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LIMITED EDITION SPRING 2012

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INHALT

Editorial

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Fashion

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Dresscodes Kleider machen Leute

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Acqua di Parma Liebling der Stars

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Romantic Times Sophie Scharf

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Fashion News Frühling / Sommer 2012

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UGG Australia Goes Springtime Inspiriert von Kaliforniens Küste

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culinarium Suad Sadok Der Olivenöl-Liebhaber

54

Eine Begegnung mit Louis XIII Das Geheimnis von Luft, Holz und Branntwein

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Vom Piratengetränk zum Gaumenschmeichler Die bunte Welt des Rums

54

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Offene Waadtländer Keller

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Wein-Degustationen 70

Food News Purer Genuss

72

living

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Marc Newson Futuristisch, sexy, humoristisch

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Interior News Living & More

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INHALT

86 Wie man sich bettet ... Hästens – ein Familienunternehmen aus Schweden

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Der grüne Bauplan Architektur und Nachhaltigkeit

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Ein Pool im Garten ... ... schafft Freizeitwert

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Beauty Und immer lockt der Duft Neue Düfte

102

New Candylook Der Beauty-Trend im Frühling

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Anti-Aging-Produkte Kämpfen nicht nur gegen Falten

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Culture «Desperate Housewives» Der Tod der Hausfrauen

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Der Mann in Schwarz Johnny Cash

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James Rizzi Kunst, die Spass macht, und eine Liebeserklärung an den Big Apple 134

134

Bugsy «Bedroom-Eye» Siegel Kosher Nostra

144

Drive Style Maserati Der Dreizack will es wieder wissen

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Bewegung in Öl Wandschmuck mit viel PS

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162


INHALT

WAtches & jewellery Alexa Chung meets the Happy Mickey Collection

168

Wie die Schweiz tickt Eine kurze Geschichte des Uhrmacherhandwerks

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190

Pinsel, Füller, Kugelschreiber Eine kleine Geschichte der Schreibkunst

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Travel

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Mongolei Das Land Chinggis Khaans

190

Malediven Neue Wasserwelten

176

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London Lasset die Spiele beginnen

204

Places to see Stätte mit Geschichte

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Events ASMALLWORLD Charity Weekend in Gstaad

204

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KOLUMNEN 100

Gabriel Palacios Ich zeige Dir meinen Hals – Was wir durch Kleidung und Schmuck unterbewusst kommunizieren

52

Wilhelm J. Grusdat Und gehst Du zum Kunstwerk, vergiss das Teppichmesser nicht ...

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74

Vera Dillier

52

132 188

Flug oder Zug – Ende des Jet-Sets? 100

Götz Winter Dem Zauber verfallen: Believe the BB-Hype

114

Nubya Der Weg des Künstlers

132

Guido Tognoni Die Obsession Blocher

152

Dr. med. Peter J. Jenoure

114

74

Rehabilitation nach Sportverletzungen

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EDITORIAL

Geschätzte Leserinnen, geschätzte Leser

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er Frühling steht für das Werden, das Entstehen neuen Lebens. Die Tage werden länger und milder, der Schnee schmilzt, die Wiesen werden grün und die ersten Blumen beginnen zu blühen. Die Vöglein zwitschern, überall entsteht Neues und die Menschen sind froh, dass der Winter, die kalte und dunkle Jahreszeit, endlich zu Ende ist.

Auch in der Frühlingsausgabe des PRESTIGE geht es bunt zu. Unser Redaktionsteam reiste für Sie nach London, um vor der Olympiade zu recherchieren, was es in der britischen Hauptstadt neben dem riesigen Sportspektakel noch zu entdecken gibt. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Gourmet-Trip? Die Auswahl und die Qualität der Londoner Restaurants sind besser denn je. Was man früher unter englischer Küche verstand – Fish & Chips, Steak & Kidney Pie, Sausage & Mash –, ist längst passé. London ist eine der kulinarischen Hauptstädte, in der fast täglich neue Restaurants eröffnet werden. Die Mongolei hingegen ist zwar alles andere als ein kulinarischer Hotspot, dafür eine einzigartige Erfahrung an Gastfreundschaft und gigantischer Natur. Tauchen Sie mit uns ein in das abenteuerliche Land Chinggis Khaans. Spannend geht es auch in unserer Rubrik Criminals zu. Unsere Redaktorin wühlte sich durch Archive und Kriminalakten, um das Geheimnis des Benjamin «Bugsy» Siegel zu ergründen. Bugsy gehörte zum Mob der New Yorker Mafia in den Anfängen des 20sten Jahrhunderts und war ein Verbündeter und enger Freund der Mafiagrössen Lucky Luciano und Frank Costello. Kein anderer Gangster vereinte so perfekt den charmanten Lebemann, der sich mit Hollywood-Stars im Glitzer der High Society sonnte, und den eiskalten Mörder wie er. Lehnen Sie sich also genüsslich zurück, geniessen Sie die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings und begeben Sie sich mit uns auf eine abenteuerliche und spannende Lesereise.

Francesco J. Ciringione Yvonne Beck

Verleger Chefredaktorin

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FASHION

Kleider

machen Leute

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FASHION

D c D c D c

r o r o r o

e d e d e d

s e s e s e

s s s s s s

«Smart Casual», «Morning Dress», «Black Tie» – sie regeln den Dresscode. Stilbewusste sollten diesen Code entschlüsseln können.

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FASHION

«Ein Mann, der seine Frau liebt, achtet nicht auf ihr Kleid, sondern auf seine Frau. Fängt er an, auf die Kleidung zu achten, hat seine Liebe schon nachgelassen.» Henry Miller

von Yvonne Beck

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resscode bedeutet «Information durch Kleidung». Und Kleider machen Leute. Mit diesem noch heute wahren Satz betitelte Gottfried Keller bereits im 19. Jahrhundert sein Buch. Ob Hochzeiten, Galadinner, Präsentationen oder Opernpremiere – viele Veranstaltungen erfordern bestimmte Kleidung. Dass man bei einer Cocktailparty mit dem kleinen Schwarzen nicht falsch liegt, wissen die meisten, aber darf man Jeans oder einen Pulli tragen, wenn der Kleidungsstil «Business casual» verlangt wird? Aber was versteht man beispielsweise unter «Come as you are» im Business-Kontext? Und was versteckt sich hinter dem Code «Tenue de Ville»?

Dieser hält vermehrt auch in europäischen Unternehmen und Grosskonzernen Einzug. Er wird als Einstimmung auf das nahende Wochenende gelebt. Beim Casual Friday trägt der Herr Jackett und Hose, möglich hier auch eine saubere ordentliche Jeans, aber ohne Krawatte. Denkbar sind auch Anzüge aus Leinenstoff, die auf Grund ihrer Knittereigenschaften unter der Woche eher verpönt sind.

Am Mann orientieren Die Dresscodes sind immer männlich – das hat sich weltweit so festgesetzt, weil es für Frauen viel zu viele Alternativen gibt. Frauen sollten sich darum immer am Outfit des Mannes orientieren. Mit einem Hosenanzug oder einem Kostüm liegen sie meist richtig. Häufig ist jedoch bereits aus dem Veranstaltungsort abzulesen, was man tragen sollte. Generell gilt: je höher die Position oder je feierlicher der Anlass, desto dunkler der Anzug. Mit Schwarz ist man aber nicht immer gut beraten. Denn Schwarz macht nicht nur schlank, sondern gibt auch eine distanzierende Wirkung. Im Berufsleben eignen sich als Anzugfarben Dunkelblau, Dunkelgrau und Anthrazit oder Nadelstreifen. Dazu gehört ein helles Hemd. Als klassische Krawattenfarben haben sich Hellblau und Dunkelrot durchgesetzt. Was die Farben des gesamten Outfits angeht, so gilt die einfache Formel: nicht mehr als zwei Farben und drei Muster kombinieren. Allein eine Krawatte kann ein solches Farbschema schon sprengen.

Come as you are? Komm wie Du bist – diesen Dresscode sollte man auf keinen Fall wörtlich nehmen. Also im Sommer nicht etwa in Shorts und Badeschlappen aufkreuzen! Der Begriff bezieht sich auf das Outfit, das man bereits im Büro getragen hat: Strassenanzug oder Kombination aus Hose und Jackett für den Herrn und Hosenanzug, Kostüm et cetera für die Dame (je nach Arbeitsort auch legerer) sind hier gefordert. Come as you are bedeutet letztendlich nichts anderes, als dass man sich nach Arbeitsschluss nicht extra umziehen muss, zum Beispiel zu einem Abschieds-Apéro einer Mitarbeiterin, die die Firma verlässt. Von Business casual bis Strassenanzug ist alles erlaubt. Casual bedeutet im Englischen so viel wie: frei, bequem. Dementsprechend steht dieser reine Casual-Look für elegante Freizeitbekleidung. Das bedeutet aber nicht, dass man auf Leggins und Tennissocken zurückgreifen sollte! Vielmehr trägt der Mann zum Beispiel Hose mit Jackett und Polo Shirt. In südlichen Ländern wird häufig das Jackett weggelassen. Stattdessen trägt man einen Pulli lässig über der Schulter. Die Krawatte kann getrost im Schrank bleiben. Die Damen im Casual-Look tragen häufig einen Rock mit Blazer und T-Shirt. Relativ neu in unseren Breitengraden ist der Casual Friday – eine amerikanische Erfindung.

Auch wenn es langsam wieder etwas wärmer wird und im Sommer die Temperaturen mächtig ansteigen, ist dies kein Freifahrtschein für nachlässige Kleidung. Das klassische Business Outfit für den Herrn besteht auch dann aus Anzug mit Krawatte. Bei hohen Temperaturen sollte besonderen Wert auf die Qualität des Stoffes gelegt werden. In einem Anzug aus hochwertiger Schurwolle muss niemand ins Schwitzen geraten. Die Dame trägt Kostüm oder Hosenanzug mit Bluse. Bei hohen Temperaturen hat sich das klassische Etuikleid vielfach bewährt.

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«Business Attire» und «Tenue de Ville» Gerade bei einem Business-Tag ausserhalb der eigenen Geschäftsräume und mit externen Partnern erwartet man einen bestimmten Dresscode. Meist einen dunklen Anzug mit Hemd, Krawatte und schlichten Schuhen. Wichtig ist es jedoch, keine zu festliche Abendgarderobe, sondern einen Anzug zu wählen, den man auch im Büro tragen würde. Man setzt auf Understatement. Für alle weiblichen Teilnehmer gilt der klassische BusinessDresscode: Hosenanzug oder Kostüm mit knieumspielendem Rock und Strumpfhose in Anthrazit, Dunkelblau oder Schwarz, Bluse in Weiss, Hellblau oder Rosé. Dezentes Make-up, klassische Frisur und wenig nackte Haut. Generell gilt jedoch, dass immer auch das Umfeld der Veranstaltung und der Gegenüber mit eingeplant werden muss. Bei Kontakten mit der Chefetage sollte man auf den «semi-formalen» Dresscode setzen. Dieser klingt jedoch legerer, als er ist, beinhaltet er doch eine Mixtur der oben genannten klassischen Outfits. Der erwartete Grad an Eleganz ist nicht zu unterschätzen: Tagsüber trägt der Mann auf jeden Fall einen dunklen Anzug, Hemd und Krawatte, die Dame mindestens ein elegantes Kostüm, gern auch ein Kleid. Ab 18 Uhr kann dem Event entsprechend sogar ein Smoking beziehungsweise ein langes Abendkleid gemeint sein. Semi-formal bedeutet nicht «halb»-formal! Für Damen ist abends ein langes Abend- oder Cocktailkleid Pflicht.

Die Königsklasse Besonders vornehm und chic geht es beim Dresscode «White Tie» zu. Die Königsklasse des Abendanzugs steht für den Frack mit Schössen, der zu einer dunklen Hose mit doppelten Satinstreifen getragen wird. Der Frack wird grundsätzlich nur am Abend, nach 18 Uhr, zu sehr festlichen Anlässen getragen. Er ist üblicherweise schwarz, mit weisser Weste und weisser Fliege.

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Die einzig mögliche Kopfbedeckung zum Frack ist der Zylinder.

Westen sorgen für einen eleganten Anstrich.

Fauxpas: eine schwarze Fliege. Sie wollen doch nicht mit dem Oberkellner verwechselt werden. Der Herr kombiniert dazu schwarze seidene Kniestrümpfe und schwarze Lackschuhe ohne Schnürung. Die Hose darf nicht mit Gürtel getragen werden. Die Dame trägt ein langes, elegantes Abendkleid. Schöner Schmuck kommt hier am besten zur Geltung. Der Smoking ist die etwas weniger festliche, aber immer noch förmliche Variante des Fracks. Liest man auf einer Einladung «Black Tie», kommt der Smoking zum Einsatz. Er ist schwarz und wird mit Fliege und Weste oder dem so genannten «Kummerbund» getragen. Zum Smoking gehören schwarze, geschnürte Lackschuhe. Dazu kommt ein Hemd mit Umlegekragen, verdeckter Knopfleiste und Doppelmanschetten. Die Dame wählt ein langes Kleid oder ein besonders elegantes kurzes Kleid aus, das gemeinhin als «Cocktailkleid» bekannt ist, und trägt bei dieser Gelegenheit etwas dezenteren Schmuck. «Black Tie Optional» hingegen suggeriert die freie Wahl zwischen Smoking mit schwarzer Fliege oder dem dunklen Anzug mit Krawatte. Damen tragen Cocktailkleider, lange Abendkleider oder festliche Kostüme, eventuell auch mal einen Smoking für Damen.

britische Klassiker gilt als Tagespendant für den Frack am Abend. Seine Hauptmerkmale sind die schräg geschnittenen Schösse des Gehrockes und die Zweifarbigkeit des Ensembles: Zu der mittel- bis dunkelgrauen Jacke trägt man graugestreifte Hosen ohne Aufschlag und eine hellgraue oder cremefarbene, einreihige Weste. Das i-Tüpfelchen: Ein Zylinder, allerdings sollte er denselben Ton haben wie die Weste. Die Dame: Da es sich um eine Tagesgarderobe, wenn auch um eine sehr elegante, handelt, muss die Dame nicht zwingend ein langes Abendkleid tragen, sondern darf auch im Cocktailkleid oder Seidenkostüm auftreten. Die Rocklänge sollte jedoch nie kürzer als knieumspielend sein. Individualisten mögen beim Thema Dresscode aufschreien. Doch nur wer die Regeln kennt, kann sie auch gekonnt brechen. Nur wer den Code beherrscht und diesen auch umsetzen kann, kann anfangen zu jonglieren und aus einer langweiligen «Uniform» einen persönlichen, chicen Dresscode entwickeln. Grundsätzlich gilt jedoch: je später die Stunde, desto eleganter die Garderobe. Im Zweifelsfall eher over- als underdressed kommen, denn ein elegantes Outfit lässt sich schnell zu etwas Legerem abwandeln.

Die hochoffizielle Tagesgarderobe «Cutaway Coat» oder «Morning Dress» werden häufig bei klassischen Hochzeiten oder Pferderennen bis 17 Uhr angesetzt. Der

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Acqua di Parma Liebling der Stars

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Kate Moss, Manolo Blahnik, Sharon Stone und Harrison Ford sind Anhänger der eleganten Produkte des italienischen Edellabels, bereits seit vielen Jahren. Feinste Parfumeur-Kunst, echte Handarbeit, edelste Zutaten und beste Materialien zeichnen das über 100-jährige Unternehmen aus. von Valeska Jansen

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PRESTIGE: Welcher Faktor war für Sie ausschlaggebend, Acqua di Parma im Grieder-Sortiment aufzunehmen?

er bekannteste Duftklassiker von Acqua di Parma ist seit 1916 der mediterrane «Colonia»-Duft. Sein Hauch von Zitrusnoten und seine natürliche Frische sind bei vielen Männern und auch bei Frauen sehr beliebt.

Franco Savastano: Ich habe vor über 15 Jahren in Florenz die Boutique Eredi Chiarini besucht und kam dort das erste Mal mit Acqua di Parma in Berührung. Damals hat die Firma Acqua di Parma ausschliesslich an Textilgeschäfte verkauft. Darauf habe ich mit einem unserer Inhaber, Jean-Marc Brunschwig, darüber gesprochen. So kam es dann zum Kontakt und wir führen seitdem exklusiv bei Grieder die Lederkollektion von Acqua di Parma in der Schweiz.

Schon Cary Grant, Ava Gardner und Audrey Hepburn umhüllten sich mit dem Duftwässerchen aus der oberitalienischen Region Emilia-Romagna. Seit nunmehr 15 Jahren gibt es zusätzlich zu den Düften eine kleine, aber feine Lederaccessoire-Kollektion. Die gleichen Attribute gelten auch hier: Beste Lederqualität wird vereint mit hoher Handwerkskunst. Das Ergebnis: zeitlose Eleganz. Niemals protzig, immer Understatement.

Haben Sie ein Lieblingsstück in der Acqua-di-Parma-Kollektion? Aktuell gefällt mir persönlich das Herren-Beautycase aus der neuen Kollektion am besten. Dieses kommt aber auch generell sehr gut bei den Kunden an.

Kalbsleder, ausschliesslich aus Europa, wird überwiegend mit natürlichen Extrakten gegerbt. Die natürliche Lederstruktur kann so erhalten werden, und nach einer Veredelung mit Anilin kommt die natürliche Farbe und Narbung voll zur Geltung. Gleichzeitig wird das feine Leder robust, es wird unempfindlich gegen Wasser, Licht und Kratzer. Ein besonderes Kennzeichen von Acqua di Parma sind die groben und robusten Nähte, die ganz traditionell mit einem Sattlerstich gearbeitet werden.

Worauf achten Ihre Kunden beim Accessoire-Kauf? Die Herren haben sich im Bereich Accessoires in den letzten fünf Jahren unheimlich entwickelt. Wir haben festgestellt, dass Krawatten auf dem Rückzug sind. Vor ein paar Jahren waren dann gestreifte Schals total in und mittlerweile gibt es hierzu eine sehr grosse Affinität. Gleichzeitig hat der Stellenwert der Schuhe enorm zugenommen. Zwar nicht ganz so wie bei den Damen, aber beim Accessoire Schuh haben wir wirklich schöne Zuwächse. Immer noch schwierig bei den Herren ist das Accessoire Tasche. Eine Tasche muss für Männer vor allem einen praktischen Nutzen haben. Die liebste Wahl ist daher der Rucksack, sogar bei sehr gut situierten Managern.

In der Schweiz ist die Lederkollektion von Acqua di Parma exklusiv bei Grieder-Bongénie erhältlich. Wir trafen Franco Savastano, den Direktor von Grieder-Bongénie, in seinem Büro an der Zürcher Bahnhofstrasse zum Interview:

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Welche Rolle spielt dabei der Markenname?

genommen hat. Die Kunden von vor zwanzig Jahren, die zweimal im Jahr kamen und dann ihre komplette Saisongarderobe eingekauft haben, die gibt es nicht mehr. Heute ist es ein regelmässiges Picken, ein Zappen sozusagen. Dem haben wir uns angepasst, indem wir viele Nischenmarken in unser Sortiment aufgenommen haben und damit auch ständig ein neues Angebot präsentieren können. Vielfalt ist heute gefragt.

Eine sehr grosse Rolle. Der Markenname ist sehr wichtig für Männer.

Marke als Statussymbol – wie sehen Sie das? Es ist nun mal so, dass es sehr viele Marken gibt, die ein Statussymbol verleihen. Das wird auch so bleiben. Der emotionale Aspekt trägt eine Marke.

In welchem Segment spüren Sie hier bei Grieder die Wirtschaftskrise am stärksten?

Wie hat sich das Kaufverhalten Ihrer Kunden in den letzten drei Jahren verändert?

Im Bereich Business-Kleidung merken wir auf jeden Fall, dass die Umsätze rückläufig sind. Aber alles Emotionale und sehr Modische läuft nach wie vor sehr gut. Ganz sicher aber ist, dass die extrem teuren Artikel nicht mehr gehen.

Heute ist die Situation so, dass zum Beispiel eine Kundin zuerst zu uns kommt, danach geht sie zu einer Günstig-Modehauskette, um gleich darauf wieder in eine Luxusboutique zu gehen. Zu Hause geht sie ins Internet und kauft dort ein. Was ich damit sagen will, ist, dass das hybride und ambivalente Kaufverhalten extrem zu-

Was würden Sie dem im benachbarten Ausland einkaufenden Schweizer gerne sagen?

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«Der grösste Fehler wäre jetzt, wenn wir uns klassisch, brav und zeitlos geben würden. Das wäre unser Tod! Innovation heisst der Motor.» Franco Savastano

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Was halten Sie von der rasenden Schnelllebigkeit in der Mode? Hat sich die Produktion von Zwischenkollektionen verändert?

Das tut weh! Das ist ein ganz grosses Thema bei uns. Wir mussten ja im August eine Preisänderung auf die neuen Kollektionen vornehmen. Deutschland war schon immer zwanzig Prozent günstiger als die Schweiz. Durch die Euro-Erosion waren wir aber auf einmal fünfunddreissig Prozent teurer. Um unsere Situation in der Schweiz darzustellen: Wir haben auf 100 m² drei Verkäufer, bei einem Durchschnittsgehalt sind wir damit bei 12 000 Franken pro Monat. In Deutschland gibt es auf 100 m² einen bis anderthalb Verkäufer bei einem Durchschnittsgehalt von 1500 Euro pro Monat. Schon alleine die Personalkosten sind eine ganz andere Sache. Wenn man umbaut, hat man in der Schweiz deutlich höhere Kosten. Es ist gar nicht so, dass wir exzessiv Margen raufsetzen, doch wir haben nun mal gewisse Kosten und das wurde plötzlich in den Medien nicht mehr akzeptiert. Dort wurde nur der Sparkurs, wenn man in Deutschland einkauft, kommuniziert.

Das hängt vom Niveau ab. Wenn man zum Beispiel die ersten Linien betrachtet, so wie Gucci, dort gibt es eine Hauptkollektion und eine Vorkollektion. Betrachtet man den Massmarket, so findet man monatlich neue Kollektionen. Dort gilt das modulare Konzept: Im Februar gibt es ein Pullovermodell in Grün und im März kommt das gleiche Modell in Lila. Je exklusiver die Marke, desto weniger Kollektionen.

Wie sehen Sie das Jahr 2012? Ich bin kritisch, skeptisch und optimistisch zugleich. Nach 2009 dachten alle, 2010 wird ein schwieriges Jahr. 2010 wurde aber ein sehr, sehr gutes Jahr. Dann haben alle gedacht, es würde wieder bergauf gehen, und plötzlich ging es schlechter. Jetzt sind wir wieder genau an diesem Punkt: Wird es schlechter oder besser? Es ist schwierig zu sagen, in welche Richtung es geht … Eines ist allerdings klar: Der grösste Fehler wäre jetzt, wenn wir uns klassisch, brav und zeitlos geben würden. Das wäre unser Tod! Innovation heisst der Motor.

Wo führt das hin? Wir haben uns natürlich nun sehr auf diese Problematik konzentriert. Wir führen intensive Verhandlungen mit Händlern, die uns in Schweizer Franken fakturieren. Das waren riesige Verhandlungen und wir kämpfen dafür, eine Transparenz zu erreichen. Wenn wir sagen, dass wir 15 bis 20 Prozent teurer als das benachbarte Ausland sind, da können wir dahinterstehen.

Worauf würden Sie als Konsument niemals verzichten wollen?

Könnte man sagen, dass sich Ihre Klientel nun verstärkt auf Klassisches und Zeitloses konzentriert?

Wahrscheinlich könnte ich nicht auf guten Wein verzichten. Das würde mir schon wehtun.

Nein! Überhaupt nicht! Das Gegenteil ist der Fall. Der Kunde kauft heute nur das, was er noch nicht hat. Die normale, zeitlose Garderobe hat ja bereits jeder.

Was ist für Sie Luxus? Auf jeden Fall Gesundheit!

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Und im materiellen Sinne?

alisiert auf eine Art Edel-City Casual, das heisst, Mann trägt einen Sakko, keine Krawatte, dafür einen Pullover, dazu ein Pochettchen, die Hose etwas kürzer, sogar gekrempelt. Darin fühlt man sich wohl, aber es ist knackig geschnitten.

Schöne Kleidung, eine schöne Uhr …

Was sollte jeder Mann in seinem Kleiderschrank haben? Die grösste Kleidungssünde in Ihrem Schrank? Jeder Mann braucht eine gewisse Struktur, wie einen schmal geschnittenen blauen Blazer, eine graue Hose, Flanell im Winter und im Sommer eine schöne Coolwool. Aber noch viel wichtiger finde ich bei Männern, dass sie ganz gepflegt rumlaufen. Wenn das nicht so ist, stört mich das wahnsinnig. Zu lange Hosen, ungeputzte Schuhe … Es hat gar nichts mit Geld zu tun. Es ist einfach eine Frage des Stils und der Ästhetik. Fast alle Männer haben zu grosse Kleidung an.

Ich habe einen Pullover, den liebe ich über alles. Er ist mir in der Zwischenzeit viel zu gross, darin sehe ich richtig ausgehungert aus. Von ihm kann ich mich einfach nicht trennen. Ausserdem habe ich zu der Zeit meine Frau kennen gelernt …

Herzlichen Dank für Ihre Zeit und das offene Interview! Franco Savastano war zum Zeitpunkt des Interviews noch Direktor von Grieder Les Boutiques Bongénie. Seit Anfang März hat er die Funktion des CEO von Jelmoli eingenommen und ist zum Mitglied der Geschäftsleitung der Swiss Prime Site AG, Olten, ernannt worden.

Wo hätten Sie Männer gerne modisch? Wo ist Nachhilfe nötig? Intern nenne ich das Upper Casual. Das ist eine Welt zwischen Business und Sportswear. Brunello Cucinelli oder Etro sind spezi-

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Für das Golfspiel entwickelt, von Pros getragen und von St Andrews Links lizenziert. Modell St Andrews Links mit patentiertem mechanischem Zählmechanismus für das Golfspiel, Handicapvergleich, Automatikwerk, Shock-Absorber. Erhältlich beim spezialisierten Fachhandel.

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Romantic Times ... by Sophie Scharf (Fotos) Isis & Antonia (Model Pool) Eva Pilartz (Hair & Make up Artist) Natalie Hellmann (Stylist)

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Spring/Summer'12

FASHION NEWS

CHLOÉ

PRADA

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Hermès

Mulberry

Lele Pyp


Die LANGE ZEITWERK verlieh der mechanischen Uhr ein neues Gesicht. Das kann man jetzt auch hören.

Mit der LANGE ZEITWERK haben sich die Meisteruhrmacher von A. Lange & Söhne einer besonderen Herausforderung gestellt. Nie zuvor gab es eine mechanische Armbanduhr mit patentiertem Nachspannwerk, die Stunden und Minuten über eine exakt schaltende, digitale Anzeige präsentierte. Bei ihrem jüngsten Entwurf – der

LANGE ZEITWERK STRIKING TIME – sind sie noch einen Schritt weiter gegangen. Denn diese Uhr lässt die Zeit auch hörbar verstreichen. Zu jeder Viertelstunde erzeugt ihr Schlagwerk einen hellen und zu jeder vollen Stunde einen tieferen Ton. Ihre Tonfedern haben die Meister von Lange exakt im Abstand einer großen Terz gestimmt.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte unsere Manufaktur: Lange Uhren GmbH • Altenberger Straße 15 • D-01768 Glashütte • Tel. +49 (0)35053 440 • Fax +49 (0)35053 44 5999 • www.lange-soehne.de


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UGG AUSTRALIA goes Springtime Inspiriert von Kaliforniens Küste Ein erstaunliches Modephänomen, das sich seit Jahren erfolgreich an den Füssen prominenter Damen und Herren und Stilikonen hält: die Lammfell-Boots der Marke «UGG Australia». Sie gelten als modischer Kultgegenstand, den «Baywatch»-Nixe Pamela Anderson sogar zum Strandkleid trägt. Die für Stiefel bekannte Lammfell-Marke bringt nach Schuhen und wärmenden Accessoires nun auch Sommerhandtaschen auf den Markt.

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von Yvonne Beck

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n diesem Frühling reiste UGG Australia zurück in die Zeit, und zwar in das Kalifornien der vierziger Jahre. Eine Ära, die für den Zauber des jungen Hollywood und den Luxus der Strandkolonien gefeiert wurde. Eine Zeit, die geprägt war durch einen Geist der Hoffnung, des Weltverstandes und des Sonnenscheins. UGG Australia interpretiert diesen «kalifornischen Traum» durch seine neuen Kollektionen mit ungewöhnlich farbenfrohen Prints und modernen schicken Formen. Inspiriert von einem Jahrzehnt, in dem Männer und Frauen sich für Abendessen ankleideten, um auf den Yachten vor der Küste Malibus zu dinieren und zu tanzen. Eine Zeit des künstlerischen Experimentierens und der stilistischen Freiheit. Dem Erbe dieser Zeit wird in den neuen UGG Australia-Kollektionen Rechnung getragen und aus ihr wurden neue Inspirationen geschöpft. Entstanden sind Schuhe und Taschen, die einfach Spass machen und zudem sehr kleidsam sind.

Geist Kaliforniens widerspiegelt. Mit der von klassischen Sneakern inspirierten Eastsound Collection lässt sich der Frühling bestens ausgerüstet begrüssen.

