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Die Macht der Psyche

Kraft schöpfen aus sich selbst

19__ Hoffnung für Querschnittgelähmte

24 __ Nichts wie raus: Familienspass Geocaching


BINSENWEISHEIT

Ist unser Essen heute weniger gesund? … und was wollten Sie schon immer mal wissen? Schreiben Sie uns – wir freuen uns auf Ihre Frage! redaktion@sanitas.com

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Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern auch sonst alles besser? Zumindest für Obst und Gemüse gibt es Entwarnung: Das ist gesund wie eh und je. Man würde es ihm sonst ansehen. Zum Wachsen und Gedeihen ra cht es ena ene ährst e ie a ch ns tt n An Vitaminmangel leidet unser heimisches Superfood also nicht. Paprika und Johannisbeeren (Vitamin C), Heidelbeeren (Vitamin A) oder Sellerie und Kohl (Vitamin K) sin wahre ährst w n er tischen nenten nnen Sie getrost einen Korb geben und auch teuren Nahrungsergänzungsmitteln. Frisch sollten Obst und Gemüse jedoch sein und am besten aus der Region. Denn nicht ei n a ehen ie ten t e ten s n ern währen Transport und Lagerung. Einige Vitamine sind nämlich licht- n wär ee fin liche i sen

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Liebe Leserin, lieber Leser annst alles scha en wenn n r aran la st en en ie a ist was ran n ieser s a e es anitas a a ins reht sich alles ie acht er s che as was sie ns ermöglichen kann, aber auch um herausfordernde s e te ir ei anitas wissen ass es n heit nicht nur auf körperlicher Ebene gefördert werden muss, sondern auch auf mentaler. Sich ein Ziel zu setzen, sei es noch so klein, und dieses erfolgreich zu erreichen, stärkt die Psyche. Dies gilt im er f wie i ri aten ir nterst t en eshal nsere itar eiten en it erschie enen n eten a ei sich iele r r - ife- nte rati n set en n aran ar eiten nseren Versicherten erieren wir it we asierten achin r ra en einfache n wir sa e nterst tn f r eine entale alance chen en wir ihr die Beachtung, die sie braucht, kann uns unsere s che hen en ani ieren ie wir ns selbst nie zugetraut hätten.

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Binsenweisheit Kurz & bündig

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DOSSIER DIE MACHT DER PSYCHE Gesund sein bezieht sich nicht nur auf den Körper, sondern genauso auf unsere Psyche. Deshalb sollten wir achtsam mit ihr umgehen. Gedanklich in Topform: Erkenntnisse aus der Sportpsychologie machen ns fit f r en llta n r fi Die Entwicklung des Ichs Hinfallen, aufstehen, weitermachen: Ein Resilienz-Coach erklärt, wie wir das Immunsystem der Psyche stärken. Was die Psyche stark macht: i s f r ie innere i erstan s raft Psychosomatik: enn er r er lar schlä t

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Endlich wieder stehen und gehen: Eine neuartige Therapie soll erschnitt eläh ten ie einf n ti n r c rin en Aus dem Leben: er tri t en richti en n Hausmittel: as e en star es chwit en hilft Geocaching: er s chet er fin et Sani und Elina: Tierisch viel Spass in der Badi Lexikon: Prämienverbilligung, Police und Franchise

Cover: Yves Bachmann

Dr. Andreas Schönenberger CEO, Sanitas

IMPRESSUM Herausgeber Sanitas Krankenversicherung, Jägergasse 3, 8021 Zürich, sanitas.com/magazin | Gesamtverantwortung Claudia Sebald | Redaktion Leoni Kontakt Hof (Leitung), Helwi Braunmiller, Julie Freudiger, Nicole Krättli, Katharina Rilling, Robert Wildi Übersetzungen S Art Direction Christine Gertsch und Franziska Bildnachweise Alle nicht Neugebauer | Lithografie Detail ag | Druck gekennzeichneten Bilder sind Eigentum von Sanitas oder von Sanitas lizenziert, S.4/5 © Nick Rickert/Unsplash, © iStock sa tau a 0 000 12 S Erscheinungsweise I M erscheint im November 2021.

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KURZ & BÜNDIG

Prävention —

Gute Neuigkeiten in Sachen Sport Ihre Zusatzversicherung lohnt sich jetzt noch mehr, denn Sanitas unterstützt Sie neu gezielter: Ab 1. Januar 2022 erweitert Sanitas die Liste anerkannter Massnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung und vergütet neu nicht nur das Fitnessabo, sondern auch Sportkurse. Das heisst für Sie: Mit der Zusatzversicherung Classic, Family oder Jump bekommen Sie unseren Beitrag von 200 Franken pro Kalenderjahr für deutlich mehr präventive Angebote als zuvor. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Ob Pilates, Walking oder Aqua-Training – Sie können jetzt aus einer Vielzahl an Angeboten auswählen. Eine Übersicht der vergüteten Kurse und anerkannten A S sanitas o tn ss

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Von Familienwanderern bis zu Einsteigerinnen, die gerade ihr erstes Mountainbike gekauft haben: die App Komoot verspricht für alle das perfekte Outdoorerlebnis. Sie schlägt passend zur Sportart die schönsten Wege vor, man kann aber auch eigene planen und sich mit anderen Nutzern über deren Lieblingsrouten austauschen. Mehr Informationen unter o oot

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KURZ & BÜNDIG

Digitales Impfbüchlein —

Mit einem Klick alles im Blick Wann hatten Sie Ihre letzte Tetanusi f n iese ra e stellt hnen hr Arzt nach einem Hundebiss oder einer Verlet n an eine r sti en a el it e i italen f chlein in er anitas rtal ha en ie ie ntw rt it eine lic arat n ihr nnen ie ie nf r ati nen hres fa sweises einfach hinterle en as f chlein ist a f e ne esten tan es chwei er f lans Sie können sich damit – falls gewünscht – auch an e rstehen e asisi f n en erinnern lassen sanitas.com/kupo-de

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Eine gesunde Umwelt kommt auch uns zugute. Deswegen erhebt der Bund seit 2008 Lenkungsabgaben S G via Krankenkassen an die Bevölkerung zurück. 2022 werden es rund 768 Millionen Franken sein – pro Person 88.20 Franken. Dieser Betrag wird von den Prämienrechnungen 2022 abgezogen.

