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Das Magazin abseits des Alltäglichen

Juni 2013

Ten n i s-Ass Vi kto r ia Azar en ka

Geliebt, gehasst, gefürchtet

R ed Bu ll X-Alps

Über den

wolken

1000 Kilometer Luftlinie in zehn Tagen

Down h i llG roSSmau l Ro b War n er

Der MikroManiac


Die Welt von Red Bull

Juni 32

Titelstory: der Vogelmann am Dach der Welt

Valery Rozovs Flug vom Mount Everest.

Coverbild: thomas senf. Bilder: Thomas Senf

Willkommen!

Das authentische Erleben dieser Ausgabe verlangt nach festem Schuhwerk, Helm und Pickel, es findet nämlich zwischen Himalaya und Alpen statt. Ab Seite 32 begleiten Sie Valery Rozov auf den Mount Everest – hinauf und gleich wieder hinunter. Letzteres auf ungewöhnliche Art, nämlich per Wingsuit. Nie zuvor ist ein Mensch von einem höheren Punkt auf der Erde abgesprungen. Danach erwarten Sie schon die Teilnehmer am Red Bull X-Alps 2013. Das Rennen führt von Salzburg nach Monte Carlo, die einzig gestat­teten Arten der Fortbewegung sind Laufen und Gleitschirmfliegen. Ab Seite 78 lernen Sie unter ­anderem, wie man Qualen genießt.

Viel Vergnügen mit diesem Heft Die Redaktion the red bulletin

„Leider hatte ich kaum Zeit, auf das Panorama zu achten.“ Valery Rozov, Everest-Bezwinger 3


Die Welt von Red Bull

Juni Auf einen Blick

68

Bullevard

Mit 875 Ps Bergauf

Die Fahrt auf den 4300 Meter hohen Pikes Peak in Colorado ist selbst für den neunfachen Rallye-Weltmeister Sébastien Loeb kein Klacks.

17 21 22 26 28 30

news  Das Wichtigste in Kurzform meine welt  Brad Pitt einst und jetzt  Fernseher mein Körper  Josef Ajram Formel  Die Physik des Wiegetritts Glückszahlen  Superman

Features 32  Sprung vom Everest Das Abenteuer des Valery Rozov

44 Spin it  

Drehender Derwisch trifft B-Boy.

50 Viktoria Asarenka

26 Josef Ajrams Körper

Der Triathlet aus Katalonien schwört auf Tattoos und verrät seine 7-MinutenTrinkregel für den Wettkampf.

78 Das Boden-Luft-Rennen

Von Salzburg nach Monaco, zu Fuß und per Gleitschirm – möglichst schnell. Die Geheimnisse von Red Bull X-Alps.

60 Rob Warner Der Moderator als Lautsprecher 66 Nightwave

Sloweniens-DJ-Königin im Interview

68 Dach-Geschoss

Loebs Peugeot für den Pikes Peak

74  Le Mans’ Super-Trio

Die 24-Stunden-Helden im Check

78  Red Bull X-Alps

Das Rennen quer durch die Alpen

Action!

50 Champion aus der Kälte

20 Millionen Dollar Preisgeld und ein Herz für Oma: zu Besuch in Minsk bei Tennis-Weltstar Viktoria Azarenka. 4



91 WorkOut: James Spithill

Der America’s-Cup-Sieger über Boxtechnik für Skipper und Klimmzüge der Extraklasse für jedermann.

88 REisen  Düsenjet-Fliegen in Russland 89 Werkzeug Tools für Bergflieger 90 party  Insel Pag, Kroatien 91  WorkOut  Segler James Spithill 92 City Guide Was in Kapstadt los ist 93 Musik  DJ João Barbosas Playlist 94  Events  Nationale Top-Termine 96 TV  -Highlights  Red Bulls TV-Fenster 98 Zeitsprung the red bulletin

bilder: Duhamel Flavien/Red Bull Content Pool, Sebas Romero/Red Bull Content Pool, Felix Woelk/Red Bull Content Pool, greg funnell, Olaf Pignataro/Red Bull Content Pool

Der Tennis-Champion aus der Kälte


Red Bull Music Academy Thursday Line Up:

Om Unit The Gaslamp Killer Flying Lotus Jackmaster B2B Oneman Donnerstag, 18. Juli 2013

Montreux Jazz Lab // Montreux Jazz Festival

Türöffnung:

19.30 Uhr

Konzertbeginn :

20.30 Uhr

Infos & Tickets: www.redbull.ch/MJF


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im Netz

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Contributors Mit an Bord im Juni

THE RED BULLETIN Schweiz Herausgeber und Verleger Red Bull Media House GmbH General Manager Wolfgang Winter Verlagsleitung Franz Renkin

Jork Weismann

Thomas Senf Der deutsche Fotograf schoss die entscheidenden Fotos, als Valery Rozov vom Mount Everest sprang (Höhenflug, ab Seite 32): „Verschlusszeit 1/2500 Sekunde, Fokus ma­nuell. Ich kontrolliere meine zwei Kameras. 7200 Meter über dem Meer: Ich hänge am Seil, neben mir steht Valery in seinem Wingsuit, zum Absprung bereit. Ich bin mir nicht sicher, wer von uns schneller atmet. Fehler­ toleranz für uns beide gleich null, zweiter Versuch ausgeschlossen.“

stefan wagner Minsk statt Monaco, Plattenbauten statt Nobelvillen, ungeheizte Trainingshallen statt Plätzen unter Palmen: Die Reise zu den Wurzeln eines Tennischampions kann mühsam sein, handelt es sich um Viktoria Azarenka. Stefan Wagner war das egal: Der Red Bulletin-Mitarbeiter ist als Autor in jedem Metier zu Hause, aber als Tennisexperte, der er ist, waren die Tage mit der aktuellen Nummer 3 der DamenWeltrangliste ein Love Game. Krieg und Frieden, ab Seite 50.

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Schlafende Berühmtheiten, internationale Kampagnen oder berühmte Kollegen (etwa Annie Leibovitz): Wenn der Deutsche Jork Weismann fotografiert, be- und verzaubert das Ergebnis stets mit Eleganz und Ästhetik. Für uns traf er in Istanbul Sufi-Tänzer Ceyhun Varıs¸lı und B-Boy Mounir und enthüllte die verblüffende Verwandtschaft dieser beiden Tanzstile, ab Seite 46. (Unser Fotochef sorgte für den passenden Hintergrund: Er ließ den Tanzsaal extra ausmalen.)

Chefredakteur Robert Sperl Creative Director Erik Turek Art Director Kasimir Reimann Fotodirektion Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Redaktion Alexander Macheck (Stv. Chefredakteur), Werner Jessner (Leitender Redakteur), Lisa Blazek, Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager; Daniel Kudernatsch (App), Christoph Rietner (App) Mitarbeiter Stefan Wagner Lektorat Hans Fleißner Grafik Martina de Carvalho-Hutter, Silvia Druml, Kevin Goll, Carita Najewitz, Esther Straganz Fotoredaktion Susie Forman (Creative Photo Director), Ellen Haas, Catherine Shaw, Rudi Übelhör Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher Herstellung Michael Bergmeister

Werner Jessner Seine ­ersten DownhillRennen fuhr Werner Jessner zu Rob Warners HochZeiten den Neunzigern, allerdings mit minimal von der Warners abweichender Positionierung in der Ergebnisliste. Mittlerweile moderiert Warner den UCI MTB Worldcup, Jessner ist (in kleinerem Maßstab) noch aktiv: Unsere Story ist das zweite Treffen der beiden. Das erste fand anlässlich von ­Warners einzigem Worldcup-Sieg statt (als Warner versuchte, sich mit alkoholfreiem Bier zu betrinken). „Rad Warner“, ab Seite 60.

Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba; Christian Graf-Simpson (App) Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Finanzen Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Barbara Kaiser (Ltg.), Stefan Ebner, Stefan Hötschl, Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Sara Varming Country Management Schweiz Antonio Gasser, Melissa Burkart Marketing-Grafik Julia Schweikhardt, Peter Knehtl Abo und Vertrieb The Red Bulletin Leseservice, Luzern Hotline: 041 329 22 00 Anzeigenverkauf Mediabox AG, Zürich Oliver Fäh, 044 205 52 40 faeh@mediabox.ch Anzeigendisposition Sabrina Schneider O∞ce Management Manuela Gesslbauer, Anna Jankovic, Anna Schober IT Michael Thaler Firmensitz Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com

„Ich bin mir nicht sicher, wer schneller atmet, Valery vor dem Absprung oder ich hinter der Kamera.“ Thomas Senf

Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise The Red Bulletin erscheint monatlich in folgenden Ländern: Brasilien, Deutschland, Frankreich, ­Großbritannien, Irland, Kuwait, Mexiko, Neuseeland, Österreich, der Schweiz, Südafrika und in den USA. Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com

the red bulletin


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W i e n , Ö ste r r e i c h

LICHTSPUR Mehr als 1000 LEDs verband Fotograf Christoph Meissner mittels 150 Meter Kabel, verteilte sie in diesem Achter-Ruderboot und zauberte Lichtspuren in die Dunkelheit der Alten Donau – genau an jener Stelle, an der am 29. Juni die internationale ­Achter-Nachtsprintregatta „Vienna Night Row“ über die Bühne gehen wird. Mit dabei auch die Damen aus unserem Foto-Boot. Allesamt c­ harming, berichtet unser Bildredakteur, und auf eine ­Weise ­athletisch, „die dir verbietet, sie allzu forsch anzuflirten“. Alle Infos zum Event: www.vienna-nightrow.com Bild: Christoph Meissner

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Pe t s c h o r a- I ly t s c h -­ Natu r r e s e rvat, Ru s s l an d

Hochstand

In der kargen Landschaft des nördlichen Ural ragen auf einem Felsplateau die sieben Manpupuner-Felsen – was in der mansischen Regionalsprache „sieben starke Männer“ heißt – gen Himmel; bizarre Stein­säulen mit bis zu 42 Meter Höhe. Die Mission des deutschen ­Kletterprofis Stefan Glowacz: Erstbesteigung der ­gesamten Gruppe. Sieben Reise- und zwei Kletter­ tage benötigte Glowacz für seinen Kraftakt. Der Lohn: ein Schnappschuss auf dem „großen Bruder“ – dem ­höchsten der steinernen Riesen. Glowaczs Expeditionen: www.glowacz.de Bild: Klaus Fengler/Red Bull Content Pool

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Q u e e n stow n , N eu s e e l an d

Fluchtweg

Mit bis zu 240 km/h heizt Neuseelands Drift-­ Spezialist Mike Whiddett über die Crown Range Road in Queenstown – die höchste Schnellstraße im Land der Kiwis. Der Höhenunterschied: 1080 Meter. Streckenprofil: 47 Kurven auf 10,47 Kilometern. „Arbeitsplatz“ nennt Whiddett solche Orte. Die Neuseeländer nennen Whiddett nachvollziehbarerweise „Mad Mike“. Whiddett im Netz: www.madmike.co.nz Bild: Graeme Murray/Red Bull Content Pool



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30.8.-1.9.2013

HMBC

DJANGO 3000 IRISHsteirisch

Federspiel • Herbert Pixner Projekt DJ Japun Beats • Da Blechhauf’n • Die Tanzgeiger Bernd Prettenthaler & Freunde • Heidi Pixner & Manuel Randi Sänger- & Musikantentreffen mit Wietinger Trio, Afritz Quintett u. v. m.

www.spielbergmusikfestival.at • www.facebook.com/SpielbergMusikfestival Tickets gibts bei oeticket und unter spielbergmusikfestival.at


Bullevard Beflügelndes in kleinen Dosen

Härtebälle Das Finale des FIFA Confederations Cup – der Generalprobe für die WM 2014 – am 30. Juni in Rio de Janeiro mag umkämpft sein. Aber sicher nicht sooo hart …

Sepak Takraw Super Series Der asiatische Ballsport vereint Elemente aus Volleyball, Fußball … und Martial Arts. 2. Tourstopp in Thailand: 27.– 30. 6.

Calcio Storico In der dritten Juni-Woche wird das historische Zentrum von Florenz zu einer Art Schlachtfeld.

Der Buch­ macher US-Künstler Brian Dettmer verwandelt alte Schmöker in Skulpturen. Er arbeitet mit Skalpell und Pinzette, und seine Materialien sind Landkarten, Enzyklopädien und Wörterbücher. „Das Buch hat durch die digitale Revolution sein Monopol als Quelle des Wissens verloren“, sagt Brian Dettmer. „Nun stellt sich die Frage: Was geschieht in Zukunft mit diesen Schwarten?“ Der 38-jährige Künstler aus Chicago hat eine kreative Antwort ­gefunden. Er verwandelt ausgediente Schmöker in Papier-Skulpturen. In Feinarbeit dringt er mit dem Messer Seite für Seite tiefer ins Buch vor und setzt dabei Abbildungen und Wörter in neue Zusammenhänge. Klebstoff ist ebenso verboten wie der Zusatz externer Materialien. An einem einfachen Buch arbeitet er fünf Tage, an einer ganzen Serie oft bis zu fünf Monate. Bereitet ihm das Zerschneiden von Büchern ein schlechtes Gewissen? „Nur anfangs“, sagt er, „doch heute weiß ich: Die Bücher bekommen in meiner Werkstatt neues Leben eingehaucht.“

Bilder: Getty images, picturedesk.com (2), archie fergusson

Aktuelle Ausstellungstermine und weitere Buchskulpturen: www.briandettmer.com

Swamp Soccer World Cup Bei der WM in Blairmore (GBR) (29./30. 6.) stürzen sich SechserTeams in eine Schlammschlacht.

RoboCup In Eindhoven (NED) kicken Roboter ab 26. 6. um die WM-Titel in gleich fünf Kategorien.

the red bulletin

Dettmer, „Complete Guide“, 2011

Bilder des MOnats

Moment  mal!

Szenen aus dem abenteuerlichen Alltag unserer Leser. Einfach per Mail an: phototicker@redbulletin.com Unter den Einsendern der veröffentlichten Fotos wird eine Trinkflasche des Schweizer Herstellers SIGG im speziellen Red Bulletin-Design verlost.

Dubai Der Spanier Maikel Melero fliegt beim zweiten Stopp der Red Bull X-Fighters durch den Nacht­ himmel über der Wüstenstadt. Daniel Grund 17


Wimbledon: Das Hochamt des Tennis bewegt Rackets, Erdbeeren und Millionen.

Eine temporäre Street-Art-Galerie im Herzen von Paris. Mit Kunst von u. a. YZ aus Frankreich (oben)

Kunst im Badehaus Seit seiner Gründung 1885 erlebte das Pariser Badehaus Les Bains einige Veränderungen. Zunächst lange Zeit Treffpunkt der feinen Gesellschaft, ab 1978 coolster Club der Stadt, mit Stammgästen wie Mick Jagger, Kate Moss und Johnny Depp. Vor drei Jahren ging bei Umbauarbeiten etwas schief, so dass man schließen musste. Nach den demnächst einsetzenden Renovierungsarbeiten soll 2014 neu eröffnet werden. Um die Zeit sinnvoll zu überbrücken, lud Besitzer Jean-Pierre Marois 50 der besten Street Artists aus aller Welt ein und überließ ihnen vorläufig das 3000-m²Gebäude. Vhils, Sten Lex, Space Invader, Futura und andere verwandelten den Bau in das spannendste Street-Art-Museum der Stunde. Ein Museum, das aus baubehördlichen Gründen aber nie für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Dafür haben die Künstler einen Blog eingerichtet, auf dem sie ihre Arbeiten dokumentieren und die Welt daran teilhaben lassen. Die Werke gibt’s auf: www.lesbains-paris.com

Final-ticket In der Ticketverlosung kostet die Karte 78 Euro. Auf eBay wurden 2012 bis zu 30.000 Euro pro Karte geboten.

erdbeeren Knapp 30 Tonnen Erdbeeren werden jährlich vernascht, zum saftigen Preis von rund 3 Euro für 10 Stück.

Preisgeld Krise? Welche Krise? Preisgeld-Plus von 40 Prozent gegenüber 2012 bedeutet: 1,87 Millionen Euro für den Sieger.

Electro-Blues James Blake wird als ElektronikWunderkind gefeiert. Der Brite über Mentor Brian Eno, Arbeiten im Flugzeug und die neue Platte. Sein Debütalbum 2011 war die Popsensation des Jahres: fragile Melodien, knisternde Elektronik, grollender Bass. Kurz: Blues fürs 21. Jahrhundert. Die Platte verkaufte sich eine halbe Million Mal und machte Stevie Wonder und Brian Eno zu Blake-Fans. Nun veröffentlichte der 24-Jährige das Nachfolgewerk. the red bulletin: Man sagt, die zweite Platte sei die schwierigste. Stimmt das? james blake: Klar hätte ich nach dem ersten Album die Füße hochlagern können. Aber stattdessen war ich ständig auf Reisen und traf persönliche Helden wie Joni Mitchell. Das war prägend. In der Platte ver­ arbeite ich meine Erlebnisse der letzten zwei Jahre.

Wo kannst du am besten konzentriert arbeiten? Im Flugzeug. Eigentlich ist es ja der lauteste und unruhigste Ort überhaupt, aber ich kann über den Wolken am besten an Texten arbeiten. Du bist ein­ gezwängt inmitten all der Men­ schen, aber trotzdem allein. Wie kam es zur Zusammen­ arbeit mit Elektronik-­ Legende Brian Eno? Während der Aufnahmen kam ich an einen Punkt, an dem ich nicht weiterwusste. Deshalb fragte ich ihn um Rat. Er lud mich ein, ihn zu besuchen. Es war dann wie bei einem Onkel. Er schenkte mir ständig Tee nach und bestärkte mich in meinen Ideen. „Overgrown“: bereits im Handel; im Sommer ist Blake auf Festivaltour

König der leisen Klänge: James Blake

DAS GEWINNERBILD

Santos Brasiliens Fußball-Topstar ­ eymar gratuliert Kelvin Santos Silva, Sieger N des Red Bull Príncipe da Vila. Fabio Piva 18



Doha

150 Mountainbiker kämpften in Katar bei der Red Bull Fortress Challenge gegen Hitze, Sand und schwieriges Gelände. Sharbel Najem

Bangkok

Für die Hip-Hop-Tanzformation Flying Steps steht die Welt in Thailands Hauptstadt buchstäblich Kopf. Dean Treml the red bulletin

Bilder: Jerome Coton, reuters, bulls, rex Features, getty images

Lieb & teuer


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Dalhausser usa – nadine ZuMKehR sui – julius BrINK geR

9.–14. Juli 2013 / EisbahnarEal www.beachworldtour.ch

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Bullevard

Rohdiamanten Sie sind Deutschlands größte Rennfahrer-Talente: die Moto3-Zweiradrookies Florian Alt und Philipp Öttl (Kalex/KTM) über Speed und kühle Köpfe.

Florian Alt (17)

Philipp Öttl (17)

Meine Stärken: Mein Ehrgeiz hilft mir, Ich bin Taktiker. Ich kann länger am Limit zu fahmeine Nerven während ren. Die Kehrseite: Ich des Rennens im Zaum bin schnell enttäuscht, halten, ohne dabei an wenn es mal nicht läuft. Speed zu verlieren.

Mein Race-Tuning: Ich wärme mich seit Ich will mich 2013 im ­kurzem noch intensiver fahrerischen Bereich auf, um dem Körper zu steigern und lernen, das signalisieren: „Jetzt Set-up des Motorrads gilt’s, streng dich an!“ perfekt einzustellen. Alt und Öttl bestreiten 2013 ihre Premierensaison in der Moto3-Klasse. Rennkalender: www.motogp.com

So geht Hip-Hop Bei der Red Bull Wings Academy (29. und 30. 6. in Stuttgart) geben die Rap-Rabauken Orsons HipHop-Nachhilfe. Ihre Tipps: 1. Lernt Geschichte: „Hip-Hop hat nicht mit Sido angefangen. Lasst euch inspirieren.“ 2. Blickt über den Tellerrand: „Ein Rapper darf nur Hip-Hop hören? Schwachsinn! Probiert Portishead oder Nirvana.“ 3. Üben, üben, üben: „Führt spontane Freestyle-Battles und notiert eure Texte.“ Anmeldung bis 21. 6. unter: redbull.de/wingsacademy

Dschidda Hoch konzentriert gingen die

Breakdancer beim Red Bull BC One Cypher in Saudi-Arabien ans Werk. Stefan Voitl

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Freeride-Mountainbiker Martin Söderström: „Vorbild Pastrana“

„Einmalige Chance“

Riesige Rampen, legendäre Stunts: Mountainbiker Martin Söderström erklärt die X Games in München. the red bulletin: Wann hast du heute zum ersten Mal an die X Games gedacht? söderström: Gleich in der Früh beim Zähneputzen (lacht). Und später dann noch mal im Training. MTB-Freeriden feiert in München seine X‑Games-Premiere. Deine Erwartungen? Ich hab zwei Läufe, in denen alles klappen muss – sonst war’s das. Was die Sache noch verrückter macht: Es ist noch nicht sicher, ob unser Sport nächstes Jahr wieder Teil der X Games sein wird. Die Chance, hier eine Medaille zu gewinnen, ist vielleicht einmalig.

