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ÖSTERREICH

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

DIE REINE FREUDE GREGOR SCHLIERENZAUER IST STÄRKER DENN JE ZUVOR. ALS MENSCH. UND VIELLEICHT AUCH ALS SKISPRINGER.

JÄNNER 2018 € 3,50


CONTRIBUTORS

EDITORIAL

Jork Weismann

Bei unserem Covershooting wartete auf den Fashionfotografen mit Gregor Schlierenzauer ein Ausnahme-Skispringer und begeisterter Hobbyfotograf. „Natürlich wurde da fachgesimpelt. Gregor war sehr interessiert“, erzählt der Wahl-Wiener, dem der ÖSV-Adler mangelnde Beweglichkeit fürs Skispringen attestierte. Die braucht er hinter der Linse zum Glück nur bedingt. SEITE 34

Alex Lisetz

Der freie Journalist wusste schon als Wiener Urlauberkind, woran man die mutigsten Menschen der Welt erkennt: Sie trauten sich, in Millstatt vom 16 Meter hohen Sprungturm zu springen. Nun traf er die Millstätterin Anna Gasser. Und erfuhr: Die Snowboarderin übte an besagtem Turm schon mit zwölf Saltos. Klar, dass WM- und X-GamesTitel da nur noch Formsache waren. SEITE 4 4

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So haben wir den Überflieger der Nation noch nie gesehen: zweifelnd, verwundbar, motivationslos. „Weitergehen“, die neue TV-Dokumentation über Gregor Schlierenzauer, zeigt einen jungen Mann, der lernen muss, zu akzeptieren, dass es einem auch mal richtig besch***en gehen darf darf. Und der aus dieser Akzeptanz die Kraft zieht, aus der bis dahin schwierigsten Phase seines Leben reifer und damit auch stärker denn je zuvor hervorzugehen. Wie Gregor Schlierenzauer diesen Wandel schaffte, schildert er in sehr offenen Antworten ab Seite 34. (Eines vorweg: Es hat etwas mit Liebe zu tun.) Liebe zu ihrem Sport empfindet auch Österreichs Sportlerin des Jahres 2017, Anna Gasser. Ihr Tipp für Karriere-Interessierte (und nicht nur für die): „Tu, worauf du Lust hast.“ Bei Anna war das übrigens zunächst gar nicht Snowboarden, sondern Turnen, wie wir ab Seite 44 erfahren. Unerschöpflich begeisterungsfähig ist auch Arnold Schwarzenegger: als Bodybuilder, Geschäftsmann, Hollywoodstar, Politiker – und nun als glühender Umweltaktivist, dabei noch lange nicht am Ende seiner Reise angelangt, nachzulesen ab Seite 24. Viel Spaß mit dieser Ausgabe! Die Redaktion

THE RED BULLETIN

JORK WEISMANN (COVER)

Liebe und Leidenschaft


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INHALT Jänner

BULLEVARD

Life and Style Abseits des Alltäglichen 10 John Boyega, „Star Wars“-Held

und Paintball-Meister

12 Jaguar E-Type Zero:

Wiedergeburt eines Klassikers

14 Guillermo del Toros Tequila 16 Das derzeit spektakulärste

Triathlon-Bike der Welt

18 Der Pantauro-Kalender 2018 20 Bass-Legende Bootsy Collins:

wie Funk das Leben verändert

22 Luxus-Survival-Kit:

So überlebst du mit Stil.

GUIDE

Get it. Do it. See it. 68 Destination Red Bull: Reisen

abseits des Alltäglichen

72 Uhren: Es muss nicht

immer alles rund laufen.

74 Highlights auf Red Bull TV 76 ORGANICS by Red Bull-

Suchspiel

78 Top-Termine in diesem Monat 80 Winter-Special: die beste Aus-

rüstung, die coolsten Events

96 Impressum

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ARNOLD SCHWARZENEGGER

„Terminator“ auf Umweltmission. Wie er die Welt retten will und wieso es nicht auf die Größe ankommt.

44 ANNA GASSER

Die SnowboardWeltmeisterin spricht über ihre Vergangenheit als Turnerin – und Schulschwänzerin.

THE RED BULLETIN

ROBERT ASCROFT, FLAVIEN DUHAMEL/RED BULL CONTENT POOL, MARKUS BERGER

98 Das Action-Foto des Monats


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DAKAR-REISEFÜHRER

15 Tage, 14 Etappen, drei Länder. Wir verraten, was du entlang der Rallye-Strecke in Peru, Bolivien und Argentinien machen (und essen) solltest.

FEATURES

24 Schwarzenegger 5.0

Vom Bodybuilder aus Thal zum weltweit anerkannten Umweltaktivisten: Arnold Schwarzenegger gewährt Einblicke, wie man in jeder Profession Erfolg hat.

34 Gregor Schlierenzauer

Wenn eine Formkrise zur Sinnkrise wird. Der SkisprungStar im intimen Gespräch über Verwundbarkeit als Stärke und das Verhältnis von Gefühl und Verstand.

44 „Tu, was du willst!“

Freestyle im wahrsten Sinne des Wortes. SnowboardQueen Anna Gasser im Interview über ihr Erfolgsrezept, 50 Prozent Fehlstunden und Monate in zugigen Hütten.

50 Dakar-Travel-Guide

Die härteste Rallye der Welt ist auch für Zuseher herausfordernd. Mit diesen Infos bist du perfekt vorbereitet.

60 Höher, schneller, fitter

Wie sich die Medaillenanwärter Julian Eberhard, Philipp Orter und Benjamin Karl auf Olympia vorbereitet haben und was du von ihrem Training lernen kannst.

THE RED BULLETIN

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BEFLU¨U¨U¨GELT DURCH DEN WINTER. DIE WINTER EDITION VON RED BULL.

BELEBT GEIST UND KÖRPER®.


BULLEVARD LIFE

&

STYLE

BEYOND

THE

ORDINARY

„Star Wars“-Star John Boyega über seine Visionen und dass er in Paintball-Battles unbesiegbar ist

SHAMIL TANNA

JOHN BOYEGA DIESER MANN HAT EINEN PLAN SEITE 10

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BULLEVARD

John Boyega … … ist gerade mal 25, hebt ab mit „Star Wars“ und „Detroit“, pfeift auf Jachten und Villen und will vor allem eines: bitte nicht von kleinen Farbkugeln getroffen werden.

„HEY, ICH BIN EIN PAINTBALL-KILLER“ T

he red bulletin: Mit „Star Wars“ haben Sie das große Los gezogen. Was machen Sie eigentlich mit dem ganzen Geld? john boyega: Ich investiere es in meine Produktionsfirma. Keine Jachten, keine schicken Villen … Nein. Ich habe einen Master Master­ plan. Das heißt, ich will eine Karriere, die für sich selbst spricht, indem ich die richtigen Entscheidungen treffe. Dafür brauche ich kreative Freiheit, und die kriege ich nur, wenn ich mir mein eigenes Basis­ lager schaffe. Was für Entscheidungen schweben Ihnen vor? Ich will mit meinen Filmen ethnische Vielfalt promoten, und ich bin sehr stolz, dass der erste Film meiner Firma mit Schauspielern verschiedenster Ethnien besetzt ist. Mein Traum ist es, alle möglichen Menschen einzubeziehen und Geschichten aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen. Mir ist es auch wichtig, dass meine Filme lange Bestand haben. Das Thrillerdrama „Detroit“ (Regie: Kathryn Bigelow; Anm.) zum Beispiel wird der größte Film meiner Karriere sein, denn er wird eine gigan­ tische kulturelle Wirkung haben. Die Leute werden den noch ihren Kindern zeigen. Verschwenden Sie je einen Gedanken an die Möglichkeit des Scheiterns?

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Scheitern gehört zum Rezept für Erfolg. Es motiviert mich. Scheitern bedeutet: Es gibt einen anderen Weg, eine andere Taktik, um an eine Sache heranzugehen. Wenn die Menschen nicht jeden Tag rausgehen und scheitern würden, hätten wir nicht die Gesellschaft von heute. Abgesehen von der Schauspielerei haben Sie angeblich noch eine andere Passion – Paintball. Ich bin ein Killer beim Paint­ ball. Wollen wir das mal rich­ tig definieren. Was macht Sie zum Killer? Ich bin ein Strategie­Fan. Beim letzten Spiel sagte ich den Jungs, dass sie schon einen Tag vorher da sein soll­ ten, damit wir genau planen können, wie wir vorgehen. Bei einigen der Spiele weißt du, mit welchem Team du’s zu tun hast. Und so kann ich kalku­ lieren: Das wird unser Gegner tun. Und so kriegen wir ihn. Haben Sie beim letzten Mal gewonnen? Was ist das für eine Frage? Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht beim Paint­ ball verloren. www.starwars.com

John Boyega, 25, „Star Wars“-Star, Filmvisionär, Paintball-Killer THE RED BULLETIN


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SHAMIL TANNA

RÜDIGER STURM


BULLEVARD

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Ganz oben: Sieht auch unter der Motorhaube vertraut aus. Nur an den Sound (vielmehr: dessen Fehlen) muss man sich gewöhnen. Oben: Die Modernisierung sieht man dem digitalisierten Armaturenbrett erst auf den zweiten Blick an, und das ist gut so.

E-Type Zero Das laut Enzo Ferrari „schönste Auto der Welt“ ist ein Jaguar. Der erlebt jetzt seine Wiedergeburt als Elektroauto.

KLASSIKER RELOADED THE RED BULLETIN

TOM GUISE

Jaguar Land Rover Classic), sogar gedrosselt. Bevor du jedoch zu einer Spritztour in die Alpen auf aufbrichst, vergiss nicht, dass die 40-kWh-Batterie für kaum mehr als 270 Kilometer standesgemäße Fahrt reicht und der Akku erst nach sechs Stunden wieder vollständig aufgeladen ist. Der Zero ist übrigens nur der Anfang eines größeren Plans. „Wir können diese Technologie für alle klassischen Jaguars mit XK-Motor nutzen“, betont Tim Hannig. „Wir wollen die Oldtimer für die Zukunft rüsten.“ Das ist auch insofern von Bedeutung, als Jaguar alle Modelle mit bloßem Verbrennungsmotor bis 2020 auslaufen lässt. Schließlich ist, wie Coco Chanel schon so schön sagte, „Lebenskunst die Kunst des richtigen Weglassens“. jaguar.com

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ode vergeht, Stil bleibt“, postulierte Coco Chanel einst treffend. Kaum auszudenken, was die legendäre Designerin heute über die fantasielos alltagstauglichen Smart EVs und Teslas sagen würde. Doch zum Glück hat jetzt Jaguar den E-Type, sein wohl berühmtestes Modell, als Elektroauto wiederauf wiederauferstehen lassen. Von außen sieht der E-Type Zero genauso aus wie ein 1.5 E-Type Roadster von 1968 – aus einem recht einfachen Grund: Jaguar Land Rover hat die gleiche Karosserie wie damals verwendet. (Es ist also tatsächlich möglich, einen Standard-Verbrennungsmotor einzubauen, falls man verrückt genug ist.) Unter der nostalgischen Haube schlägt nun das Herz der Zukunft: Den originalen XK-Sechszylinder (mit 3,8 oder 4,2 Liter Hubraum) ersetzte man durch einen 220-kW-Elek 220-kW-Elektromotor. Mit 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h unterbietet er seinen benzinfressenden Ahnen um rund eine Sekunde. Was angesichts der technischen Daten nicht überrascht: Der neue Motor macht das Auto um 46 Kilogramm leichter und leistet mit 300 PS um elf Prozent mehr als das Original mit seinen 269 PS. Und der E-Type Reborn hat durchaus das Potential, noch flinker zu werden. Die Leistung wurde, „um das optimale Fahrerlebnis zu schaffen“ (Tim Hannig, Direktor von


Aus heutiger Perspektive besitzt das „E“ im originalen E-Type etwas Prophetisches.

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wie Blut durch die Adern mei­ nes Landes, und Jalisco (der ‚Tequila-Bundesstaat‘; Anm.) steht für die Einheit zwischen dem Geist und der Erde, die Zeit und Tradition überdauert haben“, sagt del Toro. „Eine Quelle des Stolzes, die unsere Wurzeln bildet und uns prägt.“ Wer die Flasche (Preis: 550 €) öffnet, erlebt eine überwältigende Geschmacks­ melange, dem Reifeprozess in Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche ge­ schuldet. Doch Guillermo del Toro hat seiner Kreation auch einen gelinden Hauch von Okkultismus verpasst: In der Verpackung lassen sich zwei Kerzen unterbringen. Mit diesem Altar, der beim Öffnen entsteht, soll sowohl dem Tequila als auch der mexika­ nischen Tradition gehuldigt werden. Übrigens ist der Tequila früher dran als Regis­ seur del Toro: Die Flasche ist bereits seit Wochen zu haben, sein neuester Film „The Shape of Water“ kam erst am 16. Februar 2018 in die Kinos. www.patrontequila.com

Unvergleichlicher Schnaps, umwölkt von einem Hauch Grauen, mit besonderer Liebe zu Mexiko produziert. Maßgeblich beteiligt: Cineast Guillermo del Toro.

EIN TEQUILA ZUM STERBEN 14

Die Schachtel birgt zwei Flaschen: eine voll von Tequila, die andere mit Likör aus Zitrusfrüchten. Nach dem Öffnen wird die Schachtel zum Altar: Guillermo del Toro wollte seiner limitierten Auflage einen Schuss Mystik verleihen.

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COURTESY OF TEQUILA PATRÓN

Jenseitiges Elixier

as macht Guil­ lermo del Toro, wenn er als Regisseur nicht gerade einen seiner märchenhaften Filme dreht? Tequila. Der in Guada­ lajara geborene del Toro hat dieses Jahr mit den Meistern von Patrón Tequila eine Son­ deredition des typisch mexika­ nischen Getränks kreiert. Als „Patrón × Guillermo del Toro“ ist dieser Tequila nicht bloß Genuss für alle Liebhaber flüssiger Delikatessen, sondern auch fürs Auge jener, welche Flaschen nach der Verpackung kaufen. Das rührt daher, dass der Regisseur, Schöpfer der Filme „Pans Labyrinth“ (2006) oder „The Shape of Water“ (2017), an der Gestaltung der Schachtel sowie an den Illus­ trationen im Inneren der Box mitgewirkt hat. „Tequila fließt

ALEJANDRO SERRANO

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ZEIT, HIRN, MASCHINE

LAUFRÄDER

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ie kanadische Rennrad-Manufaktur Cervélo hat in ihrer erst knapp über 20-jährigen Geschichte alles gewonnen, was man gewinnen kann: Tour de France, Giro d’Italia, WM-Titel. Ihre eigentlichen Wurzeln liegen jedoch im Triathlon. In diesem hochkomplexen Sport, wo beim Material jeder Millimeter und jedes Gramm zählen, lassen sich Revolutionen anzetteln, die später die gesamte Fahr Fahrradbranche erfassen. Cervélo hat 1996 den ersten Carbonrahmen mit einem Gewicht von unter einem Kilo gebaut

und damit die Industrie vor den Kopf gestoßen. Aerodynamik, Fahrkomfort, Integration der Komponenten: Das Team rund um die Firmengründer Gerard Vroomen und Phil White war immer ganz vorn. Wie viel Hirn in der jüngsten Entwicklung P5x steckt, lohnt eine genauere Betrachtung. Apropos Hirn: Der Firmenname ist eine Kombination aus cervello, italienisch für Gehirn, und dem französischen vélo (Fahrrad). Passend! www.cervelo.com

Das 1711 Gramm leichte, aero­ dynamisch optimierte Carbon­ Duo ist speziell für die Verwen­ dung mit Scheibenbremsen konstruiert und gilt als derezeit schnellstes Laufrad am Markt.

SITZEINHEIT

Die tropfenförmige Sattelstütze lässt sich in Modulen kürzen und hat zwei Ebenen, auf denen der Sattel justiert werden kann. Plus: integrierter Flaschenhalter.

UNTERROHR

LENKEINHEIT

SCHALTUNG

TRETLAGER

GEPÄCKRAUM

BREMSEN

Eine elektrische Schaltung (hier die Red eTap von SRAM) funktio­ niert nicht nur präziser und leiser als eine mit Seilzügen, sie spart wegen geringerer Bedienkräfte auch Energie.

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Um möglichst viel Kraft in den Vortrieb zu bringen, ist die linke Seite um 11 Millimeter breiter als die rechte. Ausgelegt für Kurbeln mit Powermeter, die die Kraft des Athleten messen.

Die Fasern der Carbonstruktur sind penibel gemäß den auf­ tretenden Belastungen aus­ gerichtet, Vorderrad und Trink­ flasche aerodynamisch in die Tropfenform integriert.

Gerade im Training brauchen Triathleten Platz. Das P5x inte­ griert Trinksystem und Stau­ raum für Regenjacke, Werkzeug und Nahrung schlüssig an drei Positionen des Rahmens.

Die einzelnen Teile lassen sich nicht nur millimetergenau ver­ stellen, sondern auch beidseitig verwenden – dann mit unter­ schiedlichen Winkeln. Dazu: integrierte Kabelführung.

Der Scheibenbremse gehört auch im Triathlon die Zukunft. Aerodynamisch integriert und dank echter Achsen stabiler als die alten Schnellspanner­ Lösungen. THE RED BULLETIN

WERNER JESSNER

Zwischen Fahrrad und Fetisch: Das ist die Technik des so spekta­ kulären wie schnellen Cervélo P5x.

CERVÉLO

Triathlon-Bike


ABENTEUER beginnt hier

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Momentaufnahmen Gute Reise durch 2018: Zwölf Geschichten sind die Boote, auf denen wir losfahren.

IMMER DIE WAND ENTLANG alenderblätter bringen bunte Ordnung ins Leben – und nehmen dabei keinerlei Rücksicht auf unsere Sehnsucht. Es ist erstaunlich, was speziell die zwölf Blätter des Pantauro-Kalenders 2018 mit uns anstellen, auch weil sie mit nur jeweils einem Bild fabelhafte Geschichten erzählen. Etwa die von Snowboarder Travis Rice, der als Mastermind seines verblüffenden Films „The Fourth Phase“ auch nach Kamtschatka reiste. Vom Standpunkt der Zivilisation aus betrachtet, liegt diese russische Halbinsel beinahe auf dem Mond, tatsächlich aber am östlichen Ende Russlands, kurz vor dem Beginn Alaskas, besiedelt von Geysiren und Braunbären. Um die bloß eine Handvoll Sekunden im Film zu realisieren, harrten Rice und seine Begleiter Greg Wheeler und Eric Jackson vier Wochen in einer winzigen Hütte aus, mit einem feuer- und lavaspeienden Vulkan als schreck schrecklich-schöner Kulisse, weil Sturm, Schnee, Eis und Nebel andere Pläne hatten. Eine Übung in Demut, die Rice durchaus nicht fremd ist, schließlich war „The Fourth Phase“ bereits sein dritter Kinofilm mit dem Hauptdarsteller Snowboarden, nach „That’s It, That’s All“ und „The Art of Flight“. In diesen Filmen ging es stets um das Erwartenkönnen des entscheidenden Moments, so Rice: „Alles hängt vom richtigen Licht ab – dein Timing muss perfekt sein, weil es immer nur winzige Zeitfenster gibt, in denen du bei

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Premiere für Travis Rice: Für seinen dritten Kinofilm hinterließ er seine charakterischen Spuren im Schnee von Kamtschatka.

LUKAS PILZ/RED BULL CONTENT POOL, SCOTT SERFAS/RED BULL CONTENT POOL ROBERT SPERL

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bestmöglichen Bedingungen drehen kannst.“ Kurz bevor die russische Einsamkeit die Geduld von Travis und seinem Team auf aufgezehrt hatte, zeigte sich das Wetter gnädig – und erlaubte das Befahren der bis dahin von Snowboardern unberühr unberührten Hänge. Ein Erlebnis, das Travis Rice’ Demut recht gab: „Schließlich bewegen wir uns in einem Umfeld, in dem du das Ergebnis nicht vorausahnen kannst – der Natur.“ www.pantauro.com

Beyond the Ordinary 2018: Der Pantauro-Kalender versammelt Aufnahmen der besten Sportfotografen der Welt.

THE RED BULLETIN


BULLEVARD

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Bootsy Collins Alte Mission, neues Album: Die BassLegende erklärt, warum wir alle mehr Funk im Leben brauchen und wie James Brown ihn zum Meistermusiker machte.

