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ÖSTERREICH OKTOBER 2018, € 3,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

4 TA

E E X T R E M - SG EGELN m it den D O ly m p ia s ieo p p e lg e rn Alle Infos auf Seite 81

DIE

JETZT ERST RECHT FRAU

21 TALENTE UND EINE SIMPLE STRATEGIE Wie Schauspielerin Verena Altenberger aus Niederlagen Siege macht


Die Zeit kennt nur eine Richtung: Voraus. Der neue Audi A6 wurde entworfen und konstruiert, um Ihnen Zeit zu geben. Sie können beispielsweise direkt auf E-Mails antworten oder Kalendereinträge checken, indem Sie nur Ihre Stimme verwenden – um gut organisiert durch den Tag zu kommen. Weil es keinen besseren Zeitpunkt dafür gibt, als jetzt. Jetzt bei Ihrem Audi Partner.

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Der neue Ford FOCUS

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Symbolfoto I 1) Unverbindlich empfohlener nicht kartellierter Aktionspreis (beinhaltet Händlerbeteiligung, Modellbonus, First Edition Bonus und Ford Bank Bonus) inkl. USt, NoVA und 5 Jahre Garantie (beginnend mit Auslieferungsdatum, beschränkt auf 100.000 km), gültig bis 30.09.2018 bei Ford Bank Leasing. Leasingrate € 39,– zzgl. € 200,– Bearbeitungsgebühr und 1,17 % gesetzlicher Vertragsgebühr, Laufzeit 36 Monate, 30 % Anzahlung, 30.000 km Gesamtfahrleistung, Fixzinssatz 4,4 %, Gesamtbelastung € 15.537,61, vorbehaltlich Bonitätsprüfung der Ford Bank Austria. Aktion gültig bei Ihrem teilnehmenden Ford-Händler, so lange der Vorrat reicht. Nähere Informationen bei Ihrem Ford Händler oder auf www.ford.at. Freibleibendes Angebot.


WILLKOMMEN

... MIT VOLLGAS! MIT AN BORD TEX RUBINOWITZ

Was passiert, wenn man den (Wahl-)Wiener Bachmann-Preisträger über das  Thema Motivation schreiben lässt? Er schickt einen Text über neugierige Ameisen und eine von ihm erfundene Arbeitsmethode, das „submarine Plogging“. Ab Seite 104

Wie reagiert man auf Rückschläge? Eine Frage, die uns alle beschäftigt. Die Salzburger Schauspielerin Verena Altenberger hat für sich eine stimmige Antwort gefunden: mit Vollgas. „Wenn du Ablehnung nicht sofort in ein ‚Jetzt erst recht!‘Gefühl umwandelst, gehst du kaputt.“ Wozu diese Einstellung beflügeln kann, erfährst du im großen Cover-Interview ab Seite 40. Vollgas ist auch das richtige Stichwort für das Red Bull Air Race, das am 15. und 16. September WeltklasseRennflugsport nach Wiener Neustadt bringt. Wir haben recherchiert, welche Kräfte die Piloten dabei aushalten müssen. Was es bedeutet, wenn du plötzlich 800 Kilogramm wiegst: ab Seite 58. Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion

MARIA ZIEGELBÖCK (COVER), BRIAN BIELMANN

NEU IM BÜRO DER AWARD-KEIL

Unsere Reportage „Fünf Millimeter Leben“ über Spaniens Stierspringer gewann den 2018 Award of Excellence des Magazins „Communication Arts“ in Los Angeles. Den scharfkantigen Keil aus poliertem Stahl haben wir auf dem Tisch unseres Fotochefs geparkt (damit sich niemand verletzt). Thank you!

THE RED BULLETIN

SATZ DES MONATS

„Nach einem Tag am Steuer fühlst du dich, als hätte dir ein Elefant in den Arsch getreten.“ Von welchem Gefährt die Rede ist – und warum du trotzdem damit fah­ren solltest –: ab Seite 78

GUT VERSTECKT DER FOTO-TRICK

Was tun, wenn beim Fotoshooting ein Tisch fehlt? Der Foto-Assistent versteckt sich einfach unter einem Leintuch, damit Verena Alten­ berger was zum Posieren hat. Was für beide eine neue Erfahrung war. Ab Seite 40

EINZIGARTIG HERRN BIELMANNS NOTIZEN

Brian Bielmann, Großmeister der Surf-Fotografie, schickte aus Kalifornien seine handschriftlichen Notizen für unsere Fotostory. Bielmanns beste Aufnahmen aus vier Jahrzehnten, ab Seite 64.  5


I N H A LT The Red Bulletin Oktober 2018

COVERSTORY

40 DIE ALLESKÖNNERIN

Schauspielerin Verena Altenberger beherrscht 21 Sportarten, 7 Sprachen und hat keine Angst vor dem Scheitern.

E-GAMING-KARRIEREN

HÖHLENFORSCHUNG

Ziegen-Mumien, Giftsporen, 100 Meter tiefe Schächte: Geologe Francesco Sauro über die gefährlichsten Reisen seines Lebens.

Warum Roboter-Käfer die Zukunft der Motorenwartung verändern könnten.

52 D IESER ARTIKEL STÄRKT DEINE NERVEN

18 „ANGST HÄLT MICH WACH“

SUPERSTAR IM INTERVIEW

32 PENÉLOPE CRUZ: MUT UND DAMENBÄRTE

39 VOM MONSTERJÄGER ZUM ONLINE-LEHRER

Eni Zhou und seine Wandlung vom E-Sportler zum Influencer.

SCHLAUE TECHNIK

50 KRIECH-MECHANIKER

5-MINUTEN-COACH

Die Oscar-Preisträgerin über den Tag, der ihr Leben veränderte.

Golfprofi Matthias Schwab verrät, wie du deine Emotionen auch unter Druck im Zaum hältst.

AUSDAUER-RADSPORT

34 IRONMAN TRIFFT ZZ TOP

 xtrem-Biker Sean Conway, der E aus seinem Bart Kraft schöpft, schlief in Straßengräben und fuhr in Rekordzeit durch Europa.

SELTENE HOBBYS

36 DER MANN, DEN SIE PFERD NENNEN

SOCIAL INNOVATION

56 SO BAUST DU EINEN GLETSCHER

RED BULL AIR RACE

58 EIN KLEINWAGEN PARKT AUF DEINER BRUST Was bei 370 km/h im Körper eines Rennpiloten passiert. Und wie du g-Kräfte daheim erzeugst.

SURF-FOTOGRAFIE

38 „ GRACE JONES WARF MICH AUS IHREM HOTEL“ Popstar Roísín Murphy über drei Songs (und ein Erlebnis), die ihre Karriere prägten. 8  GALLERY 14 ZAHLEN, BITTE! 16 FUNDSTÜCK

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17 LIFE HACKS 50 INNOVATOR 104 READ BULL

EXTREM NEUGIERIG Höhlenforscher Francesco Sauros außergewöhnliche Expeditionen

Wie ein Dorf im Himalaya dem Klimawandel trotzt.

Wieso ein Franzose in kurzen Hosen auf Springreitturnieren 28.000 Leute begeistert.

INSIDER-MUSIKTIPPS

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LA VENTA EXPLORAZIONI GEOGRAFICHE, JOERG MITTER/LIMEX IMAGES, HENRY LEUTWYLER, CHRISTIAN MACDONALD/TRUNKARCHIVE

64 DAS LEGENDÄRE ALBUM Whipeouts, Wasserwände und Ikonen: Surf-Fotograf Brian Bielmanns beste Bilder aus vierzig Jahren.

108 IMPRESSUM 110 ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

58 KAUM AUSZUHALTEN! Was g-Kräfte mit den Red Bull Air Race-Piloten anstellen

THE RED BULLETIN


„Brichst du dir hier unten ein Bein, hast du echt ein Problem.“ FRANCESCO SAURO erkundet unerforschte Höhlen. Seite 28

guide

DEIN PROGRAMM

78 REISEN Mit der Rikscha durch den Himalaya? Wir haben deinen Reiseplan. 82 FITNESS So trainierst du deine Atemmuskeln wie Darth Vader. 84 ESSEN Wir brauen das schlumpfblaue Trendgetränk. 86 UHREN Omegas JubiläumsMonduhr und ihr ­Anti‑Splitter-Trick 99 EVENTS Pflichttermine für die kommenden Wochen

16 GUT VERSCHNÜRT Warum Jahrhundertsportler Muhammad Ali diesen Schuh zurückgab THE RED BULLETIN 

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100 ENTERTAINMENT Red Bull TV-Highlights, live und on demand

SCHÖN SCHLAGFERTIG Wie sich Penélope Cruz einen Hollywood-Manager vorknöpfte  7


GA L L E RY

Crowd Surfing

WOLFGANG WIESER

DAS BAD IN DER MENGE

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TYRONE BRADLEY/RED BULL CONTENT POOL

Beine gestreckt, den rechten Arm gereckt, ein triumphierender Schrei auf den Lippen – wer seinem Publikum nah sein will, hüpft ins Menschenmeer. Wie Rapper Aewon Wolf (31, Bild) beim OppikoppiFestival in Süd­afrika. Aber wer hat’s erfunden, das Crowd Surfing? Rock-Rammbock Iggy Pop, heute 71, war’s – bei einem Festival in Cincinnati, Ohio, tauchte er 1970 als Erster in die Menge ein.

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THE RED BULLETIN 

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GA L L E RY

Kletter-Triumph

DURCH DIE WAND DER SCHMERZEN

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COREY RICH

WOLFGANG WIESER

Ein Mann. Seine Hände. Zweifel im Blick. ­Blutende Finger, der Körper geschunden. ­Kevin Jorgeson sitzt im Zelt in der Dawn Wall. Noch hat kein Freeclimber diese Route der 1000-Meter-Wand El Capitan im Yosemite-­ Nationalpark bezwungen. So scheint es auch zu bleiben. Bis Legende Tommy Caldwell ­seinem Buddy neuen Mut macht. Der Film zum Triumph läuft ab 5. Oktober im Kino. dawnwall-film.com

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GA L L E RY

Digitale Kunst

WILLKOMMEN IM WUNDERLAND

TEAMLAB

TOM GUISE

Eine Welt ohne Grenzen. Eine Welt, in der ­alles fließt. Wer dieses Wunderland betritt, verändert es. Weil es auf Menschen reagiert: ihre Berührungen, ihre Blicke, ihr Da-Sein. 520 Computer auf 10.000 Quadratmetern machen im Digital Art Museum im Mori Building in Tokio Fantasien zur Realität – und das Leben zum Traum. Oder umgekehrt? teamlab.art

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THE RED BULLETIN


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ZAHL E N, B I TT E !

Oktoberfest

WILDE WIESN Am 22. September wird auf der Theresienwiese in München das 185. Oktoberfest eröffnet. Als Vorgeschmack: die Zahlen zum Fest – vom Brathendl-Rekordjahr bis zum verlorenem Gebiss.

Plätze gibt’s im Hofbräu-Festzelt, dem größten auf der Wiesn. Alle 14 Zelte zusammen beherbergen rund 119.000 Menschen.

6981

1,5 Sekunden braucht ein erfahrener OktoberfestKellner, um eine Maß zu zapfen.

Menschen wurden im Jahr 2017 von 150 ehrenamtlichen Helfern und 15 Notfallmedizinern versorgt.

3.250.000

100 € Strafe drohen für Wildpinkeln.

Kilowattstunden Strom werden verbraucht.

1810

807.710

wurde das erste Oktoberfest anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern mit Prinzessin Therese von SachsenHildburghausen gefeiert.

21 4055 29 7.500.000

964

Sitzklos gibt’s auf dem Gelände, dazu 878 Meter Pissoirs.

volle Maßkrüge kann OktoberfestKellner Oliver Strümpfel unfallfrei 40 Meter weit tragen. Damit hält er den Weltrekord im Bierkrug-Schleppen.

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Kinder gingen 2015 auf der Wiesn vorübergehend verloren.

Liter Bier werden an 6,2 Millionen Besucher ausgeschenkt.

Gegenstände landeten 2017 im Fundbüro. Darunter 1300 Ausweise, 520 Smartphones und ein Gebiss. Nur 20 Prozent der Gegenstände werden wieder abgeholt.

THE RED BULLETIN

CLAUDIA MEITERT

Brathendln wurden 1991 auf der Wiesn verzehrt. Ein Fress­ rekord, der bis heute Bestand hat.

GETTY IMAGES, PICTUREDESK.COM

120.000

Maßkrüge werden alljährlich am Ausgang konfisziert.

9992


1, 2, gratis

Internet. Für alle mit zwei Handy-Verträgen gibt’s einen gratis Internet-Tarif für zuhause.

Drei. Macht’s einfach. zzgl. einmaliges Entgelt für Router.

Gratis Internet ( = 14 € Gutschrift / Monat auf die Tarife Startnet oder Easynet M, L, XL, XXL mit 24 Monaten Mindestvertragsdauer) bei zwei aufrechten Handy-Verträgen (ausgewählte Sprachtarife ausgenommen). Details: www.drei.at/kombi


F U ND ST Ü CK

DIESEN BOX-SCHUH GAB ALI ZURÜCK 16  



Die abgebildete Spezialanfertigung aus Känguru­leder, Größe 47, trug Muhammad Ali bei ­seinem Sieg gegen Karl Mildenberger am 10. September 1966 in Frankfurt. Vor genau fünfzig Jahren schickte Ali diesen Schuh (den zweiten auch) mit Widmung an dessen Erzeuger Adi Dassler zurück. Als Kriegsdienstverweigerer vom Sport verbannt, glaubte er, nie mehr Boxschuhe zu brauchen. Sechs Jahre später war Ali erneut Welt­meister – mit einem neuen Modell.

Alis Schuh ist eines von 124 historischen Objekten in „Document“ von Henry Leutwyler (Steidl Verlag).

THE RED BULLETIN

HENRY LEUTWYLER, GETTY IMAGES

Sport-Geschichte

CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO

Muhammad Ali (1942–2016): Box-Legende („Greatest of All Time“) und politischer Aktivist


L IF E HACKS

Selbermachen

WAS WÜRDE MACGYVER TUN? Pfiffige Lösungen für konkrete Probleme. Diesen Monat: Wir bauen ein Büro-Mikroskop und nutzen Spielzeug als Lichtquelle.

FÜRS BÜRO

Die Super-Lupe fürs Handy Du willst den Verschmutzungsgrad deiner Computer-Tastatur bestimmen oder das Kleingedruckte (Stichwort: „All-in!“) in deinem Arbeitsvertrag lesen? Hier ist die Lösung:

IN DER WILDNIS

Der Notfall-­ Angelhaken

Du musst dein Mittagessen fischen und hast keinen Haken dabei? Kein Problem.

Das Material: Laserpointer aus dem Baumarkt, Handy, Klebeband, Haarspange

1

Schraub den Deckel des Laserpointers ab (notfalls mit der Zange) und schnapp dir die Linse.

2

Klemm die Linse zwischen die Enden der Haarklammer.

Dosenlasche abreißen, zweimal schräg einschneiden, Angel raus.

ZUR APOKALYPSE

Fackeln aus dem Kinderzimmer Stromausfall, du verschanzt dich im dunklen Haus, Zombies kratzen an der Tür. Was tun?

Befestige die selbst gebaute Linsen­ halterung an der Rückseite des Handys.

4 Widme deine Arbeitszeit (auch) dem Studium faszinierender Details.

30 min

Nutze Kinder-Wachsmalstifte 30 min als Lichtquelle. Eine „Notfallfackel“ brennt zirka 15 Minuten.

SASCHA BIERL

ANDREAS ROTTENSCHLAGER

3

30 min 30 min THE RED BULLETIN

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Die gefährlichsten Höhlen der Welt Der Italiener FRANCESCO SAURO hat gleich zwei filmreife Jobs: Mit seinem Forscherteam La Venta erkundet er Höhlen, die noch kein Mensch betreten hat, und bildet unter Tage Astronauten aus. Hier verrät der Geologe, wie du die Angst zu deiner Freundin machst und welche Hindernisse in der Tiefe auf dich warten. Text FLORIAN OBKIRCHER  Fotos LA VENTA ESPLORAZIONI GEOGRAFICHE


GORNERGLETSCHER, SCHWEIZ

Hier kommst du vielleicht nicht mehr raus „In dieser Höhle lassen bereits kleine Temperaturschwankungen die Kammern einstürzen“, sagt Geologe Francesco Sauro. „Wenn du länger als ein paar Stunden drinnen bist, kommst du möglicherweise nicht mehr raus. Die Wassertemperatur: 0,1 Grad.“

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NAICA, MEXIKO

Hier verbrennt deine Lunge „Minenarbeiter entdeckten diesen Schacht, in dem bis zu 13 Meter ­langen Gipskristalle wachsen. An ­einen Abbau ist wegen der extremen Bedingungen – 50 Grad Celsius, fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit – nicht zu denken. Ohne Overalls mit Atemgeräten und Kühlsystemen verbrennst du dir hier die Lunge.“

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UNTERIRDISCHER SABANGFLUSS, PALAWAN, PHILIPPINEN

Hier lauern giftige Tiere „Ein riesiges Ökosystem unter der Erde, doch Vorsicht: In den Kam­ mern gibt’s auch hochgiftige Taran­ teln und Schlangen. Abends ziehen hunderttausende Segler (eine Vogel­art, Anm.) in die Höhle, gleich­ zeitig fliegen Fledermausschwärme hinaus. Ihre Flattergeräusche er­ reichen die Lautstärke eines Zuges.“


­T YNDALL-GLETSCHER, PATAGONIEN, CHILE

Hier droht die Sturzflut „Dieser 100 Meter tiefe Schacht kann sich binnen Stunden mit Schmelzwasser füllen. Deshalb beobachten wir die Schmelzvorgänge einer Gletscherhöhle mehrere Tage lang, bevor wir den Einstieg wagen.“

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EIN TEPUI, VENEZUELA

Diesen Eingang suchst du ewig „Zwei Jahre lang suchten wir auf Satellitenbildern den Eingang der Höhle, die in diesen Tepui (Tafel­ berg; Anm.) führt. Aufgrund der ab­ geschiedenen, felsigen Dschungel­ landschaft mussten wir uns von ­einem Helikopter absetzen lassen.“



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„DARK STAR“-HÖHLE, USBEKISTAN

Der Eiswind macht dich zur Mumie „Wegen der Trockenheit und der ­eisigen Temperaturen in der Höhle mumifizieren Tierkadaver wie der Schädel dieser Bergziege. Die ­Ex­peditionsbedingungen waren ­extrem belastend: ein Abstieg von 1000 Metern, bei ständigem ­eisigen Wind, und das tagelang, in völliger Dunkelheit.“



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Die Angst hält dich wachsam, die Neugier treibt dich an. Die Balance zwischen diesen beiden Kräften faszinierte bereits Leonardo da Vinci.

F

rancesco Sauro, 34, ist einer der wenigen Menschen, die im Job Mikroskop und Spitzhacke brauchen. Einerseits lehrt der Doktor der Geologie an der Universität Bologna, andererseits erkundet der italienische Abenteurer als Mitglied von „La Venta“, einer Gemeinschaft von Experten für Höhlen­forschung (Speläologie) in Treviso, Felsschächte in den entlegensten Winkeln ­unseres Planeten. Zum Beispiel 2013, als Sauro als erster Mensch das längste Quarzithöhlensystem der Welt (Sauro kartografierte bis jetzt 22,5 Kilometer) im Auyan-Tafelberg in Venezuelas Regenwald betrat. „Bevor wir einstiegen waren, gab es dort unten Millionen von Jahren kein Licht – und vermutlich auch kein Geräusch“, sagt er. Was ihn an Höhlen fasziniert? Für ihn sind sie gigan­ tische Bibliotheken. Von Tropfsteinfelsen zum Beispiel liest er präzise Details über die Geschichte des Erdklimas ab und erhält so neue Erkenntnisse zur Erderwärmung. Und, so meint er, weil du in Höhlen – nach oft sechs Tage in kompletter Dunkelheit – sehr viel über dich selbst erfährst.

