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Picknicker

www.polopicknick.de

SPEZIALAUSGABE NR. 3

SONNTAG, 01.08.2010

SEXIER FASTER THAN HOCKEY. Rougher ThAn Rugby.

Foto: Ibrahim Ot

THAN GOLF

Nun ist er da, der Tag der Entscheidung. Seit zwei Tagen donnern die Pferdehufe über den Polorasen am Hugerlandshof, jetzt hat das siebte Polopicknick seinen Höhepunkt erreicht: Wer gewinnt die Siegertrophäe 2010?

Nach den spannenden Halbfinalspielen vom Samstag, in denen sich Cilian durch ein 11:4½ gegen die SX-Capital durchsetzte und die Los Nocheros um Organisator Sebastian Schneberger 7:4 gegen das Team Immomia gewannen, kommt es heute um 16:15 Uhr zum absoluten Showdown:

Cilian und die Nachtschwärmer stehen im Endspiel – und es kann nur EINEN geben! Außerdem erwartet die Besucher des Polopicknicks heute ein weiteres charmantes Highlight. Im „Wooden Cup“Finale, das unmittelbar vor dem „echten“ Endspiel ausge-

tragen wird, kommt der legendäre Holzball des ursprünglichen Polospiels zum Einsatz. Back to the Roots sozusagen – eine Tradition, die nur bei Münsters Polopicknick gepflegt wird. Bei einer solch perfekten Turnierorganisation, einer solch ehrgeizigen Darstellung aller

Sportler wäre es übrigens eine Frechheit, würde das Wetter nicht auch ein weiteres Mal seine beste Leistung abrufen! Viel Spaß beim Lesen der dritten PICKNICKER-Ausgabe. Wir freuen uns mit Ihnen gemeinsam auf einen packenden Finaltag!

Polopicknick 2010 – Hugerlandshofweg – Münster – 31.7. bis 1.8.2010 Learning by Viewing

Argentinien – das Polo-Mekka

Von Mensch zu Mensch – Charity 2010

Damit Poloneulinge noch besser verstehen, warum die Schiedsrichter in bestimmten Situationen auf Foul entscheiden, klären wir im Pololexikon Weiteres aus dem Regelwerk. ............... Seite 4

Wer ein echter Polofan ist, der sollte einmal im Leben eine Reise antreten. Sie führt nach Argentinien, dort gibt es die weltbesten Spieler und Ponys. Der Poloreport macht sich auf den Weg. ............... Seite 5

Der Erlös des diesjährigen Polopicknicks fließt in die Projekte des Freundeskreises Knochmarktransplantation Münster. Wir stellen Ihnen den Verein ganz genau vor. ....................... Seite 14

Der PICKNICKER dankt für die Medienpartnerschaft

Ort: Hugerlandshofweg Beginn: jeweils 12:00 Uhr Eintritt: 7 € pro Person/Tag Freier Eintritt unter 12 Jahren Please bring your own picknick! Internet: www.polopicknick.de


FASTER THAN HOCKEY. ROUGHER THAN RUGBY. SEXIER THAN GOLF.

31. Juli und 1. August 2010 ab 12 Uhr am Hugerlandshofweg in M端nster www.polopicknick.de


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Sonntag, 01.08.2010

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Grusswort Markus Lewe

Oberbürgermeister der Stadt Münster diesjährige Polopicknick zugunsten des Freundeskreises Knochenmarktransplantation e.V. in Münster ausgetragen wird, und ich hoffe auf großzügige Spenden.

Polo, das schon zu Zeiten Alexanders des Großen in Persien gespielt worden sein soll, hat seinen Namen vom tibetischen Pulu, was so viel wie Ball bedeutet. Moderne Spiele mit Stock und Ball wie Hockey, Golf und Cricket finden ihren Ursprung im Polo. Die Briten brachten das Spiel in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Asien nach Europa; 1895 gab es das erste Polospiel in Deutschland, nämlich in Hamburg. Polo wurde 1900 auch olympische Disziplin. Bei der Berliner Olympiade 1936 im Maifeld-Stadion zog Polo mehr Zuschauer an als alle anderen Sportarten. Nach Einstellung des Polosports in Deutschland kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurden erst wieder zu Beginn der 90er-Jahre Polovereine gegründet, und der Sport gewann erneut an Popularität. Umso mehr freue ich mich, dass für das Polopicknick in Münster nun bereits zum siebten Mal erfahrene Mann-

schaften gewonnen werden konnten, die spannende Chukker versprechen und in der Lage sind, das Faszinierende dieser Sportart, die besondere Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter, dem Publikum zu vermitteln.

Ich bedanke mich bei den Teams, den Gästen und den Sponsoren, die dabei helfen, Gutes zu tun und wünsche allen Besuchern eine faire sportliche Veranstaltung und ein unvergessliches Polowochenende!

Dass dieser noch immer außergewöhnliche Sport bei vielen Münsteranern hoch im Kurs steht, zeigen die stetig steigenden Besucherzahlen. Wenn in diesem Jahr rund fünftausend Besucherinnen und Besucher erwartet werden, dann ist dies den spannenden sportlichen Polospielen und dem attraktiven Rahmenprogramm der vergangenen Jahre zu verdanken. Zusätzlich ist es mir eine besondere Freude, dass das

Markus Lewe Oberbürgermeister der Stadt Münster

Cilian nicht zu stoppen Luis Duggan führt „die Goldenen“ ins Finale gegen Los Nocheros

Alles ist angerichtet für einen großen Finaltag des Polopicknicks 2010. Am Samstag machten die acht Teams in nervenaufreibenden Duellen noch mal richtig Lust auf den heutigen Endspurt. Eine Vorentscheidung im Kampf um den ganz großen Triumph ist bereits gefallen: Das Team Cilian und die Nachtschwärmer um Sebastian Schneberger werden heute das siebte Polopicknick mit dem Finale beenden. Den Anfang machten am Samstag die Teams von Schnitzler und Beresa, die am Freitag ihre Spiele verloren hatten. Im ersten Halbfinale um den Wooden Cup traten beide Mannschaften jedoch keineswegs wie Verlierer auf, boten direkt wieder großen Sport: In einem temporeichen Spiel hatte Beresa, das Vanessa Schockemöhle, Niels Osterbaan, Ignacio Tillous und Dirk Baumgärtner bildeten, am Ende hauchdünn mit 6,5:6 die Nase vorn gegen Deutschlands beste Polospielerin Eva Brühl und ihre Kollegen Steffi von Pock, Bernt Sannwald und Pedro F. Llorente vom Titelverteidiger Schnitzler. Das Beresa-Team, von Haus aus Experte für Pferdestärken, steht demnach heute im „Wooden Cup“-Finale. Völlig ungefährdet gestaltete sich im anschließenden Spiel der Finaleinzug von Team Cilian im Aufeinandertreffen mit der Mannschaft der SX-Capital. Wie schon

am Freitag war Cilians Argentinier Luis Duggan die herausragende Erscheinung dieser Partie. Immer wieder schickten Renske Quellhorst, Pascal Zantman und Simon Luginbühl ihren Star auf die Reise. Nach sieben Toren am Freitag ließ Duggan heute sagenhafte neun Tore folgen, ein klarer 11:4,5-Sieg war die Konsequenz. Cilian steht nun im Finale, trifft dort auf das Team von Organisator Sebastian Schneberger und seinen Los Nocheros. Die SX-Capital mit Mark Hänni, Sybille Maeder, Matias Maiquez und Stefan Prioiettis bleibt heute nur das Spiel um Platz drei gegen Immomia, das im Anschluss ebenfalls unterlegen war. Denn: Unerwartet ausgeschlafen präsentierten sich im dritten Spiel des Samstags die Nocheros, denen ein deutlicher 7:4-Erfolg gegen das Team Immomia gelang. Die Nachtschwärmer zeigten ein bestens aufeinander abgestimmtes Spiel. Beide Mannschaften schenkten

sich nichts, die Zuschauer bekamen laut Kommentator Alexander Schwarz „Weltklasse-Polo“ geboten, viel Aufregung war dabei: Max Bosch fiel vom Pferd, Sebastian Schneberger bekam einen schmerzhaften Schlag auf die Hand, dennoch waren die Aktionen immer fair. Sechs der sieben NocherosTore gingen auf das Konto vom überragenden Martin Podesta, dessen Kollegen Sebastian Schneberger, Tito Gaudenzi und Maurice van Druten ihm die Offensivaktionen größtenteils überließen.