„MEIN BASS MUTIERTE ZUR SCHLANGE“ 20

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eine Sternbrille und die groovigen Bassläufe sind Kult, er selbst gilt als Vater der Funkmusik. Mit 18 spielte Bootsy Collins in James Browns Band, danach machte er sich als Mastermind der durchgeknallten SpaceCombo Parliament-Funkadelic unsterblich. Hier erklärt der 66-Jährige, wie der Funk dein Leben verbessert. the red bulletin: Mit Ihrer neuen Platte wollen Sie uns den Funk nahebringen … bootsy collins: Weil Funk eine Lebenshaltung ist! Kernaussage: Nimm, was du hast,

THE RED BULLETIN

DAVID CARLO

Mit seinem Funk-Vibe hat Collins Superstars von Dr. Dre bis zu den Red Hot Chili Peppers beeinflusst.

und mach das Beste daraus. Am Anfang meiner Karriere konnte ich mir keinen Bass leisten – also spannte ich Basssaiten auf meine Gitarre. Wie kriege ich mehr Funk in mein eigenes Leben? Mach etwas aus nichts. Und sei spontan! Niemand sagt zu einer Frau: „Lass uns um 19 Uhr Sex haben!“, oder? Das würde die Spannung rauben. James Brown holte Sie als Teenager in seine Band. Was haben Sie von ihm gelernt? Er war sehr streng. Nach jeder Show sagte er, dass wir nicht gut genug seien. Selbst wenn wir wussten, dass wir das Haus gerockt hatten. Klingt eher demotivierend. Er zwang uns in elegante Anzüge und feine Schuhe. Dabei wollten wir ausflippen, jung sein. Einmal hatte ich seine Standpauken so satt, dass ich vor dem Konzert Drogen nahm. Ich war so high, dass mein Bass sich in eine Schlange verwandelte. Browns Reaktion? Er dachte, seine Erziehungsmethoden hätten versagt. Dabei war das Gegenteil der Fall. Was mir damals nicht klar war: Je öfter er uns kritisierte, desto härter übten wir. Um es ihm zu zeigen. bootsycollins.com

FLORIAN OBKIRCHER

Im Oktober brachte Bootsy Collins „World Wide Funk“ heraus, sein erstes Album seit sechs Jahren.


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Überleben im Luxus Keine Angst mehr vor Katastrophen: Hier kommt der James Bond unter den Survival Kits.

HAPPY END 22

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luten, Brände, Stür Stürme, Scharmützel, Asteroideneinschläge … das Angebot potentieller Desaster ist üppiger denn je. Bloß das nackte Überleben zu sichern hat den Ehrgeiz der Entwickler der ultra-luxuriösen SurvivalTasche Prepster Black dennoch nicht ausreichend gereizt. Sie meinten: Überleben sollte man stets mit Stil. Die Tasche enthält alles, was zwei Menschen benötigen, um mindestens 72 Stunden zu überleben: Proviant, Strom, Unterkunft, Funkgeräte. Die Hülle? Eine edle handgefer handgefertigte Ledertasche. Es gibt so-

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gar einen Kaviarkühler (samt Löffeln, doch ohne Kaviar), Leckereien wie Mast-BrothersSchokolade, Malin+GoetzGebetskerze, Kusmi-Tee und ein Backgammon-Set. Wieso sollte es beim Weltuntergang nicht kultiviert zugehen? Mit rund 4300 Euro ist die Tasche kein ausgesprochenes Schnäppchen, aber allzu viel vernünftige Verwendung wirst du für deine Kohle nach der nächsten globalen Katastrophe ohnehin nicht haben. preppi.co

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1. Solarmodul 2. Regenponchos 3. Ladegerät und USB-Kabel 4. Handschuhe 5. Schlafsäcke 6. Kaviarkühler und Servier-Set 7. GPS Satelliten-Messenger/ Notfunkbake 8. Taschenlampe 9. Allzweck-Seil 10. Leatherman Multitool 11. Fisher Astronautenstift 12. sturmfeste Streichhölzer 13 LED-Taschenlampe 14. Solar- und handbetriebenes Radio 15. Poker-Set 16. Notizbuch 17. Wasserbehälter 18. Verbandskasten 19. Gebetskerze 20. Schokolade 21. Handdesinfektionsmittel 22. Tee 23. Zahnpasta 24. Zahnbürste. Nicht im Bild u. a.: Zelt, LEDStirnband, Wasserfilter, Flachmann, Backgammon-Set, Nachtsichtbrille, Solarlampe THE RED BULLETIN


„Danke IMMUN SPORT®! Mein Immunsystem ist stark wie nie zuvor.“ Christian Walder, ÖSV-Skirennläufer

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„ICH HABE GELERNT

UND GELERNT Text: Rüdiger Sturm Fotos: Robert Ascroft 24

Er war Bodybuilder und Geschäftsmann, Filmschauspieler und Politiker. So ernst Arnold Schwarzenegger diese Jobs auch genommen hat: Er hat mit ihnen bloß Erfahrungen gesammelt für sein fünftes Leben als Umweltaktivist. Nun will er die Welt retten, ohne Wenn und Aber.

UND GELERNT“


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otel Majestic, Cannes. Arnold Schwarzenegger tritt auf und füllt die Suite, mit einem Schlag. Längst geht es nicht mehr um seine immer noch imponierende Physis. Wie sagt er später im Interview zum Thema Autos: „Es ist keine Frage der Größe, sondern des Motors.“ In seinem Fall ist der innere Antrieb eine Mischung aus zähem Optimismus und überwältigender Leidenschaft.


Dieser Motor befindet sich allerdings auch im permanenten Overdrive. Sobald Schwarzenegger einmal beschleunigt hat, lässt er sich nur schwer wieder einholen. Ein zusätzliches Telefoninterview, das einige Themen vertiefen soll, ist nicht so einfach zu arrangieren. Als der Termin letztlich steht, wird er in letzter Minute auf unbestimmt verschoben: Der Mann der vielen Karrieren – Bodybuilder/Filmstar/ Geschäftsmann/Politiker/Aktivist – steckt in einem Mahlstrom an Meetings fest. Ein Assistent nach dem anderen übernimmt bemüht das Staffelholz – und plötzlich, eines Abends, aus dem Nichts heraus der Anruf: Mr. Schwarzenegger steht zur Ver Ver­ fügung. Jetzt. In der Sekunde. Und dann startet der Siebzigjährige voller Energie – und tut das mit solchem Eifer, dass er am Ende über den ursprünglich vereinbarten Schlusspunkt hinausschießt. the red bulletin: In Cannes scheint die Sonne, und auch Sie strahlen über das ganze Gesicht. Ein spezieller Grund? arnold schwarzenegger: Ich habe heute schon Gewichte gestemmt. Danach fühle ich mich immer gut. Abgesehen davon war ich schon immer positiv drauf. Es gab nie einen Grund, warum ich das nicht hätte sein sollen.

Arnold Schwarzenegger, 70, verleiht als Umweltaktivist der Gefahr des Klimawandels ein Gesicht: „Es geht um unser Überleben als Menschheit.“

„EINER MEINER GRUNDSÄTZE WAR STETS: GIB IMMER 100 PROZENT.“ Arnold Schwarzenegger über seine ersten Jahre in den USA

Keine Zeit in Ihrem Leben, wo Sie Grund für schlechte Laune hatten? Nun, als ich in Thal (in Schwarzeneggers Heimat Steiermark; Anm.) aufwuchs, da schrieben mir meine Eltern immer die Sachen vor, die ich tun sollte: Geh heute in die Schule, geh in die Arbeit, hack Holz und so weiter. Aber mit fünfzehn habe ich dann meine persönliche Leidenschaft entdeckt. Ich habe am Thalersee Athleten getroffen, die dort trainierten, habe ge­ sehen, wie sie an den Ästen der Bäume Klimmzüge machten, wie sie boxten, Gewichte stemmten. Durch sie kam ich zum örtlichen Gewichtheberklub, der Athletik Union Graz. Zu der Zeit wollte ich unbedingt muskulös und stark sein. Ich wollte gewinnen, wollte einzigartig sein. Das klingt ein bisschen nach pubertärem Traum. Was war genau Ihr Plan? An den Wänden meines Zimmers klebten die Poster aller Athleten, die ich verehrte. Das war insbesondere der Bodybuilder Reg Park, dessen Geschichte ich in einem Magazin gelesen hatte: Wie er trainierte, wie er zuerst britischer, dann europäi­ scher Champion wurde und zuletzt Mr. Universe. Wie er in die Staaten ging, fürs Kino entdeckt wurde und dann im Film den Hercules spielte. Mir war klar: Das wollte ich auch. Das war der Bauplan für mein Leben. Als ich das erkannte, war ich richtig high. Die ganze Zeit lief ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht herum. Die Leute verstanden nicht, warum. Aber ich wusste genau, welchen Weg ich ein­ schlagen musste. Wenige dürften erwartet haben, dass Sie auch am Ziel ankommen. Eine der wichtigen Lektionen meines Lebens ist: Hör nicht auf die Schwarzseher. Jedes Mal, wenn ich etwas versuchen wollte, meinten diese Leute: „Das schaffst du nie. Du bist wahnsinnig.“ Aber ich habe gelernt, sie zu ignorieren. Jedes Mal, wenn jemand behauptet, etwas sei 27


unmöglich, weiß ich: Das ist es nicht. Offen gestanden: Ich genieße das sogar, denn dann boxe ich mich durch und mache aus dem Traum Realität. Nelson Mandela sagte einmal: „Alles scheint unmöglich, bis es jemand tut.“ Nur weil vor mir kein Österreicher BodybuildingChampion und Filmschauspieler wurde, bedeutete das nicht, dass ich das nicht schaffe. Diese Einstellung hat mir in meiner gesamten Karriere geholfen. Zum Beispiel mit zwanzig, als ich auf der gleichen verdammten Bühne stand, im gleichen Auditorium wie Reg Park fünf Jahre vor mir – wo er Mr. Universe geworden war. Das hört sich an, als sei das ein Kinder Kinderspiel gewesen. Das war’s sicher nicht. Es ist schnell gesagt, ich werde der beste Bodybuilder der Welt, aber es ist was ganz anderes, es auch zu tun. Einer meiner Grundsätze war stets: „Du musst immer hundert Prozent geben.“ Ich habe mich nie vor harter Arbeit gedrückt. Ich schlafe nicht mehr als sechs Stunden pro Tag. Als ich in die USA kam, konnte man mit Bodybuilding kein Geld verdienen. So machte ich meine Ausbildung und arbeitete parallel dazu noch als Maurer. War das nicht desillusionierend? Nein. Es hat mich ja nicht von meinem Ziel abgelenkt. Ich habe den Job gern gemacht und auch gutes Geld verdient. Gleichzeitig habe ich Schauspielunter Schauspielunterricht genommen. Es gibt im Leben keine Abkürzungen: An diesen Grundsatz musst du dich halten, wenn du’s ganz nach oben schaffen willst. Aber wenn du erst mal die europäische Juniorenmeisterschaft als „bestgebauter Athlet“ gewinnst und dann Mr. Universe wirst, gibt dir das gewaltiges Selbstvertrauen, und du weißt, dass du’s schaffen kannst, wenn du dir den Arsch aufreißt, wenn du diszipliniert genug bist und eine Vision hast. Das Rezept lautet: „Hab einen Traum!“? Richtig. Ich sehe meine Ziele ganz genau vor mir, visualisiere sie – nach dem Motto: „Sieh es, glaub daran, erreiche es.“ So funktioniert das. Wenn du dir dein Ziel nicht richtig vorstellst, wirst du’s nicht schaffen. Ziele erreicht man nicht aus Zufall, sondern nur, wenn du absolute Entschlossenheit und den nötigen Glauben mitbringst. Das ist etwas Spirituelles, eine fast schon religiöse Überzeugung. Wenn

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„ES GIBT IM LEBEN KEINE ABKÜRZUNGEN. AN DIE REGEL HALTE DICH AUF DEM WEG NACH OBEN.“

Schwarzeneggers erstes Business in den USA: ein Bauunternehmen mit Bodybuilding-Freund Francesco Columbu, European Brick Work, 1969

du das alles hast, macht dir dein Vorhaben umso mehr Spaß. Jedes Mal, wenn du dich schindest, weißt du, warum du das tust. Das ist keine lästige Pflicht. Wenn ich fünf Stunden am Tag trainiert habe, habe ich vor meinem inneren Auge gesehen, wie ich dem Mr.-Universum-Titel wieder einen Schritt näher komme. Hat’s manchmal wehgetan? Beim Dreh zu „Conan der Barbar“ musste ich mit blutigen Ellbogen und Knien über den Felsboden kriechen, und Regisseur John Milius meinte trotzdem: „Jetzt drehen wir’s noch mal.“ Aber ich habe mir vorgestellt, wie das im fertigen Film aussieht, und deshalb habe ich das Ganze mit Freuden wiederholt. Hingegen laufen die Leute, die an ihrer Arbeit keinen Spaß haben, deprimiert durchs Leben. Hätten Sie diese Gefühle auch in Öster Österreich erleben können? Ich musste nach Amerika. Das war das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Alles, was ich erreicht habe, habe ich nur dank Amerika geschafft. Da versucht dir niemand Steine in den Weg zu legen. Die Leute helfen dir, sie sind positiv drauf, selbst wenn sie nicht geglaubt haben, dass ich alles durchziehe, was ich mir vorgenommen hatte. Sie bestreiten aber nicht, dass Sie auch Rückschläge verdauen mussten? Natürlich nicht. Es läuft immer so: Du gewinnst, dann fällst du hin, rappelst dich hoch, dann gewinnst du wieder. Wenn es einmal einen Schritt zurück geht, heißt

das nicht, dass du nicht wieder auf die Beine kommst. Du musst einfach mehr Siege erleben als Niederlagen. Ihre Siege kennen wir, aber was waren Ihre schlimmsten Niederlagen? Auf persönlicher Ebene sicher meine Scheidung. Und in professioneller Hinsicht, wenn ich einen Film gemacht habe, der den Bach runterging. Das ist mir eben ab und zu passiert. Auch in der Politik habe ich das erlebt. 2003 wurde ich zum Gouverneur gewählt, und 2005 habe ich über vier Gesetzesvorhaben bei einem Volksentscheid abstimmen lassen, von denen ich drei verloren habe. Aber dann habe ich mich aufgerappelt, wurde im Jahr drauf mit 56 Prozent der Stimmen wieder zum Gouverneur gewählt. Manche Zeiten sind großartig, manche beschissen. Aber ich fürchte mich nicht vor Nieder Niederlagen. Wenn ich was riskiere und es danebengeht – sei’s drum. Die Hauptsache ist, dass du aus deinen Niederlagen mehr lernst als aus deinen Triumphen. Was lernt man aus Niederlagen? Dass du dir gegenüber ehrlich sein musst. Du kannst anderen was vormachen, aber nicht dir selbst. Meine politische Nieder Niederlage zum Beispiel hatte damit zu tun, dass ich mir zu viel aufgehalst hatte. Du kannst nicht vier Vorhaben auf einmal durchsetzen, sondern nur eines nach dem anderen. Vielleicht hätte es trotzdem funktioniert, aber leider war auch das Timing schlecht. Diese Pläne waren ihrer Zeit voraus. Haben Ihnen dabei Ihre Erfahrungen als Sportler geholfen? Wie ich mit Rückschlägen umgehe, habe ich auch beim Sport gelernt. Ich lasse mir zum Beispiel 100 Kilo auflegen – und die stemme ich. Dann nehme ich 110 Kilo, mein persönlicher Rekord, und schaffe auch die. Als Nächstes versuche ich zum ersten Mal 120. Ich sage mir: „Probier’s

Initiator einer Denkfabrik: Am Schwarzenegger Institute for State and Global Policy der University of Southern California wird zu den Themen Politik, Umwelt, Energie, Erziehung und Gesundheit geforscht. THE RED BULLETIN


„JEDER JOB HAT AUCH EINE KOMISCHE SEITE.“

Schwarzenegger über die Kunst, stets über sich lachen zu können


mal. Vielleicht schaffst du’s mit der Unter­ stützung des Publikums.“ Wenn nicht, dann verabschiede ich mich und sage mir: „Dann beim nächsten Mal.“ Auf diese Weise fühle ich mich nicht wie ein Ver­ lierer. Mit dieser Einstellung gehe ich jede Herausforderung an. Auch die sogenannten Schicksals­ schläge? 2001 hatten Sie etwa einen schmerzhaften Motorradunfall und brachen sich dabei sechs Rippen … Unfälle passieren nun einmal. Die Frau, die vor mir fuhr, fand plötzlich die Adresse, nach der sie gesucht hatte, und stieg auf die Bremse. Ich krachte in sie rein, flog über das Auto und landete auf der anderen Seite. Was macht man da? Du landest im Krankenhaus, kurierst dich aus, rap­ pelst dich wieder auf, steigst auf deine Maschine. Bei Stunts ist es das Gleiche. Bei Dreharbeiten zu „True Lies“ ritt ich auf einem Pferd über das Dach eines Hotels und sprang dann auf eine Rampe, die sehr, sehr schmal war. Plötzlich fiel der Arm der Kamera auf die Nase des Pferdes. Das Tier flippte aus, und ich wäre fast 30 Meter tief auf einen Betonboden gefallen. Ich hätte tot sein können. Aber gleich darauf machte ich den nächsten Stunt. Die Politik war wohl Ihr bislang auf­ regendster Stunt? Es kann sehr schwierig sein, ein Ziel zu erreichen, wenn das nicht von dir allein abhängt. Du brauchst automatisch Millio­ nen Leute, die für dich stimmen. Hunderte Großspender müssen deine Kampagne unterstützen. Du sitzt vor 120 Abgeord­ neten und sagst: „Lasst uns Kalifornien neu aufbauen. Lasst uns mehr Straßen bauen, eine Hochgeschwindigkeitsbahn. Lasst uns das Gefängnissystem umkrem­ peln, denn die Haftanstalten sind über­ belegt.“ Und sie schauen dich bloß an nach dem Motto: „Warum sollten wir das tun?“ Das sind Demokraten, Republikaner, Unabhängige, und alle haben eine unter unter­ schiedliche Meinung. Und du hast keine andere Wahl, als sie zu überzeugen und die Menschen zusammenzubringen. Warum haben Sie sich das angetan? Amerika hat mich mit offenen Armen aufgenommen, deshalb wollte ich diesem Land etwas zurückgeben. Ich engagierte mich für die Special Olympics, dann orga­ nisierte ich Programme für die Betreuung nach Schulschluss, und zu guter Letzt kandidierte ich als Gouverneur. Nicht zuletzt, weil einer meiner wichtigsten Leitsätze heißt: „Bleib hungrig.“ Ich war immer hungrig, etwas für andere zu tun. Und ich wollte immer dazulernen. Als ich ins Bodybuilding einstieg, lernte ich alles 30

DIE 5 LEBEN DES ARNOLD SCHWARZENEGGER Die großen Vorzüge von Arnold Schwarzenegger: Er gibt stets 100 Prozent – und steigert sich mit der Qualität seiner Gegner.

Der Bodybuilder Kam ab 15 über Krafttraining und Gewichtheben (1965 Juniorenmeister) zum Bodybuilding. Erster Junioren-Titel 1965, erster WM-Titel 1967. Bis zu seinem Karriereende 1980 holte er 16 große Titel (siebenmal Mr. Olympia, fünfmal Mr. Universum).

Der Geschäftsmann Investierte früh und erfolgreich in Immobilien, auch dank Uni-Abschluss in Internationaler Wirtschaftslehre (1979). 1991 Gründung der Restaurantkette Planet Hollywood (mit Schauspielkollege Sylvester Stallone). Besitzt die Filmfirma Oak Production. Vermögen: ca. 300 Millionen Dollar.

Der Schauspieler Was 1970 mit „Hercules“ in New York begann (als Arnold Strong), ging weiter über „Stay Hungry“ (1976, Golden Globe) und „Pumping Iron“ (1977) bis zum Durchbruch als „Conan der Barbar“ (1982). 1984 „Terminator I“ (erster von vier) und Actionfilme wie „Total Recall“ (1990) und „The Expendables“ (ab 2010). Ausflüge ins komische Fach („Kindergarten Cop“, 1990, und „Junior“, 1994).

Der Politiker Erste Funktion: Unter Präsident George Bush sen. Vorsitzender des President’s Council on Physical Fitness and Sports (1990–1993). 2003 und 2007 zum Gouverneur von Kalifornien gewählt.