„Brichst du dir hier ein Bein, hast du echt ein Problem.“ 28  



Hier erklärt Sauro, weshalb in Extremsituationen die größte Gefahr von dir selbst ausgeht und warum Höhlen ausgerechnet Astronauten ideal auf die Raumfahrt vorbereiten. the red bulletin: Herr Sauro, wann hatten Sie das letzte Mal Angst? francesco sauro: Angst habe ich bei jeder Expedition – und das ist wichtig.

Der Geologe Francesco Sauro gewann 2014 den Rolex Award für seine Forschungsarbeit.

Höhlen erkundet? Sprich: Kann man sich auf eine ­Expedition vorbereiten, die noch kein Mensch zuvor ­gemacht hat? Zum Teil. Als ich zu den ­Höhlen in Venezuela aufbrach, hatte ich bereits viel Erfahrung gesammelt. In arktischen Eishöhlen, in vulkanischen Höhlen, in den Höhlen der A ­ lpen. Dann landete ich dort und bumm! – totales Neuland. Meine Erfahrung konnte mir nur bedingt weiterhelfen.

Wie findet man die richtige Balance zwischen diesen beiden Emotionen? Bei meinen ersten DolomitenExpeditionen als Kind mit meinem Vater hatte ich ziemlichen Bammel. Aber je weiter ich mich vorwagte, desto ­weniger Angst verspürte ich. Der Schlüssel zur richtigen ­Balance ist Erfahrung.

„Wir waren in dem eiskalten Wasserfall gefangen, in 170 Meter Tiefe.“

Ist Erfahrung nicht relativ, wenn man unerforschte

Wenn man sich nicht auf ­seine Erfahrung verlassen kann … welche Fähigkeit ­sichert das Überleben? Konzentration. Natürlich ist Steinschlag eine große Gefahr oder dass du, wie in Mexiko, lebensgefährliche Pilzsporen einatmest. Aber die größte Gefahr geht von dir selbst aus: Übermüdung. Wenn die Konzentration nachlässt, wenn du stolperst und dir das Bein brichst, hast du in der Höhle ein echtes Problem. Du bist in völliger Dunkelheit hunderte Meter unter der Erde. Kein Rettungshelikopter kann dir zu Hilfe kommen. Es kann Tage, ja Wochen dauern, bis jemand zu dir vordringt. Haben Sie selbst dem Tod schon einmal ins Auge geblickt? Natürlich. Das war in einer der tiefsten Höhlen der Welt in Mexiko. Wir waren die Ersten, die sich dort hinunterwagten. Beim Abstieg, mitten in einem Wasserfall, rutschte meinem Kollegen der Bohrer aus der Hand, den wir brauchten, um Kletteranker im Fels zu ­befestigen. Ohne den ging’s THE RED BULLETIN

ROLEX AWARDS/STEFAN WALTER

Was dich der Blick in den Abgrund lehrt

Inwiefern? Leonardo da Vinci meinte in einer seiner Schriften, dass ihn beim Blick in eine dunkle Höhle zwei Gefühle über­ kommen: Angst und Neugier. So unterschiedlich die zwei Emotionen sind, so sehr bedingen sie einander. Die Angst hält dich wach, sie schützt dich davor, einen unüber­ legten Schritt zu tun. Sie ist dein Lebensretter. Die Neugier, die andere Empfindung, treibt dich voran.


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5+2 Sitze.* Das bedeutet Abenteuer für die ganze Familie. Denn mit der flexiblen Sitzkombination im Discovery Sport bleibt nichts und niemand auf der Strecke, unabhängig davon, wo die Reise hingeht. Mit seinem Terrain Response System** kommt der Discovery Sport mühelos durch jedes Gelände bis in die entlegensten Ecken dieser Erde. Bleibt also nur die Frage, wer am Ende den Hund sauber macht. landrover.at

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1

Kraftstoffverbrauch in l/100 km: 9,1–5,7 (komb.); CO2-Emissionen in g/km: 206–149; nach WLTP. Weitere Informationen unter www.autoverbrauch.at.


weder nach oben noch nach unten. Wir waren mitten in dem eiskalten Wasserfall ge­ fangen – in 170 Meter Tiefe. Und? Ich fand einen Busch in der Wand und befestigte mein Seil daran. Ich testete vorsichtig, ob er mein Gewicht halten würde. Ganz ehrlich? Ich glaubte nicht wirklich daran. Aber es war unsere einzige Chance. So seilten wir uns ­einer nach dem anderen hun­ dert Meter ab, ganz vorsichtig. Es ging gut aus – zum Glück. Was ich aus solchen Situa­ tionen mitnehme: Du kannst dich nicht auf jede Gefahr, auf jeden potenziellen Zwischen­ fall vorbereiten. Umso wich­ tiger ist als Erforscher die ­Improvisationsfähigkeit.

„Ein riesiger noch völlig unerforschter Kontinent liegt unter uns.“ Sie trainieren Astronauten für die Europäische Weltraumorganisation. Wie gestalten Sie dieses Training? Wir setzen Astronauten in Höhlen aus. Zum Beispiel auf Lanzarote, weil die Bedingun­ gen dort – trockene Wüsten­ landschaft mit vulkanischen Kratern – denen auf dem Mars ähnlich sind. Sie müssen in Sechser-Teams wissenschaft­ liche Missionen erfüllen. In ­einer Umgebung, die ihnen völlig unbekannt ist. Inwiefern bereiten Höhlen Astronauten gut auf die Weltraumforschung vor? In Höhlen herrscht kein Unter­ schied zwischen Tag und Nacht. Die Astronauten müs­ sen auf äußerst begrenztem Raum zusammenarbeiten und -leben. Sie müssen Essens­ rationen und ihr Equipment genau planen. Wenn dir die 30  



Batterien für die Lampen aus­ gehen, kann es in einer dunk­ len Höhle sehr ungemütlich werden. Kurz: Höhlen ver­ zeihen keine Fehler. Sie sind echt, keine Simulation. Und ­genau deshalb lieben die ­Astronauten sie. Es ist das ­erste Mal vor ihrem Flug zur Raumstation, dass sie einer ­Situation ausgesetzt sind, in der sie kooperieren müssen und jeder Fehler echte Konse­ quenzen hat. Was kann ein Astronaut von Ihnen lernen? Ich bin mir sicher, dass Astro­ nauten in der Zukunft auch Höhlenforscher-Skills haben müssen. Nimm den Mars: Auf der Oberfläche des Planeten ist wegen der kosmischen Strahlung kein Leben möglich. Aber Höhlen sind davor ge­ schützt. Das heißt, wenn wir dort irgendwann einmal unser Lager aufschlagen, wären Höhlen der beste Ort dafür. Gibt es noch Geheimnisse, die in Höhlen schlummern? Wie auf dem Mars war auch die Erdoberfläche einmal menschenfeindlich. Daher bin ich der Überzeugung, dass das Leben auf unserem Planten in Höhlen seinen Ausgang nahm. Diese Entdeckung wird aber noch etwas auf sich warten lassen. Wir stehen erst am ­Anfang der Höhlenforschung. In den letzten fünfzig Jahren haben wir 30.000 Kilometer Höhlengänge erkundet, zehn Millionen Kilometer sind noch un­erforscht. Es ist verrückt: Der Mensch drängt ins Welt­ all, ­dabei liegt quasi ein gan­ zer unbetretener Kontinent ­direkt unter uns. „Into the Heart of the World“, das Buch über die wichtigsten ­Expeditionen von Francesco Sauro mit dem Forscherteam La Venta, gibt’s auf skira.net; laventa.it

HÖHLEN-REKORDE

Turmhohe Tropfsteine und wilde FledermausVölker: sechs Superlative unter der Erde.

627

kartierte Kilometer misst die Mammut-Höhle in Kentucky, die weitläufigste Höhle der Erde.

26.100

Quadratmeter misst der weltweit größte unterirdische See, 66 Meter unter der Erdoberfläche. Er ist 84 Meter tief und Teil des Drachen­ hauchlochs in Namibia.

2191 20.000.000

Meter seilten sich Forscher in der Krubera-Höhle in Georgien ab, um an den Grund der tiefsten Höhle des Planeten zu gelangen.

70

Meter misst der größte Tropf­ stein der Welt, zu finden in der Son-Đoòng-Höhle im viet­ namesischen Dschungel.

Fledermäuse leben in der Bracken-Höhle in Texas. So viele Fledertiere finden sich sonst nirgends.

1888

kartografierte der Vater der wissenschaftlichen Höhlenforschung, ÉdouardAlfred Martel, seine erste Höhle: die Abîme de Bramabiau in Frankreich.

NOTFALL-WISSEN Vier Extremsituationen in Höhlen – und wie du sie überlebst.

KLAUSTROPHOBIE

Immer mit den Füßen voraus in enge Passagen, um nicht steckenzubleiben. Faustregel: Wenn der Helm durchpasst, geht es sich aus. Bei einem Anflug von Klaustrophobie: durchatmen, ruhig bleiben, sich nur langsam bewegen.

ERSCHÖPFUNG

Kennt der Mensch seine Um­ gebung nicht, tendiert er dazu, schneller zu marschieren. In einer Höhle können dich Er­ schöpfung und fehlende Kon­ zentration das Leben kosten. Deshalb wichtig: Erinnere dich regelmäßig daran, keinesfalls zu schnell zu gehen.

PANIK

Wenn du tagelang in eine ­Höhle vordringst, brauchst du genauso lang zurück. Dieser Gedanke kann dich verrückt machen. Weil du weißt, dass auch Hilfe tagelang entfernt ist. Was hilft? Denk nur an den nächsten Schritt.

UNTERKÜHLUNG

Als Höhlenforscher bist du ­wegen unterirdischer Flüsse meistens nass, die Tempera­ turen sind oft niedrig. Wichtig: Wenn dir kalt ist, bleib auf ­keinen Fall stehen. Geh lang­ samer weiter, bis sich der ­Körper durch die Bewegung wieder aufgewärmt hat. THE RED BULLETIN


Penélope Cruz

„DANN REDEN WIR KLARTEXT!“ Die spanische Oscar-Preisträgerin über Mut, Sexismus, Damenbärte und den BeinaheFlugzeugabsturz, der ihr Leben veränderte.

A

ls eine von wenigen europäischen Schau­ spielerinnen hat ­Penélope Cruz Holly­ wood erobert. Dabei ist die 44-jährige Oscarpreisträgerin bekannt dafür, kaum Kompro­ misse einzugehen. Statt Block­ buster setzt sie auf schwarze Komödien wie „Volver“ (2006, mit Regie-Solitär Pedro Almo­ dóvar) oder intensive Dramen wie ihren neuen Film „Offenes Geheimnis“. Die Gründe für ihre unbeirrbare Haltung: ­gesundes Selbstvertrauen und eine Horrorflugreise.

FAMILIENFEST DES GRAUENS In „Offenes Geheimnis“ blickt Cruz in emotionale Abgründe. Auf einem Weingut nahe Madrid verschwindet Lauras (Penélope Cruz) Tochter während einer Familienfeier. Psychodrama mit Cruz-Ehemann ­Javier Bardem, unter der Regie des zweifachen Oscar-Gewinners ­Asghar Farhadi. Ab 28. 9. im Kino.

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the red bulletin: Frau Cruz, Sie gelten als Stilikone, waren 2014 „Sexiest Woman Alive“. Kann gutes Aussehen hinderlich sein, wenn man als Künstlerin ernst ge­ nommen werden will?

Apropos dumme Kommen­ tare: Hatten auch Sie in ­Ihrer Karriere mit Sexismus zu kämpfen? Ich habe mich immer mit Menschen umgeben, die mich respektieren. In meiner An­ fangszeit in Hollywood ist es allerdings passiert, dass man mich in Meetings nicht ernst genommen hat – weil ich jung war und die Sprache noch nicht gut beherrschte. Wie haben Sie in solchen ­Situationen reagiert? Ich habe mir die Manager vor­ geknöpft – so in der Art: „Jetzt lass uns einmal nach draußen ­gehen und Klartext reden.“ Meine Eltern haben mir ge­ zeigt, wie Männer und Frauen gleichberechtigt zusammen­ leben. Wenn du das jeden Tag miterlebst, dann ist diese Hal­ tung für dich selbstverständ­ lich. Ich hatte also ­keine Angst davor, mir Respekt zu verschaffen.

„Meine Eltern haben mir Gleich­­ berech­tigung vor­ gelebt. Das hat mich stark geprägt.“ penélope cruz: Erst einmal bin ich nicht so egozentrisch, um so über mein Aussehen zu denken. So eine Frage käme mir nie in den Sinn. Ich habe mich immer als Schauspielerin gesehen, die sich so verwan­ delt, wie es für eine Figur nö­ tig ist. Das bedeutet mit­unter selbst Mut zur Hässlichkeit. Wie meinen Sie das? Ich habe einmal einen italie­ nischen Film gedreht, für den ich zwei Monate lang meine Beine nicht rasierte und mir sogar einen Schnurrbart ­stehen ließ. Die Männer der Filmcrew meinten, es sei ­peinlich gewesen, mich an­ zuschauen. Aber ich habe das durchgezogen.

Hat Ihnen jemals ­etwas richtig Angst gemacht? Vor mehreren Jahren (der Vorfall passierte 2004; Anm.) wäre ich fast mit dem Flugzeug ­abgestürzt. Wir hatten einen massiven Druckverlust und mussten die Sauerstoffmasken aufsetzen. Niemand sagte uns, was los war. Das war wirklich furchteinflößend. Wie hat Sie dieses Erlebnis geprägt? Ich habe mich gefragt: War ich immer tapfer? Bin ich meinen Überzeugungen gefolgt? Habe ich immer das getan, woran ich geglaubt habe? Als ich in dem Flugzeug saß, sagte ich mir: Wenn ich das überlebe, muss ich noch mutiger sein. Instagram-Check: Auf Cruz’ Profil @penelopecruzoficial gibt’s Zitate, Politik und Selfies mit Michelle ­Obama. 3,5 Millionen gefällt das.


RÜDIGER STURM CHRISTIAN MACDONALD/TRUNK ARCHIVE

Schauspielerin ­Penélope Cruz: „War ich immer tapfer? Bin ich meinen Überzeugungen gefolgt?“


Sean Conway

„MEIN BART VERLEIHT SUPERKRÄFTE“

Er hat sich das Kreuz gebrochen, neben Ratten geschlafen und trotzdem unbeirrt Kurs gehalten – dafür wurde der AusdauerBiker mit einem Weltrekord belohnt.

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konzentrieren, das zerstört dein Leben“, sagt er und streicht über seinen üppigen Bart. „Es ist nicht so, dass ich so optimistisch geboren wurde – es ist meine Art, Krisen zu bewältigen. Und das funktioniert – ich habe drei gescheiterte Rekordversuche hinter mir und habe sechs Jahre und 96.500 Kilometer gebraucht, um es endlich zu schaffen.“

Mit 24 Tagen, 18 Stunden und 39 Minuten stellte er ­einen neuen Weltrekord für die Durchquerung Europas auf – 6260 Kilometer radelte er dafür, von Cabo de Roca in Portugal bis nach Ufa in der russischen Teilrepublik Basch­ korto­stan. Eine Tortur ohnegleichen. 18 Stunden täglich saß er im Sattel, vergoss pro Stunde einen Liter Schweiß und schlief im Straßengraben – weil er auf ein Zelt verzichtete, um sich zusätzlich 380 Gramm

KATIE CAMPBELL SPYRKA

Conway schlief im Straßengraben. Auf das Zelt zu verzichten sparte 380 Gramm Gewicht.

Niederlagen und wie man sie wegsteckt: Auf seanconway.com gibt’s Insider-Tipp vom Rekord-Mann.

CAROLINE CONWAY

S

einen roten Bart, der ihm bis auf die Brust reicht, ließ er sich wachsen, um Quallen abzuwehren. Und zwar als er durch den Ärmelkanal schwamm. Das ist kein Witz. Das ist eine Lösung à la Sean Conway. Der 37-Jährige aus Harare, Simbabwe, scheut ­erstaunliche Improvisationen ebenso wenig wie präzise Vorbereitungen. Bevor er sich dar­anmachte, Europa per Rad zu durchqueren, beschäftigte er sich tagelang damit, die richtige Höhe der Sattelstütze festzulegen. Toleranzgrenze: ein halber Millimeter. Diese Detailverliebtheit mag auf einige dramatische Misserfolge zurückzuführen sein – wegen eines Muskel­ risses musste er im Vorjahr ­einen ersten Rekordversuch nach vier Tagen aufgeben. ­Davor war er mit einer Aus­ tralien-Tour gescheitert und hatte in den USA einen Wirbelsäulenbruch erlitten, als ein Lastwagen ihn angefahren hatte. Ein Pechvogel, möchte man meinen. Doch Sean ­Conway schaffte es trotz aller Rückschläge, seinen Kurs zu halten. „Unsere Misserfolge machen uns stärker. Du darfst dich nicht auf das Negative

zu sparen. Was wiederum ­bedeutete, dass er die Ge­sell­ schaft von Ratten schätzen lernte, Spinnen mit Schal und Ohrstöpseln abwehrte und morgens neben überfahrenen Wölfen aufwachte. Jeder andere hätte ver­ mutlich spätestens jetzt auf­ gegeben. Conway aber blieb motiviert, dank der Nieder­ lagen der vergangenen Jahre, wie er unverblümt eingesteht: „Sie waren mein ganz per­ sönlicher Kraftstoff“ – der ihn schließlich mit einem Vorsprung von neun Stunden den alten Weltrekord in Grund und Boden fahren ließ. Obwohl er über 1600 Kilometer mit Gegenwind von bis zu 32 km/h kämpfen musste und ihm auf russischem Boden ­Autolenker im Kamikaze-Stil das Leben schwer machten. „Ich bin deshalb sogar in den Gegenverkehr gefahren. Das war zwar stressig, so aber konnte ich diese Verrückten wenigstens sehen“ – eine von Conways Improvisationen, ­geboren aus dem Willen, es nach vielen gescheiterten Versuchen endlich zu schaffen. „Letztlich geht es darum, zu erkennen, was du falsch gemacht hast. Und dann startest du einfach einen neuen Versuch“ – und zwar so lange, bis sich der Erfolg einstellt. Dafür braucht es Ausdauer und Abenteuerlust. Und es schadet auch nicht, sich den Bart bis hinunter auf die Brust wachsen zu lassen; Sean Conway ist überzeugt, dass seiner ihm Superkräfte verleiht. Ob er das augenzwinkernd meint? Keine Ahnung, wir glauben’s ihm einfach.

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ZZ Top meets Ironman à la extreme: WeltrekordCrack Conway, 37, fuhr mit dem Rad in 24 Tagen einmal quer durch Europa.

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Matthieu Nassif

HIER SPRINGT DER PFERDEMANN Er jagt im schwarzen Höschen über den ­Parcours und nimmt jedes Hindernis: Der Franzose ist Pferd und Reiter in einem – und tritt vor bis zu 28.000 Menschen auf.

