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Das Magazin abseits des Alltäglichen

Hugh Jackman Über Mut, Prügel und Nelson Mandela 16 seiten

Facebook Special

Februar 2014

Action im Februar Tauchen mit Haien 120 km/h auf dem Skateboard Surfen mit Robby Naish

Marteria

über Rap, FuSSball und die nackte Claudia Schiffer

Jaeutchzitm en-

hrif t Z e i t s ca n d e l h

Der Winter-

krieger

Was den Snowboarder Jeremy Jones mit Barack Obama verbindet

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Die Welt von Red Bull

66 Coverstory: jeremy jones

Die Big-MountainLegende bekämpft den Klimawandel.

Willkommen!

Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe! Die Redaktion 4



Hugh Jackman, S. 58

Scott Serfas (cover), Jeff Curley, Patrik Giardino/Corbis outline

Er wäre um ein Haar deutscher Fußball-Nationalspieler geworden, Claudia Schiffer lag bei einem ­Fotoshooting halbnackt auf ihm, er soff sich bei der Bundeswehr 15 Kilo rauf, zog mit Jan Delay durch Länder und Nächte, textete für die Toten Hosen und hatte in Frau Faecke vom Arbeitsamt einen Schutzengel. Dann wurde er zum deutschen RapMessias. Marten Laciny alias Marteria alias Marsimoto berichtet in dieser Ausgabe des Red Bulletin über die unglaublichen Stationen seines Lebens. Toller Typ, sensationelle neue Platte, unglaubliche Story: „Meine vielen Leben“, ab Seite 38.

„ D ie härtesten  Typen des  Planeten sind  die Tänzer.“  the red bulletin


februar 2014

Auf einen Blick

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Bullevard 0 8  Zehn Jahre facebook Wer hat die meisten Fans? Was sollten Sie nie posten? Wir sagen es Ihnen.

Features

120 KM/h

Bei der Weltmeisterschaft im Downhill-Longboarden entscheiden Zentimeter zwischen Sieg und Krankenhaus.

24 Kampf der Kälte

Wellenreiten bei Minusgraden mit den Surfern von Alaska

38 Der Hip-Hop-Messias

74

38

Wie aus dem Kicker Marten Laciny der Rapper Marteria wurde

48 Rollkommando

Longboarden mit 120 km/h über die Asphalt-Tracks von Teutônia, Brasilien

58 Hugh Jackman Thiago Diz, picturedesk.com, Heinz Stephan Tesarek, Scott Dickerson, press handout

über Angst, Muskeln und Liebe

64 Interview: Blitz Kids

Vier Briten erklären den Rock ’n’ Roll

Ein übergrosses Leben

Kicker bei Hansa Rostock, Hugo-BossModel, Lichtgestalt des deutschen Raps. Die unglaubliche Marteria-Story.

24 Eiszeit am Strand

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, Strände, übersät mit Eisbrocken: Wir ­besuchen die Wellenreiter von Alaska. the red bulletin

Mutprobe IM Wald

Zwei Steirer bauen die erste permanent befahrbare Red Bull Crashed IceTrainingsstrecke. Banden? Fehlanzeige.

90 Kapstadts heiSSester Club

Im „Aces ’n’ Spaces“ feiern Surf-Profis mit Filmstars bei Rock ’n’ Roll und Tequila. Ein Lokalaugenschein.

66 Rettet den Winter!

Jeremy Jones im Öko-Einsatz

74 Die Rennbahn im Wald

So trainiert man Red Bull Crashed Ice

Action! 84 85 86 87 88 90 91 92 93 94 96 98

Profi-Gear  Robby Naishs Surfboard Uhren  Stilsicher im Weltraum Reisen  Tauchen unter Haien Workout  Warum Sex nicht hilft wings for life  World Run club  So feiern Südafrikas Surfer city-Guide  Geheimtipps in Wien musik  Die Playlist der Broken Bells gaming  Frischfutter für die Konsole save the date  Events zum Merken TV-Highlights  Red Bulls TV-Fenster Magic Moment  Mark Webber

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Contributors Mit an Bord im Februar

THE RED BULLETIN Schweiz, ISSN 2308-5886 Herausgeber und Verleger Red Bull Media House GmbH General Manager Wolfgang Winter Verlagsleitung Franz Renkin Chefredaktion Alexander Macheck, Robert Sperl Creative Director Erik Turek Art Director Kasimir Reimann

Scott Dickerson

Marcelo Maragni &  T hiago Diz Aufregend gestylt und unglaublich couragiert: So erlebten die beiden Fotografen den „Stamm“ der Longboard-Speedathleten in Teutônia/ Brasilien (ab Seite 48). Maragni: „Ich war überrascht, wie schnell die Fahrer wirklich sind und dass sich das auch Frauen zu­trauen.“ Diz: „Sie sind so knapp an mir vor­ beigeflitzt, dass der Luftzug sich bedrohlich anfühlte.“ Einmal kol­ lidierte ein Fahrer sogar mit Diz’ Kameratasche: „Ich brauchte zehn Minuten, bis ich mein Zeug wie­ der eingesammelt hatte.“

Rüdiger Sturm Es war bereits das sechste Interview, das der renom­ mierte Filmkritiker – er schreibt auch für „Focus“, „Spiegel“ oder „Rolling Stone“ – mit Hugh Jackman führte (Seite 58), aber so ernst hatte er den australischen Star noch nie erlebt. Jackman sei beinahe schwermütig gewesen, sagt Sturm: „Vielleicht wusste er damals schon über seine Haut­ krebserkrankung Bescheid.“ In jedem Fall habe sich darin die Atmosphäre seines letzten Films gespiegelt, des Thrillerdramas „Prisoners“, in dem Jackman so düster zu erleben war wie selten.

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Wird man in Alaskas beein­ druckende Land­ schaft hineingeboren, ist es kein Wunder, dass man wie Scott Dickerson Fotograf zu werden beschließt. „Warum ich leiden­ schaftlich gern surfe, ist jedoch auch für mich ein Ge­heim­nis“, sagt er. „Einige von uns werden wohl mit der Liebe zum Ozean im Herzen geboren.“ Die Tempera­ turen in Alaska haben Dickerson noch nie vom Surfen abgehalten: Wellen aus Eis (ab Seite 24) für all jene, die einmal auf den Geschmack kommen wollen.

Fotodirektion Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Werner Jessner (Leitender Redakteur), Ulrich Corazza, Florian Obkircher, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Mitarbeit Stefan Wagner; Lisa Blazek, Georg Eckelsberger, Sophie Haslinger, Holger Potye, Clemens Stachel, Manon Steiner, Boro Petric und das Konsorten-Kollektiv (Raffael Fritz, Marianne Minar, Martina Powell, Mara Simperler, Lukas Wagner) Lektorat Hans Fleißner Grafik Martina de Carvalho-Hutter, Silvia Druml, Kevin Goll, Carita Najewitz, Esther Straganz Fotoredaktion Susie Forman (Creative Photo Director), Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Eva Kerschbaum Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Karsten Lehmann, Josef Mühlbacher Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba; Christian Graf-Simpson (App) Druck Prinovis Ltd. & Co. KG, D-90471 Nürnberg Finanzen Siegmar Hofstetter, Simone Mihalits Marketing & Country Management Stefan Ebner (Ltg.), Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Sara Varming Country Management Schweiz Antonio Gasser, Melissa Burkart Marketing-Grafik Julia Schweikhardt, Peter Knehtl

Manuel Kurzmann Das Interview mit dem deutschen Rapper Marten Laciny vulgo Marteria war längst fällig, sagt Red Bulletin-Mitarbeiter Kurzmann: „Seine Musik begleitet mich seit Jahren – auf der Autobahn, im Zug oder am Weg ins Büro.“ Was ihn beim Treffen in Berlin beein­ druckte: „Lacinys Texte sind ein Spiegelbild seines Charakters: ein geradliniger, aufgeweckter Typ mit klaren An­­sagen, der einem ein Taxi organisiert, damit man den Abendflug rechtzeitig erwischt.“ Lesen Sie ab Seite 38.

„Longboarder sind ohne Furcht, sie konzentrieren sich allein auf die Ziel­ linie.“  Thiago Diz

Abo und Vertrieb The Red Bulletin Leseservice, Luzern Hotline: 041 329 22 00 Abopreis 39 CHF, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@ch.redbulletin.com Anzeigenverkauf Mediabox AG, Zürich Zentrale, 044 205 50 20 contact@mediabox.ch Anzeigendisposition Sabrina Schneider O∞ce Management Manuela Geßlbauer, Kristina Krizmanic, Anna Schober IT Michael Thaler Firmensitz Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Sitz der Redaktion Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com Web www.redbulletin.com Erscheinungsweise The Red Bulletin erscheint monatlich in folgenden Ländern: in Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Kuwait, Mexiko, Neuseeland, Österreich, der Schweiz, Südafrika und den USA. Leserbriefe bitte an leserbriefe@at.redbulletin.com

the red bulletin


4 4 VS

QUALIFICATION:

EISBAHN QUADERWIESE CHUR/GR 26.01.2014 CRANS-MONTANA/VS 01.02.2014 SCHWARZSEE/FR 08.02.2014

FINAL DAVOS 15.02.2014

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10 jahre facebook

was machst du gerade?

Mark Zuckerberg

Der Mann, der die Anonymität abschaffte

shutterstock, Corbis, nasa, picturedesk.com, getty images

Im Februar 2004 stellt ein Harvard-Student eine Homepage ins Netz, auf der User sich mit richtigem Namen anmelden und persönlichste Daten preisgeben sollen. Ein Witz, oder? Wer würde das schon freiwillig machen, ­ätzen Experten und prophezeien den Flop. Der Student, heute Milliardär, heißt Mark Zuckerberg, und sein Facebook ist nach Google die ­beliebteste Website der Welt. 1 Kommentar

The Red Bulletin „Geiles Bild! Mark sieht aus wie ein kleiner Machiavelli. Mehr Bilder von Zhu Jia und seinen Freunden bei: ,The Face of Facebook‘, in der ShanghART Gallery, Singapur.“ facebook.com/shanghartgallerysg

Gefällt uns!

Friday Reads Jeden Freitag posten User, was sie gerade lesen.

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Who What Wear Die Trends auf den Laufstegen dieser Welt.

Stylefruits Für SIE schöne Tipps. Für IHN schöne Beine.

George Takei Vom „Star Trek“zum Social-­ Media-Helden.

Milky Way Scientists Faszinierende ­Fotos, täglich neu.

Awkward Family Photos Hier ist der Name Programm.

Bill Nye Der „Science Guy“ erklärt uns die Welt.

the red bulletin


Best of Retro-Future

Rätsel

Wer bin ich? Er ist der Mann mit den meisten schweizerischen Facebook-Likes. Um wen könnte es sich handeln?

Oldschool-Dock Ein iPhone-Dock für alle, die mal wieder einen richtigen Hörer halten wollen. Die Wählscheibe kommt als App. etsy.com/shop/ woodguy32

Geboren:

8. August 1981

Facebook beigetreten:

9. April 2009

Fans (weltweit):

13.533.300

Fans (Schweiz):

370.000

Länder mit seinem Porträt auf Briefmarken: 2 Freunde

Guilber Hidaka/Red Bull Content Pool, corbis (2), shutterstock (4), Getty Images

sonymusic, idockit.com, Instant Lab, projecteo, CORBIS, hob, shutterstock (4)

Wenn es Liebe wird: Beyoncé

Projecteo Wähle bei Instagram neun Fotos aus, warte ein paar Wochen – und mit der Post kommt dieser Diaprojektor, so klein wie eine Zündholzschachtel. getprojecteo.com

Valentinstag

Likes

Herz und Schmerz Welche Songs die User am häufigsten hören, wenn sie ihren Beziehungsstatus ändern. In einer Beziehung

Status

1. „Don’t Wanna Go Home“ von Jason Derulo „No matter day or night, I’m shining“ 2. „Love on Top“ von Beyoncé „Every time you touch me, I just melt away“ 3. „How to Love“ von Lil Wayne „It’s hard not to stare, the way you moving your body“ Es ist kompliziert

Status

1. „The Cave“ von Mumford and Sons „It’s empty in the valley of your heart“

Instant Lab Das Fotolabor für unterwegs: Verwandelt digitale iPhone-Schnappschüsse in analoge Polaroids.

2. „Crew Love“ von Drake „This ain’t no fucking sing-along. So girl, what you singing for?“ 3. „All of the Lights“ von Kanye West „Her mother, brother, grandmother hate me in that order“

I F**king Love Science Saurier, Sonden, Sensationen!

the red bulletin

9Gag Gags, Gags, Gags – darüber lacht Facebook.

24 Kommentare

the-impossible-project. com

Humans of Berlin Humans gibt es auch of New York.

Reef Girls Bikini-Models von ihrer Schokoladenseite.

Jamie Oliver Jeden Tag neue Rezepte zum Nachkochen.

The Red Bulletin „Hm, sicher jemand von meinen Freunden. Aber ich kenn ja leider nicht einmal alle meine Freunde.“

Grumpy Cat Lachen steckt an, schlechte Laune desgleichen.

For the Record Das neue Buch der Red Bull Music Academy.

Amazing Things in the World Wunder dieser Welt im Bild.

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Roger Federer King Roger hat mit Abstand die meisten Fans in der Schweiz. Nur der beliebteste DJ der Welt hält einigermaĂ&#x;en Schritt. Sport

1. Roger Federer 370.000

2. Didier Cuche 98.500

3. Lara Gut 96.200

2. Megan Fox 178.000

3. Bob Marley 164.000

Stars

1. David Guetta 227.000

GEPA pictures (2), corbis, Erich Spiess/Red Bull Content Pool, alix malka, picturedesk.com, getty images

Ich bin es


10 jahre facebook

Bullevard

Sozialer Kreislauf

Hacker und Hunde

Mary Lyn added a new photo 2 minutes ago

Die Welt bevölkern über sieben Milliarden Menschen. Gut eine Milliarde von ­ihnen ist auf Facebook – und sie alle können dich liken. Auch wenn du es gar nicht willst.

Verbotener Sex

Was Facebook lieber löscht

Hast du dich schon mal gewundert, dass eines deiner Fotos nicht mehr da war?

Facebook lässt alle Inhalte von BilligJobbern in Ländern wie Marokko und Indien moderieren. 2012 hat einer dieser Moderatoren den Medien einen Katalog mit den Richtlinien zugespielt. Mark Zuckerbergs Face­ book-Seite, FB-ID: 4 (Nr. 1 bis 3 sind Test-IDs), wurde im Sommer gehackt …

Was unter anderem gelöscht wird: Nackte Hintern oder Nippel. Dazu gehören auch stillende Frauen, bei denen die Brustwarzen sicht­ bar sind. Brustwarzen von Männern sind okay. Camel-Toe-Bilder. Wenn’s Höschen zu eng sitzt. Menschen, die auf dem Klo sitzen. Sperma, Betrunkene oder schlafende Menschen, dene­n andere das Gesicht vollgemalt haben. ­Illegale Drogen. Einzige Ausnahme: Alle Abbildunge­n von Cannabis sind erlaubt.

source: facebook

Boo ist sogar populärer als Beast (1,7 Mio. Likes). Was Beast ziemlich egal sein dürfte, er muss dafür keine blauen Crocs wie Boo tra­ gen – und läuft am liebsten barfuß wie sein Herrl Mark.

corbis, REUTERS (2), picturedesk.com (2), GEPA pictures, sony music, getty images

Falscher Nippelalarm. Wow!, sind die aber groß – die Ellbogen. Geirrt und gelöscht.

Share Lock shared a new post about an hour ago

Der beliebteste „süßeste Hund der Welt“ ist Boo mit über 8,5 Millionen Likes. Diese Popularität verdankt er einem perfekten Teddy­ bär-Gesicht und seiner positiven Einstellung: „I am a dog. Life is good.“

Boo mit seinem perfekten TeddybärGesicht ist der ­populärste Hund der Welt.

… von FB-User 77.821.884 – hinter der Nummer ver­ birgt sich Khalil Shreateh. Wegen seines Hacks wurde die FB-Seite des Web-­ Entwicklers aus Palästina zunächst gelöscht. Mittler­ weile ist sie wieder aktiv und hat schon über 44.000 Abonnenten.

Noch wesentlich popu­ lärer ist Real Madrid. Die „Königlichen“ haben unter den Sportfreunden in Palästin­a die mit Abstand meisten Facebook-Fans: 185.056. Weltweit sind es sogar über 44 Millionen. Einer von Reals treuesten Fans ist …

Crime

Reingefallen „Likejacking“ nennen sich betrügerische Postings auf Face­book. Hier die fünf häufigsten Maschen. Gewinne ein iPad! Dafür musst du nur diesen kurzen Fragebogen ausfüllen … Unglaublich! Sie ist erst 16 und hat’s GETAN! Klick hier, um das schockierende Video zu sehen (und es mit allen deinen Freunden zu teilen). Schöner fremde Mann! Ich dein Profilbild ge­ sehen. Sofort verliebt in dich. Du mich heiraten? Willst du sehen, wer dein Profil besucht hat? Lade dafür einfach dieses Programm herunter! (Kein Virus, großes Indianerehrenwort!)

Ein gemeinsamer Freund von CR7 und J.Lo ist Rap­ per Pitbull und mit seinen 40 Millionen Fans der ­beliebteste „harte Hund“ auf Facebook.

… ihren Facebook-Freund Cristiano Ronaldo bei der Arbeit zu beobachten. Der teuerste Fußballer alle­r Zeiten ist auch der beliebteste Sportler auf Facebook weltweit mit über 65 Millionen Fans.

… Jennifer Lopez (28 Mil­ lionen Likes), die immer wieder extra zu Spielen nach Spanien jettet, um …

Facebook wird kostenpflichtig. Überweise jetzt deinen Mitgliedsbetrag!

the red bulletin

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Bullevard  

10 jahre facebook

Facebook-Welt

Das Licht der Freundschaft Sieht aus wie eine Satellitenaufnahme der Erde, ist aber ein Dokument der Facebook-Nutzung. Jede ­Linie steht für die Verbindung zweier Menschen auf Face­book – für zwei Freunde. Dunkel sind allein un­ bewohnte Regionen – wie die Sahara oder Sibirien – und Länder, wo Facebook verboten ist: China.

Play Game

Vorsicht, Suchtgefahr! Facebook-Games sind das neue Solitaire: Computerspiele für Leute, die nicht Computer spielen.

Angry Bird hasst diese drei Games 2 hours ago 1. Candy Crush Saga Das Crystal Meth unter den Spielen. Der erste Fix ist gratis, macht aber sofort süchtig. Aufgabe: bunte Zuckerl aneinanderreihen. 100 Millionen tun es! 2. Pet Rescue Saga Wenn „Candy Crush Saga“ Meth ist, dann ist dieses Spiel Crack, samt drolligen Tierchen. Die gilt es zu retten – indem du Kristalle aneinanderreihst. 3. Dragon City Bei dieser Mischung aus „Farmville“ und „Pokémon“ geht es ums Drachenzüchten. Ausnahmsweise musst du hier nichts aneinanderreihen.

Die bunte Fassade täuscht: Hier wird gnadenlos Zeit totgeschlagen.

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342 Freunde

hat der durchschnittliche Facebook-User. Im realen Leben sind es nur sechs.

Ann Dead shared a last post 3 hours ago

Lebensereignis: Tod

Sterben im sozialen Netz press handout, shutterstock (2)

In fünfzig Jahren könnte Facebook zum größten digitalen Friedhof der Welt werden.

Die Facebook-Zombies Hochrechnungen zufolge sind zehn bis zwanzig ­Mil­lionen Facebook-Nutzer seit dem Start des Social ­Networks gestorben. Wie viele der Profile gelöscht wurden und wie viele dieser Menschen immer noch als ­Untote auf Facebook herumgeistern, weiß keiner. Doch spätestens im Jahr 2065 wird die Zahl der toten Nutzer jene der lebenden übertroffen haben.

the red bulletin

Die Selbstmordmaschine Die Web-2.0-Selbstmordmaschine tilgt dich aus dem Netz: Der User loggt sich mit seinen Twitter- oder ­Facebook-Daten ein, und die Website macht den Rest. Die Engine löscht bei Facebook automatisch alle Nachrichten und Freunde, sperrt deine Wall und stellt das Profil auf privat. Dazu gibt es noch die letzten Worte als Message – du trittst automatisch in die „web 2.0 suicide“ ein. www.suicidemachine.org 12 Kommentare

Sign Out Forever „Auf Facebook funktioniert das nicht mehr so klaglos, aber wir arbeiten daran.“

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10 jahre facebook J

Lebenshilfe

Kainrath

= Ja!

N

= Nein!

Soll ich das posten?

Dialog der Dosen

Ein tolles Bild. Am liebsten würdest du es mit der ganzen Welt teilen. Gut. Nur vergiss nie: Das Netz vergisst nichts.

