28.9.2023 www.dorfblitz.ch inserate@dorfblitz.ch redaktion@dorfblitz.ch
9 REGION BESTECHUNG
Im Strassenverkehrsamt Bassersdorf ist ein Skandal aufgedeckt worden: Dank Bezahlung sollen Personen die Fahrprüfung nach mehrmaligen Fehlversuchen geschafft haben. Seite 35
BASSERSDORF UMFAHRUNG
Ein Vorstoss regt an, das verkehrsgeplagte Bassersdorf doch noch mit einer Umfahrungsstrasse zu entlasten. Seite 17
BRÜTTEN NEUBAU
Mit rund einem Jahr Verspätung hat Brütten die Schulzimmer im neuen Anbau in Betrieb genommen. Seite 23
Ein mit Goldruten und Berufkraut verseuchtes Grundstück an der Brunnenstrasse in Bassersdorf. (bg)
Gefährliche Schönheiten In den «dorfblitz»-Gemeinden breiten sich eingeschleppte Pflanzen wie etwa Berufkraut, Goldrute, Greiskraut oder Kirschlorbeer aus. Diese sogenannten Neophyten sehen zwar schön aus, bedrohen aber die heimische Flora und zerstören die Biodiversität. Ihre Bekämpfung ist schwierig, weil viele Leute sie gar nicht kennen und unwissentlich Bestände davon in ihrem Garten kultivieren – mit üblen Folgen für die ganze Umgebung. von Birgit Günter
NÜRENSDORF ZU TEUER
Weil die Kosten massiv gestiegen sind, verzichtet Nürensdorf auf das Label als Energiestadt. Seite 33
S
ie sind eigentlich so hübsch anzusehen: Das Berufkraut wirkt wie ein grossgewachsenes, buschiges Gänseblümchen, und die kanadische Goldrute ist eine majestätische, goldgelb blühende Pflanze. Aber: Beide sind invasive Neophyten. Pflanzen also, die nicht in Mitteleuropa heimisch sind, sondern eingeschleppt wurden, und die sich hier rasant ausbreiten auf Kosten der einheimischen Flora. Schweizweit gibt es rund 730 Neophyten. 89 davon werden als invasiv bezeichnet. Das sind die gefährlichen.
Denn die invasiven Neophyten verdrängen einheimische Pflanzen; sie gefährden also das Ökosystem, und manche sind wegen ihrer Giftigkeit sogar eine Gefahr für die Menschen – ein Beispiel ist die Ambrosia, die schwere allergische Reaktionen auslösen kann. «Oder das Greiskraut, das enthält ein Lebergift», warnt Beat Huber, die Neobiota-Kontaktperson für Bassersdorf. Als Zierpflanzen geholt Zwei der häufigsten Neophyten, die man in den «dorfblitz»-Gemeinden antrifft, sind das Berufkraut und die Goldrute. Sie wachsen in Gärten oder
wuchern entlang von Strassen und auf Brachflächen. Beide stammen vom nordamerikanischen Kontinent und wurden ursprünglich als Zierpflanzen in die Gärten geholt. Von dort schafften sie den Sprung in die Wildnis. «Für das hiesige Ökosystem sind sie aber praktisch unbrauchbar», erklärt Timo Knabenhans, der Neophyten-Verantwortliche von Brütten. «Unsere Tiere fressen die Pflanzen nicht, und die einheimischen Insekten, die oft auf spezifische Wirtspflanzen angewiesen sind, können mit ihnen auch nichts anfangen.» Fortsetzung auf Seite 2