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ÖSTERREICH APRIL 2018, € 3,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

BIST DU

VERRÜCKT ODER SIND ES DIE ANDEREN?

Dakar-Champion Matthias Walkner über sein Leben abseits des ­Herdentriebs


Why make coffee when you can

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EDITORIAL

MIT AN BORD IN DIESEM HEFT

MAX SPRICK

Vor seinem Gespräch mit Volvo Ocean Race-Skipper Ian Walker studierte der Münchner Autor YouTube-Videos vergangener Rennen und fühlte sich bereits nach wenigen Minuten seekrank. „Die Wellen sind nicht immer so wie in den ­Videos“, erzählte Walker später im Interview, „manchmal sind sie viel schlimmer.“ Über das charakterbildende Erlebnis einer extremen Hochsee-Regatta, ab Seite 30.

JOSH SAMPIERO/RED BULL CONTENT POOL (COVER)

SHAMIL TANNA

Lionel Messi, Rihanna, Jared Leto, David Cameron: Persönlichkeiten aus allen Branchen standen schon vor der Linse von Shamil Tanna. Für uns hat der preisgekrönte ­Fotograf aus London Hochspringer Mutaz Barshim abgelichtet. Begegnung mit einem Jahrhunderttalent, ab Seite 86.

8276 KILOMETER LEBENSERFAHRUNG Der Weg an die Spitze ist lang und steinig. Für viele eine Metapher – für Matthias Walkner Realität. Nach 8276 Kilometern durch Südamerikas Wüsten und Steppen krönte sich der Salzburger als erster Österreicher auf ­einem Motorrad zum Sieger der Rallye Dakar. Sein Treibstoff: Vertrauen, Opferbereitschaft, kompromissloser Einsatz. „Ich bin nicht der Talentierteste“, sagt Walkner. „Ich bin ein Arbeiter.“ In unserer Coverstory verrät er ab Seite 38 Leitsätze, die auch dich auf deinem Weg weiterbringen.

Fotograf Jim Krantz (li.) und Redakteur Florian Obkircher feierten in der kalifornischen Wüste mit „Mad Max“-Fans den Weltuntergang. Die Togen sind der Verkleidungspflicht am Festival geschuldet. Ab Seite 70

Dreck, Steine und karge Landschaft gibt es auch in Kaliforniens Mojave-Wüste, sie qualifiziert sich damit für Fans der „Mad Max“-Filme als idealer Ort für eine Hollywood-Version der Apokalypse. Wie es zugeht, wenn 3500 Kostümfreaks und Autonarren feiern und Poolreiniger zu Priestern werden: das Wasteland Weekend, ab Seite 70. Viel Spaß beim Lesen! Die Redaktion

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INHALT April

FEATURES

3 0 Volvo Ocean Race

Die Faszination der härtesten Segelregatta der Welt.

3 8 Roadbook zum Erfolg

Was du von Matthias Walkners Dakar-Sieg lernen kannst.

5 3 Kickbox-Lehrstunde

Weltmeisterin Hazel Gale: So wirst du besser, wenn es zählt.

5 4 Skitour im Superlativ

Alles über die Alpenüberschreitung Red Bull Der Lange Weg.

6 4 Jessica die Starke

Hollywoodstar Jessica Chastain über Mut, Macht und Poker.

6 8 Kreativ wie The Strokes

Albert Hammond jr. weiß, wie deine Ideen besser werden.

7 0 Apokalypse hautnah

Zu Gast beim Wasteland-Festival: So feiern „Mad Max“-Fans.

8 0 Interview des Schreckens Lego, Zombies & Matura: Regisseur Dominik Hartl im Talk.

8 4 Tanzschule des Lebens Das Erfolgsrezept von B-Girl Anniina Tikka alias AT.

8 6 Auf zu neuen Höhen

Mutaz Barshims Angriff auf den Hochsprung-Weltrekord.

86 MUTAZ BARSHIM

Der Ausnahme-Hoch­ springer aus Katar will den 2,45-Meter-Weltrekord von 1993 brechen – mit erstaunlichen Methoden.

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BULLEVARD Life and Style Beyond the Ordinary

10 Max Stöckl: Downhillen im

Dienste der Wissenschaft

12 Hollywood-Grenzgängerin

Eva Green im Interview

14 Luxuspanzer für jedermann 16 Der schwerelose Rodler 18 Die Songs, die Moby prägten 20 BMX: Senads School2Rock 22 Wie man im Vulkan überlebt 24 So verschmilzt du die reale

Welt mit Virtual Reality 26 BASE-Jumpen in Idaho 28 Das teuerste Popcorn der Welt

GUIDE

Get it. Do it. See it. 98 TV- und Radio-Highlights 1 00 Red Bull Music Festival Wien 1 02 Die wichtigsten Termine

der nächsten Wochen

1 04 Wings for Life World Run:

die App für Spezialläufe

1 06 Fit wie Brook Macdonald

JIM KRANTZ, SHAMIL TANNA, MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL

111 Can you make it? Mit 24 Dosen

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Red Bull durch Europa 112 Motorrad-Trends 2018 121 Impressum 1 22 Das Actionfoto des Monats

WASTELAND

Das Gipfeltreffen der „Mad Max“-Fans in der Mojave-Wüste. The Red Bulletin besuchte das verrückteste Festival der Welt.

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MATTHIAS WALKNER

Marcel Hirschers Vater, Uncoolness und gutes Essen: die Geheimnisse hinter dem RallyeDakar-Triumph. THE RED BULLETIN 

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DIE BESTEN TRAILS DER ALPEN ZU DEN VIDEOS: signature-trails.com #myPlace2Bike


BULLEVARD LIFE

&

STYLE

BEYOND

THE

ORDINARY

Rast mit 100 km/h die Streif hinunter und sammelt dabei Daten: Downhill-Spezialist Max Stöckl

PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL

CRASHTESTER

Mountainbiker MAX STÖCKL befuhr im Dienst der Wissen­ schaft die Streif. Mit erstaunlichem ­Resultat: ab Seite 10

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STREIF AUF 2 RÄDERN: DOWNHILL FÜR DIE ­WISSENSCHAFT In Summe siebenmal. Das erklärt es vielleicht ein bisschen. Bei einem einzigen Versuch wäre der Stress vermutlich ­höher gewesen.

Mountainbiker Max Stöckl, 43, sammelte Daten zur Sturz-Forschung.

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uf den ersten Blick war die Erstbefahrung der vereisten Streif durch den ­Tiroler ExtremMountainbiker Max Stöckl ein aufregender Stunt, auf den zweiten aber ein wissenschaftliches Experiment: Es galt herauszufinden, wie früh man Stürze erkennt (bzw. ob überhaupt), ehe sie geschehen. Als Max Stöckl in Kitzbühel am Start stand, verbargen sich unter seinem Anzug nicht nur ein muskulöser 100-Kilo-Körper, sondern auch Sensoren aller Art u. a. für Puls, Hirnströme, Muskelkontraktionen. Dazu kamen Mikrofone und Kameras am Bike, um rauszufinden, was im menschlichen Körper vor sich geht, wenn er sich Risiko aussetzt.

the red bulletin: Warst du nervös, als du am Start gewartet und in den eisigen Abgrund geblickt hast? max stöckl: Beim Warten am Start lag mein Puls im Bereich von 80 bis 90 Schlägen. Als das „Go!“ kam, sank er auf 60 Schläge, um erst danach wieder anzusteigen, als ich ­unterwegs war. Auch die Analyse der Gehirnströme ergab, dass das Projekt kein beson­ derer Stress für mich war, eher normale Konzentration. Wie oft bist du die Strecke hinuntergefahren? 10  



Welche Geschwindigkeiten hast du erreicht? Nur leicht über 100 km/h. Das ist nicht so extrem. Schwieriger war es, ein 38-prozentiges Gefälle queren zu müssen. Auf den Videos erkennt man, dass nur eine allerletzte Stollen­ reihe an den Reifen gerade noch Grip hatte. Was erkennt man sonst an den Aufzeichnungen? Im Steilhang hatte ich einen totalen Bremsausfall. Innerhalb weniger Sekunden konnte ich die Bremshebel bis an den Lenker durchziehen. Die Mikrofone zeigen, dass das Schleifgeräusch der Beläge an der Scheibe verschwunden ist. Die Sensoren, die die ­Unregelmäßigkeit des Pulsschlags aufzeichnen – ein Indikator für Stress –, schlagen an, die Muskelkontraktionen verstärken sich. Die Ausfahrt mit einer Plastikplane vor dem Fangnetz war da noch drei, vier Sekunden entfernt, doch der Körper hat sich bereits auf den Crash vorbereitet. Und dann? Das Ganze passierte mir zweimal: Einmal konnte ich auf die Plane fahren und den Sturz vermeiden; das andere Mal verfing sich das wegrutschende Hinterrad wegen der Spikes im Schnee, und ich flog übers Bike ins Netz. Das Interessante daran: Die körperlichen Re­ aktionen zuvor waren gleich – egal ob du tatsächlich stürzt oder nur in Gefahr gerätst.

Stöckls Streif-Run: www.redbull.com

START 1665 m Karussell Mausefalle Steilhang

Alte Schneise Seidlalmsprung Lärchenschuss

Hausbergkante Querfahrt

Zielschuss

TOURING THE STREIF Die Streif in Zahlen: 3,3 ­Kilometer Länge, 860 Meter Gefälle. Der ­Rekord auf Skiern (Fritz Strobl am 25. 1. 1997) liegt bei 1:51,58 Minuten. Mit dem Bike ist das des fehlenden Grips wegen ­unmöglich. Stöckls Ziel war, unter drei Minuten zu bleiben – geschafft!

ZIEL 805 m

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PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL

WERNER JESSNER

Downhiller Max Stöckl auf der Streif: Sensoren unter seinem Rennanzug messen Puls und Hirnströme.

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the red bulletin: Ihren ­ xtremen Rollen nach zu e ­urteilen sind Sie ein mutiger Mensch. eva green: Eigentlich bin ich schüchtern. Tatsächlich? Ja. Aber gleichzeitig bin ich sehr obsessiv. Das treibt mich an und hilft mir dabei, meine Schüchternheit zu überwinden, um das zu tun, was ich im Innersten möchte. Was wäre das? Ich erkunde gern die dunkle Seite des Lebens. Meine Rollen ermöglichen mir das. Was bringt Ihnen das? Ich kann beim Dreh meine Emotionen auskotzen. Danach fühle ich mich lebendig, meine Sinne sind voll eingeschaltet, und das gibt mir Energie.

Sind das auch Rückzugsorte? Gewiss. Wie meine Wohnung. Die ist mein Königreich. Ich statte sie selbst aus. Teilweise wie einen Filmset. Einen Raum hatte ich einmal kom­ plett à la „Gladiator“ gestylt. Ein anderer war ganz in Chine­ sisch gehalten – alles in Rot. Und wenn Sie Ihre Schutz­ zonen verlassen müssen: Wie schützen Sie sich vor der Außenwelt? Ich trage verschiedene Masken – abhängig von der Situation. Und hinter diesen Masken kann ich dann ich selbst sein. Wann? Immer, wenn ich mit fremden Erwartungen bombardiert werde. Geben Sie uns Beispiel bitte. Jeder kennt das. Jeder kennt Blutsauger in seinem Umfeld. Wie reagieren Sie, wenn es zu heftig wird? Unlängst erzählten Sie, dass Sie sich ­gegen Harvey Weinstein zur Wehr setzen mussten. Indem du Nein sagst. Du sagst jedem Blutsauger klar und deutlich, dass er ­aufhören soll. Und wenn Leute behaupten, dass ein Nein auch Ja be­ deuten kann? Ein Nein ist ein Nein. Klar, eindeutig, unmissverständ­ lich: NEIN.

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Eva Green

DIESE FRAU SPRICHT FLIESSEND TEUFLISCH Die Schauspielerin taucht durch ihre Schüchternheit hinab in des Lebens ­dunkelste Abgründe und schützt sich mit Masken vor Blutsaugern, die wir alle nur zu gut kennen.

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RÜDIGER STURM

ie führte James Bond und Johnny Depp in die Irre, trotzte Teufel und Dracula. Mit Extremen hat es Eva Green, 37, auch in ihren nächsten ­Filmen „Euphoria“ oder „Nach einer wahren Geschichte“ zu tun. Die gebürtige Französin liebt Grenzerfahrungen und weiß wohl auch deshalb nur zu gut, wie man sich schützt – vor Filmproduzenten, Blut­ saugern oder sonstigen Krea­ turen, die dich mit dreisten Erwartungen bombardieren.

ANDREW TESTA/EYEVINE/PICTUREDESK.COM

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Wo finden Sie Ihre ­Energie, wenn Sie keine ­Rollen spielen? In Filmen, Büchern, Museums­ besuchen – geistiger Nahrung. ­Außerdem liebe ich die Natur. Es gibt wunderschöne Inseln in der Bretagne, da ist es sehr friedlich. Oder die Hallig Lange­neß in Nordfriesland. Diese Marschinsel ist zwei Auto­fahrstunden von Ham­ burg e­ ntfernt, aber es fühlte sich an, als sei ich am Ende der Welt. Das ist der surrealste Ort, den ich je besucht habe.


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Eva Green hat ein probates ­Mittel zur Abwehr allzu fordernder Zeitgenossen: Sie sagt „Nein!“. THE RED BULLETIN

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Ripsaw EV3

ALLMACHT-ANTRIEB Nicht nur Milliardäre wie Bruce Wayne fahren Panzer. Schon um eine halbe Million bist auch du dabei.

Kennen wir uns nicht? Der Vorgänger des EV3 ballerte sich in „Fast & Furious 8“ über die Leinwand.

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Ripsaw bestellt, sondern gleich eine ganze Flotte. Und wenn dir das Bild oben bekannt vorkommt, mag das am Auftritt des Vorgängers EV2 im Film „Fast & Furious 8“ aus dem Jahr 2017 liegen. Erhältlich ist der EV3 als Ein-, Zwei- oder Viersitzer, ­serienmäßig kommt er un­ bewaffnet und ungepanzert ­daher – dafür umso üppiger ausgestattet: optionale achtfach verstellbare Ledersitze, Wärmebildkamera, Rück­ fahrkamera und luftgefederte Vordersitze, damit man nur ja keinen Champagner verschüttet, wenn man Schlamm, Schnee, Dünen oder Flüsse durchquert. Die dreieinhalb Tonnen werden dank 1500 PS auf immerhin bis zu 120 km/h beschleunigt.

Außen robust, innen elegant: Gelenkt wird mit Lenkrad statt per PanzerSteuerhebel, das erhöht den Fahrkomfort.

Der Ripsaw ist, kurz gesagt, so ziemlich die komfortabelste Variante zum Überleben der Apokalypse. Warte nur nicht bis zum letzten Moment: Die Bauzeit eines Exemplars beträgt sechs Monate. ripsawtank.com

TOM GUISE

as ist der schnellste und stärkste Leichtgewichtspanzer der Welt.“ Geoff Howe ist unüberhörbar stolz auf sein 3500-Kilo-Baby namens Ripsaw. Außerdem ist das schmucke ATV (All ­Terrain Vehicle) beinahe ein Schnäppchen: Schon ab 500.000 Dollar weißt du alle Parkplatzsorgen dauerhaft ­gelöst. Howe kann auf eine illustre Kundenkartei blicken: 2001 bestellte die U. S. Army den Prototyp eines Vorgängers, den Geoff und sein Bruder Mike entwickelt hatten. Scheich Hamdan bin Mohammed bin Raschid Al Maktum, der Kronprinz von Dubai, hat dem Vernehmen nach nicht nur einen

RIPSAW

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Fruchtige Powerpakete in genussvoller HÜchstform und beerig im Farbton, so präsentieren sich die neuen Happy Day Superfruits Sorten. Es sind genussvolle Kombinationen aus exotischen Superfruits und heimischen Kultbeeren und wirken dank wertvollem Vitamin C antioxidativ.

www.rauch.cc


Roman Repilow

DER SCHWERELOSE MANN Der russische Rodler mag auf diesem Schnappschuss entspannt aussehen. Doch das Gegenteil trifft zu: Rennrodeln ist Schwerstarbeit in Rückenlage. Die Körperspannung ist extrem, gelenkt wird mittels Kontraktion der Schulterund ­Wadenmuskulatur. Und das bei ­Geschwindigkeiten bis 140 km/h.

Fotograf Denis Klero fotografierte ­Repilow, Gesamtweltcupsieger 2016/17, letzten Oktober in Sotschi, Russland.

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DENIS KLERO/RED BULL CONTENT POOL

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Moby

„DAVID BOWIES ‚HEROES‘ VERÄNDERTE MEIN LEBEN“ Der Electro-Titan über 4 Songs, die seine Karriere prägten.

Für alle, die Mobys große Hits lieben: 2018 wird euer Jahr.

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DONNA SUMMER „I FEEL LOVE“ (1977)

GRACE JONES: „I’VE DONE IT AGAIN“ (1981)

JOY DIVISION „­ATMOSPHERE“ (1980)

„Ich hörte den Song erstmals mit 13, und er veränderte schlagartig alles in meinem Leben. Ich suchte mir sofort einen Job als Golf-Caddie, damit ich mir alle Bowie-Platten kaufen konnte. Jahrzehnte später wurden wir Freunde, und David verriet mir ein ­Geheimnis: Der Song begann als Cover von ‚I’m Waiting for the Man‘ von The Velvet ­Underground, bevor dieses Meisterwerk daraus entstand.“

„Ich hörte ihn in den 1970ern im Radio und halte ihn noch immer für einen der größten Songs. Genial, wie es Produzent Giorgio Moroder schaffte, mit minimaler Elektronik höchste sexuelle Spannung zu erzeugen. Die meisten, auch ich, hätten mehr eingebaut – und das hätte alles verdorben. Das Gleiche gilt für den Text: Er besteht aus nur zehn Wörtern, gehört aber zu den tiefsinnigsten überhaupt.“

„Klar, Grace Jones war cool, aber dieser klang so weich im Vergleich zu ihren anderen Dub-Tracks. Und als Vorstadtkind war ich männlichere ­Musik gewöhnt. Deswegen wehrte ich mich anfangs da­ gegen, diesen Track zu mögen. Bis ich durch ihn kapierte, dass R & B und Soul etwas in mir auslösen, was ich als Punkrock-Hörer nicht kannte. Und umso mehr verliebte ich mich dann in diesen Song.“

„In der Schule fühlte ich mich Sänger Ian Curtis und seinen Texten inniger verbunden als meinen Freunden. Ich liebte diesen Song, weil er emotional war und weil er elektronisch war. In den 1970ern glaubte man ja, man könne nur Rock oder nur Electro machen. Hier verstand eine traditionelle Band, dass Synthesizer und Drum Machine so viel mehr können als normale Instrumente – eine Offenbarung!“



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JONATHAN NESVADBA

DAVID BOWIE „HEROES“ (1977)

FLORIAN OBKIRCHER

it über 20 Millionen verkauften Alben ­gehört Moby (bürgerlich Richard Melville Hall) zu den erfolgreichsten Electronic-Musikern überhaupt. Auf seinem neuen, fünfzehnten Album „Every­ thing Was Beautiful, and Nothing Hurt“ kehrt er zu den Sounds zurück, die wir aus Hits wie „Porcelain“ und „Why Does My Heart Feel So Bad?“ kennen. Hier spricht der 52-Jährige über vier Lieder, die den Musikgeschmack des kleinen Jungen aus Connecticut prägten – und seinen Weg zum Erfolg ebneten.  moby.com


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Senad’s School2Rock

DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER

Schule kann Spaß machen. Am 14. und 15. April. Wenn du zwischen 10 und 16 bist und der ­Gegenstand BMX auf dem Stundenplan steht.

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MARKUS BERGER

CHRISTIAN EBERLE ABASOLO

enad Grosic war gut in der Schule. Wenn er dort war. Das Problem von Österreichs bestem BMXFahrer: Sein Schulweg führte an einer Rampe auf einem Sportplatz vorbei. Heute ist Grosic der Lehrer. Und in Senad’s School2Rock steht die Rampe mitten im Klassenzimmer. Am 14. und 15. April wird der Wiener ­Rathausplatz im Rahmen des Argus Bike Festivals zum Schulgelände. Die Schüler: BMX-begeisterte Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren. „Wir suchen Kids, die schon etwas Erfahrung mitbringen, aber vor allem Spaß haben und etwas lernen wollen“, sagt Grosic. Wer sich mittels Anmeldung und etwas Glück einen Platz in der Klasse ­ge­sichert hat, den erwarten ­spezielle Unterrichtsfächer: Sicherheit, Kunst (Fotografen zeigen, wie perfekte BMX-­ Fotos und -Videos gelingen) und natürlich Trickkunde, ­gelehrt von Grosic selbst. Sein Credo: Jeder schafft einen Backflip. „Du musst nur Teile des Hirns ausschalten, Reflexe ignorieren und dich trauen.“ Was übrigens auch bei Erwachsenen funktioniert. Wer diese Lehrmeinung anzweifelt, kann sich am 15. April selbst ein Bild machen. Wenn Grosics Schüler ihre besten Tricks zeigen – bei der öffent­ lichen Abschlussprüfung. Alle Infos und Anmeldung: redbull.com/school2rock

Stillsitzen verboten: Vorzugsschüler Matt Waldner beim School2Rock 2017 am Rathausplatz THE RED BULLETIN

Der coole Lehrer, den sich jeder zu Schulzeiten immer gewünscht hat: Senad Grosic, 39, BMX-Legende

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heiße Gestein ab, härtet aus und fällt als Lava-Hagel zur Erde. Selbst Körner, die klei­ ner sind als meine Hand, töten dich, wenn sie dich treffen. Und sie schlugen in der Nähe unserer Zelte ein.“ Der leise Killer „Im Kongo gibt es das Wort ‚Mazuku‘ (‚tödlicher Wind‘). Es bezeichnet die unsichtbare CO²-Decke, die der Vulkan produziert, in der du sehr schnell erstickst. Ich bin erst die dritte Person, die sich auf die unterste Ebene des Vulkans vorwagte. Ich trug dabei einen silbernen Anzug, der die Hitze reflektierte, um mich herum detonierten Lava­ bomben. Doch meine größte Sorge war das Gas. Schlägt der Gasdetektor Alarm, ist es beinahe zu spät. Mazuku ist ein leiser Killer.“

Wie man …

IN EINEM VULKAN ÜBERLEBT

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n puncto Lavakessel macht dem Vulkan Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo kein anderer was vor. „Es ist der größte Lavasee der Welt, 500 Meter im Durch­ messer; sein Glühen erleuchtet den Nachthimmel“, sagt Aben­ teurer Aldo Kane. „Das Magma kommt aus einer ganz tiefen Erdschicht, es ist entsprechend frei von Verunreinigungen und flüssig wie Wasser. Das ist toll, hat aber auch einen ent­ scheidenden Nachteil: Es fließt pfeilschnell, mit rund 60 km/h – da hast du null Chance, dich im Notfall zu retten.“

Abstieg „Um Lavaproben sammeln zu können, mussten wir zunächst tonnenweise Ausrüstung in den Vulkan abseilen. Dafür brauchten wir vier Tage. Dort campten wir dann, an einem der unfreundlichsten Orte der Welt, 200 Meter vom Lavasee entfernt. Es sah aus wie auf dem Mars. Wir hörten ständig, wie autogroße Lavablasen in der Nähe explodierten.“ Lavabomben „Manche Lavabomben schie­ ßen hunderte Meter in die Luft, dort kühlt das glühend

Rückkehr „Stell dir den Rückweg aus dem Vulkan vor wie den Ab­ stieg vom Mount Everest, nur eben die fast senkrechte Vul­kanwand hoch. Ich hatte in fünf Tagen aus Seilen eine Route vorbereitet. Es war ein Kampf um jeden Meter, es gab ge­waltige Überhänge und große Spalten. Das Schlimmste aber war der Steinschlag. Ein Vulkan entsteht ja, indem sich Gestein stapelt. Und die Wand besteht aus hausgroßen Stein­ blöcken, die jederzeit runter­ stürzen konnten.“

Aldo Kanes Abenteuer auf Twitter: @AldoKane THE RED BULLETIN

NICK JORDAN

Kane beim Abstieg in den Vulkankrater des Nyiragongo: „Manchmal dachte ich: ‚Das war’s, hier kommst du nicht mehr raus.‘“

MATT RAY

Tödliches Glas „Wenn Lava brodelt und von stärkeren Winden verweht wird, entstehen langgezogene Fäden von vulkanischem Glas, so fein, dass du sie sogar ein­ atmen kannst – und damit deine Lungen zerstörst. Die Fäden nennt man ‚Pele-Haar‘ (nach der Vulkangöttin von Hawaii; Anm.). Um uns davor zu schützen, tragen wir im Vulkan stets Helm, Schutz­ brille und Gasmaske.“

Der schottische Abenteurer Aldo Kane wagte sich schon in viele Abgründe – doch so nahe kam er der Hölle noch nie.


