Programmheft Schauburg-Cinerama, Karlsruhe Dezember 2022

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2022 DEZEMBER


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Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

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GROSSBILDWAND


BEVOR DER VORHANG AUFGEHT Liebe Gäste und Freunde der Schauburg, vielleicht haben Sie es in den letzten Wochen mitbekommen; wir haben unser vorderes Foyer renoviert. Dem Stil der Schauburg sind wir dabei bewusst treu geblieben und haben den gleichen goldenen Farbton verwendet wie im hinteren Foyer. Wir sind schon sehr stolz auf das Ergebnis und hoffen, Ihnen gefällt es genauso gut wie uns. Passend zu unserem goldenen Abschuss der Renovierung starten wir in die besinnliche Weihnachtszeit. Die perfekte Zeit für ein Kinoerlebnis. Die neuen Filmstarts im Dezember lassen das Herz eines jeden Cineasten höherschlagen. Freuen Sie sich auf die preisgekrönte Dokumentation über den großen Filmkomponisten Ennio Morricone, auf die Bestsellerverfilmung „Was man von hier aus sehen kann“ mit Corinna Harfouch und auf die Premiere von „Stille Post“ in Anwesenheit des Regisseurs und des Hauptdarstellers. Oder doch lieber alle drei Teile von „Herr Der Ringe (OV)“ nacheinander an einem Samstag? Wenn Sie noch auf der Suche nach einem passenden Geschenk für unvergessliche Stunden sind, können wir Ihnen unsere Schauburg Boxen mit exklusiven Plakaten, Filmausschnitten u.v.m. empfehlen. Aber auch die Goldkarte und unsere Gutscheine sind immer beliebte Geschenke in Adventskalendern und unter dem Weihnachtsbaum. Schauen Sie sich gerne unter www.schauburg.org in Ruhe um. Hier finden Sie alles, was das Herz eines Kinoliebhabers begehrt. Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und hoffen, Sie zu der einen oder anderen Vorstellung bei uns begrüßen zu dürfen. Mit cineastischen Grüßen

IMPRESSUM

NEU IM DEZEMBER AB 1. DEZEMBER

CALL JANE MEHR DENN JE SONNE DIE STILLEN TRABANTEN

04 06 06 08

AB 8. DEZEMBER

09 10 11

AN EINEM SCHÖNEN MORGEN SHE SAID WEISSES RAUSCHEN

AB 15. DEZEMBER

STILLE POST DEM LEBEN AUF DER SPUR WO IST GOTT? AFTERSUN

12 13 13 14

AB 22. DEZEMBER

ENNIO MORRICONE –DER MAESTRO EO DER DENKWÜRDIGE FALL DES MR. POE VERLORENE ILLUSIONEN

15 15 16 17

AB 29. DEZEMBER

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ANNIE ERNAUX – DIE SUPER-8 JAHRE WAS MAN VON HIER AUS SEHEN KANN DIE INSEL DER ZITRONENBLÜTEN

SPECIALS KURZFILMTAG: ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST... 21 SPECIALS IM DEZEMBER 22 FILMVORSCHAU JANUAR 2023 26

HERAUSGEBER

AUSGABE #150

REDAKTION GESTALTUNG

Schauburg Kino Herbert Born, Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe Tel: 0721 35 000 11 Fax: 0721 38 00 47 born@schauburg.de schauburg.de Herbert Born, Marcus Vetter, Wolfram Hannemann Dušan Tomić – www.duto.studio

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters erscheint monatlich.


AB 1. DEZEMBER

CALL JANE DRAMA |USA| 2022

Auf teils wahren Begebenheiten beruhende Tragikomödie um Aktivistinnen, die im Chicago der späten Sechzigerjahre Frauen unterstützen, die abtreiben wollen. Chicago, 1968. Während die Stadt und die Nation am Rande eines gewalttätigen politischen Umsturzes stehen, führt die Hausfrau Joy mit ihrem Mann und ihrer Tochter ein gewöhnliches Leben in der Vorstadt. Doch Joys erneute Schwangerschaft führt sie unerwartet in einen lebensbedrohlichen Zustand. Sie muss sich mit einem medizinischen System und Ärzten auseinandersetzen, die nicht bereit sind, ihr zu helfen. Eine legale Abtreibung ist nicht möglich. Ihre Suche nach einer Lösung führt sie zu den “Janes”, einer geheimen Frauen-Organisation, die Joy eine sicherere Alternative anbieten – und damit nicht nur ihr Leben retten, sondern auch grundsätzlich verändern. Die Drehbuchautorin von “Carol”, Phyllis Nagy, übernimmt die Regie und inszeniert eine fesselnde Geschichte, die zum Teil auf wahren Begebenheiten rund um das Jane-Kollektiv beruht, das in einem Zeitraum von vier Jahren durch seine verdeckte und präzise Mobilisierung Tausende von Abtreibungen ermöglichte. Unterstützt von einer beeindruckenden Besetzung, spielt Elizabeth Banks die bemerkenswerte Hauptrolle der Joy, deren Entschlossenheit und Charakterstärke auch mehr als ein halbes Jahrhundert später noch aktuell ist. “Call Jane” wirft dringende Fragen über systemische Barrieren, die sich ständig verändernde Natur der Politik und den Kampf der Frauen um die Kontrolle über ihren Körper auf. Der Film ist wie für unsere Zeiten gemacht. Wir brauchen uns nur die Jahrzehnte vor Roe v. Wade, den Urteilsspruch des Supreme Courts aus dem Jahr 1973, der Abtreibung legalisierte, anzuschauen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die Rolle von Frauen ändern könnte, wenn diese Regelung gekippt wird – und das ist gerade geschehen. Abtreibung war früher in allen Staaten der USA eine Straftat. Die Behörden bestraften Frauen, wenn sie ihre Sexualität und Fruchtbarkeit nicht so behandelten, wie die Regierung, die Strafverfolgung sowie medizinische und religiöse Institutionen es von ihnen erwarteten. REGIE Phyllis Nagy DARSTELLER Elizabeth Banks, Sigourney Weaver, Kate Mara LAUFZEIT 122 Minuten FSK ab 12

04 NEU


LES FILMS PELLÉAS präsentiert

LÉ A SÉ YDOU X

AN EINEM SCHÖNEN MORGEN EIN FILM VON

PASCAL GRÉGGORY

MÉLVIL POUPAUD

MIA HANSÉN-LOVÉ

NICOLÉ GARCIA WWW.WELTKINO.DE

AB 8. DEZEMBER IM KINO

/ WELTKINOFILMVERLEIH


AB 1. DEZEMBER

AB 1. DEZEMBER

MEHR DENN JE

SONNE

DRAMA | FRANKREICH, DEUTSCHLAND | 2021

DRAMA |ÖSTERREICH | 2022

Eine schwer kranke Frau bricht aus ihrem Leben aus und reist an einen einsamen Fjord. Kein Film über das Sterben, sondern über das Leben, mit einer grandiosen Vicky Krieps in der Hauptrolle.

Twerken im Hijab: Die im Irak geborene Regisseurin Kurdwin Ayub zeichnet kraft- und humorvoll den Lebensweg dreier Freundinnen nach, die nach einem viralen Hit mit den Identitätsspielen unserer digitalen Gegenwart konfrontiert werden.

Hélène (Vicky Krieps) ist krank. Sie leidet an einer seltenen Lungenkrankheit, die das Atmen immer schwieriger macht und unweigerlich zum Tod führen wird. Hoffnung gibt es kaum, eine Lungentransplantation könnte ihr Leben für eine gewisse Zeit verlängern, eine Hoffnung, an die sich allerdings vor allem Hélènes Mann Mathieu (Gaspard Ulliel) klammert. Verstehen, was wirklich in seiner Frau vorgeht, kann er jedoch nicht, so sehr er sich auch bemüht. Ihre Freunde versuchen eine Normalität vorzutäuschen, die längst nicht mehr existiert, die Hélène zunehmend weniger erträgt. So bricht sie aus ihrem Leben in Bordeaux aus und reist nach Norwegen, in einen abgelegenen Fjörd. Dort lebt Bent (Bjørn Floberg), ein Mann, dessen Blog Hélène schon länger verfolgt hat, ein Leidensgenosse, der momentan zwar geheilt ist, aber weiß, wie es sich anfühlt schwer krank zu sein… „Die Lebenden können die Sterbenden nicht verstehen“ sagt Bent einmal zu Hélène, und dieser Satz führt zum Kern von Emily Atefs Film. Zum ersten Mal hat die deutsch-französische Regisseurin in Frankreich gedreht, eine internationale Produktion mit Vicky Krieps und dem nach den Dreharbeiten verstorbenen Gaspard Ulliel in den Hauptrollen. Doch „Mehr denn je“ ist ganz und gar Vicky Krieps' Film, in fast jeder Szene ist die luxemburgische Schauspielerin zu sehen. Doch auch wenn das Leiden von Hélène im Mittelpunkt steht, ist „Mehr denn je“ weniger ein Film über das Sterben, als über das Leben. Wie Mathieu langsam akzeptiert, dass sein Festhalten an wagen Hoffnungen Hélène mehr belastet als ihr nahender Tod, wie er akzeptiert, dass sie bereit für den Tod ist und der größte Beweis seiner Liebe nicht ein Festhalten, sondern das Loslassen ist, lässt „Mehr denn je“ zu einem anrührenden Liebesfilm werden – obwohl oder gerade weil er im Angesicht des Todes spielt.