Darf ich dich auf einen Drink einladen? N

Ist es von dir?

Haltet den Dieb!

J

Sind Menschen zu sehen?

N

Bist du auf dem Bild zu sehen?

J

Ist auch eine Frau zu sehen?

N

J Sieht man ein süßes kleines ­ ätzchen mit K ­süßen kleinen Äuglein?

J J

Hast du etwas an?

N

N

Bist du allein?

J Wie alt bist du?!

J

Siehst du gut aus?

J

N

Dietmar Kainrath „Ein Freund ist so gut wie die Frau, die er mir ausspannt.“

Tu’s nicht!

Ist sie nackt?

J

N

N

Ist es deine Frau?

J

Ist es langweilig?

Justin Bieber

J

N

Was, du lebst?!

Willst du sie behalten?

N

Wird es zu Protesten einer der folgenden Gruppen führen: Feministinnen, Pazifisten, Sozialisten, Umweltaktivisten, Kapitalisten, Lobbyisten, Royalisten, …?

J

N

J

Könnte man also sagen, dass das Posting nicht allen gesellschaftlichen bzw. rechtlichen Normen entspricht?

N Lässt sich das Posting zu dir zurückverfolgen?

N

Bist du nüchtern? (Stehst du unter Einfluss irgendwelcher Substanzen?)

J J

N

J

J

Im Zweifel: lieber nicht!

Nein, kannst du nicht!

N

Hast du das Posting in deiner Arbeitszeit gemacht?

J dietmar kainrath

Kannst du es später spurlos löschen?

Bist du sicher, dass es nicht langweilig ist?

N N

Post it!

Hat dich wer gesehen?

J Lass es!

picturedesk.com

Laut Falschmeldungen auf ­Facebook und Twitter ist Justin Bieber 2013 über 50-mal verstorben. Öfter als jeder andere Popstar. Meistgenannte Todesursache: Überdosis. Gefolgt von Flugzeugabsturz und Auto­unfall im Ferrari. Natürlich handelt es sich dabei um Scherze von Bieber-Bashern – um dessen treue Fangemeinde in Trauer zu stürzen. Die traumatisierten Anhänger verbreiten solche Meldungen dann im Affekt ohne FaktenCheck im Netz.

Sieht sie gut aus?

J

N

1 Kommentar

Es ist eine böse Welt, die im Netz gerne lügt. Weil es so einfach ist.

N


Marco Schwab

Schweine im Weltall? Like!

Rüpel-Moderator Marco Schwab verrät seine FacebookLikes aus Mode, Sport & TV.

Sportler: Nicolas Müller! Weil ich bei ihm immer so ­gesund esse und mir nachher die Bäume aus dem Arsch wachsen … Nein. Weil er einer der stylishsten und vor allem kreativsten Fahrer auf jedem Terrain ist – und den Spass am Sport real verkörpert und lebt („True inspiration comes from the heart“). Musik: Lea Lu. Weil sie ihre eigenen Lieder komponiert und dazu Farben sieht! Mode: Interessiert mich von Gucci bis Prada nichts … sorry. Folge deinem eigenen Trend, sag ich da nur, und überhaupt: Mode macht Frauen magersüchtig und ihre Füsse kaputt, und wer will das schon?

Kevin Hey

Fernsehsendung: „Captain Future“! Wo sieht man denn noch solche Vielfalt und Einzigartigkeit von Superhelden? Vielleicht noch bei „Schweine im Weltall“ („Muppet Show“). Sportmannschaft: die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Weil es zur Sache geht, ohne Geheule! the red bulletin

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BC One

Red Bull BC One

Bodybook Die besten Breakdancer der Welt suchten in Seoul den besten Breakdancer der Welt.

Sie können ihre Körper zu modernen Skulpturen verrenken und Muskel­ partien bewegen, von denen wir nicht mal wussten, dass wir sie besitzen – geschweige denn, wie wir sie benut­ zen könnten: die besten Breakdancer der Welt. Sie trafen sich zum großen Finale in Südkoreas Kapitale Seoul. Und mit unglaublichen Moves tanzte sich der Local B-Boy Hong 10 zum Sieg. Es kann eben nur einen geben. Einen Red Bull BC One. We like! Air Freeze shared a post 3 months ago facebook.com redbullBCOne

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Deine Freunde könnten längst Roboter sein.

Romina Amato/Red Bull Content Pool, shutterstock

Oder zumindest könntest du dir das umständliche Posten von StatusNachrichten sparen. Denn eine Webseite generiert die nämlich automatisch für dich: what-would-i-say.com


Bullevard  

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14 Alternativen

Du kannst mich mal Facebook nervt? Es gibt genug ander­e Möglichkeiten, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

www.ning.com Wenn dich Werbung nervt. Kostenpflichtig, dafür gibt es aber keine Werbe-Banner, die mehr über dein Konsumverhalten wissen als du selbst. friendica.com, joindiaspora.com Wenn du Angst vor Big Brother hast. Beide sind dezentral organisiert, das heißt: Deine Daten liegen auf keinem Server, sondern auf deinem Computer. about.me Wenn dir Facebook zu viel Arbeit ist. Die Visitenkarte im Internet: kein Chat, kein Status oder anderer Plunder – dafür eine Profil-Seite, die sich frei gestalten lässt. app.net Wenn du lieber selber bastelst. Im Prinzip ein simpler Kurznachrichtendienst, Social-MediaApps sind integrierbar plus Developerzugriff.

Ende 2013 ist die beliebteste Zombie-Serie der Welt in die vierte Staffel gegangen. „The Walking Dead“ in Zahlen.

51 Folgen 7 Hauptdarsteller in der ersten Staffel 3 davon sind in der Serie noch am Leben. 5.300.000 US-Zuschauer sahen die Pilotfolge. 16.100.000 US-Zuschauer sahen die Premiere der 4. Staffel. 38 Liter Kunstblut wurden pro Folge verbraucht. 60 Paar Zombie-Kontaktlinsen für Statisten 121 Hefte hat die Comicbuch-Vorlage 126 Länder zeigen die Serie im Fernsehen. 2.000.000 Twitter-Follower  21.000.000 Facebook-Likes 

„Wenn Facebook so weitermacht, wird es in vier Jahren verschwunden sein.“ Eric Jackson, Gründer von Ironfire Capital Forbes.com, Juni 2013

www.pheed.com Wenn du mit deinen Updates was verdienen willst. Texte, Bilder, Audio und Video live übertragen und von Usern per Abo oder Pay-per-View Geld verlangen.

Daumen runter

Alles liken wir nicht

www.eyeem.com Wenn du sogar zu faul für Instagram bist. Die App erkennt deine Interessen und schlägt dir passende ­Fotos anderer Nutzer vor. Leichter geht’s nicht. plus.google.com Wenn du lieber alleine bist. Das beste soziale Netzwerk überhaupt – und niemand ist drauf. Dafür aber hast du hier wirklich deine Ruhe. appbetween.us Wenn du schwer verliebt bist. Paare schicken sich per Handy Nachrichten und Fotos zu. Mit der Zeit entsteht eine „Liebesgeschichte“. Sooo romantisch! <3 nextdoor.com Wenn du gerne in deinem Viertel bleibst. Teile deine Daten mit deinen Nachbarn nach Postleitzahl und Adresse. Du könntest natürlich auch direkt mit ihnen reden … www.patientslikeme.com Wenn du ein Hypochonder, ein Arzt oder beides bist. Patienten und Mediziner können sich über Krankheiten aus­ tauschen und Daten für die Forschung sammeln. www.gunloverspassions.com Wenn du Single bist und auf Waffen stehst. Eine Dating- und Social-Network-Seite für Waffenliebhaber. Einfach ein Schuss mitten ins Herz!

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Stand: 21. 11. 2013

www.whatsapp.com Wenn du Facebook sowieso nur zum Chatten verwendest. Sieht aus wie SMS, schlägt sich aber nicht auf die Telefonrechnung.

Kaputte Gesichter

Uns passt so einiges nicht. An der Welt. Und an Facebook sowieso. Das muss einmal gesagt werden.

Die Flut an Einladungen zu Veranstaltungen, Seiten oder Gruppen. Gesponserte Links à la: „Willst du endlich auch eine heiße Freundin? Dann beachte diesen seltsamen Trick.“ Sobald man sich an ein neues Layout gewöhnt hat, bringt Facebook wieder ein Update. Dass Nachrichten als „Gelesen“ markiert werden, sobald du sie öffnest, was einen Druck zum Antworten erzeugt, auch wenn du es nicht möchtest. Dass es keinen Dislike-Daumen gibt. Aber geht es nach Facebook, soll auch der Like-Daumen bald Geschichte sein. Das gefällt uns schon gar nicht. 1 Kommentar

The Red Bulletin „Und was uns nicht gefällt: immer diese Suderei! Wem’s nicht gefällt, kann sich ja abmelden. Okay, der Button ist schwer zu finden.“

the red bulletin

Geoffrey berkshire

www.snapchat.com Wenn du nicht willst, dass deine alten Fotos dich einholen. Verschicke Bilder, die sich nach zehn Sekunden selbst zerstören. Für Geheimagenten, Sexting-Begeisterte und Paranoiker.

The Walking Dead

Cinetext, Corbis (2), Universal Music, Getty Images, Getty Images

instagram.com Wenn du zu faul zum Tippen bist. Und stattdessen lieber fotografierst – etwa so wichtige Dinge wie dein Essen oder deine Bauchmuskeln nach dem Trainieren.


Rihanna

Legenden des Like-Buttons

Diese kleine Frau ist der beliebteste Mensch der Welt. Dem können wir zustimmen. Lange wechselten sich Eminem und Rihanna an der Spitze ab, jetzt zieht sie ihm davon: Mit über 80 Millionen Facebook-Likes ist die Sängerin der populärste Mensch auf Facebook. Wöchentlich kommen im Schnitt 200.000 Fans dazu. Die allererste Band auf ­Facebook war Chester French. Das Indie-Pop-Duo stu­dierte 2004 in Harvard und war sogar mit Mark Zuckerberg ­befreundet. Den Vorsprung konnten sie jedoch nicht nutzen: Die Band hält derzeit bei 60.000 Likes.

Die populärste Status­ meldung stammt von ­Rapper Lil Wayne. 2011 rief er auf: „Everyone, ­please ‚Like‘ this post.“ Seine Fans folgten: 588.243 Likes in 24 Stunden. Überboten nur von Obamas „Four more years“ (vier Millionen an einem Tag). Der prominenteste Tote auf Facebook ist Michael Jackson mit 66 Millionen Likes. Im Juli 2009, einen Monat nach seinem Tod, knackte er als erster Mensch die 10-Millionen-LikesMarke. Heute gibt’s sogar Fan-Pages zu Jackos Lieblingsspeisen.


Gesichtermeer

Nr. 1.278.839.467 … und es werden immer mehr

Es ist eine schöne Seite. So schön wie das Weltall. Allerdings viel bunter. Und ein Farbklecks bist du. Einer von über 1,2 Milliarden – so viele Facebook-User gibt es derzeit. Und du bist dorthin gekommen, wie auf diese Welt. Ohne dass du etwas davon mitbekommen hast.

Julian Broad/Farrell Music

www.thefacesoffacebook.com

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Und hier bist du Und du weißt es nicht.


10 jahre facebook

Bullevard

Das ist Robbie Williams Er wird am 13. Februar vierzig. Happy Birthday! Aber vielleicht wollte er den Tag lieber allein feiern.

Seine FB-ID ist 5.441.929.106. Aber das ist natürlich nicht richtig. Denn in Wahrheit ist er die Nummer 1, zumindest in Großbritannien war er das neunmal mit seinen Alben. Sein jüngstes, „Swings Both Ways“, ist übrigens tausendstes Nummer1-Album in der Geschichte der UK-Charts. Welche Nummer du bist, verrät dir: findmyfacebookid.com


Bullevard  

10 jahre facebook

12 O’Clock Boys

Geoffrey berkshire

„Zeigt eure Stärken“ Mit Hilfe von Social Media und Crowdfunding finanziert der US-Filmemache­r Lotfy Nathan sein Erstlingswerk.

Henry Rollins warb auf Facebook für die Doku.

Ab 31. 1. 2014 ist „12 O’Clock Boys“ als Video-on-Demand zu sehen.

Da geht noch was

Semaphore Die optische ­Variante der Telegraphie. Mittels Flaggen-Alphabet konnte ein Buchstabe in nur zwei Minuten 270 Kilometer weit ge­ sendet werden.

Alles Gute: 100.000 Jahre Social Media In jeder Epoche glaubte man, am Gipfel des technisch Machbaren zu stehen und dass nichts Besseres nachkäme. Das dürften sich schon die Steinzeitmenschen gedacht haben, als sie zum ersten Mal die Wände ihrer Höhlen mit roter Farbe bemalten. Eine kurze Geschichte der Kommunikation. Sprache „Schickes Mammutfell!“ – Wann wir aufhörten, uns mit Grunzlauten zu verständigen, ist unklar. Doch spätestens der Homo sapiens war der Sprache mächtig.

Noah Rabinowitz/Courtesy of 12 O‘CLOCK BOYS (2), shutterstock (4)

Social Media drehen sich nicht nur um Status-Updates und ­„Selfies“ – sie können auch Filmemachern dabei helfen, ihre Träume zu realisieren. Zum Beispiel Lotfy Nathans Debütwerk „12 O’Clock Boys“. Der Dokumentarfilm begleitet Pug, einen Jungen aus Baltimore, Maryland, der unbedingt einer urbanen Dirt-Bike-Gang beitreten möchte. Gleich zweimal wurde mit Hilfe der Crowdfunding-Website Kickstarter.com Geld für das Projekt gesammelt: 2010 waren es zunächst 12.000 US-Dollar, drei Jahre später weitere 30.000. Den ­fertigen Film reichte Nathan beim South by Southwest Film­festival ein, wo dieser von Kritikern und Zusehern gefeiert wurde. Die Musiker T-Pain, Jermaine Dupri und Henry Rollins gehören zu den Prominenten, die auf ihren Social-Media-Seiten für Nathans Kickstarter-Kampagne warben. Aufstrebenden ­Filmemachern, die auch auf Kickstarter setzen, rät Nathan: „Das Wichtigste ist ein Trailer, der eure Stärken zeigt.“ Auch weitere Überraschungen sind nicht ausgeschlossen: „Ich habe meine Freundin über Kickstarter kennengelernt.“

Pony-express Schon ein Jahr nach Eröffnung der Express-­ Strecke war wieder Schluss für die Ponys – keine Upgrade­s, inkompatibel und zu langsam.

Papyrus Leicht & portabel – weswegen der Vatikan bis ins 11. Jahrhundert an dem Material festhielt.

Höhlenmalerei Bei den Steinzeitmenschen waren Kohlezeichnungen von Büffeln State of the Art – heute würde man solche Kritzeleien Vandalismus nennen.

telefon „Das Pferd frisst keinen Gurken­ salat“ – einer der ersten per Telefon geäußerten Sätze. Viele sinnvollere sollten folgen.

3. April 1860 – 22. Oktober 1861  Pony-Express

1793 – ca. 1850  Semaphore 150 v. Chr. – 1890  Rauchzeichen

3000 v. Chr. – 1100  Papyrus 4000 v. Chr. – 100  Beschriftete Tontafeln 30.000 – 4000 v. Chr  Höhlenmalerei 100.000

80.000

60.000

40.000

20.000

10.000

8000

6000

4000

2000

100

200

300

400

vor dem Jahr Null

= 1000 Jahre

22



500

600

700

800

900 1000 1100 1200 1300 1400 1500 1600 1700 1800 1900

0–1900

= 100 Jahre the red bulletin


Der Liebes-Finder

Eine der am schnellsten wachsenden Apps für Facebook ist Tinder. Mit dem Programm kannst du Leute in deiner Umgebung anhand ihrer Facebook-Bilder in Hot or Not einteilen – und kontaktieren. Gab’s schon oft, aber hier machen auch die Girls mit. www.gotinder.com

Facebook in Fakten

Zahlen, bitte!

Deutsches Museum, shutterstock (2), sony

dietmar kainrath

Facebook besteht nicht nur aus Einsen und Nullen. Hinter dem sozialen Netzwerk verbergen sich jede Menge andere Zahlen.

727.000.000 aktive User nutzen Facebook täglich.

94025

ist die Postleitzahl von Menlo Park, Kalifornien, der Heimat von Facebook. Umgeben ist der Komplex übrigens von einer ringförmigen Straße namens „Hacker Way“.

Kainrath

Bin ich drin?

Die Zahl der Besucher von Facemash, dem kolportierten Vorläufer von Facebook. Zuckerbergs Version von „Hot or Not“ wurde wenig später gesperrt. Da waren aber schon über 22.000 Stimmen abgegeben worden, und Mark musste sich vor Harvards Verwaltungs­ ausschuss verantworten.

119 % der Monegassen haben einen Facebook-Account, aber nur 0,05 % der Chinesen. Monaco ist damit auf Platz 1 der FacebookNutzer, China Letzter. Trotzdem wird Facebook in Summe von mehr Chinesen (663.000, ohne Hongkong) als Monegassen (30.000) genutzt.

500

US-Dollar beträgt die Prämie für jeden, der es schafft, ­Facebook zu hacken.

brieftauben Helden der Lüfte – zumindest bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein Mahnmal im französischen Lille gedenkt der über 20.000 gefallenen gurrenden Krieger.

450

rohrpost Damals nur zum Verschicken von Nachrichten gedacht, erfährt die Rohrpost heute ein Revival. In Krankenhäusern ist diese Technik wieder sehr beliebt.

59/90/154

Der RGB-Farbcode von Facebook. Warum es ausgerechnet blau ist: Mark Zuckerberg leidet unter einer Rot-Grün-Sehschwäche.

Mobiltelefon Mit anfangs 1,1 Kilo zehnmal so schwer wie ein iPhone 5. Aber auch zehnmal so vielseitig: gut als Türstopper, Nussknacker oder Hantel.

ab Juni 2011  Google+ ab Nov. 2010  diaspora ab März 2006  twitter ab Februar 2004  facebook

twitter Seit 2006 wird kräftig gespart: 140 Zeichen müssen nun für das Wichtigste ausreichen.

Juli 2003 – Juni 2013  myspace ab Juni 2003  second life 2002–Juni 2011  friendster ab 1973  Mobiltelefon ab 1964  Fax-Geräte von Xerox ab 1962  Paging ab 1861  Festnetztelefon

Second Life Über 36 Millionen Avatare wurden bisher bei Second Life angemeldet. Rund 1 Million ist heute noch aktiv.

1853 – 1965  Rohrpost 1847 – 2005  Telegramm ab 1837  Morsetelegraph ab 1605  gedruckte Zeitung 400 v. Chr. – 1980  Heliograph 2000 v. Chr – 1945  Brieftauben ab 2400 v. Chr.  Brief

„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“

Heliograph Kommunikation mit Lichtreflexen. Zuletzt gebraucht von Rambo und den Afghanen im Krieg gegen die Sowjets.

ab 100.000 v. Chr.  Menschliche Sprache 1900–1910

1910–1920

1920–1930

1930–1940

1940–1950

1950–1960

1960–1970

1970–1980

1980–1990

1990–2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

1900–2000

= 10 Jahre the red bulletin

2000–heute

= 1 Jahr

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Wellen aus Eis Die Luft weit unter dem Gefrierpunkt, das Wasser kaum dar端ber. Gerade vier Stunden Licht pro Tag. Dennoch sucht eine kleine Gruppe Verwegener auch im Winter vor Alaskas K端ste nach der perfekten Welle. Fotograf Scott Dickerson ist einer von ihnen.

Text: Ann Donahue, Bilder: Scott Dickerson

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„Ich lebe als Fotograf in Homer, einem 5000-Einwohner-Städtchen an Alaskas Südküste. Hier surfen wir auch. Ganzjährig. Klingt schlimmer, als es ist. Das Klima an der Küste ist milder als im Landesinneren. ‚Superkalt‘ nennen wir alles unter null Grad (Fahrenheit wohlgemerkt, das sind minus 17,8 Grad Celsius; Anm.). Unter null wird es wirklich unan­genehm. Dann surfen wir auch nicht mehr. Zumindest nicht immer. Wir müssen uns ja nichts beweisen. Das ist keine Machosache oder so. Es geht uns um den Spaß.