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Ungefähr so könnte schon bald dein Arbeitszimmer aussehen …

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LEBE IN DEINEM COMPUTER

… und so du. Die meiste ­Arbeit erledigt dabei der Clip-on-Computer „Lightpack“ an deinem Gürtel. Er ist so stark wie ein ­MacBook Pro.

E

s sieht aus wie ein ganz normales VRoder AR-Headset: schräge Brille, Handcontroller, CPU am Gürtel. Doch Rony Abovitz’ Erfindung – er nennt sie ein wenig sperrig „räumlichen Computer“ – verändert vielleicht schon bald dein Leben. Denn die Magic Leap Lightwear erfasst mit Sensoren ­deine Welt und projiziert ein digitales Lichtfeld direkt auf deine Netzhaut, inklusive

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­interaktiver 3D-Objekte: ­Roboter, Videospiel-Monster, schwebende Fernseher, was auch immer. Und ist schlau genug, zu lernen und sich zu erinnern, wo die Objekte genau waren, wenn du zurück ins Zimmer kommst. Abovitz glaubt, dass damit Monitore schon ziemlich bald überflüssig werden. Andere, etwa David Nelson von der University of South California, sprechen von einem „neuen

Medium der Mensch-Computer-Interaktion“ und gar dem „Ende der Realität“. Dass es sich dabei um keine ­Spinnerei handelt, zeigen die Reaktionen der Big Player: Google investierte an die 1,5 Milliarden Euro in ­Magic Leap, und Lucasfilm produziert „Star Wars“-Content für die Lightwear. Noch dieses Jahr soll sich die Magic Leap dem Reality Check stellen. magicleap.com THE RED BULLETIN

TOM GUISE

Virtual Reality, Augmented Reality – alles Schnee von gestern. Bereits morgen verschmelzen analoge und digitale Welt: in deinem Gehirn.


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TOM GUISE

Idaho, USA

Magic Valley

D SCOTT CLARK

Info zu Tandem-Jumps am Snake River Canyon: tandembase.com Info zu BASE-Jump-­ Kursen von der Brücke: snakeriverbase.com

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Abenteuer

LEGAL HIGH

Für BASE-Jumps in den Snake River in Idaho brauchst du keine Genehmigung. Sondern nur Mut. (Und ein Fallschirm wäre auch nicht schlecht.)

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Freier Fall: BASE-Jumperin Sarah Watson (USA) springt von der Perrine Bridge (lichte Höhe: 148 Meter). THE RED BULLETIN

er Snake River ­Canyon in Idaho übt ­traditionell eine magische ­Anziehungskraft auf einen gewissen Menschenschlag aus: Schon 1974 hatte Evel Knievel die originelle Idee, in seiner Rakete „Skycycle X-2“ die steilwandige Schlucht zu überfliegen. (Evel scheiterte. Falls jemand Lust kriegt, es besser zu machen: Evels ­Rampe an der Ostseite des Canyons steht noch da.) Eine entsprechende Ge­ setzeslockerung in den späten 1990ern machte die Perrine Bridge, die die beiden CanyonSeiten verbindet, zum USweit einzigen Bauwerk, von dem man ganzjährig ohne ­Genehmigung Fallschirm ­springen darf. Die Perrine ist mit 148 Metern lichter Höhe die immerhin achthöchste Brücke der Ver­einigten Staaten. Das Foto links entstand an einem Augustmorgen kurz nach Sonnenaufgang und zeigt US-Jumperin Sarah ­Watson. „Ich hatte mich vom Geländer abgeseilt, hing fünf Meter unter der Brücke“, erzählt Fotograf D. Scott Clark. „Ich baumelte frei 140 Meter über dem Fluss, während die ganzen Jumper über mich ­hinwegsprangen. Ich war nie wieder in meinem Leben so froh darüber, einen Fallschirm dabeizuhaben.“  27


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Knabberluxus

SALZIG, SÜSS ODER MIT BLATTGOLD? Das teuerste Popcorn der Welt veredelt auch den dümmsten Hollywood-Schinken.

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baren 23-Karat-Gold­flocken garniert wird. (Gold kann man essen, weil es chemisch reaktionsarm ist und ohne Probleme vom Körper wieder ver­abschie­det wird.) Und der Preis rechtfertigt sich auch durchs verwendete Salz: Die Popcorn-Manufaktur in Chicago importiert es extra von der dänischen Insel Læsø. Dort wird Grundwasser aus speziellen Brunnen gepumpt, wie im Mittelalter in eisernen Siedepfannen erhitzt, bis das Salz kristallisiert. Damit tut der goldknabbernde Film­ freund sogar etwas für seine Gesundheit, denn Læsø-Salz ist ein wahrer Quell an Mine­ ralien und Spurenelementen. bercospopcorn.com

Berco’s Billion Dollar Popcorn: teurer Snack oder günstiger Weg zu Goldzähnen?

5 Dollar pro Stück: Diese Portion hat den Kaloriengehalt mehrerer Monats­ gehälter.

TOM GUISE

as eigentliche Prinzip von Popcorn ist ja: mit wenig Geld und kaum Aufwand viele Leute satt zu machen. Das war in der Zeit der Großen Depression in den USA relativ bedeutsam, deswegen begann man damals auch damit, Pop­ corn in Kinos zu servieren. (Das zähe Zeug, das wir heut­ zutage vor der Leinwand in uns reinstopfen, hält in uns die Erinnerung an die Große Depression sogar im buch­ stäblichen Sinn wach.) Nun winkt allerdings ­kulinarisch-cineastische Hoff­ nung: Berco’s Billion Dollar Popcorn, das teuerste Popcorn der Welt, soll um wohlfeile fünf Dollar pro Stück für ­wahren Filmgenuss sorgen. Der Preis rechtfertigt sich vor allem dadurch, dass es mit ess­

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BRIAN CARLIN/VOLVO OCEAN RACE

Das Volvo Ocean Race 2017/18 startete im Oktober in Alicante und führt 45.000 Seemeilen (83.340 km) um den Globus.


VOLVO OCEAN RACE

„WENN DU BEI DIESEM RENNEN KEINE ANGST HAST  ...   31


BRIAN CARLIN/VOLVO OCEAN RACE

Eine Welle trifft das Boot von Team Turn the Tide on Plastic, 4. Jänner 2018, Südpazifik.


... BIST DU ZIEMLICH SICHER DUMM“ Der britische Skipper IAN WALKER gewann das Volvo Ocean Race, die härteste Segelregatta der Welt. Und lernte 45.000 Seemeilen lang Grundsätzliches übers Leben. Text MAX SPRICK   33


„WIR SPRECHEN IM TEAM OFFEN ÜBER FEHLER. UND BAUEN UNS GEGENSEITIG WIEDER AUF.“

W

ellen, so hoch wie Mehrfamilien­ häuser, angetrieben von Stürmen, bei denen kein normaler Mensch einen Fuß vor die Tür setzen würde. Eiseskälte, die die Gischt auf der Haut gefrieren lässt. Tags darauf gleißende Sonne und spiegel­ glattes Meer, nicht die leiseste Brise. Das Volvo Ocean Race gilt als härteste Regatta, die es auf den Weltmeeren zu segeln gibt. Von Europa aus führt es alle drei Jahre durch den Atlantik, vorbei am Kap der Guten Hoffnung, durch den Indischen Ozean in den Südpazifik, rund um das Kap Hoorn nach Nordamerika, von dort wieder nach Europa. 45.000 Seemeilen (83.340 Kilometer; Anm.), ver­ teilt auf mehrere Etappen über insgesamt acht Monate. Der Sieger bekommt kein Preisgeld – und doch träumt jeder pro­ fessionelle Segler davon, seinen Namen zu sehen, eingraviert in einen der Silber­ ringe der Race Trophy. 34  



Seit dem letzten Volvo Ocean Race 2015 ziert Ian Walkers Name den Pokal. 1996 und 2000 gewann der Brite Olympia-­ Silber, nahm danach am America’s Cup teil, segelte 2008 erstmals das Ocean Race. Die Erfahrungen auf hoher See ­haben ihn geprägt. Hier erzählt er davon.

Wie man mit ständiger Lebensgefahr umgeht

„Ich werde nie meinen ersten Sturm im Südlichen Ozean vergessen. Mein erstes Volvo Ocean Race, die erste Etappe Rich­ tung Kapstadt. Ich stieg vom Rumpf nach oben, um meine Schicht anzutreten. Der Wind blies mit 40 Knoten (ca. 74 km/h) Wasser über das ganze Deck, das Boot hob und senkte sich, und ich dachte: ‚Das ist purer Wahnsinn.‘ Wir kämpften, um die Kon­trolle zu behalten. Jeder normale­ ­Segler hätte alles getan, um aus dem Sturm raus zu kommen. Wir aber hielten mitten rein, um möglichst viel Wind in unsere ­Segel zu kriegen. Als ich das Steuer über­ nehmen sollte, war ich nicht sicher, ob ich überhaupt fähig bin, zu steuern. Aber als Skipper konnte nicht sagen: ‚Sorry,

Leute – ich habe Angst.‘ Also konzentrierte ich mich auf meine Atmung und die Kon­ trolle meines Herzschlags, um mich zu beruhigen. Dann trat ich ans Steuer. Wenn du keine Angst hast, bist du ziemlich sicher dumm. Auf hoher See fürchtest du dich am meisten vor dem Unbekannten. Vor Sturm und Dunkel­ heit. Wir segeln oft mit 30 Knoten (rund 55,6 km/h) durch pechschwarze Nacht, haben keine Scheinwerfer und sehen nicht, was vor uns liegt. Manchmal ­erwischst du dich dabei, wie du denkst: ‚Was mache ich hier?‘ Was wir da tun, ist viel gefährlicher als das, was ein normaler Mensch für seinen Lebensunterhalt tut. Aber wir sind darauf trainiert, wir haben das bestmögliche Equipment, und wir nehmen unsere Sicherheit sehr ernst. Gott sei Dank ist noch keinem Mitglied meiner Crew etwas passiert. Du kannst nicht die ganze Zeit nach­ denken, was alles passieren könnte, sonst wirst du verrückt. Ich vergleiche Segeln mit Autofahren: Da rasen Menschen mit 150 km/h über Straßen, ohne zu fürchten, dass ein Reifen explodiert oder ihnen ein anderes Auto reinfährt. Genauso ist es beim Segeln – du gewöhnst dich an die Lebensgefahr und wirst mit der Zeit ge­ radezu immun für den Gedanken daran.“

Wie motiviert man seine Teamkollegen, jeden Tag an ihr Leistungslimit zu gehen?

„Jede Minute, die wir wach sind, müssen wir nutzen, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Das ist ein Vorteil des Volvo Ocean Race: Wer teilnimmt, will auch gewinnen. Im normalen Berufsleben verfolgen unterschiedliche Menschen unterschiedliche Ziele. Der eine leistet Dienst nach Vorschrift, der andere tut alles, um Karriere zu machen. An Bord will jeder das eine große Ziel erreichen. Diese Grundmotivation erwarte ich von meiner Crew. Ich bin intolerant gegenüber Leuten, die nicht versuchen, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen. THE RED BULLETIN

MATT KNIGHTON/ABU DHABI OCEAN RACING/VOLVO OCEAN RACE, AMORY ROSS/VOLVO OCEAN RACE, KONRAD FROST/VOLVO OCEAN RACE

Ian Walker, 48, gewann 2015 die bisher letzte Auflage des Volvo Ocean Race mit dem Team Abu Dhabi.


Relative Ruhe: Team Vestas bei Sonnen­ aufgang auf der Etappe Melbourne–Hongkong

Unter Deck: Skipper David Witt (Team Sun Hung Kai/Scallywag) beim Positionsreport. Sein Kollege nutzt den Moment für einen wertvollen Powernap.


„MEIN TIPP FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE: ERWARTE VON DEINEN LEUTEN KEINE DINGE, DIE DU NICHT SELBER TUN WÜRDEST.“ Wir arbeiten in 4-Stunden-Schichten, man ist vier Stunden an Deck, danach vier Stunden Pause. Jeder an Bord ist kontinuierlich müde, hat Hunger und steht unter enormem Druck. Wir sind in einer Situation, wo man erwarten könnte, dass es zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Auf meinen Booten ist das nur einmal passiert. Zwei Crewmitglieder lieferten sich eine Schlägerei. Als Skipper muss ich versuchen, den Konfliktgrund auszuräumen und einen gemeinsamen Weg nach vorn aufzuzeigen. Wenn das nicht funktioniert, muss ich den Unruhe­ herd loswerden. Ich habe einen der beiden im nächsten Hafen von Bord geschickt.“

Was macht einen erfolg­reichen Leader aus?

„Ich finde nicht, dass es den einen richtigen Weg gibt. Jeder Skipper hat seine eigene Art. Ich persönlich will mit gutem Beispiel vorangehen, erwarte von meinen Leuten keine Dinge, die ich nicht selbst tun würde. Und ich ermahne sie, sich auf die Basics zu konzentrieren: Pünktlichkeit, hohe Standards, härter arbeiten als andere – und auch unbequeme Aufgaben gewissenhaft übernehmen. Das Deck schrubben zum Beispiel. Ich finde es ­außerdem wichtig, meinen Leuten zuzuhören, mir auch ihr Feedback zu Herzen zu nehmen und zu reflektieren, was ich gut und was ich schlecht gemacht habe. Und ein guter Anführer muss in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen. Auch wenn sie manchmal hart sind.“

Wie geht man mit Fehlern um?

Mahlzeiten einnimmt. Essen bedeutet Energie, und wenn du dir selbst Energie verweigerst, verweigerst du sie schlussendlich deinem Team. Neben den Grundlagen ist das Training elementar. Wir haben ein halbes Jahr lang trainiert – das war zum Teil härter als das Rennen an sich. Dir fehlen die Spannung und der Druck des Wettkampfs, und trotzdem musst du an jedem Trainingstag alles geben. Es versteht sich von selbst, dass auch Erholung eine große Rolle spielt.“

„Wir sagen immer: ‚Du lernst mehr aus einer Niederlage als aus einem Sieg.‘ Aber du lernst auch nur, wenn du einen ehrlichen Blick auf deine Leistung hast. Nachdem wir zweimal recht erfolglos teilgenommen hatten, haben wir uns hin­ gesetzt und eine Blaupause angefertigt. Zwar kann man Erfolg nicht planen, weil das Wetter unberechenbar bleibt, man kann aber sein Risikomanagement opti­ mieren. Ziel ist, dass wir uns so wenig Dingen wie möglich aussetzen, die dazu führen könnten, dass wir verlieren. Nun macht aber jeder Mensch Fehler, und auf hoher See kann jeder noch so kleine Fehler fatal sein. Wenn du zum Beispiel deine Segel in den Sturm stellst, also auf volles ­Risiko gehst, kann es passieren, dass dein Mast bricht oder deine Teamkollegen über Bord gehen, wenn du zu viel riskiert hast. Wenn etwas schiefläuft, bauen wir uns gegenseitig wieder auf, sprechen über den Fehler und darüber, wie wir ihn künftig ver­ meiden. Wenn alles gut läuft, darfst du aber nicht denken, du bist ein Gott­ begnadeter. Bleib demütig und f­ okussiere dich weiter auf dein Ziel. Ich war immer regelrecht begierig ­darauf zu beweisen, dass ich dieses Rennen gewinnen kann. Als ich es dann gewonnen hatte, war einer meiner ersten Sätze: ‚Gott sei Dank. Jetzt muss ich nie wieder daran teilnehmen.‘“

Wie erholt man sich in Extremsituationen?

„Auf den ersten Blick ist Schlafen in unseren Kojen unmöglich. Die Wände sind ungedämmt, es ist irrsinnig laut, kalt, und die Wellen werfen dich aus deinem ‚Bett‘. Mit Glück schläft man zwei Stunden am Stück. Manche schwören auf Musik und Hörspiele, um einzuschlafen. Ich halte Erschöpfung für das wirksamste Mittel. Du erreichst den Punkt, an dem du sofort einschläfst, auch wenn du dich kaum hinlegen kannst, weil du durch die Luft geworfen wirst. Aber du hast keine andere Wahl – dein Körper zwingt dich zu schlafen.“

„VIELE SCHWÖREN AUF HÖRSPIELE, UM AN BORD EINZUSCHLAFEN. ICH SAGE, ERSCHÖPFUNG IST DAS BESTE MITTEL.“

Um die Welt segeln: Instagram @volvooceanrace

In acht Monaten um die Welt: die Route des Volvo Ocean Race 2018 Bis 30. Juni kämpfen sieben Crews gegen haushohe Wellen und totale Erschöpfung. Live-Tracking aller Boote unter: www.volvooceanrace.com

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Wie gewinnt man das Volvo Ocean Race?

„Auch hier kommt es auf die Basics an. Iss und trink genug, deine Ernährung ist entscheidend. Pass auf, dass du dich nicht verletzt. Arrangier dich mit deinen Teamkollegen. Halte dich warm, wenn es draußen friert, und kühl dich ab, wenn die Hitze unerträglich scheint. Früher haben wir pro Mann locker zehn Kilo im Verlauf des Rennens verloren. Jetzt nehmen wir unsere Ernährung sehr ernst – es ist eine feste Regel, dass jeder darauf achtet, dass der andere all seine 36  



9

2 1 65

8

3

1 Alicante 2 Lissabon

4

3 Kapstadt 4 Melbourne

5 Hongkong 6 Guangzhou

7

7 Auckland 8 Itajaí

9 Newport 10 Cardiff

11 Göteborg 12 Den Haag

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Gezeichnet, aber glücklich und stolz im Ziel in Cordóba, Argentinien, am 20. Jänner 2018: Matthias Walkner ist der erste Ö ­ sterreicher, der die Rallye Dakar am Bike gewonnen hat.


„Ich kann nur auf etwas stolz sein, was ich mir selbst erarbeitet habe.“ Sein Weg an die Weltspitze und was jeder Einzelne von uns daraus lernen kann: das Roadbook zum Erfolg von Dakar-Sieger MATTHIAS WALKNER. JOSH SAMPIERO/RED BULL CONTENT POOL

Text WERNER JESSNER



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B

is zu seinem Sieg beim härtesten Rallye-Raid-Bewerb war Matthias Walkner bestenfalls überdurchschnittlich Sportinteressierten bekannt: als Weltmeister der kleinsten MotocrossKlasse MX3, als kleiner Bruder der SkiFreeride-Weltmeisterin Eva Walkner, als Kumpel des Ski-Dominators Marcel Hirscher. Die jahrelange akribische Arbeit im Hintergrund, das intensive­ persönliche Verhältnis mit Coach ­Ferdinand Hirscher, die persönlichen Opfer – all das entlud sich in einem ­Urschrei im argentinischen Cordóba, als Walkner am 20. Jänner 2018 als ­erster Österreicher den ikonischen Pokal als Motorrad-Champion in die Höhe stemmen durfte. Für uns erläutert Matthias Walkner seine Leitsätze:

Such dir andere Blickwinkel

Viele Menschen umgeben sich mit ihres­ gleichen. Ich halte das für falsch, weil man betriebsblind wird. Es heißt ja auch, man soll seine Lehre nicht in der Firma seines Vaters machen, sondern anderswo. Es ist wichtig, Dinge, die von außen kom­ men, neutral zu bewerten: Was bringt es mir? Will mir jemand etwas einreden? Du musst Leute einschätzen lernen, die dir helfen wollen – gerade Quereinsteiger. Ein Beispiel: Ferdl Hirscher, der Vater von Marcel. Ein Skifahrer. Der hat sich so in das Thema Motorradfahren verbissen, dass ich seine Hilfe als Trainer zu 90 Pro­ zent annehmen kann, weil er so ein Fana­ tiker ist. 90 Prozent: Das ist unter Spitzen­ sportlern schon sehr viel, weil ich ja am Motorrad sitz und nicht er. Aber er hat ein unglaubliches Auge für Bewegungen. Ob du das Bike mit der Ferse, dem Ballen oder dem Fußgewölbe auf den Fußrasten führst, macht einen großen Unterschied – aber das muss dir halt einer auch so erklä­ ren, dass du es verstehst und akzeptierst. Oft war der Ferdl im Sommer drei, vier Tage pro Woche mit mir unterwegs und hat gesagt, er will, dass ich keine einzige Kurve fahre, ohne dass er es sieht.

fast so schnell wie ich. Ich hätte ihm am Samstagabend gern eins mehr spendiert, damit er noch später ins Bett kommt. Ist ein Sieg wertvoll, weil man ihn trotz Hang­over erreicht hat? Ich denke, nicht. Richtig wertvoll ist ein Sieg, wenn ich dominiert habe. Wenn ich das ganze Wo­ chenende lang alles richtig gemacht habe. Auch auf der Dakar nehme ich mir ­jeden Vorteil wahr, den ich legal kriegen kann, egal wie die anderen das finden. Auf den Verbindungsetappen schraube ich die Sonnenblende meines Helms ab. Sieht bescheuert aus, mag sein, aber mein Nacken dankt es mir, wenn er sich nicht gegen den Winddruck stemmen muss. Ich bin auch der Einzige, der Sandpapier an den Tank klebt, um mehr Kontakt zum Bike zu haben, und war der Erste, der eine fette Touristen-Sitzbank montiert hat, so ein richtiges Sofa. Wenn es etwas bringt, warum es nicht verwenden? Viele meiner Gegner erkennen zwar den Sinn an, sind aber zu stolz, es nachzumachen – weil es ja meine Idee war, nicht ihre. Wenn ich bei anderen etwas finde, was mich potenziell weiterbringt, scheue ich mich nicht, das zu übernehmen. Aber ­leider finde ich kaum was.