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78,5 %

2022

der befragten Schweizerinnen und Schweizer geben an, dass mentale Probleme für sie kein Tabuthema sind und sie en ar er s rechen Quelle: Sanitas Health Forecast 2021

Kundenumfrage

I r u ri n it ist uns i ti Sanitas schneidet bei der diesjährigen Umfrage zur Kundenzufriedenheit von comparis.ch erneut sehr gut ab und gehört damit zu den besten Krankenversicherungen der Schweiz. Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen!

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DIE MACHT DER PSYCHE

Über sich selbst hinauswachsen

Foto: Wolfgang Warmuth

Sie kann uns stärken und motivieren – aber auch tief sinken lassen. Sie kann den feinen Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern ausmachen. Die Psyche ist ein mächtiges und wundersames Instrument. Und wenn wir behutsam mit ihr umgehen ein wahres Wunder.

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DOSSIER DIE MACHT DER PSYCHE

Kraft, Technik, Ausdauer – alles trainieren wir. Aber den Geist? Wie wir denken, eein sst ass e lich nsere eist n eshal acht rt s ch l e r et el eist n ss rtler ental star eine i s helfen a er nicht n r r fis Text

  Foto Fabian Hugo

Gedanklich in Topform Gibt es geborene Gewinner oder Verlierer? Nein. Vor 30 Jahren galt noch, dass Leistungsfähigkeit und mentale Stärke zu einem Drittel erworben, der Rest angeboren sei. Aber es verhält sich genau umgekehrt: Zwei Drittel sind erlernt. Wir können unsere Psyche durchaus steuern und an unserer Persönlichkeit arbeiten, damit wir mental stärker und resilienter werden. Wie gehen Sportler mit Nervosität und Leistungsdruck um? Negative Gedanken und Selbstzweifel sind immer da, tauchen aber vor allem kurz vor dem Wettkampf auf. Darauf sollte man sich gefasst machen und zum Beispiel mit der Stopp-Technik arbeiten: Stopp sagen, tief durchatmen und ein, zwei motivierende Gedanken im Geist wiederholen. Diese mentale Programmierung müssen die Athleten im Training üben. Auch der Fokus ist wichtig: Sich nur auf das Resultat zu konzentrieren, ist nicht ideal. Man sollte sich auch am Prozess orientieren. Wer sein Potenzial im Wettkampf ausschöpft, kann verlieren und trotzdem glücklich sein. Aber im Sport geht es nun mal oft ums Gewinnen. Natürlich zeichnet es den Leistungssportler aus, dass er sich star er ie eist n efiniert er as s llte nicht alles sein ie asis ist as s chische hl efinden. Wenn ich nur besser sein will als die anderen, kommen die Freude und der soziale Zusammenhalt zu kurz. Was kann das Mentaltraining bewirken? Jan Lochbihler, amtierender Weltrekordhalter im Schiessen, kam mit Motivationsproblemen zu mir. Er hat dann die Vision entwickelt, einen Weltrekord zu schiessen. Nur wenige Monate später hat er dieses Ziel erreicht – dank seiner Denkweise. Vermutlich waren noch andere Athleten in diesem Wettkampf auf Weltrekordkurs. Aber die wurden in dessen Verlauf nervös. Wir sollten also nicht ausschliesslich ans Ziel denken? Das Entscheidende ist, im richtigen Moment nicht zu denken. Während der Leistungserbringung muss ich die

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Führung dem Körper, also dem Unterbewusstsein, überlassen. Wenn Sie einen Sportler direkt nach dem Wettkampf fragen, warum er gesiegt habe, wird er vermutlich keine Antwort darauf haben. Die Leistung kam aus dem Automatismus, der Intuition oder eben dem Unterbewusstsein. Der Kopf, die Ratio, konnte endlich Pause machen. Sie beziehen das Unterbewusstsein ins Training mit ein. Wie funktioniert das? Ich habe eine Leichtathletin betreut, die verletzungsbedingt Monate vor ihrem Einsatz an Olympia nicht richtig trainieren konnte. Wir haben ausgerechnet, dass sie in ihrer Karriere schon Tausende von Sprüngen gemacht hat – der Körper verlernt das nicht in wenigen Wochen. Es waren nur ihre Gedanken, die ihr das suggerierten. Mit Visualisierungen, Trance und Entspannung trainierten wir mental den idealen Sprung. Es ist tatsächlich aufgegangen: Sie hat ein olympisches Diplom geholt. Die Athletin musste lernen, ihrem Körper zu vertrauen. Was kann ich von Spitzensportlern für meinen Alltag lernen? Etwa mit einer bejahenden Grundhaltung durch den Tag zu gehen. Ob wir unsere Gedanken positiv oder negativ formulieren, ist eine bewusste Wahl. Ich empfehle ein Feierabendritual: Schreiben Sie alles auf, was Sie noch erledigen müssen. Und legen Sie diese Liste dann weg bis zum nächsten Tag. So bringen Sie die To-dos aus dem Kopf. Schreiben Sie dann auf, was Ihnen heute gut gelungen ist, worauf Sie stolz sind und mit welchem Gefühl Sie am nächsten Morgen aufstehen möchten. Mit diesen positiven Gedanken gehen Sie ins Bett. Das klingt so einfach. Viele Menschen kämpfen aber mit Selbstzweifeln. Selbstzweifel sind etwas Gutes, sie zeigen, dass Sie Lust darauf haben, es noch besser zu machen. Aber die Zweifel an sich selbst dürfen nicht für bare Münze genommen werden. Das hat auch ein mehrfacher Olympia-Medaillengewinner gesagt: Sobald er seine Gedanken – in erster Linie Selbstzweifel – nicht mehr ernst nahm, konnte er zuverlässiger Bestleistungen erbringen.