Eines Nachmittags unter besten Freundinnen: Yesmin, Nati und Bella legen „Losing My Religion“ von REM auf und schmeißen sich in eine sexy Tik-Tok-Pose – gehüllt in die Hijabs von Yesmins strenggläubiger Mutter. Das Video davon geht viral und wird zum Hit. Im Social-Media-Meinungsuniversum bricht die Hölle los. Gezielt-geglückte Provokation oder religiöser Affront? Jeder muss seinen Senf dazugeben. Für die drei Mädels folgt ein schneller Ruhm und Yesmins Vater erweist sich als findiger Agent, der den Mädels Auftritte als religiöses A-Capella-Trio auf kurdischen Familienfesten vermittelt. Nati und Bella stehen voll auf ihr neues Image als gläubige Sternchen im Scheinwerferlicht. Nur Yesmin, die einzige überzeugte Muslima, kann mit den öffentlichen Identitätsspielen wenig anfangen. Ihre plötzliche Präsenz auf Social Media erfordert eben auch, sich vor Fremden dafür zu rechtfertigen, wie man seine Religion auslebt. Nati und Bella sehen das alles naturgemäß nicht so eng, doch bei Yesmin hinterlassen die Reaktionen auf ihr Video Spuren: wann ist Religion Privatsache und wie wichtig ist ihr das Kopftuch wirklich? Die Freundschaft der drei Mädchen, aber auch der eigene Haussegen, stehen auf der Kippe. Die irakisch-österreichische Regisseurin Kurdwin Ayub hat in “Sonne” (produziert von Meisterregisseur Ulrich Seidl), den Finger am Puls der Zeit und den Fuß auf dem Gaspedal. Ihr wildes, energisches Gen-Z-Porträt ist eine kluge Abrechnung mit medialer Meinungskultur. Ein kraftvoller, entlarvender und empathischer Film – der Preis für den Besten Erstlingsfilm auf der Berlinale war Ayub dafür sicher. “Sonne” ist ein Generationenporträt zwischen Selbstbestimmung und Meinungskultur – ehrlich, empathisch und entlarvend.

PROGRAMMKINO.DE / MICHAEL MEYNS

REGIE Emily Atef BUCH Emily Atef & Lars Hubrich DARSTELLER Vicky Krieps, Gaspard Ulliel, Bjørn Floberg LAUFZEIT 123 Minuten

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REGIE Kurdwin Ayub DARSTELLER Melina Benli, Law Wallner, Maya Wopienka LAUFZEIT 88 Minuten FSK ab 12



AB 1. DEZEMBER

DIE STILLEN TRABANTEN DRAMA, KOMÖDIE, ROMANZE | DEUTSCHLAND | 2022

Episodendrama um Menschen am Rande der Gesellschaft auf der Suche nach Liebe, die sich nachts begegnen. Es sind leise Begegnungen am Rande der Stadt, die abseits der Großstadtlichter die Schwere des Alltags für einen Moment vergessen lassen. Nacht für Nacht kehren die Unscheinbaren an die Orte ihrer Sehnsucht zurück: Bistrobesitzer Jens (Albrecht Schuch) verliebt sich bei der nächtlichen Zigarette im Treppenhaus in seine Nachbarin Aischa (Lilith Stangenberg), während Wachmann Erik (Charly Hübner) auf seinem Routinerundgang durch das Ausländerwohnheim Gefühle für die junge Marika (Irina Starshenbaum) entwickelt. Auch Reinigungskraft Christa (Martina Gedeck) sucht nach Ende ihrer Schicht Trost an der Seite von Friseurin Birgitt (Nastassja Kinski). Drei Geschichten, ein gemeinsamer Wunsch: Ein Funken Liebe, ein Hauch von Zuneigung und das Gefühl der Geborgenheit. Es sind Erinnerungen, die Sehnsüchte wecken und in der dunklen Nacht Hoffnung schenken. In dem emotionalen Episodenfilm „Die stillen Trabanten“ kämpfen sich die tiefen Wünsche dreier Menschen zwischen Dunkelheit und Morgengrauen an die Oberfläche und entfachen ein kleines Leuchtfeuer in ihren Seelen. Menschen, denen wir jeden Tag begegnen könnten, von denen wir aber nie wissen, was sie wirklich bewegt. Regisseur Thomas Stuber verfilmte basierend auf Clemens Meyers gleichnamigem Erzählband „Die stillen Trabanten“ drei ausgewählte Kurzgeschichten und beweist, dass das große Glück in den kleinsten Momenten verborgen liegt. Sommerhaus Filmproduktion präsentiert zusammen mit Warner Bros. Film Productions Germany den bewegenden Einblick in das Leben dreier Glückssuchenden, die im Schutz der Nacht neuen Antrieb zum Leben finden. Vom Imbissbudenbesitzer über den Wachmann bis zur Reinigungskraft: Thomas Stuber blickt mit realistischer Härte und ungeschönter Romantik auf das einfache Leben dreier Charaktere, in denen Illusionen keinen Platz haben. Umso bewegender sind die unerwarteten Hoffnungsschimmer, die ihren ganz eigenen Eindruck im tristen Alltag hinterlassen. REGIE Thomas Stuber DARSTELLER Martina Gedeck, Nastassja Kinski, Charly Hübner LAUFZEIT 120 Minuten FSK ab 12

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AB 8. DEZEMBER

AN EINEM SCHÖNEN MORGEN UN BEAU MATIN | DRAMA | FRANKREICH | 2022

Die Sorgen und Probleme einer alleinerziehenden Mutter stehen im Mittelpunkt von Mia Hansen-Løve achtem Spielfilm, mit dem sie zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Anrührend und schön erzählte Geschichte. Sandra (Léa Seydoux) ist alleinerziehende Mutter eines achtjährigen Mädchens. Sie besucht regelmäßig ihre Uroma und sie kümmert sich um ihren Vater, der mental immer mehr abbaut und kaum noch im Leben zurechtkommt. Am besten wäre für ihn ein Pflegeplatz, aber einen solchen zu finden, wenn die finanziellen Möglichkeiten beschränkt sind, ist schwierig. Sandras Leben ist schwierig, und dann trifft sie einen alten Freund wieder. Der steckt zwar in einer Beziehung, aber das hält keinen von beiden davon ab, sich aufeinander einzulassen. Mia Hansen-Løve ist derzeit so etwas wie der Liebling in Cannes. Im letzten Jahr lief dort ihr Film „Bergman Island“, dieses Jahr war es „An einem schönen Morgen“. Während sie mit ihren vorherigen Werken begann, ihren erzählerischen Horizont zu erweitern und auch nicht mehr auf Französisch, sondern Englisch gedreht hat, stellt ihr neuestes Werk eine Rückkehr zu den Wurzeln dar. Ihr neuestes Werk ist eines über die kleinen Geschichten, über Beziehungen, über das Leben, über die Liebe und die Schwierigkeiten, die mit ihr einhergehen. Das alles ist wundervoll erzählt, zumal Léa Seydoux auch eine filigran agierende Schauspielerin ist. Es stört nicht, dass die Regisseurin in ihre Geschichte immer auch autobiographische Elemente einwebt. Im Gegenteil, das macht Mia Hansen-Løve mehr als viele andere zu einem echten Auteur und ihre Filme zu einer sehr persönlichen Angelegenheit – etwas, das man als Zuschauer durchaus schätzen kann. Die Szenen mit Sandras altem Vater sind darum auch die anrührendsten, weil sie mehr als alle anderen ein Gefühl transportieren, dem man sich nicht entziehen kann. Es sind auch diese Szenen, die dem Film eine tragische Note verleihen. PROGRAMMKINO.DE / PETER OSTERIED REGIE Mia Hansen-Løve DARSTELLER Léa Seydoux, Pascal Greggory, Melvil Poupaud LAUFZEIT 113 Minuten FSK ab 12