Vertrauen ist Trumpf

Auf den Ferdl Hirscher hab ich mich an­ fangs eher mit dem Gefühl eingelassen: Wenn es nichts hilft, dann schadet es nichts – obwohl er mit dem Marcel beim Skifahren schon viel erreicht hatte. Aber ich hatte zehn Jahre Motocross-Erfahrung, Ferdl null. Dann sitzt er bei mir hinten im

Sei lieber uncool

Bloß auf Talent und Lässigkeit zu ver­ trauen, halte ich für dumm. Wenn du dir einen Vorteil erarbeiten kannst, dann mach das. Einst hatte ich einen Gegner, der konnte am Tag vor einem Rennen tüchtig Bier trinken und war trotzdem 40  



Matthias Walkner blickt bereits auf neue Abenteuer. Fixpunkte: Haus umbauen und Red Bull Hare Scramble am Erzberg

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MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL

„Sich nur auf Talent und Lässigkeit zu verlassen, halte ich für dumm. Ich bin gern ein Arbeiter.“ Der Weg zum Erfolg führte für Walkner über Detailarbeit. An der Entwicklung seiner KTM war er maßgeblich beteiligt.

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„Diskutier, geh Kompromisse ein – oder tu, was du für klüger hältst.“

Du musst keinen Idealen entsprechen

Ich wiege bei 1,78 Metern etwa 87 Kilo. Das ist nicht nur Muskelmasse, da ist schon ein wenig Speck auch dabei. Mit Absicht. Im Unterschied zu manchen Kollegen, die ausschauen wie vom Cover eines Fitness-Magazins, werde ich kaum krank. Meine Substanz hilft mir, davon bin ich total überzeugt. Ich muss nicht ausschauen wie der junge Schwarzen­ egger, ich muss zwei Wochen schnell und fehlerfrei Motorrad fahren. Nicht, dass ich nicht hart trainieren würde – aber ich esse auch ordentlich und lasse mir das nicht nehmen. Mein Treibstoff ist mir un­ endlich wichtig. Wenn ich erst um 17 Uhr ins Biwak komme, gibt’s halt dann Mittagund um 20 Uhr trotzdem ganz normal ein Abendessen. Bei meiner ersten Dakar 42  



Nach der Zieleinfahrt in Cordóba: Nicht einmal seinen WM-Titel (MX3) schätzt Walkner so hoch ein wie den Dakar-Triumph.

– die ich nicht beendet habe – habe ich sechs Kilo abgenommen, bei meinem Sieg hingegen nur ein einziges Kilo. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich auf einen eigenen Teamkoch bestanden habe. Im Biwak essen 3000 Leute, da hast du dir schneller etwas eingefangen, als du schauen kannst – so wie ich im ersten Jahr. Das Unternehmen Dakar kostet KTM so viel Geld, da kommt es auf einen Koch wirklich nicht an. Ich musste um ihn kämpfen, aber der Erfolg gibt mir recht, und heute sind alle happy.

Verlasse ausgetretene Pfade

Wenn alle anderen A machen, kann B auch richtig sein. Damit habe ich 2018 die Dakar gewonnen. Eine Richtungsnote im Roadbook hat entschieden: Es war ein ausgetrocknetes Flussbett mit vielen par­ allelen Nebenläufen, und du musstest dich in den richtigen einfädeln, sonst hättest du dich schleichend immer weiter von der richtigen Route entfernt. Aber welche Einfahrt war die richtige? Alle haben sich in voller Fahrt für A entschieden, ich für B. Es war eine Mischung aus Gründ­ lichkeit und Bauchgefühl. Es gab kaum optische Anhaltspunkte. Da musst du den Ent­fernungsangaben vertrauen und sehr präzise arbeiten. Das geht nur, wenn dein Hirn aufnahmebereit ist. Darum bin ich auch langsamer gefahren als meine Gegner – absichtlich. Zuvor hatten viele gemeint, ich könnte nicht schneller fahren, dabei wollte ich nicht. Keiner navigiert fehlerfrei, wenn er voll am Anschlag ist. Als es dann keine Spuren mehr gab und ich völlig allein war, musste ich mir

MATTHIAS WALKNER: ALLE STATIONEN ZUM DAKAR-SIEG 1986 Geburt (1. September) 2000 erstes Motorradrennen 2003 Junioren Staatsmeisterschaft 2004  KTM-Testfahrer, Debüt in der Motocross-(MX-)ÖM 2005 Debüt in der MX-EM 2006 Lehrabschluss (Motorradmechaniker) 2007 Erste WM-Punkte 2008 MX-Vizestaatsmeister 2009 Platz 5 in der MX2-EM 2010/11 Starts in der MX1-WM 2012 Weltmeister MX3 2013 MX3-WM (Platz 3, 6 Siege) 2014  Rallye-Debüt Hellas-Rallye/ Griechenland (Sieg), Platz 3 Erzberg Iron-Prolog 2015  Rallye-Raid-Weltmeister, ­erster Dakar-Start, Ausstieg nach Etappe 9, 1 Tagessieg 2016 Rallye Dakar, Ausfall auf Platz 3 (Sturz, Oberschenkelbruch) 2017 Platz 2 Rallye Dakar 2018 Sieg Rallye Dakar

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FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL

Bus und schneidet händisch meine Reifen nach, damit ich beim Start mehr Traktion habe. Er müsste das nicht tun. Er hätte auch Urlaub machen können, statt bei mir Reifen zu schneiden. Und er hat kein Geld dafür verlangt. Wegen seines Engagements und einiger Dinge, die sofort funktioniert haben, habe ich gemerkt, dass ich Ferdl trauen kann – bei allen Meinungsverschiedenheiten. Aber die gehören dazu, wenn du was wei­ terbringen willst. Jasager helfen dir nicht weiter. Du musst mit deinen Vertrauens­ leuten diskutieren können, Kompromisse schließen – oder halt trotzdem tun, was du für klüger hältst. Alle Leute, mit denen ich mich umgebe, mussten sich ihre Position erarbeiten. Ich kann keinen Mechaniker brauchen, der am Freitagvormittag schon auf die Uhr schaut, wann das Wochenende beginnt. Ich gebe 100 Prozent, und die erwarte ich auch. Meine jetzige Crew hat hundertmal bewiesen, dass mein Vertrauen in sie be­ rechtigt ist. Dann stehe ich auch nicht an, mich bei ihnen zu bedanken – im Privaten, aber auch öffentlich. Wir wissen, was wir aneinander haben, gerade weil wir unter­ schiedliche Ideen haben. Aber nur so kommst du weiter.


S R A DAK AGEN L H C S E G N U

Wie schafft man es eigentlich, in der härtesten Rallye der Welt 17 mal in Folge den Titel zu holen? Nach jahrelangen Kämpfen bei der Dakar, können wir unsere Siege auf eine einzige Sache reduzieren – reinstes READY TO RACE.

GRATULATION AN MATTHIAS WALKNER UND DAS GANZE RED BULL KTM FACTORY RACING TEAM!

Gezeigte Fahrszenen bitte nicht nachahmen, Schutzkleidung tragen und die anwendbaren Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung beachten! Die abgebildeten Fahrzeuge können in einzelnen Details vom Serienmodell abweichen und zeigen teilweise Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

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Photo: KTM Images / PhotosDakar.com

R RRADMA O T O M E ST LGREICHHTE DER DAKAR! O F R E E I D ESCHIC IN DER G


Bleib entspannt, wenn du Fehler gemacht hast

Mit vollem Risiko kann ich auf der Dakar pro Stunde vielleicht drei Minuten auf die Gegner gutmachen, während ein ­Navigationsfehler ganz schnell einmal eine Viertelstunde kostet – also so viel, wie ich an einem Tag mit höchstem Risiko gewinnen kann. Was ich sagen will: Da geht es um was. Fehler sind in meinem Sport richtig teuer – und unvermeidlich. Trotzdem geht das Leben weiter. Wenn ein Fehler passiert ist, dann ist es zu spät, ihn wiedergutzumachen oder sich zu ärgern. Ich bin da tiefenentspannt, weil es ohnehin nix bringt. Im schlimmsten Fall muss ich halt umkehren. Gerade da lohnt es sich, vorsichtig zu sein, denn Ärger und

Hast provozieren Fehler. Nicht wenige, die gestürzt sind, weil sie einen vorangegangenen Fehler wiedergutmachen wollten. Nach dem Fehler ist nach dem Fehler – und idealerweise nicht vor dem nächsten.

Visualisiere die Zukunft

Links, rechts oder geradeaus? Man kann üben, unter Zeitdruck zu funktionieren. Da gibt es einerseits ganz gute Tools im Internet, etwa Lumosity, ein Gehirntrainingsprogramm, das ich nutze. Da geht es darum, optische Reize möglichst schnell korrekt zu verarbeiten. Mein zweiter Trick ist, mir Dinge so präzise wie möglich vorzustellen, um später darauf vorbereitet zu sein. Das kann eine schwierige Passage im Roadbook sein, etwa eine Abzweigung zwischen zwei Tälern in einem Wirrwarr an Dünen, aber auch, wie es sich anfühlen wird, etwas geschafft zu haben. Im Flugzeug nach Südamerika habe ich mir ausgemalt, wie es wäre, bereits in die Gegenrichtung zu fliegen und einen Sieg im Gepäck zu haben. Das war dann vielleicht auch der Grund, warum ich im Ziel so cool geblieben bin. Na ja, einigermaßen zumindest.

Fehler gehören zum Rallye Raid dazu. Wichtig ist, zurück in die Spur zu finden. Ohne Hast. Ohne Ärger. Das Ziel vor Augen

„Nach dem Fehler ist nach dem Fehler – und idealerweise nicht vor dem nächsten.“

Wer sich wohlfühlt, leistet mehr

Ich bin gern daheim. Da ist meine Familie,­ meine Freundin, da ist es schön. Ich lebe gern in Österreich. Ich mag es, am Abend in meiner Garage zu stehen und am Motorrad zu schrauben, und dann kommen ein paar Freunde auf ein Bier vorbei. Ich halte mich für einen sehr gefestigten Menschen. Ich verstehe, wenn junge Bulgaren, Esten oder Letten nach Belgien oder Dubai ziehen, weil sie dort bessere Möglichkeiten fürs Motocross vorfinden. Für den Erfolg bin ich auch bereit, Strapazen auf mich zu nehmen – wahrscheinlich mehr als viele andere. Aber es muss halt auch passen. Klar hätte es Vorteile, in Spanien zu leben. Aber mir macht das Training zu Hause viel mehr Freude. Da rufe ich Kumpels an, wir gehen gemeinsam vier Stunden Rad fahren, und die Zeit ist im Flug vorbei. Wenn das Rundherum passt, kannst du mehr Leistung bringen.

Wisse, woher du kommst

Mich hat die Motocross-Zeit geprägt, in der ich mir alles selbst organisieren musste. Wenn ich nicht gut war, habe ich nichts verdient. Selbst 2012, in meinem Weltmeister-Jahr, sind mir keine 15.000 Euro übrig geblieben. Für mich war das viel Geld – und ist es noch immer, selbst wenn ich aktuell keine materiellen Sorgen mehr habe. Ein Zimmerer, ein Bauarbeiter muss hart dafür arbeiten, damit ihm was bleibt. Das war das Erfolgsgeheimnis vom Hermann Maier, wenn man mich fragt. Der wusste, welches Privileg sein Leben als Skifahrer ist. Ich bin vielleicht nicht der Talentierteste, aber ich habe zeit meiner Karriere alles in den sportlichen Erfolg investiert. Ich bin ein Arbeiter. Modische Gags, das coole Paar Sneaker oder das neueste­ Smartphone waren mir nie wichtig ­genug, mich damit zu beschäftigen. Schnickschnack definiert mich nicht. Mein Erfolg, das, was ich mir erarbeitet habe, das definiert mich. Und ich kann nur auf Dinge stolz sein, die ich mir selbst erarbeitet habe. Eine Frau mit einem hübschen Gesicht muss sich darauf nichts einbilden, weil sie nichts dazu beigetragen hat. Auf ihre tolle Figur hingegen kann sie sehr wohl stolz sein, weil die war Arbeit. Oder wenn Leute damit prahlen, welch große Namen sie dank ihrer Eltern kennen – da denke ich mir: Was soll das? Wenn mich jemand kennenlernen will, dann hoffent­ lich wegen meiner Leistung und weil er sie inspirierend findet, und nicht, um ­damit anzugeben.

www.matthiaswalkner.com 44  



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MARCELO MARAGNI/RED BULL CONTENT POOL

vorsagen, dass ich keinen Fehler gemacht habe, dass das schon stimmen wird. Bis zum nächsten Wegpunkt hatte ich 18 Kilo­ meter lang Zeit nachzudenken, ob ich deppert bin oder die anderen. Der Herden­ trieb ist ein Hund. Ich beobachte das auf Mautstationen im Ausland: Alle stellen sich dort an, wo bereits eine Schlange ist, während daneben leere Schalter sind. Ich mache da regelmäßig Zeit gut.


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TA K E F I V E

Kickboxerin HAZEL GALE über …

DIE VORBEREITUNG AUF DEN WETTKAMPF Die Kickbox-Weltmeisterin, Hypnotherapeutin und Autorin erklärt in ihrem Buch „Fight“, wie du dann am besten wirst, wenn es zählt. Hier verrät sie ihre fünf besten Tricks. zu verbinden. Konkret nutzt du das so: Augen zu. Visualisiere deine beste Per­ formance. Erinnere dich, wie sich das ­angefühlt hat, und kneif dir ins Ohrläppchen. Mach das eine Woche lang zweimal täglich. Am Ende der Woche hast du ­deinen „Anker“: Wenn du dir nun vor oder während eines Wettkampfes in das Ohrläppchen kneifst, kehrt dein Selbstvertrauen zurück.

3 Lass Mickey Mouse sprechen

Selbstzweifel und Versagensängste kennt jeder. Diese innere Stimme, die dir vor wichtigen Momenten sagt: „Du bist nicht stark genug, du bist nicht fit genug, du bist nicht gut genug.“ Aber du kannst diese Stimme kontrollieren! Wenn sie ­wiederkommt, lass sie wie Mickey Mouse klingen. Du wirst sehen, sie verliert augenblicklich ihre ganze Kraft.

4 Atme richtig

Hazel Gale hatte zunächst am meisten mit sich selbst zu kämpfen – ehe sie 2009 durch eine Hypnosetherapie-Sitzung ein Siegertyp wurde.

1 Wenn du nur ans Gewinnen denkst, performst du weniger gut. Wahre Gewinner genießen, was sie tun.“ HAZEL GALE

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Nutz deine Körpersprache

Dein mentaler Zustand beeinflusst deine Körpersprache. Das weiß jeder. Was aber kaum wer weiß: Es funktioniert auch umgekehrt. Für Extra-Energie baue zwei Minuten Power-Posing ins Warm-up ein: Kinn hoch, Brust raus, Arme in die Luft, Hände hinter dem Kopf. Macht 10 Prozent mehr Testosteron und 25 Prozent weniger Stresshormon Cortisol.

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Finde einen Anker

„Ankern“ heißt, einen emotionalen Zustand mit einem sensorischen Auslöser

Unsere Atmung ist direkt mit dem Teil unseres Nervensystems verbunden, der festlegt, ob wir im Kampf-oder-FluchtModus (einatmen) oder im Ruhe-undVerdauungs-Modus (ausatmen) sind. Bist du vor einem Wettkampf nervös, hilft es, wenn du kräftig ausatmest. Das vermittelt dem Körper, dass er sich beruhigen kann. Was ich Athleten normalerweise empfehle: Zähl bis vier beim Einatmen und bis acht beim Ausatmen.

5 Denk nicht ans Gewinnen

Erfolg heißt für die meisten, zu gewinnen. Aber hast du nur das Ergebnis vor Augen, macht das unnötigen ExtraDruck. Und der hemmt deine Motivation, gut zu sein. Visualisiere stattdessen, wie du das genießt, was du tust. Konzentriere dich nicht auf den Sieg, sondern versuch einfach, dein Bestes zu geben. (Du wirst damit auch mehr Erfolg haben, aber verrat es deinem Unterbewusstsein nicht.)

hazelgale.com Interview FLORIAN OBKIRCHER Fotos GREG FUNNELL   53


Am Dach Tirols: die Alpenüberschreiter von 1971, unterwegs nach Livigno, Italien. Von links: Hans Mariacher, Hansjörg Farbmacher und Klaus Hoi. Im Hintergrund: der Ortler (3905 m).

DER LANGE WEG

RAX

Text SIMON SCHREYER  Fotos KLAUS HOI

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THE RED BULLETIN


Spätwinter 1971. Vier Österreicher brechen zur ersten und bislang einzigen Ski-Überschreitung des gesamten Alpenhauptkammes auf. Das Quartett überquert dabei die markantesten und höchsten Gipfel zwischen Wien und Nizza und legt in 40 Tagen fast 2000 Kilometer und 80.000 Höhenmeter im Aufstieg zurück. März 2018. Diese längste Skitour der Geschichte soll wiederholt und zeitlich unterboten werden: Sieben internationale Athleten bereiten sich gerade auf den Start von Red Bull Der Lange Weg vor. Sie können vorerst nur erahnen, welche Schwierigkeiten sie erwarten.  NIZZA

VON DER RAX ZUR RIVIERA

Die Route der Abenteuertour Red Bull Der Lange Weg folgt jener des Teams von 1971. Die höchsten und markantesten Gipfel der Alpen werden dabei auf Skiern überschritten.

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Die Expeditionsteilnehmer Hansjörg Farbmacher, Hans Mariacher und Robert Kittl bei der Abfahrt vom Monte Viso (3810 m) im Nordwesten Italiens: Die hohen Temperaturen sorgten 1971 für stete Lawinengefahr.

Strada del Sole: Mariacher, Farbmacher und Kittl, kurz vor dem Gipfel der Sonnklarspitze (3463 m) in den Stubaier Alpen

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THE RED BULLETIN


Das Team ’71

Diese vier Alpinisten und ihr Versorger schafften die erste Alpenüberquerung mit Skiern. ROBERT KITTL

„D

rei Tage und Nächte schneit es ohne Unterbrechung. Waagrecht weht der stürmische Wind die Flocken an die Wetterseite der Bäume; höher oben an lawinengefährliche Hänge. Der Schnee peitscht uns ständig ins Gesicht“, notiert Robert Kittl am 28. März 1971 in seinem Tagebuch. Kittl (1934  – 2008) ist ein Unentwegter, zäh und natur­begeistert. Von Beruf Heeresbergführer, ist der 37-jährige Österreicher Initia­ tor eines ganz besonderen Unternehmens: der Ski-Überschreitung des gesamten Alpenhauptkammes. Die Route zieht sich von Ost nach West und soll dabei über die markantesten und höchsten Gipfel der Alpen verlaufen. Noch nie zuvor wurde diese Strecke in einem Stück auf Skiern bewältigt, doch es gibt historische Vorbilder, die zumindest Teilstrecken absolvierten: In den 1920er Jahren tüftelte Ottorino Mezzalama aus Turin an einem möglichen „Sentiero del Duemila“ (Weg der zweitausend; wegen der 2000 Kilometer, die der Alpenbogen umspannt). Im Jahr 1956 erfolgte ein weiterer Versuch, diesmal von Walter Bonatti. Bonatti, zu seiner Zeit einer der Ausnahme-Alpinisten weltweit, hielt sich an die Südseite des Gebirgszuges. Seine zweimonatige Skitour von Slowenien bis zu den Seealpen, gemeinsam mit Lorenzo Longo und zwei weiteren Gefährten, nahm er eher als eine Art Erholungsausflug wahr. Robert Kittl nimmt die Idee auf und transferiert sie auf die höchsten Höhen der Alpen: wenn schon, denn schon. Die Herausforderung soll darin bestehen, her­ auszufinden, ob es möglich wäre, eine so gewaltige Strecke auf Skiern zurückzulegen. Eine Art Jakobsweg für Ski-Alpinisten, aufgespannt zwischen den Eckpunkten der Alpen: Wiener Wald und Alpes Maritimes. 1971 spielt der Faktor Zeit keine Rolle, Kittl und seine Freunde planen einfach acht Wochen ein. Das Unterfangen ist nicht nur eine sportliche Herausforderung auf höchster Ebene, es hat auch kulturgeschichtlich Bedeutung. Skifahren ist die bekannteste und typischste Fortbewegungsart in Europas zentralem Gebirgszug. Was würde also näherliegen, als den gesamten Kulturraum der Alpen auf Skiern zu durchqueren? Mit einem kleinen Team und einem Versorgungsbus, der an vereinbarten Punkten wartet und dessen Fahrer Lois Schett für das Team Übernachtungen auf Almen­ und in Winterräumen von Schutzhütten organisiert. Handliche Funkgeräte, Mobiltelefone, GPS, Google Earth, computerberechnete Wettervorhersagen und moderne Tourenski sind im Jahr 1971 noch Musik einer fernen Zukunft. Die Ski der Pioniere sind Spezialanfertigungen der Firma Fischer: etwas breitere Langlaufski aus Kunststoff mit Alukanten und Spannfellen ohne Klebestreifen. An den Füßen tragen die Athleten lederne Wanderschuhe mit Einrast-Stift von Steinkogler und Clip-Bin­ dungen von Rottefella. Abgefahren wird dementsprechend im Telemark-Stil. Als stärkendes und wärmendes Getränk haben die Alpenüberschreiter Honig-Hibiskus-Tee in extragroßen Thermoskannen dabei. THE RED BULLETIN 

Vom schneidigen Heeresbergführer stammten Idee und Planung. Kittl war Motivator, hatte ­Humor und Hunger nach Horizonten. Der Leiter des Leistungszentrums der Heeressport- und Nahkampfschule in LinzEbelsberg verstarb im Mai 2008 74-jährig bei ­einem tragischen Alpinunfall am Dachstein.