Der Kerl auf dem linken Bild ist Kyle Kornelis während eines besonders kalten Winter­ tags am Strand von Homer. Mir gefällt das Bild, weil Kyle darauf wie ein echter Vier­ schröter aus Alaska aussieht. Der Gezeitenunterschied an der Küste beträgt vier­ einhalb bis fünf Meter. Zweimal pro Tag steigt und sinkt der Pegel. Bei Ebbe friert die Wasseroberfläche, bei Flut wird das Eis überschwemmt. So entsteht eine Unter­ wasser-Eisbank, die bis weit ins Meer hinausreicht. Kennst du Heli-Surfing? Die Bilder oben stammen aus dem Hubschrauber eines Heli­ skiing-Anbieters, der üblicherweise Skifahrer in die Berge bringt. Als sie eines Tages wegen Schlechtwetter nicht so hoch hinauffliegen konnten, kam ich mit ein paar SurfSachen bei ihnen vorbei, und wir flogen mit den Abenteuerlustigeren unter den Ski­ touristen zum Surfen an den Strand. Die fanden das großartig.“

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„Wir tragen die wärmsten Sachen, die du kriegen kannst, Wetsuits mit 6 Millimeter Neopren am Körper und 5 Millimetern an Armen und Beinen, Kapuze, dazu Handschuhe und Boots mit 7 Millimetern. Die Wellen entstehen rund 100 Kilometer vor der Küste, für einen guten Swell brauchst du also ordentlich Wind. Aber wir surfen ­alles, was kommt, von knietiefer Brandung bis zu 3-Meter-Brechern.“

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„Der Kerl auf diesem Bild heiSSt ‚Iceman‘. So nennen ihn alle. Er war 1984 der erste, der hier surf te.“


„Manchmal besuchen uns Leute, die wirklich schon überall auf der Welt gesurft haben. Aber sie sind völlig überwältigt von all dem hier, speziell weil sie die ­Natur an diesem Ort so intensiv erleben. Du fühlst dich beim Surfen als Teil der Wildnis.“

„Es ist wie überall sonst auch: Manchmal kannst du fünf Tage hintereinander surfen, dann wieder lässt sich drei, vier Wochen lang keine einzige Welle blicken. Wir haben unser ganzes Leben auf die Launen der Natur ausgerichtet: Sobald die ersten Wellen auftauchen, lassen wir alles stehen und liegen und gehen raus.“

30



the red bulletin


„Warum mich das Surfen nicht mehr loslässt? Keine ­Ahnung. Bevor ich selbst damit begann, hatte ich nie irgendjemanden auf ­e inem Brett gesehen.“


„Eine typische Szene aus dem Leben eines Alaska-Surfers: Die Wellen sind mickrig, aber wir reiten sie trotzdem. Weil das alles ist, was wir haben. Die Hauptsache ist, an diesem unfassbar großartigen Platz ins Wasser zu springen. Die Kälte? Halb so schlimm. Echt. Draußen auf dem Wasser ist mir eigentlich immer warm. Oft sogar so warm, dass ich, wieder an Land, denke: Nichts wie raus aus dem Wetsuit!“

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„Du wirst geboren, um deine Leidenschaf t zu ­f inden. Meine Leidenschaf t ist das Wasser.“


„Surfen in Alaska heißt vor allem: Da ist niemand außer deinem Kumpel und dir. Rundherum nur Wildnis. Du gewöhnst dich so sehr daran, dass du in anderen Surf-Revieren zuerst mal einen Schock verdauen musst: Du kommst an den Strand, und da sind schon fünfzig Leute im Wasser!“

„Was tun, wenn dir nach einer Session mal kalt ist? Ganz einfach: Du füllst deinen Wetsuit mit heißem Wasser und legst dich auf den Boden. Das Wasser fühlt sich an wie in einem Whirlpool. Wenn du so wie auf dem Bild im Schnee liegst, hält die Wirkung aber nur rund 30 Sekunden an.“

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„Sogar Ian Walsh war mal für ein pa ar Sessions hier. Er war begeistert.“

„Der US-Surfstar Ian Walsh war mal gemeinsam mit den Snowboardern John und Eric Jackson hier, um eine Folge der Web-Serie ‚Brothers on the Run‘ zu drehen. Wir haben sie an Bord unserer ‚MV Mio‘ genommen, des 18-MeterBoots, das wir für unsere Surf-Trips verwenden. Auf ihr haben wir schon einige Stürme überstanden!“


„So sieht es in Homer ­w ährend eines Schneesturms aus. Ohne Geländewagen an den Strand ­k ommen? Vergiss es.“

„Das ist Kristi Wickstrom, der Hund ist ihrer, glaube ich. Der Mann ist John Langham. Er ist schon über fünfzig! Wir haben hier einige ältere ­Burschen so wie ihn, die sich das Surfen nicht nehmen lassen. Sieht aus, als würde das Surfen hier heraußen fit halten!“

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„Das Bild oben zeigt Mike McCune und seinen Truck an einem beson­ deren Tag: In Homer war der Sturm einfach zu stark, also fuhren wir 40 Minuten westwärts in die Cook-­ Inlet-Bucht. Der Wind reichte auch dort noch für 3-Meter-Wellen, der Strand war übersät mit riesigen Eis­ klumpen. Es war ein guter Tag! Das rechte Bild zeigt Iceman. Er lebt direkt am Strand in Homer, und an der Außenseite seines Hauses hat er einen Wasserhahn angebracht, an dem sich jeder den Wetsuit mit heißem Wasser auffüllen kann.“ Mehr Surf-Fotos aus Alaska: www.scottdickerson.com

the red bulletin

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Meine vielen

Leben

D e r d e u t s c h e „ R a p - M e s s i a s “  M a r t e r i a  und die Szenen seines drehbuchreifen W e r d e g a n g s : F u SS b a l l -J u n g p r o f i , M o d e l , S c h a u s p i e l s c h ü l e r , L i c h t­ g e s ta lt d e s d e u t s c h e n H i p - H o p.  T e x t: M a n u e l Ku r z m a n n , B i l d e r : C h r i st o p h Voy 

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Marten Laciny alias Marteria: „Ich stand mit zittrigen Händen auf der Bühne.“


2010

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Credit:

paul ripke

zo g e r d e n d eu tsc h e n H i p- H o p a u s d e m M o r as t vo n G e wa lt v e r h e r r l i c h u n g , Homophobie, Fremdenhass und anderen E k l i g k e i t e n .  „ R a p - M e s s i a s “   n e n n t m a n i h n seit seinem Erfolgsalbum „Zum Glück in




Credit:

d i e Z u k u n f t “ , wa s a n g e s i c h t s s e i n e r künstlerischen Leistungen beinahe als o bj e kt i v e E i n st u f u n g d u rc h g e h e n m ag. N u n s t e l lt s i c h „ Z u m G l ü c k i n d i e Z u k u n f t II “ d e n e n t s p r e c h e n d e n E r wa r t u n g e n .

Vom Arbeitsamt auf die Center Stage: Marteria-Auftritt am Hurricane Festival, Scheeßel, Juni 2013


Berlin, November 2013: â&#x20AC;&#x17E;Ich wollte Hip-Hop wieder cool machen.â&#x20AC;&#x153;


„ d e r N a c h w u c hs - Ch e f v o n RCD M a l l o r c a s a ss B e r e i t s a uf u n s e r e r C o u c h . “

E benso bemerkenswert wie der Erfolg des Marten Laciny in einem Genre, das als ­unrettbar galt, ist sein Weg dorthin. Der mittlerweile 31-jährige gebürtige Ros­ tocker spielte in der deutschen U17-Elf unter Horst Hrubesch, shootete in New York mit Claudia Schiffer und ging mit Jan Delay auf Tour. Für The Red Bulletin beschreibt er die Meilensteine seines drehbuchreifen Lebens.  U n t e r F u S S ba l l- B e r n d s 

Das Leben eines Teenagers ist die Aneinanderreihung beschissener Momente. Zum Beispiel solcher: Du wechselst nach der Achten an eine andere Schule, wo du keine Menschenseele kennst. Als ziemlich guter Kicker – dazu später mehr – kam ich vom Gymnasium in die Sportschule Rostock, aber mehr als alles andere war ich damals Botschafter der Hip-Hop-Kultur. Ich war ein Streber in Sachen MCing, DJing, B-Boying und Graffiti. Saugte alles auf, was in Amerika passierte, besonders an der East Coast. Eh klar, was soll ein Junge aus dem Osten sonst hören? In meiner Eigenschaft als Botschafter marschierte ich am ersten Tag gleich mal mit Wu-Tang-Basecap in die neue Klasse. Method Man war mein Held, das wollte ich allen zeigen. the red bulletin

Was ich nicht bedacht hatte: An der Sportschule gab’s nur Fußball-Bernds. Und denen war individueller Style völlig fremd. Logische Konsequenz: Ich wurde ausgelacht. Einer schrie: „O Gott, was ist das denn für ein Spast?“ Nach einiger Zeit fanden die Bernds meinen Kleidungsstil aber dann doch ziemlich super, und die ersten begannen, mit Baggy-Pants rumzurennen. Ein Typ war dabei, der anfangs krass einen auf Nazi machte, mit Springer­ stiefeln bis zu den Knien und allem. Ich diskutierte monatelang mit ihm – über Hip-Hop, den Lifestyle, der sich dahinter verbirgt, das Rappen. Klar, er war eine Glatze, was scheiße ist. Ich hab trotzdem mit ihm geredet. Denn meine Mutter hat mir schon früh beigebracht: „Marten, auch solchen Leuten muss man Alter­ nativen aufzeigen!“ Damals trug Rostock ja den Nazi-Stempel, vor allem nach der Sache in Lichtenhagen 1992 (Rechts­ extreme hatten ein Asylwerber-Wohnheim in Brand gesetzt – teilweise unter Beifall der örtlichen Bevölkerung; Anm.). Viele Kids sahen keine Alternative und liefen deshalb einfach der Masse nach. Ich hasste das, weil ich Rostock immer als geile, liberale Stadt am Meer empfand, so viel schöner als alle anderen Städte, mit diesem riesengroßen Strand.  H ä n d e h o c h ! 

In Rostock gibt es das JAZ. Das ist ein kleiner Urban-Laden, wo regelmäßig Drum-and-Bass- und Hip-Hop-Partys und auch Open-Mic-Sessions steigen. Ich hing

1998 Die erste Karriere: Marten Laciny (hintere Reihe Mitte) auf dem U17Mannschaftsfoto des damaligen Bundesligisten F.C. Hansa Rostock. Seine Position: zentrales Mittelfeld. Größte Stärke: Tore vorbereiten. Unter Trainer Horst Hrubesch steht Marten im Kader der deutschen U17Nationalmannschaft. „Er ließ mich rechts hinten auf der Lahm-Position spielen. Hrubesch hat die Spieler voll gefordert – selbst im Training.“ Nach vier Toren in einem Testspiel gegen die Jugendauswahl des spa­ nischen Erstligisten RCD Mallorca ­bietet der Inselverein Marten einen Vertrag. Doch der lehnt ab und reist zu seiner Schwester nach New York.

dort oft mit meinen Freunden ab, traute mich aber nie, selbst zu freestylen. Meine Rap-Sessions hatten bis dahin zu Hause stattgefunden, im Badezimmer, vor dem Spiegel, mit Haarbürste als Mikro. Und dann kam der Tag, an dem mein Kumpel Dead Rabbit – bis heute ein Produzent von mir – Geburtstag hatte, ich selbst war damals fünfzehn. Zum Feiern ging’s natürlich ins JAZ. Er hatte einen geilen Beat am Start und ich endlich die Courage, auf die Frage des Ansagers, wer denn als Nächster rappen wolle, laut mit „Ich!“ zu antworten. Dann stand ich mit zittrigen Händen und Beinen auf die Bühne. 43


Marteria und Fans am Southside ­Festival, Neuhausen ob Eck, Juni 2013

„Mein Sound ist grenzenlos! Rostock, nehmt eure Hände hoch“, war meine erste Line. Nach ein paar Sätzen hatten Dead Rabbit und ich die 300 Leute im Publikum in der Tasche.

„ Da s e r s t e S h o o t i n g i n N e w Yo r k – t o ta l i l l e g a l , ic h wa r j a e r s t s i e b z e h n . “

 I n s e lt r ä u m e 

44



zimmer, bei Kaffee und Kuchen. Er schwärmte uns vor, wie toll die Insel sei, das Wetter, das Meer und so weiter. Meine Mutter war aber skeptisch. Und ich fühlte mich beim Gedanken, in einem fremden Land mit fremder Sprache zu leben, auch nicht wirklich wohl.  C l a u d i a Sc h i f f e r    h a l b n ac kt a u f m i r 

1999 Als Marten, damals 17, seine Schwester in New York besucht, wird er von einem Model-Scout angesprochen und unterschreibt noch am selben Tag seinen ersten Vertrag (mit falschem Geburtsdatum). In den Folgemonaten steht er für Diesel, Hugo Boss oder „GQ“ vor der Kamera. „Meist gab’s 150 oder 200 Dollar Prämie. ­Damals unfassbar viel Geld für mich.“

Mit siebzehn fuhr ich für zwei Wochen zu meiner Schwester nach New York. Sie war ­damals Au-pair-Mädchen in Port Chester, einem Vorort der Stadt, wo die Leute ein bisschen mehr Kohle haben. Der kleine Marten, allein im Big Apple, eine absolut krasse Erfahrung für mich. Du spürst dort an jeder Ecke Hip-Hop. Einmal war ich auf dem Weg nach Brooklyn, zu Fat Beats, dem berühmten Hip-Hop-Laden. Vorher lief ich noch auf der Lexington Avenue herum und kaufte mir bei einem kleinen Touristenladen für zehn Dollar so ein New-York-Fucking-City-Shirt. (Hab ich immer noch!). Da klopfte mir ein topgestylter Typ auf die Schulter und meinte: „Hey! Kannst du dir vorstellen, als Model zu arbeiten?“ the red bulletin

paul ripke

Als Teenager dachte ich nicht im Ent­ ferntesten daran, mal professioneller Rapper zu werden. Mein Plan war: als Fußballprofi viel Kohle verdienen, dann ein Kellerstudio einrichten, dort Platten aufnehmen. Die Vorzeichen dafür standen nicht schlecht: Seit ich sechs war, spielte ich bei Hansa Rostock. Ich war der Gestal­ ter im zentralen Mittelfeld, der haufen­ weise Tore vorbereitet, ganz so wie mein damaliges Vorbild Michel Platini. Sogar torgefährlich war ich, vor allem mit dem Kopf. In meinen Jahrgängen war ich meist Kapitän, wurde später in die Landes­ auswahl und sogar in den Kader der ­Nationalmannschaft einberufen. Eines meiner besten Spiele gelang mir als Fünfzehn- oder Sechzehnjährigem bei einem Trainingslager auf Mallorca. Wir spielten gegen eine Jugendauswahl des RCD Mallorca, damals ein spanischer Spit­ zenklub. Die Spanier gewannen 6:4, aber ich schoss alle vier Tore für die Hansa. Beim Auslaufen kam ein älterer Herr zu mir, drückte mir eine Visitenkarte in die Hand und sagte: „Gib Bescheid, wann wir nach Deutschland kommen können. Wir würden gerne mit deinen Eltern sprechen.“ Kurze Zeit später saß der NachwuchsChef von Mallorca bei uns im Wohn­


/redbulletin

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versuchten w i r h e r a u s z u f i n d e n , w i e Marteria, also ich, ohne M a s k e u n d A lt e r E g o k l i n g e n s o l l . H i p- H o p wa r t o t e K u n s t, i n M e d i e n n u r a l s    M e ss e r s t e c h e r -Wa h n s i n n  da r g e s t e l lt, s c h w u l e n - u n d f r a u e n f e i n d l i c h . D a r a u f h at t e i c h k e i n e n B o c k . Ich so: „Äh klar, okay – was muss ich da machen?“ Er: „Wie alt bist du?“ Ich: „Achtzehn …“ Das war zwar gelogen, aber als Teenager tut man das bei Altersfragen ja fast reflexartig. Wir fuhren zum Empire State Building, wo die ihr Büro hatten. 20 Minuten später unterschrieb ich einen Vertrag. Am nächsten Tag war das erste Shooting in Brooklyn, für meine Sedcard – alles natürlich total illegal, weil ich eigentlich ja erst siebzehn war. Aus schlechtem Gewissen beichtete ich ihnen das. Die Leute in der Agentur reagierten ­total nett und erklärten, ich solle nach Hause fliegen, die Sache mit meinen ­Eltern klären und dann wiederkommen. Das tat ich auch. Die erste Reaktion meiner Mutter war: „Hey, bist du total bescheuert?“ Bis dahin war sie Fußball-Mum, hatte mich seit frühester Kindheit täglich zum Trainingsplatz und wieder heim gebracht. Und das alles sollte umsonst gewesen sein? Aber ich hatte damals einfach das Gefühl: Ich muss das jetzt machen. Es brauchte einiges an Überredungskunst, bis Mama mit mir zu Hansa ging und den Vertrag auflöste. Eine Woche später flogen wir nach New York, wo sie eine Vollmacht bei der Agentur unterschrieb. Nun war ich offiziell Model. Gleich mein erster Job war der ­krasseste in meinem ganzen Leben: Ich war Backup-Model bei einem „GQ“-­ Covershooting – mit der wunderschönen Claudia Schiffer! Es war ein UnterwäscheShooting auf einer Couch, sie lag quasi halbnackt auf mir. Ich sag’s mal so: Ich war angespannt. 46



 Sa u f e n a m A r s c h d e r W e lt 

Fashion Week in New York, Prêt-à-porter in Paris, Castings in Mailand – das alles habe ich erlebt! Partys, oft auf irgend­ welchen krassen Yachten, auf denen Lenny Kravitz, P. Diddy oder Madonna rum­ standen. Es gibt niemanden, der da nicht happy gewesen wäre, nur: Der Job selbst war zum Vergessen. Bis zu 70 Prozent meiner Gage griffen sich die Agen­turen. Mit neunzehn machte ich Schluss. Ließ das Modeln sein und ging zur Bundeswehr. Grundwehrdienst. Das hieß: extrem viel saufen am Arsch der Welt. 15 Kilo zunehmen. Zurück zum Fußball? Unmöglich. Modeln? Hahaha! Ich wollte aber etwas Fixes machen, um in meinem Leben endlich mal etwas zu Ende bringen. Über eine Rostocker Freundin kam ich auf die Idee, nach ­Berlin zu gehen, zur Schauspielschule. Im Nachhinein betrachtet, war’s eine der besten ­Entscheidungen meines Lebens. Dort wurden Sachen wie Atemtechnik als Fach angeboten, auch, wie man auf der Bühne steht oder wie man sich größer macht, als man ist.  J a n D e l ay l i e b t M a r s i m ot o 

Im Jahr 2006 produzierten wir, als Marsimoto, dann „Halloziehnation“, 30 Songs, im Schnitt 1:20 Minuten. Für viele war das Mickymaus-Mucke, aber ein kleiner Kreis fand das geil, Musikerkollegen vor allem. Und dann, es war wohl im Sommer 2007, bekam ich auf MySpace eine Nachricht mit folgendem Inhalt: „Willst du mit uns auf Tour gehen?“ Geschrieben von Jan Delay, meinem Abgott! Damals war ich daheim in Rostock und lief gleich zu meiner Mutter, die auch fast umkippte. Die ganze Tour dann … ein Traum. Bei

Jan im Nightliner mitfahren. Sofort große Liebe mit der Crew und den ganzen Leuten. Jan ist sowieso einer der lustigsten, nettesten Menschen, die ich kenne.  D e r E n g e l vo m A r b e i t sa m t 

Anfang 2008 unterschrieb ich meinen Plattenvertrag bei Four Music, gleichzeitig den Verlagsvertrag bei Götz Gottschalk – der war ja regelrecht eine Ikone für mich, weil er Kool Savas oder Curse groß gemacht hat. Mein erster Termin danach war beim Arbeitsamt, genauer gesagt bei meiner Betreuerin Frau Faecke, die in der Zeit vor dem Durchbruch so was wie mein Schutzengel war. Normalerweise bekommt man diverse Jobfindungsmaßnahmen reingewürgt und muss zu Vorstellungs­ gesprächen im ganzen Land fahren, um überhaupt Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben. Ich war aber voll mit der Musik beschäftigt und flehte Frau Faecke immer wieder an: „Bitte geben Sie mir Zeit, ich pack das schon.“ Sie glaubte dran! Umso schöner war der Moment, als ich ihr den Plattenvertrag vorlegen und sagen konnte: „Ich bin jetzt raus!“ Ich lud sie und ihren Mann zu meiner ersten großen Show in der Columbiahalle ein, zu der 4000 Leute kamen. Danke, Frau Faecke!  W e r b i n i c h ? 