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AB 8. DEZEMBER

SHE SAID

DRAMA, BIOGRAFIE | USA | 2022 Es ist der größte Erfolg der #metoo-Bewegung: Den vielfachen Sexualstraftäter Harvey Weinstein zu entlarven und ins Gefängnis zu bringen. Wie es dazu kam zeichnet Maria Schrader in ihrem Hollywood-Debüt nach. 2016. Kurz vor der Präsidentschaftswahl arbeitet die New York Times-Journalistin Megan Twohey (Carey Mulligan) an einem Artikel, in dem Donald Trump sexuelle Belästigung vorgeworfen wird. Die Ära von #metoo hat gerade erst begonnen. Doch eine Geschichte wird viel größer werden als alle anderen: Die Anschuldigungen gegen den Produzenten Harvey Weinstein. Zunächst ist es Jodie Kantor (Zoe Kazan), die Hinweise bekommt, das ein bedeutender Hollywood-Produzent immer wieder übergriffig geworden sei. Ihre Chefs ermuntert Kantor zu recherchieren, erst allein, bald im Duett mit Twohey. Das Problem: Keine der Frauen, die von Weinstein belästigt oder gar vergewaltigt wurden, sind willens sich zitieren zu lassen und ohne Zitate keine Story. So beginnt ein langer Prozess, bei dem Kantor und Twohey in Amerika, aber auch in England, Schauspielerinnen treffen, aber auch Mitarbeiterinnen von Weinsteins Produktionsfirma Miramax, die erschreckende, sich oft bis ins Detail ähnelnde Geschichten erzählen … Gerade dann, wenn sich „She Said“ auf die Erzählungen von Weinsteins Opfern konzentriert (auf Nachstellungen der Taten wird zum Glück verzichtet), gelingt es Regisseurin Maria Schrader anzudeuten, welche Macht Weinstein in Hollywood ausübte, wie er seine Position nutzte und missbrauchte, um viel zu lange mit seinen Taten durchzukommen. Dass ihm viele Akteure Hollywoods und des Whos-Who von Amerika dabei zumindest wider besseren Wissens gewähren ließen ist eine andere Geschichte, die für das Hollywood-System viel gravierender wäre. Maria Schrader erzählt in ihrem DokuDrama, wie es zwei Reporterinnen gelang, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Welche Konsequenzen für die Mächtigen Hollywoods, aber auch aus Politik oder Gesellschaft, das langfristig haben wird, wird sich zeigen. Das Sachbuch der beiden NY-Times Reporterinnen endet mit einer weniger optimistischen Note: Dem gescheiterten Versuch, Brett Kavanaugh, Kandidat für einen Posten am obersten Verfassungsgericht der Vereinigten Staaten, sexuellen Missbrauch nachzuweisen. PROGRAMMKINO.DE / MICHAEL MEYNS REGIE Maria Schrader BUCH Rebecca Lenkiewicz nach dem Sachbuch von Jodie Kantor and Megan Twohey DARSTELLER Carey Mulligan, Zoe Kazan, Patricia Clarkson, Andre Braugher, Jennifer Ehle, Samanatha Morton, Ashley Judd LAUFZEIT 135 Minuten FSK ab 12

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AB 8. DEZEMBER

WEISSES RAUSCHEN KOMÖDIE, DRAMA, HORROR |USA| 2022

Angst vor dem Tod, Pillen, popkultureller Overkill, aufkommender Faschismus: Was sich wie die Gegenwart anhört ist der Inhalt von Don DeLillos legendärem 80er JahreRoman „White Noise“, den Noah Baumbach nun kongenial verfilmt hat. Ein neues Studienjahr beginnt am liberalen College-on-the-Hill, Jack Gladney (Adam Driver), Professor für Hitler-Studien, bereitet sich auf den Unterricht vor, während seine Frau Babette (Greta Gerwig) zu Hause eine Pille namens Dylar einwirft. Gladneys neuer Kollege Murray Chalmers (Don Cheadle) ist von einer besonderen Gestalt der amerikanischen Popkultur fasziniert: Elvis. Ebenso aber von Autounfällen im Hollywoodkino, die er als kathartischen Moment interpretiert, um die Todesangst der Gegenwart zu

bewältigen. Denn man schreibt das Jahr 1984, die ReaganÄra steuert ihrem Höhepunkt entgegen, die Bedrohung eines Nuklearkrieges liegt in der Luft, aber schon der Zusammenstoß eines Zuges mit chemischem Material und eines Lastwagens mit Gas, sorgt durch eine folgenschwere Explosion und anschließender Giftgaswolke für allgegenwärtige Panik... Ein erhebliches Maß Wahnwitz zieht sich durch „White Noise“, die überaus ambitionierte Adaption des als unverfilmbar geltenden Romans von Don DeLillo. Wie präzise er unwissentlich die Gegenwart nicht nur aber besonders der USA beschrieben hat, wird ein Grund gewesen sein, dass sich Noah Baumbach nun an eine Adaption gewagt hat. Denn so wie David O. Russells brillanter „Amsterdam“ zwar in den 30er Jahren spielt, aber das Amerika der Gegenwart spiegelt, spielt „White Noise“ zwar 1984, erzählt aber mindestens so viel über das zeitgenössische Amerika wie über die 80er Jahre. Dass die Panik vor der Giftgaswolke an die gerade mehr oder weniger überstandene Corona-Pandemie erinnert und die Flucht in Pillen an die Opium-Krise, die Amerika noch plagt, liegt auf der Hand und lässt „White Noise“ erst recht zu einer Metapher über die Gegenwart werden. Dass Baumbachs Film dabei nicht immer mehr ist als seine Teile ist, kann man verschmerzen. Viel zu unterhaltsam ist das Geschehen, viel zu überdreht in seinem satirischen Exzess, so voller Details und Anspielungen, dass „White Noise“ vielleicht nicht immer Sinn ergibt, aber in jedem Moment gleichermaßen irritiert wie fasziniert. PROGRAMMKINO.DE / MICHAEL MEYNS

REGIE Noah Baumbach DARSTELLER Adam Driver, Greta Gerwig LAUFZEIT 136 Minuten

PETER JACKSONS EPOS EINMALIG WIEDER AUF DER RIESENBILDWAND!

„Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ Das große Wiedersehen mit den Hobbits, Orks und Elben auf unserer übergroßen, gekrümmten Cinerama-Bildwand! Feiert mit uns die Wiederaufführung von Peter Jacksons Epos der Nullerjahre! Es gilt genügend Sitzfleisch mitzubringen, der Marathon endet circa 12 Stunden nach Start. Wir bieten in den Pausen warme Snacks und Erfrischungen.

USA/Neuseeland 2001 - 2003 – Regie: Peter Jackson – 726 Minuten

Samstag, 17. Dezember – 12.00 Uhr TRIPLE FEATURE im englischen Original


AB 15. DEZEMBER

STILLE POST

DRAMA | DEUTSCHLAND | 2021 Sein Leben gerät aus den Fugen, als einem Berliner Grundschullehrer Kriegsbilder aus seiner kurdischen Heimatstadt zugespielt werden. Beklemmender, auf wahren Begebenheiten beruhender Film. Khalil ist Grundschullehrer und lebt mit seiner Freundin, der Journalistin Leyla, in Berlin. Als sie ihm Kriegsvideos aus seiner Heimatstadt in der Türkei – der kurdischen Stadt Cizre zeigt, gerät Khalils geordnetes Leben aus den Fugen: er meint, seine tot geglaubte Schwester in den Amateuraufnahmen erkannt zu haben. Über die kurdische Gemeinschaft versucht er mit ihr Kontakt aufzunehmen. Im Gegenzug soll er die Kriegsvideos in die deutschen Nachrichten bringen. Doch kein Sender zeigt Interesse, andere Konflikte haben einen höheren News-Wert. Erst als Khalil und Leyla die Videos manipulieren, bekommen sie die mediale Aufmerksamkeit, die sie sich gewünscht haben: es wird berichtet und politische Debatten nehmen Fahrt auf. Doch als der Konflikt auch Khalils Schulkasse erreicht, realisiert er, es geht nicht mehr nur darum, im Wettbewerb der Nachrichtenbilder zu bestehen, sondern um sein eigenes Leben in Berlin zu beschützen. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten. Ausgangspunkt sind die authentischen Handyvideos aus der kurdischen Kriegsregion Rojava. Regisseur Florian Hoffmann: “Meine Reise mit diesem Film begann 2015 als ich mitbekam, wie ein Vorfall in der Türkei meine kurdischen und türkischen Freunde in Berlin über Nacht entzweite. Das türkische Militär hatte in einer Nacht- und Nebelaktion die kurdische Stadt Cizre umzingelt und eine Ausgangssperre über sie verhängt: niemand durfte die Stadt betreten. Kurz darauf begann das türkische Militär Cizre zu bombardieren. Was an diesem Fall besonders war: die Militäroperation ging mit einer Medienstrategie einher. Die Stromverbindung der Stadt wurde gekappt, das Internet abgestellt und Störsender errichtet, die den Handyempfang der Bewohner:innen verhinderten. Das türkische Militär wollte sichergehen, dass kein Bild dieser Geheimoperation die Stadt verlässt. In der berliner Diaspora kursierten allerlei Gerüchte und Fake-News über die Geschehnisse in Cizre. Um mehr zu erfahren, musste ich selbst hinfahren. Mir als deutscher Staatsbürger war dies eher möglich als meinen türkischen und kurdischen Freunden. Erst nach 79 Tagen wurde die Ausgangssperre für wenige Tage aufgehoben. Ich fand eine zerstörte Stadt vor und sprach mit traumatisierten Einwohnerv:innen. Zugleich sicherte ich die Videos, die die Bewohner:innen von Cizre heimlich mit ihren Handys gedreht hatten, und die Angriffe und Menschenrechtsverletzungen während der Ausgangssperre belegten”. REGIE Florian Hoffmann DARSTELLER Hadi Khanjanpour, Kristin Suckow, Aziz Capkurt LAUFZEIT 95 Minuten FSK ab 12