KLAUS HOI

Hoi, geboren 1942, ist ­einer der erfahrensten Bergsteiger Österreichs. Das Tourenbuch des Nordwandspezialisten und Erstbegehers zahl­ reicher schwieriger ­Routen am Dachstein, im Gesäuse und Kaiser­ gebirge ist beeindruckend. Von 1978 bis 1996 war er Ausbildungsleiter des Verbands der Österreichischen Berg- und Skiführer.

HANSJÖRG FARBMACHER

Der gebürtige Tiroler machte sich zunächst als Langläufer einen Namen, bevor er sich auf Biathlon spezialisierte. Zwischen 1963 und 1975 nahm er an mehreren WMs und an den Olympischen Winterspielen in Innsbruck teil. Farbmacher verstarb 1982 in Sistrans.

HANS MARIACHER

Geboren 1937 in Virgen, Osttirol. Mariacher war Heeresbergführer und Offiziersstellvertreter.

ALOIS SCHETT

Geboren 1933 in Vill­ graten, Osttirol. Der Versorger und Chauffeur des Teams fungierte bei der Alpenüberschreitung mit seinem VW-Bus als mo­biles Base Camp. Der ­Heeresbergführer und ­Vizeleutnant tat sich bei diesem Unternehmen als fürsorglicher Logistiker hervor.

Von links nach rechts: Farbmacher, Mariacher, Kittl, Hoi und Schett, kurz vor dem Start der Expedition

Alte Schule: Auf solchen Langlaufskiern zogen die vier Österreicher 1971 durch den Schnee der Hochalpen.

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„Wir fühlen uns als Hürdenläufer im endlosen Raum und ohne Zeitgefühl.“ KLAUS HOI, Teilnehmer 1971 Das Abenteuer nimmt am Knappenhof in Reichenau an der Rax seinen Ausgangspunkt, man schreibt den 21. März 1971. Von dort geht es zunächst in Richtung Tauernpass, den die Alpinisten sechs Tage nach dem Start erreichen. Die größten Gefahren im exponierten Gelände sind Lawinen, vereiste Flanken, veraltetes Kartenmaterial, das mehr als einmal in ungangbare Schluchten oder an unüberwindbare Staumauern führt, und Wetterbedingungen, die den nüchternsten Atheisten das Beten lehren. Doch die vier Berufssoldaten kämpfen sich gegen alle Widrigkeiten voran. „Unermüdlich ziehen wir unsere Spur über die Berge des Alpenhauptkammes“, erinnert sich Klaus Hoi in seinen Aufzeichnungen, „wir fühlen uns als Hürdenläufer im endlosen Raum und ohne Zeitgefühl.“ Den Großglockner (3798 m), dem sie am 31. März ihre Aufwartung machen, können sie jedoch wegen widrigster Wetterbedingungen nicht ganz bis zum Gipfel besteigen: Auf seinen vom Sturm spiegelglatt gefegten Flanken haben die vier Pioniere ohne Eisausrüstung keine Chance. Über Matrei und St. Jakob im Ahrntal führt die Route weiter nach Sterzing und Livigno. Am 8. April besteigt das Quartett den Piz Palü (3905 m) in der Schweiz. Auch hier spielen sich wieder nervenaufreibende Szenen ab. Aus dem Tagebuch Kittls: „Vor uns die Abfahrt nach Prettau in Italien. Zaghafte Spitzkehren bringen mich langsam tiefer. Die Hangneigung kann ich nur ahnen, nicht sehen … Auf einmal wird es mir zur Gewissheit: Ich fahre auf steilstem Gletschereis! Das unmittelbare Gelände in Form eines blanken Eisabbruches hebt sich vom Nebel ab. Ein kurzer Zuruf zu meinen Kameraden, ihre Richtung zu ändern. Mit Langlaufskiern am 45 Grad steilen Blankeis zu stehen ist aussichtslos. Wie mir

Farbmacher, Kittl und Mariacher am zerklüfteten Gipfelturm des Rheinwaldhorns (3402 m) in der Schweiz

Augen auf und durch: Farbmacher (li.) und Kittl in der nebelverhangenen Radeckscharte (Hohe Tauern)

Skyline aus Stein

Piz Palü, Mont Blanc und Co: Diese Berge warten auf der Tour.

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THE RED BULLETIN

Forcellinapass, 2847 m

Piz Palü, 3905 m

Forcola di Livigno, 2315 m

Valle Alpisella, 2268 m

Stilfser Joch, 2757 m Punta di Rims, 2946 m

Schluders, 580 m

Weißkugel, 3739 m

Sonnklarspitze, 3463 m

Lappach, 1436 m Nevesersattel, 3027 m

Dreiherrenspitze, 3499 m

Kalserhöhe, 2387 m

Hoher Sonnblick, 3105 m Heiligenblut, 1288 m

Böckstein, 1131 m

Radeckscharte, 2872 m

Schmalzscharte, 2444 m

Taferlscharte, 2236 m

Seekarscharte, 2022 m

Greifenbergsattel, 2449 m Untertalbach, 869 m

Karlscharte, 2000 m

Mödlinger Hütte, 1521 m

Travissattel, 1785 m

Rax Biskogel, 1928 m

Hohe Veitsch, 1981 m

Illustration MANDY FISCHER


Die Alpen­ überschreitung 1971 in Zahlen Höhenmeter, Schön­ wettertage, Distanzen und mehr.

40

1917

0

48

Tage dauerte die Skitour: von 21. März bis 29. April 1971

trotzdem die Spitzkehre gelingt, ist mir unfassbar. Zentimeter um Zentimeter schiebe ich mich waagrecht über den Eiswulst, krampfhaft die Kanten belastend. Doch plötzlich gleiten die Füße vom Eis, ich rutsche immer schneller – in den Nebel, ins Nichts hinunter. Aus!, denke ich. So leicht, so unbeschwert geht das. Dann ein sanfter Druck. Ein angewehter Schneekeil hat meinen Sturz aufgehalten.“ Nach Zwischenstopps in den Wintersportorten Saas-Fee und Zermatt steuern die Skibergsteiger acht Tage später den höchsten Berg der Schweiz und zweithöchsten Berg der Alpen an: die Dufourspitze (4634 m) im Monte-Rosa-Massiv an der Grenze zu Italien. Weitere vier Tage danach stehen Kittl, Hoi, Farbmacher und Mariacher auf dem höchsten Punkt ihrer Alpenüberschreitung, dem Mont Blanc (4810 m). Robert Kittl: „Wie heiter und beschwingt sich uns der herrliche Berg heute zeigt; als ob er niemals Zeuge menschlicher Tragödien gewesen wäre. Ich betrachte die Schlechtwetterperiode der öster­ reichischen Alpen nunmehr als Maßstab für unsere Wertigkeit und glaube fest zu wissen, dass es nicht mehr schwieriger wird auf unserem Weg zum Meer.“ Doch der Expeditionsleiter täuscht sich: „Bei der Traverse zur Gonella-Hütte trete ich zwei Grundlawinen ab und entgehe knapp einer Katastrophe. Wir sitzen in der Biwakschachtel wie in einer Mausefalle. Lawinengefahr hinter uns und unter uns. Der Frost des Morgens wird uns in dieser Zone Sicherheit bringen. Bis dahin lassen wir uns von Lois verwöhnen.“

Kilometer legten die Abenteurer zu Fuß und mit Skiern zurück.

Kilometer tägliche Marsch­ leistung im Durchschnitt

Ruhetage

415,5

Marsch­stunden

10:18

tägliche Marsch­ stunden im Durchschnitt

81

80.510 Höhenmeter im Aufstieg

2173

Meter täglicher Höhenunter­ schied im Durchschnitt

Kilometer war die längste Tagesetappe von Casteldelfino bis Entracque (Ita­ lien), sie dauerte 15 Stunden.

10

„Plötzlich gleiten die Füße vom Eis, ich rutsche immer schneller – in den Nebel, ins Nichts hinunter.“

Tage mit sehr schlechtem Wetter, 9 mit schlechtem und 21 mit gutem

THE RED BULLETIN 

Nizza

Col Saint-Roch, 990 m

Colle delle Finestre, 2178 m

Colle del Mulo, 2527 m

Monte Morfreid, 2495 m

Col de Valante, 2815 m

Col des Thures, 2194 m

Col de Trois Frères Mineurs, 2590 m

Col de Bramenette, 2860 m

Col du Palet, 2653 m Col de la Leisse, 2758 m

Col de la Seigne, 2512 m

Mont Blanc, 4810 m

Col de Malatrà, 2928 m

Fenêtre de Durand, 2797 m

Col de Valpelline, 3557 m Col de l’Evêque, 3392 m

Gornergletscher, 2190 m

Dufourspitze, 4634 m

Britanniahütte, 3030 m

Zwischbergenpass, 3434 m

Orognapass, 2461 m

Minoiapass, 2599 m

Bedretto, 1402 m San-Giacomo-Pass, 2313 m

Solepass, 2376 m

Rheinwaldhorn, 3402 m Aquila, 779 m

ROBERT KITTL, Teamleiter 1971

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Über den Col de la Seigne (2512 m), Bourg-Saint-Maurice und Casteldelfino erreichen die Österreicher schließlich am 29. April 1971 die Ortschaft Contes vor den Toren Nizzas – erschöpft, aber wohlauf. Das Team unterbietet somit den ursprünglichen Zeitplan um ganze zwei Wochen. Die Tage nach der Ankunft bringen den lang ersehnten Anblick von Frauen, eine Begrüßungszeremonie durch die Militärkapelle von Nizza und – wir haben es hier schließlich mit unverbesserlichen Alpinisten zu tun – Felsklettereien am steilwandigen Küstenabschnitt der berühmten Calanques.

Klaus Hoi haut Stufen ins Eis des Großglockners. Dennoch musste der Gipfel 1971 ausgelassen werden.

Z

eitsprung: Die Athleten von Red Bull Der Lange Weg ­wollen im März und April 2018 den Spuren von 1971 möglichst genau folgen. Seit damals ist niemandem eine Wiederholung des Höhen-Abenteuers gelungen. Sieben herausragende Alpinisten aus aller Welt, darunter drei Frauen, wurden für das Projekt ausgewählt. Man kennt sich zwar untereinander zumindest vom Hörensagen, hat jedoch noch nie gemeinsam eine Expedition gemeistert. Was sie alle eint? Die Liebe zur Bergwelt und die Leidenschaft für außergewöhnliche Heraus­ forderungen. Erfolgreich sind sie dann, wenn mindestens vier von ihnen in weniger als 41 Tagen Nizza erreichen. Zu Beginn plant das Team von Red Bull Der Lange Weg, die ursprünglich von Robert Kittl angedachte Strecke über das Tote Gebirge und den Dachstein zu nehmen. Diese mussten die Pioniere damals wegen des heftigen Schneetreibens für einen südlicheren Weg verwerfen. Ebenso steht die komplette Besteigung des Großglockners, die den Pionieren ja verwehrt blieb, am Programm – sofern nicht wieder das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht. Denn auf bessere Verhältnisse zu warten, dafür bleibt keine Zeit. Um die Strapazen zu überstehen, brauchen die Teilnehmer ein besonderes Naturell. So wie Janelle Smiley aus den USA: „Ich mag es, zu leiden. Ich bin gut darin.“

„Das Projekt ist die Essenz von Abenteuer.“ MARK SMILEY, Teilnehmer 2018 Zum Reglement von Red Bull Der Lange Weg gehört, dass das Team die jeweilige Tagesetappe gemeinsam beginnen und beschließen muss. Es ist ein zentraler Punkt. Er macht aus einem potentiellen Wettkampf eine Expedition, bei der Gruppendynamik und Empathie gehörig auf die Probe gestellt werden. Doch vorne wegzudüsen, weil Kondition und Motivation gerade auf Höchststand laufen, ergibt auch logistisch wenig Sinn. Klaus Hoi vom Team ’71: „Es bringt nichts, wenn die Tagesetappe überschritten wird, denn dann bist du am Ende des Tages weiter in der Wildnis, in die der Versorgerbus ja nicht folgen kann. Das Team muss sich daher die Etappen harmonisch einteilen und auch gemeinsam einhalten. Die zentralen Fragen für mich als Teilnehmer waren: Was bringt der nächste Tag? Welche Qualität hat die Etappe? Und wie schaffe ich sie?“ Rücksicht auf individuelle und kulturelle Unterschiede zwischen den sieben Athleten aus fünf Ländern steht im Mittelpunkt des abenteuerlichen Skitour-Marathons. Tamara Lunger aus Italien zum Beispiel sagt mit entwaffnendem Lächeln über sich selbst:

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Lois Schett (re.) und das Base Camp auf vier Rädern. Farbmacher und Mariacher tauen in der Sonne auf.

Faktencheck Red Bull Der Lange Weg

Um dem Geist der Alpenüberschreitung von 1971 gerecht zu werden, muss das Team von 2018 folgende Spielregeln einhalten:

1 2

Start: 17. März 2018 in Reichenau an der Rax.

Alle Gipfel und Tal­ orte, die das Team von 1971 passiert hat, sind zu erreichen.

6

Insgesamt dürfen (wie 1971) maximal 64 Kilometer per Auto ­zurückgelegt werden.

7

Das Team darf (so wie 1971) Equipment einsetzen, das dem mo­ Ein Begleitfahrzeug mit Material und Ver­ dernsten Stand der Tech­ pflegung wird die Athleten nik entspricht. Das Team darf seine (wie schon 1971) unter­ Ausrüstung jeder­ stützen. Die Alpinisten zeit beim Support-Auto dürfen jedoch keine wechseln. Transportmittel wie ­Skilifte, Gondeln oder Das Team muss Aus­ ­Helikopter nutzen. rüstung und Proviant

3

8

4

Die Gruppe darf sich während der jewei­ligen Tagestour von­ einander distanzieren. Der ­tägliche Start und das E ­ rreichen des Tages­ ziels müssen gemeinsam erfolgen.

5

Das Team ist allein für seine Sicherheit und die damit verbun­ denen Entscheidungen verantwortlich.

9

für jeweilige Tages­ etappen selbst tragen.

10

Sollte das Ziel nicht nach 40 Ta­ gen erreicht werden, kann die Projektleitung das ­Unternehmen beenden.

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Um erfolgreich zu sein, müssen mindestens vier der ­sieben Skialpinisten Nizza in w ­ eniger als 41 Tagen erreichen.

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Foto:GEPApictures.com

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Die Herausforderer 2018

Triathlon, Bergsteigen, Trailrunning: was die Teilnehmer vor der Alpenüberschreitung gemacht haben. BERNHARD HUG, 44 (SCHWEIZ)

race in Bozen und bei der Deutschen Meisterschaft im Skibergsteigen jeweils Der Bergläufer, Trail­ den zweiten Platz. Der runner und Triathlet ab­ solvierte u. a. 20 Ironman-­ ­Fotograf und Filmer wird die Alpenüberschreitung Bewerbe. Bei mehreren auch dokumentieren. Adventure-Racing-WMs finishte er in den Top Ten. JANELLE SMILEY, 36

TAMARA LUNGER, 31 (USA) (ITALIEN) Janelle ist dreifache

NURIA PICAS, 41 (SPANIEN)

Tag am Meer: Hansjörg Farbmacher genießt nach 40 Tagen in der Wildnis die Wellen von Nizza.

Obwohl ihr Ärzte nach ­einem Kletterunfall 1999 attestierten, nie mehr laufen zu können, hat die Ultratrailrunnerin fast alle international relevan­ ten Bewerbe (Skyrunner World Series, Ultra-Trail World Tour) gewonnen.

PHILIPP REITER, 27 (DEUTSCHLAND) „Meine Schwäche ist sicherlich, dass ich keine Geduld habe.“ Und dass sie überbordenden Ehrgeiz hat, gehört zu ihrem Berufsprofil als Ultratrail-Läuferin und Besteigerin von mehreren Achttausendern. „Wie weit jeder der Teilnehmer ein Teamplayer sein kann, das wird sich unterwegs weisen“, meint der psychologisch versierte Bergfex und Organisator Heli Putz aus Bad Goisern, dessen Baby das Projekt ist. Doch genau darum geht es bei Red Bull Der Lange Weg: die anderen in der Gemeinschaft zu Höchstleistungen anzuspornen und dabei kameradschaftlich zu bleiben. Auf seiner Website nennt Putz diese Komponente von Extremsport-Events „Big Projects / Strong Family“. Zusammenhalt war schließlich auch schon das zentrale Element der ursprünglichen Expedition des Jahres 1971. Aus Robert Kittls Tagebuch von damals: „Die Gefährten schlafen – und mit dem Gedanken an sie verliert der Sturm da draußen an Bedeutung. Kameradschaft und gemeinsames Wollen formen sich zu einer Größe, die dem Sturm widersteht, das Ziel klar erkennen lässt. Wir werden den Schwierigkeiten begegnen, nicht ausweichen.“

Der Skibergsteiger und Trailrunner aus Bad Rei­ chenhall belegte 2017 beim Südtirol Ultra Sky­

US‑Meisterin im Skiberg­ steigen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Mark ­betreibt sie in Wyoming das Unternehmen Blue Square Productions, das Mountain Guiding und Filmaufnahmen anbietet.

MARK SMILEY, 37 (USA)

Der Fotograf, Filmema­ cher und Bergführer liebt spektakuläre Touren und fuhr mit Skiern u. a. vom Mount St. Elias (5489 m) in Kanada, dem Denali (6190 m) in Alaska und dem Huandoy-Ost (6070 m) in Peru ab.

DAVID WALLMANN, 27 (ÖSTERREICH)

2017 gewann der passio­ nierte Trailrunner aus Salzburg die SchönleitenTrophy, die Gaissau-Hin­ tersee-Trophy, die Stubai Basictrail und die Zug­ spitz Trailrun Challenge.

Das Team 2018, von links nach rechts: Bernhard Hug, Janelle und Mark Smiley, Tamara Lunger, Philipp ­Reiter, Nuria Picas. Nicht im Bild: David Wallmann.

Der Fortschritt von Red Bull Der Lange Weg kann ab 17. März 2018 hier mitverfolgt werden: redbull.com/derlangeweg

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THE RED BULLETIN

SANDRA BIRKLBAUER/RED BULL CONTENT POOL

Die Südtirolerin wurde 2008 U23-Weltmeisterin im Skibergsteigen und gewann 2014 den Ultra­ lauf Transalpine-Run. Zu ihren Alpin-Projekten gehören Manaslu, Lhotse und K2. Eine Extrem-Ski­ tour absolvierte sie 2013: die Überquerung des ­Karakorum in Pakistan.


WELCHE FLÜÜÜGEL DÜRFEN‘S SEIN?


Jessica die Starke

In „Zero Dark Thirty“ jagte sie Osama bin Laden. In ihrem neuen Film „Molly’s Game“ mischt sie Amerikas ­Pokerszene auf: Hollywoods Vorzeigefrau JESSICA ­CHASTAIN über faire Löhne, Schusswaffen und ihre ­Buddhismus-Regel für den Alltag. Text RÜDIGER STURM  Fotos VAN MOSSEVELDE + N   / AUGUST


Jessica Chastain, 40, Film-Vorkämpferin: „Ich sage immer, was ich denke.“



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T

he red bulletin: In „Molly’s Game“ spielen Sie eine ehemalige Skirennläuferin, die nach einer schweren Verletzung ins Pokergeschäft einsteigt und sich in einer männerdominierten Welt durchboxt. Mussten Sie ähnliche Techniken auch in Hollywood anwenden? jessica chastain: Nein. Denn ich habe meine Persönlichkeit nie aufgegeben. Gott sei Dank nicht. War es schwer, trotz dieser Prinzipientreue Karriere zu machen? Vielleicht habe ich deshalb so lange gebraucht, um Erfolg zu haben. Ich bin immer für meine Rechte eingetreten. Ich habe Jobs abgelehnt, bei denen die Bezahlung den Anforderungen nicht entsprochen hätte – insbesondere im Vergleich mit Kollegen. Und ich habe es immer wieder abgelehnt, mit bestimmten Leuten zu arbeiten. Ihr Erfolgsrezept war also: Sie wussten sehr früh genau, was Sie wollten? Sagen wir es lieber so: Du bekommst das zurück, was du der Welt gibst. Wie meinen Sie das? Wenn du eine Sache positiv angehst, lohnt es sich am Ende auch für dich. Im Umgang mit Kollegen gilt für mich: „Ich werde mich für dich reinhängen, du wirst dich für mich reinhängen.“ Nur bei der Gestaltung meiner Rollen bleibe ich ­kompromisslos und sage immer, was ich denke. Das sieht man auch, wenn man meine Twitter-Posts liest. Sie haben 690.000 Follower. Was ­passiert, wenn Sie auf Twitter ­offen Ihre Meinung sagen? In den sozialen Medien werde ich immer wieder attackiert, zum Beispiel, wenn ich für Frauenrechte eintrete. Die meisten Kommentare kommen von konservativen Männern. Die schreiben Sachen wie: „Frauen in arabischen Ländern haben es viel schwerer.“ Dabei wusste ich gar nicht, dass sich amerikanische Konservative so sehr für diese Frauen interessieren. ­Anscheinend wollen mich diese Männer mit ihren Kommentaren warnen. Nach dem Motto: „Pass ja auf, was du sagst.“ Wie reagieren Sie auf Drohungen im Netz? Gar nicht. Oder nur, wenn ich das Gefühl habe, dass es um einen wichtigen Punkt geht. Wenn die Antworten verbal gewalttätig oder beleidigend sind, blocke ich sie einfach. 66  



Sie sagten, Sie treten für gleiche Bezahlung ein. Wie wichtig ist Geld für Sie? Mal ehrlich, wir Schauspieler sind für unseren Job überbezahlt. Mir geht es aber ums Prinzip. Wenn ich in einem Restaurant oder einem Kleidergeschäft arbeite und mein männlicher Kollege zehn Dollar

pro Stunde verdient, ich aber nur drei, dann ist das lächerlich – und zwar in jeder Branche. Die Frage ist: Warum erfährt ein Geschlecht mehr Wertschätzung? Gibt es Dinge, in denen Frauen ­Männern überlegen sind? THE RED BULLETIN


Da fällt mir ein Beispiel ein: Meine Familie besitzt Schusswaffen, und wir schossen früher gelegentlich auf Dosen. Ich war ziemlich gut. Außerdem musste ich für meine Rollen schon mal am Schießstand üben. Meine Trainer sagten, dass Frauen bessere Schützen als Männer sein können. Der Trick besteht darin, Schießen wie Meditation zu betreiben. Alles dreht sich um die Atmung. Das steht zum Beispiel in dem Buch „Zen in der Kunst des Bogen­ schießens“: Kommen wir wieder zu Ihrem Film. Die Karriere Ihrer Figur Molly Bloom wird durch den Einfluss ihres Vaters angetrieben. Wie war das bei Ihnen? Ich hatte niemanden, der mich zum Erfolg gepusht hat. Als ich sieben war, besuchte ich mit meiner Oma ein Theaterstück. Da habe ich begriffen, dass die Schauspie­ lerei ein richtiger Job ist. Seither wollte ich Schauspielerin werden. Das war’s. Klingt lapidar. Na ja, natürlich wusste ich nicht, ob ich Erfolg haben würde. Ich hoffte einfach, dass ich eines Tages genug Geld ver­ dienen würde, um mich von dem Beruf ernähren zu können. Für dieses Ziel habe ich dann sehr hart gearbeitet. Egal was passierte, ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Es erfordert eine gehörige Portion Durchhaltevermögen, sich in diesem Business durchzusetzen. Wie zäh schätzen Sie sich selbst ein? Ich bin ziemlich robust. Aber ich glaube, dass das jeder sein kann. Es geht darum, sich vorwärtszubewegen. Wenn du das jeden Tag ein Stückchen schaffst, bist du schon auf einem guten Weg. Haben Sie ein konkretes Beispiel für diese mentale Einstellung?