San Francisco Die Radakrobaten demons­ trierten beim Red Bull Ride + Style ihr Können auf den kunstvoll designten Obstacles. Garth Milan

Beim größten Extremsport-Event der Welt wird der Fokus wohl auf großen Sprüngen liegen? Daran gibt es auch nichts aus­ zusetzen. Wir wollen zeigen, dass es im Vergleich zu BMXBewerben bei uns noch höher und weiter geht. Da ist Selbst­ bewusstsein wichtig. Der legendärste Moment der X-Games-Geschichte? Travis Pastranas Double-Backflip am Motorrad 2006 in Los Angeles. Jedes Mal, bevor ich einen neuen Trick probiere, ziehe ich mir den Clip rein. Wahrscheinlich auch in München – vielleicht hilft’s. X Games: 27.–30. 6., Olympiapark München Live-Übertragung auf ProSieben FUN Sendeinfos: www.prosiebenfun.de

Córdoba Nur kurz verlor Sébastien Loeb bei der Rallye Argentinien die Bodenhaftung. Dann holte er seinen 78. WM-Sieg. Marcelo Maragni the red bulletin

Bilder: gepa pictures/gold and goose (2), universal music, scott serfas/red bull content pool, mattias fredriksson/red bull content pool

Mein Vorbild: Marc Márquez. Wahnsinn, Alex Hofmann (Ex-Moto­ wie weit er mit seinen GP-Fahrer; Anm.). Seine 20 Jahren schon ist. In Tipps: „Mach dir keinen ein paar Jahren will ich Stress und verlier nie sein Level erreicht haben. den Glauben an dich.“


Bullevard

Meine Welt

brad pitt

Er dreht Blockbuster über Zombies ebenso wie höchst anspruchsvolle Filme – und begann seine Karriere als Huhn. Im Dezember wird Hollywoods Leinwand-Achill fünfzig. Eine Karriere im Schnelldurchlauf.

Nackt im Auto

Der am 18. Dezember 1963 ­geborene William Bradley Pitt wächst in Springfield, Missouri, auf. Sein Studium bricht er ab und zieht, der Schauspielerei wegen, nach L. A. Dort verkauft er als Huhn verkleidet Burritos, chauffiert Stripperinnen auf Partys und ergattert erste Komparsenrollen.

Erfolg als Affe

Vier Auftritte in der TV-Serie „Dallas“ beschleunigen Pitts Karriere: 1991 debütiert er in „Thelma & Louise“, 1994 spielt er in „Legenden der Leidenschaft“, 1995 folgen die Serienkiller-Studie „Sieben“ und eine Oscar-Nominierung für „12 Monkeys“.

Geld stinkt nicht

„Wohin ich auch gehe, da bist du: mein Glück, mein Schicksal, meine Fügung. Chanel Nº 5“, säuselt Pitt in einem TV-Spot aus dem Jahr 2012. Für seinen Parfum-Werbeauftritt erntet der Schauspieler beißenden Spott – und sieben Millionen Dollar Gage.

Curry für Papa

Was schenken einander Partner, die 300 Millionen Dollar besitzen? Richtig: gefrorenes Fast Food. Vergangenen April lässt Jolie in Pitts Londoner Lieblings-Currylokal Lunchpakete packen und exportiert die Menüs per Flugzeug nach L. A. – so schmeckt Liebe.

Flotter Dreier

Die Porno-Tapete

text: paul wilson. illustration: lie-ins and tigers

Um sich auf die Rolle des ­Untergrund-Gurus Tyler ­Durden in „Fight Club“ vor­ zubereiten, tapeziert Pitt ­seinen Wohnwagen mit Pornobildern. Dumm nur, dass ihn S ­ usan Sarandon am Set ­besucht – in Begleitung ihrer kleinen Tochter.

2004 landet Pitt mit „Troja“, „Ocean’s 12“ und „Mr. & Mrs. Smith“ gleich drei Block­ buster. Seither dreht er Filme wie „Babel“, „Burn After Reading“ oder „The Tree of Life“. „Was mir fehlt“, sagt Pitt, „ist die Relevanz jener Schau­ spieler, die ich bewundere.“

Untote unter uns

Teure Babys

Mit Ehefrau Angelina Jolie kümmert sich Pitt um drei leibliche und drei adoptierte Kinder. 2008 erhält das Paar 14 Millionen Dollar für den Verkauf der ersten Fotos ihrer Zwillinge Knox und Vivienne an das „People“-Magazin – und spendet die Summe!

the red bulletin

Pitts Zombie-Kracher „World War Z“ feiert diesen Monat Weltpremiere. „Ich wollte ­einen Film drehen, der meinen Jungs Spaß macht“, sagt der Hauptdarsteller. ZombieFilme für Kinder? Finden sie vielleicht spannender als ein Rendezvous mit Joe Black. Brad Pitt als Zombiejäger: www.worldwarzmovie.com

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Einst und jetzt

Fernsehgeräte

Vor fünfzig Jahren kam die Welt schwarz-weiß durch eine Guckkastenbühne auf Besuch in unsere Wohnzimmer. Jetzt prangt sie auf einer digitalen Superleinwand.

Technik

Das Innenleben der 59-cm-Bildröhre war mit ihren Spulen, Kondensatoren und Widerständen für Laien damals so undurchschaubar wie heute. Zudem schien jedes Detail Wärme abzustrahlen, zu brummen und zu verstauben.

Optik Bedienung

So einfach war’s: vier Drehknöpfe (davon einer an der Seite) und sechs Tasten für die Feinjustierung. Die ­einzige damals erlebbare Variante der Fernbedienung war der Stromausfall.

Fernsehgeräte waren auch Möbel: Deren ­Holzge­häu­se musste zur übrigen Einrichtung passen. Auf dem Gerät fand sich Platz für Allfälliges, etwa Fernsehleuchten, welche nach langläufiger Meinung die Strahlung der Bildröhre entschärften.

1960 Philips Regent Automatic Console Fernsehen Anfang der 1960er Jahre war schwarz-weiß: Farbfernsehen kannte außerhalb der USA und ­Japans fast niemand. Und man brauchte auch Geduld: Es dauerte, bis die Geräte nach dem Einschalten e­ rwachten, sprich: warm geworden waren. Das Einstellen der Antenne war ein Balanceakt (oft auf auf dem Dach). In vielen Ländern gab es zudem fernsehfreie Zeiten (mit Testbildern als Vertröster). Außerdem waren TVGeräte damals noch echte Möbel: ein Faktum, das durch die Größe der neuen Geräte wieder aktuell wird.

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Anfang der 1960er Jahre gab es weltweit etwa 200 Millionen TV-Geräte …

the red bulletin

text: robert sperl & ulrich corazza

23"


Bullevard Technik

Full HD war gestern: Das Display stellt 3840 × 2160 Bildpunkte dar, was der vierfachen High-DefinitionAuflösung entspricht. Die 3-D-Wiedergabe erfolgt im flimmerfreien PolfilterVerfahren und erreicht auch Full-HD-Qualität.

ERSCHEINUNG

Bei einer 213-cm-Bildschirmdiagonale (84 Zoll) stellt sich doch die Frage nach einem geeigneten Wohnzimmer. Das Gerät wiegt 80 Kilo, sein Gehäuse ist aber nur 4 cm schlank. Der dünne Rahmen trägt zum kinoleinwand­ haften Charakter bei.

Bedienung

bilder: kurt keinrath, getty images (2)

84"

Nie wieder die Fernbedienung verlegen: Mittels der „Magic Remote Voice“ kann das Fernsehgerät durch Zeigen, Gesten oder die e­ igene Stimme gesteuert werden.

2013 LG 84LM960V Zum Preis eines Mittelklasseautos gingen sich wohl einige Kinobesuche aus, aber wären die auch so auf­ regend? Für sein Geld bekommt man mit LGs modernstem LED-Fernseher eine Multimediazentrale ins Haus geliefert: Via LAN oder WLAN verwandelt sich der „Smart-TV“ in ein Online-Infocenter mit PremiumApps, das auch Videotelefonie und die Nutzung von Video-on-Demand und Internetradio ermöglicht. Und wer nicht ohne Twitter und Facebook auszukommen vermag: Die sind bereits vorinstalliert.   www.lg.com/at 

the red bulletin

… aktuell sind es 1,5 Milliarden. Plus: Auch jeder Computerbild­ schirm ist TV-tauglich.

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illustration: dietmar kainrath

Bullevard

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the red bulletin


Träume. Tränen. Triumphe. Was wirklich geschah: Der Mann, der schneller war als der Schall, erzählt seine Geschichte.

Film AB!

256 Seiten. Gebunden. € 19.99 (A)

Hintergrundmotiv: baladsgardi.com/Red Bull. Fotos klein: Wolfgang Luif/Red Bull, ulrichgrill.com/Red Bull, Stefan Aufschnaiter/Red Bull, Ned Dawson

mehr erleben


Bullevard

Mein Körper und ich

Josef Ajram

Der 35-jährige Triathlet aus Katalonien liebt Tattoos, kennt keine freien Tage und weiß, wo seine Grenzen ­liegen … oder auch nicht.

Farbenfreude 

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Ich liebe Tattoos! Bislang hatte ich 24 Sitzungen. ­Meinen Körper zieren zum Beispiel Logos bestrittener Wettbewerbe oder der Name meiner Tochter. Mein liebstes Tattoo habe ich am Hals: „Ich weiß nicht, wo das Limit ist, aber ich weiß, wo es nicht ist.“

www.josefajram.es

Wertverlust 

Meine stärkste Muskelgruppe nach zigtausenden Rad- und Laufkilometern: meine Oberschenkel. Trainiert wird zweimal täglich, selbst sonntags oder zu Weihnachten. Eines habe ich aber gelernt: Die wöchentliche Physiotherapie zur Muskelentspannung ist unverzichtbar.

Muskelberge sind kontra­ produktiv. Als Triathlet ist es wichtig, einen schlanken Oberkörper zu haben, aber gleichzeitig kräftig zu sein – vor allem in den Beinen. Bei einer Größe von 190 cm wiege ich rund 81 kg – und nach einem Ironman (3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren, 42,195 km Laufen) um mehr als 3 kg weniger.

Kühlwasser 

2 Zehenqual

Radfahren belastet durch die ständige „L-Position“ die Nackenmuskulatur und Wirbelsäule, Laufen vor allem Knie und Knöchel. Womit wohl schon viele Läufer konfrontiert wurden: Bei extrem langen Distanzen im – noch so komfortablen – Laufschuh werden die Zehen­ nägel unweigerlich schwarz.

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Die größten Feinde eines Ausdauersportlers? Die Krämpfe. Ganz wichtig ist es daher, bei Rennen regelmäßig, aber nie zu viel auf einmal zu trinken. Ich trinke alle sieben Minuten ein paar Schlucke. In acht IronmanStunden kommen da schon 14 Liter Wasser zusammen.

the red bulletin

text: ulrich corazza. bild: philipp forstner

1 Dauereinsatz

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BIG WILLYS PREMIERE

BILDER: FLORIAN SÜSS

Eine neu errichtete Megarampe im Hamburger Hafen soll die Grenzen des Wakeboard-Sports neu definieren. „Bei der Anfahrt musst du erst mal schlucken, weil dieses Ungetüm aussieht wie ein Eisberg. Du fühlst du dich wie ein Anfänger“, berichtet Wakeboard-Weltmeister Frederic von Osten von Wakeboardseiner ersten Begegnung Weltmeister mit „Big Willy“. Frederic Die neue Megarampe von Osten im Hamburger Hafen (bei den Magellan-Terrassen; Anm.) hat sich ihren Spitznamen redlich verdient: Mit 35 Meter Länge und 4 Meter Höhe zählt sie zu den größten jemals errichteten Wakeboard-Schanzen. Noch ein paar Facts: Ein Kicker der XXL-Kategorie katapultiert die

Freddys Testflug über „Big Willy“

Rider bei einem Tempo von rund 80 km/h sieben Meter in die Luft. Der neuartige Belag des Landehügels – er ähnelt einer Weichbodenmatte – ermöglicht es den Fahrern, ihre Sprünge trotz der beträchtlichen Körperbelastung zu stehen. „Durch die enorme Höhe und Airtime sehen die Tricks noch spektakulärer aus. Die Grenzen des Machbaren wurden erweitert“, erklärt von Osten. Entwickelt wurde die Rampe von der Kölner Firma UNIT Park-

tech, die auch beim Air & Style-Contest das Set-up stellt. Die Wettkampftauglichkeit von Big Willy wird erstmals am 23. Juni beim Red Bull Rising High-Bewerb getestet. Ausnahmetalente wie der thailändische Wunderknabe Daniel Grant, Dominik Gührs, Weltmeister von 2011, oder eben Freddy von Osten haben sich bereits angekündigt. Start: 15.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Event-Infos: www.redbull.de/risinghigh

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Bullevard

FormelSammlung

Wiege der Schmerzen

Formelkaiser Wer sich per Fahrrad eine Steigung hinaufquält, tut das meist im sogenannten Wiegetritt – man steht auf den Pedalen, Körper und Rad wiegen beim Treten hin und her (Abb. 1). Der Körperschwerpunkt (KSP) des Fahrers wird so bei jedem Tritt etwas gehoben. Dazu ist eine Hebeleistung PH = (m · g · h)/t notwendig, die jedoch nicht direkt für den Vortrieb genutzt werden kann. Beim Wiegetritt wird also Leistung vergeudet. Warum hilft er uns trotzdem? Sehen wir uns zuerst den Rundtritt an, das „normale“ Fahren im Sattel. Rein theoretisch sollte dabei die Tangentialkraft, die auf die Pedale wirkt, über die ganze Umdrehung gleich groß bleiben. Man müsste die Pedale also nicht nur hinuntertreten, sondern auch mit gleicher Kraft ziehen und schieben. Untersuchungen ­haben jedoch gezeigt, dass selbst Weltklassefahrer keinen absolut „runden Tritt“ schaffen: Die Hauptaktion liegt immer auf dem ­Hinunterdrücken des Pedals (Abb. 2). Der Begriff Rundtritt ­bezieht sich also nicht auf eine gleichbleibende Tangentialkraft, sondern darauf, dass man nicht abgehackt strampelt. Arbeit ist allgemein Kraft mal Weg: W = F ∙ s. In unserem Fall ist der Weg bei einer Kurbeldrehung der Kreisumfang 2r π und die Kraft die durchschnittliche Tangentialkraft FT über eine volle ­Umdrehung: W = FT ∙ 2r π. Leistung ist wiederum Arbeit pro Zeit: P = W/t. Die Leistung des Radfahrers ist daher P = FT ∙ (2r π)/t, ­wobei die Zeit t für eine volle Umdrehung der Pedale steht. Bei konstant angenommener Trittfrequenz ist daher die Leistung proportional zur durchschnittlichen Tangentialkraft: P ~ FT . Und das führt uns zum Nachteil des Rundtritts: Die maximale tangentiale Kraft wird beim Hinuntertreten erreicht und kann maximal so groß werden wie die Gewichtskraft G = m ∙ g des Fahrers, weil er sonst aus dem Sattel gehoben wird. Das bedeutet aber, dass auch die durchschnittliche tangentiale Kraft nicht größer sein kann als die Gewichtskraft. Die erreichbare Leistung bei einer bestimmten Übersetzung und Trittfrequenz ist also letztlich ­indirekt vom Gewicht des Fahrers limitiert: P ~ FT < G. Und da kommt abermals der Wiegetritt ins Spiel. Beim Wiegetritt zieht man sich nämlich mit den Armen am Lenker nach unten. Dadurch entsteht eine zusätzliche Kraft auf die Pedale, wodurch FT und somit auch die Leistung größer ­werden. Daher eignet sich der Wiegetritt zum Beschleunigen und Sprinten – oder eben fürs Bergauffahren. Pedalritter „Als Training empfehle ich Sprintfahrten einen Hügel hinauf“, sagt Tim Johnson (Bild rechts), dreifacher US-Champion im Cyclocross (Querfeldeinfahren mit [Quasi-]Rennrädern). Sein BergaufMotivationstipp: „Stell dir vor, dich jagt ein bissiger Hund.“ Das Zweiradleben des Tim Johnson: twitter.com/timjohnsoncx *Mag. DDr. Martin Apolin, 48, Physiker und Sportwissenschaftler, arbeitet als AHSLehrer und Lektor an der Fakultät für Physik in Wien und ist mehrfacher Buch­ autor. Mitarbeit: Andreas Notz, 24, Maschinenbau-Student an der TU Wien.

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illustration: Mandy fischer. bild: chris milliman/red bull content pool

Geht es per Rad steil nach oben, hilft die Flucht aus dem Sattel, erklärt unser Physiker*.


US-Querfeldein-Champion Tim Johnson: „Stell dir ­einfach vor, ein scharfer Hund ist hinter dir her.“


Bullevard

Zahlen des Monats

Superman

Der Mann aus Stahl kehrt zu seinem 75. Geburtstag auf die Leinwand zurück. Weltrettende Daten zum größten Superhelden unserer Zeit.

130

1940 Christopher Reeve

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„The Death of Superman“

2.160.000 Im April 1938 hatte Superman ­seinen ersten Einsatz, als Coverstar von „Action Comics“. Damals kostete das Heft 10 Cent, Ende 2011 erzielte die Erstausgabe – von der heute noch geschätzte 50 Stück existieren – bei einer Versteigerung die Rekordsumme von 2,16 Mil­lionen Dollar. Der Verkäufer war angeblich der glühende Superman-Fan Nicolas Cage.

1,9

Der größte Comic-Held der Welt ist 1,90 Meter groß und wiegt 102 Kilo. Mit einer Hand stemmt Superman 200 Trillionen Tonnen. Doch er ist nicht unverwundbar: 1992 starb er im Kampf gegen seinen Feind Doomsday. Ein cleverer Schachzug des Verlags: „The Death of Superman“ wurde sofort zum Comic-Bestseller – und ­Superman kehrte wenig später, zudem wiedererstarkt, zurück.

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Henry Cavill

Der erste SupermanComic

George Reeves

Letzten November begab sich ­Astrophysiker Neil deGrasse Tyson auf die Suche nach Supermans Heimatplanet Krypton – und fand wirklich einen vergleichbaren Himmelskörper. Ausgehend von Supermans Alter und Kryptons roter Sonne, fand er LHS 2520. Dieser „Rote Zwerg“ im Sternbild Rabe (Corvus) ist 27 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Nicolas Cage

Die Sonne des Planeten Krypton? LHS 2520

SupermanErfinder Jerry Siegel & Joe Shuster

5

Aktuell trägt Henry Cavill in „Man of Steel“ den blauen Spandex-­ Anzug. Damit ist er der fünfte ­Kinodarsteller Supermans. Die Rolle scheint aber mit einem Fluch behaftet: Der zweite Superman George Reeves beging 1959 (unter ungeklärten Umständen) Selbstmord, 1995 stürzte sein Nach­ folger Christopher Reeve beim Reiten und war bis zu seinem Tod 2004 querschnittgelähmt. „Man of Steel“ läuft ab 20. Juni im Kino; mehr Infos über den Superhelden: www.superman.com

the red bulletin

text: florian obkircher. bilder: picturedesk.com, warner bros., mptv/kobal collection, getty images (2), shutterstock, corbis

1932 kreierten zwei US-Teenager, Jerry Siegel und Joe Shuster, eine Comic-Figur: den glatzköpfigen Schurken Superman. Weil der nicht gut ankam, verwandelten sie ihn in einen von den Guten. 1938 verkauften sie die Rechte an der Figur – für lachhafte 130 Dollar. Nach diversen Prozessen bekamen die zwei Erfinder immer wieder kleinere Summen zugesprochen, trotzdem starben sie in Armut.

Während des Zweiten Weltkriegs setzten die USA Superman als Propaganda-Instrument ein: In einem Comic aus dem Jahr 1940 schleppte er Hitler und Stalin gar vor den Gerichtshof des Völkerbundes. Die Nazis fanden das gar nicht lustig: Propagandaminister Goebbels erklärte SupermanErfinder Siegel zum Staatsfeind und ließ die Comics verbieten.