Das California-Feeling in der Hand tragen Leider ist es nicht immer möglich, den Tag am Strand zu verbringen. Für alle Urban-People hält UGG Australia die «Bowery Collection» bereit – maskuline Schuhe mit einem ungewöhnlichen Brush-off-Effekt.Wer es etwas weniger leger mag, dem sei die «Desert Boot Collection» empfohlen. Ebenfalls neu im Sortiment ist die «Vintage Military Collection» mit übergrossen Wäschesegeltuchbeuteln. Diese besonders männlich wirkenden Taschen sind nicht nur äusserst stylish, sondern auch überaus praktisch. Neu im Sortiment von UGG Australia sind die Sommerhandtaschen für die Frau. Auch sie sind inspiriert von der Küste Kaliforniens. Frau hat dieses Frühjahr die Qual der Wahl, nicht weniger als 33 Handtaschen entstanden, um den UGG Australia-Look zu perfektionieren. Perfekt harmonieren sie mit ihren knalligen Farben und Mustern zu den neuen UGG AustraliaSchuhen. Doch nicht nur das: Im Gegensatz zu vielen anderen Taschen sind sie auch aus strandtauglichem Material. Ob Classic Straw Collection oder Classic Collection, die neuen Taschen sind der perfekte Begleiter durch den Frühling. Praktisch, kleidsam und im Geiste Kaliforniens. www.uggaustralia.com

Der Kalifornische für Männer und Frauen Die Lammfell-Stiefel wurden ursprünglich von australischen Surfern in den siebziger Jahren erfunden, um nach dem Surfen die Füsse wieder aufzuwärmen. In diesem Frühling machen sie das Strand-Feeling unter der Sonne Kaliforniens jedoch salonfähig. Die Herren-Linie bringt modische Männer mit einer breiten Palette an farbenfrohen Flipflops und Segeltuch-Sneakern durch den Frühling. Ob man vom Strand zum Grill geht, ins Büro oder in die Bar, die neue Kollektion von UGG Australia zeichnet sich durch ihre Vielseitigkeit aus. Inspiriert von kalifornischen Modetrends der vierziger Jahre entstand ein modernes Update von Schuhen, Taschen und Outdoor-Accessoires, welches den grossen optimistischen

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KOLUMNE

Ich zeige dir meinen Hals – was wir durch Kleidung und Schmuck unterbewusst kommunizieren von Gabriel Palacios

W

ussten Sie, dass Sie durch das gezielte

sie sich zuvor geräkelt haben, den Hals herunter. Dies verstärkt

Tragen einer Halskette kommunizieren,

den Fokus auf den Hals und suggeriert uns zugleich eine ent-

dass Sie extrovertiert und kommunika-

sprechende Frische und Reinlichkeit. Der Parfum-Hersteller will

tionsfreudig sind? Auch wenn es Ihnen

dem Zuschauer auf diese Weise unterbewusst kommunizieren,

bislang noch nicht wirklich bewusst war,

dass man mithilfe des Duftes anziehender wirke. Die PR-Schaf-

kommunizieren Sie durch Ihre Kleidung und Ihren Schmuck

fenden müssen sich hier auf die audiovisuellen Beeinflussungs-

meist mehr, als Ihnen lieb ist. Während Sie sich also vor Ihrem

techniken konzentrieren, da wir schliesslich keinen Duft über

Rendez-vous bewusst Gedanken darüber machen, welche Klei-

den Fernseher wahrnehmen können.

der Sie anziehen sollen, arbeitet Ihr Unterbewusstsein bereits auf Hochtouren und versucht nicht nur herauszufinden, was zu Ih-

Verwenden Sie also passende Halsketten, um den Fokus auf

rer Verabredung, der Lokalität und dem Umfeld passen könnte,

Ihren Hals zu richten. Auch schon Ohrringe können die Blicke

sondern auch, was Sie Ihrer Verabredung eigentlich kommuni-

in die entsprechende Richtung lenken. Bei einem markanten

zieren wollen. Beispielsweise kommunizieren wir durch das offe-

Kieferknochen sind dezente Ohrringe besonders wirksam.

ne Zeigen unseres Halses eine gewisse Kontaktfreudigkeit. Dies

Verwenden Sie aber keine zu grossen Ohrringe. Diese würden

ist evolutionsbedingt und findet seinen Ursprung im Tierreich.

die Sicht auf Ihren Kieferknochen und den Hals verringern. Möchten Sie es auf die Spitze treiben, dann reicht es aus,

Der Hals ist eine der verwundbarsten Stellen, wenn nicht gar die

wenn Sie sich – im Wissen, dass Sie Ihr Gegenüber anschaut –

verwundbarste überhaupt. Im Tierreich erkennen wir das daran,

kurz an den Hals fassen.

dass der Tiger die Antilope in den Hals beisst, um sie möglichst rasch zu töten. Vielleicht haben Sie auch schon mal die Situation

Wenn Sie jedoch Ihren Hals verdecken, signalisieren Sie dem

beobachtet, wenn sich zwei gegenseitig dominierende Hunde

Unterbewusstsein Ihres Gegenübers, dass Sie eher keine offen-

gegenüberstehen und sich mit ihren Blicken regelrecht fesseln.

siven Absichten haben. Durch das Tragen eines Schales oder

Meist gibt einer der beiden Hunde auf einmal nach, indem er

Seidentuches kommunizieren Sie, dass Sie introvertiert und

nach hinten oder zur Seite schaut. Dies tut er bewusst, um sei-

nicht auf Flirtaktionen aus sind. Wenn Sie aber während des

nem potentiellen Feind zu kommunizieren, dass er harmlos sei

Kontaktes die Sicht auf Ihren Hals verbessern, signalisieren Sie

und ihm sogar seine verwundbarste Stelle zeige – seinen Hals.

Ihrem Gegenüber eine erhöhte Bereitschaft zur Nähe. Dies kön-

Und genau dies tun auch wir Menschen; wenn nicht bewusst,

nen Sie beispielsweise durch das Entfernen Ihres Schals oder

dann unterbewusst.

durch das Lösen Ihres Krawattenknotens bewirken. Dementsprechend haben Sie ein Ass im Ärmel, wenn Sie Ihren Hals zu

Wenn Sie sich schon mal mit Parfum-Werbespots auseinan-

Beginn Ihrer Verabredung eher verborgen halten und ihn im Lau-

dergesetzt haben, dann stellen Sie oft fest, dass die Models

fe des Abends dezent und Stück für Stück preisgeben.

meist den Kopf in den Nacken werfen, um den Zuschauern ihren erogenen Hals zu präsentieren. Meist perlen noch die

Bedenken Sie: Über 90 Prozent Ihrer Gesamtkommunikation

restlichen Tropfen des Parfums oder des Gewässers, in dem

erfolgen nonverbal.

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ONE CENTURY IN A BOTTLE

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CULINARIUM

Suad Sadok Der Olivenöl-Liebhaber 1961 kam er als 22-jähriger Gastarbeiter in die Schweiz. Vom Kofferträger zum Direktor des Hotels Carlton und später Präsident der Schweizerischen SpeisewagenGesellschaft. Seit seiner «Pensionierung» widmet er seine Leidenschaft dem Olivenöl.

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CULINARIUM

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CULINARIUM

«Wenn Sie heute einen Baum pflanzen, ernten Sie Ihre ersten Oliven circa nach zwölf Jahren!»

von Lone K. Halvorsen

PRESTIGE: Sie kommen ursprünglich aus Istanbul. Was hat Sie in die Schweiz geführt?

aufzusammeln. Auf den Boden lag ein weisses Leintuch, und ich musste die Oliven, die neben dem Tuch gelandet waren, einsammeln. So habe ich die Liebe zu den Oliven entdeckt. Und diese Liebe habe ich nie vergessen. Als ich pensioniert wurde, habe ich mich gefragt, was kann ich noch machen, und da sind mir die Oliven wieder in den Sinn gekommen. Zusammen mit meinen Partner Beat Läubli wurde dann der «Olive Shop» gegründet.

Suad Sadok: Vor fünfzig Jahren – und auch heute noch – war die Hotellerie in der Schweiz sehr berühmt. Ich habe zu der Zeit im Hotel Divan in Istanbul gearbeitet und wollte meine Kenntnisse verbessern. Daher habe ich die Schweiz ausgewählt.

Wie haben Sie die ersten Jahre erlebt?

Welche Rolle spielt Olivenöl in Ihrem beruflichen und privaten Alltag?

Ich habe angefangen als Gepäckträger im Hotel Carlton und zehn Jahre später wurde ich Direktor des «Carlton». Inzwischen habe ich mich natürlich weiter ausgebildet und habe sämtliche Stationen durchgelaufen.

In meinem privaten Alltag verwende ich die verschiedenen Olivenölsorten je nachdem, was ich oder meine Frau kochen. Der Genuss spielt natürlich eine grosse Rolle, und in beruflicher Hinsicht, dass ich etwas machen kann, was mir Freude macht – und dass ich auch allgemein Freude bereiten kann. Die Olive ist nebst Brot und Wein eines der ältesten Lebensmittel, die man kennt. In der Antike hat das Olivenöl ebenso eine grosse Rolle gespielt – wenn man bedenkt, dass der Olivenzweig zum Frieden schliessen verwendet wurde.

Nun sind Sie seit 50 Jahren in der Schweiz. Haben Sie hier einen beruflichen Werdegang erlebt, den Sie in der Türkei nicht hätten erfahren können? Ich hatte natürlich gute Möglichkeiten, um mich hier weiterzubilden. Die Hotelfachschule habe ich besucht, dann das Seminar vom Hotelierverein, was ein höheres Studium für die Hoteliers und Restaurateure ist. Ferner habe ich die Weinfachschule besucht und noch weitere verschiedene Kurse. Ich habe mich stets weitergebildet und hatte ebenso die Gelegenheit, nach Amerika an die Cornell University zu gehen, um auch dort Hotellerie zu studieren.

Woher haben Sie Ihre Olivenöl-Passion? In meiner Jugend haben wir zuhause Olivenbäume gehabt. Meine Aufgabe war als kleines Kind – vermutlich war ich drei bis vier Jahre alt –, die Oliven, die meine Eltern heruntergeschlagen haben,

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CULINARIUM

Suad Sadok, der Olivenรถl-Papst der Schweiz.

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CULINARIUM

Wie sind die grossen Preisunterschiede bei Olivenöl zu erklären?

gewaschen, aber der erdige Geschmack bleibt trotzdem. Ferner ist zu beachten, dass, wenn Sie eine grüne Olive nehmen, Sie ein qualitativ gutes Öl, aber quantitativ wenig haben. Und dieses wird meist bitter schmecken. Die schwarze Olive ist süsslich, quantitativ haben Sie zwar mehr, aber eine schlechtere Qualität. Und alle diese Faktoren entscheiden natürlich über den Preis des Öles.

Wenn Sie ein gutes Öl produzieren wollen, müssen Sie den Baum richtig pflegen. Das heisst, Anfang des Jahres müssen die Bäume fachmännisch geschnitten werden. Wenn die Oliven zu wachsen beginnen, müssen sie gleichmässig von der Sonne profitieren. Nachher sollten die Oliven von Hand gepflückt werden. Ich möchte Ihnen einen Beispiel geben: Ein Mensch kann von Hand pro Tag circa 100 Kilo Oliven sammeln. Ein Baum hat circa 20 Kilo Oliven, und Sie benötigen fünf bis sechs Kilo Oliven, um einen Liter Öl produzieren zu können. Wenn Sie heute einen Baum pflanzen, ernten Sie Ihre ersten Oliven circa nach zwölf Jahren! Diese Zahlen zeigen sehr deutlich, warum ein gutes Öl nicht günstig sein kann. Wobei die Olive nicht teuer ist, sondern der Lohnanteil. Ausserdem muss der Baum richtig gepflegt werden, das heisst, die Düngung zur richtigen Zeit vornehmen und während des Sommers die Olivenfliege fachmännisch bekämpfen. Anschliessend ist nach der Erntezeit wichtig, dass die Oliven in den richtigen Behältern transportiert werden. Diese müssen luftdurchlässig sein, damit die Oliven nicht ersticken, und sie müssen sehr schnell gepresst werden. Wenn Sie zum Beispiel drei Tage warten, werden Sie nie ein gutes Olivenöl bekommen. Das Öl sollte anschliessend zwei Monate in einem Stahltank ruhen und dann in eine dunkle Flasche gefüllt werden. Das sind die Grundelemente, um ein gutes Öl zu produzieren, und wenn man alle diese Faktoren beachtet, kann man gar nicht ein preiswertes Öl produzieren.

Wie erkenne ich den Geschmack von qualitativ gutem Olivenöl? Respektive wie degustiert man Olivenöl? Beim Wein spielen ja Auge, Nase und Gaumen eine grosse Rolle. Beim Olivenöl vergessen Sie die Augen, denn ein professionelles Degustationsglas ist blau. Man muss sich eine Art Cognac-Glas vorstellen, darauf ist ein Deckel. Sie nehmen das Glas in die Hand und erhitzen es mit den umschliessenden Händen bis auf eine Temperatur von circa 28 Grad. Dann nehmen Sie den Deckel weg und bringen das Öl an die Nase heran. Die Nase erinnert Sie an etwas, beispielsweise Mandeln, Sie nehmen einen Schluck und lassen es bei der Zungespitze rollen und weiter in den Gaumen anhalten. Sensorisch werden Sie wieder die Mandeln erkennen. Die menschliche Sensorik sagt immer die Wahrheit. Öle, die fast nicht kratzen im Gaumen, sind sehr gut, wenn allerdings ein längeres Kratzen spürbar ist – Hände weg davon.

Was gehört auf die Etikette einer Olivenölflasche? Auf eine Etikette gehört: Wo wurde es produziert? Wo wurde es abgefüllt? Und die vollständige Adresse der Produzenten. Ferner sollten das Datum sowie Ablaufdatum draufstehen. Je nach Öl das Qualitätsmerkmal «DOP». Dies ist das Minimum, was auf einer Flasche stehen sollte. Leider haben Sie häufig auch einen Haufen Prosa, was wiederum irrelevant ist. Also die Etikette beachten und wenn möglich immer probieren.

Wenn man heutzutage ein preiswertes Olivenöl kauft, sind die Oliven meist schon so gereift, dass sie von alleine auf den Boden fallen – und somit können natürlich 100 Kilo in fünf Minuten gesammelt werden. Nur dann haben Sie die Erde, die Steine und anderes dabei, was nicht in ein Olivenöl hineingehört. Natürlich wird es

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CULINARIUM

«Mit einem Dessertlöffel ein leichtes Olivenöl drei Minuten lang den Mund spülen, tötet für den Tag jegliche Bakterien und trägt zur Stärkung des Zahnfleisches bei.»

Welche Feinde hat das Olivenöl? Luft, Licht und Wärme.

Kann man Olivenöl erhitzen? Bis 190 Grad kann man das Öl erhitzen.

Erkennt man, in welchem Land ein Olivenöl hergestellt wurde? Sind die geschmacklichen Unterschiede deutlich erkennbar? Es sind drei Unterschiede bei Olivenöl: mild, mittel oder kräftig. Dies hängt von der Region, dem Klima und der Olivensorte ab. Die Olivenöle aus Ligurien oder Gardasee sind sehr mild und schmecken meist nach Mandel oder Baumnuss. Wenn jemand das nicht gerne hat, hat er vermutlich Olivenöl nicht gerne. Je mehr man Richtung Süden geht, entdeckt man bei den Ölen eine Geschmacksrichtung von grünem Gras, grünen Tomaten und Artischocken heraus.

Und welches Olivenöl ist nun «das beste»? Beim Degustieren findet jeder seine Präferenz. Es gibt nicht «das beste» Olivenöl, sondern «die besten» Olivenöle.

Wo sind Ihre Olivenöle erhältlich? In den Mövenpick-Weinkellereien, im Jelmoli Olive Shop in der Gourmet Factory oder im Ristorante Ciro.

Wein oder Olivenöl – worauf könnten Sie am besten verzichten? Olivenöl ist wichtiger für die Gesundheit als der Wein. Ohne Wein kann man schon leben – ohne Öl natürlich auch. Aber wenn schon, dann kann man eher ohne Wein leben.

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CULINARIUM

Eine Begegnung mit Louis XIII

Das Geheimnis von Luft, Holz und Branntwein Louis XIII birgt eine Qualität, die Kreativität auf höchstem Niveau inspiriert. Von den Kellermeistern, die das Geheimnis der Herstellung wahren, bis zu Designern und Künstlern, die ihre Arbeit zelebrieren.

von Yvonne Beck

ie uralten Limousin-Fässer aus Eichenholz, in denen LOUIS XIII reift, verleihen ihm seinen berühmten Charakter, dem er auch sein Ansehen verdankt. Denn eine geheimnisvolle Kommunion von Luft, Holz und Branntwein gipfelt in einem zauberhaften und grossartigen Erlebnis von intensivem Geschmack und Aroma.

D

macht und an zahllose Bilder und ebenso viele Reisen erinnert: Für manche sind es die schönen Täler der Charente-Region und die eleganten Reihen der Weingärten; für andere ist es der Anblick eines jahrhundertealten Eichenbaums, in dessen Schatten ein Bauernhaus mit steinernen Wänden liegt oder das Gefühl der sanften Kühle eines Cognac-Kellers.

Ein Jahrhundert-Meisterwerk in einer Karaffe

Ein sinnlicher Genuss

LOUIS XIII weilt für die meiste Zeit seines Lebens im kühlen Schatten, geschützt von dicken Kellerwänden. Doch das ist nur ein Teil seiner Geschichte. Der König des Cognacs weckt seit jeher starke Gefühle, da eine ganze Dynastie von Kellermeistern den Prozess der Reifung überwacht. LOUIS XIII mit seinem jahrhundertealten Branntwein kam in den Genuss der sorgfältigen Wachsamkeit vier aufeinanderfolgender Generationen von edlen Meistern ihres Handwerks und hält so das Gedenken an den alten Geschmack hoch, indem mehr als tausend Branntweine in einem Blend komponiert werden.

Von Las Vegas bis Sydney und von London bis Hongkong: LOUIS XIII verwandelt die Gegenwart in einen Moment erhabener Vollkommenheit, transzendiert Zeit und Raum, seine Markensilhouette ist ein Symbol für Luxus und edelste Raffinesse. Der gesamte Genius des Hauses Rémy Martin wurde in diese Karaffe destilliert, in der er seit mehr als einhundert Jahren glänzt und die «gute Gesellschaft» fasziniert. Das «Normandie», «Concorde», das «Negresco»-Hotel in Cannes oder das «Raffles»-Hotel in Singapur ... all diese Namen halfen in irgendeiner Form, die Legende des LOUIS XIII zu formen, indem sie die anspruchsvolle Natur, welche die Geschichte dieses Cognacs so geprägt hat, zelebrierten.

«Ich bin lediglich hier, um das Wissen zu schützen und weiterzugeben», sagt die derzeitige Kellermeisterin Pierrette Trichet, die gegenwärtige Verwahrerin einer unveränderlichen Quelle an Savoirfaire und Expertise. Hingebungsvoll dient sie diesem lebendigen und so delikaten Schatz. In einem Glas LOUIS XIII konzentriert sich eine bemerkenswerte Zeitspanne, die jede Weinprobe einzigartig

So umspannt ein einziges Glas LOUIS XIII mehrere Generationen und jeder Kellermeister war sich der Rolle äusserst bewusst, die er bei dem einzigartigen Phänomen LOUIS XIII spielte. LOUIS XIII setzt seinen Weg fort und bringt seine Fans weiterhin zum Träumen.

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CULINARIUM

ÂŤMan sagt, dass sich hinter jeder grossen Marke das Genie eines Mannes verbirgt. Doch im Falle des Louis XIII ist es eine ganze Dynastie.Âť

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CULINARIUM

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CULINARIUM

Piratengetränk zum Gaumenschmeichler

Vom

Die bunte Welt des Rums Er führt ein stiefmütterliches Dasein neben seinen grossen Brüdern Whisky und Cognac. Der Rum, das Enfant terrible der alkoholischen Familie.

von Yvonne Beck

D

ie drei grossen fassreifen Getränke dieser Welt sind Cognac, Whisky und Rum. Während Erstere hierzulande längst als Premiumgetränk gehandelt werden, gilt der Rum verbreitet immer noch als Wintergetränk, den man als Grog geniesst. Doch die Welt des Rums ist so bunt wie die Inseln in der Karibik. Wer einmal einen Tropfen aus Guyana, Peru oder Barbados gekostet hat, wird diesem Genuss so schnell nicht mehr abschwören wollen. Die Geschichte des Cognacs und des Whiskys ist längst erforscht. Bei der Historie des Rums ist man oft auf Vermutungen angewiesen. Dies beginnt bereits bei der Namensgebung. Leitet sich «Rum» schlichtweg von der lateinischen Bezeichnung für Zuckerrohr, Saccharum officinarum, ab oder liegt der Ursprung im malaiischen Wort «brum», einem dort schon sehr lange bekannten Getränk, welches ebenfalls aus Zuckerrohr hergestellt wird. Ein weiterer Erklärungsversuch bezieht sich auf die Auswirkungen, die durch die Einnahme von frisch vergorenem, ungereiftem und hochprozentigem Zuckerrohrsaft entstehen konnten. Häufig kam es zu Klagen über ein «rumbustious behaviour», ein derbes, ungezügeltes Verhalten. Ähnlich die Herleitung vom englischen Wort «rumbullion», einem Slangausdruck für Unruhe oder Aufruhr, welche unweigerlich entstanden, wenn grössere Mengen des Getränkes zu sich genommen wurden.

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CULINARIUM

«Die Göttin hat mir Tee gekocht und Rum hineingegossen. Sie selber aber hat den Rum ganz ohne Tee genossen.» Heinrich Heine

Getränk der Sklaven und Piraten

Die Geburtsstunde des Cocktails

Wenn auch die Namensgebung im Unklaren liegt, so ist der Ursprung des Rums ziemlich sicher. In den Plantagensystemen der Zuckerrohrproduktion entdeckten Arbeiter bei ihrer täglichen Arbeit, dass Melasse, ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung, unter bestimmten Bedingungen zu gären beginnt und eine alkoholische Lösung bildet, die man mit einfachsten Mitteln destillieren konnte. Diese war zwar kaum zu geniessen, sorgte aber beim Konsumieren für einen kräftigen Rausch, welcher die Arbeit der Sklaven für eine kurze Zeit erträglicher erscheinen liess.

Zwei Entwicklungen sollten dies ändern. Im Jahre 1740 veranlasste Edward Vernon, in Sorge um die Kampfkraft seiner Truppe, die tägliche Ration Rum an seine Mannschaft nicht mehr pur auszuschenken, sondern mit Wasser, Limettensaft und Zucker zu strecken. Der Grog war geboren. Dies war zudem die Geburtsstunde der Rum-Mixgetränke, die später als Punsch und noch später als Cocktail die Welt eroberten und den Rum auch in den höheren Gesellschaftsschichten salonfähig machten. Zudem wurde bis weit ins 19. Jahrhundert Rum ausschliesslich in Pot Stills hergestellt. Dabei entsteht ein sehr geschmacksintensiver, aber auch sehr schwerer Rum. Besonders Spanien strebte aber nach einem feineren und milderen Getränk, welches es mit Brandy und Cognac aufnehmen konnte. Diesem Wunsch kam die Erfindung und Weiterentwicklung einer zweiten Destilliermethode Mitte des 19. Jahrhunderts entgegen: die Column Stills mit einem Alkoholgehalt von bis zu 95 Volumenprozent. Die Chance, die dieses Verfahren mit sich brachte, entdeckte als Erster ein spanischer Einwanderer auf Kuba namens Don Facundo Bacardi i Massó. Seit 1862 hatte er nur eines im Sinn: einen Rum für den gehobenen Geschmack herstellen. Der Column Stills Rum ist leichter und samtiger, jedoch weniger komplex und mit geringer Aromenvielfalt. Diese Eigenschaften prädestinierten ihn, als Grundzutat vieler Cocktails zu dienen, da er weniger dominant wirkt und somit die übrigen Zutaten hervorragend zur Geltung kommen lässt. Bacardi traf den Zeitnerv nach leichten alkoholischen Getränken, und sein Name wurde zu einer der erfolgreichsten Marken der Welt. Gerade dieser leichte Rum und seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten sorgten während der

Populär wurden der Rum und seine Vorfahren jedoch durch Freibeuter und Piraten, die ihn gezielt zur Förderung der Kampfmoral auf ihren Schiffen nutzten. Um dem etwas entgegenzusetzen, wurde von 1655 an bei der British Navy den Mannschaften ebenfalls eine tägliche Ration Rum, später Grog ausgeschenkt. Diese Tradition endete erst im Jahre 1970. Ebenfalls im 17. Jahrhundert begann das Volk in England und Nordamerika, neben dem Geschmack einen anderen Vorteil des Rums zu schätzen: den günstigen Preis. Vor allem die durch die Sklavenausbeutung niedrigen Produktionskosten sorgten für rasante Verbreitung. Der Rumkonsum in England stieg beispielsweise von 207 Gallonen im Jahr 1698 auf über zwei Millionen Gallonen jährlich ab 1771. Dieser Rum hatte jedoch nichts mit dem Getränk gemein, welches wir heute trinken. Er war ungereift, hochprozentig und scharf. So war der Rum bis zum beginnenden 19. Jahrhundert für die Oberschicht Europas keine Alternative zum spanischen Brandy oder zum französischen Cognac. Er blieb das Getränk der einfachen Leute.

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CULINARIUM

Rum war fr端her auf jedem Schiff als Proviant zu finden.

Kleiner Strassenausschank in der Karibik.

Zuckerrohr, der Stoff, aus dem Rum gewonnen wird.

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CULINARIUM

In Havannas Bars ist Rum der Hauptakteur.

«So geht es mit Tabak und Rum: Erst bist Du froh, dann fällst Du um.» Wilhelm Busch

Prohibition in den USA von 1919–1933 für einen intensiven Reiseverkehr nach Kuba. Es entstand eine völlig neue Kultur. Bars wurden eröffnet, die Barkeeper erfanden immer neue Cocktails, dazu die Lebensfreude und die Musik der Kubaner – alles drehte sich nur noch um ein Getränk: den Rum. Diese Welle erreichte schliesslich auch Europa und die USA.

In den französischen Überseegebieten Martinique, Guadeloupe, Marie-Galante, La Réunion und Haiti hat sich ein ganz eigener Rumstil etabliert. Der Rhum agricole. Er wird nicht aus Melasse, sondern direkt aus Zuckerrohrsaft hergestellt. Diese Rumsorte zeichnet sich durch eine schöne Fruchtigkeit und sehr komplexe Aromen aus. Ihm fehlt die melassige Süsse und Süffigkeit, dadurch eignet er sich ideal zum Einsatz als Aperitif.

Von Kolonialmächten geprägt Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich unterschiedliche Herstellungsmethoden, und zwar in Abhängigkeit von den Kolonialgebieten, in denen sie entstanden. Heute gibt es drei massgebliche Rumstile: der kubanische, der französische und der Jamaika-Stil.

Der Jamaika-Stil hingegen steht für Rum, der überwiegend aus Pot Stills gewonnen wird. Da England an den schweren Rums festhielt und jene gegenüber den leichteren spanischen präferierte, sind dies in der Hauptsache die Destillate aus den englischsprachigen Kolonien wie Guyana, Bermuda und eben Jamaika. Diese sind für ihre Nachhaltigkeit und Aromenvielfalt sowie Intensität bekannt und bestens geeignet für einen kalten Wintertag vor dem knisternden Kamin.

Den kubanischen Stil zeichnen überwiegend leichte und sehr reine Rums aus. Er ist überwiegend auf Kuba, Puerto Rico und in der Dominikanischen Republik zu Hause: Aus der im Vergleich zu anderen Rums relativen Körperarmut resultiert ein kürzerer Reifungsprozess. Die meisten Vertreter dieser Schule erreichen bereits mit fünf bis sieben Jahren den Höhepunkt ihrer Entwicklung. Längere Lagerungszeiten führen oft zu starken vanillig-würzigen Einflüssen des Eichenholzes. Diesen Stil nennt man auch «Spanischen Stil», da er dort in der Karibik zu finden ist, wo Spanisch gesprochen wird. Bei sommerlichen Temperaturen munden diese Rums am besten.

Diese Einteilung ist ein erster Weg durch das Dickicht der weitverzweigten Rumwelt. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass jeder Rum und auch jedes Land im Laufe der Jahrhunderte einen ganz eigenen Stil entwickelt hat. Aber es ist sehr spannend und schön, diese verschiedenen Nuancen für sich zu entdecken und den Rum aus seinem stiefmütterlichen Dasein herauszuholen.

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CULINARIUM

Wein-Degustation Offene Waadtländer Keller Das Genferseegebiet bietet eine unendliche Landschaftsvielfalt, atemberaubende Panoramen, aber auch unerschöpfliche Möglichkeiten für Feinschmecker. Wer noch nie einen Weisswein, Rotwein, Rosé oder Süsswein aus dem Waadtland probiert hat, hat etwas verpasst.

von Yvonne Beck

Z

Der Kanton Waadt freut sich auf Besucher am Pfingstwochenende Die Winzer der Region öffnen ihre Türen ganz weit, damit Interessierte die köstlichen Weine und ihre gute Laune geniessen können. Sie freuen sich auf Besuch an zwei Feiertagen, die der Entdeckung, der Geselligkeit und der Sinnesfreude gewidmet sind. Die grandiose Landschaft der Regionen Bonvillars, Chablais, Côtes de l’Orbe, La Côte, Lavaux und Vully eignet sich hervor-

Photo : Seb Michel/ La Succursale

u entdecken gibt es die Weine des Genferseegebiets anlässlich der «Offenen Waadtländer Keller». Zum ersten Mal werden am 26. und 27. Mai mehr als 300 Weinkeller im Kanton gleichzeitig ihre Türen öffnen. So stehen dem Besucher zwei Tage zur Verfügung, um die Weine seiner Wahl direkt vor Ort zu kosten, zu kaufen oder zu bestellen.

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CULINARIUM

ragend für diese umfangreiche, verlockende Veranstaltung. Die Offenen Keller sind die Gelegenheit, ganz in Ihrer Nähe dem Alltag zu entfliehen! Die Offenen Waadtländer Keller sind ein Event, das am Pfingstwochenende im gesamten Kanton Waadt stattfindet. Der Pass «Offene Keller» kostet CHF 15.–. Er umfasst die Degustationen in über 250 Kellern des Kantons, das Erinnerungsglas, den Transfer in Pendelbussen von Keller zu Keller ab den Regionalbahnhöfen Bonvillars: Yverdon, Chablais; Aigle, Villeneuve, Ollon; Côtes de l’Orbe: Yverdon; La Côte: Morges, Allaman, Gland, Nyon, Rolle und Lavaux: Cully, Chexbres, Vevey, Lutry.

Die Besucher der Offenen Keller sind zudem eingeladen, die teilnehmenden Restaurants zu entdecken. Eine gute Gelegenheit, um die auf der Basis von regionalen Produkten und Waadtländer Weinen zusammengestellten Menus zu geniessen! www.offenewaadtlaenderkeller.ch

Attraktive Angebote: Mit dem RailAway-Angebot wird unabhängig vom Reiseziel den Besuchern des Events ein Rabatt von 20 Prozent auf den Pass der Offenen Keller sowie ihre Hin- und Rückfahrt mit der Bahn ab allen Bahnhöfen der Schweiz bis in den Kanton Waadt gewährt, MobilisVerbundtarif eingeschlossen. Zudem gibt es für alle Besucher der Offenen Waadtländer Keller eine Sonderaktion in Zusammenarbeit mit dem Westschweizer Hotelgewerbe. Jedem Besucher, der eine Nacht in einem der teilnehmenden Hotels verbringt, werden bei seiner Abreise drei Flaschen Waadtländer Wein überreicht.

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Very British Nach Alexander McQueen und Christian Lacroix hat Chivas Regal einmal mehr eine wahre Ikone aus der Welt der Mode um ihre Interpretation des 18 Jahre alten Chivas Regal gebeten. Vivienne Westwood, die für ihren Punk-Stil und ihren Nonkonformismus bekannt ist, hat für die renommierte schottische Whisky-Marke ihr Talent eingesetzt und mit entfesselter Kreativität etwas Einzigartiges geschaffen. Die exklusive Edition ist eine originelle und zeitgemässe Kreation, die geprägt ist von überraschend eingesetzten historischen Elementen. Eingewickelt in einen luxuriösen Seidenmantel aus drei Teilen, in den Farben des Union Jack, steht die Flasche ganz selbstbewusst da. Sie strahlt Männlichkeit und Eleganz aus.

FOOD News Purer Genuss Nie war es einfacher, mit Holz zu grillen Für die in Kürze startende Grillsaison ist Bob Grillson, der innovative Holzpelletgrill aus dem Hause Grillson, bestens gerüstet. Als neues Feature sorgt die automatische Temperaturregelung für spitzenmässige Grillergebnisse. Der neue Automatikmodus sorgt dafür, dass eine gradgenaue Temperatur im Grillraum eingehalten wird. So gelingt jedes Grillgut perfekt! Ein zu heisser oder zu kalter Grill gehört somit der Vergangenheit an. Zudem hält Bob durch den isolierten Grillraum auch bei längeren Grillpausen – mit extrem geringem Pelletverbrauch – die Temperatur. Holzpellets einfüllen, den Wahlschalter auf «Auto» stellen und die Temperatur am grossen Leistungsregler wählen, schon ist Bob Grillson für das Grillen startklar.

Für jeden Anlass den Passenden Die Cardhu Distillery zählt zu einer der legendärsten Whisky-Brennereien im schottischen Speyside-Tal. Weltweit bekannt und geschätzt ist sie für den Cardhu 12 yo – weich und angenehm im Geschmack, mit Honig und Rosinennoten. Seit Kurzem sind mit Cardhu 18 yo und Cardhu 15 yo erstmalig weitere, neue Abfüllungen erhältlich, die das Geschmackserlebnis des Cardhu 12 yo perfekt ergänzen. Denn von seidig-weich hin zu reich und reif wird Cardhu-Fans und -Kennern nun für jeden Anlass und jede Stimmung der passende Cardhu-Whisky geboten. Durch die Reifung in aufbereiteten Fässern aus amerikanischer und europäischer Eiche hat besonders der Cardhu 18 yo eine üppige Finesse an Aromen. Der Körper ist reich und voll bei dennoch zartem Cardhu-Charakter. Kurz: für echte Kenner und die besonderen Momente im Leben.

