Programmheft des Schauburg Cinerama Filmtheaters Karlsruhe

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AB 20. JANUAR

AN IMPOSSIBLE PROJECT DOKUMENTARFILM | DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH 2020

2008 machte es sich Florian “Doc” Kaps zur Aufgabe, die letzte Polaroid-Fabrik der Welt vor der Abwicklung zu bewahren. Der Regisseur und Produzent Jens Meurer porträtiert den Verfechter des Analogen. 2008 kam das erste iPhone auf den Markt und veränderte unseren Medienkonsum nachhaltig. Im selben Jahr stand die Schließung der weltweit letzten PolaroidFabrik im niederländischen Enschede an. Ein Endpunkt, den Florian „Doc“ Kaps als selbsternannter „Schutzpatron aller analogen Dinge“ nicht hinnehmen wollte. Stattdessen investierten der promovierte Biologe und einige Mitstreiter 180.000 Euro in die Rettung der Fabrik. Das Gebäude und die Maschinen blieben erhalten, auch vormalige Angestellte holte Kaps zurück, um den Betrieb unter dem Namen „Impossible Project“ wieder anzukurbeln. Für unerwartetes Kopfzerbrechen sorgte dabei die Herstellung des klassischen Polaroid-Sofortbildfilms, da manche der benötigten Chemikalien nicht mehr produziert wurden. Die Entwicklung einer neuen Rezeptur dauerte Jahre, in denen Kaps Menschen aus Berlin, Wien oder New York für seine Idee gewann. „Die Machart greift das Anliegen des Films auf. Gedreht wurde passenderweise auf analogem 35mm-Material, was nicht nur, aber ganz besonders im Dokumentarfilmsektor absoluten Seltenheitswert hat. Die technische Entscheidung verkomplizierte die Dreharbeiten, was die Unwägbarkeiten des vorgestellten Projekts im Produktionsprozess spiegelt. Auch der Score stammt nicht aus dem Computer, sondern wurde von einem Jazz-Orchester um die Sängerin Haley Reinhart eingespielt. Und natürlich ist auch das „Impossible Project“-Logo manuell hergestellt, ebenso der auf Buchdruckmaschinen gesetzte Abspann. Ohne das Digitale grundsätzlich abzulehnen, feiern Florian Kaps und der Regisseur Jens Meurer das Analoge. Sehr deutlich wird das beispielsweise, wenn die Kamera die Hallen einer Acrylfabrik zu betont weihevoller Musik abfährt. Die zahlreich eingefügten Bilder von Polaroid-Fotos, analogen Kameras oder Röhrenbildschirmen bilden einen Gegenpol zu den wiederkehrenden Impressionen von Menschen, die im Straßenbild mit Smartphones und Laptops hantieren – und das in Fensterscheiben gespiegelte Real Life missen. PROGRAMMKINO.DE / CHRISTIAN HORN REGIE Jens Meurer  BUCH Jens Meurer, Franziska Kramer, Cosima Lange  MITWIRKEND Florian Kaps, Oskar Smolokowski, Haley Reinhart, David Bohnett, Chris Bonanos, Scott Boms, Anna Kaps, Ilona Cerowska  LAUFZEIT 99 Minuten  FSK 0

„Eine wunderbare Verneigung vor einem schnöden Plastikstuhl, der so viel mehr ist als das.“ ZDF HEUTE JOURNAL

„Ein Dokumentarfilm, der den Monobloc zu einem Gradmesser für die Ungleichheit in der Welt werden lässt.“ D E U T S C H L A N D F U N K K U LT U R

„Globalisierung anders erzählt.“ BLICKPUNKT FILM

Ab 27. Januar im Kino

Buch & Regie Hauke Wendler Schnitt Sigrid Sveistrup Kamera Boris Mahlau Zusätzliche Kamera Jonny Müller-Goldenstedt Originalton Patrick Benze, Julian Krätzig, Detlev Meyer, Stefan Tuchel Aufnahmeleitung Andrea Pittlik Ausstattung Petra Edlic Tonmischung Yannick Rehder Tonik Studio Recherchen Andrea Pittlik, Prachi Bari, Emanuela Casentini, Eduardo Duwe, Henry Wasswa Sprecher Jens Wendland Produktionsassistenz Andrea Pittlik, Jacob Hendriks NDR Produktionsleitung Stefan Hoffmann, Tim Carlberg NDR Redaktion Timo Großpietsch NDR Produzenten Carsten Rau und Hauke Wendler eine PIER 53 Filmproduktion in Koproduktion mit Norddeutscher Rundfunk mit Unterstützung von MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Filmförderungsanstalt, Deutscher Filmförderfonds, Creative Europe Programme – MEDIA im Verleih von Salzgeber · salzgeber.de/monobloc

NEU IM JANUAR 13

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