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Va l e r y R o z o v i s t der erste Mensch, der mit einem Wingsuit von der Everest-Nordwand geflogen ist. Nicht, dass es dem sym­ pathischen Russen wichtig wäre, aber: Noch kein Mensch ist je von einem ­h ö h e r e n P u n k t a u f der Erde gestartet.

Höhen flug T e x t: w e r n e r j e s s n e r , B i l d e r : T h o m a s S e n f & D e n i s K l e r o

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Der Aufstieg vom Base-Camp da u e r t d r e i Ta g e . B e i m N o r t h C o l b i egt d i e E x p e d i t i o n stat t nac h l i n k s z u m G i p f e l nac h r e c h t s ab . A b s p r u n g p u n k t : 7217 Meter über null. Das ist die größte Höhe, aus der je ein Mensch zu einen BASE-Jump oder Wingsuit-Flug gestartet ist.

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D er Everest fasziniert mich, seit ich ein Kind bin. Schon als Jugendlicher habe ich die Geschichten der Helden auf diesem Berg verschlungen, ihre Triumphe und Tragödien. Darum war es etwas ganz Besonderes für mich, im Base-Camp aufzuwachen und den Mount Everest tatsächlich vor mir zu sehen. Es hat mich berührt. Der Everest ist für mich mit keinem anderen Berg der Welt zu vergleichen.“ Valery Rozov, der 48 Jahre alte Abenteuersportler aus Nischni Nowgorod, Russland, ist nach einem Monat im Himalaya wieder zurück in der Zivilisation, präzise gesprochen: im „Yak & Yeti“-Hotel in Nepals Hauptstadt Kathmandu, mit ­seiner heißen Dusche, dem weichen Bett, Internetverbindung, seinen Restaurants. Vor genau dreißig Tagen ist er von hier aufgebrochen, um sich einen Traum zu erfüllen: Er wollte der erste Mensch sein, der von der Nordflanke des Everest fliegt. Der dreifache Familienvater hat bis dato über 9000 BASE-Jumps absolviert und dabei immer wieder Neuland betreten und die Grenzen des Machbaren verschoben. Der Everest war aber selbst für ihn etwas Besonderes: „Nicht, weil es der höchste Wingsuit-Flug der Geschichte ist, sondern weil dieser Berg so viel Historie hat. Etwas ganz Neues zu machen, das war es, was mich gereizt hat.“ Satte vier Jahre dauerte es von der Idee bis zum tatsächlichen Flug: „Mein guter Freund Alex Abramov, der Präsident des ‚7 Summits Club‘, organisiert seit zwölf Jahren Touren im Himalaya. 2009 haben wir uns getroffen, er hat mir Bilder dieser 36

„ Da s Wette rfe n ste r fü r de n Flug war nur drei Tage lang offen. Wir mussten auf unser G l ü c k v e r t ra u e n .“ Wand gezeigt und gefragt: ‚Was hältst du davon, hier zu springen?‘ Die Idee hat mich nicht mehr losgelassen. Im Frühling 2011 bin ich zum Location-Check gereist: Geht das, was ich mir im Kopf ausmale, überhaupt? Ist das realistisch?“ Drei Dinge gab es zu berücksichtigen: Erstens: Findet sich ein geeigneter Absprungpunkt, wo die Wand steil genug


Die Busreise von K at h m a n d u z u r chinesischen Grenze dauerte v i e r Tag e . F 端 n f w e i t e r e Tag e 足d a u e r t e a l l e i n d e r F u SS m a r s c h z u m B a s e - C a m p.


Va l e r y R o z o v s Expedition umfasste 14 Personen, ­d a r u n t e r v i e r B e r g f ü h r e r. Sicherheit hatte stets höchste ­P r i o r i t ä t .

„Bewegend: im Base-Camp aufzuwachen und vor sich den Everest zu sehen.“ ist? Zweitens: Hat der Wingsuit in der dünnen Höhenluft genug Zeit, vom freien Fall in die Vorwärtsbewegung überzugehen? Drittens: Wo am Rongbuk-Gletscher, der am Fuß der Nordwand beginnt, ist der ideale Landeplatz? Der Rongbuk ist – wie viele Gletscher im Himalaya-Massiv – ­berüchtigt für seine Gletscherspalten. Rozov stellte eine Expedition zusammen und sichtete mögliche Start- und Landepunkte. Die Route war bald klar: Man wollte über die klassische Nordroute aufsteigen, dann aber am North Col nicht nach links weiter Richtung Everest-Gipfel, sondern nach rechts abbiegen bis zum höchsten Punkt des North Face auf 7217 Metern über dem Meer.

Unter Berücksichtigung aller Erfahrung und Expertise kam man zum Schluss, dass der Sprung zwar technisch schwierig sein würde – die erste Felswand ist nicht besonders hoch –, allerdings machbar. Blieben zwei Unbekannte: Wie würde sich Rozov nach dem anstrengenden Aufstieg in der dünnen Luft fühlen? Würden seine „Fluginstinkte“ unter diesen Bedingungen intakt sein? Und wie könnte man den Wingsuit optimieren, um schneller von der Wand wegzukommen, raus in den freien Luftraum? Das Projekt machte den BASE-Jumper Rozov zu einem noch besseren Bergsteiger, als er ohnehin schon war. Während der letzten zwei Jahre verbrachte Valery viele Monate in der Höhe. „Das hilft gewaltig, selbst wenn ich nie ein professioneller Höhenbergsteiger sein werde“, wie er selbstkritisch anmerkt. Aus dem Munde von einem, der den fast 6000 Meter hohen Kilimandscharo bloß zu Trainingszwecken bestiegen hat, klingt das ausgesprochen bescheiden. Auf technischer Seite war zum Gelingen des Projekts ein Wingsuit mit besseren Flat-Start-Eigenschaften erforderlich. In Zusammenarbeit mit der Firma Tony Suits

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E i n S c h r i t t, f체nf Sekunden U n g e w i ss h e i t ... ... d a n n g i n g d e r Fall in eine Vo r w채 r t s b e w e g u n g 체be r.


A

„Bei der landung war ich so e r s c h ö p f t, d a s s i c h k a u m w a s g e f ü h l t h ab e . E m o t i o n e n k a m e n e r s t i m ba s e - Ca m p . “ aus Florida entwickelte man ein passendes Modell, das Rozov bei seinen Probesprüngen testete: Im Juni 2012 sprang er damit vom Shivling, einem 6543 Meter hohen Berg im nordindischen Teil des ­Himalaya. Wie das Matterhorn – dessen Nordflanke er im Zuge der Vorbereitungen auf das Everest-Projekt letzten Oktober ebenfalls erstbeflog – hat der Shivling eine kurze „Startgerade“, Rozov konnte sich also auf die Bedingungen, die ihn 42



beim großen Sprung erwarten würden, schon grob einstellen. Das Projekt nahm zusehends wissenschaftliche Züge an: Im Windkanal der Universität Stuttgart versuchte man, mehr Daten zu sammeln, konnte aber die Realität eines WingsuitFluges nur bedingt simulieren. Letzten ­November traf sich Valery ein weiteres Mal mit den Wingsuit-Schneidern von Tony Suits, um die letzten Erkenntnisse in den finalen Anzug einfließen zu lassen.

m 10. April schließlich flog der Expeditionstrupp nach Kathmandu.­ Man hoffte auf ein brauchbares Wetterfenster in der ersten Mai-Woche. Das Prozedere war wie bei allen anderen Everest-Expeditionen auch: drei Tage Equipment-Check, mit dem Bus Richtung chinesische Grenze, fünf Tage bis zum ­Base-Camp, dort ein paar Tage lang akklimatisieren: Rauf auf 6000 Meter, wieder runter, eine essenzielle Strapaze, um den Körper an die Höhe zu gewöhnen. Dann die Landezone inspizieren, der Aufbruch Richtung North Col schließlich am 1. Mai. Anders als alle anderen im Base-Camp hatte Rozovs Team nicht den Gipfel im ­Visier: „Der Gipfel ist keine große Motivation für mich. Mit Sauerstoff und genügend Sherpas ist das nicht sonderlich schwierig. Gerade beim Bergsteigen ist der Stil entscheidend. Da bin ich Purist.“ Jeden Frühling herrscht Rushhour am Everest, und nicht jeder benimmt sich am Weg zum Dach der Welt so, wie man es von Bergsteigern erwarten darf. Unrühmlicher Höhepunkt in diesem Frühling eine Schlägerei auf dem Weg zum Gipfel, die es sogar in die westlichen Hauptabendthe red bulletin


nachrichten geschafft hat. Wie wild geht es also zu? „Als wir im Base-Camp waren, haben dort zirka 200 bis 250 Bergsteiger auf ihren Aufstieg zum Everest gewartet. Ihre Fitness- und Erfahrungslevels haben sich dramatisch unterschieden. War ­witzig, so was zu beobachten.“ Wingsuit und Fallschirm wiegen zusammen etwas über acht Kilo, Ehren­ sache, dass Rozov sie am eigenen Rücken Schritt für Schritt, Seillänge für Seillänge bis auf 7220 Meter zum Absprungpunkt trug. (Nur den Helm gab er weiter.) Der Weg vom Base-Camp nach oben dauerte vier Tage und war – trotz Sauerstoff­ unterstützung – irrsinnig ermüdend: „Wir mussten uns beeilen, denn wir wussten, das Wetterfenster für den Sprung würde genau drei Tage lang offen sein.“ Ein ­weiterer Faktor kam erschwerend dazu: „Wir hatten böigen Wind mit einer Stärke

„ E s f ü h lt s i c h f r i s c h a n , a l s wä r e e s g e r a d e e r s t pa s s i e r t. De r W i n d , d i e L u f t , d i e W a n d , d a s R a u s c h e n , d e r H i mme l . “ von sechs bis teilweise acht Metern pro Sekunde“ (also fast 30 km/h; Anm.). ­Insgesamt waren vier Bergführer Teil der Expedition, man wollte auch beim Aufstieg nichts dem Zufall überlassen. ­Sicherheit hatte absolute Priorität. Endlich oben angelangt, die letzten Handgriffe: Wingsuit anziehen, Sicherheits- und Windchecks, schließlich ein paar letzte Züge aus der Sauerstoff­flasche, um den Kopf klar zu bekommen, dann endlich der Absprung um 14.30 Uhr Ortszeit: „Nach den ersten vier, fünf Sekunden war ich sehr froh, als ich gemerkt habe, dass ich mich von der Wand entferne und

Mount Everest

zusatzBild: Corbis

Z w e i R o u t e n f ü h r e n a u f d e n Q o m o ­l a n g m a , so der tibetische Name für das Dach der We l t . Vo r 6 0 J a h r e n , a m 2 9 .   M a i 1 9 5 3 , e r r e i c h t e n der Neuseeländer Edmund Hillary und der Sherpa T ­ e n z i n g No rg ay a l s E rs te d e n „d r i t te n Pol“ . S ie n ä he r te n s ich de m G ip fe l von S üde n h e r. D i e E r s t b e s t e i g u n g ü b e r d i e N o rd ro u t e , die auch Rozov nehmen sollte, glückte einer c h i n e ­s i s c h e n E x p e d i t i o n e r s t 1 9 6 0 . the red bulletin

­ lles nach Plan läuft. Das war großartig. a Der weitere Flug, der etwas weniger als eine Minute gedauert hat, war ziemlich unspektakulär. Ich habe meine Körper­ position und meinen Flugpfad kontrolliert und auf die Kommandos meines Teams gehört. Da gab es leider keine Gelegenheit, auf das Panorama zu achten oder die Aussicht zu genießen. Den Fallschirm habe ich relativ früh gezogen, etwa 20 Sekunden vor der Landung. Mein Team hatte den Landepunkt am Fuß der Nordwand gut markiert, inklusive Windsack. Alles war professionell vorbereitet.“ Wie cool ist dieser Mann denn? Kaum Emotionen, kein erhöhter Pulsschlag? „Ich habe zwei Jahre so hart auf dieses Ziel hintrainiert, dass es sich fast logisch angefühlt hat. Natürlich macht es mich stolz und froh, aber der Flug war nur der letzte Schritt in einer langen Kette. Und es macht in der Luft keinen dramatischen Unterschied, ob du aus 7000 oder aus 2000 Meter Seehöhe springst. Man fühlt die Geschwindigkeit und die Höhe nicht. Erst auf den Videos merkst du, wie lang es dauert, bis du vom Fallen ins Fliegen kommst. Aber der Unterschied ist weniger groß als gedacht, vielleicht 25 Prozent.“ Und bei der Landung? „Ich war so ­erschöpft, dass ich kaum etwas fühlte. Natürlich war ich froh, wohlbehalten ­gelandet zu sein, dass alles gut gegangen war, aber die große, tiefe Freude, die ­Befriedigung etwas geschafft zu haben, das noch keinem Menschen vor mir vergönnt war, ist erst zwei Tage später im ­Base-Camp hochgekommen.“ Wenn er heute, fünf Tage nach dem Sprung, das Videomaterial des Fluges auf dem Laptop in seinem Zimmer im „Yak & Yeti“ in Kathmandu sichtet, fühlt sich ­alles real an, frisch, als wäre es gerade erst passiert. Der Wind, die Luft, das Rauschen, die Wand, der Everest, der dunkle Himmel, der Gletscher, die Pioniertat. Jetzt erlebt er die einzelnen Phasen des Fluges noch einmal, intensiv, bewusst, Bild für Bild, mit großer Freude und Befriedigung. Aber da gibt es dieses Phänomen, das er von seinen vergangenen großen Projekten kennt: „Je länger ein Sprung zurückliegt, desto öfter kommt es vor, dass ich mir denke: „War das wirklich ich? Habe ich das tatsächlich gemacht?“ Manche Dinge sind so gewaltig, dass sie sich dem Verstand entziehen. www.redbull.com

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SPI N Credit:

Drehender Derwisch U r sp r u n g : K o n y a , ( h e u t i g e ) T ü r k e i , 1 3 .   J a h r h u n d e r t

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N IT

Sieben Jahrhunderte und 8000 Kilometer liegen zwischen ihnen. Dennoch sind sie untrennbar miteinander verbunden â&#x20AC;&#x201C; durch die Freude an der Bewegung und das Streben nach Perfektion. TE X T : B a r l a s H u n a l p & P a u l W i l s o n Bilder: Jork Weismann

Credit:

B-B oy Ursprung: New York, USA, 20.â&#x20AC;&#x2030;Jahrhundert


Credit:

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D

ie coole Lebendigkeit eines Straßenfests in der New Yorker Bronx, Mitte der 1970er Jahre. Und der Trubel eines ­türkischen Marktes, Mitte der 1270er ­Jahre. Die beiden haben nicht viel gemein? Weit gefehlt. Der Rhythmus der Straße – ein Hip-Hop-Soundsystem da, das Hämmern der Goldschmiede beim Bearbeiten ihres kostbaren Metalls dort – war hier wie dort Inspiration zu einer neuen Art der Bewegung. In New York waren es Hip-Hop-Kids, die zum Rhythmus ihrer Musik mit Spins und Moves begannen – und damit Breakdance erfanden. 700 Jahre davor war es ein Mann namens Rumi, der dem Hämmern der Goldschmiede lauschte und ­ihren religiösen Gesängen, mit denen sie ihrer Arbeit Rhythmus gaben. Rumi, Gelehrter einer spirituell-mystischen Spielart des ­Islam namens Sufismus, begann sich in diesem Rhythmus mit ausgestreckten Armen über den Marktplatz zu drehen. In diesem Moment war der Sema erfunden. Rumis Anhänger gründeten später ihm zu Ehren einen Sufi-Orden, die MevleviBruderschaft. Ihre rituellen Darbietungen des Sema machten sie als „Drehende ­Derwische“ weltweit bekannt. Im Jahr 1925 wurde der religiöse Orden verboten, trotzdem überlebte er bis heute und mit ihm der Sema als Ausdrucksform, die die Derwische mit ihren Shows hinaus in alle Welt tragen. B-Boying wiederum ist fester Bestandteil der Hip-Hop-Kultur, und nicht nur dieser: Heutzutage finden sich Breakdance-Moves im Repertoire jedes Straßentänzers, Background-Tänzers und ­sogar Pop-Sternchens. the red bulletin

„Befreie dich von deinen Gedanken. Dann bist du bereit für den Rhythmus, der dich mit deinem inneren Ich verbindet – d e i n e m e i n z i g e n G e g n e r. Sobald du den Rhythmus spürst, inspiriert er dich zu deinen Moves.“ Mounir

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„Es war nicht ­m ö g l i c h , s i c h d e r Energie im Raum zu entziehen. Als ich auf die Bühne kam, um meinen Sema zu tanzen, fühlte ich etwas Unbeschreibliches, die Verschmelzung zweier Seelen. Es war der Rhythmus, der uns zu einer Einheit gemacht hat.“ Ceyhun Varışlı „Es ist wichtig, die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen zu sehen“, betont Murat Demirhan, ein türkischer B-Boy, bekannt unter dem Namen Joker. „B-Boys haben genauso ein Meister-undSchüler-System wie der Mevlevi-Orden. Beide sind Gemeinschaften, in denen Neulinge großen Respekt vor der Erfahrung Älterer und der Gemeinschaft an sich haben.“ Joker veranstaltete das Red Bull BC One-Event am Sirkeci-Bahnterminal in ­Istanbul, das nationale türkische Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft der B-Boys, die im November in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul über die Bühne gehen wird. Dieser Event und das zehnjährige Jubiläum des Red Bull BC One brachten den französischen B-Boy und regierenden Weltmeister Mounir Biba und Ceyhun Varışlı vom Mevlevi-Orden zusammen. Nach hunderten Jahren der Parallel-Existenz tanzten erstmals ein drehender Derwisch und ein B-Boy ­gemeinsam auf einer Bühne. www.redbullbcone.com Exklusiver Clip: Erleben Sie B-Boy Mounir gemeinsam mit einem drehenden Derwisch in der gratis Red Bulletin Tablet Edition.

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© Jörg Mitter

Li k e What you Li k e

Dein MoMent.

abseits des alltäglichen


Heimkehr: In diesem Raum im nationalen weißrussischen Tenniszentrum in Minsk schlug sie als ­Siebenjährige die ersten Bälle gegen die Wand.


Geliebt, gehasst, gef체rchtet: Viktoria Azarenka ist die kontroversiellste Tennisspielerin der Welt. Besuch bei einem Champion, der aus der K채lte kam. Text: Stefan Wagner, Bilder: Greg Funnell



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Oben: Viktoria Azarenka unterstützt ­ katerina und Ulyana Grib seit vier JahE ren. Rechts: In diesem Block lebte Familie Azarenka zu sechst in einer Wohnung. Unten: Court im Tenniszentrum Minsk.

er Moment, der am meisten von Viktoria Azarenka preisgibt – über 20 Millionen Dollar Preisgeld, lautestes Kreischen im professionellen Sport, Freundin des BizarrEntertainers RedFoo –, ist dieser: Sonntag, später Vormittag, zwei holprige Autostunden hinter der Hauptstadt Minsk, ein Ferienheim, das aussieht wie ein havariertes UFO nach einer Notlandung im weißrussischen Wald. Viktoria Azarenka schiebt sich mit kleinen Schritten durch die Lobby, Hand in Hand mit einer älteren Dame. Es ist ihre Großmutter. Sie arbeitete über fünfzig Jahre lang als Kindergärt­ nerin, täglich ab fünf Uhr früh, jetzt verbringt sie zweimal im Jahr drei Wochen zur Erholung hier. Als die Großmutter gestern erfuhr, dass die Enkelin auf Besuch kommt, ­besorgte sie hastig Trauben und weiße Schokolade. Die alte Dame geht gebückt, „langsam, Babuschka, langsam“, sagt die Enkelin. „Wir haben alle Zeit der Welt.“ Das Racket von Viktoria Azarenka unterscheidet sich nicht von den Rackets auf der Männer-Tour: Griffstärke vier, darüber ein schweißsaugendes Band gewickelt, es greift sich an wie ein junger Birkenstamm. Ihr Ausrüster Wilson liefert Azarenkas 52



Rackets mit Gravur an der Innenseite, ­einen Pokal pro Grand Slam-Titel. Seit Jänner sind es zwei Pokale, da verteidigte sie ihren Titel bei den Australian Open und kehrte an die Spitze der Damen-­ Tennis-Weltrangliste zurück, vor Serena Williams und Maria Scharapowa. Im Dreikampf um die Nummer eins sind die Rollen gut verteilt: Williams, sie hat Damentennis zum Kraftsport gemacht, 15 Grand-Slam-Titel, mittlerweile 31, ist die Grande Dame des Welttennis. Scharapowa, sie hat Damentennis zum Laufsteg gemacht, ist seit acht Jahren die ungeschlagen bestverdienende Sportlerin der Welt. Und Viktoria Azarenka? Viktoria Azarenka gewinnt. 19 Siege in 21 Matches seit Jahresbeginn, zu zwei Matches konnte sie wegen Verletzungen nicht antreten. Viktoria Azarenka heißt „Viktoria“, wie „Victory“, die Eltern wählten den Namen 1989 bewusst. Weißrussland gehörte damals noch zur Sowjetunion. „Wir lebten zu sechst in einer kleinen Wohnung, mein Bruder und ich, Eltern, Großeltern. Mein Vater hatte zwei Berufe, meine Großmutter arbeitete ab fünf Uhr früh, meine Mutter bis spät abends – um mir zu ermöglichen, Tennis zu spielen.“ Viktoria Azarenka war neun, als ihre erste Trainerin den Kindern der Tennisgruppe die Aufgabe stellte, den Ball 1000‑mal ohne Fehler gegen die Wand zu schlagen. Die Zahl war utopisch, die Trainerin wollte lediglich herausfinden, wie die Kinder mit einer unlösbaren Aufgabe umgehen. Viktoria schaffte 1460 Schläge.