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Die echte Schweizer Küche

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KOLUMNE

Aus dem Leben eines Galeristen:

Und gehst Du zum Kunstwerk, vergiss das Teppichmesser nicht ... von Wilhelm J. Grusdat

E

ins ist schon mal klar: Kunst kann heftige, emotio-

son des Bildes nicht mehr ertragen könne und stattdessen lie-

nale Reaktionen auslösen. Seit einiger Zeit gibt es

ber das Gesicht der jungen Dienerin sehen würde, welche mit

dafür sogar einen medizinischen Fachausdruck:

dem Rücken zum Betrachter einen Kelch reicht.

das Stendhal-Syndrom. Alles begann 1817 mit dem damals 34-jährigen französischen Schrift-

Interessanterweise sind solche Übergriffe durch das Aufsichts-

steller Stendhal, der nach Italien reiste. Der Anblick der versam-

personal in der Realität selten. Dagegen geht von den Besu-

melten Kunstwerke in Kirchen, Museen und Palästen steigerte

chern eine sehr viel grössere Bedrohung aus: Immer wieder wer-

seine Gefühle zu einer derartigen Ekstase, dass er sich dem

den Kunstwerke Opfer von Attentaten, sei es mit Säuren oder

Himmel nahe fühlte und ihm die Sinne schwanden. Mit diesem

Farben oder den blossen Fäusten. Ich erinnere nur an den Fall

Verhalten reihte er sich in eine Vielzahl von verzückten Italien-

des jungen Medizinstudenten, der 1982 das Gemälde «Who's

Reisenden – vorzugsweise aus Deutschland und England –

afraid of Red, Yellow, Blue IV» von Barnett Newman mit dem

ein, die im 19. Jahrhundert mit einem ähnlichen Leiden in itali-

Messer zerschnitt und in den folgenden Jahren weitere Werke

enischen Krankenhäusern behandelt werden mussten. Dieser

des amerikanischen Malers attackierte. Er fühlte sich von den

emotionale Rauschzustand, ausgelöst durch den Umgang mit

Bildern direkt angesprochen und sah sich quasi gezwungen, auf

Kunstwerken, trägt heute den Namen des jungen Schriftstel-

die Provokation der Farbfeldmalerei zu antworten.

lers und Kunstliebhabers. In der Psychologie erklärt man sich dieses Verhalten durch die Nun löst Kunst nicht immer nur gute Reaktionen aus. Oder war-

Eigenschaft der Kunst, die Grenze zwischen Objekt und Sub-

um glauben Sie, dass in Museen so genau darauf geachtet wird,

jekt zu verwischen. Wie bei dem Wächter oder dem Studenten

regelmässsig die Standorte des Aufsichtspersonals zu wech-

agieren für manche Menschen Kunstwerke wie Personen. Es

seln? Es hat sich nämlich herausgestellt, dass die dauerhafte

ist für sie somit gerechtfertigt, diese Kunstwerke zu bestrafen

Konfrontation mit den gleichen Kunstwerken nicht nur die Auf-

oder zu verletzen.

merksamkeit des Wachpersonals schwächt, sondern auch Abneigungen bis hin zu Feindseligkeiten den Ausstellungsstücken

Für mich ergibt sich daraus nicht die Konsequenz, in meiner

gegenüber Vorschub leistet.

Galerie die Werke unter Verschluss zu halten, um sie vor potentiellen Attentaten zu schützen. Bei mir überwiegt die Fas-

Besonders schön wird dieses Phänomen von Javier Marias in

zination an den vielfältigen Reaktionen, die an Menschen zu

seinem Roman «Mein Herz so weiß» geschildert. Hier erzählt

beobachten sind, wenn sie mit ästhetischen Objekten in Be-

Ranz, der Vater des Protagonisten und Wärter im Prado, wie er

rührung kommen. Es gibt für mich nichts Schöneres, als zu

eines Tages seinen Kollegen Mateu dabei erwischt, wie dieser

sehen, wie meine Kunden eine persönliche Beziehung zu ei-

sich mit dem Feuerzeug am Rahmen eines Gemäldes – der

nem Kunstwerk eingehen. Was mögliche negative Resonanzen

«Artemisia» von Rembrandt – zu schaffen macht. Darauf ange-

anbelangt, so vertraue ich da auf die schnelle Reaktion meines

sprochen, gesteht Mateu, dass er den Anblick der Hauptper-

Personals und von mir selbst.

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Feuer fangen.

Gas-Feuerstelle FAIRO

Feuer hat viele Gesichter. Es ist Zeichen von Stil und Ausdruck der Persönlichkeit. Wir entwickeln Feuer mit Charakter: nachhaltig, designkompetent, in Schweizer Qualität. www.feuerkultur.ch


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Marc Newson Berühmt geworden ist Marc Newson mit Objekten im retro-futuristischen Look. Ob Türstopper oder Raumfahrzeug, Freizeitschuhe oder Sitzgelegenheit – fast jeder Entwurf des australischen Designers hat biomorphe Formen.

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Futuristisch, sexy, humoristisch

von Lone K. Halvorsen

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m Jahr 2011 ging der Lucky Strike Designer Award an den Australier Marc Newson – einen der einflussreichsten Designer seiner Generation. Mit Marc Newson würdigt die Raymond Loewy Foundation «den weltweit sehr erfolgreich agierenden Allround-Designer für Industrieprodukte und Güter des täglichen Lebens», so die Jury der Stiftung. Geboren 1963 in Sydney, reiste Newson bereits in frühen Jahren durch Europa und Asien, bevor er am Sydney College of the Arts Schmuckdesign und Bildhauerei studierte und mit Möbeldesign zu experimentieren begann. Nach seinem Abschluss 1984 erhielt er ein Stipendium des Australian Crafts Council und organisierte in der Roslyn Oxley Gallery in Sydney eine Ausstellung, in der auch die legendäre Lockheed Lounge präsentiert wurde – und für wahre Aufregung sorgte! Zuvor hatte Newson mehrere «elende Monate» damit verbracht, die Aluminiumplatten

auf sein erstes Modell zu hämmern. Dieses skulpturale Möbelstück besteht aus fiberglasverstärktem Polyester, der mit einer Haut aus genietetem Aluminiumblech überzogen ist. Das Aussehen der Liege erinnert stark an alte Flugzeuge, gleichzeitig sind ihre Formen rund und organisch. Ein Exemplar der legendären Lockheed Lounge hat 2009 auf einer Design-Auktion in London den Rekordpreis von 1,1 Millionen Pfund erzielt. Damit ist die Liege das mit Abstand teuerste Objekt zeitgenössischer Designerkunst. In einem Interview erklärte der Londoner Kunst- und Designhändler Kenny Schachter warum: «Es ist das bedeutendste Werk des modernen Designs. Alles auf dem Markt wird daran gemessen.» Das versteigerte Exemplar befand sich lange Zeit in der Sammlung von Newsons Mutter. Es erlangte einige Berühmtheit, als sich Madonna im Video zu ihrer Single «Rain» auf dem futuristisch anmutenden Möbel räkelte.

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Möbel, Kleidung und Privatjets

Die Darstellung der Zeit

1997 ging der Kosmopolit nach London, wo er zusammen mit Benjamin DeHaan das Unternehmen Marc Newson Ltd. ins Leben rief. Die Bandbreite der Produkte, die Newson entwirft, reicht von Fahrrädern (MN01 für Biomega) über Mobiltelefone (für Japans KDDI) bis hin zur Inneneinrichtung des Falcon-900BPrivatjets, Uhren für seine eigene Firma Ikepod und die Kleidung der australischen Olympia-Mannschaft 2004. Ebenso vielfältig sind die Namen der Hersteller, für die Newson bisher arbeitete. Neben den Design-Herstellern Alessi, Flos, Iittala oder Magis zählen auch Bekleidungsfirmen wie Nike oder G-Star oder der Autohersteller Ford zu seinen Kunden.

Natürlich durften die Uhren nicht fehlen, denn jeder gute Designer hat irgendwann das Bedürfnis, sich auch an der Darstellung der Zeit zu versuchen. So wurde die Schweizer Firma Ikepod eigens von Newson und in Kooperation mit Oliver Ike ins Leben gerufen, um die originellen Uhrenideen des Australiers in die Tat umzusetzen. Mit dem Ikepod Hourglass gelang ein grosser Designwurf. Dabei handelt es sich gleichermassen um eine Uhr wie um ein Kunstobjekt, denn der funktionale Aspekt tritt angesichts der Formgebung stark in den Hintergrund. Das Äussere erinnert an eine klassische Sanduhr, was durch das Gehäuse aus Borosilikatglas 3.3 unterstrichen wird. Im Inneren rieseln sogenannte Nanokügelchen aus Edelstahl und zeigen so die Zeit an. Leider hielten die Managementfähigkeiten bei Ikepod nicht Schritt mit Newsons überirdischem Design. Name, Entwürfe und Ideen wurden dann 2006 von einem New Yorker Kunstsammler namens Adam Lindeman aufgekauft, und bald wurden wieder erste Uhren produziert und neue Modelle vorgestellt. Radikal neue Uhren präsentierte Newson 2010. Für Jaeger-LeCoultre interpretierte er die legendäre Atmos neu als Atmos 566. Der australische Designer begeisterte sich schon in seiner Kindheit für die Atmos-Tischuhr. Anlässlich des 80-Jahre-Jubiläums der ewigen Uhr entwirft er ein ebenso schlichtes wie zeitgenössisches Modell: Eine Glocke aus Baccarat-Kristall mit abgerundeten Formen schützt das kostbare Uhrwerk, das zu schweben scheint. In Anlehnung an das Symbol der Unendlichkeit wird das Modell insgesamt 888-mal hergestellt.

Das Design des gebürtigen Australiers lässt sich nur schwer einer bestimmten Stilrichtung zuordnen, da es sowohl biomorphe als auch futuristische Züge aufweist. Newsons Entwürfe spielen mit den Phantasien und Gefühlen der Konsumenten und setzen kühne Visionen der Vergangenheit in Objekte der Gegenwart um. Newsons Arbeiten wurden nicht nur mit zahlreichen Preisen prämiert – darunter sechs Good Design Awards des Chicago Atheneum –, sondern auch in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Die Arbeiten Newsons sind in den meisten ständigen Ausstellungen der grossen Museen vertreten – so etwa im Museum of Modern Art in New York, im Londoner Design Museum, im Musée National d’Art Moderne des Centre Georges Pompidou sowie im Vitra Design Museum.

«Die Arbeiten Newsons sind in den meisten ständigen Ausstellungen der grossen Museen vertreten.»

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noblestyling.blogspot.com

«Frauen waren für mich durchaus karrierefördernd.»

Design mit Sexappeal Dass der Australier schöne Kurven nicht nur bei Designobjekten liebt, wird gern kolportiert. Und ob Sex eine Rolle in seinem Design spielt, darüber denkt er nicht nach. «Mein Stil ist eher ein Ergebnis meiner Herkunft. Das Licht, mit dem ich aufgewachsen bin, die Farben, das Meer. Die Surf- und Popkultur, mit der ich in Sydney aufgewachsen bin, haben mich geprägt. Bretter, Wellen, Wetsuits. Das ist fliessend, Pop, australische Jugendkultur. Es ist nicht sehr europäisch. Ein australischer Designer zu sein, hat mir eine besondere Perspektive gegeben.» Was ist dran an seinem Ruf als Womanizer? Er gibt zu: «Frauen waren für mich durchaus karrierefördernd.» Ende der 80er etwa verhalf ihm seine damalige Freundin zum Einstieg beim Tokioter Designunternehmer Teruo Kurosaki. Das Model gefiel dem Japaner – mehr noch die Modelle des australischen Newcomers. Kurosaki wurde Newsons Mentor, seine Firma Idée verlegte seine Entwürfe erstmals in nennenswerter Auflage. Darunter heutige Ikonen wie der «Embryo Chair», der «Pod of Drawers» – und auch die «Lockheed Lounge». Über den Wert des guten Stücks denkt er nicht nach. «Ich entwerfe, weil ich Trends kreieren will. Ein Designer muss sich Gedanken über morgen machen. Sobald ein Entwurf alltagstauglich wird, kann er nicht mehr innovativ sein.» In seinen Arbeiten stellt er sich immer wieder die Frage, wie das, was er gestaltet, in Zukunft wahrgenommen wird. Er versucht Design zu machen, was zukunftsfähig ist, denn daran wird der Designer gemessen. Er spielt in seinen Entwürfen mit den Phantasien und Gefühlen der Konsumenten und setzt kühne Visionen der Vergangenheit in Objekte der Gegenwart um.

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Papillon Pink Limited Edition Dieses poetische Naturbild und die Stärke dieser neuen Farbe haben Bonaldo so sehr fasziniert, dass das Unternehmen aus Padua den Pantone des Jahres umgehend mit einem seiner Klassiker, der in seiner Form der Natur besonders nahe steht, in Verbindung gebracht hat: das Schlafsofa Papillon, das sich heute in der Farbe «Honeysuckle» präsentiert und in einer limitieren Ausführung von 99 Exemplaren angeboten wird. Papillon ist vor über zwanzig Jahren, im Jahre 1991, entstanden und auch heute noch so aktuell wie an dem Tag seines Entwurfes. Gekennzeichnet durch weiche Formen, die an einen Schmetterling erinnern, ist Papillon ein aussergewöhnlich funktionelles Produkt. Dank seinem praktischen Mechanismus, der es ermöglicht, Papillon einfach und schnell in ein Bett zu verwandeln, passt es perfekt in jugendliche und informelle Wohnungen. Die limitierte Ausführung von Papillon bestätigt aufs Neue die Vitalität von Bonaldo, einem Unternehmen, das sich schon immer mit grosser Aufmerksamkeit mit den gesellschaftlichen Trends beschäftigt und diese in seinen Produkten umsetzt.

Interior News Living & More

Drumbox Die Leuchte Drumbox ist der Inbegriff extremer Vielseitigkeit und wurde erschaffen, um mit jedem Detail den Anforderungen maximaler Flexibilität gerecht zu werden. Sie ist Boden-, Hänge- und Wandleuchte zugleich und kann ganz nach Belieben im Raum positioniert werden, auch die Anordnung verschiedener Leuchtkörper auf einem einzigen Ständer ist möglich. Eine Besonderheit der Leuchte Drumbox ist die trendige Überarbeitung von Hightech-Materialien, die normalerweise für die Erzeugung technischer Kleidungsstücke verwendet werden. Die Leuchte verweist auf die langjährige Erfahrung von Diesel in der Verarbeitung von Materialien und Stoffen, insbesondere auch was deren neuartige Kombinationen betrifft – damit vermag das Unternehmen immer wieder zu überraschen. Die Form der Leuchte Drumbox erinnert an das Licht in einem Fotostudio. Der vordere Teil besteht aus beschichtetem Leinen, einem hochtechnischen, reflektierenden Material, das aufgrund seiner natürlichen Plissierung im eingeschalteten Zustand warm und eindrucksvoll erstrahlt. Der dahinterliegende Teil des Körpers wird aus Nylon Ripstop erzeugt – einem technischen Nylonstoff, der mit einer speziellen Technik gewebt wird und daher äusserst widerstandsfähig und leicht ist. Eine jugendliche und glamouröse Leuchte – ganz im Stil von Diesel.

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Bookless von Interlübke Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Medien haben sich auch die Wohnbedürfnisse verändert. Bookless, das neue Möbelprogramm von Interlübke, bietet eine zukunftsweisende Lösung, die schönen Dinge des Lebens in eine neue Ordnung und ins beste Licht zu rücken. Vorbei sind die Zeiten, als in Leder gebundene Enzyklopädie-Bände und Anthologien bunter Couleur die Wohnzimmerwände säumten. Das neue Möbelprogramm Bookless von Interlübke passt sich laufend den sich verändernden Verhältnissen an. Zingg-Lamprecht, das führende Zürcher Einrichtungshaus, ergänzt mit dieser zeitgemässen Innovation sein Angebot: «Mit Bookless bieten wir unseren Kunden ein flexibles Möbelsystem an, das dem modernen, digitalen Zeitgeist entspricht», sagt Yves von Ballmoos, Geschäftsführer und Inhaber von Zingg-Lamprecht. Bei Bookless stand die Idee eines Setzkastens für das 21. Jahrhundert Pate, entstanden ist eine kreative Synthese aus Regal und Vitrine für das Wohnen.

Eine Küche für Ihren Vipp-Eimer Seit der Vipp-Eimer 1939 das Licht der Welt erblickte, steht der Name Vipp für Qualitätsprodukte für Küche und Bad. Jetzt stellt das dänische Unternehmen seine bisher grösste Produktentwicklung vor: die Vipp-Küche. «Unsere Erfahrung liegt in einem durchdachten Produktdesign mit einem ausgeprägten Fokus auf gediegene Materialien, Mechanik und Funktionalität. Deshalb war es unser Grundgedanke, die Vipp-Küche als ein Produkt oder ein Möbel zu entwerfen. Das Ergebnis ist eine Reihe von Modulen, bei denen die Entscheidungen bis ins kleinste Detail bereits auf der Grundlage eines tiefgehenden Materialwissens und einer ästhetischen Haltung zum Design getroffen wurden», sagt Morten Bo Jensen, Vipp-Chefdesigner. Das Konzept ist bis ins kleinste Detail durchdacht.

Prouvé RAW Special Edition Zwei Jahre lang haben die Denim-Marke G-Star, die Familie Prouvé und Vitra gemeinsam daran gearbeitet, einigen der bekanntesten Entwürfen von Jean Prouvé ein frisches und zeitgenössisches Erscheinungsbild zu geben und einige seiner weniger bekannten Designs wiederzuentdecken. Heraus gekommen ist die ProuvéRAW-Kollektion, eine Auswahl neu interpretierter Möbelklassiker des französischen Designers und Konstrukteurs. Die Produkte sind nummeriert, mit einem exklusiven Prouvé-RAW-Label versehen und können bis Ende 2012 im Handel erworben werden. Jean Prouvé, der sich zeitlebens als Konstrukteur begriff, war gleichzeitig Designer und auch Produzent seiner Entwürfe. Sein einzigartiges Werk umfasst vom Brieföffner über Tür- und Fensterbeschläge, Leuchten und Möbel bis hin zu Fassadenelementen, Fertighäusern und modularen Bausystemen fast alles, was sich konstruieren lässt und nach einer industriellen Fertigungsmethode verlangt.

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Wie man sich bettet … Hästens – ein Familienunternehmen aus Schweden

Wenn man das beste Bett der Welt bauen möchte, kann man sich keine Kompromisse erlauben. Deshalb orientiert sich der schwedische Bettenbauer Hästens nicht an den Kosten, sondern an seinen Qualitätsansprüchen.

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von Yvonne Beck

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it Naturmaterialien und Handwerkstradition entstehen bei Hästens Betten, die den Traum vom erholsamen Schlaf wahr werden lassen. Diese Firmenphilosophie, die seit 1852 Erfolgsgeschichte schreibt, hat sogar den schwedischen König überzeugt.

mit Ruhe und Sorgfalt von Hand gebaut, wobei die Handwerker ausschliesslich natürliche Werkstoffe verarbeiten. Als erster Bettenhersteller erhielten die Produkte das nationale «Schwanen»Ökosiegel. Ausserdem erfüllen sie die Standards von Möbelfakta – einem schwedischen Referenz- und Qualitätssystem für Möbel.

Für besten Schlafkomfort

Vom Sattel zum Königsbett

Ein Neuzugang im Bereich der mitteleuropäischen Betten ist in diesem Jahr das «Proferia», das sich seit November 2011 mit einem höheren Unterbau präsentiert. Wie alle Hästens-Betten ist das «Proferia» von Meistern ihres Fachs von Hand gearbeitet, besteht aus reinsten Naturmaterialien und zeugt von höchster Qualität. Die ausgeklügelten Verarbeitungstechniken, die auch beim Premiummodell 2000T II angewendet wurden, garantieren aussergewöhnlichen Komfort. Neben einem zweifachen Federsystem wird ein innovatives Mehrschichtsystem eingesetzt. Die Rosshaarauflagen werden in mehrere dünne Schichten geteilt, dazwischen werden Baumwoll- beziehungsweise Wollschichten eingefügt. So erhält das elastische Rosshaar mehr Bewegungsfreiheit und gewährleistet besten Schlafkomfort.

Die Geschichte von Schwedens ältestem Bettenunternehmen beginnt vor 160 Jahren mit der Herstellung von Sätteln. Als Füllmaterial verwenden die Handwerker Rosshaar, das sich auch für Matratzen hervorragend eignet. Also beginnen die Sattelmacher, individuelle Matratzen auf Anfrage zu fertigen. Doch die Nachfrage steigt stark, und die Herstellung von Betten wird zum Kerngeschäft. Heute noch erinnern Markenname – «Häst» bedeutet auf Schwedisch «Pferd» – und Logo an die Anfangszeit der Sattelproduktion. Aufgrund der ausserordentlichen Qualität seiner Produkte ist Hästens seit 1952 sogar offizieller königlicher Hoflieferant von Carl XVI. Gustaf von Schweden. Eine grosse Ehre für das Unternehmen. Doch Hästens-Fans findet man überall, nicht nur in königlichen Palästen, sondern auch in den einsamen Holzhütten schwedischer Wälder, wo das Bett oft der einzige Luxus ist. Aber auch im Ausland sind die Betten vielfach vertreten, den Hästens liefert direkt aus eigener Produktion in 35 Länder der Welt.

Die Matratze aus patentiertem Taschenfederkernsystem und insgesamt zehn Baumwoll- und Wollschichten (der höchste heute erhältliche Standard) bietet ein unvergleichliches Schlaferlebnis. Ausserdem ist die Matratze an den Seiten handvernäht, um noch höhere Stabilität und Komfort zu gewährleisten. Hästens geht individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden ein, so können auch unterschiedliche Festigkeitsgrade innerhalb einer Matratze und Sondergrössen bestellt werden. Der Name und der Festigkeitsgrad des Bettes sind liebevoll eingestickt. Für Liebhaber des aussergewöhnlichen Designs ist das «Proferia» auch in einer runden Version erhältlich. Hästens Shop Marthalen www.hastens.com

Die Gründerfamilie leitet Hästens nun bereits in der fünften Generation. Jan Ryde, jetziger Besitzer und Firmenchef, steht seit den späten 80er Jahren an der Unternehmensspitze. Seitdem ist der Verkauf der karierten Qualitätsbetten um 30'000 Prozent gestiegen. Und noch immer sind Handwerk und Qualität die beiden Stützpfeiler der Philosophie von Hästens: Die Produkte werden

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Der gr端ne Bauplan Architektur und Nachhaltigkeit

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© Roland Halbe

«Grün» ist das Thema der Stunde. Nie gab es so viel Interesse an den ökologischen Auswirkungen des Bauens wie heute. Schlecht konstruierte Gebäude verschlingen natürliche Ressourcen und verschmutzen die Umwelt.

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«Das Haus als Architektur fliesst aus dem menschlichen Herzen, ist ein Dauergefährte der Erde, Kamerad der Bäume, wahres Spiegelbild des Menschen im Bereich seines eigenen Geistes. Sein Haus ist daher ein geweihter Raum, in dem er Zuflucht sucht, Erholung und Ruhe für den Körper.» Frank Lloyd Wright

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Š Jannes Linders

CEPEZED, Westraven Office Complex, Utrecht

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von Yvonne Beck

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n denen Energiekosten stetig steigen und Umweltschutz ein allgegenwärtiges Thema ist, führt kein Weg um nachhaltige, energiesparende Architektur herum. Gottlob gibt es bereits eine Menge Architekten, Künstler und Firmen, die auf dem neuen Weg ökologische Pionierarbeit geleistet haben. Zudem besitzen die neuen Gebäude eine ganz besondere Ästhetik.

neue Herausforderungen. Architektur und Stadtentwicklung besinnen sich darauf, dass unsere Ressourcen nicht endlos sind, dass freie Flächen in unseren Städten nicht beliebig zu vermehren sind und dass Baumaterialien, Grundrisse, Wärmedämmung oder der behutsame Umgang mit Energie immer wichtiger werdende Faktoren im Wohnungsbau darstellen. Die Nutzung erneuerbarer Energien, Passivhausstandard, Verwendung regenerativer und nachhaltiger Materialien oder flächensparendes Bauen sind ein integraler Planungsansatz, um ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig zu bauen. Doch der Wärmeenergiebedarf darf nicht als alleiniges Kriterium des nachhaltigen Bauens genügen.

Neue Herausforderungen an die Architektur Beim nachhaltigen Bauen geht es vor allem um Energieeinsparung. Fraglos stellen der Umgang mit nicht vermehrbaren Energiereserven – besonders Erdöl und Erdgas – und die drängende Sorge um das Weltklima die Architekten und Städteplaner vor

© Vincent Callebaut Architectures

VINCENT CALLEBAUT ARCHITECTURES, Perfumed Jungle in Hongkong

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« meine neue lounge.» Küng Sauna erobert den Wohnraum. Mit aussergewöhnlicher Qualität, Innovation und Know-how setzen wir neue Massstäbe und schaffen einzigartige Designobjekte. Für Sie. Swiss Made.


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© Barton Willmore

Barton Willmore, King Abdullah International Gardens, Saudi-Arabien

«Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit.» Eric Schweitzer

Vom nachhaltigen Nutzen eines Wintergartens und Kamins

Die Räume dienen der Tageslicht- und der Solarenergienutzung und bilden oft die Basis für eine natürliche Lüftung. Gleiches gilt für Doppelfassaden, die fallweise auch als Aussenluft- oder Zuluftführung betrieben werden. Auffallend sind die von verschiedenen Architekten realisierten Abluftkamine, ein energieeffizientes Element der Luftförderung. Denn der Auftrieb im Kamin erzeugt einen Sog, der die Raumlufterneuerung sicherstellt. Bei der Materialisierung steht der nachwachsende Baustoff Holz im Vordergrund; viele Gebäudeflächen sind jedoch auch aus Glas. In diesen Häusern begegnen sich Hightech-Systeme und einfache, «natürliche» Elemente.

Vielen dieser Bauvorhaben sind einige Merkmale gemeinsam: naturnahe Materialisierung wie zum Beispiel Holz, Wärmeenergie, passive Sonnenenergienutzung, natürliche Lufterneuerung, Tageslichtnutzung, Regenwassernutzung, Wassermanagement und passive Kühlung. Typische Beispiele dafür sind Wintergärten, entweder als separate, aber kommunizierende Räume oder als übergreifender Hüllraum mit einliegenden Wohn- respektive Bürobauten. Häufig sind sie bepflanzt oder mit einem raffinierten Sonnenschutz ausgerüstet.

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Küchen für PersönlichKeiten www.warendorf-kuechen.ch


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© Kurt Hörbs

© Nigel Young/Foster + Partners © Matteo Piazza

FOSTER + PARTNERS, Petronas University of Technology in Malaysia

© Mari Tefre/Global Crop Diversity Trus

ANNA HERINGER und EIKE ROSWAG, Handmade School in Bangladesh

BARLINDHAUG CONSULT AS, Svalbard Global Seed Vault in Norwegen

Hightech-Architektur

VLADIMIR DJUROVIC, Samir Kassir Square in Beirut

logien und ihrer Verwendung, sowie der bestehenden Umweltstandards, sind die planerische Grundlage für die Realisierung eines nachhaltigen Gebäudes. Neubauten müssen heute schon Niedrigenergiehäuser sein, so dass Bauherren zunächst ein ökologisch reines Gewissen haben können. Auf lange Sicht sinnvoll sind vor allem Nullenergiehäuser – oder gar Nullenergie-PlusHäuser. Zuerst schreckt zwar der Preis, denn je hochwertiger ein Energie-Plus-Haus ist, desto teurer wird es zunächst auch. Nach 25 Jahren sollten sich allerdings die Mehrkosten amortisiert haben. Bei weiter steigenden Energiepreisen geht dieser Prozess vermutlich sogar schneller.

Doch nicht nur in Privathäusern setzt man auf «grüne» Architekturlösungen. Gerade grosse Büroneubauten aus Metall und Glas symbolisieren den Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Häufig werden die Wände durch eine durchsichtige, einfache oder doppelte Haut ersetzt, die mehrere Funktionen in den Bereichen Klima, Lüftung, Sonnenschutz und natürlicher Beleuchtung erfüllt. Grundgedanke hierbei ist, dass die ökologischen Probleme sich durch die Technik lösen lassen. Ein bekanntes Projekt hierfür ist der Reichstag in Berlin, realisiert von Sir Norman Foster. Seine Architektur will dauerhaft und ökologisch sein. Doch um einen annehmbaren Komfort für die Benutzer zu gewährleisten, muss der Bau immer noch auf die klassischen Technologien der Klimatisierung zurückgreifen. Fest steht jedoch, dass die ganzheitliche Betrachtung von Bauaktivitäten in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht über den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken hinweg die Verantwortung des modernen Architekten ist.

Regenerative Materialien brauchen weniger Energie in der Herstellung, bei Bauveränderungen produzieren sie keinen Sondermüll und haben somit keinen negativen Effekt auf die Gesamtenergiebilanz. Daher sollten Architekten heutzutage halogenierte Materialien vermeiden und nur lösungsmittelfreie Farben verwenden. Diesem Trend folgend, entstehen immer häufiger mehrstöckige Stadthäuser in massiver Holzbauweise.

Energie und Ressourcen Das Nullenergiehaus oder Energie-Plus-Haus stellt die Endstufe der Realisierung von Energieeinsparmassnahmen im Häuserbau dar. Im Idealfall verbraucht ein Gebäude keine Energie, sondern produziert einen Energieüberschuss wie im Fall des Plus-Energie-Hauses. Das Einsparen von Energie und die Verwendung regenerativer Energien kosten weniger und haben keinen belastenden Effekt auf die Umwelt. Kenntnisse modernster Techno-

Eingebettet in die Natur Nicht nur die verwendeten Materialien sollten aus natürlichen Baustoffen wie Holz oder gar Lehm bestehen. Auch die Gebäudeform selbst sollte sich an der Natur orientieren. Frank Lloyd Wright war der einzigartige Neuerer des 20. Jahrhunderts, dessen Werk die grundlegenden Prinzipien einer in den Kontext integrierten

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Š Nic Lehoux

RENZO PIANO, California Academy of Sciences in San Francisco

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© JongOh Kim

SHIGERU BAN, Papertainer Museum, Seoul Olympic Park, Songpa-Gu, South Korea

Architektur verkörpert. Er wirkte schon seit 1910 als ein Prophet der Ökologiebewegung – lange bevor das Wort Ökologie überhaupt zum allgemeinen Sprachgut wurde. Als Wegbereiter des organischen Bauens entwarf er vor allem flache, an die Landschaft angepasste Häuser in den Wüsten und Steppen von New Mexico und Arizona. Als eines seiner Meisterwerke gilt «Falling Waters». Aber auch der spanische Architekt Antoni Gaudí, der seine Bauten nach eingehenden Studien der Natur an ökologischen Zusammenhängen und Kreisläufen orientierte. Genau wie sein amerikanischer Kollege Frank Lloyd Wright erkannte Gaudí schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, dass nur die Einbeziehung der Natur zu lebensgerechtem Bauen führen kann. Flora und Fauna spiegeln sich in den Formen seiner Häuser wider.

Green your Life Das Buch «Green Architecture Now!» stellt Architekten, Künstler und Firmen vor, die auf dem neuen Weg der Architektur ökologische Pionierarbeit geleistet und eine herausragende Ästhetik geschaffen haben. Unter den Architekten befinden sich Tadao Ando, Shigeru Ban und Foster+Partners, aber auch viele keine Architekturbüros, die auf diesem Sektor ein Novum geschaffen haben. «Green Architecture Now!» Philip Jodidio 416 Seiten Taschen Verlag

Kritiker geben zwar zu bedenken, dass im Hinblick auf die KlimaEnergie-Problematik Neubauten nahezu irrelevant sind. Der jährliche Neubauanteil beträgt derzeit nur ein Prozent des bestehenden Bauvolumens, und noch geringer ist die Erneuerungsrate. Um den Energieverbrauch des gesamten Gebäudebestandes langfristig zu reduzieren, muss eine breite Anwendung vielversprechender Technologien erfolgen, und zwar rasch. Entscheidend ist also, die breite Masse des Bestandes «energetisch zu ertüchtigen». Bei allen Fortschritten, die sich im Neubau schon haben verwirklichen lassen, darf man ja nicht übersehen, dass das grösste ökologische Potential im Bereich der Bestandssanierung liegt. Doch jeder noch so kleine Schritt in Richtung nachhaltiges Bauen ist ein wichtiger und richtiger.