2. Nimm dich an die Kandare Ich wurde für Wettbewerbe gebucht. Als Showact. Und ich beschloss, meine zwei Brüder mitzunehmen. Wir flogen übers Wochenende sogar nach New York – für einen Auftritt im Madison Square Garden. Das war irre! Unterstützt von

„Die besten Reiter der Welt fragen uns heute um Rat.“

1. Sei ruhig verspielt Als Kind war ich in einem Ponyclub. Vom Reiten konnte ich gar nicht genug kriegen. Kaum war ich daheim, baute ich mit zwei Mistkübeln und einem Besen ein Hindernis. Ich war zu gleicher Zeit Pferd und Reiter. Später nahm ich als Reiter an nationalen Turnieren teil, und da kam mir die Idee, aus meinem 36  

einem Choreografen, einem Kostümbildner und einem Komponisten, haben wir unsere Show ständig verbessert. 3. Bleib dir treu Meine Leidenschaft für Pferde und mein Respekt für Reiter haben mich zum Horseman werden lassen. Das haben die Veranstalter gespürt, und deshalb haben sie auch an uns geglaubt. Als 2007 in Australien die Pferdeinfluenza ausbrach, durften Showpferde dort zwei Jahre lang nicht einreisen. Wir Horsemen allerdings schon. Unsere Aufgabe war es, die Zuschauer in Fahrt zu bringen. Bei den Weltreiterspielen in Caen in der

Normandie sind wir 2014 vor 28.000 Leuten aufgetreten! 4. Achte die Herde Jedes Wochenende finden weltweit dutzende große Reitturniere statt. Wir werden gebraucht. Längst nicht mehr nur als Unterhalter, sondern auch als Ratgeber. Die besten Reiter der Welt sind unsere Freunde. Sie fragen: „Wie ist der Boden?“; „Ist die Beleuchtung nicht zu hell?“; „Ist der Widerhall des Applauses nicht zu laut?“ Von einer schrägen Idee ist der Horseman zu einem respektierten Teil der Szene geworden. 5. Übernimm Verantwortung Mit der Zeit musste ich ein­ sehen, dass ich zunehmend länger brauche, um mich zu erholen. Also kam ich auf die Idee, eine Horseman-Schule zu gründen, um ein Team aufzubauen. Heute weiß ich, dass meine Leidenschaft auch andere gepackt hat und dass sie von Dauer sein wird. Ich habe es geschafft: Die Horsemen werden weiter galoppieren. Am 29. September findet in Les H ­ erbiers im Westen Frankreichs die HorsemenWeltmeisterschaft statt. www.horsemanteam.com

PIERRE-HENRI CAMY

einstigen Spiel eine Show zu machen. So bin ich der Horseman geworden.

RIDEHESTEN.COM

D

er Mann, der knapp bekleidet, aber hochkonzentriert seinen Weg über die dicken rot-weißen Balken nimmt, ist Matthieu Nassif, 38. Ein ganz normaler Kerl (auch wenn er auf den ersten Blick nicht danach aussieht). Er ist verheiratet, wird demnächst Vater und führt in der Rue Galande im 5. Pariser Arrondissement das libanesische Restaurant Loubnane. Alles wunderbar, das macht ihn aber noch nicht zum Helden. Dafür muss er sich erst verwandeln – in den „Horseman“. Als Horseman, der Reiter und Pferd in sich vereint, löst er weltweit Begeisterungsstürme aus, nimmt jeden Parcours mit Bravour und hat gelernt, Hindernisse als Herausforderungen zu ­sehen. Welchen Prinzipien folgt so ein Mensch?


Horseman Matthieu Nassif springt Ăźber ein Hindernis. Seine persĂśnliche HĂśchstleistung: 1,73 Meter


Róisín Murphy

„GRACE JONES WARF MICH AUS IHREM HOTELZIMMER“ Mit ihrer Band Moloko prägte die Irin das Electro-Genre. Diese drei Songs prägten sie.

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evor Moloko 1995 auf dem Radar er­ schienen, war elek­ tronische Musik eine ernste Sache. Doch das Duo aus Sheffield hielt mit fre­ cher Verspieltheit dagegen, mischte Jazz, Disco und Funk und kreierte globale Gassenhauer wie „Sing It Back“ oder „The Time Is Now“. 2003 begann Molokos charis­matische Frontfrau Róisín Murphy eine Solo­ karriere (unser Tipp: das ­Album „Ruby Blue“, 2005). Diesen Sommer erschienen gleich vier neue Singles, die vor allem eines machen: Lust aufs Tanzen!

GRACE JONES „I’VE DONE IT AGAIN“ (1981) „Ich sah Grace 2003 bei einem Konzert in Florenz, und sie dominierte die Bühne allein mit ihrer Präsenz. Nach dem Gig schleuste mich ein Freund in ihr Hotel. Ich wollte Hi sagen. Grace schrie: ‚Schafft diese Leute raus!‘ Sie war wohl nicht in Stimmung.“

MINA „NON CREDERE“ (1969) „2014 brachte ich eine EP mit Covern italienischer Songs heraus (‚Mi senti‘). Zuvor spielte mir mein Partner diesen Song vor. Mina ist perfekt. Wenn du ihre TV-Auftritte aus den 1960ern studierst, merkst du, dass sie alles beherrschte: Auftreten, Stimme, Singen. Sie zu covern ließ mich als Sängerin wachsen.“

Mehr von Murphys Playlist auf: redbullradio.com

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GETTY IMAGES

Bühnen-Wirbelwind: Sängerin Róisín ­Murphy aus Irland liebt elegante Outfits und tanzbare Beats.

„Es gibt ein Video, in dem Frank Sinatra dieses Lied mit einem Orchester ­aufnimmt. Er sagt: ‚Stopp, hier habt ihr falsch gespielt‘ oder ‚Der Part muss weicher klingen‘. Er kontrolliert nicht nur seine Stimme, sondern auch den Kontext seiner Stimme. ­Genauso arbeite ich im Studio.“

FLORIAN OBKIRCHER

FRANK SINATRA „SUMMER WIND“ (1966)


Ein bekanntes Gesicht in Österreichs GamingSzene: Enqiang „Eni“ Zhou, E-Sportler, Streamer, Influencer

Eni Zhou

MEIN JOB: ICH JAGE MONSTER

Vom Alleinspieler zum Lehrer für 60.000 Follower. Influencer Eni Zhou ist erfolgreich, weil er sich neu erfand. Und Fehlentscheidungen schätzt.

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RED BULL/ENI ZHOU

CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO

oYnUzi* ist einer der beliebtesten LOL*-Zocker* auf Twitch*. Weil er ganz k* spielt, gegenüber Noobs* nie toxic* wird und dir dabei noch etwas beibringt. Wer diese zwei Sätze nicht verstanden hat, findet rechts Hilfe. Allen anderen wird XoYnUzi alias Eni Zhou ein Begriff sein. Der 24-Jährige lebt den Traum vieler Jugendlicher: stundenlang Computer spielen und damit Geld verdienen. Zhou ist Influencer.

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Tausende Gaming-Begeisterte sehen ihm täglich dabei zu, wie er Monster tötet, Gold sammelt – und aus seinem ­Leben erzählt. „Das ist meine Art zu streamen“, sagt er. „Ich teile Erfahrungen und nehme das Spiel nicht mehr so ernst.“ Vor zwei Jahren war das anders. Er lebte in einem ­Gaming-Haus in Deutschland: zwölf Stunden E-Sports täglich, Turniere, Erfolge, Preisgeld. Aber keine Erfüllung. „Ich hatte kein Leben abseits des Gaming“, so Zhou. Nach vier Monaten zog er zurück nach Wien. Heute spielt er nur noch von 9 bis 14 Uhr. Das aber vor über 60.000 Followern. Und mit Genuss. „Ich habe Leuten immer schon gern Dinge gezeigt.“ Auch, wie man E-Sportler wird? „Sicher. Du musst alles probieren. Nur so weißt du, was du willst – oder, wie ich, nicht willst.“ Erlebe XoYnUzi live in Aktion beim Red Bull pLANet one Metastadt, Wien, 2.– 4. November Tickets: redbull.com/planetone

*GAMING –DEUTSCH DEUTSCH – GAMING Das kleine Wörterbuch: ediert von Eni Zhou. k: Kurz für okay. Für Gamer ist Zeitersparnis Gold wert. LOL: „League of Legends“. Eines der beliebtesten Online-Spiele. Ich zocke es seit mittlerweile acht Jahren. Noob: schlechter Spieler. toxic: Eigenschaftswort für einen Spieler, der andere immer nur beschimpft. Twitch: Streaming-Plattform für Gamer. In Österreich noch recht unbekannt. Ich sage meist, ich bin YouTuber. XoYnUzi: mein Name als Gamer. Bedeutung: keine. Sah am Screen einfach gut aus. Zocken: gängiger Begriff für das, was wir tun. Niemand sagt spielen oder gamen.

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Die talentier te Frau Altenberger und ihre „ Jetzt erst recht! “Strategie Sie spricht sieben Sprachen und beherrscht einundzwanzig Sportarten. Schauspielerin VERENA ALTENBERGER packt das Leben voll mit Leben. Warum? Weil die Dreißigjährige gar nicht anders kann. Interview WALTRAUD HABLE  Fotos MARIA ZIEGELBÖCK

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POSITIV DENKEN Verena Altenberger wurde an der Schau­ spielschule zuerst ­einmal abgelehnt. Heute zählt sie zu den Erfolgreichsten in die­ sem Job. Geschenkt wurde ihr nichts.


„ Ich kan n ­j ede n Song auswe nd ig , auch we n n ich ih n nu r ein mal ge ­ hör t habe.“

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A HALTUNG BEWAHREN Verena Altenberger schafft es, auch die absurdesten Posen zu halten. Das Kunstturnen in Kindheit und Jugend war ja doch für etwas gut.

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ndere wären irritiert gewesen. Verena Altenberger hat nur gelacht. Wobei: Dass sich nicht einmal der Cutter des Films, in dem sie eine Hauptrolle hatte, an sie erinnern konnte, hat sie dann doch stutzig gemacht. „Er fragte bei der Premiere: ‚Und? hast du auch mitgespielt?‘“ Trockener Nachsatz: „Bei dem habe ich offenbar keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.“ Dabei gilt die dreißigjährige Pongauerin als Phänomen. Weil sie mit ihrem Gesicht ­Geschichten erzählt wie keine andere. Innerhalb von nur drei Jahren hat sich Altenberger zu einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen des Landes hochgearbeitet. Im Familiendrama „Die beste aller Welten“ gab Altenberger eine heroinabhängige Mutter: ein sensibel gespielter, mitunter wortloser Kampf gegen die Sucht. In der klischeegeladenen RTL-Serie „Magda macht das schon“ wiederum stöckelt sie als scharfzüngige polnische Altenpflegerin durchs Bild. Für 2018 hat sie noch vier Pro­ jekte in der Pipeline, darunter „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ von R ­ egisseur David Schalko und „Der Geldmacher“ mit Karl Markovics. Ab 2019 verkörpert sie obendrein die Hauptkommissarin in der deutschen Krimiserie „Polizeiruf 110“. Altenberger ist ein

Arbeitstier mit Lernhunger. Ein blitz­gescheites Mädchen vom Land, das Herausforderungen mit Hausverstand und Hemdsärmeligkeit anpackt. Ihr vielleicht größtes Talent ist aber, Rückschläge in neue Aufgaben zu verwandeln – und daraus etwas zu machen. the red bulletin: Frau Altenberger, bevor wir zu wichtigen Dingen des Lebens kommen, ein paar schnelle Fragen. Einverstanden? verena altenberger: Ja. Welches Adjektiv beschreibt Ihr Führerscheinfoto? Ha, das ist einfach! Es lautet: strebsam. Außerdem sehe ich aus, als wäre ich fünfzig. (Fischt beherzt den rosa Schein mit einem Foto hervor, das sie mit ausfrisierten Wellen in Trapezform zeigt.) Von welchem Song können Sie den Text in- und aus­ wendig und warum? Von allen, auch wenn ich sie nur einmal höre. Das war schon immer so. Ernsthaft? Ja. „Fotografisches Gedächtnis“ ist nicht der richtige Begriff dafür, denn es funktioniert bei mir vor allem mit Texten. Aber es ist definitiv ein Vorteil in meinem Beruf. Wurde je Ihr IQ gemessen? Nein (lacht). Wobei ich bezweifle, dass der sooo hoch ist. Sie sind Skorpion, Aszendent Jungfrau. Hat Ihr Horoskop immer recht? An das tägliche Zeitungshoroskop glaube ich nicht, aber es gibt gewisse Wesenszüge, in denen ich mich wiederfinde. Ich bin recht organisiert und gründlich, das ist definitiv der Jungfrau geschuldet. Und der Skorpion in mir ist ehrgeizig. Ehrgeiz scheint eine Untertreibung. Sie geben in Ihrer Schauspielkartei sage und schreibe 21 Fähigkeiten an: Eiskunstlauf, Snowboarden,­ Skilauf, Kunstturnen,   43


VIELSCHICHTIG Akrobatik, Stunt, Bühnenkampf, Bühnenfechten, Aikido, Yoga, Reiten, Modern Dance, Choreografie, Bauchtanz, Ballett, Steppen, Standardtanz, Latin Dance, Burlesque, Schießen, Golf. Können Sie das wirklich alles, oder haben Sie nur ­einen übereifrigen Agenten? Ich kann das wirklich. Wobei man sagen muss: Diese Auf­ listung ist vor allem für die Suchmaschinen. Braucht ein Castingagent jemanden, der z. B. steppen kann, und findet­ sich dieses Wort nicht in ­deinem Profil, bist du raus. Dennoch: Tanz, Golf, Kunstturnen … klingt nach Eislaufeltern. Das geschah alles aus eigenem Antrieb, ehrlich. Ich habe mit drei Jahren mit Ballett begonnen – und schnell wieder aufgehört. Aber die Leidenschaft für Bewegung blieb, und so ist einiges dazu­ gekommen. Meine Eltern – meine Mama war Direktorin einer landwirtschaftlichen Schule, mein Vater ist Banker – mussten mich auch selten von A nach B kutschieren. Ich bin großteils in Hallein auf­ gewachsen, ab sechs Jahren bin ich einfach überall mit dem Radl hingefahren. In Ihrem Profil steht, Sie können auch schießen? Ich habe mich für ein KrimiCasting gefragt: Was unter­ scheidet Polizisten eigentlich von zivilen Menschen? Ein Hauptelement ist das Tragen einer Waffe. Ich wollte lernen, professionell damit umzu­ gehen, und fühlen, wie sich z. B. die Körpersprache ändert, wenn man bewaffnet ist. Viel Aufwand dafür, dass Sie nicht einmal wissen, ob Sie die Rolle überhaupt kriegen. Wenn das Casting nicht gut ist, wird man den Job nie bekommen – Vorbereitung ist alles. Das war bei Ihnen nicht immer so. Ich weiß. 44  



Ihr Publikum wortlos in neue Welten zu entführen ist bei Verena Altenberger nur bedingt Talent, sondern eine Frage akribischer Vorbereitung, sagt sie.

Sommer 2006. Vorsprechen am Max-Reinhardt-Seminar. Verena Altenbergers erster Tag in Wien, einer fremden Stadt, ein Reclam-Heft in der Hand. Und schnell wird klar: Es läuft grottenschlecht. Weil „ein Stück vorbereiten“ heißt, sie hätte es zumindest für die Bühne auswendig lernen sollen. Abgelehnt. Wollen wir drüber reden? Es war schrecklich. Ich sah aus wie die Bauerntochter, die sich fesch gemacht hatte, um in die große Stadt auszuzie­ hen. Und rundherum lauter Künstlertypen, die dehnen, Stimmübungen machen und so wirken, als würden sie den Schauspielberuf schon seit zehn Jahren ausüben. Man versteht ja erst im Nachhinein, dass es ziemlich lächerlich war, dass ich das Reclam-Heftl auf der Bühne noch in der Hand hielt und den Text nicht auswendig konnte. Wenn wer seit der Kindheit Schauspieler werden will, der hätte sich, sollte man meinen, besser informiert. Das Ding ist: Aus meiner Sicht war ich auf dem bestmöglichen Wissensstand, weil ich ja nie Zugang zu dieser Welt gehabt hatte (lacht). Ich hatte keine Schauspieler im Umfeld, an meiner Schule gab es nicht ein­ mal einen Theaterkurs. Alles,

„ Ich wo l lte fü h le n , wie sic h d ie Körpe r­ sprache m it ei ner Waf fe veränder t .“ THE RED BULLETIN


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GESUNDE ZWEIFEL Sich selbst im Film anschauen? Geht so. „Bei ‚Die beste aller Welten‘ fand ich mich zuerst ganz furchtbar! Ich habe immer nur mein Atmen gehört.“


was ich wusste, war: Es muss eine renommierte Ausbildung sein, was Fundiertes, das mich an gute Theater bringt, keine windige Privatschule. Das und meine Stückwahl fand ich da­ mals schon gut durchdacht.

STEHAUFFRAU Wird Altenberger vom Leben zurückgeworfen, nimmt sie Anlauf – und einen neuen Weg.