„Mein Vater hatte zwei Berufe. Meine Grossmutter arbeitete ab fünf Uhr früh, meine Mutter bis spätabends – um mir zu ermöglichen, Tennis zu spielen.“

Mit dreizehn gewann sie in Usbekistan ihr erstes Turnier der internationalen ­Junioren-Tour für bis zu Achtzehnjährige, da gab es in Weißrussland keine Gegnerinnen mehr für sie. Ein Jahr später – sie trainierte ­bereits in einem Camp in der spanischen Stadt Marbella – tauchte sie auf der Damen-Tour auf. Kristin HaiderMaurer, ein früherer Profi, die bei einem kleinen Turnier in Kroatien gegen die Vierzehnjährige spielte, erinnert sich an ein „richtiges Biest, die keinen Ball auf­ gegeben hat, extrem ehrgeizig, verbissen“. Die routiniertere Haider-Maurer führte 3:0, Azarenka weinte beim Seitenwechsel, dann stieß sie einen wütenden Schrei aus und überließ ihrer vier Jahre älteren Gegnerin nur noch ein Game: 6:4, 6:0. Azarenkas Trainer ist seit drei Jahren Sam Sumyk, ein unerschütterlich gelassener Franzose. Auf die Frage, was Azarenka 

zur Nummer eins der Welt gemacht hat, ihre Rückhand vielleicht?, schüttelt er den Kopf. „Den Unterschied macht ihre Professionalität. Es ist faszinierend, wie sie bereit ist, alles dem Erfolg zu opfern.“ Bei den Australian Open wurde die Lautstärke von Azarenkas Schreien gemessen, die sie bei jedem Schlag ausstößt: knapp über 100 Dezibel. Die Schmerzgrenze des menschlichen Ohrs liegt bei 110 Dezibel. Manche Journalisten fordern Regel­ änderungen, um das Kreischen der Tennisdamen zu verbieten, vor allem Azarenka und Scharapowa werden scharf kritisiert. „Es ist unfair“, sagt eine der schärfsten Rivalinnen Azarenkas, die Polin Agnieszka Radwańska. „Es zerstört das Spiel“, sagt Martina Navrátilová, eine Säulenheilige des Tennis. „Es gehört zu meinem Spiel“, sagt Azarenka. 53


Viktoria Azarenka sollte ja eigentlich gerade gar nicht in Minsk sein, wo der Winter auch Anfang April nicht lockerlässt, sondern in Miami, wo das fünftgrößte Tennisturnier der Welt stattfindet. Oder in Arizona, wo sie ab ihrem 15. Lebensjahr bei der Familie des russischen NHLGoalies Nikolai Khabibulin lebte, der ihr das Training in den USA finanzierte. Oder wenigstens in Monte Carlo, wo sie ein Apartment bewohnt. Aber sie entschied, die in Indian Wells erlittene Verletzung zu Hause auskurieren zu wollen, „und ‚zu Hause‘ wird immer Minsk bedeuten“. Rekonvaleszenz verbindet sich mit Familienbesuch mit Trainingslager: Es bleiben genug Körperteile zum Quälen übrig, wenn man einen Knöchel schont. Während Azarenka in einem Gymnastikraum des nationalen weißrussischen Tenniscenters in Minsk beim Yoga ausspannt, nippen vor der Tür Coach Sam Sumyk und Agentin Meilen Tu, Physio­ therapeut Per Bastholt und Konditionstrainer Mike Guevara am Kaffee. Es ist ein eigenartiger Gegensatz zwischen der welt­ läufigen High-End-Entourage eines Multimillionen-Dollar-Stars – zwei Amerikaner, ein Däne, ein Franzose – und dem Ambiente: grünliches Neonlicht, abgetretener Boden, schäbige Kassettendecken, an den Wänden ausgebleichte Schwarzweißfotos sowjetischer Tennispioniere. Das nationale Tenniszentrum von Minsk sieht an manchen Stellen nicht mehr so aus wie vor 15 Jahren, man hat moderne Courts verlegt und die Fenster so abgedichtet, dass im Winter keine Eisblumen mehr von den Innenseiten zu kratzen sind. Aber die Garderoben, die Gänge, die Gymnastikräume sehen noch so aus wie damals, als die siebenjährige Vika hier zum ersten Mal durchlief, weil

Oben: Sascha Skrypko wuchs mit Azarenka auf. „Nummer eins zu werden war Vikas ­Bestimmung. Ich habe niemals jemanden gesehen, der etwas unbedingter wollte.“ Unten: Sam Sumyk, Azarenkas Coach.

Hat Viktoria Azarenka ihr erstes Racket noch? „Nein. Ich bin sicher, ich habe es einmal vor Wut zerhackt.“

ihre Mutter einen neuen Job bekommen hatte: Sie saß an der Rezeption, einer ­gläsernen Kanzel, täglich von acht Uhr früh bis zehn Uhr abends. An ihrem ersten Arbeitstag drückte Mutter Alla der kleinen Vika ein Racket in die Hand. (Azarenka erinnert sich an ein frühes Prince-Aluminiumracket, ein Modell, das in der Handhabung selbst Erwachsene vor ernsthafte Probleme stellte. Hat sie ihr erstes Racket noch? „Nein. Ich war ein verrücktes Kind. Ich bin sicher, ich habe es einmal vor Wut zerhackt.“) Das Mädchen stieß im Untergeschoss auf eine Art Turnsaal, mit waagrechtem Strich an der Wand und bunten Linien auf dem Boden. Dort schlug sie die nächsten zwei Jahre lang Tag für Tag einen Tennisball an die Wand, bis kurz nach zehn Uhr nachts die Mutter kam, um sie abzuholen. Viktoria Azarenka, der Weltstar, kommt vom Yoga, Mike Guevara erwartet sie schon für eine Ausdauereinheit auf dem Ergometer. Um ungestört zu sein, hat Guevara den Ergometer in einen etwas schäbigen Raum am Ende eines dunklen Ganges geschoben. Viktoria Azarenka lacht, als sie den Raum betritt. Sie deutet auf die Wand: „Das war mein Netz.“ Und auf ein paar bunte Linien auf dem Boden: „Das war mein Center-Court.“ Die Reize von Viktoria Azarenkas ­Heimat erschließen sich dem Besucher nur zaghaft. Weißrussland liegt zwischen Polen und Russland, dem Baltikum und der Ukraine, knapp 9,5 Millionen Einwohner. Die Stabilität der politischen Machtverhältnisse ist einen Tick zu groß, um das Wort „Diktatur“ unpassend erscheinen zu lassen: Präsident Lukaschenko feiert 2014 das zwanzigjährige Amtsjubiläum. Bevorzugte außenpolitische Ansprechpartner sind Russland, der Iran und Venezuela. Die Kappen der Militärs in den Straßen von Minsk sind lächerlich überdimensioniert, und beinahe hat man das Gefühl,

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Oben: Yoga-Einheit zur Entspannung. ­Unten: Viktoria Azarenka ist Weißruss­ lands Nationalheldin. „Ich will meinem Land Selbstvertrauen geben“, sagt sie.

manche der Uniformierten verdanken ­ihren staatstragend balancierenden Gang dem Bemühen, dass ihnen die Riesen­ dinger nicht vom Kopf fallen. Das fröhliche Bild steht im Gegensatz zum ortsüblichen Umgang Offizieller mit Nichtoffiziellen, der nicht durch besonderen Humor ge­ kennzeichnet ist. Den routinierten weiß­ russischen Autofahrer etwa erkennt man an der in Fahrtrichtung hinter der Wind­ schutzscheibe angebrachten Webcam; sie soll allzu willkürliche Übergriffe der Exekutive wenigstens dokumentieren, wenn schon nicht verhindern. Großformatige Plakate an Straßen­ kreuzungen zeigen das Bild eines Mannes, der rauchend im Bett liegt, das Bild ist dick und rot durchgestrichen: Betrunken und rauchend im Bett einzuschlafen ist eine populäre Todesursache in Minsk. Das Plakat ist sehr einfach gestaltet, in der Art der Piktogramme olympischer Sportarten, the red bulletin

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herumgedruckst. Und dann sagten sie: ‚Bitte sei nicht böse. Aber wir wollen bes­ ser werden als du.‘ – Da wusste ich: Diese Mädchen will ich unterstützen.“

als wäre betrunken im Bett zu rauchen eine weißrussische olympische Disziplin. In Weißrussland spricht man nicht gern über politische oder gesellschaft­ liche Angelegenheiten, postsowjetischer Fatalismus. Aber man spricht in Weißruss­ land gern über Land, Volk, Traditionen, Kultur. Der weißrussische Patriotismus ist stolz, fröhlich und allgegenwärtig. Viktoria Azarenka spricht zum Beispiel gerne über andere weißrussische Sportler: über Natallja Zwerewa, die für die zerfallende Sowjetunion 1988 das ­Finale der French Open in Paris erreichte, über Max Mirny, einen Doppelspieler der Weltklasse, aber auch über die BiathlonWeltmeisterin Darja Domratschawa, „sie ist unglaublich!“. Viktoria Azarenka spricht auch gerne über ihre Rolle als Nationalheldin, die sie ganz einfach interpretiert. Wenn sie mit ihrem weinroten Porsche Cayenne durch Minsk fährt, heißt das nicht: Ich bin besser als ihr. Sondern es heißt: Ich bin eine von euch. Seht, was ich geschafft habe – das könnt ihr auch schaffen. „Ich möchte ­etwas beitragen, dass unser Volk mehr Selbstvertrauen bekommt“, sagt sie. Besonders gerne spricht Azarenka über Ulyana Grib, dreizehn, und Ekaterina Grib, zwölf Jahre alt. Sie trainieren im Leistungszentrum, in dem auch Azarenka aufwuchs. „Sie können sehr, sehr gut ­werden“, sagt Azarenka. Sie überwies die Prämien für ihre in London gewonnenen Olympiamedaillen – Bronze im Einzel, Gold im Mixed Doppel mit Mirny – an die jungen Mädchen, damit sie Turnierreisen bezahlen konnten, sie trainiert mit ihnen, sie erkundigt sich per SMS danach, wie es ihnen geht, sie muntert auf, ermahnt, gibt Tipps. Wie gut ist sehr, sehr gut? „Sie haben etwas, das es ganz selten gibt“, antwortet Azarenka. „Als ich sie gefragt habe, was ihr Traum ist, haben sie zunächst verlegen 56



„Wer unsere Regeln nicht versteht, versteht uns Weißrussen nicht. Unsere

wichtigste RegeL? Respekt

vor dem Alter!“

Oben: Viktoria Azarenka zeigt auch beim Karaoke Ehrgeiz und Talent. Unten: Valentina ­Rzhanih war Azarenkas erste Trainerin, sie unterrichtete sie von sieben bis elf Jahren. „Als ich sagte, sie muss zu einem anderen Trainer wechseln, weil ich ihr nichts mehr beibringen kann, hat sie geweint.“ Den Kontakt zu Rzhanih hält ­Azarenka bis heute aufrecht.

„In unserer weißrussischen Kultur“, sagt Viktoria Azarenka, „gibt es drei Grundregeln. Wer die nicht versteht, ver­ steht uns nicht. Die erste: Die Familie ist heilig. Die zweite: Alles für die Kinder. Die wichtigste: Respekt vor dem Alter.“ Im Frühjahr 2011, Viktoria Azarenka hatte sich bereits in die erweiterte Welt­ klasse gekämpft, verlor sie die Freude am Tennis. „Trainieren, mich quälen, um ­einen Tennisball kämpfen wie um mein Leben, ich wollte das nicht mehr. Ich wollte ­irgendetwas anderes machen. Ich fragte meine Großmutter um Rat. Sie hörte mir zu, nickte, lächelte und sagte: ‚Du musst herausfinden, was dich glücklich macht. Und das musst du tun, egal ob du gerade Lust darauf hast.‘ Sie sagte nichts anderes. Ich ging nach Hause, dachte nach, und am nächsten Tag begann ich wieder zu trainieren.“ Ein Dreivierteljahr später gewann ­Viktoria Azarenka die Australian Open und wurde Nummer eins der Weltrangliste. Es ist Sonntagmittag im UFO mit der angekratzten Fassade tief im weiß­ russischen Wald. Viktoria Azarenka sitzt gemeinsam mit ihrer Großmutter auf der Couch der kleinen Ferienwohnung, auf dem Tisch davor Trauben, weiße Schoko­ lade und Tolstois „Krieg und Frieden“, die Ferienlektüre der Großmutter. Krieg und Frieden: Welche Viktoria Azarenka ist die echte? „Es gibt nur eine. Die hat zwei Seiten. Wenn du gewinnen willst, musst du kämpfen. Keine Schwäche zeigen, nie­ mals weich sein, niemals sensibel. Sonst

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Viktoria Azarenka mit Großmutter Nina. 2011 wollte Azarenka ihre Karriere be­ enden. Sie holte Rat bei der Großmutter – im Jahr darauf wurde sie Nummer eins.

nützt das deine Gegnerin aus. Während eines Matchs bin ich eine Kriegerin.“ Wie schaltet man zwischen Krieg und Frieden um? „Es ist natürlich. Wie eine Löwen­ mutter, die geht hinaus und kämpft. Wenn es nötig ist, tötet sie. Doch ihren Jungen ist sie die liebevollste Mutter, die man sich vor­stellen kann. So ist das Leben.“ Sonntagmittag, Viktoria Azarenka nascht Trauben und streichelt die Hand der Großmutter. Sobald der Knöchel hält, wird sie wieder hinausgehen, bei jedem Schlag bis an die Schmerzgrenze schreien und um einen Tennisball kämpfen, als ginge es um Leben und Tod. Folgen Sie Viktoria Azarenka bei ihrem Streifzug durch ihre Heimatstadt Minsk in der Red Bulletin Tablet Edition. the red bulletin

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Francesco Tristano

Grenzenlos Er bringt Beats ins Konzerthaus – und Barockklänge in den Club. Der Musiker aus Luxemburg wird in beiden Welten als Wunderknabe und Brückenbauer gefeiert. Interview: Florian Obkircher

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uns ergibt diese Unterscheidung keinen Sinn. Alles fließt organisch ineinander. Was reizt Sie als klassischen Musiker an elektronischer Tanzmusik? Es ist der Beat. Er hat etwas Ursprüng­ liches, Ritualistisches. Dein Köper bewegt sich automatisch. Mich erinnert das stark an die Barockzeit und ihre Tanzkultur. Gibt es strukturelle Ähnlichkeiten zwischen Barockmusik und Techno? Ja. Denn das Grundgerüst der meisten Techno-Tracks bildet die pulsierende Kick-

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Bilder: Fabien Breuil, corbis

abend hörst du Musik aus der Vergangen­ heit, die der Pianist interpretiert. Und ein DJ macht im Prinzip nichts anderes: Er spielt auch Tracks anderer Künstler und verwebt sie zu einem großen Ganzen. Auf Ihrem Album „Not for Piano“ ­interpretieren Sie Jeff Mills’ TechnoKlassiker „The Bells“ am Klavier. Wie kamen Sie auf die Idee? Ich wollte es einfach ausprobieren. Das Wichtigste dabei ist, die Energie des Beats aufs Piano zu übertragen. Und das geht. Denn das Klavier ist ein Proto-Syn­ thesizer. Du hast einen wahnsinnig großen Dynamikbereich, von sanft bis extrem laut. Damit kannst du viele Effekte des Synthesizers auf natür­ liche Weise erzielen. Ist es an der Zeit, dass Techno ins Konzerthaus einzieht? In den dreißiger Jahren spielte Benny the red bulletin: Genießen Sie Goodman eines der ersten Jazzkon­ Ihr Leben zwischen den Stühlen? zerte in der Carnegie Hall, das war francesco tristano: Ich bin ein ein großer Schritt für die Verbreitung Chamäleon (lacht). Obwohl ich Kon­ des Genres. Deshalb ist es toll, dass zerthaus und Club nicht als konträre Techno heute auch in der Berliner Welten wahrnehme. Wenn ich auf Philharmonie aufgeführt wird. Weil der Bühne stehe, geht es immer um dadurch Menschen auf Techno auf­ Rhythmus, Melodie, Harmonik und Aufgang: Francesco Tristano, Rami Khalifé, Aymeric Westrich merksam werden, die nicht in Clubs Klangfarbe. Ob ich dabei Klavier spiele Drum. Dieses Element gibt’s in ähnlicher gehen. Andersherum ist es wichtig, dass oder Synthesizer, ist Nebensache. Form auch bei Johann Sebastian Bach. Er die Klassik in den Club kommt. Wie verbinden Sie Klassik und Techno? hat viele Partiten geschrieben, die eben­ Erleben Sie diese Neugierde bei Ihren Ich und meine beiden Bandkollegen von falls diese konstanten Akzente haben. Auftritten? Aufgang haben am Konservatorium stu­ ­Alles hängt zusammen. Ohne Bach gäbe Klar. Letztes Jahr gab ich eine Konzert­ diert und klassische Musik quasi verinner­ es keinen Techno – und umgekehrt! Denn reihe mit Musik des Barock-Komponisten licht. Wir setzen uns nicht hin und sagen, wenn man auf die Vergangenheit zurück­ Dieterich Buxtehude, Bachs Lehrer. Gegen jetzt machen wir eine Fusion aus Barock blickt, versteht man vieles erst richtig Ende der Shows mischte ich oft noch elek­ und Techno. Mit zwei Pianisten in der Band durch das Prisma der heutigen Musik. tronische Beats dazu. Das Klassikpublikum ergeben sich harmonische und kontra­ Gibt’s Parallelen zwischen einem Klafand das toll. Viele betagte Herrschaften punktische Elemente wie von selbst. vierkonzert und einem DJ-Set? meinten sogar, der Schluss hätte ihnen am Ihre Band Aufgang ist also das GegenKlavier erfordert jahrelange Übung. Das besten gefallen. Jedes Publikum mag Ab­ teil von einem Reißbrett-Projekt? Tempo von zwei Schallplatten anzuglei­ wechslung. Es ist hungrig auf Neues – und Genau. Diese Trennung zwischen E- und chen ist aus handwerklicher Sicht nicht diesem Appetit möchte ich entsprechen. U-Musik ist erst im letzten Jahrhundert „Istiklaliya“ (Infiné) von Aufgang ist bereits vergleichbar. Aber darum geht es gar entstanden. Davor war klassische Musik erschienen; www.francescotristano.com nicht. Auf einem klassischen Konzert­ eben der Rock oder Techno ihrer Zeit. Für Francesco Tristano spricht sieben Spra­ chen. Sein erstes abendfüllendes Klavier­ konzert mit Eigenkompositionen gab er als Dreizehnjähriger. Auch wenn der ­bescheidene Luxemburger den Ausdruck nicht mag – die Musikwelt feiert ihn als Wunderknaben. Er selbst sieht sich eher als Brückenbauer. Denn in der Brust des 31-Jährigen schlagen zwei Herzen: eines für Klassik, eines für Techno. Während sei­ nes Studiums an der New Yorker Juilliard School, dem wohl besten Konservatorium der Welt, verliebte er sich in elektro­ nische Tanzmusik. Heute konzertiert er an einem Wochenende beim BachFestival in Leipzig, am nächsten rockt er mit seiner Barock-Techno-Band Aufgang die Clubs. Seine Mission lau­ tet schlicht: Grenzen niederreißen.


