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zürich FRÜHLING : : 2019

ER R H Ü F S ÄFT T JETZT NEU! GESCHH IS ZURIC

GLENCHECK & PAISLEY AUF DEN LEIB GESCHNEIDERT

SPECIAL

ZÜRICH ALS MODEHAUPTSTADT

A & O CONCEPTS

ARBEITEN IN MÖBLIERTEN BÜROS

AIRPLUS INTERNATIONAL CASH IM HOTEL WAR GESTERN

DEAD OR ALIVE UNLIMITED AUFPUTSCHMITTEL AUS DER TASSE

MADE IN ZÜRICH

LOKALE IDENTITÄT STEIGERN

YVAN ZIMMERMANN SYNTAX ÜBERSETZUNGEN AG – WALLISER MIT STURM UND DRANG.


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INHALT

Maximum Wellbeing „Was bedeutet Luxus, wenn Sie keine Zeit haben, ihn zu geniessen?“ Maura Wasescha

Luxus bedeutet, sich nicht um Fragen des Luxus kümmern zu müssen. Sondern den perfekten Moment geniessen zu können. Im Kreise der Familie, mit Freunden. Völlig sorgenfrei, im Wissen, dass im Hintergrund ein Team bereit steht, das alle Wünsche erfüllt. Deshalb bietet Maura Wasescha nicht einfach exklusivste Immobilien zum Kauf oder zur Miete. Maura Wasescha bietet mehr. Sie bietet den perfekten Luxusservice. Damit die Magie des Momentes zum zeitlosen Genuss wird.

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2019


LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER «Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer» – das war jahrzehntelang der Slogan der Zigarettenmarke Marlboro, der Inbegriff von weitem Land, einem Hauch von John Wayne, von Route 66 und Easy Rider. Doch 2019 ist alles anders. Schluss mit lustig, nicht nur fürs genüssliche Ein- und Ausatmen von Nikotin. In den USA fahren vor allem die weiblichen Exponenten der Demokraten dem aufgekratzten präsidentiellen Republikaner-Elefanten im Washingtoner Porzellanladen vehement an den Karren. Eine schwedische 16-Jährige mit Pippi-Langstrumpf-Zöpfen animiert die Jugend der Welt zum kollektiven Schulschwänzer-Klimastreik, zu Verzicht auf Auto, Fleisch und Flugreisen. Wer einen Dieselmotor fährt, wird jeden Tag mit neuen Schreckensmeldungen und angedrohten Verboten konfrontiert. Und findet der gewiefte motorisierte Individualverkehrsteilnehmer dann doch seinen Weg durch Zürichs Einbahn-Labyrinthe und Baustellen, muss er höllisch auf der Hut sein – angesichts immer mehr Sackgassen, Tempo-30-Zonen und Radarblitzern, die einem das Leben unangenehm lieb und teuer machen. Zu den Rittern der Strasse gehören auch schwere Jungs und harte Mädels auf ihren knatternden Zweirad-Maschinen amerikanischer DNA. Harley-Davidson Motor Co. wurde 1903 in Milwaukee, Wisconsin, gegründet. Das Unternehmen ist einer der ältesten Motorradhersteller der Welt, der bis heute Motorräder produziert. 2018 geriet Harley-Davidson stark unter Druck: Hohe EU-Strafzölle sowie schwache Verkäufe im Heimmarkt schmälerten Umsatz und Gewinn. Die neuen jungen Wilden sind weniger für schwere Maschinen zu begeistern als die grau melierte, konservative Stammkundschaft. Im August rief Donald Trump zum Boykott der amerikanischen Industrie-Ikone auf, wegen geplanter Produktionsverlagerungen ins Ausland. Dieses Jahr geht Harley-Davidson von weltweit 220᾽000 verkauften Motorrädern aus, dem niedrigsten Wert seit acht Jahren. Und ob der neue, voll elektrifizierte Töff ohne archetypischen Freiheit-und-Abenteuer-Motorensound ausgerechnet der monetäre Heilsbringer ist, steht in den Biker-­Sternen. Entsprechend reagierte die Börse. Der Kurs fiel in den vergangenen zwölf Monaten um 30 Prozent. Doch ein Dietiker Familienunternehmen trotzt dem weltweiten Abwärtstrend: Harley-­Heaven Bächli verkaufte auch 2018 am meisten Harley-Davidson-­ Maschinen in der Schweiz. Seine spektakulären Customizing-Feuerstühle werden weit über die Landesgrenzen geliefert. Vergangenen Oktober expandierten die Bächlis. Sie übernahmen Harley-Davidson Zürich. Trotz harter Marktbedingungen ist demnach erfolgreiches Business möglich. Der «American Dream made in Switzerland» – Leidenschaft, Präzision, Innovation und top Kundenservice, porträtiert in der vorliegenden «ZürichRUNDSCHAU»-Ausgabe. Unser Team wünscht Ihnen viel Lesevergnügen, dass Sie mit helvetischen Qualitätsfaktoren ebenso in Ihrem Business beschwingt in den Frühling durchstarten, den ureigenen Traum von Freiheit und Abenteuer leben.

Mark Seeholzer Chefredaktor

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INHALT

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INHALT HIGHLIGHT

AUGEN GLATTZENTRUM Mit klarem Blick

SYNTAX ÜBERSETZUNGEN Walliser mit Sturm und Drang

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Harley-Heaven Bächli, Dietikon Himmelstürmer auf zwei Rädern

STYLE

AUS- & WEITERBILDUNG MEHR AGILITÄT FÜR UNTERNEHMEN 12 Agile Coaches finden und ausbilden IFA WEITERBILDUNG Wettbewerbsvorteile durch Talentmanagement

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STS SCHWEIZERISCHE TREUHÄNDER SCHULE Bedürfnisse von KMU-Treuhändern

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BAUEN & WOHNEN

GLENCHECK & PAISLEY Auf den Leib geschneidert

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NACHHALTIGES WOHNEN 58 UND ARBEITEN Greencity & die 2000-Watt-Gesellschaft

THATSUITS 40 Der erste Eindruck zählt 42

SUTER & CO. PERSONAL TAILORS Wenn Mode kommuniziert

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BEAUTY & GESUNDHEIT

HADODO TEXTILPFLEGE  UND SCHNEIDEREI Professionelles handwerk durch Generationen

VOLKSGESUNDHEIT 24 Wichtige Ernährungsfragen

COLLIN SUITING Von Thailand nach Zürich

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FRÜHLING : : 2019

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ZÜRICH ALS MODEHAUPTSTADT Vom Scheitel bis zur Sohle

JUCAN TAILOR-MADE Individualität nach Mass

SBS SWISS BUSINESS SCHOOL 20 Mit einem MBA zum Erfolg

MOBILITÄT

BEL INTÉRIEUR INNEN- DEKORATIONEN & INNENAUSBAU Mit Liebe zu textilen Stoffen

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SBB IMMOBILIEN 66 Arbeiten am Bahnhof Zürich Oerlikon A&O CONCEPTS Arbeiten in repräsentativen und möbilierten Büros

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ZWEIFEL GARTENBAU Inspirationen für den Sommer

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GIARDINA 2019 Der schönste Ort im eigenen Garten

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INHALT SILVEDES 76 Terrassen planen und visualisieren SCHÖNER WOHNEN Sieben Einrichtungstipps für das Wohnzimmer

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BUSINESS

MATTLI ANTONIUSHAUS 98 Das etwas andere Seminarzentrum

DEAD OR ALIVE UNLIMITED Aufputschmittel aus der Tasse

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BUSINESS BROKER 100 Erfolgreich die Nachfolge regeln

BEST OF SWISS GASTRO Sonne auf dem Teller

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MADE IN ZÜRICH Lokale Identität steigern

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KOLUMNEN

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DIGITALE SCHWEIZ Das Land auf Kurs bringen

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ZÜRCHER WERTE Anachronismus oder Leitbild für die Zukunft?

AIRPLUS INTERNATIONAL Cash im Hotel war gestern

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SPORT & FREIZEIT

SMART BUSINESS DAY 88 Rebellen an die Macht!

DAVID GYM ZH-WEST, JENS KRULL 110 BOXING, FITNESSPARK PULS 5 Die Fitnesstempel von Zürich-West

BUSINESS TRANSACTION 92 Der Wert des Unternehmens

SOY DE CUBA Kubanische Klänge in Zürich

HOTELBOOKER.CH 94 Die Meetingplanerinnen

KULINARIK

TAGEN IN DEN BERGEN 96 Ortswechsel macht Sinn

GETRÄNKEMARKT 118 Craft Beer in aller Munde

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URS R. BÄRTSCHI JEAN D. PLACY CLAUDIA SPALINGER MARCO TORNAROLLI M. SC ANDREAS BRESCHAN RAHO BORNHORST

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HIGHLIGHT

Yvan Zimmermann ist CEO und Mitinhaber der Syntax Übersetzungen AG.

SYNTAX ÜBERSETZUNGEN AG

WALLISER MIT STURM UND DRANG SO UNERBITTLICH UND FIX, WIE ER IM SCHWEIZER SPITZENEISHOCKEY MIT VISP, SIDERS UND LA-CHAUX-DE-FONDS DIE GEGNERISCHEN VERTEIDIGERREIHEN AUFMISCHTE, SO SPIELT ER IM BUSINESS VORNE MIT: YVAN ZIMMERMANN IST CEO UND MITINHABER DER SYNTAX ÜBERSETZUNGEN AG. DAS UNTERNEHMEN MIT ZÜRCHER WURZELN IST IN DEN DREI BEREICHEN «COMMUNICATION», «TRANSLATION» UND «INTERPRETATION» TÄTIG. ES FEIERT DIESES JAHR SEIN 35-JAHR-JUBILÄUM; GEHÖRT ZU DEN MARKTFÜHRERN IN UNSEREM LAND. EIN GESPRÄCH ÜBER KNALLHARTES BUSINESS, EBENSOLCHE CHECKS AUF DEM EIS UND WARUM DIE WALLISER EBEN DOCH ANDERS TICKEN ALS DER REST DER SCHWEIZ. INTERVIEW MIT YVAN ZIMMERMANN VON MARK SEEHOLZER

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7 © Yvan Zimmermann

HIGHLIGHT

Keine halben Sachen – ob im Business oder auf dem Golfplatz.

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eht man auf die Website von Eggerberg, einem 340-Seelen­Dorf im Oberwallis und Heimatort von Yvan Zimmermann, bezeichnet sich die Gemeinde als «sympathisches Dorf zwischen lebendiger Tradition und Aufbruch, an den sonnigen Halden der BLS-Südrampe». Im Interview mit dem 50-Jährigen wird einem schnell klar, dass die DNA des Heimatortes perfekt auf den Menschen Yvan Zimmermann zutrifft. «Grieniga», der Rufname der Eggerberger, leitet sich von der Smaragdeidechse ab, aufgrund ihrer leuchtend grünen Färbung. Mit Stolz nennen sich die Eggerberger so – und wie ein Smaragd ist auch ihr «Zimi» eine schillernde Figur.

ich mich als liberalen Geist, mit einer gewissen Lockerheit – leben und leben lassen. Ich wollte auch immer raus in die Welt, Neues entdecken und ausprobieren.

Grenzen sprengen – mit Sturm und Drang in die urbane Schweiz? Das zeigte sich bei meinem Clubwechsel im Eishockey vom Oberwallis in die Stadt. Ich war der erste Spieler, welcher vom EHC Visp zum Rivalen HC Siders ging. Das löste viele Emotionen aus, da hat das Illhorn gewackelt [Berg im Kanton Wallis – Anm. d. Red.]. Aber das liegt in meiner Natur. Ich gehe voran, ich will Grenzen sprengen, Tore schiessen und erfolgreich sein. Das äussert sich zum Beispiel im Kleidungsstil: Ich kleide mich gerne «ICH GEHE VORAN, ICH WILL GRENZEN SPRENGEN, TORE SCHIESSEN keck und extravagant-elegant.

«zürichRUNDSCHAU»: Sie sind im Oberwalliser Dorf Eggerberg aufgewachsen. Sind Sie ein typischer Walliser? UND ERFOLGREICH SEIN.» Yvan Zimmermann: Aber sicher! Ich bin ein Sie waren Captain im Eishockey. typischer und ein stolzer Walliser. Die Menschen aus dem Wallis sind Ja, obwohl ich erst mit zwölf Jahren angefangen habe, intensiv Eishockey bodenständig, gesellig und tragen das Herz auf der Zunge. Da unterzu spielen, ging es schnell voran mit meiner Karriere. Ich war Stürmer und scheiden wir uns schon etwas im Vergleich zu unseren Miteidgenossen. dreimal Torschützenkönig der ersten Mannschaft des EHC Visp, war auch Und ja, vielleicht haben wir nicht nur einen harten Kopf, sondern sind auch in den anderen Clubs meistens vorne anzutreffen. Ich bin ein Alphatier, allgemein etwas härter. Mit der viel beschworenen «Grinta», dem inneren übernehme Verantwortung. Das liegt in meiner DNA, dem Elternhaus. Feuer der Walliser. Das hat damit zu tun, dass wir oft gegen Vorurteile Meine Mutter war Lehrerin; Elan und Disziplin haben mich geprägt. Mein kämpfen müssen. Da wehrt man sich entsprechend dagegen. Vater eher der ruhige, gelassene Typ. Das zeigt sich auch im Business: Ich will immer gewinnen! Ausserdem denke ich mit. Welche Vorurteile meinen Sie? Wir sind zwar naturverbunden und in der südwestlichen Ecke der Schweiz Mitdenken und Verantwortung übernehmen – da spricht nicht nur daheim – aber sicher keine Hinterwäldler. Meine Person ist ein Archetyp der Spieler, sondern auch der Trainer Yvan Zimmermann. in dieser Beziehung. Ich sage, was ich denke, und handle danach, was ich Trainer war ich im Sport nie. Doch bei Syntax sehe ich mich als Coach, sage: Ein Wort ist ein Wort. Diese Direktheit und Ehrlichkeit sehe ich Manager und Motivator. Ich handle und führe situativ, habe immer die als positive Eigenschaften; die Mitemnschen wissen, woran sie bei mir Lösung im Fokus. Entsprechend lasse ich den Mitarbeitern die lange sind. Ob im Business oder privat. Und bei aller Bodenständigkeit bezeichne Leine. Sie sollen Verantwortung übernehmen im Job. Die besten Trainer

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HIGHLIGHT © Marco Chiudinelli

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Syntax Firmenbotschafter und Inhaber von Chiudinelli Management & Consulting, Marco Chiudinelli.

und Manager sind jene, welche die Ochsentour meisterten. Denn um oben erfolgreich zu sein, muss man «Dreck gefressen» haben. Austeilen und einstecken, wie die Checks im Eishockey. Hart, aber fair. Nur so ist man am Puls seiner Mitarbeiter, seiner Mannschaft. Wir sind mit Syntax auf einer Mission, verfolgen Ziele und gewinnen gemeinsam. Doch Niederlagen gehören ebenso zum Geschäft. Aber danach soll man sofort aufstehen und weiter geht᾽s. Wie im Sport. Das ist die beste Lebensschule. Haben Sie Vorbilder aus dem Sport? Wayne Gretzky, der legendäre kanadische Eishockeyspieler. Er spielte elegant, ästhetisch und doch mit Wucht und Präzision. Ein fantastischer Center mit Abschlussqualitäten. Gretzky gilt als bodenständig, zuvorkommend, ehrlich. Vielleicht hat er ja Walliserblut (schmunzelt).

Die Inhaber der Syntax Übersetzungen AG: Yvan Zimmermann, Peter Kuratli und Jeannine Kuratli (v. l. n. r.).

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Der Sport ist ein roter Faden in Ihrem Leben. Auch bei Syntax? Unbedingt. Sportengagements sind eine Herzensangelegenheit und gehören zu unserer Unternehmenskultur. Diese wurde schon von Syntax Gründer und Inhaber Peter Kuratli (heute VRP), geprägt. Weil Leidenschaft, Kompetitivität, Präzision und unbedingter Erfolgswillen im Spitzensport wie im Geschäftsleben matchentscheidend sind. Wir pf legen Sponsoring-Engagements im Ski alpin, Golf und Tennis. Marco Chiudinelli, ehemaliger Schweizer Tennisprofi und DavisCup-Sieger, ist Syntax Firmenbotschafter seit über 14 Jahren. Im Skisport unterstützen wir Seymel Bissig und Marco Odermatt, zwei aufstrebende, hungrige Wilde. Die beiden Golf-Pro᾽s Joel Girrbach und Marco Iten sind ebenso ambitioniert und fokussiert. Sie alle passen perfekt zu Syntax, zur Philosophie, auch menschlich. Weiter engagieren wir uns in den nationalen Sportverbänden von Eishockey, Handball, Ski, Cycling, Segeln – und unterstützen PluSport, den Dachverband der Behindertensportler sowie als Hauptsponsor die Syntax Talentschule im Tenniszentrum Horgen. Ein klares Bekenntnis zum Sport, zur Nachwuchsförderung in der Schweiz. Last but not least werden diese Partnerschaften


HIGHLIGHT

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Sponsoring-Engagements wie für Semyel Bissig bei der Junioren-WM 2018 in Davos gehören zur Geschäftsstrategie.

erfolgreich als Business- und Kommunikationsplattform genutzt. Eine Win-win-Situation für alle.

die in die Millionen gehen. Weiter sind herkömmliche Web-Übersetzungsportale nicht sicher und ein gefundenes Fressen für Hacker-Angriffe.

Wie entstand der Kontakt zu Ihrem Engagement bei Syntax? Ich habe einen kaufmännischen Background. Schon zu Zeiten als Eis­ hockeyspieler wusste ich: Ich will einst im Management einer innovativen Firma etwas bewegen, mitbestimmen. Deshalb schloss ich parallel zum Eishockey ein Studium in Wirtschaftsinformatik an der Hochschule für Wirtschaft in Siders ab. Danach war ich als Sales Director tätig – bei Xerox auf regionaler Stufe, bei Canon schweizweit. Währenddessen bildete ich mich an der Universität Zürich in Geschäftsführung weiter. 2014 lernte ich an einem Sport-Event Peter Kuratli kennen. Die persönliche Chemie, die kompetitive Denkweise, die hohen Ambitionen, die grosse Leidenschaft für Sport – es hat einfach gepasst. Die Sprache hat mich immer fasziniert; somit bin ich auch von der Business-DNA am richtigen Platz bei Syntax.

Mit «Interpretation» beschreitet Syntax neue Wege. In Zusammenarbeit mit einem innovativen IT-Unternehmen entwickelten wir Live-Dolmetschen via Cloud. Die App-basierte Lösung setzt Syntax nicht nur für Tagungen und Konferenzen ein, sondern auch für Events wie Seminare, Workshops und Podiumsdiskussionen im kleineren Rahmen. Dieser Dolmetscher-Service reduziert die Kosten und CO2-Emissionen entscheidend, im Vergleich zu herkömmlichen Dolmetschern und Dolmetscherboxen vor Ort. «Interpretation» ist Innovation – in diesem Bereich gelten wir als Vorreiter und Leader im harten Markt.

Syntax ist nicht nur im Bereich Übersetzungen tätig. Was in Zürich-Höngg vor 35 Jahren seinen Anfang nahm, ist immer noch unsere DNA: die Sprache, die Kommunikation. Doch im Zeitalter der Digitalisierung steht das Business nie still. Wir haben unsere Geschäftsfelder erweitert, sind in drei Bereichen tätig, national und international. «Communications»: Das ist die Texterstellung. Websites, Broschüren, Claims, Wortspiele – da ist Syntax auch kreativ tätig. Aber nicht im Sinne einer Werbeagentur, welche Gesamtkonzepte erstellt. «Translations»: Hier erweitern wir stetig das Feld der konventionellen Übersetzung. Wir übersetzen in über 45 Businesssprachen; Deutsch, Englisch und Französisch sind nach wie vor die häufigsten. Mit Neuronale Maschine Translation (NMT) spielt das Unternehmen seine Kompetenz und Stärke klar aus gegenüber herkömmlichen Übersetzungsportalen im Internet. Geht es um Verträge, Revisionen, Abschlusskontrollen, Lektorate, sind Präzision und Kompetenz für eine Firma überlebenswichtig. Ein kleiner Übersetzungsfehler kann schnell zu fatalen Missverständnissen und irreparablen Schäden führen,

Gibt es ein Privatleben als viel beschäftigter CEO und treibende Kraft von Syntax? Selbstverständlich. Ich achte darauf, dass ich abschalten kann vom Business. Bei Syntax sind 40 Prozent der Tätigkeit mit Reisen verbunden. Umso mehr bin ich privat ein häuslicher Familienmensch, geniesse das Zusammensein mit Menschen, die mir guttun und positive Vibes vermitteln. Da bin ich wieder ganz der geerdete Walliser. Auf dem Golfplatz lebe ich aktuell das Kompetitive aus, jedoch mit Leichtigkeit, ohne Verbissenheit. Wobei – Verlieren ist nach wie vor keine Option (lacht).

SYNTAX ÜBERSETZUNGEN AG Bönirainstrasse 4 CH-8800 Thalwil Telefon +41 (0) 44 344 44 44 mail@syntax.ch : : WWW.SYNTAX.SWISS : :

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AUS-  & WEITERBILDUNG

FRÜHLING : : 2019


AUS- & WEITERBILDUNG COACHING HILFT DABEI, KONFLIKTE ZU ÜBERWINDEN UND NEUE LÖSUNGSWEGE ZU FINDEN. ES KANN UM EINZELPERSONEN UND IHREN BERUFLICHEN ALLTAG GEHEN. ABER ES LASSEN SICH AUCH GANZE ORGANISATIONEN COACHEN – ZUM BEISPIEL WENN EINE AGILE TRANSFORMATION ANSTEHT. VON FREYA MOHR

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s gibt verschiedene Arten von Coaching. Viele denken vielleicht als Erstes an das Coaching für den eigenen beruflichen Alltag – an Themen wie Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit. Hier geht es vor allem um Selbstref lektion, das Entwickeln persönlicher Kompetenzen oder sogar um die Überwindung von Konflikten. Der Coach ist nur Begleiter und liefert keine direkten Lösungsvorschläge. Manchmal reicht es aber nicht aus, wenn der Coachee seine eigene Lösung finden muss.