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PREMIERE

in Anwesenheit Regisseur und Hauptdarsteller Mittwoch, 14. Dezember 18:30 Uhr


AB 15. DEZEMBER

DEM LEBEN AUF DER SPUR DRAMA | ISLAND, IRLAND U.A.| 2019

Um den letzten Wunsch seiner Frau zu erfüllen, muss ein Vater gemeinsam mit seinem entfremdeten Sohn eine große Reise antreten. Einfühlsames Vater-Sohn-Roadmovie vor der wilden Kulisse Irlands Frank Fogle (John Hawkes), ein sanftmütiger, etwas unbeholfener Mann, sieht sich nach dem Tod seiner geliebten Frau Anna nach langer Zeit mit seinem entfremdeten Sohn Sean (Logan Lerman) konfrontiert. Denn kurz vor Annas Tod hat sie Frank das Versprechen abgenommen, gemeinsam mit Sean von Alabama nach Nordirland zu reisen, um ihre Asche an einem abgelegenen, idyllischen See zu verstreuen. Sean, der gerade seine Haftstrafe wegen Autodiebstahls und anderer Kleinkriminalitäten abgesessen hat, ist zunächst alles andere als begeistert davon, sich auf diese Reise einzulassen. Einzig das Versprechen seines Vaters, ihn danach nie wieder sehen zu müssen, kann ihn dazu bewegen, Frank zu begleiten. Im weit entfernten Irland angekommen, lernt Sean die aufgeweckte Jewel (Sarah Bolger) kennen, die sich den beiden kurzerhand anschließt und die ohnehin schwierige Beziehung zwischen Vater und Sohn auf eine weitere Probe stellt. Doch mit jedem weiteren Kilometer, den sie in ihrem Mietwagen zurücklegen, reift bei Frank und Sean auch die Erkenntnis, dass es nie zu spät ist, die Wunden der Vergangenheit zu heilen. Der isländische Regisseur Elfar Adalsteins erzählt in seinem Spielfilmdebüt “Dem Leben auf der Spur” vor der beeindruckenden Kulisse Irlands einfühlsam und authentisch von einem ungewöhnlichen Vater-Sohn-Roadtrip, den Schatten der Vergangenheit und der Hoffnung auf Neuanfang. Dafür konnte Adalsteins den Oscar® nominierten John Hawkes und den ehemaligen „Percy Jackson“-Darsteller Logan Lerman gewinnen, die dem Film trotz seiner leisen Töne enorme Kraft und Intensität verleihen. Der Film feierte seine Premiere beim Edinburgh International Film Festival. REGIE Elfar Adalsteins DARSTELLER John Hawkes, Logan Lerman, Sarah Bolger LAUFZEIT 96 Minuten

AB 15. DEZEMBER

WO IST GOTT?

DOKUMENTATION | DEUTSCHLAND | 2019 Vier Menschen finden Gott in jeweils einer anderen Religion: im Christentum, im Islam, im Judentum und im Buddhismus. In diesem Dokumentarfilm werden ihre Wege zu Gott vorgestellt. Wir begleiten vier Brückenbauer/innen aus Judentum, Islam, Buddhismus und Christentum an den Anfang ihrer Geschichten bis heute. Im Mittelpunkt steht die Liebe: Wie haben sie gelernt, sich selbst und andere zu lieben? Sie wollen ihre zutiefst menschlichen Erfahrungen auf ihrem Lebensweg weitergeben und uns an einem existentiellen Prozess teilhaben lassen, der so universal ist, dass sich jeder Mensch darin wiederfinden kann. Gibt es eine umfassende Matrix hinter unserem Dasein? Welche Rolle spielen wir im Universum? Werden wir für Fehler, die wir gemacht haben, irgendwann zur Rechenschaft gezogen? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt es ein transzendentes Wesen? Gibt es Gott? Menschen leben ihre Sehnsucht nach Heil und Ganzheit in den unterschiedlichsten Formen von Religion und Meditation aus. Insbesondere Meditationstechniken östlicher Traditionen wie Yoga und Zen haben Hochkonjunktur. Hier finden Menschen so etwas wie einen direkten Zugang zu intensiven, nicht alltäglichen Erfahrungen, durchlaufen tiefgreifende Wandlungsprozesse und öffnen sich dem Erleben der Transzendenz. REGIE Sandra Gold LAUFZEIT 105 Minuten

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AB 15. DEZEMBER

AFTERSUN

TRAGIKOMÖDIE, DRAMA, KOMÖDIE | GROSSBRITANNIEN, USA | 2021 Aus echten und imaginierten Erinnerungen formt Charlotte Wells in ihrem Debütfilm „Aftersun“ das melancholische Bild eines Sommerurlaubs, den eine Zwölfjährige einst mit ihrem Vater verbracht hat. Ein atmosphärischer Film, dem es gelingt mit Leerstellen und Auslassungen vom Moment des Erwachsenwerdens zu erzählen. Vor Jahren war Sophie (Frankie Corio) mit ihrem Vater Calum (PaulMescal) im Urlaub. In einem Ressort in der Türkei verbrachten Vater und Tochter ein paar Tage, er war damals vielleicht 30, sie zwölf. Es war einer der wenigen Momente, an denen Vater und Tochter viel Zeit miteinander verbringen konnten, denn im Alltag lebte Sophie bei ihrer Mutter in Glasgow, während Calum in London zu Hause ist. Mit ihrer Videokamera hat Sophie immer wieder Augenblicke eingefangen, hat ihren Vater gefilmt, sich selbst im Spiegel, hat Momente festgehalten, die sie nun zu entschlüsseln sucht. Denn „Aftersun“ ist eine Rückblende, blickt aus der Gegenwart in die Vergangenheit zurück, zeigt die Erinnerung der älteren Sophie (Celia Rowlson-Hall), die nun selbst vielleicht 30 Jahre alt ist, eben so alt wie es Calum in jenem Sommer war. Das „Aftersun“ nicht im Präsens sondern im Perfekt erzählt wird, verleiht den gezeigten Begebenheiten eine tiefe Melancholie. Denn es ist nicht die junge, unschuldige Sophie, die unmittelbar die Momente an der türkischen Küste erlebt, die einen weitestgehend unbeschwerten Sommer mit ihrem Vater verbringt, sondern die ältere, lebenserfahrene Sophie, die sich an diese Momente zurückerinnert. Wells erzählt in Ellipsen, belässt es bei Andeutungen und verbleibt im Ungefähren. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Film, der von einem traurig-sehnsüchtigen Grundton durchzogen ist und von der Flüchtigkeit von Erinnerungen erzählt. PROGRAMMKINO.DE / MICHAEL MEYN REGIE Charlotte Wells DARSTELLER Celia Rowlson-Hall, Frankie Corio, Paul Mescal LAUFZEIT 101 Minuten FSK ab 12 Jahren

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AB 22. DEZEMBER

EO

DRAMA | POLEN, ITALIEN | 2022

AB 22. DEZEMBER

ENNIO MORRICONE – DER MAESTRO

Aus den Augen eines Esels erzähltes Drama über den ungewöhnlichen Weg des Tieres durch Europa.