„Ohne J. S. Bach gäb’s keinen Techno.“ Name Francesco Tristano Schlimé Geburtsdatum 16. September 1981 Beruf Komponist, Konzertpianist, Elektroniker, DJ Fans Techno-Legenden wie Carl Craig und Moritz von Oswald, mit denen er oft kollaboriert. Lebensaufgabe Tristano möchte den gesamten Bach-Katalog zeitgenössisch interpretieren. Maxime „Ein gutes Piano Recital ist wie ein DJ-Set.“


Der frühere britische Downhiller Rob Warner ­b erserkert laut und politisch völlig unkorrekt durch die Live-Übertragungen des UCI Mountainbike­ Worldcup – als einer der glaubwürdigsten und ­w itzigsten ­Extremsport-Moderatoren überhaupt. Text: Werner Jessner, Bilder: lee powers

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teve Peat hat mehr für Downhill geleistet als Osama bin Laden für den internationalen Terrorismus.“ Hat er das jetzt wirklich so gesagt?! „Er sitzt schon so lang im Hot Seat des Führenden wie andere bestenfalls in ­österreichischen Kellern.“ Hallo? „Er geht schlimmer zu Boden als die US-Wirtschaft.“ Und das alles live on air, bei der Über­ tragung des UCI-Mountainbike-Weltcups. TV-Moderator Rob Warner ist nichts und niemand heilig: Der Brite fällt gleicher­ maßen und mit Enthusiasmus über Kirche, Geld, dicke Menschen, Frauen und eitle Menschen her, vor allem aber: über sich selbst. Warner ist zu laut, zu unangepasst, zu pubertär. Darf der das überhaupt? Rob Warners Übertragungen des UCIMountainbike-Weltcups auf Freecaster.tv waren bereits legendär, als Red Bull im Vorjahr die Übertragungsrechte übernahm. Lautsprecher Warner ist weiter an Bord, und auf seine widersprüchliche, brüske und brüllend komische Art gelingt ihm der Spagat zwischen dem brachialen, schenkelklopfenden Wahnsinn, den die HardcoreCommunity so liebt, und dichter Information aus der Welt einer der spektakulärsten Sportarten überhaupt. Rob Warner ist tatsächlich eine Legende,­ er hat einen Fanclub auf Facebook mit ebendiesem Namen: „Rob Warner is a legend“, über 2000 Freunde; er hat seine eigene Show („Rob’s Dirty Business“), in der er sich beispielsweise live selbst tätowiert, auf einer italienischen Hochzeit als Sänger die Feier crasht oder mitten im Sommer mit Skiern durch Frankreich spaziert: „Ich habe kein Problem damit, mich zum Affen zu machen.“

In seiner Kindheit fuhr Rob Warner Motorrad-Trial auf gutem Niveau, doch das Mountainbike stellte Motorräder schlagartig in den Schatten. „Meine Noten waren schlecht, aber mein Englischlehrer hat mal gesagt, ich wäre derjenige in der Klasse mit dem größten Potential, Schriftsteller zu werden. Nachsatz: Ich benähme mich allerdings wie ein verdammter Idiot. Also pfiff ich auf die Schule. Alles, was ich wollte, war Mountainbiken.“ Zu seiner ersten WM 1993 im französischen Métabief lud er sich quasi selbst ein: „Damals war alles lockerer. Man musste sich nicht großartig qualifizieren. Bei den britischen Meisterschaften bin ich ganz ordentlich gefahren, dem Teammanager habe ich eingeredet, ich hätte BMX-Vorbildung, weil er das hören wollte. Und schon war ich im Nationalteam.“ Die WM glich einem Volksfest: „Wir hatten 50.000 Zuschauer an der Strecke, Fahrer aus der ganzen Welt machten Party. Im Rennen sprang mir die Kette vom Zahnkranz, ich musste ein paar Mal stehen bleiben, um sie wieder aufzulegen. Trotzdem bin ich Neunzehnter geworden, ­immerhin einen Platz vor Mountainbike-Legende John Tomac.“ Das brachte ihm einen Platz im britischen MountainbikingTeam und ein Jahresbudget von 4000 britischen Pfund. „Damit bin ich fast alle Weltcuprennen gefahren.“ Die Zeiten waren wild, die Technik schlecht: Mitte der Neunziger war Downhill der Entwicklungsmotor für alles. Die Fahrer waren Laborratten. Nicht selten, dass im Ziel die Beläge der Felgenbremsen geschmolzen waren. Warner fuhr beim zweiten Weltcuprennen seiner Karriere im kanadischen Mont SainteAnne aufs Podest. „Es hat geschüttet, mir war alles wurscht. Keine Bremsen, volles Risiko. Ab diesem Moment war ich anerkannt.“ Es folgte eine lange Karriere, die längste Zeit im Profiteam von Giant, aus dem er aber zwischendurch einmal rausgeflogen war, „eigentlich hätten sie viel öfter Grund gehabt, mich rauszuschmeißen“. Er hatte ein mentales Problem: „Wenn es viel zu treten gab, habe ich akzeptiert, dass ich nicht viel reißen würde. Einmal habe ich am Start die Hälfte der Luft aus dem Reifen abgelassen, um einen Plattfuß zu provozieren. Manchmal fuhr ich erst fünf Sekunden nach dem Startsignal los. Oder ich stand betrunken am Start. Wenn ich die Strecke nicht mochte, habe ich innerlich gestreikt. Trotzdem habe ich ein Weltcuprennen gewonnen – noch dazu auf einer Strecke zum Reintreten, im österreichischen Kaprun. Vielleicht mein einziges Rennen, das ich so gefahren bin, wie man Rennen fahren sollte. Mir ging es nie ums Gewinnen oder um Geld, sondern um meinen Lifestyle: Reisen, Mädchen, Bier, eine schöne Zeit haben. Wollte ich diesen Lifestyle aufrechterhalten, musste ich treten. Das habe ich gemacht – an diesem Tag. Sonst pflegte ich mir in dem Moment, als es weh zu tun begann, zu sagen: Dafür wirst du nicht bezahlt.“

R de ob n W pe a r rf n ek er te s L n ieb N a m lin e n gs .“ -R vo id r er au is sg t e s de et r S zt ch ,m w a n e iz fa er ss N i t ck Be B er ee en r: gl „ d is e r ch h au at f.

S

Rob, der Sportler


Warner, die Marke

Schon früh schaffte er es in die englischen Wohnzimmer. Trat in der britischen Variante von „Wetten, dass …?“ auf, machte bei Gameshows mit und war dank seiner langen Haare und dem losen Mundwerk sofort wiedererkennbar. Schrieb Kolumnen in Mountainbike-Magazinen und gabelte an Jobs auf, was des Weges kam: „Ich verdiene gern Geld und bin gut dar­ in. Ich habe nie versucht, mir ein Image zu verpassen. Ich bin bloß clever.“ Innerhalb von drei Jahren war er vom Briten, der seine Insel noch nie verlassen hatte, zum internationalen Posterboy des Downhill-Lifestyle geworden. Und er hatte Freunde, die dieses Rock-’n’-Roll-Leben teilten. Seine Buddys im Weltcupzirkus waren Myles Rockwell (später wegen einer Drogengeschichte im Knast, inzwischen geläutert und wieder im Fahrerlager anzutreffen) und der Bad Boy des US-Adrenalinsports, Shaun Palmer: „Die Zeit mit ‚Palm‘ war die beste in meinem ganzen Leben. Er ist ein Rockstar, der unvorstellbar viel Geld verdient hat. Wir sind in seinem riesigen Bus zu den Rennen gefahren. Für den Unabhängigkeitstag hat er Cadillacs für uns alle organisiert, allen Ernstes die Dächer abgeflext und Sound-Equipment für 10.000 Dollar

in jeden einzelnen reingebaut. So sind wir rund um den Lake Tahoe gefahren, ‚Born in the USA‘ grölend, die Lautstärke auf Anschlag, betrunken, bis uns die Polizei aufgehalten und uns ein Strafmandat wegen Lärmerregung aufgebrummt hat. Palms Haus am Lake Tahoe stammte von einem Architekten, beste Wohngegend. Die Bude war so cool, dass man innen Sonnenbrillen tragen musste. Rund um die Hütte hatte er eine Minibike-Strecke angelegt. Tag und Nacht war Party. Vorn am Pool hatte er TV und so elektrisches Zeug. Einmal hat er den Gartenschlauch geholt und alles eingewässert. Palm konnte feiern wie kein anderer. Kein Wunder, er kam ja vom Snowboarden. Das war eine gute Erziehung.“ Viele von Warners Tattoos stammen aus dieser Zeit – „und sie sehen furchtbar aus. Alle.“ Auch die Motive sind außer­

gewöhnlich: William und Kate (wirklich!), die Krone der britischen Monarchie, der Titel seiner Show („Dirty Business“), selbst gestochen am rechten Oberschenkel, und natürlich sein Trademark-Spruch, verewigt am Hintern: „Look at the time!“ Damit wurde er berühmt, ob zufällig oder nicht. Ehrlicher Enthusiasmus über die gute Zeit eines Rennfahrers im Ziel, das kindliche Staunen über den Sport und die unend­liche Begeisterung für außer­ gewöhnliche Leistungen, zusammen­ gefasst in vier Worten und bei den Übertragungen rituell live gebrüllt: „Look at the time!“


Nicht, dass Warner sein Handwerk gelernt hätte: „Ich war als Journalist für meine Magazinkolumne zu Red Bull Gold Mine nach Brasilien eingeladen worden, wurde vor laufender Kamera interviewt und kam so gut rüber, dass mich die Fernsehleute für Red Bull X-Fighters haben wollten. Zwei Wochen später saß ich im Flieger zu meiner ersten Übertragung. Die anderen dachten, ich sei dieser tolle TV-Moderator aus London. Sie haben mir ein Mikro in die Hand gedrückt, und zehn Minuten später habe ich Robbie Maddison und Mat Rebeaud interviewt. Dann kam ein Typ von Freecaster zu den Red Bull X-Fighters und sagte: ‚Ich habe einen Job im Mountainbike-Zirkus für dich.‘ Ich hatte Angst.“ „Vor meiner ersten Live-Übertragung war ich ziemlich betrunken. Ich öffnete das Mikro und sagte einfach: ‚Hallo und will­ kommen zum ersten Mountainbike-Weltcup-Bewerb der Saison in M ­ aribor.‘ Dann ging es drei Stunden lang durch. In meinen ersten Jahren habe ich wohl kein Rennen nüchtern kommentiert.“ Das hat sich gewandelt, die Zuschauerbasis ist breiter geworden, „man akzeptiert nicht mehr, dass ein besoffener Idiot drei Stunden lang ins Mikro brüllt. Man muss auch leise sein können.“ Seine Sprüche, kleine Höhepunkte der politischen Unkorrektheit, waren aber nie spontan, er denkt sie sich vorher aus und setzt sie bei passender Gelegenheit ein. „Sie fallen mir immer und überall ein, viele klaue ich auch. Und ich lese viel Nachrichten.“

Rob, der Familienmensch

Hair & Make-up: Natalya Nair. Styling: Aradia Crockett

Der Rennfahrer Warner hatte Groupies – viele Groupies: „Ich wollte nie heiraten.“ Jetzt ist es aber doch passiert, „in Vegas, ­Elvis p ­ ersönlich hat uns getraut. Es hat 15 Minuten gedauert.“ Aus Spaß wurde Freddy, Freddy ist jetzt 15 Monate alt, „und es ist furchtbar ermüdend. Jeden Tag um drei Uhr aufwachen und um sechs Uhr aus dem Bett! Aber in dem Moment, ab dem der kleine Scheißer abends endlich im Bett liegt und Ruhe gibt, vermisst du ihn schon. Es gibt nichts Besseres. Stell dir vor, du bist fünfzig Jahre alt und hast kein Kind: Du würdest dich lächerlich machen, wenn du ins Pub gehst, um Weiber anzubraten. Jeder Mensch braucht ein Kind. Sonst fadisiert er sich später zu Tode.“ Angst vor dem Verhungern braucht Söhnchen Freddy jedenfalls keine zu haben: „Ich habe meine Gage gut angelegt, besitze fünf Häuser, die ich vermietet habe. Viele haben in vergleichbaren Situationen mit Geld um sich geworfen. Dafür war ich zu schlau.“ Anstelle fetter Autos fährt Rob einen stinknormalen weißen Van, „es ist nicht vernünftig, Geld in Dinge zu stecken, deren Wert unweigerlich sinkt.“ All seine Bikes hat er verkauft, „nicht

einmal mein Siegerbike von Kaprun besitze ich noch. Rennen fahren war immer Business: Jedes Teil, das ich zu Geld machen konnte, habe ich verkauft. Laufräder, Gabeln, Wäsche, Kappen, Helme: alles. Ich bin ein Volltrottel.“ Ist Rob nicht auf Tour, fährt er zwei-, dreimal in der Woche Mountainbike, Cross Country mit einem sauschnellen 29-Zoll-Bike, „genau richtig für Pensionisten wie mich“, zweimal Motocross pro Woche, „ich habe ein perfektes Leben.“ Größter Unterschied zu früher: „Ich kann heute in ein Flugzeug steigen, ohne in der Sekunde zum Zombie zu werden. Stattdessen freue ich mich auf ungestörten Schlaf.“

Warner, der Profi

Wie selbstverständlich laufen die Kanäle von „Radio Fahrerlager“ in der Kabine von Rob Warner zusammen. Sein Geld für die kommende Saison würde er auf Aaron Gwin setzen, „der hat im Winter massiv an seiner Fitness gearbeitet, nachdem er bemerkt hatte, dass ihm Weltmeister Greg Minnaar auf den Tretstücken im Vorjahr nahe gekommen war. Insofern ist es gut, dass Aaron nicht Weltmeister geworden ist. Das hält ihn hungrig für die Saison. Ein Mann seines Kalibers weiß, was er vom Material will, und Specialized, sein neues Team, wird ihm genau das hinstellen. Viele der echt Schnellen ruhen in sich selbst. Vielleicht kommt das vom Trainingsaufwand, den es an der Spitze braucht. Je bunter der Charakter, desto unberechenbarer seine Resultate.“ Von den wilden Jungen traut er ­Steve Smith und Brook MacDonald eine Wieder­ holung ihrer Premierensiege aus dem Vorjahr zu, der Franzose Loïc Bruni gilt nicht nur ihm als kommender Superstar. Und er fände es schön, wenn Sam Hill, Dominator vergangener Jahre, nach seinen Rückschlägen infolge Verletzungen wieder Anschluss an die Spitze finden könnte. „Ich hoffe bloß, dass die Diskussion über die Reifengrößen – 26 Zoll, 29 Zoll oder irgendwas dazwischen – die Saison nicht überschatten wird. Die UCI sollte für den Downhill 26 Zoll vorschreiben. Das würde den Kids Geld sparen.“ Kein Wort über die WM-Strecke in Pietermaritzburg, Südafrika, für Warner, ganz Rider der alten Schule, ist die wurzelige, steinige Naturstrecke von Val di Sole im Trentino der Saisonhöhepunkt. Überhaupt brennt er schon darauf, das Mikrofon wieder aufreißen zu können: „Rennen zu fahren war wunderbar, aber sie zu kommentieren ist viel besser. Vieeel besser. Das ist the real shit.“ www.redbull.com/bike

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„Ich küsse Hobbits“ Maya Medvešek startete ihre Karriere als Body-Double von Penélope Cruz. Heute mixt die slowenische DJ-Königin den Club-Sound der Zukunft. Uns lässt sie ihr Rezept wissen.

Diese Frau veredelt Beats zu Kunst­ werken: Maya Medvešek alias Nightwave. Beruf: DJ und Produzentin. Mission: Tanzflächen von London bis Tokio zum Kochen zu bringen. Was aus den Boxen donnert? Eine schrille Mischung aus ­Chicago House, Grime und Hip-Hop, ­angesiedelt zwischen Szenegrößen wie Hudson Mohawke oder Dubstep-Hero Rustie. (Keine Ahnung, wie das klingt? Soundcloud-Link am Ende des Interviews anklicken und die Lautsprecher voll aufdrehen.) Bevor die Red Bull Music Academy-Absolventin als DJ durchstartete, war Frau Medvešek übrigens Judo-Meisterin. Und BodyDouble. Aber sie könnte sich auch vorstellen, in Ägypten nach Gräbern zu buddeln …

war auf Anhieb interessanter, als Flöte zu spielen. Mein Vater konnte mit meiner Techno-Leidenschaft zunächst nichts anfangen. Aber heute ist er stolz. Kürzlich hat er mich sogar gebeten, eines seiner Lieder zu remixen. Wie gehen männliche DJ-Kollegen mit deinem Erfolg um? Ich bin gegen Zuschreibungen und Schubladen. Ich bin ein Mädchen und ein

the red bulletin: Wie hört sich ein Nightwave-Konzert an? nightwave: Meine Leidenschaft ist Dance Music – weil ich selbst gern Party mache. Ich mixe Hip-Hop mit verstaubtem Techno und kitschigen R ’n’ B-Nummern. Es ist eine verrückte Nightwave DJ-Set: kochende Clubs von Tokio bis London Genre-Collage. Bevor ich nach London DJ, Punkt! Natürlich bewerten dich manzog, hatte ich keine Ahnung von Stil­ che Leute anders, weil du eine Frau bist, richtungen wie Grime oder Garage. aber diese Gruppe wird immer kleiner. Nach England zu kommen war ein inspiWeibliche DJs sind keine Freak-Show rierender Schritt. mehr. Was ich hingegen wirklich hasse, Du bist in Slowenien aufgewachsen. sind rein weibliche Line-ups. Man würde Wann hast du gemerkt, dass du von der DJs ja auch nicht aufgrund ihrer NationaMusik leben kannst? lität auswählen. Dann gibt es noch die Ich habe mich als Kind in viele Sachen Gruppe Frauen, die Pressebilder von sich vertieft: Ich war Landesmeisterin im Judo. im Bikini knipsen. Wem’s gefällt – bitte. Mein Vater, ein hervorragender Saxofonist Aber es macht die Sache für uns nicht einund Gitarrist, hat mich für Kunst begeisfacher. Grundsätzlich sollte es egal sein, tert. Ich nahm Unterricht in Jazzgesang wer hinter dem DJ-Pult steht. und lernte verschiedene Blasinstrumente. Du bist mit achtzehn nach London geDann entdeckte ich die Clubs – und das 66



zogen. Womit hattest du dort am meisten zu kämpfen? Ich habe alle möglichen Jobs gemacht, um über die Runden zu kommen. Ich war das Body-Double von Penélope Cruz in „The Good Night“, „Chromophobia“ und „Sahara – Abenteuer in der Wüste“. Einmal musste ich Martin Freemann küssen. Fürs Protokoll: Ich habe mit einem – ­späteren – Hobbit geschmust. Außerdem lernte ich Danny DeVito kennen. Dann wurde ich als Figur im Com­ puterspiel „DJ Hero“ gecastet – die Produzenten suchten ein Mädchen, das inlineskaten und Platten auf­ legen kann. Klär uns bitte auf: Was arbeitet eine Computer-Spielfigur? Ich musste mir einen Motion-­ Capture-Anzug anziehen, der mit Sensoren bestückt war. Die Entwickler haben den Körper der Spielfigur nach dem Vorbild meiner Bewegungen programmiert. Es ist surreal: Ich hab das Spiel gezockt und die ganze Zeit gedacht: „Irre, das bin ich!“ Sollte ich je Kinder haben, kann ich ihnen eine ganze Menge verrückter Geschichten über ihre Mutter erzählen. Klingt, als hättest du einen Plan B, falls es mit der Musik nicht klappt … Ich könnte morgen aufhören und wäre glücklich. Ich würde Musik als Hobby ­machen, aber woanders Geld verdienen. Ich besitze ein Diplom in alternativer ­Medizin und habe mich immer für Ägyptologie interessiert. Außerdem interessiert mich die akademische Erforschung von Tönen. Wer weiß? Das ist eine spannende Welt da draußen. Tourdaten: www.nightwave808.com Hörprobe: soundcloud.com/nightwave808

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ZusatzBilder: george thatcher

Interview: Ruth Morgan, Bild: Alex de Mora


DJ Maya Medvešek ­alias Nightwave: „In Clubs aufzulegen war ­einfach interessanter, als Flöte zu spielen.“

Name Maya Medvešek, auch ­bekannt als Nightwave Geburtsdatum/-ort 12. Juli 1983 in Ljubljana, Slowenien Beruf DJ und Produzentin (heute), Body-Double und Judoka (früher) Komponiert „Am liebsten im Pyjama oder Bademantel.“


DACHG ES C HOSS Te xt: Chr istophe Cou v r at


wohl berühmtesten Bergrennen der USA, a u c h „ Ra c e t o t h e Cl o u d s “ g e n a n n t . In Color ado erwarten den Franzosen k n app 2 0 K i l o m e t e r A sp h al t , 1 5 6 K u r v e n und 1500 Meter ­H ö h e n u n t e r s c h i e d .