Der Umweltaktivist Widersetzte sich schon als Gouverneur der USUmweltpolitik und legte spezielle Limits für Treibhausgase fest. Bestimmte 2008, dass bis 2020 ein Drittel der kalifornischen Stromenergie aus erneuerbaren Energien stammen muss. Engagiert sich bei Klima- und Start-up-Kongressen und mit seinem USC Institute for State and Global Policy.

über Anatomie und Muskelaufbau, nahm Schauspielunterricht, und der Regierungs­ sitz in Sacramento wurde schließlich zum größten Klassenzimmer, das ich je erlebt hatte. Ich saß in meinem Büro, und jeden Tag hatte ich Meetings mit Experten, die mich in den unterschiedlichsten Themen unterwiesen, Gesetzesvollzug, Gesund­ heitsversorgung, Ausbildung. Ich lernte und lernte und lernte. Auf diese Weise begann ich mich auch für Umweltschutz zu engagieren. Ein Wissenschaftler nach dem anderen machte mir seine Aufwar Aufwar­

tung und erzählte von den Gefahren der Klimaerwärmung, den wirtschaftlichen Konsequenzen, wie viele Todesfälle durch Umweltverschmutzung verursacht wer wer­ den, wie viele Kinder Asthma bekommen, was die Abhängigkeit von bestimmten Energien für unsere nationale Sicherheit bedeutet – und so weiter. Und jetzt sehen Sie jemanden im Weißen Haus, der anscheinend nicht die gleiche Lust hat zu lernen. Jeder hat einen unterschiedlichen Regie­ rungsstil. Ich denke mir nicht: „Ich würde an seiner Stelle dieses und jenes tun.“ Ich kann nur sagen: „Es ist wirklich schade, dass ich nicht kandidieren darf, weil ich nicht in Amerika geboren wurde.“ Denn ich meine, ich hätte gewinnen können. Aber es ist in meinem Interesse, den Präsidenten bestmöglich zu unterstützen. Wenn er ge­ winnt, gewinnen wir alle. Doch wenn er das Gegenteil von dem tut, was nötig ist, dann erhebe ich als Erster meine Stimme. Insbesondere was Themen angeht, für die ich eine Leidenschaft entwickle, etwa wenn er 1,2 Milliarden Dollar aus dem Budget für nachschulische Betreuungs­ programme streichen oder aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen will. Was könnte sich der US­Präsident von Ihnen abschauen? Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Meine Gesetze zur Verringerung der Treibhausgase in Kalifornien traten in Jahr 2012 endgültig in Kraft, und seither ist unser Staat für 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA zuständig – obwohl wir nur zwölf Prozent der Bevölkerung stellen. Die Kritiker sagen, wenn wir einen auf grün machen und Umweltschutzgesetze verabschieden, wird das Jobs kosten. Das sind alles Lügen. Kalifornien ist das beste Beispiel dafür, wie wir Wirtschafts­ wachstum und Umweltschutz in Einklang bringen. Ich würde mir wünschen, dass mich Trump kopiert. Er müsste mir nicht mal „Danke schön!“ sagen. Wünschen Sie sich manchmal, Politiker geblieben zu sein? Ich glaube, dass ich als Außenseiter mehr erreichen kann. Einige der größten Um­ wälzungen wurden nicht in Washington, London oder Paris gestartet, sondern von ganz normalen Menschen, von Gras­ wurzelbewegungen. So etwas wird nie klappen, wenn es nur von der Spitze her angestoßen wird, es muss auch von unten, von der Basis, kommen. Aber wie wollen Sie nun Ihre Umwelt­ ziele erreichen? Erst einmal müssen die Leute verstehen, worum sich das Ganze eigentlich dreht. THE RED BULLETIN


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Den meisten sagt das Wort „Klima­ wandel“ gar nichts. Heißt das: Heute ist es kalt und morgen heiß? Jemandem aus Texas ist es egal, ob die Eisberge schmelzen. Ein Bewohner Iowas fühlt sich nicht betroffen, wenn der Meeresspiegel um über sieben Zentimeter steigt. Wir müssen also die Leute bei den Themen abholen, die ihnen etwas bedeuten. Sie sorgen sich um ihre Jobs. Und um ihre Gesundheit. Also erklären wir ihnen, dass sieben Millionen Menschen pro Jahr vorzeitig an den Folgen der Luft­ verschmutzung sterben und welchen Effekt bessere Motoren und energie­ sparende Technologien haben. Wir müssen ihnen beibringen, was sie selbst täglich ausrichten können, anstatt ihnen ein Horrorgemälde vorzuhalten. Das ähnelt Ihrer früheren FitnessPromotion … Genau. Damals sagte jeder: „Damit wirst du nur wenige erreichen. Wenn du dir Muskeln antrainierst, ist das schlecht für dein Herz.“ Und jetzt trainieren alle, fast jedes Hotel der Welt, jede Institution hat einen Fitnessraum. Was war das Geheim­ nis? Wir haben nie versucht, den Leuten ein schlechtes Gewissen zu machen. Wir sagten nie: „Der Typ ist fett!“ Oder: „Schaut, was sie für einen Riesenhintern hat.“ Wir haben den Körper gefeiert. Das Gleiche machen wir mit der Umwelt. Aus dem Grund habe ich mich auch bei der Dokumentation „Wonders of the Sea“ eingeklinkt. Das ist eine Dokumentation, die den Leuten die Liebe zum Meer nahe­ bringen will. Denn mit dieser Motivation werden die Leute auch bereit sein, es zu schützen. Andererseits: Besitzen Sie nicht einen Hummer-Geländewagen? Der ist nicht gerade als umweltfreundlich bekannt. Ich habe vier Hummer. Also? Einer fährt mit Biodiesel, ein anderer läuft mit Wasserstoffantrieb. Wasserstoff ist ja schadstofffrei, Biodiesel ist auch viel besser als normaler Kraftstoff. Und ich plane gerade, einen Elektroantrieb in den dritten einbauen zu lassen. Das wäre der erste Hummer mit Elektromotor. Wir sollten nicht mit dem Finger auf große Autos zeigen, sondern auf die Techno­ logie. Es kommt nicht auf die Größe an, denn umweltfreundliche Technologie wird immer besser verfügbar. Und an die glaube ich geradezu fanatisch. Jetzt, da Sie noch einen Karrierepfad eingeschlagen haben, denken Sie manchmal an die Abzweigungen, die Sie nicht genommen haben? 32

„DU KANNST ANDEREN WAS VORMACHEN, ABER NICHT DIR SELBST.“ Arnold Schwarzenegger über die Zeit, als er in Kalifornien zweimal zum Gouverneur gewählt wurde.

Nein, denn ich hab sowieso viel mehr gemacht, als ich ursprünglich wollte. Erst habe ich mir meinen Traum erfüllt, Body­ building­Champion und Filmstar – ja, und reich – zu werden. Dann führte eines zum anderen. Aus meinem karitativen Engagement entstand die Idee, Gouver Gouver­ neur zu werden, aber das war früher nie mein Traum gewesen. Dieser Traum hat sich allmählich entwickelt, und ich habe ihn mir dann zu eigen gemacht. Als in Kali­ fornien finanziell alles den Bach runterzu­ gehen schien, habe ich mich entschlossen, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Dass ich danach die Umwelt zu meiner Leidenschaft machen würde, hätte ich Ihnen vor 15 Jahren nicht sagen können. Gehen wir zurück an den Anfang Ihrer Karriere. Vor vierzig Jahren spazierten Sie in Badehosen durch die Münchner Fußgängerzone und posierten für Fotos.

Was empfinden Sie heute, wenn Sie solche Bilder sehen? Sie müssen verstehen, dass ich einen ziemlich guten Sinn für Humor habe. Egal wie ernsthaft du deinen Job betreibst, er hat immer auch eine komische Seite. Wenn du als Bodybuilder auf der Bühne posierst, wetteiferst du mit hundert Leuten aus der ganzen Welt. Dein einziger Gedanke ist: „Ich will gewinnen. Ich habe den größten Bizeps. Ich werde sie alle umhauen.“ Aber ich kann sozusagen aus meiner Haut schlüpfen und über alles lachen, was ich treibe. Ob du der stärkste Mann auf der Welt bist oder der schnellste oder der beste Tänzer, es gibt immer etwas, was daran lustig ist. Und deshalb wanderten Sie halbnackt durch die Öffentlichkeit? Damals hat niemand Bodybuilding so richtig vermarktet. Für die Fotoaufnahmen hast du normalerweise an irgendeinem schönen See oder Berg posiert. Aber ich schlug vor, dass wir das an den Baustellen für die U­Bahn in der Mitte der Stadt machen. Das war alles ganz entspannt, ich habe mit alten Damen geplaudert, während die Leute alle ihre Mäntel anhatten und sich den Arsch abfroren. Das war ein Riesenhit. Ist Ihre Fähigkeit, sich über sich selbst lustig zu machen, womöglich das wahre Geheimnis Ihrer Karriere? Es war definitiv gut fürs Marketing. Als ich in den 1970ern nach Amerika ging, kam niemand auf den Gedanken, einen Bodybuilder in die Zeitung zu bringen. Aber dann drehte ich das Doku­Drama „Pumping Iron“, in dem ich erkläre, dass ich beim Trainieren ständig einen Orgas­ mus habe. Die Leute sagten sich: „Der Typ ist cool, der gibt gute Sprüche von sich.“ Ab da lud man mich zu jeder Talkshow ein – und Andy Warhol holte mich in sein „Interview“­Magazin. Ich war der erste Bodybuilder, der einen Pressebetreuer anheuerte. Einer Ihrer bekanntesten Sprüche wirkt ja wie ein Motto für ein Leben, in dem Sie sich permanent neu erfunden haben: „I’ll be back.“ Aber dieser Spruch stammt nicht von mir, sondern von „Terminator“­Regisseur James Cameron. Ich hatte mir meine eigene Version für diesen Satz zurecht­ gelegt, aber an die hätte sich kein Mensch erinnert. Ich stritt stundenlang mit Cameron, weil ich sagen wollte: „I will be back.“ Aber er setzte sich durch, und er hatte recht. Wie ich schon sagte: Du musst aus deinen Fehlern lernen. www.schwarzenegger.com THE RED BULLETIN


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DIE RÜCKKEHR

ZUR REINEN

FREUDE Was wie eine Formkrise aussah, war eine Sinnkrise. In dem Film „Weitergehen“ zeigt Gregor Schlierenzauer, wie er sie durchlebte und wie er sie überwand. Wie er zwischen Besessenheit und Liebe zu unterscheiden lernte, wie er Verwundbarkeit als Stärke entdeckte und wieso das Verhältnis von Gefühl und Verstand so kompliziert ist.

fotos: jork weismann styling: alexandra brauchl-steininger hair & make-up: uli wissel 35


A

m 3. Jänner 2016 ging endgültig nichts mehr: Platz 33 beim Tournee-Springen auf dem Innsbrucker Bergisel, seiner Heimschanze. Kurz vor seinem 26. Geburtstag beendete Gregor Schlierenzauer, der beste Skispringer der Geschichte, seine zehnte Weltcupsaison (die erste ohne Top-Ten-Platz) vorzeitig. Um in Ruhe an seiner Form zu arbeiten, hieß es. Um bald wieder an frühere Erfolge anzuschließen. Doch die Wahrheit hatte mit dem Skispringer Gregor Schlierenzauer viel weniger zu tun als mit dem Menschen Gregor Schlierenzauer. Denn der war am Ende. Ausgebrannt, orientierungslos, verzweifelt. Schlierenzauer begann mit professioneller Hilfe an sich zu arbeiten. Er hinterfragte sich, seinen Weg, seine Prioritäten, sein bisheriges Leben. Und überwand seine Krise – trotz weiterer Rückschläge, trotz Kreuzbandriss beim Skiurlaub in Kanada, trotz Stürzen beim Comeback, zu dem er sich nach langem Zweifeln nach einjähriger Wettkampfpause im Jänner 2017 entschloss. Nach diesem Jahr, sagt er, ist er gereifter als je zuvor. Als Mensch und auch als Skispringer.

the red bulletin: Man kann nicht sagen, dass „Weitergehen“ besonders zimperlich mit seinem Helden umgeht. Wie ist es Ihnen denn gegangen, als Sie den Film das erste Mal gesehen haben? gregor schlierenzauer: Gut. Schön war das. Emotional. Ich war dankbar. Gleich in einer der ersten Szenen hält die Kamera drauf, als Ihnen beim Reden die Augen nass werden. Später sieht man Sie bei einer Sitzung mit Ihrem systemischen Ratgeber Ratgeber, der Sie wieder und wieder den Satz wieder­ holen lässt: „Ja, es darf mir richtig beschissen gehen.“ Das zu sehen hat Ihnen getaugt? 36

Genau so war es. Dieser Satz war sogar besonders wichtig. Weil das Aussprechen in mir ein Gefühl hat entstehen lassen, mit dem ich meine Situation überhaupt erst annehmen konnte. Und die Offenheit des Films war nötig. Nur so konnten wir dem Zuschauer wirklich zeigen, wie es hinter der Fassade eines Spitzensportlers aussieht. Und nur so war möglich, ein paar Sachen mit dem Film zu vermitteln, die mir wichtig waren: zu den eigenen Gefühlen stehen können, dass man offen darüber sprechen kann, wenn es einem weniger gut geht. Es ist keine Schande, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dass es wert ist, seinen Weg zu gehen und ihn eben auch „weiterzugehen“, wenn es einmal schwieriger wird. Woran erkennt man im Leben, ob man auf dem richtigen Weg ist? Wenn man jeden Tag seine Fähigkeiten erkennen, einsetzen und umsetzen kann und es vor allen Dingen auch darf. Er Erkennen tut man das oft erst später – aber spüren, dass man auf dem richtigen Weg ist, das geht gleich. Wie spürt man’s? Ich spüre es, wenn ich ein weites inneres Gefühl habe. Wenn ich tief durchatmen kann. Das wird sicherlich bei jedem Menschen anders sein. Ich habe gelernt und erkannt, wenn ich mich von meinem Gefühl leiten lasse und dem Bauchgefühl vertraue, bin ich auf einem guten Weg. Für Spitzensportler geht es am Ende doch um Sieg oder Niederlage, da zählt nichts anderes. Auch das darf jeder für sich selbst entscheiden. Ich durfte in diesem Jahr Höhen und Tiefen erfahren und bin dabei zu lernen und habe auch gelernt, Situationen zuzustimmen, sie anzunehmen, zu hinterfragen, was es mit mir macht und was das Wichtige daran ist. Ja, und da gilt es oft, vieles loszulassen, um zum „Ichsein“ zu gelangen. Im Leben reduziert sich alles auf Liebe. Auf Liebe zu Dingen und zu Personen. Liebe? Wie meinen Sie das? Man muss für das, was man tut, Liebe empfinden, das ist mehr wert, als zu gewinnen. Wenn wir etwas tun, was uns wirklich taugt, und wenn wir es mit Freude machen, dann gibt uns das Ener Energie. Und es ist schön, dieses Gefühl mit anderen teilen zu dürfen, dann wird es wunderbar. Genau das ist es, worum es in unserem Leben geht. Das ist für mich die Message des Films: Liebe, Freude und Dankbarkeit wiederzufinden, jeder für sich. Es geht um das Finden von dem, was du machen willst im Leben. Von dem, wo du dich wohlfühlst, von dem, wo du dich


„IM LEBEN REDUZIERT SICH ALLES AUF LIEBE. AUF LIEBE ZU DINGEN UND Z U P E R S O N E N .“ Gregor Schlierenzauer beim Fotoshooting für The Red Bulletin in Tirol


„ICH HABE ERKANNT – UND ES HAT WEHGETAN –, DASS ICH VIEL AUS DEM EGO GEMACHT H A B E . U N D V I E L F Ü R S E G O .“

Der Höhepunkt als Beginn der Krise: Schlierenzauer hatte 2013 Matti Nykänens Rekord von 46 Weltcupsiegen gebrochen – „Und jetzt? Wenn du das Ziel erreicht hast? Natürlich freust du dich im ersten Moment. Doch da war auch Leere und vor allem ein Gefühl von Einsamkeit.“

entwickeln kannst und deine Fähigkeiten ein- und umsetzen darfst. In den Zeiten Ihrer Seriensiege galten Sie als schwieriges Genie, als Perfek Perfek­ tionist, besessen vom Erfolg. Damals hätten Sie nie gesagt, dass Sie besessen sind. Sie hätten auch damals gesagt, Sie lieben, was Sie tun. Glauben Sie nicht, dass Besessenheit recht geschickt darin ist, den Menschen zu leiten? Durchaus. Doch es gilt zu erkennen, wem es dient. Und ich habe erkannt – und das hat richtig wehgetan –, dass ich viel aus dem Ego gemacht habe. Und fürs Ego. Darüber hinaus habe ich ganz vergessen, um was es wirklich geht. Um was geht es wirklich? Seine Fähigkeiten einzusetzen und auszuleben. Am besten zeigen uns das die Kinder. Als Kind tust du intuitiv, was dir taugt, was dir Kraft gibt. Dein Gefühl leitet dich total zuverlässig. Als Erwachsener verlernen das viele von uns oder unterdrücken es sogar, um sich anzupassen. Mir ist es auch so gegangen. Und trotzdem war es schön, dieses Kind in mir wiederzuentdecken. Dann gilt es, sich weiterzuentwickeln und Dinge auch von einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Skispringen und alles, was damit verbunden ist, ist der Beruf, der mir das ermöglichte und weiterhin ermöglicht. Dafür bin ich dankbar. Und diese Dank Dankbarkeit, auch das berührt mich, hatte ich bis zu meinem Mich-weniger-gut-Fühlen fast vergessen. Das klingt sehr erkenntnisreich. Wie ist Ihnen das in so kurzer Zeit klar geworden? Das war herausfordernd. Ist es teilweise immer noch. Das hätte ich, ohne Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch nie geschafft. Und das brauchte auch Mut, für mich mehr Mut, als über eine Schanze zu springen. Mich jemandem so offen und ehrlich anzuvertrauen – da hatte ich wirklich Glück mit meinem Ratgeber, und dafür bin ich vollkommen dankbar. Wie erkennen Sie nun die Besessenheit? Der Unterschied ist Freude. Liebe heißt: Du bist im Spielmodus. Besessenheit

heißt: Kampfmodus. Nach außen sieht das vielleicht gleich aus, Einsatz, Ergeb Ergebnisse, Erfolge, alles gleich. Nur in dem einen Fall kostet dich alles Energie, du brennst auf Dauer aus; im anderen Fall bringt es dir Energie. Und der Grat da dazwischen ist sehr schmal. Wann haben Sie in Ihrer Karriere diesen Grat überquert? Das ist kein Moment, das ist ein Prozess. Aber es gibt in diesem Prozess Stationen. Eine ganz wichtige war zum Beispiel der Nykänen-Rekord. Im Frühjahr 2013 haben Sie Matti Nykänens für unbrechbar gehaltenen Rekord von 46 Weltcupsiegen ge­ brochen. Sie hatten danach weniger Freude am Skispringen als vorher? Viel weniger. Weniger Freude am Skispringen und weniger im Leben. Aber das war einer Ihrer legendärsten Erfolge. Mein Talent, meine Fähigkeiten, meine Disziplin und auch Glück haben das möglich gemacht. Doch dann stellt sich die Frage: „War es das? Was kommt noch?“ Davor habe ich immer gewusst, wofür ich es mache. Seit ich ein Kind war, wollte ich der beste Skispringer aller Zeiten wer werden, einfach weil Skispringen das Größte für mich war, da ist der Ehrgeiz aus der Freude, aus der Liebe zum Skispringen herausgewachsen. Seit ich vierzehn war, hab ich dem Ziel alles untergeordnet. Und jetzt? Wenn du es erreicht hast? Natürlich freust du dich im ersten Moment. Doch da war auch Leere und vor allem ein Gefühl von Einsamkeit. Was hätten Sie anders machen können, um diese Leere zu verhindern? Ich habe mich immer mehr über Erfolge, über Platzierungen definiert. Und deswegen immer weniger über den Teller Tellerrand geblickt. So war ich immer mehr im Kampfmodus, immer weniger im Spielmodus, das hat sich immer weiter verschoben. Ich habe mehr Energie investiert, immer weniger zurückbekommen, bis es nach der Saison 2012/13, nach dem zweiten Weltcup-Gesamtsieg, richtig leer in mir war. Sie sind dennoch von Frühjahr 2013 bis Jänner 2016 weitergesprungen. Sie hätten doch eine Pause nehmen können, durchatmen, Sie mussten ja schon lang niemandem mehr was beweisen. Ans Aussetzen habe ich eh gedacht. Sogar schon im Sommer 2013. Aber vor einem Olympia-Winter sagen: „Burschen, ich mach mal eine Pause.“? Das habe ich mich nicht getraut. Dann hängst du halt weiter im Hamsterrad. Das ist es ja, was sich ein Spitzensportler praktisch nie erlaubt, zu sagen: „Es geht mir beschissen.“ Doch 39