Mit seinem sehr bewegenden Dokumentarfilm setzt der italienische Regisseur Giuseppe Tornatore einem der größten Filmkomponisten aller Zeiten ein Denkmal: Ennio Morricone. In einem langen Interview erzählt der “Maestro” sehr ausführlich von den Anfängen seiner Musikerlaufbahn bis hin zu seiner letzten Arbeit, immer kommentiert von entsprechendem Archivmaterial sowie unzähligen Filmausschnitten. Natürlich kommt dabei auch die Musik von Morricone nicht zu kurz und sorgt mehr als nur einmal für Gänsehautmomente. Viele bekannte italienische Filmregisseure, Filmkomponisten und weitere Wegbegleiter Morricones teilen vor der Kamera ihre persönlichen Erinnerungen an Morricone. Tornatores Film gerät gleichzeitig zu einem Streifzug durch die italienische Filmgeschichte und sorgt auch hier für einige Gänsehautmomente. Die Entscheidung für das CinemaScope-Format verleiht dem Dokumentarfilm echte Kinoqualität, was insbesondere dann zur Wirkung kommt, wenn Tornatore seinen Lieblingskomponisten beim Dirigieren im Konzertsaal perfekt kadriert. Der Film empfiehlt sich nicht nur für Fans des Komponisten, sondern spricht ein sehr breites Publikum an. Denn es dürfte kaum jemanden geben, der nicht schon einen Film mit der Musik des Maestros gesehen hat. Von der schieren Länge des Films – 156 Minuten – sollte man sich dabei nicht abschrecken lassen. Denn die vergehen wie im Flug!

Aus den Augen des Esels Eo betrachtet, ist die Welt ein mysteriöser Ort. Der graue Esel mit den melancholischen Augen begegnet auf seinem Weg guten und bösen Menschen, er erlebt Freud und Leid, und das Schicksal verwandelt abwechselnd sein Glück in Unglück und seine Verzweiflung in unerwartetes Glück. Niemals aber verliert Eo seine Unschuld. 33 Jahre nach seiner letzten Einladung nach Cannes kehrt Jerzy Skolimowski - 1982 mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnet für "Schwarzarbeit" und 1978 geehrt mit dem Großen Preis der Jury für "Der Todesschrei" - zurück in den Wettbewerb, nachdem der 84-Jährige seine letzte Arbeit, "11 minuti", in Venedig gezeigt hatte. Der Film des polnischen Filmemachers trägt unverkennbare Parallelen zu Bressons Klassiker "Zum Beispiel Balthasar", streng aus der Sicht des Esels erzählt, eine Vision unseres Europa der Gegenwart. Eo ist der 18. Spielfilm des polnischen Filmemachers Jerzy Skolimowski, für den er gemeinsam mit Ewa Piaskowska auch das Drehbuch verfasste. Beide hatten schon an seinen vorangegangenen Werken “Essential Killing” (2010) und “Vier Nächte mit Anna” (2008) zusammengearbeitet. Es handelt sich bei Skolimowskis Film um eine Neuinterpretation von Robert Bressons Werk “Zum Beispiel Balthasar” aus dem Jahr 1966. Es sei laut dem polnischen Regisseur der einzige Film, der „ihn wirklick bewegt“ habe. Für den Namen des Titelhelden soll die Figur des pessimistischen „I-Aah“ bzw. „Eeyore“ aus A. A. Milnes Kinderbuch “Pu der Bär” Pate gestanden haben. Für die Hauptrollen wurden u. a. Sandra Drzymalska als Kasandra, Mateusz Kościukiewicz, Lorenzo Zurzolo und Isabelle Huppert als Gräfin verpflichtet. Für die Produktion zeichnen Skolimowski und Koautorin Piaskowska gemeinsam mit Eileen Tasca jeweils für die polnische Skopia Film und die italienische Gesellschaft Alien Films verantwortlich. Als Executive Producer konnte Jeremy Thomas gewonnen werden, der u. a. 1978 Skolimowskis Horrorfilm “Der Todesschrei” sowie “Essential Killing” produziert hat

REGIE Giuseppe Tornatore DARSTELLER Ennio Morricone LAUFZEIT 163 Minuten FSK 12

REGIE Jerzy Skolimowski DARSTELLER Sandra Drzymalska, Mateusz Kosciukiewicz, Tomasz Organek LAUFZEIT 88 Minuten

DOKUMENTATION | ITALIEN, BELGIEN U.A. | 2019

Preisgekrönter Dokumentarfilm, der kurz vor Morricones Tod im Jahr 2019 entstand. Eine gelungene Symphonie aus Konzertaufnahmen, Filmausschnitten und Stimmen prominenter Wegbegleiter.

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AB 22. DEZEMBER

DER DENKWÜRDIGE FALL DES MR. POE THRILLER, HISTORIE, KRIMI | USA | 2022

Starbesetzter, atmosphärisch dichter historischer Krimi um den berühmten Edgar Allen Poe. Wir garantieren Euch Gänsehaut! An einem grauen Wintermorgen im Jahr 1830 wird ein Kadett an der Militärakademie West Point tot aufgefunden. Doch als man im Leichenschauhaus entdeckt, dass das Herz des jungen Mannes auf gekonnte Art entfernt wurde, wird aus einer Tragödie ein schreckliches Verbrechen. Die Leitung von West Point fürchtet um den Ruf der noch neuen Militärakademie und bittet den örtlichen Ermittler Augustus Landor (Christian Bale), den Mordfall zu lösen. Da ihn der Schweigekodex der Kadetten bei seinen Ermittlungen behindert, beauftragt er einen von ihnen, ihm bei der Lösung des Falls zu helfen – einen exzentrischen jungen Mann mit einer Vorliebe für Poesie, der den harten Alltag des Militärs verabscheut. Sein Name lautet Edgar Allan Poe (Harry Melling). Der Mystery-Thriller Der denkwürdige Fall des Mr. Poe basiert auf dem gleichnamigen Kriminalroman von Louis Bayard (im englischen Original: The Pale Blue Eye). Der erste Teaser zum Film lässt schon mal erschaudern. Nicht nur wegen der gruseligen Atmosphäre, sondern auch wegen der eisigen Schneelandschaft. Scott Cooper führte bei der Verfilmung von Louis Bayards Kriminalroman "Der denkwürdige Fall des Mr Poe" die Regie. Der Brite Harry Melling spielt Edgar Allan Poe, Christian Bale ist in der Rolle von Augustus Landor zu sehen. Bale hatte bereits in Coopers Filmdrama “Auge um Auge” eine Hauptrolle übernommen und ebenso in seinem Western “Feinde – Hostiles”. Neben dem Regisseur, John Lesher und Tyler Thompson war Bale auch einer der Produzenten des Films. Die Dreharbeiten fanden von Ende November 2021 bis Ende Februar 2022 statt. Zu den Drehorten zählten Pittsburgh und das Westminster College in New Wilmington. Als Kameramann fungierte der Japaner Masanobu Takayanagi. Zur Starbesetzung gehören unter anderem Gillian Anderson, Lucy Boynton, Charlotte Gainsbourg, Toby Jones, Harry Lawtey, Simon McBurney, Hadley Robinson, Timothy Spall und Robert Duvall. REGIE Scott Cooper DARSTELLER Christian Bale, Harry Melling, Gillian Anderson LAUFZEIT 128 Minuten

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AB 22. DEZEMBER

VERLORENE ILLUSIONEN DRAMA | FRANKREICH, BELGIEN | 2021

Die Adaption von Balzacs Roman gewann bei den „französischen Oscars©“ der César-Filmpreisverleihung sieben Trophäen, inklusive dem „Besten Film“. Die Produktion ist ein Stelldichein französischer Schauspielstars: Vincent Lacoste, Xavier Dolan und Cécile de France!