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Ihr digitaler Coach Die Sanitas Active App motiviert Sie zu mehr Bewegung und einer gesunden Ernährung. sanitas.com/activeapp

Der Sportpsychologe Jörg Wetzel begleitet seit über 20 Jahren Topathletinnen und -athleten und coacht seit 2006 auch Teilnehmende der Olympiade.

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Die Entwicklung des Ichs nser ehirn ist ein h ch le es n fili ranes r an iese Verän er n en eein ssen nsere ntwic l n n a it ein e en lan it wer wir sin Text Leoni Hof

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Codeplay

100 Milliarden Neuronen hat ein Säugling, gleich viele wie ein Erwachsener.

0–3 Jahre

Grossbaustelle Das Gehirn erreicht nach zwei Jahren bereits 75 Prozent seiner späteren Grösse. In Höchstgeschwindigkeit werden neuronale Verknüpfungen angelegt, Kleinkinder haben mehr Synapsen als Erwachsene. So lernen sie in kürzester Zeit.

4–10 Jahre

«Use it or lose it» Mit sechs Jahren reift der Stirnlappen, Gefühle können jetzt besser kontrolliert werden, plötzliche Wutanfälle passieren seltener. Bis zum zehnten Lebensjahr werden Synapsen eliminiert, die selten gebraucht werden. Unsere Umgebung bestimmt die Struktur des Gehirns massgeblich mit.

Die Geschwindigkeit der Synapsen nimmt zwischen Kleinkindalter und Adoleszenz um das 16-Fache zu.

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Gehirntraining Der Neuropsychologe Dr. Andreas Monsch erklärt, wie wir länger auf Zack bleiben: sanitas.com/gedaechtnis

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Etwa 10 Prozent der vorhandenen neuronalen Verbindungen stehen nur auf Stand-by.

Ab 65 Jahren

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans Das Gehirn wächst an seinen Aufgaben und bleibt bis ins hohe Alter beweglich. Es können immer noch neue Neuronen entstehen. Nicht mal das, was im jungen Erwachsenenalter gelöscht wurde, ist vollständig verloren.

Die Länge aller Nervenbahnen des Gehirns eines Erwachsenen beträgt etwa

5,8 Millionen Kilometer.

25–65 Jahre

Spätzünder Manche Neurowissenschaftler gehen davon aus, dass Teile des Gehirns erst um die 40 vollständig ausgereift sind. Ein Spätentwickler ist der präfrontale Cortex. Er ist unter anderem für Entscheidungsprozesse und analytis s n n zuständig. Entschei-

Quellen: usz.ch/news, Januar 2021. Martin R. Textor: «Gehirnentwicklung im Kleinkindalter», 2019.

können sich darum später als falsch erweisen.

10–25 Jahre

Mit etwa 25 Jahren hat das Gehirn seine spätere Grundstruktur: Geschätzte 50 Prozent davon sind erblich festgelegt.

Rambazamba In der Pubertät baut das Gehirn sein neuronales Netz um. Neurochemische Veränderungen machen es aufnahmebereit für soziales Lernen. Teenagern ist darum so wichtig, bei ihren Freunden gut anzukommen. Das Gehirn reift nicht gleichförmig, entsprechend gehen Jugendliche gern mal an die Decke.

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Was hilft aus dem Tief? Jacqueline Schürer erzählt ihre Geschichte und gibt Tipps, wie man Krisen überwindet. sanitas.com/resilienz

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DOSSIER DIE MACHT DER PSYCHE

Auch unsere Psyche braucht gute Abwehrkräfte. Was passiert, wenn diese am Boden sind, hat Jacqueline Schürer am eigenen Leib erfahren. Und gelernt, durch gezieltes Resilienztraining wieder auf die Beine zu kommen. Text

 Fotos Désirée Good

Hinfallen, aufstehen, weitermachen Brise im Haar, Sonne im Gesicht, sie ist mit dem Velo unterwegs – ein perfekter Spätsommertag. Doch Jacqueline Schürers Kopf rattert pausenlos durch die To-do-Liste: Sie könnte doch noch schnell einige Anrufe erledigen. Schürer stoppt, steigt ab, macht vier Schritte, dann bricht sie auf dem Asphalt zusammen. «Es hat mir den Boden unter den Füssen weggerissen», sagt die 47-Jährige heute. «Ich bin einfach hingefallen. Lag auf der Strasse und kam nicht mehr hoch.» Es folgten Untersuchungen, auch beim Neurochirurgen. Der sah: fehlende Nervenaktivität in der rechten Körperhälfte, gerissene Bandscheibenringe, einen abgequetschten Nervenkanal. Sie fühlte: das grosse Nichts. Ihre rechte Seite war quasi gelähmt. «Für mich als Karrierefrau und Sportlerin war das unfassbar. ch war l t lich hil s ass ihr nie an it icherheit sagen konnte, ob sie je wieder aufstehen und laufen könne – das habe etwas in ihr verändert. Immunsystem der Psyche Und heute? Jacqueline Schürer fährt wieder Velo, läuft und wandert. Sonst aber ist vieles anders: Sie ist von Lenzburg ins Oberengadin in die Natur gezogen. Ihren Job im Vertrieb hat sie aufgegeben und sich komplett neu orientiert. «Fehlende Abgrenzung, zu viel Stress und wenig Erholung haben mich krank gemacht», zieht sie Bilanz. Um die Krise zu bewältigen, suchte sie sich Unterstützung. Heute bietet sie selbst welche an: Als Coach hilft Jacqueline Schürer vor allem Frauen dabei, ihre Resilienz zu stärken – also ihre psychischen Widerstandskräfte. «Ganz wichtig ist aber, dass man nicht mit Kraft weiter und weiter macht», sagt Mario Grossenbacher, Geschäftsführer des Resilienz-Zentrums Schweiz. «Es geht nicht ums Aushalten. Es ist okay, wenn wir an Grenzen stossen. Die Frage ist: Was brauchen wir, um uns wieder aufzurichten? Resilienz ist eine Aufrichtekraft.» Selbstbestimmt stark Doch was ist es, das Jacqueline Schürer – im wahrsten Sinne – wieder aufstehen liess? Und warum gelingt dies