das ist der Kopf, der es wenig erlaubt. Das Gefühl ist hier viel mächtiger, und es kostet immens viel Kraft und Energie, diese Gefühle zu unterdrücken. Dadurch ist es immer mühsamer und mühsamer gewor geworden, bis im Jänner 2016 in keiner Weise mehr etwas ging. Und auch meine private Beziehung zu Beginn der Tournee im Dezember 2015 in die Brüche gegangen ist. Das war dann letztlich der unmittelbare Auslöser. Da konnte ich meine Gefühle in keiner Weise mehr unterdrücken. Da war ich wirklich rat- und hilflos. So wie Sie das beschreiben, war das von ’13 bis ’16 ein Dahinschleppen über mehr als zweieinhalb Jahre. Das muss fürchterlich gewesen sein. Ich würde sagen: herausfordernd. Es war viel schwieriger, meine Fähigkeiten einzusetzen. Natürlich waren noch Er Erfolge da, Vizeweltmeister 2015 in Falun zum Beispiel, Weltcupsiege, aber diese Abwärtsspirale, die ist immer größer und schneller geworden, und ich habe mich immer weniger und weniger gespürt. War wenigstens die Freude über Erfolge so groß wie davor? Nein. Das Gefühl nach Siegen war hohler als früher. Weniger erfüllend. Und ich wurde immer müder, sowohl körperlich, mental und vor allem emotional. Ich habe extrem viel geschlafen, an einem freien Wochenende locker zwölf Stunden, und beim Aufwachen war ich genauso müde wie beim Einschlafen. Aber als Sportler hat man eben gelernt, nicht aufzugeben. Deswegen: weiter Training, weiter Weltcup … Genau. Weiter im Hamsterrad. Diese zweieinhalb Jahre hat es gedauert, bis ich da rauskonnte. Mir einzugestehen, dass ich eine Pause brauche. Und dass ich sie mir nehmen darf. Darf! Bis Sie endlich vom falschen Weg … … stopp! Es war nie der falsche Weg. Das habe ich jetzt erkannt und erfahren. Ich brauchte diese Erfahrungen, um zu wachsen. Ja, ich würde sagen, erwachsen zu werden. Wenn auch ein paar Jahre später als andere. Und jede Erfahrung macht dich reifer und, interessant, auch sicherer. Die zweieinhalb Jahre, die aus der Distanz ein wenig nach Hölle klingen? Die waren nicht falsch? Die waren eine … Erfahrung? Eine sehr interessante noch dazu, für die ich dankbar bin. Aber zweieinhalb Jahre, wieso haben Sie sich so lange gequält? Die Alarmglocken haben eh geschrillt, vor allem als diese Müdigkeit immer schlimmer geworden ist. Aber der Leidensdruck war offenbar erst im Jänner 2016 40

„DAS GEFÜHL NACH SIEGEN WAR HOHLER ALS FRÜHER. WENIGER ERFÜLLEND. UND ICH WURDE I M M E R M Ü D E R .“ groß genug. Und ich bin überzeugt, dass hier der richtige Zeitpunkt war, um an mir als Mensch zu arbeiten, am Menschen Gregor. Und es blieb mir auch in keiner Weise was anderes übrig. Sie haben in der folgenden einjährigen Pause eine Ausbildung im CoachingBereich gemacht. Ja, es nennt sich Mental- und NLP-Practitioner. Das tat ganz gut, mal etwas Neues und anderes zu lernen und mein Wissen zu erweitern. 2013 haben Sie noch gesagt, Sie halten nicht viel von Mentaltrainern. Unter Mentaltrainer versteht jeder was anderes. Mir hilft es wenig, wenn ich vor dem Wettkampf irgendwelche Rituale einlerne, um weiter zu springen. Unsere Zeit ist emotionaler geworden. Das macht auch bei einem Spitzensportler keine Ausnahme. Und daher ist es für mich wichtig, meine Persönlichkeitsentwicklung, meine Emotionen mit meinem Wissen, meiner Erfahrung und meinen Möglichkeiten im Leben und als Skispringer zu vereinen. Und wenn es gelingt – und das tut es mehr und mehr –, macht es den Kopf richtig frei. Haben Sie die Dokumentationen von Whitney Houston gesehen? Oder die ganz neue von Lady Gaga? Da ist gut zu sehen, wie es denen zu viel wird, und dass es schon herausfordernd ist, mit diesem Druck umzugehen. Was genau wird den Stars zu viel? In der Öffentlichkeit zu stehen? Der per permanente Leistungsdruck? Dass jeder Erfolg vergessen ist beim nächsten Misserfolg? Der größte Druck kommt von einem selber. Immer mehr zu wollen, immer besser sein zu müssen, dieser Druck kann

unerträglich werden. Und natürlich auch in der Öffentlichkeit zu stehen, immer funktionieren zu müssen und immer, mehr oder weniger, positiv sein zu müssen. Immer eine Meinung zu irgendetwas haben zu müssen, sehr früh so völlig er erwachsen sein zu müssen. Was weißt du mit 16, 17, 18 übers Leben? In dem Alter solltest du lernen, Erfahrungen machen. Aber weil du gut Ski springst oder Tennis spielst, glauben viele, du bist etwas Besonderes. Mit dieser Situation wird wohl auch jeder anders umgehen. Spitzensportler und Personen der Öffentlichkeit, das ist meine Erfahrung, sind privat sehr sensibel, intim und leise. Trotzdem extrem fokussiert auf ihre Ziele, ordnen ihnen meist alles unter. In der Öffentlichkeit zu stehen, auch das will gelernt sein. Und trotzdem gehört es dazu. Je länger wir reden, desto mehr klingt der Satz „Spitzensport ist eine Lebensschule“ wie ein zynisches Missverständnis. Ist Spitzensport nicht in Wahrheit extrem gefährlich? Ein unverantwortliches Risiko für junge Menschen? Das ist übertrieben. Spitzensport ist definitiv Lebensschule. Doch für viele Menschen ist das tägliche Leben wie Spitzensport. Was diese Menschen leisten, ist oft enorm. Es geht halt sehr stark um Emotionen, um positive genauso wie negative, die sehr intensiv und sehr schnell kommen. Und was noch dazukommt, dass du immer sofort gemessen wirst: Dein öffentlicher Wert definiert sich nach dem letzten Ergebnis. Ich bewerte das in keiner Weise. Ich würde nie sagen, dass alles schlecht ist. Ich sage nur, es ist wichtig zu lernen, damit umzugehen. Denn sonst kann’s wirklich hart werden. Dominic Thiem hat in einem Interview mit dem Red Bulletin gesagt, gerade diese extremen Emotionen von Sieg und Niederlage, die es ja in einem normalen Leben nie gibt, machen die Faszination Spitzensport aus. Er hat das sogar als eine Form der Abhängigkeit bezeichnet. Ich sehe das etwas anders. Gerade im nor normalen Leben gibt es so viele Emotionen, so viele Höhen und Tiefen und in keiner Weise ein Privilegiertsein, denn das gilt es schon zu sagen: Spitzensportler haben oft auch ein privilegiertes Leben. Menschen, die tagtäglich ihre Leistung zu bringen haben, leisten hier immens viel, ohne die positive Kehrseite der Medaille zu erfahren. Nur kann es sein, dass du im Spitzensport viel mehr als im täglichen Leben an deine absoluten Grenzen geführt wirst, und das kann durchaus einen AbhängigTHE RED BULLETIN


BRÜCKEN BAUEN.


„WA S B L E I B T, I S T E I N ERFÜLLTES LEBEN, UND DA BIN ICH MIT MEINEN 2 7 N O C H A M A N FA N G .“

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Neue Kraft: „Das ist für mich die Message des Films: Liebe, Freude und Dankbarkeit wiederzufinden, jeder für sich.“

andere Typen, kleinere, besonders leichte Springer. Nagt das an Ihnen? Nein, im Gegenteil, daran lerne und wachse ich. Auch eine dankbare Erfah­ rung der letzten Monate. Aber es wird Ihnen nicht gefallen, dass es schwieriger geworden ist. Die Regeln sind, wie sie sind, und es ist Teil unseres Sports, dass man damit um­ zugehen hat. Und es gibt keine Probleme, sondern es sind Herausforderungen, und die gilt es zu meistern. Im Idealfall zu weltmeistern. Zitat aus einem kürzlich gegebenen Interview: „Olympia-Einzelgold ist mir völlig egal, ob ich das erreiche oder nicht. Einen Tag später ist die Medaille schon wieder staubig. Das Einzige, was man als Athlet mitnimmt, ist der Weg dorthin.“ Stimmt das, auch so krass formuliert? Wäre es mir völlig egal, wäre ich fehl am Platz. Aber ich habe schon einen anderen Blickwinkel. Das heißt, ich werde nach wie vor das Ziel fokussieren und entspre­ chend meine bekannten und auch noch unbekannten Fähigkeiten vollkommen einsetzen. Und wenn es sein soll, kommt es, und sollte es anders sein, gehe ich wei­ ter. Denn das habe ich erfahren dürfen, was wirklich bleibt, ist ein erfülltes Leben und da bin ich ja noch ziemlich am An­ fang mit meinen 27 Jahren.

2013 haben Sie auch gesagt, dass Sie Ihre Seriensiege nicht Ihrer Genialität verdanken, sondern Ihrem brutalen Einsatz. Dass Sie ganze Nächte hindurch, während Ihre Kollegen schliefen, Videos analysierten, so lange, bis Sie irgendein Detail gefunden hatten, das dann am nächsten Tag den Sieg rettete. Kann Freude, kann Liebe auch so viel Energie erzeugen wie diese absolute Besessenheit von damals? Wie gesagt, ich habe mich weiterent­ wickeln dürfen und müssen. Ich werde nach wie vor, wenn es sich gut anfühlt, auf Altbewährtes schauen, doch was zählt, ist das Jetzt. Und das ändert sich von Augenblick zu Augenblick. Sorry, noch einmal nachgefragt: Können Freude und Liebe so viel Energie erzeugen wie Besessenheit? Ja, Freude und Emotionen können in jedem Fall bewegen. Besessenheit ist Vergangenheit. gregorschlierenzauer.at

Dokumentation „Weitergehen“: ab sofort on Demand bei Red Bull TV THE RED BULLETIN

MATTHIAS HESCHL

keitsfaktor erzeugen. Ich habe mich heuer mit dem Anders Jacobsen unterhalten, dem norwegischen Skispringer, der schon aufgehört hat. Ich habe ihn gefragt, was er am meisten vermisst. „Die Emotionen“, hat er gesagt. Seid ihr wirklich alle Junkies von Sieg und Niederlage? Adrenalin, Dopamin, Serotonin – der Körper produziert mit den Hormonen rauschähnliche Zustände. Man braucht immer höhere Dosen, um den gleichen Kick zu kriegen, und das Karriereende ist dann wie ein kalter Entzug? Das wäre viel zu krass formuliert. Diese Emotionen wahrzunehmen, im Körper zu spüren, welche Kraft sie haben, wie inten­ siv man da lebt, und dafür alles zu geben, das ist schon eine besondere Herausfor Herausfor­ derung. Sich dem auch auszuliefern und zu stellen. Auch wenn das über die Jahre sehr kraftraubend sein kann. Aber wenn man es meistert, ist es das wert. Im Gespräch mit dem Red Bulletin im Herbst 2013 haben Sie gesagt, dass Sie sich häufig Videos von sich selbst anschauen, als Sie 14 waren. Weil Sie da technisch so überragend waren. Schauen Sie sich diese Videos immer noch an? Ich habe meine Leitsprünge, quasi Ideal­ fälle eines Sprungs, ja. Aber eins zu eins kann man die Sprünge von damals nicht mehr nehmen, allein schon, weil ein Körper mit 14 ein ganz anderer ist als mit 27. Aber das, was mit 14 wirklich perfekt war, noch viel perfekter als jede Technik, war meine Gefühlswelt. Da war alles nur die reine Freude am Skispringen. Werden Sie je wieder so gut werden, wie Sie schon waren? So wie ich sportlich war, würde das in keiner Weise mehr für ganz vorn reichen. Wenn ich vorn sein will, muss ich besser werden, als ich war, weil sich alles sehr, sehr weiterentwickelt hat. Was zählt, ist das Jetzt! Und in diesem Jetzt ist es anders als dazumal. Dabei haben sich die Rahmenbedingungen zu Ihren Ungunsten geändert. Die neuen Bindungen, die neuen Anzüge, das neue Reglement begünstigen


ALS KIND WAR ICH IMMER AM MEER. Eltern kann man sich halt nicht aussuchen.

silvretta-montafon.at


Tu, was du willst (und steh dazu, wenn du Mist baust) Die einzige Person, auf die SnowboardWeltmeisterin Anna Gasser hรถrt, ist Anna Gasser. Wir erfuhren, warum das eine echt gute Idee ist.

Text: Alex Lisetz Fotos: Markus Berger 45


„Mit Lust mobilisierst du Willenskraft.“ Das Rüstzeug für ihre Snowboard-Erfolge holte sich Gasser beim Kunstturnen – ihre Leidenschaft in der Kindheit. Sie war vierfache Staatsmeisterin (Sportakrobatik) und Vize-Teammeisterin (Kunstturnen). 46

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Anna Gasser,

26, ist eine Weltmeisterin und Olympia­Favoritin der unkomplizierten Sorte. Sie sagt so oft „Klar“, „Gern“ und „Überhaupt kein Problem“, dass man beinahe vergisst, dass sich hinter ihren bescheidenen Umgangsformen ein Ego wie ein Berg tarnt. Beim Treffen in ihrem Kärntner Heimatort Millstatt wollen wir dieses Ego kennenlernen.

the red bulletin:: Es heißt, du wider widersprichst gern. anna gasser: Blödsinn. Als die Leute 2015 gesagt haben: „Es wird nie eine Frau den Cab Double Cork 900 schaffen …“ … war ich schon on fire, wie die Amerika­ ner sagen. Ich wollte unbedingt beweisen, dass wir Mädels das auch können. Bei der letzten WM hast du das Gleiche bewiesen, nämlich mit dem ersten Backside 1080 Double Cork in einem Bewerb – und den WM-Titel mit der Maximalpunktzahl gewonnen. Wie akribisch hast du dich darauf vorbereitet? Gar nicht, das war eine Spontanaktion. In den ersten zwei Durchgängen lief alles so perfekt wie geplant. Deshalb hat mir mein Trainer im dritten Durchgang zu einem sauberen Sicherheitssprung geraten. Aber dann? Bekam ich Lust, diesen Sprung zu ver­ suchen, den ich schon so lange in meinem Kopf hatte. Die Saison war ja quasi vor vor­ bei, darum konnte ich eine Verletzung riskieren. Einfach, weil du gerade Lust hattest? Na ja, meine Sportart heißt Freestyle … Du hast ja auch erst mit siebzehn so richtig Lust aufs Boarden bekommen. Wie konntest du in der kurzen Zeit alles aufholen, was deine Konkurrentinnen von klein auf gelernt hatten? Ich war vorher Kunstturnerin, mit Akro­ batik und allem. Mit zwölf bin ich schon von unserem 16 Meter hohen Sprungturm in Millstatt gesprungen – mit einem Salto. Dein Ratschlag für alle, die so erfolgreich werden wollen wie du, wäre dann also: „Seid supertalentiert!“ Nicht gerade leicht umzusetzen. Also, erstens bringt jeder irgendein Talent mit. Und zweitens muss man, wie gesagt, 48

nur tun, worauf man Lust hat. Dann mobilisierst du Willenskräfte, die dir kein noch so toller Masterplan geben kann. Einspruch. Wenn jeder nur tut, worauf er Lust hat, bleiben alle daheim auf der Couch vor dem Fernseher sitzen. So wird man doch nicht erfolgreich. THE RED BULLETIN


„Hart ist, wenn ich nicht trainieren darf.“ Dass die Gewinnerin des ESPY Award und Österreichs Sportlerin des Jahres 2017 hart im Nehmen ist, bewies sie 2015 bei der Heim­WM am Kreischberg, als sie mit Gipshand zu Silber sprang.

Ich glaube nicht, dass so viele Menschen wirklich – ich meine: wirklich – vorm Fernseher auf der Couch sitzen möchten. Jeder will doch etwas finden, für das er wirklich brennt. Ich finde, wir alle sollten uns auf die Suche nach dem begeben, was wir aus ganzem Herzen tun wollen. Als Kind war das für mich das Turnen: Ich bin dafür jeden Tag mit dem Zug 100 Kilo­ meter allein nach Klagenfurt gefahren, weil es mir so wichtig war. Bis du deine Leidenschaft fürs Snow­ boarden entdeckt hast? Genau. In der achten Klasse bin ich jeden Tag extra früh mit Straßengewand in die Schule gegangen, wo ich mein Board und die Ausrüstung im Spind versteckt hatte. Bevor mich ein Lehrer gesehen hat, war ich schon umgezogen und mit dem Zug auf dem Weg Richtung Gastein oder Möll­ taler Gletscher. Am Ende des Schuljahres hatte ich 50 Prozent Fehlstunden. Nach der Matura bist du für ein paar Monate allein zum Snowboarden nach Amerika gegangen, da warst du gerade mal neunzehn. Wie fanden das deine Eltern? Ach, die haben die ganzen heiklen Details immer nur in geschönten Versionen oder im Nachhinein erfahren. Zum Beispiel, THE RED BULLETIN

dass ich mit den Liftwarten und Pisten­ betreuern in einer zugigen Hütte neben der Piste gehaust habe und mir zum Essen nur Fastfood und Packerlsuppe leisten konnte. Jetzt bist du Spitzensportlerin. Da kann man doch nicht nur Dinge machen, auf die man Lust hat. Was ist mit Konditions­ training im Fitnessstudio, mit Koordi­ nationsübungen auf dem Trampolin? Mache ich, wenn ich Lust habe, ja. Aber nicht nach sklavischem Trainingsplan. Gar keine Opfer, gar keine Ent­ behrungen? Hart ist nicht, dass ich trainieren muss. Sondern wenn ich nicht trainieren darf. Das Schlimmste war die Zwangspause nach meiner Bandscheibenverletzung An­ fang 2016. Meine Mama ist zur Erholung mit mir in die Karibik geflogen, aber ich konnte das nicht genießen. Ich musste die ganze Zeit an die Bewerbe und an die Trainingstage denken, die ich verpasse. Einen Nachteil hat deine Lebens­ philosophie: Wer nur tut, was er will, kann es nicht auf andere schieben, wenn er Mist baut. Ich möchte das gar nicht. Aber beim Boarden bist du so oder so für dich selbst verantwortlich. Wenn du einen Fehler

machst, trägst du sofort die Konsequenzen – zum Beispiel, indem du dir wehtust. Wann hättest du lieber nicht auf dich selbst hören sollen? Immer, wenn ich mich verletzt habe, weil ich vorher nicht nachgedacht hatte. Meine Unfälle passierten mir ja nie bei richtig schwierigen Tricks, sondern dann, wenn ich unkonzentriert war. Und was war im letzten Jahr die beste Entscheidung, die du gegen den Rat an­ derer getroffen hattest? Natürlich der WM­Sprung. Und die Ent­ scheidung, die Slopestyle­WM auszu­ lassen. Da waren viele Leute sehr sauer auf mich, aber es hat mir gutgetan. Eigentlich solltest du jetzt mit dem Fotoshooting beginnen. Oder wollen wir lieber Pizza essen gehen? Ich mache nur beim Snowboarden, was ich will. Aber im restlichen Leben bin ich ganz brav.

Styling: Ali Rabbani Falkner (Top), Bogner (Hose) Make­up: Pia Berger Hair: Nina Rosensteiner

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FREDERIC LE FLOC‘H/DPPI

Die Rallye Dakar ist der Indiana Jones unter den Motorsport­ bewerben. Legende, Abenteuer und ultimative Herausforderung – nicht nur für Teilnehmer, sondern auch für dich als Zuseher: Hier kommt dein Profi­Reiseführer zur Dakar 2018 – für 15 hochoktanige Tage mit 14 Etappen durch Peru, Bolivien und Argentinien.