Wenn es zum Beispiel um die Transformation einer ganzen Organisation geht, muss ein Coach grosse Flexibilität zeigen. Um neue Methoden und Strukturen einzuführen, muss der Coach die Mitarbeitenden mal coachen, mal beraten und mal muss er selber mitgestalten. In diesen Situationen braucht ein Unternehmen nicht primär einen gut ausgebildeten Coach, sondern eine Person mit dem passenden Mindset und der richtigen Haltung. Ein Beispiel hierfür ist der Agile Coach – und hier muss ein Unternehmen wissen, wie es den richtigen findet.

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AUS-  & WEITERBILDUNG

Ein Agile Coach muss die Kollegen und Mitarbeitenden coachen, beraten und auch Dinge im Unternehmen mitgestalten.

MEHR AGILITÄT FÜR UNTERNEHMEN

AGILE COACHES FINDEN UND AUSBILDEN WELCHE MITARBEITER SOLLEN WIR ZU AGILE COACHES AUSBILDEN? DIESBEZÜGLICH SIND UNTERNEHMEN OFT UNSICHER. DENN AGILE COACHES BRAUCHEN AUCH DEN PASSENDEN MINDSET UND EINE AGILE HALTUNG, UM DIE GEWÜNSCHTEN VERÄNDERUNGEN ZU BEWIRKEN. VON KATJA VON BERGEN UND LARS-O. BÖCKMANN

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ür die agile Transformation einer Organisation genügt es nicht, agile Methoden einzuführen und die Strukturen zu verändern. Vielmehr ist auch ein agiler Mindset nötig, damit die Kultur im Unternehmen in Bewegung kommt und sich die Strategie mit Leben füllt. Dieser Mindset lässt sich nicht per Dekret verordnen. Er entwickelt sich in einem Changeprozess, bei dem die Mitarbeiter und Führungskräfte meist eine aktive Unterstützung brauchen – zum Beispiel durch sogenannte Agile Coaches in der Organisation. Darüber sind sich die Unternehmen inzwischen weitgehend einig. Klar ist ihnen meist auch, dass eine Leidenschaft fürs Thema allein nicht reicht, um die Rolle als Agile Coach adäquat wahrzunehmen. Deshalb senden immer mehr Unternehmen ihre angehenden Agile Coaches auf Fortbildungen, die ihnen das erforderliche Know-how und Können vermitteln.

AGILES MINDSET FÜR AGILE COACHES Dabei erfolgt die Auswahl der Ausbildungsteilnehmer meist noch recht unsystematisch. Ausserdem wird bei ihr nicht ausreichend berücksichtigt, dass ein Agile Coach auch einen agilen Mindset braucht. Denn dieser entscheidet darüber, ob die Methoden adäquat eingesetzt werden. Deshalb sollte eine Faustregel beim Konzipieren einer Agile-Coach-Aus-

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bildung lauten: 20 Prozent Technik sowie Methodik und rund 80 Prozent Haltung. Denn der Mindset, der zu einer agilen Haltung führt, muss auch verinnerlicht werden. Agile Coaches sind letztlich Multiplikatoren. Also lautet die zentrale Frage: Was multiplizieren sie? Nur Methoden-Know-how oder auch die für ein agiles Arbeiten nötige Einstellung und Haltung? Die Antwort hängt von der Auswahl der künftigen Coaches und vom Konzept ihrer Ausbildung ab.

DIE KANDIDATEN GEZIELT AUSWÄHLEN Zwei Beispiele: Angenommen ein Unternehmen wählt als Verantwortlicher einen Mitarbeitenden aus, der schon mit der Scrum-Methodik vertraut ist. Dann heisst dies nicht zwingend, dass dieser die Grundvoraussetzungen für einen Agile Coach erfüllt. Denn Scrum ist nur eine von vielen Methoden in der agilen Arbeitswelt, und der Nutzen jeder Methode hängt auch davon ab, mit welchem Geist sie angewendet wird. Angenommen nun, ein Unternehmen denkt, dass ein bereits ausgebildeter Coach die richtige Wahl sei. Dann stellt sich die Frage: Steht seiner Entwicklung zum Agile Coach eventuell das Credo vieler Coaches im Weg,


AUS-  & WEITERBILDUNG

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Diese Fähigkeiten beziehungsweise Kompetenzen erleichtern es, Mehrdeutigkeiten souverän zu begegnen, Veränderungen offen anzugehen und sich schnell in einen Rahmen einzufinden, der durch wechselnde Rollen statt starrer (hierarchischer) Strukturen geprägt ist.

AUFBRUCH ZU EINER MEHRSTUFIGEN REISE Grundsätzlich können sich alle Mitarbeiter auf die «Agile Reise» begeben. Wichtig ist jedoch, den Ausgangspunkt der potenziellen Teilnehmer zu kennen, um deren Entwicklung bedarfs- und zielorientiert fördern zu können. Für die Auswahl der Reise-Teilnehmer empfiehlt sich ein «Agile Awareness Workshop». Er dient dazu, ein Grundverständnis dafür zu schaffen, was agile Transformation bedeutet, welche Dimensionen dieser (Change-) Prozess berührt und was die Aufgaben und Rollen eines Agile Coaches sind. Dabei lautet das zentrale Ziel: Bei den ­potenziellen Ausbildungsteilnehmern soll ein klares Bild entstehen, ob sie sich überhaupt auf die Reise in die Welt der Agile Coaches begeben möchten. Gegen Ende des Workshops sollte jeder für sich entscheiden können: §§ «Ja, ich will ein Agile Coach werden.» oder §§ «Nein, ich kann in einer anderen Funktion mehr zum Steigern der Agilität unserer Organisation beitragen.»

dass das Gegenüber die Lösung stets selbst finden muss? Die Praxis zeigt oft: ja. Denn Agile Coaches müssen bei ihrer Arbeit eine grosse Rollenflexibilität zeigen. Mal müssen sie Mitarbeitende oder Kollegen coachen, mal beraten, mal Dinge mitgestalten. Zudem sind sie oft Sparringspartner für das Management, wenn es darum geht, wie die gewünschte Entwicklung vorangeht. Deshalb brauchen sie neben «Macher-Qualitäten» auch Rückgrat und ein gewisses Standing in der Organisation.

Die Ausbildung zum Agile Coach selbst sollte modular aufgebaut sein und sich über einen längeren Zeitraum erstrecken – zum Beispiel sechs oder neun Monate. Zudem sollte in ihr neben der Methodenvermittlung das Thema Selbstreflexion und Reflexion der gemachten Erfahrungen eine wichtige Rolle spielen. Denn nur so entwickeln sich die Coaches weiter, und es entsteht allmählich die Haltung und Verhaltenssicherheit, die sie im Arbeitsalltag brauchen. : : WWW.KRAUS-UND-PARTNER.DE : :

VORAB EIN ANFORDERUNGSPROFIL DEFINIEREN Also sollten sich Unternehmen, bevor sie die Ausbildungsteilnehmer benennen, intensiv mit der Frage befassen, welche Kompetenzen und welchen Mindset ein Kandidat braucht, um künftig die Rolle als Agile Coach erfolgreich auszuüben. Die Praxis zeigt, dass hierfür folgende Kompetenzen beziehungsweise Fähigkeiten wichtig sind: §§ beziehungsgestaltende Kompetenzen: Dazu gehören beispielsweise ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten inklusive der Fähigkeit, Konflikte konstruktiv zu gestalten, eine Team- und Kooperations­ fähigkeit und ein Agile-Leadership-Verständnis. §§ kognitive und (selbst-)regulatorische Fähigkeiten: Das sind unter ­anderem geistige Wendigkeit, Ambiguitäts- und Frustrationstoleranz. §§ Fähigkeit zur Selbststeuerung: Dazu zählt zum Beispiel, das eigene Verhalten zu beobachten, zu bewerten und nachjustieren zu können.

Die Ausbildung zum Agile Coach ist eine mehrstufige Reise.

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KOLUMNE

DIE KRAFT DER GUTEN FRAGEN VON URS R. BÄRTSCHI

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issend zu sein und um Rat gebeten zu werden, fühlt sich gut an! Der Wissende ist in einer Position der Stärke, der Fragende unwissend. Viele geben deshalb in der Beratung Ratschläge, ohne weiter darüber nachzudenken. In der Individualpsychologie ist jedoch der Kunde der Wissende und die Beratungsperson die Fragende. Nur so können die private Logik und die Ressourcen des Ratsuchenden erfasst und eine gewinnbringende Lösung gefunden werden.

Prozess des Querdenkens löst sich der Kunde von seiner vertrauten Betrachtungsweise und nimmt einen neuartigen Blickwinkel ein. Eine hilfreiche Frage, um eingefahrene Denkmuster zu verlassen: «Was passiert, wenn das Problem nicht gelöst wird?» Die Frage zwingt, vom gewohnten Denken abzuweichen. Zugleich eröffnet sie konstruktive Ressourcen. Es ist, als würde man am «Stau» des konventionellen Denkens vorbeifahren und sein Ziel auf den Nebenstrecken erreichen – und zwar sehr viel schneller.

Jeder, der ein herausragender Coach werden will, darf lernen, gute Fragen zu stellen. Fragen wirken auf Ihr Gegenüber bereichernd und erweitern seine Welt. Hören Sie sich einmal selbst bei einem Gespräch zu: Wie viele Fragen stellen Sie? Nicht nur was gesagt wird, hat Bedeutung, sondern auch wie es gesagt wird. Hören Sie auf das, was in den Worten Ihres Kunden mitschwingt: Welche Worte wählt er? Was sagen die Bestandteile seiner Worte? Solche Bedeutungszusammenhänge überhören wir schnell, dabei sagen sie so viel über die sprechende Person aus. Falls Ihr Kunde sogenannte «Weichspüler» verwendet, schenken Sie diesen Abschwächungen Aufmerksamkeit und fragen Sie konkret nach. Viele Menschen wählen vage Formulierungen wie eigentlich, vielleicht, ein bisschen, ein wenig, scheinbar, vermutlich, nur, mal, irgendwie und relativ, um sich nicht festlegen zu müssen. Wenn er sagt: «Es ist relativ warm», dann wissen Sie noch immer nicht, ob es warm oder kalt ist. Weichspüler verschleiern die Position des Sprechers und dessen Aussage. In Coachings ermutige ich meine Kunden, ihren Satz ohne diese Abschwächungen auszusprechen. Wie hört sich der Satz dann für sie an? Der Kunde hat nun die Wahl: Entweder er verzichtet ganz auf die Aussage, weil sie seiner Überzeugung widerspricht. Oder er bringt sie ganz ohne Weichspüler über die Lippen, weil er zu hundert Prozent hinter der Aussage steht. Coaching vollzieht sich in einem Wechselspiel von Frage und Antwort. Auf überraschende Fragen kommt es ganz besonders an: Stellt der Coach die gleichen Fragen wie der Kunde, wird ein «Thinking out of the Box» unmöglich. Ihr Kunde braucht diese «Störmanöver» jedoch, um seinen gewohnten Denkrahmen zu sprengen. Genau das ist der Auftrag eines Coachings: Denkmuster erweitern und so neue Lösungen finden. Deshalb ermutigt der Coach seinen Kunden, «verrückte» Ideen und Lösungen zu spinnen. Im

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U R S R .  B Ä R T S C H I Gründer der Coachingplus GmbH, die meistbesuchte Coaching-Ausbildung in der Schweiz Coachingplus GmbH Ifangstrasse 10 CH-8302 Kloten Telefon +41 (0) 44 865 37 73 info@coachingplus.ch : : WWW.COACHINGPLUS.CH : :


KOLUMNE

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spectralscala SC1651+SC1100

integriertes soundsystem

Elegantes Design trifft auf «unsichtbaren» Sound – massgeschneidert für Ihr Zuhause. Ob schwebend an der Wand oder auf einem eleganten Fussgestell, Spectral eröffnet Ihnen unzählige Möglichkeiten bei der Gestaltung Ihres Wohnzimmers. Hinter der Stofffront können Sie Soundbars verschiedenster Hersteller unterbringen. Profitieren Sie von einer kompetenten Beratung inklusive 3D-Visualisierung – kostenlos und unverbindlich!

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AUS-  & WEITERBILDUNG IFA WEITERBILDUNG AG

WETTBEWERBSVORTEILE DURCH TALENTMANAGEMENT UNTERNEHMEN SIND EINEM ZUNEHMENDEN WETTBEWERBSDRUCK BEZÜGLICH KUNDEN UND TALENTEN AUSGESETZT. MIT TALENTFÖRDERUNG UND GEZIELTER WEITERBILDUNG KANN DEM MANGEL AN FACHKRÄFTEN DIE STIRN GEBOTEN WERDEN. ABER WIE KÖNNEN UNTERNEHMEN DIE DIGITALE TRANSFORMATION NUTZEN, UM GESCHÄFTSMODELLE ZU OPTIMIEREN ODER ZU REVOLUTIONIEREN? VON MANUEL WINIGER

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ie Entwicklung der Informationstechnologie und deren Auswirkung auf Unternehmen, Staat und Gesellschaft – oft Digitalisierung oder digitale Transformation genannt – repräsentiert die nächste Evolutionsstufe der Menschheit. Sie stellt alle bisherigen grossen menschlichen Entwicklungen wie die Nutzbarmachung des Feuers, die Erfindung des Rades oder des Buchdrucks weit in den Schatten. Digitalisierung hat bereits in der Industrie 4.0, bei Dienstleistern und im Internethandel Einzug gehalten. Weitere technologische Entwicklungen wie Robotik, Künstliche Intelligenz und Blockchain sind in der Pipeline beziehungsweise kurz vor der wirtschaftlichen Nutzung.

sieren dabei die Situation des eigenen Unternehmens und wie es den Kräften der Digitalisierung ausgesetzt ist. Sie erarbeiten, wie die digitale Transformation genutzt werden kann, um das eigene Geschäftsmodell zukunftsfähig zu machen, und wie die Wertschöpfungsketten in Bezug auf Zukunftssicherheit und Effizienz optimiert werden können. Die Teilnehmenden – erfahrene Führungskräfte, Verwaltungsräte, Unternehmerinnen und Unternehmer – entwickeln dabei selbstständig oder in Gruppen einen Massnahmenkatalog für ihr Unternehmen. Mit dem Ziel, danach über einen konkreten Umsetzungsplan zur Erzeugung von Wettbewerbsvorteilen durch die Nutzung der Digitalisierung zu verfügen.

ANALYSE DES EIGENEN UNTERNEHMENS

SKILLS MANAGEMENT

Bei diesem Ansatz knüpft das IFA-Seminar «Wettbewerbsvorteile durch digitale Transformation» an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer analy-

Mit zunehmendem Wettbewerb sind Unternehmen für die Umsetzung dieser Massnahmen auf kompetente Mitarbeitende angewiesen.

In massgeschneiderten Seminaren tauchen Firmenkunden in die Kernthemen Leadership oder Projektverantwortung ein.

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AUS-  & WEITERBILDUNG Die IFA bietet von Experten moderierte Agile Workshops zum Thema Skills Management an. Die in den Workshops erarbeiteten Massnahmenkataloge stellen einen Plan zum optimalen Einsatz, zur Weiterentwicklung und bestmöglichen Retention der bestehenden Talente sowie zum Auf bau einer Pipeline zur Akquisition zusätzlich benötigter Talente dar. Neben erhöhter Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit stehen auch die Motivation und Identifikation der Mitarbeitenden und verbesserte Attraktion der besten Talente im Markt im Vordergrund.

MASSGESCHNEIDERTE LEADERSHIP-TRAININGS Im Rahmen einer Kooperation bieten IFA und Pleinert & Partner eine Palette von massgeschneiderten Seminaren für Firmenkunden in den Bereichen Skills Management und Teamentwicklung an. Pleinert & Partner steht für Innovation im People Management und pf legt seit Jahren eine Zusammenarbeit mit Lehre und Forschung. Unter anderem unterrichten Managing Partner in Lehrveranstaltungen für MBA- und Doktorats-Studien. Modular Agile Trainings unterstützen Führungskräfte in ihrer Weiterentwicklung im Bereich Leadership, in Linien- oder Projektverantwortung und im gegenwärtigen Umfeld dynamischer, gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen. Die Trainings fokussieren auf das veränderte Hierarchieverständnis, die Nutzung von neuen Kommunikationstechnologien und die Führung virtueller Teams. Sie beziehen sich auf folgende Kernthemen: §§ Vermittlung von Kernaussagen bekannter Leadership-Modelle §§ Analyse von Fallbeispielen aus anderen Organisationen sowie aus eigener Erfahrung §§ Anwenden und Erlernen von analytischen und kreativen Methoden, die in einer Führungsrolle als Vorgesetzter und Coach von Teammitgliedern eingesetzt werden können §§ Ref lektion und Entwicklung eines individuellen LeadershipCockpits und Entwicklungsplanes

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in Führungsfunktionen in schweizerischen KMU oder internationalen Konzernen. Ergänzt werden sie durch Schulungspartner aus spezialisierten Branchen.

BILDUNG AM PULS DER ZUKUNFT IFA – Die Höhere Fachschule der Digitalen Wirtschaft ist die führende Anbieterin höherer Berufsbildung in den Bereichen Wirtschaft und Informatik in der Deutschschweiz. Unterrichtet wird in modernen Schulräumen in Bern, St. Gallen, Zürich und seit diesem Jahr auch in Basel. Die Bildungsprogramme orientieren sich konsequent an den Bedürfnissen der dynamischen Management- und Berufspraxis. Durch die starke Verankerung im Berufsfeld und den Miteinbezug führender Branchen­e xperten ist die IFA als Kompetenz- und Innovationspartner für Studierende wie Unternehmen die erste Adresse. Für Einzelpersonen und Firmen bietet die IFA Seminare an, welche mit international anerkannten Zertifikaten abgeschlossen werden können. Das Weiterbildungsangebot umfasst zudem Studiengänge der Höheren Fachschule und Vorbereitungskurse auf Berufsprüfungen in den Bereichen Wirtschaft, Wirtschaftsinformatik und Informatik.

I FA W E I T E R B I L D U N G A G Bernerstrasse Süd 169 CH-8048 Zürich Telefon +41 (0) 43 211 51 51 info@ifa.ipso.ch : : WWW.IFA.CH : :

DESIGN THINKING FÜR UNTERNEHMEN Eigenes Wissen im Zeitalter einer Daten- und Informationsf lut umfassend und aktuell zu halten, bringt grosse Herausforderungen mit sich. Auch dem Anbieten neuartiger Produkte und Services, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, kann nicht immer nachgekommen werden. Design Thinking als Methode setzt auf die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams, um kunden- und nutzerfreundliche Lösungen zu entwickeln. Zudem vermittelt die Methode, wie die eigene Arbeitsqualifikation erhalten bleibt und neue persönliche Netzwerke aufgebaut werden können. Aus Unternehmenssicht wird Design Thinking sowohl für die Entwicklung innovativer Geschäftsfelder wie auch als Motivationstool eingesetzt. Im Seminar «Design Thinking für Unternehmen» erwerben Führungskräfte, Verwaltungsräte, Unternehmerinnen und Unternehmer ohne Druck erste Erfahrungen bei der Anwendung verschiedener Übungen. Sie erkennen die Bedeutung von User Research und entwickeln in einer vielfältigen Gruppe ein vertieftes Verständnis für die Möglichkeiten, die ihnen diese Methode persönlich und für ihr Unternehmen bietet.

DOZENTEN AUS DER PRAXIS Alle Dozierenden der IFA verfügen über einen SVEB-Abschluss (Schweizerischer Verband für Weiterbildung) in Erwachsenenbildung und arbeiten

Mit Talentförderungen Wettbewerbsvorteile erzeugen.

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AUS-  & WEITERBILDUNG

Die STS Schweizerische Treuhänder Schule bietet ein umfassendes und praxisorientiertes Kursangebot an.

STS SCHWEIZERISCHE TREUHÄNDER SCHULE

BEDÜRFNISSE VON KMU-TREUHÄNDERN IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN UNTERNEHMEN, GESETZGEBER, BEHÖRDEN UND RECHTLICHEN INSTANZEN: IN DIESEM BEWEGTEN UMFELD GILT DIE STS SCHWEIZERISCHE TREUHÄNDER SCHULE ALS FESTER WERT FÜR DIE QUALITÄTSSICHERUNG DER TREUHANDBRANCHE. EIN BREITES BILDUNGSANGEBOT DECKT DIE GESAMTE TREUHANDKARRIERE AB. VON LYNN GEISINGER

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ie STS Schweizerische Treuhänder Schule gehört zu den ersten Adressen rund um die Aus- und Weiterbildung in der Treuhandbranche. Sie ist seit mehr als 35 Jahren im Markt engagiert und zählt auf ein weit reichendes Netzwerk von qualifizierten Dozentinnen und Dozenten. Als Schule des Schweizerischen Treuhänderverbandes «Treuhand|Suisse» deckt die STS das gesamte Bildungsangebot ab – von der Grundausbildung bis zum Master-Studiengang. Unter dem Slogan «persönlich – kompetent – umfassend» ist die STS in Basel, Bern, Chur, Luzern und Zürich vertreten.

LEHRGÄNGE Nach dem Lehrgang «Sachbearbeiterin und Sachbearbeiter Treuhand» sind die Absolventen in der Lage, Treuhänderinnen oder Treuhänder zu unterstützen und anspruchsvolle Aufgaben für Vorgesetzte selbstständig vorzubereiten. Der Lehrgang ist in Module gegliedert, welche die Studenten unabhängig voneinander oder als gesamter Lehrgang besuchen können. Die Module basieren auf dem Blended-Learning-Konzept, einer Kombination aus Selbststudium und Präsenzunterricht.

Im Lehrgang «Treuhänderin / Treuhänder mit eidgenössischem Fachausweis» werden Teilnehmende in drei Jahren auf die Berufsprüfung zu diesem gesetzlich geschützten Berufstitel vorbereitet. Der Unterricht ist bewusst praxisbezogen. Die Erfolgsquote liegt deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt.