«Wenn du jeden Tag mit 240 Sachen über die Autobahn bretterst, bekommst du nicht mit, was um dich herum passiert.» Jacqueline Schürer

einigen Menschen besser als anderen? «Die Forschung hat wichtige Faktoren für ein resilientes Verhalten identifi iert sa t r ssen acher enetische a t ren s ielen dabei eine Rolle, manche kommen schlicht mit mehr Resilienz auf die Welt als andere. Zudem hat man herausgefunden, dass sich pränataler und frühkindlicher Stress negativ auf die Resilienz im Erwachsenenalter auswirken kann. Auch das Elternhaus und die Schulbildung sind prägend. So gelten etwa enge und stabile Beziehungen zu Erwachsenen und individuell passende Anforderungen an die Leistung als schützende Faktoren. Vieles können wir sel st n ch i rwachsenenalter eein ssen Vielleicht ist die nächste Krise dann nicht mehr so lang oder das Loch weniger tief.»

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Was brauche ich wirklich? Jacqueline Schürer schöpft Kraft aus der Natur.

Case Management

Coaching für die Psyche Mit webbasierten Programmen gegen Stress, Depressionen, Burn-out oder Ängste unterstützt Sanitas in herausfordernden Situationen. sanitas.com/ psychischebalance

EXPERTENTIPP Mario Grossenbacher, Resilienz-Coach «Statt eine schwierige Situation abzuwehren, hilft es, diese zu analysieren: Kann ich überhaupt etwas dagegen tun? Falls nicht, kann man versuchen, loszulassen. Indem man sich auf die positiven Aspekte konzentriert: Was ist trotzdem noch möglich? Habe ich etwas gelernt und kann ich aktiv dazu beitragen, dass mich die schwierige Situation in Zukunft nicht nochmals einholt?»

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Ein gutes soziales Netz ist beispielsweise ein wichtiger Faktor. Oder Akzeptanz zu üben und Verantwortung zu übernehmen. Und mit einer positiven Grundhaltung das Leben aktiv und kreativ zu gestalten und nach Lösungen zu suchen. Klingt logisch, doch wie setzt man das um? Der Resilienz-Trainer nennt zwei Beispiele: «Passiert etwas Unerfreuliches, verfallen manche Menschen in Aktionismus und funktionieren nur noch. Dann ist es wichtig, bewusst Erholungspausen einzulegen und Platz für Kreativität zu lassen. Denn wer sich verausgabt, kann schwierige Situationen kaum meistern.» Andere Menschen dagegen erstarren unter Druck. «Um wieder handlungsfähig zu werden, hilft es ihnen, den Fokus auf das Gestaltbare zu legen, um sich nicht im Unveränderbaren zu verlieren. Wer die Dinge sieht, die er noch machen kann, wird wieder aktiver.» Diese positive Ausrichtung lasse sich trainieren. Check-in, Check-out Am einfachsten startet dieses Resilienz-Training mit simplen Ritualen, um sich besser kennenzulernen. Ganz nach dem Motto: Wer ein für sich passendes und gesundes Leben führt, gewinnt an Stärke. Jacqueline Schürer beschreibt den Prozess so: «Wenn du jeden Tag mit 240 Sachen über die Autobahn bretterst, bekommst du nicht mit, was um dich herum passiert. Du funktionierst nur SANITAS MAGAZIN 3 / 2021

noch.» Sie selbst nahm erst einmal Tempo raus und fragte sich: Was brauche ich wirklich? Auch für Grossenbacher sind solche Achtsamkeitsübungen zentral: «Die einfachste Übung ist das Check-in. Es geht darum, bewusst in den Tag zu starten. Ich mache das beim Zähneputzen und frage mich: Wie geht es mir? Was geht mir durch den Kopf? Wie viel Energie brauche ich heute, wie viel habe ich noch übrig?» Nur wahrzunehmen, das hätten viele verlernt. «Wenn die Tankanzeige im Auto auf Reserve wechselt, fahren wir raus und tanken – egal, was es kostet. Doch wenn unser Energielevel sinkt, merken wir das oft nicht, zu spät oder sind knauserig.» Grossenbacher nimmt ein Ampelsystem zu Hilfe. Liegt er mehrere Tage im roten Bereich, wird er aktiv: bittet um Hilfe und sagt öfter mal «Nein». Oder macht Dinge, die Energie spenden. Er ist überzeugt: «Es reicht nicht, zweimal im Jahr joggen zu gehen. So ist es auch mit der mentalen Fitness.» Daher haben er und sein Team das erste Studio für mentale Fitness der Schweiz gegründet. Statt im Work-out Hanteln zu stemmen, werden in Work-in-Kursen Gedanken ausgetauscht, in der Gruppe diskutiert, Achtsamkeitsübungen gemacht und so die Resilienz gestärkt. «Therapien, Burn-out-Angebote und Co. gibt es iele ir w llten etwas scha en it e an e einsam dranbleiben kann», sagt er. «Sonst kommt doch wieder das Leben dazwischen.»


DOSSIER DIE MACHT DER PSYCHE

Ob ein leichter Windhauch ausreicht oder es eine Orkanböe braucht, um jemanden aus der Bahn zu werfen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Teil davon ist genetische Veranlagung, vermutet die issenschaft il s a s eliefert sin wir e chic sal a er nicht Text

 Illustration Robert Hanson

Was die Psyche stark macht Der Schlaf der Gerechten

Essen fürs Gemüt

ir ra chen en chlaf zur körperlichen Regeneration, für ein starkes Immunsystem und einen ausgeglichenen Energiehaushalt. Fehlt er, sinkt die Laune und die Entscheidungsfähi eit wir etr t t ien ehen a n a s ass rch chlaf an el as isi f r er - reisla f- ran heiten re s n e en ni t sser e sin ers nen it chlafst r n en anfälli er f r e ressi nen sreichend zu schlafen – die meisten Erwachsenen benötigen wischen n t n en chlaf ist ein wichti er chritt zu mehr Belastbarkeit. Mit regelmässigen Zubettgeh- und fsteh eiten f r ern ie hre chlaf alität e ens it eine fr hen n leichten en essen it ewe n i llta n in e ie eine t n e r e ett ehen art h nes a lets n ter a sschalten