ADAM HAY-NICHOLLS

DAK AR


ERSTE REIHE FUSSFREI


Dakar-Reiseführer / PERU START: LIMA

Status: Perus Hauptstadt Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 24 °C Einwohner: 10 Millionen Essen: Meerschweinchen – wirklich! Es heißt „cuy“. Im Dakar-Stammlokal „Malabar“ serviert es Küchenchef Pedro Miguel Schiaffino mit Flussschnecken

vom Amazonas und pikanter ChorizoSauce. Trinken: Pisco Sour – Pisco (siehe rechts), verrührt mit Eiweiß, Limettensaft und Sirup. Im „Gran Hotel Bolivar“ soll Orson Welles 42 davon am Stück weggeputzt haben. LIMA–PISCO: drei Stunden (240 km) südwärts auf der Panamericana (1S).

PISCO

wie Tequila für Mexiko. Wer nüchtern bleiben will, probiert die riesigen Smoothies in der Saftbar „Los Tres Duendes“ („Die drei Elfen“). PISCO – SAN JUAN DE MARCONA: Weitere 300 Kilometer südlich auf dem Highway 1S, die Fahrt dauert rund viereinhalb Stunden.

Status: Hafenstadt Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 24 °C Einwohner: 134.000 Essen: pikantes Kartoffelpüree mit Oktopus im „As de Oro’s“ Trinken: Pisco natürlich! Dieser gelbliche Traubenbrand wurde hier erfunden, er ist für Peru

„DIE RALLYE DAKAR IST NICHT NUR FÜR DIE FAHRER EINE HERAUSFORDERUNG, SONDERN AUCH FÜR DIE ZUSCHAUER.“

PERU

GREG PAUL, RALLY TOURS NZ

BRASILIEN

Lima Pisco San Juan de Marcona

BOLIVIEN

Arequipa

La Paz

PERU Brütend heiße Tage, bitterkalte Nächte, der Pazifische Ozean zu deiner Rechten, mächtige Sandformationen zu deiner Linken. Und südlich von Lima bietet Perus Küste vertrautes Terrain für alle, die die Rallye Dakar noch in ihrer afrikanischen „Heimat“ erlebten: steile Sanddünen und krasse Drops, die Autofedern und Wirbelsäulen kaputtrütteln. Als Proviant hast du Lama-Spieße und eine Thermosflasche mit dampfendem Kokatee dabei. Wenn du in Ica von der Panamericana Richtung Wüste abbiegst, hörst du bald brummende Motoren. Du siehst einen Kamaz-Lkw, der sich eine Düne raufkämpft und dann ins Tal taumelt wie eine übergewichtige Hummel. Setz dich auf die Ladefläche deines Pick-ups und genieß das Spektakel.

Uyuni Tupiza PARAGUAY

CHILE Salta

Belén Chilecito Córdoba San Juan

URUGUAY

ARGENTINIEN

LOS GEHT’S

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JEAN MICHEL LE MEUR/DPPI, GETTY IMAGES

Die 40. Auflage der Rallye Dakar startet zum ersten Mal nach fünf Jahren wieder in Lima. Der australische Rennsport-Freak Guy Basile war damals, 2013, dabei und schwärmt immer noch davon. „Den Start darfst du auf keinen Fall verpassen. Hier mit zwei Millionen Menschen zu stehen ist unbeschreiblich“, sagt Basile. „Direkt neben dem Strand, weit und breit nur Fans, in unendlich vielen Reihen. Die Leidenschaft der Südamerikaner. Der unglaubliche Lärm. Hast du das einmal erlebt, vergisst du es nie wieder.“ Peru ist wie geschaffen für Rallyes. „Südamerikas beste Rallyes finden hier statt“, sagt Stéphane Peterhansel, dreizehnfacher Dakar-Sieger und amtierender Champion in der Auto-Kategorie. „Mächtige Dünen, viel Wüste – ein bisschen wie Afrika. Das Gelände ist wahnsinnig interessant, eine besondere Herausforderung.“ Fans werden in Peru mit klassischer DakarAction belohnt. „Sanddünen gehören zur Dakar einfach dazu“, sagt Greg Paul, Eigentümer von Reisespezialist Rally Tours NZ. „Peru ist ein großartiger Ort, um Offroad-Action zu erleben.“ THE RED BULLETIN


Dakar-Reiseführer / PERU SAN JUAN DE MARCONA

Status: Gilt dank des Bergbaus als „Eisen-Hauptstadt“ Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 29 °C Einwohner: 20.000 Essen: Ceviche – an diesem Gericht aus rohem Fisch in Zitrone und Limettensaft labt sich

Peru angeblich schon seit zwei Jahr Jahrtausenden. Trinken: Chicha morada, ein alkoholfreies Getränk aus PurpurMais (maíz morado), das sehr süß sowie gut für Herz und Blutdruck ist. SAN JUAN DE MARCONA–AREQUIPA: neun Stunden und 570 Kilometer entlang der peruanischen Küste.

AREQUIPA

Status: Perus zweitgrößte Stadt Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 15 °C Einwohner: 870.000 Essen: der berühmte Ceviche mixto con erizo (Seeigel) in der Cevichería „Fory Fay“. Oder im Ofen gebratenes Schweinefleisch, begleitet von Pan-

flötenmusik, in der Picantería „La Nueva Palomino“. Trinken: Craft Beer im zu Recht sehr beliebten „Chelawasi Public House“. AREQUIPA–LA PAZ: zehn Autostunden bzw. 550 Kilometer westlich auf den Routen 34A und 3S nach Bolivien. Oder mit Latam Airlines über Lima.

„DIE ERSTEN VIER TAGE GIBT ES EINE MENGE SAND, ABER ES MACHT HÖLLISCH SPASS. UND DU MUSST HÖLLISCH AUFPASSEN. DENN DU WEISST HIER NIE, WAS AUF DICH ZUKOMMT.“ TOBY PRICE, DAKAR-MOTORRAD-SIEGER 2016

Der Südafrikaner Giniel de Villiers rast über eine Sanddüne: Dakar 2012, zwölfte Etappe von Arequipa nach Nazca, Peru.

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Dakar-Reiseführer / BOLIVIEN Status: höchstgelegene Hauptstadt der Welt Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 9 °C Einwohner: 800.000 Essen: Palmenmark mit knusprigem Alpaka­Trockenfleisch und pochiertem Eigelb im modern eingerichteten „Gustu“ (Quechua­

Wort für „Geschmack“). Trinken: Ganz gleich was, solange es in der schrulligen, industriell eingerichte­ ten „Diesel Nacional“ ist, einer der coolsten Bars von La Paz. LA PAZ– UYUNI: 540 Kilometer auf den Routen 1 und 30 – geschätzte Dauer: sieben Stunden, 20 Minuten.

BOLIVIEN Du fühlst dich benommen, das Atmen fällt dir schwer, und der Altiplano, das breiteste Plateau der Anden, erstreckt sich in alle Richtungen bis zum Horizont: Auf über 4000 Meter Höhe wird allein schon die Navigation zur Herkulesaufgabe. Es ist nass, kalt, du hast nur noch ein Sandwich mit Kalbszunge übrig und bist hundemüde. Das Geröll unter den Reifen rüttelt dich durch, dein Kopf wird hin und her geschleudert, das Lenkrad reißt an deinen Händen. Auf dem Weg nach La Paz brummt ein Motorrad an dir vorbei. Nach La Paz erwartet dich Uyuni mit dem ersten nur aus Salz errichteten Hotel der Welt. Danach das Ödland von Tupiza, wo Butch Cassidy und Sundance Kid ihr Ende fanden. Im Gegensatz zu ihnen wirst du es weiter schaffen.

ERWARTE EXTREME

Extreme Terrains, extremes Klima: Die Rallye Dakar ist gleichermaßen Härtetest für Material, Fahrer, Teams und Zuseher. „Die erste Woche wird kein Honiglecken“, sagt Jean-Marc Aublanc-Piolot, der die diesjährige Strecke gemeinsam mit den Dakar-Or Dakar-Organisatoren von ASO plante. „Nach den ersten Etappen in der peruanischen Wüste geht es unterwegs von Arequipa nach La Paz auf den Altiplano hinauf – auf 4000 Meter Seehöhe. Hier beginnt die Bergstrecke, die bis Salta reicht. Der Sauerstoffmangel setzt dir zu. Später, in Argentinien, ist die Höhe kein Problem mehr – dafür die Hitze.“ Die Höhe und Boliviens unberechenbares Andenwetter machen diesen Abschnitt zu einer immensen Aufgabe. „Wegen des Sauerstoff Sauerstoffmangels wirst du müde und machst Fehler. Das Lenken 54

wird schwieriger“, sagt Flugzeugtechniker Lyndon Poskitt. Der Brite ging bei der Dakar 2013 in der Klasse „Malle Moto“, also solo und ohne Service-Team, an den Start. „Bolivien ist der einzige Ort, an dem ich mich jemals ver verfahren habe – und wenn du keine anderen Menschen siehst, kriegst du wahnsinnig

UYUNI

Status: Tor zur größten Salzebene der Welt Terrain: Salzwüste und Eis Durchschnittstemperatur: 10 °C Einwohner: 10.300 Essen: pikante Kalbszunge – hier ein Grund­ nahrungsmittel – und die beliebte Quinoa­Pizza. Trinken: boliviani­

scher Kaffee. Den besten – und eis­ gekühlte Biere – findest du in einem Lokal direkt neben dem Uhrturm, dem Wahrzeichen von Uyuni. UYUNI–TUPIZA: vier Stunden (206 km) auf der Route 21. Oder nimm den Zug „Expreso del Sur“ über Atocha, Fahrzeit: fünf Stunden, 20 Minuten.

schnell Panik. Die Dakar soll dich an deine Grenzen bringen – schließlich wurde sie dafür erfunden –, aber Bolivien schafft das besonders gut mit seinen Schlammbetten, den ausgetrockneten Flüssen, der dichten Vegetation und den kaputten Straßen.“ Fans, die heiß auf die buchstäblich atemberaubende Action sind, sollten gut ausgerüstet sein. „Es könnte wie im vergangenen Jahr viel regnen“, sagt Mathias Grill von Horizonte Tours. „Dann ist es nass und kalt, überall gibt’s Schlamm. Also denk auch an einen Regenschirm und ordentliche Stiefel.“ Doch manchmal nützt selbst die beste Vorbereitung nichts. „Bei einer Etappe war mir derart kalt, dass mir ein bolivianischer Polizist einen dicken Wollschal schenkte. Der Mann hat mein Leben gerettet“, sagt der britische Malle-Moto-Fahrer Max Hunt. „Einmal hatte es morgens in Bolivien minus fünf Grad. Und am Abend in Argentinien hatte es 45 Grad Hitze. Du musst wirklich auf alles vor vorbereitet sein. Vergangenes Jahr wurde sogar ein Fahrer vom Blitz getroffen!“

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LA PAZ

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Dakar-Reiseführer / BOLIVIEN TUPIZA

Status: Boliviens Wilder Westen. Letzter Aufenthaltsort der legen­ dären Banditen Butch Cassidy und Sundance Kid Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 19 °C Einwohner: 26.000 Essen: preis­ werte Parillades (Fleisch und Fisch,

gegrillt) und uriges Ambiente im Bahnarbeiter­Stammlokal „Sede Social Ferroviaria“. Trinken: Chufflay, eine Mischung aus Limonade und Boliviens Nationalschnaps Singani. TUPIZA – SALTA: 500 Kilometer auf den Routen 14 und 9 – dauert etwa sechs Stunden, 45 Minuten.

„BOLIVIEN IST PERFEKT FÜR FANS. ES IST NASS, KALT, SCHLAMMIG … OHNE ALLRADAUTO BIST DU AUF­ GESCHMISSEN. ABER ICH LIEBE ES.“ GREG PAUL, RALLY TOURS NZ

Sergio Anguiano Reig (ESP) stellt sich mit seiner KTM 450 Rally Replica der achten Etappe der Dakar 2017.

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BLEIB FLEXIBEL

Details über die Strecke wer wer­ den häufig erst am Tag vor dem Start einer Etappe ver­ öffentlicht. Keine zusätzliche Schikane, sondern schiere Notwendigkeit: Die meisten kurzfristigen Änderungen sind vom schlechten Wetter erzwungen. Es ist also schon schwierig genug, überhaupt die richtige Strecke zu finden – geschweige denn, sie im Renntempo zu befahren. „Wir planen, so gut es geht“, sagt Greg Paul. „Aber von den Organisatoren gibt es kaum Infos, du musst extrem flexibel sein. Aber mein Job ist eben, dass du die Rallye siehst.“ Was für die Fahrer gilt, gilt auch für die Fans: Je härter du arbeitest, desto größer ist die Belohnung. „Es ist auch für uns Zuschauer alles andere als leicht“, sagt Julie Tuck. Sie verfolgte die Dakar 2017 in ihrem Wohnmobil, einem Iveco Daily 4×4. „Auf dem Altiplano jagten wir tagelang dem Tross hinterher, in letzter Minute wurden die Strecken geändert. Spanisch zu können hilft, weil kaum Englisch gesprochen wird. Auch die spanische Dakar Dakar­Homepage war 2017 aktueller als die englische. Besorg dir die bes­ ten Papierlandkarten, die du finden kannst. Rechne stets mit kurzfristigen Änderungen. Erkunde die Gegend im Vor Vor­ hinein, notiere dir die besten Aussichtspunkte. Denn es lohnt sich: Wenn die Piloten vorbeidonnern, ist das ein irrer Nervenkitzel.“ „Oder frag Einheimische“, sagt Guy Basile. „Sie kennen die besten Plätze. Und es macht Spaß, mit ihnen zu plaudern. Wir haben uns mit vielen angefreundet. Sie haben uns Bier und Essen gegeben – und Schnaps aus weiß der Geier was.“ 55


Dakar-Reiseführer / ARGENTINIEN SALTA

Status: hispanisches Lebensgefühl in argentinischer Talsenke Terrain: Wüste Durchschnittstemperatur: 22 °C Einwohner: 619.000 Essen: traditionelle Kaninchengerichte plus Aussicht auf die Palmen der Plaza Güemes im Restaurant „Jovi Dos“

Trinken: Torrontés, lokal produzier­ ter Weißwein, in der historischen Bar „Peña Gauchos de Güemes“. Hier tranken einst die Helden des argen­ tinischen Unabhängigkeitskrieges. SALTA–BELÉN: sechseinhalb Autostunden, 450 Kilometer gen Süden auf den Routen 68 und 40.

BELÉN

Status: die abgelegenste Stadt der Rallye Dakar Terrain: Gestein Durchschnittstemperatur: 26 °C Einwohner: 12.000 Essen: beeindruckend große, beeindruckend saftige Fleischspieße im typisch argentini­ schen Restaurant „1900“. Trinken:

Nach einem Ausflug zu den groß­ artigen Inka­Ruinen im nahe ge­ legenen El Shincal entspannst du dich bei einem Glas Mendoza­Wein in der gemütlichen Bar „Oasis“. BELÉN–CHILECITO: 215 Kilometer auf der Route 40 nach Süden – dauert zwei Stunden, 45 Minuten.

ARGENTINIEN Geteerte Straßen, Weinberge, glühende Sonne, die Abschlussfeier in Córdoba ist in Sicht. Du rast durch Purmamarca, vorbei am „Berg der sieben Farben“ mit seinem in Rosa, Grün, Violett, Grau, Orange, Braun und Weiß schimmernden Fels. Weiter geht es zum Tal des Mondes, der Heimat von Gesteinsformationen wie nicht von dieser Welt. Am Horizont erscheint bald die Zivilisation – und die Zielflagge. Du hast das größte aller Rennen überstanden. Deine Helden und du, ihr werdet mit dem Pisco anstoßen, den du in Peru eingepackt hast.

Als Fan bist du bei der Dakar alles andere als passiver Zuschauer. Du musst für deinen optimalen Beobachtungspunkt erst mal hart arbeiten. Und wenn du dort bist, kann es passieren, dass die richtige Arbeit erst beginnt. Greg Paul begleitet seit 2013 Rallye-Touristen auf der Dakar. „Wir ler lernen manche Fahrer persönlich kennen. Und die Touristen bekommen das Gefühl, sie wären auch Teil der Rallye“, sagt er. „Wir haben schon kaputte Fahrzeuge abgeschleppt und 56

Motorradfahrer gerettet. Und wir sind ernsthaft offroad unterwegs. Du musst darauf vorbereitet sein, immer wieder im Nirgendwo festzustecken.“ Für die Fahrer sind diese Hardcore-Fans eine zusätzliche Motivation. „Dass es immer Briten bei der Dakar gibt, finde ich großartig“, sagt Sam Sunderland, Dakar-Sieger 2017 und Red Bull KTMFahrer. „Ihre Unterstützung ist sensationell. Vergangenes Jahr stoppte ich während einer Verbindungsetappe in dieser riesigen Salzwüste auf

4000 Meter Höhe. Ein paar Fans hatten Yorkshire-Tee dabei, ich wärmte mich auf, und wir plauderten sehr nett.“ So manchem Fahrer haben die Fans aber auch schon das Rennen gerettet. „Am vor vorletzten Tag stürzte ich bei einer Flussquerung“, sagt Max Hunt. „Der Motor soff ab. Die Zuschauer kamen mir sofort zu Hilfe. Sie packten das Bike und halfen, es auf den Kopf zu stellen und es zu schütteln, bis das Wasser rausgeflossen war. Als ich wieder starten konnte, jubelte die Menge.“

ERIC VARGIOLU/DPPI, REUTERS/FRANCK FIFE/POOL

ACTION NONSTOP

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Dakar-Reiseführer / ARGENTINIEN CHILECITO

Status: Kleinstadt mit Blick auf schneebedeckte Berggipfel Terrain: Gestein und Kies Durchschnitts­ temperatur: 24°C Einwohner: 38.000 Essen: Cazuela de gallina (herzhafter Hühnereintopf) und eine große Auswahl anderer regionaler

Spezialitäten im beliebten „El Rancho de Ferrito“. Trinken: dampfender Kaffee oder kühles Bier in der ausgefallenen Bar „Yops“, wo man sich am Schachbrett duelliert. CHILECITO–SAN JUAN: eine 400-Kilometer-Fahrt auf der Route 40 nach Süden, die etwa fünf Stunden dauert.

SAN JUAN

Status: Zentrum der zweitgrößten Weinbauregion Argentiniens Ter­ rain: Erde und Kies Durchschnitts­ temperatur: 24 °C Einwohner: 113.000 Essen: „Remolacha“ ist das größte Parrilla (Steakrestaurant) der Stadt. Trinken: Syrah, Malbec,

Cabernet Sauvignon, Bonarda, Chardonnay, Torrontés – was sonst? SAN JUAN–CÓRDOBA: siebeneinhalb Autostunden bzw. 580 Kilometer gen Osten auf der Route 20. Alternative: zwei Flüge am Tag mit Aerolíneas Argentinas, Flugdauer: etwas über eine Stunde.

Der Franzose Sébastien Loeb und Beifahrer Daniel Elena auf einem heiklen Strecken­ abschnitt der achten Etappe (von Uyuni/Boli­ vien nach Salta/Argentinien) der Dakar 2017.

„SALTA HAT EXTREME LAND­ SCHAFTEN, ÄUSSERST INTERESSANTE ETAPPEN, ABER DAS NAVIGIEREN IST SCHWIERIG. HIER KANNST DU SEHR LEICHT VERLORENGEHEN.“ MATHIAS GRILL, HORIZONTE TOURS THE RED BULLETIN

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Dakar-Reiseführer / ARGENTINIEN ZIEL: CÓRDOBA

Status: zweitgrößte Stadt Argentiniens, Zielort der Dakar Terrain: Schotter und Asphalt Durchschnittstemperatur: 25 °C Einwohner: 1,4 Millionen Essen: die Dinner-Tango-Show im „El Arrabal“, einem der wenigen

traditionell ausgerichteten Restaurants im Stadtviertel Nueva Córdoba. Trinken: Wer Whisk(e)y schätzt, kann im Hipster-Lokal „X-Bar“ im Stadtviertel La Cañada unter gut 200 Sorten wählen.