MASTERSTUDIUM Das Tochterunternehmen, das STI Schweizerisches Treuhand-Institut, widmet sich der Fachhochschulbildung. Mit dem Master-Lehrgang erreichen Studierende nach vier Semestern berufsbegleitender, praxis­ orientierter Ausbildung den international anerkannten Titel «Master of Advanced Studies FH in Treuhand und Unternehmensberatung».

AM PULS DER ZEIT Wer sich auf den aktuellsten Stand der Treuhandbranche bringt, kann sich besser auf Fachbereiche spezialisieren. Erfahrene Dozenten zeigen Neuerungen und Entwicklungen auf. Zudem gibt es die digitale Wissens­ plattform «Treuhand | Campus», eine multimediale Lernplattform mit den zwei Bereichen «Education» und «Professional». «Education» begleitet und unterstützt Studierende mit Videos, Lernkarten und interaktiven Online-Tests. «Professional» hilft Treuhändern, auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Tagungen und Seminare der STS sowie Themenwelten sind digital auf bereitet. Dadurch stellt der «Professional» ein ideales Instrument für die interne Weiterbildung dar.

STS SCHWEIZERISCHE TREUHÄNDER SCHULE Josefstrasse 53 CH-8005 Zürich Telefon +41 (0) 43 333 36 66 info@sts.ch : : WWW.STS.EDU : : : : WWW.TREUHANDCAMPUS.CH : :

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KOLUMNE

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MIT MUT INS NEUE JAHR VON JEAN D. PLACY

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incent, geboren am 7. Januar 1979, ist auf den ersten Blick ein freundlicher und stets gut gelaunter Bankangestellter im mittleren Management. Seine innere Wahrnehmung sieht aber ganz anders aus. Springen wir in die kalten Wasser seines subjektiven Befindens – wagen wir den zweiten Blick: Freitag, 11. Januar 2019, irgendwo in Zürich: 17:30 Uhr, die Kaffeemaschine surrt. In der Zwischenzeit lese ich auf LinkedIn eine Kolumne mit der Überschrift «Raus aus den Gewohnheitsfallen». Wieder so ein Business Coach, der sich profilieren will, denke ich mir. Die Kaffeemaschine piept. Mit dem heissen Kaffee in der Hand mache ich mich auf den Weg zurück an meinen Arbeitsplatz. Ich setze mein freundliches Gesicht auf und lächle – genauso wie die Protagonistin Mara in der soeben gelesenen Kolumne. Ich setze mich an mein Notebook. Ein Blick in mein E-Mail-Postfach: 63 ungelesene Nachrichten. Ein beklemmendes Gefühl der Enge umschnürt meine Brust. Ich überfliege die jeweiligen Betreffzeilen: Weihnachtswünsche, Neujahrswünsche und Geburtstagswünsche. Dabei wünsche ich mir jetzt nur drei Dinge: nach Hause fahren, etwas Starkes trinken und einen Netflix-Serien-Marathon.

Woche noch mässig begeistert gelesen hatte. «Gerne lade ich Sie zu einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch ein. Das Gespräch wird 15 bis 20 Minuten dauern», lautete es in seiner E-Mail-Antwort. «Neben all dem, was du in diesem Jahr nicht mehr willst, was ist es denn, was du für dich verändern möchtest?», höre ich ihn fragen. Nachdenkliches Schweigen. «Ich will diese stille Wut in meinem Bauch loswerden. Ich will mein E-Mail-Postfach öffnen können, ohne, dass mich eine Welle der Panik erfasst. Aber vor allem will ich endlich den Mut finden, mein authentisches Ich zu leben.» Kommen Ihnen, meine Leserinnen und Leser, solche Situationen, die in den immer gleichen Sackgassen landen und zu Frust und Demotivationen führen, bekannt vor? An diesem Punkt beginnt meine Arbeit als Experte für Leadership- und Team Coaching. Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe der «ZürichRUNDSCHAU». 

17:45 Uhr: Ohne mich umzuschauen gehe ich in Richtung Aufzug. Mein Blick ist starr auf das Smartphone gerichtet, und ich versuche jeglichen Blickkontakt zu meiden. Am Aufzug tippe ich mehrmals auf die Aufzugstaste. Aus dem Augenwinkel sehe ich von rechts eine Mitarbeiterin auf mich zukommen. Jetzt mach schon, du beschissener Aufzug, denke ich. Als sich die Aufzugstür öffnet, mache ich einen Schritt in diese Richtung. «Vincent, wir sehen uns dann nachher in der Bar!», ruft mir meine Arbeitskollegin fröhlich zu. Was will die jetzt von mir? Ich brauche endlich meine Ruhe! Mit hochgezogenen Augenbrauen und zusammengepressten Lippen erzwinge ich ein Lächeln. «Du bist doch diese Woche vierzig geworden! Ich habe dir via E-Mail eine Einladung gesendet», ergänzt sie euphorisch. «Ich freue mich darauf, gleich mit euch allen anzustossen und mache mich bereits auf den Weg!», erwidere ich mit meinem breitesten Grinsen. Samstag, 12. Januar 2019, 11:00 Uhr: Mein Smartphone vibriert. Ich öffne mit Mühe meine Augen und fühle dumpfe Kopfschmerzen. Ich taste die Matratze nach meinem Smartphone ab und schaue auf das Display: neun Anrufe in Abwesenheit. 15 neue Nachrichten. Eigentlich wollte ich doch nur zwei bis drei Drinks nehmen.

JEAN D. PLACY Gründer & CEO der Mentoring Coaching Placy GmbH

19:30 Uhr: Ich öffne das Notebook und schaue in mein E-Mail-Postfach. 97 ungelesene Nachrichten. Wieder dieses beklemmende Gefühl der Enge in der Brust. Das kann dieses Jahr so nicht weitergehen! Das bin doch nicht ich! Montag, 14. Januar 2019, 12:15 Uhr: Hier sitze ich nun, während meiner Mittagspause, bei genau dem Business Coach, dessen Kolumne ich letzte

Bahnhofstrasse 10 CH-8001 Zürich Telefon +41 (0) 43 456 27 99 info@coachplacy.ch : : WWW.COACHPLACY.CH : :

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AUS-  & WEITERBILDUNG SBS SWISS BUSINESS SCHOOL

MIT EINEM MBA ZUM ERFOLG HEUTE BRAUCHT ES MENSCHEN, DIE INTERDISZIPLINÄRE UND MULTIKULTURELLE GRUPPEN FÜHREN KÖNNEN. DAFÜR GILT ES, DIE KOMFORTZONE ZU VERLASSEN. EIN MASTER IN BUSINESS ADMINISTRATION SETZT DIE RICHTIGEN GRUNDLAGEN FÜR DEN BERUFLICHEN ERFOLG. INTERVIEW MIT IZABELA KARANFILOSKA VON MANUELA OLGIATI

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ie SBS ist eine der ersten Business Schools in Europa, die ihre Ausbildungsmöglichkeiten an die neuen Anforderungen führender Organisationen und Unternehmen der Wissens­ ökonomie angepasst hat. Die «ZürichRUNDSCHAU» sprach mit Izabela Karanfiloska, Leiterin der Masterprogramme an der SBS, über das Programm für den Master of Business Administration (MBA). «ZürichRUNDSCHAU»: Frau Karanfiloska, wer kommt im Beruf durch einen Master of Business Administration weiter? Izabela Karanfiloska: Viele Berufstätige kommen zu einem Punkt in ihrer Karriere, an dem sie das Gefühl haben, ihre Fähigkeiten aktualisieren zu müssen. Die verschiedenen Programme für einen Master of Business

Administration der SBS Swiss Business School sind für diesen Zweck konzipiert. Ein MBA-Abschluss vermittelt geschäftliche Angelegenheiten und praktisches Wissen. Die Fähigkeiten damit zu verbinden, bedeutet in den meisten Fällen ein Sprungbrett auf dem Weg zum beruflichen Aufstieg. Welchen Nutzen für die eigene Karriere haben Studierende? Die Vorteile kommen aus unseren praxisorientierten MBA- und Executive-MBA-Programmen. In unseren MBA-Programmen vermitteln wir nicht nur theoretische Kenntnisse. Im Gegenteil, ein MBA sollte in einer Weise nützlich sein, wie die Theorie in der Geschäftswelt angewendet werden kann. Das Wissen kann nach jeder Klasse des Programms direkt auf den Arbeitsplatz übertragen werden. Wir haben Beispiele für Studenten,

Lernen an der SBS Swiss Business School ist eine lebensverändernde Erfahrung.

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AUS-  & WEITERBILDUNG

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die während des MBA-Studiums befördert wurden, weil sie das Wissen direkt auf die Arbeitswelt anwenden konnten. Kurz gesagt, die Nachhaltigkeit eines MBA-Abschlusses ist hoch. Warum machen gut ausgebildete Berufstätige den MBA? Die Gründe, ein MBA-Studium fortzusetzen, sind von Kandidat zu Kandidat verschieden. Ein MBA-Abschluss bietet viele Vorteile, besonders wenn dieser von einer renommierten Business School wie der SBS Swiss Business School kommt. Ein hohes Gehalt nach dem Abschluss, eine Führungsposition zu erreichen oder sein eigener Chef zu werden, sind weitere Pluspunkte. Welche Managementfähigkeiten werden entwickelt? Ein MBA und die damit verbundenen Spezialisierungen vermitteln alles, was ein Unternehmen bewegt. Die Studenten lernen das Pro­ duzieren, Bewerben und Verkaufen von Produkten, die Finanzen des Unternehmens gesund zu halten, das positive Image des Unternehmens aufrechtzuerhalten und Industriedaten zu sammeln und zu interpretieren. Weiter geht es in den Programmen darum, die richtigen Mitarbeiter einzustellen und zu motivieren, Hierarchien zu erstellen, die dem Unternehmen zum Erfolg verhelfen, und im richtigen Zeitpunkt schwierige Anrufe zu tätigen. Wer einen MBA studiert, muss seine Komfortzone verlassen. Studierende begegnen den neuesten internationalen Geschäftsentwicklungen, wenden Managementtechniken an und fordern sich dabei selbst heraus.

Izabela Karanfiloska ist Leiterin der Masterprogramme an der SBS Swiss Business School.

Sie haben eben den Lohn angesprochen, wo liegt dieser bei einem MBA-Absolventen? Das durchschnittliche Gehalt eines MBA-Absolventen ist höher als bei einem Angestellten mit regulärem Master-Abschluss. Ein Absolvent kann in der Schweiz davon ausgehen, dass er mindestens 50 Prozent mehr verdient als mit einem regulären Universitätsabschluss.

Netzwerken wird immer wichtiger im Business. Wie sieht es damit aus bei den MBA-Programmen? MBA-Studenten haben grossartige Möglichkeiten zum Networking. Sie können sich mit Kollegen, Professoren und Dozenten austauschen. An wen richtet sich der MBA? Dieser Kontext akzentuiert Fähigkeiten. Studenten erhalten Zugriff Unsere MBA-Programme sind für alle Berufstätigen geeignet, die minde­ auf das umfangreiche Alumni-Netzwerk des jeweiligen MBA-Programms. stens zwei Jahre Erfahrung haben. Das Executive MBA-Programm (EMBA) Dies bedeutet, bereit zu sein für ein tiefes Verständnis der kleinsten richtet sich an leitende Angestellte der Änderungen im Geschäftsumfeld, über mittleren und oberen Mana­gementebene wichtige geschäftliche Strukturen nach«DAS WISSEN KANN NACH JEDER zudenken und Verbindungen zwischen KLASSE DES PROGRAMMS DIREKT AUF DEN mit mindestens fünf Jahren Managementerfahrung. In den letzten Jahren globalen Ereignissen und dem WeltgeARBEITSPLATZ ÜBERTRAGEN WERDEN.» haben wir versucht, weibliche Kandidaschehen herzustellen. tinnen für unsere Programme zu gewinnen. Wir sind der Meinung, dass Frauen stärker in die Ausbildung und damit auf Managementebene in den Hilft ein MBA auch für die eigene Selbstständigkeit? Unternehmen in der Schweiz einbezogen werden sollten. Mit Rücksicht auf Viele Studenten entscheiden sich für einen MBA, weil sie Unternehmer diese Bemühungen der SBS Swiss Business School haben wir Stipendien werden möchten und hier lernen, wie sie ein Unternehmen führen. Sie und Finanzierungspakete für Antragstellerinnen entwickelt. haben einen Traum und möchten wissen, wie sie diesen in der Realität umsetzen können. Ein MBA hilft, Geschäftspraktiken zu erwerben, die zur Wie viel Zeit muss man bis zum Abschluss einkalkulieren? Gründung eines neuen Unternehmens oder zum Wachstum bestehender An der SBS Swiss Business School bieten wir mehrere MBA-Programme an, Unternehmen erforderlich sind. Viele MBA-Absolventen machen sich bei denen sich die Abschlusszeit von Programm zu Programm unterselbstständig. Zum Beispiel diejenigen, die keine Führungspositionen scheidet. Die Mindestdauer für den Abschluss eines Studiums gilt für auf mittlerer oder oberster Ebene in Grossfirmen haben. den EMBA und den Vollzeit-MBA, der ein Jahr beträgt. Für die Teilzeitprogramme und für das Online-MBA-Programm sollte ein Student innerWelche Firmen stellen einen MBA ein? halb von zwei Jahren mit dem Abschluss des Programms rechnen. Absolventen von Teilzeit-, Vollzeit-, Online- und Executive-MBA-Programmen haben mehr Chancen auf eine höhere Managementposition. Über 50 Prozent der MBA-Absolventen weltweit sind leitende Angestellte SBS SWISS BUSINESS SCHOOL oder Verwaltungsratsmitglieder. Diese Position bringt nebst mehr Lohn ebenso mehr Verantwortung mit sich. Laut Bloomberg gehören zu den Flughafenstrasse 3 Top-Arbeitgebern, die die meisten MBA-Absolventen in Europa einstellen, CH-8302 Kloten Deloitte, Ernst & Young, McKinsey und die Boston Consulting Group. Telefon +41 (0) 44 880 00 88 Auch amerikanische Unternehmen wie Apple, IBM, Procter & Gamble mba@sbs.edu und Amazon suchen nach MBA-Absolventen. Schweizer Unternehmen stellen verstärkt MBA-Absolventen ein und sponsern Mitarbeiter, damit : : WWW.SBS.EDU : : sie einen MBA machen.

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WALSER MÖBEL Quartnerstrasse 8 8884 Oberterzen

Phone: +41 (0) 79 500 22 17 Mail: tom@walsermoebel.ch www.walsermoebel.ch


BEAUTY & GESUNDHEIT JAHREIN, JAHRAUS NEHMEN WIR ES UNS FEST VOR: MEHR SPORT, WENIGER FAST-FOOD UND MEHR ZEIT FÜR SICH. OFTMALS LEICHTER GESAGT ALS GETAN. STOLPERSTEINE GIBT ES RUND UM DAS THEMA GESUNDHEIT GENUG. UND FÜR DIE EFFEKTIVE UMSETZUNG DIESER VORSÄTZE FEHLT ES AUCH NICHT ZULETZT AN FUNDIERTEM WISSEN ÜBER ERNÄHRUNG UND SPORT. VON SWENJA WILLMS

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itnessstudios erleben Hochkonjunktur, neuartige Superfoods füllen die Regale der Supermärkte, und ein Diättrend jagt den nächsten. Immer mehr Menschen legen Wert auf eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil. Schliesslich verspricht dieser eine höhere Lebenserwartung von bis zu sieben Jahren. Doch auch kaum in einem anderen Lebensbereich wimmelt es auch so sehr von Irrtümern und Mythen wie beim Thema Gesundheit. Sind Kohlenhydrate wirklich Dickmacher? Worauf muss bei veganer

Ernährung geachtet werden? Und sollte auf das Feierabendbier lieber verzichtet werden? Antworten auf die wichtigsten Ernährungsfragen liefert Dr. Philipp Gerber vom Universitätsspital Zürich. Im Interview beleuchten wir unterschiedliche Ernährungsmethoden, gehen Mode­ erscheinungen auf den Grund und suchen nach dem Erfolgsrezept für den ideal ausgewogenen Lifestyle. Dieser kann durch richtig gesetzte Ziele und mit einem aufgefrischten Wissensstand schnell und effektiv erreicht werden.

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BEAUTY & GESUNDHEIT

VOLKSGESUNDHEIT

WICHTIGE ERNÄHRUNGSFRAGEN DIE LEBENSERWARTUNG BEI SCHWEIZER FRAUEN UND MÄNNERN HAT SICH SEIT 1997 BEI DER GEBURT BEI FRAUEN UM ZWEI JAHRE AUF 84.5 UND BEI MÄNNERN UM DREI JAHRE AUF 81.4 JAHRE ERHÖHT. DIESE POSITIVE ENTWICKLUNG STEHT IM KONTRAST ZUR GEFÜHLTEN WAHRHEIT, WONACH WIR AUFGRUND VON HANDYSTRAHLEN, FASTFOOD UND STRESS AM RANDE EINER VOLKSGESUNDHEITLICHEN APOKALYPSE STEHEN. IM GESPRÄCH BELEUCHTEN WIR DEN ERNÄHRUNGSPART UND GEHEN DABEI DER FRAGE NACH, WAS WIR GUT MACHEN UND WO ES TROTZ POSITIVER ENTWICKLUNG VERBESSERUNGSPOTENZIAL GIBT. INTERVIEW MIT DR. PHILIPP GERBER VON BEAT HÜRLIMANN

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r. Philipp Gerber ist seit 2014 Leiter des Fachbereichs Klinische Ernährung an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung am Universitäts Spital Zürich. Das Dienstleistungsangebot der Klinik umfasst unter anderem die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit Übergewicht / Adipositas, Diabetes mellitus und weiteren Hormon- und Stoffwechselkrankheiten sowie auch die Beratung im Bereich Ernährung und Risikofaktoren.

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«ZürichRUNDSCHAU»: Dr. Gerber, wieso leben Schweizerinnen und Schweizer heute länger? Dr. Philipp Gerber: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor Todesursache Nummer eins. Aber genau hier gibt es grosse Fortschritte. Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Blutzucker oder erhöhte Cholesterinwerte können heute medikamentös viel besser behandelt werden. Und es wird erfreulicherweise weniger geraucht.


BEAUTY & GESUNDHEIT

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Was kann man gegen zu viel Cholesterin tun? Die Höhe des Cholesterinspiegels hängt stark von den Genen ab. Deshalb empfehle ich im Alter zwischen 30 und 40 Jahren einen ersten Check der Werte. Selber kann man nicht sehr viel tun dagegen. Trotzdem, ob man Risikopatient ist, bereits Medikamente nimmt oder gute Werte hat, genügend Bewegung und eine gesunde Ernährung sind immer zu begrüssen. Übergewicht und Bewegungsarmut sind Faktoren, welche die Werte verschlechtern können. Welche Rolle genau spielt die Ernährung bei der Herz-Kreislauf-­ Risikoprävention? Ernährungskomponenten sind sehr wichtig, und wir haben heute glücklicherweise zunehmend verbreitete Ernährungsformen, die Freude bereiten, den Menschen schmecken und die gut für den Herzkreislauf sind. Ein Beispiel ist die mediterrane Ernährung. Viel Gemüse, Früchte, helles Fleisch, Fisch, gesunde Öle, gewisse Hülsenfrüchte und nicht allzu viele Kohlenhydrate. Leider gehören feine Pizzen und Pasta nicht dazu. Mediterrane Ernährung, mehr als eine weitere Modeerscheinung? Absolut. Es gibt eine Interventionsstudie dazu. Probanden mussten sich ein paar wenige Jahre mediterran ernähren, und man hat festgestellt, dass diese weniger häufig Herzkreislauferkrankungen hatten als solche, welche mit anderen Diätformen behandelt wurden. Hier wissen wir also ganz direkt, dass eine Ernährungsform Herzkreislauferkrankungen reduzieren kann. Wie schlecht sind Fette? Bis vor 20 Jahren lag der Fokus bei den Fetten. Heute sind es eher die Kohlenhydrate, die man zu beschränken empfiehlt. Bei den Fetten ist die Qualität wichtig. Grössere Anteile Tierfette sollte man meiden und sich auf gesunde Fette konzentrieren. Pflanzliche Öle sind sehr gut. Olivenöl ist ein sehr gutes Fett, aber auch Rapsöl, das in der Schweiz produziert wird. Fische haben deutlich bessere Fette in der Zusammensetzung als fetthaltiges rotes Fleisch. Bei den Fetten ist der Fokus also mehr darauf zu legen, welche Fette verwendet werden und nicht wie viel. Wie sieht der ideal geschöpfte Alltagsteller aus? Wir arbeiten mit einer ausgewogenen Ernährung und dem dreigeteilten Teller, bestehend aus Kohlenhydratportion, Eiweisskomponente und Gemüse. Die Kohlenhydrate sollten nicht mehr als einen Drittel ausmachen. Der grosse Pastateller ohne Beilage ist nicht das, was wir empfehlen. Die Fette kommen meistens automatisch dazu mit den Saucen. Mikronährstoffe sind Vitamine und Spurenelemente. Bei einer ausgewogenen Ernährung mit ausreichend Gemüse und Früchten ist man genügend mit Mikronährstoffen versorgt und braucht keine Zusätze. Die Faustregel heisst fünf am Tag, also fünf Portionen Gemüse und Früchte pro Tag. Genügend Eiweisszufuhr ist sehr wichtig, was heute aber nicht immer gewährleistet ist. Etwa bei älteren Menschen ist der Muskelabbau ein Thema. Wir versuchen den Eiweisskonsum zu fördern. Beim Konsum von Eiweissquellen

Dr. Gerber leitet den Fachbereich Klinische Ernährung am Universitäts Spital Zürich.

wie Fleisch-, Fisch oder Milchprodukten sollte man sich daher weniger einschränken als bei den Kohlenhydraten. Worauf muss man bei vegetarischer oder veganer Ernährung achten? Zur vegetarischen Ernährung hat man einiges an Studien und weiss, dass man sich sehr gut und günstig vegetarisch ernähren kann. Sie hat auch gewisse Vorteile. Bei den Veganern stellt sich unter anderem die Frage, wie sie zu den Eiweissen kommen. Man kann mit veganen Produkten den Eiweissbedarf ohne Eiweisspulver decken, aber es braucht das entsprechende Wissen. Es ist daher keine Form, die man vorbehaltlos empfehlen kann. Einfach rein aus wissenschaftlicher, ernährungstechnischer Sicht.