So ein Lebenstraum platzt nicht alle Tage. Wie lange haben Sie gebraucht, um sich wieder aufzurappeln? Ich habe mich direkt nach dem verpatzten Vorsprechen für ein Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft angemeldet. Ehrlich gesagt war’s meine Mama, die mich, als ich ins Telefon heulte, zur Uni gelotst und gesagt hat: „Da suchst du dir jetzt was aus, das dich interessiert.“ Das war Ihre Strategie? Ab­ gehakt, das Nächste bitte? Ja. Ich brauche sofort ein neues, vergleichbares Ziel. Diese Vorgehensweise hatte ich intuitiv immer schon. Ich muss etwas finden, auf das ich hinarbeiten kann. Den Schockmoment in etwas ­Positives ummünzen, mir sagen: „Okay, dann probiere ich jetzt halt das!“ Wenn man Ablehnung oder Bloßstellung nicht sofort in ein „Jetzt erst recht!“ umwandelt, dann geht man kaputt. Den unfreiwilligen Studien­ schwenk haben Sie zur Schließung von Bildungs­ lücken verwendet. Ja, dass ich auf der Schauspiel­ uni abgelehnt wurde, hieß ja nur, dass mein Vorsprechen schlecht war – mehr nicht. Ich wollte nebenher alles, aber wirklich alles zu Film und Theater aufsaugen. Ich habe mich bei einer StatistenAgentur registriert, und wenn bloß jemand gesucht wurde, der die Straße für einen Dreh absperrt, habe ich mich schon beworben. Zusätzlich war ich jeden Abend im Theater – mit billigen Stehkarten. Volkstheater, Schauspielhaus, Burgtheater. Fünf Jahre später hat es dann an der Musik- und Kunstuniversität der Stadt Wien geklappt. THE RED BULLETIN 

„ Ich brauche nach einem Rücksch lag sofor t ein neues, vergleich bares Zie l .“   47


Die wichtigste Lektion aus dem Vorsprech-Desaster? Dass ich heute im Job über­ akribisch bin. Es gibt Schau­ spieler, die sind per se wahn­ sinnig frei, stürzen sich in Sachen rein. Ich hingegen fühle mich erst frei, wenn ich mir vorher die notwendigen Fähig­ keiten angeeignet habe. In der RTL-Serie „Magda macht das schon“ spiele ich eine pol­ nische Altenpflegerin. Dafür spreche ich zum Beispiel jede Zeile mit Bernadetta durch, der Köchin meiner ehemali­ gen Mensa, denn sie ist Polin. Diese feinen Nuancen – ob man Stop oder Schtopp sagt – machen letztlich einen Rie­ senunterschied. Sommer 2016. Zur Vor­ bereitung auf „Die beste aller Welten“, wo Verena Alten­ berger die heroinabhängige Alleinerzieherin eines kleinen Sohnes spielt, geht die Schau­ spielerin wochenlang in einer Drogen-WG ein und aus. Sie haben wirklich in einer Drogen-WG gelebt? Nein, nicht gelebt. Ich bin da in der Früh hin und am Abend wieder heim. Der Film beruht ja auf der wahren Geschichte von Helga Wachter und ihrem Sohn Adrian. Ich habe Hel­ gas Tagebücher gelesen, mit Ärzten geredet, aber mir war nicht klar: Wie bewältigt man mit Heroinsucht den Alltag? Der Adrian ist ja nicht von allein um sieben Uhr früh aufgestanden und in die Schu­ le gegangen, sondern seine heroin­abhängige Mutter muss das gemacht haben. Was war der wichtigste Aha-­ Moment bei Ihren Besuchen? Oft dachte ich: Würde man es im Film so darstellen, wie es ist, dann würden alle denken: Die übertreibt maßlos. Inwiefern? Weil jeder Moment gleicher­ maßen absurd, faszinierend und abschreckend war. Einmal wollte jemand während eines Gesprächs etwas vom Boden aufheben, ist aber mittendrin 48  



„Würde man es so darstellen , wie es ist, würden alle denken: Die über treibt maßlos.“ eingeschlafen. Er stand zwan­ zig Minuten nach unten ge­ beugt, ein Arm hochgestreckt! Und als er aufwachte, fragte er nur: „’tschuldigung, hab ich gerade geschlafen? Wo waren wir ­stehen geblieben?“ Entwickelt man in diesem Umfeld ein Helfersyndrom? Nein, sonst wäre ich Sozial­ arbeiterin geworden. Würde ich heute da reinspazieren, könnten sich die Bewohner wahrscheinlich nicht einmal mehr an mich erinnern. Mich treibt vor allem die Neugier am Menschlichen – und was es alles sein kann. Dass ich Emotionen anderer nachvoll­ ziehen darf und sich so neue, empathischere Perspektiven eröffnen, dafür muss ich dankbar sein. Taucht man ständig in neue Welten ein, wird man ja ­quasi Expertin für die je­ weilige Welt. Stimmt. Beim Krimischauen denke ich manchmal schon: Eine Kommissarin mit offenen Haaren, Ohrringen, Stöckel­ schuhen? Total unrealistisch! Polizistinnen tragen am Tatort niemals offene Haare. Und sie spazieren auch nicht mitten in den Raum rein und ver­ unreinigen den Tatort. Aber es

würde halt komisch aussehen, wenn die Ermittler nur an der Wand entlangschleichen. Es gibt so was wie filmische Realität – und das ist okay so. Gibt’s einen Bereich in Ihrem Leben, auf den Sie sich nicht akribisch vorbereiten? Das Reisen. Da buche ich selten was vor, folge meinem Bauchgefühl. Wobei, ganz spontan scheint das ebenfalls nicht. Immer­ hin sprechen Sie Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Jiddisch und Türkisch. Ich mag es, mich in dieser Welt verständigen zu können. Für Jiddisch bin ich an die Volkshochschule, weil es mich immer interessiert hat. Es ist aber sehr ausbaufähig. Das gilt auch noch fürs Türkische. Mit meinem Freund, der türkische Wurzeln hat, versuche ich, mindestens eine Stunde pro Woche zu üben. Hand aufs Herz: Hilft schauspielerisches Talent in heiklen Beziehungssituationen, weil man z. B. aus dem Stand Tränen rausdrücken kann? Würde ich nie machen. Wozu auch? Ich kann privat oben­ drein ganz schlecht lügen.

Fremde Leute fragen oft: „Oh, du bist Schauspielerin! Kannst du auf Knopfdruck weinen?“ Hätte mein Freund beim Kennenlernen so was gefragt, dann wären wir heute nicht zusammen, glaube ich. Wenn wir schon bei der Liebe sind: ein kluger Rat über Männer, den Sie Ihrem jüngeren Ich mitgeben würden? Einer, den ich Gott sei Dank selbst immer beherzigt habe: Es gibt den perfekten Partner für dich. Irgendwann kommt einer, mit dem du keine Kom­ promisse eingehen musst. Meiner ist gefunden. Das ist ein Motto, nach dem Sie leben? Ja. Und: „Alles wird gut.“ Klingt banal, aber ich glaube fest daran. Etwas abzusagen, hinter dem ich nicht hundert­ prozentig stehe, macht mir keine Angst. Ich lebe recht sparsam, meine Miete werde ich ein paar Monate lang be­ zahlen können – und was soll mir Schlimmeres passieren? Abschlussfrage: Was wollen Sie, die Lernhungrige, als Nächstes lernen? Ich muss meine Kampfkünste weiter ausbauen. Ich kann zwar Aikido, aber da geht es hauptsächlich ums Umlenken von Energien. Ziel ist es nicht, den Gegner auf den Boden zu bringen, sondern ihn zu ermatten, um ihn dann zu fra­ gen: „Warum machst du das?“ – und dann weiß er keine Ant­ wort und hört auf. Das ist ein psychologisch wunderschöner Ansatz, aber für das nächste­ Projekt brauche ich eher ­Fähigkeiten, den Gegner auf die Matte zu legen (lacht). Styling SIMON WINKELMÜLLER Styling-Assistenz JOHANNA BOUVIER Haare & Make-Up BRITTA TESS Trenchcoat JOSEPH über Mytheresa Abendkleid LANA MUELLER „Amour“-T-Shirt SANDRO Dinnerjacket WILFRIED MAYER Schwarzes Abendkleid HUISHAN ZHANG über Mytheresa Socken FALKE Anzug HOUSE OF DAGMAR T-Shirt SANDRO Ohrring CELINE über Boutique Chegini Schuhe CHRISTIAN LOUBOUTIN THE RED BULLETIN


KLARER ­F OKUS Verena Altenberger will kämpfen: Als Nächstes verfeinert sie ihre Martial-ArtsFertigkeiten.


I NNOVATO R

Krabbel-Technik

DIESER KÄFER CHECKT FLUGZEUGE Herrlich, wir haben die Mechaniker geschrumpft! Wissenschaftler aus Harvard arbeiten an Mini-Robotern, die Motoren überprüfen, indem sie in diese hineinkriechen.

PROFI-ANSAGE

DREI STARTUPS, DIE ICH RICHTIG COOL FINDE Diesmal: Runtastic-Legende Florian Gschwandtner

Der Käfer-Roboter, vermutlich der kleinste Rolls-Royce der Welt

… und spuckt dort die Mini-Mechaniker aus. Die Käfer krabbeln zu ihren Einsatzorten …

rolls-royce.com Mehr geniale Ideen und die Menschen dahinter findest du im Magazin The Red Bulletin Innovator. Kostenloses Abo unter theredbulletininnovator.com … im Inneren der Maschine und übertragen Bilder live an ihre menschlichen Kollegen draußen.

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TRACTIVE GPS-Tracking für Hunde und Katzen. Du kannst virtuelle Zäune bauen und bekommst Nachricht, wenn das Tier ausbricht. Super-Startup mit mittlerweile knapp 70 Leuten. tractive.com AMABRUSH Automatische Zahnbürste, die mit einem speziellen Mundstück in zehn Sekunden ­besser putzt als du in drei Minuten. Die Zeit­ ersparnis ist top, das Business-Modell toll. amabrush.at THE RED BULLETIN

WOLFGANG WIESER

Ein Schlangen-Roboter schlüpft in den Motor, den es zu inspizieren gilt …

MIMO Eine App, um programmieren zu lernen. Die vier Gründer-Jungs sind uns sehr ähnlich: große Leidenschaft, starker Fokus, nur jünger. Die App ist schon live, sehr gut und wurde im App Store herausgebracht. getmimo.com

ROLLS-ROYCE, WERNER HARRER

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in Schlangen-Roboter spuckt einen Käfer nach dem anderen aus – vier, fünf, sechs kleine Helferlein eilen auf vier Beinchen durch den Motor, um jedes Detail zu inspizieren: Seit acht Jahren arbeiten Wissenschaftler aus Harvard an dieser Vision. Die Zusammenarbeit mit Rolls-Royce bringt sie ihrem Ziel nun deutlich näher. Aktuell ist jeder Käfer noch viereinhalb Zentimeter groß und eineinhalb Gramm schwer. In den nächsten Jahren soll er noch weiter schrumpfen, bis er klein genug ist, um in (Flugzeug-)Motoren zu kriechen. Die größte Herausforderung für die Entwickler war die auf das Innere von Motoren optimierte Mobilität der Mini-Mechaniker. Ihre vier Beinchen sind so konstruiert, dass sie sich auf den superglatten Oberflächen nicht nur horizontal, sondern auch vertikal, also Wände hinauf – und das auf acht verschiedene Arten – bewegen können. Wozu die ganze Anstrengung? Um eine Menge Zeit und Geld zu sparen. Denn bis jetzt müssen Motoren für die Inspektion schwer zugänglicher Teile noch ausgebaut werden, um die Flugsicherheit zu garantieren. Sobald die Mini-Roboter einsatzfähig sind, fällt dieser (Riesen-)Aufwand weg.

Florian ist Gründer und CEO von Runtastic (u. a. Fitness-Apps; wurde von adidas gekauft).


KI N G OF COO L

MARKUS BERGER

Wirft nicht die Nerven weg. Und erst recht nicht den Schläger. Matthias Schwab, 23, kann mit Fehlern gut umgehen.


5 - M I NU T E N- COACH

00:00

In 5 Minuten zu mehr Coolness – mit Golfprofi Matthias Schwab

SO GEHEN NERVEN AUS STAHL

Andere zerbrechen unter Druck, verlieren den Fokus, lassen sich von ihren Emotionen leiten, werden vor tausenden Zusehern nervös, lassen sich von Rückschlägen entmutigen. Golf-Hoffnung Matthias Schwab ist erst 23 – und gar nicht wie die anderen.

00:18

Lass dich von Emotionen nicht blenden – erst recht nicht von positiven Beurteile dich nicht nur am Endergebnis

Meine größte Stärke als Golfer ist meine Coolness. Cool zu sein heißt für mich, steady zu sein, also stetig, jeden Schlag gleich anzugehen: gleich ruhig, gleich konzentriert, immer deinem Plan zu ­folgen, dich nicht beirren zu lassen von dem, was vorher war oder rundherum ist. Natürlich: Wenn das letzte Loch besonders schlecht war, ärgerst du dich. Möchtest am liebsten mehr riskieren, um den Fehler wiedergutzumachen. Doch genau das wäre der größte Fehler. Das Risiko wird unkalkulierbar: Einmal geht’s gut, zehn­ mal geht’s in die Hose – kein guter Deal. Bleib geduldig, bleib bei deinem Plan – ich gehe mit einem Plan für jedes Loch in jede Runde –, deine Chance kommt. Es ist einfach dumm, beim nächsten Loch die ganze Runde retten zu wollen. Wenn das Loch besonders gut war, wird es noch schwieriger. Du wirst euphorisch, willst dem Lauf folgen, aber auch hier gilt: Bleib bei deinem Plan! Coolness heißt vor allem Selbstdisziplin und Geduld.

Mit siebzehn habe ich beim British Ama­ teur, dem weltweit wichtigsten Turnier für Amateurgolfer, den Sieg an den letzten zwei Löchern verspielt. Der Sieg hätte einen riesigen Karrieresprung bedeutet, ganz neue Chancen, Einladungen zu den größten Turnieren. Habe ich mich ge­ ärgert, dass ich das alles so knapp verpasst habe? Ja. Aber nur kurz. Habe ich an mir gezweifelt, weil ich gerade im bis dahin wichtigsten Moment meiner Karriere versagt habe? Nein. Warum ich die Ent­ täuschung so schnell überwunden habe? Weil ich in den Tagen davor viele Chancen zu scheitern hatte – und immer alles rich­ tig gemacht habe. Ich spielte sechs Tage lang mit den besten Amateuren der Welt mit. Meine Leistung war objektiv gut – nur die Krönung fehlte.

01:59   53


02:00

Such nicht zwanghaft nach einer Erklärung – manches bleibt unerklärlich

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Matthias Schwab, Pokerface am Golfplatz. „Jeder kann lernen, seine Emotionen zu kanalisieren.“

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Sei dankbar – auch für Tiefs 2014 und 2015 waren meine härtesten Jahre. Schmerzen bei jedem Schlag, un­ zählige Arztbesuche, viele verschiedene Ratschläge, die lange nichts geholfen ­haben. Elf Monate ohne Sport, an Golf nicht zu denken, Angst vor dem Karriere­ ende. Heute hilft mir diese Zeit. Sie hat mir beigebracht, über den Dingen zu stehen. Wenn es auf einer Runde nicht gut läuft, ist das nicht ideal – aber ich könnte eben­ so gut gar nicht mehr spielen. Sich das bewusst zu machen macht dankbar.

Nimm die Dinge selbst in die Hand – nur du bist für 05:00 deinen Erfolg verantwortlich Die Umstellung vom Amateur zum Profi ist für einen Golfer riesig. Klar, die Konkur­ renz ist viel härter, aber vor allem ändert sich deine Rolle völlig. Plötzlich hast du extrem viel Verantwortung. Nicht nur für dein Spiel, sondern auch für dein Team – bei mir sind das sechs Leute – und für jede deiner Entscheidungen. Ich bin seit dem Schritt ins Profilager 2017 selbst letzt­ verantwortlich für alles, was ich mache: Training, Ernährung, Flugplanung, Tur­ nierauswahl, Lebensweise. Natürlich ist jeder der sechs in meinem Team Experte, und ich höre sehr genau auf ihren Rat, aber die letzte Entscheidung muss immer ich treffen. Als Profi gibt es keine Aus­ reden. Und das ist gut. Weil ich weiß, ich habe am Ende alles selbst in der Hand.

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N I C HT SO COO L

EMOTIONSBÜNDEL

Matthias Schwab ist für seine Ruhe am Golfplatz berüchtigt. Diese Golfer sind eher am anderen Ende der Impulsivitätsskala zu finden.

John Daly

Das Enfant terrible des Golfsports schlechthin. Im Dezember 2008 entriss der US-Amerikaner bei den Australian Open einem Zuschauer aus Ärger über das Blitz­licht die Fotokamera und schleuderte das Gerät gegen einen Baum. Konsequenz: sechs Monate Sperre für Daly.

Sergio García

Der Spanier zog bei der World Match Play Championship 1999 aus Frust über einen schlechten Schlag seinen Schuh aus und schmiss ihn über die Zuseher. Als sein Manager ihm den Schuh zurückwarf, entfernte ihn García erneut spektakulär – diesmal aber per Kick.

Henrik Stenson

Bevorzugte Opfer der Wut des Schweden sind seine Schläger. 2013 bei der BMW Championship waren die negativen Emotionen noch in der Kabine präsent. Das Resultat: ein zerstörter Holzspind. Stensons Spitz­name „Iceman“ ist etwas irreführend. THE RED BULLETIN

MARKUS BERGER, GETTY IMAGES

Ist etwas nicht gut gelaufen, musst du analysieren: Was ist passiert, warum ist es passiert? Kritisch sein, Fakten checken, aber dann ist Schluss. Viele analysieren sich in den Wahnsinn, müssen für alles eine Erklärung finden – selbst wenn da keine ist. Gewisse Dinge lassen sich nicht erklären. An einem Tag spielst du sieben Löcher in Folge schlecht, am nächsten auf den gleichen Löchern sieben unter Par. Ob­ wohl du alles gleich gemacht hast: gleich geschlafen, das Gleiche gegessen, gleich aufgewärmt. Warum? Du weißt es nicht. Niemand weiß es. Also investiere nicht zu viel Energie in die Analyse. Investiere sie in die Konzentration in den nächsten Schlag. Und vor allem: Bleib immer positiv.


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WIE ICH LERNTE, EINEN GLETSCHER ZU BAUEN

Ein kleines Dorf im Himalaya trotzt dem globalen Klimawandel – mit Gletschern, errichtet von Menschen­ hand. SIMANT VERMA hat miterlebt, wie eine geniale Idee Phyang rettete. Text SIMANT VERMA

D

as Taxi bringt mich in das Dorf Phyang. Der Wagen holpert durch die karge Landschaft von Ladakh über löchrige Straßen – bis ich ei­ nen halben Kilometer vor mir einen weißen, mit schwarzen Punkten gesprenkelten Eis­ kegel entdecke. Wenig später entpuppen sich die schwarzen Punkte als Menschen. Ich stehe vor dem Eis-Stupa. Ehrfürchtig starre 56  



ich 20 Meter hinauf. Ich blinz­ le, um das im Sonnenlicht gleißende Eis zu betrachten. Ich frage mich, wo ich Surya finde, der mich ein­geladen hat, beim Bau eines Eis-Stupas zu helfen. Jemand scheint meine Gedanken ge­lesen zu haben: „Ich bin hier!“ Die Stimme kommt von oben – da ist Surya, ganz oben, einer von den Menschen, die ich bei der Anfahrt für schwarze Punkte gehalten habe.

Phyang ist ein 2000-Seelen-­ Dorf in Ladakh, einem extrem trockenen Gebiet zwischen Himalaya und Karakorum im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir. Selbst die Täler liegen hier mehr als 3000 Me­ ter über dem Meeresspiegel. Die höchsten Gipfel sind Nun (7135) und Kun (7077 Meter). Niederschlag gibt es kaum in dem dünn besiedelten Ge­ biet (5 Einwohner/km²; Öster­ reich: 105 Einwohner/km²) –

zuletzt waren es nur 50 Milli­ meter jährlich (Österreich: 1100 mm). Leben gibt es in dieser unwirtlichen Region nur dank dem Wasser, das von den Gletschern kommt. Doch diese Gletscher schwinden – eine Folge des Klimawandels. Und sie schwinden mit jedem Jahr schneller. Die Folgen sind fatal: Weil sich die Gletscher so weit zu­ rückgezogen haben, sind die Temperaturen im Frühjahr THE RED BULLETIN


Der 51-Jährige mit dem ­ nsteckenden Lächeln ist a ­Maschinenbauingenieur. 2013 erfand und baute er den ersten Eis-Stupa – und veränderte damit alles. Die Idee dafür kam ihm, als er eines Morgens Ende Mai in Ladakh unterwegs war. Zu seiner Überraschung entdeckte er unter einer Brücke Eis. „Da wurde mir bewusst, dass nicht die Temperatur das Eis zum Schmelzen bringt, sondern die direkte Sonnen­ einstrahlung.“ Gemeinsam mit seinem Team entwickelte er einen künstlichen Gletscher, den EisStupa. Stupa, aus dem Sans­ krit von stup, aufhäufen, steht üblicherweise für buddhistische Kultbauten in charakteristischer Kegelform, die die Eis-Stupas ebenfalls aufweisen. Die Überlegung: Der Kegel würde senkrecht zur Sonne wachsen. Weshalb nur ein geringer Teil seiner Fläche Sonnenstrahlen ausgesetzt wäre und er daher bis Juni Wasser halten würde. So lange, bis die natürlichen Gletscher – später als gewohnt, aber doch – zu schmelzen beginnen. Jeder Eis-Stupa ist an die 20 Meter hoch und speichert zwischen 1,8 und 2,4 Millionen Liter Wasser. Er dient nicht nur zur Versorgung des Dorfes und zur Begrünung der

LOBZANG DADUL, SONAM DORJAY, MAIL ONLINE SIMANT VERMA

Ein Eis-Stupa in Ladakh. Die künstlichen Gletscher gelten in den kleinen Gemeinden als Symbole des Fortschritts.

nicht hoch genug, um sie rechtzeitig zum Schmelzen zu bringen. Eine Katastrophe für die Landwirtschaft, der wegen der niedrigen Temperaturen ohnehin nur ein Zeitfenster von fünf Monaten zur Verfügung steht. Die Felder bleiben trocken, die Zukunft scheint düster. „Unsere Jungen zieht es in die Hauptstadt Leh. Sie hoffen, dort Arbeit zu finden. Zurück bleiben die Alten“, sagt Sonam Wangchuk. THE RED BULLETIN 

Autor Simant Verma, 23, arbeitet als Projektmanager für „Ice Stupa“.