Peugeot hat Loeb für dieses Rennen e i n u n g la u b l i c h e s Auto gebaut, 875 PS, A ll r a d a n t r i e b , 2 4 0 k m / h s c h n e ll . Und möchte auf dem Pikes Peak eine Erfolgsgeschichte neu schreiben.

Bild: Flavien Duhamel

Am 30. Juni wird S é b as t i e n L o e b ­v e r s u c h e n , endgültig zur Legende zu werden: Der neunfache Rall y e - W e l t m e i s t e r w i ll d e n R e k o r d hinauf auf den Pikes Peak brechen, im



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wird es letzten Tests unterzogen, einer mechanischen „Jungfernfahrt“ sozusagen, auf dem nach außen hin hermetisch abge­ riegelten Testgelände des PSA-Konzerns, auf dem die neuesten Modelle von Peugeot (und auch Citroën) getestet werden. Die Anspannung der Techniker, die in geordneter Hektik dieses Batmobil um­ schwirren, ist deutlich spürbar. Peugeot und Pikes Peak – das ist eine symbiotische Beziehung, getrieben von Adrenalin und zugleich sehr fragil. Im kollektiven Gedächtnis der Motor­ sport-Community ist Peugeot, die Marke mit dem Löwen, vor allem dank zweier Modelle präsent: 205 T16 und 405 T16, die in der Rallye Dakar und bei der RallyeWeltmeisterschaft Sieg auf Sieg aneinan­ derreihen konnten. Am Steuer saßen Ari ­Vatanen, Timo Salonen und Juha Kank­ kunen, drei finnische Draufgänger, die

Die mittige Sitzposition, die Sébastien Loeb als ­Pilot einnimmt, ermöglichte den Konstrukteuren eine besser ausbalancierte Gewichtsverteilung. Von vorn beeindruckt der 208 T16 Pikes Peak durch seinen Diffusor und den spektakulären Spoiler (Bild unten).

Pikes Peak ist ein Teil der Geschichte von P eug eo t. Es wird Zeit, da hin zurück­ zukehren. the red bulletin

Bilder: Flavien Duhamel (2), thomas butler

M Mit einem Mal heult da etwas auf, in der Ferne im Wald. Rau und kehlig geht es durch Mark und Bein, wohl ein wildes Tier, das seine Wut und seinen Schmerz loswerden will. Immer näher jagt die ­Bestie durchs Gehölz, klingt immer bös­ artiger und wird plötzlich sichtbar: Schwarz und geduckt hetzt sie heran – auf vier Rädern – und ist auch schon ­wieder verschwunden. An diesem Frühlingsmorgen erwacht die friedliche, 150 Kilometer von Paris ­entfernt gelegene Ortschaft La Ferté-­ Vidame am Rande des Naturparks Perche auf besondere Art aus ihrer Verschlafen­ heit. Die „Tiermaschine“ ist in Wahrheit ein Rennwagen, ein Peugeot 208 T16. Ein Einzelstück, von Peugeot Sport speziell für das berühmte Bergrennen Pikes Peak International Hill Climb im US-Bundesstaat Colorado konzipiert und entwickelt. Heute

Wo alles begann: In der Werkstatt von Peugeot Sport in ­Vélizy nahe Paris ­­(unweit Versailles) wurde der 208 T16 Pikes Peak aufgebaut.


der Legende Glanz verliehen: Zwischen 1985 und 1990 holte Peugeot sowohl den Fahrer- als auch den Konstrukteurstitel in der Rallye-WM und sicherte sich viermal in Folge den Sieg in Dakar. Irgendwann konnte Peugeot Motorsport dem Lockruf des Rennens auf den Pikes Peak nicht länger widerstehen. Und so verschiffte man einen 700 PS starken 405 T16 in die USA und kam mit zwei Siegen aus Colorado zurück, eingefahren 1988 vom unersättlichen Ari Vatanen (in Rekordzeit) und im Jahr darauf vom Amerikaner Robby Unser. Das Medienecho war gewaltig, zeigte Auswirkungen unverhofften Ausmaßes, beinahe im Grenzbereich des Unterbewussten. Nach der Einstellung des Langstrecken­ programms (mit dem Modell 908) im letzten Jahr geht es nun darum, die Moral der Peugeot-Truppe mit etwas Lorbeer zu the red bulletin

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„Eine schöne Heraus­ forderung“

Auch wenn er 2013 nur wenige WRC-Rallyes fährt: Sébastien Loebs Terminkalender ist dennoch voll. Mit seinem Rennstall ­Sébastien Loeb Racing bestreitet er Sportwagen­rennen; 2014 will er bei den 24 Stunden von Le Mans antreten. Am 30. Juni dieses Jahres hatte Loeb noch nichts vor. So konnten Red Bull und PSA ihn überreden, an diesem Tag in Colo­rado hinterm Steuer des 208 T16 Pikes Peak Platz zu nehmen. The Red Bulletin: Warum haben Sie sich für das Pikes-Peak-Bergrennen entschieden? Sébastien Loeb: Pikes Peak ist vor allem ein Mythos. Eine schöne Herausforderung. In mancher Hinsicht wie eine Rallye, in anderer wiederum wie ein Rundstreckenrennen. Wie war das Kennenlernen des 208 T16 Pikes Peak? Bissig und knallhart. Bei meiner ersten Fahrt habe ich mir bei jedem Schaltvorgang beinahe eine Gehirnerschütterung geholt, aber dann ­gewöhnt man sich daran. Der aerodynamische Abtrieb und die Bremsen sind beeindruckend. Das fühlt sich an wie in einem Flugzeug! Wie fällt der Vergleich mit Ihrem aktuellen RallyeCitroën aus? Dieser 208 T16 hat mehr von ­einem Formel-1-Gefährt als von einem Rallye-Auto. Er fährt sich anders als alles, was ich bisher erlebt habe.

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heben. Die Wahl fiel auf einen One-Shot, der relativ simpel aufzubauen ist und ­international zu Recht für Auf­sehen sorgt. Ein Pikes-Peak-Revival? Bruno Famin, 51, Geschäftsführer von Peugeot Sport, verteidigt die Entscheidung: „Dieses Bergrennen ist einfach Teil unserer Geschichte. In unseren Werkstätten hatten wir die 205-T16-Weiterentwicklungen 1 und 2 und die 405 T16 von Pikes Peak. Seit Jahren schon träumten alle davon, mit denen noch einmal etwas zu machen.“ Der Ende 1989 – vor dem letzten Sieg in Dakar – zu Peugeot gestoßene Famin ist nun der Kopf hinter dem Comeback auf den Straßen des höchstgelegenen Rennens der Welt: ­Gestartet wird auf 2862 Meter Seehöhe, das Ziel liegt auf 4301 Metern. „Nach Einstellung des Langstreckenprogramms waren viele Mitarbeiter ziemlich frustriert“, so Famin. „Wir haben uns gefragt: Was für Möglichkeiten haben wir jetzt?“ Es galt zu beweisen, dass Peugeot noch immer eine feste Größe im Motorrennsport ist. Und schnell entspann sich eine Diskussion über die Silhouette. Famin: „Ich wollte eine Außenhaut, die einem Serienwagen ähnelt. Ich besprach die Sache mit den Produkt- und Marketingexperten. Die Zeit verging, und es kam keine Antwort. Also habe ich mich für den 208 entschieden.“ Im September 2012 wurde Maxime ­Picat Geschäftsführer von Peugeot. Der neue Boss, der in einem Konflikt zwischen wirtschaftlichen Notwendigkeiten und sozialen Härten mit unangenehmen Folgen

steckte, war begeistert von dem Gedanken, Peugeot über Pikes Peak zu neuem Glanz zu verhelfen. Gleich bei seiner ersten Begegnung mit Maxime Picat hatte Peugeot-Motorsportleiter Famin diesem von seiner Idee erzählt: Picat war sofort von dem Projekt angetan und gab Anfang November 2012 grünes Licht. Famin: „Das ist ein Kult­ rennen, das sich kein Team entgehen lässt. Und es ist eine Herausforderung, die ­keine Fehler verzeiht – genau von der Art, die Peugeot immer gerne annimmt. Wir haben nur ein Ziel: den Sieg!“

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Der Countdown begann. Pikes Peak sollte bereits sieben Monate später stattfinden, am 30. Juni 2013. Ein lächerlich kurzer Zeitraum in der Welt des Motorrennsports, wenn es darum geht, ein Auto von A bis Z neu zu entwickeln. Alles muss schnell ­gehen: Ein Motor muss gefunden werden, ein Chassis, ein Fahrer, ein Team. Das Triebwerk holt man aus dem ­Konzernregal: einen 3,2-Liter-V6-BiturboBenziner, der 2000/2001 für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans konstruiert wurde. Was rund um die Uhr durchhält, sollte mit den knapp zehn Minuten auf den Pikes Peak keine Probleme haben. „Wir hatten auch kurz an den V8 HDI ­gedacht, aber es wäre sehr kompliziert gewesen, diesen Dieselmotor in einem the red bulletin

Bilder: flavien duhamel, getty images

Sébastien Loeb:

Versteckt hinter ­lebenswichtigen Eingeweiden: die 875 PS des V6-Bi­ turbo-Benzinmotors.


Im ziel gibt es sauerstoff für champion loeb. Der Peugeot 208 T16 Pikes Peak erinnert Sébastien Loeb ein wenig an ein Flugzeug. Insofern ­erwartet ihn im Ziel auch die passende Verpflegung.

208 unter­zubringen“, so Projektleiter Jean-Chris­tophe Pallier, Famins rechte Hand. „Der ältere Motor gab uns mehr Spielraum in Bezug auf die Leistung. Und er ist eben kompakter.“ In den Werkstätten von Peugeot Sport in Vélizy dachte in diesen Tagen einer ­besonders intensiv an den 208 T16: Attila Bocsi. Der einstige Rallyefahrer ist zum Chefdesigner des Wagens aufgestiegen, der die beste ­jemals am Pikes Peak gefahrene Zeit in der offenen Klasse (9:46,164 min) unterbieten soll. Der 45-jährige Bocsi ist stolz auf die ihm ­anvertraute Aufgabe. „Alle wissen, dass Design meine Leidenschaft ist“, sagt er. „Ich bin seit 2001 bei Peugeot und habe eine Menge Modelle ­gezeichnet. Ich war begeistert, dass sie mich für diesen Job wollten.“ Bocsi sorgte von Anfang an dafür, dass der 208 die richtigen Formen annahm. Muskulös wirkt er, kräftig, dominiert von seinem Spoiler und einem Heckflügel, der wie das Leitwerk eines Tarnkappenflugzeugs aufragt. Oder ist der Vergleich mit einem UFO zutreffender? „Bei den Kot­ flügeln habe ich vielleicht ein bisschen dick aufgetragen“, lacht Bocsi. So viele Elemente wie möglich wurden vom Peugeot 908 übernommen, dem Langstreckenmodell, das die letzten Jahre vor allem in ­Le Mans eingesetzt wurde. Bei einem ­Gewicht von 875 Kilo wurde die PS-Zahl gegenüber dem „alten“ V6-Motor auf 875 erhöht. Famin: „Das war unser Ziel: pro Kilogramm ein PS.“ Der Wagen besitzt Allradantrieb – obwohl seit 2012 the red bulletin

die gesamte Strecke schotterfrei ist –, geschaltet wird über ein sequentielles Sechsganggetriebe, und von 0 auf 100 km/h ­beschleunigt der Wagen in 1,8 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h. Mehr ist bergauf nicht notwendig. 2013 feiert Peugeot das hundertjährige Jubiläum seines ersten Sieges bei den 500 Meilen von Indianapolis (1916 und 1919 gewann man ebenfalls). Ein bemerkenswertes ­Detail, das in Vergessenheit ­geraten ist: „Kaum jemand weiß, dass Peugeot einmal in Indianapolis gesiegt hat, geschweige denn dreimal“, so Famin.

Ein Erfolg am Pikes Peak im Jubiläumsjahr? Diese Herausforderung motiviert wohl auch Sébastien Loeb. Für den besten Rallyefahrer in der Geschichte des Motorsports hat Bruno Famin im Übrigen an ­alles gedacht. Der Gitterrohrrahmen unter der Kevlarhaut ist eine stabile Sicherheitszelle: „Selbst wenn er sich drei Minuten lang überschlägt, wird ihm nichts passieren.“ Und im Ziel wird es auf jeden Fall Sauerstoff geben: So hoch h ­ inauf wie auf den Pikes Peak musste ­Maestro Loeb bislang noch nie. www.redbull.com

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Drei gewinnt Ein Franzose, ein Deutscher und ein Schweizer bilden das schnellste Team bei den 24 Stunden von Le Mans. Hier kommen Benoît Tréluyer, André Lotterer und Marcel Fässler. TEXT: Werner Jessner, BILDER: Agnieszka Doroszewicz



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S eit zwei Jahren sind André Lotterer, Marcel Fässler und Benoît Tréluyer bei den 24 Stunden von Le Mans ungeschlagen. So unterschiedlich die drei privat sein mögen: Als Team harmonieren der Deutsche, der Schweizer und der Franzose perfekt. Mit ihrem Audi R18 e-tron quattro, erkennbar an den roten Außenspiegeln, werden die drei bei der 90. Auflage des LangstreckenKlassikers am 22. Juni um Punkt 15 Uhr den Kampf gegen zwei Schwesterteams von Audi (mit identischen Autos, aber Spiegeln in schwarz bzw. silber) sowie zwei Toyota-Werksrenner aufnehmen. Wenn die Performance auf der Strecke nur annähernd so gut ist wie die Chemie zwischen den drei Rennfahrern, stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung jedenfalls sehr gut. Für uns beantworten André Lotterer, Benoît Tréluyer und Marcel Fässler – unabhängig voneinander! – 24 Fragen für Rennfahrer, Cineasten und Schlaflose.

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Beschreib die 24 Stunden von Le Mans in maximal 24 Worten … lotterer: Ein mythischer, ultraschneller Nonstop-Trip auf einer 13 Kilometer langen ­klassischen Rennstrecke, bei dem keine Fehler erlaubt sind. tréluyer: Ein Jahr harte Arbeit mit ­einem leidenschaftlichen Team entlädt sich in einer intensiven Woche mit großen Gefühlen zum Schluss. fässler: Eine der härtesten Belastungen für Mensch und Material, die es überhaupt gibt. Ein Mythos. Wer ist der Coolste von euch drei? lotterer: Marcel, weil er immer

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Die 24-Stunden-Fullspeed-Gang: André Lotterer, Marcel Fässler, Benoît Tréluyer (von links)

„Wir teilen uns die Arbeit: André ist für das gute Aussehen zuständig, Marcel für die Muskeln und ich fürs Fahren.“ Benoît Tréluyer auf den Spuren von Steve McQueen

l­ ocker und entspannt ist. Ben hat die coolsten Sprüche, außerdem hat er ­wieder b ­ egonnen, BMX zu fahren – und das in seinem Alter! Ich habe den coolsten Lifestyle, ohne Familie, ohne Kompromisse und mit Tokio als Homebase. Außerdem sammle ich alte Autos und düse in Tokio mit einem Fixie rum … Wir sind alle drei cool. Definitiv. tréluyer: Selbstverständlich sind wir alle drei aber so was von cool! fässler: Sein Lifestyle macht André zu einem wirklich coolen Dude. Wer von euch dreien sollte die Rolle von Steve McQueen in einem ­Remake von „Le Mans“ übernehmen?

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„Ich habe den coolsten Lifestyle und lebe ohne Familie oder Kompromisse in Tokio. Ich sammle alte Autos und düse in der Stadt mit einem Fixie rum.“ André Lotterer

lotterer: Jeder von uns wäre für die Rolle geeignet – zumindest im Auto. ­Allerdings bin ich ein bisschen zu jung und kein besonders guter Schauspieler. Marcel könnte den Job übernehmen, wenn da nicht sein Schweizer Akzent wäre … Also muss es Ben machen. tréluyer: Wir teilen die Arbeit: André ist für das gute Aussehen zuständig, Marcel für die Muskeln und ich fürs Fahren. fässler: Keiner von uns. Das soll der achtfache Le-Mans-Sieger Tom Kristensen übernehmen. Der sieht dem jungen Steve McQueen sogar ähnlich! Wie viele Kinder haben deine ­Kollegen? lotterer: Marcel hat vier Töchter und Ben einen Sohn. tréluyer: André hat sich selbst noch nicht gefunden, aber Marcel hat vier ­wunderschöne Töchter. fässler: Ben hat einen Sohn, und André ist noch auf der Pirsch. Wie oft seht ihr euch außerhalb der Rennen? lotterer: Abgesehen von Terminen als Audi-Botschafter oder Meetings mit dem Team vielleicht zwei-, dreimal pro Jahr. Ich genieße das immer sehr. tréluyer: Sooft wir können. fässler: Beinahe öfter als unsere Familie. Dein Traumauto? lotterer: AC Cobra 427. tréluyer: Audi RS6. fässler: Porsche 356 Speedster. Dein erstes eigenes Auto? lotterer: Ford Focus. tréluyer: Renault Clio Diesel. fässler: Renault Mégane. Dein Rennfahrer-Held als Kind? lotterer: Ayrton Senna. tréluyer: Wie für viele meiner Generation (Benoît ist Jahrgang 1976): Senna. fässler: Alain Prost.

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Deine Lieblingsrennstrecke … lotterer: Suzuka, Spa und Le Mans. In dieser Reihenfolge. tréluyer: Le Mans. Zu hundert Prozent. fässler: Nürburgring/Nordschleife und Spa. Welches Rennen möchtest du unbedingt einmal fahren? lotterer: Baja 500. tréluyer: Rallye Dakar. fässler: Ski-Abfahrt in Kitzbühel. Kannst du während eines 24-Stunden-Rennens schlafen? lotterer: Ich muss. tréluyer: Ja, weil ich meinen Kollegen vertrauen kann. fässler: Nach jedem Stint lege ich mich aufs Ohr. Wer weckt dich beim Rennen dann auf? lotterer: Sigrun, die Frau unseres Teammanagers Ralf Jüttner. tréluyer: Wenn alles okay ist: Sigrun. Ralf, wenn ich mich beeilen muss. fässler: Normalerweise Sigrun. Bist du am Morgen, gleich nach dem Aufstehen, mürrisch? lotterer: Kommt drauf an, wer mich geweckt hat und warum. tréluyer: Meistens – ja! fässler: Nach einem Kaffee ist die Welt für mich in Ordnung. Welcher Körperteil schmerzt nach 24 Stunden am meisten? lotterer: Nacken und Schulterbereich. Und mein Herz, wenn wir nicht gewonnen haben. tréluyer: Mein rechter Gesäßmuskel. fässler: Nacken und Lendenbereich. Wie lang warst du nach eurem letzten Sieg in Le Mans noch wach? lotterer: Hm … ich glaube, wir haben bis drei oder vier in der Früh gefeiert. tréluyer: Bis ein Uhr. fässler: Bis vier Uhr war ich auf der ­Party, dann habe ich mich kurz schlafen gelegt und den Morgenzug nach Hause genommen. Liebste Tageszeit in Le Mans? lotterer: Die „Happy Hour“ kurz nach Sonnenaufgang. Unter perfekten Bedingungen kannst du dann am Rundenrekord feilen. Außerdem ist es fein, zu wissen, dass du die Nacht überstanden hast. tréluyer: Am frühen Morgen sind die Bedingungen am besten. fässler: Sonnenaufgang, da ist die ­Strecke am schnellsten. Wie soll das Auto für dich abgestimmt sein? lotterer: Untersteuern kann ich nicht leiden.