„ICH WAR AUF HUNDERTEN RALLYES, ABER KEINE IST WIE DIE DAKAR. ES IST EIN PRIVILEG, SIE ERLEBEN ZU DÜRFEN.“ DAN PROSSER, JOURNALIST über 7500 Kilometer zurück zurückgelegt“, sagt Max Hunt. „Die Distanzen sind ein Wahnsinn. Du musst wirklich für diesen Sport brennen.“ Wem das zu heftig ist, der kann auch auf halbem Weg dazustoßen. „In Argentinien ist das Zuschauen am einfachsten, weil du dort problemlos Fahrzeuge mieten und Aussichtspunkte erreichen kannst“, sagt Greg Paul. „Ich empfehle Salta als Ausgangsort. Von dort aus kannst du das Rennen ganz locker vier Tage lang verfolgen. Und dann zur Abschlussfeier nach Córdoba fahren.“

Etappe 12 der Dakar 2016 in Córdoba, Argentinien: Der Franzose Cyril Despres zeigt den Fans, was sie sehen wollen.

SEI BEREIT

Die Support-Teams hausen im Zeltlager, das nach jeder Etappe neu aufgestellt wird. Und sie schlafen in ihren Trucks, auf Campingbetten oder anderen behelfsmäßigen Konstrukten rund um die Autos. Die Zuschauer finden meistens Hotels entlang der Strecke. Aber Vorsicht: „Die Hotels können ausgebucht sein. Oder die Straße zu deinem Hotel ist wegen der Rallye gesperrt“, warnt Mathias Grill von Horizonte Tours. „Also nimm Zelt und Schlaf Schlafsack mit. Und achte darauf, dass du genügend Wasser und Essen dabeihast.“ „Camping ist der beste Weg, um die Action unmittelbar mitzuerleben“, sagt Julie Tuck. „An den Rennorten sind Unterkünfte schwer zu bekommen. Am besten, du reist mit Wohnmobil oder Zelt. So bleibst du flexibel genug, um zum rechten Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.“

INVESTIERE ZEIT

Und welches Vehikel ist das beste? „Die Dakar ist riesig“, 58

sagt Greg Paul. „An manchen Tagen werden 800 Kilometer zurückgelegt. Mit den Support-Trucks bildet sich eine Karawane aus 3000 Fahr Fahrzeugen. Aber du kannst nicht einfach in Bolivien ein Auto mieten und dann über die Grenze nach Argentinien fahren. Wir lösen dieses Problem so: Wir verschiffen auslandszugelassene Toyota Land Cruiser nach Südamerika. So können wir die gesamte Rallye verfolgen.“

Der wahre Ausdauertest beginnt dann vor Ort. „Der Dakar zu folgen bringt lange Tage mit wenig Schlaf“, sagt Guy Basile. „Wir wollten möglichst viele Special Sections verfolgen. Das heißt, wir sind den Teilnehmern sozusagen vorausgefahren und haben die Action nur jeden zweiten Tag erlebt.“ Hardcore-Fans werden bei der Dakar zu Kilometerfressern. „Ich habe mit meiner Frau in unserem Wohnmobil

Die Sieger werden im Ziel gefeiert – aber Helden sind alle, die in Córdoba ankommen. Und dank der Partys an der Ziellinie fühlt sich jeder wie ein Gewinner. „Am Ziel wird alles sehr emotional“, sagt Paul. „Die Dakar passt wirk wirklich zu Südamerika, weil die Einheimischen gern feiern.“ „Die Leute dachten, wir wären Fahrer, und baten uns um Autogramme und Fotos“, sagt Basile. „Es wurde immer schwieriger, zu erklären, dass wir auch nur Zuschauer waren, also spielten wir irgendwann einfach mit. Und wir fühlten uns wie Rockstars.“ Hunt erlebte das Finish der Dakar zum ersten Mal als Zuschauer – und im Jahr dar darauf als Teilnehmer. „Das Zuschauen war ein echtes Abenteuer. Aber durch Argentinien zu fahren, wenn tausende Menschen die Straßen säumen, das schlägt alles. Wenn du diese Atmosphäre erlebt hast, dann willst du auch teilnehmen. Sei also nicht über überrascht, wenn du zuschaust und dich beim nächsten Mal als Fahrer anmeldest.“ redbull.com/dakar THE RED BULLETIN

REUTERS/MARCOS BRINDICCI, GETTY IMAGES (3), ALAMY(4)

HALTE DURCH


Dakar-Reiseführer / ÜBERBLICK kann, wie handgewobene Ponchos und Decken aus der Wolle von Lamas, Alpakas und Schafen ent­ stehen. Neben den Webereien („teleras“) lohnt ein Besuch der Inka­Ruinen von El Shincal. Zwei Autostunden westlich von Belén findest du den spektakulären Nationalpark Laguna Blanca [1] mit traumhaften Lagunen und den Malereien in der Höhle Salamanca.

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CHILECITO „La Riojana Cooperativa“ produ­ ziert jedes Jahr 30 Millionen Liter Wein (und lädt zur Verkostung). SAN JUAN Bizarr: Im Naturreservat Ischigua­ lasto erinnern Gesteinsformatio­ nen an Alltagsobjekte.

LIMA Die Pyramide Huaca Pucllana im Süden Limas wurde um 500 n. Chr. gebaut, besteht aus sieben über­ einandergestapelten Lehmplatt­ formen und war einst ein zentraler Treffpunkt für alles, was Religion, Kultur oder Politik betraf.

CÓRDOBA Verpass auf keinen Fall die offizielle Dakar­Abschlussfeier und die After­ Show­Party von Red Bull!

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PISCO Die Ballestas­Inseln [2] gelten als „Galápagos für Arme“, was unge­ recht ist: Unglaublich reiche Fauna ist nur zwei Bootsstunden entfernt. SAN JUAN DE MARCONA Im Küstenschutzgebiet Punta San Juan leben Seebären und Seelöwen, und hier gibt’s Perus größte Kolonie der vom Aussterben bedrohten Humboldt­Pinguine. AREQUIPA Zum Nationalreservat Salinas und Aguada Blanca gehören die Höhlen von Sumbay mit ihren über 500 Höhlenmalereien [3], die 6000 bis 8000 Jahre alt sind. LA PAZ Auf dem Hexenmarkt werden Lama­ föten als Glücksbringer angeboten (man rechne hier mit abergläubi­ schen Dakar­Fahrern in der Warte­ schlange). Etwa zehn Kilometer 5

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außerhalb der Stadt befindet sich das Tal des Mondes, ein Labyrinth von mondartigen, jahrtausendelang erodierten Felsschluchten. UYUNI Die faszinierende Salzwüste [4] ist hier als Salar de Uyuni bekannt. Im nahe gelegenen Zugfriedhof ruhen die Überreste des Bahnnet­ zes, das britische Ingenieure im 19. Jahrhundert errichtet haben. TUPIZA Nach San Vicente [6], ein Dorf 100 Kilometer nordwestlich von Tupiza, flüchteten Butch Cassidy und Sundance Kid nach einem Raubüberfall auf eine Bergbau­ firma. Die bolivianische Armee tauchte auf und tötete die Gangster in einer legendären Schießerei.

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SALTA 90 Autominuten von Salta entfernt liegen Purmamarca und der Berg der sieben Farben – der in Rosa, Grün, Violett, Grau, Orange, Braun und Weiß schimmert. Die 16­stün­ dige Fahrt mit dem „Zug in die Wol­ ken“ („tren a las nubes“) führt in die Anden auf 4200 Meter empor. Auf der Strecke liegen 29 Brücken, 21 Tunnel und 13 Viadukte. BELÉN Es gibt viele Textilwerkstätten in der Stadt, in denen man miterleben THE RED BULLETIN

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MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL XX


SEITENSPRÜNGE FÜR OLYMPIA Drei österreichische Top-Athleten, drei Disziplinen, drei Wege, für Olympia in Topform zu kommen. Wieso Wirtschaftsnachrichten, Golfen und Motorradfahren auf dem Weg nach Pyeongchang entscheidend waren und wie die Trainingsmethoden von JULIAN EBERHARD, PHILIPP ORTER UND BENJAMIN KARL

auch dich aufs nächste Level heben. Text: Christian Eberle

JULIAN EBERHARD Erst mit Ende zwanzig an der Weltspitze angekommen, war der 31-jährige Saalfeldener in der Weltcupsaison 2016/17 Österreichs bester Biathlet: zwei Siege, darunter die Generalprobe in Südkorea – lasset die Spiele beginnen! he red bulletin: Du giltst als bester Läufer im Feld. Was, wenn dich nun plötzlich andere in der Loipe abhängen? julian eberhard: Das will ich mir gar nicht vorstellen. (Lacht.) Ich trainiere täglich, um mich mit dieser Frage nicht beschäftigen zu müssen. Die anderen trainieren auch. Ja, aber ich habe über die Jahre mein perfektes Set-up

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JULIAN EBERHARD

TRAININGSFORMEL JULIAN EBERHARD „Biathlon ist 50 Prozent Grundlagenausdauer, 20 Prozent Statik (Rumpfspannung!). 25 Prozent Schießen, 5 Prozent Mentales.“ 62

schnell den Sinn dahinter und bekommst die körperliche Entwicklung mit. Fortschritt ist der größte Motivator. Und wenn mir Laufen nicht liegt? Dann hast du unendliche Möglichkeiten. Wenn ich Abstand vom Schnee gewinnen will, mache ich Bergtouren, fahre Rad oder mache Standup-Paddeln. All das ist gutes Ausdauertraining, das zusätzlich noch Spaß macht. Andere Sportarten beeinflussen also dein Training. Ich würde es nicht nur auf Sportarten festlegen. Viel kannst du dir auch von Leuten aus der Wirtschaft abschauen, die jeden Tag gefordert sind. Hör dir wie ich ihre Podcasts an und lerne: Wie gliedern sie ihren Alltag? Wie weit reizen sie ihre Grenzen aus? Wie ver verarbeiten sie Erlebnisse mental? Wie kommen sie zur Ruhe? Wie schöpfen sie Kraft? Und wie schöpfst du Kraft, etwa für den Schießstand, wo du im Unterschied zum Laufen nicht zu den Aller Allerbesten zählst? Indem ich versuche, nicht alles perfekt zu machen.

Wie bitte? Ich habe eine perfektionistische Herangehensweise, ver versuche die Scheibe genauer zu treffen, als ich müsste. Immer auf Sicherheit bedacht. Das haben mein Trainer und ich nun auf den Kopf gestellt. Wir haben jeden Atemzug, jede Bewegung zerlegt, analysiert und gewertet. Was brauche ich wirklich? Was kann ich weglassen? So wurde ich schneller und besser. Der Fokus auf das Wesentliche war für mich extrem schwierig. Also weg vom Perfektionismus! Pfeif auf Perfektionismus, sei erfolgreich! Das ist im Sport so, das ist im Leben so. Verstell dir deinen Weg nicht durch deine festgefahrenen Gewohnheiten.

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B I AT H L O N MARKUS BERGER/RED BULL CONTENT POOL

gefunden und ziehe das mit aller Konsequenz durch. Als Ausdauersportler musst du jeden Tag hart an dir arbeiten. Ich mache das seit Kindheitstagen. Ohne Pause. Ausdauer Ausdauertraining ist nicht kompliziert, man muss es nur machen. Und vor allem richtig machen: Pulsbereich einhalten und ein Gefühl für deinen Körper bekommen! Denn Laufen im falschen Pulsbereich bringt keinen Fortschritt. Das sollte man auch als Hobbysportler wissen. Wissen tun es viele. Du musst es dich aber trauen! Trauen, langsam zu laufen. Denn vor allem zu Beginn ist das ideale Tempo sehr, sehr niedrig. Weil viele Leute aber irgendjemandem imponieren wollen, laufen sie zu schnell. Das rächt sich – es wird mühsam und macht keinen Spaß. Genau deshalb empfinden fast alle Ausdauertraining als hart. Langsames Laufen klingt aber nicht gerade spannend. Es gibt Phasen, die man einfach durchziehen muss. Aber glaub mir, du erkennst


PHILIPP ORTER

PHILIPP ORTER Als dreifacher Juniorenweltmeister der Nordischen Kombination 2014 kam Sotschi für den Villacher zu früh. Nach der Bronzemedaille im Team bei der WM 2017 hat sich der 23-Jährige wohl endgültig unter den „Großen“ etabliert.

he red bulletin: Bist du ein Langläufer, der springt, oder ein Ski­ springer, der langläuft? philipp orter: Von der Grundidee des Sports sollte es halbe-halbe sein – angefangen beim Training: 50 Prozent Ausdauereinheiten, 50 Prozent Training für die Schanze – also Schnellkraft, Beweglichkeit, Sprungtechnik. Und wie sieht es in echt aus? Bei mir liegt die Ausdauerkomponente über 50 Prozent. (Lacht.) Obwohl Ausdauertraining fader als Springen ist. Nicht, wenn du es entsprechend gestaltest. Ob auf Ski-

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rollern, bei Bergtouren oder beim Radfahren: Ich suche mir stets neue Ziele. Es gibt so viele Orte, die du erreichen kannst. Ich spreche dabei gerne von Place Cells. Place Cells? Getreu dem Bestseller „Es existiert“ von Johannes Huber – ein empfehlenswertes Buch! Das Hirn sammelt Eindrücke, wenn du an Orten etwas Neues siehst. Du wirst klüger, steigerst deinen Erfahrungsschatz und bekommst zudem von den erreichten Zielen einen neuen Blick auf Bekanntes. Ich kann aber nicht immer neue Strecken wählen. Was, wenn ich gezwungen bin, immer die gleiche Strecke zu laufen? Dann miss dich selbst. Und versuche deine Zeit auf den Teilstücken wieder zu unterbieten. Macht jede Strecke interessanter. Garantiert. Gut, meine Ausdauer kann ich so steigern, wie aber nun meine Schnellkraft? Schnellkraft ist wie Hausbau-

en: Keller, Erdgeschoss, erster Stock, zweiter Stock, Dachgeschoss. Das Dachgeschoss ist die richtige Bewegung. Um – wie in meinem Fall – einen guten Sprung abzuliefern, brauchst du eine gute Basis. Dafür musst du viel in Muskelaufbau und intramuskuläre Koordination investieren. Das klingt jetzt sehr theo­ retisch. Nehmen wir die Bauchmuskeln: Viele machen Sit-ups. Gut, trainiert aber nur die oberen Bauchmuskeln. Für Schnellkraft gilt es aber, die ganze Bauchmuskelgruppe zu forcieren. Du sollst ja nutzen, was der Körper dir bietet. Viele Stunden im Fitness­ studio bleiben einem also nicht erspart. Anders gesagt: viel Zeit mit dir allein. Allein zu trainieren hat auch seine Vorteile. Mir gefällt es sogar besser, weil ich bestimmen kann. Wenn du mit anderen trainierst – ob nun in der Kraftkammer oder beim Laufen –, bist du oftmals entweder zu langsam oder zu schnell unterwegs. Gegenseitiges Pushen wird demnach überschätzt? Sich pushen ist gut, es zeigt, wo du stehst. Aber nicht stän63


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dig. Es ist wie mit Rechnungen: Wenn du gepusht wirst, zahlst du die Rechnung. Musst du jedes Mal zahlen, hast du am Ende aber kein Geld mehr. Da hört man den BWLStudenten in dir heraus. Was ich sagen will: Du musst auf deinen Körper hören, ihm Zeit zur Erholung geben. Wenn du immer Gas gibst, zehrt es irgendwann all deine Reserven auf. Wie lange halten deine Reserven? Sagen wir so, nach Ende der Weltcupsaison habe ich noch

einen Grundlagenblock eingelegt – inklusive Wings for Life World Run. Erst dann ging es in den Urlaub zum Golfen. Das nun wirklich nicht als Vorbereitung zählt. Na ja … der Schwungaufbau ist ähnlich dem Ablauf beim Skispringen. Radius, Druckaufbau, Kraftexplosion und mit Schwung immer schneller werden – das ist bei beiden Sportarten gleich. Wow! Golfen ist gut fürs Skispringen. Was noch? Mein Studium. Das frisst doch wertvolle Trainingszeit. Es ist eine Zusatzbelastung, aber eine positive. Wenn du etwas anderes zu tun hast, nutzt du die verbleibende Zeit besser. Zusatzbelastung macht dich effizienter.

TRAININGSFORMEL PHILIPP ORTER „50 Prozent ist Langlaufen, 15 bis 20 Prozent Schnellkraft, und den Rest investierst du in die Sprungtechnik.“

NORDISCHE K O M B I N AT I O N

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STUDIUM

ährend Philipp Orter (2014 gerade Juniorenweltmeister geworden) und Julian Eberhard (in Sotschi nur als Ersatzmann dabei) noch auf ihren ersten Olympia-Einsatz warten, hat Snowboarder Benjamin Karl mit Silber im Parallel-Riesenslalom 2010 und Bronze im Parallelslalom 2014 bereits zwei olympische Medaillen zu Hause. Geht er deswegen seine Vorbereitung gelassener an? Ganz im Gegenteil!

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the red bulletin: 13. Weltcup-Saison, dritte Olympische Spiele – ist das Training schon wie Büroalltag? benjamin karl: Iwo! Es liegt an dir, es nie so weit kommen zu lassen. Im Sport wie im Beruf musst du immer wieder neue Reize setzen, um dich zu motivieren. Das merke ich bei mir nach zwölf Jahren im Weltcup. Wenn du jedes Jahr das Gleiche trainierst, gleich viel Rad fährst, immer die gleichen Übungen machst, kannst du irgendwann nimmer. Wie sehen deine neuen Reize aus? Seit zwei Jahren mache ich CrossFit – eine sehr abwechslungsreiche Sportart und eine großartige Möglichkeit, Laktattoleranz zu trainieren. Harte Belastung, verbunden mit einem koordinativen Anspruch. Für den Körper höchster Stress, aber sehr effektiv. Dazu kommen snowboardspezifischere Übungen, koordinativ hochwertig und mit hoher Kraftanstrengung. Zum Beispiel? Auf einem Gymnastikball stehend einen 40-Kilo-Sandsack stemmen, einbeinige Kniebeugen auf weichem Untergrund – so etwas in der Art. Diese koordinativen Reize gilt es dann so weit zu festigen, dass daraus eine Selbstverständlichkeit wird. Und Selbstverständlichkeit macht dich besser? Blöd gesagt: Wenn du ausrutschst, rennt dir normaler normalerTHE RED BULLETIN


BENJAMIN KARL Mit vier Weltmeistertiteln, drei Triumphen im Gesamtweltcup und zwei olympischen Medaillen ist der St. Pöltner einer der erfolgreichsten Parallel-Snowboarder in der Geschichte seines Sports. Und auch mit 32 Jahren offen für Neues.

TRAININGSFORMEL BENJAMIN KARL „Das Kraft-Ausdauer-Paket liegt bei knapp 70 Prozent. Dazu kommen dann 20 Prozent Kraft und 10 Prozent Koordination.“

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K O O R D I N AT I O N

CROSSFIT

MOTORRAD

OLIVER JISZDA

SNOWBOARDEN

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weise eine Ganslhaut über den Rücken. Wenn du das aber im Training übst, der Ausrutscher selbstverständlich wird und du ihn einfangen kannst, erschrickst du nicht und bist schneller fokussiert. Unsere Sportart ist hochgradig koordinativ. Wenn es mich einmal aus der Bahn wirft oder ich ins Ungleichgewicht komme, finde ich zurück in die Linie, ohne viel Zeit zu verlieren. Das sind ent­ scheidende Hundertstel. Wir notieren: koordinatives Training. Weitere neue Schwerpunkte? Ich habe Motorradfahren entdeckt. Manch einer kann das schwer verstehen, aber für mich gehört das zum Training dazu. Ich kenne keine Sport­ art, die einen psychisch und physisch so fordert. Du fährst auf dem Ring mit dem Motor Motor­ rad irre Geschwindigkeiten. Du suchst das Limit. Du willst neue Bestzeiten fahren. Stän­ dig die beste Linie zu finden, Bremspunkte abzuschätzen, das Schneiden, die Innenlage – das sind allesamt Elemente, die du auch beim Snow­ boarden findest. Ich glaube aber nicht, dass du im sechsten Lauf noch der Schnellste bist, weil du vier Wochen davor über den Red Bull Ring gerast bist. Nein. Basis des Snowboardens – und nahezu jeden Sports – ist die Grundlagenausdauer. Dafür schuftet man im Sommer. Hunderte Stunden auf dem Rad, Skitouren in die Berge. Meine Herangehens­ weise: auf die Eigenerfahrung vertrauen, aber auch Sachen ausprobieren. Wissbegierig sein. Sich fragen, was man verbessern kann, Inputs von anderen Sportlern holen, von den Besten lernen. Und natür natür­ lich aus deinen Niederlagen. Wie jener im WM-Finale 2017? Ich war einfach müde. Körper Körper­ liche Schwächen zuzugeben fällt mir extrem schwer. Aber dieses Eingeständnis ist wich­ tig. Es begleitet mich seitdem täglich im Training. Und moti­ viert mich durchzuhalten. 65


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guide Get it. Do it. See it.