Nahrungsmittel sind mehr als n r rennst f r en r er t ien ei en ass r chte und Gemüse das psychische hl efin en ie Vitalität n ie ti ati n er essern ntioxidantien in Früchten schüten s r er ellen r freien a i alen in es n er ar hat a sser e einen siti en in ss a f nsere s che achweis aren e t ha en etwa r i ti a ie in a er ra t n h rt stec en ie stellen as leichewicht i ar wie er her n s llen e ressi nss tome verringern, fanden iranische Wissenschaftler heraus. war ist er sa enhan wischen e ressi nen n Ernährung nicht restlos belegt, klar ist aber: Unser Lieblin sessen a s in heitsta en ann ns he te s l c lich machen wie früher, denn das Gehirn speichert Erlebtes mit den damals empfundenen Emotionen ab.

Gelassener dank Meditation

Baden im Wald

Was lange als esoterisch galt, ist mittlerweile ren t ien belegen, dass Meditieren e en tress hilft s wie n st stän e n e ressionen lindern kann. ereits nach acht chen chtsa eitstrainin lassen sich Veränderungen im Gehirn nachweisen. Laut einer t ie es a - lanc - nstit ts sin t er ie el es tressh r ns rtis l ei ewissen e itati nsf r en s ar is r ent rchhaltewillen wir als el hnt in nachhalti er e t tritt it er eit n einer regelmässigen Meditationspraxis ein. Meditationss nnen a ei helfen

n a an nennt an es Waldbaden oder hinrinewusst Zeit im Wald zu verbringen, wird rt s ar als hera ief r erschrie en a anische rscher nnten in einer t ie nachweisen ass s ie ahl er r erei enen iller ellen es ns ste s n er nti- re s- r teine anstei t n estritten ist ass sich ein fenthalt in er at r siti a f ie es n heit n ie tressresisten a swir t ch n is in ten i r nen sen en as e el es tressh r ns rtis l erhe lich wie eine t ie er -a eri anischen ichi an- ni ersität ei te ie t ienteilneh er a ei sassen er lan sa s a ierten s ielte eine lle ie at r ille wie ie rscher ie re el ässi e a se i r nen nannten wir te in ei en ällen siti a f ie s che

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Der Körper als Alarmsystem der Seele enn alles iel wir lei et nicht n r ie s che ft s ielt a ch er r er err c t n eine schwieri e rsachenf rsch n e innt as ichti ste rwe s ch s ati hat nichts it ein e il eten ran heiten t n Text Robert Wildi Illustration Niels Blaesi

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EXPERTENTIPP Ulrich T. Egle, Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie «Beim Umlernen bisheriger Verhaltensmuster können beim Patienten sehr unterschiedliche Aufgaben im Mittelpunkt stehen. Etwa eine stärkere Wahrnehmung der eigenen Gefühle und Bedürfnisse oder mehr Selbstfürsorge. Wichtig nere Kommunikation eigener Interessen oder weniger Planung und Perfektionismus im Alltag sein. Und dass man lernt, mit Ungewissheiten toleranter umzugehen.»

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Warnsignale deuten So interpretieren Sie die Hinweise Ihres Körpers richtig. sanitas.com/ warnsignale

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Zusatzversicherung

Alternative Therapien Sanitas übernimmt Beiträge für anerkannte alternativmedizinische Therapiemethoden wie A heilkunde. sanitas.com/alternativmedizin

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Mehr Privatsphäre im Spital

Gut versorgt mit unseren Spitalversicherungen Mit der Grundversicherung können Sie sich in Ihrem Wohnkanton behandeln lassen, mit der allgemeinen Spitalzusatzversicherung in der ganzen Schweiz. Wenn Sie mehr Privatsphäre und erfahrenere Ärzte wünschen, lohnt sich eine halbprivate oder private Spitalzusatzversicherung.

Hospital Standard Liberty allgemeine Spitalversicherung

Hospital Extra Liberty halbprivate Spitalversicherung

Hospital Top Liberty private Spitalversicherung

– Freie Spitalwahl in allen von Sanitas anerkannten Spitälern der Schweiz – Aufenthalt im Mehrbettzimmer – Vor jedem Spitalaufenthalt Wechsel in höhere Abteilungen möglich – Volle Kostenübernahme bei Notfällen im Ausland

– Freie Arzt- und Spitalwahl in allen von Sanitas anerkannten Spitälern der Schweiz – Behandlung durch den Oberarzt – Wechsel in die private Abteilung, mit KostenüberS – Familienzimmer bei Geburt

– Freie Arzt- und Spitalwahl weltweit – Zugang zu den besten Behandlungsmethoden – Behandlung durch den Ober- oder Chefarzt – Familienzimmer bei Geburt

Mehr Informationen: sanitas.com/spital

Viele unserer Versicherungen können Sie online abschliessen. Möchten Sie lieber mit der Sanitas Kundenberatung telefonieren? Rufen Sie uns an. Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr: 0800 22 88 44


ENTWICKELN FÜR MORGEN

Eine von Westschweizer Forschern entwickelte «elektronische Brücke» zwischen Gehirn und Rückenmark macht Menschen mit Querschnittläh n n n Text N

 Foto NeuroRestore

Endlich wieder stehen und gehen

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ehn Jahre nachdem ein Dreifachsalto David Mzee in den Rollstuhl gezwungen hatte, sorgte der querschnittgelähmte Sportlehrer für aussergewöhnliche Schlagzeilen. Beim «Wings for Life World Run 2020» ging der Tetraplegiker 467 Meter zu Fuss, bevor er sich müde, aber glücklich in seinen Rollstuhl fallen liess. Er erreichte damit einen persönlichen Rekord: Seit seinem Unfall war er nie weiter und länger auf den eigenen Beinen unterwegs gewesen. Möglich wurde das dank einer Rückenmarkstimulation, bei der elektrische Impulse die durchtrennten Verbindungen zwischen den noch bestehenden Nervensträngen und

dem Gehirn wiederherstellen. Vereinfacht formuliert, entsteht dadurch eine Lichtbrücke zwischen den verletzten Stellen im Rückenmark, die eine Kommunikation zwischen Gehirn und Extremitäten ermöglicht. Dank dieser Brücke kommt etwa der Befehl: «Fuss bewegen!» auch tatsächlich am richtigen Ort an und löst die gewünschte Bewegung aus. Auf Augenhöhe Léonie Asboth, Head of Clinical Division von NeuroRestore, leitet die damit verbundene klinische Studie (STIMO) am Universitätsspital Lausanne und konnte zahlreiche Studienteilnehmende nach Jahren im Rollstuhl bei den