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BEAUTY & GESUNDHEIT

Im Gespräch empfiehlt Dr. Gerber die mediterrane Ernährungsform.

Ein Glas Wein pro Tag soll gesund sein? Tatsächlich hat man Alkohol lange als Schutzfaktor gesehen. Das ist jetzt mit neueren Studien wieder etwas infrage gestellt. Schützt Alkohol wirklich? Wahrscheinlich ist es so, dass kleine Mengen, also ein Glas Wein pro Tag, keinen gross negativen Einfluss hat. Ob es aber positiv ist, das ist nach neusten Daten nicht gesichert. Also doch lieber Wasser. Wie viel davon braucht der Mensch? Es gibt Empfehlungen, die sagen, drei Liter für Männer und zwei Liter für Frauen pro Tag und das zusätzlich zur Ernährung. Es gibt aber wenig Daten, die das stützen. Mit anderthalb bis zwei Litern pro Tag ist man im normalen Alltag gut bei den Leuten. Da braucht es nicht viel mehr.

Was bringen all die Schlank- und Starkmacher-Cocktails? Wenn wir eine Mahlzeit beginnen, geht ein ganzer Zirkus aus Hunger- und Sättigungshormonen los. Er steuert, dass wir nicht zu viel und nicht zu wenig essen und dass alles richtig verarbeitet wird. Aber ob ein solcher Zirkus noch richtig funktioniert, wenn wir uns mit Cocktails ernähren, bleibt etwas offen. Es fehlen uns Daten, die sagen, ob die Aufnahme in konzentrierter Form wirklich etwas bringt. Krankheitsbedingte Mitarbeiterausfälle verursachen hohe Kosten. Worauf sollte man Mitarbeitende hinweisen? Wer sich gut und ausgewogen ernährt, genügend Gemüse und Früchte isst, braucht auch während der Grippeperiode keine Vitaminpräparate. Im Winter empfehle ich den Anteil der besonders VitaminC-haltigen Zitrusfrüchte zu erhöhen, die Grippeimpfung, die für niemanden falsch ist, und Hygienemassnahmen wie Händewaschen.

Wenn wir schon bei den Zahlen sind. Wie hoch ist unser täglicher Kalorienbedarf? Es gibt keine präzise Regel. Der Durchschnitt liegt meist irgendwo zwischen 2 000 und 2 500 Kilokalorien pro Tag. Der Verbrauch ist aber Welche Rolle spielt die Psyche bei der Ernährung? sehr individuell und hängt von vielen Faktoren Was ich persönlich im Zusammenhang mit Ernähab. Selbst bei Menschen mit gleichem Geschlecht, rung als etwas Wichtiges anschaue, ist die Acht«HEUTE SIND ES EHER DIE Gewicht, Essen und gleicher Arbeit kann der Ver- KOHLENHYDRATE, DIE MAN ZU samkeitsbewegung, Mindfulness auf Englisch. Wir brauch sehr unterschiedlich sein. Man kann den machen vieles gleichzeitig und überall, aber wir sind BESCHRÄNKEN EMPFIEHLT.» Verbrauch natürlich messen. nie dort, wo wir wirklich sind. Bei der Ernährung ist das auch so. Häufig sehe ich in der Sprechstunde Menschen, die mit GeWorauf sollten wir beim Salz- und Zuckerkonsum achten? wicht zu kämpfen haben, die aber gar nicht realisieren, was sie essen. Sie Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Empfehlungen eben müssen lernen, sich auf die Mahlzeiten zu fokussieren, darauf, was sie essen, wieder nach unten korrigiert. Sie sagt, nicht mehr als fünf Gramm Salz und auf die Menschen, mit denen sie zusammen sind. 25 Gramm Zucker. Es ist eigentlich so, auf zugesetztes Salz oder zugesetzten Zucker sollten wir möglichst verzichten. Salz ist in vielen GrundnahrungsWie beurteilen Sie die Anstrengungen der Angebotsseite? mitteln, Frischprodukten und Gemüsen bedarfsdeckend vorhanden. Mit Wenn wir Supermarktketten anschauen, sehen wir, dass die Regale immer dem Zucker, der zu den Kohlenhydraten gehört, verhält es sich ähnlich. häufiger durch Marktstände mit Frischprodukten ersetzt werden. Das ist sehr erfreulich, weil unser Körper ein natürliches Empfinden hat, solche Was denken Sie über die Wirksamkeit von Diäten? Speisen auch attraktiv zu finden. Man hat mit Kindern eine mehrtägige Diäten sind insofern was Gutes, weil die Absicht dahinter grundsätzlich poBuffetstudie durchgeführt. Am Anfang nahmen sie Süssigkeiten und sitiv ist. Wir wissen aber alle, dass sie nur temporär funktionieren. Wenn Pommes. Doch nach einer gewissen Zeit begannen sie auch anderes auszuman eine Ernährungsumstellung vornimmt, muss diese zum Lebensstil probieren. Wir haben eine gesunde Einstellung gegenüber einer gesunden passen. Nur so kann es langfristig funktionieren. Im Trend sind IntervallErnährung. Aber das Angebot muss sichtbar sein. Bleibt die ökonomische fastendiäten. Dabei lässt man mal eine Mahlzeit aus oder fastet jeden Frage. Gutes und gesundes Essen ist nach wie vor teuer. Für wenige Franken zweiten Tag. Da gibt es auch Daten, dass das durchaus gut ist für den hat man beim Conveniencefood rasch zwei- bis dreitausend Kalorien Körper, und unsere Vorfahren hatten auch Fastenperioden. Man hat gejagt, beisammen. Wenn man das mit gut ausgewogener Ernährung erreichen gegessen und bis zur nächsten Jagd gefastet. Wichtig ist, dass die Ernähwill, kostet das wesentlich mehr. rungsform zum Lebensstil passt und keine Qual ist. Wenn jemand sagt, ich : : WWW.USZ.CH : : esse kein Frühstück, sondern nur mittags und abends, kann das gut sein.

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SPINAS CIVIL VOICES

Kinder sind anders. Deshalb sind wir es auch. Kinder benötigen eine andere Betreuung, andere Therapien, Medikamente und Geräte als Erwachsene. Die Zusatzkosten dafür bleiben oft ungedeckt. Damit wir unseren jungen Patienten weiterhin eine bestmögliche Behandlung bieten können, braucht es Menschen wie Sie. Danke, dass Sie das Kinderspital Zürich heute mit einer Spende unterstützen. Spendenkonto 87-51900-2


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AUGEN GLATTZENTRUM AG

MIT KLAREM BLICK WIR VERBRINGEN HEUTE IMMER MEHR ZEIT AM BILDSCHIRM. ABER WIE SCHLECHT IST DAS FÜR DIE AUGEN? DR. MED. ARISTEIDIS PSYCHIAS KLÄRT UNS AUF. INTERVIEW MIT DR. MED. ARISTEIDIS PSYCHIAS VON FREYA MOHR

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iele merken gar nicht, dass sie das Syndrom des trockenen Inwiefern helfen Blaufilter in Brillen und Smartphone-Bildschirmen? Auges haben. Die Ursachen können verschieden sein – eine Die Brillen wirken gegen die Bestrahlung, aber nicht gegen die Trockenheit. ist die Arbeit am Bildschirm. Die «ZürichRUNDSCHAU» Das ist bei allen Filtern so. Die neuen Bildschirme, wie OLED, haben sprach mit Dr. med. Aristeidis Psyvon vornerein weniger Strahlung und es ist kein chias vom Augen Glattzentrum über trockene grosses Problem mehr. Aber eine Brille für den «DIE BRILLEN WIRKEN GEGEN Augen und die Behandlungsmethoden. DIE BESTRAHLUNG, ABER NICHT Computer ist immer gut.

GEGEN DIE TROCKENHEIT.»

«ZürichRUNDSCHAU»: Bei der Arbeit sitzen wir vor dem Computerbildschirm, aber auch in der Freizeit nutzen wir häufig Smartphones und Tablets. Was hat das für Auswirkungen auf unser Sehvermögen? Dr. med. Aristeidis Psychias: Da müssen wir zwei Teile unterscheiden: die Auswirkungen bei Erwachsenen und dann bei Kindern. Bei Kindern im Wachstumsalter ist das Hauptproblem die Entwicklung der Fehlsichtigkeit. Wenn jemand eine Fehlsichtigkeit hat, zum Beispiel eine Myopie (Kurzsichtigkeit) oder eine Hyperopie (Weitsichtigkeit), kann das Arbeiten am Bildschirm die Dioptrienzahl und deren Entwicklung beeinflussen.

Und bei den Erwachsenen? Das Hauptproblem bei den Erwachsenen ist die Konzentrationszeit, in der sie die Hornhaut nicht richtig benetzen. Wenn wir am Bildschirm arbeiten und konzentriert sind, bleiben die Augen länger offen und die Zeit zwischen den Lidschlägen verlängert sich bis auf eine Minute. Normalerweise schliessen wir die Augen alle 20 Sekunden, damit sich die Tränenschicht erneuert. Wenn sich die Zeit zwischen den Lidschlägen verlängert, wird die Tränenschicht mangelhaft und die Augen trocken. Wie genau macht sich das bemerkbar? Es gibt viele Patienten, bei denen es symptomlos verläuft. Aber im Prinzip erzeugt die Trockenheit Juckreiz, verschwommenes Sehen, Fremdkörper- oder Sandkorngefühl, gerötete Augen, Tränen und in manchen Fällen Schmerzen. Was gibt es für Behandlungsmethoden? Es gibt heutzutage eine Vielzahl an Optionen. Eine neue Generation von Benetzungstropfen verstärkt und unterstützt das Sekret der Tränen. Neu bei uns in der Klinik gibt es die E-Eye-Behandlung. Diese verstärkt die Funktion der Drüsen und des Tränensekrets.

FRÜHLING : : 2019

Was empfehlen Sie als Arzt unseren Lesern? Leute, die an Bildschirmen, in klimatisierten Räumen, bei schlechter Luft oder unter grossen Temperaturunterschieden arbeiten, sollten immer die Augen befeuchten. Auch wenn sie keine Beschwerden haben. Denn sie laufen Gefahr, früher oder später das Dry-Eye-Syndrom zu bekommen.

Dr. med. Aristeidis Psychias ist Chefarzt im Augen Glattzentrum.

AUGEN GLATTZENTRUM AG Einkaufszentrum Glatt Neue Winterthurerstrasse 99 CH-8304 Wallisellen Telefon +41 (0) 44 878 70 70 info@augenzentrumzuerich.ch : : WWW.AUGENZENTRUMZUERICH.CH : :


PARADEPLATZ ZURICH

AURA Event Saal

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AURA Foyer

AURA 800° Grill Restaurant

AURA Bar & Smoker’s Lounge

AURA: Eine Location, vielfache Möglichkeiten für Ihren Anlass

MODERNSTE EVENT LOCATION AUF ÜBER 2’000m2 IM HERZEN VON ZÜRICH Das AURA, direkt am Paradeplatz in Zürich, kombiniert auf verschiedenen Etagen einen Event Saal, ein GrillRestaurant mit Terrasse direkt am Fluss sowie eine grosse Bar mit Smoker‘s Lounge. EVENT SAAL MIT 360° PROJEKTION Der 450m2 grosse Saal bietet durch das hauseigene Mobiliar zahlreiche Set Up- und Bestuhlungsmöglichkeiten für 80 bis 650 Gäste. Die einzigartige 360° Projektion ermöglicht völlig neue Möglichkeiten, Gäste in eine eigene Welt zu entführen oder mit einem Motto zu begeistern. Der hochmoderne und wandelbare Event Saal eignet sich hervorragend für eindrückliche Firmenpräsentationen oder Gala Dinners.

Kontakt AURA Event Team: Tel. +41 44 448 11 47, events@aura-zurich.ch AURA – 800° Grill & Bar, Event Saal, Club Bleicherweg 5, 8001 Zürich – www.aura-zurich.ch

URBANE BAR IM ERSTEN STOCK Bis zu 250 Gäste finden in der stilvoll eingerichteten Bar im ersten Stock für ein Flying Dinner Platz. Für ungezwungene Firmenanlässe und gemütliches Beisammensein, bietet die AURA Bar den perfekten Ort. 800° GRILL RESTAURANT Eine Besonderheit in Zürich ist das 800° Grill Restaurant welches für bis zu 100 Gäste Platz bietet. Die Speisekarte überrascht mit ausgefallen europäischen und internationalen Köstlichkeiten und Grill Spezialitäten von ausgewählten Farmen, mit bester Fleischqualität, perfekt gereift und zubereitet.

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STYLE DURCH DEN EIGENEN KLEIDUNGSSTIL LÄSST SICH VIEL AUSDRÜCKEN. GERADE IM BUSINESSALLTAG UND BEI KUNDENGESPRÄCHEN IST ES JEDOCH WICHTIG, KOMPETENT UND SERIÖS ZU WIRKEN. DIE KLEIDUNG MUSS DIE WERTE DES UNTERNEHMENS WIDERSPIEGELN. VON FREYA MOHR

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chon Coco Chanel wusste damals: «Mode ist vergänglich, Stil niemals.» Und gerade heute zu Zeiten der Fast Fashion ist dieses Zitat aktueller denn je. Fast wöchentlich ändert sich die Auslage in den grossen Modegeschäften – aber was ist da nur eine kurze Modeerscheinung und was zeitloser Stil? Nicht immer ganz einfach, wenn man sich nicht viel mit dem Thema beschäftigt. Wer berufstätig ist, hat zudem oft wenig Zeit zum Shoppen. Da kann in der Eile schon mal das Falsche in der Einkaufstasche landen. Gerade im Business-Alltag und bei Berufen mit viel Kundenkontakt kann das jedoch fatal sein. Denn der erste Eindruck zählt. Und der ist oftmals mit der äusseren Erscheinung – und

dementsprechend mit der Wahl der Kleidung – verknüpft. Hinzu kommt, dass die richtige Kleidung Seriosität vermittelt und das eigene Selbstvertrauen stärkt. Die Gründe, auf guten Stil zu achten, sind dementsprechend vielfältig – und nicht zu vernachlässigen. Aber was, wenn Mode und Stil nicht zu den eigenen Leidenschaften gehören? In dieser Ausgabe stellt die «ZürichRUNDSCHAU» Zürich als Modehauptstadt vor. Es geht zum Ersten um nachhaltige Mode und Schweizer Innovationen in der Textilbranche. Zum Zweiten um Massbekleidung und wie Personal Tailor auch Stil- und Modeberater sind.

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ZÜRICH ALS MODEHAUPTSTADT

VOM SCHEITEL BIS ZUR SOHLE MÄNNER WARTEN 22 WOCHEN IHRES LEBENS AUF IHRE SHOPPENDEN BEGLEITERINNEN, SPRECHEN MIT ZIMMERPFLANZEN, ERBEN DIE GLATZE VON DER MUTTER, WIRKEN OHNE ANZUG WENIGER SEXY, BENÖTIGEN 20 MINUTEN FÜRS KOFFERPACKEN UND LEBEN VIER JAHRE WENIGER LANG ALS FRAUEN. PROBLEME, FÜR DIE ES AN DER MAN’S WORLD FÜR (FAST) ALLE MINDESTENS EINE TOLLE LÖSUNG ZU BESTAUNEN GAB. VON BEAT HÜRLIMANN

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om 31. Januar bis 3. Februar bot die Man’s World in den restaurierten Fabrikhallen des StageOne auf 2 500 Quadratmetern eine, wie es auf zuerich.com hiess, Spielwiese für Männer. In der Tat, wo einst Industriearbeiter schwitzend im Overall Züge und Turbinen zusammenbauten, wurden Blackjack, Dart und Pacman gespielt. Der Fokus unseres Besuchs aber lag auf den vielen tollen Angeboten für stilbewusste Männer. Es gab etwas für alle Partien, vom Scheitel bis zur Sohle.

SCHUHE NACH MASS Dominik Risch ist gelernter Schuhmacher und Erfinder des Risch-Massschuh-Konzepts mit der Foot-DNA: «Wir scannen den Fuss einmal und der Kunde kann sein Leben lang via Onlineshop von überall her auf der Welt passende, mit pflanzlich gegerbtem Kalbsleder gefertigte Schuhe bestellen», erklärt Risch und führt weiter aus: «Wir verbinden Handwerkskunst und nachhaltige Produktion mit der Digitalisierung.» Auf die Frage nach kommenden Trends antwortet er: «Die grosse Sneaker-Welle hält an, aber wir

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sehen Vorboten einer Trendwende hin zur Galanterie.» Inspiration holt sich Risch bei jüngeren Mitarbeitenden, die am Puls der Zeit sind, sowie von den Inputs der über 10’000 Kunden.

PERFEKT SITZENDE HOSEN Die ETH-Ingenieure Michael Berli und Andreas Guggenbühl haben 2013 das Label Selfnation gegründet. Berli erinnert sich: «2013 beim Shoppen mit Freundinnen haben wir gemerkt, dass shoppen sehr mühsam ist, worauf wir mit einer Designerin aus Berlin überlegt haben, wie wir die perfekt sitzende Hose machen können.» Heute produzieren die beiden in der Schweiz massgeschneiderte Hosen mit Stoffen aus umliegenden Ländern. Guggenbühl präsentiert uns die Zero-Waste-Selvedge-­ Hose: «Der Selvedge-Stoff dieser Hose wird zu 100 Prozent aus nachhaltigen Materialien in einer Weberei in Italien gefertigt. Wir bereiten den Schnittabfall aus dem Webprozess wieder auf und bringen ihn in den Prozess des Webens wieder rein. Das macht diese Selvedge-Hose zum Zero-Waste-Produkt.»


GANZ VON DEN SOCKEN Bunt ist beautiful, haben sich drei Freunde aus Zürich gesagt, als sie von einer Reise mit vielen farbigen Eindrücken zurückkehrten und gründeten 2013 das Sockenlabel DillySocks. Mitarbeiterin Maren Scheppach trägt an der Man’s World Avocados-Design: «Die kunterbunten Socken werden in der Schweiz designt und in einem Familienbetrieb in Portugal aus hochwertiger europäischer Baumwolle unter dem STANDARD 100 by OEKO-TEX® produziert», erklärt sie.

BEQUEME MASSANZÜGE Eine Studie der California State University Northridge belegt, dass Männer in Anzügen klügste Entscheidungen treffen. Zudem bewirkt formelle Kleidung, dass wir uns mächtig fühlen und speziell bei jüngeren Männern beobachten Experten eine Gegenbewegung zum extremen Casual-Look. Viele würden wieder Wert auf ein formvollendes Outfit legen. Ein Label spezialisiert auf Massanzüge ist uns diesbezüglich besonders aufgefallen. Michele Lacovino ist Geschäftsführer von The Sartorialist. Wir fragen, was ihre Produkte einzigartig mache? «Das von Hand rein genähte Innenleben und die Spalla Camicia, eine super bequeme und anliegende Schulterpartie. Unsere Anzüge trägt man wie eine zweite Haut. Wir verkaufen unseren Kunden keine Rüstungen, sondern Anzüge, in denen sie sich wohl fühlen.» Am Sartorialist-Stand hängt ein Bild von Filmlegende und Stilikone Cary Grant. Lacovino: «Inspiration holen wir uns auch aus den 1940er-Jahren. Die Menschen haben sich damals bemüht, sich schön anzuziehen.»

MANIKÜRE FÜR IHN Lucy Johnson von Nailsmith & Johnson bietet als erstes Nagelstudio der Schweiz Manicure und Pedicure exklusiv für Männer. Ohne Lack. Mit Leder. Je nach Wunsch servieren Johnson


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Anzug von The Sartorialist mit «Spalla Camicia».

und ihr Team in betont männlichem Ambiente Gin Tonic oder Bier. Johnson: «Man kommt nicht zu uns wegen Nagelverlängerungen oder für Farben. Es geht um die klassische Manicure und Pedicure. Männer mögen es kurz und die Form soll schön dem Nagelbett angepasst sein. Besonders beliebt ist die abschliessende Massage.»

KNITTERFREI AUS DEM KOFFER Im Schnitt benötigen Männer 20 Minuten fürs Kofferpacken. Das ist zu lange, dachte sich Vielflieger und Couturier Bruno Grande und machte sich an die Entwicklung einer Kleiderkollektion, bei der jedes Stück mit dem anderen zusammenpasst. Entstanden ist das Label KA / NOA mit Produktionsstandort Italien. «Die Idee war es, das Know-how in Italien zu nutzen und die Wege kurz zu halten», erklärt Grande. Woher der Markenname KA / NOA kommt? «Der Name ist die Kombination unserer Kinder Kaia und Noah», gibt er als Antwort. Das Know-how hat Grande von seinem Vater. «Mit dem Namen wollte ich einen virtuellen Link zwischen meinem Vater und meinen Kindern herstellen, die sich leider

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nie kennengelernt haben.» Highlight der Kollektion ist das spezielle Reisejacket. Durch eine patentierte Technologie lässt es sich in den Koffer legen und knitterfrei entfalten. Der KA / NOA-Kragen der Popeline ist ebenso einzigartig: Er ermöglicht das perfekte Tragen eines Hemdes unter einem Pullover mit Rundhalsausschnitt. Grande findet: «Er sieht etwas aus wie ein Kanu, hinten etwas höher und vorne etwas schmaler.»

ALLES FÜR DAS HAAR Alles begann 2014 mit Öl für den Bart und Bartbalsam, produziert in der Schweiz mit 100 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen. Heute ist das Label Mootes ein Vollsortimenter für die Bart-, Haar- und Körperpflege mit stylischen Produktideen. Mootes-Gründer Daniel Peyer erklärt: «Die Dirty Boy Soap ist eine Seife mit Aktivkohle, und unsere neuen Mootes-Haarpomadendosen tragen Nummern. Die 53 ist angelehnt an den Käfer aus dem Film Herbie und die 20 an die Schweizer Formel-1-Legende Joe Siffert.»