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SO FUNKTIONIERT

EIN EIS-STUPA

Ein einfaches Prinzip lässt Wasser sprudeln.

1 Über eine Rohrleitung fließt Wasser talwärts.

2 Das kostbare Nass landet in dem Eis-Stupa.

3 Durch den Höhen­ unterschied entsteht ein Druck, der das Wasser wie aus einem Springbrunnen sprudeln lässt. 4 Im Freien gefriert das Wasser an der eisigen Luft und bildet einen künstlichen Gletscher. 5 Im Frühling schmilzt der Eis-Stupa langsam und liefert das dringend benötigte Wasser.

Wüste, sondern lockt auch Touristen an und fördert so die lokale Wirtschaft. Am nächsten Morgen ist die Temperatur auf minus 10 Grad gefallen. Ich helfe ­Surya dabei, Draht, Dornenzweige und Netze auf den EisStupa zu legen. Wenn Wasser aus dem Brunnen auf sie spritzt, bildet sich über Nacht eine Eisschicht. Surya und ich arbeiten an der Südwand. Plötzlich entdeckt er eine riesige Lücke: „Wir müssen sie füllen, sonst bricht alles zusammen!“ Ich stopfe große, dornenbewehrte Äste in das Loch, bis keine Gefahr mehr droht. Beim Abendessen ist die Stimmung großartig, trotz der Anstrengungen. Co-Teamleiter Mingyur sagt: „Diese Abende, an denen wir zusammensitzen und Spaß haben, geben uns die Kraft, morgens bei minus 10 Grad rauszugehen.“ In der letzten Nacht beschließe ich, der Kälte zu ­trotzen, um noch einmal nach dem Stupa zu sehen. Wasser, das vom Gletscher über eine Leitung in den Stupa fließt, sprudelt aus seiner Spitze. Tröpfchen funkeln im Mondlicht, verwandeln sich in der klirrenden Kälte in Eis. Und so wächst er, mein Gletscher. icestupa.org

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RED BULL

Kraft mal Beschleunigung ist (Gri-)Masse: So wirken g-Kräfte auf die Red Bull Air Race-Piloten.

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PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL, JOERG MITTER/LIMEX IMAGES, MIHAI STETCU/LIMEX IMAGES

AIR FACE

Das RED BULL AIR RACE ist Rennspektakel und Physiklehrstunde in einem. Hier werden Grenzen der Belastbarkeit zu Leitlinien der Strecken und Kräfte von bis zu 12 g zum Gesichtsmuskeltraining der Piloten.  Text CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO


Schreckliches Gefühl, oder? Nun stell dir vor, du musst unter diesem Kleinwagen liegend auf einem Rundkurs bei bis zu 370 km/h zentimeter­ genau Manöver fliegen. Eher unlustig, nicht wahr? Willkommen in der Welt eines Red Bull Air Race-Piloten! Der Kleinwagen verdeutlicht dabei die g-Kräfte: Kräfte, die bei einem Wechsel der Richtung oder der Geschwindigkeit auf den Körper wirken. 12 g (g von latei­ nisch gravitas) bedeuten die zwölffache Schwerkraft. Ein 70 Kilo schwerer Pilot „wiegt“ dann 840 Kilogramm. Im Alltag treten kaum jemals hohe g‑Kräfte auf, beim Red Bull Air Race bei jedem Rennen, in nahezu jeder Kurve. „Wir gehen ständig ans Limit. Nur so hast du eine Chance zu gewinnen“, erklärt Matthias Dolderer, 47, 2016er-WorldChampion der Rennserie, die am 15. und 16. September auch in Österreich halt­ macht. Dass Piloten derartige Belastungen – wenn auch nur für Sekundenbruchteile – aushalten können, ist jahrelanger Er­ fahrung und viel Training geschuldet. Wer fliegen nur aus der Economy Class kennt, geht im Normalfall bei spätestens 6 g k. o. Das Gehirn bekommt dann zu wenig Sauerstoff – ein Blackout ist die Folge. Die Red Bull Air Race-­Piloten haben ihre persönlichen Grenzen dank spezieller Atem- und Anspannungstechniken ver­ schoben. Bei 12 g ist aber Schluss. Wer diesen Wert überschreitet, wird nicht ge­ wertet. Dann muss das Flugzeug nämlich sofort zur technischen Inspektion.

Ein künstlicher Rauchstrahl markiert die Flugbahn der Air-Race-Piloten.

G - RING BIS G -WALTIG

DIE G -KRAFT-SKALA Wo du wie viel Kraft erleben kannst. Und besser nie erleben willst.

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1 G

Das spürst du, wäh­ rend du diese Zeilen liest: die einfache Erdschwerebeschleu­ nigung (9,81 m/s2). Ist zugleich Maß­ einheit der g-Kraft.

1,55 G

Wirkt auf dich, wenn du zum Beispiel in ­einem Bugatti Veyron in 2,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigst.

5,2 G

Erlebst du live in den Waggons der trans­ portablen Achter­ bahn „Olympia Loo­ ping“, bekannt aus dem Wiener Prater bzw. vom Münchner Oktoberfest.

THE RED BULLETIN

PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL

S

tell dir vor, ein Kleinwagen parkt auf deinem Körper.


MIT 12 G

ÜBER WIENER NEUSTADT

12 G

Red Bull Air Race-Pilot Matthias Dolderer fliegt den neuesten Kurs der Rennserie für uns vorab im Geiste ab.

Umkehrmanöver

Du musst den richtigen Winkel finden und zum rechten Zeitpunkt beschleunigen. Innerhalb von 0,5 Sekunden sind wir am Limit: 12 g für eine Zehntelsekun­ de. Ziehst du nur 10 g, verlierst du gleich eine halbe Sekunde.

1 G

Schikane

Im Verhältnis ein recht relaxter Abschnitt. Hier zählen nicht die g-Kräfte, hier geht es um Zentimeter. Je mehr du die Strecke abkürzt, desto schneller bist du.

7 G

1 G

High-G-Turn

Der Name ist Programm. Ich rechne damit, dass wir da mit mindestens 7 g durchfliegen werden. Wahrscheinlich deutlich mehr. Fürs freie Auge ist ein Unterschied nicht erkennbar.

6,5 G

Bekommt ein Formel1-Pilot zu spüren, wenn er sein Gefährt mit der möglichen Höchstgeschwindigkeit durch eine Kurve steuert.

THE RED BULLETIN 

10 – 12 G Grenzwerte beim Red Bull Air Race: Länger als 0,6 Sekunden 10 g bedeutet zwei Strafsekunden. Überschreitet ein ­Pilot 12 g, wird sein Flug nicht gewertet.

Stehender Start

Du stehst am Boden, mit Vollgas und angezogener Bremse. Dann lässt du sie los und versuchst, mit geringem Widerstand auf die Höhe der Pylonen des Startgates zu kommen.

100 G

Wirken auf einen Tisch, wenn du mit der Faust hart auf dessen Platte haust.

214 G

Das ist die höchste gemessene g-Kraft, die jemals ein Mensch überlebte. So geschehen 2003 in Texas bei einem Crash des IndyCarRennfahrers Kenny Bräck (SWE).

1000 G

Kannst du zu Hause oder im Büro jederzeit simulieren: Lass einen Kugelschreiber mit der Spitze nach unten aus einem ­Meter Höhe auf einen harten Boden fallen. Wirkt so heftig, weil Knautschzone und Elastizität fehlen.

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DAS PASSIERT MIT DEINEM SICHTFELD

 1 G

Matthias Dolderer unter Bedingungen, die wir alle kennen: der einfachen Erdanziehungs­ beschleunigung.

Hier zeigen wir, wie g‑Kräfte auf Wenig- bis Nichttrainierte wirken. Geübte Piloten haben eine höhere Toleranz.

1 G

Alles roger!

 12 G

So sieht das Bild aus, wenn noch keine relevanten ­g‑Kräfte im Spiel sind.

Matthias Dolderer im Cockpit eines Red Bull Air RaceFliegers bei einem Manöver an der 12 g-Grenze.

Red Bull Air Race-Pilot Matthias Dolderer, demnächst 48, fliegt seit über dreißig Jahren. Er hat mitdenkende Muskeln. Einen Blackout konnten aber auch die nicht verhindern.

the red bulletin: Was passiert, wenn hohe g-Kräfte auf euch Piloten wirken? matthias dolderer: Wir werden verdammt schwer und mit über 800 Kilo in den Sitz hineingepresst. Die Knochen halten das aus, aber das Herz tut sich schwer, die Organe mit Blut zu versorgen. Was tut ihr dagegen? Damit das Blut nicht nach ­unten wegsackt, gibt es ­spezielle Techniken. Ein paar Millisekunden bevor du zu be­ schleunigen beginnst, spannst du alles an: Beine, Ober­ körper, Rumpf. Dann kommt die Pressatmung. Du hältst die Luft an, atmest schnell aus und gleich wieder ein. Wie trainiert ihr das? Mit möglichst vielen Flügen. Der Körper merkt sich mit der Zeit die Anspannungs­ techniken – man spricht von Muscle Memory. Dabei kommt 62  



es zu einem reflexartigen Zusammenspiel von Gehirn, Hand, Knüppel und Muskeln. Und wenn das Zusammenspiel nicht passt? Dann droht ein Blackout. Und den willst du nicht erleben. Du sprichst aus Erfahrung. Bei einem Kunstflugprogramm wechselten wir von Figuren mit negativer g-Kraft – dabei sammelt sich das Blut im Kopf – unvermittelt auf 10 g. Dar­ auf war ich nicht vorbereitet. Dann ging es schnell, ich war

kurz weg. Nach einer Sekunde kam ich wieder zu mir. Noch benommen, musste ich mich erst orientieren. Zum Glück war das auf dem Weg nach oben. Wenn das in Bodennähe passiert, hast du ein Problem. Sind g-Kräfte ein Reiz des Fliegens oder eher gefähr­ liches Nebenprodukt? g-Kräfte machen süchtig. Der Körper braucht sie irgend­ wann. Wenn es dir mal nicht gutgeht, hockst du dich in den Flieger, ziehst ein paar g, und alles passt wieder.

G -KRÄFTE IN AKTION

Das Red Bull Air Race zu Gast in Wiener Neustadt Rückkehr ins Mutterland der Rennserie, sechster Stopp der diesjährigen Saison und Premiere auf einem völlig neuen Kurs. Erlebe Matthias Dolderer und Kollegen live. 15. und 16. September, Militärflugplatz Wiener Neustadt, Tickets und Infos unter: redbullairrace.com

Gefahr: Redout

Wirken negative g-Kräfte, wird Blut in die Blutgefäße der ­Augen gepresst. Das Seh­ vermögen wird reduziert, das Blickfeld färbt sich rot. Dieses Gefühl kennst du ansatzweise vom Kopfstand.

ab 3 G

Gefahr: Greyout

Das Blut sackt vom Kopf in die Beine, das Gehirn bekommt zu wenig Sauerstoff. Folge: ein eingeschränktes Sichtfeld – auch bekannt als Tunnelblick –, keine Farben mehr, irgendwann nur noch Sternchen.

ab 5 G

Gefahr: Blackout Zu niedriger Blutdruck im ­Gehirn. Kennen wir im Ansatz, wenn wir zu schnell aus der Liegeposition aufstehen. Der momentanen Blindheit kann Bewusstlosigkeit folgen. ­Piloten trainieren hart, um ihre Toleranz zu erhöhen.

THE RED BULLETIN

PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL, JOERG MITTER/RED BULL CONTENT POOL

„G -KRÄFTE MACHEN SÜCHTIG“

–3 G


REISEN ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN:

HART AM WIND MIT HAGARA & STEINACHER Crew-Mitglied auf einem der schnellsten Segelboote der Weltmeere: 4 Tage Extremsegeln im sonnigen San Diego mit den DoppelOlympiasiegern Roman Hagara & Hans-Peter Steinacher. Ein einzigartiges Abenteuer mit den besten Teams der Extreme Sailing Series™.

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BITTE LASS DIESES FOTO SCHARF SEIN! Nathan Fletcher hätte diese Welle nie reiten dürfen – es war einfach verrückt. Ich weiß noch, wie ich vor meinem Computer in die Knie ging und betete, dass das Bild scharf sein möge. Und das war es! Als ich es sah, sprang ich auf und war unendlich dankbar. Mit diesem Bild habe ich Surf-­ Geschichte geschrieben.

Brian Bielmann

DAS ALBUM MEINES LEBENS

PORTRAIT: TERI ANN LINN

Auf den folgenden Seiten zeigt uns BRIAN BIELMANN, der Grandseigneur der Surf-Fotografie, Höhepunkte aus vierzig Jahren Hingabe an einen Sport, den er als Kunst erkannte. Mit atemberaubenden Bildern und sehr persönlichen, teils handschriftlichen Kommentaren.

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ABSCHIED IN DREI BILDERN: VON EINER LEGENDE UND EINEM FREUND Wir warteten gerade auf das perfekte Licht, als eine Horde von Aus­traliern unseren Plan innerhalb von Sekunden regelrecht torpedierte. Ich hatte den Auftrag, Andy Irons für das „Transworld Surf“-Magazin zu porträtieren. Auf der Terrasse des Billabong-Hauses war alles vorbereitet, um bei

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Sonnenuntergang zu fotografieren. Mit den Aussies hatten wir nicht gerechnet. Sie ließen sich mit ihren Bieren auf unserem Platz nieder. Ich war verzweifelt – ich hatte nur noch zehn Minuten. Also galt es zu improvisieren. Und dann passierte das Wunder. Durch eines der Fenster tauchte ein

einzelner Sonnenstrahl Andy in grandioses Licht. Ich drückte zehnmal ab – das war’s. Als Andy von uns ging, erschien dieses Bild auf dem Cover von „Transworld Surf“. Anmerkung d. Red.: Andy Irons starb am 2. November 2010 an einem Herzinfarkt. Er wurde 32 Jahre alt.

THE RED BULLETIN


MEINE EMOTIONALSTE AUFNAHME Mein liebstes Foto von allen. Andy Irons blickt in Richtung Pipeline (der ikonische SurfSpot an der Nordküste der ­Insel O‘ahu, Hawaii; Anm.). Nach seinem Tod habe ich ­diese Aufnahme „When Doves

WENN DIE WELLE ZUPACKT Ein Wipe-out, aufgenommen unter Wasser. Ich kann mich nicht mehr an den Namen des Surfers erinnern. Das „Transworld Surf“-Magazin behauptete, es sei Andy Irons gewesen. Seither sagen das alle. Ich konnte ihm noch kurz in die Augen sehen, bevor das Wasser ihn wegsaugte.

Cry“ getauft, nach einem Song von Prince. Dieses Bild wurde in Magazinen auf der ganzen Welt abgedruckt. Es ­bedeutet mir mehr als jedes andere meiner gesamten Karriere. Danke, ­Pipeline, danke, Andy.


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MEIN GOTT, WIE VERMISSE ICH DIESE TRIPS! Das ist Kolohe Andino während einer Red Bull-Reise zu den Mentawai-Inseln, vor rund acht Jahren. Ich habe von einem Boot aus fotografiert und es gerade noch über die Welle geschafft. Mein Gott, wie vermisse ich diese Trips!


HART, SCHNELL, WILD Ein Bild aus den frühen 1980er-­ Jahren. Ich habe es für das „Surfer“-Magazin gemacht. Es zeigt Tim Fritz, besser bekannt als „Taz“. Das war ein verrückter Kerl, der genauso lebte, wie er surfte – hart, schnell und wild. Taz war ein

Pionier der Airs (dabei hebt man von der Welle ab, landet wieder auf ihr und surft weiter; Anm.). Er ist früh an einer Überdosis gestorben. Es war wirklich traurig, mitzuerleben, wie er sein großes Talent einfach verschleudert hat.

KINDER, DIE ZU STARS WURDEN Hier protestieren Zeke Lau (li.) und die Florence-Brüder (v. li.: Nathan, Ivan und John) gegen den Bau eines Einkaufs­ zentrums. Heute sind diese Buben zu Spitzen-Surfern herangewachsen, und John-John gilt zu Recht als bester Surfer der Welt. Erfolgreich waren sie auch als Demonstranten: Die Mall wurde nie gebaut.

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THE RED BULLETIN


MEIN START MIT KELLY Ein Foto des jungen, damals 14-jährigen Kelly Slater, das ich ganz am Anfang meiner Karriere gemacht habe. Das war zu der Zeit, als ich für Quiksilver gearbeitet habe. Ich  habe damals übrigens ­jedes Kleidungs­stück eingepackt, das ich kriegen konnte.


EIN BILD MIT MINDESTENS ZWEI RÄTSELN Ein Bild vom Jaws-Festival. Ich habe es 2015 von den Klippen gemacht. Darauf ist Nick Lam zu sehen. Es ist eine dieser Aufnahmen, die rätselhaft bleiben: Du weißt nicht, woher der Kerl kommt und wohin er gleich verschwinden wird.

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ZWISCHEN DEN WELTEN Andy Irons und ich blieben nach einem Wettkampf vor Ort, weil Lindy, Irons’ spätere Frau, Geburtstag hatte. Wir machten Unterwasserauf­ nahmen – nur zum Spaß. Als ich die Bilder später wieder

betrachtet habe, habe ich sie mit anderen Augen gesehen. Auf diesem wirkt Andy so, als würde er von einer Welt in eine andere gehen – das Bild heißt „Heaven Knows“, nach einem Song von Robert Plant.

ALS RIVALEN ZU FREUNDEN WURDEN Ein besonders glücklicher ­ oment: Es ist der Tag, an M dem Andy Irons und Kelly ­Slater (re.) endlich Freunde wurden, ihre ständige Rivalität vergaßen. Ich bin sicher, dass Kelly noch heute dankbar für diesen Tag in Indonesien ist. Nur ein paar Jahre später hat Andy uns für immer verlassen. 74  



THE RED BULLETIN


SU RFEN IST EIN E KU NST ... … und ich habe mich immer als Künstler gesehen“, sagt Brian Bielmann. Erinnerungen an ein Leben im Bann der Wellen. Aditas audaeca erferch illit, simil inimuscias illabo. Tiaeped iossima gnihil mo dolesequae res aut est

Brian Bielmann heute. Rückblickend sagt er: „Die ganze Sache hat mein Leben verändert.“

Riesige Wellen, die uns in ehrfürchtigem Staunen versinken lassen. Fauchende Gischt, die den einsamen Surfer zu verschlucken scheint. Und jungenhafte Gesichter, denen die Spannung in ihre Mienen geschrieben ist. Wenn Brian Bielmann, Jahrgang 1957, durch sein Lebenswerk führt, sehen wir nicht nur die Gefahr, wir erleben Abenteuer und erahnen eine Welt, die so ganz anders ist als die unsrige. In diesen Augenblicken weiß

Bielmann, dass er sein Ziel ­erreicht hat: die Seele des Surfens widerzuspiegeln. „Ich habe Surfen nie als Sport betrachtet, sondern stets als Kunstform. Und ich habe mich immer als Künstler gesehen. Ich glaube sagen zu dürfen, der Unterschied ist in meiner Arbeit sichtbar.“ Seit Jahrzehnten begleitet er die Stars der Surfer-Szene: „Wenn ich die Bilder heute ­betrachte, habe ich das Gefühl, in einem Familienalbum zu

blättern“, sagt der legendäre Fotograf, der auf ein über­ ragendes Portfolio zurück­ blicken kann. Angefangen hat er im Jahr 1978 aus dem ­simpelsten aller Gründe: „Ich habe mit dreizehn zu ­surfen begonnen und wollte als junger Mann möglichst oft raus aufs Meer.“ In den vergangenen Jahren hat sich auch fotografisch viel verändert: „Früher hast du mit 36 Chancen gepaddelt“, sagt er in Anspielung auf die maximal mögliche Fotoanzahl eines Analogfilms, „heute kannst du tausend Aufnahmen mit Autofokus machen.“ All die Technik hat aber eines nicht verändert: den entscheidenden Moment. Oder wie Brian Bielmann sagt: „Es geht immer noch darum, Bilder zu machen, die das Wesen eines Menschen erfassen.“ Brian Bielmann vor 36 Jahren. Tief in den Knien, die brechende Welle stets im Blick, reitet er der tosenden Gischt davon.