Im Paris des frühen 19. Jahrhunderts will der junge Schöngeist Lucien Chardon Dichter werden. Die Kunstmäzenin de Bargeton, mit der er eine Affäre hatte, führt den Apothekersohn als „de Rubempré“ in die feine Gesellschaft ein. Als seine bürgerliche Herkunft ans Licht kommt, wird Lucien fallengelassen. Schnell lernt er, wie man sich in der Stadt über Wasser hält. Tinte und Feder werden seine Waffen, aber nicht als Poet, sondern als Feuilletonist. Lucien heuert bei einer der kuriosen Klatschgazetten an. Mit boshaften Glossen und Kritiken pflegt er Allianzen und Feindschaften, wird Teil des Spektakels und vergisst seine eigentliche Ambition. Der dreiteilige Roman „Illusions perdues“ von Honoré de Balzac übt schillernde Kritik an der nachrevolutionären Pariser Gesellschaft. Royalisten und Liberale ringen um die Macht, Glückssucher streben nach Erfolg. Im Taumel aus Schein und Sein kommen und gehen die Moden, Gerüchte, Lügen und Skandale. Das teils frei adaptierte Drehbuch von Jacques Fieschi und Xavier Giannoli nimmt sich eine gute Stunde Zeit, um die Lebenswelt einzuführen. Der Protagonist ist vorerst auf die Rolle des Zuhörers beschränkt, wenn ihm etwa der Redakteur Etienne die Spielregeln erklärt. Dann ergreift er die Initiative, will „diese Welt an der Kehle packen und sie auf den Boden zwingen.“ Die Gesellschaftskritik ist bissig und beschwört Bezüge zur Klatschpresse, zu Medienkampagnen und Entrüstungsstürmen der Gegenwart. Das Pariser Verlags- und Pressewesen ist hier eine einzige Farce. Und das Publikum wird daran erinnert, dass manch heutige Übel wie Fake News oder Hate Speech so ähnlich längst dagewesen sind. REGIE Xavier Giannoli DARSTELLER Benjamin Voisin, Cécile de France, Vincent Lacoste LAUFZEIT 150 Minuten FSK ab 12 Jahren

TRAUMFABRIK 2022/23 | #23

IMMER SONNTAGS 15:00 UHR IN DER SCHAUBURG

27.11.22 04.12.22 11.12.22 18.12.22 15.01.23 22.01.23 29.01.23 05.02.23

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

THE CIRCUS / DER ZIRKUS (1928) CITY LIGHTS / LICHTER DER GROSSSTADT (1931) MODERN TIMES / MODERNE ZEITEN (1936) THE GREAT DICTATOR / DER GROSSE DIKTATOR (1940) MONSIEUR VERDOUX / DER HEIRATSSCHWINDLER VON PARIS (1947) LIMELIGHT / RAMPENLICHT (1952) A KING IN NEW YORK / EIN KÖNIG IN NEW YORK (engl. OV 1957) A COUNTESS FROM HONG KONG / DIE GRÄFIN VON HONGKONG (engl. OV 1967)

Mit freundlicher Unterstützung der

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AB 29. DEZEMBER

ANNIE ERNAUX – DIE SUPER-8 JAHRE DOKUMENTATION | FRANKREICH | 2022

Ernaux kommentiert Aufnahmen der Jahre 1972–1981 auf ihre einmalige, poetische und zugleich gesellschaftsanalytische Weise aus heutiger Perspektive. Filmischer Schatz, der Persönliches mit der Geschichte eines Jahrzehnts und eines Landes verknüpft. Im Winter 1972 gründet die französische Schriftstellerin Annie Ernaux mit ihrem Ehemann Philippe eine Familie, und die beiden legen sich eine Super-8-Kamera zu. In der Folge zeichnen sie über 9 Jahre ein französisches Mittelklasse-Leben auf, nicht nur Szenen einer Ehe, sondern auch Reisen an politisch außergewöhnliche Orte wie Chile, Albanien oder Russland werden dokumentiert. “Annie Ernaux – Die Super-8 Jahre” (1972 bis 1981) ist das feministische Dokument eines 9-jährigen Aufbruchs einer jungen Frau, die am Anfang noch von der Kamera ihres Mannes beim verschämten Schreiben ertappt wird, weil sie als junge Mutter und Lehrerin andere Pflichten hat, als ihren Weg als Schriftstellerin zu suchen. Aber am Ende, nach der Trennung von ihrem Mann, wird ihr mit ihrem Buch „Der Platz“ der internationale Durchbruch gelingen. In ihrem ersten Film zeigt uns die über 80 jährige Literaturnobelpreisträgerin Annie Ernaux ihren `avant text´, den Vor-Text ihres Schreibens. Natürlich nicht ohne ihn mit einem `nach-den-Bildern-Text´ zu kommentieren, wie er für alle ihre literarischen Werke typisch ist. „Ernaux ist hier wieder die Soziologin einer sehr intimen Weltbeschreibung. „Man merkt sehr stark, dass dieses Schreiben für sie nicht wichtig, sondern überlebenswichtig war in dieser Zeit. Ernaux erarbeitet sich quasi eine eigene Perspektive auf ihre eigene Familie, auf ihre Erinnerung und auch auf ihre Sehnsucht und Traurigkeit damals, die man in den Bildern nicht sieht.“ DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

REGIE Annie Ernaux, David Ernaux-Briot LAUFZEIT 61 Minuten

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AB 29. DEZEMBER

WAS MAN VON HIER AUS SEHEN KANN DRAMA | DEUTSCHLAND | 2022

Eine junge Frau, die den Tod vorhersehen kann, hält eine kleine Dorfgemeinschaft auf Trab. Bestsellerverfilmung über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen und die Suche nach dem Sinn im Leben. Luise (Luna Wedler) ist bei ihrer Großmutter Selma (Corinna Harfouch) in einem abgelegenen Dorf im Westerwald aufgewachsen. Selma hat eine besondere Gabe, denn sie kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Ort. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Das ganze Dorf hält sich bereit: letzte Vorbereitungen werden getroffen, Geheimnisse enthüllt, Geständnisse gemacht, Liebe erklärt … Mit „Was man von hier aus sehen kann“ gelang Mariana Leky (Graf & Graf Literaturagentur) ein wahrer Überraschungshit in der deutschen Buchbranche: Der Roman erschien im Juli 2017 im DuMont Buchverlag und wurde seither mehr als 700.000-mal verkauft und in 22 Sprachen übersetzt. Das Hörbuch wurde für tacheles!/ Roof Music 2017 von Sandra Hüller eingesprochen. Entstanden ist nun ein phantasievoller Film über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen und die Suche nach dem Sinn im Leben. Begeben Sie sich auf die Reise in ein Dörfchen im Westerwald, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt und sich die großen Themen des Lebens im Kleinen wiederfinden. Regisseur Aron Lehmann (“Das schönste Mädchen der Welt”) hat Mariana Lekys wunderbaren Bestsellerroman über ein Dorf in der Provinz und seine skurril-liebenswerten Bewohner für die große Leinwand inszeniert. Die einzigartige Dorfgemeinschaft mit ihren warmherzig gezeichneten Charakteren wird durch ein wunderbares Schauspiel-Ensemble auf der Leinwand zum Leben erweckt: An der Seite von Corinna Harfouch (“Lara”, “Was bleibt”) als Großmutter Selma ist Luna Wedler (“Dem Horizont so nah”, “Das schönste Mädchen der Welt”) als Luise zu sehen sowie Karl Markovics (“Résistance – Widerstand”, “Die Fälscher”) als Optiker. In weiteren Rollen spielen Rosalie Thomass (“Die Känguru-Chroniken”, “Eine ganz heiße Nummer”), Benjamin Radjaipour (“Futur Drei”) und Peter Schneider (“Dark”, “Gundermann”, “Systemsprenger”). REGIE Aron Lehmann DARSTELLER Corinna Harfouch, Karl Markovics, Luna Wedler LAUFZEIT 103 Minuten FSK ab 6

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AB 29. DEZEMBER

DIE INSEL DER ZITRONENBLÜTEN DRAMA | SPANIEN, LUXEMBURG | 2021

Die zutiefst berührende Geschichte zweier sehr verschiedener Schwestern, die eine mysteriöse Erbschaft wieder zusammenbringt - unter der strahlenden Sonne Mallorcas und durchzogen von duftendem Sommerflair. Vor langer Zeit hat das Schicksal die Schwestern Marina (Elia Galera) und Anna (Eva Martín) voneinander getrennt. Ihre Kindheit verbrachten sie gemeinsam auf Mallorca, wo der Duft von Zitronenblüten die Luft erfüllt. Während Anna das Inselparadies nie verlassen hat, ist Marina als Ärztin um die Welt gereist. Doch als eine unbekannte Wohltäterin den Schwestern ihre Bäckerei vermacht, muss Marina in ihre Heimat zurückkehren. Das Anwesen soll verkauft werden. Anna hofft so, ihre Schulden loszuwerden – und ihren untreuen Ehemann gleich mit! Marina plant indessen einen Neuanfang. Neben Adoptionsstress und Verlobungsversprechen steht vor allem das lange aufgeschobene Wiedersehen mit ihrer Schwester auf dem Plan. Der Zauber der kleinen Bäckerei hält, was er verspricht: Während sie den wahren Gründen für ihre mysteriöse Erbschaft nachspüren, kommen Marina und Anna sich wieder näher... und schon bald weht der süße Geruch von frischgebackenem Brot durch die Straßen, der alte Geheimnisse aufwirbelt und den Sommer für die beiden Schwestern zu einer unvergesslichen Reise in die Vergangenheit werden lässt. In berauschenden Bildern und mit unvergleichlicher Farbenpracht gelingt mit “ Die Insel der Zitronenblüten” eine wunderschöne Adaption des gleichnamigen Romanerfolgs. Der Film erzählt eine Geschichte über verlorene und wiedergefundene Liebe, die besondere Verbindung zwischen Müttern, Töchtern und Schwestern, sowie die geheimnisvolle Kraft der Vergangenheit, die eine Familie zusammenhält. Wohlig wie ein warmer Sommerwind, erfrischend wie eine kühle Meeresbrise und erfüllt vom Duft köstlichen Zitronenkuchens: ein bewegendes und mitreißendes Kinoerlebnis, bei dem kein Auge trocken bleibt. REGIE Benito Zambrano DARSTELLER Elia Galera, Eva Martín, Tommy Schlesser LAUFZEIT 121 Minuten FSK 12