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ENTWICKELN FÜR MORGEN

Die Neurochirurgin Jocelyne Bloch und der Neurowissenschaftler Grégoire Courtine entwickelten mit ihrem Team das Implantat. Muskeltraining und Gehübungen vervollständigen die Therapie.

ersten chritten e achten ass ie etr enen it ihren Partnern und Freunden wieder auf Augenhöhe sein können, löst starke Emotionen aus. Auch mich macht das nach wie vor glücklich», erzählt Asboth. Die klinische Studie für die invasive Therapiemethode hat vor fünf Jahren begonnen. Dabei wird ein sechs Zentimeter langes Implantat auf dem Rückenmark platziert und mit einem kleinen Gerät – ähnlich einem Herzschrittmacher – im Bauchraum verkabelt. Mit einem externen Apparat können die Patientinnen und Patienten ein Programm auswählen und entscheiden, ob sie beispielsweise stehen, gehen, Velo fahren oder schwimmen möchten. Das geht in der Regel ununterbrochen für zwei bis drei Stunden, dann braucht der Körper eine Pause, bevor die nächste Stimulation beginnen kann. «Je öfter trainiert wird, desto stärker werden die Muskeln. Trotzdem sollte man den Körper nicht überbelasten», sagt Asboth.

Ein anziehbarer Muskel Dank einer Hightech-Hose können gelähmte Menschen wieder gehen. sanitas.com/exoskelett

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Stimulation hilft auch bei der Regulierung des Blutdrucks ine weitere era sf r er n etr ene nnen ihren Blutdruck nicht mehr stabilisieren, weil die Rückenmarksverletzung den Informationsweg zwischen Gehirn und Nervensystem unterbricht. Deshalb haben Patientinnen und Patienten ein dreimal höheres Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln. Die Schwankungen können dazu führen, dass ihnen schwindlig und übel wird. Gemeinsam mit kanadischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat das Schweizer Team gezeigt, dass die elektrische Stimulation des Rückenmarks den Blutdruck wieder ins Lot bringen kann. In wenigen Jahren auf dem Markt? Die getrennten Nervenfasern wieder zu regenerieren, gelingt der neuen Art der Rückenmarkstimulation aktuell n ch nicht ir h en a er ass nfti e hera ien in Kombination mit der Stimulation das irgendwann scha en wer en is ahin ist er e n ch weit ach der ersten muss die Therapieform nämlich noch einige weitere Studien mit fortgeschrittenen Technologien durchlaufen, bis sie genehmigt und Querschnittgelähmten än lich e acht wir ir h en a er ass Patientinnen und Patienten in fünf bis zehn Jahren von ieser ne en echn l ie r fitieren nnen stellt s th in Aussicht.

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AUS DEM LEBEN

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Die Auflösung finden Sie auf der nächsten Seite. 21


AUS DEM LEBEN

Claudio Ledermann ist als Produktmanager bei anitas f r ie etre n n ntwic l n ambulanter Zusatzversicherungen verantwortlich, privat macht bei ihm der Ton die Musik. t

  otos Karin Heer

Das Herz auf der Zunge

us as s on in ua lo S’esch en Frag vo de Sechtwiis. Au weni kei Hits schriib. Rap esch so wechtig för mini Seele.

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Als Kind wollte er Polizist werden – «Schreib das bitte nicht, sonst ist mein Image als Rapper dahin». Claudio Ledermann lacht, als er das sagt. Die Attitüde des knallharten Gangsters ist so gar nicht sein Ding. Rap-Musik dafür umso mehr. Der 27-Jähri e er entlicht nter e nstlerna en in a l ei ene Songs, auf YouTube kann man Videos von ihm sehen. Den richti en n tre en hat er s ätestens ei anitas elernt w er als Kundenberater startete. Dafür braucht es ein gutes Gespür für die Bedürfnisse des Gegenübers. Tatsächlich habe diese Stelle seinen Horizont erweitert. «Wo kommt man sonst Anfang zwanzig mit älteren Menschen in Kontakt? Da bewegt man sich doch meist nur unter Gleichaltrigen. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass es eine Herausforderung sein könnte, nach einer OP nicht mehr selbständig duschen zu können.» Der Blick über den Tellerrand habe ihn bodenständig gemacht. Claudio ist im Aargau aufgewachsen, in einem Dorf namens Hirschthal. Für die Oberstufe fährt man mit dem Velo ins Nachbardorf. In Claudios Clique hören sie Hip-Hop und Rap aus Deutschland. Samy Deluxe ist sein Idol. Nach der Schule spricht er dessen Texte mit und beginnt, eigene zu schreiben. Den Schulabschluss in der Tasche, geht er für die KV-Lehre zur Bundesverwaltung und dann in die Westschweiz. Der Liebe wegen. Die hält zwar nicht, führt ihn aber in die Versicherungsbranche. «Ich habe ewig nicht verstanden, was der Unterschied zwischen Selbstbehalt und Franchise ist e as ähnlich eht er lättere r ans n e dieses Hefts.) Die Weiterbildung zum Marketing-Fachmann verschlägt Claudio nach Bern, dort kommt er 2015 zu Sanitas. 2018 wechselt er ins Produktmanagement, wo er nun für den Bereich der ambulanten Zusatzversicherungen zuständig ist. eine ie e r si ist e lie en in a l a schwingt das lateinische «Lingua» für Sprache mit. Claudio ist e eistert rtwit es a - enres r sa t lar i t es ie ie sich nicht it einen ssa en i entifi ieren können. Aber solange ich hinter meinen Texten stehe, kann ich das zur Kenntnis nehmen und es ist in Ordnung.» Irgendwie geht es da auch auf seiner zuletzt erschienenen ers e ti e r rie en schliessen it e was man hat. Zu wissen, was wichtig ist und was nicht, die Dinge in einen grösseren Kontext zu stellen. «Musik macht mich glücklich. Wenn ich damit andere erreiche, ist das das i-Tüpfelchen obendrauf.»