2009 versuchten wir herauszufinden, wie Marteria, also ich, ohne Maske und Alter Ego klingen soll. Wir hatten nur ein großes Ziel: den deutschen Hip-Hop zu retten. Klingt total behämmert, aber viele Labels in Deutschland sagten damals: „Leute, mit Hip-Hop schauen nicht mehr als 10.000 verkaufte Platten raus.“ Das war tote Kunst, in den Medien nur als Messerstecher-Wahnsinn dargestellt, schwulen- und frauenfeindlich. Deshalb stiegen viele ehemalige Rapper um und machten zeitweise nur noch Singer-Songwriter-Sachen, Max Herre zum Beispiel. Darauf hatte ich keinen Bock. Ich wollte Hip-Hop wieder cool machen. Und das gelang: Platz sieben der Charts! Und wir wären sogar noch höher gechartet, wenn unsere CDs nicht komplett alle gewesen wären, weil zu wenige in die Plattenläden gestellt wurden. Allein in Berlin dauerte es vier Tage, bis schließlich Nachschub geliefert wurde. www.marteria.com Marterias zweites Album „Zum Glück in die Zukunft II“ erscheint am 31. Jänner auf dem Berliner Label Four Music. www.fourmusic.com

the red bulletin

Credit:

2009


FREESTYLE

MX

28|03|14 Start 20:00

WORLD CHAMPIONSHIP

29|03|14

Start 21:00

ST. JAKOBSHALLE BASEL www.nightofthejumps.ch

0900 800 800 CHF 1.19/min., Festnetztarif


Die verrテシckte

Liebe zu teutテ馬ia Auf der schnellsten Strecke der Welt jagen die schnellsten Skateboarder der Welt den WM-Titel. Nur ein paar Zentimeter テシber dem Asphalt. Mit bis zu 120 Sachen.

Text: Fernando Gueiros, Bilder: Marcelo Maragni und Thiago Diz


Haltung bewahren: die Arme hinter dem Rücken, die Beine hintereinander, den Oberkörper über das vordere Bein gebeugt – und niemals auf den Boden schauen!

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„Und nicht bremsen“

N

ächstes Jahr“, sagt Matthias Ebel, während er den Kofferraumdeckel hochklappt, „nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Ganz sicher. Es ist einfach unglaublich hier, die Energie … einzigartig.“ „Dieses Jahr nicht qualifiziert?“, fragt ein anderer Fahrer in seinen Rücken. „Nein, leider.“ Ebel verstaut sein Zeug im Kofferraum und knallt den Deckel zu. „Das ist Teutônia, Mann. Teutônia.“ Teutônia ist eine ländlich anmutende, gemütliche 30.000-Einwohner-Stadt in Brasiliens südlichstem Bundesstaat, eine der brasilianischen Städte mit dem ­höchsten Anteil deutscher Auswanderer, Deutsch ist immer noch zweite Muttersprache der meisten Einwohner. Das Teutônia der Downhill-Skateboarder ist aber ein anderes: Es ist die Stadt mit dem schnellsten Track der Welt, bis zu 120 km/h, tückischer Asphalt. Der Track heißt, kein Scherz, Ladeira da Harmonia – „Hang der Harmonie“. Das Teutônia der Skater ist zum zweiten Mal Austragungsort der Weltmeisterschaft im Downhill-Skateboarding.

Dritter und letzter Tag des Bewerbs, die beiden Finalisten stehen am Start der zwei Kilometer langen Strecke. Es sind zwei Brasilianer, Carlos Paixão und Max Ballesteros. Heroben am Start ist es ruhig, die Stimmung angespannt, der Trubel und Lärm vom Ziel unten am Fuße des Hügels klingt fern, man versteht nur Fetzen der Lautsprecherdurchsagen. Fragen nach der Taktik tut Carlos Paixão mit einem verächtlichen Lächeln ab. „Es gibt nur eine Art runterzukommen“, sagt der 25-jährige, 1,88 Meter große Hüne in seinem schwarz-grünen Leder-Outfit, „die schnellstmögliche.“ Bei den Vorläufen stellte er einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf: 119 km/h wurden gemessen. Das Geheimnis seines Speeds? „Man muss über genug Kraft verfügen, um dem Druck standzuhalten. Und nicht bremsen“, sagt er. „Aber das Wichtigste ist, die Arme immer hinten und die Knie ruhig zu halten, mit Brust und Kinn über dem vorderen Knie zu bleiben, immer in die Richtung zu schauen, in die man fährt, nicht auf den Boden.“ Im Startbereich steht eine kleine ­Kirche, daneben ein klappriger Bretterschuppen, in dem die Fahrer essen, rasten, Boards reparieren. Manche übernachten auch hier.

Vorbei am Friedhof Der Startrichter gibt das Kommando: „Auf die Plätze, fertig … los!“ Die beiden Finalisten stoßen sich ab, ein Bein auf der Straße, das andere am Board. Der Kurs beginnt vergleichsweise flach, die Fahrer erreichen vielleicht 40 oder 50 km/h, bis sie in die erste LinksLinks: Der neue Weltmeister Carlos Paixão steigt aus dem Bus, der die Athleten rauf in den Startbereich bringt. Oben: die letzten Sekunden vor dem Start.


„Kraft? Technik? du musst

kaltblütig sein!“ Mit einem Top-Speed von bis zu 120 km/h rasen die Fahrer an die 20 Sekunden lang: Auch das ist eine Spezialität der Strecke von Teutônia.



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Die Tücken des Rekords Sportler aus fünfzehn Nationen sind bei der Weltmeisterschaft in Teutônia ver­ treten – Renndirektor Alexandre Maia freut sich über diesen neuen Rekord. Freilich sind die Hürden für eine Teilnahme durchaus überwindbar: Es genügt,

Credit:

Oben: Downhill-Skate­ boarder sind beinharte Gegner – und eine verschworene Gemeinschaft. Dieser argentinische Fahrer (re.) hat nicht vor, seinen Lieblingssport in diesem Leben noch zu ändern. Bild unten: Kirche, Werkstatt, Speisesaal, Schlafraum.

kurve eintauchen und aus dem Blickfeld des Startrichters verschwinden. Paixão liegt in Führung, Ballesteros schließt immer dichter auf, doch bei rund 90 km/h breitet er plötzlich seine Arme aus – Ballesteros hat sich entschlossen, am Eingang der Hauptkurve abzubremsen. Paixão hingegen entscheidet sich für ­volles Tempo – er hält seinen Körper nach vorne gebeugt, während die g-Kräfte daran zerren, Hüfte, Knöchel und Knie zittern unter der Belastung. Diese Kurve ist die gefährlichste und wichtigste des Kurses, sie führt vorbei an einem Friedhof und eröffnet den schnellsten Abschnitt. Es ist nicht mehr weit bis ins Ziel. Die Boards werden schneller und schneller, rattern über den rauen, rissigen Straßenbelag, der den ohnehin anspruchsvollen Kurs zu einer wahrhaft halsbrecherischen Herausforderung macht. Neben dem rauen Belag ist die Strecke noch für eine andere Besonderheit berühmt: Die Fahrer halten den Top-Speed über eine Distanz von 600 Metern – also für 18 bis 21 Sekunden. Carlos liegt souverän in Führung und jagt wie eine Kugel den Hang hinunter. Max hat keine Chance mehr.


Der Track heiSSt, kein scherz,

„ hang der harmonie“. Der Deutsche Matthias Ebel ist seit zehn Jahren Downhill-Skateboarder. In diesem Jahr startete er erstmals in Teutônia.



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„Es ist wie eine riesige

Achterbahn.“ Üblicherweise wird bei der WM in Vierergruppen gestartet, aber in Teutônia ist die Strecke zu gefährlich dafür: Rennen werden paarweise ausgetragen. TopSpeed: 119 km/h, neuer ­Rekord auf der schnellsten Strecke der Welt.


die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung zu tragen (Leder-Overall, Vollvisierhelm, Handschuhe) und die Startgebühr zu bezahlen. Das soll sich aber bald ändern. „Künftig wollen wir uns auf die Spitzenfahrer der Rangliste konzentrieren“, erzählt Maia. Oh, fragt man erstaunt, wegen der Professionalisierung? Maia druckst ein wenig rum, ehe er sagt: Im Kern gehe es darum, die Zahl der Unfälle in erträglichem Rahmen zu halten. Für den Autoverkehr ist die Strecke während der WM gesperrt. Außer natürlich für den Rettungswagen, wenn der aus­rücken muss. Und das muss er oft. 56



the red bulletin


„Da war diese eine ausgebesserte ­ telle auf der Straße. Ich zögerte, ob ich S rechts oder links vorbeifahren soll. Und zu zögern ist hier keine gute Idee“, wird sie später im Krankenhaus sagen, mit ­verstauchtem Knöchel, ausgerenkter Schulter und verdrehtem Knie.

Riesige Achterbahn Ist es das Risiko wirklich wert? „Ja klar“, sagt Debora am letzten Tag grinsend, mit einem Kühlbeutel am Knöchel steht sie am Rand der Strecke. „Man will da ein­ fach runterfahren.“ Matthias Ebel, der deutsche Fahrer, stimmt zu: „Es ist wie eine riesige Achter­ bahn. Ich habe noch nie eine derartige Beschleunigung erlebt.“ Drei Operationen an der Schulter, ein kaputtes Schlüssel­ bein, Narben am ganzen Körper machen ihn sicher: „Das ist die schnellste und ­verrückteste Strecke der Welt.“ „Ich fahre für gewöhnlich in Pikes Peak, in Colorado“, sagt Kyle Wester, „und da erreiche ich Geschwindigkeiten bis zu 60 Meilen pro Stunde (96 km/h; Anm.). Aber hier fahren wir über weite Distanzen zwischen 115 und 120 km/h – es gibt weltweit nichts Vergleichbares.“

1:19,130 Min.

Großes Bild: Erschöpfung, Schreck, Begeisterung sind von den Gesichtern der Fahrer im Ziel abzulesen. Oben: Rennunterbrechung nach einem Sturz, die ­Rettung wird gerufen. ­Unten: Endspurt!

Leben oder Tod Die meisten Unfälle passieren am ersten Tag des Qualifyings. Dieses Jahr waren es 230 Fahrer, die sich qualifizieren wollten. Sie laufen mit ihren Leder-Outfits bei 30 Grad Celsius in der prallen Sonne rum, auf der Suche nach Wasser, die Organisa­ toren jagen alle fünf Minuten die nächste Gruppe von Läufern den Hang hinunter. Kyle Wester, der 26 Jahre alte Titel­ verteidiger aus dem US-Bundesstaat ­Colorado, knallt die drittschnellste Zeit auf den Asphalt. „Ich spreche während der Fahrt mit mir selbst. Das hilft mir, entspannt zu bleiben“, sagt die aktuelle Nummer drei der Weltrangliste. the red bulletin

„Während der fahrt spreche ich

mit mir selbst. Das entspannt.“ Kurz nach ihm geht Debora de Almeida auf die Strecke. Nach der Hauptkurve ­verliert die Neunzehnjährige das Gleich­ gewicht und legt einen MotoGP-tauglichen Sturz auf den Asphalt. Der Rettungsarzt braucht volle fünf Minuten, um sie aus ­ihrem Overall zu schneiden, ehe sie ins Krankenhaus gebracht werden kann.

Nach dem Start des letzten Laufs ist es still und fast menschenleer oben auf dem Hügel. Nur der Startrichter und ein Dutzend Bier trinkender Einheimischer tummeln sich noch zwischen der Start­ linie und dem Bretterschuppen und war­ ten darauf, dass die Ergebnisse aus dem Walkie-Talkie krächzen. Aus der Ferne ist das Echo der aufgeregten Stimmen der Kommentatoren aus den Lautsprechern zu hören. Am Fuß des Hügels fiebert das Publi­ kum begeistert dem neuen Weltmeister dieser Formel 1 des Skatens entgegen. Und er kommt schneller daher als jemals zuvor ein Fahrer, Carlos Paixão schafft es in sagenhaften 1:19,130 Minuten ins Ziel. „Was hier in Teutônia zählt“, analysiert er schweißgebadet, nachdem er den Helm vom Kopf gezogen hat, „ist weder Kraft noch Technik. Du musst kaltblütig sein.“ Er winkt in die Menge, die Zuschauer jubeln ihm zu. „Manche haben eine super Technik, aber wenn sie nach Teutônia kommen und hier herunterrasen, kriegen sie es mit der Angst zu tun und fragen sich: ‚Ist es das wert?‘“ Carlos Paixão macht eine kleine Pause, blickt in die Runde, hinauf auf den Berg und sagt: „Klare Antwort, oder? Es ist, was es ist. Und es ist vor allem: Teutônia.“ igsaworldcup.com

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Du musst deine Angst 端berwinden, sonst verpasst du das Leben. Sagt Hugh Jackman

im Interview mit The Red Bulletin. Text: R端diger Sturm, Bilder: Patrik Giardino/Corbis Outline

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Actionstar, der spielen kann. Und singen. Und tanzen. Body wie ein Zehnkämpfer, fürsorglicher Vater zweier Kinder. Hugh Jackman, 45, Australier, macht so ziemlich alles richtig, was man nur richtig machen kann. the red bulletin: In Ihren Filmen ­sehen Sie immer aus wie ein Modell­ athlet. Wurde da digital ein wenig nach­geholfen, oder ist das ­alles wirk­ lich nur Training? hugh jackman: Ich wünschte, es wären digitale Effekte. Aber es ist in Wahrheit das Ergebnis eines verrückten Trainingsplans, den ich schon ziemlich lange durchhalte, schließlich ist Wolverine seit dreizehn Jahren Teil meines Lebens. Verrückter Trainingsplan? Das klingt interessant. Ganz ehrlich: Don’t try this at home. Frisst enorm viel Zeit, macht keinen Spaß. Ich befolge ihn auch nur wegen meines Jobs. Aber Sie drehen ja nicht andauernd, 60



da geht sich doch mal eine Pause aus. Will Smith meinte mal: „Es ist so viel einfacher, in Form zu bleiben, als in Form zu kommen.“ Er hat recht. Leider. Macht so extremes körperliches ­Training nicht den Geist stumpf? Nicht stumpf, man wird hart. Ohne diese Härte wäre meine Musicalkarriere unmöglich. Ich sage Ihnen, wer die härtesten Menschen auf dem Planeten sind: Tänzer. Die machen Schmerzen durch, unvorstellbar. Ich wäre gerne Tänzer ­geworden als Jugendlicher, ich hatte auch Talent, aber meine Brüder lachten mich aus, nannten mich Schwuchtel. Heute ­ärgere ich mich darüber, dass ich damals nicht die Eier hatte, es zu probieren mit dem Tanzen.

Für alle, die denken, Actionstars seien hart, hat Hugh Jackman eine Botschaft: Die wirklich Harten, das sind die Tänzer.


„Als ich meine Frau traf, sagte eine Stimme zu mir:

Hallo, Idiot, das ist die Eine.“

Können Sie im Alltag den harten Typen geben? Haben Sie sich mal geprügelt? Sicher. Resultat? Ich war ungefähr achtzehn. Wir fingen in einer englischen Bar an australische Lieder zu singen, einer der Einheimischen klopfte mir auf die Schulter, und plötzlich hatte er mir eine verpasst. Ich erinnere mich bloß noch, dass ich wieder aufwachte, und die Sonne war aufgegangen. Das klingt aber jetzt nicht besonders heldenhaft. Andere Kämpfe habe ich aber gewonnen. Die meisten gegen meine Brüder. Die härteste Situation in ­Ihrem Job? Die erste Zeit als Schauspielschüler. Sie rümpften die ersten drei Monate bei allem, was ich tat, die Nase. Ich fühlte mich schlecht, dann war ich natürlich auch schlecht, quasi der Idiot des Jahrgangs. Später hatte ich nur ein einziges Mal ein ähnliches Gefühl, während der ersten sechs Drehwochen des ersten „X-Men“. 62



Da dachte ich jede Minute, man würde mich rausschmeißen. Die Filmgeschichte weiß: Das ist dann doch nicht passiert. Wieso denn? Irgendwann fühlte ich mich so furchtbar, dass ich mir dachte: „Man wird mich ohne­ hin feuern – also mache ich das, was ich wirklich machen will.“ Wenn schon untergehen, dann mit wehenden Fahnen! Und dem Regisseur gefiel das besser als alles, was ich bis dahin gemacht hatte. Angriff ist also die beste Verteidigung, wenn es um Angst geht? Ich denke schon, ja. Und bei Ängsten ist man als Schauspieler ein Experte. Denn

mehr als alles andere bringt die Schauspielerei deine Ängste ans Tageslicht. Du hast die Wahl, ob du ihnen ins Gesicht blickst oder nicht. Was waren denn die großen Ängste im Leben des Hugh Jackman? Bis dreizehn oder vierzehn fürchtete ich nichts mehr als Dunkelheit. Doch, eine Angst war noch größer: dass das jemand erfahren könnte. Also musste ich die Sache mit mir selber ausmachen. Wollen Sie wissen, wie ich meine Höhenangst loswurde? Klar. Meine Brüder wussten davon und machten sich darüber lustig. Jeden Tag. Eines the red bulletin


picturedesk.com (3), Wilson Web

Tages ging ich dann zum Sprungturm in meiner Schule. Jeden Tag kletterte ich höher, zuerst auf das Ein-, dann auf das Dreimeterbrett, bis ich schließlich vom Zehnmeterbrett sprang. Von dem Zeitpunkt an war ­alles okay. Als Erwachsener hatten Sie dann keine Ängste mehr? Die schlimmste war, in der Öffentlichkeit zu singen. „Beauty and the Beast“ war mein erstes Musical, was hatte ich da für eine Heidenangst! Und einmal musste ich die australische Nationalhymne beim ­Bledisloe Cup singen, einem traditionellen Rugby-Duell zwischen Australien und Neuseeland – vor 100.000 Leuten. Frühere Sänger hatte man ausgebuht. Die Nacht davor hatte ich die einzige Panikattacke meines Lebens. Und jetzt gibt es nichts mehr, was Ihnen das Leben vermiest? Fast nichts. Eigentlich nur das Finanzamt. (Lacht.) Die lesen in irgendeiner Zeitung, dass ich hundert Millionen für die nächsten Filme als Wolverine kassiere. Totaler Bockmist, aber ich habe trotzdem dauernd Steuerprüfer bei mir, die mich löchern: Wo ­verstecken Sie die Kohle? Wie wichtig ist Ihnen Geld? Als ich anfing, verdiente ich 400 Pfund die Woche, und ich war nicht weniger glücklich als jetzt. Ich sehe Geld als eine Form von Energie, du darfst es nicht anhäufen, sondern du musst es verwenden. Ich bin wahrscheinlich die am wenigsten materia­ listische Person, die Sie je treffen werden. Da habe ich viel von meiner Mutter. Wenn du ihr etwas zu Weihnachten schenkst, kannst du sicher sein, dass dasselbe Ding jemand zum Geburtstag bekommt. Auch wenn es nicht hundert Millionen Dollar sein sollten: Sie haben doch ­einiges an Energie zur Verfügung. Gibt es einen Wunsch, den Sie sich noch nicht erfüllt haben? Ich träume von einer Ranch im Outback, eigene Rinder züchten und so weiter. Ich bin zwar ein Großstadtmensch, aber das würde mich total glücklich machen. Angeblich ist Ihre Frau aber nicht so der Farm-Typ. Ich habe sie mal dazu gebracht, eine Nacht mit mir draußen unter den Sternen zu verbringen. Aber sie sagt, am liebsten schläft sie unter fünf Sternen. Wie erkannten Sie, dass sie die Richtige für Sie war? Für gewöhnlich kann ich mich nur schwer entscheiden, ich bin so’n Pro-und-KontraAbwäger, Sie wissen schon. Aber als ich sie traf, war sofort alles klar. Nichts war je so eindeutig für mich. Welche Macht es auch immer da draußen gibt, sie sagte mir: „Hallo, Idiot, das ist die Eine.“ Und the red bulletin

seither habe ich daran nicht eine einzige Sekunde gezweifelt. Sie wirken immer so unbeschwert und gelassen, liegt das an dieser glücklichen Beziehung? Definitiv. Das liegt an meiner Frau und an meinen Kindern. Es ist mir wahnsinnig wichtig, viel Zeit mit ihnen zu verbringen, Zeit ohne Computer, ohne Handy, nur wir. Außerdem ist der tägliche Sport mittlerweile doch ein Ritual in meinem Leben geworden. Und zweimal am Tag mache ich Transzendentale Meditation. Transzendentale Meditation? Hat mein Leben verändert. Echt. Ich empfinde Glück viel stärker als früher, sehe die Welt klarer, verstehe so vieles besser, und es fällt mir auch leichter, mir selbst zu vertrauen. Ich bin viel effizienter geworden, bekomme doppelt so viel geregelt wie ­früher. Außerdem spüre ich eine größere Verbundenheit zu den Menschen, die ich treffe, und am Ende des Tages bin ich bei weitem nicht mehr so erschöpft. Das klingt, Verzeihung, ein wenig … abgehoben? Hahaha, im Gegenteil! Die Meditation hilft mir, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Das ist ziemlich wichtig, schließlich arbeite ich in einem Job, in dem fast alles Illusion ist. Wer ist der Superheld des Superhelden Wolverine? Nelson Mandela. Er war der Allergrößte. Außerdem bin ich total beeindruckt von Muhammad Yunus. Das ist der Mann, der 2006 für sein Konzept der Mikrokredite den Friedensnobelpreis bekam. Der Erfolg seiner Idee ist eine der unglaublichsten Geschichten überhaupt. Er war verdammt lange der Einzige, der an sein Konzept glaubte. Trotzdem zog er es durch. Bewundernswert. Angenommen, ich hätte Zauberkräfte und böte Ihnen an, ein paar Tage lang in die Haut eines anderen zu schlüpfen … wäre das Yunus? Das wäre Usain Bolt. Ich möchte wissen, wie es sich anfühlt, so schnell zu laufen. Ehrlich: Das muss ein unglaubliches ­Gefühl sein. Und wenn Sie auch eine fiktive Person wählen dürften, müsste es natürlich Wolverine sein, nicht? Nein, da würde ich Superman nehmen. Und die Welt retten … Ach, das wäre nach einiger Zeit doch ­ermüdend. Aber das Fliegen wäre geil. Denken Sie an Ihre Höhenangst! Superman hängt normalerweise über der 10-Meter-Marke ab. Wie schon gesagt: Du muss deine Angst überwinden, sonst verpasst du das Leben.