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MITTWOCH, 21. DEZEMBER 2022

ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST... FILMBOARD PRÄSENTIERT KURZFILMPROGRAMM UM 11. KURZFILMTAG IN SCHAUBURG Bei der 11. Ausgabe des Kurzfilmtags, der am kürzesten Tag des Jahres überall in Deutschland stattfindet, wird der Kurzfilm in all seinen Facetten gefeiert: als Einstieg in die Filmwelt für den Nachwuchs, als Kabinettstück gestandener Filmschaffender, als Spielwiese für Experimentierfreudige. Kuratiert wird das Programm in der Schauburg wie gewohnt vom Filmboard Karlsruhe. Das diesjährige Motto lautet: "Ich sehe was, was Du nicht siehst..." Der Kurzfilmtag findet am Mittwoch, 21. Dezember 2022, statt, Programmstart in der Schauburg ist um 21 Uhr. Auf dem Programm steht dieses Jahr u.a.: Der von der Iranerin Mitra Safa geschriebene Kurzfilm „The little girls“ (Regie: Mohamad Reza Misaggi, Iran 2021) erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das von seiner Familie in eine Kindsheirat gezwungen wird. So steht der beklemmende Film als Symbol für die Unterdrückung von Frauen im Iran, mit denen wir uns auch über diesen Programmpunkt hinaus solidarisieren und das iranische Regime stark kritisieren. „Paradiesvogel“ (Regie: Jannik Weiße, Deutschland 2021) spielt an einem heißen Sommerabend. Milan und Laurie treffen sich ein letztes Mal, um die Überbleibsel ihrer gescheiterten Beziehung auszutauschen. Darunter jede Menge Kleinkram – und ein Käfig, in dem ein Papagei sitzt: Das gemeinsame Haustier, das impulsiv gekauft wurde und jetzt zum Scheidungskind wird. Allerding will keiner der beiden Ziehelternteile das Tier nun behalten. Natasha, eine schwangere Russin, Li, ein chinesischer Geschäftsmann, und Jared, ein amerikanischer „Playboy“, stecken im Kurzfilm „Hold it!“ (Regie: Sebastian Feichtinger, Österreich 2021) in einem Aufzug fest. Als der Aufzug anhält, geraten Li und Jared in Panik. Jared, der versucht, mit Natasha zu flirten, aber klaustrophobisch ist, verliert die Kontrolle. Li hingegen kommt zu spät zu einem sehr wichtigen Geschäftstermin. Da er kein Englisch kann, gehen Natasha und Jared davon aus, dass er auch klaustrophobisch ist, und versuchen ihn zu beruhigen. Alles gerät ins Chaos und endet in einem Kampf zwischen Jared und Li, der von Natashas Ankündigung unterbrochen wird, dass ihre Fruchtblase geplatzt ist.

SPECIALS 21


SPECIALS IM

DEZEMBER KEVIN PUTS & GREG PIERCE: THE HOURS LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DER METROPOLITAN OPERA IN NEW YORK SAMSTAG | 10. DEZEMBER | 18.30 UHR Renée Fleming kehrt mit der Welturaufführung von The Hours des preisgekrönten Komponisten Kevin Puts zurück an die Met. Die auf Virginia Woolfs Roman Mrs. Dalloway basierende Geschichte, deren Verfilmung 2002 mit einem Oscar prämiert wurde, handelt von drei Frauen aus verschiedenen Epochen, die sich mit ihren inneren Dämonen und ihren Rollen in der Gesellschaft auseinandersetzen.

STILLE POST PREMIERE IN ANWESENHEIT VON REGISSEUR UND HAUPTDARSTELLER MITTWOCH | 14. DEZEMBER | 18.30 UHR Khalil ist Grundschullehrer und lebt mit seiner Freundin Leyla, Journalistin, in Berlin. Als sie ihm Kriegsvideos aus seiner kurdischen Heimatstadt in der Türkei zeigt, gerät Khalils geordnetes Leben aus den Fugen: er meint, seine tot geglaubte Schwester als Videoaktivistin hinter der Kamera zu erkennen. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten. Ausgangspunkt sind die authentischen Handyvideos aus der kurdischen Kriegsregion – zur Vorstellung begrüßen wir Regisseur Florian Hoffmann und seinen Hauptdarsteller.

HERR DER RINGE 1, 2 UND 3 TRIPLE-FEATURE | EXTENDED FASSUNGEN | ENGLISCHES ORIGINAL | ACHTUNG: OHNE UNTERTITEL SAMSTAG | 17. DEZEMBER | 12.00 UHR „Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ Das große Wiedersehen mit den Hobbits, Orks und Elben auf unserer übergroßen, gekrümmten Cinerama-Leinwand! Feiert mit uns die Wiederaufführung von Peter Jacksons Epos der Nullerjahre! Es gilt genügend Sitzfleisch mitzubringen, der Marathon endet circa 12 Stunden nach Start. Wir bieten in den Pausen warme Snacks und Erfrischungen.

ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST... : DER KURZFILMTAG 2022 IN KOOPERATION MIT DEM FILMBOARD KARLSRUHE E.V. MITTWOCH | 21. DEZEMBER | 21.00 UHR Bei der 11. Ausgabe des Kurzfilmtags, der am kürzesten Tag des Jahres überall in Deutschland stattfindet, wird der Kurzfilm in all seinen Facetten gefeiert. Gezeigt werden Liebesdramen, Spionagethriller, Komödien und Trickfilme, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven unserem Leitthema annähern: Ein Feuer, das nicht auf sich aufmerksam machen kann. Geheimdokumente der Stasi, die verborgen in einem Tresor lagern. Drei sehr unterschiedliche Personen, die in einem Aufzug stecken bleiben. Oder eine Gruppe von Brautjungfern, die auf einer Frauentoilette über die wichtigen Dinge des Lebens diskutieren. 22 SPECIALS


SO DAMN EASY GOING (SCHWEDISCHES OmU) QUEERFILMNACHT MITTWOCH | 28. DEZEMBER | 21.00 UHR In Joanas Kopf dreht eine Achtbahnfahrt wilde Loopings, alles ist ständig in Bewegung. Medizinisch gesagt: Sie hat ADHS. Mitten in ihrem inneren Chaos steht plötzlich eine neue Klassenkameradin vor ihr, die coole und selbstbewusste Audrey. Und Joana hat nicht mehr nur blitzende Gedanken, sondern auch ein wild pochendes Herz. Ein lustiger, bittersüßer romantischer Coming-of-Age-Film, ausgezeichnet mit dem QueerScope-Debütfilmpreis 2022.

2001: ODYSSEE IM WELTRAUM DEUTSCHE FASSUNG IN 70MM PROJEKTION NEUJAHRSSPECIAL SONNTAG | 01. JANUAR 2023 | 13.00 UHR Wie könnte 2023 gelungener starten als mit dem Film aller Filme – und das auch noch in bestmöglicher analoger Qualität? Wir zeigen zu Neujahr die von Christopher Nolan in Auftrag gegebene „unrestored“ Version von Stamley Kubrick’s Meilenstein in deutscher Synchronfassung. „Hänschen klein, ging allein, in die weite Welt hinein…“ SPECIALS 23


TRAUMFABRIK #23

DEZEMBER

CHARLIE CHAPLIN

SENIORENKINO

Unsere neue Traumfabrik-Staffel beleuchtet das Schaffen des bekanntesten Komödianten aller Zeiten. Charlie Chaplin fand den Stoff seiner dramatischen Charakter-Komödien in eigenen Erlebnissen: Als Sohn von Varietékünstlern lernte er früh Glanz und Elend des Showbusiness kennen, aber auch die Trostlosigkeit Londoner Armenhäuser.

Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 6€ inkl. 1 Glas Sekt

IMMER SONNTAGS UM 15 UHR MIT EINFÜHRUNG UND FILMGESPRÄCH

07.12.

14.12.

21.12.

28.12.

04. DEZEMBER | CITY LIGHTS / LICHTER DER GROSSSTADT | 35mm Projektion Chaplin versucht erfindungsreich, einer blinden Blumenverkäuferin das Geld für eine Operation zu verschaffen. - Mit seinem ersten Tonfilm bewies Chaplin, daß der kleine Tramp Ton nicht braucht: mit der Kraft seiner Darstellung, mit Geräuschen und Musik schaffte er einen überragenden internationalen Kassenerfolg (1932 lief der Film auch in Karlsruhe).

11. DEZEMBER | MODERN TIMES / MODERNE ZEITEN | 35mm Projektion

Foto: © Monkey Business – fotolia.com

Der Tramp als Fabrikarbeiter am Fließband, in der Fütterungsmaschine, unter Demonstranten, im Gefängnis, mit hungrigen Einbrechern und beim Traum von Eigenheim. Ein Porträt der Massengesellschaft, im Takt der Stechuhren und der Wirtschaftskrisen.

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND

18. DEZEMBER | THE GREAT DICTATOR / DER GROSSE DIKTATOR In einer Doppelrolle als jüdischer Friseur und selbstgefälliger Diktator bestreitet Chaplin seinen ersten Sprechfilm, eine treffende Satire auf Nazis, Faschismus und Menschenverachtung – heute so aktuell wie damals. 24 SPECIALS


Täglich 15.00 Uhr

KINDERKINO IM DEZEMBER nur

F

roß & Kl

Otfried Preußler

Martin Scorsese

4

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01. – 07. DEZEMBER

08. – 14. DEZEMBER

15. – 21. DEZEMBER

DIE KLEINE HEXE

HUGO CABRET

Verfilmung des Kinderbuch-Klassikers von Otfried Preußler, um die kleine Hexe und ihren Raben Abraxas, die auch wie die großen Hexen in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg herumfliegen möchten.

Anfang der Dreißigerjahre hilft Hugo seinem trunksüchtigen Onkel als Gehilfe dabei, sämtliche Uhren des Pariser Bahnhofs zu warten. Er lebt quasi auf sich allein gestellt in dem labyrinthartigen Gebäude und hält sich mit kleineren Diebereien über Wasser.

DIE MUCKLAS... UND WIE SIE ZU PETTERSSON UND FINDUS KAMEN Basierend auf den Figuren von Pettersson und Findus erzählt der Film die Geschichte der Mucklas und wie sie zu ihnen kamen. JAHR: 2022

JAHR: 2018 / LÄNGE: 103 MIN. / FSK: 0 JAHR: 2011 / LÄNGE: 126 MIN. / FSK: 6

22. – 28. DEZEMBER

29. DEZEMBER – 04. JANUAR

05. – 11. JANUAR

HARRY POTTER UND DER STEIN DER WEISEN

DIE EISKÖNIGIN – VÖLLIG UNVERFROREN

MINIONS 2 – AUF DER SUCHE NACH DEM MINI-BOSS

An seinem 11. Geburtstag erfährt Harry Potter, dass seine Eltern Zauberer waren. Als er von Hogwarts aufgenommen wird, erlebt Harry das Abenteuer seines Lebens.

Das Königreich Arendelle fällt in einen ewigen Winter. Nur die Königstochter Anna kann den Bann brechen.

Der Film spielt in den 1970er Jahren: der zwölfjährige Gru schmiedet einen Plan, böse genug zu werden, um sich einer Superschurken-Gruppe anzuschließen.

JAHR: 2013 / LÄNGE: 103 MIN. / FSK: 0 JAHR: 2001 / LÄNGE: 152 MIN. / FSK: 6

STAG SK IN D ER ! AC H TU N G G EB U RT stag habt Ihr An Eurem Geburt

FREIEN EerINkinoTR! ITT ins Kind

JAHR: 2022 / LÄNGE: 90 MIN. / FSK: 0

GEBURTSTAGSFEIER IM KINO??

Es ist ganz einfach und viel günstiger als Sie vielleicht denken. Wenn gewünscht inklusive Feier mit Pizza, Chicken Nuggets oder Kuchen und Kakao. Eine Führung hinter die Kulissen der Schauburg ist möglich. Sprechen Sie uns einfach an ... Telefon 0721 35000 15 / -17 / -18 (Büro) / info@schauburg.de

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat die SCHAUBURG von 1976 bis 2018 jährlich für ein hervorragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet.


FILMVORSCHAU

JANUAR 2023

AB 12. JANUAR

ACHT BERGE

AB 5. JANUAR

OPERATION FORTUNE Ein Superspion soll einen brisanten Waffendeal aufklären und den Verkauf einer neuen hochgefährlichen Technologie verhindern. Widerstrebend wird er dabei mit einigen der weltbesten Agenten auf Mission geschickt. Als Ablenkungsmanöver rekrutieren sie Hollywoods größten Filmstar und begeben sich auf internationalen Undercover-Einsatz. Ultracoole Action, perfekter Style und lässiger Humor.

Pietro ist ein Junge aus der Stadt, Bruno das letzte Kind eines vergessenen Bergdorfes. Wagemutig erkunden sie die verlassenen Häuser des Bergdorfs. Jahre später schlagen sie verschiedene Wege ein. Während Bruno im Heimatdorf bleibt, zieht es Pietro in die weite Welt. Das unsichtbare Band zwischen ihnen bringt Pietro jedoch immer wieder in die Heimat zurück, auf der Suche nach Zuflucht und Freundschaft... Der neue Film vom Regisseur von “The Broken Circle” REGIE Felix van Groeningen, Charlotte Vandermeersch DARSTELLER Alessandro Borghi, Luca Marinelli, Elena Lietti

REGIE Guy Ritchie DARSTELLER Jason Statham, Aubrey Plaza, Cary Elwes

AB 12. JANUAR

HOLY SPIDER

AB 19. JANUAR

BABYLON – RAUSCH DER EXTASE

Basierend auf einem wahren Fall, der Anfang der Nuller Jahre die iranische Gesellschaft erschütterte, beschreibt Ali Abbasi ein Land voller Vorurteile und patriarchalischer Strukturen, in der Frauen wenig und Prostituierte gar keinen Wert haben. Mischung aus Serienkillerfilm und Sozialdrama.

Kühn, sexy, glamourös und einzigartig: Nach seinen Welterfolgen „La La Land“ und „Whiplash“ erzählt Damien Chazelle von der Seele Hollywoods und von Aufstieg und Fall all derjenigen, die sich dem Leben im Scheinwerferlicht verschrieben haben. Es ist die Geschichte von überbordendem Ehrgeiz, ausgelassener Dekadenz und ausschweifender Verderbtheit.

REGIE Ali Abbasi DARSTELLER Mehdi Bajestani,

REGIE Damien Chazelle DARSTELLER Brad Pitt,

Zahra Amir Ebrahimi, Arash Ashtiani

26 VORSCHAU

Margot Robbie, Samara Weaving

AB 26. JANUAR

CAVEMAN Basierend auf dem weltberühmten Broadway-Theaterstück „Caveman“ erscheint im kommenden Januar eine hochkarätig besetzte Filmversion des Mann-Frau-Klamauks. Während diese ihr Hauptaugenmerk zunächst noch auf angestaubten Mario-Barth-Humor legt, wandelt sich das Moritz-Bleibtreu-Vehikel nach und nach zum Trojanischen Pferd, oder besser: zum Trojanischen Film. REGIE Laura Lackmann DARSTELLER Moritz Bleibtreu,

Laura Tonke, Wotan Wilke Möhring


01.01.23 NEUJAHRS MATINEE 13 UHR

2001: REGIE

STANLEY KUBRICK

a space odyssey NEUE 70mm Kopie

NEUJAHRS MATINEE 1. JANUAR 2023 | 13 UHR DEUTSCHE SPRACHFASSUNG INKL. PROGRAMMHEFT

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND


2022 DEZEMBER

„DER FILM FEIERT TRIUMPHIEREND DIE STÄRKE DER FRAUEN“ - FILM THREAT

ELIZABETH

BANKS

SIGOURNEY

WEAVER

AB 1. DEZEMBER IM KINO

DCM S TOR I E S.COM