„Wir Schauspieler sind überbezahlt. Aber beim Thema Gehalt geht es ums Prinzip.” Karriere-Turbo: ­Chastain wurde 2012 für ihre Rolle in „Zero Dark Thirty“ für den Oscar nominiert.

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Klar. In meinem ersten Studienjahr brach ich mit einer Freundin zu einer Rucksack­ reise durch Europa auf. Im Nachtzug von Cinque Terre in Nordwestitalien nach Barcelona wurden wir ausgeraubt. Als wir aufwachten, waren alle unsere Sachen weg. Natürlich flippten wir aus. Aber du musst begreifen, dass solche Dinge häufig passieren. Ausgeraubt werden? Oder betrogen. Erst vor kurzem habe ich herausgefunden, dass mich eine Person, die mir viel bedeutete, bestohlen hat … Wie gehen Sie mit solchen Nachrichten um oder mit der Sache im Zug? Du musst begreifen, dass das zum Lebens­ weg dieser Menschen gehört, aber du selbst kein Teil davon bist. Ich will mich nicht aus der Spur bringen lassen. Wenn du im Zug beraubt wirst, ist das eine extreme Verletzung deiner Privatsphäre, aber ich weiß: Egal mit welchem Wahn­ sinn ich hier konfrontiert bin, ich werde diese Energie bei der Person lassen, die mich bestohlen hat. Ich werde nicht zulassen, dass sie mein Leben negativ beeinflusst. Kling fast buddhistisch. Wie entwickelt man so eine Einstellung? Es gibt da ein tolles Zitat: „Wo sich deine Aufmerksamkeit hinwendet, dahin folgt ihr deine Energie.“ Du machst immer das, worauf du dich konzentrierst. Wenn du dich mit negativen Dingen abgibst, wird auch dein Leben negativ verlaufen. Das Gleiche gilt umgekehrt. Sobald ich das begriffen hatte, hat diese Strategie mein Leben verändert. Was ist Ihr Lebenszweck, abgesehen von der Schauspielerei? Ich will einen positiven Beitrag leisten. Für mich geht es darum, etwas Gutes für andere Menschen zu bewirken. Was muss man dafür tun? Kleinigkeiten reichen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn du in ein Taxi steigst, dann sprichst du üblicherweise nicht mit dem Fahrer. Aber einmal, es war in Kambodscha, hatte ich eine ganz wunder­ bare Unterhaltung mit einem Taxifahrer. Wir haben über Dinge wie Familie und Heimat geredet. Ein kurzes Gespräch mit einem Fremden, aber sehr inspirierend. Das Leben bietet uns immer wieder solche kleinen Geschenke. Aber sie entgehen uns, wenn wir nicht aufpassen.

„Molly’s Game“: seit 8. März im Kino instagram.com/jessicachastain   67


Such dir einen Partner, der dich pusht. Denn Komfort killt Kreativität!“ ALBERT ­H AMMOND JR.

Wundervoller Egotrip: „Francis Trouble“ ist das vierte Soloalbum von Hammond jr.

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TA K E F I V E

Musiker ALBERT HAMMOND JR.

SO KITZELST DU DEINE KREATIVITÄT

Seine Band The Strokes brachte uns Anfang der 2000er den Rock zurück. Der US-Gitarrist weiß, wie man Ideen entstehen und wachsen lässt.

1 Schlüpf in ein Alter Ego

Kreativität hat immer auch mit ­Ängsten und Unsicherheit zu tun, die dir manchmal helfen (dazu später mehr), die dich aber auch bremsen und hemmen können. Ein Trick dagegen: Schaff eine Kunstfigur. Teil dich durch diese Person mit. Du wirst sehen, du wirst freier, ehr­ licher, direkter. Der Kunstfigur hinter meinem neuen Album gab ich den Namen Francis Trouble (und benannte dann auch gleich das ganze Album nach ihr). Ich lernte übrigens von David Bowie, dass ernste Themen mehr Spaß machen, wenn sie ein Clown thematisiert. (Gemeint ist die Kunstfigur Pierrot, die Bowie immer wieder nutzte – am denkwürdigsten im „Ashes to Ashes“-Video von 1980; Anm.)

2

Verlass die Stadt

Vor ein paar Jahren verließ ich Manhattan und zog aufs Land in die Catskill Mountains in Upstate New York. Die Stille dort, die Natur, einfache Dinge wie Gras, das stirbt und wieder wächst, all das beeinflusst die Kreativität enorm. Klar, du kannst überall kreativ sein, aber hier in der Natur ist mein Geist offener, es fällt mir leichter, Neues zu schaffen. Das merke ich immer mehr an meiner Musik. Die Energie in so einer Umgebung ist einfach wundervoll.

jemanden, der dich 3 Finde antreibt

Es ist wichtig, einen kreativen Partner zu haben, dem du vertraust, dem du bestimmte Aufgaben anvertrauen kannst – du kannst dich ja nicht um alles kümmern – und der dich ständig herausfordert. ­Dieser Partner ist mein Produzent Gus

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Oberg. Wir pushen einander beim Musikmachen, offen, direkt, ohne Rücksicht auf Komfort. Ich denke, genau deshalb ­arbeiten wir immer noch zusammen. Denn Komfort killt Kreativität!

4 Schalte um

Ich habe das Gefühl, zwei Seiten in mir zu haben. Eine davon denkt logisch und bezahlt die Rechnungen. Wenn ich arbeite, hilft sie mir aber nicht. Dann muss sie still sein. Ich muss ihre Welt verlassen – was nicht immer leicht ist. Dabei helfen mir lange Spaziergänge, und ich meditiere, am besten zweimal am Tag. Das schärft meine Wahrnehmung.

5 Schau aufs große Ganze

Ich liebe Carl Sagans Buch „Blauer Punkt im All“ (1994): Der Astrophysiker schrieb darin, wie unbedeutend menschliche Leistungen in diesem großen Universum sind und dass wir es erkunden müssen, um zu überleben. Viele halten seine Thesen für düster, aber für mich ­bedeuten sie: Wenn du großartige Kunst schaffen willst, musst du bereit sein, ­ständig die Perspektive zu wechseln, du musst Zweifel zulassen. Mein Therapeut, dem ich mein neues Album gewidmet habe, hat mich darin bestärkt. Und mir sogar auf­gezeigt, wie viele neue Möglichkeiten sich auftun, wenn du dich traust, dich zu ­hinterfragen.

Albert Hammond jr.s neues Album „Francis Trouble“ ist bei Red Bull Records erschienen; alberthammondjr.com Interview FLORIAN OBKIRCHER Foto AUTUMN DE WILDE   69


Festival-Highlight: die AutoShow, bei der die Besucher mit ihren Kampffahrzeugen wie in den „Mad Max“-Filmen durch die Wüste cruisen

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APOCALYPSE WOW!

Sie tragen Schrottkostüme, fahren Kampfkarren und handeln mit Bierkapseln: Jedes Jahr treffen sich tausende „Mad Max“Freaks in der kalifornischen Wüste, um das Ende der Zivilisation zu feiern. Willkommen beim verrücktesten Festival der Welt! Text FLORIAN OBKIRCHER Fotos JIM KRANTZ


Oben: Temperaturen über 40 Grad, Sandstürme, kaum Strom, und die nächste Dusche 30 Kilometer entfernt … Genau dafür lieben die rund 3500 Besucher ihr Wasteland Weekend. Postapokalyptische ­Zustände e­ rlebst du nirgendwo ­anders so authentisch. Links: Das Wasteland Weekend ist das einzige Fan-Festival mit ­Kostümpflicht rund um die Uhr – selbst für die Mitarbeiter. Die meisten Outfits sind Charakteren der „Mad Max“-Filme nachempfunden. Besonders populär in diesem Jahr: die weiß geschminkten „War Boys“ (rechts) aus dem Film „Mad Max: Fury Road“ (2015).

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THE RED BULLETIN


„Das hier ist eine utopische Fata Morgana, eine Hollywood-Ver­sion der Apokalpyse.” Jared Butler, Festival-Gründer


„Schnell, bewaffnet, ­ge­räumig“: Der Besitzer der „Fuel Injected Suicide ­Machine“ (Bild) nennt die Vorzüge seines Vehikels.

Vivid Vivka: Ihr am Festival preis­ gekröntes Kostüm enthält Kojoten- und Waschbärenknochen.


„Wasteland Weekend ist wie Crack für ­Cosplayer wie mich.” Vivid Vivka, Siegerin beim Kostüm-Contest

„Wir sehen bedrohlich aus“, sagt Teena in ­ihrem stacheligen Kriegerinnenkostüm, „aber Wastelanders sind die nettesten Leute überhaupt. Alle kümmern sich umeinander. Wenn du etwas brauchst, eilt dir sofort jemand zu Hilfe.“ THE RED BULLETIN 

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„Wir sehen bedrohlich aus, aber Waste-­ landers sind die ­nettesten Menschen überhaupt.“ Teena, Freizeitkriegerin

51 Wochen im Jahr ist er ein Poolreiniger in New Jersey, hier beim Wasteland Weekend ist Jim spiritueller Führer. Untertags ordiniert er als Priester und hält Spontanhochzeiten ab, nachts steht er am DJ‑Pult. „2010 kam ich zum ersten Mal. Ich war 30 Kilo schwerer und extrem schüchtern“, sagt er. „Was ich hier erlebte, spornte mich an, mein Leben zu ver‑ ändern. Ich brachte mich in Form – und kam als Lord Humongous (charismatischer, mus‑ kulöser Bandenchef in ‚Mad Max 2‘; Anm.) zurück.“ Jim hat seine Rolle gefunden – und hilft nun seinen Kame‑ raden dabei, das auch für sich zu schaffen. „In der Postapokalypse ist essenziell, dass du deine Fähigkeiten genau kennst. Die rauen Be‑ dingungen hier helfen dir, sie zu finden. Eine Erkenntnis, die dir auch im echten Leben enorm weiterhilft.“

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THE RED BULLETIN


Der Thunderdome ist eine 3-Meter-Kuppel, in der sich Festival-Besucher wie in „Mad Max 3“ mit Schaumschlägern duellieren.

Kampfverletzungen sind selten, erzählt die Thunderdome-­ Managerin Marisa, „einem Fighter musste allerdings mal ein Hoden entfernt werden“.


Frank (vorne) gewann mit seinem Fifi Fury (1969er-Plymouth-Fury-­ Chassis auf einem Kipp­ laster-Gestell) den Preis der Auto-Show.

Die „War Pigs“ kamen mit ihrem Bus aus Chicago – gut 3000 Kilo­ meter, die ihre Entschlossenheit schärften. „Mit 114 Fake-Waffen an Bord“, sagt Kapitän Sparky, „mögen wir nicht die Schnellsten sein, aber die Tödlichsten.“


U

m elf Uhr vormittags hielt Paul im schicken Geschäfts­ anzug einen Vortrag in seiner Anwaltskanzlei in Los Angeles. Jetzt, 16 Uhr, würde man Paul auf der anderen Seite des Gesetzes vermuten: dreckige Militärhosen, American-Football-Schulterpolster, Hundehalsbänder mit Stacheln. Am Kopf Schutzbrille, Stahlhelm, roter Irokese aus Besenborsten. In Angriffspose hockt er auf der Ablage eines Trucks in ­Camouflage-Farben. Als der Motor aufheult, reißt Paul den Speer in seiner rechten Hand in die Höhe und lässt einen bemerkenswert unjuristischen Schlachtschrei ab. Freilich beunruhigt das hier niemanden. Wir sind in der kalifornischen MojaveWüste, 50 Kilometer von der THE RED BULLETIN 

nächsten Bastion der Zivili­ sation entfernt, und Hobbykrieger wie Paul sind in dieser Woche die Normalos. Beim Wasteland Weekend, dem weltgrößten PostapokalypseFestival, treffen sich jeden September 3500 Kostümfans, Autobastler und andere Freaks, um so zu tun, als hätten sie das Ende der Zivilisation nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich hinter sich gelassen. „Die Wahrheit ist: In der Kanzlei trage ich eine Verkleidung, hier bin ich ganz ich selbst“, sagt Paul, der sich hier am Festival Mr. Spike nennt. Was 2010 als Wüstenparty von ein paar hundert Anhängern der „Mad Max“-Filme be­ gann, hat sich als Wasteland Weekend zur etwas anderen Fan-Convention entwickelt. Inklusive „Mad Max“-Stars, die gelegentlich auftauchen, aber hier eben keine Stars sind, sondern dem FestivalMotto folgend ganz normale Festivalgäste – also vielleicht ein wenig duchgeknallt, ganz sicher aber kostümiert. Denn Kostüm ist am Wasteland Weekend Pflicht, ausnahmslos, für jeden, zu jeder Zeit. Das heißt in den meisten ­Fällen: Leder, Sportklamotten, Camouflage – je dreckiger, desto besser – und Altmetall, aus dem die Besucher bizarre Waffenattrappen wie Felgenschilder und KettensägenMaschinengewehre bauen. In den Outfits stecken oft ­Wochen voller Arbeit, das­selbe gilt für die Autos. An die hundert ­modifizierte Fahrzeuge – von einem Strandbuggy-Kran, von dessen Arm kopfüber eine ­gefesselte Schaufensterpuppe baumelt, bis zu einem schwer bewaffneten Chevrolet-Leichenwagen – rollen durch den Wüstensand der Wasteland City. Die Stadt, errichtet auf 80.000 Quadratmetern ödem Nichts, ist von Mauern aus rostigen Metallplatten und Autoreifentürmen umgeben. Im Inneren gibt’s Camps, Zelte aus erdfarbenen Laken und Tarnnetzen. Die Festivalbesucher sind organisiert in rund

Im realen Leben ist Festivalchef Jared Butler Drehbuchautor. Sein aktueller Film: „Blood Money“ mit John Cusack.

hundert Stämmen, die Namen wie „Dukes of the Nuke“ tragen. Diese Stämme bauen die Infrastruktur der temporären Stadt selbst auf, ohne Lohn. Es gibt Lazarett und Autowerkstatt, Kino und Bücherei. Einen Radiosender und eine Zeitung, die täglich vor Ort gedruckt wird. Provisorische Bars, eine Bühne mit Flammenkanonen, auf der nachts Live-Bands spielen, und das „Last Chance“-Casino – eine Zeltspelunke, in der jeder ­irgendwann mal landet. Nicht nur, um am Roulette zu drehen oder am Renntisch auf Kakerlaken zu setzen, sondern weil das Casino gleichzeitig die Bank des Festivals ist. „Echtes Geld rühren wir nicht an, bei uns wird in Kronkorken gedealt“, sagt Crash,

„Geld rühren wir hier nicht an. Wir tauschen Kronkorken.“

ein tätowierter Koloss mit ­biblischem Bart. Vom Cocktail bis zu den Spielschulden – gezahlt wird mit orangefarben besprühten Bierkapseln. Um die Währung zu erhalten, muss man Crash unterhalten. „Manche erzählen Witze, andere zeigen mir Zaubertricks“, sagt er. „Grad vorhin zeigte mir ­jemand seinen gebleichten Anus – das hat ihm drei Kronkorken eingebracht.“ Es sind diese alternativen Konzepte, die Wasteland für Gründer Jared Butler zur ­utopischen Fata Morgana ­machen. „Auf den ersten Blick ist es eine Hollywood-Version der Apokalypse“, sagt er. „Aber die Gesellschaft könnte viel von uns lernen: Wir stampfen in einer Woche eine Stadt aus dem Boden. Jeder muss bei allem mithelfen. Die Kostümpflicht macht’s möglich: Banker und Hippies, ­Leute, die im Alltag nicht miteinander reden, packen gemeinsam an. In unserer Gesellschaft wären Begegnungen, wie sie hier passieren, gerade heute so wichtig.“   79


Dieser Mann beschert Albträume: Dominik Hartl, 34, Regisseur und Drehbuchautor.

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Sein Leben ist der Horror

DOMINIK HARTL ist Österreichs Antwort auf Alfred Hitchcock. Regisseur des Schreckens, Schöpfer des erfolgreichsten heimischen Kurzfilms auf YouTube, Preisträger internationaler Filmfestivals. Vergleiche mit Hollywood machen ihm keine Angst, denn: Idee schlägt Budget. Text CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO  Fotos ANDREAS THALHAMMER


Damit wir ein Gefühl für die Ausgangspositionen kriegen: „Angriff der Lederhosenzombies“ hatte 2,5 Millionen Euro Budget. Die US-Produktion „Stolz und Vorurteil und Zombies“, ebenfalls aus dem Jahr 2016, das Zehnfache. Budgetär kannst du natürlich nicht mithalten. Das war mir von Anfang an klar. Also musst du dir überlegen, wie du deine Idee in einem kleineren Rahmen umsetzt. Wie du das Maximum aus deinen Möglichkeiten herausholst.

M

an kann Dominik Hartl kaum einen größeren Gefallen tun, als seine Arbeit als schrecklich zu bezeichnen. Der 34-jährige Regisseur aus Wien ist Horror-Spezialist und damit fürchterlich gut unterwegs: Vier Millionen Views machten „Spitzendeckchen“, seine Abschlussarbeit an der Filmakademie, zum erfolgreichsten Kurzfilm Österreichs auf YouTube. Sein erster Horrorfilm in Spielfilmlänge, „Angriff der Lederhosenzombies“, wurde auf Festivals rund um den Globus gezeigt, mehrfach prämiert und in drei Sprachen synchronisiert. Und mit „Die letzte Party deines Lebens“ kommt am 22. März Hartls erste Interpretation eines Slasher-Films in die Kinos. Der gebürtige Schladminger setzt sich gern dem direkten Vergleich mit Hollywoodproduk­ tionen aus, trotz erschreckend geringer Produktionsbudgets. „Idee schlägt Budget“, sagt er, „du musst es nur richtig angehen.“ the red bulletin: Du legst dich gern mit Stärkeren an, oder? dominik hartl: Inwiefern? Horrorfilme gelten als besondere Budgetfresser. Und Österreich nicht gerade als Filmland, in dem Geld keine Rolle spielt … Wer Filme wie „Angriff der Lederhosenzombies“ oder „Die letzte Party deines Lebens“ macht, stellt sich durch das Genre automatisch dem Vergleich mit Hollywood. 82  



Und zwar wie? Spinn dich aus! Beschränkungen, ob technische oder finanzielle,­ können eine Inspiration sein. Sie zwingen dich dazu, Lösungen zu finden, an die du sonst nie ­gedacht hättest. Zum Beispiel? Bei „Angriff der Lederhosen­ zombies“ war laut Drehbuch eine Szene geplant, in der ein Ski-Doo in ein Reh kracht. Das so zu ­drehen wäre viel zu teuer

für uns gewesen. Also haben wir uns m ­ onatelang mit der EffektAbteilung den Kopf zerbrochen. Nun spielt die Szene auf der ­Pan­oramakarte des Skigebiets. Als Animation mit Puppen. Es wurde eine der besten Szenen im Film. Die blieb beim Publikum hängen. Trotzdem wäre dir lieber ge­ wesen, mehr Budget zu haben. Michael Haneke hat einmal gesagt: „Je enger man das Korsett schnürt, desto mehr muss man sich über die Details in diesem Korsett Gedanken machen.“ Ich bleibe dabei: Beschränkungen können reizvoll sein. Der Umkehrschluss wäre: Zu viele Möglichkeiten machen uns zu kreativen Faulsäcken. Die Gefahr besteht. Als erster Regisseur, der sich über ein zu üppiges Budget beschwert, könntest du in die Filmgeschichte eingehen. Bei Michael-Bay-Filmen langweile ich mich. Jedes Mal, wenn jemand

Filmografie des Schreckens Von den Anfängen mit einer Hi8-Kamera bis zum aktuellen Kinohit: Übersicht über Dominik Hartls Schaffen.

JUST A DREAM (1997)

DURACELL-HITLER (1999)

SPITZENDECKCHEN (2012)

Gedankenwelt eines 14-Jährigen: Kurzfilm mittels Lego und Stop-Motion-Technik über das tödliche Ende eines Ausflugs.

Das Stilmittel: Plastilin. Der Protagonist: Adolf Hitler. Gewagte, trocken-witzige Persiflage auf den Diktator.

Hartls prämierte Abschluss­ arbeit an der Filmakademie über das Eigenleben einer Wiener Wohnung. Schockt jeden Mieter.

BEAUTIFUL GIRL (2015)

ANGRIFF DER LEDERHOSENZOMBIES (2016)

DIE LETZTE PARTY DEINES LEBENS (2018)

Der wahre Horror: erwachsen werden. Im Coming-of-AgeDrama zeigt Hartl, dass er auch ruhige Spielfilme beherrscht.

Trash-Horror, inspiriert durch unsere Après-Ski-Gesellschaft. Award-Gewinner in Brasilien!

Ein Killer geht um auf X-JAM, Österreichs größter Maturareise. Filmstart: 22. März.

THE RED BULLETIN


Dominik Hartl fürchtet sich bei Horrorfilmen, nicht aber vor Vergleichen mit Hollywood.

aus dem Auto aussteigt, macht die Kamera einen 360-Grad-Schwenk, und eine F-16 fliegt vorbei. Zum Gähnen. Schau dir dagegen „Blair Witch Project“ oder „Paranormal Activity“ an: Die haben ihre beschränkten Mittel extrem effektvoll eingesetzt. Verrate uns eins: Wie gelingt es, mit kleinen Mitteln großen Ein‑ druck zu machen? Das Wichtigste ist, eine emotionale Komponente zu erzeugen. Das kostet nichts, außer Gedanken. Versetz dich in dein Gegenüber. Was gefällt ihm? Was berührt ihn? Man kann mit ganz wenig ganz viel erreichen. Kreativität ist ein anstrengender Prozess.