Tito Gaudenzi, der sich am Freitagabend wegen seines Jetlags nach einem Flug von Miami schon früh ins Bett verabschiedetet hatte, um heute ausgeschlafen zu sein („einer muss ja schließlich die Arbeit machen“), steuerte das siebte Tor zum Sieg bei. Das Team Immomia mit dem Bosch-Familienclan aus Sabrina, Max und Ulrich sowie Mannschaftskamerad Marcos Roglos spielt heute um Platz drei gegen SX-Capital. Wer sich im letzten Spiel des gestrigen Tages zwischen

Oeding-Erdel und dem Team Arns, Schwering & Kohne für das „Wooden Cup“-Finale qualifiziert hat und wer heute nur um Platz drei spielt, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Das Ergebnis können Sie allerdings der Programmübersicht in dieser Zeitung entnehmen.

Der PICKNICKER freut sich auf spannende Spiele am Finaltag und wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen und Zuschauen!


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Sonntag, 01.08.2010

Pololexikon

Learning by Viewing III Was darf man, was darf man nicht?

Aller Anfang ist schwer, das gilt für so ziemlich alles. Dass sogar passiver Sport mit Arbeit und Lernen verbunden ist, ist nahezu unverschämt, nur leider nicht zu ändern. Der Picknicker kümmert sich auch um solche Schicksale und wir stellen fest: Schlau werden kann auch Spaß machen.

Polo hautnah: Natürlich lernt der Zuschauer am meisten über Polo durch die direkte Beobachtung

Beginnen wir mit einer Diskriminierung: Der klassische Linkshänder ist beim Polo nicht nur nicht gerne gesehen, sondern schlichtweg unerwünscht. Es sei denn, er lässt sich im klassischen Sinne umerziehen: Der Stick muss beim Polo nämlich mit der rechten Hand geführt werden. Über eine Protestbewegung von Linkshändern im Polosport ist innerhalb der Geschichte des Sports jedoch nichts bekannt. Was darf man eigentlich ansonsten beim Polo und was ist unter Strafe verboten? Ein Blick in das Regelwerk macht schnell deutlich, dass der Schutz von Pferd und Reiter bei dieser so intensiven Sportart die oberste Maxime ist. Wir starten

unsere kleinen Lektion mit Aktionen, die erlaubt sind: Hook: Ein Spieler darf in den Schläger seines Gegenspielers mit dem eigenen einhaken, um diesen beim Schlagen des Balles zu behindern. Allerdings darf der Stick nur kurz vor dem Schlag „gehookt“ werden. Es ist also Feingefühl gefragt. Der gegnerische Spieler darf mit dem Stick also am Schlag gehindert werden unter der Voraussetzung, dass der gegnerische Reiter dabei nicht noch anderweitig behindert wird (etwa durch Abreiten) und sich der Ball zwischen den Pferden der beiden Spieler befindet.

Abreiten: Mittels des eigenen Körpers oder dem des Pferdes darf ein Spieler von seiner Linie abgedrängt werden. Diese sportlich faire Handlung bezeichnet man als „Abreiten“.

Ein Spieler darf also einen parallel reitenden Gegner bei gleichem Tempo und auf gleicher Höhe aus der Spur drängen, damit dieser den Ball nicht mehr treffen oder einen ballhabenden Mitspieler nicht stören kann. Allerdings darf der Winkel dabei nur so groß sein, dass der Zusammenprall nur einen kleinen Stoß verursacht. Zusätzlich gilt: Je schneller das Pferd läuft, desto flacher muss der Winkel sein. Wer in einer solchen Position allerdings auf die Idee kommt, seinen Kontrahenten mit dem Ellenbogen zu traktieren, wird, sollte er erwischt werden, durch einen der Umpires bestraft und hat auch den GentlemenKodex der Polospieler nicht verstanden. Natürlich gibt es auch Verbote für die Akteure: Die wichtigste Regel im Polo ist zugleich die einfachste und die komplizierteste, auf jeden Fall aber die am meisten gebrochene: das Wegerecht. Wenn der Ball sich nach einem Schlag in Bewegung befindet, hat derjenige Spieler das Wegerecht, der sich auf dieser Linie des Balls befindet. Wenn ein anderer Spieler

die gedachte Linie zwischen dem Ball und dem Spieler mit Wegerecht kreuzt, begeht er ein Foul. Der Spieler, der der Balllinie folgt oder als Erster die Linie des rollenden Balles aufnimmt, darf nicht von einem anderen Spieler gekreuzt werden. Das klingt kompliziert, ist es auch. Zumindest für die Spieler. Nach einigen Minuten Beobachten und Mitverfolgen erschließt sich jedoch jedem interessierten Betrachter diese Regel durch reines Zusehen. Learning by Viewing eben. Es ist wie im richtigen Leben, jeder Fehler wird bestraft. Der Fehler heißt hier Foul und die Strafe wird in Form eines Freistoßes zugunsten der gegnerischen Mannschaft verübt, das nennt man Penalty. Abhängig davon, wie schwerwiegend das begangene Foul war, bemisst sich die Distanz des Freischlages zum Tor. So weit, so gut. Und jetzt folgen Sie bitte wieder dem Spielgeschehen. Wie gesagt: Man beachte vor allem das Wegerecht und schon stellt sich ein angenehmes Learning by Viewing ein.

„Eintritt frei!“ – das Tritt-in Es gibt immer was tun. Die Anforderungen an Pferd und Reiter sind beim Polo immens. Hier werden Mannschafts- und Pferdesport auf ganz besondere Weise vereint. Während der Chukker ist den Zuschauern dadurch stets allerbeste Unterhaltung geboten. Doch nicht nur während das Spiel läuft, auch in den Pausen hat das Publikum durchaus Programm. Schließlich wird beim Polo nicht nur von den Aktiven auf dem Spielfeld höchster Einsatz erwartet. Zwischen den ersten beiden und den letzten beiden Spielen sind alle Zuschauer eingeladen, auf das Spielfeld auszuströmen, um die von Pferdehufen und Sticks herausgerissenen Rasenstücke an ihren rechtmäßigen Platz zurückzubefördern. Zum sachgemäßen „Eintreten“ eignet sich am besten festes Schuhwerk. Für Damen mit hohen Absätzen stellt das Tritt-in ein kleines Abenteuer dar. Das traditionelle „Tritt-in“ bietet dem Publikum eine schöne Gelegenheit, die Perspektive von Spieler und Pferd einzunehmen und die Akteure dabei hautnah zu erleben. In England gilt der Auftritt beim „Eintritt“ als besondere Ehre: Die königliche Familie schreitet – sofern anwesend – stets zuerst auf den grünen Rasen.