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CH-BIO-004 EU/NICHT-EU Landwirtschaft


guide Dein Programm

TRAINIEREN WIE DARTH VADER

INSTAGRAMFOOD-TRENDS

Seite 82

Seite 84

Mit dieser Atemmaske  stärkst du deine Lunge.

Smurf Latte: So bereitest du das blaue Kult-Getränk.

ESSAY: TEX RUBINOWITZ

Wie sich der Bachmann-­ Preisträger jeden Tag neu motiviert.

THE ADVENTURIST/TUKKIN BONKERS

Seite 104

EXPEDITION MIT 7 PS

Wie du mit Tuk-Tuks wie diesem den Himalaya bezwingst (kein Witz!). Seite 78

THE RED BULLETIN 

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Reisen

Zwischenstopp: Die Fahrer des belgisch-kenianischen Rikscha-Teams „Stealth Snail“ genießen die Aussicht kurz vor dem Checkpoint Sarchu, Indien.

RICKSHAW RUN

IM DREIRAD DURCH DEN HIMALAYA Links die Felswand, rechts der Abgrund. Dazwischen: Du in einer Autorikscha. Bist du bereit für das verrückteste Rennen deines Lebens?

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as Steinschild am Wegrand sagt schon eine Menge: „Taglang La. Meereshöhe: 5328 Meter. Sie befahren den zweithöchsten Pass der Welt.“ Schutt und Geröll säumen beide Seiten der Lehmstraße, im Hinter­ grund türmen sich die schnee­

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bedeckten Kolosse des HimalayaGebirges. Eisiger Wind wirbelt Schneeflocken durch die Luft, weit und breit kein Mensch zu sehen. Dann taucht hinter der Haarnadel­ kurve eine Autorikscha auf. ­Allein dieser Anblick wäre bereits un­ gewöhnlich. Doch am Steuer sitzt

Eine Notrufnummer gibt’s beim Rennen nicht: Wer beim Rickshaw Run stecken bleibt, muss sich selbst helfen.

THE RED BULLETIN


guide

KLEINES REISE-ABC

SO SCHREIST DU „HILFE!“ AUF HINDI

Wer abgeschiedene Bergstraßen im Tuk-Tuk erkundet, sollte wissen, wie er sich nach dem Weg erkundigt.

Leh Ziel

Shimla Start

Neu-Delhi

Startbereit: Vor dem Rennen dekoriert jedes Team seine Rikscha – und sich selbst.

Mumbai

Die steinigen Straßen zwischen Shimla und Leh sind nur in den Monaten zwischen Juni und September geö≠net, in denen sie weder von Schnee, Muren oder Wrackteilen von Unfällen blockiert sind. Höchster Punkt der Reise: der TaglangLa-Gebirgspass auf 5328 Metern.

BEZAHLE

IMPFE

Indische Rupie 1 Euro = ca. 80 Rupie 1 Rupie = 100 Paisa

Hepatitis A, B Typhus Tollwut

SPRICH

THE ADVENTURISTS, THE ADVENTURISTS/I SEE YOU BABY, CHICKEN MADRAS, THE ADVENTURISTS/MILA KIRATZOVA FLORIAN OBKIRCHER

Ein Tuk-Tuk im Hamalya? In den Bergdörfern werden die Fahrer mit Staunen empfangen.

ein als Rentier verkleideter Fahrer, daneben sein Copilot im Hühner­ kostüm. Die „Bums of Anarchy“ aus England haben nach sechs ­Tagen den höchsten Punkt ihrer Reise erreicht – und liegen beim wohl verrücktesten Rennen der Welt in Führung. Die erste Auflage des „Rick­ shaw Run“ fand vor zwölf Jahren in Indien statt. 34 Teams aus ­aller Welt legten die Strecke von Kochi im Südwesten bis nach Dar­jeeling im Nordosten zurück. In Rikschas, hierzulande auch als „Tuk-Tuks“ bekannt. Zu bewälti­ gende Distanz: 3000 Kilometer. Eine vorgeschriebene Route gibt es beim Rickshaw Run auch heute nicht. Was das britische Organi­

THE RED BULLETIN 

Damit eines gleich mal klar ist: „Wer die schnellste Route wählt, hat schon verloren.“ sationsteam (The Adventurists) den Teilnehmern mit auf den Weg gibt: die Rikscha selbst und GPS-Koordinaten von Tankstellen und verbotenen Zonen. Sonst sind die Teams auf sich allein ­gestellt. Das soll auch so sein: „Wer die schnellste Route wählt, hat schon verloren“, so die Ver­

Namaste Dhaniyavad Haa/Nahin Apka nam kya hai? Mera nam … hai. Mujie ye walah chayje! … kahan hai? Kitna dhur hai? Hamen Madad Kee Zarurat Hai!

Guten Tag, Hallo Danke Ja/Nein Wie heißt du? Ich heiße … Ich möchte das! Wo ist …? Wie weit ist es? Wir brauchen Hilfe!

PROBIERE

VERMEIDE

Rajma Madra Paneer Makhani Chole Bhature

Streetfood rohes Essen Leitungswasser

BESUCHE Shashur Kloster (Keylong) Suicide Point (Kalpa) Tso Kar See (nahe Lotus Camp)

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Reisen

guide

RIKSCHA-KUNDE

DAS IST DEIN RENNWAGEN

Sie ist langsam und laut, und nach einem Tag hinterm Steuer fühlst du dich, als hätte dir ein Elefant in den Arsch getreten – die Rikscha, das kultigste Vehikel Südostasiens.

MOTOR Zweitakter mit Zwangsbelüftung ZYLINDER 1 LEISTUNG 7 PS LEERLAUFDREHZAHL 5000 U/min GETRIEBE 4 Vorwärtsgänge, 1 Rückwärtsgang REIFEN/RÄDER 3 SITZGURTE 0 AIRBAGS 0 TANK 8 Liter (1,4 Reserve) TOPGESCHWINDIGKEIT 55 km/h (abwärts) HUBRAUM 145,45 cm³ SYSTEMSPANNUNG 12 Volt

DER ERFINDER 1947 entwickelte Flugzeugkonstrukteur und Vespa-Erfinder Corradino D’Ascanio ein dreirädriges Rollermobil, um die Industrie in Nachkriegsitalien anzukurbeln: Die erste Auto­rikscha (Piaggo Ape) war geboren.

DER CHAMPION Der ­extremste RickshawFahrer der Welt heißt ­Jagathish M: 2015 fuhr er 2,2 Kilometer weit mit 80 km/h: auf zwei Rädern mit einem auffrisierten Gefährt. Resultat: ein Eintrag ins „Guinness-Buch der Rekorde“. Die berühmteste Auto­ rikscha ist das Tuk-Tuk aus dem James-Bond-Film „Octopussy“, in dem ­Roger Moore durch einen Bazar in Delhi rast. Aus­ gestellt ist das gelbe ­Rollermobil dieser Tage im London Film Museum.

Der erste Test, wenn der Tuk-Tuk-Motor bockt: Geht die Zündkerze noch?

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Super Aussicht, keine Leitplanken: Alltag für die Himalaya-Rickshaw-Racer

anstalter. Das Ziel des Rickshaw Run ist es nämlich, Einheimische abseits der Touristenpfade ken­ nenzulernen, das Land jenseits des Hotelbuffets zu schmecken – und sich mit Problemen herum­ zuschlagen, von deren Existenz man vor der Abreise noch keine Ahnung hatte. Kurz: ein echtes Abenteuer ohne Sicherheitsnetz zu erleben. Vorbereitung? Un­ erwünscht. Nach 18 Rennen in Indien und Sri Lanka hoben die Adventurists ihr Projekt letzten Juli auf die nächste Stufe: mit dem ersten Rickshaw Run im ­Himalaya-Gebirge. In einer Woche legen die ­Teilnehmer 1000 Kilometer ­zwischen Shimla und Leh zurück. Das bedeutet: Von 2276 Höhen­ metern auf 5328 rauf und wieder auf 3500 runter. Und zwar auf kurvigen Steinstraßen ohne Leit­ planken. Links die Wand, rechts der Abgrund. Eine solche Strecke in einem bunt bemalten 7-PS-­ Vehikel zurückzulegen ist ambi­ tioniert. Oder um es mit den Worten der Einheimischen zu ­sagen: „‚Ihr seid ja irre!‘ – das rief uns zumindest einer zu“, wie Alby vom Team Bums of Anarchy in seinem Blog schreibt. Etliche Male habe er sich überlegt, die Rikscha über die Klippe zu stoßen und aufzu­

geben (u. a. wegen Höhenkrank­ heit, Ermüdung und Gesäß­ krämpfen nach zwölf Stunden täglich am Steuer des holpernden Tuk-Tuks). Einmal wurden er und sein Co-Pilot Don von einem überholenden Bus beinahe in den Abgrund gedrängt, im Spiti Valley mussten sie ihr Vehikel durch kniehohes Gletschertau­ wasser schieben, nicht nur ein­ mal übernachten sie in Zelten bei eisigen Temperaturen. Warum man sich das antut? Klare Sache für Albi: Wegen der Postkartenmotive hinter jeder Kurve: das weite, unberührte Land, die weißen Riesen des ­Himalaya. Wegen des herzlichen Austauschs mit den Einwohnern und der Kameradschaft zwischen den Teams: Man hilft sich aus, wenn den Kollegen der Motor verreckt und teilt die Kopfweh­ tabletten am Morgen nach einer berauschten Nacht in einer Well­ blechbar. Und nicht zuletzt wegen der Nacht im Ladakh Residency Hotel nach dem Zieleinlauf: Nach den Strapazen des Rick­ shaw Run weiß man ein weiches Bett wieder richtig zu schätzen. Anmeldung und alle Infos zum Rickshaw Run auf theadventurists.com Tipp: Die Veranstalter empfehlen Neugierigen eine Teilnahme in Indien oder Sri Lanka vor dem Himalaya-Rennen.

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THE ADVENTURISTS/RICHARD FOX/I SEE YOU BABY, CHICKEN MADRAS, THE ADVENTURISTS/MILA KIRATZOVA, GETTY IMAGES FLORIAN OBKIRCHER

TECHNISCHE DATEN


RED BULL MEDIA HOUSE presents

TOMMY

CALDWELL

KEVIN

JORGESON

THE DAWN WALL

AB 4. OKTOBER IM KINO A RED BULL MEDIA HOUSE PRODUCTION IN ASSOCIATION WITH SENDER FILMS STARRING TOMMY CALDWELL KEVIN JORGESON EDITED BY JOSH LOWELL DIRECTOR OF PHOTOGRAPHY BRETT LOWELL CINEMATOGRAPHY COREY RICH CO-PRODUCED BY NICK ROSEN ZACHARY BARR PRODUCED BY JOSH LOWELL PHILIPP MANDERLA PETER MORTIMER DIRECTED BY JOSH LOWELL PETER MORTIMER WWW.DAWNWALL-FILM.COM


Fitness

guide

SIDESTEP

TRAININGSMASKE

DA BLEIBT DIR DIE LUFT WEG Deine Atmung wird durch Muskeln geregelt. Und auch diese Muskeln kannst du trainieren. Wenn du bereit bist, dich in Darth Vader zu verwandeln.

G

ib’s zu, du hast noch nie dein Zwerchfell oder deine Zwischenrippenmuskulatur trainiert. „Diese Muskeln sind für die Atmung zuständig, werden von Sportlern aber meist ignoriert“, weiß Dominique Wenger, CEO von Phantom Athletics mit Sitz in Salzburg. Seine Antwort auf dieses Versäumnis nennt sich Phantom-Trainingsmaske. Das ­Fitness-Tool erschwert das Atmen durch Reduzierung des Luftdurchflusses auf bis zu drei Pro-

zent und kann bei fast jedem ­Training getragen werden. „Das Ergebnis: gestärkte Atemmusku­ latur, höhere Aus­dauer, mehr Leistung“, verspricht Wenger. ­Träger der Maske sehen nicht nur ein bisschen wie Darth Vader aus, sie fühlen sich auch wie der „Star Wars“-Bösewicht. Weil jeder Atemzug hörbar wird. „Das allein hat schon einen positiven Effekt“, so Wenger, „du lernst, bewusster und besser zu atmen.“ phantom-athletics.com

FIT DURCH KICKERALLÜREN

STUFE FÜR STUFE AUSSER ATEM Die Trainingsmaske besteht aus Nylon und Silikon und wiegt we­ niger als 100 Gramm. Kernstück ist ein Sys­ tem zur Regulierung des Luftdurchflusses mit vier Stufen: Begin­ ner (60 %), Advanced (30 %), Professional (15 %), Extreme (7 %). Noch nicht wenig ge­ nug? Mittels Spezial­ einsatz reduziert sich die Luftzufuhr auf nur noch drei Prozent.

Fußballer spucken, liegen nur herum und trinken viel. Was nach Vorurteil klingt, sind ihre neuen Wege zu besserer Fitness.

SPUCKEN WIE CRISTIANO RONALDO „Carb Rinsing“ nennt sich die Mundspülung, auf die auch CR7 setzt. Kohlen­hydrate im Getränk regen dabei Rezeptoren an, die Signale an das Belohnungszentrum im Gehirn senden. Resultat: Leistungssteigerung ohne Völlegefühl.

CrossFit-Athlet Daniel Jahn, zweitfittester Mann Österreichs, trainiert zweimal pro Woche mit Maske.

HERUMLIEGEN WIE KYLIAN MBAPPÉ

„Die Maske ist wie eine Gewichtsweste für die Atmung. Sie macht jedes Training härter.“ 82  



Tea Time reloaded: Dank seinem argentinischen Coach bei Tottenham schwört Englands Teamkicker auf den in Südamerika hoch populären Mate-Tee und dessen ­Inhaltsstoffe: Vitamine, länger wirkendes Koffein und Antioxidantien.

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PHANTOM, GETTY IMAGES

TRINKEN WIE ERIC DIER

CHRISTIAN EBERLE–ABASOLO

Vor der WM unterzog sich der Franzose mehrtägigen Thalassotherapien. Durch Bäder in erwärmtem Meerwasser und Algenwickel gelangen Mineralsalze, Vit­ amine, Spurenelemente in den Körper und helfen bei der Regeneration.


ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG DES INNENMINISTERIUMS

Bist du fit genug für den Polizei­ beruf? Dann bewirb dich!

FIT FÜR DIE VERFOLGUNGSJAGD? Du bist motiviert, ausdauernd und übernimmst gerne Verantwortung für dich und andere? Du arbeitest gerne im Team, bewahrst auch in heiklen Situationen einen kühlen Kopf und hast jede Menge Power?

FOTOS: BUNDESMINISTERIUM FÜR INNERES

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ann bist du genau richtig bei der Polizei. Genauso wie im Sport braucht man als Polizistin oder Polizist das gewisse Extra an Willenskraft, Ehrgeiz und Ausdauer.

Deine Motivation: Die Vision, unser Land noch sicherer zu machen.

Dein Wettkampf: Der Wettlauf gegen

als wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Du gestaltest die Sicherheit in Österreich mit, hilfst den Menschen in deinem Umfeld und schützt unsere Demokratie und die Menschenrechte.

die Zeit, wenn du zu einer Gefahrensituation gerufen wirst. Die Aufgabe, die Übersicht bei Veranstaltungen zu bewahren, bei Konflikten einzugreifen und für alle Menschen, die deine Hilfe brauchen, aufmerksamer Ansprechpartner zu sein.

Deine Fans: Die Menschen, denen du täglich hilfst.

Dein Pokal: Die tägliche Auszeichnung

Ob Beachvolleyball, Seiltechnik oder Hürdenlauf – sportliche Einheiten fördern Fitness und Team-Spirit.

Mehr Informationen findest du auf

polizeikarriere.com


Essen

guide

ESS-KLASSE

BITTE WARTEN

Ein Restaurant im Hinterland New Yorks, in dem man Jahre für einen Tisch ansteht.

Der Smurf Latte brachte der Matcha Mylkbar in Melbourne auf einen Schlag 87.000 Instagram-Follower und Anfragen aus aller Welt.

INSTAGRAM-TREND

LIEBLING, ICH HABE DEN LATTE GESCHLUMPFT! Dieses Mal zum Nachmachen: Smurf Latte, die Schlumpf-Milch aus Australien – und welcher Kniff sie wirklich blau macht.

V

orweg: Der Name ist ­irreführend. Für diesen Latte werden weder Schlümpfe noch Kaffee in ­einen Mixer geworfen – die Kreation der Matcha Mylkbar aus dem südostaustralischen Melbourne ist zu 100 Prozent vegan und schmeckt wie ­warme, zitronige Kokosmilch, die mit Spirulina-Algen angereichert wurde. Letztere liefern Vitamin B12 und Aminosäuren

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und sorgen für (zarten) Meeres­geschmack und die blaue Farbe – sofern das rich­ tige Pulver verwendet wird. Regulär erhältliches Spirulina färbt nämlich nur grün. Dieses Ergebnis wird dann gern als „Ninja Latte“ bezeichnet. Für das Schlumpfblau erfordert es ­Phycocyanin, den extrahierten Pflanzenfarbstoff der Blau­ alge, der z. B. als Magic Blue erhältlich ist.  pureraw.de

ZUTATEN FÜR 1 GLAS • 120 ml Kokosmilch • 1 Stück Ingwer (daumengroß) • 1 TL frischer Zitronensaft • 1 TL Agavendicksaft (nichtvegane Alter­ native: Honig) • ½ TL Blaualgen­ extrakt

Der Grund für die lange Wartezeit: Baehrel ist eine One-Man-Show und verarbeitet in seinen 15- bis 20-GängeMenüs nur, was er auf seinem 5-HektarGrundstück anbauen kann. Sogar das Mehl macht er selbst: aus ­Eicheln. Kosten (umgerechnet): ab 375 Euro/Person. Ohne Wein & Trinkgeld, versteht sich.

SO GEHT’S Kokosmilch langsam erwärmen (keinesfalls aufkochen, das Algen­ pulver ist nur bis 70 °C farbbeständig). Ingwer durch eine Knoblauch­ presse drücken und mit dem Zitronen- und dem Agavendicksaft verrühren. Alles unter die Kokosmilch mixen und zu guter Letzt das Spirulina-Blau ­unterrühren. Damon Baehrel (o.): kein Mann für akut Hungrige

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@BRUNCHINGINTHEBURBS/TRISH O'FLAHERTY, SOLSTICE SUPERFOODS, JONNO RATTMANN, GETTY IMAGES

Das Ganze ist insofern umso erstaunlicher, als er sein Lokal mit nur 20 Sitzplätzen in Earlton betreibt, einem 1500-Seelen-Kaff in Upstate New York, zwei Stunden nördlich von Manhattan.

WALTRAUD HABLE

Damon Baehrel, 56, hat keine Kochausbildung. Trotzdem wartet man in seinem gleichnamigen Restaurant zwischen zwei und fünf Jahre auf einen Tisch – je nachdem wie flexibel man terminlich ist.