DOMINIK HARTL(2), LENI LAURITSCH, PETRO DOMENIGG (2), ANDREAS THALHAMMER & XIAOSU HAN

„Wie du mehr aus den Mitteln machst? Spinn dich aus! Zwing dich zu Ideen!“ Wohl kaum anstrengender als ein Filmdreh während einer ­Maturareise? „Die letzte Party deines Lebens“ hast du tatsäch‑ lich live auf einem X‑JAM ge‑ dreht, mit 5000 bestens gelaun‑ ten Jugendlichen als Statisten. (Lacht.) „Die letzte Party deines Lebens“ war tatsächlich eine Challenge. 5000 Jugendliche, das ist wie Drehen in der Wildnis. Du musstest erst herausfinden, wie und wann du etwas machen kannst. Wir konnten nichts ­inszenieren, sondern mussten uns den Feiernden anpassen. Nicht einfach. Aber das Ergebnis ist Authen­tizität. Auch die kriegst du um kein Budget der Welt.

dieletztepartydeineslebens.com THE RED BULLETIN 

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TAK E F I V E

Breakdancerin AT:

VERSTECK DICH NICHT HINTER DEINEM HANDY! Anniina Tikka begann 2004 mit Breakdance. Als Frau. In Finnland. Keine einfachen Voraussetzungen. Heute ist sie AT: B-Girl-Ikone, Siegerin internationaler Contests, Online-Unternehmerin. Ihr Erfolgsrezept in fünf Zutaten.

1 Lernbereitschaft

Ich tanze, seit ich fünf bin, und lerne immer noch täglich dazu. Anfangs ging es um Basics, Technik, neue Moves. Aber je besser du wirst, desto mehr geht es um dich selbst. Ich habe gelernt, loszulassen, mich nicht über Siege zu definieren, frei zu sein. Solche Erfahrungen kommen mit der Zeit, egal was deine Leidenschaft ist. Voraussetzung: Du bleibst lernbegierig.

2 Einzigartigkeit

Beim Breakdance kommt es sehr auf den persönlichen Style an. Einzigartigkeit ist aber immer ein Resümee deiner Vergangenheit. Du kannst nicht auf Knopfdruck besonders sein. Deinen eigenen Stil zu finden kann dauern. Aber jeder Tag bringt dich deinem wahren Ich näher. Lass dich von anderen inspirieren, ohne sie zu kopieren. Und versuche nicht, ­anders zu sein, sondern sei du selbst. Als Judge (u. a. beim Red Bull BC One Camp in Wien; Anm.) weiß ich zu unterscheiden, was originell und was gekünstelt ist.

3 Fitness

Die Sets während der Wettkämpfe sind länger als früher, die Schwierigkeit der Moves höher. Das verlangt von den Tänzern: mehr Kraft, mehr Ausdauer, mehr Fitness. Was mich die Contests gelehrt haben: Je mehr du deinem Körper vertrauen kannst, desto besser kannst du dich neuen Situationen anpassen. Dich überrascht nichts, sondern im Gegenteil: Du hast Reserven, andere zu verblüffen.

5 Offenheit

Wenn du eine neue Leidenschaft entdeckst, beginnst du alles durch andere Augen zu sehen. Und du findest überall Inspiration. Mein Rat: Geh raus. Versteck dich nicht hinter deinem Handy. Natürlich inspiriert einen auch das Internet. Aber nichts ersetzt das echte Leben.

AT in Aktion: Besuche ihren Workshop im Rahmen des Red Bull BC One Camp, 12. –  14.  April in Wien Interview CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO Foto VICTOR ENGSTRÖM

Es geht nie darum, was du machst, sondern darum, wie du es machst. Steck deine Leidenschaft ins Detail.“ AT

4 Liebe zum Detail

„Es geht nie darum, was du machst, sondern darum, wie du es machst“, besagt ein Sprichwort. Das musste ich auf die harte Tour erfahren. Nach ­einer Schulteroperation 2014 konnte ich keine Power Moves und verrückten Tricks mehr machen. Also galt es, einfache Bewegungen perfekt auszuführen. Wenn du nur das machen kannst, was jeder kann, geht es darum, es besser oder schöner zu machen. Mit Leidenschaft. Wahre Schönheit steckt im Detail – vergiss das nie!

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Tanz oder gar nicht: AT, B-Girl und Online-Coach (bboydojo.com) THE RED BULLETIN


Foto: Scott

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ABFLUG 2,45 Meter im Hochsprung: Einer der großen Weltrekorde wird im Sommer 25 Jahre alt. Oder doch nicht? MUTAZ BARSHIM, Weltmeister aus Katar, steht vor dem größten Sprung, der je einem Menschen gelungen ist. Text STEFAN WAGNER Fotos SHAMIL TANNA

Mutaz Barshim beim Shooting für The Red Bulletin in seiner ­sport­lichen Heimat, der Aspire ­Academy in Doha

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he red bulletin: Mutaz Barshim, Sie wissen sicherlich, wie hoch ein ­Fußballtor ist. mutaz barshim: Ja, natürlich. 2,44 Meter. Ein Zentimeter höher als ­meine persönliche Bestleistung. Daran denke ich immer, wenn ich im Training an einem Fußballplatz vorbei jogge. Ich bin 1,85 Meter groß, und ich muss mich strecken, damit ich diese Höhe mit den Fingerspitzen überhaupt erreiche. Sie wollen da drüberspringen! Nein. 2,44 wären ja nicht genug. Den Weltrekord, die 2,45, will ich nicht ­einstellen. Ich will ihn brechen. Mein Ziel sind 2,46. Wir sprechen von einem der ganz ­großen Rekorde der Sportwelt. Der legendäre Kubaner Javier Sotomayor­ sprang ihn im Sommer 1993, das ist ein Vierteljahrhundert her, ganze ­Generationen von Hochspringern sind an dieser Höhe zerbrochen. Haben die Fachleute recht, wenn sie aus­ gerechnet Ihnen realistische Chancen auf den Rekord geben? Ja. 2,46 sind erreichbar, ganz sicher. „What gravity, huh?!“ Hahaha, ja, mein Motto. Bei allem Augenzwinkern in diesem Spruch: Ist die Schwerkraft nicht ein etwas überdimensionierter Gegner? Jeder Sprung ist im Kern eine Heraus­ forderung der Schwerkraft. Und ich schaffe ja auch, sie zu überwinden. Kurze Zeit bin ich ihr sogar entzogen. Hochsprung ist mehr fliegen als springen. Man ist lange genug in der Luft, um den Flug als Flug wahrzunehmen – und sogar zu genießen.

auf 2,10 liegt oder auf 2,30 – egal. Es geht um deinen Sprung, nicht um die Latte. Aber eine Latte auf 2,10 muss Sie doch langweilen. Das ist ja so, als würde Usain Bolt die 100 Meter in 13 Sekun­ den joggen. Nein, es ist ganz anders. Eine Latte auf 2,10 lässt dich in Ruhe. Eine Latte auf 2,40 macht Druck, setzt dich unter Stress. Allein dass sie da oben liegt, macht es schwieriger, technisch alles richtig zu ­machen. Denn die Versuchung ist groß, dass du etwas Besonderes probierst. Und genau das wäre falsch. Wenn du eine besonders schwere Aufgabe vor dir hast, dann wäre der größte Fehler, dass du dich von der Anspannung, vom Adrenalin dazu verleiten lässt, etwas ­Besonderes zu versuchen, etwas anderes als das, was du am besten kannst. Aber Sie können doch nicht 2,46 sprin­ gen, ohne an 2,46 zu denken. Meine Aufgabe ist nicht die Latte. Meine Aufgabe ist, den Schwerpunkt des Kör­ pers, die Hüfte, so hoch wie möglich zu kriegen. Das ist eben sehr einfach, wenn die Latte auf 2,10 liegt. Aber gar nicht mehr einfach, wenn sie auf 2,30 liegt. Und noch viel schwieriger auf 2,46. Bei einem guten Sprung denkst du nie an die Latte. Sondern immer an dich, an deine Technik, dein Können.

Ich würde auf Rücken und Hinterteil achten. Und einfach nur hoffen, die Latte nicht zu berühren. Nur Anfänger haben Angst vor der Latte. Sobald Sie verstanden haben, worum es im Hochspringen geht, wird alles ein­ facher. Die Latte wird immer unwichtiger, je besser Sie Hochspringen beherrschen.

Sie haben auch einmal gesagt, Hoch­ sprung ist eigentlich mehr Kunstform als Sportdisziplin. „You need speed, but not too much, you need power, but not too much, you need to be flexible, but not too much.“ Klingt eher nach Rätsel als nach Kunst. Nein, Kunst, das trifft es schon. Es ist ja genau wie in der Kunst: nicht schwer zu verstehen, aber schwer gut zu machen. Jeder kann laufen, jeder kann das rechte Bein hochschwingen, die Arme heben, springen, den Rücken durchbiegen. So wie jeder eine Leinwand nehmen kann, Farbe und einen Pinsel. Aber um ein gutes Bild zu machen, gehört eben mehr dazu. Da zählt dann jedes Detail.

Ich hätte gedacht, die Latte wird inter­ essanter, weil sie ja immer höher liegt. Nein. Das Geheimnis ist: Du springst ein­ fach jedes Mal, so hoch du kannst. Ob sie

Nun ja, bei Kunst kommt Kreativität dazu. Sie werden mir jetzt nicht er­ zählen wollen, dass der Hochsprung ein kreativer Akt ist.

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Nun ja … ich bin relativ groß gewachsen, daher ist der Oberkörper eine Schwach­ stelle in meinem System – ich muss also an seiner Stabilität arbeiten. Aber nicht zu viel, sonst werde ich steif. Ich muss schnell anlaufen, aber nicht zu schnell, sonst verfehle ich den Absprungpunkt … das sind nur zwei sehr einfache Aspekte. Es ist ein Puzzle, und jeder Teil wirkt sich auf alle anderen aus. Ziemlich kompli­ ziert. Und auch ziemlich stressig, für den Körper genauso wie für den Geist. Dabei sieht es so leicht und selbst­ verständlich aus, wenn Sie springen. Hahaha, ja, das sagen alle. Es wurde einmal gemessen: Beim Absprung lastet das zehnfache Körpergewicht auf Sprung­ gelenken, Knie, Rücken. Und je besser du technisch bist, desto mehr Energie machst du im Moment des Absprungs frei. Ein guter Absprung ist eine Explosion. Nach Ihrem ersten Sprung über 2,43 waren Sie schwer verletzt. Weil Sie ­alles richtig gemacht hatten? Ja. Stressfraktur. Die Belastung war ein­ fach zu groß. Mein Körper war für 2,43 noch zu schwach. Als ich mit 21 zum ersten Mal über 2,40 sprang, war das da­ vor 13 Jahre niemandem gelungen. 2,40 ­waren wieder Neuland für uns alle. Ich musste erst lernen, noch mehr zu regene­ rieren, noch weniger Wettkämpfe, noch gezielteres Training. Komplettes Check-up des Körpers alle vier, fünf Wettkämpfe. Ich bin regelmäßig beim Chiropraktiker, weil sich durch die Belastung kleine ­Knochen verschieben. Und das ist nur der Körper. Es ist heftig, was sich in deinem Kopf abspielt, wenn du vor einer Latte stehst, die auf 2,40 liegt. Tausend Gedan­ ken, Zweifel, Ängste, „was mach ich hier, wie soll ich das schaffen?“. Und du musst, ­bevor du anläufst, deine Gedanken um­ drehen. In „Ich werde es schaffen, ich kann das“. Ein Kampf im Kopf. Die Leute ver­ stehen das alles nicht. Sie sagen, es sieht so leicht aus, ich soll einfach einmal die Latte auf 2,46 legen und es probieren. Sie haben keine Ahnung, was das bedeutet. Aber ich vermute, Sie gewöhnen sich ja im Training an solche Höhen. Wie oft trainieren Sie jeden Tag? Ich springe zweimal pro Woche. Nicht ­öfter. Und je maximal zehn Sprünge. THE RED BULLETIN


„Eine Latte auf 2,40 bedeutet Stress, Zweifel, Ängste.“ „Hochspringen ist wie Kunst“, sagt Barshim, „nicht schwer zu verstehen, aber schwer gut zu machen.“


Mutaz Barshim beim Training: „Technik, immer nur Technik, Technik, Technik.“


„Scheitern ist der Funke, an dem sich die Motivation entzündet.“

Zweimal pro Woche? Sie nehmen mich auf den Arm. Nein. Mehr wäre viel zu viel Belastung. Ich wäre sofort wieder schwer verletzt. Wie viele Sprünge über 2,30 oder 2,40? Keiner, niemals. 2,15, maximal 2,20. Ich trainiere nicht Höhe, ich trainiere Technik. Immer nur Technik, Technik, Technik – alle Feinheiten. Aber der Unterschied zum Wettkampf ist dann doch riesig. O ja, ich weiß, ja. (Lacht.) Hochspringen ist im Grunde ein grau­ samer Sport. Aber nicht so, wie Sie bisher erzählten, sondern weil Sie jeden Bewerb mit einem Fehlversuch beenden. Auch wenn Sie als Sieger feststehen, versuchen Sie noch die nächste Höhe, so lange, bis Sie scheitern. Sie verlassen ein Stadion­nie mit einem Erfolg, sondern ­immer mit einem Scheitern. Ich finde das gut.

„Work hard, okay, aber wichtiger ist: work smart. Wenn du das Falsche wiederholst, wirst du immer besser darin, schlecht zu sein.“

Wirklich? Klar. Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen, und alles ist perfekt. Kein Scheitern, kein Grübeln, nichts zu verbessern, alles er­ reicht. Nicht gut. Beim Hochsprung gehen Sie weg, vielleicht haben Sie einen Rekord aufgestellt, vielleicht eine Goldmedaille gewonnen, aber der letzte Versuch: ge­ scheitert. An den denken Sie dann. An dem arbeiten Sie. Da bleibt nach jedem Wettkampf ein Funke, an dem sich Ihre Motivation neu entzündet. 99 Prozent Zu­ friedenheit ist viel besser als 100 Prozent Zufriedenheit. Viel, viel besser. Ich mag das sehr an unserem Sport. Den Weltrekord brechen, das geht übrigens aller Voraussicht nach nur, wenn Sie schon als Sieger in einem Wettkampf feststehen. Fehlt da nicht das letzte bisschen Hunger, Fokus? Es klingt mental ein bisschen kompliziert. Ist es auch. Ich liebe es, wenn es hin und her geht, der andere einen Zentimeter höher, ich ziehe nach. In New York sprang ich einmal 2,42, damals der zweithöchste Sprung der Geschichte, und der andere­ sprang auch 2,42, aber mit weniger Versuchen. Also gewann er. Super Wett­ kampf. In der Woche darauf sprang ich meine 2,43. Warum? Weil ich gegen ihn einfach nicht verlieren wollte. In London bei der WM stand ich mit 2,35 als Sieger fest. Ich hätte viel höher springen können, aber es war vorbei. Alle wollten feiern, die Spannung war draußen. Du kannst, wenn du zufrieden bist, keine Leistung bringen. Du musst hungrig sein.



Sie hoffen ja wirklich, dass Ihre ­Konkurrenten in Topform sind! Je stärker, desto besser. Ich brauche das. Sie haben Ihre Hochsprung-Karriere wahnsinnig spät begonnen, erst als Sechzehnjähriger. Stellen Sie sich einen F ­ ußballer, einen Tennisspieler, einen Rennfahrer vor, der erst mit 16 beginnt. Unmöglich! Ich weiß, ja. Aber mein Vater war Läufer, also begann ich auch mit dem Laufen. Ich war Geher. Und hin und wieder bin ich gesprungen. Heute sage ich: Das war ein Glück. Ich bin frisch geblieben. Was, hätte ich schon als Kind mit dem Hochsprung begonnen? Ich weiß es nicht. Vielleicht wäre ich längst ausgebrannt. Ich halte auch nichts davon, Kinder zu etwas zu zwingen. Wenn aus Kindern Weltklasse-Athleten werden sollen, geht’s nicht anders. Schauen Sie mich an. Es geht. Aber Sie sind ein Wunderkind. Im Gegenteil! Ich war der Ungeschickteste in meiner Trainingsgruppe. Wirklich. Ich war mit 17 ein sehr schlechter Hoch­ springer. Vielleicht 1,90, die Mädchen sprangen höher als ich. Aber dann verliebte ich mich ins Hochspringen. Es wurde meine Leidenschaft. Ich war ­unglücklich, wenn ich schlecht sprang. Und glücklich, wenn ich gut sprang. Das hört man oft von Menschen, die in irgendeinem Bereich Weltklasse sind: Leidenschaft führt dazu, dass man eine Tätigkeit länger, härter, ausdauernder übt – und damit besser wird. Ich habe mich mit Hochsprung beschäf­ tigt, Videos angesehen, andere Springer studiert, aber gesprungen bin ich schon damals nur zweimal pro Woche. Kein Weltklasse-Athlet übt das, worin er gut sein will, nur zweimal pro Woche. Aber es genügt. Man muss nur darauf ach­ ten, das Richtige zu tun. Darauf verwende ich viel Zeit: genau zu wissen, was das Richtige ist. Work hard, okay, aber wich­ tiger ist: work smart. Wenn du das Falsche wiederholst, wirst du immer besser darin, schlecht zu sein. Zehnmal eine Übung kor­ rekt ausgeführt ist besser als tausendmal falsch. Achte immer zuerst auf die Qualität deines Trainings, nie zuerst auf die Menge. Ich sehe mir dasselbe Video hundert-, zweihundertmal an, bis ich vielleicht dieses eine Detail herausfinde, an dem wir dann zwei, drei Monate arbeiten. Mein Coach ist ein Genie darin, immer diesen einen Puzzlestein zu finden, an dem wir arbeiten müssen, um das Gesamte zu verbessern.   91


Ihr Coach ist Stanisław Szczyrba, ein Pole, der nach Katar geholt wurde, um mit den talentiertesten jungen Athleten des Landes zu arbeiten. Stimmt die ­Geschichte, dass er Sie das erste Mal gar nicht beim Hochspringen gesehen hat, sondern beim Basketball – und Sie sofort angesprochen hat mit den Worten „Du kannst 2,40 springen, Junge!“? Ja, so war das. Damals hatte ich 2,09 als Bestleistung. Da kam dieser alte Pole – er war damals ja schon Mitte 60 – und sagte: „Du kannst 2,40 springen.“ Was damals seit einem Jahrzehnt keiner geschafft hatte! Ich dachte, der Kerl sei völlig verrückt. Und Sie wollten nicht mit ihm arbeiten. Wir stritten dauernd. Ich wollte ausgehen, mein Leben genießen. Zum Training kam ich zehn, zwanzigMinuten zu spät – es war nie ein Problem. Doch dann tauchte er auf, und alles änderte sich. Eine Minu­te zu spät: Riesenproblem. Unkonzentriert beim Training: Riesenproblem. Ich wollte, dass der Verband ihn rauswirft, dass sie ihn zurückschicken nach Polen oder nach Schweden, wo er wohnt. Und was tat er? Er bliebt stur, pushte, pushte. Und kämpfte um mich. „Verschwende dein Talent nicht“, sagte er. „Du kannst Großes erreichen.“ Ich glaubte ihm nicht. Er ging mir mit ­seiner Professionalität auf die Nerven. Aber er blieb hartnäckig, und 2009, kurz bevor ich an die Universität gehen wollte, sagte er: „Gib mir zwei Monate. Geh mit mir auf Trainingslager, und tu zwei Monate lang, was ich sage. Wenn du danach an die Universität willst, werde ich dich nie wieder um etwas bitten. Aber gib deiner Karriere diese letzte Chance.“ Ich dachte: zwei Monate, ganz schön lang. Aber ich sagte zu. Wir fuhren nach Schweden. Kein Junkfood, keine Süßigkeiten, früh ins Bett, früh raus. Ich tat alles, was er sagte. Nach Schweden fuhr ich mit einer persönlichen Bestleistung von 2,14. Am Ende des Trainingslagers sprang ich 2,25. Elf Zentimeter in zwei Monaten! Wahn­ sinn. Ich sagte: „Okay, Coach.“ Seither arbeiten wir genau so, wie er es sagt. Das hat mich völlig verändert. Als Athlet, als Mensch. Er ist mein zweiter Vater. Szczyrba ist mittlerweile über siebzig. Sind Sie sicher, er ist noch up to date in allen Belangen des modernen Hochleistungssports? Nein. Aber in allen Belangen, die für ­meinen Hochsprung wichtig sind: ja. Da kommt eine neue Generation von Coaches von den Hochschulen, die 92  

alle Studien über Biomechanik und Trainingswissenschaft auswendig ­kennen  … … er hasst Papiere! Und er hasst Com­ puter! Das einzige Programm, das er verwendet, ist Skype, um mit mir zu reden. Er ist perfekt in Biomechanik, weil er sie versteht. Er hasst es, wenn Leute daherkommen und uns von Studien erzählen, er hasst theoretisches Blabla. Er ist ein ­Genie. Er macht auch keine Trainings­pläne. Niemals. Ich hatte, seit wir miteinander arbeiten, noch keinen Trainingsplan. Aber jeder Hobby-Athlet hat einen ­Trainingsplan. Wir brauchen ihn nicht. Stanisław weiß jeden Tag auch so, was zu tun ist. Und wenn er dann einmal sagt: „Heute zehn­ mal 100 Meter Sprint“, und meine Ober­ schenkel sind müde, dann hat er eine andere Idee. Oder er sagt: „Macht nichts. Trotzdem zehnmal 100 Meter.“ Er ist eben ein Genie. Weltklasse-Athleten sehen üblicherweise sich als Chef und den Trainer als Dienstleister. Ich bin das Auto, er ist der Fahrer. Ich bin der Motor, er ist der Pilot. Wir sind ein Team, einer ohne den anderen funk­ tioniert nicht. Ich muss ihm aber exaktes Feedback geben. Zum Beispiel kann ich nicht sagen: „Ich habe Schmerzen im Knie.“ Ich muss die Schmerzen be­ schreiben können. Denn jeder Schmerz hat seine Botschaft. Der eine bedeutet: Stopp, nicht weiter. Der andere hingegen ist Bestätigung, dass du den richtigen Prozess angestoßen hast.

„Mein Trainer hasst Computer, hasst Papiere, hasst theo­ retisches ­Blabla, hasst Trainingspläne.“


Mutaz Barshim wird am 24. Juni 27 Jahre alt. Seine bisher größten Erfolge: zwei olympische Medaillen (Bronze London 2012, Silber Rio 2016), WM-Titel 2017 in London (nach Silber 2013 in Moskau), Gold bei der Hallen-WM 2014 sowie bei den Asienspielen 2010 und 2014


So sehen 2,46 Meter aus. Barshim selbst ist 1,88 Meter groß, „aber in meinem Körper stecken jetzt schon 2,47 Meter“, sagt er.