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HAUSMITTEL

Was hilft gegen starkes Schwitzen? Text

 Illustration Franziska Neugebauer

Kamille Händeschütteln war Ihnen schon vor der Pandemie ein Graus? Gegen feuchte Handschläge soll ein Bad aus Kamillentinktur helfen. Tauchen Sie Ihre Hände mehrmals am Tag hinein. Als Sofortmassnahme hilft etwas Babypuder, as ie wischen en an ächen errei en Salbei Ein wahres Wundermittel gegen starkes Schwitzen soll al ei sein r ann als ee etr n en rei eel el albeiblätter mit 1 Liter Wasser aufbrühen, zehn Minuten ziehen lassen und lauwarm trinken – und als Fussbad gegen Schweissfüsse eingesetzt werden. Scharfes meiden Bei manchen Menschen reagiert das Schweisszentrum im Hypothalamus sensibler auf Trigger wie bestimmte scharfe ew r e ein er l h l as e en ittel ist en bar einfach: Verzichten Sie auf diese Schweisstreiber. Auch Übergewicht sollten Sie vermeiden.

Schwitzen ist menschlich. Und ein überaus cleverer Mechanismus unseres Körpers. Wenn Schweiss auf der Haut verdunstet, entzieht das dem Körper überschüssige Wärme. Schwitzen schützt uns so vor dem Überhitzen. Schämen muss man sich dafür also nicht. Doch nicht immer sind es sommerliche Temperaturen, die uns die Schweissperlen auf die Stirn treiben. Unsere körpereigene Klimaanlage funktioniert auch in Stresssituationen: Vor dem Zahnarztbesuch er e ehalts es räch it er hefin l ft as er schneller, im Körper werden Hormone und Adrenalin ausgeschüttet, die apokrinen Drüsen sondern Schweiss ab. Der den Geruch der Angst verströmt. Unterbewusst nehmen wir wahr, dass dieser Schweiss anders riecht als der, der etwa ei rttrei en iesst n er a s en e rinen Schweissdrüsen stammt, die für die Wärmeregulation zuständig sind. Er besteht zum Grossteil aus Wasser und Salz und ist (zumindest im frischen Zustand) nicht so anfällig dafür, von Bakterien zersetzt zu werden und dann streng zu riechen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, versprechen einige Hausmittel Abhilfe:

Druck ausüben Per Fingerdruck zum kühlen Kopf: Auf Höhe der Ohrläppchen efin en sich ress r n te ie hl n ers rechen ie fin en sie etwa einen in er reit hinter den Ohren am Schädelknochen. Massieren Sie diese gleichzeitig kreisförmig. Lauwarm duschen Eine kalte Dusche kühlt zwar für den Moment, ist aber im Hochsommer kontraproduktiv. Durch das kalte Wasser sinkt die Körpertemperatur, draussen schwitzt man dafür aber umso mehr, weil der Körper sie gleich wieder erhöht. Duschen (und trinken) Sie lieber lauwarm als eiskalt. Naturfasern Baumwolle oder Leinen nehmen Schweiss besser auf. Müffeln Kleidungsstücke auch nach dem Waschen schnell wieder (manche Geruchsbakterien sind hitzebeständig), behandelt man sie mit Kälte: einzeln in verschliessbare Gefrierbeutel verpackt für einige Tage ins Eisfach legen.

EXPERTENTIPP Dr. med. Paola Maltagliati-Holzner, Fachärztin für Dermatologie bei Medgate «Hyperhidrose bezeichnet krankhaftes übermässiges Schwitzen. Sie sollten eine Fachperson aufsuchen, wenn das übermässige Schwitzen die Lebensqualität beeinträchtigt, Hautinfektionen begünstigt oder Sie unter nächtlichen Schweissausbrüchen leiden – dies könnte Symptom einer inneren Erkrankung sein. Auch Medikamente können eine Hyperhidrose als Nebenwirkung verursachen.»

Entspannen Nervösem Schwitzen kann man mit autogenem Training, progressiver Muskelentspannung, Meditation oder speziellen Atemübungen entgegenwirken. SANITAS MAGAZIN 3 / 2021

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Wer sucht, der findet Geocaching ist die moderne Form der Schnitzeljagd. Hier sind Entdeckerlust und Teamgeist gefragt. Text Leoni Hof Fotos Kostas Maros

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AKTIV SEIN

«Ich will da nicht reinfassen. Wer weiss, welches Getier in diesem Erdloch haust.» Mit gerümpfter Nase, den Ärmel hochgeschoben, tu ich es dann doch. Ich bin mir sicher, mein Mut wird belohnt. Der Schatz, er kann nur hier versteckt sein. Es ist ein Wochenende im Sommer, ein Sonntag, der seinem Namen Ehre macht. Wir wollen an die frische Luft. Nur hat die Jüngste in letzter Zeit auf den lassischen a iliena s eine st ehr ie er w r e sie mit ihren Gspänli spielen. Wir müssen uns also etwas einfallen lassen, um die Kleine bei Laune zu halten – und haben uns fürs Geocaching entschieden. Dafür braucht’s keine teure Ausrüstung, man kann es quasi überall machen und bei jedem Wetter. Praktischerweise wohnen wir direkt unterm Zürcher Hausberg, wo es auf der Geocaching-App – unserer digitalen Schatzkarte – nur so wimmelt von «Caches». So nennt an ie Verstec e ie es fin en ilt llein in er Schweiz gibt es Tausende davon. Eins vorweg: Nicht immer liegen hier wirklich Gegenstände verborgen. Oft sind dies kleine Behälter, sogenannte Micros, in denen nur ein Logbuch steckt, in das man sich eintragen kann. In anderen aches fin en sich a e en tatsächlich leine chät e wie Spielzeugautos, Murmeln oder Münzen – und man darf einen davon gegen einen gleichwertigen tauschen.