P RO M OT I O N

must-haves

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1 CONVENIENCE MEETS DESIGN

Der Rucksack Z.N.E. von adidas ist ein bequemer Begleiter, ob beim Sport, beim Einkaufen oder fürs Büro. Mit schlichtem Design und raffinierten Details unterstreicht er jedes deiner Outfits. Dank der wasserabweisenden Beschichtung bietet er bei Regen optimalen Schutz. Ein Muss für alle Design-Liebhaber, die auf Komfort nicht verzichten wollen. gigasport.at

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2 SALEWA

Die ORTLES HYBRID TIROLWOOL®-Jacke hält nicht nur länger warm, sondern erzählt auch eine schöne Geschichte: Ihre Wattierung verdankt die athletische, leichte Isolationsjacke den Tiroler Bergschafen, die in hohen alpinen Lagen Daheim sind. Nach einer speziellen Oxy-Wash-­ Behandlung und der ­Veredelung mit Celliant® wird die widerstands­ fähige, robuste Wolle weich und reflektiert die eigene Körperwärme. salewa.com

3 CASIO EDIFICE EFS-S540DB

Neben stilvollem Design und hochwertigen Mate­ rialien, wie Saphir und Karbon, besticht die EDIFICE EFS-S540DB von CASIO durch seine nachhaltige Solartechno­ logie. Kleinste, in das Zifferblatt integrierte Solarzellen nutzen das Tages- und Sonnenlicht für die Speicherung der Energie im Akku, welche wiederum für den Betrieb der Uhr genutzt wird. Mehr unter: edifice.de

4 BEYOND THE ORDINARY 2019 Im brandneuen

BEYOND THE ORDINARY-

Kalender findest du atem­beraubende Fotos von Menschen, die sich außergewöhnlichen Herausforderungen stellen. Ob im Wasser oder an Land, hier gehen Athleten über ihre Grenzen hinaus. Staune über einzigartige Aufnahmen in spektakulärer Um­ gebung! pantauro.com

5 DIE NEUE ® GARMIN FENIX 5 PLUS SERIE

Alle Uhren verfügen jetzt über Topo-Karten in Farbe mit Round-TripRouting-Funktion. Der ­integrierte Speicherplatz hat Platz für 500 Songs und mithilfe von Garmin Pay™ ist sogar kontaktloses Bezahlen möglich. Absolutes Highlight ist der Pulsoximeter-Sensor (nur fenix® 5X), mit dem die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen ­werden kann. garmin.com

6 BUFF® RUN

BUFF® Run bringt eine

neue Produktlinie für City-Läufer raus. Die urbane Kollektion umfasst Mützen, Halstücher ­sowie Haar- und Stirn­ bänder, für die eigens der Stoff DRYFLX entwickelt wurde: Ultraleicht, extrem saugfähig und elastisch. Die DRYFLX-­ Produkte verfügen über einen 360° reflektierenden Style, wodurch Läufer sowohl in den frühen Morgenstunden als auch in der tiefsten Nacht gut sichtbar bleiben. buff.com

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Uhren

guide

WIE „APOLLO 8“ DIE DUNKLE SEITE DES MONDES ERREICHTE

1

3

Hin und zurück in sieben Schritten

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7

1  Start, Eintritt in Erdumlaufbahn

5

2 Verlassen der Erdumlaufbahn 3 Abtrennung der S-IVB-Stufe

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7 Rückkehr zur Erde, Landung

WELTRAUM-UHR

DAMIT ASTRONAUTEN NICHT ERSTICKEN Sie wurde schockgefroren, geschlagen und unter Druck gesetzt. Umso erstaunlicher ist, dass simples Plexiglas bei Omegas „Moonwatch“ lebensrettend war.

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HÄRTETEST FÜRS ALL

Geprüft wurden viele, aber überlebt hat nur die Speedmaster. Das musste die Omega Speedmaster aushalten: Temperaturwechsel zwischen 0 und 200 Grad Fahrenheit (– 17,8 bis 93,3 °C), eine Stunde lang einen Druck von 1,6 bar (also dem 1­ ,6fachen des atmosphärischen Normdrucks), zehn Tage Tropen­bedingungen (95 Prozent Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen ­zwischen 21,1 und 71,1 °C/ 70 und 160 °F) und Schläge mit 40 g, dem 40fachen der Erd­beschleunigung.

WOLFGANG WIESER

Von hinten: Einblick ins Uhrwerk und Jim Lovells Zitat

OMEGA (3), GETTY IMAGES

9000 Euro; omegawatches.com

5 Daten sammeln, fotografieren 6 Verlassen der Mondumlaufbahn

Das sehen sonst nur Astronauten: unser Trabant von hinten

evor „Apollo 8“-Kommandant Jim Lovell die dunkle Seite des Mondes erreicht, funkt er noch: „Wir ­sehen uns auf der an­deren Seite.“ Und als die Kapsel 34 Minuten ­später wieder auftaucht, meint er ein wenig rätsel­haft: „Nehmt zur Kenntnis, dass es einen Weihnachtsmann gibt.“ Es ist der 24. Dezember 1968. Lovell, heute neunzig, trug damals eine Omega Speedmaster. Sie hatte alle Härtetests überstanden (siehe Kasten rechts). Besonders Jim Lovell wichtig: Plexiglas schützt das Werk, zerbricht bei Schlägen nicht und soll ­Astronauten vor dem Erstickungstod bewahren. Tatsächlich wären Glassplitter in der Schwerelosigkeit nach dem Einatmen zur tödlichen Gefahr geworden. Zum 50-Jahr-Jubiläum erinnert Omega mit der „Dark Side of the Moon Apollo 8“ an diese zur Legende gewordene Mission.

4 Eintritt in die Mondumlaufbahn

Von vorn: die ins ­Zifferblatt ­gravierte MondVorderseite

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Männer im OLYMP


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OLYMP.MEN

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O LYM P FA C H H Ä N D LE R 1010 Wien Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 1060 Wien Kleider Bauer 1070 Wien Peek & Cloppenburg 1200 Wien Tom’s Männermode 1210 Wien Kleider Bauer 1220 Wien Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 1300 Wien Schwechat OLYMP Shop Flughafen 2020 Hollabrunn Modehaus Schneider 2130 Mistelbach Kleider Bauer 2201 Gerasdorf Peek & Cloppenburg 2331 Vösendorf Van Graaf 2334 Vösendorf Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 2700 Wiener Neustadt Kleider Bauer 2752 Wöllersdorf Modehaus Sorelle Ramonda 3100 St. Pölten Kleider Bauer 3107 St. Pölten Kleider Bauer 3244 Ruprechtshofen Modeszene 3250 Wieselburg Steinecker Moden 3263 Randegg Steinecker Moden 3300 Amstetten Steinecker Moden 3340 Waidhofen/Ybbs Herrenmode Pöchhacker 3485 Grunddorf Fest- u. Modewelt Pichler 3500 Krems Kleider Bauer • Steinecker Moden 3580 Frauenhofen/EKZ Horn Modehaus Zach 3910 Zwettl Steinecker Moden 3950 Gmünd Shopping Center Ruzicka 4020 Linz Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 4053 Haid OLYMP Store Haid Center 4066 Linz-Pasching Peek & Cloppenburg 4070 Eferding Modehaus Stöcker 4300 St. Valentin Modehaus Kutsam 4311 Schwertberg Modehaus Kutsam 4400 Steyr Kleider Bauer 4470 Enns Damen- u. Herrenmode Schmid 4540 Bad Hall Modehaus Kutsam 4560 Kirchdorf a. d. Krems Modehaus Kutsam 4600 Wels Kleider Bauer 4810 Gmunden Herrenmode Schönleitner 4840 Vöcklabruck Kastner & Öhler 4910 Ried i. Innkreis Kastner & Öhler 5020 Salzburg Kleider Bauer • OLYMP Store Europark 5020 Salzburg-Klessheim Peek & Cloppenburg 5021 Salzburg Kleider Bauer 5073 Wals FABRI 5280 Braunau/Inn Atelier Milano 5760 Saalfelden Textilhaus Peter Lederer 6020 Innsbruck Herrenmoden Peter Salchner Kleider Bauer • Kleider Mair • Peek & Cloppenburg 6060 Hall i. Tirol Mode von Feucht 6130 Schwaz Mode von Feucht • Modehaus Zins 6176 Völs Kleider Bauer 6300 Wörgl Mode von Feucht 6330 Kufstein Mode von Feucht 6706 Bürs Facona Fashion 6830 Rankweil Facona Fashion 6850 Dornbirn Facona Fashion • Kleider Bauer Peek & Cloppenburg 6912 Hörbranz Facona Fashion 7400 Oberwart Kastner & Öhler • Top Moden Balaskovics 7551 Stegersbach Pop-Shop 8020 Graz Kastner & Öhler 8020 Graz-Citypark Kappaun Man 8025 Graz Kleider Bauer 8041 Graz-Murpark Kastner & Öhler 8054 Graz-Webling Modehaus Sorelle Ramonda 8055 Seiersberg Kleider Bauer • OLYMP Store Shoppingcity Peek & Cloppenburg 8280 Fürstenfeld Kastner & Öhler 8330 Feldbach Modehaus Goldmann • Modehaus Roth 8342 Gnas Modehaus Goldmann 8430 Gralla-Kaufpark Kappaun Man 8430 Leibnitz Modehaus Roth 8490 Bad Radkersburg Herrenboutique Gollmann 8535 Fohnsdorf Kastner & Öhler 8582 Bärnbach/Rosental Kastner & Öhler 8600 Bruck a. d. Mur Kleider Bauer 8642 Kapfenberg/St. Lorenzen Kastner & Öhler 8700 Leoben-LCS Kastner & Öhler 8940 Liezen Kastner & Öhler 9020 Klagenfurt Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 9400 Wolfsberg Kastner & Öhler 9500 Villach Kastner & Öhler • Kleider Bauer 9800 Spittal a. d. Drau Kastner & Öhler OLYMP GROSSE GRÖSSEN 1060 Wien Hirmer

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guide

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Events bis 14. Oktober

FLAVOURAMA BATTLE

Zum 10-Jahres-Jubiläum des Streetdance-Battle-Events treffen Hip-Hop- und House-Tänzer aus über 25 Nationen in Salzburg aufeinander. Der Geburtstag wird bei einem Birthday Bash in Bad Gastein gebührend gefeiert. „Wir freuen uns auf einen Abend voller Jamsessions, Spiele und guter Beats“, verspricht Mitveranstalterin Olivia Mitterhuemer. Am Freitag steigen im Stieglkeller in Salzburg die Vorausscheidungen für die Battles, am Samstag findet das ­Finale in der SZENE Salzburg statt. flavouramabattle.com

CHRISTIAN POSCHNER, PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL

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September LaBrassBanda Reggae, Punk, Techno – und bayerische Blasmusik: Es ist ein verrückter wie schweißtreibender Stilmix, den die siebenköpfige Band vom Chiemsee erfunden hat. Dass er weltweit funk­tioniert, zeigte die vorjährige ­Welt­tournee, die LaBrassBanda von ­München (Olympiahalle ausverkauft) über Sydney bis nach Rio de Janeiro führte. Ihr zehnjähriges Jubiläum feiert die Gruppe nun aber in Europa – mit ­einer großen Bierzelt-Tour. Bierzelt, Waidhofen an die Ybbs; labrassbanda.com

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September The Go! Team Die Band aus Brighton ist ein musikalisches Chamäleon: In einem Moment klingt sie wie eine Marschkapelle mit Cheerleader-Gesang, im nächsten wie die Beatles in ihrer psychedelischen Phase oder eine Synth-Band mit Laser-Sounds. Nachzuhören auf dem neuen, fünften Album „Semicircle“, das die sechs Musiker erstmals live in Österreich vorstellen. Rockhouse, Salzburg; thegoteam.co.uk

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bis 7. Oktober Blue Tomato Snowvention Das Ziel der Snowvention-­ Organisatoren: heiß auf den ersten Schnee machen. Eines der Highlights ist der Jib City Contest mit Snowboard-Pros wie Marc Swoboda und Dominik Wagner. Außerdem zu sehen: die aktuellen Kollektionen der wichtigsten Brands. PS: Die After­party steigt am Samstag. Ottakringer Brauerei, Wien; blue-tomato.com

und 30. September Krone E-Mobility Play Days 31.000 Besucher kamen zum ersten E-MobilityWochenende im Vorjahr. Jetzt blicken wir erneut in die Zukunft der Fortbewegung. Deshalb sollen bei der Neuauflage der E-Mobility Play Days möglichst viele Besucher Probefahrten mit Elektroautos machen können. Außerdem erfahrbar: Innovationen aus der Robotik, spektakuläre Drohnenrennen und der zweite Auftritt der Formel E auf österreichischem Boden. Red Bull Ring, Spielberg; projekt-spielberg.com

THE RED BULLETIN 

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Entertainment

Ein Jetset-Fotograf als Reiseführer, episches Wasserspringen und TopKonzerte live in deinem Wohnzimmer: Hier sind die Red Bull TV-Highlights der kommenden Wochen.

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine ­globale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart-TV. Alle Infos: redbull.tv

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September   LIVE 

RED BULL CLIFF DIVING WORLD SERIES

Die zehnte Red Bull Cliff Diving-Saison endet in Polignano a Mare, Italien. Die Gastgeber hoffen, dass Lokalmatador Alessandro De Rose den Heimsieg des vorigen Jahres wiederholen kann.

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bis 7. Oktober   LIVE 

FIA-RALLYE-WM

Mit ihrem Stopp in Wales biegt die Rallye-Weltmeisterschaft in die Ziel­ gerade ein – nur zwei weitere Rennen stehen noch auf dem Programm. 2017 holte sich hier der Franzose Sébastian Ogier seinen fünften Gesamtsieg. Schafft er es erneut?

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FERDINAND STEININGER/TV&MORE, ROMINA AMATO/RED BULL CONTENT POOL, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL, MARV WATSON

DIE WELT GEHÖRT DIR


guide Der etwas andere Stadtführer: Huber­ tus von Hohen­lohe besucht die SurfSzene in Lima.

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Ausgewählte Musik und inspirierende Künstler-Interviews. Aktuelle Empfehlung:

September  ON DEMAND 

HUBERTUSJAGD – DIE SHOW

Der ehemalige Ski-Olympia-Teilnehmer, Popmusiker und Fotograf Hubertus von Hohenlohe führt uns in der ersten Staffel seiner „Hubertusjagd“ durch die faszinierendsten Städte der Welt und tauscht sich mit lokalen Trendsettern aus. Am Programm stehen u. a. eine Live-Songwriting-Session in Belgrad und eine Ducati-Testausfahrt in Bologna. Eine neue ­Staffel (mit sechs neuen Städten) beginnt am 15. 12.

5

bis 7. Oktober   LIVE 

AUSTIN CITY LIMITS MUSIC FESTIVAL

Von Paul McCartney über The National bis zu US-Rapper Childish Gambino, dem Act der Stunde. Dieses Festival beweist, dass sich Austin zu Recht „Hauptstadt der Livemusik“ nennt.

DIGGIN’ IN THE CARTS

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September  ON AIR 

Red Bull Radio-Serie über vergessene Computerspiel-Soundtracks (bis zum 15. November immer donnerstags). Journalist Nick Dwyer spielt Tracks von der 8- und 16-Bit-Ära bis heute. Zwischendurch spricht er mit Legenden wie „Street Fighter II“-­ Komponist Yoko Shimomura. AUFDREHEN: REDBULLRADIO.COM

CARE – DIE TÄGLICHE AUGENPFLEGE. hyloeyecare.at

Hersteller: URSAPHARM Arzneimittel GmbH, Industriestraße 35, 66129 Saarbrücken Vertrieb Österreich: URSAPHARM Ges.m.b.H. 3400 Klosterneuburg, Tel. +43 2243 26006


1 ABENTEUER 6 LÄNDER 100 PROZENT READY TO RACE

JUNI 2018

JUNI 2018

AUGUST 2018

SARDINIEN

OUTBACK RUN

EZULWINI VALLEY

ITALIEN

AUSTRALIEN

KTM ADVENTURE RALLYS

ABENTEUER AUF

ZWEI RÄDERN FÜR ALLE BIKER MIT SEHR AUSGEPRÄGTEM FERNWEH. Asphaltierte und geschotterte Bergstraßen, kurvige Pässe, sandige Pfade und extreme Offroad-Passagen: Die KTM ADVENTURE RALLYS sind perfekt für all jene, die neues Terrain erkunden und sich mit ihrem Bike unbekannten Herausforderungen stellen wollen. Das READY TO RACE-­G efühl können dabei sowohl blutige Anfänger als auch gestandene Profis er­leben, denn die Rallys werden komplett von KTM organisiert und je nach Könnensstufe von erfahrenen G ­ uides – wie z. B. Chris Birch – geleitet, die jedem Teilnehmer mit Rat und Tat

zur Seite stehen. Egal ob auf oder abseits der Straße, die KTM ADVENTURE RALLYS bringen gleichgesinnte ­Motorradenthusiasten zusammen und bieten den heiß ersehnten Adrenalinkick auf zwei Rädern. Um bis ans Ziel zu gelangen und das perfekte Fahrerlebnis zu genießen, sind die richtige Einstellung sowie das richtige Gefährt Grundvoraussetzungen. Die Modelle der KTM ADVENTURE-Range, wie die KTM 1090 ADVENTURE R mit optimaler Drehmomentcharakteristik und großzügigen Federwegen, sind die idealen Begleiter für diese Art von Abenteuer.

SÜDAFRIKA


THE RED BULLETIN PROMOTION

SEPTEMBER 2018

SEPTEMBER 2018

DEZEMBER 2018

SILVER STAR MOUNTAINS

PARK CITY

NORTH ISLAND

KANADA

USA

NEUSEELAND

Weitere Infos zu den KTM ADVENTURE RALLYS:  ktm-adventure-rally.com 

M. CHYTKA, C. WOOD

ULTIMATE RACE: ULTIMATIVE HERAUSFORDERUNG IN MAROKKO. Die KTM ADVENTURE RALLYS bieten ihren Teilnehmern dieses Jahr viel mehr als nur die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten die wahre Bedeutung des Wortes Abenteuer zu erfahren und das READY TO RACE-Gefühl hautnah zu erleben. Jeder Teilnehmer mit einem Zweizylinder KTM ADVENTUREBike hat die Chance, sich bei den im Rahmen der KTM ADVENTURE RALLYS stattfindenden Qualifikationsläufen für einen Platz beim Ultimate Race zu qualifizieren. Die zwei schnellsten Fahrer jedes Quali-Events sind berechtigt, am Ultimate Race teilzunehmen – einem Rennen, das im Rahmen der Merzouga Rally 2019 (31. März bis 5. April) in Marokko ausgetragen wird. Das Ultimate Race umfasst fünf Tagesetappen auf einer Route, die speziell für dieses Event konzipiert wurde. KTM übernimmt nicht nur alle Kosten (für Flüge, Unterkunft, Registrierung), sondern stellt auch die brandneue KTM 790 ADVENTURE R für den Renneinsatz zur Verfügung. Der Gesamtsieg beim Ultimate Race zahlt sich aus: Der Sieger darf sein Bike behalten. Es wird also so richtig spannend …


Read Bull Hier schreiben Österreichs beste Autoren jeden Monat über Motivation.

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F Tex Rubinowitz

geboren in Hannover, lebt, zeichnet und schreibt seit 1984 in Wien und ploggt in Hallstatt.