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Poloreport

Argentinien das Polo-Mekka

Wer ein echter Polofan ist, der muss einmal im Leben eine Reise antreten. Eine weite Reise, die ihn nach Argentinien führt – nicht das Heimatland, aber doch das Land des Mannschaftsreitsports. Polo ist dort mehr als eine Sportart unter vielen, es ist der Nationalsport – für die Oberklasse wohlgemerkt. „In anderen Ländern übt man Polo aus, in Argentinien wird Polo gespielt“, sagt man … noch Fragen? Fakt ist: Die besten Polospieler der Welt kommen aus Argentinien und die international bedeutendsten Polomeisterschaften finden hier statt. 1893 wurde das erste Open ausgetragen, dem bis heute unzählige Turniere folgten. Die drei wichtigsten nennt man auch die Triple Corona, die Dreifache Krone. Die teilnehmenden Teams müssen ein Handicap zwischen 28 und 40 aufweisen; ein Niveau, das England und die USA um Einiges übertrifft. Das prestigeträchtigste Turnier des Landes und zugleich die inoffizielle Weltmeisterschaft ist das Campeonato Argentino Abierto de Polo. Ausgetragen wird es jedes Jahr im November und Dezember; dann wenn der Frühling in den Sommer übergeht. Die beste Zeit also, die (Lebens-)Reise anzutreten. In Buenos Aires angekommen, steigt der Pilger früher oder aber spätestens, um das Fi-

nale im Campo Argentino de Polo zu sehen, in eines der zahlreichen Taxis. „¡Dale, vamos a la catedral del Polo!“, antwortet der Chauffeur vielleicht, denn so nennen die Porteños ihr Stadion, die Polo-Kathedrale – und spätestens jetzt kann der Reisende sicher sein: Er ist auf dem rechten Weg, das heilige Zentrum des geliebten Sports zu entdecken. Alles begann mit den Engländern, die vor etwa 150 Jahren ihren geliebten Sport nach Argentinien importierten. Dass er dort schnell an Beliebtheit gewann, lag zum einen an der Ähnlichkeit mit dem einheimischen Pato – geübte Reiter gab es zur Genüge. Zum anderen boten die riesigen Estancias der Pampa die perfekten Bedingungen zur Pferdezucht und reichlich Platz für Polofelder. Und auch der wirtschaftliche Aufschwung in dieser Zeit wird seinen Teil zur Etablierung der neuen Sportart beigetragen haben.

Handicap „A polo handicap is the best passport in the world“, stelle einst Winston Churchill fest. Einen richtigen Passport hat der ehemalige englische Premier in seiner späteren Karriere wohl auch nicht mehr so oft vorzeigen müssen. Da hat ihn ja jeder gleich erkannt. Aber was hat es mit diesem so charakteristischen Handicap genauso auf sich? Beim Polo hat jeder Spieler ein „HDC“. Ähnlich wie beim Golf, nur dass dort ein sehr niedriges Handicap auf die große Klasse eines Spielers hinweist. Beim Polo ist es umgekehrt: Je höher das Handicap, desto besser der Spieler. Eine Handicap-Kommission bestimmt nach internationalen Maßstäben die Einstufung der einzelnen Spieler. Diese reicht von -2 (Anfänger) bis +10 (Vollprofi). Spieler können ihr Handicap durch Torerfolge und erfolgreiche Turniere verbessern. Die besten Polo-Spieler der Welt mit einem HDC von +10 kommen zum größten Teil aus Argentinien. Die besten deutschen Spieler liegen in Leistungsklassen von +4 und +5. Die HDCKategorisierungen nehmen Einfluss auf die Teamzusammensetzung. Die Summe der Einzelhandicaps eines Teams bildet das Gesamthandicap einer Mannschaft. Wenn Mannschaften mit unterschiedlichen Team-Handicaps gegeneinander antreten, erhält die Mannschaft mit dem geringeren Handicap eine Torvorgabe. Man unterscheidet bei Turnieren die Leistungklassen „Low Goal“ und „High Goal“, die mit Handicaplimits einhergehen. High Goal Polo ist die höchste Spielklasse; hier beginnt das Mannschafts-Handicap bei +8. Geregelt ist bei jedem Turnier, das nach DPV-Regeln ausgetragen wird, auch die Anzahl zulässiger Spieler aus dem Ausland, die meist als Profis aus Argentinien engagiert werden.

Auf der Fahrt nach Palermo, dem grünen und daher gehobenen Wohnviertel, in dem das Stadion liegt, weiß der Taxifahrer Einiges zu berichten über sein geliebtes, sein Buenos Aires querido. Stolz erzählt er, dass es die Stadt mit der längsten und mit der meistspurigsten Straße, mit dem breitesten Fluss und, das wird Mann nicht unerwähnt lassen, mit den schönsten Frauen der Welt ist. Die 12Millionen-Metropole ist eine Stadt der Superlative, auch in Sachen Polosport: Es ist die Heimat des besten Polospielers der Welt, Adolfo Cambiaso. Ein Polo-Wunderkind. Mit zwölf Jahren nimmt der Sohn eines Pferdezüchters an seiner ersten Meisterschaft teil. Im Alter von 14 Jahren ist er Profi, fünf Jahre später wird er als jüngster Spieler auf das Traum-Handicap 10 eingestuft. Wenn Adolfito heute auf dem Feld steht, hört man manchen Zuschauer rufen: „Der spielt wie einst Maradona!“ Er ist der unbestrittene Polo-Gott, die Nummer eins der Weltrangliste. Seine Turnierpferde, die Polos Argentinos, züchtet er inzwischen selbst. Verheiratet ist Cambiaso, wie so viele Polospieler, mit einem Model – natürlich. Business as usual: Es gelten die gleichen Paarungsregeln wie beim Fußball. 1997 gründete Cambiaso das Poloteam La Dolfina, das sich zu einem der besten Teams der Gegenwart entwickelte. Vier Mal gewannen sie schon das Argentinische Open. So auch 2009, als es zum 116. Mal ausgetragen wurde. Es war ein historisches Finale: Zum ersten Mal trafen im Rahmen dieses Turniers zwei Mannschaften mit dem maxi-

malen Handicap von 40 aufeinander – Ellerstina vs. La Dolfina. Das perfekte Match! Bei all den Informationen muss man aufpassen, wohin die Taxifahrt überhaupt geht. Nichts wird dem Fahrer verlockender erscheinen, als seinem Gast nicht nur von all den Sehenswürdigkeiten zu berichten, sondern sie ihm auch gleich zu zeigen … und das kann teuer werden.

für nur 1900 Pesos. Sonderangebot. Polo boomt und Polo ist glamourös. Man will nicht nur das Spiel sehen, auch will man selbst gesehen werden. So wird dem Auge auch am Rande des Turniers einiges geboten: A- bis F-Prominenz, reiche Männer, glückliche Kinder und – ja, der Taxifahrer hat nicht gelogen – wunderschöne Frauen, vor allem unter den vielen Promomädchen der Edelkonzerne. Der Spielbeginn rückt näher, die Sitzreihen füllen sich, die Spannung steigt zusehends. Anstelle der Sonne glitzert nun der goldene Siegerpokal am Horizont. Er ist es, um den sich heute alles dreht. Als die Spieler flankiert von Fahnenträgern auf das Feld reiten – tosender Applaus. Die Holztribüne vibriert unter den Füßen der Zuschauer. Dann kehrt eine fast religiöse Ruhe vor der Hochhauskulisse der Großstadt ein. Lange hält sie nicht an. Die in Trikots gekleideten jüngeren Fans hüpfen auf und ab, stimmen ihre Fangesänge, die Hinchada an: „Dale campeón, dale campeón“. In den Pausen glätten die Damen den Rasen,