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Alles für den Mann: von Pflanzen über Schuhe und Hemden bis zu Haarpomaden.

Besonders stolz ist Peyer auf die neue Nummer 13: «Sie ist in Zusammenarbeit mit einem Kollegen entstanden, der Time-Attack-Autorennen fährt. Er wollte etwas, was unter dem Helm hält. Deshalb haben wir eine StrongHold-Matt-Pomade entwickelt, die hält, was sie verspricht.» Vor allem junge Männer leiden, wenn die Haare früh ausfallen. Viktoria D’Angelo von Scalp Swiss aber sagt: «Haarverlust ist kein Schicksal.» Vor 15 Jahren hat sie mit Tätowieren angefangen und dann die Kopfhautpigmentierung entdeckt, mit deren Hilfe die Wirkung von vollerem Haar erzeugt werden kann. Die Nachfrage ist gut. Für zufriedenstellende Resultate sind zwei bis drei Behandlungen nötig.

ROBUSTE ZIMMERPFLANZEN Männer sprechen mit Zimmerpf lanzen. Das ergab eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung Deutschland (GfK). Es steigert ihr Glücksgefühl und entspannt. Bei Männerpflanze, einem Angebot von Fleurope, finden sich, wie uns Angela Michel aufklärt, unkomplizierte

Pflanzen für den unkomplizierten Mann. Michel: «Der Mann will mit Pflanzen Akzente setzen, aber manchmal fehlt die Zeit für die Pflege. Wir haben 13 Pf lanzen im Angebot und jede davon hat eine eigene Persönlichkeit.» Die Pflanze «William» ist Everybody's Darling, «Charlie» sorgt für Glück und «Bruce», die Mutter aller Männerpf lanzen, hat Stehvermögen. : : : : : : : : : : : : : : : : : : : :

WWW.MANSWORLD.COM : : WWW.RISCH-SHOES.COM : : WWW.DILLYSOCKS.COM : : WWW.SELFNATION.CH : : WWW.THESARTORIALIST.CH : : WWW.NAILSMITHJOHNSON.COM : : WWW.KANOAITALIA.COM : : WWW.MOOTES.CH : : WWW.SCALPSWISS.CH : : WWW.MAENNERPFLANZE.CH : :

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Die beiden Brüder Murad (links) und Salih Esgün (rechts) führen das Atelier Glencheck & Paisley.

GLENCHECK & PAISLEY

AUF DEN LEIB GESCHNEIDERT WER EINEN PERFEKT SITZENDEN ANZUG SUCHT, FINDET DIESEN SELTEN IM WARENHAUS. EIN MASSANZUG VOM SCHNEIDER IST EINE LÖSUNG. OFT SCHEINT JEDOCH DAS GENAUE MASSNEHMEN UND DAS WARTEN AUF DAS MASS­ GESCHNEIDERTE KLEIDUNGSSTÜCK EINE ZEITRAUBENDE UND LANGWIERIGE ANGELEGENHEIT. ABER DEM IST NICHT SO. INTERVIEW MIT SALIH ESGÜN VON FREYA MOHR

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equemes Shopping – gerade für Männer hört sich das eher «ZürichRUNDSCHAU»: Mark Zuckerberg trägt Jeans und T-Shirt, nach einem Wunschtraum an. Oft ist der Kleiderkauf zeitSteve Jobs war bekannt für seinen schwarzen Rollkragenpullover. raubend und kostet Nerven. Anders bei Massschneiderei: Tragen Männer heute in der Business-Welt noch Anzug? «Wenn der Kunde einmal seine Masse hat, dann ist das AusSalih Esgün: Ja, absolut. Gerade in der Wirtschafts- und Finanzwelt ist suchen eines Massanzugs eigentlich eine schnelle, der Anzug nach wie vor ein Muss. Was auffällt, kurzweilige Angelegenheit», erklärt Salih Esgün. ist jedoch, dass immer seltener Krawatten dazu «WIR HABEN ALSO GENAUSO Zusammen mit seinem Bruder Murad führt VIELE MÖGLICHKEITEN WIE EIN getragen werden. Was ich persönlich sehr schade er das Schneideratelier Glencheck & Paisleys HERKÖMMLICHER SCHNEIDER.» finde, denn die passende Krawatte rundet das in Zürich. Neben der Beratung im eigenen Büro Outfit ab und gibt einen persönlichen Touch. besuchen sie ihre Kundschaft auf Wunsch auch zu Hause oder im Was in den letzten Jahren wieder mehr aufkommt, ist Smart Casual. Das Büro. Sie sind Stilberater, helfen bei der Auswahl des Stoffes und der heisst, Sakko und eine etwas lockerere, sportliche Chino mit Hemd und Accessoires, nehmen Mass und begleiten die Kunden bis zum perfekt ohne Krawatte. Aber das hängt natürlich immer davon ab, in welchem sitzenden Massanzug. Business man tätig ist.

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Was genau kann ich mir unter einem Massanzug vorstellen? In erster Linie sicherlich ein auf die Körpermasse und auf persönliche, individuelle Bedürfnisse abgestimmter Anzug. Dazu kommt, dass der Kunde individuell beispielsweise die Taschen, das Innenfutter und die Knöpfe aussuchen kann. Können Sie mir kurz erläutern, wie eine Beratung und das Massnehmen ablaufen? Wie vereinbaren einen Termin bei uns oder beim Kunden. Bei diesem Treffen wird in erster Linie der Stoff ausgesucht und wir besprechen, wie der Anzug optisch aussehen soll. Dann werden die Masse genommen und an den Lieferanten weitergeleitet. Dieser erstellt ein persönliches, individuell auf den Kunden abgestimmtes Schnittmuster und danach wird der Massanzug – oder das Masshemd – produziert. Vier Wochen später trifft das Kleidungsstück bei uns ein und wir machen mit dem Kunden einen Termin für die Anprobe. Wir schauen, wie das Stück sitzt und sollte es noch kleine Feinkorrekturen geben, bearbeiten wir diese in unserem Schneideratelier in Zürich. Sie schneidern also nicht selbst? Nein, wir arbeiten mit einem deutschen Lieferanten zusammen, der ausschliesslich in Europa schneidern lässt und mit italienischen und englischen Qualitätsstoffen arbeitet. Was hat ein Massanzug für Vorteile? In erster Linie sicherlich die Zeitersparnis beim Einkaufen. Haben wir mal die Masse aufgenommen und es kommt zur Bestellung eines zweiten Anzugs, muss der Kunde nicht mehr den kompletten Prozess des Massnehmens laufen. Er muss nur noch den Stoff aussuchen und sagen, wie der Anzug optisch ausschauen soll. Natürlich ist ein Massanzug auch ein individuelles Kleidungsstück, das man so sicherlich nicht in einem herkömmlichen Laden findet. Wir haben das ganze Jahr über eine Auswahl an 2 000 Stoffen. Auch wer im Winter etwas Sommerliches sucht, findet bei uns etwas Entsprechendes. Ausserdem gehen wir auch zu Kunden ins Büro. Heutzutage hat man nicht nur weniger Zeit zum Einkaufen – sondern auch keine Lust. Vor allem die Männer. Die mögen es lieber bequem.

In den Anzügen nach Mass kann Mann sich sehen lassen.

Und wie Sie schon gesagt haben, Flexibilität und Individualität bleiben bei Made-to-Measure-Anzügen bestehen … Genau, absolut. Da würde ich jetzt behaupten, müssen wir uns nicht vor einem herkömmlichen Schneider verstecken. Da können wir absolut mithalten.

Wo genau liegt der Unterschied zwischen einem Schneider, der Mass– anzüge herstellt wie Sie, und einem traditionellen Schneider? Es ist nicht so, dass wir im Gegensatz zu traditionellen Schneidern nur Hosen- und Ärmellängen abstecken. Wir haben bis zu 100 verschiedene Möglichkeiten, wie wir den Schnitt, die Messpunkte und die Konfek­ tionspunkte abmessen können. Es ist also weit mehr als einfach nur Ärmellängen kürzen. Wir arbeiten mit dem Made-to-Measure-Modell. Das heisst, wir gehen immer von einem Grundmodell aus. Mit dem Grundmodell bestimmen wir zuerst die Grundgrösse, und von da an können wir sehr viele Änderungen vornehmen, sodass der Anzug dann perfekt auf den Kunden abgestimmt ist. Der Vorteil bei uns ist, dass wir nach etwa vier Wochen das Kleidungsstück bei uns haben. Und dann hat der Kunde einen Termin für die Anprobe. Wir haben also genauso viele Möglichkeiten wie ein herkömmlicher Schneider.

Die Zeiten sind vorbei, als sich ein Anzug noch mit individuellen Knopflöchern oder buntem Innenfutter von anderen Anzügen abheben konnte. Heute sind Massanzüge ein aufstrebendes Business. Wie heben Sie sich von den Mitbewerbern ab? Das ist richtig, es gibt immer mehr Anbieter von Massanzügen. Aber wir konzentrieren uns primär auf uns und schauen, dass wir uns stetig verbessern. Für uns ist es wichtig, dass wir uns für den Kunden Zeit nehmen, dass wir seine Bedürfnisse erkennen, wahrnehmen und bestmöglich umsetzen. Dazu ist Flexibilität für uns sehr wichtig, zum Beispiel sind wir flexibel mit den Terminen und arbeiten auch zu Zeiten, zu denen andere vielleicht nicht mehr geöffnet haben. Mein Bruder und ich sind jetzt seit über 20 Jahren in der Modebranche tätig, und ich denke, wir haben eine grosse Erfahrung, was Mode und das Beraten der Kundschaft anbelangt.

Und wie sieht es mit dem Preis aus? Der preisliche Aspekt ist natürlich ein weiteres Plus: Viele unserer Kunden können es sich leisten, einen Anzug bei einem traditionellen Scheider machen zu lassen. Bei uns bekommen sie jedoch für denselben Preis vier Anzüge. Und diesen Mehrwert und die Möglichkeit, die Garderobe zu wechseln, wissen unsere Kunden zu schätzen. Bei uns bekommen die Kunden zum Beispiel einen Massanzug aus italienischen Stoffen schon ab 959 Franken.

Sehen Sie sich eher als Schneider oder als Stil- und Modeberater? Sicherlich in erster Linie als Stil- und Modeberater. Natürlich haben wir durch unsere jahrelange Erfahrung in der Modebranche auch mit Schneidern zusammengearbeitet. Somit haben wir das Auge und das Wissen, um gewisse Zusammenhänge miteinander zu verknüpfen: Wenn wir gewisse Änderungen vornehmen, wissen wir, was das für Konsequenzen auf andere Masse hat. Das ist auch zwingend notwendig, sonst könnten wir unseren Beruf gar nicht professionell ausführen.

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Wer das Atelier betritt, findet sich in einer Welt aus feinen Tüchern, Stoffen und Accessoires wieder.

Am Anfang haben Sie bereits Krawatten angesprochen. Neben Massschneiderei bietet Glencheck & Paisley auch Accessoires an … Wir haben zum Beispiel Schuhe, die in Österreich hergestellt werden, dann Krawatten und Einstecktücher, die von Drake’s London in England hergestellt werden. Wir bieten alles an, was für den Herren wichtig ist: vom Mantel und Regenmantel über Anzug, Hemd, Hose bis zur Freizeithose – alles von Kopf bis Fuss.

Mit dem korrekten Mass entsteht am Ende ein passgenaues, massgeschneidertes Kleidungsstück.

Sie arbeiten viel mit feinen Stoffen, und Qualität ist Ihnen wichtig. Wie können Sie diese garantieren? Wie gesagt, arbeiten wir mit einem deutschen Lieferanten zusammen. Da wir ausschliesslich in Europa produzieren, haben wir relativ kurze Lieferzeiten und -wege. Zudem findet die ganze Kommunikation mit unseren Lieferanten auf Deutsch statt. Das vereinfacht vieles. Ebenso legen wir natürlich grossen Wert auf die Stoffe. Dazu gehören extrem hochwertige Stoff hersteller wie Loro Piana, Holland & Sherry, Vitale Barberis und Ariston Napoli – namhafte italienische und englische Stofflieferanten, die top Qualität bieten. Ist es für Ihre Kunden wichtig, dass der Massanzug in Europa geschneidert wird? Für unsere Kunden ja. Das kann ich 100-prozentig so beantworten. Klar gibt es auch diverse Anbieter, die in Fernost produzieren lassen. Das kam für uns jedoch nie infrage. Als wir das Unternehmen gegründet haben, war für uns klar, wir möchten Made in Europe. Und für den grössten Teil unserer Kunden ist das wichtig, und sie finden es top, dass wir das so machen.

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Wagen wir einen Blick in die Zukunft. Wo sehen Sie da die Masskonfektion beziehungsweise das personal Tailoring? Ich sehe der Zukunft eigentlich relativ gelassen entgegen. Der Kunde, der sich für einen Massanzug entscheidet, der möchte die persönliche Beratung. Das Face-to-Face-Gespräch, der persönliche Kontakt, ist ganz wichtig. So etwas kann man nicht übers Internet abwickeln. Durch das persönliche Gespräch erfahren wir viel über den Kunden, wie er das Kleidungsstück haben möchte, was ihm wichtig ist. Deswegen bleibt die Massschneiderei weiterhin bestehen. Die Kunden möchten nicht in ein Warenhaus gehen, sondern zum Scheider, zum Berater, von dem Sie wissen, dass er sich ein zwei Stunden Zeit für sie nimmt und nur für sie da ist. Das ist wichtig. Wie sieht es bei Glencheck & Paisley aus, was sind die Pläne für die nächsten Jahre? Natürlich der stetige Ausbau der Stammkundschaft. Uns ist aber wichtig, dass wir trotzdem schlanke Strukturen haben, schnell reagieren können, kurze Entscheidungswege haben und das Ganze auf einer persönlichen und engen Kundenbeziehung aufbauen. Zudem ziehen wir Mitte März in ein neues Atelier in der Stockerstrasse. Wir bleiben im selben Quartier, aber es kommt etwas neuer Wind in unser Unternehmen.

GLENCHECK & PAISLEY Stockerstrasse 43 CH-8002 Zürich Telefon +41 (0) 79 334 79 23 info@glencheckandpaisley.ch : : WWW.GLENCHECKANDPAISLEY.CH : :


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Bei einem stilvollen Auftritt zählt das Gesamtkonzept: Hemd, Anzug, Weste und Krawatte.

THATSUITS GMBH

DER ERSTE EINDRUCK ZÄHLT «KLEIDER MACHEN LEUTE» – EINE ALTE WEISHEIT, DIE BIS HEUTE NICHTS AN GÜLTIGKEIT VERLOREN HAT. EIN PERFEKT SITZENDER ANZUG, DER DIE PERSÖNLICHKEIT DES TRÄGERS UNTERSTREICHT, HINTERLÄSST BEIM GEGENÜBER EINEN ÜBERZEUGENDEN UND BLEIBENDEN ERSTEN EINDRUCK. WIE MAN MIT INDIVIDUELL AUF SICH ABGESTIMMTER MASSBEKLEIDUNG BEI JEDER GELEGENHEIT EINE SPRICHWÖRTLICH GUTE FIGUR MACHT UND DABEI DIE AKTUELLEN MODETRENDS BERÜCKSICHTIGT, ZEIGEN DIE STILEXPERTEN DES SCHWEIZER MASSBEKLEIDUNGSUNTERNEHMENS THATSUITS. VON FREYA MOHR

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orauf gilt es besonders zu achten bei einem Anzug oder Kostüm für den Business-Alltag? Ist es die Farbe, das Muster oder das Material? Die Antwort ist: keines davon. Die oberste Maxime ist eine perfekte Passform. Vielfach wird unterschätzt, welche positive Wirkung sich mit der optimalen Kleidung erzielen lässt.

Studien belegen: Beim Menschen entsteht der erste Eindruck innerhalb von wenigen Sekunden. Der Mensch nimmt etwa 83 Prozent der Informationen über das Auge auf. Die restlichen 17 Prozent teilen sich auf das Gehör und die restliche Sensorik des Körpers auf. Aus diesem Grund bestimmt das optische Auftreten den ersten Eindruck. Diese Tatsache schwächt das Argument, dass das Gesagte wichtiger ist als das Aussehen. Genaugenommen fallen die gewählten Worte nur zu zehn Prozent ins Gewicht. Dies untermalen auch verschiedene Studien, die besagen, dass attraktive Menschen einfacher durchs Leben gehen, da sie meist einen ersten guten Eindruck hinterlassen.

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BEEINDRUCKENDER AUFTRITT Selbstverständlich sind das Aussehen und der Auftritt nicht die alleinigen Gründe für einen guten Eindruck. Die Fachkompetenz der entsprechenden Person ist auch ausschlaggebend. Aber eben sekundär in Bezug auf den ersten Eindruck. Und wie das Sprichwort so schön heisst: «Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.» Aus diesem Grund lohnt es sich, der Bekleidung mehr Beachtung zu schenken. Bei einem Sakko oder Blazer mit zu breiten Schultern und zu langen Ärmeln oder einem Hosenbund, der zu eng ist, kann der erfolgreiche Auftritt schnell ins Gegenteil umschlagen. Den neuesten Modetrends zu folgen, bedeutet zudem nicht automatisch, perfekt gekleidet zu sein. Vielmehr gilt es auch hier, auf die Physiognomie, den Ton der Haut und die Persönlichkeit des Anzugträgers einzugehen. Der Anzug sollte auf den Träger abgestimmt sein und zu dem Anlass passen, bei dem der Anzug eingesetzt werden soll. Ebenso beeinflussen die Farben das Gegenüber. Deswegen muss auch die Wahl der Farbe das erwünschte Ziel unterstützen:


Bei Thatsuits entstehen Anzüge nach Mass.

Soll der Anzug oder das Kostüm beruhigend und vertrauenserweckend auf das Gegenüber wirken oder eher bestimmt und dominierend? Die Wahl der Farbe bestimmt diese Faktoren des Auftritts.

ANZUG NACH MASS Die perfekte Lösung, um alle Ziele unter einen Hut zu bringen, ist ein massgeschneiderter Anzug eines Unternehmens wie Thatsuits, das sich auf qualitativ hochwertige Massbekleidung spezialisiert hat. Im Beratungsgespräch wählt der Massschneider gemeinsam mit dem Kunden einen Stoff aus und stimmt diesen auf den Typ des Trägers und den Anlass ab. «Bei der Beratung weisen wir selbstverständlich auf die kommenden Modetrends hin», berichtet Markus Soltermann, Geschäftsführer der Firma Thatsuits. «Jedoch ist unser oberstes Gebot, einen Anzug zu schneidern, der perfekt zum Träger passt und der seiner Figur schmeichelt. Nicht ein Anzug, der blindlings den Modetrends folgt», ergänzt Soltermann. Nach erfolgter Massabnahme fertigt das Schneideratelier den Anzug in Feinmass an. Bei der Anprobe schlüpft der Kunde erstmals in seinen geschneiderten Anzug. Es ist an der Zeit zu überprüfen, an welchen Stellen der Anzug noch optimiert werden muss, damit dieser auch zu 100 Prozent perfekt sitzt. Nach erfolgter Übergabe des Anzugs steht dem erfolgreichen Auftritt beim nächsten wichtigen Kundengespräch oder festlichen Anlass nichts mehr im Weg.

ERSCHWINGLICHE PREISE In der Schweiz ist nach wie vor der Irrglaube verbreitet, Massbekleidung sei unerschwinglich. «Diese Zeiten sind schon längst vorbei», er­k lärt Soltermann. Ein Massanzug muss heute nicht mehr kosten als ein qualitativ hochwertiger Anzug ab der Stange. «Die Preise der Anzüge richten sich ausschliesslich nach der Wahl des Stoffs», führt er fort. Das heisst, je feiner und edler der Zwirn, umso teurer ist der Anzug nach Mass. «Bei Thatsuits gibt es den Massanzug in einer 120’s-Merino-­ Wolle bereits ab 850 Franken und das Masshemd bereits ab 125 Franken», legt Soltermann nahe.

UNTERNEHMENSPROFIL Das Schweizer Unternehmen Thatsuits spezialisiert sich seit 2005 auf qualitativ hochwertige Massbekleidung für Männer und Frauen. Das Sortiment umfasst neben Anzügen, Kostümen, Etuikleidern, Hemden, Blusen, Mänteln, Polohemden, Jeans, Chino-Hosen und Cargo-Hosen nach Mass auch diverse Accessoires sowie eine eigene Unterwäschelinie. Thatsuits ist mit zwei Ateliers in Zürich und einem Atelier in Basel vertreten. Die Mode­beraterinnen und Modeberater sowie der Inhaber Markus Soltermann beraten die Kunden vor Ort und in der ganzen Schweiz. Das Besondere: Kunden können sich die Massbekleidung auch im Büro oder bequem zu Hause aussuchen. Thatsuits kommt überall dorthin, wo sich der Kunde gerade befindet.

THATSUITS GMBH Atelier Zürich-Oerlikon Birchstrasse 115 CH-8050 Zürich Atelier Zürich Stockerstrasse 43 CH-8002 Zürich Atelier Basel | Hot Lemon Gerbergässlein 22 CH-4052 Basel Telefon +41 (0) 44 831 24 55 info@thatsuits.com : : WWW.THATSUITS.CH : :

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STYLE JUCAN TAILOR-MADE

INDIVIDUALITÄT NACH MASS DASS DIE KLEIDUNG DIE PERSÖNLICHKEIT NACH AUSSEN TRÄGT, WUSSTE JOHANNES UCAN SCHON IMMER. DIE «ZÜRICHRUNDSCHAU» SPRACH MIT DEM STILEXPERTEN UND INHABER VON JUCAN TAILOR-MADE ÜBER SEINE LEIDENSCHAFT MODE, SOCIAL-MEDIA-MARKETING UND SEINE IDEEN FÜR DIE ZUKUNFT. INTERVIEW MIT JOHANNES UCAN VON FREYA MOHR

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it seiner Leidenschaft für Mode auch andere begeistern, das ist Johannes Ucans Ziel. Bereits während seiner Ausbildung zum Automechaniker interessierte er sich mehr für seinen Blaumann als für die Autos. Erst als er bei verschiedenen renommierten Herrenausstattern arbeitete und seine täglichen Outfits auf Instagram und Facebook postete, konnte er seine Leidenschaft richtig ausleben. Seit 2012 ist er auf Instagram unter dem Namen @jj88fashionist als bekannter Fashion-Influencer und Mode-­ Blogger unterwegs. Zwei Jahre später machte er sich selbstständig und eröffnete sein eigenes Atelier für Massanzüge: JUCAN tailor-made. «Durch meinen Job kann ich meine Leidenschaft für Mode täglich leben und sie mit anderen teilen», begründet er den Reiz seiner Arbeit.

