bevor Pirmin Zurbriggen und Marc Girardelli ein Jahrzehnt lang den Weltcup dominierten und in allen Disziplinen siegten. Übrigens: Hubertus von Hohenlohe war ein Jahr später auf der «Streif» fast gleich schnell wie Stenmark. Er verlor 11,35 Sekunden. Warum ich all das erwähne: Eine Arbeitsgruppe wird sich mit einem neuen Parallel-, Kombiund Weltcup-Modus beschäftigen und – auf der Suche nach der Balance von Speed- und Technik-Bewerben – ähnliche Überlegungen anstellen müssen wie ihre Vorgänger. Warum nicht doppelte Kombinationspunkte, wie es Ivica Kostelic vorschlägt? Warum nicht bevorzugte Startplätze für Kombinierer? Das war ja ursprünglich die Grundidee der 500-PunkteRegel. Und warum nicht ein Event primär für Kombinierer, wie es in der Leichtathletik die Zehnkämpfer in Götzis zelebrieren? Diese kämpfen mit ähnlichen Problemen, gelten aber immer noch als Könige ihrer Sportart. Marcel Hirscher und Mikaela Shiffrin sind es auch. Oder noch. R I CHA RD H E G G L I N

IMPRESSUM Snowactive Mai 2019, 52. Jahrgang; erscheint 4-mal jährlich ISSN 1661-7185 Herausgeber und Verlag Strike Media Schweiz AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd, Telefon 062 858 28 20, Fax 062 858 28 29 in Kooperation mit Swiss-Ski, Postfach, 3074 Muri, Telefon 031 950 61 11, Fax 031 950 61 12 Redaktion Snowactive Gutenbergstrasse 1, 4552 Derendingen, Telefon 058 200 48 28 Verlagsleitung Wolfgang Burkhardt Redaktionsausschuss Joseph Weibel (Leitung; j.weibel@snowactive.ch), Röbi Brandl, Wolfgang Burkhardt, Christian Stahl (Leitung; christian.stahl@swiss-ski.ch), Roman Eberle (roman.eberle@swiss-ski.ch), Annalisa Gerber (Sponsoring; annalisa.gerber@swiss-ski.ch)

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SNOWACTIVE

MAI 2019

Fotoredaktion Erik Vogelsang Inserate Prosell AG, Schönenwerd, Rebekka Theiler (r.theiler@prosell.ch), Wolfgang Burkhardt (w.burkhardt@prosell.ch) Übersetzungen Syntax Übersetzungen AG, Thalwil Konzept, Design und Produktionsverantwortung Brandl & Schärer AG, Olten, Röbi Brandl, Kurt Schärer Aboservice Prosell AG, Schönenwerd, info@prosell.ch, Telefon 062 858 28 28 Jahresabonnement CHF 49.– für ein Jahr, CHF 89.– für zwei Jahre (inkl. MwSt.) Copyright Strike Media Schweiz AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd Nachdruck Nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet www.snowactive.ch, feedback@snowactive.ch, info@snowactive.ch

Adressänderungen Alte und neue Adresse an Swiss-Ski, Postfach, 3074 Muri, Telefon 031 950 61 11, Fax 031 950 61 12

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Snowactive Mai 2019 | Deutsch  

Snowactive Mai 2019 | Deutsch  

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