Am Stadion dann herrscht reges Treiben. Es ist ausverkauft. Alle 12.000 Plätze werden sich innerhalb der nächsten Stunde füllen, trotz der horrenden Eintrittsprei-

Das heutige Wappen Argentiniens

se; aber wer hierher kommt, kann es sich leisten. Auf dem Gelände: Messeambiente. Mercedes Benz, Rolex, La Martina und andere Anbieter präsentieren ihre Luxusgüter. Darunter die obligatorischen argentinischen Lederwaren. Ein Paar Stiefel

wie damals Julia Roberts? Fehlanzeige. Sie gießen sich einen Mate, das teeähnliche Nationalgetränk der Argentinier, auf, liebkosen ihre Kinder oder streicheln ihre Schoßhündchen. „¡Que golazo!“ Der Torjubel mischt sich mit Pfiffen und Beschwerden. Es steht außer Frage, wer hier mit welchem Team fiebert, auch wenn keine Mannschaftsfahnen wehen. Der Lärmpegel ist beträchtlich: Stadionfeeling! Wenn auch auf die feine Art … Man jubelt, man hofft, man leidet und manch eine schmilzt dahin, beim Anblick des heißbegehrten Lieblingsspielers.

Polo in Argentinien, das ist Tradición Pasión, Riesgo y Devoción.


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Stallgeflüster

Picaza’s secrets Aus dem Tagebuch eines Poloponys

Ein anstrengender Arbeitstag geht zu Ende. Es wurde viel galoppiert, geschwitzt, trainiert. Die Tage vor dem Polopicknick sind in jedem Jahr besonders anstrengend für die Profistute Picaza, das Polopony von Sebastian Schneberger. Auch wenn die Tage länger werden, findet das argentinische Energiebündel hier und da noch die Zeit, das ganz persönliche Tagebuch zu pflegen … das uns „zufällig“ in die Hände fiel. Wie läuft so eine Turniervorbereitung eigentlich bei den inoffiziellen Stars des Polos, den Poloponys, ab? Was müssen die flinken Vierbeiner täglich leisten und wie erleben sie den lang erwarteten Turniertag? Wir haben uns in den Stall der Profistute Picaza geschlichen und einen Blick in die geheimen Aufzeichnungen der „Los Nocheros“-Leistungsträgerin gewagt.

jeden Fall optimistisch, denn seit einigen Tagen ist mein Trog voller und das Training intensiver, wenn das so weiter geht, bin ich bald topfit.“

Freitag, 16.07.

Kurz verdaut und schon geht’s los zum allmorgendlichen Training. Das geht ab: Halbe Stunde Galopp, da kann man schon ganz schön aus der Puste kommen. Zum Glück trainieren wir ja im Team und an dem Sprichwort „geteiltes Leid ist halbes Leid“ ist wirklich was dran. Meine Teamkollegen waren heute

„Ich kann heute irgendwie schlecht einschlafen. Man hat ja so Tage … Noch zwei Wochen bis zum Polopicknick. Die Freude ist riesig, aber allmählich werde ich doch ganz schön nervös. Die Gedanken kreisen. Trotzdem bin ich auf

Samstagmorgen, 24.07. „Puh, allmählich wird’s richtig anstrengend! 6:00 h aufstehen und frühstücken. Na gut, darüber kann ich mich jetzt nicht beschweren, denn der Hafer und die Pellets, die täglich in meinem Trog landen, sind schon allererste Sahne. Mjam!

ganz schön schnell. Ich muss mich ordentlich anstrengen, damit ich die Nummer 1 bleibe. Zum Glück kommt keines der anderen Ponys an meine Wendigkeit und Spielübersicht ran. Klar, bei sieben Jahren Berufserfahrung. Kinder, in der Zeit habe ich einfach so viel gesehen, dass ich mittlerweile manchmal schon mehr Übersicht habe als der nette Herr auf meinem Rücken.“

Samstagnachmittag, 24.07. „Nach einem kleinen Mittagssnack werden wir geschniegelt, gestriegelt und in Sattel, Trense und Gamaschen geschmissen. Ich mag diese Rituale. Alles muss perfekt sitzen, da bin ich abergläubisch. Jetzt wartet das wahre Polotraining auf uns: Stick and Ball. Das Zusammenspiel von Reiter, Schläger und mir läuft einfach immer wie am Schnürchen und es macht irre viel Spaß, mit vollem Tempo auf den Ball loszudonnern, um wenige Millisekunden später das dumpfe Geräusch des perfekt ausgeführten

Schlages zu vernehmen. Ich habe heute beobachtet, dass ein, zwei Neulinge noch sichtlich nervös waren, aber das wird sich legen. Alles Gewöhnungssache. Schließlich sind wir von Haus aus Fluchttiere. So cool auf laute Geräusche und hektisches Treiben zu reagieren, ist nicht selbstverständlich. Doch wir Poloponys sind aus ganz besonderem Holz geschnitzt. Kluge Züchtung und Training vom Fohlenalter an haben uns Nervenstärke und Ehrgeiz eingeflößt. Mittlerweile ist es echt spaßig, so richtig in die Zweikämpfe zu gehen und die Konkurrenz abzudrängen. Das erinnert mich an schönste Kindertage, als ich das in meiner argentinischen Heimat beim Rindertreiben lernen durfte. Hach, wie die Zeit vergeht. Da werde ich ja glatt ein bisschen wehmütig …“

Donnerstag, 29.07.2010 „Der Countdown läuft. In zwei Tagen ist es so weit. Ich kann mich noch gut an das Polopicknick im letzten Jahr

erinnern. Wir mussten total früh aufstehen, wurden ordentlich rausgeputzt und sind dann mit dem Pferdetransporter zum Hugerlandshof gefahren. Dort habe ich die Wettkampfstimmung in der Luft gespürt und war bis zum Spielbeginn kaum noch zu halten. Einfach der Wahnsinn! Ich habe die Chukkers, in denen ich eingesetzt wurde, wie im Rausch erlebt, habe selbst die jubelnden Zuschauer um mich herum vergessen. Da waren nur noch der Ball, die anderen Pferde und die Kommandos. Naja, wir waren dann ja auch ziemlich erfolgreich. Gott sei Dank, denn ich hasse es, zu verlieren. Ich hoffe, dieses Jahr können wir an den Erfolg anknüpfen. Ich werde auf jeden Fall alles dafür geben!“ Vielen Dank, Picaza, für diesen eher unfreiwilligen, aber doch sehr informativen Einblick in den Alltag eines Poloponys. Das Training scheint vorbei zu sein, auf dem Hof ist schon Hufgetrappel zu hören. Fix das Tagebuch versteckt und aus dem Stall geschlichen.


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Picknick-Panorama

Polo heiSS & kalt von Beachboys und Schneehasen

zum Beachpolo wissen: Der Ball ist häufig grün (was sich für Rasenpolo zweifelsohne nicht empfehlen würde), die Eleganz und Leidenschaft des Sports kommt bestens zur Geltung (alleine die Dynamik des Meeres wirkt beflügelnd) und die Atmosphäre ist strandesgemäß.