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Ein Pool im Garten schafft Freizeitwert Vom Aushub über Betonarbeiten bis zur Umgebungsgestaltung alles aus einer Hand.

Vorbei sind die Zeiten, als Menschen mittleren Alters begannen, langsam kürzer zu treten. Im Gegenteil, heute nutzen viele die gewonnene Zeit, wenn die Kinder aus dem Gröbsten herausgewachsen oder von zu Hause ausgezogen sind. Jetzt kann man sich endlich wieder auf sich selbst besinnen, lange vernachlässigte Aktivitäten in Angriff nehmen und sich ein paar langgehegte Wünsche erfüllen.

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von Yvonne Beck

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itness für jedes Lebensalter: Bewegung im Wasser macht Spass und ist gesund. Die Erfüllung des Traums vom eigenen Swimmingpool steigert den Freizeitwert und wertet das Haus auf. Wassersport gehört ausserdem zu den gesündesten Bewegungsarten. Experten empfehlen Schwimmen, Wassersport und Wassergymnastik ausdrücklich für jedes Lebensalter. Ein Schwimmbad zu Hause erspart den Gang ins Fitnesszentrum oder ins öffentliche Hallen- oder Freibad. Wer sich einmal ans tägliche Schwimmen gewöhnt hat, will es meist bis ins hohe Alter nicht missen und tut damit automatisch viel für seine Gesundheit. Ideal ist die Bewegung im Wasser auch dann noch, sollten später Bewegungseinschränkungen auftreten. Der Aufenthalt im Wasser erleichtert es, aktiv zu bleiben und mehr vom Leben zu haben. Komfort für unbeschwertes Badevergnügen. Mit dem richtigen Zubehör bleibt der Pool auch dann noch komfortabel zugänglich, wenn nicht mehr jeden Tag ein Kopfsprung angesagt ist. Breite, rutschfeste Treppen und griffige Handläufe erleichtern den Ein- und Ausstieg. Gegenstrom-Schwimmanlagen helfen beim täglichen Fitnessprogramm. Poolabdeckungen verhindern, dass Schmutz und Laub ins Becken geraten, und vermeiden unnötige Reinigungsarbeiten. Mit Motorantrieb und Fernbedienung ausgestattet, wird auch das Öffnen und Schliessen der Abdeckung kinderleicht. So wird der eigene Pool schnell zum Lebensmittelpunkt für Freizeit, Familie und Freunde. Mehr Spass am Swimmingpool Wer sich einmal an die Annehmlichkeiten eines Swimmingpools im eigenen Garten gewöhnt hat, möchte auf diesen täglichen Luxus nicht mehr verzichten. Entspannung und Erholung, Fitness und Gesundheit, Spass mit der ganzen Familie – am liebsten möchte man den Pool-Sommer unendlich verlängern. Wer allerdings auch bei kühleren Frühlings- und Herbsttemperaturen angenehm warmes Wasser im Becken haben möchte, muss zusätzlich erwärmen. Die Energie kommt aus der Luft. Eine Luft/ Wasser-Wärmepumpe liefert genügend Wärme, selbst wenn die Lufttemperatur schon etwas kühler ist oder die Sonne sich hinter Wolken verbirgt. Lediglich für den Betrieb der Anlage kommt der Strom aus der Steckdose, den Rest der Energie entnimmt sie aus der Luft. Das Modell «Power First» vom Hersteller Zodiac Pool Deutschland – einem der Marktführer im Bereich der Schwimmbadtechnik – bezieht beispielsweise nur circa 20% der Energie aus der Steckdose, 80% dagegen aus der Luft. Die Luft/ Wasser-Wärmepumpe wird üblicherweise im Freien aufgestellt und verschwindet während des Winters wetterfest unter einer speziellen Plane. Der Schallpegel einer solchen Pumpe liegt mit 38,4 dBa in etwa auf dem Geräuschniveau einer wenig besuchten Bücherei. So fühlen sich weder die Hausbewohner noch die Nachbarn gestört, wenn das Gerät seiner Arbeit nachgeht.

Für fast jeden Pool leicht nachzurüsten. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe lässt sich mit geringem Aufwand für so gut wie jeden Pool nachrüsten. Sie ist fix und fertig vormontiert und findet mit einer Länge von unter einem Meter so gut wie überall einen unauffälligen Aufstellort. Das Prinzip der Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt der Mensch schon ziemlich lange – jeder Kühlschrank setzt auf diese Technik. Die Pumpentechnik entnimmt die Wärme aus dem Innenraum des Kühlschranks und führt sie nach aussen ab – deshalb ist es hinter dem Gefrierschrank immer warm, während es innen immer kälter wird. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe für den Pool macht es genauso – nur entnimmt sie die Energie aus der Umgebungsluft und gibt sie an das Wasser im Schwimmbad ab. Das Team der Platsch AG ist ein kompetenter Partner im Bau von Schwimmbädern. Gartenträume werden Wirklichkeit, hochwertige Materialien auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten. Seit über 33 Jahren realisiert das Team der Platsch AG Schwimmbäder in der ganzen Schweiz. Ihre Spezialität sind Gesamtpakete vom Aushub bis zur Gartengestaltung. Dank verschiedenen Materialien ist es möglich, auf fast jeden Wunsch einzugehen.

Die Wärme aus der Luft gegriffen Dass der geringe Energieaufwand für die Wassererwärmung nicht nur die Energiekosten drastisch senkt, sondern der Umwelt auch unnötige Emissionen erspart, versteht sich von selbst.

www.platsch.ch

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Flug oder Zug – Ende des Jet-Sets?

von Vera Dillier

ls man mich vor vielen Jahren in den Medien erstmals «Jet-Setterin» nannte, war ich etwas betroffen: Für mich tönte das nach «oberflächlich», dabei sah ich mich selber eher als bodenständig und kreativ. Mein Partner Felix beruhigte mich mit den Worten: «Schliesslich reist Du viel und besitzt nun mal das, was ein JetSetter braucht, ein Adressbuch mit den richtigen Telefonnummern.» In meinem Fall melden sich unter den meisten Nummern hübsche Freundinnen, die allesamt gesellschaftlich gut vernetzt sind. Unterdessen möchten auch andere Frauen gerne als JetSetterin bezeichnet werden. Aber das Ganze hat langsam einen Haken, denn Fliegen wird von Jahr zu Jahr unangenehmer. Seit längerem nervt man sich über die langwierigen Prozeduren am Flughafen. Und es wird nur immer schlimmer, weil immer mehr Menschen irgendwohin fliegen müssen oder wollen. Ein trauriges Beispiel dafür ist der Flughafen «Charles de Gaulle» in Paris. Mit gegen 60 Millionen Flugpassagieren pro Jahr und einer Ausdehnung von 3500 Hektaren, was der Grösse von 500 Fussballfeldern entspricht, bietet dieser Airport alle Voraussetzungen für stressige Flugreisen. Ausgerüstet mit einem Rollköfferchen und einer schweren Handtasche, in denen man die wertvollsten Sachen haben muss für den Fall, dass das aufgegebene Gepäck verspätet oder gar nicht mehr am Ziel ankommt, muss man zu Fuss Distanzen zurücklegen, die immer grösser und mühsamer werden. Da sind Kraft, Durchhaltewillen und ein guter Orientierungssinn absolut notwendig. Ich frage mich jedes Mal, wie es ältere Menschen überhaupt noch schaffen, hier umzusteigen. Typisches Beispiel ist mein letzter Flug über Paris nach Rio. In Zürich wurde ich von der Dame am Check-in an einen Automaten geschickt, wo ich mein Flugticket selber rauslassen musste. Zurück beim Check-in wurde der Koffer dann genau gewogen. Leichtes Übergewicht zwang mich auf die Knie, um aus dem sorgfältig gefüllten Koffer zwei Kilo ins Handgepäck rüberzupacken. Am Schalter nebenan die gleiche Szene, nur dass der Herr gross und beleibt war und somit insgesamt wesentlich mehr Gewicht als ich ins Flugzeug bringen durfte. Danach durch die Halle, ein paar Treppen hoch zum Zoll, dann nach links durch einen langen Gang, Rolltreppe runter, wieder ein langer Gang und Leibesvisitation. Noch ein paar Schritte und ich stand am Gate, wo ein Bus wartete, um uns zum Flugzeug zu bringen. Nach der Ankunft auf dem Flughafen in Paris rollte der Flieger kilometerweit irgend-

wo in die Pampa raus. Als er endlich stoppte, brachte uns ein Bus zu einem Gate in einem gerade neu angebauten Flughafengebäude. Von dort ging es mit schnellen Schritten, das Rollköfferchen hinterherziehend, auf einen endlos langen Marsch zum Flugzeug nach Rio. Dazwischen wieder Zoll und Leibesvisitation. Leicht echauffiert und ziemlich erschöpft kam ich endlich beim Gate für Rio an. Wir durften boarden. Rein in das Fingerdock – aber dort stand nicht das Flugzeug, sondern ein Treppenhaus. Das zwölf Kilo schwere Rollköfferchen musste die vielen Stufen zum wartenden Bus hinuntergetragen werden. Als alle Passagiere reingepfercht waren, setzte sich der Bus in Bewegung zu einer langen Fahrt zurück in die Pampa. (War ich nicht schon soeben hier gewesen?) Dort wieder aus dem Bus, Köfferchen in die Hand und Treppe hoch zum riesigen Airbus. Nach eineinhalbstündiger Umsteige-Odyssee war ich endlich im Flugzeug nach Rio. Letzthin drehte ich bei Dresden mit einer Freundin für eine deutsche Fernsehgesellschaft. Diese buchte uns danach den Rückflug Dresden–Zürich via Düsseldorf. Felix, der uns begleitet hatte, nahm dem Hund zuliebe den Zug. Er musste eine Stunde vor uns das Hotel in Dresden Richtung Bahnhof verlassen. Dort konnte er die schöne Firstclass-Lounge der Deutschen Bahn benützen und reiste dann per ICE in einem sehr komfortablen Sessel mit Stromanschluss für den PC etc. völlig relaxed nach Zürich, nur manchmal vom Schaffner gestört, der fragte, ob er noch etwas zum Essen oder Trinken an den Platz gebracht haben möchte. Wir unsererseits mussten mit dem Taxi zum Flughafen raus und den ganzen Flughafen-Stress erdulden, um dann von Dresden nach Düsseldorf zu fliegen und dort drei Stunden mit Umsteigen und Warten vertrödeln. Danach Weiterflug nach Zürich. Nach dem Landen beim Zoll anstehen und auf das Gepäck warten. Anschliessend beladen zur S-Bahn runter, um dann endlich völlig fertig fünf Minuten vor Felix im Hauptbahnhof Zürich anzukommen. Heute ist es schon so, dass man auf Strecken wie Zürich–Paris mit dem Zug so schnell ist, dass man jemanden, der nach Paris will, eher schon mitleidig fragt: «Fährst Du mit dem TGV oder musst Du fliegen?» Der «Jet-Set» ist deshalb am Aussterben. «Zug-Set» tönt ja irgendwie komisch und hat nicht den Klang von weiter Welt, auch wenn Fürsten und Promis mehr und mehr den Zug nehmen.

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Und immer lockt der Duft Neue Düfte Bis zu 200 neue Düfte werden jedes Jahr lanciert. Eine grosse Herausforderung für Art- und Kreativdirektoren der Werbeindustrie. Jede Saison aufs Neue fragen sie sich: «Wie vermittle ich durch Werbesujets dem Konsumenten, um welche Art von Duft es sich hier handelt? Wie wecke ich ein Kaufbedürfnis?» Unendlich viele Ideen werden dabei jährlich realisiert. Genau darin besteht auch die Kunst der Visualisierung eines Lifestyle-Produktes, das den Konsumenten und vor allem auch die Zielgruppe in seinen Bann zieht.

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Eric Nehr for Christian Dior Parfums

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Eric Nehr for Christian Dior Parfums

BEAUTY

von Valeska Jansen

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iele Menschen sind bereits visuell übersättigt. Durch die Präsentation eines neuen Duftes, aber auch durch diffizile Suggestion, sollen die diversen Zielgruppen eingekreist werden. Genau das ist die grosse Herausforderung, und für die Macher der Duftkampagnen wird ihre Aufgabe von Jahr zu Jahr anspruchsvoller. Oft greifen sie deshalb bei der Wahl eines Duftkampagnen-Models auf bekannte Gesichter zurück. Was früher die Fashion-Models verkörperten, stellen nun immer häufiger Hollywoodstars dar. Ein hübsches unbekanntes Gesicht ist nicht mehr genug. Auch bekannte Popstars tummeln sich in der Zwischenzeit auf den Werbeplakaten. So gibt es Düfte von Britney Spears, Jennifer Lopez oder Katy Perry, um nur einige zu nennen. Sie werden doppelt eingesetzt. Gesicht plus Name und die Fangemeinde will den Duft haben.

Die meisten Menschen brauchen ein Idol Psychologisch betrachtet ein kluger Schachzug, denn der Mensch hat sich schon immer seine Idole erschaffen. In unserer modernen und schnelllebigen Welt, bestehend aus Facebook, Blogsites, Digital TV, Social Media, iPad und iPhone, wechseln Idole sicher schneller. Wo die Damenwelt in den 60ern noch geschlossen ei-

nen James Dean anhimmelte, über Jahre hinweg, wechselt der Werbemann der Träume meist mehrmals im Jahr. Wichtigster Faktor für Werbegesichter ist die Auffälligkeit. Das Gesicht muss in Erinnerung bleiben und es muss eine Sehnsucht erwecken. Die coole Grossstadtfrau à la «Sex and the City» auf dem Werbesujet befriedigt zumindest Träume und verborgene Wünsche. Die elegante Luxus-Lady verführt in den Traum der Sorglosig- und Unabhängigkeit. Der Jungle-Mann entführt in eine Abenteuerwelt und suggeriert wilde Entschlossenheit. Ein Hollywoodstar oder ein berühmter Popstar suggeriert noch mehr: Eine beliebte Filmrolle, ein Lieblingssong assoziieren unserem Unterbewusstsein einen zusätzlichen Identifizierungswunsch.

Reine Psychologie der Kaufverführung Egal wie, meist sind es die Gesichter, die wir mit schönen Emotionen verbinden. Dann noch eingebettet in ein fantastisches Umfeld und die Gedankenverknüpfung gelingt perfekt. Das erste Kaufmotiv hat sich beim Betrachter manifestiert. Nicht ausser Acht zu lassen ist auch der Faktor Neugier. Der potentielle Konsument muss sich nicht nur mit einem Kampagnenbild identifizieren können, oder wollen, seine Neugierde auf den beworbenen Duft

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BEAUTY

muss geweckt sein. Jetzt kommt das zweitwichtigste «Model» ins Spiel, der Flakon. Auch er muss «dazu» passen. Der Flakon muss in Gedanken platziert werden können. Das heisst, wir müssen uns vorstellen können, wie eben dieser eine Flakon im heimischen Badezimmer vor dem Spiegel thront. Ein Objekt, das bereits am hektischen Morgen Lust auf sich macht. Haptik ist nun gefragt. Allein die Vorstellung, wie der Parfumflakon in der Hand liegt, wie er sich anfühlt, sollte einen Moment der Sinnlichkeit visualisieren.

Schlüsselreize steuern den Menschen Mit diesen positiven Erinnerungen, vorausgesetzt der Betrachter fühlt sich angesprochen, soll sein Weg schnurstracks zur nächsten Parfumerie führen. Die Idealvorstellung der Werber. Das eigentliche Dufterlebnis steht am Ende der Bedürfniskette. Aber auch Schlüsselreize sollen im Unterbewusstsein unser Kaufbegehren steuern. Für einen kurzen Zeitraum setzen sich die Botschaften einer Duftkampagne im Gehirn fest, und findet in diesem Zeitraum oft auch nur eine flüchtige Konfrontation statt, beginnen sie zu arbeiten. So sieht man zum Beispiel im Vorbeilaufen den «gespeicherten» Duft irgendwo im Regal stehen und der Bedürfnisreiz schaltet sich ein. Falls wir nicht gerade jetzt unter Termindruck stehen, werden die meisten von uns der Versuchung nicht widerstehen können, wenigstens einmal kurz zu schnuppern. Werbekampagnen haben einen hohen Preis, aber ihre Beeinflussung zahlt sich für den Hersteller aus, fast immer.

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«Schlüsselreize sollen im Unterbewusstsein unser Kaufbegehren steuern.»

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New CandyLook

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SHISEIDO

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Spring/Summer '12 109


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Anti-Aging-Produkte

K채mpfen nicht nur gegen Falten 110


Ab dem 40. Lebensjahr kommen sie, diese erst kleinen, hellbraunen und mit zunehmendem Alter grösser und dunkler werdenden Pigmentflecken. Eine lästige, wenn auch gutartige Hautveränderung verbreitet sich unaufhaltsam im Gesicht, auf den Handrücken, den Armen und dem Décolleté – die «Lentigo senilis» oder «Lentigo solaris».

von Valeska Jansen

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m Gegensatz zu den «frechen» Sommersprossen, die am gesamten Körper vorkommen und altersunabhängig sind, finden Altersflecken bei den wenigsten «Trägern» Gefallen. Je heller die Haut ist und je mehr Sonne sie im Leben ausgesetzt war, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit des Entstehens von Altersflecken. Sie treten in unterschiedlichen Grössen auf. Ihr Durchmesser liegt zwischen zwei Millimetern und einigen Zentimetern.

Faktor Sonne Altersflecken sind Lichtschäden der Haut, die durch langjährige UV-Bestrahlung entstehen. Dazu gehören neben der natürlichen Sonnenbestrahlung der Haut Sonnenbrände und der häufige Besuch von Solarien. Neben UV-Licht fördern auch Genussgifte wie zum Beispiel Tabakrauch und Alkohol ihr Entstehen. Die einfachste Art, den Zeichen der Hautalterung wie Elastizitätsverlust und Altersflecken entgegenzuwirken, ist deshalb die Vermeidung von zu starker Sonnenbestrahlung sowie ein ausreichender Sonnenschutz. Eine gute Wirksamkeit bietet hier schon eine gute Tagescreme mit integriertem Lichtschutzfaktor. Was aber tun, wenn sie schon da sind? Kosmetik und Dermatologie bieten hier verschiedenste Möglichkeiten an, die lästigen Flecken zu verstecken, aufzuhellen oder sogar komplett loszuwerden.

Abdecken oder bleichen Auf der einen Seite gibt es die so genannte Camouflage, eine kosmetische Abdeckung mit einem extrem deckenden Make-

up. Sie birgt keine Risiken, hilft sofort und bietet sogar noch einen sicheren Sonnenschutz. Nachteil ist jedoch, dass bei dieser Art von Behandlung die Farbauswahl des Make-ups und das Auftragen sehr wichtig sind. Den sichersten Erfolg garantiert dabei eine kosmetische Fachkraft. Leider hilft die Camouflage nur bis zur nächsten Dusche weiter. Eine weitere kosmetische Behandlungsmethode sind diverse Cremen. Hier kommen vor allem verschiedene Bleichmethoden und Säuren (zum Beispiel AHAs, LHA) zum Einsatz. Eine nachgewiesene Bleichwirkung haben etwa die Extrakte aus Brunnenkresse, schwarzem und weissem Maulbeerbaum, Lupinen, Trauben und Steinbrech. Durch den Zusatz von Säuren kommt es, ausser zur Hautbleichung, zu einer Abschälung der Oberhaut. Viele Wirkstoffcremen beinhalten auch so genannte «Radikalfänger» wie Vitamin A oder Vitamin C. Sie bewirken einen zusätzlichen Schutz gegen die Auswirkungen von übermässigem Alkohol- oder Tabakgenuss sowie einen Schutz gegen UV-Strahlen (so genannte freie Radikale). Es gibt auch medizinische Cremen, die aber nur unter Aufsicht eines Dermatologen angewendet werden sollten. Ihre Inhaltsstoffe sind aggressiver, sie müssen deshalb exakt dosiert angewendet werden. Grundsätzlich gilt für jede Behandlung, intensive Sonnenbestrahlung zu meiden, Alkohol- und Tabakkonsum einschränken, auf eine gesunde und vitaminreiche Ernährung achten, und lassen Sie auf jeden Fall vor einer Behandlung vom Dermatologen abklären, ob es sich wirklich nur um harmlose Altersflecken handelt.

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shiseido

payot

nescens

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kanebo

l'oréal

Kiehl's

GESICHT

BEAUTY


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Prof. Jacques Proust war Internist und Gerontologe für die Hôpitaux de Paris und setzte seine Karriere als Forscher in den USA fort, wo er zunächst am Gerontology Research Center von Baltimore (National Institute on Aging, National Institute of Health) und anschliessend an der Universität Johns Hopkins tätig war. Nach einem zwölfjährigen Aufenthalt in den USA kehrte er nach Europa zurück, um das Forschungslabor für die Biologie des Alterns an der Universität Genf zu gründen und dessen Leitung zu übernehmen. 1998 richtete er in der Schweizer Clinique de Genolier das Centre de Prévention du Vieillissement ein. Ziel dieses Zentrums zur Vorbeugung der Alterung ist es, den Patienten die neuesten Errungenschaften für die Vorbeugung und Behandlung der alterungsbedingten pathophysiologischen Erscheinungen zur Verfügung zu stellen.Unter seiner Leitung wurde die Kosmetiklinie Nescens entwickelt.

Interview mit Professor Jacques Proust

PRESTIGE: Wäre es nicht viel einfacher, wenn die Richtlinien für Kosmetikprodukte so strikt wären? Es könnten doch viel effektivere Wirkstoffe eingesetzt werden? Jacques Proust: Das ist richtig. Aber leider ist es nun mal so und wäre es nicht so, würde es sich um ein medizinisches Produkt handeln. Medizinische Produkte müssen immer unter Beobachtung eingesetzt werden, denn sie könnten ja Nebenwirkungen haben.

Können Sie unseren Lesern die wichtigsten Faktoren für Altersflecken im Zusammenhang mit der Hautalterung erklären? Es gibt zwei wichtige Faktoren: zuerst der Zeitfaktor. Die Anzahl der Jahre vermindert auf natürliche Art und Weise gewisse Hautfunktionen. Dann die persönliche Physis. Sie hängt nicht nur mit der Haut, sondern mit allen Organen zusammen. Hier kommen dann Faktoren wie UV-Strahlen, Wetterwechsel, Konzentration von Luftfeuchtigkeit, ungesunde Ernährung, Tabakkonsum, Alkohol und Stress dazu. All diese Faktoren hinterlassen ihre Spuren in der Haut.

Was halten Sie von Lichtschutzfaktoren in Pflegeprodukten? In Tagescremes sollte man auf alle Fälle einen Lichtschutzfaktor haben. Wenn man ein echtes Sonnenbad nimmt, sollte natürlich ein Sonnenschutzprodukt verwendet werden. Betrachtet man den Unterschied zwischen Menschen, die im Norden Europas und jene, die im Süden Europas leben, sieht man schnell, wie wichtig Sonnenschutz ist.

Ist es nicht so, dass sich ein Lichtschutzfilter in normalen Pflegeprodukten wie eine Art Barriere für die eigentlichen Wirkstoffe verhält? Das kommt auf die Art des Filters an. Heute verwendet man mineralische oder chemische Filter. Mineralische Filter sind effektiver im Schutz, allerdings sind sie auch in ihrer Konsistenz sichtbar und spürbar auf der Haut. Für die tägliche Pflege reicht ein leichter chemischer Filter vollkommen aus. Wichtig, damit darf man sich nicht länger an der Sonne aufhalten.

Ihr Tipp für eine schöne und gesunde Haut? An erster Stelle: Vermeiden Sie es, sich länger direkter Sonnenbestrahlung auszusetzen. Dann ist es wichtig, sich und der Haut ausreichend Feuchtigkeit zuzuführen, von innen und von aussen. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Darin sind wichtige Antioxidantien enthalten. In roten Beeren, Aprikosen, Tomaten und Karotten gibt es zum Beispiel jede Menge davon. Und schlussendlich sollte man nicht rauchen. Dann gibt es natürlich auch den Faktor genetische Veranlagung. Hat man eine trockene Haut, neigt man eher zu Falten. Eine gut durchfeuchtete Haut neigt weniger zu Falten. Darauf hat man allerdings keinen Einfluss.

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alessandro

nescens

CLARINS

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HÄNDE

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Interview mit Dr. Andrew Weil

PRESTIGE: Sind dunkle Flecken und Verfärbungen ein wichtiges Thema in der Hautpflege? Wie kommen diese zustande? Andrew Weil: Dunkle Flecken und Verfärbungen sind ein Problem, das weltweit viele Menschen betrifft. Abhängig vom genetischen Hintergrund, Lebensstil oder sogar dem Lebensort, kann die Haut früher oder später Flecken und Verfärbungen entwickeln, die einen unregelmässigen Hautton hervorrufen. Einer der Gründe für diese dunklen Flecken und Verfärbungen sind Entzündungen in der Haut.

Was ist eine «entzündungsbedingte Hautverfärbung»? Entzündungsbedingte Verfärbungen sind dunkle Flecken und Verfärbungen, die aufgrund von Entzündungen der Haut entstehen, welche durch Schäden durch UV-Strahlung oder andere Formen von Stress (wie oxydativer Stress, Hormonschwankungen, schlechte Ernährung, Müdigkeit) hervorgerufen werden können. Die Entzündungserscheinungen irritieren die Haut, und in den Pigment-produzierenden Zellen wird nach einer Überreizung signalisiert, Melanin zu überproduzieren. Unglücklicherweise wird an manchen Stellen dieser Stimulus für die Überproduktion dauerhaft ausgelöst. Dieses überproduzierte Melanin kann lange Zeit in der Haut bleiben, sehr lange, nachdem der ursprüngliche Schaden bereits beseitigt wurde.

Dr. Andrew Weil ist ein weltweit anerkannter Führer und Pionier im Bereich der Integrativen Medizin, einem an Heilung orientierten Ansatz im Gesundheitswesen, welcher Körper, Geist und Seele umfasst. Seine Ausbildung an der University of Harvard ergänzt er mit seiner langen Praxiserfahrung in der Natur- und Präventivmedizin.Dr. Weil ist Gründer und Direktor des Arizona Center for Integrative Medicine (AzCIM) im Health Sciences Center der University of Arizona, wo er auch Clinical Professor of Medicine und Professor of Public Health sowie Lovell-Jones Professor of Integrative Rheumatology ist. Dr. Weil erhielt sowohl seinen medizinischen Doktor als auch seinen BachelorAbschluss in Botanischer Biologie an der Harvard University. Zusammen mit Origins entwickelt er spezifische Pflegeprodukte.

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KOLUMNE

Dem Zauber verfallen: Believe the BB-Hype von Götz Winter, General Manager Estée Lauder Schweiz

K

ennen Sie eigentlich den Unterschied zwi-

Erst als beruhigende Regenerations- und Schutzcreme nach

schen den Begriffen «hip» und «hype»? Na-

Laserbehandlungen gedacht, fügte man ihr noch viele weitere,

türlich ist etwas, das «hip» ist, sehr angesagt.

hochaktuelle Beautyeffekte bei.

Und wird bevorzugt von Menschen getragen/ benutzt/gekauft, die sich lieber als heimliche

Zeitsparend zu einem frischen, ebenmässigen Teint und gu-

Trendsetter sehen und das Wort «hip» ohnehin niemals in den

tem Aussehen zu kommen, hört sich ziemlich gut an, nicht

Mund nehmen würden. Weil das eben wahnsinnig unhip ist.

wahr? In einem einzigen Produkt Pflege, Schutz, Deckkraft und Perfektion vereint? Bei Lauder beispielsweise mit UV-

Hype, hingegen, ist etwas schwieriger zu begreifen. Dieser

Schutzfaktor 35, grossartigem Anti-Oxidantien-Komplex, talg-

scheint eher eine Art beabsichtige Übertreibung, positive

regulierenden Eigenschaften und einer zarten, angenehmen

Panikmache oder ein sich rasch steigernder Medienrummel

Textur? Selbst ich, der sich in Sachen Beauty-Superlative

zu sein. Gerade im Zeitalter von YouTube-Clips und Internet-

auskennt, bin angesichts einer solch imposanten «Set List»

Memes kann ein Hype tatsächlich ziemlich plötzlich entstehen

paff. Und doch ungeheuer stolz, dass wir dieses grossartige

und sich in den «richtigen» Kanälen ungeheuer schnell aus-

Multitasker-Produkt nun in Form verschiedener BB-Cremen

breiten. Egal, ob man sich auf Mode, Musik oder Kosmetik

auf den Markt bringen konnten. Und obwohl ich inzwischen

spezialisiert hat: Ein Hype ist meist auch mit Gewinnen und

einige Monate hatte, um mich an die beeindruckende Auf-

Gewinnern verbunden. Doch ein Blick auf die Uhr ist Pflicht,

listung von Pflegeeigenschaften zu gewöhnen, raubt es mir

denn Kurzlebigkeit geht mit dem Hype meist Hand in Hand.

immer noch ein wenig den Atem, wenn ich von «unseren BBCremen» im Konzern spreche.

Ein Glück, also, dass wir beim Thema BB-Cremes zwar von «hip» und sogar «hype» sprechen können, hinter den soge-

Auch wenn ich zwischendurch an die gesunde Maxime «don’t

nannten «Blemish Balms»- oder «Beauty Benefit»-Cremes je-

believe the hype» glaube, muss ich in diesem Fall gestehen,

doch eine jahrelange, internationale Erfolgsgeschichte steht.

dass ich dem Zauber der BB-Creme verfallen bin. Sollte sie

Während die BB-Creme vor allem in Asien zu einem bemer-

gerade «hip» sein, werde ich mich natürlich davor hüten, das

kenswerten Trend wurde und erst als «Schönheitsgeheimnis

so zu formulieren. Denn manchmal müssen die Resultate für

der koreanischen Schauspielerinnen» für Furore sorgte, be-

sich sprechen. Und Sie können sicher sein, dass sowohl ich,

vor sie auch in den USA und Europa Fuss fasste, sind ihre

wie auch Estée Lauder, auch in Zukunft für «Hypes» ein offe-

Ursprünge doch in Deutschland zu finden. Mich erstaunt es

nes Ohr haben. Ausser, natürlich, es handelt sich dabei um

nicht, dass ein Produkt, das so viele verschiedene Pflege-

die Rückkehr der neonfarbenen Boxer Shorts: Da werde ich

eigenschaften vereint, nun auf der ganzen Welt gehypt wird:

diesmal wohlweislich passen.

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«Desperate Housewives» Der Tod der Hausfrauen Nur noch ein paar wenige Folgen, dann ist die US-Hitserie «Desperate Housewives» Geschichte. Acht Staffeln lang haben uns die Ladies aus der Wisteria Lane den Fernsehabend versüsst. Müssen die Hauptdarstellerinnen nun demnächst stempeln gehen? Wir haben bei Hollywoodstar Felicity Huffman nachgefragt.

Text: Dominique Zahnd, Fotos: ABC

D

ie Sonne ist so grell, dass man die Augen zukneifen muss. Schuld daran ist das Meer, auf dessen Wellen Millionen von glitzernden Punkten tanzen. Felicity Huffman ist immun gegen das Geflacker: Sie trägt eine Sonnenbrille mit dunkel getönten Gläsern. Ihre leicht gewellten Haare schwingen sanft hin und her wegen der warmen Brise, die vom Strand herüberweht. Sie sieht zufrieden aus, ihr Lächeln ist breit, die Zähne schneeweiss. Als Lynette Scavo wirkte sie in der Serie «Desperate Housewives» immer ein bisschen abgekämpft – kein Wunder bei fünf Kindern. Doch privat schaut Huffman toll aus. Ihr Make-up ist dezent, Kleid, Schuhe und Accessoires versprühen Hollywood-Glamour. Die Frau ist eben ein echter Star. Kürzlich tauchte die Blondine in der «Forbes»-Liste der bestbezahlten Fernsehschauspielerinnen auf Platz drei auf – mit rund 6,6 Millionen Euro Jahresverdienst. Wow! Jetzt ist die New Yorkerin nach Monaco gereist, um über das Ende von «Desperate Housewives» zu sprechen. Sie empfängt den Prestige-Reporter auf einer riesigen Veranda, die gleich unter dem Dach des Grimaldi-Forums liegt. In dieser Art königlichem Business-Center wimmelt es während des renommierten TV-Festivals nur so von Promis. Auch Prince Albert schaut kurz vorbei. Dementsprechend ist das am Strand gelegene Gebäude gesichert: Grimmig dreinblickende Männer in dunklen Anzügen patrouillieren in den verzweigten Gängen und Hallen im ZehnMinuten-Takt und bellen ihre Kontrollergebnisse in ihre im Ärmel versteckten Funkgeräte.