Sie wurden einmal gefragt, was Ihr Coach so gut macht. Und Sie haben mit dem lustigsten Satz geantwortet, den man über einen Hochsprung­ trainer überhaupt sagen kann: „He keeps my feet on the ground.“ Hahaha, ja. Aber es ist wirklich wichtig, nicht abzuheben. Egal wie viel Erfolg man hat. Er behandelt mich immer noch wie damals, als ich Junkfood und Süßig­keiten in mich reingestopft habe. Als ich ein dummer Junge war. Und das ist wichtig. Es ist wichtig, dass ich immer noch das gleiche Verhältnis zu meiner Familie habe wie früher. Dass ich immer noch die­selben Freunde habe. Es ist wichtig, dass man bescheiden bleibt. Ich bin vielleicht ein ziemlich guter Hochspringer,­aber das ist doch nur ein Teil des Lebens. Ein ziemlich kleiner sogar, einer, der ­eines Tages ganz wegfallen wird! Was bleibt dann übrig? Wie du dich anderen gegenüber verhältst. Wer meint, dass dir ein Weltmeistertitel oder ein Weltrekord das Recht gäbe, zu anderen unhöflich zu sein, der hat sehr vieles im Leben m ­ iss­verstanden. Für unser Fotoshooting haben wir die Latte auf zirka 1,90 Meter gelegt – für Sie gewiss eine lächerliche Höhe. Dennoch wollten Sie nur ein paar ­wenige Sprünge machen. Wieso das? Man muss vorsichtig sein. Man muss ­immer konzentriert springen, immer auf die Technik achten. Ich könnte fürs ­Shooting dutzende Male über die Latte springen, aber ich würde meiner Technik­ schaden. Ich wäre unkonzentriert, schlampig – und es würde sehr lange ­dauern, diese Unsauberkeiten wieder aus der Bewegung zu kriegen. Sie werden im Juni 27 Jahre alt. Sie kommen jetzt in die wahrscheinlich beste Phase Ihrer Karriere, und es gibt drei ganz große Ziele: die WM in Ihrer Heimat Katar 2019, Olympia in Tokio 2020 – und den Weltrekord. Seit Jahren traut man Ihnen den zu. Sind Sie schon ungeduldig? Ich glaube, es könnte, wenn alles perfekt läuft, diesen Sommer so weit sein. In meinem Körper stecken bereits jetzt 2,47. Aber wir reden hier vom höchsten Sprung, den je ein Mensch gemacht hat. So etwas kann man nicht erwarten oder verlangen. Es muss geschehen. Es nutzt dir nichts, wenn du den besten Tag deines­Lebens hast und es regnet oder der Wind dreht oder das Publikum ist nicht in Stimmung. Oder du hast bei 2,35 schon gewonnen. Wenn Sie in perfekter Form sind, das Wetter perfekt ist – und das einzige THE RED BULLETIN 

„Meine Pokale und Medaillen will ich nicht sehen.“

ein wahnsinnig netter Kerl. „Wenn jemand meinen Rekord bricht, dann sollst du es sein“, hat er gesagt. Stellen Sie sich vor, Sie springen ­diesen Sommer tatsächlich 2,46. Aber ein ­anderer schafft 2,47. Vielleicht sogar im selben Wettkampf. Sie haben Ihr größtes Ziel erreicht, aber das Ziel ist nicht mehr da. Das wäre das Schlimmste, oder? Überhaupt nicht. Ich hätte mich ja verbessert. Und würde wissen, dass ich mich noch weiter verbessern kann. Von 2,43 auf 2,46, das ist ja eine riesige ­Verbesserung. Wieso sollte dann dort Schluss sein? Und was, wenn Sie diesen Sommer 2,46 springen und tatsächlich den ­Rekord haben? Was passiert dann mit Ihrer Motivation? Das wäre härter, als wenn ein anderer 2,46 schaffen würde. Auf jeden Fall. Es wäre viel Motivation weg.

Mutaz Barshim ist der erfolgreichste Athlet in Katars ­Geschichte. Und Aushängeschild der Aspire Academy

Problem wäre, dass Sie bei 2,35 schon als Sieger feststehen? Keine Chance auf den Weltrekord? Keine. Null. Wie oft haben Sie Javier Sotomayors legendären Sprung vom 27. Juli 1993 ­angesehen? Früher sehr oft. Aber mittlerweile nicht mehr. Ich kann wenig davon lernen, ­anderen Springern zuzusehen. Die meisten springen mit so viel mehr Kraft als ich. Vor allem Sotomayor, er hatte unglaublich viel Power. Ich springe mehr mit Speed, mit Flexibilität. Die meisten springen, ich versuche zu fliegen. Haben Sie Sotomayor je persönlich getroffen? Ja, oft, und ich war jedes Mal aufgeregt. Er ist ein Idol. Er ist Ihr größter Rivale! Sehen Sie’s doch so, dann wird’s mit den 2,46 leichter. Er hat mir erzählt, wie viel Angst er seit 2014 bei jedem meiner Wettkämpfe hat, dass er seinen Rekord verliert. Er hat ­richtig Angst davor! (Lacht.) Aber er ist

Die Heim-WM im Jahr darauf in Doha, Olympia 2020 in Tokio … Ich wäre der Beste aller Zeiten, was kann es Größeres geben? Am besten wäre wohl, ich schaffe den Weltrekord 2019 in Doha. Ja, das wäre das Beste. Stimmt es, dass Sie keinen einzigen ­Pokal, keine Medaille zu Hause haben? Ja, das ist richtig. Sie sagen: um hungrig zu bleiben. Ja. Ist alles irgendwo in einem Kasten versteckt. Als ich die Olympiamedaille einmal für ein Shooting brauchte, musste­ ich sie stundenlang suchen. Ich will diese­Trophäen nicht sehen. Wenn meine ­Karriere zu Ende ist, werde ich sie hervorkramen und aufstellen. Aber jetzt nicht. Sie würden mich ablenken. Ich will kein Gefühl der Zufriedenheit, der Sattheit in meinem Leben als professioneller Athlet haben. Und wenn es mit dem Weltrekord dann doch nie klappen sollte? Nicht so wichtig. Das Wichtigste ist, dass ich mich diesem Ziel verschreibe. Dass ich alles versuche. Solange ich sagen kann, ich habe alles versucht, ist alles okay. Dann ist es sogar ziemlich unerheblich, ob es am Ende klappt oder nicht. Das Schlimmste wäre – egal was ich erreiche –, dass ich am Ende meiner­ Karriere sagen muss: Es wäre mehr ­möglich gewesen.

mutazbarshim.net   95


guide Get it. Do it. See it.

18 März

GOLD & GOOSE/RED BULL CONTENT POOL

ENDLICH VOLLGAS!

In der Wüste endet die Durststrecke für alle MotoGP-Fans: Die Saison beginnt in Katar mit dem ersten Gradmesser für die Stars auf zwei Rädern (oder auf einem, wie DucatiNeuzugang Jack Miller im Bild vorführt). Alle Rennen gibt’s live auf ServusTV.

THE RED BULLETIN 

  97


GUI D E

See it US-Biker Carson Storch bei Crankworx in Rotorua 2016

Von Neuseelands berüchtigtsten Mountainbike-Trails zu Korsikas abgründigsten Küstenstraßen – die Highlights des Monats auf Red Bull TV.

13

März   ON

DEMAND 

MIKAELA SHIFFRIN: PEAK SEASON

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine ­globale digitale Desti­ nation für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder con­ necte dich via Smart-TV. Alle Infos: redbull.tv

98  



Ein Coming-of-Age-Drama der sport­ lichen Art: Begleite das Slalom-Ass aus den USA auf ihrem Weg vom Ausnahme­ talent zum Superstar der Skiwelt.

6

bis 8. April   LIVE 

RALLYE KORSIKA

Vierter Stopp der WRC-Saison 2018, auch bekannt als Rallye der 10.000 Kurven. Die meisten der ­Kurven befinden sich auf engen Bergstraßen, mit Felswand auf der einen und Abgrund auf der anderen Seite.

THE RED BULLETIN

BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, EMILIANO GRANADO, JAANUS REE/RED BULL CONTENT POOL, GOLD & GOOSE/RED BULL CONTENT POOL, MAX SCHIANO

HANG ZUR ACTION


März / April

24 März   LIVE 

Handverlesene Musik, spannende Interviews. Aktuelle Empfehlung:

CRANKWORX NEUSEELAND 2018

Zum Start der Crankworx World Tour 2018 kehrt die Elite der Freeride-Mountainbiker zurück zu den üppigen Trails von Rotorua im berühmten Whakare­ warewa Forest (alias The Redwoods). Hier, an einer der globalen Lieblings-Locations der Fahrer, beginnt auch die Jagd nach der Triple Crown. Aber kann ein Rider tatsächlich innerhalb eines Jahres drei der vier Slopestyle-Events gewinnen? Erlebe die Action beim ersten Rennen der World Tour live.

17

und 18. März   LIVE 

MOTOGP KATAR

Auftakt zur neuen MotoGP-Saison. Die Jagd auf Weltmeister Marc ­Márquez (Bild) ist eröffnet. Servus­ TV zeigt Trainings, Qualifyings und alle Rennen 2018 live. Plus: die ­Rennen der Moto2 und Moto3.

THE FEDERATION SOUND

14 März  ON AIR 

Reggae- und Dancehall-Größe Max Glazer war Rihannas Tour-DJ und arbeitete schon mit Stars von Sean Paul bis Vybz Kartel. Der New Yorker reist regelmäßig nach Jamaika, importiert von dort die frischesten Tunes und präsentiert sie mittwochs um 20 Uhr in seiner Sendung. ZU HÖREN AUF REDBULLRADIO.COM

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GUI D E

9 Do it

Mai

RED BULL MUSIC FESTIVAL WIEN

Auch der Nino aus Wien (li., mit Ernst Molden) wird in einem RiesenradWaggon spielen.

SOUNDS OF AUSTRIA

Mit dem Wiener Riesenrad eine Runde gedreht, das hast du vielleicht schon. Aber dabei das Konzert deines Lieblingskünstlers erlebt, das garantiert nicht. Denn dazu gibt es am 9. Mai erstmals die Möglichkeit. Das Red Bull Music Festival Wien feiert unter dem Motto „Celebrating Sounds of Austria“ seine Premiere. Musikliebhaber erwartet ein handverlesener Querschnitt durch ­Genres

100  



und Persönlichkeiten, dargeboten an wahrlich einzigartigen Locations.

3 Stages

sind für die Festivalbesucher aufgebaut. Auf der Hauptbühne am Riesenradplatz ­treten Acts wie Granada oder die Wiener Sängerknaben auf, was die Bandbreite des Events ganz gut darstellt. Das Grand Autodrom wird zur Electronic Stage, unter anderem legen Kruder & Dorfmeister dort auf. Eine Hip-Hop-Stage mit den Headlinern ­Nazar

und Money Boy befindet sich im W ­ aggon 31 direkt auf dem Riesenrad. (Achtung: Bei den kleineren Stages ist die Kapazität naturgemäß limitiert.)

15 Waggons

des Riesenrads verwandeln sich in MiniKonzertsäle für Acts wie Mynth (siehe Interview rechts), Klaus Eberhartinger, Skero, den Nino aus Wien oder Camo & Krooked sowie in Mini-Clubs für DJs wie Cid Rim, Kristian Davidek und Oberst & Buchner.

THE RED BULLETIN

MATTHIAS HESCH/RED BULL CONTENT POOL, INGO BARTUSSEK, WIENER RIESENRAD, HANNAH SCHWAIGER

Riesenparty am, im und rund ums Riesenrad: Das Wiener Wahrzeichen wird einen Abend lang Bühne eines klangvollen Überblicks über Österreichs Musikszene.


Mai Konzert im Waggon: Aussicht inklusive

1 Ticket

reicht aus, um Zugang zu allen drei Stages zu bekommen. Für die Konzerte in den Waggons musst du dich vorab anmelden (und auf etwas Losglück hoffen), für die DJ-Sets kannst du dich vor Ort anstellen. Du möchtest beim Red Bull Music Festival Wien dabei sein? Tickets sowie alle Infos unter: www.redbull.com/musicfestivalwien

Mynth

„GRENZEN SCHAFFEN FREIRAUM“

Riesenrad: Kulisse und Bühne

Giovanna und Mario Fartacek machen seit 2014 als Mynth Musik. Mit Erfolg: zwei gefeierte Alben, Konzerte von Tel Aviv bis Mexico City und ein Amadeus Award 2017 inNist deret Kategorie ut hit volor „Electronic/Dance“. Red aceaquiaBeim voluptatqueWien aditAxim Bull Music Festival spielt das Duo in einem der Waggons.

Giovanna und Mario Fartacek, besser bekannt als Mynth

Der beschränkte Platz dort ist kein Problem, die Zwillinge kennen die Vorteile von Grenzen. THE RED BULLETIN: Als Mynth habt ihr euch bewusst musikalische Grenzen gesetzt: konsequente Reduktion, weniger Instrumente, weniger Soundeffekte. Wieso das? MARIO: Unser Ziel ist es, den Sound auf den Punkt zu bringen. Das gelingt nur, wenn du reduzierst. Reduktion schafft Freiraum, kreativ zu sein.

Was heißt das konkret für eure Musik? MARIO: Die Songs fürs neue Album sind auf der Akustikgitarre entstanden. Mit Live-Schlagzeug. Nicht mehr. Das ist das musikalische Gerüst. Auf dem bauten wir sparsam auf: Vocals, Hooks, vereinzelte Effekte. GIOVANNA: Wenn man Songs abspeckt, hört man sie richtig. Vielleicht sind gewisse Elemente cool, aber wir fragen uns immer: Brauchen wir sie wirklich?

Was braucht ein Song? GIOVANNA: Sicher keine hun-

dert Stimmen auf den Vocals. MARIO: Ein guter Song funktioniert auch nur mit der Akustik­ gitarre. Dürfen wir so ein reduziertes Set auch bei eurem Konzert im Waggon des Wiener Riesenrads erwarten? MARIO: Wir wollen etwas ganz Spezielles bieten. Auch weil über und unter uns Bands ­spielen. Vielleicht spielen wir unplugged, vielleicht benutzen wir einen Drumcomputer und Gitarrenloops. Mal sehen. Keine Angst, so unmittelbar vor den Fans zu spielen? GIOVANNA: Die Leute werden schon sehr nahe sein, aber das ist doch das Schönste. ­Diese Bedingungen gilt es für uns zu nutzen. Und keine Sorge: Platzangst kommt da keine auf. (Lacht.) mynthmusic.com

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22

März Ace Tee Ende 2016 veröffentlichte die 24-jährige Hamburgerin ihre Debütsingle „Bist Du Down“. Ein modernes Stück Soul, das in seiner sanften Raffinesse so gar nicht dem Zeitgeist entspricht. Der Erfolg stellte sich gerade deshalb ein: Das Musik­video steht bei 2,7 Millionen YouTube-Klicks, von renommierten Magazinen wie „Vogue“ und „Dazed & Confused“ wird Ace Tee als R&B-Durchstarterin des Jahres gefeiert. Grelle Forelle, Wien; ace-tee.com

12

bis 14. April

RED BULL BC ONE CAMP AUSTRIA

Upgrade für den wichtigsten Breakdance-Event Österreichs. Vor dem Tanz-Contest „Cypher“, dessen ­Sieger (im Bild Vorjahresgewinner Wolfer) sich einen Platz im Red Bull BC One World Final sichert, gibt’s diesmal auch ein dreitägiges Camp. Dort dürfen sich Besucher bei freiem Eintritt austoben. Auf dem Programm: Workshops, Masterclasses für Fortgeschrittene, Lectures sowie Battles und Jams.

22 102  



bis 24. März Austrian & German Masters Die Snowboarder zeigen vor, wie Völkerverständigung aussehen kann. Im Kühtai ermitteln Österreichs und Deutschlands beste Freestyler gemeinsam ihre Meister der Disziplinen Slopestyle, Big Air und Halfpipe. Die zwei letzteren Bewerbe stehen allen Shreddern ­Österreichs offen. Für den Rest gilt: zusehen, staunen, Party machen. KPark, Kühtai; powdern.com

24

bis 27. März DJ Ötzi Gipfeltour Musiker kennen sich mit Höhen aus. Für DJ Ötzi geht es aber nicht nur um die Tonlage, sondern um Locations seiner Tour. Am Hauser Kaibling (24. 3.), in Silvretta Montafon (25. 3.) und in Sölden (27. 3.) erwartet Fans neben Gratis-Livekonzerten auch ein DJ-Set des Tirolers. Frei nach dem Motto: Zurück zu den Wurzeln – am Gipfel. gipfeltour.at

5

April Rufus Wainwright Elton John hält ihn für den größten Songschreiber der Welt: Seit 20 Jahren veröffentlicht der kanadische Dandy Musik zwischen Pop und Oper. Sein aktuelles Album, auf dem er neun Shakespeare-Sonette zeitgemäß interpretiert, bringt ihn nun nach vier Jahren erstmals wieder nach Österreich. Porgy & Bess, Wien; rufuswainwright.com

THE RED BULLETIN

JANNICK PLUME, MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL, MATT MCHATTIE

Volkstheater, Wien; redbull.com/campaustria


3

März/April

bis 8. April

BANKED AIR ISCHGL

Die 1990er-Nostalgiewelle erreicht die Berge. Und dort stehen statt Boybands die besten Snowboarder der Dekade im Fokus. 100 geladene Ex-Pros messen sich in Fünfer-Crews von 3. bis 6. April auf dem Parcours in Speed, Style und Airtime. Danach ist es a­ llen SnowboardBegeisterten zwei Tage lang möglich, abzuheben wie Mario Käppeli (Bild). Vor­ aussetzung: eine Frau pro Vierer-Crew. Snowpark, Ischgl; banked-air.com

Jetzt im Abo! Die Schönheit der Natur entdecken.

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Do it

App Run

„FÜR UNSERE WHANAU“

Laufen für den guten Zweck – dank App, wo ­immer du willst

Der neuseeländische Allgemeinmediziner Willem Jordaan ist der Kopf hinter dem App Run im neusee­ ländischen Gisborne und erwartet mehr als tausend Teil­nehmer. Welche Vorteile sieht ein Arzt im Gruppen­ training mit einer App?

Motiviert immer

Wer sich bewegt, lebt länger gesund. Die App motiviert zum Training, sobald man sein Smart­ phone sieht – und erinnert an das Ziel, nämlich Querschnitts­ lähmung heilbar zu machen.

Eigendynamik

In der Whanau (ein Wort der Maori, bezeichnet die erweiterte Familie; Anm.) zu laufen ergibt eine positive Eigendynamik, von der alle profitieren.

Laufen für jene, die es nicht können – selbst wenn du an keinem klassischen Wings for Life World Run teilnimmst: das Phänomen App Run erobert die Runner-Welt.

M

elbourne, Rio de Janeiro oder Kachetien (in Georgien) sind zu weit weg? Die Strecke in Wien oder München kennen Sie schon? Dank der Wings for Life World Run App spielt es keine Rolle mehr, wer wo läuft. Das größte globale Lauf-Event wird digital noch größer. Einfach App downloaden und am 6. Mai 2018 starten, ganz egal wo Sie sich befinden. Das Catcher Car kommt aus dem Smartphone. Die App trackt Ihren Lauf, feuert Sie unterwegs an, erfasst zum Schluss Ihre globale Platzierung und trägt Sie in die uni­ verselle Ergebnisliste ein – ganz so, als wären Sie bei einem klassischen World Run Event gestartet. Es ist

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also durchaus möglich, dass der Gesamtsieger 2018 von einem App Run kommt, weil er seine Strecke so gut gewählt hat! Selbstverständlich macht auch der App Run in der Gruppe mehr Spaß als allein. Ganz egal wie groß: Auf der ganzen Welt haben sich bereits Laufgruppen zusammengeschlossen, die ­gemeinsam trainieren und am 6. Mai mit der App am Wings for Life World Run teilnehmen. Von Kanada bis Neuseeland (siehe rechts), von Oslo bis Guadalajara in Mexiko reicht die Liste gemeinsamer App Runs. Im ­Moment halten wir bei über 100 organisierten App Runs weltweit – und es werden ­immer mehr. 2018 gibt es also noch ­weniger Aus­reden als sonst, nicht für jene zu laufen, die es nicht können. Selbstverständlich fließen auch sämt­ liche Startgelder des App Run in Forschungs­­ projekte zur Heilung von verletztem Rückenmark. Die App selbst ist gratis.

Gemeinsam raus

Man muss kein Geld ins Fitness­ center tragen, um fit zu werden. Stattdessen verabredet man sich per App mit seiner Whanau, pflegt soziale Kontakte, ist im Freien, bewegt sich – und unterstützt eine gute Sache!

Starkes Ziel

Der Wings for Life App Run ist der Höhepunkt der gemeinsamen Vorbereitung. Alle freuen sich darauf. Gemeinsame Ziele verbinden die Whanau.

wingsforlifeworldrun.com Gratis downloaden, an­ melden, laufen: die Wings for Life World Run App

Willem Jordaan ist einer von vielen Organisatoren des App Run zum Wings for Life World Run.

THE RED BULLETIN

HUGO SILVA FOR WINGS FOR LIFE WORLD RUN

ZIELLINIE IN DER TASCHE

Für alle

Das Format des Wings for Life World Run erlaubt unterschied­ lichste Zielsetzungen je nach Fitnessgrad und bringt auch Menschen zum Sport, die sich zu unsportlich für Bewerbe halten – dank App nun überall.


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Das neue Mammut ­Barryvox® S gehört zu den Lawinenverschüt­ tetensuchgeräten mit der größten Empfangs­ reichweite und dem breitesten sicher nutz­ baren Suchstreifen (70 Meter) auf dem Markt. Es glänzt zusätz­ lich vor allem mit einer intuitiven Bedienung, die unter Stress die ­entscheidende Zeit­ ersparnis bringen kann. www.mammut.com

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Do it

Fitness

BROOKS GERÄTE

Drei Dinge für Ausdauer, Kraft und Balance

Rennrad „Einen Großteil meiner Cardio-Einheiten mache ich mit meinem Chapter2Rennrad aus einer kleinen neuseeländischen Edelschmiede. Pro Saison sitze ich da gut und gern 5000 Kilometer drauf.“

Der neuseeländische MountainbikeDownhiller trägt den Spitznamen „Bulldog“ – rein optisch völlig zu Recht. Dabei trainiert er eher wie eine Katze.

Brook Macdonalds Maximalleistung am Ergometer beträgt 2100 Watt – so viel wie fünf E‑Bikes zusammen!

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Brook Macdonald, 26, ist Profi, seit er mit 17 Jahren Junioren-Weltmeister geworden ist. Als Neuseeländer findet er das ganze Jahr über perfekte Bedingungen zum ­Biken vor. Und doch passiert sein Training seltener am Downhill-Bike, als man meint.