4 seiner

besten Filme Der „ Sex ies t Ma n A li ve“ des J a h r es 2008 is t a uch der sexiest Wolfsmensch a l ive. Und der sexiest K r iegsvetera n, k la r.

X-Men (2000) Knapp 300 Millionen Dollar spielt Teil 1 der Comic-Verfilmung ein. Jackmans Erstauftritt als Wolverine macht ihn zum Superstar.

Prestige – Die Meister der Magie (2006) Hugh Jackman und Christian Bale liefern sich als zwei aufstrebende Zauberkünstler einen bedingungslosen Konkurrenzkampf.

Les Misérables (2012) Die Musical-Verfilmung, in der Jackman als Ex-Sträfling brilliert, beschert ihm einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.

Prisoners (2013) Nach der Entführung seiner Tochter begibt sich Kriegsveteran Keller Dover auf einen düsteren, packenden Pfad der Selbstjustiz.

twitter.com/realhughjackman

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Blitz Kids

Mach, was du liebst! Echte Rockbands, die sich für nichts sonst interessieren als für die Pflege ­ihres Daseins als Rockband? Inklusive frischer Fahne von letzter Nacht? Gibt es. Zumindest eine. Diese. Text: Ruth Morgan, Bild: Phil Sharp

Ausverkaufte Konzerte in ganz Europa, ein Plattenvertrag mit Red Bull Records, Auftritte bei großen Sommerfestivals: 2013 war das bisher beste Jahr der Blitz Kids. 2014 wird noch besser, zumindest wenn es nach der Eröffnung geht. Denn diesen Monat erscheint „The Good Youth“, das neue Album des britischen Rock-Quartetts. Ein Gespräch über selbst­ gestochene Tattoos, Take That und die Suche nach dem Big Ben. the red bulletin: Habt ihr immer an euren Durchbruch geglaubt? Ehrlich! joe james: Wir wollten immer dorthin, wo wir jetzt sind. Das schon. Aber am wichtigsten war immer der Spaß. Ich ­erinnere mich an den Moment, als wir uns entscheiden mussten: richtiger Job oder Musik. Jono und ich waren eines Nachts unterwegs. Und ich hatte eine Eingebung: „Von heute an werde ich nur noch Musik machen.“ Ich kündigte meinen Kellner-Job. Das war vor drei Jahren. Seitdem habe ich keinen einzigen Tag mehr gearbeitet. jono yates: … und er hat stattdessen ­gebettelt, geklaut und Leute angepumpt. Der Typ ist eine ernsthafte Belastung für unsere Gesellschaft. joe: Ich bin der Albtraum aller braven Steuerzahler! Warum der Name Blitz Kids? joe: Der stammt von meinem Großvater. Er hatte in seiner Jugend eine kleine Gang in London. Während der deutschen Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg (in England „The Blitz“ genannt; Anm.) zogen er und seine Kumpels durch die Straßen und sprayten Graffiti. Obwohl sie sich doch im Bunker hätten verstecken sollen. Diese Verwegenheit fanden wir ziemlich punkig – und so adaptierten wir den Namen. jono: Der Bandname ist außerdem ein ­Anagramm von Zinédine Zidane. 64



joe: Schwachsinn! Ihr spielt zusammen, seit ihr fünfzehn seid. Wie hat sich euer Sound ent­ wickelt? joe: Am Anfang waren wir härter als jetzt. jono: Dagegen klingen wir jetzt fast poppig. joe: Viele nennen unseren Stil Pop-Punk. Was für ein eigenartiger Begriff. jono: Wer Pop-Punk sagt, bestellt auch ein veganes Steak. joe: Sollen die Leute uns doch beschreiben, wie sie wollen. Am Ende lieben wir einfach Popmusik. Wenn du von einem unserer Konzerte heimgehst, bist du verschwitzt, müde, besoffen und glücklich.

„Wer Pop-Punk sagt, bestellt auch ein veganes Steak.“ nic montgomery: Klingt ziemlich exakt nach meiner Vorstellung einer gelungenen Freitagnacht. Was dürfen die Fans von eurem neuen Album „The Good Youth“ erwarten? nic: In zwei Worten? Noch besser. joe: Anders als unsere früheren Sachen. Wir drückten uns als Band um klare ­Ansagen. Meine alten Texte waren negativ, die neuen sind positiv. Ich will die Menschen aufmuntern. Zum Verzweifeln gibt’s ohnehin genug Gründe. „The Good Youth“ ist die Botschaft des Albums, und sie richtet sich an die Kids: Ihr könnt den Job kriegen, den ihr euch wünscht und den ihr liebt. Gibt’s viele neue Songs, die es am Ende nicht aufs Album geschafft haben? jono: Wir hörten viel Radio, als wir die

­ latte machten. Und einige Songs, die zu P sehr nach Ed Sheeran oder One Direction klangen, haben wir am Ende gekübelt. joe: Am Album gibt es einen Song namens „Pinnacle“, der ein bisschen an Take That erinnert. Aber er durfte er bleiben. Weil wir die Jungs vergöttern. Was war zuerst da: die Tattoos oder die Band? joe: Die Tattoos kamen später. Bei der Bandgründung waren wir noch zu jung. jono: Ich hab mir kürzlich den Titel ­einer unserer Platten stechen lassen: ­„Never Die“. Mein größtes Motiv ist aber das Porträt von Omar Little (Figur aus der TV-Serie „The Wire“; Anm.) am Oberarm. nic: Ich hab mir „Blitz Kids“ aufs Bein täto­ wieren lassen. Von Joe. Schlechte Idee. Lebt ihr das wilde, den Tätowierungen angemessene Rock ’n’ Roll-Leben? joe: Wir sind verrückt nach Bier. jono: In grenzwertigem Ausmaß. joe: Unsere Freunde nennen uns „die ­besoffene Band“. jono: Gehen wir zu Konzerten von Freunden, landen wir nicht selten um sechs Uhr morgens in der Londoner Innenstadt auf der Suche nach dem Big Ben. nic: Matt und ich blühen aber erst um neun Uhr so richtig auf. Die Band gibt’s seit acht Jahren. Was ist das Geheimnis eurer Freundschaft? jono: Wir sind alle auf einer Wellenlänge, lieben Musik und Fußball. Außer Nic. nic: Ich habe gelernt, diesen Spott von mir abperlen zu lassen. joe: Wir sind schon so lange befreundet, dass jeder von uns seine Rolle kennt. Und zwar so gut, dass er mit ihr sozusagen verschmolzen ist. Wie bei den Spice Girls. Ich bin übrigens „der Diktator“. jono: Irgendjemand Lust auf ein Bier? „The Good Youth“ erscheint am 20. Jänner 2014; www.redbullrecords.com the red bulletin


BLITZ KIDS

Besetzung Joe James: Gesang Jono Yates: Gitarre Nic Montgomery: Bass Matt Freer: Schlagzeug Diskografie „The Good Youth“ (2014) „Never Die“ (EP, 2012) „Vagrants & Vagabonds“ (’11) „Scavengers“ (EP, 2010) „Decisions“ (EP, 2009) Schnelle Finger 2010 spielte die Band ihre Platte „Vagrants & Vagabonds“ im Red Bull Studio in London ein – in rekordverdächtigen 48 Stunden. Eine Ver­beu­gung vor Black Sabbath, die 40 Jahre zuvor ebenso aufgenommen hatten: rau, direkt, live.


scott serfas

Hohe

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Zi


ele J e r e m y J o n es i st d e r b este B i g - M o u nta i n Snowboarder der W e lt. D i e v e r s u c ht e r j e tz t z u r et te n . Te x t: M e g a n M i c h e l s o n


D e r B e r g h at t e k e i n e n N a m e n u n d wa r n o c h n i e b e s t i e g e n w o r d e n , geschweige denn mit einem S n o w b o a r d b e fa h r e n .

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Mehr als einen Monat verbrachten der Berg und das Team mit gegenseitigem Kennenlernen: Jones kletterte da und dort ein Stück hinauf, fuhr ab, kletterte wieder rauf, fuhr runter. Einheimische hielten das Unternehmen für verrückt. Sieben Wochen nach der Landung in Kathmandu stand Jones oben auf dem Gipfelgrat. Rund um ihn das Panorama der höchsten Berge der Welt. „Ein Moment, in dem die Zeit still­ stand“, sagt er. Dann stieg Jones auf sein Board, kippte über die Kante und stürzte sich in die Tiefe.

Der umweltpolitische Aktivismus von Jeremy Jones ist untrennbar mit seiner ersten Liebe verbunden, dem Snowboarden abseits aus­ gefahrener Pfade. Für solche Erlebnisse reist er sogar bis nach Nepal (unten).

-----Nur eine Woche später sitzt Jones in ­einem stickigen Konferenzzimmer in San Francisco und trägt ein frisch gebügeltes Hemd, das irgendwie nicht zum strub­ beligen und zerzausten Aussehen eines Kerls passen will, der ein paar Nächte ­davor noch in einem Zelt am Himalaya geschlafen hat. Jones ist zurück in die USA geeilt, um bei „Mountain Meltdown“ zu sprechen, einem Diskussionsforum zum Thema ­Klimawandel für Intellektuelle, Vordenker und große Unternehmen. Als der zehn­ fache „Big Mountain Rider of the Year“ des „Snowboarder“-Magazins seinen Vortrag beginnt, wird es im Raum still: Die Stimme von Jeremy Jones hat in den Staaten ­Gewicht, wenn es um die Zukunft des Planeten geht, umso mehr, als er Anfang des Jahres 2013 von Präsident Obama wegen seines Engagements zu einem „Champion of Change“ ernannt wurde.

Todd Jones, Jeff Hawe

Doch als Jeremy Jones auf seinem HandyDisplay diesen scharf gewinkelten Kamm sah, flankiert von steilen und mit Schnee bedeckten Abhängen, da wusste er: Das ist er. Das ist der Berg, nach dem ich gesucht habe. Das Bild erreichte ihn Mitte Juli 2013. Jones, 38, steckte mitten in den Arbeiten für „Higher“, seinen für Herbst 2014 erwarteten nächsten Film. Absender der MMS war Chris Figenshau, einer von Jones’ Kameramännern. Er hatte den Kamm in einer Bibliothek in einem Buch über die Kultur des Himalaya zufällig entdeckt und abfotografiert. „Heilige Scheiße“, tippte Jones als Antwort in sein Handy. Es war nicht ganz einfach, viel über den in Tibet gelegenen Berg zu erfahren, aber einiges ließ sich doch herausfinden: Der nach Norden ausgerichtete Grat lag auf etwa 6400 Meter Höhe im Schatten des bei Bergsteigern beliebten Ama Dablam unweit des Mount Everest. Die besten Chancen auf guten Schnee würden sie im Herbst vorfinden – die Crew hatte also gerade mal zwei Monate Zeit, ihren Trip zu planen. Es musste somit alles schnell gehen. Und es ging schnell. Schon im September flogen Jones, Figenshau, ein zweiter Snowboarder, zwei weitere Kameraleute und ein Fotograf nach Kathmandu, von dort mit einer kleinen Propellermaschine weiter nach Lukla, Nepal, dem Ausgangspunkt des zwölftägigen Marschs zum EverestBasislager, das sie auf knapp 5000 Metern einrichteten, mit Blick auf das Ziel. „Es war einer der schönsten Gipfel, die ich je gesehen hatte“, erinnert sich Jones.


Halsbrecherische ­ bfahrten sind für A ­Jeremy Jones ganz normal: 2013 hakte er die Otterbody Route am Grand Teton in ­Wyoming ab und eine Abfahrt namens ­Orient Express auf dem Denali (= Mt. McKinley) in Alaska.


Binnen zehn jahren erlebte jones ein ­d r a m at i s c h e s schrumpfen der gletscher.


dern die eigene Industrie: Gerade zwei Prozent der Ski- und Snowboard-Unter­ nehmen, klagt er am Rednerpult in San Francisco, engagieren sich für die Ziele von POW. Doch auch an dieser Front kommt ein wenig Bewegung in die Sache: Im ­Publikum sitzen immerhin die Geschäfts­ führer von drei der größten nordamerika­ nischen Skiresorts – von Whistler (British Columbia), Aspen (Colorado) und Jack­ son Hole (Wyoming). ------

Dan Milner, Jeff Curley(2)

Vom Wettkampf­sportler hat sich Jeremy Jones nach und nach zu einem Snowboarder entwickelt, der abseits der Pisten das Abenteuer sucht. Das passt auch besser zu seiner neuen Karriere als Filmemacher.



Wie es dazu kam, dass einer der besten Snowboarder der Welt zum Umwelt­ aktivisten wurde? Der Gedanke am Anfang war fast schon banal einfach, erzählt Jones: Um für den Rest seines Lebens snowboarden zu können, musste er zunächst einmal ­einen Weg finden, den Winter zu retten. Jahrelang hatte er beobachtet, wie die Winter immer milder wurden und der Schnee immer weniger. Hänge, die vor gar nicht allzu langer Zeit noch perfekt zu befahren gewesen waren, präsentierten sich als trostlos apere Halden aus Schlamm und Geröll. 2007 gründete Jones die Plattform „Protect Our Winters“ (POW). „Es war notwendig, dass wir als WintersportCommunity uns zusammentun, um etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.“ Jones wurde in der Sache als Lobbyist ­aktiv, reiste nach Washington, D. C., um sich mit Abgeordneten zu treffen, auf­ munitioniert mit Zahlen und Fakten – zum Beispiel zur Zukunft des US-Winter­ tourismus mit 12,2 Milliarden Dollar Umsatz: Im Jahr 2039 wird, so die Pro­ gnose, nur noch die Hälfte der nordost­ amerikanischen Skigebiete auf eine 100 Tage lange Skisaison kommen. Dro­ hende Umsatzeinbußen: 3,2 Milli­arden Dollar allein für die Ski- und SnowboardIndustrie in dieser Region der USA. Als Sportler ist Jeremy Jones gewöhnt, dass alles, was er macht, unmittelbare Aus­­ wirkungen hat – er tut sich schwer damit, wie langsam politische Mühlen mahlen. „Ich wünschte, ich könnte sagen, dass wir mithelfen, Klima­schutzgesetze zu ver­ abschieden. Aber wir versuchen gerade einmal, Gespräche darüber zu führen.“ Jones’ zähester Gegner ist erstaun­ licherweise nicht einmal die Politik, son­

Jeremy Jones war neun, als er sein erstes Snowboard bekam. Damals, Mitte der 1980er, war Snowboarden noch nicht in allen nordamerikanischen Skiresorts er­ laubt, so auch bei ihm daheim in Stowe, Vermont. Also kletterte er in der Nähe des Hauses seines Großvaters die Hügel hin­ auf, mitsamt seinem Brett. Gegen Ende seiner „klassischen“ ­Profi‑Karriere mit Reisen von Contest zu Contest wechselte Jones nach Jackson, Wyoming, wo seine beiden älteren Brüder Todd und Steve 1996 Teton Gravity, eine Produktionsfirma für Actionsportfilme, gegründet hatten. Jeremy entdeckte Big‑Mountain- und Backcountry-Snow­ boarden für sich, gab nach einiger Zeit die Wettkämpfe ganz auf, konzen­trierte sich auf das Filmen und das Erkunden steiler, schneebedeckter Abhänge von Alaska bis Grönland. Als er kein Snowboard fand, mit dem es sich optimal auf Berge klettern ließ, gründete er seine eigene Firma Jones Snowboards, die heute einige der ange­ sehensten Splitboards und Big-MountainSnowboards herstellt. 2008, im Jahr nach Gründung „seiner“ POW-Plattform, hatte Jones von der ­Materialschlacht der vom Helikopter aus aufgenommenen Snowboardstreifen ­konsequenterweise die Nase voll. Jones wollte Movies mit möglichst kleinem CO²Fußabdruck drehen, und zwar zunächst drei davon, eine Trilogie übers menschen­ betriebene Backcountry-Snowboarden, sozusagen. Hauptdarsteller und Produ­ zent: er selbst. Der erste Film, „Deeper“, kam 2010 heraus. Bei der Premiere in Truckee, Kali­ fornien, hoffte Jones auf 200 Zuschauer. Tatsächlich waren alle 1700 Plätze aus­ verkauft. Bald wurde der Film für das Banff Mountain Film Festival ausgewählt, das X-Dance Film Festival wählte Jones zum Sportler des Jahres. Film Nummer 2, „Further“, folgte 2012, „Higher“ wird im Herbst 2014 die Trilogie abschließen. 71


„ I c h w o l lt e n i e in die Politik. Aber nur dort k a n n s t d u Di n g e v e r ä n d e r n .“

Jeremy Jones wird ­ ittlerweile von beiden m ­Seiten ernst genommen, auf den Pisten und in den Konferenzräumen. Er selbst fühlt sich nur wohl, wenn er genügend Platz hat – und Schnee unter seinem Board.


„Alles, was Jeremy tut, ist extrem durchdacht“, lobt sein Bruder Steve. „Die Trilogie hat vor allem die Aufgabe, die Leute für die Natur zu begeistern. Die Wildnis soll zu einem emotionalen Teil ­ihrer Gene werden.“ ------

Greg Von Doersten, Jeff Curley(2)

Ein paar Tage nach dem San-FranciscoEvent ist Jones endlich wieder zu Hause. Er hockt am Küchentisch in seinem Haus in Truckee, wo er mit seiner Frau Tiffany und seinen beiden kleinen Kindern

the red bulletin

lebt. Er hat den Laptop offen vor sich ­stehen und arbeitet die Mails ab, die sich während seiner Zeit in Nepal ange­sam­melt haben. „Ich hatte nie vor, in der Politik mitzumischen“, sagt Jones, ohne den Blick zu heben. „Im Mittelpunkt steht bei mir immer die Liebe zum Snowboarden. Aber ich habe kapiert: Veränderungen sind ohne Politik unmöglich.“ Und Jones’ Einfluss auf die Politik wird tatsächlich immer stärker: Im Herbst entsandte POW eine Delegation aus 17 Profisportlern nach Washington, D. C., darunter Snowboard-Größen wie John Jackson

und Gretchen Bleiler und auch Ski-Idole wie Angel Collinson und Chris Davenport. Die Athleten sprachen mit Abgeordneten über deren Unterstützung für die von der US-Umweltschutzbehörde vorgeschla­ genen CO²-Normen. Die Firmen Burton, K2 und Black Diamond haben begonnen, sich gemein­sam mit POW in einer Reihe von Pro­grammen zu engagieren. Darunter für eines, das Sportler in Schulen schickt, um dort über den Klimawandel aufzuklären. 2013 ­unterzeichneten mehr als zwanzig USamerikanische Skiresorts eine Initiative zur Reduzierung der CO²-Emissionen. In diesem Hang in Nepal, erzählt Jones dann – „Hey, lass uns doch ein wenig übers Boarden reden, darum geht’s doch im Grunde!“ –, war der Schnee dann doch eine ziemliche Challenge. Nur eine dünne Schicht Powder auf einem nahezu senkrechten Abhang aus Fels und Eis. Er ­erzählt von der enormen Konzentration, während er seine Schwünge zog – jeder kleine Fehler hätte auf den 457 Höhen­ metern wohl tödlich geendet. Er schildert, was er empfand, während er, ­unten an­ gekommen, jubelnd die Faust in die Luft riss, die Erleichterung, die Freude, auch ein wenig das Staunen, alles tatsächlich geschafft zu haben. „Gefühle wie diese …“, sagt er und dann, nach einer Pause: „Um ehrlich zu sein, würde ich am liebsten einfach nur snowboarden.“ 73


Generalprobe fĂźr Red Bull Crashed Ice 2014: Luca Dallago (links), Marco Dallago (rechts) und ihr Trainingspartner Andreas Wirnstl auf ihrer Bahn im Wald nahe der Stadt Graz/Ă&#x2013;sterreich.