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CULTURE

Ein bodenständiger Star Für Felicity Huffman ist dieser Rummel normal. Es gehört auch zu ihrem Alltag, dass sie Flugzeuge benutzt wie unsereins das Tram. Und überall, wo die Schauspielerin auftaucht, wartet bereits ein Empfangskomitee aus Fans – sei das nun am Flughafen, vor dem Hotel oder abends neben dem Restaurant. Seit ihrem Durchbruch mit «Desperate Housewives» vor acht Jahren ist nichts mehr normal im Leben der Amerikanerin. Doch statt den Glamour zu geniessen, erträgt sie ihn eher. «Sich mal herauszuputzen für eine Filmpremiere oder ein schickes Galadinner ist sicher was Schönes. Aber ich und mein Mann ziehen es vor, zurückgezogen zu leben», sagt sie. Der Ruhm hat sie also nicht verdorben, im Gegenteil: Die Schauspielerin ist privat völlig bodenständig. Ihr Mann ist William H. Macy, bestens bekannt aus Filmen wie dem Dinothriller «Jurassic Park 3» oder der Motorradkomödie «Born to be Wild». Er hat

auch gerade einen Hit am Start mit der Fernsehserie «Shameless». Deswegen gibt er ebenfalls Interviews in Monte Carlo. Als hätte der Schauspieler gespürt, dass über ihn gesprochen wird, schlendert er plötzlich auf die Terrasse und drückt seiner Frau schnell einen Kuss auf die Wange. Später am Abend werden sich die zwei auf der Tanzfläche weiter anstrahlen. Gleich neben Prince Albert und seiner Charlene Wittstock, die ebenfalls die Hüften kreisen lassen zum Livesound der Partyband Kool & the Gang. Während der Schauspielerin ein Mineralwasser gebracht wird, fängt sie an, von ihrer Familie zu erzählen. Nach 15 Jahren Beziehung heiratete sie den «Emergency Room»-Star William H. Macy. Die beiden haben zwei Töchter, Sofia Grace (*2000) und Georgia Grace (*2002). Beide sind nach Monaco mitgekommen. «Die zwei sind vorhin schwimmen gegangen», sagt Felicity.

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«Ich frage mich, ob meine Karriere bald zu Ende ist.»

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«Es gab ungefähr 86 Tode in der Wisteria Lane, der Strasse, wo alles spielt.»

Was kommt nach dem Auszug aus der Wisteria Lane? Es wird Zeit, über «Desperate Housewives» zu reden. Wer die Serie noch nie zu Gast im heimischen Wohnzimmer hatte, hier eine kleine Zusammenfassung: Im Mittelpunkt stehen die Erlebnisse der vier Nachbarinnen Susan Delfino (Teri Hatcher), Lynette Scavo (Felicity Huffman), Bree Van de Kamp (Marcia Cross) und Gabrielle Solis (Eva Longoria) sowie deren Familien. Sie alle leben in der Wisteria Lane in der fiktiven US-Stadt Fairview. Und dort hat fast jeder Bewohner ein dunkles Geheimnis … Die letzten acht Jahre waren eine verrückte Zeit. «Als Lynette Scavo habe ich ganz schön viel Seltsames erlebt», sagt sie und blickt raus aufs Meer. Es waren gute Jahre. Und die Fans wurden bestens unterhalten – mit grandiosen Wortgefechten, kuriosem Slapstick und thrillergerechter Spannung. «Es gab ungefähr 86 Tode in der Wisteria Lane, der Strasse, wo alles spielt.» Als Lynette musste sie so allerlei über sich ergehen lassen. So wurde sie in der dritten Staffel mit Krebs diagnostiziert und musste in der vierten Staffel eine Chemotherapie erdulden. Huffman versuchte dies so realistisch wie möglich darzustellen. Besonders genossen hat es die Amerikanerin übrigens, eine Schwangere zu mimen. «Weil dann meine Kleider angenehm weit geschnitten waren.» Das Finale ist bereits abgedreht, die letzten Folgen laufen momentan. Was kommt danach? Die 49-Jährige gibt sich besorgt. «Denn ich frage mich, ob meine Karriere bald zu Ende ist. Ganz

ehrlich, das Ganze macht mir grosse Angst. Die Menschen identifizieren dich so sehr mit der Rolle, die du gespielt hast, dass es schwer ist, danach wieder Arbeit zu finden», glaubt sie. Und doppelt nach: «Es gibt doch diesen Weg, der mit den Leichen alter Fernsehstars gepflastert ist. Ich hoffe, dass ich nicht eine von ihnen werde, aber ich denke, das wird wohl der Fall sein.» Frauen um die 50 haben es in Hollywood schwer, Arbeit zu finden. Das stimmt. Aber verhungern wird die Schauspielerin kaum. Sie hat sich auch schon ein bisschen auf die bevorstehende Lohneinbusse vorbereitet. «Wer wie ich lange in einer Serie mitgespielt hat, muss vorsorgen und sparen, damit er die nächsten fünf Jahre nur noch Theater spielen kann.» Der Broadway scheint Huffman anzuziehen. Und auf den Bühnenbrettern gibt es auch keine Altersbegrenzung. Das beste Beispiel ist Angela Lansbury: Die 86-Jährige – bekannt geworden als Jessica Fletcher in der Fernsehserie «Mord ist ihr Hobby» (1984–1996) – stellt sich in New York fast täglich vors Publikum.

Auf zu neuen Ufern Der Broadway wird die TV-Hausfrau mit Kusshand aufnehmen. Doch ihr wäre unrecht getan, wenn man die Amerikanerin auf «Desperate Housewives» reduzieren würde. Denn sie war auch schon in Serien wie «Akte X», «Law & Order» und «Frasier» zu sehen. Und natürlich im Film «Transamerica» (2005), wo sie die Transsexuelle Bree verkörperte, die kurz vor der letzten

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Operation steht, die sie zur Frau machen soll. Die Rolle brachte ihr einen Golden Globe sowie eine Oscar-Nominierung ein. Huffman wird ihren Weg gehen, keine Frage. Ein zweites Buch ist unter anderem geplant, denn eines hat sie bereits geschrieben. Es trägt den ironischen Titel «A Practical Handbook for the Boyfriend» (ein praktisches Handbuch für den Freund). Darin hat sie Männern einige Tipps gegeben, wie sie Frauen am besten verführen. Zum Beispiel: «Sprich über Gefühle. Tu so, als ob du welche hättest. Schau ihnen in die Augen, nicke und sage ihnen, dass du dich verletzlich fühlst. Und wenn du Frauen nackt sehen willst, dreh’ die Heizung auf …» Und was machen ihre Kolleginnen nach dem «Housewives»Ende? Die in der Serie immer perfekt organisierte Marcia Cross gibt zu, im echten Leben eine Chaotin zu sein. Für die Zukunft wünscht sie sich, «mehr Zeit mit meinen Zwillingen Eden und Sa-

vannah zu verbringen – die zwei kommen bald in den Kindergarten.» Einen Film hat sie kürzlich abgedreht: Er heisst «Bringing Up Bobby» und erzählt die Geschichte einer Diebin. Die feurige Latina Eva Longoria hilft Präsident Obama gerade beim Wahlkampf und steht nebenbei für die Actionkomödie «The Baytown Disco» vor der Kamera. Und Ex-Bondgirl Teri Hatcher? Die soll angeblich für eine neue Serie unterschrieben haben. Doch sie hüllt sich darüber noch in Schweigen. Der eine oder andere «Housewives»-Fan hofft derweil auf einen epischen Nachschlag im Kino. Ein Film über die Hausfrauen ist aber nicht in Planung. Marc Cherry, der Produzent der Show, spricht Klartext: «Ich habe diesen Figuren für immer Lebewohl gesagt. Ich würde sie nie wie die ‹Sex & the City›-Girls nach Dubai schicken wollen. Wir haben alles erzählt, was es zu erzählen gab. Ich bin mit dem Ende unserer Serie sehr zufrieden.»

Leslie Bibb

© Copyright Walt Disney Studios Schweiz

«Wir haben alles erzählt, was es zu erzählen gab. Ich bin mit dem Ende unserer Serie sehr zufrieden.»

Das Erbe der Hausfrauen Eine neue Serie über fünf andere Hausfrauen steht bereits in den Startlöchern. «Good Christian Bitches» – oder abgekürzt «GCB» – wird als legitimer «Housewives»-Nachfolger gehandelt. Im Mittelpunkt steht die Zicke Amanda Vaughn (Leslie Bibb, «Confessions of a Shopaholic», «Zookeeper»), die in ihre Heimatstadt Dallas zurückkehrt. Bei der Produktion hatten die Schöpfer von «Sex and the City» ihre Finger mit im Spiel. Das klingt vielversprechend.

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CULTURE

Der Mann in Schwarz

Johnny Cash

Bereits zu Lebzeiten war Johnny Cash eine Legende. Er sang für Häftlinge ebenso wie für US-Präsidenten. 2003 verstorben, wäre er im Februar 80 Jahre alt geworden.

von Jascha Köhler

J

ohnny Cash wusste, wovon er sang. Die Sorgen und Nöte der kleinen Leute kannte er aus eigener Anschauung. In bitterster Armut war er aufgewachsen als viertes von sieben Kindern eines Farmers, der in Arkansas ein kleines Fleckchen Erde bewirtschaftete. Man lebte sprichwörtlich von der Hand in den Mund. Jeder im Haushalt musste auf den Feldern mithelfen, so auch der kleine J. R., der, am 26. Februar 1932 geboren, in den entbehrungsreichen 30er-Jahren miterleben musste, wie die elterliche Farm gleich von zwei verheerenden Fluten heimgesucht wurde, die die Ernte vernichteten. Trotzdem verzweifelte die tief religiöse Familie nie. Trost und Zuflucht fand man in Kirchen- und Gospelliedern.

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«Erfolg bedeutet, sich um jedes verdammte Ding auf der Welt Sorgen zu machen, ausser über Geld.»

«I Walk the Line»

«Ballads of the True West»

Als jungen Mann zog es ihn fort. Der einzige Weg, wie so einer wie er aus armen Verhältnissen etwas von der Welt sehen konnte, war die Armee. Cash verpflichtete sich und wurde in Bayern stationiert, wo er seine erste Band gründete: «The Landsberg Barbarians». Nach seinem Dienst bei der Air Force zog er nach Memphis, Tennessee. Dort lernte er Luther Perkins (Gitarre) und Marshall Grant (Bass) kennen, die «Tennessee Two». Gemeinsam trat man in örtlichen Clubs auf und wurde 1955 bei Sam Phillips’ inzwischen legendärem Label Sun Records vorstellig, das als die Geburtsstätte der Karrieren von Elvis Presley, Roy Orbison und Jerry Lee Lewis in die Musikhistorie eingehen sollte. Die erste Single wurde gleich ein Achtungserfolg, und bereits mit der dritten Veröffentlichung «I Walk the Line» gelang ihnen ein NummerEins-Hit in den Billboard-Country-Charts.

1958 wechselte er die Plattenfirma und lotete in der Folgezeit die Möglichkeiten des neuen Mediums der Langspielplatte immer konsequenter aus. Er nahm Sammlungen von Gospel-Songs, Arbeiterliedern und Folk-Balladen auf, setzte sich mit «Bitter Tears» engagiert für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner ein und lieferte 1965 mit den «Ballads of the True West», einer Kollektion von Stücken über die Siedler, die im 19. Jahrhundert nach Westen zogen, das erste Country-Doppel-Album überhaupt ab. Die Lieder und Geschichten der kleinen Leute faszinierten ihn. Sein Herz schlug schon immer für die Aussenseiter der Gesellschaft. Dass es sich bei seinem Anspruch, das Sprachrohr der Verlierer und Unterprivilegierten zu sein, nicht um ein Lippenbekenntnis handelte, bewies er schon 1956, als er ohne zu zögern eine Einladung der Häftlinge des texanischen Staatsgefängnisses von Huntsville annahm. Für sie spielte er ebenso wie für die Insassen von San Quentin, wo er mehrere Jahre lang regelmässig auftrat. Dass er ein Künstler von höchster Integrität war, bewies er Anfang der 70er-Jahre. Das Weisse Haus lud ihn ein, um für den damaligen Präsidenten Richard Nixon zu spielen. Nixons Mitarbeiter schlugen die damals aktuellen Country-Hits «Okie from Muskogee» und «Welfare Cadillac» vor – das eine ein Spottlied

Nach dem Weggang Presleys, der zu einem Major-Label wechselte, mauserte sich Cash in kürzester Zeit zum erfolgreichsten Künstler bei Sun. Dennoch wurde er dort nicht glücklich, denn in einer Zeit, wo es bereits branchenüblich war, den Künstler mit fünf Prozent am Gewinn der Plattenverkäufe zu beteiligen, gab es von Phillips nur drei Prozent. Auch wollte dieser nichts von den Kirchenliedern wissen, die Johnny Cash neben den Songs mit weltlichem Inhalt zusätzlich aufnehmen wollte. Ganz anders sah es bei Columbia Records aus, die Cash und seiner Band nicht nur bessere Konditionen versprachen, sondern auch ein grösseres Mass an künstlerischer Freiheit. Johnny Cash wollte nämlich Konzeptalben mit durchgängigen Themen veröffentlichen, was bei Sun, wo LPs ausschliesslich für die Zweitverwertung bereits erfolgreicher Singles da waren, nicht möglich war.

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Der «Man in Black» schrieb etwa 500 Songs, verkaufte mehr als 53 Millionen Tonträger und wurde mit 13 Grammy Awards ausgezeichnet.

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rollcallblog.blogspot.com

CULTURE

von Merle Haggard auf langhaarige Kriegsgegner, das andere ein Guy-Drake-Song über Sozialhilfebetrüger. Cash weigerte sich und spielte vor Nixon lieber einige seiner eigenen Songs, unter anderen «The Ballad of Ira Hayes». Dieser Song basiert auf einer wahren Geschichte. Hayes war ein Ureinwohner vom Stamm der Pima, die in ihrem Reservat in Arizona regelrecht dahinvegetierten. Die einzige Wasserquelle dort war das Rinnsal eines Bewässerungsgrabens. Als Veteran des Zweiten Weltkriegs hatte Ira Hayes die verlustreiche Schlacht von Iwo Jima überlebt. Nach seiner Rückkehr wurde er zunächst als Held gefeiert und von der Öffentlichkeit und der Presse herumgereicht – nur, um dann in Vergessenheit zu geraten und als Alkoholiker ohne Job und Perspektive zu enden. Wie man sich vorstellen kann, war dieser Song nicht unbedingt die leichte Kost, die man sich in Nixons Büro für den zwanglosen Empfang vorgestellt hatte.

«Man in Black» Auch mit dem, was der unbequeme Sänger auf der Bühne trug, wollte er ein Zeichen setzen. Im Gegensatz zu vielen anderen Country-Stars verzichtete Johnny Cash auf schillernde Bühnenoutfits. Zunächst hatten er und seine Begleitmusiker sich nur deshalb für einfache dunkle Kleidung entschieden, weil dies cool aussah und sie sich darin wohl fühlten. 1969 aber schrieb Cash dann einen Protest-Song namens «Man in Black». Im Stile Bob Dylans zählte er alles auf, was in seinem Land falsch lief. Er erinnerte unter anderem an die Gefallenen des Vietnamkriegs und sprach von den Armen in den Schlangen vor den Suppenküchen. Mit ihnen solidarisierte

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«Sein Gesicht sollte in den Mount Rushmore eingemeisselt werden.» Kid Rock über Johnny Cash

«Johnny Cash transcends all musical boundaries, and is one of the original outlaws.» (Willie Nelson)

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«Abraham Lincoln with a wild side.» Dies sagte Kris Kristofferson über Johnny Cash.

er sich, jenen oft Übersehenen, die sich keine teuren Anzüge leisten konnten. Solange sich deren Lebensverhältnisse nicht verbessern, so Cash, bleibe ich der Mann in schlichtem Schwarz.

Seinen Karriere-Höhepunkt erreichte er Ende der 60er Sein Album «At San Quentin» und die dazugehörige Single «A Boy Named Sue» stürmten die Hitparaden, und man bot ihm sogar eine landesweite wöchentliche TV-Show an, die er zwei Jahre lang moderierte. Im Rahmen dieser Sendung stellte er dem amerikanischen Publikum zahlreiche neue, damals noch nicht etablierte Talente vor wie etwa Kris Kristofferson, James Taylor oder Joni Mitchell. Johnny Cash besass keine musikalischen Scheuklappen, er dachte nicht in Schubladen und lud Kenny Rogers ebenso zu sich ein wie Louis Armstrong. Rock-Musiker wie der junge Eric Clapton waren ebenso zu Gast wie Soul-Sänger – Ray Charles beispielsweise gab eine völlig umarrangierte Version des Cash-Hits «Ring of Fire» zum Besten. Im September 2003 verstarb Johnny Cash im Alter von nur 71 Jahren an den Folgen von Diabetes. In seinen letzten Lebensjahren hatte sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert. Er litt an einer unheilbaren Erkrankung des Nervensystems, hatte chronische Schmerzen und überstand ein zwölftägiges Koma ebenso wie mehrere schwere Lungenentzündungen. Verbittert war er deswegen trotzdem nicht. Noch in seinem letzten Fernsehinterview erklärte er: «Es ist in Ordnung, dass es dafür kein Heilmittel gibt. Für das Leben gibt es doch auch keins.»

Ein spätes Comeback In den 80ern ging es mit Johnny Cashs Karriere bergab. Der Tiefpunkt war erreicht, als Columbia Records ihm 1986 nach beinahe 30 Jahren der Zusammenarbeit kündigte. Erst in den frühen 90ern kam er wieder auf die Beine, als er von dem Produzenten Rick Rubin wieder entdeckt wurde, der sich bis dahin eher mit HipHop- und Rock-Produktionen einen Namen gemacht hatte. Die «American Recordings» zeichneten sich durch eine Beschränkung auf das Wesentliche aus: Die Arrangements waren spärlich reduziert. Rubin vertraute ganz auf Cashs mächtige Baritonstimme, die nur von seiner akustischen Gitarre begleitet wurde. Für «Unchained», eins von Cashs vitalsten und gelungensten Alben, kehrte der Mann in Schwarz 1996 noch einmal zu seinen Rockabilly-Anfängen zurück – und gewann prompt einen Grammy für das Country-Album des Jahres. Insgesamt dreizehn Mal wurde Cash mit dem höchsten amerikanischen Musikpreis ausgezeichnet, zuletzt im Jahr seines Todes für das Video zum Song «Hurt».

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KOLUMNE

DER WEG DES KÜNSTLERS von Nubya

E

in Zitat sagt: «Midlife ist, wenn man auf der

Galileo und viele andere haben sich gedanklich nicht einengen

obersten Stufe der Leiter angekommen ist und

lassen und dann Leistungen erbracht und Entdeckungen ge-

feststellt, dass die Leiter an der falschen Wand

macht, die niemand für möglich gehalten hätte.

steht.» In letzter Zeit hatte ich des Öfteren Unterhaltungen mit Menschen, die in ihrem Beruf

Deshalb glaube ich, dass viele Manager aus der Wirtschaft von

sehr viel erreicht haben und, von aussen gesehen, glücklich

Künstlern lernen könnten. Denn als Künstler muss man Visio-

mit ihren Positionen sein müssten. Und doch scheint da oft

nen haben und Kreativität leben. Und das ist nicht etwas, das

etwas zu sein, das sie bedauern, ein Weg in eine vielleicht

nur Künstlern vorbehalten ist, das tragen wir alle in uns. Nur ha-

unkonventionelle Richtung, den sie nicht weiterverfolgt haben

ben viele von uns den Zugang dazu verloren. Wir dürfen nicht

und dem sie ab und zu nachtrauern.

aufhören, uns diese kindliche Haltung zu bewahren. Diese Art des Entdeckens und der Glaube an die Möglichkeiten. Ausser-

Vielleicht haben auch Sie sich schon die Frage gestellt, wo Sie

dem sollten wir uns darin üben, achtsam zu sein in dem, was

stehen würden, wenn Sie den anderen Weg eingeschlagen

wir tun. Denn wenn wir etwas tun, zählt nicht, das, was wir tun,

hätten. Im Beruf oder vielleicht auch in einer Beziehung. Die

sondern mit welcher Gesinnung wir herangehen. Das gilt für

Vergangenheit lässt sich nicht neu aufrollen, und doch ist es

mich, wenn ich auf der Bühne stehe, aber es gilt genauso für

wichtig, dieser Stimme Gehör zu geben und herauszufinden,

einen CEO, der eine Firma leitet. Wenn ich singe, muss ich zu

ob man noch am richtigen Ort steht oder sich nach neuen Auf-

hundert Prozent bei der Sache sein. Ich kann ein Lied singen

gaben umschauen sollte. Ich kenne viele dieser Geschichten

und dabei im Kopf eine Einkaufsliste zusammenstellen. Glau-

von neuen Anfängen und eines haben sie alle gemeinsam. Die

ben Sie mir, Sie würden den Unterschied spüren.

Vision und den Mut. Denn niemand muss an Ort und Stelle Oder stellen Sie sich schon vor, wie jemand, der Ihnen nahe-

verharren, auch wenn es uns die Gesellschaft einreden mag.

steht, mit der Hand über Ihr Gesicht streicht und in GedanWir haben viel mehr Möglichkeiten, als wir mit blossem Auge

ken woanders ist und wie anders sich das anfühlt, wenn die

sehen können, und wir sollten manchmal etwas mehr Phan-

Person ganz und gar bei Ihnen ist. Die Geste ist dieselbe,

tasie und Verrücktheit zulassen, um neue Ideen zum Leben zu

der Effekt ein ganz anderer. Und das sollten wir bei allem,

bringen. Im Kopf über das Ziel hinauszuschiessen und es nicht

was wir tun, nie vergessen. Wir müssen wieder lernen, auf-

ganz zu erreichen, bringt uns dann schlussendlich oft weiter,

merksam zu sein und die Zeichen in und um uns zu sehen

als sich nur innerhalb der Grenzen der Vernunft zu bewegen.

und darauf einzugehen. Denn das ist der Schlüssel zum ei-

Ich hatte selbst schon viele verrückte Träume und Ideen, die

genen Glück, und wenn wir das schaffen, dann schaffen wir

dann plötzlich real wurden, und ich bin überzeugt, dass wir mit

es auch, dies in unseren Alltag, unseren Beruf und unsere

der Kraft unserer Gedanken und einem klaren Bild vor Augen

Beziehungen hineinzutragen. Ich wünsche Ihnen viel Freude

viel mehr erreichen können, als wir es uns in vernünftigen Mo-

bei Ihren Entdeckungen und viel Mut dabei, auch einmal et-

menten erträumen lassen. Visionäre wie Steve Jobs, Einstein,

was Neues auszuprobieren.

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«

Musik – Die beste Art der Kommunikation.» Angelo Branduardi (*1950), ital. Popsänger u. Liedermacher

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JAMES RIZZI 134


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Kunst, die Spass macht, und eine Liebeserkl채rung an den Big Apple Sein Markenzeichen waren 3D-Papierskulpturen mit kindlich-verspielten Figuren und leuchtenden Farben. Eine Hommage an den verstorbenen K체nstler James Rizzi.

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«Ich fühle mich als Botschafter New Yorks. So oft kommt diese Stadt nicht gut weg, dabei sind die Leute hier wirklich nett.» James Rizzi

von Yvonne Beck

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ames Rizzi war ein Künstler, der durch seine naive Kunst überzeugt: Seine Bilder machen einfach Spass, nicht mehr und nicht weniger. Sie sind fröhlich, farbenfroh, und der Betrachter entdeckt immer wieder neue Details in ihnen. Für seine bunten Kompositionen wählte der Künstler zumeist Motive, die er aus der betont naiver Perspektive eines Kindes darstellt. Doch ob Jung oder Alt – James Rizzi begeisterte sämtliche Altersklassen. Ebenso bekannt wurde er durch die Umsetzung seines unverwechselbaren Stils auf verschiedenste Alltagsgegenstände – vom Rizzi-Beatle, dem Rizzi-Flugzeug bis zum Rizzi-Porzellan und der Rizzi-Briefmarke, nichts war vor ihm sicher. Mit gerade mal 61 Jahren starb James Rizzi im Dezember 2011, plötzlich und unerwartet, in seiner Geburtsstadt New York, die sein Leben und sein Werk nachhaltig geprägt hat.

Freche 3D-Kunst Rizzis Weltruhm gründet nicht zuletzt auf seinen unnachahmlichen, mit hohem Wiedererkennungswert ausgestatteten künstlerischen Stil. Seine komischen und lebendigen Figuren zaubern unweigerlich ein Lächeln auf das Gesicht des Betrachters und schenken ihm unterhaltsame Momente des Glücks und der Freude. Die Liebe zu seiner Heimatstadt New York, die Höhen und Tiefen des Lebens sowie sein besonderer Blick auf den Menschen in seinen Alltäglichkeiten boten James Rizzi ein grosses Betätigungsfeld. Allen seinen Werken gemein ist die lebensfrohe Aussagekraft. Und ein stets wiederkehrendes Motiv war seine Heimatstadt New York. Die Blicke, die James Rizzi auf die Welt wirft, kommen von weitem, zeugen von einer heiteren Distanz, die Leichtigkeit und Witz ins Bild bringt. Es sind Bilder zum Staunen. Fast wie die Wimmelbilder aus Kinderzeiten mit minikleinen Details und Menschenmengen.

Ein Reiseführer oder ein Kunstwerk? Kurz vor Rizzis Tod erschien ein einzigartiges New-York-Buch, welches der Schweizer Autor Peter Bührer und der Pop-ArtKünstler James Rizzi gemeinsam schufen. Der erste ReiseKunst-Führer weltweit, der New York ausschliesslich in gemalten Bildern zeigt. James Rizzi und Peter Bührer, Meisterkoch, Autor und New-York-Liebhaber, verraten in ihm ihre Lieblingsplätze – von den Klassiker-Adressen bei den Restaurants und Shops bis zu verrückten Stores und Adressen fürs nicht so ganz alltägliche Nachtleben oder für die Begegnung mit der Szene New Yorks. Alles natürlich Insidertipps, gespickt mit persönlichen Kommentaren. «My New York City» ist ein Reise-Kunst-Buch in einer Aufmachung, die es so noch nie gegeben hat. Das Buch ist voller von Rizzi designten und spassigen Gadgets wie beispielsweise einer aufladbaren Original-Metrocard, einem Kofferanhänger, Postkarten zum Verschicken, einem Two-for-One-Voucher für das Wassertaxi, einer CD mit Lounge Music zum Relaxen und einer Audio-CD als Spaziergang durch Manhattan mit Originalgeräuschen. Bereits im November wurde das Buch vom Asian Print Award als eines der drei besten Bücher der Welt nominiert. PRESTIGE sprach mit Peter Bührer über James Rizzi und ihr letztes gemeinsames Projekt.

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James Rizzi – Selbstportrait

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«Nicht nur beruflich, auch menschlich ist der Tod von James Rizzi ein grosser Verlust. Er hat mit seiner Kunst vielen Menschen grosse Freude bereitet, er wollte Kunst machen, die sich jeder leisten kann, sein Motto war ‹Life is Fun›.» Peter Bührer

PRESTIGE: Herr Bührer, wie kam es zur Zusammenarbeit mit James Rizzi?

Es gibt hunderte von New-York-Reiseführern. Was ist das Besondere am Reiseführer «My New York City»?

Peter Bührer: Da ich in bescheidenem Rahmen schon RizziBilder hatte, ergab sich mit einem New Yorker Galeristen eine Diskussion über James Rizzi. Dieser berichtete von verschiedenen Projekten Rizzis, und im Gespräch flachste ich, 1995, dann müsste man nur noch ein Rizzi-Restaurant machen. Am nächsten Tag traf man sich mit dem Management und dann mit Rizzi und startete erst mal mit einem «Mein New York-Kochbuch», es folgten das Buch «Christmas Cooking in New York» und verschiedene Corporate-Art-Projekte.

Es ist der erste Reiseführer der Welt, der komplett von einem Künstler gestaltet wurde. Kein einziges reales Bild, nicht einmal von uns Autoren, sondern alles im Rizzi-Style. Es sind das detaillierte Gesamtkonzept, die Inhaltsstruktur, die Kapitelthemen und die personifizierten Gadgets, welche die Besonderheit ausmachen. Die Insidertipps, der Genuss- und Abenteueraspekt, das Persönliche, welches sowohl Rizzi als auch meine Wenigkeit in das Buch eingebracht haben. Und für Buchliebhaber letztendlich auch die Qualität. Es ist ein handgebundenes Buch mit verschiedenen Papierqualitäten, PVC-Seiten, Pergamentseiten und ganz viele Einlagen.

Was schätzen Sie an Rizzis Werken? Kunst ist, wie Wein und Essen, Geschmacksache und auch tagesformabhängig; sowohl den Künstler wie auch den Betrachter betreffend. Mir gefallen die unterhaltende Art der Kunst, die Szenen des echten urbanen Lebens, die positive Message des Künstlers, die 3D-Kunst, die jedes Bild zu einem Unikat macht. Rizzi war es stets ein Anliegen, dass sich die Menschen seine Kunst leisten und sich möglichst viele Menschen an seiner Kunst erfreuen können. So ist man mit ein paar hundert Euro schon dabei.

Für wen ist diese Buch? Das Buch ist für alle New-York-Liebhaber und New-York-Interessierte, für New-York-Reisende, für Rizzi-Fans ein absolutes Must have und eigentlich auch für alle Buchliebhaber. Der Bildband ist in seiner Qualität und Zusammensetzung so speziell, dass man sich daran fast nicht satt sehen kann. Quasi eine Überdosis Farbe.

Was inspirierte Sie zu diesem Projekt? Und von wem stammt die Idee?

Welche Rubriken findet der Leser in «My New York City»? Gestalterisch ist das Buch ja etwas ganz Besonderes, aber gibt es inhaltlich Neues zu entdecken?

Die Idee, einen Guide zu gestalten, kommt von mir. Ursprünglich sollte es ein Guide zu Essen & Trinken sein und die Idee hat sich dann weiterentwickelt zu einem allgemeinen New-York-Guide, der jedoch eine Inhalts- und Themenstruktur hat, welche dem Leser die Stadt nicht nur übersichtlich zeigt, sondern durch die Themen auch ganz nahe bringt. Die Idee war, Kunst in ein Konzept einzubringen, Kunst, die New York zeigt, aber auch Szenen des urbanen Lebens darstellt.

Das Konzept ist lebensecht, so, wie man New York entdeckt. Es ist übersichtlich, so dass man sich orientieren kann und sehr schnell ausfindig macht, ob man etwas sehen oder ausprobieren möchte. Zum Beispiel eine Bike Tour in Manhattan, was man wirklich jedem nur ans Herz legen kann. Kapitel wie Rooftop Bars oder Chef’s Table sind besonders interessant, oder Tipps und Infos zu Food Trucks –der neueste Trend –, ohne diese Infos man wahrscheinlich nie auf die Idee kommt, Gourmet-Food

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casual-way zu bekommen, und die ganzen Selektionen im Shoppingbereich, wo gibts die besten Jeans oder den aussergewöhnlichsten Schmuck, den man sich auch leisten kann.

Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit James Rizzi vorstellen? Nun, es ist so, dass der Aufwand für einen Künstler riesig ist, für ein Buch neue Bilder zu malen. So orientiert man sich zuerst an den Arbeiten (veröffentlichte und unveröffentlichte), die verfügbar sind, und diskutiert dann über Themen und Motive, die noch nicht belegt sind. Für das Reisebuch wurden sagenhafte 1000 Bilder im Buch verwendet und viele Bilder, wie zum Beispiel die «Grand Central Station» und die Museen-Bilder, sind neu für das Buch gemalt worden. Jimmy hat für das Buch eine Vielzahl von neuen Bildern gemalt. Sie sind auch teilweise in einer limitierten Edition publiziert worden und gehören zu den letzten Bildern die er gemacht hat. Das «Grand Central Station»-Bild oder «Wall Street» oder auch das «Living in the USA» sind grossartig. Jeder hat so seine «Stärken» und bevorzugte Themen. So ist das Musikthema bei Jimmy ausgeprägter als bei mir und umgekehrt wiederum Restaurantthemen und Shopping, die mir mehr liegen und mehr Wissen vorhanden ist. Das hat sich ganz gut ergänzt und gegenseitig befruchtet.

James Rizzi ist für Sie in drei Worten …? Ein grosser kreativer und humorvoller Künstler, der immer bescheiden geblieben war und mit nur 61 Jahren leider viel zu früh verstarb.

Mit 352 Seiten ist das Buch nicht gerade ein Leichtgewicht und etwas unhandlich für unterwegs. Wie haben Sie diesem Rechnung getragen? Dafür haben wir den Guide realisiert, den kleinen Bruder des Bildbandes im praktischen Flexcover. Mit zusätzlichen reisepraktischen Themen wie zum Beispiel wo es die besten Hot Dogs der Stadt gibt oder die Tattoo-Studios, denn wenn schon ein Tattoo, dann bitte nur von den Besten. Dann gibt es eine integrierte Rizzi-Postkarte zum Verschicken an seine Liebsten, ein echter Rizzi-Stadtplan und einen Two-ForOne-Voucher mit New York Water Taxi mit einem echten Value von $ 25.

New York ist für Sie in drei Worten? Aufregend, pulsierend, kreativ; und die Stadt, die niemals schläft. Sind vier, macht aber nichts!

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Bugsy «bedroom-eye» Siegel Kosher Nostra

«Er war ein grossartiger Familienmensch und wunderbarer Vater, der sehr um mich und meine Schwester, aber auch um seine Eltern und Geschwister besorgt war. Er war so klug, ein richtiges Genie, und ich fragte mich immer wieder, woher er all sein Wissen nahm? Er, der im New Yorker East-End geboren wurde und dort aufwuchs. Er war ein völlig anderer Mann als das Bild, das die Öffentlichkeit von ihm gezeichnet hatte. Mafia? Ich kenne keine Mafia! Die Menschen, die uns zu Hause besuchten, waren seine Freunde und Familienmenschen. Mein Vater müsste mit den Bronfmans und Kennedys gleichgestellt werden, die aus derselben Ära stammen. Er war nur ein bisschen von der richtigen Fährte abgebogen, bevor er, in den Augen des Gesetzes, entschied, ein ehrenvoller Mensch zu werden.»

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von Helena Ugrenovic

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er liebevolle Vater, der seinen Spitznamen «Bugsy» hasst und niemand es jemals gewagt hätte, ihn in seiner Gegenwart so zu nennen, wird von seiner heute 80-jährigen Tochter Millicent Rosen in einem Interview im Jahr 2011 als schneeweisses und zeitweise vom erleuchteten Weg verirrtes Schäfchen beschrieben. Als ihr Vater stirbt, ist Millicent eine 15-jährige Teenagerin. Benjamin «Bugsy» Siegels unschuldig anmutende, babyblaue Augen sehen aus wie diejenigen der Engel aus einem Gemälde von Botticelli. Doch die Seele, die sich in ihnen versteckt, ist kaltblütig, teuflisch und äusserst gefährlich. Bugsy gehört zum Mob der New Yorker Mafia in den Anfängen des 20sten Jahrhunderts und ist ein Verbündeter und enger Freund der Mafiagrössen Lucky Luciano und Frank Costello. Kein anderer Gangster vereint den charmanten Lebemann, der sich mit Hollywood-Stars im Glitzer der High Society sonnt, und den eiskalten Mörder, dem es Spass bereitet, dabei zuzusehen, wie seine Opfer bestialisch gequält werden, bevor ein Gnadenschuss sie endlich von ihrem Leid erlöst. Sein Einsatz sind sein Charme und die Millionen des Mobs. Sein Gewinn ist ein (vorbei-)stürmendes Leben zwischen Champagnerprickeln und Blutrauschen. Die Quittung, die ihm nicht das Schicksal, sondern die Mafia am Ende präsentiert, sind zwei weggeschossene Augäpfel und der Tod auf dem geblümten Sofa

seiner nicht minder exzentrischen Ex-Geliebten Victoria Hill in deren prunkvollen Anwesen in Beverly Hills. In der von Illusion und Fiktion geschwängerten Luft der Filmstudios durchbohrt kaltes und glatt geschliffenes Metall Bugsys Realität.

Die Neue Welt Wo heute im legendären und edlen «The River Café» unterhalb der Brooklyn-Bridge feinstes Kobe-Tartar serviert wird und der Ausblick auf die funkelnden Lichter von South Manhattan den Gästen den Atem raubt, ist es dreckig, verwahrlost, herrschen rohe Gewalt und strenge Hierarchien. Fressen, oder gefressen werden. Amerikas Wirtschaft befindet sich auf einer Talfahrt, und als Benjamin Hymen Siegelbaum am 28. Februar 1906 als Sohn ärmlicher, russisch-jüdischer Einwanderer in Brooklyn, New York City, geboren wird, bietet das Land den europäischen Einwanderern alles andere als unbegrenzte Möglichkeiten. Die Strasse, auf der Italiener, Iren, jüdische Gangs und Russen als Kleinkriminelle agieren und regieren, ist Benjamins Schule. Die älteren Gangster beeindrucken die jüngeren Kids, und das schnell verdiente Geld der Russen, die sich mit Hütchen- und Kartenspielen ihren Lebensunterhalt finanzieren, animiert sie, ins gleiche Geschäft einzusteigen. Ben ist noch nicht mal zehn Jahre alt, als er sich auf der Lower East Side einen Namen macht.

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Mit 19 Jahren lernt der kleine, aber umso brutalere Ben Meyer Lansky kennen, der heute als einer der wichtigsten Köpfe der Kosher Nostra gilt. Die eiserne Faust trifft Einstein, denn während Ben mit seinen Körperteilen unterhalb des Halses agiert, ist es Meyer Lanskys computerartiges Hirn, in dem Strategien ausgedacht werden und Taktiken aus den Synapsen schiessen. Bis zu diesem Zeitpunkt arbeitete Ben als Ein-Mann-Armee, jetzt hat er in Lansky, dem «Bankier des organisierten Verbrechens», den perfekten Partner für seine weitere Mobster-Karriere gefunden.

Lucky Luciano, dem das Tempo der alten Bosse, die er abfällig «Schnauzbart-Riege» nennt, zu langsam ist, lässt 1930 die Mobster Salvatore Maranzano und Joe Masseria ermorden. Lucky ist zwar der Drahtzieher, jedoch sind es die jüdischen Gangster der Kosher Nostra, die die Schüsse abfeuern. Benjamin Siegel ist einer von ihnen. Mit dem Tod der «Oldtimer» strukturiert Lucky den Mob in eine moderne Kooperation um und schreibt die Presse bald von der «Murder Incorporated».

Die Würfel werden geschüttelt Lucky Connection Als Bugsy und Meyer sich mit dem aufsteigenden Mobster Charles «Lucky» Luciano treffen und sich mit ihm verbünden, ist der 21-jährige Bugsy durch Alkoholschmuggel, Drogenhandel, Sklaverei, Raubzüge, Wetten und Morde nicht nur ein überaus erfolgreicher «Geschäftsmann», sondern mit den grossen Bossen wie Arnold Rothstein gleichgestellt. Mit dem schmutzigen Geld kauft er sich Klasse und Stil, heiratet 1929 Esther Krakower, kauft ein TudorHaus im New Yorker Vorort Scarsdale und führt ein schizophrenes Leben. Seine geheim gehaltenen Arbeiten in der Stadt sind strikte getrennt von seinem Dasein als Familienmensch, und nachdem er am Tag mit seinen Komplizen Menschen erschiesst, speist er abends mit Esther in den schicksten und teuersten Restaurants.

Staatsanwalt Thomas E. Deweys Kreuzzug gegen das organisierte Verbrechen erschwert die Geschäfte der Unterwelt, und mit dem nahenden Ende der Prohibition droht auch deren grösste und wichtigste Einnahmequelle zu versiegen. Während Meyer Lansky nach Havanna reist, um das dort boomende Casino-Geschäft auszukundschaften, um ins Glücksspiel umzusatteln, existiert für Bugsy nur ein Ort, der seiner würdig ist, und das ist Hollywood. Der Glitter und Glamour der pulsierenden Filmstadt bieten die perfekte Bühne für den smarten und attraktiven Gangster. Mit der Rückendeckung und den Millionen des New Yorker Mobs reist Bugsy mit der Mission nach Los Angeles, die Westküste aufzumischen, und es dauert nicht lange, bis er die Kontrolle über die Buchmacher und die Prostitution übernommen hat. Bugsy schmiert Polizisten

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und Politiker, flankiert die nobelsten Orte Hollywoods und versteht es wie kein anderer, Geschäft und Vergnügen zu vereinen sowie die richtigen Kontakte zu knüpfen. Bugsys Name wird im gleichen Atemzug mit schillernden Hollywood-Grössen wie Jean Harlow, Clark Gable, Cary Grant, Frank Sinatra oder Jack Warner genannt und seine neuen Freunde führen ihn ins Filmbusiness ein. 20th Century Fox, Walt Disney Studios, Warner Brothers, MetroGoldwyn-Mayer Studios oder Paramount Pictures, sie alle verfallen dem Charme des eiskalten Engels, der, von Dollarzeichen geleitet und im Sinne der New Yorker Mafia, die Kontrolle über die Filmindustrie übernimmt. Bugsy Siegel ist in seinem Element. 3000 Meilen und fast ein ganzes Leben trennen ihn vom Gestank und Dreck seiner New Yorker Kindheit. Während Bugsy in der vordersten Reihe des Glitzers in seiner Rolle als Lebemann brilliert, nehmen seine Frau und die zwei Töchter im neu erworbenen Haus in Beverly Hills und in Bugsys neuem Lebensstil auf dem Rücksitz Platz.

Der Vamp Sie sind beide jähzornig, explosiv, dominant, gierig und verschwenderisch. Virginia Hill ist schön, sexy, gewieft und arbeitet für die Chicagoer Unterwelt. In Beverly Hills soll sie Spieler für den Chicagoer Mob rekrutieren und es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis sie und Bugsy, der zum Power-Mobster in Hollywood aufgestiegen ist, aufeinandertreffen und eine Kernschmelze entsteht. Es ist keine normale Liebesromanze, sondern Besessenheit. Die beiden Narzissten teilen die gleichen Vorlieben, sind getrieben vom selben zerstörerischen Temperament, zerschmettern bei Streitereien Geschirr und lösen ihre Konflikte mit Sex. Virginia vertritt die Interessen der Chicagoer Mafia, Bugsy die seiner New Yorker Bosse. Zusammen sind sie das neue Königspaar der Unterwelt.

Viva Las Vegas «Mein Vater träumte von einem neuen Palm Springs, nicht von einem blinkenden fancy Las Vegas, das aussieht wie Disneyland.»

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«Sogar als Toter hat Bugsy Stil und Klasse. Aufgebahrt in einem silbernen 5000-Dollar-Sarg, nehmen fünf Menschen in einer fünf Minuten dauernden Abdankung von ihm Abschied.»

Millicent Rosens Vater Bugsy reist nach Las Vegas, das rauh, dreckig, hässlich und ein Absteigeort für Cowboys und kaputte Spieler ist. Mit der Unterstützung des New Yorker Mobs und protegiert von Lucky Luciano und Meyer Lansky kauft sich Bugsy als neuer Investor beim spielsüchtigen Geschäftsmann Billy Wilkerson ein, der pleite ist und inmitten der Bauarbeiten des «Flamingo» kapitulieren muss. Es soll das glamouröseste, glitzerndste, schönste und Hollywood-ähnlichste Casino-Hotel werden. Bugsy weiss, wie man erpresst, mordet und krumme Geschäfte dreht, doch von einer Hotel-, geschweige denn Casinoführung hat er keine Ahnung und macht jeden nur erdenklichen Fehler. Geblendet von seiner zukünftigen Rolle als Casino-Boss, gibt er das Geld der Mafia mit vollen Händen aus. Nur das Teuerste ist gut genug, und wenn ihm die Krümmung einer frisch gesetzten Palme missfällt, lässt er sie wieder ausreissen und durch eine neue, perfekte, ersetzen. Bugsy hat den Bossen versprochen, das «Flamingo» in knapp einem Jahr und einen Tag nach Weihnachten 1946 zu eröffnen. Entgegen der Anordnung der Mobster, das «Flamingo» erst dann zu eröffnen, wenn alles fertig gebaut ist, hält Bugsy am 26. Dezember 1946 fest. Was als rauschende Ballnacht mit Hollywood-Stars geplant ist, mutiert zu einem Desaster, dem ortsansässige Las-Vegas-Karikaturen beiwohnen und falsch schwingende Küchentüren die Kellner zu Boden werfen.

der, als ihn Virginia auf Anraten der Chicagoer Unterwelt verlässt und seine Frau Esther, die seine öffentlich zelebrierte Liaison mit Virginia satt hat, die Scheidung einreicht. Der funkelnde Planet von Bugsy «bedroom eye» Siegel, wie ihn die Frauen nennen, dreht sich immer langsamer und die Glühbirnen an den langen Lichterketten erlöschen eine nach der anderen. Der 20. Juni 1947 beginnt als sonniger und klarer Tag. Es ist ein guter Tag, als Bugsy nach Los Angeles reist, um ein paar Geschäfte zu tätigen. Bugsy trifft einen alten Spielerfreund, Alan Smiley, und lädt ihn ein, mit ihm, dem Bruder von Virginia und dessen Freundin Jerry zu Abend zu essen. Das Quartett geniesst einen ausgelassenen Abend in einem der angesagten Gourmettempel von Los Angeles, und nach dem Essen kehrt die Gruppe zurück in die von Virginia verlassene Prunkvilla am 810 Linden Drive in Beverly Hills. Chick und Jerry gehen zu Bett, während Bugsy und Alan im Wohnzimmer auf dem Sofa plaudern. Es ist 22 Uhr 30, im Haus ist es ruhig und Bugsy liest die «Los Angeles Times». Er sieht die Gestalt, die im Dunkel der Nacht und Schatten der Büsche vor das Fenster tritt, nicht. Die erste Kugel trifft sein rechtes Auge mit so einer Wucht, dass der Augapfel später auf der anderen Seite des Salons gefunden wird. Die zweite Kugel bohrt sich in seinen Nackenrücken, bricht seine Nase und zerschmettert sein linkes Auge. Die restlichen sieben Kugeln findet man in den Möbeln.

Die Würfel sind gefallen Doch die Bosse sind nicht nur deshalb erzürnt. Bugsy hat das Budget von einer Million US Dollar um das Vielfache gesprengt, und das Projekt «Flamingo» schreibt anstatt der versprochenen satten Gewinne jämmerliche Verluste. Die Versuche seiner Freunde Lucky Luciano und Meyer Lansky, die New Yorker Mafia zu besänftigen, scheitern kläglich, und als im Frühjahr Gerüchte aufkommen, dass entweder Virginia, Bugsy oder beide zusammen die Mafia bestehlen, wird immer klarer, dass Bugsy schlecht fürs Geschäft ist. Bugsys schimmernde Gatsby-Welt bricht auseinan-

Benjamin «Bugsy» Siegel ist tot. Sein babyblauer Schlafzimmerblick für immer erloschen. Sogar als Toter hat Bugsy Stil und Klasse. Aufgebahrt in einem silbernen 5000-Dollar-Sarg, nehmen fünf Menschen in einer fünf Minuten dauernden Abdankung von ihm Abschied. Seine Ex-Frau Esther, die Töchter Millicent Rosen und Barbara, sein Bruder Maurice und seine Lieblingsschwester Betsy. Für Bugsy Siegel erfüllte sich der Traum vom Erfolg in Las Vegas nicht. Doch für die Mafia und alle anderen «Goldgräber», die in ihre Fussspuren getreten sind, schon.

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KOLUMNE

Die Obsession Blocher von Guido Tognoni

E

s gibt seit dem Rütlischwur von 1291 keine Per-

Worte gelagert und mit dem Seziermesser zerlegt. Und wenn

son, die in den Schweizer Medien über Jahre

einem anderen Politiker als Blocher ein Skandal droht, ist ihm

derart angefeindet worden ist wie Christoph

zu empfehlen, diesen über das Wochenblatt «Weltwoche» in

Blocher. Weder Hitler noch Mussolini und schon

die Öffentlichkeit sickern zu lassen. Denn weil sich die «Welt-

gar nicht kommunistische Despoten wie Stalin,

woche» nicht ständig von Blocher und der SVP distanziert,

Mao, Castro und ein paar andere dazu wurden derart verfemt

sondern nicht selten ähnliche oder gleiche Meinungen ver-

wie Blocher. Während die Führer der kommunistischen Religion

tritt, gehört auch die «Weltwoche» zum Reich des Bösen. Das

gewissermassen unter dem Deckmantel einer zu erwartenden

hat zur Folge, dass skandalträchtige Vorgänge, über welche

besseren Weltordnung mehr oder weniger salonfähig waren,

dieses Blatt berichtet, von den anderen Zeitungen entweder

gab es für Christoph Blocher nie eine höhere Rechtfertigung.

totgeschwiegen oder als böse Kampagne verurteilt werden. Es sei denn, es handelt sich um SVP-Politiker.

Im Jahr 1977 übernahm Blocher das Präsidium der SVP des Kantons Zürich. Unter seiner Führung wuchs die gesamte SVP

Über Blocher wird nicht mit journalistischem Verstand und Dis-

zur stärksten politischen Kraft der Schweiz heran. Parallel dazu

tanz, sondern mit Voreingenommenheit und Schaum vor dem

prasselte ununterbrochen ein stählerner publizistischer Regen

Mund geurteilt. Das Empörungspotential des Namens Christoph

auf ihn ein. Je erfolgreicher Blocher politisch war, umso fana-

Blocher ist unermesslich. Es muss frustrierend sein für die Me-

tischer wurde er angegriffen. Kein Thema lag ausserhalb der

dien, dass die fast einhellige Front gegen Blocher und die SVP

Reichweite journalistischer Anstrengungen, um nicht einen Be-

praktisch keine Wirkung hat. Blocher und die SVP wurden trotz

zug zu Blocher herzustellen. Roger Federers Landerwerb am

des Jahrzehnte dauernden medialen Gegenwinds immer stär-

rechten Ufer des Zürichsees wurde der Bevölkerung nicht geo-

ker. Dass die Partei bei den letzten Wahlen einen leichten Rück-

graphisch mit Herrliberg erklärt, sondern mit der Nachbarschaft

schlag erlitt, ist nicht das Ergebnis der ständigen veröffentlichten

zu Christoph Blocher. Immerhin hat niemand dem Weltstar die-

Kritik, sondern eigener Fehlleistungen.

sen Grundstückkauf politisch angelastet. Die Blocher-Obsession färbt auf die gesamte helvetische Politik Es ist faszinierend zu sehen, wie sich der grösste Teil der Me-

ab. Auch die Parteien leiden unter der Anti-Blocher-Verkramp-

dien seit Jahrzehnten in das Thema Christoph Blocher ver-

fung. Was von der SVP kommt, muss grundsätzlich bekämpft

beisst. Bei ihm gibt es nur schwarz oder weiss, Grauzonen

werden. Das führt zu üblen Lähmungserscheinungen in der Be-

existieren nicht. Was immer Blocher tut oder sagt, wird mit

wältigung aktueller Probleme. Die Schweizer Journalisten wür-

dem journalistischen Mikroskop analysiert. Wer innerhalb der

den erst wieder normal denken können, wenn Christoph Blocher

SVP für etwas Aufsehen sorgen will, muss sich nur kritisch

gestorben sei, schrieb vor kurzem ein Medien-Kolumnist in der

zum Partei-Übervater Blocher äussern, und er wird gleich

«Weltwoche» (nur dort kann so etwas gesagt werden). Was der

medial gefeiert. Während Reden von anderen Politikern mit

Kolumnist nicht erwähnte: Dieser Befund trifft auch auf die meis-

dem letzten Satz in Vergessenheit geraten, werden Blochers

ten Politiker zu.

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Auch Tazio Nuvolari (in Weiss) fuhr Maserati. Hier steht er 1939 hinter dem damals neuen 4CL.

Maserati

Der Dreizack will es wieder wissen Ber체hmt geworden ist die italienische Automobilmarke Maserati einst auf der Rundstrecke. Seit 15 Jahren bl체ht das Haus, welches viel 채lter ist als Ferrari, wieder auf. In zwei Jahren soll der zum Fiat-Konzern z채hlende Sportwagenhersteller gar den Quantensprung schaffen.

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Targa Florio 1956: Piero Taruffi errang im 300S den zweiten Gesamtrang.

Text: Adriano Cimarosti/map, Fotos: Collection Maniago, Werk

D

ie Firma «Società Anonima Officine Alfieri Maserati» mit Sitz an der Via De Pepoli 11 in Bologna wurde bereits am 1. Dezember 1914 gegründet. Hier reparierte man Automobile, oder es entstanden auch besondere Konstruktionen. Neben dem 25-jährigen Firmengründer Alfieri Maserati waren dort auch dessen Brüder Bindo, Ettore und Ernesto tätig. 1926 ging dann ein Auto namens Maserati mit Alfieri am Steuer bei der Targa Florio an den Start, und das Achtzylinder-Modell – es trug erstmals den Dreizack der Statue des Neptun-Brunnens der Piazza Maggiore in Bologna – holte sich den Sieg in der 1,5-Liter-Klasse (in Verbindung mit dem neunten Gesamtrang). In den folgenden Jahren und Jahrzehnten gewannen die Maserati-Rennwagen so ziemlich alles, was es international zu gewinnen gab. Auf der Rennstrecke waren die mit bis zu 16 Zylindern ausgestatteten Boliden gefürchtete Gegner und erzielten auch einige Geschwindigkeits-Weltrekorde. Doch so genial die Geschwister Maserati ihre Rennwagen bauten, so schlecht waren sie in finanziellen Angelegenheiten. Die Administration und Finanzierung ihres Unternehmens war entsprechend schwierig. Deshalb beschlossen sie, ihre Firma 1937

an den Modeneser Industriellen Adolfo Orsi zu verkaufen. Allerdings verpflichteten sich die drei verbliebenen Brüder – Alfieri war 1932 an den Folgen eines Autounfalls verstorben – der Marke noch während zehn Jahren zur Verfügung zu stehen. 1940 erfolgte der Umzug des Unternehmens von Bologna aus an die Via Ciro Menotti in Modena, wo grössere Hallen zur Verfügung standen. Wie mit Adolfo Orsi vereinbart, schieden Bindo, Ernesto und Ettore 1947 aus der Firma Officine Alfieri Maserati S.A. aus. Noch Anfang Dezember des gleichen Jahres gründeten sie eine neue Automobilmarke namens OSCA (Officine Specializzate Costruzioni Automobili) mit Sitz in San Lazzaro di Savena bei Bologna, doch das ist eine andere Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden mit den Typen A6 1500 und 6CS 1500 die erste Maserati-Strassenmodelle; letzteres sollte bis 1950 gebaut werden. Eingekleidet von Pininfarina, Zagato, Allemano, Frua und Touring, gab es verschiedene Versionen, die sich bei anspruchsvollen Fahrern sofort hoher Wertschätzung erfreuten – während der erste Strassen-Ferrari 1947 auf den Markt kam. Nach wie vor betätigte sich der Dreizack aber auch im Motorsport und der neuen Formel 1. Piloten wie Alberto Ascari,

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Seriensieger: Maserati MC12

Luigi Villoresi, Juan Manuel Fangio, Giuseppe Farina, Emanuel de Graffenried oder auch Reginald Parnell sassen am Steuer. 1953 kam der prominente Konstrukteur Gioachino Colombo zu Maserati, der 1937 für den erfolgreichen Alfa Romeo 158 und unmittelbar nach dem Krieg für den ersten Ferrari des Typs 125 S verantwortlich gezeichnet hatte. 1953 stiess mit Giulio Alfieri ein weiterer Ingenieur hinzu, der dann bis 1975 bei Maserati als Chefkonstrukteur tätig sein sollte und für zahlreiche Erfolgsmodelle verantwortlich zeichnete – ab 1956 tat er das bereits als technischer Direktor. Bereits 1953 gewann Juan-Manuel Fangio mit dem Zweiliter-Rennwagen A6GCM den GP von Italien. In der Formel 1 bis 2,5 Liter machte ab 1954 das Modell 250F mit Reihensechszylinder-Motor Furore, an dessen Steuer Fangio dann 1957 seinen fünften Weltmeistertitel errang. Und auch bei den Sportwagenrennen war Maserati mit diversen Modellen vertreten: A6GCS mit Zweilitermotor oder auch 300 S mit dem Sechszylinder-Dreiliter. Den Höhepunkt erreichte man 1956 mit dem 450 S mit 4,5-Liter-V8-Motor, der im Folgejahr in Sebring sowie beim GP von Schweden siegte. Zwar war das erste in wesentlich höheren Stückzahlen gebaute Modell der zwischen 1957 und 1964 in 2225 Exemplaren produzierte 3500 GT mit Sechszylinder-Reihenmotor. Doch am Ende des sportlichen Erfolgsjahres 1957, in dem Fangio mit dem 250F die erwähnte WM-Krone holte, steckte Maserati in einer

tiefen Krise – insbesondere auch deshalb, weil mit einem hoch dotierten Auftrag etwas schief gelaufen war und man sich finanziell total verausgabt hatte. Werkseitig erfolgte daraufhin der Rückzug aus dem kostspieligen Motorsport. Rennwagen wurden nur noch im Auftrag von Kunden gebaut, wie etwa der 1959 erschienene Tipo 61 mit Vierzylinder-Frontmotor und einem aus vielen dünnen Rohren gebauten Fachwerkrahmen, weshalb das von Alfieri konzipierte Auto bald nur noch «Birdcage» (Vogelkäfig) genannt wurde. Strassensportwagen versprachen klar mehr Profit und wurden in den folgenden Jahrzehnten zur Hauptaktivität des Unternehmens. Zu diesen extravaganten Modellen zählten der Sebring (1962–68, 600 Exemplare), der erste Quattroporte (1963–69, 776 Ex.), der zeitlos elegante Mistral (1964–1969, 955 Ex.), der Mexico (1966–72, 485 Ex.), der berauschend schöne Ghibli mit 4,7-L-V8-Motor (1967–72, 1280 Ex.), der Indy (1969–75, 1104 Ex.), der Bora (1971–78, 530 Ex.), der Merak (1972–83, 1820 Ex.), der Khamsin (1974–82, 430 Ex.), der elitäre Quattroporte II (1976–78, zwölf Ex.), der Kyalami (1976–83, 200 Ex.) sowie die dritte Quattroporte-Generation (1979–90) mit weiteren 2155 Einheiten. Dennoch – Geld blieb knapp, und Maserati war aus eigener Kraft nicht mehr überlebensfähig. Schon 1968 hatte Citroën 60 Prozent des Aktienkapitals übernommen, drei Jahre später wurden es 100%. Damals lieferte Maserati täglich 30 komplette

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Bildschรถn aus jeder Perspektive: das Gran Cabrio

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V6-Motoren für den Citroën SM nach Paris, während Maserati-Modelle wie Bora oder Merak mit Citroën-Komponenten bestückt wurden. Leider ging es auch den Franzosen immer schlechter, und 1974 übernahm Peugeot – unter anderem mit der Bedingung, Maserati zu veräussern. 1975 gewann der in Modena ansässige Argentinier Alejandro de Tomaso die Kontrolle über das Unternehmen, worauf 1981 eine längere, aber eher weniger glanzvolle Ära mit den zahlreichen V6-Biturbo-Modellen begann, die sich bis 1991 hinzog. Schon 1990 war schliesslich Fiat mit 49 Prozent bei Maserati eingestiegen; 1993 sicherten sich die Turiner auch die restlichen Anteile und machten aus dem ruhmreichen Haus wieder ein rein italienisches Unternehmen. Unter dem Fiat-Dach wurde Maserati einmal mehr neu definiert – und 1997 dem einstigen Erzfeind Ferrari untergeordnet. Was Markenfans zunächst verwunderte, wurde vom damaligen Ferrari-Boss Luca di Montezemolo ganz pragmatisch umrissen:

«Ferrari – zwei Sitzplätze. Maserati – vier Sitzplätze». Als neuer Markenvorstand hatte er sehr konkrete Vorstellungen, wie die Nobelmarke aus den roten Zahlen zu führen war, und nannte auch gleich den künftigen Hauptkonkurrenten: Jaguar. Montezemolo reorganisierte und modernisierte das komplette Unternehmen, verbesserte die Qualität und straffte das Vertriebsnetz. Der frische Wind manifestierte sich in einem Modellprogramm, das mit dem von Giugiaro gezeichneten 3200 GT Ende 1998 seinen Neuanfang nahm – es war übrigens das erste Serienautomobil mit LED-Licht. Nach gut 5000 Exemplaren präsentierte Maserati bereits 2001 den optisch kaum veränderten, aber US-Markt-fähigen und schlicht «Coupé» genannten Nachfolger, welcher nun von einem Ferrari-V8-Saugmotor angetrieben wurde: Synergien zwischen Modena und Maranello reduzierten Betriebs- und Herstellungskosten, ausserdem kaufte man jetzt gemeinsam ein. Parallel hatte man eine offene Stoffdach-Version namens Spyder eingeführt.

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2003 folgte eine komplett neu entwickelte, fünfte QuattroporteGeneration, die bis heute und in drei Versionen im Programm ist. Zudem kehrte Maserati 2004 in den Motorsport zurück: Der eng mit dem Ferrari Enzo verwandte Karbon-Prototyp MC12 mit Sechsliter-Zwölfender (57 Exemplare) startete im Rahmen der FIA-GT-Meisterschaft und holte bis einschliesslich 2010 zahlreiche Siege und Meisterschaften. Im Rahmen eines illustren Markenpokals fand parallel auch das Maserati Coupé auf die Rennstrecke; seit 2010 wird diese Gentlemen-Meisterschaft mit dem GranTurismo Trofeo ausgetragen. Bereits 2005 hatte man die enge Bindung zu Ferrari wieder aufgelöst, wurde Maserati direkt Fiat unterstellt. Seither gibt es Pläne, Maserati oberhalb der auch zu Fiat zählenden Marke Alfa Romeo, die ebenfalls über ein sportliches Image verfügt, zu platzieren. Tatsächlich könnte dieser Schachzug den Dreizack besser aufwerten. Immerhin, nach 17 Jahren Fiat-Regie betrat

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Italienische Businessklasse: Quattroporte

Maserati 2007 wieder die Gewinnzone, ergänzte eine neue Produktlinie das Angebot. Der GranTurismo ist ein 4,88 Meter langer Luxus-Zweitürer mit vier Sitzplätzen. Er ersetzte das Maserati Coupé (18 700 Ex. inklusive Spyder) und wurde in drei verschiedenen Versionen bisher gut 15 000 Mal gebaut. Anfang 2010 kam ein offenes GranCabrio mit Softtop hinzu (4500 Exemplare bis Ende 2011). Um in den Wachstumsmärkten Asiens oder Russland Fuss fassen zu können, ist ein SUV beschlossene Sache – Porsche hat den wirtschaftlichen Erfolg dieser Strategie mit dem Bestseller Cayenne bewiesen, und auch andere Luxusanbieter wie Bentley oder Jaguar planen neue Luxus-Softroader. Der Allrad-Maserati kommt 2014 und heisst Kubang wie jene bereits 2003 von Italdesign entworfene Studie. Das Serienmodell sieht anders aus und hat recht ungewöhnliche Gene: Es basiert auf dem aktuellen Jeep Grand Cherokee, der inzwischen auch zum Fiat-Reich gehört, aber noch ein Derivat der vorletzten Mercedes-M-Klasse (W164) ist. Den Kubang-Antrieb soll derweil ein Ferrari-Motor übernehmen.

pakte Sportlimousine unterhalb des dann in Ablösung befindlichen Quattroporte präsentiert. Weitere Spielarten wie ein BusinessCoupé oder eine radikal offene Barchetta sind durchaus denkbar und auch erforderlich, soll der Quantensprung gelingen. Der muss neben Nord- und Südamerika nicht zuletzt in China stattfinden: Dort hat man den Absatz 2011 mit knapp 800 verkauften Fahrzeugen nahezu verdoppeln können, verkauft Maserati inzwischen fast so viele Autos wie im Hauptmarkt USA. Für Maserati brechen also moderne Zeiten an, doch eines bleibt – die Legende vom ältesten noch existenten italienischen Sportwagenproduzenten.