dass man als Geocacher auf den Wegen bleibt. Statt durch geschützte Areale oder Weideland zu trampeln, halten wir also inne und überlegen uns eine alternative Route. n iese nnta fin en wir tatsächlich rei chät e stapfen stundenlang durch den Wald, naschen Heidelbeeren und schlagen einen Bogen um die ersten spriessenden Pilze. Unsere Tochter hat kein einziges Mal gefragt, wann wir denn endlich da seien. Und auch uns Erwachsenen hat diese Suche Spass gemacht. Weil wir sie als Familie bestritten haben, jeder seinen Teil dazu beigetragen hat. Und weil diese moderne Schnitzeljagd tatsächlich den Blick auf die Welt verändern kann – in der hinter jeder Ecke ein Schatz auf uns warten könnte.

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Nichts wie los! Da wir uns zum ersten Mal auf Schatzjagd begeben, wählen wir Caches mit geringem Schwierigkeitsgrad. Auch den zeigt die App an. So schickt uns diese nur auf zugängliches errain n aches ie a ch f r in er fin en sin Beim Schwierigkeitsgrad fünf etwa ist oft spezielle Ausrüstung nötig, Klettergurte und -seile beispielsweise. (Sogar im Himalaja oder in der Antarktis sind Caches versteckt, Geocacher sind auf der ganzen Welt unterwegs.) Zieht man it in ern l s e fiehlt es sich als ie ache eschreibung vorab zu lesen. Und dann nichts wie los über un- oder wohlbekannte Wege! Denn selbst Letztere werden bei genauem Hinsehen wieder spannend. Wir bewundern Wurzeln, die sich wie Riesenschlangen durch die Erde winden, streichen mit den Händen über knorrige Bäume, die uns an alte Waldgeister erinnern. Wir fühlen uns bei unserer Suche tatsächlich wie nt ec er en ersten chat fin en wir in eine leinen Baumloch. Wo genau, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Andere der von Geocachern versteckten Caches tarnen sich als Grasbüschel oder Steine, Schrauben oder Tannenzapfen. Verstecken sollte aber erst, wer schon selbst einige Caches gefunden hat. Gut gerüstet erha t e fiehlt es sich f rs e cachin eine erschaubare Ausrüstung dabeizuhaben: neben dem Handy einen Stift für den Eintrag ins Logbuch, Tauschgegenstände, ein Taschenmesser, einen kleinen Spiegel für Caches in verwinkelten Verstecken, vielleicht noch eine Taschenlampe und ein Notizbuch, falls Rätsel gelöst werden müssen. Übrigens: Beim Suchen und erst recht beim Finden sollte man diskret vorgehen. Nicht dass die «Muggel», so nennt die eingeschworene Gemeinde der Geocacher all jene, die nicht schatzsuchend unterwegs sind, auf die Caches aufmerksam werden. Es versteht sich von selbst,

Beim Geocaching lotst die App grosse und kleine Schatzsucher zu den versteckten Caches.

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SANI UND ELINA

Tierisch viel Spass in der Badi Puuh, ist das heiss. Da tut ein Sprung ins kühle Wasser gut. Sani und Elina sind heute Nachmittag in der Badi. Und auch ihre Freunde tummeln sich mit ihren bunten Badtüechli ums Schwimmbecken. Kannst du zählen, wie viele das sind? Illustration Michael Meister

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Wettbewerb Wie viele Badtüechli findest du auf diesem Bild? Schicke uns eine Mail mit der Lösung und deiner Adresse an redaktion@sanitas.com. Einsendeschluss ist der 7. September 2021. Unter allen Einsendungen verlosen wir 3 Badtüechli des Schweizer Labels ZigZagZurich. Die Gewinner werden schriftlich informiert. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen.


LEXIKON

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Prämienverbilligung Bei der Prämienverbilligung handelt es sich um Beiträge zur Prämie, die Personen in bescheideneren wirtschaftlichen Verhältnissen finanziell entlasten sollen. Diesen «Zustupf» zur obligatorischen Grundversicherung zahlen Kanton und Bund. Wem eine Prämienverbilligung zusteht, ermittelt die SVA aufgrund der Steuerdaten.

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Sanitas Kundenportal

Auf einen Blick Im Kundenportal von Sanitas können Sie einfach und papierlos Ihre digital eingereichten Rückforderungsbelege, Leistungsabrechnungen sowie den aktuellen Stand Ihrer Franchise und Ihres Selbstbehalts sehen. sanitas.com/kupo-de

Franchise Die Franchise ist der Betrag, den Sie für eine Behandlung selbst zahlen, bevor die Krankenkasse einen Anteil der Kosten übernimmt. Über die Höhe Ihrer Franchise können Sie jedes Jahr selbst entscheiden. Die höchste Franchise für eine erwachsene Person liegt bei 2500 Franken, die niedrigste bei 300. Je höher die Franchise, desto tiefer ist die Prämie, die Sie zahlen. Die Zusammensetzung der Kostenbeteiligung ist im Krankenversicherungsgesetz (KVG Art. 64) geregelt.

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Police Als Police wird der Versicherungsvertrag bezeichnet. Darin steht, welche Grund- und Zusatzversicherungen Sie abgeschlossen haben und wie hoch die gewählte Franchise und die zu zahlende Prämie sind. Jedes Jahr im Oktober verschicken die Krankenversicherungen die neuen Policen.

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KURZ & BÜNDIG

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Sanitas Magazin 3/21: Die Macht der Psyche  

Sie kann uns stärken und motivieren – aber auch tief sinken lassen. Sie kann den feinen Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern ausmachen....

Sanitas Magazin 3/21: Die Macht der Psyche  

Sie kann uns stärken und motivieren – aber auch tief sinken lassen. Sie kann den feinen Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern ausmachen....

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