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tréluyer: Ich will gute Dämpfer und ein Auto, das einfach zu fahren ist. fässler: Ein wenig Übersteuern, bitte! Welcher eurer Teamkollegen soll dich zur Arbeit ­chauffieren? lotterer: Mir ist jeder gleich recht. tréluyer: André, wenn ich es besonders eilig habe. Marcel, wenn ich sichergehen will, dass uns die Polizei nicht aufhält. fässler: Keiner der beiden pflegt einen Fahrstil, der schweizkompatibel ist. Teammanager, Mechaniker oder Koch: Für welchen Job entscheidest du dich? lotterer: Teammanager, auch wenn es im Chaos enden würde. tréluyer: Teammanager. Als Mechaniker hätte ich viel zu viel Verantwortung, und als Koch bin ich furchtbar. fässler: Rennfahrer ist mein Traum­ beruf. Wenn schon, dann Teammanager. Kann ich bitte Rennfahrer bleiben? Hat dich Le Mans zu einem spar­sameren Alltagsfahrer auf der ­Straße gemacht? lotterer: Selbst wenn – ich würde wahrscheinlich noch immer zu schnell fahren. tréluyer: Natürlich! Außerdem hilft ­bewusst sparsames Fahren, die Höchst­ geschwindigkeit im Zaum zu halten. fässler: Nicht wirklich. Dafür unterscheiden sich Rennfahren und Straßenverkehr zu sehr. Im Alltag bewege ich mich ohnehin sparsam fort. Welchen Ort möchtest du deinen Teamkollegen zeigen? lotterer: Tokio kennen sie bereits, also Montréal für eine gute Party. tréluyer: Mein Zuhause. Toll zum ­Trainieren und Entspannen. fässler: Mein Daheim. Hast du einen Glücksbringer? lotterer: Mein Glücksbringer heißt „volle Attacke“. tréluyer: Einen kleinen japanischen ­Lucky Bag in meiner Reisetasche. fässler: Nein. Erzähl etwas, das eure Kollegen nicht über dich wissen. lotterer: Ich mache meine eigenen Smoothies. tréluyer: Die wissen alles über mich. fässler: Wenn sie es bisher nicht herausgefunden haben, erfahren sie es hier auch nicht. Vervollständige bitte den Satz: Wir gewinnen auch dieses Jahr die 24 Stunden von Le Mans, weil … lotterer: … wir mit Leena Gade einen weiblichen Renningenieur haben. tréluyer: … ich meinem Team vertraue. fässler: … wir uns das fest vorgenommen haben.

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www.24h-lemans.com

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Einer der acht Wendepunkte der Red Bull X-AlpsRoute 2011: der ­Gebirgsstock Tre Cime (Drei Zinnen), Sextener Dolomiten


Ă&#x153;ber alle

Berge Bild: Felix Woelk/red bull content pool

Start in Salzburg, Ziel in Monte Carlo. Dazwischen 1031 Kilometer Luftlinie im weiten Schwung Ăźber die Alpen. Die Regeln erlauben Laufen und Gleitschirmfliegen. Das Ergebnis? Ein gnadenloses Adventure-Rennen jenseits aller Limits. Willkommen bei den Red Bull X-Alps 2013. Text: Arek Piatek



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â&#x20AC;&#x17E;Meine Strategie? Viel fliegen, am Limit laufen und die Qualen geniessen.â&#x20AC;&#x153;

Credit:

Max Mittmann, Team GER 3


Bilder: oliver laugero/red bull content pool (2), chris hoerner/red bull content pool, vitek ludvik/red bull content pool

Je länger man sich beim Red Bull X-Alps in der Luft hält, umso mehr erspart man sich die Mühen des Fußmarschs. Links oben: Thomas de Dorlodot (BEL) hebt von den Tre Cime ab. Links unten: Nuno Virgílio (POR) am Dachstein; Chrigel Maurer (SUI) auf dem Weg zum nächsten Takeoff. Rechts: Auch 2013 liegt Chamonix, am Fuß des Mont Blanc, auf der Route.

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Der alpine Härtetest

1031 Kilometer Luftlinie durch  &   ü ber fünf Länder ger

 Start 

 Salzburg   Gaisberg   Zugspitze   424 m 

FrA

 1287 m 

 2962 m 

Aut

 Dachstein   Interlaken   568 m 

 Mont Blanc   4810 m 

SUI

 Matterhorn   4478 m 

 Wildkogel 

 2995 m 

 2224 m 

 Ortler   1906 m 

 Saint-Hilaire   995 m 

  Ziel   Monaco 

 Peille   600 m 

I tA

 0 m 

Modus: 32 Athleten aus 21 Nationen nehmen am 7. Juli 2013 die Route Salzburg–­ Monaco über zehn Wendepunkte in Angriff. Distanz: 1031 km Luftlinie. Wer es ins Ziel schafft, wird im Schnitt die doppelte Entfernung bewältigt haben. Red Bull X-Alps-­ Dominator Maurer: „Die Strecke führt nicht die Täler entlang, sondern quer darüber. Es ist, als hätte jemand den beschwerlichsten Weg über die Alpen ausgesucht.“

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich die Dimensionen des Red Bull X-Alps vor Augen zu führen. Zum Beispiel anhand der Skills einiger Protagonisten 2013: Antoine Girard etwa ist einer der besten Gleitschirmpiloten Frankreichs, zudem ein Top-Geländeläufer und hat mehrere Himalaya-Expeditionen hinter sich. Der österreichische Paragleiter-Testpilot Mike Küng war als erster Mensch mit Gleitschirm auf 10.000 Meter Höhe – der Rekord hält bis heute. Am Boden praktiziert Küng regelmäßig Bergläufe und ­bewältigt rund 6000 Höhenmeter die Woche. Der Schweizer Christian „Chrigel“ Maurer, Red Bull X-Alps-Champion 2009 und 2011, gilt als Ausnahmepilot im Paragleiten. Darin hält er zwei Weltrekorde sowie die Europa-Bestweite im Streckenfliegen: mit 323 Flugkilometern. Oder man betrachtet den Wettkampfmodus: Der ist ebenso simpel wie brutal. Von Salzburg bis Monaco müssen sich die Top-Athleten in kürzester Zeit über eine 1031 Kilometer lange Strecke quer durch die Alpen (siehe Karte) quälen. Nur zu Fuß oder per Gleitschirm: Wie sie sich wann fortbewegen, entscheiden sie im Rahmen ihrer Taktik selbst. Ruhetage gibt es während des rund zweiwöchigen Rennens keine. Hilfe von außen auch nicht, abgesehen von einem ein- oder zweiköpfigen Supporterteam, das die Starter mit Nahrung, tröstenden Worten und einem mobilen Schlafplatz in der Nacht versorgt. Man kann aber auch einfach die Zahlen für sich sprechen lassen: So haben sich die Athleten im Schnitt achtzehn Monate auf diesen Bewerb vorbereitet, und im Jahr 2011 haben bloß zwei von dreißig das Ziel erreicht. Aus welcher Perspektive auch immer, Red Bulls X-Alps ist eine Expedition an die Grenzen der körperlichen und mentalen Belastbarkeit. An der Tagesordnung stehen Märsche von bis zu 100 Kilometern, Gletschertouren und Gleitschirmflüge in bis zu 4000 Meter Höhe und der Tribut, den man den ständigen Druck-und Temperaturschwankungen, Wetterkapriolen und der Dauerbelastung ­zollen muss: Schmerzen, Übermüdung und Unfälle. 2011 musste der entkräftete Mike Küng wegen einer Lungenentzündung aufgeben. Der übernächtigte Franzose Vincent Sprüngli touchierte mit seinem Gleitschirm das Seil einer Gondelbahn. Die Folge: Materialschaden, Aufgabe. Drei weitere Starter zwang ihre Physis zur Kapitulation, fünf anderen wurde ihr zu geringes Tempo zum Verhängnis. Denn das Red Bull X-Alps-­Reglement besagt: Alle 48 Stunden wird der jeweils an letzter Stelle liegende Athlet auto­ matisch aus dem Rennen entfernt. Das Rennen online in Echtzeit: per Live-Tracking auf www.redbullxalps.com

Bilder: oliver laugero/red bull content pool, vitek ludvik/red bull content pool, felix woelk/red bull content pool

Zahlen, Hard Facts und Kurzporträts rund um die härteste OutdoorCompetition der Welt.


â&#x20AC;&#x17E;Paragleiten ist immer ein Risiko. Du kannst bei Problemen nicht gleich aussteigen.â&#x20AC;&#x153; Chrigel Maurer, Team Sui 1


Chrigel Maurer Das Ziel: Monaco, Mittelmeerküste. 48 Stunden nachdem der erste Athlet das Ziel erreicht hat, ist das Rennen für alle zu Ende.

Der zweifache Red Bull X-Alps-Champion über mentale Tricks, wilde Routen und gefährliche Müdigkeit.

Das Fluggenie ist der große Dominator des seit 2003 zweijährlich stattfindenden Red Bull X-Alps. Bei seinen Siegen 2009 und 2011 legte er jeweils über 70 Prozent seiner Route in der Luft zurück. Mehr als jeder andere.

× Extreme Flying

Das Prinzip des Rennens ist einfach: Zu Fuß bergauf, per Gleitschirm bergab – entlang der wildesten Routen. Fliegen ist hier ultrahart: schwierige Abflugpunkte, häufiges Schlechtwetter und ständig unbekanntes Terrain.

× Trainingswissenschaft

Fast 500 Kilometer bin ich beim Red Bull X-Alps 2011 gelaufen. Für 2013 habe ich mir die jeweils optimale Schritt­länge, Herzfrequenz und den Kalorien­verbrauch für eine Top-­ Performance berechnen lassen.

× Gefahrenzone

Größter Risikofaktor? Müdigkeit. Wenn der Schirm in der Luft kollabiert, du rapid an Höhe verlierst und nicht schnell genug reagierst, wird es eng.

× Kalorienburner

Rund 16 Stunden fliegst oder läufst du bei diesem Rennen – täglich! Mein Energiebedarf pro Tag? 10.000 Kalorien. In Form von Teigwaren, Powerbars und Kohlenhydratpulver.


Michael Gebert Der deutsche Abenteurer und Gleitschirm-Instruktor über Schlafmangel, 90-Kilometer-Tagesläufe und positives Denken.

Beim Red Bull X-Alps 2011 belegte Gebert als bester Deutscher Platz sechs. Seine große Stärke: Laufen. Von 1464 effektiven Kilometern ­spulte er 991 zu Fuß ab. Das macht gut 23 Marathons binnen 14 Tagen.

× Unberechenbar

Der Reiz an dieser Outdoor-Challenge: Sie ist – wetterbedingt – unplanbar. Du weißt nie, wann du wo sein wirst. Wer da spontan die richtige Taktik wählen kann, ist im Vorteil.

Bilder: felix woelk/red bull content pool (2), hugo silva/red bull content pool (2), Oliver laugero/red bull content pool

× Positive Psychologie

An manchen Tagen lege ich 90 Kilometer im Laufschritt zurück. Was diese Tortur etwas erträglicher macht: Ich stelle mir vor, wie viele Kilometer ich bereits hinter mir habe.

Zermatt unterm Matterhorn aus der Athletenper­ spektive. Unten: Chrigel Maurer verteidigt den ­Titel. Er brauchte 11 Tage, 4 Stun­ den, 52 Minuten.

× Schlafentzug

Es ist ein Kampf gegen dich und die Natur. Selbst beim Fliegen kämpfst du mit dem Schlaf. Und wenn du deine Supporter am Boden nicht findest, verbringst du die Nacht draußen, ­eingehüllt in deinen Gleitschirm.

× Steherqualitäten

Falsche Entscheidungen schmerzen bei dem Race am meisten: Du läufst fünf Stunden zum Gipfel und bist fünf Minuten später wieder unten, weil der Flug nicht funktioniert hat. In dem Fall gilt: abhaken, weiterlaufen. 85


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America’s-Cup-Sieger James Spithill erklärt seine Box-Technik – für Segler. workout: Seite 91.

Dein Programm im Juni

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R E i s e n   /   W er k z e u g / P a r t y / W o r k O u t   /   c i t y g u i d e   /   M USI k /   E v e n t s / TV

Flieg mit einer MiG über Moskau Sightseeing mit Mach 2: Der spektakulärste Trip über Russlands Hauptstadt beginnt in der Airbase von Sokol.

Bilder: Incredible Adventures, shutterstock

Reisen: Seite 88.

Urlaub im Überschallbereich? Die Miet-MiG macht’s möglich.

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Action!

Reisen

Nach der Landung Antaspeliae molorib eaquias reped que vita dolo volum et facitatiis mo intiiss imendi occusaesti cum Essen, ipicidiTrinken tiumquiat

MiG-29-Ausflug in Russland: „Wie im Actionfilm – nur intensiver.“

und Relaxen in Moskau

Entspannend: Russen-Spa Ideal für erschöpfte Piloten: das ­opulente Moskauer Badehaus „Sandunowski Banja“. Das Programm: Sauna, Dampfbad und eine Runde im Eisbecken. www.sanduny.ru

Überschall-Trip Flieg eine MiG-29 Einen Kampfjet ganz ohne Pilotenschein durch die Schallmauer jagen? Herzlich willkommen in Russland!

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Rustikal: Sowjet-Küche Russisches Retrokitsch-Ambiente und OriginalGerichte aus der UdSSR-Ära bieten die Betreiber des „Club Petrovich“. Metrostation: Tschistyje Prudi. www.club-petrovich.ru

Tipp aus dem Cockpit: Piloten-Yoga

„Verbessern Sie Ihre Rumpfspannung“, rät MiG-Tester Paul Cusma. Der Grund: „Ihre Bauchmuskeln ziehen sich während des Fluges zusammen.“ Cusmas Vorbereitung: „Zwerchfelltraining und Yoga.“

Wie man die MiG mietet:

Legendär: Wodka Eine Moskaureise ohne Verkostung des National­ getränks? Undenkbar. Unser Tipp: Die „Stariki Bar“ – ehemals ein Observatorium, heute Szenetreff. www.starikibar.ru

Mehr als hundert Portale verkaufen mittlerweile MiGFlüge im Netz – teilweise (noch stärker) überteuert oder via Drittanbieter. Die US-amerikanische Firma Incre­dible Adventures und die Schweizer Plattform MiGFlug arbeiten direkt mit dem Team der Sokol Airbase zusammen, von der die MiG-29-Düsenjäger abheben. www.incredible-adventures.com www.migflug.com

the red bulletin

Text: Ruth Morgan. Bilder: Giel Sweertvaegher, Incredible Adventures, Shutterstock (2)

Der Spielplatz für Luftfahrtfreunde liegt 410 Kilometer nordöstlich von Moskau an der Fernstraße M7: die Sokol Airbase, ehedem Hort der sowjetischen FliegerElite, heute Tummelplatz für Adrenalin-Urlauber aus der ganzen Welt. Wer Mut und genügend Bares mitbringt, kann hier gemeinsam mit einem erfahrenen Piloten an Bord einer MiG-29 (bis zu 2390 km/h schnell) abheben – und dank Doppelsteuersystem ­sogar selbst Manöver fliegen. Je nach Paket im Preis enthalten: Steigflug mit 330 Metern pro Sekunde, Durchbrechen der Schallmauer oder Aufstieg bis in die Stratosphäre (21 Kilometer Preis Höhe). Belastung: bis zu 9g. Flug­ Das Portal „MiGFlug“ bietet 45 erfahrung? Nicht nötig. Warum Minuten ÜberschallZivilisten Düsenjäger fliegen dürreise für 13.500 fen? Weil die US-Firma Incredi­ Euro. Der Aufstieg ble Adventures 1993 einen Deal in die Stratosphäre mit der Airbase schloss. „Ich habe kostet 16.500 Euro. noch nie etwas Vergleichbares Verfügbarkeit ­erlebt“, erzählt der amerikaniFlüge sollten sechs sche Wall-Street-Banker und Monate im Voraus MiG-Testpassagier Paul Cusma. gebucht werden. „Es fühlt sich wie ein Actionfilm Mindestalter für Passagiere: 17 Jahre an, nur intensiver – wie der Freifall beim Skydiven.“ Cusmas StartPlatz ­Resümee: „Nach der Landung Sokol Airbase in war ich schweißgebadet – aber Nischni Nowgorod, Russland ich wollte sofort wieder rauf.“


Action!

Werkzeug

Robust & Leicht Chrigel Maurers Favoriten

Christian „Chrigel“ Maurer (SUI) startet als Titelverteidiger in den Red Bull X-Alps-Bewerb 2013.

Der Hammer Haken sind in die Bergwand schlagen? Ist mit der Hinter­ seite des Pickels kein Problem.

Bissigkeit Haue – zum Einrammen in steile Eispassagen. Die bissige Verzahnung sorgt für festen Halt am Berg.

Unterwäsche x-bionic Hebelwirkung Die Krümmung des Alu-Schafts erleichtert Klettern in steilem Gelände.

Tools für Berg-Flieger

Bilder: Hugo Silva/Red Bull Content Pool, kurt keinrath (2), GLOBALFINDER, GLORYFY, X-BIONIC ENERGY

Red Bull X-Alps Was Champion Chrigel Maurer mit zum Abenteuerrennen Quer durch die Alpen nimmt. 100-Kilometer-Läufe – Tag für Tag! – im Gelände, Gletscherbesteigungen, Gleitschirmflüge aus 4000 Meter Höhe: Red Bull X-Alps, die Alpenüberquerung im Rennformat (siehe Story ab Seite 78), ist ein gnadenloser Härtetest. Nicht nur für den Athleten, auch fürs Material: „Rund zehn Kilo Equipment führe ich beim Rennen mit mir“, sagt Titelverteidiger Christian „Chrigel“ Maurer, „mein Zeug muss robust, extrem zuverlässig und vor allem leicht sein.“ Für das Red Bulletin erklärt der Schweizer die Vorzüge von vier unverzichtbaren ­Alpenrace-Tools.

Gehbehelf Bei flacherem Anstieg dient der Pickel als Wanderstock. Die Stahlspitze unten ­garantiert Halt auch in hartem Schnee.

Atmungsaktives und „intelligentes“ Material: sorgt für konstante Körperschalentemperatur. Ganz egal ob ich bei Kälte fliege, bei Regen wandere oder bei Hitze laufe. www.x-bionic.com

BLACK DIAMOND VENOM Eispickel

Wiegt als Ganzes nur 500 Gramm, inklusive austauschbarer Haue. Diese weniger verzahnte Variante eignet sich gut für flache Firnrouten.

Globalfinder von Pieps Lebensretter im ­Taschenformat. Dieses Iridium-Kommunikationstool dient der Ortung meiner Position, empfängt sowie versendet SMS und liefert, ganz wichtig!, Wetterdaten. www.pieps.com

Comfort-Zone Gummigriff mit DualDensity-Technologie: Zwei Lagen Material absorbieren die ­Einschlagenergie. Sehr armschonend.

sonnenbrille Gloryfy Ob als Schutz vor der Sonne oder für bessere Sicht bei Nebel. Von dieser bruchfesten Sonnenbrille besitze ich drei Modelle. www.gloryfy.com

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Action!

party

Let the sunshine in: Im Club Aquarius feiert man unter freiem Himmel.

Prost!

Der Erlöser Travarica Dem Kräuterschnaps – in ­Kroatien auch „Der Doktor“ genannt – werden heilende Kräfte zugesprochen. Eine der Hauptzutaten, Rosmarin, stimuliert zum Beispiel Nieren und Leber. Außerdem soll der Saft die Potenz steigern.

Tanz den Balkan!

24 Stunden volle Kanne auf der Insel Pag. Keine fünf Minuten ­außerhalb der Stadt Novalja warten 32.000 Quadratmeter Partyzone, direkt am Meer, auf dem Sandstrand von Zrće. Nachts legen die bekanntesten DJs der Welt in vier Freiluft-Clubs auf, am Morgen danach genehmigt man sich einen Cocktail am Jacuzzi – oder einen Sprung ins 26 Grad warme Salzwasser, das nirgendwo an der Adria so klar ist wie hier an der dalmatinischen Küste.

Feiern am Meer Clubs

Papaya Der Klassiker: Das Papaya ist der größte und älteste Club am Strand (seit 2002). www.papaya.com.hr

Aquarius Der Allrounder: ein Restau­ rant, zwei Pools und zwei Dancefloors in einem. www.aquarius.hr

Noa Der Wahnsinn: auf Stegen im Meer gebaut, Dancefloor und Pool inklusive.

der vernichter medica Leicht und süß im Geschmack – doch hochprozentig. Deshalb wird der beliebte Honigschnaps auch als „Wolf im Schafspelz“ bezeichnet. Die Kroaten warnen: Setzt der Rausch ein, ist es meist schon zu spät.

www.noa-beach.com

festival

Bor a-Al arm! Wenn Sie diese Wolken über den Bergen vis-à-vis von Pag sehen, zieht Sturm auf, die berüchtigte Bora.