Brett 

Spiele

 Die Brüder Marco   und Luca Dallago   zimmerten sich   für Red Bull   Crashed Ice 2014   eine Trainings­-   bahn in   den Wald. 

Andreas Schaad/Red Bull Content Pool

Text: David Baumgartner Bilder: Heinz Tesarek



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Ein paar   Kilo Nägel,   hunderte   Bretter  –   und fertig   war die   Mutprobe. 

Sprünge, Abfahrten, Steil­ kurven: Von der Choreographie her entspricht die Bahn im Wald den eisigen Vor­bildern. Und auch wenn das Tempo deutlich geringer ist: Selbst bei „nur“ 40 km/h schrumpft der ­Bretterpfad durchs Unterholz zur hölzernen Slackline.


Jörg Mitter/Red Bull Content Pool, Scott Serfas/Red Bull Content Pool

Das Einzige, was sich auf der aus Brettern gezimmerten Bahn nicht simulieren lässt, sind Zweikämpfe: Aus purem Selbsterhaltungstrieb hält man sich besser an ein striktes Überholverbot.



F

ür einen normalen Abenteuerspielplatz sieht das, was sich da durch Stauden und Farn schlängelt, ein bisschen gar zu giftig aus. Überhöhte Kurven, knapp modelliert aus ungehobelten Lattenrosten. Jähe Sprunghügel über blanker Erde. Steile Drops, hineingecarvt in den Waldboden. Brücken, konstruiert aus rohen Baum­ stämmen und zusammengeheftet mit Holzbrettern. Auch wenn die Bahn nur halbhoch durch das Unterholz führt: Wer hier vom rechten Weg abkommt, das ahnt man, braucht etliche Schutzengel. Die Knautschzone zwischen den hundert­ jährigen Fichten ist hart und harzig. Wohl auch deshalb sind die drei Män­ ner, die sich da am Beginn der Bahn auf einem Hochsitz drängen, funktionell ein­

wandfrei kostümiert. Sie tragen Eishockey­ monturen, dazu Helme, Handschuhe und Inline-Hockeyschuhe. Der Hochstand ist kein weidmännischer Ansitz, sondern eine Abschussrampe. Letzte wortlose Blicke zwischen den drei wilden Hunden, dann hört man einen von ihnen zählen. „Eins! Zwei! Drei!“ Die Holztür vom Starthaus fliegt auf, und die drei rattern knapp hin­ tereinander raus auf die Strecke. „Das hier ist ihr Spielplatz“, sagt Willi, der Vater der Dallago-Brüder nachsichtig, während er seinen Söhnen Marco und Luca zusieht, wie sie die Strecke im wahrs­ ten Sinne des Wortes hinunterbrettern. Der Spielplatz der beiden Österreicher Marco und Luca Dallago und ihrem deut­ schen Freund Andreas Wirnstl liegt in ­einem Wald nördlich der österreichischen Stadt Graz, in Weinitzen. Nur ein Echo vom Grazer Hausberg Schöckl entfernt wurde vor einem Jahr die Idee geboren, Ice Cross Downhill zur Ganzjahres-Sport­ art zu machen. Im Sommer auf Rollen und Holz statt auf Kufen und Eis, schließlich geht’s ums Training für den Winter. Die Dallago-Brüder waren bereits in der letzten Red Bull Crashed Ice-Saison die Überraschung und mischten das Starter­ feld mit Kanadiern, Finnen, Russen und Amerikanern gehörig auf. Marco war am Ende sogar Fünfter in der Gesamtwertung. 2014 sollen die Resultate noch besser wer­ den, auch deshalb haben Marco, Luca und Andreas die Bahn im Wald hinterm Haus 77


Photographer

Editor

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Eine Bobbahn   ohne Bande – und   rundum eine   Knautschzone   aus 100-jährigen   Fichten 

Jörg Mitter/Red Bull Content Pool

Auch wenn das jetzt harmloser klingt, als es ist: Im Vergleich zur Trainingsstrecke im Wald sind die Rennstrecken der Red Bull Crashed Ice-Locations ­ungefährlich(er). Das Ziel ist in Helsinki (1. Februar), Saint Paul, USA (22. Februar), Moskau (8. März) und Quebec City, ­Kanada (22. März), zur Not auch auf dem Arschleder zu ­erreichen, ohne dass man sich einen Schiefer einzieht.



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Ideen liegen reichlich auf der ­Straße: Es kommt immer darauf an, wer sie aufklaubt. So bekommt auch das SecondHand-Wohnzimmer am Ende der Trainingsbahn Sinn – es warten Andreas (links) und Marco (rechts) auf Lucas Landung. Die Bike-Säge wollen sich Luca (am Pedal) und Andreas (am Stamm) sowieso patentieren lassen. Dampfend am Ende eines Trainingstages: von ­vorne Andreas Wirnstl, Luca und Marco Dallago.

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ausgeheckt. Die Strecke ist ein Solitär: Nirgendwo sonst können sich die Athleten ähnlich professionell auf die Wintersaison vorbereiten, zumindest ist den Dallagos nichts zu Ohren gekommen. Dabei war der Aufwand überschaubar, sagt Vater Willi Dallago: Seine Buben ­haben doch bloß „ein paar Kilo Nägel und einige hundert Bretter“ verbaut, beschreibt der Senior den Materialeinsatz für den 200 Meter langen Parcours. Etliche Baumstämme für den soliden Unterbau kommen noch dazu. Alles ist in Handarbeit entstanden, ganz konsequent und nachhaltig. Weil es im Wald keinen Strom gibt, erdachten die Dallagos sogar ihr eigenes „Sägewerk“. In einem ausrangierten Fahrrad ersetzt das Blatt einer Kreissäge das Hinterrad, fertig: Mittels kräftiger Beinarbeit wurden dann Bretter und Stämme zurechtgesägt. Das Ergebnis ist so verrückt wie einmalig. In manchen Passagen würde ein Tachometer, falls es einen gäbe, 40, 45 Stundenkilometer anzeigen. Ein Tempo, das auch talentierteste Ice-Cross-Down­ hiller – im Winter sind die im Eiskanal an die 70 km/h schnell – bei der geringsten Unwucht unkontrolliert aushebelt. Nicht ungefährlich auf einer Bobbahn ohne Bande. „Ein paar Bäume mussten wir ­entfernen, weil wir wussten: Da könnten wir mit voller Wucht hineinkrachen“, sagt Marco, der ältere der „Dallago Brothers“, wie die Red Bull Crashed Ice-Szene sie mittler­weile ruft. Knifflig ist die Bahn auch ­deshalb, weil sie nur zwischen 50 – auf den Geraden – und 100 Zentimeter – in Kurven und über die Wellen – breit ist. Marco: „Wir wollten halt Holz sparen.“ Von der Charakteristik ist die Bahn den richtigen Red Bull Crashed Ice-Schläuchen nachempfunden. Abstoßen im Startturm, dann rattert es gleich die ersten Meter steil bergab. Schwung holen für den ersten Sprung: In der Luft werden die Fahrer ­gespenstisch leise, doch nach der Landung rattern die Holzbretter unter ihnen wieder laut: Die natürlich nicht fugenlos verbau-

ten Bretter morsen sich durch den Körper bis ins Hirn; ein gutes Training für das im Winter rippige Eis. Im Schnitt geht es mit rund 35 Stundenkilometern über Steilkurven, Wellen und „Doubles“, wie die Doppelwellen im Fachjargon heißen. Bald dampfen die Köpfe in den Helmen, besonders der von Marco: Er trägt als Einziger keinen Eishockey-, sondern einen Motocross-Helm inklusive Schutzbrille. Das hat mit dem Fahrtwind zu tun und Marcos empfindlichen Augen, der weiß, dass man im Eiskanal besser nicht tränenblind unterwegs ist. Bevor Marco, Luca und Andreas das Layout bestimmten, die ersten Fichten fällten und die ersten Nägel einschlugen, galt es, grundsätzliche Dinge zu lösen. „Wir waren uns nicht sicher, in welchen Abständen wir die Bretter annageln ­sollen, um nur ja nicht mit den Rollen hängen zu bleiben.“ Der erste Testpilot war Luca, erzählt Marco, damals Zuschauer: „Er wurde immer schneller und schoss richtig an mir vorbei. Ich glaube, ich hatte in diesem Moment mehr Angst um ihn als er um sich.“ Als Andreas, Marco und Luca sahen, dass alles nach Plan lief, wurde die Motivation größer – und die Strecke länger. Das letzte Drittel der Bahn ist noch immer das biestigste. Da machen die bereits zittrigen Knie die Strecke noch schmäler, als sie ohnehin ist. Eine letzte, lange Gerade nimmt Kurs auf einen drei Meter tiefen Graben. Für einen kurzen Moment scheint die Strecke verschwunden zu sein, ehe sie wieder knatternd unter den Rollen auftaucht. Dann geht es noch einmal steil bergabwärts und am Gegenhang in vollem Tempo sofort wieder nach oben. Was nun folgt, unterscheidet sich vom Zieleinlauf bei Red Bull Crashed Ice. Es ist quasi die Kür, und sie bleibt jedem Piloten selbst überlassen: Egal ob Frontflip oder Backflip – die Landung erfolgt beinahe sanft auf einer ausrangierten Matratze mitten in einem improvisierten Wohnzimmer mit Couch-Garnitur und Stehlampe. the red bulletin

Scott Serfas/Red Bull Content Pool

 Spaß darf sein:   Die Strecke endet   mit einem Salto   ins Wohnzimmer. 


Hier lässt es sich erstklassig etwa dar­ über sinnieren, dass die Karriere der öster­ reichischen Ice-Cross-Downhill-Exporte ­durchaus anders hätte verlaufen sollen. „Eishockey-Profi“ lautete der Traum der Brüder, und zwar seit sie im Alter von vier das erste Mal am Eis gestanden waren. Marco: „Das wollte ich unbedingt werden. Dafür habe ich richtig gerackert.“ Beide Brüder spielten im Nachwuchs der Graz 99ers, einem Klub der höchsten österrei­ chischen Liga, später bei den ECE Bulls Kapfenberg, eine Klasse darunter in der Nationalliga. 2010 sahen die Dallagos erstmals Filme von der Red Bull Crashed Ice-WM. Marco: „Mit unseren damaligen Eishockey-Kollegen haben wir gescherzt, wie cool es wäre, dort mitzufahren.“ Im Jahr darauf stellt sich Marco mit ein paar Freunden in Ingolstadt der Qua­ lifikation und schafft es in den Münchner Hauptbewerb, im Jänner 2011. An das erste Training am Gelände des Olympia­ parks erinnert er sich noch heute: „Der Startturm war 15 Meter hoch, und nach dem Startgate ging es gleich mit 35 Grad Neigung bergab. Das war so steil, fast schon eine Frechheit.“ An jenem Tag hatte es geregnet, und das Eis war spiegelglatt, the red bulletin

erzählt Marco: „Ich stand mit vier Deut­ schen auf dem Turm und stellte mich ganz hinten an. Jeder fuhr einzeln für sich los – und alle vier stürzten und wurden nacheinander vom Rettungswagen abge­ holt. Ich stand am Ende allein oben und wusste, dass ich da jetzt hinuntermuss. Ich habe mich noch nie so gefürchtet in meinem Leben.“ Vielleicht blieb Marco deshalb seiner eigentlichen Leidenschaft Eishockey treu; aber dann verzichtete Kapfenberg im Frühjahr 2012 auf eine Teilnahme an der Nationalliga. Also entschieden sich die Dallago-Brüder doch für die alternative Karriere. Sie nannten für die Ausschei­ dung zum ersten Saisonrennen 2012/13 – und schafften an den Niagara Falls in Kanada beide die Qualifikation: Marco als Zweitschnellster, sein kleiner Bruder Luca mit einer Tausendstelsekunde gerade noch im Puffer. Das Rennen beendete Marco dann auf Platz acht. Das war der Beginn einer veritablen Erfolgsstory. ­Bereits im dritten Rennen, in Landgraaf/ Niederlande, stand Marco als Zweiter auf dem Podest, einen Monat später wurde er in Lausanne Fünfter (und Luca Elfter). Die erste volle Red Bull Crashed Ice-­

Saison beendete Marco im März 2013 auf Platz 5, Luca auf Platz 19 – und plötzlich waren alle Augen auf die Dallago Brot­ hers gerichtet. Mit zig Trainingsfahrten in den Beinen können Marco, Luca und Andreas sich nun recht entspannt auf ihrer alten Couch fläzen und über die Saison 2014 plaudern. Und auch über ihren YouTube-Film über den Streckenbau namens „Couch Garden Movie Project“ – gedreht von Freunden ­unter dem Label BudderUp –, der bereits 80.000 Viewer hat. Und über ihr Trainings­ gelände. „Die Strecke soll noch bekannter werden“, sagt Luca Dallago. „Momentan kann man nur alleine fahren, höchstens hintereinander. Aber auch Mountainbiker oder Skateboarder könnten unsere Bahn künftig nutzen.“ Die Strecke im südostösterreichischen Hochwald soll auch eine Initialzündung sein. Luca Dallago: „Wir hoffen, dass auch andere Ice-Cross-Downhill-Fahrer initiativ ­werden. ­Einmal möchten wir auf einer Strecke ­fahren, bei der wir selbst keinen Nagel reinhauen mussten.“ Couch Garden Movie Project: www.youtube.com/watch?v=2Sp6egZen3Q www.redbullcrashedice.com

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/redbulletin

14 FEBRUAR 20 DAS MAGAZ

IN AB SE

ÄGLICHEN ITS DES ALLT

A C T IO N IM FE B R U A R

HUGH KMAN J A CMU T,

TA UC HE N MI T HA IE N 12 0 KM /H AU F DE M SK AT EB OA RD SU RF EN MI T RO BB Y NA IS H

ÜB ER PR ÜG EL UN D NE LS ON MA ND EL A 16 SE IT EN

FA C E B O O K S P E C IA L M A R T E R IA

ÜB ER R AP, D FU SS BA LL UN DI E NA CK TE FF ER CL AU DI A SC HI

JAEUTCZH TIMFTEN�

CHRI Z E I T SH A N D E L

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Dein Programm im Februar

Alle wichtigen Informationen für (Wind-) Surfer auf einem Blick. Profi-Gear, Seite 84

ac t i o n ! R E i s e n / E q u i p m e n t / P a r t y / W o r k O u t   / c i t y g u i d e / MUSI k / E v e n t s / TV Aug in Aug mit dem furchteinflößenden „Großen Weißen“

Ernst Koschier

Hinter Gittern

In manchen Fällen ist es nicht das Schlechteste, in einem Käfig zu sitzen  … vor allem wenn man in zehn Meter Tiefe WeiSSe Haie hautnah erleben möchte. Reisen, Seite 86

the red bulletin

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Action!

Hilfreich

Profi-Gear

Drei praktische Begleiter durch den Wind

Leichtgewicht Ultraleichtes (3,37 kg) Force5.0-Segel mit Kevlarbeschichtung, geeignet für alle Wellen- und Windverhältnisse.

Lycra-Shirt von Mormaii Unerlässlich bei ­vielen Surfstunden: Das schnell trocknende Shirt schützt vor Wind und Sonne (LSF 50+). www.mormaii.com.br

Sekundenkleber Vor dem Surfen ein paar Tropfen auf die trockenen Hand­ flächen – einmal die Hände reiben … Der so entstandene dünne Schutzfilm beugt Blasen vor.

Robby Naish feierte vergangenen November auf Maui mit 50 ein Kurzcomeback auf der PWA-Tour.

Segel im Wind  In eigener Sache  Surf-Ikone Robby Naish reitet seit den 70er Jahren mit selbst designten Brettern auf den Wellen.

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Wellenbrecher Das auf Ozeanwellen ausgelegte Naish Wave 85l ist mit 240 cm ­relativ lang und schmal, aber dennoch drehfreudig.

Rip Curl ultimate titanium Praktisch für Windsurfer: zur Verfolgung von Gezeitenbewegungen und Windrichtung an über 500 Stränden. www.ripcurl.com

the red bulletin

getty images

„Power und Speed“ sind jene beiden Begriffe, auf die es Robby Naish beim Equipment ankommt. Und zwar seit er Ende der 70er Jahre – damals noch mit Vater Rick – begann, seine Ausrüstung selbst zu bauen. Bis heute liebt der fünfzigjährige Hawaiianer größere Segel und ­längere Boards als die meisten seiner Kollegen. Robbys (Kauf)beratung: „Eigenes Gewicht, Können, vorherrschende Wind- und Wellen­ bedingungen berücksichtigen. Und niemals ein zu kleines Board wählen!“ www.naishsails.com


Action!

STARKE Uhren

Der N ASATest Präzise Zeit­ messung in der Folterkammer (Auszug aus dem Pflichtenheft)

HeiSS/Feucht 48 Std. bei 160 °F, 30 Min. bei 200 °F, 4 Std. bei 0 °F (ca. 71/93/–18 °C). 10 Tage bei 95 % Luftfeuchte und 68 bis 160 °F.

So sieht das neueste Replikat der Ur-Speed­ master von 1957 aus.

Die einzige Überlebende

Vibration Drei Durchgänge à 30 Minuten in verschiedenen ­Lagen der Uhr. Die Schwingfrequenz stieg von 5 auf 2000 Hertz.

omega (4), nasa, shutterstock

Alexander Linz

 Omega Speedmaster  Wie eine robuste Schweizerin zur offiziellen Begleiterin der NASA-Astronauten wurde. Anonyme Einkäufer der NASA schwärmten 1964 in Houstons Juwelierläden aus, um den offiziellen Ausrüstungsgegenstand „Armbanduhr“ für ihre Astronauten zu beschaffen. Sie erstanden Zeitmesser der Marken Bulova, Elgin, Gruen, Hamilton, Longines, Lucien Piccard, Mido, Omega und Rolex, um sie in einem elf Punkte umfassenden Testprogramm auf Ganggenauigkeit unter extremen Bedingungen (siehe Kasten rechts) zu überprüfen. Die einzige Überlebende dieser hochnotpeinlichen Prozedur war die Omega Speedmaster. Sie erhielt von der NASA das ­Prädikat „flugtauglich für alle bemannten Weltraummissionen“ und wurde zur offiziellen Uhr des Manned Spacecraft Center Houston erklärt. Bei Omega, in Biel in der Schweiz, erfuhr man erst 1966 von dieser Ehre, also ganze zwei Jahre später. Ihre Speedmaster-Uhren waren indessen schon zehnmal im All gewesen.

St0SSfest

Links: Buzz Aldrin mit der Speed­ master 1969 auf dem Mond. Oben: Zentrifuge des Testprogramms

www.hq.nasa.gov/alsj/omega.html Offiziell „flugtauglich für alle bemannten Weltraummissionen“

the red bulletin

Auf dem NASA-Testprotokoll: die Omega Speedmaster mit NASA-Strap. Mit diesem Band kann die Uhr unter und über dem Jackenärmel getragen werden.

Sechs Stöße mit 40facher Erd­ anziehungskraft und 11 Millisekun­ den Dauer in sechs verschiede­ nen Richtungen.

Apollo 11. Buzz ­Aldrin mit seiner Speedmaster in der Mondlande­ fähre „Eagle“.

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Action!