Langsam – schnell. Explosivität und Schnellkraft: „Dazu mache ich Kniebeugen mit der 100-Kilo-Langhantel. Ganz langsam runter, blitzartig hoch. Die Ausführung muss perfekt sein. Wenn du nach dem vierten Set völlig zerstört bist, hast du es richtig gemacht.“ Ebenso anstrengend: „20-Sekunden-Sprints mit dem Bike bergab im Gelände. Sechs, sieben Wieder­ holungen, mit jeweils 20 Sekunden Pause. Ein Fahrfehler, und du liegst auf der Nase.“

Rennen mit dem Rad. Im Winter fährt

Aktive Entspannung mit Girls. Wer

Brook Rennradbewerbe: „Es tut gut, sich in einer fremden Disziplin zu beweisen.“ Ein Kriterium hat er dank seiner Sprint-­ Fähigkeit und Fahrtechnik gewonnen, bei einer viertägigen Tour hat er an zwei Tagen Top-Ten-Resultate geschafft. „Ich mag den Kampf Mann gegen Mann. Das ist ­etwas anderes als beim Downhill, wo der Gegner die Uhr ist. Und es macht Spaß!“

hart trainiert, muss sich auch erholen. „Stretching ist Pflicht. Die Zeit nach dem Workout ist gut investiert, denn wer geschmeidig ist, ist weniger verletzungs­ anfällig – in unserem Sport keine Nebensache. Ich mache dafür Yoga. Die Zeit vergeht schneller, Profis sagen dir, was du tun sollst, und außerdem bist du von knackigen Mädels umgeben!“

Kurzhanteln „Mein täglich Brot während des Wintertrainings. Je näher der Saisonstart rückt, umso mehr ver­ suche ich, Gewicht und Substanz aufzubauen. ­Alternativ hätte hier auch eine Rudermaschine ­stehen können.“ WERNER JESSNER

DIESER MANN TRITT 2100 WATT INS ERGO

Swiss Ball „So ein unscheinbares Ding, das man nicht notwendigerweise mit Workout und Muskeln verbindet – dabei trifft das Gegenteil zu. Die tief liegenden Muskel­ schichten erreichst du damit perfekt – und die sind entscheidend für Rumpfstabilität.“

THE RED BULLETIN

JAN KASL/RED BULL CONTENT POOL, GRAEME MURRAY

FIT WIE BROOK MACDONALD

Qualitäten im Downhill: Körper­ beherrschung, mentale Stärke und Kraft


Männer im OLYMP


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GU I D E

Do it

Can you make it?

„DIESE WOCHE IST WIE EIN MONAT“

2016 hat das Team „Feel Alive!“ mit Siim Salumaa, Kaspar Rätsep und Georg Tulver gewonnen. Wir haben Georg um Tipps gebeten. THE RED BULLETIN:

LUKAS WAGNETER/RED BULL CONTENT POOL (2), ARMIN WALCHER/RED BULL CONTENT POOL (2), WERNER JESSNER LUIS VIDALES/RED BULL CONTENT POOL

Was sind die Herausforderungen bei Red Bull Can You Make It? GEORG TULVER: Am härtesten ist, wie man ohne Geld überhaupt aus der Stadt rauskommt. Georg Tulver: ITÖffentlicher VerStudent aus Estkehr? Geht nicht. land, Sieger 2016 Autostoppen auf Ausfallstraßen? Verboten. Wir starteten in Barcelona, und am Abend hatten wir es ­gerade einmal bis in die Toilette einer 100 Kilometer entfernten Ausgrabungsstätte geschafft, wo wir genächtigt haben.

WENN DOSEN TÜREN ÖFFNEN Kein Geld, keine Gadgets, einzig 24 Dosen Red Bull als Währung und eine Woche Zeit, um sich quer durch Europa nach Amsterdam durch­zuschlagen: Can you make it?

B

udapest, Madrid, Manchester, Rom und Stockholm sind die Startpunkte für Red Bull Can You Make It 2018, eine Abenteuerreise der anderen Art: Die Dreier-Teams starten mit nichts als einem kleinen Rucksack mit dem Allernotwendigsten und 24 Dosen Red Bull als Zahlungsmittel und Tauschgut für Schlafplätze, Essen, Mitfahrgelegenheiten, ja sogar Flugtickets!

THE RED BULLETIN 

Mit Kreativität ans Ziel: Letztes Mal wurden Dosen gegen Tickets, Sky­diven oder auch eine Nacht im 5-Sterne-Hotel getauscht.

Binnen einer Woche muss nicht nur Amsterdam erreicht werden, sondern es geht vor allem darum, unterwegs diverse Checkpoints und AbenteuerStationen anzulaufen, um Punkte für die Competition zu sammeln. Welches Team als erstes in der niederländischen Hauptstadt ankommt, ist nicht von Belang – es geht darum, wer unterwegs die meisten Checkpoint Challenges und Punkte auf der Adventure List meistert, außerdem den größten Score auf Social Media schafft. Ehrenkodex: kein Einsatz von Bar- oder Plastikgeld, keine geborgten Smartphones oder Laptops, keine Kumpels, die als Shuttles fungieren. Es geht um Kreativität und Spon­ taneität, um Abenteuergeist und ­Improvisation, um Verhandlungs­ geschick und Ausdauer – freilich ohne Gesetze zu übertreten. Es geht um eine Reise, die man nie mehr vergisst. 10. bis 17. April 2018, mehr auf redbullcanyoumakeit.com und facebook.com/redbullcanyoumakeit

Wie ging es dann weiter? Am Morgen hat uns ein Arbeiter nach ­seinem 24-Stunden-Dienst ein Frühstück spendiert und mitgenommen. Cooler Typ. Das sind Glücksmomente! Wogegen habt ihr die Dosen getauscht? Meistens gegen Mitfahrgelegenheiten. Wir sind mit locker 40 Autos mitgefahren. Diese eine Woche on the road fühlt sich an wie ein Monat, weil ständig was passiert. Was war das Beeindruckendste? Wie Menschen ihren Alltag umgeworfen haben, um uns zu helfen. Wir Esten sind – etwa im Vergleich zu Amerikanern – recht verschlossen. Es fällt uns nicht so leicht, Fremde anzusprechen. Das haben wir gelernt, definitiv. Hast du Tipps für die Teilnehmer? Reise mit leichtem Gepäck – je weniger, desto besser. Ich bin mit meiner Laptop­ tasche durchgekommen. Und nehmt ­unbedingt Skateboards mit, um in den Städten keine Zeit zu verlieren!

Gewinner 2016: Team „Feel Alive!“ aus Estland (von links: Georg Tulver, Kaspar Rätsep und Siim Salumaa)

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SCHRÄGE FREUDEN

Von erdig bis elegant, von leistungsstark bis praktisch, von visionär bis retro: 2018 wird ein verdammt gutes Motorrad-Jahr. Wir haben die Highlights. Text WERNER JESSNER

MACHT EUCH DRECKIG! Das abenteuerliche Leben: nicht nur auf, sondern auch neben der Straße. KTM FREERIDE 250 F

DIE NEUE LEICHTIGKEIT

Die erste Generation des Enduro-Trial-Crossovers war ein Erfolg, die zweite ist objektiv noch besser: Ein Viertelliter-Viertaktmotor mit 22 PS ersetzt sowohl den ­alten 350er als auch den Zwei­takter, das Fahrwerk ist noch besser geworden, das Chassis wendiger, das Gewicht mit 99 Kilo sensationell. ­Unterschiedliche Mappings helfen im schweren Gelände. Wahlweise auch mit 24-PSElektro-Antrieb!  ktm.at

BMW F 850 GS

AUFWERTBARES ABENTEUER Was einst „Mittelklasse“ hieß, lässt sich heute per Aufpreisliste in die Oberliga hochjazzen: elektronisches Fahrwerk, LED-Scheinwerfer, Kurven-ABS, Keyless Drive, Farbdisplay, Quickshifter etc. Völlig neu auch der 95-PSReihen-Zweizylinder mit zwei Ausgleichswellen, die samtigen Lauf garantieren. Gute Nachrichten für Kleine: Im Vergleich zur Vorgängerin ist die Sitzhöhe zwei Zentimeter tiefer.  bmw-motorrad.at

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GU I D E

TRIUMPH TIGER 1200

TOUR STATT TORTUR

Unter den Reise-Enduros nimmt die große Tiger wegen ihres Dreizylindermotors (mit 141 PS gut im Saft) eine Sonderstellung ein. 2018 ist nicht nur die Optik frisch: Insgesamt 100 Posi­tionen wurden im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Am ­deutlichsten spürbar: der Gewichtsverlust von 10 Kilo. ­Unverändert gibt es die Tiger als straßenlastige Version (XR) und als O≠roader (XC). 

triumphmotorcycles.at

Für alles gewappnet dank über­ sichtlicher Sitzposition, großen Rädern – und mehr Elektronik. THE RED BULLETIN 

MUST-HAVE

LEATT FUSION 3.0 Schluss mit Fummeln: Pro­ tektorweste aus intelligenten Kunststoffen, die nicht nur Rücken, Brust und Schultern schützt, sondern dank des verrutschsicher integrierten Neck Brace auch die Hals­ wirbelsäule.  leatt.com

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UNTERBIETET DIE BESTZEITEN! Von Renn- bis Bergstrecke: Motorradfahren kann man auch als Sport verstehen.

DUCATI PANIGALE V4 S

MEIN HERZ BRENNT

Revolution bei Ducati: Der ­legendäre Zweizylinder ­wurde durch einen V-Vier­ zylinder wie in der MotoGP ersetzt. Wahrlich kein Grund zur Trauer: 214 PS stark, fahrfertig nur 195 Kilo schwer und noch immer ein Sound zum Niederknien. Ein 6-Achsen-Lagesensor versorgt die Elektronik mit relevanten Daten, um die Kraft der roten Göttin unter allen Umständen zu Boden zu bringen.  ducati.at

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GU I D E

YAMAHA MT-09 SP

SPART DEN TUNER Die optisch exaltierte, technisch hoch solide 115-PSDreizylinder-MT ist eine Bank auf der Suche nach einem einfach schnell zu bewe­ genden Hyper Naked Bike. Und doch wurde oft Hand an sie gelegt. Das übernimmt jetzt das Werk: Gabel und Dämpfer sind endlich voll verstellbar, die Optik zitiert die hauseigenen Superbikes, und der kurze Auspuff verbellt Gegner schon im Leerlauf.  yamaha-motor.eu

Software macht Leistung fahrbar, mit der man gestern noch MotoGP gefahren ist.

KTM 790 DUKE

CODENAME: SKALPELL

Sieht scharf aus, fährt noch schärfer: Herzstück der brandneuen Mittelklasse-­ Herzogin ist der 105 PS ­starke Parallel-Twin mit zwei obenliegenden Nockenwellen, Doppelzündung und zwei Ausgleichswellen – ein technisches Meisterstück. Schräglagenabhängige ­Traktionskontrolle, Launch Control, abschaltbares Kurven-ABS: Das Mattighofener Kurvenskalpell spricht jetzt auch Elektronisch.  ktm.at

MUST-HAVE

ELF MOTO 4S GP FUEL An schlechten Rundenzeiten ist stets das Material schuld. Klar. Warum also nicht echten Rennsprit tanken, mit 100 RON, aufs FIM-(Motor­rad­ weltverband-)Limit hin­ent­ wickelt und MotoGP-erprobt? acs.total.com THE RED BULLETIN 

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DAS ZIEL IST WEIT WEG Fahren, um anzukommen – und zwar an einem Ort, an dem man noch nie zuvor war. Und am nächsten Tag weiter!

HONDA GOLD WING

MOTORRADDAMPFSCHIFFFAHRT

Larger than life: Das seit ­Generationen größte, schwerste und bequemste Reise­motorrad entzückt erstmals mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Apple Car Play, 7-Zoll-Farbdisplay und integriertem Navi. Der 1800-Kubik-SechszylinderBoxer leistet 126 PS und hat Start-Stopp-Automatik. Das neue Design gibt sich schlanker und aerodynamischer. Spektakulär: 48 Kilo Gewichtsverlust!  honda.at

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GU I D E

HARLEY-DAVIDSON FAT BOB

WIE DER NAME SCHON SAGT Hinreißende Variante der legendären Softail-Reihe: fette, breite und tiefe Optik, dabei aber dank Upside-down-Gabel, Doppelscheibenbremse sowie einstellbarem Zentralfederbein hurtig und auf langen Strecken fahrbar. Ganz klassisch sind der luftgekühlte V2-Motor (86 oder 94 PS stark) und sein Sound aus der 2-in-1-in-2-Auspuffanlage. Neu hin­ gegen: LED-Frontscheinwerfer.  harley-davidson.com

Von puristisch bis luxuriös: Jeder reist auf seine Weise.

MUST-HAVE

KAWASAKI NINJA H2 SX

PROFESSOR MIT KOMPRESSOR Die hoch kompetente, aber auch hoch kompetitive Autobahnrakete HP2 wurde auf Bildungsurlaub geschickt und erfreut jetzt zusätzlich mit Reisequalitäten. Der 200 PS starke Kompressormotor spricht sanfter an, die Sitzposi­ tion ist entspannter, es gibt Griffheizung, Infotainment und gegen Aufpreis ein maßgeschneidertes Koffersystem von Givi. Spektakulär: die Zuladung von 195 Kilo.  kawasaki.at

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HJC RPHA 90 Ein Helm für alle Fälle: ­beschlagfreies, kratzsicheres Visier, integrierte Sonnenblende, Schnellverschluss, zerlegbares, waschbares ­Innenleben. Auf Touren wahrscheinlich am wichtigsten: akustisch optimiert. hjchelmets.eu

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ENTSPANNT DURCH STADT UND LAND Von retro bis Roller, von praktisch bis brav: Einspurige sind perfekte Verkehrsmittel im Alltag.

SUZUKI SV 650 X

CAFFÈ RISTRETTO RACER Das bewährte ZweizylinderMittelklasse-Bike mit 75 PS mutiert mit nur wenigen ­gekonnten Handgriffen zum schicken Café Racer. Halbschale, zwei kleine Zu­ satzscheinwerfer, eine ge­ steppte Sitzbank wie früher, Sozius-Abdeckung, Zwei­ farblackierung im Stile ­legendärer GSX-Modelle: Das ist urbane Kompetenz ohne Komplikationen.

suzuki.at

ROYAL ENFIELD GT 650

REVOLUTION IN ­INDIEN

Royal Enfield aus Indien, der älteste Motorradhersteller der Welt, zelebriert seinen Hang zur Klassik. Umso ­bemerkenswerter die Nach­ richt, dass die GT 650 nicht nur einen völlig neu ent­ wickelten Motor hat (650er-­ Parallel-Twin mit 48 PS), ­sondern dass das komplette Bike neu ist, vom Stahlrohr­ rahmen bis zum Sechsgang­ getriebe. In ihrer Heimat das Gegenstück zur Harley, bei uns ein charmanter Exot.  royalenfield.com

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MUST-HAVE

FLM CITY Sieht wie ein gut getragener Sneaker aus Nubukleder aus, ist aber ein Motorradstiefel mit perfektem Schutz fürs Sprunggelenk und extra rutschfester Sohle. Vereint Style mit Sicherheit – gerade für den Einsatz in der Stadt. polo-motorrad.de

BMW C 400 X

Gerade in der Stadt haben Motorräder und -roller gewaltige Vorteile.

STADTRAND-­ VERBINDER Zielgruppe, klar umrissen: Speckgürtelbewohner, die über ein Stück Autobahn in Großstädte einpendeln und sich dort im Verkehrsbrei ­bewegen müssen. Der neue BMW C 400 hat 34 PS, ist 139 km/h schnell, bremst dank ABS gedankenlos und bietet in gleich zwei Fächern massig Stauraum für Jetplus Integralhelm und mehr. Highlights gegen Aufpreis: Keyless Go, SmartphoneConnectivity und Navigation.

bmw-motorrad.at

THE RED BULLETIN 

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GUI D E

Check it

THE RED BULLETIN WELTWEIT

DEUTSCHLAND FIT WIE EIN ATHLET

In der kalifornischen Wüste wird der Weltuntergang gefeiert. Am Nordpol wartet dein Guide auf dich. Und Frank­ reich ist im Red Bull Air Race-Fieber: die Highlights unserer Ausgaben im April.

Bist du Biest oder Frei­ geist? Fünf Sportler und ihre besten Trainings­ methoden, die auch dich in Form bringen.

The Red Bulletin als E-Paper: redbulletin.com

“Like Burning Man, But More Badass” Apocolytic costumes, Thunderdome bouts, scrap-metal roadsters—every year, an army of Mad Max enthusiasts gather in the California desert to attend the WASTELAND WEEKEND. It‘s one way to celebrate the end of the world. Words FLORIAN OBKIRCHER

Photography JIM KRANTZ

One highlight is the car show, where the Wasteland tribes take their modified armored vehicles for a desert cruise in homage to the Mad Max films.

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USA WASTELAND WEEKEND Schrottkostüme, Staub und Kampfkarren: Begleite die Fans der „Mad Max“-Filme zum verrücktesten Festival der Welt.

„WENN ALLE A MACHEN, KANN B AUCH RICHTIG SEIN.“

DEINE ACHT SCHRITTE ZUM NORDPOL 120 Kilometer bei minus 40 Grad durchs Polareis gehen. Ganz rauf bis zum nördlichsten Punkt der Welt. THOMAS ULRICH meint, du schaffst das. Bist du bereit? Text REINER KAPELLER Fotos VISUAL IMPACT/THOMAS ULRICH

Immer schön in einer Reihe gehen: Bei Thomas Ulrichs Nordpol-Expeditionen, hier im April 2015, ist ein gewisses Maß an Disziplin gefragt.

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SCHWEIZ DEIN TICKET ZUM NORDPOL Was dich auf der Arktis-Expedition mit Abenteurer Thomas Ulrich erwartet.

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ÖSTERREICH MATTHIAS WALKNER Was den Motorcross-Fahrer zum Rallye-Dakar-Sieger machte, erzählt er dir in diesem Heft ab Seite 38.

THE RED BULLETIN


April

IMPRESSUM ÖSTERREICH

Chefredakteur Alexander Macheck

5

raisons de vivre Red Bull Air Race La France l’attendait depuis des années, le Red Bull Air Race s’installe à Cannes du 20 au 22 avril prochains et va faire tourner la tête des fondus d’aviation et de sports mécaniques d’un nouveau genre. ARMIN WALCHER/ RED BULL CONTENT POOL

Texte PH CAMY & PATRICIA OUDIT

Vitesse, précision et esthétique aérienne : le Red Bull Air Race arrive en France.

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FRANKREICH RED BULL AIR RACE Tollkühne Piloten und irre Rennen: wieso du die schnellste Motorsport-Serie der Welt nicht verpassen solltest.

GROSSBRITANNIEN TAHNÉE SEAGRAVE Die Britin gilt als künftige Gesamtsiegerin im Downhill-Mountainbiken. Seit sie herausfand, dass Spaß wichtiger als Gewinnen ist. Und zu gewinnen anfing.

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Christian Eberle-Abasolo Lektorat Hans Fleißner (Ltg.), Petra Hannert, Monika Hasleder, Billy Kirnbauer-Walek Country Project Management Kristina Hummel Leitung Media Sales Alfred Vrej Minassian Sales Promotion & Project Management Stefanie Krallinger Digital Sales Bernhard Schmied Media Sales Franz Fellner, Thomas Hutterer anzeigen@at.redbulletin.com Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@redbulletin.at Druck Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb Nürnberg, D-90471 Nürnberg Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Informationen zum Medien­ inhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: redbull.com/im/de_AT Redaktionsadresse Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800  Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com

Stv. Chefredakteur Andreas Rottenschlager Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Head of Photography Fritz Schuster Photo Director Rudi Übelhör Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Arek Piatek Freie Mitarbeiter: Werner Jessner, Florian Wörgötter Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Marion Batty, Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Commercial Director Franz Renkin Anzeigendisposition Andrea Tamás-Loprais Creative Solutions Eva Locker (Ltg.), Martina Maier, Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart Country Management & Marketing Sara Varming (Ltg.), Magdalena Bonecker, Kristina Hummel Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Simone Fischer, Alexandra Hundsdorfer Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Friedrich Indich, Michael Menitz (Digital) Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher Office Management Kristina Krizmanic, Yvonne Tremmel IT Systems Engineer Michael Thaler

LO IMPORTANTE NO ES GANAR

Para Andrés Rodríguez, el ultraciclismo debe practicarse con estrategia impecable.

Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldaş Yarar (Abo) Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com

Es fácil decirlo para ANDRÉS RODRÍGUEZ, quien ganó el año pasado el Irish Ultra Challenge, pero lo hace con convicción. El número 34 del mundo de las carreras en bicicleta “superlargas” es capaz de pedalear por 4,800 kilómetros seguidos. ¿Su truco? “Entreno el aburrimiento”, entre muchas otras cosas más... Texto MARCO PAYÁN Fotografía MARCOS FERRO

55

MEXIKO ANDRÉS RODRÍGUEZ 4800 Kilometer Fahrt, 380 Stunden am Rad, aber nicht im Ziel. Die Teilnehmer des Race Across ­A merica über Erfolg, der sich im Scheitern zeigt.

THE RED BULLETIN 

Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager & Publisher Andreas Kornhofer Geschäftsführer Dkfm. Dietrich Mateschitz, Gerrit Meier, Dietmar Otti, Christopher Reindl

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GUI D E

Action-Highlight

Hand aufs Herz: Sandboarden ist nicht ganz so cool wie Snowboarden. Es sei denn, Wojtek Pawlusiak nimmt sich der Sache an. Der polnische SnowboardProfi tat sich mit Rallye-Pilot ­Jakub Przygonski zusammen, und die zwei machten mit Jakubs Mini einen Trip ins Hinterland des Emirats. Für den zahlte sich das Training übrigens aus: Platz fünf bei der Rallye Dakar. Video: win.gs/Dune-Freestyle

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„Mein Board beschleunigte mit 340 PS.“ Snowboard-Pro Wojtek Pawlusiak – powered by Rallye-­Dakar-Pilot Jakub Przygonski und dessen Mini John Cooper Works Rally.

KIN MARCIN/RED BULL CONTENT POOL

Abu Dhabi

Makes you fly

Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 10. April 2018. THE RED BULLETIN


FOTO: BRIAN LOWE

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*Bitte beachten Sie: Die Systeme arbeiten nur innerhalb von Systemgrenzen und unterstützen den Fahrer. Die Verantwortlichkeit und notwendige Aufmerksamkeit im Straßenverkehr verbleiben beim Fahrer. Kraftstoffverbrauch gesamt in l/100 km: 5,5 – 7,2. CO₂-Emission gesamt in g/km: 142 – 163. Symbolfoto.

The Red Bulletin April 2018 - AT  
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