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Gründe, gut zuzuhören

JOHN CARTER/RED BULL CONTENT POOL

WINDTALKERS

Es heißt ja immer, man soll von den Besten lernen. Warum also nicht von einem 42fachen Weltmeister? Wir präsentieren: Bjørn Dunkerbeck, WindsurfIkone, im Bild rechts. Das darüber? Das könnten Sie sein, seinen Inputs folgend. Alle Infos auf den nächsten Seiten.

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GUIDE

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Reisen abseits des Alltäglichen

THE RED BULLETIN: Was kann ich von Bjørn Dunkerbeck lernen, was mir kein anderer Surflehrer beibringen kann? BJØRN DUNKERBECK: Wenn ich eine Surfgruppe betreue, ist mir eines ganz besonders wichtig: nahe dran sein. Da ich neben den Kursteilnehmern mitsurfe, sehe ich relativ schnell, was einer verkehrt macht. Und aufgrund meiner Erfahrung erkenne ich, wo Bjørn Dunkerbeck, Verbesserungspotential ist. 48, im Weltcup bis Und das macht mich besser? 2014, nochmals Weltmeister 2016 Hier gilt wie überall: Wer die Anweisungen befolgt, der lernt viel. (Lacht.) Im Besonderen kommt dazu: Je besser die Kenntnisse, desto mehr lernt man. Wenn ich nun aber noch nie gesurft bin? Dann wird’s höchste Zeit, es auszuprobieren! Glaub mir: Wer einmal draußen ist und diese Freiheit spürt, kommt nicht mehr weg davon. Auf dem Wasser wird der Kopf frei. Du fühlst dich wie neugeboren. Irgendwann muss ich aber wieder runter vom Board. Leider. Aber keine Sorge, ob Tauch- oder Mountainbike-Tour, Dinner oder Insel-Erkundung – langweilig wird dir auf Gran Canaria nicht. Dafür sorgen wir schon. Nur Strandliegen an der Playa del Inglés wird es nicht spielen. (Lacht.)

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„AUF DEM WASSER WIRD DEIN KOPF FREI“

Sportstars und andere Ausnahmekönner nehmen Sie mit in ihre Welt. In diesem Fall: auf die Kanaren – das „Hawaii Europas“.

RAY DEMSKI/RED BULL CONTENT POOL, MANUEL FERRIGATO/RED BULL CONTENT POOL

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b Segeln mit Doppel-Olympiasiegern, Abhängen mit Ausnahme-MCs oder die Teilnahme an einer Eisrallye – Destination Red Bull definiert die Beziehung zwischen Fan und Idol neu. Aus Helden werden Gefährten, aus Weltmeistern Lehrmeister. Bestes Beispiel: Bjørn Dunkerbeck, 48-jährige Windsurflegende und während einer einzigartigen Erlebnisreise auf Gran Canaria sieben Tage Ihr persönlicher Instruktor.

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Destination Red Bull

Bjørn Dunkerbecks „Wohnzimmer“ be­ geistert: 20 Grad im Wasser, super Wetter, konstanter Passatwind

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REISEN ABSEITS

Entdecken Sie die faszinierende

Schnee, Eis und Platz, sich darin auszutoben

Schulter an Schulter mit Sportidolen Unvergessliches erleben. Events aus Perspektiven feiern, die sonst nur Professionals vorbehalten sind. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl der Reisen abseits des Alltäglichen. Willkommen bei „Destination Red Bull“!

Weitere Infos und Buchung unter www.destinationredbull.com

Eisrallye-Experience mit Mattias Ekström

HOT SEAT? WORTWÖRTLICH!

THE RED BULLETIN: Was erwartet die Teilnehmer, wenn sie Sie in Jukkasjärvi, 200 Kilometer nördlich des Polar­ kreises, besuchen? MATTIAS EKSTRÖM: Spaß in einem Winterparadies. Von so viel Schnee, Eis und Platz kann man anderswo nur träumen. Was ist mit Ihren Reisebegleitern genau geplant? Wir werden viel Auto und Snowmobile fahren und eine Tour mit Schlittenhunden machen. Geschlafen wird im Eishotel. Das, was wir Schweden im Winter halt so tun, wenn wir nicht in der Sauna sitzen. Was ist mitzubringen? Gute Laune, lange Unterhosen, dicke Socken und gute Handschuhe. Und vielleicht eine Taschenlampe. Denn viel Tageslicht gibt es hier oben im Winter nicht. Können Teilnehmer etwas falsch machen? Auf jeden Fall! Snowmobile fahren ist wie eine Rallye für Amateure. Ist man zu flott unterwegs, Mattias Ekström, kommen einem die Bäume schneller entgegen, 39, Motorsport­ als einem lieb ist. Universalgenie, ist Ihr Fahrlehrer. Wie schafft man es, die Fahrt in der Kälte tatsächlich zu genießen? Das Fahren selbst ist der größte Genuss. Wann kannst du im Auto schon hemmungslos Gas geben? Am Snowmobile bist du exponierter. Da spürst du Kälte, Wind, Geschwindigkeit – bis dir das Adrenalin einschießt. Und schon ist dir warm.

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RED BULL AIR RACE, ABU DHABI Leben Sie den Traum vom Fliegen in einem Red Bull Air Race-Cockpit.

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RED BULL STUDIOS Zeigen Sie, wer wirklich den Ton angibt, und produzieren Sie im Studio Ihre eigene Platte.

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GUIDE Destination Red Bull

DES ALLTÄGLICHEN Welt von Red Bull hautnah.

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3 WINGS FOR LIFE WORLD RUN Mit Ihrem Idol laufen Sie für die, die es nicht können – ein einzigartiger globaler Event.

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RED BULL CLIFF DIVING WORLD SERIES, POLIGNANO A MARE Mittendrin im Klippenspringer-Finalbewerb. Wagen Sie den Sprung Ihres Lebens!

ICE RALLY MIT MATTIAS EKSTRÖM Der schwedische Motorsport-Meister entführt Sie in sein persönliches Eisparadies.

ABENTEUER-WOCHE MIT SOFÍA MULÁNOVICH IN PERU Genießen Sie eine ganze Woche mit Sofía und erleben Sie ihren Surfing-Lifestyle.

WINDSURFEN MIT BJØRN DUNKERBECK Im Fahrwasser des 42fachen Weltmeisters behaupten Sie sich gegen Wind und Wellen.

MOUNTAINBIKEN MIT AKSEL LUND SVINDAL Verbringen Sie einen Tag mit Ihrem Ski-Idol und entdecken Sie, wo sein Aufstieg begann.

RED BULL CLIFF DIVING WORLD SERIES, AZOREN Eine atemberaubende Kulisse für Ihre Zeit mit den besten Klippenspringern der Welt.

OSKAR BAKKE/RED BULL CONTENT POOL, RED BULL CONTENT POOL

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GUIDE Redaktion: Gisbert L. Brunner

Get it „Cintrée“ steht für die abgerundeten Ecken der Cartier-Uhr, „Skeleton“ für skelettiert.

H. MOSER & CIE SWISS ALP WATCH S

Idol

QUADRATUHR DES KREISES

Der brasilianische Pilot Alberto Santos-Dumont flog zwar nicht das erste Motorflugzeug der Welt – das taten schon die Gebrüder Wright drei Jahre vor ihm –, er schaffte es dennoch in die Geschichtsbücher der Luftfahrt. Bei einem Essen im Jahr 1904 mit seinem Freund Louis Cartier, Enkel des Gründers des renommierten Pariser Schmuck Schmuckhauses, klagte Santos-Dumont darüber, dass er beim Steuern seines Flugzeugs nicht nach der Taschenuhr greifen könne. Diese Anregung brachte Cartier dazu, die erste Armbanduhr des Unter Unternehmens zu entwickeln: die quadratische Cartier Santos. Mit der Uhr am Handgelenk gelang Santos-Dumont am 12. November 1906 in seinem Doppeldecker der erste 220-Meter-Motorflug – es war die Geburtsstunde der Fliegeruhr.

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Das Design ist eine Hommage an eine gewisse Smartwach aus Cupertino, Kalifornien. Und wie ihr fruchtiges Vorbild verspricht die mechanische Uhr mit Handaufzug puren Luxus. Auf 50 Stück in Weißgold limitiert. h-moser.com

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Ikone

CARTIER TANK CINTRÉE SKELETON

Ein Panzer in Platin Louis Cartiers Liebe zu quadratischen Uhren bewog ihn 1917 zu seiner wohl berühmtesten Schöpfung: der Cartier Tank. Die eckige Uhr, in ihrer Formgebung von den Panzern des Ersten Weltkriegs inspiriert, war ein Geschenk an den legendären USGeneral Pershing, begeisterte aber auf Anhieb auch Adelige und Promis. Bis herauf in die Gegenwart: Lady Diana und Michelle Obama, Truman Capote, Yves Saint Laurent, Andy Warhol und Elton John besaßen bzw. besitzen eine Cartier Tank – der Sänger schrieb sogar ein Lied über Cartier. Kim Kardashian ersteigerte bei einer Auktion die Tank von Jackie Kennedy für 379.500 Dollar. Das hundertjährige Jubiläum der Uhr feiert Cartier mit der Tank Cintrée Skeleton in Roségold und Platin, jeweils auf – natur naturgemäß – 100 Stück limitiert. cartier.de

Das Wendegehäuse der 1931erReverso schützte das Zifferblatt beim Polo (man drehte die robuste Uhren-Rückseite nach vorne). Nun werden beide Seiten genutzt, für Mondphase sowie zweite Zeitzone. jaeger-lecoultre.com

NOMOS GLASHÜTTE TETRA GOLDELSE

Idealmaß

Roségolden schimmernd, nach der Dame auf der Berliner Siegessäule benannt und ein ebenso monumentales Meisterwerk. Zudem mit 29,5 mal 29,5 mm ideal quadratisch. nomos-glashuette.com

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Meine erste Skitour mit Bergwelten-Chefredakteur Klaus Haselböck

26. – 28 . JÄN N E R 2018 KITZ STE I N HOR N | K APRU N Ausrüstung testen und mit Bergführern auf Skitour gehen

Infos & Anmeldung: bergwelten.com/skitouren

In Kooperation mit:


GUIDE

See it „As the Crow Flies“ ist vom selben Team wie der 2015er-Film „Follow Your Nose“.

FIT FÜRS BOARDMEETING?

Ob du den Spuren der Ausnahmekönner im Schnee oder im Wüstensand folgen willst – auf Red Bull TV erreichst du dein Ziel.

18 Dezember

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine globale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart-TV.

PREMIERE

AS THE CROW FLIES

Gigi Rüf: seit seinem neunten Lebensjahr fest mit dem Snowboard verbunden

Der Sportabenteuerfilm von Pirate Movie Production begleitet die öster österreichische Snowboard-Ikone Gigi Rüf und seine Freunde, darunter die USStars Pat Moore und Travis Rice, auf ihrer Jagd nach Schnee, Sprüngen und vor allem Spaß. Das Jagdrevier: Öster Österreich, Italien, Japan, Alaska und Kanada. Ihre Waffen: Perfektion und Vielseitigkeit auf dem Board – die ideale Ausrüstung für Ausritte in urbanen Playgrounds sowie im Backcountry.

Alle Infos: www.redbull.tv

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Dezember/ Jänner

Doku

ON DEMAND

WEITERGEHEN

KIN MARCIN/RED BULL CONTENT POOL, MATTHIAS HESCHL/RED BULL CONTENT POOL, ORIGINAL MEDIA/RED BULL CONTENT POOL

Der erfolgreichste Skispringer im Weltcup, von Siegen verwöhnt, von Fans verehrt. Doch dann: Verletzung, Formkrise, Sinnkrise. Der Film von Gerald Salmina zeigt Gregor Schlierenzauers Weg zurück zur Freude am Sport.

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Doku-Serie

ON DEMAND

THE HORN

Real-Life-Drama! Über 1700 Einsätze fliegen die Retter der Air Zermatt im Jahr. Dank der faszinierenden Doku-Serie bist du bei ausgewählten Rettungstaten dabei. Ein Blick hinter die Kulissen der „Schutzengel“ vom Matterhorn.

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bis 20. Jänner

LIVE

RALLYE DAKAR 2018

Die Route führt 10.000 Kilometer von Lima über La Paz nach Córdoba. Dazwischen geht’s über einige der unfreundlichsten Terrains, auf denen sich je Wege bahnten. Kurz gesagt: der ultimative Test für Mensch und Maschine.


GUIDE

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NATURBURSCHEN GESUCHT

So funktioniert’s: Schritt 1: Alle vier ORGANICS by Red Bull-Dosen finden und markieren Schritt 2: Foto mit dem Handy machen Schritt 3: Foto per WhatsApp bis 9. 1. 2018 an Red Bull MOBILE senden: 0664/75 12 66 44 Schritt 4: ORGANICS by Red Bull-Paket nach Hause geschickt bekommen

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OLIVER TOMAN/WALDUNDSCHWERT

Auf diesem Bild sind vier ORGANICS by Red Bull-Dosen versteckt. Finde alle Geschmacksrichtungen und hol dir deinen Viererpack.


Suchspiel

Mit ihrer Beteiligung am Suchspiel akzeptieren die Teilnehmer die Teilnahmebedingungen sowie die Datenschutzbestimmungen. Zum Mitmachen berechtigt sind Personen, die mindestens 18 Jahre alt und in Ă–sterreich wohnhaft sind. Pro Postadresse darf nur eine Person einmalig mitmachen. Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen unter: organicsbyredbull.com/agb

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Dezember–Februar Dezember Powernerd Mit ihren Roboter-Outfits muten sie an wie Cousins von Daft Punk, mit ihrer Begeisterung für Gitarren-Soli und kitschige 1980er-Melodien klingen sie wie eine Kreuzung aus Synth-Popund Hard-Rock-Band: Diese Ausrichtung hat dem Wiener Trio, das an diesem Abend seine neue Single präsentiert, den Ruf beschert, die schrägste Live-Band des Landes zu sein. Grelle Forelle, Wien; soundcloud.com/powernerd

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Dezember bis 25. Februar Goldi Talente Cup Starterlaubnis für künftige Überflieger: Skisprung-Ikone Andreas Goldberger begibt sich zum elften Mal auf die Suche nach Talenten. An fünf Stationen quer durch Österreich können Mädchen und Burschen der Jahrgänge 2007 bis 2011 erstmals richtig abheben – vor den (Adler-)Augen des dreifachen Weltcupgesamtsiegers. Für alle Interessierten gilt daher: Nutze deine Schanze! Erste Station: 16. 12. in Villach; Alle Termine unter: goldi-cup.at

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Jänner Neujahrsschwimmen Wer von Rollmops und derlei nicht viel hält, für den gibt es ein besseres Mittel gegen den Kater vom Silvesterabend: ein erfrischendes Bad im Wörthersee. Zum bereits neunten Mal stellen sich Teilnehmer der Herausforderung. Die lautet: rund 100 Meter schwimmen! Einfach? Bei knapp fünf Grad Wassertemperatur! Na eben. Schlosshotel, Velden; s-a-w.at

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FIVA & JRBB

Nina Sonnenberg alias Fiva ist stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen: 2002 machte sie sich als PoetrySlam-Meisterin und Rapperin einen Namen. Seit 2007 ist sie als Moderatorin im Radio (FM4) und Fernsehen (ZDFkultur) aktiv, 2010 arbeitete sie als Regisseurin an der Oper Kiel. Letzten Herbst erfüllte sich die 39-Jährige einen Traum: Sie nahm ein Album mit der 20-köpfigen Jazzrausch Bigband auf („Keine Angst vor Legenden“), nun bringt sie den Mix aus Jazz und Hip-Hop auf die Bühne. Porgy & Bess, Wien; ninafivasonnenberg.de

Besinnliche Weihnachtsfeiertage? Nicht in der Eisarena, wo es für die „Bullen“ an drei EBEL-Heimspieltagen in Folge gegen Teams aus dem Westen geht. Checks statt Keks heißt es bei den Duellen mit dem HCB Südtirol, den Dornbirn Bulldogs und den „Haien“ aus Innsbruck. Punkte sind für Manuel Latusa (Bild) und Kollegen Pflicht, damit es am Ende des Grunddurchgangs nicht doch noch eine zusätzliche Bescherung gibt.

RAINER MARIA JILG, GEPA PICTURES

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Dezember bis 5. Jänner EC Red Bull Salzburg

Eisarena, Salzburg; Tickets: redbulls.com/icehockey

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THE RED BULLETIN PROMOTION

URLAUB AM SONNENPLATZL 48. EUROLOPPET GANGHOFERLAUF

3. – 4. 3. 2018, LEUTASCH www.ganghoferlauf.at Über 2.000 Sportler werden beim ältesten Langlauf-Marathon Tirols erwartet. Großes Rahmenprogramm für die ganze Familie inklusive!

Olympiaregion Seefeld im Herzen der Alpen: Drei Olym­ pische Spiele sind vielleicht ein Glücksfall, aber kein Zufall. Hier geben sich wahre Sieger die Klinke in die Hand. Auf einem nach Süden hin offenen Hochplateau auf 1.200 Meter Seehöhe und umrahmt von Naturschönheiten wie dem Naturpark Karwendel, liegt die Olympiaregion Seefeld. Sie diente 1964, 1976 und 2012 als Austragungsort der nordischen Disziplinen von Olympia und bereitet sich schon auf das nächste Großereignis vor: die FIS Nordische Ski-WM 2019. Es finden hier aber nicht nur Profisportler ideale Bedingungen, sondern alle Gäste ein facettenreiches Angebot für abwechslungsreiche Winterferien. Ganze 256 Kilometer täglich frisch gespurte und qualitätsgeprüfte Loipen laden dazu ein, das Plateau auf Langlaufskiern zu entdecken. Die Region bietet auch alpines Skivergnügen für Genussskifahrer, welche die breiten und sonnigen Abfahrten schätzen. Ganz ohne Bretter geht es aber ebenso – z. B. laden idyllische Winterwanderwege zu einem Ausflug ein. Egal wie, die Hauptsache ist, man genießt die Auszeit vom Alltag und entspannt in der herrlichen Natur der Olympiaregion Seefeld.

Fotos: Olympiaregion Seefeld, Andre Schönherr, Stephan Elsler

EVENT INFO 13. – 14. 1. 2018: KAISER MAXIMILIAN LAUF 20. 1. 2018: SCHNEEFEST 26. – 28. 1. 2018: FIS WELTCUP NORDIC COMBINED TRIPLE & FIS WELTCUP LANGLAUF 1. – 3. 2. 2018: KRISTALLZAUBER WINTER OPEN AIR 10. 3. 2018: WINTERPARTY MIT ANDREAS GABALIER AUSBLICK Die Olympiaregion Seefeld freut sich schon auf die FIS Nordische Ski-WM 2019.