Sie erinnern sich doch sicherlich an Ihren letzten Strandspaziergang: Der feine Sand gibt bei jedem Schritt ein bisschen nach, der „Abstoßfuß“ rutscht immer etwas nach hinten. Nicht dramatisch, aber eben doch so, dass der Spaziergang sich eher nach Leibesübung anfühlt als nach Umher-

schlendern. Es benötigt weitaus mehr Schmackes in den Beinen, um dem nachgebenden Sand zu trotzen, als das

z. B. beim Flanieren in der Münsteraner Fußgängerzone vonnöten ist. Ähnlich geht das auch den Poloponys: Über

den Rasen beim „normalen“ Polo zu galoppieren, ist ohne Frage einfacher als über den Sand beim Beachpolo.

Beachpolo – das könnte die Urlaubsvariante des Polosports sein. Ist es aber nicht. Diese Form des Polos ist nämlich keineswegs minder herausfordernd für Pferd und Reiter. Die Teams bestehen aus nur zwei Spielern pro Mannschaft (sonst sind es vier); damit wird das beim Polo ohnehin schon entscheidende individuelle Können der Spieler noch wichtiger. Gespielt wird auf einem ungefähr 100 mal 40 Meter großen

Feld am Strand oder auf Sand. Häufig wird die oberste, weiche Sandschicht abgetragen und der darunter liegende Sand verfestigt; anstrengender als der Rasengalopp bleibt es für die Ponys trotzdem. Dass Polo nur an den Stränden von Dubai oder Miami gespielt wurde, ist vorbei: Der 1. Beach Polo World Cup Sylt fand 2008 auf Sylt statt. Darüber hinaus sollte der wissbegierige Besucher des Münsteraner Polopicknicks

Was der Sommer kann, kann der Winter natürlich auch: In der kalten Jahreszeit wird Snowpolo gespielt, z. B. in St. Moritz (dort fand der diesjährige Schnee-World-Cup statt). Die Kulisse ist häufig atemberaubend: Polo vor schneebedeckten Bergen hat etwas von einer schroffen und majestätischen Schönheit. Die Schneedecke ist festgaloppiert, der Ball ist rot und das Team besteht wie beim Rasenpolo aus vier Spielern. Fröstelig geht es beim Snow Polo auf jeden Fall nicht zu – eher hitzig, kämpferisch und gut gelaunt.

So ist Polo, ganz gleich, ob es drumherum heiß oder kalt ist.

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Polo weltweit

Polo in Argentinien

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Kamel-Polo in der W端ste Gobi, Mongolei

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Kamel-Polo Mongolia vs China

Elefanten-Polo Moet vs Mercedes

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Lektüre-Tipps für Polofreunde und Gourmets

„So backt Man(n) in Münster heute“. Das ist der Titel eines neuen Kochbuchs, das passend zur Vorweihnachtszeit vom Tecklenborg Verlag herausgegeben wird. Wie der Titel schon sagt, wird dort weniger gekocht als vielmehr gebacken. Ein „Backbuch“ sozusagen. Und, wer hätte das gedacht: Sebastian Schneberger scheint nicht nur auf dem Polopony talentiert, sondern auch des Backens mächtig zu sein. Sonst wäre er wohl kaum in der demnächst erscheinenden Rezeptsammlung männlicher Münsteraner mit einer Kreation vertreten: Cup Cakes – kein Name könnte treffender sein für Gebackenes aus dem Hause Schneberger.

Sollten Sie gerade zufällig 200 g Mehl, 200 g Butter, 150 g Zucker, zwei Eier und eine Messerspitze Backpulver parat haben, könnten Sie an dieser Stelle gleich loslegen. Sebastian Schneberger erklärt Ihnen wie. „So backt Man(n) in Münster heute“ wird Anfang Oktober 2010 zu einem Preis von ca. 30 Euro im Tecklenborg Verlag erscheinen. www.tecklenborg-verlag.de PACE

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Der Weltbeste Während der Fußballweltmeisterschaft ließ sich wieder herrlich streiten: Wer ist der beste Fußballspieler der Welt? Messi, Ronaldo, Iniesta oder doch Thomas Müller? Wird beim Polo eine solche Frage aufgeworfen, ist die Meinung aller Experten einhellig: Der beste Polospieler der Welt ist Adolfo Cambiaso. „Dolfi“ wie ihn seine Freunde nennen – und davon hat Herr Cambiaso weltweit viele – hat natürlich das bestmögliche Handicap: 10. Wie die meisten argentinischen Polospieler wuchs auch Adolfo auf einer Polo-Farm auf. Als Zwölfjähriger hatte er bereits ein HDC von +1, ein Jahr später schon +3, mit 14 wurde „Dolfi“ Profispieler. So ging es immer weiter bis an die Spitze der Welt. Schon als 19-Jähriger hatte Cambiaso das HDC 10 erreicht. Allein mit einer Aufzählung der PoloTitel, die der 35-Jährige bislang geholt hat, könnte man eine eigene Zeitung füllen. Klar, dass dem jungen Herrn die Frauenwelt schon immer zu Füßen lag. Das Rennen hat das argentinische Model María Vazquez gemacht, die mit „Adolfito“ – wie sie ihren Supergatten gerne nennt zwei Kinder hat. In Sachen männliche Vornamen zeigen sich die Cambiasos hingegen nicht sehr talentiert. Adolfos Sohn heißt genau wie auch schon Adolfos Vater hieß: nämlich Adolfo. Dieser wurde natürlich während eines Polospiels geboren, das der liebe Papa freundlicherweise nach dem 4. Chukker verließ, um seiner Frau im Krankenhaus beizustehen.

Ad ol fo Ca mb ias o Die Powerfrau

Ste fanie Powers

Den meisten Menschen begegnete die mittlerweile 67-Jährige wohl in ihrer Rolle als Jennifer Hart in der Fernsehserie Hart aber herzlich (1979 bis 1984). Die als Stefania Zofia Federkiewicz in Hollywood geborene Schauspielerin polnischer Herkunft war in über 200 TV-Auftritten zu sehen. An der Seite vieler Superstars wie John Wayne, Roger Moore oder Anthony Hopkins stand der Rotschopf vor der Kamera. Selbstverständlich besitzt Frau Powers einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Obendrein ist die kinderlose Powerfrau eine herausragende Polospielerin. Als Teilhaberein einer Pferdefarm in Bridgehampton/New York mündete ihre Leidenschaft für Pferde in eine ansehnliche Karriere auf dem Polopony. Powers beschrieb ihre Liebe zum Polo einmal als „the one folly“ (ihre einzige „Verrücktheit“). Von den 80er-Jahren an spielte sie sehr intensiv, sogar auf dem High Goal Level. Powers war unter den ersten ausländischen Mitgliedern des Royal County of Berkshire Polo Club in Windsor/UK, spielte außerdem im Siegerteam der Joule UK National Women’s Championship 2005 in Ascot Park. Powers ist Direktorin der von 1959 von William Holden gegründeten Mount Kenya Game Ranch sowie internationale Sprecherin des Tierschutzes.