Mit dieser dritten Baureihe ist Maserati aber noch lange nicht dort, wo die Marke nach dem Willen von Fiat-Auto-Chef Sergio Marchionne sein muss. Viel weiter in der Profitabilität nämlich, und deshalb ist bis 2015 ein jährlicher Absatz von über 55 000 Einheiten vorgesehen. Zum Vergleich: 2010 betrug das Gesamtvolumen gerade mal 5675 Fahrzeuge. Um das hehre Ziel zu erreichen, hat man das Management teilweise neu organisiert, wird 2013 eine komSoll den Absatz beflügeln: das kommende SUV-Modell Kubang

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Wandschmuck mit viel PS

Das eigene Auto im Wohnzimmer – mal nicht fotografiert, sondern gemalt: Anbieter wie Artycar machen es möglich.

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«Natürlich muss es nicht zwangsläufig ein Aston Martin oder Ferrari sein. Sondern vielleicht der rostige Fiat Uno der Schwiegertochter.»

Simon Martin

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von Matthias Pfannmüller

E

s ist so eine Sache, den eigenen Oldtimer oder Sportwagen ins rechte Licht zu rücken. Dafür gibt es Profis wie Michel Zumbrunn in Fällanden bei Zürich: Er schiebt den vierrädrigen Liebling ins Studio und macht Fotos für die Ewigkeit.

Es geht freilich auch anders – zum Beispiel mit dem Pinsel oder Drucker. Die Eigner wertvoller Fahrzeuge schicken dazu meist ein paar Bilder an den Künstler, der das Objekt der Begierde anschliessend mit Öl oder Acryl auf Leinwand bannt. Perspektive, Stil, Farben, Hintergründe, Format – alles kann mit dem Auftraggeber abgestimmt werden, damit das Schmuckstück später zur Tapete passt. Da wird dann schon mal der Innenarchitekt zu Rate gezogen, denn billig sind die Kunst-Autos in der Regel nicht – vor allem dann, wenn es sich wirklich um Einzelanfertigungen handelt. Doch wer einen echten Bracq besitzen möchte, weiss das

auch – Paul Bracq war im Berufsleben unter anderem MercedesDesigner (S-Klasse W 110, SL-Pagode, /8). Der 79-Jährige lebt heute in Bordeaux und malt leidenschaftlich gerne Automobile. Zu den vielen Ateliers, die sich auf solche Automobil-Kunst spezialisiert haben, zählt auch das Studio Artycar in der Nähe des englischen Silverstone. Interessenten sind ab 2600 Franken dabei (120 x 80 cm); wahlweise wird auch gerahmt. Hinter dem Atelier steht der in Schweden geborene Simon Martin: Er arbeitet rein digital, spricht deswegen von «grafischer Kunst» und pflegt einen modernen «Pop-Art»-Stil, der bestens mit zeitgenössischen Einrichtungen harmoniert. Natürlich muss es nicht zwangsläufig ein Aston Martin oder Ferrari sein. Sondern vielleicht der rostige Fiat Uno der Schwiegertochter. Das Abbild wäre dann mehr wert als der Wagen – und das ist wieder wahrer Luxus. www.artycar.co.uk

Für Katzenliebhaber: Jaguar E-Type Roadster

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Volkst端mlich: Morris Minor

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Alexa Chung

meets the Happy Mickey Collection Die britische Stil-Ikone Alexa Chung wählte einige ihrer Lieblingsstücke aus den Uhren-, Schmuck- und Haute-Joaillerie-Kollektionen von Chopard für ein Fotoshooting mit dem Fotografen Matt Irwin. Alexa freute sich sehr, ihre eigene Interpretation der Happy Mickey Collection darzustellen. Sie entschied sich für einen Anhänger, eine Halskette, ein Armband und eine Armbanduhr – genau passend zu ihren stets schicken und trendigen Outfits. Ob im schwarzen Pyjama, im Romantik- oder Vintage-Look, mit verträumtem Blick oder zartem Biss, stets wusste sie, wie man dieser Kollektion mit Kultcharakter die nötige Prise Humor verleiht.

Earrings set with 2 pear-cut rubellites (31cts), white diamonds (4cts) and pink diamonds on rose and white gold from the High Jewellery collection. Cocktail ring set with a pink quartz (25cts) and pink sapphires (3cts) on rose gold from the High Jewellery collection. Purple printed bow detail Strapless Dress: Mary Katrantzou. Jewellery and watches by Chopard.

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36mm steel watch set with an amethyst on a pink alligator strap. Ice Cube ring in yellow gold set with diamonds. Happy Diamonds ring in yellow gold set with one mobile diamond. Purple lace shirt: Philosophy by Alberta Ferretti. Lace skirt: Tibi. Shoes: Charlotte Olympia. Jewellery and watches by Chopard.


Happy Mickey necklace in rose gold set with 3 mobile diamonds. Happy Mickey bracelet in rose gold set with mobile 1 diamond. Gold lace beaded top: Nina Ricci. Pink skirt: Nina Ricci. Red velvet cat heels: Charlotte Olympia. Jewellery and watches by Chopard.


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ÂŤDie Mickey-Mouse-Uhr ist lustig und verspielt. Zeit muss nicht ernst sein.Âť

Happy Mickey Steel 28mm watch. Mother of pearl dial with two mobile yellow sapphires, two mobile rubies and one mobile black diamond, crown set with a yellow sapphire. Happy Mickey pendant in rose gold. Black silk pyjamas: La Perla. Jewellery and watches by Chopard.

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Happy Hearts earrings in rose gold set with diamonds. Happy Hearts ring in rose gold set with diamonds. Aubergine velvet dress: D&G at Matches. Black velvet cat shoes: Charlotte Olympia. Jewellery and watches by Chopard.

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«Diamanten können streng wirken, aber Chopard hat einen Weg gefunden, sie leicht und spielerisch darzustellen, und dieses Kollier ist ein perfektes Beispiel dafür.»

Cuff bracelet set with diamonds (23cts) on titanium from the Red Carpet collection. Necklace set with pear-cut rubellites (37cts), diamonds (4cts), round and pear-cut amethysts (11cts) and oval-cut emeralds (5cts) on white gold from the Temptations collection. Navy long gown: Rochas Purple and red bow shoes: Tabitha Simmons. Jewellery and watches by Chopard.

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Patek Philippe

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Perrelet

Wie die Schweiz tickt

Eine kurze Geschichte des Uhrmacherhandwerks Die Entdeckung der Langsamkeit wird den Schweizern zugeschrieben: Beim Streichen der Turmuhr schlägt der Stundenzeiger dem Eidgenossen bekanntermassen den Pinsel aus der Hand. Aber in der Ruhe liegt auch die Kraft. Schweizer Bedachtsamkeit und Qualitätsarbeit finden sich in der Uhrmachergeschichte wieder. von Lone K. Halvorsen

A

Auf- und Abschwingen, welches die Uhr aufzog. Im Jahre 1870 vollendete Breguet in Paris, wahrscheinlich ausgehend von der Idee Perrelets, die Perpetual-Uhr (immer währende Uhr). Darauf setzten weitere wichtige Entwicklungen ein, wie die des Chronographen durch den Franzosen Rieussec im Jahre 1821 und jene des Schleppzeiger-Chronographen durch Louis-Frédéric Perrelet im Jahre 1827. Seither hat sich die Uhrenindustrie stets weiterentwickelt. Der Triumphzug der Uhren nahm letztendlich seinen Siegeslauf durch die Einführung der Automatik in den 1930er Jahren, dazu kam, dass die Uhren jetzt auch wasserdicht hergestellt werden konnten. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch die Quarzuhr erfunden, also konnte man auch auf Zeiger verzichten. Die Räderuhren wurden weitgehend vom Markt verdrängt, erleben aber heute wieder einen enormen Zuspruch. Man wusste es zu Beginn noch nicht, aber die Armbanduhr sollte das beliebteste Accessoire auf der ganzen Welt werden.

ber ticken tun die Schweizer schon lange nicht mehr. Höchstens schwingen. Seit der Erfindung der Quarzuhr wurde das Ticken hinfällig, es gab nichts mehr, was tickte, denn Quarzuhren ticken nicht, sondern sie schwingen. Damit es dennoch ein «Tickgeräusch» zu hören gibt, wird ein spezieller Quarz in die Uhr eingebaut, der beim sekündlichen Stromdurchleiten ein schönes Knackgeräusch von sich gibt, welches in ungeübten Ohren dann als «Ticken» wahrgenommen wird. Die Aussage «die Schweizer ticken anders» sollte also revidiert werden zu «die Schweizer knacken anders», um zeitgemäss zu bleiben. Die erste automatische Uhr mit Handaufzug war eine Taschenuhr und wurde im Jahre 1770 von Louis-Abraham Perrelet im jurassischen Le Locle erfunden. Die durch das Marschieren des Trägers entstandenen Stösse brachten ein Gewicht zum

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Parmigiani

Breguet

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Patek Philippe

Swiss made Qualität, Präzision, Einzigartigkeit, Beständigkeit, Tradition, Design und Innovation. Es fehlt nicht an Eigenschaften, um die Vielseitigkeit der Schweizer Uhrenindustrie zu beschreiben. Produziert werden Zeitmessungsinstrumente – klein und ultrakomplex, die perfekte Vereinigung von traditionellem Wissen und modernster Technik. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts sind die Uhren eine Schweizer Spezialität und vor allem die Region Genf ist bekannt dafür. Noch heute konzentriert sich der Grossteil der Produktion auf die Kantone Neuenburg, Waadt, Jura, Bern, Solothurn und Baselland. Es war der puritanische Reformator Johann Calvin (1509–1564), der das Genfer Volk anhielt, «sich einfach zu kleiden, ohne alles läppische Gepränge und Haschen nach menschlichem Ruhm». Es fiel den Genfern sichtlich schwer, sich mit dem Diktat Calvins abzufinden, denn ganz ohne Schmuck wollten die Bürger nicht sein. Politisch korrekt kauften sie von

nun an Uhren von den zu Uhrmachern konvertierten Juwelieren, deren Auftragslage sich sprunghaft verbesserte. Da sich die Uhrenfabrikation also auf bestimmte Gebiete der Schweiz beschränkte, und somit gar nicht die ganze Schweiz repräsentierte, stellt sich die Frage, warum die Uhren weltweit als Symbol der Schweiz berühmt geworden sind. Letzteres mag in erster Linie damit zusammenhängen, dass die in der Schweiz produzierten Uhren zu 95 Prozent exportiert und im Ausland als «Swiss made» wahrgenommen werden. Somit ist die Uhrenindustrie auch ein Schlüsselsektor der Schweizer Exportwirtschaft. Uhrenmarken sind über die Gestaltung ihrer Armbanduhren erkennbar – entsprechend hoch sind die Identifikationsmöglichkeiten des Trägers mit einem bestimmten Image und die entsprechende Signalwirkung auf andere. Diese Identität von Produkt und Marke ist eines der stärksten Verkaufsargumente in der Branche.

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Swatch

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Die Tradition der Uhrmacherei in der Schweiz hat somit zwei starke Standbeine. Zum einen die handwerklich hoch qualitative Konzeption und Ausführung ihrer Werke für komplexe, aber sinnvolle Anzeigen, zum anderen das immer währende Streben nach schöner, zeitgemässer und stilvoller Gestaltung der Produkte. Das Phänomen Swatch Die Swatch-Gruppe nimmt in der Geschichte der Uhrenproduktion der Schweiz eine ganz besondere Rolle ein. Sie besitzt nicht nur einen grossen Marktanteil, sondern hat auch Ende der 1970er Jahre die wohl grösste Krise in der Schweizer Uhrengeschichte abgewendet. Als Weltmacht in der Uhrenindustrie und unbestrittene Königin in der Produktion von Luxusuhren hat die Schweiz die Auswirkungen der Quarztechnologie auf den Uhrenmarkt weitgehend unterschätzt. So überliess sie die Weiterentwicklung dieser Innovation Dritten, vor allem den Japanern und den US-Amerikanern. Dank dieses Umstandes entwickelte

die Konkurrenz präzise, aber kostengünstige Uhren, die sich anschickten,den Markt zu beherrschen. Für die Schweizer Uhrenindustrie war dies ein harter Schlag, denn die Verkaufszahlen fielen dramatisch in den Keller und viele Unternehmen fanden sich am Rande des Konkurses. Es war der Wirtschaftsberater Nicolas Hayek, der dem Schweizer Uhrenmarkt zu neuem Leben verhalf. Unter dem Namen Swatch kam diese Quarzuhr, die hohe Qualität mit niedrigem Preis kombiniert, 1983 auf den Schweizer Markt. Einerseits setzte sich die Swatch aus 51 und nicht wie herkömmlich aus 90 Komponenten zusammen, und andererseits konnte ihre Herstellung automatisch und in einer Produktionslinie vollzogen werden – eine absolute Neuheit auf dem Schweizer Uhrenmarkt. Die Schweizer Uhrenindustrie erwachte aus ihrem Dornröschenschlaf und kehrte an die Weltspitze zurück. Im bislang besten Jahr 2008 exportierten die Schweizer Hersteller Uhren, Uhrwerke und Komponenten im Wert von insgesamt 17 Milliarden Franken.

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Ein Blick in die Zukunft Viele wünschen sich, mal einen kleinen Blick in die Zukunft werfen zu können. Interessant wäre so ein Blick oder eine Reise in die Zukunft auf jeden Fall. Aber was würden wir dort vorfinden? Es ist abzusehen, dass sich bei den Uhren in 10 oder 15 Jahren nicht allzu viel verändern wird und wir uns in dieser Zeit problemlos zurechtfinden werden. Aber was wird in 100 oder 200 Jahren sein? Wie schon die Vergangenheit zeigt, kann die Entwicklung in einem Zeitraum von 100 Jahren gigantisch sein. Die Uhr hat ja eine enorme Evolution hingelegt von den Anfängen bis zum heutigen Tag. Doch wie wird sich die Uhr weiterentwickeln? Wird die Zeit immer noch der Mittelpunkt des Menschen sein und dessen Leben bestimmen? Aber egal, wie sich die Uhr der Zukunft entwickeln wird, aus welchen Materialien sie gefertigt wird, welches Design sie aufweisen wird, am Ende wird die Uhr immer die gleiche Primärfunktion aufweisen, nämlich die Zeit anzeigen.

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Stipula

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erwachsen würde, deren Name ganze Generationen untrennbar mit unvergesslichen Schulzeiterinnerungen verbinden würden. Die Angebotspalette des Unternehmens umfasste in den Anfangsjahren Studienfarben, Kinderfarben und Künstler-Wasserfarben. Ein weiteres Produkt war flüssige Tusche, die es vorher nur als feste Stangentusche gegeben hatte. 1929 wurde mit dem Modell 100 der erste Pelikan-Füllfederhalter als Kolbenfüller präsentiert. Der Kolbenmechanismus sorgte neben dem grösseren Tintenvorrat für gleichmässigen Tintenfluss und Kleckssicherheit.

von Yvonne Beck

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ie Geschichte der Schreibgeräte zählt die gleiche Anzahl an Jahren der Menschheit wie die Zeichnungen der Höhlenmenschen an den Felsen ihrer Höhlen. Bereits zur Zeit der Babylonier wurden Tontafeln und Griffel mit dreieckiger Spitze benutzt, jedoch wurde zu dieser Zeit mehr geritzt als geschrieben. Die Römer verwendeten ebenfalls einen Griffel, sie schrieben jedoch auf Wachstafeln. Die ersten Papyren wurden etwa im 3. Jahrtausend vor Christus von den Ägyptern hergestellt und fanden durch die Griechen schnell eine weite Expansion ins Römische Reich. Mit ihnen begann ein neues Zeitalter der Schreibkultur.

Ein Stift macht Karriere In der Reichsstadt Nürnberg waren um das Jahr 1660 die ersten Bleistiftmacher nachzuweisen. Aber auch im Umland etablierten sich etliche Handwerksbetriebe, insbesondere in Stein, einer kleinen Ortschaft im Grenzgebiet zwischen der Reichsstadt und dem Markgrafentum Ansbach. Im Gegensatz zu den Nürnbergern unterlagen sie nicht den strengen Auflagen der dort gültigen Handwerkerordnung und konnten sich zu starken Konkurrenten entwickeln. Auch der Schreiner Kaspar Faber widmete sich der Bleistiftherstellung. Zunächst arbeitete er noch für ortsansässige Bleistiftmacher, stellte aber in seiner Freizeit auch auf eigene Kosten Stifte her. Bald war er damit so erfolgreich, dass er sich mit einer kleinen Werkstatt selbständig machen konnte. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich ein Unternehmen von Weltruf. Heute produziert Faber Castell unter dem Namen «Graf von Faber Castell» hochwertige und luxuriöse Schreibgeräte, die auf der ganzen Welt bekannt sind.

Doch nicht nur die Deutschen, auch die Amerikaner waren in diesen Jahren im Bereich der Füllfederhalter sehr aktiv. Lewis Edson Waterman liess bereits 1884 das Dreispalt-Tintenzufuhrsystem patentieren und die Firma Parker wurde 1891 von George Parker gegründet. Er war mit dem damaligen Tintenleiter der Füllfederhalter nicht zufrieden und begann diesen zu modifizieren. Seine Innovationen brachten ihm viele Patente und noch mehr geschäftliche Erfolge. Auch W.A. Shaeffer erfand 1907 einen sehr innovativen Füllmechanismus, den sogenannten«Lever Filler». Als die deutschen Unternehmer August Eberstein und Alfred Nehemias im Jahre 1906 von einer USA-Reise zurückkehrten, waren sie von der Welt der Füllfederhalter dermassen fasziniert, dass sie die «Simplizissimus-Füllhalter» in Berlin gründeten. Zwei Jahre später wurde das Unternehmen nach Hamburg verschoben und auf «Simplo Filler Pen Company GmbH» unbenannt. 1922 entwickelte das Unternehmen einen Füllfederhalter mit Kolbenmechanik, dessen Modell «MEISTERSTÜCK» hiess und weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. 1934 wurde das Unternehmen in «Montblanc-Simplo GmbH» umbenannt. Heute ist Montblanc einer der bekanntesten Schreibgeräte-Hersteller und zählt weltweit etwa 360 Boutiquen.

Doppelfunktion und Swiss made Auch Cartier, vielen nur als Schmuck- und Uhrenmarke bekannt, setzte sich im Bereich der Schreibgeräte sehr ein und konzipierte hervorragende Stücke. Ein ganz spezielles Schreibgeräte, das Cartier produzierte, war ein Kugelschreiber mit integrierter Uhr.

Bereits im 4. Jahrhundert wurden die Federkiele als Schreibmittel benutzt. Die besten Federn zum Schreiben waren die der Gänse oder Raben. Dieses Schreibmittel ist der Vorläufer des heutigen Füllfederhalters, wie ihn jeder Schüler kennt. Ob Pelikan, Lamy, Geha, jeder Primarschüler hatte wie anno dazumal sicherlich schon mindestens einmal tintenbefleckte Hände. Als 1838 der Chemiker Carl Hornemann begann, Farben selbst zu produzieren und zu verkaufen, konnte er nicht ahnen, dass daraus eine Unternehmung

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Visconti Homo Sapiens

Vom Federkiel zum Füller


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Caran d'Ache Ecridor

Parker Duofold

Dieses Modell wurde 1929 während der sogenannten Krisenperiode erfunden – Cartier musste zu dieser Zeit Produkte mit Doppelfunktionalität entwickeln. Heute zählen zu der Kollektion Modelle wie «Pasha», «Roadster», «Louis Cartier» und viele andere. Arnold Schweitzer gründete 1923 in Genf die bekannte Firma Caran d’Ache. Eine Firma, die stolz sein kann, eines der symbolreichsten Modelle erfunden zu haben, den «Ecridor». Caran d’Ache produziert seine Schreibgeräte zu 100 Prozent in der Schweiz und ist sehr bekannt und beliebt auch dank der Produktion von Künstlerfarben und Füllfederhaltern in tieferer Preislage für Schulkinder. In der Schweiz zählt Caran d’Ache zu den bekanntesten Firmen. Das Unternehmen «Caran d’Ache» wurde nach dem Pseudonym des französischen Künstlers Emmanuel Poiré benannt. Zudem bedeutet das russische Wort «karandash» Bleistift. Eine der jüngsten Firmen in der Schweiz ist Edelberg Haute Manufacture. Erst 2009 lancierte Carlo Naldi die neue Marke mit Sitz in Zug. Auch ihre Schreibgeräte werden komplett in der Schweiz produziert und von Kennern als sehr innovativ und exklusiv bezeichnet.

Von der Hochkultur des Schreibens zu Goldfedern Ein Blick über den Tintenfassrand hinüber nach Japan lässt jedes «schreibende Herz» höher schlagen und vor Neid erblassen. Sechstausendjährige Schreib-Hochkultur! Schreiben avancierte hier schnell zur höchsten aller Künste. Kein Wunder also, dass es in Japan auch heutzutage noch hervorragende Produzenten wie Sailor und Namiki gibt. Die Firma Sailor durfte letztes Jahr das 100-jährige Jubiläum feiern und zählt zu einem der wenigen Unternehmen, die Federn im eigenen Haus produzieren. Besonders bemerkenswert ist die weiche 21-Karat-Gold-Feder, die patentiert und exklusiv von Sailor benutzt wird. Die Japaner sind für die spezielle Maki-E-Technik bekannt, die auch auf Schreibgeräten appliziert wird. Maki-E ist japanischer Lack besprüht mit Gold-oder Silber-Pulver als Dekoration mit einem makizutsu- oder kebo-Pinsel. Jährlich werden hervorragende limitierte Editionen mit dieser wundervollen Technik lanciert.

Doch auch Italien produziert seit mehr als hundert Jahren exklusive Schreibgeräte. So findet Montegrappa seinen Sitz in Bassano del Grappa und ist mit Nettuno zusammen einer der ältesten Schreibgeräte-Produzenten in Italien. Heute wird dieses Unternehmen von der Familie Aquila geleitet und produziert wunderschöne Schreibgeräte aus Celluloid und Edelharz. Aus Turin kommt die Manufaktur Aurora, gegründet 1919, eines der wenigen Unternehmen, die GoldFedern aus eigener Fabrikation produzieren. Zudem stellen sie Auroloid, ein ganz spezielles Material für den Körper der Schreibgeräte, her. Dieses Material ist von Aurora patentiert und zertifiziert.

«Das Ziel des Schreibens ist es, andere sehen zu machen.» Joseph Conrad

Zu den jüngeren Marken, die in Italien mit Erfolg lanciert wurden und heutzutage weltweit sehr erfolgreich sind, gehört unter anderen das florentinische Unternehmen Visconti, welches von Dante Del Vecchio und Luigi Poli 1988 gegründet wurde. Im Verlauf der Jahre hat Visconti diverse interessante und innovative Schreibgeräte kreiert, besonders hervorzuheben das Modell «Homo Sapiens». Es handelt sich um einen speziellen patentierten Füllfederhalter aus LavaStein vom Vulkan Ätna. Zudem patentierten sie eine sehr weiche und angenehme 23-Karat-Palladium-Feder, welche in der Welt der Schreibgeräte und Sammler als echte Sensation gehandelt wird. Doch auch die Firmen Stipula oder Delta sollten nicht ungenannt bleiben. Erstere wurde im Jahre1973 von Renzo Salvadori gegründet und war in der Anfangszeit im Bereich –Metall- und Goldverzierung tätig. Heute leitet Luca Viti das Unternehmen und Stipula produziert unglaublich kunstvolle Schreibgeräte in alter italienischer Tradition. Weiter im Süden hat die neapolitanische Firma Delta kürzlich ihre neue Fabrik eingeweiht. 1982 wurde die Manufaktur von Nino Marino, Ciro Matrone und Mario Muscente gegründet. Ihr Modell «Dolce Vita» mit orangem Körper ist heute weltweit das Markenzeichen der Firma Delta. Zudem produziert die Firma unter dem Namen «Markiaro» exklusive Lederartikel made in Italy.

Delta Dolce Vita

Graf von Faber Castell Intuition Wood

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Fa s z i n i e r e n d e b e G e G n u n G im zehnten Jahr verbinden siCh zwei materialien, die GeGensätzliCher niCht sein Könnten. struKtur von mooreiChe, deren sChönheit siCh in tausenden von Jahren auF natürliChe art und weise herausGebildet hat, und Gold, das den sChönsten KunstwerKen der mensChheit überirdisChen Glanz verleiht. alle metallbesChläGe sind 24-Karat Gold plattiert.

die

tieFe

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KOLUMNE

von Dr. med. Peter J. Jenoure

Rehabilitation nach Sportverletzungen

S

pätestens nach der von vielen als Wunder betrach-

te Bedingung für eine Spitzenleistung, und da ist es möglich, dass

teten Heilung des Knies von Pirmin Zurbriggen, der

der Leistungssportler gegenüber dem normalen Patienten gewis-

wenige Wochen nach einer Meniskusoperation wie-

se Vorteile mit sich bringt. Durch die Zielstrebigkeit, die Selbstdis-

der im Einsatz war und eine Goldmedaille bei der

ziplin, die Kenntnisse über den eigenen Körper sollte es eigentlich

Weltmeisterschaft holte, wird uns des Öfteren die

für den Spitzenathleten einfacher sein, sich auf diese besondere

Frage gestellt, ob Spitzensportler schneller genesen als Normal-

Aufgabe seriös zu fokussieren.

sterbliche, oder ob es für diese Patienten eine effizientere mediziDer ganze Prozess, der zum Wiedereinstieg ins Wettkampfge-

nische Versorgung gäbe als für die restlichen Bürger.

schehen gehört, nennt sich Rehabilitation. Es handelt sich hier Nehmen wir zum Beispiel die Verletzung von Tranquillo Barnetta

um ein ganz komplexes Unternehmen, in dem Medizin, Psycho-

während dem Trainingslager der Schweizer Fussball-National-

logie und Trainingslehre sich ergänzen, aber auch unterstützen

mannschaft zur Vorbereitung auf die EURO 08. Kaum hatte der

müssen. Der verletzte Sportler, meist ein sensibler Mensch, muss

Spieler die Verletzung erlitten, standen Ärzte und Physiothera-

darin bestärkt werden, auf realistische Art und Weise, dass sei-

peuten augenblicklich zur Verfügung, die immer hochgepriesene

ne Verletzung wieder verheilt, die medizinische Betreuung muss

Erstversorgung wurde innerhalb von Minuten gewährleistet, die

engmaschig sein, aber auch im Rahmen der wirtschaftlichen

optimalsten Abklärungsmöglichkeiten (Röntgen, MRI) wurden

Möglichkeiten des Athleten und selbstverständlich unter strengs-

noch am selben Tag durchgeführt, sämtliche Behandlungsmög-

ter Berücksichtigung der ethischen Grundsätze des Sportlers.

lichkeiten, die es bei Sprunggelenksverstauchungen gibt, wurden

Die Erhaltung der Kondition, der Form muss aber auch im Zen-

mehrmals täglich unter strengster fachlicher Kontrolle angewandt.

trum der Ziele des Rehabilitations-Teams stehen und es sollen

Wer sonst kann sich eine solche Betreuung leisten? Kommen wir

Trainingsformen angewandt werden, die den verletzten Körper-

also zu den anfangs gestellten Fragen zurück: Es darf behaup-

teil nicht nachteilig strapazieren. Gegen Ende der Rehabilitation

tet werden, dass Leistungssportler tatsächlich eine viel bessere

muss ebenfalls der Begleitung des Sportlers von der Arztpraxis

Betreuung geniessen als normale Patienten. Allerdings muss hier

oder der Physiotherapie auf den Sportplatz viel Beachtung ge-

betont werden, dass solche Betreuungen nur für eine ganz kleine

schenkt werden; gerade dieser Übergang erweist sich oft als ge-

Elite reserviert sind, viele ambitionierte Sportler, die hart und se-

fährlich und anfällig für Rückfälle.

riös trainieren, können von solchen Behandlungen nur träumen. Aber auch die psychologische Verarbeitung einer Verletzung ein

Und somit ist die Begleitung eines Sportlers nach Verletzungen

wichtiger Bestandteil einer vollständigen Heilung und eine absolu-

ein sehr spannendes Unternehmen für alle Beteiligten.

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Mongolei

Das Land Chinggis Khaans Keine Zäune, keine Hochspannungsmasten, keine Strassen. Die Mongolei fasziniert durch ihre raue Natur und spröde Schönheit.

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«Unglück und Zerstörung sind nicht das Ende. Wenn das Gras vom Steppenfeuer verbrannt ist, spriesst es immer jeden Sommer neu.» Mongolische Weisheit

von Yvonne Beck

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ei den Nachfahren Chinggis Khaans begrenzen keine Zäune die weidenden Viehherden, auch die Flüsse mäandern noch völlig ungehindert zwischen den Hügeln. Wichtigstes Transportmittel sind weiterhin Pferde und Kamele und die Menschen sind in traditionelle «deel», die mongolischen Mäntel, gehüllt. In der Mongolei ist sie noch zu finden, die ungestörte und noch weitgehend intakte Natur. Eine Welt zwischen hohen Bergen, trockener Wüste, ursprünglichen Wäldern, einem scheinbar ewig blauen Himmel, frischer Luft und klarem Wasser.

Faszination der menschenleeren Weite Die Taiga mit grossen zusammenhängenden Wäldern, eine Steppenlandschaft mit einer nicht enden wollenden Weite an Grasland und schliesslich die Wüste in ihrer spröden Schönheit teilen das riesige Land in verschiedene Klima- und Vegetationszonen. Durch die Mongolei ziehen sich Gebirge, Flüsse und Seen und vergrössern den ungeheuren Reiz der Landschaft noch Ein weites Land, etwa 40-mal so gross wie die Schweiz, mit nur 2,5 Millionen Einwohnern. Hunderttausende Quadratkilometer unberührter Natur, die für Europäer fremde wie faszinierende Kultur der Steppennomaden, deren berühmte Gastfreundlichkeit, urtümlicher Kehlkopfgesang zur Melodie der klassischen «Pferdekopfgeige» und ein stolzes Volk mit langer Tradition – dafür steht die Mongolei. Zu entdecken gibt es so vieles. Nach langen, manchmal auch anstrengenden Fahrten durch einzigartige, völlig unberührte Natur und Begegnung mit einer uns fremden Kultur wird man reichlich belohnt: Wildpferde im Nationalpark Hustain Nuruu, die gigantischen Sanddünen Mongol els, der riesige Huvsgul-See, Bruder des weltberühmten Baikalsees, der zweitgrösste Süsswassersee mit seinem klarem Wasser und Fischreichtum, Wildschafe und

-steinböcke und ewiges Eis der Gletscher in der Geier-Schlucht Yolyn Am am Rande der Gobi, das Orkhon-Tal mit der historischen Hauptstadt Khara Khorum, Adler und Schneeleoparden im AltaiGebirge, das prächtige buddhistische Kloster Gandan und zahlreiche nationale touristische Highlights wie Naadam-Fest, Yak Festival, Hunting with Eagle Festival machen das Reich von Chinggis Khaan und seinen Nachkommen zu einem einzigartigen Reiseziel.