WWW.SEEFELD.COM


SNOW STYLE Über Jahrtausende waren Berge für Menschen eisige, unüberwindbare und todbringende Barrieren. Doch dann schnallten sie sich Bretter an die Füße … und der Spaß begann. Fotos: HAMISH BROWN Styling: SARAH ANN MURRAY

Linke Seite: Rossignol Soul 7 HD-Freeride-Ski, rossignol.com; Dynafit TLT SpeedfitSkitourenschuh, dynafit.at Rechte Seite – sie, von oben: DC Joyfull CuffBeanie, dcshoes.com; GLORYFY Gi12 Bon Voyage StylediverSonnenbrille, gloryfy. com; SUPERDRY Hooded Fur Sherpa SD-Wind-AttackerJacke, superdry.com; MONTANE Primino 220 Zip Neck MerinoBaselayer, montane. co.uk; DC Franchise SE Snowboard/SkiFäustlinge, dcshoes. com; K2 WildheartSnowboard, de.k2snowboarding. com; O’NEILL Jones Sync Ski/SnowboardHose, oneill.com; BURTON Limelight Step On-Snowboardstiefel, burton.com

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Rechte Seite, links oben: ATOMIC Redster World Cup 110-Skischuh, atomic.com; K2 Spyne 130 HV-Skischuh, global.k2skis.com Rechts oben: MONTANE Windjammer Halo-Beanie, montane. co.uk; ADIDAS Progressor Splite-Skibrille, adidas.at; BUFF Cordes, buffwear. com; COLUMBIA OutDry Ex ECO-Daunenjacke, columbiasportswear.at; LÖFFLER Transtex WarmSeamless-Shirt und -Thermo-Handschuhe, loeffler.at; SALOMON MTN Alu S3-Stöcke, salomon. com; O’NEILL 88’ Shred Bib-Ski/Snowboard-Hose, oneill.com; LA SPORTIVA Crossover 2.0 GTX-Mountain-Running-Schuhe, lasportiva.com Links unten: BURTON Linden Beanie, burton.com; SMITH Squad XL Skibrille, smithoptics.com; BUFF Midweight Light Military Melange, buff.eu; ABSOLUT PARK Crew Neck, absolutpark.com; DC Network Technical Riding Weste, dcshoes. com; BURTON Heritage Collared-Daunenjacke, burton.com Rechts unten: DOUCHEBAGS The Douchebag-Ski- und Snowboard-Tasche, douchebags.com; BURTON Talent Scout-Snowboardund Step On-Bindung, burton.com; STANCE Stoney Ridge-Socken, stance.com; K2 SaperaSnowboardstiefel, de.k2snowboarding.com

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GU I D E Linke Seite, links oben: FISCHER Streif-Ski, fischersports.com; SALOMON MTN Alu S3-Stöcke, salomon.com Rechts oben: BURTON Nana-Beanie, burton. com; GLORYFY G9 XTR-Brille, gloryfy. com; SHACKLETON Submariner-Jumper, shackletoncompany. com; MONTANE IcarusJacke, montane.co.uk; CANADA GOOSE Arctic Down-Fäustlinge, c­ anadagoose.com; BLACKYAK Active Flex-­ Hose, global.blackyak. com; REEF Rover Mid WT-Schuhe, reef.com; HEAD Kore 105-Ski, head.com; TYROLIA AAAttack² 16 GWBindung, tyrolia.com Links unten: POC Auric Cut-Helm, pocsports.com; ANON WM1-Skibrille, burton.com; DARE2B Motif Luxe Ski-Mid­ layer-Jacke, dare2b. com; O’NEILL Jones Contour-Ski/Snowboard-Jacke, oneill. com; SPOT Gen3-GPSTracker, findmespot. eu; EVOC FR Day 16-lTeam-Rucksack, evocsports.com; DC Franchise-Snowboard/ Ski-Handschuhe, ­dcshoes-uk.co.uk Rechts unten: JACK WOLFSKIN Exolight Slope-Hose, jackwolfskin.at; STANCE PangeaSocken, stance.com; DC Search Boa-­ Snowboardstiefel, dcshoes.com Rechte Seite, von oben: K2 Diversion-Helm, de.k2snowboarding. com; ADIDAS Progressor Splite-Ski/Snowboardbrille, adidas. com; BLACKYAK VividJacke und Hooded-­ Silhouette-Fleece, global.blackyak.com; MAMMUT Pulse Barryvox 3-Antennen-LVSGerät, mammut.com; ARVA Airbag Reactor 25 Ultralight-AirbagRucksack, arva-­ equipment.com

Set Stylist: Sarah Gobourne Fashion Assistent: Emily Bulford Haare und Make-up: Bella Costanzo Models: Erika Pattison und James Crabtree @ Select


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Do it

WINTER HIGHLIGHTS

Draußen ist es kalt, und du bleibst lieber in der warmen Stube? Nix da, wir liefern dir sieben exzellente Gründe, deine Bastion hinter dem Ofen aufzugeben und den Winter draußen zu erobern. Los geht’s:

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und 6. April Electronic Mountain Festival Du denkst bei elektronischer Musik an dunkle Clubs, vibrierende Wände, beklemmende Enge? Dann lass dir etwas anderes zeigen. Anfang April beehren erneut die angesagtesten ElectroActs die Ötztaler Berge. Open Air auf 2300 Meter Höhe – „Oben Air“ also. Das Line-up 2018 ist noch geheim. Bleibt eine Frage: Klingt der Bass so hoch eigentlich immer noch tief?

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bis 28. Jänner Nordic Combined Triple Was für Skispringer die Vierschanzentournee ist, ist für die Nordischen Kombinierer das Triple in Seefeld. Der Modus des Saison-Highlights, kurz erklärt: Freitag und Samstag je ein Sprung von der Schanze und ein Langlauf über 5 bzw. 10 km, Sonntag das Finale der besten 30 mit zwei Sprüngen und 15-km-Lauf. Der Gewinner am Finaltag ist Gesamtsieger – seit 2014 stets Eric Frenzel (Nr. 4/Foto). Noch kürzer ausgedrückt: dreifaches Leistungsabrufen, doppelte Weltcuppunkte, einfach genialer Event. Casino Arena, Seefeld; weltcup-seefeld.com

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RUDI WYHLIDAL, JFK/EXPA/PICTUREDESK.COM, ROHRBACHER17

Giggijoch, Sölden; electric-mountain-festival.com


Winter Action

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bis 21. März Spring Battle Slopestyle-Contest trifft Filmfestival – dem Format Follow Cam Jam Session sei Dank. Fünf Tage lang haben die weltbesten Freestyle-Skier (Foto: Stefanie Mössler) und -Snowboarder Zeit, Videos zu drehen und einzureichen, ehe eine Jury den Sieger bestimmt. Die Zuseher erleben die Produktion hautnah. Hauptdarsteller variieren, der Plot ist der gleiche: knallharte Snow Action. Ungeschnitten. Absolut Park, Shuttleberg; absolutpark.com

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Do it

Winter Action

16 Dezember Rise & Fall

Das Leben ist ein Auf und Ab. Und bei keinem Event wird das so klar darge­ stellt wie bei diesem Staffelwettbewerb im Zillertal. Ein Team besteht aus vier Sportlern – Skibergsteiger, Paragleiter, Mountainbiker und Skifahrer/Snow­ boarder. Jeder der vier muss auf seine Art 430 Meter Höhendifferenz über­ winden; Tourengeher und Biker rauf, die anderen zwei runter. Die Gewinner? Wer von den 80 Teams auf Skiern/Board zu­ erst unten ist, steht am Ende ganz oben. Mayrhofen; riseandfall.at

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Auf der Strecke kämpfen die welt­ besten Ski­ und Snowboardcrosser (Foto: in Blau SBX­Weltcupgesamt­ sieger Alex Pullin) um die ideale Linie, auf der Bühne im Anschluss zwei Top­Acts um die Gunst der Fans. Im deutsch­schwedischen Duell der Hip­Hopper 257ers („Ich und mein Holz“) mit den Rockern von Mando Diao lässt sich ein klarer Gewinner allerdings nur schwer küren. Silvretta/Montafon; montafon.at

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RISE&FALL MAYRHOFEN/D.EBENBICHLER

bis 17. Dezember Weltcup Montafon


PROMOTION

must-haves

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1 TYROLIA AAATTACK² 14 AT

Die neue AAAttack² 14 AT bietet erstklassige Abfahrtsperformance mit der Vielseitigkeit des neuen FR PRO² AT Backens, der mit Skischuhen des Typs-A Adult und des Typs-T Touring (inklusive GripWalk und Walk Sole/ Walk To Ride Skischuhe) geeignet ist. Das ideale AAAttack Modell für maximale Freiheit im Schnee und bei der Skischuhwahl. www.tyrolia.com

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2 DER UNWIDERSTEHLICHE BLICK!

Das Cédrat Augengel, mit dem Extrakt der energiespendenden Bio-Zedrat-Zitrone aus Korsika, spendet Feuchtigkeit und belebt die Augenpartie mit Dreifachwirkung. Es bekämpft Müdigkeitserscheinungen, belebt die Augenpartie und erfrischt mittels MassageKugeln. Die leichte Textur, die weder fettet noch klebt, zieht schnell ein. www.loccitane.at

3 LEADER

Die coole LEADER von POLICE ist eine Multifunktionsuhr für Männer auf der Überholspur. Das detailreiche Zifferblatt mit modischen rosévergoldeten Details wird von einem massiven Gehäuse mit rosévergoldeter IP-Beschichtung samt ionenplattiertem Kronenschutz sowie dekorativen Zierschrauben umrahmt. Ein Lederband in tiefem Dunkelblau mit Nietendekoration ist die ideale Ergänzung. www.timemode.com/ police

4 INDIVIDUELL WIE DU

Das Xperia XZ1 und das Xperia XZ1 Compact, beide neu, vereinen perfekte Technik in zwei Größen. Wie die Funktion Super Slow Motion durch die Motion Eye™Kamera, den neuen 3D Creator, der Gesichter und Objekte in 3D Avatare verwandelt, oder den leistungsstarken Snapdragon-835-Prozessor. Tauche mit noch mehr Sony-Technologien in die neue Welt der XZ-Familie ein. www.sonymobile.com

5 FÜR SPEED-FANS 6 FÜR AUSDAUER – ATOMIC REDSTER UND LEISTUNG Das Weltcup-Skimodell Redster G9 garantiert Top-Performance bei hoher Geschwindigkeit. Mit der erprobten Renntechnologie Servotec vermittelt der agile Ski und ein dynamisches Rennfeeling bei hoher Stabilität. Der HighPerformance-Skischuh Redster CS 130 mit präziser Kraftüber Kraftübertragung und optimalem Halt komplettiert dieses perfekt abgestimmte Set-up. www.gigasport.at

Für die beste Leistung und Ausdauer beim Sport sollte Ihr Körper optimal mit den Mineralstoffen Magnesium und Kalium versorgt sein. Dr. Böhm® Magnesium Sport® kombiniert diese beiden Power-Mineralstoffe. Erhältlich als: frischer Brausedrink, Tablette oder Stick für unterwegs. Für Ihre sportliche TopPerformance! Exklusiv in Ihrer Apotheke erhältlich. www.dr-boehm.at

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Do it

Winter Action

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bis 21. Jänner Hahnenkammrennen

Ein Mann muss im Leben drei Dinge tun: ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen. Und ein Skifahrer? Der pfeift aufs Gärtnern und träumt neben den ersten Aufgaben lieber davon, mit über 150 km/h zwischen Bäumen durchzujagen. Zum 78. Mal bietet sich dazu auf der Streif die beste Gelegenheit. Neben der Abfahrt wie üblich im Angebot: Super-G (Foto: Erik Guay, Super-G-Weltmeister 2017), Slalom – und viele Promis. Kitzbühel; hahnenkamm.com

„Zieeeh“ dich warm an, es ist endlich wieder so weit. Nach einem Jahr Pause macht der Skiflug-Weltcup wieder Station am Kulm. Drei Tage Action vom Schanzentisch und Party danach (Bild). Für die Athleten ist die Jagdsaison eröffnet – auf den Schanzenrekord. 2016 setzte der Slowene Peter Prevc mit 244 Metern die Bestmarke, die ihm die ÖSVAdler um Weltrekordhalter Stefan Kraft (253,5 Meter in Vikersund) streitig machen wollen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Fans ihre Anfeuerungsrufe so lange halten können. Tauplitz/Bad Mitterndorf; skifliegen.at

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SAMO VIDIC/RED BULL CONTENT POOL, VIRGOSYSTEM.CC

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bis 14. Jänner Skifliegen am Kulm


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XICO UND MIRADORES DEL MAR VERACRUZ

1863 gegründet, zählt die Stadt heute mehr als 8 Millionen Einwohner. An der Küste (Golf von Mexiko) ist das Klima tropisch, in den Gebirgsregionen sind die Temperaturen mild – Vielfalt auf einer Fläche von 71.820 Quadratkilometern.

WARUM HIER? Xico ist eine hübsche Stadt am Fuße des imposanten erloschenen Vulkans Cofre de Perote. Miradores del Mar ist eine kleine Ortschaft fern der Touristenströme in einer nahezu unberührten Umgebung.


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CHOLULA UND PERICOS PUEBLA

Im Osten Mexikos, 1823 gegründet, zählt der Ort heute über 6 Millionen Einwohner. Hier stieß man auf die ältesten Zeugnisse des Maisanbaus.

WARUM HIER? Cholula bedeutet auf Nahuatl „Ort derer, die geflohen sind“. Es handelt sich um eine interessante präkolumbische Stadt im Herzen von Puebla. In Pericos herrscht eine besonders friedliche Atmosphäre, die in Kombination mit der dortigen klaren Luft ideal zum Bouldern ist und Boulderprobleme/-routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden verspricht.


TEPOZTLÁN UND YECAPIXTLA MORELOS

Der Name stammt von José María Morelos y Pabón, einer der Protagonisten der Unabhängigkeit Mexikos. Mit 4.893 Quadratkilometern handelt es sich um einen der kleinsten und am dichtesten besiedelten Bundesstaaten des Landes. Hier beginnt die Gebirgsregion, in der sich der Vulkan Popocatépetl befindet.

WARUM HIER? Es gibt zauberhafte Orte mit angenehmem Klima und alten Traditionen, malerische Städte und eine besonders schöne Landschaft.


THE RED BULLETIN PROMOTION

CREEL UND PEÑOLES CHIHUAHUA

Der größte Staat des Landes, mit einer Bevölkerung von mehr als 3 Millionen Einwohnern. Im Norden grenzt das Land an die Vereinigten Staaten. Der berühmte Burrito stammt aus dieser Gegend.

WARUM HIER? Creel liegt im Herzen der beeindruckenden Sierra Tarahumara und ist einer der wenigen Pueblos Mágicos im Norden von Mexiko. Peñoles gilt als eine der bekanntesten und interessantesten Kletterregionen des Landes. Die felsige Landschaft ist tatsächlich ein Traum und Anfang Frühling oder im Herbst kann man zudem perfekt zelten.


GUIDE

Check it

THE RED BULLETIN WELTWEIT Pures Skifahren in Vermont, mexikanische Triathlon-Power und Brooklyns Retro-GamingTempel: die Highlights unserer globalen Ausgaben im Jänner.

USA PURE WINTER-ACTION Colorado, Alaska, Vermont und … Kalifornien? Wir stellen Amerikas spannendste Backcountry-Plätze vor.

The Red Bulletin als E-Paper: redbulletin.com

El triatleta natural de Xalapa (en Veracruz), Crisanto Grajales Valencia, 30 años, es el actual campeón del mundo de triatlón tras ganar en Salinas, Ecuador.

ACCIONES Texto: Marco Payán

MARCOS FERRO/RED BULL CONTENT POOL

POCAS PALABRAS,

MUCHAS 70

MEXIKO CRISANTO GRAJALES Die Fitness-Tricks des mexikanischen Triathlon-Stars.

DRINKING GA M E S A decade before arcade bars started popping up across the country, a group of friends in Brooklyn had a dream that pairing classic video games with quality booze was a match made in 8-bit heaven. Barcade CEO Paul Kermizian explains how a simple bar concept exploded into a mini empire. Words: Lizbeth Scordo Photography: Joao Canziani 60

USA DAS RETRO-PARADIES In der Barcade Bar in Brooklyn trifft das New Yorker Nightlife auf die Spielautomaten-Kultur der achtziger Jahre. Ein Besuch im Pixel-Paradies. 96

GROSSBRITANNIEN KATIE ORMEROD Eine Top-Snowboarderin – aus dem berglosen und schneearmen England? Wir treffen die Frau, die genau das werden will.

„ICH HABE EIN PROBLEM: ICH HÖRE ZU VIEL ZU.“ FRANKREICH KEV ADAMS Der Schauspieler und Frankreichs Humorist der Stunde verrät uns seine Strategie für kreatives Arbeiten. THE RED BULLETIN


Jänner

IMPRESSUM ÖSTERREICH

Editorial Director Robert Sperl

ANFÄNGER ANFÄ NGER50

TRI CKS

DAVID HABLÜTZEL will der beste Snowboarder der Welt werden. Seine ungewöhnliche Erfolgsformel: Jeden Tag bei null beginnen.

Text: Alex Lisetz Fotos: Gian Paul Lozza

SCHWEIZ DAVID HABLÜTZEL Der Schweizer will der beste Freestyle­Snowboarder Freestyle Snowboarder der Welt werden, indem er jeden Tag neu scheitert. Ein Treffen in der Halfpipe.

ÖSTERREICH GREGOR SCHLIERENZAUER Der erfolgreichste Ski­ springer der Gegenwart erzählt vom schwierigsten Comeback seiner Karriere. Ab Seite 34

Ihr neuer Thriller spielt im Frankfurter Gangster-Milieu. Aber wie viel GangsterMilieu steckt in Moritz Bleibtreu, Edin Hasanovic und Kida Ramadan? Ein Gespräch mit den drei Kino-Stars über Karriere, Ladendiebstahl und die Ratschläge ihrer Mütter. I N T E RV I E W: RÜ D I G E R S T U R M F O T OS : DAV I D F IS C H E R

Chefredakteur Alexander Macheck

THE RED BULLETIN Österreich, ISSN 1995-8838 Länderredaktion Christian Eberle-Abasolo Lektorat Hans Fleißner Country Project Management Kristina Trefil Anzeigenverkauf Alfred Vrej Minassian (Ltg.), Franz Fellner, Thomas Hutterer, Cara Schlesinger, Bernhard Schmied anzeigen@at.redbulletin.com Abo Abopreis: 25,90 EUR, 12 Ausgaben/Jahr, www.getredbulletin.com, abo@redbulletin.at Druck Prinovis GmbH & Co. KG, Betrieb Nürnberg, 90471 Nürnberg Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Informationen zum Medieninhaber sind ständig und unmittelbar unter folgender Web-Adresse auffindbar: redbull.com/im/de_AT Redaktionsadresse Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Kontakt redaktion@at.redbulletin.com

Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Head of Photography Fritz Schuster Photo Director Rudi Übelhör Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Arek Piatek, Andreas Rottenschlager, Freie Mitarbeiter: Werner Jessner, Clemens Stachel, Florian Wörgötter Grafik Marco Arcangeli, Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll, Carita Najewitz Fotoredaktion Marion Batty, Susie Forman, Ellen Haas, Eva Kerschbaum, Tahira Mirza Commercial Director Franz Renkin Anzeigendisposition Andrea Tamás-Loprais Creative Solutions Eva Locker (Ltg.), Martina Maier, Verena Schörkhuber, Edith Zöchling-Marchart Country Management & Marketing Sara Varming (Ltg.), Magdalena Bonecker, Kristina Trefil, Stephanie Winkler Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Simone Fischer, Alexandra Hundsdorfer Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Friedrich Indich, Michael Menitz (Digital) Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Nenad Isailović, Maximilian Kment, Josef Mühlbacher Office Management Kristina Krizmanic IT Systems Engineer Michael Thaler

ZWISCHEN

VERBRECHEN UND

MORAL

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DEUTSCHLAND KINO-GANGSTER Moritz Bleibtreu, Edin Hasanovic und Kida Ramadan über Verbrechen im Kino und im richtigen Leben.

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Abo und Vertrieb Peter Schiffer (Ltg.), Klaus Pleninger (Vertrieb), Nicole Glaser (Vertrieb), Yoldaş Yarar (Abo) Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 General Manager & Publisher Andreas Kornhofer Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall

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GUIDE

Action-Highlight

Am Anfang stand Angela Eiters Faszination für eine Felswand 30 Kilometer nördlich von Malaga, am Ende ein Meilenstein der Klettergeschichte. Die spröde Schönheit der 45-Meter-Route „La Planta de Shiva“ trieb die Tirolerin an, als Verletzungen und mieses Wetter ihre Fiesta am Fels verhindern wollten. angelaeiter.com

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„Mir wurden Grenzen aufgezeigt, die ich nicht kannte.“ Kletter-Künstlerin Angela Eiter, 31, bezwingt nach zwei Jahren voller Rückschläge als erste Frau eine Route im Schwierigkeitsgrad 9b.

Die nächste Ausgabe des Red Bulletin erscheint am 9. Jänner 2018.

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ELIAS HOLZKNECHT/ASP/RED BULL CONTENT POOL

Villanueva del Rosario, Südspanien

Makes You Fly


Hast Du das Zeug zum Champion? Werde Teil der A1 eSports League Austria powered by ESL.

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The Red Bulletin Januar 2018 - AT  
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