Reisen

Wenn Zeit Blei bt San diego mal Drei

Paradiesisch Mit 70 Kilometer Pazifikküste ist San Diego ein wahres Surfer-Paradies (sofern man sich noch ohne Käfig ins Meer wagt). sandiego.org

  H ai-Tauchen  WeiSSe Haie hautnah erleben? Das geht: zehn Meter unter Wasser, geschützt von einem massiven Metallkäfig. Der beste Ort weltweit für eine Begegnung mit dem großen Räuber ist Guadalupe, eine einsame ­Insel im Pazifik, 260 Kilometer vor der Westküste Mexikos: ­„Nirgendwo sonst gibt es zwischen August und Novem­ ber so viele Weiße Haie in kristallklarem Wasser“, schwärmt der erfahrene Unterwasser-Fotograf Ernst Koschier. Zwar sei man beim Käfigtauchen auf der ­sicheren Seite, dennoch „muss man sich zunächst ­seinen Ängsten stellen“, schildert Andreas Wollinger, Chefredakteur des „Terra Mater“-Magazins, seine ­Gefühle vor dem ersten Mal. „Aber das legt sich, ­sobald man den Käfig betreten hat.“ 20 Kilo Blei um die Hüften sorgen für einen stabilen Stand am Boden des Käfigs, geatmet wird über einen normalen Tauch­ regler, von der Oberfläche aus mit Luft versorgt. Dann wird der Zwinger für 45 Minuten wie ein Auf­ zug zehn Meter abgesenkt. Die Haie, angelockt von in einem Jutesack mitgeführten Fischabfällen, lassen nicht lange auf sich warten. „Oft umkreisen drei, vier von ihnen – groß und schwer wie Limousinen – den Käfig“, erzählt Wollinger. Doch Tauchfahrten starten sie verhielten sich ganz anders von San Diego, USA, als erwartet: „Viel lang­samer, mit aus. Eine Woche (drei eleganten, sparsamen Bewegun­ Tauchtage) ab 3000 gen, völlig entspannt und an den Dollar, z. B. auf der „Nautilus Explorer“, Menschen im Käfig anscheinend nautilusexplorer.com kein bisschen interessiert.“ 86



Der Angst ins Auge blicken – durch die Stäbe eines Stahlkäfigs

Malerisch Fahr mit einem ­Militärjeep in die nächtliche Wildnis des Anza-Borrego Desert State Park – Heimat von Kojoten und Pumas. california overland.com

Insider-Tipp Keine kalten füSSe „Das Wasser hat angenehme 20 Grad, doch bewegt man sich wenig, fühlt es sich frisch an“, meint Koschier. Deshalb empfehlen sich ein Neoprenanzug (mind. 7 mm dick), Füßlinge, Handschuhe und Taucherbrille. Und: „Unbedingt eine GoPro mitnehmen, am besten auf einer Stange montiert!“

Instinktiv

Um ohne Käfig zu tauchen, benötigt man fast überall eine Genehmigung. Der mexikanische Wissenschaftler Mauricio Hoyos besitzt eine. „Wichtig ist, die Körpersprache der Haie zu verstehen“, warnt er. „Nähere dich niemals schnell, bewege dich nie hektisch. Das weckt den Jagdinstinkt der Haie und endet meist fatal.“

Mexikanisch Mit der Straßenbahn fährt man vom Stadtzentrum San Diegos 45 Minuten zur End­ station San Ysidro. Von dort sind es noch drei Minuten zu Fuß nach Tijuana, Baja California. sdmts.com

the red bulletin

ernst koschier (2), shutterstock (3)

Hai Society


Action!

workout

7 Wah rh eiten Warum Laufen besser ist als Radfahren. Und Sex nicht besser als Gehen.

1

Wie weit muss man laufen, um den Brennwert von einem Bier umzusetzen? Das hängt von der Masse ab, aber es sind etwa 2,5 bis 3,5 km. Wenn man nach dem Training 2 große Bier (à 0,5 l) trinkt, muss man also zumindest 5 km gelaufen sein, um wenigs­ tens pari auszusteigen.

2

Wie viel nimmt man in einem Jahr ab, wenn man täglich auf bloß 1 Prozent der Nahrungsenergie verzichtet? Wenn man den Tages­ bedarf bei 10.000 kJ (knapp 2400 kcal) an­ setzt, dann nimmt man durch diese Maßnahme im Jahr etwa 1 kg Körper­ fett ab.

Das Bild zeigt den Mount Everest. Oder auch: ein Jahr Stiegensteigen

3

Wie weit muss man laufen, damit man 1 kg Fett abnimmt?

Sex hilft doch nicht

corbis, shutterstock

  P hysikalisch abnehmen  DDr. Martin Apolin hat also ganz genau nachgerechnet. in seinem neuen Buch erklärt der Wiener Sportwissenschaftler, wie man im Alltag tatsächlich abnimmt. Und wie garantiert nicht.

„Mach das! Die ulti­ mative Physik des Ab­ nehmens“. Erhältlich ab 16. Februar 2014, Preis: 16,95 Euro

the red bulletin

„Vieles, was man zum Thema Abnehmen liest, ist haarsträu­ bend falsch. Auch wenn man es wieder und wieder zu lesen bekommt“, erläutert Martin Apolin, Physiker und Trainings­ wissenschaftler, seine Beweggründe. Also hat er sich die Sache ganz genau angesehen, streng wissenschaftlich, nämlich ­medizinisch und physikalisch. Und im Kern vor allem arith­ metisch. Denn der Wiener Uni-Lektor sagt: „Abnehmen ist eine Bilanzrechnung: Wie viel Energie fließt mit der Nahrung in den Körper, wie viel Energie fließt durch den Energie­ umsatz wieder raus? Kein Joule geht verloren!“ Heißt so viel wie: negative Energiebilanz = positive Wirkung auf der Waage. „Wenn 30.000 Kilojoule – etwa 7140 kcal – aus dem Körper geflossen sind, hat man ein Kilogramm Körperfett abgenommen“, sagt Apolin. Wie er für sein Buch recherchierte? „Die Informationen, die man zum Nachrechnen benötigt, sind im Prinzip leicht zu finden. Und das, was man nicht findet, ­bekommt man, wenn man das Bekannte nimmt und die Punkte verbindet.“ Apolins Ergebnisse, die in dieser Form sonst noch nicht zu lesen waren, sind spannend. Und sehr konkret. Manchmal sogar konkret desillusionierend.

Um auf die Laufkilometer zu kommen, muss man 7000 durch seine Masse in Kilogramm dividieren. Eine Person mit 70 kg muss also 100 km laufen, eine Person mit 50 kg ­sogar 140 km. Immer ­vorausgesetzt, dass man sonst nichts an seinem Leben ändern würde!

4

Wie lange muss man auf einem ­Ergometer bei an­ gezeigten 100 Watt ­strampeln, um 1 kg Fett zu verlieren?

5

Wie viel kann man im Laufe eines Jahres abnehmen, wenn man konsequent auf den Lift verzichtet und zu Fuß in den vierten Stock geht? Bei einer Person mit 80 kg summiert sich diese Maß­ nahme im Laufe eines Jahres auf 1 kg Körper­ fett. Die Höhe, die man dabei in Summe über­ winden muss, entspricht dem Mount Everest. Zum Glück sind zumindest die Bedingungen im Treppen­ haus nicht so hart.

6

Eignet sich Sex tatsächlich so gut zum Abnehmen, wie man das immer wieder hören kann? Leider nein! Sex ist nach wissenschaftlichen Mes­ sungen mit langsamem Gehen vergleichbar. Um damit 1 kg anzunehmen, müsste man 50 bis 60 Stunden aktiv sein!

7

Wie wirkt sich zusätzliche Bewegung auf die Gesundheit aus? Vor allem die Änderung von „praktisch keine ­Bewegung pro Tag“ auf „ein ganz kleines bisschen Bewegung pro Tag“ hat den größten Effekt. Wenn Sie Ihre körperliche Akti­ vität von 4 Minuten pro Tag auf 13 Minuten stei­ gern, sinkt Ihr allgemeines Mortalitätsrisiko um mehr als 15 Prozent.

Die Antwort ist noch f­ rustrierender als beim Laufen. Es sind nämlich etwas über 20 Stunden. Das liegt daran, dass Lau­ fen eine hochintensive Sportart ist, die sich zum Abnehmen besser eignet als Radfahren. Das Bild zeigt ein großes Bier. Oder auch: 2,5 Kilometer Laufen

87


Action!

world run

Lauftyp-Test

Wettkämpfer, Fitness-Freak oder Lauf-Muffel? Selbstanalyse machen und den passenden Wings for Life World Run-Trainingsplan downloaden.

1  Mein Hauptmotiv fürs Laufen: A Ich will meine Leistung verbessern. B Ich will mich gut fühlen. C … muss ich noch finden.

2 Beim Laufen achte ich vor allem auf: A Puls und Kilometerzeit B Wetter und Natur C das Gespräch mit mei­ nen Laufpartnern

3 Einige Tage ohne Laufen bedeuten …

A Was ist das, Überholt­ werden? B … gar nicht und ziehe weiter meine Runden. C …  mit angestacheltem Ehrgeiz: Den hol ich mir! D … mit einem freund­ lichen Gruß.

A … Trainingsrückstand, den ich möglichst schnell aufhole B … Entzugserscheinun­ gen, ich werde zappelig. C … Normalzustand

4 Mein Bodymass-­ Index (BMI): A 18–25 B 25–40 C Body… was?

A Mit Alternativtraining. Kraftkammer und so. B Ich geh Rad fahren oder schwimmen. C Mit einer Pause!

8 Nach dem Laufen …

6 Beim Rennen ist mir am wichtigsten:

5 Ich werde im Park beim Laufen überholt. Ich reagiere …

7 Seit Tagen plagen mich Fußschmerzen. Wie reagiere ich?

A gute Zeit, gute Gegner, gutes Ergebnis B gute Organisation C Ich laufe doch nicht um die Wette!

A … plane ich bereits den nächsten Trainingslauf. B … genieße ich die ­Endorphine. C … gönn ich mir das Bier danach & denke an den Muskelkater morgen.

Die Auswertung 15 – 70 punkte

8 – 14 punkte

Der Wettkampf-Typ

Der Fitness-Typ

Der Lauf-Muffel

Ihr Ziel

Ihr Ziel

Ihr Ziel

Leistungssteigerung

Straffe Waden und Wohlbefinden

Für den Anfang: 3 km unter 18 Minuten

Sie suchen fast täglich nach Ihrem Limit. Andere im Wettkampf hinter sich zu lassen gefällt Ihnen.

Sie trainieren mehrmals die Woche und investieren Zeit und Mühe in Gesundheit und Lebensqualität.

Sie laufen nur sehr unregelmäßig. Und wenn, dann nur, um keuchend festzu­ stellen: „Mann, ich war doch mal fitter.“

Ihr Motto

Ihr Motto

Ihr Motto

„Quäldichjedentag“

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“

„Den inneren Schweinehund überwinden!“

Unsere Empfehlung

Unsere Empfehlung

Unsere Empfehlung

Trainingsplan A

Trainingsplan B

Trainingsplan C

Ihren persönlichen Trainingsplan finden Sie unter: www.redbulletin.com

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the red bulletin

Sebastian Marko/Red Bull Content Pool

71 – 80 punkte

sascha bierl

Ihr Testergebnis erhalten Sie durch Addition der Punkte nach folgendem Schlüssel: Antwort A = 10 Punkte, Antwort B = 5 Punkte, Antwort C = 1 Punkt, Antwort D = 0 Punkte


J E TZ

T

ANME L DEN i tu n d me n ! h m ac

P r o f i - T i pp s Renndirektor Colin Jacksons Checklist für Ausdauerläufer

Schuhe Schuhe müssen Leben in sich haben. Über­ sieh nie den Augen­ blick, ab dem sie an Spannung verlieren und ausgeleiert sind – ab da läufst du unökonomisch. Nach 1000 Kilometern unbedingt neue testen!

Ernährung Iss am Wettkampftag das, was du auch sonst isst. Der Körper ist das gewohnt. Eine andere Kost bringt das ganze Energie­ system des Körpers durcheinander – und du könntest darunter leiden.

Flüssigkeit Der Körper ist schlau. Wenn du zu wenig trinkst, entzieht er der Nahrung mehr Flüssig­ keit. Dennoch: immer so viel trinken, dass du nie Durst bekommst. Wichtig: Getränke mit Natrium und Kalium.

Musik Ruhige Musik für den Flow oder harte Beats für schwere Passagen – jeder, wie er will! Ich selbst laufe lieber ohne und höre auf den Körper … und wer Gruppenläufe mag, braucht ohnehin keine Kopfhörer.

„Wenn der Durst kommt, ist es zu spät.“ Colin Jackson, 2facher Welt­ meister über 110 m Hürden

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Der Weltlauf   W ings for Life World Run  Ein Startschuss für sechs Kontinente: Am 4.  M ai 2014 steigt der erste globale Laufbewerb der Sport­ geschichte. Die Zielgruppe: alle, die sich mit der ganzen Welt messen wollen. Wie’s funktioniert? So – hier die Fakten: 1. Der Modus

4. Die Wertung

Am 4. Mai 2014 starten um 10 Uhr UTC (koordinierte Weltzeit) gleich­ zeitig bis zu 37 Läufe in bis zu 35 Ländern. Nach 30 Minuten beginnen „Catcher Cars“ die Teilnehmerfelder von hinten aufzurollen. Wer weltweit als Letzter überholt wird, gewinnt.

Der letzte Mann und die letzte Frau weltweit werden zu globalen Cham­ pions gekürt und gewinnen eine Spezial-Weltreise. In jedem Land werden ­nationale Sieger ermittelt. Jede Läuferin, jeder Läufer kann ­online vergleichen: „Wer hat global mehr Strecke geschafft als ich?“

2. Die Jäger Die „Catcher Cars“ erhöhen anhand global festgelegter Intervalle sukzessive ihre Geschwindigkeit. Wird ein Läufer überholt, scheidet er aus. Dabei wird automatisch seine erreichte Laufdistanz ermittelt.

5. Die Teilnehmer

3. Die Strecken

6. Die Mission

Unterteilen sich in die fünf globalen Kategorien: Küsten-, Fluss-, Stadt-, Natur- und Aussichtsläufe. Aktuelle Wetterinformationen, detaillierte Streckeninfos und einen Weg-Zeit-Rechner bietet die Event-Homepage.

Der Wings for Life World Run steht unter dem Motto „Running for ­Those, Who Can’t“. Alle Einnahmen kom­ men der Wings for Life-Stiftung für Rückenmarksforschung zugute, die weltweit wissenschaftliche Projekte zur Heilung von Querschnitts­ lähmung unterstützt. Alle Infos: www.wingsforlife.com

Von Anfängern und trainierten Läu­ fern bis zu Top-Athleten und Promis (wie David Coulthard): Ziel ist es, so viel Strecke wie möglich zu schaf­ fen, um Querschnittslähmung heil­ bar zu machen (siehe Punkt 6).

Fordern Sie die Welt beim Wings for Life World Run! Online-Anmeldung bis 20. April 2014 unter: www.wingsforlifeworldrun.com

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Action!

Party

Stammgäste auf der Bühne: die Kapstädter Rockband BEAST

Frisch vom Kap Drei südafrikanische Künstler unmittelbar vor dem internationalen Durchbruch

Markus Wormstorm Der Elektroniker entwarf für den südafrikanischen Oscar-Anwärter „Four Corners“ ­eine düster-sphärische Klangwelt.

Surfgelage Kapstadt  Südafrikas beste Wellenreiter und inter­ nationale Filmstars feiern nachts im Aces  ’ n’ Spades. Bei deftigem Rock ’n’ Roll und süffigem Tequila.

Aces ’n’ Spades 62 Hout Street Kapstadt, Südafrika www.acesnspades.com

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So fei er n Su r fer Was trinken die Profi-Wellenreiter im Aces ’n’ Spades? Und bei welchen Songs entern sie die Tanzfläche?

DJ Spoko Schauspieler Idris Elba („The Wire“, „Prometheus“) ist Fan von DJ Spoko und engagierte den jungen AfroHouse-Musiker als Produzent für sein erstes Album.

Grant Baker

Don Julio Tequila on the Rocks mit einem Schuss Wasser Violent Femmes: „Add It Up“

Jordy Smith

Red Bull Wodka Neil Young: „Rockin’ in the Free World“

Frank Solomon

Pioneer Unit

Beast of the Deep von Brewers & Union (südafrikanisches Craft Beer [Spezialbier]) Jimi Hendrix: „All Along the Watchtower“ Jordy Smith’ neuer Surf-Film feierte im Aces Premiere.

Frischer MundartHip-Hop direkt aus den Townships. Derzeit tourt das junge Label mit großer Multi­ media-Show durch Europa.

the red bulletin

Aces ’n’ S pades, Alan van Gysen, press handout (3), Sydelle Willow Smith, Hélène Flament

Wie möchte einer, der tagsüber zehn Meter hohe Wellen bezwingt, seine Nächte verbringen? Entspannt träu­ mend nach einem ruhigen Fernseh­ abend? Nicht zwingend. Profi-Surfer Grant Baker erfüllte sich 2012 den Traum einer Rock ’n’ Roll-Bar. Ge­ meinsam mit seinem Jugendfreund Reg Macdonald, Manager einiger der heißesten Clubs in Hollywood, eröff­ nete er Aces ’n’ Spades. Eine Kellerbar im Herzen von Kapstadt. Zu Gast: Surfer-Freunde wie Mick Fanning und Filmstars, die es an das Kap ver­ schlagen hat – von Orlando Bloom bis Kevin Spacey. Mittwochs gibt’s Live-Musik, donnerstags mischen sich Anzugträger aus dem nahen Bankenviertel für einen Aperitif unter die Rocker. Und am Wochenende geht’s richtig rund. „Eigentlich hätte es eine ruhige Bar werden sollen“, sagt Baker. „Eine Tanzfläche hatte ich nie im Sinn. Aber nach Mitternacht verwandelt sich der Laden regel­ mäßig in eine große Partyzone.“


Action!

City Guide

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Mit dem Bauch zur Wand

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Anna Müllers Wien-Tipps

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HVOB sorgen dafür, dass wir uns E-Musik ohne Hirn nicht mehr vorstellen mögen.

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Wie man sich in Wien bewegt, wenn keine musik dazu spielt.

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Augarten

albert Exergian, silvia druml shutterstock

HVOB (kurz für Her Voice over Boys), gegründet im Frühjahr 2012, machte sich als Erstes an einem Widerspruch zu schaffen: Das Duo nahm sich vor, ebenso hör- wie tanzbare elektronische Musik zu machen, ntf-ntf-ntf, aber eben mit Hirn. Anna Müller komponierte und sang also (die-se-Stim-me!), Paul Wallner produzierte, die beiden stellten ein paar Snippets auf SoundCloud, und dann ging alles sehr schnell: Auftritte bei Europas großen Festivals, Einladung von Elie Saab zur Fashion Week nach Paris, EP, Album, zweite EP, Spitzenplätze in allen einschlägigen Charts. Vor kurzem dann die Einladung, im März in Austin, Texas, beim SXSW zu spielen. (Was HVOB unabhängig von der Größe der Bühne übrigens grundsätzlich live tun, mit Schlagzeuger, auch das in dem Genre ungewöhnlich.) Wer es demnächst nicht nach Austin schafft, dem kann „Lion“ helfen, die neue EP von HVOB, inklusive Remixes von Stimming und Wolfram. www.hvob-music.com

the red bulletin

kletterhallewien.at

3 St. Josef Mondscheingasse 10 Mittagessen mit gutem Gewissen, gesund, bio, regional, supernette Leute. Und schmeckt extrem gut. Wer das St.-Josef-Linsen-Dal nicht liebt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Welt aus Wien   W ien  Anna Müller ist eine Hälfte des Duos HVOB, das mit elektronischer Musik seit eineinhalb Jahren Weltweit begeistert. Von Wien aus, wo man gut essen, feiern und frisiert werden kann.

Kletterhimmel für Anfänger und Pros: Die 1200 m² große Kletterhalle Wien bietet Boulder- & Kletterflächen und einen SlacklineParcours.

Angabe mit Gewehr 1 burggasse 24 Burggasse 24

Ich kenne in Wien kein schöneres Geschäft. Große, weite, ­offene, weiße Räume. Wahn­ sinnig schöne Vintage-Sachen – auch für Männer übrigens.

4 Propaganda Stubenring 20

In Wien gibt’s keine Entschuldigung, schlecht frisiert zu sein. Denn Wien hat Wolfgang „Jackson“ Steinbauer und sein winziges Lokal mit dem riesigen Marilyn-Manson-Bild an der Wand.

2 zimmer 37 Am Karmelitermarkt 37–39

Der Karmelitermarkt ist ein bisschen bobo, macht aber nix: Dort gibt’s eine Mutter und eine Tochter, die man nur gut finden kann, und ihre supersuper 5-ElementeKüche. Schönstes In-der-SonneSitzen-und-Essen-oder-nur-­ Kaffeetrinken von ganz Wien. (Ums Eck: die Lokale „Schöne Perle“ und die „Pizza Mari“.)

5 Pratersauna Waldsteingartenstraße 135

Wiens besten Club kennt und liebt man in ganz Europa. Beste Bookings, bester Garten, bestes Schwimmbad. Und die genialsten VJs, lichterloh, die haben wir uns von der Pratersauna geliehen.

Die Laser-Variante von Paintball: ­Ausgerüstet mit Sensorweste und Lichtstrahler, wird der Gegner im Labyrinth gejagt. laserfun-vienna.at

Fliegen im Kopf Im hochmodernen Airbus-Flugsimulator werden Start, Landung und Flug geübt. Extrakick: ein simulierter Triebwerksausfall. viennaflight-px.rtrk.at

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Action!