Hideout 3.– 5. Juli Über hundert DJs zwischen House und Techno binnen drei Tagen. Tipp: Sichern Sie sich Tickets für die heiß­ begehrten Boot-Partys – und feiern Sie mit Star-DJs draußen auf der Adria. www.hideoutfestival.com

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text: Florian obkircher. Bilder: Goran Telak, goran persin (2), mario pavlovic

Pag, Kroatien Mit nur wenigen Schritten vom Meer auf den Dancefloor? Willkommen an Europas heiSSestem PartyStrand.


Action!

workout

James Spithill wurde 2005 Weltmeister und gewann 2010 den America’s Cup.

Text: Ruth Morgan. Bilder: Olaf Pignataro/Red Bull Content Pool, cameron Baird/red Bull Content Pool, shutterstock. illustration: heri irawan

Der Renn­ fahrer im Katamaran

Wasser-Kraft: Mit den America’s-Cup­ Katamaranen der AC72-Klasse wird Segeln endgültig zum Rennsport.

Segeln Der 33-jährige America’s-CupSkipper trainiert zu Wasser, zu Land und an der Klimmzugstange. Der America’s Cup gilt als Formel 1 des Segelsports – das ultimative Rennen in ­Bezug auf Geschwindigkeit, Design, Taktik und physische Belastung. 2010 wurde James Spithill mit seinem Oracle Racing Team der jüngste Sieger der Geschichte. „Das S ­ egeln mit unseren Booten kann man mit dem Fahren eines Rennautos ­vergleichen“, sagt der Australier. „Mittlerweile ist unser Sport sehr athletisch geworden. Zumindest viermal pro Woche wird für einige Stunden auf dem Wasser trainiert. Zusätzlich verbringt das Team viel Zeit im F ­ itnessstudio – hauptsächlich für Gewichtstrainings, Cross-Fit-Workouts und zur Rumpfstärkung. Zudem steht täglich ein intensives Zirkeltraining mit einem Coach auf dem Programm.“ Dieses nennt Spithill ­respektvoll „the finisher“.

Trimm dich fit „Beim Segeln sind schnelle, kräftige Hände und Koordination gefragt. Mit Burpee-Pull-ups – einer Kombination aus Kniebeuge, Liegestütz, Strecksprung und Klimmzug – lässt sich alles trainieren. “

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Benötigt wird eine Klimmzug­ stange. Ein paar Mal tief ein­ atmen – und los geht’s.

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Begonnen wird mit einem Burpee – dabei geht es nach einer Knie­ beuge in Liegestützposition.

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Oberkörper und Kopf bilden eine Linie. Die Muskeln halten beim Beugen & Strecken die Spannung.

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Mit Kraft aus den Hüften in den Stand springen und einen Strecksprung ausführen.

Den Schwung nützen, um sich an der Stange – Hände in Schulterbreite – hochzuziehen.

Das Kinn über die Stange ziehen. Die Übung kann man bis zur völ­ ligen E ­ rschöpfung wiederholen.

Ring frei! Spithills Trainingstipp

Der geeignete Sparringspartner „Geboxt habe ich bereits als kleiner Bub“, sagt Spithill. „Es ist eines der wirkungs­ vollsten ganzheitlichen Trai­ nings – ein hervorragendes kardiovaskuläres Work­ out, das auch die Koordination verbessert. Außerdem steigert es die Reaktionszeiten … auf High-SpeedBooten wie unseren ein ­wesentlicher Faktor.“

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Action!

City Guide

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Zwei OutdoorTipps in & um Kapstadt

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Stadtführer: der gebürtige Kapstädter und südafrikanische Top-Elektro-DJ Haezer

„Wo meine Stadt wie Tom Waits klingt“ Kapstadt Bergtouren bei Vollmond, Clubs mit tollen Vibes, inoffizielle Skatespots. ElektroDJ Haezer offenbart uns die angesagtesten ­Locations seiner ­H eimatstadt. „Der beste Ort, um dorthin heimzukehren.“ Noch ­etwas zerknittert blickt Haezer vom Balkon seines Apartments neun Stockwerke über Kapstadts Zen­ trum: „So ein 30-Stunden-Trip von Australien nach Hause ist eben hart, besonders wenn man den Flug im Mittelsitz zwischen zwei beleibten Gentlemen ver­ bringt.“ Nach seiner Australien- und vor der Europa­ tour gönnt sich der Elektro-DJ in seiner Geburtstadt eine kleine Pause – und verrät uns seine Lieblings­ spots, um in Kapstadt abzuhängen: „Was ich an dieser Stadt so l­ iebe? Sie ist herrlich relaxt. Und für Besucher ein a ­ bsolutes Must sind ­folgende Locations …“ 92



Top Fünf Meine Kapstadt-Highlights

auf den Lion’s Head Pflicht. Die Aussicht vom 600 Meter hohen Berg auf das Meer, die Stadt und den Tafelberg ist gerade in der Nacht grandios.“

1 Aces & Spades

62 Hout Street „Eine tolle Bar, und das gleich gegenüber meiner Wohnung. Wie ich selbst ist der Besitzer der Bar­ein großer Nick-Caveund Tom-Waits-Fan. Letzterem sieht er s­ ogar ähnlich.“

4 Fiction

227 Long Street „Wer angesagte Clubs sucht, checkt am besten die lokalen Blogs. Im Fiction steigt aber ­garantiert so gut wie immer eine Top-Party. Ein legendärer Club mit tollen Vibes und einem großen Balkon, wo du mit deinen Freunden chillen kannst.“

2 Bombay Bicycle Club

156 Kloof Street „Ein kleines Restaurant mit wunderschön theatralischer ­Atmosphäre und eklektischem Dekor. Die Gerichte auf der ­Karte sind ausgefallen und schmecken phantastisch.“

3 Lion’s Head

gleich beim Tafelberg „Bei Vollmond ist der Aufstieg

5 The Roundhouse

Roundhouse Road, The Glen, Camps Bay „Das beste Restaurant, um ein fünfgängiges Menü mit er­ lesenen heimischen Weinen zu genießen. Legendär ist die Aussicht auf die Camps Bay.“

Skateparks gibt es in Kapstadt keine. Wenn du ­also einen Skatespot suchst, gibt es für dich nur ­eine einzige Option: den großen Parkplatz auf der ­Somerset Road, Green Point. Seit 2010 stehen dort Street-Rampen und Transitions bereit für Kickflips, Ollies und Grinds. Das Beste: Skaten kannst du dort gratis.

Urbane downhillchallenge Es ist zwar der Kurs des jährlichen Red Bull Urban AssaultDownhill-Rennens, doch wer will, kann sich täglich daran versuchen: Die Route beginnt als Asphaltweg am ­Signal Hill, geht über in eine Forststraße, führt dann in ­einen Wanderweg und am Ende über Stiegen und Seitengassen hinunter auf die Buitengracht Road.

Kapstadts DownhillStrecke endet mitten in der City

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words: Steve smith. photography: haezer

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Action!

musik

1 Branko, 31, ist DJ und Mastermind von Buraka Som Sistema.

In 80 Takten um die Welt playlist House aus Angola, Techno aus Venezuela: Spürnase Branko verrät, welche tracks die Clubwelt tanzen lassen. João Barbosa alias Branko ist ­gewissermaßen der Alexander von Humboldt der DJ-Szene. Mit seinem Aufnahmegerät reist er um die Welt und spürt lokale Sub­ kulturen auf, die er in westliche Clubs importiert. Mit seiner ­Electro-Band Buraka Som Sistema ­verpasste er dem afrikanischen House-Genre Kuduro eine Frischzellenkur – und gewann 2008 ­damit den europäischen MTVAward. Welche verborgenen Beats der 31-jährige Portugiese unlängst entdeckt hat, verrät er hier.

bas s- m as sag e musik-gadget des monats

SubPac

Bild: Nian Canard

Diese Rückenmatte wandelt tiefe Frequenzen in taktile Signale um. Perfekt fürs Wohn­ zimmerstudio: Dieser „Bassverstärker“ ist absolut lautlos. Preis: ca. 270 Euro www.thesubpac.com

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ohne Ticket Tuki Love

Pocz & Pacheko

Vor kurzem reiste ich nach Venezuela. Wegen einer neuen Musikbewegung namens Tuki, zu der dort derzeit alle Kids abgehen. Klingt wie tropischer Techno-Hardcore. Elektronisch und schnell. Zum Ursprung: Vor Jahren versuchten zwei lokale DJs den Hit „Pump Up the Jam“ von Technotronic zu kopieren – und unbeabsichtigt entstand ein neues Genre.

2 Afro House DJ Havaiana

In Südafrika ist Deephouse von Musikern wie Blackcoffee gerade sehr angesagt. Das neueste Ding liefert aber Angola, wo junge Produzenten den Stil in ihren Schlafzimmern nachahmen, allerdings klingt deren Version viel räudiger, vertrackter – und dadurch einfach geiler. Der beste Track trägt auch den Namen des Genres: „Afro House“.

3 Waves

Branko feat. Roses Gabor

Der Track stammt von meinem neuen Mix­ tape „Drums Slums & Hums“, das es auf ­meiner Website als Download gibt. Meistens kreist meine Musik ja auf DJ-Tellern, mit „Waves“ wollte ich nun auch ein Stück für den Kopfhörer machen – und gleichzeitig eine der talentiertesten Sänngerinnen Londons vorstellen: Roses Gabor.

4 Zouk Flute

Buraka Som Sistema

Zouk ist ein Musikstil, der in den Achtzigern von den Antillen nach Europa schwappte, heute aber fast vergessen ist (zumindest in der Clubszene). Dabei ist die Rhythmik total ausgefeilt, das gedrosselte Tempo geradezu hypnotisch. Mit Buraka Som Sistema haben wir Zouk nun neu aufgegriffen und mit ­frischen Elektronik-Sounds aufgerüstet.

5 The Blow Yadi

Yadi ist eine der aufregendsten Sängerinnen der Stunde, sie wird das nächste große Ding. Kein Scheiß. Denn auf der einen Seite ist die Musik der jungen Britin sehr zugänglich, auf der anderen verwendet sie für ihre Popsongs seltsame Instrumente und Einflüsse aus Nordafrika, der Heimat ihrer Eltern. Wer auf Buraka Som Sistema steht, wird Yadi lieben.

Dein Lieblingsfestival ist ausverkauft? Hier drei Wege, um dieses Problem zu lösen.

Der klassische Weg

Der FestivalZaun ist keine uneinnehm­ bare Festung. Besorg dir ­eine Leiter oder eine Schaufel und schummle dich nachts aufs Gelände. Der kreative Weg

Schnorr dir am Campingplatz von Festival­ besuchern die ­abstehenden Enden ihrer Armbänder und nähe dir daraus dein eigenes. Der ehrliche Weg

Wer blaue Flecken und die Securities vermeiden will: Melde dich als freiwilliger Helfer. Und lege ­während des Konzerts ­deiner Lieblingsband ­eine lange „Toiletten­ pause“ ein.

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Action!

Events

Kurz +gut

Art Basel: alljährlicher Treffpunkt der internationalen Kunstwelt

Was diesen Monat noch Spass macht

15 samstag

Muse im Stadion Das letzte BernKonzert der Briten in der St. Jakobs­ halle 2010 war innert einer Stunde ausverkauft. Nun verlegen Muse ­ihren Schweiz-Gig in das 31.000 Zuseher fassende Stade de Suisse. 15. Juni, Bern Stade de Suisse

22 samstag

Tennis-stars am Court 13. – 16. Juni, Basel

Art Basel

Die Art Basel, die mittlerweile höchst etablierte Schwesterveranstaltungen in Hongkong und Miami Beach unterhält, gilt als weltweit wichtigste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst. 2012, bei der 43. Schweizer Ausgabe, bestaunten 65.000 Besucher mehr als 2500 Werke von internationalen Künstlern. Und auch in diesem Jahr reicht die Palette von den großen Meistern der Kunst bis zu den Newcomern der Moderne. www.artbasel.com 5. – 7. Juli, Biel 5. – 7. 7., Pantschau Murten

Wake + Jam Festival

28. – 30. Juni, Interlaken

Trucker & Country Fest Western-Fest mit 1400 Trucks, einem Westerndorf, Country-Musik und Stars wie den Bellamy Brothers. www.trucker-festival.ch

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Das Festival am Murtensee ist ein einzigartiger Mix aus Sport und Musik: Auf der Bühne performen u. a. Reggae-Legende Jimmy Cliff (Bild) und The Subways – nebenbei gibt es Wakeboard-Contests, Freerunning-Shows und Dirt-Jump-Action. www.wakeandjam.ch

Cycle Contest Atemberaubende Moves der Trickcycler am Bike, CycleballMatches mit Ball und Tor, harte Downhill-Contests, packende Sprünge beim Dirtjump und Gleichgewichtskünstler beim BikeTrial – drei Tage lang bietet der grösste Schweizer BikeFreestyle-Event den Besuchern Top-Athleten aus verschiedenen Raddisziplinen in Action. Dazu sorgen musikalische Top-Acts wie Huck Finn oder Lo & Leduc für Open-Air-Atmosphäre. www.cyclecontest.org

8

samstag

Tour de ­Suisse Bei der 77. Aus­ gabe der SchweizRundfahrt stehen den Pedaleuren neun Etappen mit insgesamt 1318 Kilometern und ca. 15.000 Höhenmetern bevor. Start: 8. Juni, Quinto (TI)

the red bulletin

Bilder: Art Basel, philip kaesermann, erich häsler, picturedesk.com

Andre Agassi und Stephanie Graf spielen ihren ersten Tennisshowkampf in der Schweiz. Ebenso bei der Gala dabei: Tennis-Entertainer Henri Leconte. 22. Juni, Zug Bossard Arena


/redbulletin

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Action!

TV-Highlights

M ust See

Volles Programm

Helden auf Ihrem Bildschirm

das red bull tv-fenster bei servus-tv

Breaking Reality Drei B-Boys, ein gemeinsamer Traum: Erfolg auf der großen Bühne. 8. 6., 10.45 Uhr

Aufgetaucht: Herbert Nitsch gelang der harte Weg zurück in die Normalität.

Wir zeigen alle Highlights des vierten Stopps aus dem japanischen Osaka. 15. 6., 12.00 Uhr

Donnerstag, 6. 6. 2013, 21.15 Uhr

Nitsch: Zurück aus der Tiefe

Am 6. Juni 2012 will der Apnoe-Taucher Herbert Nitsch seinen eigenen Weltrekord im Freitauchen auf 244 Meter verbessern – eine Tiefe, die Mediziner für unerreichbar halten. Nitsch riskiert es dennoch, doch der Versuch geht schief. Ohnmächtig wird er aus dem Wasser gezogen und ins nächste Krankenhaus gebracht. Lange ist es ruhig um ihn, doch ein Jahr später bricht er sein Schweigen. Erstmals spricht der ehemalige Berufspilot über seinen Unfall und den harten Weg zurück in ein ganz normales Leben. Samstag, 22. 6., 12.00 Uhr

Erzberg Rodeo Highlights

Samstag, 8. 6., 12.00 Uhr

Red Bull Cliff Diving Es wird wieder gesprungen! Die Saison der Red Bull Cliff Diver beginnt in La ­Rochelle (FRA), zu Deutsch: auf der „kleinen Klippe“.

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Samstag, 22. 6., 10.40 Uhr

Sonntag, 30. 6., 23.05 Uhr

Mountain Bike World Cup

Blick ins Innere

Große Steinfelder, endlose Wurzelpassagen, heftiges Gefälle – das ist der Track in Val di Sole. Kann Aaron Gwin auch hier gewinnen?

Pastorensohn, Fotograf, Regisseur – der Nieder­ länder Anton Corbijn begibt sich in dieser Doku auf die Suche nach sich selbst.

Bereits zum 19. Mal verwandelte sich der steirische Erzberg in ein Mekka für die besten EnduroFahrer der Welt. 1800 Teilnehmer suchten in diesem Jahr wieder nach der ultimativen Heraus­ forderung, doch nur die wenigsten erreichten auch das Ziel. Mit am Start: Titelverteidiger Jonny ­Walker und Graham Jarvis, der nach seiner letztjährigen Dis­ qualifikation auf Revanche aus ist. ServusTV zeigt exklusiv alle Highlights des extremen Events.

Bullit – The documentary Früher war Toni Joubert passionierter Jäger, doch dann veränderte ein Nilpferd sein Leben für immer. 16. 6., 17.00 Uhr Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TV-Fenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter

0800 100 30 70 the red bulletin

Bilder: phil simha, jürgen skarwan/red bull content pool, augustin munoz/red bull content pool, ddpimages, sven martin, maria ziegelböck, romina amato/red bull content pool, getty images

Red Bull X-Fighters


p ro m ot i o n

Must-haves!

Laserpod Galaxy – das Lichtspektakel Was in den 1970er Jahren die Lavalampe war, ist heute der Laserpod. Im Laserpod stecken verschiedenfarbige Laser, LEDLampen und ein kleiner Kristall, der mit den verschiedenen Licht-Diffusoren das Zimmer in ein unendliches Universum verzaubert und wunderbare Lichtspektakel erzeugt. Verkaufspreis: CHF 149.90 1

www.futuretrends.ch

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2 iTwin – die sichere Verbindung iTwin ist das erste persönliche VPN (Virtual Private Network), das ganz einfach per «Plug & Play» ohne Konfiguration einen ­sicheren «Remote Desktop»-Zugriff von ­jedem Internet-Rechner der Welt ermöglicht! Mit iTwin kann man, neben dem Zugriff auf Daten und Anwendungen, auch «remote» über den vertrauten Browser des Heim­ rechners oder Arbeitsplatz-Netzwerkes im Internet surfen und so z. B. in fremden ­Ländern auf Seiten zugreifen, die dort ­womöglich gesperrt sind. Verkaufspreis: CHF 99.–

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www.futuretrends.ch

K  ahuna Bombora – STAND up paddling longboard Die Bombora-Serie wurde für das Landpaddling entwickelt, aber sie lädt aufgrund ihrer Größe auch zum Dancen ein. Wegen fehlender Kicks ist das Spazierengehen auf dem Board natürlich die Haupt­ beschäftigung. Der Surfstyle dieser Boards ist einmalig. Im Zusammenspiel mit einem Kahuna Landpaddel ist das Bombora bei 7,8 kg ein Top-Fitnessgerät, dass das SUP an Land bringt. Verkaufspreis: CHF 299.– 3

www.sportmania.ch 4 DJI Phantom Quadrocopter Entdecken Sie mit der DJI Phantom Drohne den Flugmodellbau aus einer komplett neuen Perspektive! Dank dem eingebauten GPS-Modul, dem Autopilot-System und diversen Sicherheitsfeatures wird aus jedem Hobbypiloten ein Herr der Lüfte. Durch die stabile Fluglage und die GoPro-Kamera­ halterung erzielen auch Einsteiger hochprofessionelle Luftaufnahmen, ohne dabei abzustürzen. Verkaufspreis: CHF 799.–

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5 Knackeboul: «Picasso» «Picasso» steht für Farbe, «entartete» Kunst und für einen riesigen Output. Mit diesen Themen spielt KNACKEBOUL auf seiner vierten Solo-Platte. Das ganze Album ist ein Spiegel unserer Zeit – einer Welt, in der alles unter- und trotzdem weitergeht; einer Welt, die den Untergang feiert; einer Welt, die orientierungslos und doch euphorisch ­einer unklaren Zukunft entgegensteuert.

www.knackeboul.com

iPico – der Mini Beamer im iPhone Look Dieser Mini Beamer darf in keinem mobilen Office fehlen. Mit einer Grösse von nur 60 × 60 mm, einer VGA-Auflösung von 640 × 480 Pixel, 15 Lumen Lichtstärke und einem Gewicht von nur 65 Gramm ist der iPico ein idealer Begleiter für unterwegs. iPico projiziert Bilder mit bis zu 96 Zoll an jede Wand, was in etwa 3 Meter Bilddiagonale entspricht. Verkaufspreis: CHF 299.90 6

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www.futuretrends.ch


281 Meter zur Weltberühmtheit

Unter bürgerlichem Namen war Samuel J. Dixon Fotograf in Toronto. Seine Freizeit verbrachte er als „Daring Dixon“ auf der anderen Seite der Linse, hier etwa bei der Überquerung des Niagaraflusses am 6. September 1890. Der damals 38-Jährige ­bewältigte das 281 Meter lange, knapp zwei Zentimeter dicke Kabel in zwölf Minuten. 5000 Menschen jubelten vor Ort, sogar Zeitungen in Australien berichteten.

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 2. Juli 2013. 98



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Bild: time & life pictures/Getty Images

Zeitsprung


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The Red Bulletin Juni 2013 – CH  

Red Bull X-Alps – Über den Wolken. 1000 Kilometer Luftlinie in zehn Tagen.