Zwischen Adlerjagd und Yak Unterwegs durch die Mongolei wird man immer wieder auf Tiere treffen. Schon das mongolische Staatswappen zeigt deutlich, was im Mittelpunkt des Lebens der Mongolen steht: das Pferd. Etwa 2,5 Millionen Pferde ziehen in grossen Herden über die Steppe. Damit kommt auf jeden Mongolen ein Tier. Das Stockmass der mongolischen Pferde reicht selten über 1,40 Meter, sie ähneln eher einem Islandpony. Die Tiere können auch im Winter draussen überleben und scharren unter der dünnen Schneeschicht die Grasnarbe frei. Ebenso viele Rinder wie Pferde leben in den mongolischen Steppen. Auch sie bleiben praktisch das ganze Jahr im Freien. Das ursprünglichste Nutztier ist jedoch zweifellos der Yak, das asiatische Hochgebirgsrind. Sein dichtes langes Haarkleid bedeckt den ganzen Körper und berührt auf der Bauchseite fast den Boden. Damit überlebt der Yak Temperaturen bis zu minus 50 Grad Celsius. Die Tiere werden als Transport- oder Reittiere für die Gebirgsregionen mit steilen Hängen verwendet. Ein ausgewachsener Ochse kann mit etwa 60 Kilogramm Gepäck 25 Kilometer am Tag zurücklegen. Übrigens leben in der Mongolei auch weltweit die meisten Kamele. Für die Nomaden ist das Kamel, das zusätzlich zur Wollund Milchproduktion sehr ausdauernd mit 220 bis 240 Kilogramm Gepäck 30 bis 40 Kilometer am Tag zurücklegen kann, ein ideales Nutztier.

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Anfang des Sommers brechen viele Bewohner des Landes in die Berge auf, um nach Adlerhorsten zu suchen und Tiere zum Abrichten für die Jagd zu fangen. Wegen ihrer besonderen Kraft und Ausdauer werden weibliche Vögel bevorzugt. Sie wiegen dreimal so viel wie männliche und werden 3,5 bis 6,5 Kilogramm schwer bei einer Spannweite der Flügel von 2,5 bis 3 Meter. Die jungen Steinadler werden mit wenigen Monaten aus dem Nest geholt, langsam an Handfütterung durch den Menschen gewöhnt und zur Jagd abgerichtet. Es ist auch Tradition, die Tiere – die ein Alter von 50 Jahren erreichen können – nach zehn Jahren im Dienst des Jägers wieder freizulassen. Der Steinadler gleitet mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 Kilometer in der Stunde durch die Luft, greift aber mit 100 bis 150 Meter in der Sekunde auch grössere Tiere an.

Leben im Einklang mit der Natur Für die Nomaden ist es seit jeher von existentieller Bedeutung, den Lebensraum zu bewahren, und so ist es in ihrem Bewusstsein verankert, ressourcenschonend mit der Natur umzugehen. Sie verehren Berge, Pässe, Quellen und Bäume als besonders heilig. Dieser Respekt vor der Natur wird bis heute durch das «khadag» – ein blaues heiliges Tuch – zum Ausdruck gebracht, das auf einem Pass oder einem Baum befestigt wird. Naturschutz im Sinne von Artenschutz hat in der Mongolei eine lange

Tradition. Schon früh sollte der ökologisch empfindliche Lebensraum geschützt werden. Seit den Zeiten Chingghis Khaans sind Jagd- und Schonzeiten für Tiere bekannt, Wasser durften nicht verunreinigt werden und Pflanzen mussten vor dem Pflücken erst ihre Samen an den Boden abgeben.

Willkommen bei den Nomaden Nomaden reisen mit leichtem Gepäck. Entsprechend mobil ist selbst die Architektur – über Jahrhunderte wurde die Jurte perfektioniert, schnell auf- und abbaubar. Diese zeltähnlichen Behausungen werden stets so aufgestellt, dass die Tür nach Süden zeigt. Aus dieser Richtung nähert man sich auch, das heisst so, dass der Hausherr den Reisenden schon von weitem sehen kann. Jede Jurte steht Besuchern offen, allerdings sollte man bereits von ferne sein Kommen durch Rufen anmelden, denn die mongolischen Hütehunde, wegen ihrer Flecken unter dem Auge auch als VierAugen-Hunde bekannt, sind über die Riten der Gastfreundschaft keineswegs immer informiert. Man sollte beim Betreten der Jurte auch vermeiden, auf die Schwelle zu treten, da die Schutzgeister dadurch aufgeschreckt werden und böse Dämonen das Innere der Jurte erreichen können. Kein Besuch bei einer Hirtenfamilie ist denkbar, ohne dass «buzz», mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen, in grosser Menge auf dem Ofen zubereitet werden, eine Nudelsuppe oder zumindest ein traditioneller Milchtee gereicht wird.

Adlerjäger mit Steinadler

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«Wer ein Pferd hat und läuft, ist selbst schuld.» Mongolisches Sprichwort

Wer seine Einrichtung alle paar Wochen komplett zusammenpackt, um zu einem neuen Weidegrund zu ziehen, muss sich beschränken. Die traditionelle Kunst der Mongolen ist daher in erster Linie auf nützlichen Hausrat beschränkt. Aufwendig werden kleine Haushaltsgegenstände gearbeitet: auf Wurzelholz getriebene Silberschalen, prunkvolle Messer, die am Gürtel baumeln, und feinste Schnupftabakflaschen, die jeder mongolische Mann aus den Tiefen seines Mantels fischen kann. Kunstsinn und Prestigebedürfnis richten sich seit jeher auch auf Reit- und Zaumzeug, Waffen und Frauenschmuck. Hinzu kommen Filze, Applikationen sowie Rollbilder mit Motiven aus dem Buddhismus. Die Mongolei ist eine faszinierende und gastfreundliche Destination, einzig Vegetarier werden es auf der Reise nicht leicht haben, denn Hammelfleisch ist der Eckpfeiler der mongolischen Küche, die keinerlei Scheu vor Fett hat. Auch fleischgefüllte Teigtaschen kommen in allen Variationen auf den Tisch und als Absacker gerne einen Milchschnaps hinterher. Der Grund dafür ist relativ simpel: Nomaden bauen kein Gemüse an. Vegetarier auf Reisen könnten daher kaum ein schlechteres Ziel wählen als die Mongolei, denn kurz hinter Ulaanbaatar beginnt die gemüsefreie Zone. Für alle anderen eröffnet sich hier vielleicht eins der letzten Abenteuer der Welt – die unbeschreibliche Weite Mongolias!

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Schiedsrichter bei den traditionellen mongolischen K채mpfen am Moon-Sum-Festival, welches j채hrlich zu Ehren der Stadt veranstaltet wird.

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Neue Wasserwelten

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Sich unter Wasser entspannen oder unter Wasser tanzen. Beides ist auf den Malediven ab diesem Jahr möglich. Auf den Inseln Huvafen Fushi und Niyama befinden sich nämlich nicht nur spektakuläre Resorts. Mit einem Unterwasser-Spa und einem Unterwasser-Club bieten die beiden Hotels auch einmalige Attraktionen in faszinierender Umgebung.

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von Yvonne Beck

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in Inselparadies pflegt von Natur aus eine besondere Beziehung zum Wasser, schliesslich ist es davon umgeben. Besonders in architektonischer Hinsicht stellen Resorts und Hotels an solchen Orten immer wieder aufs Neue unter Beweis, welche aussergewöhnlichen Möglichkeiten sich aus der Wassernähe ergeben. Zwei, die dies zurzeit auf ganz eindrückliche Weise tun, sind die Malediven-Inseln Huvafen Fushi und Niyama.

Wellness down under Die dichtbewachsene Insel Huvafen Fushi ist gerade mal 100 auf 350 Meter gross. Ein relativ kleiner Flecken Paradies und doch ein ganz besonderer. Huvafen Fushi verfügt nämlich als einzige der rund 100 für touristische Zwecke genutzten Inseln der Malediven über ein Spa, das Behandlungsräume über sowie unter dem Wasser besitzt. Während viele der Insel-Resorts also Massagen am Strand oder auf Decks über dem Wasser anbieten, tauchen Gäste auf Huvafen Fushi im übertragenen Sinne in eine Wellnesswelt ein, die ihresgleichen sucht. Über einen Steg gelangen die Besucherinnen und Besucher des «Huvafen Fushi» zum LIME-Spa, das sich draussen im Indischen Ozean befindet. In nächster Nähe zu den Meeresbewohnern verbringen Gäste hier ihren Wellnessaufenthalt und geniessen ihre Treatments. «Das LIME wurde von seinen Architekten als sehr aussergewöhnliches Spa konzipiert», sagt

Judith Kistler, Produkteverantwortliche für die Malediven bei Manta Reisen. «Mit seiner Lage unter Wasser bietet es ein wahrhaftig einzigartiges Erlebnis.» Entspannende Umgebung Zwei Behandlungsräume und ein Entspannungsraum des Spa befinden sich unter der Wasseroberfläche und werden durch einen mit wechselnden Lichtern versehenen Durchgang erreicht. Die Lichtspiele, die bereits beim Hinabsteigen zu erleben sind, sollen erste Indizien für die sinnliche Erfahrung sein, welche die Gäste erwartet. In den Räumlichkeiten unter Wasser befinden sich Schiebewände, die geöffnet den Blick auf den Indischen Ozean freigeben. Näher können Gäste der faszinierenden Unterwasserwelt nicht kommen, während sie sich gleichzeitig ihrer vollkommenen Entspannung widmen. Mögen Gäste allerdings lieber eine intimere Atmosphäre, können die Schiebewände auch geschlossen werden. Das Innere der Unterwasserräume widerspiegelt zudem in Form und Farbe die Welt auf der anderen Seite der Fenster, so wurde der Boden etwa mit kleinen, blauen Fliesen ausgelegt, und die organischen Formen der Räume sollen eine Einheit mit den natürlichen Formen des Ozeans bilden. Die Herausforderung und auch das Ziel der Gestaltung des Spa waren es, einen atemberaubenden Raum zu kreieren, der das Hauptaugenmerk auf die Unterwasserwelt wirft und das

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Licht entsprechend filtert. Die Einrichtung des LIME wird nun der friedlichen Ausstrahlung des Ozeans vollkommen gerecht. Dem Wasser ganz nah können Gäste auf Huvafen Fushi aber auch bei anderen Gelegenheiten kommen, etwa beim Tauchen im nahegelegenen Nordmale-Atoll, das bei den Tauchlehrern der Resort-eigenen Tauchschule FLOAT gut bekannt ist. Wassernähe wird aber auch in und um die Zimmer geboten. 44 davon gibt es, die am Strand oder auf Stelzen über dem Ozean angelegt wurden. Alle Bungalows der Anlage verfügen jeweils über einen eigenen Pool. Zudem können luxuriöse Dhoni, das traditionelle Transportmittel der Malediven, für Ausflüge gemietet werden. Tanzen bei den Fischen Ebenfalls eine aussergewöhnliche Attraktion über und unter Wasser bietet das brandneue Malediven-Resort Niyama, welches im Laufe des März eröffnet wurde. Genau genommen befindet sich diese Attraktion aber nicht auf der Insel selbst, sondern 500 Meter davor auf offenem Meer. Von der Insel aus scheinbar schwebend befindet sich ein Restaurant mit Lounge auf einer Holzkonstruktion. Acht Meter darunter wird getanzt: Mit dem «Subsix» befindet sich dort nämlich der allererste Unterwasser-Musikclub der Malediven. Umgeben von der Welt unter der Oberfläche können sich Gäste zu ihren Lieblingsrhythmen bewegen und dem Lichtspiel um die Tanzfläche folgen. Im

Unterwasser-Club werden Künstler aus aller Welt live ihre Songs zum Besten geben. Zu erreichen sind Restaurant und Club vor Niyama nur auf eine Weise, mit dem Boot. Beach-, Water- und Ocean-Studios erlauben es auch im neuen Resort, bereits beim Übernachten dem Wasser ganz nahe zu sein. «Die Entstehung des Unterwasser-Spa sowie des Unterwasser-Clubs im Indischen Ozean ist Beweis dafür, dass die Faszination der Unterwasserwelt ungebrochen ist», sagt Judith Kistler. «Ist es noch immer hauptsächlich das Tauchen und Schnorcheln, welches es Gästen erlaubt, möglichst nahe an Bewohner und Pflanzen unter Wasser zu kommen, bieten diese Einrichtungen eine ganz neue Möglichkeit, diese faszinierende Welt zu erleben.»

Reisen zu den Resorts auf Huvafen Fushi und Niyama können bei Manta Reisen, dem Spezialisten für die Malediven und den Indischen Ozean, gebucht werden. 1979 gegründet, war Manta Reisen der erste Schweizer Veranstalter für Tauchferien – heute umfasst das Angebot über 400 Seiten. Informationen zu den beiden Resorts sowie weiteren Angeboten gibt es unter www.manta.ch

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Lasset die Spiele beginnen

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Das Jahr 2012 ist das Jahr der Olympischen Spiele in London. Doch auch f端r alle, die keine Karten ergattert haben, gibt es in der Stadt jede Menge zu erleben.

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von Yvonne Beck

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wischen dem 27. Juli und dem 12. August 2012 schaut die Welt nach London, dem Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. Athleten aus 26 verschiedenen Sportarten haben sich jahrelang darauf vorbereitet und werden um die begehrten Medaillen kämpfen. London ist die erste Stadt, die zum dritten Mal Gastgeber sein wird; bereits 1908 und 1948 wurden hier die Olympischen Sommerspiele ausgetragen. Doch auch abseits des sportlichen Grossereignisses hat die Stadt jede Menge zu bieten. So finden unter dem Motto «Join the Cultural Olympiad» zahlreiche Veranstaltungen wie Tanz, Theater, Comedy und Musik im Freien statt. Museen und Galerien beteiligen sich mit Ausstellungen und Vernissagen.

Eine Stadt der Gegensätze London ist die Stadt der Kontraste: Die reiche kulturelle Vergangenheit trifft hier auf eine lebhafte, moderne Gegenwart. Die Metropole ist einerseits grossartig, kosmopolitisch und weltoffen, andrerseits provinziell, geradezu dörflich. Weltbürger auf der einen, Spiessbürger auf der anderen Seite. Reich und Arm leben nie weit voneinander entfernt. Staunt man gerade noch über blank geputzte Bentleys und Rolls-Royce vor herrschaftlichen Häusern, findet man sich wenig später in einem Stadtteil wieder, wo viele Menschen ihr Heim auf «Pappkartons» aufgeschlagen haben. Zudem besitzt die Stadt ein einzigartiges multikulturelles Leben. Zwei Fünftel der Stadtbevölkerung sind ethnische Minderheiten, und mehr als 300 Sprachen werden in London gesprochen. Neben den in der ganzen Welt bekannten Sehenswürdigkeiten wie Big Ben oder Tower Bridge, den roten Doppeldeckerbussen und Black Cabs, den Bärenfellmützen der Gardeoffiziere und Museen von Weltklasse bietet London ein derart grosses Angebot an Abendunterhaltung, dass man sich kaum entscheiden kann: Geht man in das kleine Pubtheater, ins Musical oder lieber ins renommierte Opernhaus? Zahllose Kinos, Theater und Konzerthallen locken mit klassischen oder modernen Produktionen. Auch Shopaholics fühlen sich in London wie im siebten Himmel. Ausser weltbekannten Kaufhäusern und noblen Boutiquen gibt es überall quirlige Flohmärkte und Antiquitätenmärkte. Kurz: London ist eine Stadt, die sich ständig verändert und doch fest in alten Traditionen verankert ist. So existieren Altes und Neues in friedlicher Koexistenz nebeneinander. Eine Stadt, die nie langweilig wird. Und auch verhungern muss man hier nicht, denn die britische Küche ist viel besser als ihr alter Ruf.

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City Hall und Tower Bridge

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«Wenn ein Mann müde an London wird, ist er müde am Leben, denn es gibt in London alles, was das Leben bieten kann.» Samuel Johnson

Von wegen nur Fish & Chips Auswahl und Qualität der Londoner Restaurants sind besser denn je. Was man früher unter englischer Küche verstand – Fish & Chips, Steak & Kidney Pie, Sausage & Mash –, kann man natürlich immer noch vielerorts bestellen. Heute jedoch ist London eine der kulinarischen Hauptstädte, fast täglich werden neue Restaurants eröffnet. Die multikulturelle Gesellschaft, die das Leben bestimmt, spiegelt sich in den Küchen der Restaurants wider. So findet man hier Lokale aus der ganzen Welt. Die indische Küche ist ein besonderer Fall, denn Curries gelten schon fast als Nationalspeise und indische Restaurants gibt es in jedem Stadtteil. Als Trendsetter gelten die Modern British- oder sogenannten Fusion-Restaurants, die einen Mix aus weltweiten Spezialitäten bieten. Entscheidendes Kriterium dieser neuen Restaurants ist, dass sie nicht nur kulinarische Spitzenqualität bieten, sondern sich auch durch Stil und Ambiente auszeichnen. Ein halbes Dutzend Starköche sowie die bis ins kleinste Detail durchgestylten Restaurants und schicken Bars setzen die gastronomischen Standards der Hauptstadt. Und so gibt es in der brodelnden Metropole inzwischen mehr Michelinbesternte Restaurants als in Paris.

Die Superstars der Küche Die Superköche und ihre Gourmettempel, aber auch bodenständigere Exemplare experimentierfreudiger Küchenchefs sind zu Medienstars avanciert wie der sensationell erfolgreiche Jamie Oliver. Trendige Chefs schnipseln und würzen, garen und wokken an einer kreativen Crossover-Küche, die Asien, Orient und Europa in einem Topf vereint. Auch die heimische Küche

ist neugeboren: Mit besten regionalen Produkten werden neue Geschmackserlebnisse präsentiert. Einer der Vorreiter war der Style-Guru und Gastro-Entrepreneur Terence Conran, der mit mehreren Restaurants und Gourmet-Markets Geschmack und Stil mitgeprägt hat. So bietet er zum Beispiel im «Michelin House» unter einem Dach eine Austernbar, ein französisch inspiriertes Bistro, ein feines Restaurant sowie einen Lebensmittelmarkt und Küchenshop an; in der City lässt sich im noblen «Coq d’Argent» das hektische Treiben ringsum vom spektakulären Zen-Dachgarten betrachten. Und sein «Mezzo» in Soho hat den Trend zu grossen glamourösen Speisesälen mit offenen Küchentresen angekickt. Der Sternekoch Gordon Ramsay besitzt mehrere Restaurants, unter anderen wird der beliebte «People’s Palace» in der Festival Hall von ihm geführt; der Name bezieht sich auf fünfzehn Ausbildungsplätze, mit denen der Medienliebling bislang arbeitslosen Jugendlichen eine Ausbildung zum Koch anbietet. Diese Lust, qualitätvoll zu kochen, hat auch die traditionelle britische Küche wieder verjüngt und veredelt. So ist etwa die lang vernachlässigte Tradition der guten und vielfältigen Fischküche wiederauferstanden: Die Restaurants fish! und Livebait sind mit mehreren Filialen in London vertreten und haben einen enormen Zulauf. Einzig Jamie Olivers Projekt «Brokkoli statt Burger», mit dem er das Fast-Food-Essen in den Schulen verbessern wollte, scheiterte am Einspruch der Mütter, deren Kinder sich dem neuen gesunden Essen schlicht verweigerten. Ansonsten ist «Eating out» in London längst chic und überwältigend vielfältig.

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Trendy Fashionwelt Doch nicht nur Essen macht in London Spass, auch die Fashionszene ist hip und cool, traditionell und jung zugleich. Fashion ist ein grosses Thema in England. Die Boutiquen und Klamottenläden in jeder High Street quer durchs Land greifen die neusten Trends sofort auf. London, das meint auch immer Streetfashion, das was auf der Strasse getragen wird – unkonventionell zusammengestellt, witzig, selbstbewusst und neu. Schon Mary Quant, Twiggy und andere revolutionierten hier die Modewelt. Vivienne Westwood, die noch heute unkonventionelle Grande Dame der Haute Couture, provozierte und schockierte in ihrem ersten Laden in der King's Road. Die britischen Klassiker wie Burberry, Pringle Scotland oder Barbour verjüngten sich auf spektakuläre Weise und wurden zu trendigen Top-Labels. Und auch in der Riege der klassischen Herrenschneider gibt es immer Persönlichkeiten, die alles etwas anders machen. So etwa die modernen Klassiker des Paul Smith oder Oswald Boateng. Zudem gibt es hunderte von kleinen Boutiquen und Modestudios, die in den Seitenstrassen rund um Harrods in Knightbridge, wie in Beachamp Place, in Hampstead, in der King’s Road, in Islington rund um den Camden Lock individuell entworfene Mode von hochpreisig bis Schnäppchen präsentieren. Höhepunkt der Fashionszene ist die zweimal im Jahr stattfindende London Fashion Week. Neben den Schauen der bekannten Namen sind auch immer Neustarter dabei.

«In London ist die Mode eine Pflicht, in Paris ein Vergnügen.» Maurice Chevalier

Kuriositätenkabinett Das Sir John Soane's Museum ist ein Wohnhaus mit knarzenden Dielen, bis zur Decke voll mit Skulpturen, Medaillen, Kuriositäten. Diese Schatzkammer ist das Resultat der Sammelleidenschaft von Sir John Soane (1753–1837). Der Maurersohn und Architekt der Bank of England verfügte, dass nach seinem Tod nichts verändert werden durfte. So blieben ein 3000-jähriger ägyptischer Sarkophag, römische Urnen, William Hogarths berühmter Bilderzyklus «The Rake's Progress» sowie das Marmorgrab von Soanes Lieblingshund. www.soane.org

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ÂŤIch habe das MerkwĂźrdigste gesehen, was die Welt dem staunenden Geiste zeigen kann, ich habe es gesehen und staune noch immer ... ich spreche von London.Âť Heinrich Heine

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Places to see St채tte mit Geschichte

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Grossbritanniens Steinkreis Ist es ein Tempel oder ein Friedhof? Die 端ber 5000 Jahre alten Monolithen von Stonehenge bleiben ein Mythos. Stonehenge wurde in der Jungsteinzeit begr端ndet und mindestens bis in die Bronzezeit aktiv benutzt. Um die geheimnisvolle Kultst辰tte ranken sich viele Sagen und Legenden. Lange wurde das gigantische Bauwerk den Druiden zugeschrieben. Oft wird Stonehenge auch mit der Artussage in Verbindung gebracht. Heutzutage ist es nur noch zur Sonnenwende erlaubt, zwischen den Steinen durchzulaufen und sie zu ber端hren.

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Chinas Terrakotta-Armee Im Jahr 1974 stiessen Bauern in der Provinz Shaanxi beim Graben eines Brunnens auf die Grabanlage des chinesischen Kaisers Qin Shi Hang Di mit tausenden von Terrakotta-Kriegern. Jeder dieser durchschnittlich 1,80 Meter grossen Soldaten besteht aus gebranntem Ton und ist aufgrund von Gesicht, Frisur, Kleidung, Haltung und Mimik einzigartig. Qin Shi Hang Di besch채ftigte zu seiner Regierungszeit etwa 700 000 K체nstler, Architekten und Zwangsarbeiter, um diese immense Anlage als sein Grabmal errichten zu lassen.

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Geheimnisvoller Tempel Mitten im Dschungel Indonesiens liegt die Tempelanlage Borobudur, welche mit neun pyramidenförmigen Stockwerken die grösste buddhistische Anlage ihrer Art ist. Die kolossale Pyramide befindet sich 40 Kilometer nordwestlich von Yogyakarta auf der Insel Java in Indonesien. Borobudur ist nicht nur ein einzigartiges religiöses Denkmal, sondern auch eine wichtige Quelle für Informationen zur javanischen Geschichte. Die dargestellten Personen, ihre Kleidung, Häuser, Wagen, Schiffe, Geräte, Instrumente, Tänze et cetera zeigen das höfische und bäuerliche Leben im Java des 9. Jahrhunderts, wie es sonst nirgends dokumentiert ist.

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Die Klagemauer Jerusalems Mauer des Betens und Klagens wird von Juden «westliche Mauer» oder einfach nur «Kotel» genannt, da sie die Westmauer der Tempelanlage war und nicht primär ein Ort der Klage ist. Täglich besuchen viele Menschen die Klagemauer, um zu beten. Die Mauer stellt für viele Juden ein Symbol für den ewigen, bestehenden Bund Gottes mit seinem Volk dar. Viele stecken auch aufgeschriebene Gebete in die Ritzen und Spalten der Mauer. Die Gebetszettel an der Klagemauer werden regelmässig eingesammelt, um Platz für neue Gebetszettel zu schaffen. Da sie Bibelverse enthalten können, werden sie wie nicht mehr verwendete Bibeltexte auf dem Ölberg nach jüdischem Brauch begraben.

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Amerikas Nationaldenkmal In 15 Jahren Bauzeit entstand am Mount Rushmore in den Black Hills ein Monument, das Süd Dakota berühmt machte: «Der Schrein der Demokratie», die gigantischen Felsenportraits amerikanischer Präsidenten. Im Einzelnen sind dies: George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt. Die vier Präsidenten, die hier verewigt sind, haben alle wesentlich zur Demokratie, wie sie in der Verfassung der Vereinigten Staaten festgelegt ist, beigetragen.

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EVENTS

ASMALLWORLD Charity Weekend in Gstaad Es ist eine kleine Welt, eine Elite-Community, zu der Meinungsführer aus Wirtschaft, Kultur, Sport und Politik gehören. Im Dezember trafen sich die Mitglieder zum 2. ASMALLWORLD Season Opening in Gstaad.

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von Yvonne Beck, Fotos: photoeye

er Schweizer Unternehmer Patrick Liotard-Vogt und Oscargewinner Adrien Brody luden zum 2. ASMALLWORLD Season Opening im Hotel Gstaad Palace ein. Rund 150 nationale und internationale Gäste folgten trotz starker Schneefälle der Einladung. Unter anderen reisten Liliana Matthäus, Jubaira Bachmann, Bianca Bauer und Luca Ruch ins verschneite Berner Oberland, um sich gemeinsam für die Somaly Mam Foundation stark zu machen. ASMALLWORLD wurde als erstes soziales Netzwerk im Jahre 2004 gegründet und zählt nach heutigem Stand 700 000 Mitglieder aus über 200 Ländern. Die Elite-Community gewährt nur Personen Einlass, welche von Mitgliedern empfohlen und eingeladen worden sind, wobei nur eine geringe Anzahl zu diesem Privileg kommt.

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EVENTS

Elitetreffen mit Alpenchic In vorweihnachtlicher Atmosphäre wurden die angereisten Gäste am Freitagabend am Chairman’s Apéro auf ein erlebnisreiches Wochenende eingestimmt. Mit einer charmanten und sympathischen Rede auf dem Strohballen eröffnete Gastgeber Patrick Liotard-Vogt den Event und liess seine Gäste beim Dinner in Alpenchic-Romantik rasch den Alltag vergessen. Der geplante Lunch am Samstag im Bergrestaurant «Wasserngrat» auf 1900 Meter über Meer wurde wegen des Wetters kurzfristig nach Saanen in das «16 Art Bar Restaurant» verlegt. In einem originalen Saanerhaus konnte sich die Elite-Community in den verschiedenen Stuben beim traditionellen Schweizer Käsefondue angeregt austauschen. Während sich die einen danach für den erholsamen SPA-Aufenthalt im Hotel entschieden, genossen andere eine Shoppingto von Somaly Mam, selbst ein Opfer von sexueller Ausbeutung in jungen Jahren, gegründet. Dieser Schicksalsschlag ermutigte sie, sexuelle Ausbeutung und moderne Sklaverei von Kindern auf der ganzen Welt zu bekämpfen. Über zwei Millionen Kinder und Frauen werden weltweit in die Prostitution verkauft. In einer emotionalen Rede appellierte der Gastgeber mit einem Spendenaufruf für den guten Zweck. Die Anwesenden nahmen sich dies zu Herzen und kauften während des grossen Gala-Dinners grosszügig Tombolalose, um die Foundation zu unterstützen. Im Mitternachtspokerturnier wurde gleich weiter gesammelt und die Teilnehmer konnten sich gegen Gastgeber Patrick Liotard-Vogt

und Poker-Champion Daniel Studer behaupten. Mit dem überwältigenden Spendenbetrag von circa CHF 50 000.– supportet die ASMALLWORLD-Community die Somaly Mam Foundation und setzt damit ein Zeichen für deren Engagement. Zum Abschluss des vielseitigen Rahmenprogrammes feierten und tanzten die ASMALLWORLD-Gäste bis in die frühen Morgenstunden zu heissen Beats im hoteleigenen Club «GreenGo». Alles in allem erfreuten sich die ASMALLWORLD-Members eines entspannten Wochenendes in unkomplizierter, vertrauter Atmosphäre.

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«Mit dem Spendenbetrag von circa CHF 50 000.– setzt ASMALLWORLD Ein Zeichen.»


SCHLUSSWORT

Vorschau Volume 23

Verleger Francesco J. Ciringione Herausgeber Prestige Media AG

Auf den Spuren Gustav Klimts

Member of the Board Boris Jaeggi b.jaeggi@prestigemedia.ch

Art Director Julia Moos

In diesem Sommer jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag des berühmtesten Vertreters des Wiener Jugendstils: Gustav Klimt. Zu seinen Werken gehören Gemälde wie «Adele Bloch-Bauer» und «Der Kuss». Wir begeben uns auf die Spuren dieses aussergewöhnlichen Künstlers.

Sales & Marketing Director Elias Thaler e.thaler@prestigemedia.ch

Product Manager Beauty/Fashion Valeska Jansen v.jansen@prestigemedia.ch

Sales Virginie Vincent v.vincent@prestigemedia.ch REDAKTION Editor in Chief Yvonne Beck Reportagen Yvonne Beck, Adriano Cimarosti, Vera Dillier, Wilhelm J. Grusdat, Lone K. Halvorsen, Valeska Jansen, Peter J. Jenoure, Jascha Köhler, Nubya, Gabriel Palacios, Matthias Pfannmüller, Guido Tognoni, Helena Ugrenovic, Götz Winter, Dominique Zahnd News Yvonne Beck, Lone Halvorsen

Titelbild

Cornwall & Devon Die reetgedeckten Cottages aus «Magie der Liebe», der herrschaftliche Landsitz Mount Edgcumbe House aus «Eine besondere Liebe» und die in «Küste der Träume» gezeigte Landschaft Norddevons begeistern nicht nur Rosamunde-Pilcher-Fans. PRESTIGE stellt Ihnen zwei englische Grafschaften von einzigartiger Magie vor.

Fotos Acqua di Parma, Sophie Scharf, UGG Australia, Louis XIII, Offene Waadtländer Keller, Chivas Regal, Bob Grillson, Cardhu Distillery, Marc Newson, noblestyling.blogspot.com, Hästens, Vincent Callebaut Architectures, Kurt Hörbs. Nigel Young/Foster + Partners, Mari Tefre/ Global Crop Diversity Trus, Matteo Piazza, Nic Lehoux, JongOh Kim, Roland Halbe, Barton Willmore, Platsch AG, Eric Nehr for Christian Dior Parfums, Chloé, John Richmond, Salvatore Ferragamo Platsch AG, Jannes Linders, ABC, rollcallblog.blogspot.com, Collection Maniago, Maserati, Artycar, Chopard, Manta Reisen, photoeye, shutterstock.com

Lektor Andreas Probst Produktionsleitung Julia Moos SITZ Prestige Media AG Bösch 73 CH-6331 Hünenberg VERLAG/PRODUKTION Prestige Media AG Leimgrubenweg 4 CH-4053 Basel Telefon 0041 61 335 60 80 Telefax 0041 61 335 60 88 info@prestigemedia.ch www.prestigemedia.ch

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Erscheinungsweise vierteljährlich WEMF 2011/2012 – 22.162 Exemplare Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auszugsweise oder in Ausschnitten, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von Redaktion und Verlag jede Haftung abgelehnt.

Freuen Sie sich mit uns auf die im Juni 2012 erscheinende Ausgabe mit vielen spannenden Themen und Reportagen.

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