Grammy Storys

laden & Lauschen

James Mercer ist ein beschäftigter Mann. Haupt­ beruflich gibt er den Kopf der Band The Shins, deren verspielt-psychedelische Indie-Songs seit Jahren bei ­Kritikern und in den Charts gleichermaßen punkten. Seit 2009 betreibt Mercer außerdem mit Kumpel Danger Mouse das Projekt Broken Bells. (Ganz recht, der Gnarls-Barkley-Danger-Mouse, der auch The Black Keys und Norah Jones produziert.) Gemeinsam leben sie ihre Liebe zu obskurem Pop und dezent schräger Tanzmusik aus. Mit Erfolg: Das Debütalbum „Broken Bells“ verkaufte sich allein in den USA 700.000-mal. Nun kommt der Nachfolger. Mercer erzählt, welche Platten ihn bei der Arbeit an „After the Disco“ inspirierten.

  P laylist  Broken-Bells-Sänger James Mercer und fünf übersehene Hymnen, denen er viel verdankt.

Hörproben gibt’s auf brokenbells.com

1 Throwing Muses 2 Smith Westerns Not Too Soon

Varsity

Dieser Song fasst die Neunziger perfekt zu­ sammen. Klas­ sischer Pop, junge FrauenBand, verzerr­ te Gitarren, eingängige Melodie. Während meiner Schulzeit in England sah ich Throwing Muses live und war von ihrer Coolness geradezu geblendet. „Not Too Soon“ klingt nach 1991, klar, aber ich meine, der Song wäre heute noch ein Hit.

Tolle junge ­Indie-Band, klasser Song. Klingt wie ein Radio-Hit aus den achtziger Jahren. Unbe­ schwert und kurzweilig. Wir hätten die Jungs auf unserer letzten Broken-Bells-Tour gern als Support da­ beigehabt. Leider waren sie beschäftigt – unter anderem mit den Aufnahmen zu diesem Stück. Deshalb muss ich ihnen wohl verzeihen.

4 Fruit Bats

5 Blur

Der Song stammt aus der Feder meines guten Freundes Eric Johnson. Er schrieb ihn für seine Frau, was ich ange­ sichts des Titels großartig finde. Erics Talent wurde schon bei seiner Vorgän­ gerband Califone deutlich. Eine meines Erachtens wahnsinnig unterschätzte Gruppe, die in einer besseren Welt mit Sicherheit riesig gewesen wäre.

Vor drei Jah­ ren veröffent­ lichten Blur auf ihrer Web­ site ihren ­ersten neuen Song seit 2003. Trotz­ dem nahm kaum jemand davon Notiz. Ein Irrsinn! Ich fand „Fool’s Day“ großartig, der viel­ leicht beste Blur-Song überhaupt. Da­ mals hoffte ich, dass der Track der Vor­ bote eines neuen Albums sein würde. Aber darauf warte ich heute noch.

You’re Too Weird

Fool’s Day



Den Preisrekord hält der ungarische Dirigent Georg Solti († 1997) mit 31 Grammys. Erste Herausforderin ist Bluegrass-Musike­ rin Alison Krauss: 42 Jahre, 27 Tro­ phäen … die Zäh­ lung läuft noch.

Apples in Stereo 3 The

  The Golden Flower

Von diesem Stück kann man viel über gutes Song­ writing lernen. Es steckt voll seltsamer ­Melodien und Wendungen. Dieses Meisterwerk ist nur auf der Bei­ gabe-Vinyl-Single des Albums „Tone Soul Evolution“ zu finden, die aus der Hülle fällt, wenn man das Cover öffnet. Aber das nehme ich für einen der bes­ ten Songs aller Zeiten gern in Kauf.

Stevie Wonder Stevie Wonder war während der Preis­ verleihung 1976 via Satellit von Nigeria zugeschaltet. ­Moderator Andy Williams fragte: „Stevie, kannst du uns sehen?“ Es war Williams’ letzter Grammy-Auftritt.

D er B er g g r o ovt Gadget des Monats

Rhythmus­ geber Da nimmt man Dehy­ drieren doch gern in Kauf: Dieser BluetoothLaut­sprecher mit zehn Stunden Akku-Zeit und wasserdichter, robuster Hülle gehört in die ­Flaschenhalterung ­jedes musikaffinen Mountainbikers. www.scosche.com

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Georg Solti

Sinéad O’Connor Sinéad O’Connor ist die Einzige, die je einen Grammy ablehnte. Aus Pro­ test gegen dessen Kommerzialisie­ rung. Milli Vanilli mussten die Tro­ phäe zurückgeben. Weil das Duo nicht selbst sang.

the red bulletin

florian obkircher

Ein Klassiker in einer bes­ seren Welt

Getty Images (2), Corbis, universalmusic, press handout

James Mercer, 43, ist Sänger und Gitarrist der Bands The Shins und Broken Bells.

Am 26. 1. wird der wichtigste Musik­ preis zum 56. Mal vergeben. Drei Fakten, die Sie zum Grammy-Insider machen.


Action!

games

Zwielichtige Gestalten in dunklen Gassen

Danke, Crowd! Immer mehr Games werden via kickstarter.com finanziert. Hier die top drei der crowdfundingMillionäre

Torment: Tides Of Numenera US-$ 4,18 Mio. Über 74.000 Leute investierten durchschnittlich 56 Dollar in die Zukunft dieses gruppen­ basierten RPG, das in einer Milliarde Jahren spielt.

Assassin’s Dad   „Thief“  Warnung: Ab Februar haben es ein paar Langfinger auf ihre nächte abgesehen.  „Zuerst stahl ich, um zu leben. Dann lebte ich, um zu stehlen“, murmelt eine sinistre maskierte Gestalt im neuesten Trailer von „Thief“, wo es ja insgesamt nicht allzu fröhlich zugeht. Das war schon 1998 so, als der erste Teil einer der wichtigsten Serien der Games-Geschichte gemeinsam mit „Metal Gear Solid“ und dem Ninja-Action-Game „Tenchu“ das Stealth-Genre begründete. Man kann also sagen: Ohne „Thief“ gäbe es kein „Assassin’s Creed“ und kein „Splinter Cell“. Ende Februar kommt der lang erwartete vierte Teil der Serie in den Handel. Das Setting ist vertraut: Meisterdieb Garrett möchte sich seinen Lebensunterhalt ergaunern, und zwar möglichst unentdeckt in den dunklen, stickigen Gassen einer mittelalterlichen Stadt. Die atmosphärische Dichte ist auch die große Stärke des ausschließlich in der Ego-Perspektive spielbaren „Thief“. Erhältlich für Xbox One und 360, Playstation 3 und 4 sowie PC.

paul wilson

thiefgame.com

Grimmiger Gauner Garrett

the red bulletin

Brandneu

Banzai

„Clumsy NInja“ macht süchtig

Er sieht aus wie dem Cartoon Network entsprungen. Aber die ultrarealis­ tischen Bewegungen des Ninjas machen es zu einem echten Spaß, den Tollpatsch zu einem genialen Fighter aufzutrainieren, während er nach seiner vermissten Freundin Kira sucht. Game für iPhone und iPad mit ausgesprochen hohem Suchtfaktor.

Project Eternity US-$ 3,97 mio. Ein weiteres fiktionales RPG, stammt von den Entwicklern von „Star Wars“ und „Fallout“.

naturalmotion.com

Papiere, bitte!

strenge Kontrolle im Kalten Krieg Bürokratie als Thema ­eines Games? Geht nicht? Geht. Der Beweis: „Papers, Please“. Als Grenzbeamter eines fiktiven Ostblockstaats hat man die Auf­ gabe, Fehler in Reisedokumenten zu finden und darüber zu entscheiden, wer einreisen darf. Für PC and Mac. Zum Download auf:

dukope.com

Mighty No. 9 US-$ 3,85 mio. Japanischer Roboter-Spaß. Vier Fans zahlten jeweils 10.000 Dollar für ein Abendessen mit Entwickler und „Mega-Man“Designer Keiji Inafune. Allerlei weitere Spiele auf: kickstarter.com

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Action!

Events

White Turf: hochkarätig besetzte Pferderennen auf dem St. Moritzersee

9., 16. und 23. 2., St. Moritz

35.000 Besucher pro Jahr: Auf dem gefrorenen St. Moritzersee kämpfen ­renommierte Jockeys um Siege in Trab- und Galopprennen. Highlights: das spektakuläre Skikjöring, bei dem Skifahrer von Pferden gezogen werden, und der Gübelin 75. Grosser Preis von St. Moritz – mit 150.150 Franken höchstdotiertes Pferderennen der Schweiz. www.whiteturf.ch

17.–19. 1., Lauberhorn

22. 2., Mythen

Mythen Style Men Beim internationalen Freeskiund Snowboard-Contest entscheiden die Rider, ob die Judges sie nach Style oder Technik bewerten sollen. Fan-Bonus: Gratis-Check des Equipments. www.mythenpark.ch

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Wengen Skiweltcup

26. 1., Zürich

Die Lauberhornrennen zählen zu den absoluten Klassikern des alpinen Skiweltcups: 59.000 Fans am Renn­ wochenende, die längste und schnellste aller Abfahrten und jährlich über eine Million SRF-Fernsehzuschauer (bei der Abfahrt). 2012 gewann Beat Feuz in der Köngsdisziplin, 2013 der Südtiroler Christof Innerhofer (Bild). www.lauberhorn.ch

Gross war die Freude der Fans, als sich das Hamburger Hip-Hop-Trio Fettes Brot („Jein“, „Bettina, zieh dir bitte etwas an!“) Ende 2013 mit seinem siebenten Studioalbum zurückmeldete. Im Rahmen ihrer internationalen Tour „3 is ne Party – in concert“ beehren Doktor Renz, König Boris und Björn Beton jetzt auch die Schweiz. Konkret: am 26. 1. im Zürcher Komplex Nº 457. (Bettinas erscheinen bitte bekleidet.) Alle Tour-Termine sowie Tickets auf: www.fettesbrot.de

Fettes Brot live

the red bulletin

swiss-image.ch, definitive arn, imago, Fettes Brot Schallplatten, mike kaufmann, Gerald von Foris, marcweiler.ch, JD-Pictures.com, Samo Vidic/Red Bull Content Pool

White Turf


21.–23. 2., Avocado-Bar, ­Grindelwald

Avocado Bungee Session 2014

25. 1., Maag Halle, Zürich

5.–9. 2., Corvatsch, Silvaplana

Sportfreunde Stiller live

Engadin Snow

„New York, Rio, Rosenheim“, das aktuelle, sechste Album der deutschen Indie-Rocker, schraubte sich in bisher un­ bekannte Verkaufsregionen empor: 10.000 Exemplare allein in der Schweiz! Die SchweizTour 2014 der Sportfreunde Stiller ist entsprechend gut ­besucht – zu Redaktionsschluss waren nur noch Karten für den Zürich-Gig erhältlich. www.sportfreunde-stiller.de

Ein Freeride-Bewerb mit weltweit einzigartigem Format, dem Parallel Freeride Contest: Zwei Teams mit je zwei Ridern befahren gleichzeitig (!) die bis zu 60 Grad steile und mit Freestyle-Elementen gespickte Nordwand des Corvatsch – und das bessere Team ist eine Runde weiter. Unter anderen am Start: Ueli Kestenholz, Matt Annetts und Österreichs Snowboard-Legende Flo Orley. www.engadinsnow.com

Save the Date Wo demnächst Noch unverzichtbares Los ist

16

Donnerstag

Europacup im Bob und Skeleton Europas beste Bob- und Skeleton­athleten messen sich auf dem Oympia Bob Run St. MoritzCelerina, der einzigen NatureisBobbahn der Welt. 13.–19. 1., St. MoritzCelerina

Freestylen der etwas anderen Art in dem zum Funpark umfunktionierten Hinterhof der Avocado-Bar in Grindelwald: Snowboarder beschleunigen mit Hilfe eines um einen Baum gespannten Bungee-Seils und schnellen über die Kicker, ­Corner, Rails und Boxes. Mit­ machen ist umsonst; es gibt zwei Kategorien: Open’s Comp und Legend’s Session. www.avocadobar.com Quali-Runden: 26. 1., 1. 2. und 8. 2.; Finalturnier: 15. 2., Davos

Red Bull Open Ice Keine Bande, kein Schiedsrichter – nur Natureis, Wind, Sonne und eine Holzkiste als Tor: Red Bull Open Ice lädt zum Eishockey in seiner ursprünglichsten Form. Gespielt wird auf einem Kleinfeld, vier gegen vier, ohne Torhüter. In den Quali-Runden in Chur, Schwarzsee und Crans-Montana qualifizieren sich die besten Teams fürs Final­ turnier in Davos. Mitmachen darf jeder. www.redbullopenice.com

25 samstag

Royal Arena Indoor Festival Premiere der I­ ndoor-Ausgabe des wichtigsten Schweizer HipHop-Festivals mit Stars wie IAM, Evidence & Alchemist, DJ Wiz u. v. a. 25. 1., Komplex 457, Zürich

6

sonntag

25. 1., Komplex 457, Zürich; 26. 1., Casino de Montbenon, Lausanne

Red Bull BC One Startschuss der nationalen Qualifikation zum Red Bull BC One, der inoffiziellen Breakdance-WM. Im Rahmen des Royal Arena Indoor Festivals (Zürich) sowie des Festivals Au-delà des préjugés (Lausanne) findet je ein Red Bull BC One City Cypher statt, ein Qualifier-Bewerb. Der besondere Anreiz: Sie werden nicht als Invitational durchgeführt, sondern bieten allen Schweizer B-Boys und B-Girls die Chance, teilzunehmen und sich so für den Schweizer Final zu qualifizieren. www.redbull.ch/bcone

the red bulletin

Germaine Richier Der bedeutenden französischen Bildhauerin Germaine Richier († 1959) widmet das Kunstmuseum Bern eine ­umfangreiche Retro­spektive. Bis 6. 4., Kunstmuseum Bern

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Action!

TV-Highlights

M ust See

Volles Programm

Helden auf Ihrem Bildschirm

das red bull tv-fenster bei servus-tv

Alle Winter wieder – in Monte Carlo starten die welt­ besten Rallye-Fahrer in die neue Saison.

GAME QUEST

ART OF FLIGHT Snowboarder ­ ravis Rice macht T sich auf die Suche nach den besten Spots der Welt – abseits der Piste. 18. 1., 10.30 Uhr Montag, 20. 1., 23.00 Uhr

WRC-Saisonstart: Monte Carlo

Die Rallye Monte Carlo ist auch 2014 der erste Stopp der neuen WRC-Saison. Hier stehen an drei Tagen mehr als 460 Kilometer auf dem Programm, wobei die nächtliche Sonderprüfung auf dem Col de Turini den Höhepunkt dieser spektakulären Rallye darstellt. Welche Fahrer und Teams sich am besten auf die schwierigen Umstände einstellen konnten und wie sie in die neue Saison starteten, sehen Sie in unserer exklusiven Zusammenfassung.

FACEBOOK STORY Sonntag, 2. 2., 16.40 Uhr

Red Bull Crashed Ice 2014 – Helsinki Mittwoch, 15. 1., 21.15 Uhr

Mittwoch, 22. 1., 21.15 Uhr

Der Lava auf der Spur

One Way Astronaut

Ein Wissenschaftler-Team versucht die Geheimnisse des Mount Nyiragongo, ­eines aktiven Vulkans im Kongo, zu ergründen.

Bewegende Dokumentation über vier Astronauten, die die Erde verlassen wollen, um ein neues Leben auf dem Mars zu beginnen.

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Samstag, 25. 1., 11.30 Uhr

Freeride World Tour ’14 Nach dem Erfolg vom letzten Jahr fällt im Schweizer Zermatt der Startschuss für die nächste Swatch Freeride World Tour.

Unsere Helden auf Kufen sind zurück im Eiskanal und starten in die bereits 14. Red Bull Crashed Ice-Saison. Gleich der erste Stopp in Finnlands Metropole Helsinki sollte zeigen, ob der aktuelle Champion, der Schweizer Derek Wedge, seinen Titel verteidigen kann. Vor allem die Croxall-Brüder Kyle und Scott (CAN) werden ihm auch in dieser Saison wieder dicht auf den Fersen sein.

Zum 10. Jahrestag blicken wir hinter die Kulissen von Mark Zuckerbergs Imperium. 5. 2., 21.15 Uhr

Sie finden ServusTV mit dem Red Bull TV-Fenster nicht auf Ihrem Fernsehgerät? Rat und Hilfe zum Nulltarif unter

0800 100 30 70 the red bulletin

Volkswagen Motorsport/Red Bull Content Pool, Thomas Senf/Red Bull Content Pool, Tetteroo Media, Christian Pondella/Red Bull content pool, Andreas Schaad/Red Bull Content Pool, ManaMedia Group, Cameron Baird / Red Bull Content Pool, REUTERS

Die Firma Bongfish bekommt die Chance ihres Lebens – ein Videospiel für Red Bull zu entwickeln. 11. 1., 09.05 Uhr


p ro m ot i o n

Must-haves!

U  niversal-Fernbedienung in FuSSballform Mit der Universal-Fernbedienung in Fußballform wird das Heimspiel zum puren Klick­ vergnügen. Die Fernbedienung sieht einem Fußball zum Verwechseln ähnlich und verfügt über die gängigen Funktionen einer herkömmlichen Fernbedienung. Die Fernbedienung ist mit flauschigem Material umhüllt und kann somit auch beim Umherwerfen nicht kaputtgehen. Eine Geschenkidee für alle Fußballfreunde! Verkaufspreis: CHF 29.95 1

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2 J  ones Ultracraft Das Ultracraft Split ist das Highlight von Jones Snowboards. Mit dem Fish-Shape des Hovercraft und einer starken Gewichtsreduktion ist das Ultracraft Split das ultimative Gerät, um auch weite Abenteuer zu genießen und die anspruchsvollsten Lines zu meistern. Es handelt sich um das leichteste Splitboard auf dem Markt. Bei den Materialien wurden nur die leichtesten und stabilsten ausgewählt, um die gewünschte High Performance zu erreichen. Eine weitere Besonderheit an dem Jones Ultracraft ist die Tatsache, dass es aus zwei einzelnen „Skiern“ gebaut und im Nachhinein zusammengefügt wird. Verkaufspreis: CHF 1'599.–

www.sk8shop.ch 3 VERLEI HT DEINEM LAUF FLÜÜÜGEL Der On Cloudsurfer ist leicht, agil und verwandelt Laufenergie in Vorwärtsbewegung, sowohl im Training als auch bei Wettkämpfen. Die einzigartige CloudTec-Gummi­ mischung ist für äusserst geringen Abrieb und eine längere Lebensdauer optimiert. Dieser Laufschuh bringt zusammen, was bei herkömmlichen Laufschuhen nicht zusammen­geht: weich landen wie auf Sand, kraftvoll abstossen wie auf der Rennbahn. Farbkombination: Sky/Mandarin Verkaufspreis: CHF 250.–

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www.on-running.com 4 N  itro Phantom-Bindung Die Phantom ist unsere Highend-Pro-Bindung. Die neu profilierten, asymmetrischen Ergo Cut Ankles Straps bieten dir maximalen Komfort und Support. Egal ob beim Landen oder in der Luft, durch ihre Leichtbauweise und ihr unglaubliches Fahrgefühl ist die Phantom die beliebteste Bindung unserer Teamrider. Wenn du sie einmal unter den Füßen hattest, wirst du nie mehr etwas anderes fahren wollen! Verkaufspreis: CHF 349.–

4

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Fernauslöser für iPhone-Kamera Dank dem Fernauslöser für die iPhoneKamera können unter Verwendung von ­Bluetooth und der entsprechenden App ­Fotos mit Selbstauslöser gemacht werden. Einfach Kamera an gewünschter Stelle ­platzieren, sich vor der Kamera aufstellen und die Kamera per Fernbedienung aus­ lösen. Der Fernauslöser funktioniert bis zu 5 Meter direkt auf Knopfdruck. Kompatibel ab dem iOS 6.0. Verkaufspreis: CHF 32.95 5

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www.radbag.ch


Magic Moment

24. November 2013 Was Mark Webber nach seinem 217. und letzten F1-Grand-Prix in der Auslaufrunde in Brasilien tat, wird üblicherweise ­rigoros bestraft. Für den Aus­tralier, der in die Langstrecken-WM wechselt, war es die beste Möglichkeit, seine Abschieds­ tränen dem Fahrtwind in die Schuhe zu schieben.

„Es tat gut, den Helm abzunehmen und alle zu sehen – die Fans und die Marshals.“

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 11. Februar 2014. 98



the red bulletin

Getty Images

Mark Webber


WIR LAUFEN FÜR ALLE, DIE NICHT LAUFEN KÖNNEN. AM SELBEN TAG. ZUR SELBEN ZEIT. AUF DER GANZEN WELT. 4. MAI 2014, 12:00 UHR

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