Anzüge, Hemden, Mäntel, aber auch Schuhe, bunte Einstecktücher und elegante Manschettenknöpfe gibt es in seinem Geschäft. Eben alles, was der stilbewusste Anzugträger von heute braucht. Das Spannende für Johannes Ucan an seinem Beruf ist eben nicht nur, den Kunden einen perfekt sitzenden Anzug zu fertigen. Es sind auch der persönliche Kundenkontakt, die individuelle Stilberatung und die Freundschaften, die daraus entstehen. «ZürichRUNDSCHAU»: «Kleider machen Leute», heisst ein bekanntes Sprichwort. Inwiefern können Sie dies bestätigen? Johannes Ucan: Ich bin tatsächlich der Meinung, dass die «richtige» Kleidung – und diese ist immer individuell unterschiedlich – einen

Johannes Ucan ist Inhaber von JUCAN tailor-made.

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STYLE enormen Effekt auf die Eigen- sowie die Fremdwahrnehmung hat. Kleidung ermöglicht es, seinen Stil nach aussen zu tragen und beeinflusst den ersten Eindruck. Umso wichtiger ist, dass das Outfit dem Anlass entspricht und perfekt sitzt. Ich mache oftmals die Beobachtung, und bekomme das von Kunden bestätigt, dass sie sich in einem Massanzug selbstbewusster fühlen und sich dadurch ihr Auftreten positiv verändert. Wie sieht moderne Business-Mode heute aus und wohin gehen die Trends in diesem Jahr? Der Trend der Individualisierung und stetiger Optimierung hinterlässt auch in der Modebranche seine Spuren. Männer, die beruf lich einem Dresscode unterliegen und beispielsweise in Anzug oder zumindest in Business Casual erscheinen müssen, haben die Massmode für sich entdeckt. Es ist jedoch ein Wandel zu erkennen, der sich vor allem auf tragbare und bequeme Mode fokussiert. Also Anzüge, die knitterfest und bequem sind, aber dennoch einen modernen Schnitt haben. Was bedeutet modern bei einem Anzug? Modern bezeichnet mit heutigem Standard eine schmale Taille und eine etwas engere Hosenform, die fast schon an einen Chino-Schnitt erinnert. Farblich bleibt es vor allem im Business-Alltag klassisch. Die Farben Anthrazit und Dunkelblau, in Kombination mit einem weissen oder hellblauen Hemd, liegen da sicherlich auch in Zukunft ganz weit vorne. Schwarz wird leider vor allem im Business immer noch oft getragen, gehört aber meiner Ansicht nach entweder auf eine Beerdigung oder in Form eines Smokings auf einen Gala-Event.

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zeichnet haben. Das entspricht nicht unserer Philosophie. Wir wollen, dass die Menschen auf uns zukommen, weil sie einen Anzug von JUCAN tailormade haben möchten. Wenn sie ihren Massanzug dann in den sozialen Netzen teilen, ist das für uns durchaus ein schöner Nebeneffekt und sicherlich auch eine gute Marketingmassnahme. Aktiv suchen wir diese Möglichkeiten jedoch nicht. Aber wir erzählen natürlich gerne, wenn wir die Ehre haben, für namhafte Stars wie Granit Xhaka, DJ Antoine, Haris Seferovic oder Timo Meier Anzüge schneidern zu dürfen. Massanzüge sind keine Einheitsmode, sondern immer wieder ein bisschen anders. Wo finden Sie Inspiration? Inspiration finde ich beispielsweise durch die unendliche Vielfalt auf Instagram und die damit in Verbindung stehenden Profile von anderen Modebegeisterten, Fashion-Ikonen und Brands. Weiter versuche ich, mindestens einmal jährlich die Pitti Uomo in Florenz zu besuchen. Die Pitti gilt als die wichtigste und exzentrischste, internationale Messe für Herrenmode. Aber auch meine Kunden finde ich extrem inspirierend. Kein Anzug gleicht dem anderen, und durch die Vielzahl an Bestellungen und Kundenkontakten werde ich auch von ihnen auf neue Ideen gebracht und kann mir hier und da etwas abgucken. Die Besuche in den Produktionsstätten von JUCAN, respektive die Gespräche mit den erfahrenen Menschen hinter den Nähmaschinen, liegen mir zusätzlich sehr am Herzen. Sie ermöglichen mir, Insights aus erster Hand zu bekommen. In gemeinsamen Gesprächen führen sie zu vielen neuen Ideen, neuen Möglichkeiten und vor allem neuer Inspiration.

Sie sind vielen als Fashion-Influencer Jojo Ucan bekannt. Wie hat Ihre berufliche Laufbahn in der Massschneiderei begonnen? Nachdem mich unendlich viele Leute nach Fashion-Tipps gefragt haben und woher ich beispielsweise diese Hose oder jenes Sakko habe, fasste ich den Entschluss: Ich muss meine Outfits selber produzieren und perfektionieren. Perfektionieren aus dem Grund, da der Markt für individuelle Herrenmode damals einfach zu wenig hergab. Damals wie heute bin ich der Überzeugung, dass es jeder Mann verdient, einen Massanzug zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Daraus ist meine Selbstständigkeit entstanden. Parallel dazu habe ich natürlich weiter an meinem Netzwerk in den sozialen Medien gebaut und dieses bewusst eng mit meinem Unternehmen verknüpft. Der Weg in die Selbstständigkeit brauchte enorm viel Mut, hat sich aber rückblickend auf jeden Fall ausgezahlt! Lässt sich Massbekleidung über Social-Media-Marketing vermarkten? Es hilft sicherlich, wenn man über solch ein Netzwerk verfügt. Vieles basiert in unserem Business auf Mund-zu-Mund-Empfehlungen, und dafür werden heutzutage vermehrt die sozialen Medien genutzt. Wenn ich meine Outfits aus dem Hause JUCAN poste, mache ich jedoch in erster Linie keine Werbung, sondern zeige den Leuten meine Leidenschaft und die Möglichkeiten der Mode. Ich will begeistern. Und das ist natürlich einfacher, wenn 84᾽000 Menschen mein Bild sehen als lediglich 700. Für die klassische Werbung nutzen wir jedoch unseren firmeneigenen Account @jucantailormade. Auch hier ist nicht das Marketing als solches entscheidend, sondern die Qualität der Produkte und die damit zusammenhängende Zufriedenheit der Kunden. Denn zufriedene Kunden kommen wieder und empfehlen uns weiter. Das ist die beste Werbung, die man haben kann – unbezahlbar. Nutzen Sie die Reichweite anderer Influencer oder Stars, damit diese Ihre Massanzüge promoten? Unsere Kunden sollen unsere Anzüge mit Stolz und Freude tragen. Aber nicht, weil sie dafür Geld bekommen oder ein Influencer-Agreement unter-

Passende Accessoires machen den Look erst perfekt.

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Im Atelier können die Kunden Stoffe anfassen und verschiedene Schnitte probieren.

Sie haben eine enorm grosse Auswahl an Stoffen. Wenn der Kunde die Verraten Sie unseren Lesern das Erfolgsrezept Ihres Unternehmens? alle durchsieht, ist er sicherlich überfordert. Wie gehen Sie vor und Ich bin der Meinung, dass es kein allgemein gültiges Erfolgsrezept gibt. helfen ihm bei der Auswahl? Es gibt keine Zauberformel, die einem zum Erfolg verhilft. Vielmehr ist Ihre Aussage mit der Überforderung teile ich absolut. Grundsätzlich kann es harte Arbeit, eine gewisse Risikobereitschaft gepaart mit Mut und man sich von der riesigen Auswahl an Stoffen, Details und KonfigurationsSelbstvertrauen und natürlich ein hohes Mass an Kompetenz. Man möglichkeiten schnell erschlagen fühlen. Doch genau hier kommen wir als muss einem Ziel alles unterordnen können und dieses stets im Fokus Berater ins Spiel. Unsere Aufgabe ist es, den Kunden durch den Prozess zu behalten. All die genannten Attribute sind aber nichts wert, wenn man führen, seine Neigungen und Wünsche zu erkennen und ihm daraufhin nicht mit voller Leidenschaft bei der Sache ist. Das ist das Wichtigste! einzelne Vorschläge zu präsentieren. So kann die Auswahl schnell eingeDabei geht es nicht zwingend um Erfolg, denn dieser ist schwer planbar. grenzt und der Kunde entlastet werden. Wir fokussieren uns in unserer Vielmehr geht es darum, tagtäglich besser zu werden, sich der Excellence täglichen Arbeit sehr stark auf diese Kompetenz und zu verschreiben und dafür alles zu tun, was in der eiunterstützen den Kunden bei jedem seiner Auswahl- «ICH WILL BEGEISTERN.» genen Macht steht. Dazu gehört auch, dass man sich schritte. Denn schluss­endlich wollen wir zufriedene einem gemeinsamen Ziel verschreibt und als Team Kunden. Zusätzlich tüfteln wir zurzeit an einer Idee, die den Auswahlfunktioniert. Alle Mitarbeitende von JUCAN tailor-made streben danach, prozess deutlich vereinfachen und das Vorstellungsvermögen des Kunden unsere Kunden bestmöglich zufrieden zu stellen. Es zählt der unbändige entlasten soll. Leider kann ich aber dazu noch nicht mehr verraten, da wir Wille, sich und sein Unternehmen stetig zu verbessern. Diese Beharruns erst in der Entwicklungsphase befinden. Es existiert in dieser Hinsicht lichkeit ist das, was einen selbst, die Mitarbeitenden und damit auch aber definitiv noch einiges an Verbesserungspotenzial in Kombination mit das Unternehmen nach vorne bringt. Bei alldem darf man aber nicht der fortschreitenden Digitalisierung. vergessen, Demut zu zeigen. Nicht viele Menschen auf dieser Welt haben das Glück, so privilegiert zu leben wie wir. Für unsere Privilegien sollten Der Kunde hat den Stoff gewählt und sich für ein Schnittmuster entwir jeden Tag dankbar sein. schieden. Wie wichtig sind nun Accessoires bei einem Massanzug? Ein Anzug ohne die passenden Accessoires und aufeinander abgestimmte JUCAN TAILOR-MADE Details ist wie ein Winter ohne Schnee. Einfach nicht vollkommen. Die Accessoires sind das optische Highlight des Outfits und dürfen gerne Rorschacherstrasse 43 auch mal farblich etwas hervorstechen. Um es metaphorisch auszuCH-9000 St. Gallen drücken: Der Anzug ist die grundierte Leinwand, das farbige Bild machen dann aber die Accessoires. Und dazu gehört von Krawatte und EinsteckBoulevard Lilienthal 5 tuch bis hin zu den Manschettenknöpfen, Gürtel, Socken und Schuhen CH-8152 Opfikon alles. Deswegen war mir von Anfang an wichtig, dass wir unsere Kunden Telefon +41 (0) 79 487 42 14 komplett einkleiden können. Die Auswahl hat sich immer weiter ausinfo@jucan.ch gebaut. Heute verfolgen wir bei JUCAN tailor-made das «One-StopShop-Konzept». Damit können wir unseren Kunden alles – vom Mass: : WWW.JUCAN.CH : : anzug bis zum Manschettenknopf – aus einer Hand anbieten.

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www.ta-bou.com

Uraniastrasse 31 next to Jelmoli-Parking


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STYLE SUTER & CO. PERSONAL TAILORS

WENN MODE KOMMUNIZIERT EIN GUT SITZENDER ANZUG IST MEHR ALS EIN EINFACHES KLEIDUNGSSTÜCK. ER ZEUGT VOM STIL DES TRÄGERS UND SIGNALISIERT SERIOSITÄT UND KOMPETENZ. IM BUSINESSALLTAG BEGEGNEN EINEM JEDOCH OFT SCHLECHT SITZENDE ANZÜGE. PHILIPP SUTERS MISSION IST ES, DAS ZU ÄNDERN. INTERVIEW MIT PHILIPP SUTER VON FREYA MOHR

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er erste Eindruck zählt – besonders was die Businesswelt nicht so, dass Männer keine Mode tragen wollen, aber sie haben wenig angeht. Ein gut sitzender Anzug ist hier das A und O. Er Zeit. Sie haben wichtigere Sachen im Kopf und deshalb ist die Garderobe kommuniziert mit dem Gegenüber und vermittelt Seriosität. der meisten Männer eher Basic. Hier helfen wir, indem wir nicht nur ein Gleichzeitig gibt einem der Anzug Selbstvertrauen und Lieferant oder Anbieter von Anzügen sind, sondern dem Kunden als StilSicherheit. Allerdings ist nicht immer einfach, auch den perfekten Anzug und Modeberater zur Seite stehen. zu finden. Philipp Suter, Inhaber des Schneiderateliers Suter & Co., berät deshalb seine Kunden auch in Sachen Mode Warum braucht es gute Businessmode? und Stil. Der erste Schritt für einen perfekt Die Art, wie man sich kleidet, ist in gewisser «BEI UNS IST DIE PERSÖNLICHE sitzenden Massanzug. BEDIENUNG EIN WICHTIGER PUNKT.» Weise Kommunikation und spiegelt ein Bild nach aussen. Das hat Einfluss auf das eigene, «ZürichRUNDSCHAU»: Männer und Mode – das sehen viele als zwei aber auch auf das Gemüt des Gegenübers – egal, ob das ein Kunde, ein Gegensätze. Wie stehen Sie dazu? Lieferant oder der eigene Mitarbeiter ist. Es ist ein gewisses SelbstbePhilipp Suter: Die grössten Modeschöpfer der Geschichte waren und sind wusstsein, das sich auf den Anzugträger überträgt. Natürlich hat jede Männer – sei es Christian Dior, Giorgio Armani, Karl Lagerfeld oder Branche seine eigene Businessmode: In der IT ist es mehr Jeans und heutzutage Tom Ford. Das sind nur einige, die genannt werden können. T-Shirt und für Bankangestellte eher der Anzug. Aber schlussendlich Wieso sollten Männer aber nur schöpfen und nicht selber tragen? Es ist gilt auch für den IT-Mitarbeiter: Wenn er sich präsentieren oder einen

Der gewählte Kleidungsstil vermittelt eine unterbewusste Botschaft an das Gegenüber.

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Vertrag abschliessen möchte, trägt er mindestens Hemd und Sakko, um eleganter, modischer und klassischer zu wirken. Genau diese Werte gibt er durch die Kleidung weiter. Sie kommen aus der Finanzwelt. Wodurch kam da der Einstieg in die Modebranche? Die Mode hat mich immer interessiert und ist meine Leidenschaft. Aber ich hatte nie die Zeit, mich darum zu kümmern. Irgendwann habe ich entschieden, meine Leidenschaft für Mode- und Stilbewusstsein auszuweiten und mich darauf zu konzentrieren. Deshalb habe ich mich in dem Bereich selbstständig gemacht. Wodurch zeichnen sich die Massanzüge von Suter & Co. aus? Wir sind auf jeden Fall einer der wenigen Anbieter, die in Europa produzieren und nicht in Fernost. Ausserdem richtet sich bei uns der Stil nach dem Kunden. Wir machen nicht einen Anzug und passen jeden Kunden darin ein. Wir haben amerikanische Kunden, die es lieber etwas lockerer, grösser und weiter mögen, wir haben italienische Kunden, die es eng und tailliert mögen und wir haben Kunden, die etwas Langlebiges haben möchten. In dieser Hinsicht bedienen wir jeden Kunden individuell. Wir zwingen ihm nicht unseren Stil auf, sondern fertigen seinen gelebten Stil an. Was genau bieten Sie Ihren Kunden an? Wir haben zwei Angebote: Zum einen die weit verbreitete Masskonfektion, die aufgrund von existierenden Schnittmustern gefertigt wird. Unsere Schneider fertigen täglich viele Anzüge für die ganze Welt an und erfüllen alle Anforderungen an ein hervorragendes Kleidungsstück. Auf der anderen Seite haben wir das Feinmass, auch genannt Bespoke. Dafür haben wir Schneider in Italien, die in traditioneller Weise und von Hand nach alten neapolitanischen Kenntnissen und Erfahrungen die Anzüge fertigen. Diese Anzüge haben ein ganz anderes Leben. Und trotzdem muss der Kunde bei uns nicht gleich 5 000 Franken für einen Anzug hinlegen. Es gibt aber sicherlich einen preislichen Unterschied zwischen der Masskonfektion und dem Bespoke Tailoring? Auf jeden Fall. Feinmass ist wirklich völlig von Hand gefertigt und hat schlussendlich ein ganz anderes Finish. Aber wir starten auch da bereits ab 2 500 Franken. Wer beim Feinmass in der Qualität der Stoffe auf eine Marke verzichtet, bekommt trotzdem einen sehr guten Anzug, der handgefertigt ist. Andererseits ist es so, dass bei uns auch eine Masskonfektion mit einem schönen, exklusiven Stoff bei 2 500 Franken liegen kann. Es ist ein fliessender Übergang. Mass nehmen, Stoffe auswählen, letzte Anpassungen vornehmen – für all das muss sich der Kunde viel Zeit nehmen. Zeit ist heutzutage ein rares Gut. Schreckt dieser Zeitaufwand die Kunden nicht ab? Beim ersten Mal braucht es sicher ein bisschen mehr Zeit, als man es von einem Geschäft gewohnt ist, in das man kurz reingeht, etwas anprobiert und dann wieder rausläuft. Aber in der Massschneiderei geht es auch mehr darum, den Kunden kennenzulernen. Wir finden raus, was er sucht, um ihm genau das Richtige anzubieten. Wir haben Kunden, die in rund 30 Minuten ihr Modell gefunden haben. Die wissen, was sie suchen und dann geht es nur noch um das Vermessen. Sobald wir einmal die Masse des Kunden haben, alles passt und er zufrieden ist, können wir einen neuen Anzug einfach nachbestellen. Dann kommt der Kunde vielleicht fünf Minuten vorbei und sucht sich nur noch einen neuen Stoff aus. Das ist dann eine Zeitersparnis im Gegensatz zum Laden. Ateliers für Massanzüge gibt es heute einige in Zürich. Durch welchen Service heben Sie sich von den Mitbewerbern ab?

Anzüge nach Mass verleihen dem Träger Selbstbewusstsein und Seriosität.

Philipp Suter hat sich mit seiner Leidenschaft für Herrenmode selbstständig gemacht und Suter & Co. gegründet.

Bei uns ist die persönliche Bedienung ein wichtiger Punkt. Ich bediene unsere Kunden stets selbst – das kann am Abend, am Sonntag oder in einer Zwischenpause sein. Da passe ich mich dem Kunden an und bin sehr flexibel. Diesen Service biete ich nicht nur im Laden an, sondern auch beim Kunden zu Hause, im Büro oder wo es ihm am besten passt. Diese persönliche Komponente geht weiter, indem wir dem Kunden seinen Anzug auch nach Hause liefern oder per Post nach Übersee schicken. Worauf fokussieren Sie sich in der Zukunft? Wir merken, dass das Feinmass immer mehr Kunden anzieht. Sie fühlen den Unterschied zwischen Masskonfektion und Feinmass. Dadurch, dass wir ein preislich attraktives Feinmass anbieten, zahlt der Kunde zwar ein bisschen mehr, erhält aber ein individuelles Kleidungsstück. Das ist ein wichtiger Punkt, auf den wir uns in Zukunft konzentrieren. Ausserdem zählt weiterhin die persönliche Komponente. Viele Unternehmen setzen jetzt auf 3-D-Vermessung und Online-Shops. Für uns ist die persönliche Beziehung zum Kunden entscheidend. Er muss nicht den Online-Shop durchstöbern, sondern ruft uns kurz an und bestellt den gleichen Anzug wie letztes Mal, nur in Dunkelblau.

SUTER  & CO. PERSONAL TAILORS Selnaustrasse 1 CH-8001 Zürich Telefon +41 (0) 44 280 38 38 info@suterandco.com : : WWW.SUTERANDCO.COM : :

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Die Hauptfiliale von Hadodo Textilpflege & Schneiderei in Zürich.

HADODO TEXTILPFLEGE & SCHNEIDEREI

PROFESSIONELLES HANDWERK DURCH GENERATIONEN TEXTILIEN IN DIVERSEN FORMEN UND SCHNITTEN SIND SEIT DER FRÜHEN MENSCHHEITSGESCHICHTE NICHT WEGZUDENKEN. DURCH DIE EFFIZIENTERE HERSTELLUNG VON KLEIDUNGSSTÜCKEN IN DER NEUZEIT UND DIE DADURCH GRÖSSERE GARDEROBE UND HÖHER FREQUENTIERTE WECHSEL IST ES EIGENTLICH NAHELIEGEND, DASS DIE NACHFRAGE AN TEXTILPFLEGE WEITER AN BEDEUTUNG GEWINNT. VON LONE K. HALVORSEN

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ufgewachsen in einem Familienbetrieb, der seit 35 Jahren in der Textilbranche tätig ist, hat Joseph Hadodo bereits als Kind unzählige Erfahrungen sammeln können, die er bis heute in seine Arbeit einfliessen lässt. Er absolvierte eine Ausbildung in der Verkaufsbranche, aber vor sechs Jahren zog es ihn wieder zurück ins vertraute Business, in dem er gross geworden war. Auf die Entscheidung, in das Familiengeschäft einzusteigen, folgte die Eröffnung der Filiale in Zürich.