Das Multitalent Er hätte professioneller Football-Spieler werden können, er hat in Harvard studiert, doch seine Millionen hat er in Hollywood verdient: Als vielseitig talentiert muss man Tommy Lee Jones wohl bezeichnen. Spätestens seit seinem Auftritt 1997 an der Seite von Will Smith in „Men in Black“ ist der heute 63-jährige Schauspieler weltbekannt. Schon immer war der kantige Texaner ein Topsportler und Pferdeliebhaber. Jones schaffte es über Football-Stipendien bis auf die Harvard-Universität, wo er Anglistik studierte und 1969 cum laude abschloss. Er hätte auch als Profi-Spieler zu den Dallas Cowboys gehen könnten, heißt es. Naja, dann doch lieber Hollywood. Nach der Uni verbrachte Jones aber zunächst sieben Jahre in New York am Theater und beim Fernsehen, ehe er nach Kalifornien ging und über das Westernreiten beim Polo landete. Seitdem ist seine Leidenschaft für diesen Sport ungebrochen: „Polo is the finest thing that a man and a horse can do together“, charakterisiert er sein Treiben auf dem Polopony. Jones ist heute in verschiedenen karitativen Projekten aktiv und lebt fern von Hollywood in San Antonio, Texas. In der Umgebung bewirtschaftet er zwei Ranches, auf denen er selbst Poloponys züchtet.

Tommy Lee Jones

Poloroid Prominente Polospieler


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Die englischen Royals und der Sport der Könige

Damals, es ist wirklich schon lange her (über 150 Jahre), entdeckten britische Teepflanzer in Indien den Polosport für sich. In ihrer Begeisterung gründeten sie den ersten Poloclub der Welt. Die britischen KavallerieEinheiten ließen sich die Chance nicht entgehen und integrierten das Spiel in ihren Berufsalltag; so machte Mensch und Tier das Training Spaß! Die Offiziere wollten nach ihrer Rückkehr natürlich auch in Großbritannien einen Poloclub haben. Sie fackelten nicht lange: 1859 gab es ihn. Der im Jahre 1876 gegründete Hurlingham Polo Club schrieb die Poloregeln erstmals fest. Bis heute werden sie im internationalen Sport zitiert. Polo war 1900, 1908, 1920, 1924 und 1936 olympische Disziplin.

Auch das Königshaus sprang früh auf – auf den „Polozug“ und auf das Polopony selbst. In den großen Londoner Parks fanden im 19. Jahrhundert die ersten Poloturniere statt. Etliche Männer der Königsfamilie waren und sind im Polosport aktiv. Dazu zählen König George V., König George VI. und Lord Louis Mountbatten. Das war der Großonkel von Prinz Charles, der sogar zwei Lehrbücher über Polo verfasste („An Introduction to Polo“ sowie „An Introduction to Umpiring“ als eine Einführung für Schiedsrichter). Prinz Philip ist Mitgründer und Präsident Die ersten drei Turniere ge- des Guards Polo Club (seit der wann jeweils ein britisches, Gründung 1955). Inzwischen die letzten beiden ein argen- hat er das Polospielen aus tinisches Team. Heute ist Altersgründen aufgegeben. Prinz William und Prinz HarGroßbritannien die wichtigs- Prinz Charles spielte über ry schwingen sich ebenfalls te Nation im europäischen 40 Jahre lang, auch in Highregelmäßig aufs Polopferd. Polosport (weiter weg sind Goal-Turnieren, und erreichLetzterer ist kürzlich gerade da nämlich noch Argentinien te als Amateur immerhin ein kopfüber vom Polopony ge212x155_4c_Motiv_Geuer.qxd:1 28.07.2010 Seite und USA). Handicap von vier. Die13:20 SöhneUhrfallen, hat 1sich aber schnell

wieder berappelt – auch bei einem Benefiz-Spiel braucht es Kämpfernaturen. Und jetzt festhalten: Auch Queen Elizabeth II. ist in den Polosport involviert. Allerdings

reitet sie nicht in flatterndem Gewand und mit wallendem Haar neben ihren Enkeln. Stattdessen züchtet sie mit Erfolg Poloponys und nimmt regelmäßig die Siegerehrung beim Queen’s Cup und beim Coronation Cup vor. Das scheint standesgemäß. Die Versuche, an Insider zu ihrer Zucht der Polopferde zu kommen (wir haben direkt und vor Ort angefragt), sind leider im Sande des Buckingham Palace verlaufen. Eine Info zum historischen Aspekt immerhin: Der englische Vollbluthengst „Rosewater“ und seine Söhne wurden zu den Stammvätern des heutigen Polopferdes. Das ist ja schon mal was. Wie bei dem von Harry, dem britischen Thronfolger Nummer drei, organisierten Polospiel steht auch hinter dem Münsteraner Polopicknick 2010 der Charitiy-Gedanke. Und nicht nur wegen dieser Parallele dürfen wir sagen: Es wird ein königliches Wochenende am Hugerlandshofweg!

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Polopicknick Hall of Fame

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2004 Das Poloteam der SX-Capital AG triumphierte in Gestalt der „Bad Boys“ vom Polo & Countryclub Bad Bentheim bei der 04er Premiere des Polopicknicks. Hathumar Rustige-Canstein (D), Dr. Rob Heurmann (NL), Hugo Ituraspe (ARG), Mathieu van Delden (D) (wegen einer gebrochenen Hand nur Kommentator) und Dr. Wilfred A. Borstlap (NL) (v.l.) zählten zum Siegerteam.

2005 Im zweiten Turnierjahr durfte die Mannschaft von OedingErdel den Siegerpokal entgegen nehmen. Das schweizerische Team Easy vom Züricher Polopark e.V. bestehend aus (v.l.) Federico Bachmann (ARG), Philipp Maeder (CH), Sybille Maeder (CH) und Diego Zabalia (ARG).

2006 Den Titel erfolgreich verteidigen konnten für Oeding-Erdel im Folgejahr (v.l.) Carla Bachmann, Philip Maeder, Eric Gene und Federico Bachmann. Sybille Maeder (Mitte) konnte aufgrund einer gerissenen Sehne nicht sportlich eingreifen. Dennoch wurde sie von der Champagnerdusche nicht verschont.

2007 Die SX-Capital AG zum zweiten Mal an der Spitze. Diesmal würdig vertreten durch die „Los Nocheros“ vom Poloclub Lobos (ARG). Martin Podesta (ARG), Sebastian Schneberger (D), Tito Gaudenzi (US/Schweiz) und Nicolas Ruiz Guiñazu (ESP) erspielten sich den Triumph.

2008 Im vorletzten Jahr jubelte am Ende das Polo-team Viering, das sich um den Präsidenten des Niedersächsischen Polo Clubs aus Hannover, Wolfgang Keiling (2.v.r.), geschart hatte. Marcello „Tucci“ Caivano (ARG) (l.), Peter Kienast (D) (2.v.l.) und Marc Pantenburg (D) (r.) taten ihr Übriges dazu.

2009 Die gleichen Spieler wie 2008 hatten auch 2009 die Nase vorn: Mit 5:4 konnte sich das Münsteraner Team Schnitzler im Finale knapp gegen das Team Volt Interactive durchsetzen. Caivano, Kienast, Pantenburg (Präsident vom Polo Club Berlin-Brandenburg) und Wolfgang Keiling (v.l.) sind einfach ein tolles Gespann.

2010 Wer gewinnt den Polopicknick-Cup 2010? Das Team Cilian ist nach einer tollen Vorstellung im bisherigen Turnierverlauf ein heißer Kandidat.