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ür eine Handlungsbereitschaft muss aber auch eine Willenskraft aktiviert werden, und dann muss man ja auch noch zusätzlich Durchhaltevermögen mitbringen für die große oder kleine Motivationsparty. Das Ganze wird von bestimmten Hormonen gesteuert, die eine Belohnung versprechen, die am Ende ausgegeben werden, aber auch nur demjenigen, der vorher bereits ähnliche Erfahrungen gemacht hat, der das Muster

THE RED BULLETIN

TEX RUBINOWITZ

SUBMARINEN PLOGGINGS

HERTHA HURNAUS

ICH BIN DER ERFINDER DES

as ist Motivation, woher kommt sie, brauchen wir sie, ist sie eine Art Motor? Also das Wort kennen wir ja, wir wissen, wie der Motor stottert oder schnurrt, sich anfühlt, wo er uns hinführt, mehr oder weniger. Überall um uns ist Motivation, alles ist motiviert, alles Unmotivierte klappt nicht, bricht zusammen, oder? Sind Ameisen eigentlich auch motiviert, wer motiviert sie? Was tun mit unmotivierten Ameisen? Sie in Therapie geben? Motivation ist eine mentale Energiequelle, aber diese Energie wird auch durch weitere Motivation verbraucht und muss immer wieder erneuert und gefüttert werden. Motiviert kann aber nur jemand werden, der auch bereit dazu ist, der weiß, was er will. Wenn er zu etwas motiviert werden soll, muss man ihm das schmackhaft machen, wenn du dieses und jenes machst, beziehst du Energie, die dir dient, du wirst am Ende belohnt. „Beiß in die Seife, das tut dir gut“, so eine Motivation braucht schon enorme Überzeugungsarbeit, aber ich bin mir ­sicher, es gibt irgendwo da draußen ­geschickte Motivatoren, die ein paar W ­ illigen selbst die Seife schmackhaft ­machen können, halt nur einmal.


Tex Rubinowitz

ungefähr kennt. Die Bereitschaft, sich ­motivieren zu lassen, hängt stark davon ab, wie erfolgreich man bisher war: Hat sich der Weg gelohnt, oder war es am Ende ein Biss in die Seife? Oder ein Biss von einer Ameise? Nachdem man also überzeugt wurde, sind je nach Fall bestimmte Fähigkeiten notwendig, damit einen die investierte Energie trägt und nicht auf halber Strecke verlässt („Tschüss, man sieht sich, du Clown“), eine Willenskraft als erschöpfbare Ressource, die man aber trainieren kann wie beim Muskeltraining. Bei spürbarem Nachlassen kann sich der Geist, wenn man einen gesunden und gut mitarbeitenden Willen hat, selbst regenerieren und stärken.

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iese Willenskraft wird auch gestärkt durch Veränderung bestimmter Verhaltensmuster, dass das Neue attraktiver wird als das bereits schon abgenutzte und vorhersehbar Bekannte. Ich motiviere mich, weil ich ­wissen will, was am Ende dabei herauskommt. Motivationsresignierte inter­ essiert das nicht, weil sie sich vermutlich auch nicht für das Hier und Jetzt inter­ essieren, sie sich letztlich selbst ablehnen oder ein distanziertes Verhältnis zu sich haben und lieber im ungemachten Bett der Erschöpfung liegen bleiben. Wir ­kennen solche Leute, es ist schwer, sie zu motivieren, aus dem Bett zu kommen, das Bett zu machen und etwas zu be­ ginnen, und sei es, das muffige Bett neu zu beziehen, was über ihren brütenden Zustand hinausgeht. Wer sich schon von vorneherein nicht motivieren lassen will, braucht schon ­attraktive Angebote, und da ist geschickte Psychologie gefragt, den zu motivierenden Typ zu erkennen, ihn zu loben, ihm Mut zu machen, ihn aufzubauen, allerdings auf eine nicht allzu plumpe Art, denn solche Versprechen können ganz leicht trans­parent werden, gerade von den Typen, die es vorziehen, im Bett zu verfaulen, denn die sind gar nicht so lethargisch, wie sie immer tun. Das sind jetzt die bekannten All­ gemeinplätze, wie man von anderen ­motiviert werden kann – oder auch nicht –, aber das klärt trotzdem noch nicht die Frage, wie Ameisen motiviert

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Haben Ameisen Spaß an dem, was sie machen? Schuften sie mit einer Zielvorgabe? Passt auf, wenn ihr den Wald schön sauber gemacht habt, machen wir Party und erzählen uns Witze, bis der Morgen graut. werden, das zu tun, was sie tagein, tagaus so m ­ achen, wer motiviert sie, womit? Kann man ihnen etwas versprechen, eine Belohnung? Einen Witz? Lachen Ameisen eigentlich? Sind Ameisen witzig? Haben Ameisen Spaß an dem, was sie machen? Schuften sie mit einer bestimmten Zielvorgabe? Passt auf, Jungs und Mädels, wenn ihr den Wald schön sauber gemacht habt, machen wir Party und erzählen uns Witze, bis der Morgen graut. Nein, vermutlich haben sie vor Urzeiten jede Menge Motivatoren durchgetestet, auch die Typen mit der Seife, und sind dann draufgekommen, sich eine Königin in den Bau zu holen, die ihnen sagt, wo es langgeht, was zu tun ist, und vermutlich wird dann abends zur Belohnung getanzt, geknutscht oder Karten gespielt.

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ber wie steht es mit Selbstmotiva­ tion? Wie ist es eigentlich bei mir? Was mache ich eigentlich, wie ­treibe ich mich an, was treibt mich an? Kann ich mich selbst motivieren, ohne dass es wie Selbsthypnose aussieht? „Um Gottes willen, der Typ beißt in eine Seife, ruft die Psychoambulanz an“, und dann kommen 4404 Rettungsautos (nachgezählt), gesteuert von Ameisen, und holen mich ab, und ich muss dann im Ameisenhaufen den Bewohnern Witze erzählen, obwohl ich das gar nicht kann und Witze eine furchtbare Währung sind, mit denen im Wirtshaus am Stammtisch die Hier­ archie der Gäste definiert wird. Derjenige, der die besten Witze beherrscht, ist der

Chef, der, der am lautesten lacht, sein ­Adjutant, dessen Motivation es ist, sozusagen vorzulachen und irgendwann einmal den Chef ersetzen zu können. Aber dorthin will ich gar nicht und werde ich auch nicht gelangen, weil ich sowieso viel zu soziophob bin.

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ie eine Sache, zu der ich mich unentwegt motivieren muss, ist das Schreiben von Texten und Büchern, eine sehr diffizile Angelegenheit, weil die Motivation dafür immer von Zweifeln bedroht ist, je nach Tagesverfassung und Gemütszustand. Es gibt wohl wenig Autoren, die frei sind von solchen Zweifeln: Für wen schreibe ich da eigentlich, wen soll das interessieren, und kommt nicht nach dem Ruhm der Reißwolf? Habe ich wirklich etwas zu sagen? Oder rede ich mir das nur ein? Hat diesen Gedanken nicht bereits ein anderer vor mir gehabt, ist diese Geschichte nicht schon längst verfilmt worden, mit Ben Kingsley in der Hauptrolle? Nein, ein Mann, der Windeln trägt, das existiert in meinem Kosmos nicht, Glück gehabt, schreib ich über einen Mann, der es liebt, BHs, Flipflops und eine Schellenmütze anzuziehen – und nur das –, beim Freeclimbing und in der Oper. Ähnlich muss es in anderen Künsten zugehen, der Maler, der motiviert eine Frau mit drei Augen malt, bis ihm jemand etwas von Picasso erzählt, der motivierte Musiker, der noch nie ­etwas von den ­Beatles gehört hat, der nun, nachdem man ihm „Yesterday“ und „Let It Be“ vorgespielt hat, sein ganzes Musikverständnis neu ausrichten muss. Zur Motivation braucht man in geistigen Gebieten auch ein großes Stück Ego, nicht nur Selbstvertrauen, das braucht der Körper, der Geist aber fragt: Wo ist noch mal die ­Stelle, bei der man Selbst­bewusstsein bekommt?

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eine anderen Betätigungsfelder neben dem zweifelnden Schreiben sind Laufen und Schwimmen, ja, auch Marathons und Open-Water-Wettkämpfe. Und da ist über die Jahre etwas Interessantes passiert, ich weiß, dass ich einen Marathon bewältigen kann, die Zeit ist dabei zweitrangig (3:45 Stunden, ist okay), oder das 3,5 Kilometer lange

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Riddarfjärdssimningen im Stadtgebiet von Stockholm (1 Stunde, ist sehr okay) schaffe, mich motiviert auch nicht, schneller zu sein, sondern eher in mei­ nem Tempo anzukommen und dann die Endorphine zu ernten, dennoch wird bei Wettkämpfen eine eigenartige, un­ bewusste Ehrgeizmaschine angeworfen. Auch wenn man sich noch so sehr dage­ gen sträubt, der Schwarm, die Gruppe zieht einen mit und zieht einen so sehr mit, dass man sein gewohntes Tempo ver­ lässt, schneller wird, als ob man sich oder vollkommen Fremden etwas beweisen müsste, sich übernimmt und leidet, oder wie es mir beim Schwimmen am Ende ge­ gangen ist, dass ich plötzlich panisch werde, einen Krampf zu bekommen, das Schwimmen abbrechen zu müssen, mit allerletzter Kraft zu einem Rettungsboot zu eiern – und der Retter mich auslacht –, oder beim Laufen melden sich die Achil­ lessehnen und schmollen von unten: „Stopp, Bruder, wir haben keine Lust mehr, lass die un­gesunde Schinderei, schau dir doch die ehrgeizzerfressenen Idioten an, geneh­mige dir lieber ein Bier­ chen.“ Das ist mir bereits dreimal passiert, dass mir die S ­ ehnen einen Marathon ver­ masselt haben, dann humpelt man wie­ der zurück und ist eigentlich auch ein bisschen erleichtert, und deswegen laufe ich nur noch für mich, vollkommen prob­ lemlos, und ich schaufle viele Kilometer durch die Donau und den Hallstätter See, aber ohne auf eine Zeit zu achten.

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it dem organisierten Wettkampf­ laufen aufzuhören half, dass ich am Ende dreimal den Médoc-­ Marathon lief, bei Bordeaux werden ­diese berühmten Schlösser wie jene der Familien Mouton Rothschild, Latour, ­Lafitte und der vielen anderen geöffnet, man trinkt bei großer Hitze den schweren ­roten Wein und muss zu allem Überfluss auch noch kostümiert sein, und am Ende gibt’s Austern, die in der Sonne gären, und jedes Mal stirbt ein Läufer, Sonnen­ stich oder verdorbene Auster, dennoch ist das der lustigste Marathon der Welt, man lacht mehr, als man läuft, und das nimmt dem Ganzen diesen verbiesterten Ernst handelsüblicher Wettkämpfe. Mich zum Laufen für mich zu moti­ vieren ist leicht, aber jetzt kommt ein neuer Motivationsanreiz dazu, das ist das sogenannte Plogging.

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Tex Rubinowitz

Und am Ende gibt’s Austern, die in der Sonne gären, und jedes Mal stirbt ein Läufer, Sonnenstich oder verdorbene Auster, dennoch ist das der lustigste Marathon der Welt. Das ist ein sogenanntes Kofferwort, gebildet aus dem schwedischen Begriff „plocka up“, das heißt übersetzt aufheben, das andere Wort ist Jogging, man läuft also herum und sammelt gleichzeitig Müll auf. Dieser kleine nette Trend ent­ stand um 2016 in Schweden und breitete sich über die sozialen Medien schnell auch auf andere Länder aus. Zur sport­ lichen Betätigung kommt das soziale ­Engagement, etwas Richtiges und Gutes zu tun, statt nur stumpfsinnig vor sich hin zu traben, denn seien wir ehrlich, Laufen ist langweilig, und gesund ist es auch nur bedingt, durch das regelmäßige Bücken und Aufheben des Mülls wird der einseitige Sport ja auch abwechslungs­ reich, und wer, wie ich, vom Laufen ­Rücken- und Armschmerzen bekommt, weiß genau, wovon ich spreche.

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och stumpfsinniger ist Schwimmen, nichts als Schaufeln und Blubbern, man hört keine Spechte oder Autos, keine Umweltgeräusche, die ein bisschen ablenken, die Fische geben keinen Pieps von sich, man hört nur das monotone Ausblubbern der Atemluft. Und um mich für das Schwimmen zu motivieren, habe ich als Mehrwertanreiz etwas erfunden, nämlich das submarine Plogging, gut, die österreichischen Gewässer sind relativ sauber, im Frühjahr sind in Wiens Alter Donau, bevor die Mähboote kommen, noch allerlei Wassergewächse, die man bei jedem Armzug ausrupfen kann, aber das ist eher eine Gärtnertätigkeit, und der Hallstätter See ist so kalt, dass da so­ wieso kaum jemand reingeht und etwas hinterlässt, außer die Schüler der HTL für Holzverarbeitung, die gerne am See

lümmeln, schlimme Musik hören, Bier trinken und es wohl lustig finden, die Kronkorken ins Wasser zu schnipsen, gut, dass es mich gibt, den Erfinder des sub­ marinen Ploggings, das ist dann meine zusätzliche Motivation zum Schwimmen. Und nun kommt noch eine Steigerung meiner Leidenschaft dazu. Vor zwei ­Jahren ist eine einundsiebzigjährige ­amerikanische Nonne, eine Besucherin Hallstatts, verschwunden, sie hat mit ­ihrem Badeanzug ihre Unterkunft ver­ lassen und ward nie wieder gesehen, sie wird ja wohl kaum nur mit Badeanzug ­irgendwo ein neues Leben begonnen ­haben, nein, sie ist höchstwahrscheinlich ertrunken. Und mein Triumph wäre jetzt, als Erfinder des submarinen Ploggings eine tote Nonne zu bergen, auch wenn man in so einem Fall nicht unbedingt, selbst ich als Agnostiker nicht, bei der Fundsache von Abfall sprechen würde, dennoch wäre das einer der Höhepunkte meines bisherigen relativ ereignisarmen Daseins. Oder ich versuche die renitenten, aber dennoch süßen Schüler dazu zu ­motivieren, schwimmend mitzuploggen, wer die fromme Wasserleiche findet, be­ kommt einen Kasten Bier, die Kronkorken können sie ruhig wie bisher ins Wasser schnipsen, ich muss ja auch noch be­ schäftigt bleiben.

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allstatt weist übrigens zum eis­ kalten See und dem bekannten Nachbau in China noch eine nicht so weit verbreitete Besonderheit auf. Die meisten Pkw-Besucher kommen nämlich ausgerechnet aus Wiesbaden. Jedes dritte Auto hat die Buchstaben­ folge WI im Kennzeichen. Aber die Er­ klärung ist viel schnöder als die schlichte Annahme, Hallstatt sei die beliebteste Stadt Österreichs in Wiesbaden. Es ist nur so, dass viele Touristen, die Europa besuchen, in Frankfurt landen und sich am Flughafen ein Auto mieten, weil dort vermutlich die meisten Autovermieter­ agenturen aus dem nahegelegenen Wies­ baden sind, so einfach ist das. Und meine zusätzliche Motivation zum täglichen ­K ilometerfressen im See mit angeschlos­ senem Unterwasserplogging nach einer Betschwester in ihrem nassen Grab unter Mithilfe von Holzlehrlingen wäre, mit ­einer Wasserleiche weltberühmt in Wies­ baden zu werden – diese Schlagzeile, das ist meine Motivation.

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Aktuell ­erscheint The Red Bulletin in sieben Ländern. In der Schweiz-Ausgabe erzählt uns ExtremBergsteiger Stephan Siegrist, was er an seinem Beruf entspannend findet. Mehr Storys abseits des Alltäglichen gibt’s auf: redbulletin.com

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EIGER EXTREME

EIN BERG EIN PROJEKT EIN ZIEL September 2017: Mammut und Bergwelten machen sich auf die Suche nach drei Kandidaten, um gemeinsam den Eiger zu bezwingen. 3730 Bewerbungen, ein hartes Auswahlverfahren und viele Trainingseinheiten später war es am 28. Juli 2018 endlich so weit. DAS BOOTCAMP

FOTOS: MARKUS MOOSBRUGGER, MARKUS HAAS

DER BERG Kein anderer Berg in den Alpen verkörpert mehr Extreme als der Eiger (3.967 m). Nicht zuletzt aufgrund seines brüchigen Fels und des rasch wechselnden Wetters folgt die Besteigung des Eiger seinen eigenen Regeln. Dieser Berg verlangt auch der Ausrüstung alles ab. Aus diesem Grund hat das Schweizer Bergsportunternehmen Mammut seine spezielle Outdoor Mountaineering-Linie „Eiger Extreme“ genannt. Damit soll die Besteigung des Eiger über den spektakulären Mittellegigrat gelingen.

Im März wurden Corina (CH), Sonngrit (D) und Christoph (AT), die es in die Auswahl der Fachjury geschafft hatten und das anschließende Online-Voting für sich entscheiden konnten, in die Schweiz zu einem dreitägigen „Bootcamp“ eingeladen. Dabei erhielten die Gipfelstürmer ihre Ausrüstung aus der neuen „Eiger Extreme“-Kollektion, lernten ihre Bergführer kennen und kletterten gemeinsam am Fels. Den Höhepunkt stellte die Winterbesteigung des 4.107 Meter hohen Mönch in der Jungfrau-Region dar.

DIE BESTEIGUNG Während der Aufstieg zur Mittel­ legi­hütte bei strahlendem Sonnenschein verlief, brauten sich am Gipfel­tag schon bald dunkle Wolken am Himmel zusammen. Doch weder Schneesturm noch Gewitter konnten die Seilschaft bremsen: Das Abseilen über den Südwestgrat erfolgte beinahe in Rekordzeit, sodass die Gruppe im nördlichen Eigerjoch Schutz finden konnte, bevor es über den beeindruckenden Gletscherbruch zurück zur Mönchsjochhütte ging. Eiger Extreme – in jeder Hinsicht!


A B S E I TS D E S A L LTÄG L I C H E N

Die Red Bulletin To-do-Liste

ADRENALIN FÜR ... DEN AUFZUG Weil das Leben zu kurz ist für irgendwann – oder lähmende Routine: jeden Monat eine neue Challenge. Diesmal: Fahrstuhlfahren für Fortgeschrittene.

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Alle Mitpassagiere mit Handschlag begrüßen.

Dem Nebenmann verschwörerisch zuflüstern: „Du kannst mich sehen? Ich bin ein Geist und auf der Suche nach einem Ersatzkörper.“

Einsteigen und sich wortlos in die Ecke stellen, das ­Gesicht der Wand zugewandt. Beobachten, wie schnell sich die Passagiere unbehaglich fühlen.

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Jemanden mit „Passwort bitte!“ am Zusteigen hindern.

Den Lift mit einer Kühlbox betreten, auf der steht: „Cranium (menschlicher Schädel). Bitte kühl halten.“

Einen Hund freudig mit „Das Schicksal wollte, dass wir uns hier treffen“ begrüßen. Und den Hundebesitzer gekonnt ignorieren.

In einem voll besetzten Fahrstuhl sagen: „Ich kann eure Aura sehen.“

Laut aus dem Woody-AllenFilm „Der Stadtneurotiker“ zitieren: „Sagen Sie nichts gegen Masturbation. Es ist Sex mit jemandem, den man wirklich mag.“ Die Person vor einem auf die Schulter tippen. Wenn sie sich umdreht, ihrem Blick standhalten. Nichts sagen. Wiederholen. So oft, bis die Sache unangenehm wird.

Alle Knöpfe drücken. Freundlich lächeln.

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NICOLAS MAHLER

te Die nächs es d Ausgabe ETIN RED BULL am t erschein b 9. Okto er 2018 THE RED BULLETIN


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