DER ÖKOLOGISCHE FUSSABDRUCK Ob nun die Lieblingsjeans einen Riss hat, das Glückskleid einen hartnäckigen Fleck oder sich beim bequemen Hoodie die Nähte lösen: Sollen wir das Kleidungsstück entsorgen, reinigen oder gar reparieren lassen? Ersteres trifft in der heutigen Wegwerfgesellschaft leider meist zu. Wenngleich, «in den letzten Jahren konnte ich einen Gegentrend quer durch alle Alters- und Einkommensschichten erkennen: den Wunsch zu mehr Bewusstsein und mehr Nachhaltigkeit. Nicht nur der ökologische Fussabdruck spielt eine Rolle, sondern auch der emotionale, denn mit Kleidungsstücken verbinden wir Erinnerungen und symbolische Bedeutungen, die wir, so lange es geht, erhalten möchten», erzählt Joseph.

Das professionelle Schneiderhandwerk hat er von seinem Onkel, von dem er das Geschäft übernommen hatte, beigebracht bekommen. «Auch konnte ich vieles aus meinem Erfahrungs-Rucksack – dank anderer Familienmitglieder – anwenden, da sich der Schneiderberuf in unserer Familie schon zu einer generationenübergreifenden Tradition entwickelt hat. Da meine Eltern im aargauischen Unterkulm seit 1985 eine Chemische Reinigung mit Schneiderei betreiben, können wir auch heute noch die gesamte Palette der Kundenwünsche abdecken.» Die Eltern sind somit hauptsächlich für die Reinigung und Joseph für die gesamten Näharbeiten zuständig.

MEHR ALS «NUR» EINE SCHNEIDEREI … In den letzten Jahren konnte die Stammkundschaft, die der Onkel mitbrachte, ausgebaut und auch ausserhalb des Quartiers etabliert werden. Samstags treffen sich oftmals Nachbarn und Freunden während der Abgabe oder Abholung ihrer Kleidungsstücke und halten noch einen kleinen Schwatz im Atelier. Zudem war der Schneider an vielen öffentlichen Projektarbeiten beteiligt; wie zum Beispiel die Anpassungen der Anzüge für Dominic Deville für die Late Night Show, eine Werbekampagne der Migros, SBB und für weitere Personen und Formate aus der Werbung, TV und Printmedien. «Es erfüllt mich mit Stolz, die langjährige Textil­ erfahrung der Familie als neue Generation mit in meine zeitgenössische Arbeit einfliessen zu lassen und gleichzeitig an neuartigen und interessanten Aufgaben, mit herausfordernden Stoffen und Schnitten, mein Handwerk zu erweitern. So bleibt meine Schneiderkunst eine sich stets weiterentwickelnde Konstante, die eine Brücke zwischen Traditionshandwerk und Zeitgenössischem bildet», betont Joseph Hadodo, der mit Leidenschaft den Familienbetrieb weiterführt.

HADODO TEXTILPFLEGE & SCHNEIDEREI Rötelstrasse 1 CH-8006 Zürich Telefon +41 (0) 44 363 92 40 info@hadodo.ch Joseph Hadodo führt den Familienbetrieb mit Kreativität und Leidenschaft.

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: : WWW.HADODO.CH : :


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TRAVEL & LIFESTYLE

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Perfekt vermessen: An Ende sitzt der Massanzug wie angegossen.

COLLIN SUITING

VON THAILAND NACH ZÜRICH VIELE SETZEN BEIM SCHNEIDERN VON MASSBEKLEIDUNG AUF MADE IN EUROPE. ABER DAS MUSS NICHT SEIN. EIN ATELIER IN ZÜRICH ZEIGT, DASS AUCH DIE ZUSAMMENARBEIT MIT SCHNEIDERN IN THAILAND BEDENKENLOS IST – AUCH WAS QUALITÄT UND ARBEITSBEDINGUNGEN ANGEHT. INTERVIEW MIT RITA KUNSANTHIA-TU VON FREYA MOHR

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er Beruf wurde Rita Kunsanthia-Tu sozusagen in die Wiege gelegt. 1976 eröffnete ihr Vater Amrit lal Sod sein Schneider­ atelier in Bangkok in Thailand, wo sie als Jugendliche gerne mithalf. Mit 16 Jahren ist sie in die Schweiz gezogen, als ihre Mutter neu geheiratet hat. In Zürich eröffnete die halb Thailänderin, halb Inderin 2014 ihr Atelier Collin Suiting. Wir sprachen mit ihr über die kulturellen Unterschiede, mit denen sie durch die Zusammenarbeit der beiden Schneiderateliers zu tun hat. Und klären ausserdem, unter welchen Bedingungen ihre Schneider in Thailand arbeiten.

Thailand und die Schweiz sind zwei verschiedene Welten. Was haben Sie daraus gelernt, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenzuarbeiten? Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass sie verschieden arbeiten. Schweizer sind präziser als Thailänder. In Thailand muss man oft den Sachen nachlaufen. Aber Thailänder sind neuen Ideen gegenüber nicht abgeneigt. Sie sagen nicht, dass sie das nicht können, sondern versuchen, es zu machen. Zum Beispiel ein schönes Design: Statt normaler Anzüge, die man jeden Tag sieht, sind meine Schneider auch dazu bereit, Schnittmuster auszuprobieren, die nicht alltäglich sind.

«ZürichRUNDSCHAU»: Ihre Wurzeln liegen in «GANZ EHRLICH, ICH BIN Thailand, Sie sind in der Schneiderei Ihres Vaters KEINE SCHNEIDERIN. ICH Wie sieht heute die Zusammenarbeit zwischen gross geworden. Was hat Sie damals geprägt, dass der Schneiderei in Bangkok in Thailand und dem BIN WIE EIN KOCH.» Sie ebenfalls Schneiderin geworden sind? Atelier in Zürich aus? Rita Kunsanthia-Tu: Mein Traum wäre eigentlich etwas anderes geMein Vater ist bereits über 80, er nimmt nur noch die Bestellungen wesen. Ich wollte Köchin werden oder mechanische Sachen machen. In entgegen. Für die ganzen Ideen, die Masse und Schnitte rede ich direkt die Schneiderei bin ich einfach reingerutscht. Ich habe als Kind die Branche mit den Schneidern in Thailand. der Schneiderei beobachtet und habe gesehen, wie das Ganze funktioniert. Und weil mein Vater dann mit der Zeit sehr viele Stoffe hatte, habe Thailand, Bangladesch, Indien – alles Länder, die in den Medien immer ich ihm weitergeholfen, diese zu verarbeiten. Deswegen habe ich mich wieder durch schlechte Arbeitsbedingungen Schlagzeilen machen. entschieden, selbst ein Atelier in Zürich zu eröffnen. Hat das Auswirkungen auf Ihre Kundschaft? Nein, überhaupt nicht. Die Kunden, die zu mir kommen, sind schon Haben Sie Schneiderin gelernt? mal in Thailand gewesen. Und sie wissen, Thailand kann man nicht Ganz ehrlich, ich bin keine Schneiderin. Ich bin wie ein Koch. Ein guter mit Bangladesch oder Indien vergleichen. Was meine Schneiderteams Koch muss nicht jede Prise Salz exakt wiegen, sondern er weiss, welcher angeht, bestimme nicht ich den Preis, sondern sie sagen mir, welchen Geschmack dem Gast gefällt. Bei mir ist das ähnlich. Ich weiss, wie ein Preis sie haben möchten. Entweder akzeptiere ich den Preis oder ich Mann gut aussieht. Wenn es mir gefällt, dann gehe ich davon aus, dass sage Nein – je nach Arbeit. Wenn ich weiss, die Schneider liefern eine die anderen Frauen das auch schön finden. gute Arbeit ab, ohne dass ich Probleme mit den Kunden habe, dann

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mithelfen, ist das normal. Das habe ich als Kind genauso gemacht, als ich meinem Vater geholfen habe beim Verkaufen und beim Saubermachen. Selbstverständlich schneiden und nähen die Kinder im Schneider­ atelier nicht mit. Diese Arbeit erledigen Schneiderinnen und Schneider mit langjähriger Erfahrung.

Rita Kunsanthia-Tu neben ihrem Vater Amrit lal Sood.

bin ich auch bereit, dafür zu zahlen. Und auch meine Kunden sind dann bereit, das zu zahlen. Auch Kinderarbeit ist in asiatischen Ländern immer wieder ein Thema . Meine Kunden fragen auch immer wieder nach, ob das massgeschneiderte Kleidungsstück Kinderarbeit ist, weil der Preis bei mir günstig ist. Da erkläre ich ihnen, dass bei den Schneiderteams allerhöchstens ihre eigenen Kinder ab und zu in der Schneiderei sind. Wenn die Kinder dann

Ganzheitliche Förderung mit klaren Strukturen

Ihr Vater hat das Schneideratelier in Thailand aufgebaut, Sie führen das Familienunternehmen in der zweiten Generation. Wie sehen Ihre Zukunftspläne für die nächsten Jahre aus? Ehrlich gesagt, habe ich nie etwas geplant in meinem Leben. Es kommt, wie es eben kommt. Klar ist es schön, wenn man eine Firma hat, die immer Jahre im Voraus plant. Als Einzelunternehmerin bin natürlich nicht ganz so gestresst, weil ich nicht eine bestimmte Summe verdienen muss, damit ich höhere Ziele erreiche. Das, was ich erreichen wollte, habe ich schon erreicht. Ich bin glücklich mit der Anzahl an Bestellungen. Das merkt auch die Kundschaft, wenn ich nicht jeden Rappen dazurechne. Sie sehen mich als grosszügig an und bringen mir dann auch neue Kunden.

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MOBILITÄT HARLEY-DAVIDSON GEHÖRT ZU DEN KULTMARKEN UNTER DEN MOTORRÄDERN. ANSTATT AUSSCHLIESSLICH AUF TECHNOLOGISCHEN FORTSCHRITT SETZT DAS UNTERNEHMEN MIT SEINER MARKENBOTSCHAFT VOR ALLEM AUF ERLEBNISSE UND INDIVIDUALITÄT. DIESER MYTHOS VON FREIHEIT IST AUCH IN DER SCHWEIZ ANGEKOMMEN.

© Harley-Heaven Bächli

VON FREYA MOHR

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it der Harley über den Highway rauschen – das ist Freiheit und Abenteuer. Amerikanische Highways gibt es in der Schweiz zwar nicht, aber dafür waghalsige Serpentinen und atemberaubende Bergkulissen. Wer hier auf seine Harley-Davidson steigt, spürt den Fahrtwind am Körper und schmeckt die Natur auf der Zunge. Seit 1903 stellt die Traditionsmarke Motorräder her, beliebte Modellreihen sind unter anderem Sportster, Dyna und Softail. Aber bei Harley-Davidson blickt man auch in die Zukunft: Mit dem

Live Wire bringt der Motorradhersteller ein Elektromotorrad im gewohnten Harley-Davidson-Look auf den Markt. Im Marketing setzt das Unternehmen klar auf Erlebniswerte: Harley gehört zum amerikanischen Traum von Freiheit. Und diesen Traum lässt es sich auch in der Schweiz leben. Hierzulande wird vor allem ein Name mit Harley-Davidson in Verbindung gebracht: Harley-Heaven Bächli in Dietikon ist seit 1978 offizieller Harley-Davidson-Händler. Das Familienunternehmen wird heute in zweiter Generation geführt.

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© Harley-Heaven Bächli

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MOBILITÄT

Blick in die Zukunft: In 3.5  Sek. von 0 auf 100 km / h – die elektrisch angetriebene LiveWire. HARLEY-HEAVEN BÄCHLI AG, DIETIKON

HIMMELSSTÜRMER AUF ZWEI RÄDERN HARLEY-DAVIDSON IST BÄCHLI – UND BÄCHLI IST HARLEY-DAVIDSON. WER AN DIE 1903 ENTSTANDENE, SAGENUMWOBENE TRADITIONSMARKE DENKT, WELCHE ZU DEN ÄLTESTEN MOTORRADHERSTELLERN DER WELT GEHÖRT, SETZT SIE IN UNSEREM LAND MIT DEM TYPISCH SCHWEIZERISCHEN FAMILIENNAMEN IN VERBINDUNG. HARLEY-HEAVEN BÄCHLI IST DER FÜHRENDE HARLEY-DAVIDSON-HÄNDLER IN DER SCHWEIZ UND BESCHÄFTIGT HEUTE 33 MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER. SIE ALLE ARBEITEN TÄGLICH MIT LEIDENSCHAFT UND KNOW-HOW DARAN, DASS DAS UNTERNEHMEN AUCH IN ZUKUNFT UND IN SCHWIERIGEN ZEITEN NUMMER EINS BLEIBT – IN BERATUNG, SERVICE, CUSTOMIZING, VERKAUF.

© Harley-Heaven Bächli

VON MARK SEEHOLZER

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ie Erfolgsgeschichte beginnt 1967 in Bellikon, einer kleinen Aargauer Gemeinde zwischen Baden und Mutschellen. Felix Bächli, gelernter Feinmechaniker, restauriert und wartet die Indian- und Harley-Davidson-Maschinen seiner Freunde und Bekannten. Erste Neumaschinen werden verkauft. Leidenschaft, Optimismus und Fachkompetenz von Felix Bächli kurbeln das Geschäft an. 1978 wird Felix Bächli offizieller Harley-Davidson-Händler. 1994 eröffnet er an der Überlandstrasse in Dietikon das neue Betriebsgebäude. Auf 2 000 Quadratmetern wird jeder Einkauf zum genussvollen Erlebnis – Harley-Heaven Bächli ist ein Stück «American Way of Riding», Born to be Wild in Zürichs Wildem Westen.

WIE DER VATER, SO DER SOHN

Burn, burn, burn – Feuer und Flamme für Harley-Davidson.

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Tradition verpflichtet: Nach erfolgreicher Lehrabschlussprüfung zum Motor­r admechaniker zieht es Felix᾽ Junior Rainer in die USA. Im Harley-Davidson Racing Department bei Bartels in Los Angeles und am AMI (American Motorcycle Institute) in Daytona sammelt Rainer weitere wertvolle Erfahrungen. 1997 kehrt er aus den USA zurück – in seinem Gepäck Ideen und Inspirationen. Markenspezifisches Wissen, Styling Inspiration und der Customizing-Virus begründen eine neue Ära Bächli.


© Harley-Heaven Bächli

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Die Nr. 1 der Schweiz aus Dietikon: Harley-Heaven Bächli. © Harley-Heaven Bächli

© Harley-Heaven Bächli

LiveWire: 177 Kilometer Reichweite mit Energie aus der Steckdose.

MOBILITÄT

2001 übernimmt Rainer Bächli von seinem Vater die Geschäftsführung. Harley-Heaven setzt auch in den Folgejahren Benchmarks, in Qualität und Quantität. 2018 bringt Harley-Heaven Bächli erneut die meisten Harley-Davidson-Motorräder an Mann und Frau. Und ein weiterer Meilenstein wird im Oktober 2018 in Zürich gesetzt: Denise Bächli, Ehefrau von Rainer Bächli, übernimmt als Geschäftsleiterin und Mit­ inhaberin Harley-Davidson Zürich.

FASZINATION UND FEELING Seit 2018 Geschäftsführerin Harley-Davidson Zürich: Denise Bächli und ihre Familie. © Harley-Heaven Bächli

«Ist Harley fahren nur eine Freizeitbeschäftigung von Männern in der Midlife-Crisis? Dieses Vorurteil ist Gott sei Dank schon länger aus der Welt. Klar sind Harley-Davidson-Kunden gestandene Männer und Frauen, welche mit beiden Beinen im Leben stehen. Aber Harley fahren ist auch ein Traum, ein Lebensgefühl. Die letzte Bastion von Freiheit und Abenteuer», erklärt ein Harley-Davidson-Fan, welcher im richtigen Leben als Versicherungsmakler tätig ist. «Ich montiere die Lederjacke, meine Rokker [kevlar-verstärkte, mit Protektoren versehene Motorrad-­ Jeans – Anm. d. Red.], den Helm – und werde auf meiner Harley sofort zufrieden und entspannt. Ich bin eins mit der Strasse und der Welt. Auf dem Töff bekommt man die Landschaft mit, schmeckt die verschiedenen Gegenden und spürt das Wetter 1:1. So kann ich dem Alltagsstress entfliehen und abschalten.»

DIE ZUKUNFT HAT BEGONNEN Harley-Davidson-Motorräder sind heute auf dem neuesten Stand der Technik. Und die Elektro-Zukunft macht auch vor dem American Way of Bike nicht halt: Bereits dieses Jahr ist bei Harley-Heaven die Serienversion des ersten, elektrisch angetriebenen Power-Cruisers Live Wire erhältlich, ab CHF 36᾽500.–. Und an der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas enthüllte Harley-Davidson kürzlich zwei epochale Konzeptstudien, welche ein weiteres neues, elektrifiziertes Kapitel in der Firmengeschichte aufschlagen. Ein City-Mobil sowie eine Kombination aus elektrisch betriebenem Cross-Töff und E-Mountainbike. Damit nimmt das Unternehmen klar neue Zielgruppen ins Visier. Denn wird ein gestandener Harley-Fahrer jemals auf ein Gefährt umsteigen, welches ohne röhrenden Auspuff den Weg freimacht?! : : WWW.HARLEY-HEAVEN.CH : : : : WWW.HARLEYDAVIDSON-ZH.CH : :

Harley-Davidson-Tradition: Vater und Sohn Bächli.

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BAUEN & WOHNEN WOHNRAUM IN SCHWEIZER STÄDTEN IST KNAPP. UMNUTZUNG UND VERDICHTUNG SIND MÖGLICHE LÖSUNGSWEGE. DABEI GEHT ES ABER UM MEHR: ES MUSS NACHHALTIG GEBAUT WERDEN – ZUM EINEN FÜR DIE NÄCHSTEN GENERATIONEN, ABER ZUM ANDEREN AUCH DER UMWELT ZULIEBE. VON FREYA MOHR

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n der Schweiz zählen Zürich, Basel und Genf zu den grössten Agglomerationen. Und sie wachsen weiter, was die Einwohnerzahl angeht. Landflucht ist in der Schweiz immer noch ein Thema – viele zieht es in die Ballungsgebiete zum Wohnen und Arbeiten. Zwangsläufig müssen die Städte mehr Wohnraum bereitstellen. Das ist nicht immer einfach auf einer limitierten Fläche, aber es gibt Ansätze zur Verdichtung, zur Umnutzung von Industriearealen und zur Umzonung von Gewerbe- in Wohnzonen. So entsteht neuer Wohnraum in den Agglomerationen. Und

vermehrt achten die Bauherren dabei auch auf Nachhaltigkeit. Die Neubebauung Greencity in Zürich ist so ein nachhaltiges und gleichzeitig ambitioniertes Beispiel. Ziel ist es, die Idee der 2000-Watt-Gesellschaft umzusetzen. Auf dem Areal im Süden der Stadt verschmelzen Wohnen, Arbeiten und nachhaltiges, umweltbewusstes Handeln zu einem neuen städtebaulichen Konzept. Solch ein Umdenken braucht bei der Realisierung innovative Partner, die offen für neue Ideen sind und gleichzeitig professionell arbeiten. Die «ZürichRUNDSCHAU» stellt das Projekt Greencity vor.

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Der Praxistest für die 2000-Watt-Gesellschaft.

NACHHALTIGES WOHNEN UND ARBEITEN

GREENCITY UND DIE 2000-WATT-GESELLSCHAFT GREENCITY TRÄGT SEINE VISION SCHON IM NAMEN. ES GEHT NICHT NUR UM EINE WEITERE NEUBEBAUUNG EINES ALTEN INDUSTRIEAREALS. DER SPRUNG AUS DEM 19. IN DAS 21. JAHRHUNDERT ERFOLGT MITTELS EINER UMFASSENDEN UMWÄLZUNG. DER HINTERGRUND IST DAS ZIEL EINER 2000-WATT-GESELLSCHAFT, DIE IN ZÜRICH UMGESETZT WERDEN SOLL. GREENCITY IST HIER ALS EIN LEUCHTTURM ZU VERSTEHEN. IM SIHLTAL AM FUSS DES UETLIBERGS ENTSTEHT BIS 2020 EINE NEUE STÄDTEBAULICHE VISION. IN DIESER VERSCHMELZEN WOHNEN, ARBEITEN UND NACHHALTIGES, UMWELTBEWUSSTES HANDELN. ALTE STÄDTEBAULICHE VORSTELLUNGSWELTEN SIND MAKULATUR. SOLCH EIN UMDENKEN BRAUCHT GLAUBHAFTE UND PROFESSIONELLE AKTEURE. DIE HÖRMANN SCHWEIZ AG GEHÖRT DAZU. VON GEORG LUTZ

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agen wir am Anfang einen Blick zurück. Die Debatten um den Stellenwert von Ökologie und Klima existieren nicht erst seit dem Hitze­sommer dieses Jahres. An dem Stichwort der 2000-Watt-Gesellschaft kann man dies verdeutlichen. Die Bevölkerung von Zürich entschied schon 2008, im Rahmen einer Volksabstimmung, mit einer beeindruckenden Dreiviertelmehrheit, sich auf den Weg in eine 2000-Watt-­Gesellschaft zu machen. Das ist beachtlich. Konkret bedeutet dies, die Zahlen des Energie­verbrauchs auf das Niveau von Anfang der Sechzigerjahre herunterzuregeln. Die Kassandrarufe vom Komfortverlust, gewaltig höheren Energiepreisen und

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Bevormundung des Individuums sind in der Schweiz eigentlich durchschlagende Argumente. Um solche Argumente beiseite­zuschieben, braucht es lange und professionelle Überzeugungsarbeit.