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Programmübersicht Sonntag, 1.8.2010

Spielergebnisse: Freitag, 30.07.2010

Spielergebnisse: Samstag, 31.07.2010

Schnitzler

vs

SX-Capital AG

8:8½

Wooden Cup

Schnitzler

vs

Beresa / AMG

6:6½

Beresa / AMG

vs

Cilian AG

6½:8

Polopicknick

SX-Capital AG

vs

Cilian AG

4 ½ : 11

Immomia

vs

Oeding-Erdel

9:4½

Polopicknick

Immomia

vs

Los Nocheros

4:7

Los Nocheros

vs

ASK

8:6½

Wooden Cup

Oeding-Erdel

vs

Arns Schwering Kohne

8:5

Spielplan Sonntag, 01.08.2010 12.00 Uhr

Einlass

15.00 Uhr

Wooden Cup Finale

12.30 Uhr

Wooden Cup - Spiel um Platz 3

16.15 Uhr

Polopicknick Finale

13.45 Uhr

Polopicknick - Spiel um Platz 3

Team Oeding-Erdel 1 Robert Lindner

Team Schnitzler

0

Los Nocheros

ARNS-SCHWERING-KOHNE

1 Vanessa Schockemöhle

0

1 Marion Grunow

0

1 NSebastian Schneberger

+1 +4

2 Mark Pandenburg

+2

2 Niels Osterbaan

0

2 Patrick Maleitzke

+2

2 Martin Podesta

3 Christopher Kirsch

+4

3 Ignacio Tillous

+7

3 Cristobal Durrieu

+4

3 Tito Gaudenzi

+1

4 Peter Kienast

+1

4 Dirk Baumgärtner

+1

4 Flaco Gabrin

+1

4 Maurice van Druten

+2

+7

+8

Team SX-Capital

+8

+7

Team Immomia

Team BEresa/AMG

1 Sabrina Bosch

Team Cilian 1 Renske Quellhorst

1 Sybille Maeder

0

1 Steffi von Pock

2 Mark Hänni

0

2 Eva Brühl

+1

2 Max Bosch

+2

2 Pascal Zantman

+1

+6

3 Luis Duggan

+5

0

3 Matias Maiquez

+6

3 Pedro F. Llorente

+5

3 Marcos Riglos

4 Stefan Prioiettis

+0

4 Bernt Sannwald

+1

4 Ulrich Bosch

+6

Samstag Samstag

+7

Sonntag Sonntag

0

0 +8

+2 +8

Samstag Samstag

Sonntag Sonntag

SX-Capital

Schnitzler

Cilian

Beresa/AMG Cilian

Beresa/AMG Platz 3 Schnitzler Arns Schwergin Kohne

Platz 3 SX-Capital Immomia

FINALE Wooden Cup Immomia

Oeding-Erdel

Los Nocheros

Oeding-Erdel Arns Schwering Kohne

4 Simon Luginbühl

0

Los Nocheros

FINALE Polopicknick


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Spenden Sie Zukunft

Charity 2010

Von Mensch zu Mensch

Leben retten durch eine Knochenmarkspende Der Mensch braucht ein Herz. Möglichst viel davon braucht der Mensch sogar. Ein Herz für den eigenen Körper, ein Herz für die Umwelt und eins für die Mitmenschen. Genau wie das Herz ist auch Knochenmark ein lebenswichtiges Organ des menschlichen Körpers. Im Unterschied zu allen anderen Organen verteilt sich Knochenmark auf den Innenraum sämtlicher Knochen. Deshalb lässt es sich auch nicht einfach operativ entfernen und durch ein Transplantat ersetzen. Knochenmark ist für die Produktion von Blutzellen zuständig. Blutzellen haben nur eine begrenzte Lebendauer, weswegen unser Körper auf stetigen Nachschub angewiesen ist. Aufgrund verschiedener Erkrankungen benötigen manche Menschen Unterstützung bei der Gewinnung von Blutzellen in Form einer Knochenmarkspende. Die größte Patientengruppe für Knochenmarktransplantationen sind Menschen, die an Leukämie erkrankt sind. Für sie ist eine Transplantation ein überlebenswichtiger Bestandteil der Therapie. Münsters KMT-Zentrum mit europaweit höchstem Standard Das Knochenmarktransplantationszentrum der Uni-Klinik Münster gehört seit 1999 zu den führenden Versorgungszentren in Europa. Als erste Einrichtung Deutschlands hat es die JACIEZertifizierung erhalten, ein Qualitätssiegel, das den europaweit höchstmöglichen

Behandlungsstandard garantiert. Als überregionales Versorgungszentrum erstreckt sich der Einzugsbereich des KMT-Zentrums weit über das Münsterland hinaus.

Polopicknick hilft dem Freundeskreis Knochenmarktransplantation e. V. Das Polopicknick 2010 hilft zu helfen. Der 1994 gegründete Freundeskreis Knochenmarktransplantation Münster e.V. hat bereits viele Projekte am KMT-Zentrum auf den Weg gebracht: Laborausrüstung, komfortable Einrichtung der Einzelzimmer, spezielle Patiententelefone, Laptops und Hometrainer – all dies wurde in den vergangenen Jahren durch den Verein ermöglicht. Der Freundeskreis wurde auf Initiative von Prof. Dr. Jürgen van de Loo, dem ehemaligen Direktor der Medizinischen Klinik A, gegründet und zählt mittlerweile mehr als 245 Mitglieder. Vereinsziel ist es, das KMT-Zentrum ideell und materiell zu unterstützen.

Geschäftsstelle Gabriele Surel, UKM Ebene 05 Mitte, Raum 583a Albert-Schweitzer-Str. 33 48149 Münster Telefon: 02504 8531 Telefax: 02504 88241 www.euro-tour2000.com/ kmt.html Bankverbindungen Freundeskreis KMT Münster e.V. Deutsche Bank AG Münster Konto-Nr.: 311 530 BLZ: 400 700 24 Sparkasse Münster: Konto-Nr.: 51015550 BLZ: 400 501 50

Alle Erlöse des Polopicknicks 2010 fließen in die Projekte des Freundeskreises Knochenmarktransplantation Münster e.V. Im Gegensatz zu anderen Poloturnieren müssen die teilnehmenden Teams beim Polopicknick kein Nenngeld bezahlen. Stattdessen sind die Mannschaften dazu aufgerufen, das jeweils aktuelle Charity-Projekt des Turniers in Form einer Spende zu unterstützen. Weitere Infos: www.polopicknick.de/KMT.pdf

Wie funktioniert eine Knochenmarkspende? Für eine Knochenmarktransplantation werden dem Spender etwa 10 bis 20 ml Knochenmark je Kilogramm Körpergewicht aus dem Beckenknochen entnommen. Die Entnahme erfolgt im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes, der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Die im Knochenmark enthaltenen Blutstammzellen kann man auch direkt aus dem Blut des Spenders entnehmen. Dazu werden dem Spender zunächst spezielle Medikamente, die die Bildung der Blutstammzellen anregen, unter die Haut gespritzt. Wenn der begrenzte Raum für das Knochenmark innerhalb des Knochens nicht mehr ausreicht, gelangen die überschüssigen Blutstammzellen aus dem Knochenmark in den Blutkreislauf. Die medikamentöse Vorbehandlung wird normalerweise am Tag vor der Stammzellenspende ambulant durchgeführt. Das entnommene, mit Stammzellen angereicherte Blut wird durch eine Zentrifuge geleitet, wo die Stammzellen dem Blut leicht entnommen werden können. Entweder unmittelbar nach Entnahme oder nach längerer Konservierung werden die Knochenmarkstammzellen dem Patienten, ähnlich wie bei einer Bluttransfusion, in eine Vene infundiert oder injiziert. Um als Knochenmarkspender aktiv werden zu können, muss man sich an eine von mehreren Stammzellspenderdateien in Deutschland wenden. Alle Spenderdateien melden ihre Spender mit deren Einverständnis anonym an das Zentralregister (ZKRD) in Ulm. Wer durch eine Stammzellspende helfen will, braucht daher nur in einer – möglichst wohnortnahen – Datei erfasst zu sein. Am UKM führt die Klinik für Transfusionsmedizin und Transfusionsimmunologie eine solche Spenderdatei.

Institut für Transfusionsmedizin und Transplantationsimmunologie: Domagkstraße 11, 48149 MS, Durchwahl: 0251 8357690, Fax: 0251 8357693, E-Mail: transmed.sekretariat@uni-muenster.de


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Willst du mit mir gehen, Wein?

Der Hugerlandshof wird an diesem Wochenende zum Schauplatz einer Weltpremiere Münster 2004. Der Hugerlandshof wird Schauplatz einer Weltpremiere. Erstmals in der Geschichte der Menschheit findet das Polopicknick statt. 2010 – wieder Münster, wieder ist es der Hugerlandshof, der eine Weltpremiere feiert. Diesmal ist die Premiere weiß, rot und rosé. Und sie ist lecker! Der Mann, der sich Vingooo ausgedacht hat, heißt Jocco Thurm. Dem PICKNICKER hat Jocco erklärt, was es mit seiner Erfindung auf sich hat. Hallo, Jocco. Was ist eigentlich Vingooo? Vingooo, das ist Wine to gooo ... verstehst du??? Wein, abgefüllt in einem schön designten Pet-Glas, dass mit einer abziehbaren Alufolie verschlossen ist. Und die Besucher des Polopicknicks sind tatsächlich die ersten Menschen der Welt, die Vingooo probieren dürfen? Ja, ich freue mich sehr, das wir hier in Münster meine neue Produktidee präsentieren dürfen. Meine Freunde Rhea Gutperle und Sebastian Schneberger, die dieses renomierte Poloturnier ausrichten, gaben mir diesem Event die perfekten Rahmenbedingungen. Erzähl doch mal, wie dir die Idee zu Vingooo kam. Eigentlich ganz einfach ... ich wollte mit Freunden unterwegs ein Glas Wein trinken und hatte keinen Korkenzieher. Es gibt ja viele verschiedene Weinsorten. Was erwartet uns geschmacklich, wenn wir dein Getränk probieren? Wir haben einmal den Chardonnay-Weißwein, einen Rosé aus der Provence und einen roten Bordeaux.

Jocco, rechts im Bild

Glaubst du, viele Menschen könnten es für stillos halten, Wein aus Plastikbechern zu trinken? Nein, überhaupt nicht, denn das Produkt ist nicht entwickelt worden, um festliche Tafeln zu decken, sondern für Weinfreunde, die zu verschiedensten Anlässen, wie Beach Partys, Picknicks, Segeltörns usw. nicht auf ein gutes Glas

Wein verzichten wollen. Andere Orte, wo sich Vingooo gut verkaufen wird, sind z. B. Stadien, Stadtfeste – eigentlich jedes Outdoor-Event, wo es darauf ankommt, mit wenig Aufwand für den Veranstalter (Gläser füllen, Gläser spülen, Glasbruch) Wein zu servieren. In welcher Preisklasse bewegt sich das Produkt?

Im Lebensmitteleinzelhandel wird es knapp unter 2,00 Euro liegen. In der Gastronomie entsprechend höher. Gehen die Produzenten von Korkenziehern nun demnächst pleite? Nein, natürlich nicht. Festliche Tafeln wird es sicher weiter geben.

Jocco: Geb. in Mönchengladbach, Jahrgang 1965. Seit 21 Jahren Direktor der Château Dupont Dynastie, die exzellente, hochklassige Weine und Champagner produziert. Verantwortlich für die Verwaltung der Dupont-Produkte und -Lizenzen weltweit. Die Idee Vingooo, wurde im Dezember 2008 geboren und nach einem Jahr sorgfältigster Entwicklung in diesem Jahr erstmals umgesetzt.


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Ein Team. Ein Fokus. Ihr Erfolg. Ein Poloteam besteht aus vier Spielern. Jeder hat seine spezifische Aufgabe. Erfolg entsteht durch die Summe herausragender Leistungen. Das ist beim Polo genauso wie in der unabhängigen Vermögensverwaltung.

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Der Pechvogel Philip de Groot hatte sich riesig auf das diesjährige Polopicknick gefreut. Eine Oberschenkelverletzung verhinderte kurzfristig seine Teilnahme. Gute Besserung Philip, bestimmt klappt es im nächsten Jahr! Der Niederländer mit 0-Hcp hätte das Team Cilian unterstützt.

Foto: Ibrahim Ot

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Foto: Ibrahim Ot

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Nach(t)wort

von Sebastian Schneberger Napoleon sagte über Champagner: „Nach dem Sieg verdienst du ihn, nach der Niederlage brauchst du ihn.“ Kurzum, heute am späten Nachmittag werden wir wissen, wer gemeint ist. Polo und Champagner, ein wunderbares Vorurteil, aber sehen und beurteilen Sie selbst. Wir haben nun zwei Tage tagsüber sportlich gekämpft und und nachts gefeiert, dies ist als Running Gag bei den Polospielern so eingegangen; Polopicknick in Münster; Polo between the parties. Wir haben am Beach in Münster gefeiert und die Roaring 20‘s in geheimen Locations aufleben lassen. Sahen Schweizer mit kurzen Hosen, Frauen mit Stirnbändern und schwere Jungs mit Maschinenpisto-

Man erkennt, dass es ein wenig verrückt zugeht in der kleinen Welt des Polo. Selbst in unserem beschaulichen Münster hat dieser Sport ein paar Anhänger und so trifft man auf dem Wochenmarkt schon mal Leute mit einem Poloschläger am Kaffeestand. Ich hoffe, wir konnten ein wenig Abwechselung nach Münster bringen und auch etwas Gutes tun.

len. Frauen tanzten auf dem Heuboden und Musiker feierten mit uns die Nacht bis zum Tag. Cocktailmixer machten ihre Kunststücke und man vergaß den Ehrgeiz des finalen Turniertages. Wir hatten viel Spaß und hoffen, dass wir wieder viele Menschen davon überzeugen konnten, dass Polo auch anderes zu bieten hat als die üblichen Klischees. Gestern sagte mir ein Herr, dass er dieses Wochenende jedes Jahr sehr genießen würde. Als ich ein paar Minuten später an derselben Stelle vorbeikam, war er auf seinem Fatboy tief

eingeschlafen. Picknickdecken werden zweckentfremdet, zu Zelten umgebaut oder benutzt, um ein Pony in einen Weihnachtsmann zu verwandeln.

Ein ganz besonderer Dank geht an unsere Mitstreiter: die Teamsponsoren, unseren Medienpartner, die Supporter, die Aussteller, alle Freunde und Bekannte, die uns helfen, dieses Event zu ermöglichen, und besonders diejenigen, die ich vergessen

habe, hier zu erwähnen. Ich bedanke mich bei der Stadt Münster für die Hilfe, bei Ihnen für Ihre Unterstützung und verweise mal wieder auf unser Charityprojekt, den Freundeskreis KMT Münster. Mehr von uns gibt es im nächsten Jahr, bis dahin reiten wir weiter als Friedensreiter für Münster auf diversen Turnieren. Besten Dank und au revoir,

Sebastian schneberger (Nr. 1 im Los Nocheros Team)

Impressum: Der PICKNICKER wird herausgegeben von der Polopicknick GmbH, Münster. Redaktion und Gestaltung: Dachboden Werbeagentur GmbH und Co. KG. Rothenburg 14-16, 48163 Münster

Der Picknicker 3 | 2010  

Ausgabe Nr. 3 des Picknickers.

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