DIE GESCHICHTE DER 2000-WATT-GESELLSCHAFT Im Kern geht es um drastische Einsparungen von Energie und CO2. Den Anfang der Debatte in der Schweiz setzte die Wissenschaft. Paul Kesselring und Carl-Jochen Winter hielten bereits 1994, auf der Basis von ökologischen Prämissen fest, dass der damals weltweite durchschnittliche Energie­verbrauch von 2000 Watt Dauerleistung auf Primärenergiestufe


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BEWERTUNG DER AKTUELLEN SITUATION Im Neubaubereich sind die von den Kantonen definierten Gebäude­ standards bereits weitgehend fast 2000-Watt-kompatibel. Die Akteure des Labels Minergie haben hier in den letzten Jahren gute Auf klärungsarbeit geleistet. Komfort, Energie und Umwelt wurden unter einen Hut gebracht. Die Warner, die behaupteten Ökologie bedeute Verzicht, wurden wiederlegt. Allerdings gibt es andere Hürden. Im Gebäudebestand ist der Energieträgerwechsel hin zu erneuerbaren Energien oft auch nicht mit massiven Mehrkosten verbunden, weil auf Bundesstufe 2008 eine CO2-Abgabe auf Brennstoffen eingeführt wurde. Die Sanierung des Gebäudebestandes hat aber auch in der Schweiz, trotz vielfältiger Fördermittel, noch viel Luft nach oben. Ein Grossteil der Häuser in der Stadt ist alt, schlecht isoliert und mit umweltschädigenden Heizungen ausgestattet. Die Auflösung des Sanierungsstatus im Gebäudebestand kommt trotz vollmundiger Ankündigungen nicht voran. Die Sanierungsrate im Wohnbereich pendelt um ein Prozent. Das ist für die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft nicht ausreichend. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich.

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pro Person nicht weiter ansteigen dürfe. Vier Jahre später beschloss der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich in einer Strategie zur Nachhaltigkeit das Projekt «2000-Watt-Gesellschaft – Modell Schweiz». Die Politik griff das Thema auf. Im Bundesrat geschah dies in dem Bericht «Strategie Nachhaltige Entwicklung». 2004 belegten zehn Schweizer Wissenschaftler in einem «Weissbuch» zur 2000-Watt-Gesellschaft, dass die Umsetzung einer 2000-Watt-Gesellschaft in Industrienationen technisch-naturwissenschaftlich möglich ist. Seither gibt es eine lebhafte Debatte, aber auch konkrete Umsetzungen. Das Areal Greencity ist dabei ein, wenn auch leuchtender Baustein.

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Bei den Themen Verkehr, Energieversorgung oder Müllentsorgung ist man da schon weiter. Trotzdem liegt in der Schweiz der Verbrauch pro Kopf bei knapp 6000 Watt, in Zürich – dank der kurzen Wege und des öffentlichen Verkehrs – bei 4200 Watt. Es stellt sich die Frage, wie man hier auf das Niveau von Anfang der Sechzigerjahre herunterkommen will. Auf jeden Fall hat sich die Stadt Zürich auf den ersten Blick sportliche Etappenziele gesetzt: Bis 2020 will die Stadt eine Reduktion auf 4000 Watt erreichen, bis 2035 auf 3200 Watt und bis 2050 auf 2500 Watt. Der weitere Ausbau des Velo-, Fuss- und öffentlichen Verkehrs ist wichtig, drückt aber die Zahlen nicht wirklich. Bereits jetzt bewältigen 60 Prozent aller Zürcherinnen und Zürcher die zurückgelegten Kilometer zu Fuss, auf dem Velo oder mit dem öffentlichen Verkehr. Die Knacknuss liegt in der Entwicklung im Gebäudebestand, der Sanierung und Verdichtung. Es braucht daher noch viel mehr Projekte und Areale wie Greencity.

DAS VORBILD Greencity ist nicht ein weiteres Areal, bei dem ein altes Industrieareal, hier war es eine Spinnerei und eine Papiermühle, zu neuem Leben erweckt wird. Die Arealentwickler, Total­unternehmerin Losinger Marazzi und weitere Akteure wie die Hörmann Schweiz AG wollen sehr viel höherspringen. Greencity soll unser Konsum-, Energie-, Mobilitäts-, Wohn- und Arbeitsverhalten schrittweise verändern. Zudem wird die


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Die Stahl- und Edelstahltüren STS / STU überzeugen durch ihre flächenbündige, elegante Türoptik.

PROJEKTDATEN Anzahl der Baufelder / Gebäude §§ 8 Baufelder, 13 Gebäude, §§ 735 Wohnungen Verhältnis der Nutzung nach Fläche §§ 52 Prozent Wohnungen, 40 Prozent Büro, 4 Prozent Schule, 4 Prozent kommerzielle Nutzung Gebäudeanzahl (A / AE) §§ 0.87 (Durchschnitt) Energiestandard (mehrheitlich) §§ Minergie-P-ECO ©, Minergie, LEED Platinum, SIA-Effizienzpfad Parkplätze §§ 887 für Bewohner §§ 273 für Besucher Energie §§ Wärmeerzeugung, Heizung und Warmwasser §§ 27 Prozent Grundwasser, §§ 39 Prozent Erdwärme, §§ 17 Prozent Wärmerückgewinnung (WRG) §§ 17 Prozent Strom für Wärmepumpe §§ Kälteerzeugung §§ Freecooling (Grundwasser) Strom §§ 46 Prozent Wasserkraft §§ 24 Prozent Photovoltaik §§ 30 Prozent erneuerbar (eingekauft)

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Hörmann Rohrrahmenelement mit grosszügiger Verglasung.

2000-Watt­-Gesellschaft digital eingebettet. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner hat Zugang zu einer App, auf der er den eigenen Energieverbrauch nachvollziehen kann. Kritische Stimmen wittern hier schon die Gefahr eines Überwachungsstaates. Wären wir in China, müsste man solche Befürchtungen ernst nehmen, in der Schweiz gibt es dazu eine vielfältige Debatte. Es droht in der Schweiz in den nächsten Jahren kein totalitäres System. Es zeigt sich aber, mit welch harten Bandagen die Debatten geführt werden. Greencity steht unter einer kritischen Beobachtung. Überzeugt das Projekt in der Praxis, bedeutet das einen Durchbruch in der Stadtpolitik und Raumplanung.

DESIGN TRIFFT FUNKTION Konzepte, wie sie im Rahmen von Greencity realisiert werden, müssen aber auch in Detaillösungen überzeugen. Die ganze Wertschöpfungskette steht unter Reputationsdruck. Das lässt sich am folgenden Beispiel der Türen festmachen. Die Hörmann Schweiz AG zeichnet hier verantwortlich.


BAUEN  & WOHNEN Beim Einsatz von Funktionstüren stehen Architekten oft vor der Herausforderung, die optimale Balance zwischen Design, Funktion und Preis zu halten. Es ist ein Unterschied, ob ein Brandschutzelement im Untergeschoss, im Innenbereich oder als integrierter Bestandteil einer Fassade mit vorgegebenem Design eingesetzt wird. Entsprechend unterschiedlich werden die Anforderungen an Design und Funktion gewichtet. So auch am Objekt Greencity. Im Untergeschoss kamen zum Beispiel Stahlblechtüren des Typs STS zum Einsatz, welche den Brandschutz-­ Abschluss vom Treppenhaus zur Tiefgarage hin bilden. Das mit dem Innenleben vollflächig verklebte Türblatt garantiert eine perfekt planliegende Oberfläche, und die stumpf einschlagende Ausführung sorgt für Eleganz sowie Flächenbündigkeit, ohne das Budget stark zu belasten. Durch die «DryTec»-Konstruktion kann auf das Ausmörteln der Zarge verzichtet werden, was die Montagekosten zusätzlich senkt und eine saubere Montage in jedem Umfeld ermöglicht. Wahlweise ist diese Türkonstruktion mit einer Vielzahl verschiedener Beschlags- und Zargen­ ausführungen sowie Farbtönen kombinierbar, um den verschiedenen Ansprüchen an Design und Funktion gerecht zu werden. Besonders stylisch ist die Variante mit flächenbündiger Planard-Rosette in Kombination mit dem Hörmann-Design-Drücker «Komé» und den verdeckt liegenden Türbändern. Dass gutes Design nicht automatisch teuer sein muss, wird an einem weiteren Beispiel deutlich. Im Innenbereich ging es darum, Brandschutzabschlüsse zu realisieren, welche die Anforderungen Feuerschutz, Fluchtweg, Transparenz und hohen Bedienkomfort in Einklang mit der vorgegebenen Architektur bringen. Die Wahl fiel auf Hörmann-Rohr­ rahmen-Elemente des Typs HE mit grosszügiger Verglasung und elek­

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tronisch angesteuerter Schliesstechnik mit Panikfunktion. Durch die Farbwahl und die vergleichsweise schlanken Profile fügen sich die Elemente dezent in ihre Umgebung ein. Dank der Verwendung von Norm-Elementen konnte dieses Detail kostengünstig umgesetzt werden. : : WWW.HOERMANN.CH : :

DIE HIGHLIGHTS §§ Losinger Marazzi AG realisiert die Wohnbauten im ­ Minergie- (Renovation) und Minergie-(P-)ECO-Standard. Die Büros streben das Label LEED Core & Shell in Platinum an. §§ Das Areal Greencity wird nach seiner Fertigstellung für die Heizung und Kühlung zu 100 Prozent mit erneuer­ barer Energie versorgt. §§ Ein innovatives Energie-Contracting mit dem ewz versorgt das Areal nachhaltig mit Wärme und Kälte. §§ Die zentrale Rückwärmeanlage sowie GrundwasserBrunnen und zwei grosse Erdsondenfelder bilden das Herzstück des Areals. Dabei wird das Erdreich als Speicher benutzt, indem die in der Sommerzeit gewonnene Wärme im Winter abgerufen werden und über das gesamte Jahr hinweg ein Ausgleich erreicht werden kann. §§ Photovoltaik-Anlagen produzieren 20  Prozent des Stroms vor Ort. §§ Greencity verfügt dank eigener S-Bahn- und Bushaltestellen über eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

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ALTE ZÖPFE UND SCHLUMMERNDE SCHÄTZE VON CLAUDIA SPALINGER

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etriebsliegenschaften, Abwart- und Mitarbeiterwohnungen, Warenlager, Landreserven für mögliche Expansionen – sie alle hatten einen festen Platz in so mancher Betriebsbilanz eines Unternehmens. Doch die Zeiten haben sich geändert. Nach Restrukturierungen, Optimierungen und Neuausrichtungen wird dieses «Gewohnheitsrecht» von Immobilienanlagen infrage gestellt. Bei einer objektiven Analyse des Betriebsportfolios wird nicht selten festgestellt, dass Betriebsimmobilien obsolet sind oder, dass ein Unternehmen diese nicht optimal nutzt. Noch schlimmer: Viele angeblich betriebsnotwendigen Liegenschaften und Anlagen – ein leerstehendes Warenlager, ein nicht mehr benötigter Büroanbau – verursachen unnötige Betriebskosten. Häufig stehen unumgängliche Erneuerungen an, aber das Kapital fehlt. Oder in belasteten Liegenschaften tickt eine Zeitbombe.

Bei der Suche nach dem passenden Immobilienentwickler ist guter Rat teuer. Bei der Wahl des Immobilienberaters beziehungsweise -maklers lohnt es sich, darauf zu achten, dass es sich um ein Mitglied der Schweizerischen Maklerkammer (SMK) handelt. Eine Liste der Mitglieder ist auf der Website verfügbar.

Darf ein Unternehmen diesen «alten Zopf» abschneiden? Sind die Immobilien tatsächlich noch betriebsnotwendig oder schlummert hier gar ein grosses Potenzial? Diesen Fragen sollte sich jede Geschäftsleitung öffnen. Die Möglichkeiten zur gewinnbringenden Verwertung sind vielfältig. Einer der Wege besteht darin, eine nicht mehr benötigte Immobilie selber zu entwickeln und neu zu positionieren. Doch ist dies selten eine Kernkompetenz eines Produktions- oder Dienstleistungsunternehmens. Und die Komplexität einer Umnutzung, eines Sanierungs- oder gar eines Ersatzneubauprojekts ist höher, als man auf den ersten Blick denken könnte. Sind mit dem Projekt zum Beispiel Zonenänderungen der kommunalen Bau- und Nutzungsordnung verbunden oder bedarf es eines Gestaltungsplans mit öffentlicher Mitwirkung, können Jahre ins Land gehen – mit ungewissem Ausgang. Ein solcher Prozess bindet unnötig viele Ressourcen, die dann zu diesem Zeitpunkt im Betrieb fehlen. Gut beraten ist, wer für einen solchen Prozess im ersten Schritt einen Profi für die Immobilienentwicklung beizieht. Idealerweise verfügt sie oder er über reife Erfahrung in ähnlich gelagerten Immobilienprojekten. Die Aufgabe der Fachperson ist nebst vielem anderen, Optionen für die künftige Nutzung und die Finanzierung aufzuzeigen. Auf dieser Grundlage kann der Eigentümer dann fundierte Entscheidungen treffen. Die Entwicklung einer Liegenschaft auf eigene Rechnung kann dabei eine Option sein, es gibt aber noch verschiedene andere.

FRÜHLING : : 2019

C L AU D I A S PA L I N G E R Dipl. Immobilientreuhänderin, Geschäftsführerin und Inhaberin Spalinger & Partner Immobilien AG Verkauf von Anlageimmobilien und Wohneigentum Dufourstrasse 155 CH-8008 Zürich Telefon +41 (0) 44 281 93 93 mail@spalingerimmobilien.ch : : WWW.SPALINGERIMMOBILIEN.CH : :


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BAUEN & WOHNEN

Im Atelier Bel Intérieur lebt das traditionelle Handwerk der Polsterer weiter.

BEL INTÉRIEUR INNENDEKORATIONEN & INNENAUSBAU GMBH

MIT LIEBE ZU TEXTILEN STOFFEN POLSTERN IST EIN ALTES, TRADITIONELLES HANDWERK. UND ES LEBT WEITER, OBWOHL ES IMMER MEHR POLSTERMÖBEL AB DER STANGE GIBT. WIR SPRACHEN MIT DANIEL FEIERABEND, INHABER DER BEL INTÉRIEUR INNENDEKORATIONEN & INNENAUSBAU GMBH, ÜBER DEN BERUF DES POLSTERERS UND INNENEINRICHTERS. INTERVIEW MIT DANIEL FEIERABEND VON FABRICE MÜLLER

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eit 1960 stattet die Firma Bel Intérieur Wohnungen, Häuser und designer zusammen, der sich vor allem auf Gastronomiebetriebe speziauch Gastronomiebetriebe aus. Daniel Feierabend übernahm 2004 alisiert hat. Wir sprechen sozusagen die gleiche Designsprache, sodass ich den Betrieb von seinem Vater. Heute vertritt er in der Regionalseine Ideen eins zu eins auf der handwerklichen Ebene umsetzen kann. konferenz von interieursuisse den Kanto­n Zürich. Mit seinem Team von Bel Intérieur in Auf welche Arbeitsbereiche haben Sie sich «POLSTERARBEITEN UND DIE Zürich realisierte er bereits zahlreiche Projekte in TEXTILE RAUMGESTALTUNG STE- spezialisiert? der Gastronomie und für Privatkunden. Polsterarbeiten und die textile Raumgestaltung HEN BEI UNS IM ZENTRUM.» stehen bei uns im Zentrum. Vor allem die Polst­ «ZürichRUNDSCHAU»: Mit was beschäftigen Sie sich zurzeit? erei hat in letzter Zeit stark an Bedeutung zugenommen. Dies verdanken Daniel Feierabend: Heute Morgen ist Büroarbeit angesagt. Dann optiwir in erster Linie den Aufträgen aus der Gastronomie. mieren wir die Werkstatt, sprich, putzen, aufräumen und Überflüssiges entsorgen, um so Platz zu schaffen für zwei grosse Aufträge, die wir Schaut man sich die Referenzen auf Ihrer Website an, stellt man demnächst in Angriff nehmen dürfen. schnell fest, dass Sie für namhafte Gastronomiebetriebe in Zürich und Umgebung gearbeitet haben. Welches Projekt haben Sie kürzUm was für einen Auftrag handelt es sich dabei? lich abgeschlossen? Wir übernehmen die Polster- und Textilgestaltungsarbeiten für ein Im Auftrag der Candrian Catering AG arbeiteten wir im denkmalgeneues Restaurant. Bei diesem Auftrag arbeiten wir eng mit einem Innenschützten Bahnhof Oerlikon. Bänke mit rotem «Pull-up»-Leder und

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Daniel Feierabend realisierte zahlreiche Projekte in der Gastronomie.

Die Lederbänke im Restaurant Public Burger im Sihlcity.

Es entstehen 50 Lederstühle für das Rooftop Restaurant in Zürich.

Nagelbeschlag sollen die alten Zeiten auf leben lassen. In unserem Polster­atelier wurden die Schaumstoffelemente fachgerecht angebracht. Wir haben das Leder zugeschnitten, genäht und die einzelnen Elemente bezogen. Sämtliche Sitz- und Rückenpolster haben wir mit Ziernägeln in traditioneller Handarbeit beschlagen.

im Raum Zürich stellen wir bei der Raumgestaltung einen Trend in Richtung Minimalismus fest. Dies kommt uns nicht unbedingt entgegen. Umso glücklicher bin ich, mit meinem Frauenteam eine Nische gefunden zu haben, in der wir unsere textilen Lösungen trotzdem realisieren können.

An welche Aufträge erinnern Sie sich immer wieder gerne? Da gibt es natürlich viele. Als mein Vater noch im Betrieb war, montierten wir für einen Kunden, der sein Geld im Nahen Osten verdiente, Seidenverspannungen und -vorhänge in seinem Domizil in Arosa. Im Restaurant «Atrio» im Zürcher Hauptbahnhof etwa stammen die grünen Lederpolsterarbeiten wie auch die riesigen Bogenvorhänge von uns. Mein Vater, der mit­t lerweile 83 Jahre alt ist, half tatkräftig mit. In Andermatt – das war ein «Sauchrampf», aber trotzdem lässig – richteten wir ein Skirestaurant mit Rollos und Vorhängen ein. Um fünf Uhr morgens fuhren wir los. Das ganze Material und die Werkzeuge wurden mit der Seilbahn auf den Berg befördert. Um Mitternacht kamen wir nach Hause und waren ziemlich «uf de Schnurre».

Sie engagieren sich neu als Vertreter des Kantons Zürich in der Regional­ konferenz von interieursuisse. Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach dieses Engagement im Branchenverband? Sehr wichtig. Ein starker Verband nützt allen. Das Engagement bei interieursuisse erlaubt mir zum Beispiel wertvolle Austauschmöglichkeiten mit Berufskolleginnen und -kollegen. Ich fühle mich im richtigen Alter, um mich für die Branche zu engagieren. Es reizt mich, etwas Neues aufzubauen. Zudem trete ich als Vertreter in der Regionalkonferenz in die Fussstapfen eines ehemaligen Lehrlings meines Vaters.

Wie zufrieden sind Sie mit den letzten Monaten im Jahr 2018? Durch einen Grossauftrag im vergangenen Sommer sind wir zahlenmässig auf Kurs. Ich bin mit dem Jahr 2018 daher mehr als zufrieden. Wie haben sich die Kundenbedürfnisse in den letzten Jahren verändert? Von Privatkunden hören wir immer wieder, dass die Wohnungseinrichtung nicht für die Ewigkeit gemacht sein muss, sondern nach einer gewissen Zeit wieder erneuert werden soll. Das bedeutet für uns, einen Spagat zwischen qualitativ hochwertiger Ware und dem Wunsch nach Veränderungen in einigen Jahren zu meistern. Gerade

Die Erstveröffentlichung dieses Interviews erschien in der Fachzeitschrift INTERIEUR (Ausgabe 7 / 2018).

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BAUEN & WOHNEN SBB IMMOBILIEN

ARBEITEN AM BAHNHOF ZÜRICH OERLIKON IDEALE VERKEHRSVERBINDUNGEN UND EINE DYNAMISCHE STADTENTWICKLUNG MACHEN DAS EHEMALIGE INDUSTRIEQUARTIER ZÜRICH NORD ZUM HOTSPOT UND ZU EINEM BEGEHRTEN DIENSTLEISTUNGSZENTRUM. DER ANDREASTURM STEHT BEREITS – IN DIESER AUSGABE BLICKEN WIR AUF SEIN PENDANT: DEN FRANKLINTURM. VON SBB IMMOBILIEN

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ürich Nord: Der 80 Meter hohe Franklinturm entsteht auf dem Areal zwischen dem Bahnhof Zürich Oerlikon und der Regensbergbrücke – genauer auf einem Grundstück entlang der Hofwiesenstrasse zwischen Franklin- und Schulstrasse. Das

Hochhaus mit 15’000 Quadratmeter Bürofläche und 300 Quadratmeter Laden- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss ist künftig über die neue Quartierverbindung und eine Personenunterführung direkt mit dem Bahnhof verbunden. Damit wird der Franklinturm zum Pendant des Andreasturms. Diesen hat SBB Immobilien bereits östlich des Bahnhofs gebaut. Der Franklinturm entsteht nach Plänen der Armon Semadeni Architekten. Er weist zwei Türme mit einer markanten Fassade auf und ist in der Höhe gestaffelt, sodass er gut mit dem 20 Meter kleineren Hochhaus Neumarkt und dem benachbarten Swissôtel korrespondiert. Mit den geplanten und bestehenden Hochhäusern rund um den Oerliker Bahnhof verändert sich die Skyline in diesem wichtigen Nebenzentrum von Zürich. Ohnehin ist das Quartier im Wandel, seit die Stadt Zürich vor mehr als zehn Jahren einen Entwicklungsprozess angestossen hat, um die Lebensqualität in dem eher schmucklosen Stadtteil zu erhöhen.

SBB IMMOBILEN SBB Immobilien bewirtschaftet und entwickelt rund 3 500 Gebäude und 3 600 Grundstücke. Die Immobilienobjekte reichen dabei von Bahnhöfen unterschiedlicher Grösse und von kleineren Arealen bis hin zu grossen Anlageprojekten im Umfeld der Bahnhöfe. Die SBB gestalten die Bahnhöfe nach­ frageorientiert weiter und reagieren so auf steigende Passagierfrequenzen und sich verändernde Kunden­ bedürfnisse. Zudem werten sie die Bahnhofareale um­ sichtig und nachhaltig auf. Dadurch schafft SBB Immobilien moderne und belebte Bahnhofquartiere und prägt so die Entwicklung der Stadtzentren aktiv mit – es entsteht Raum zum Wohnen, Arbeiten, Weiterbilden, Einkaufen und Verweilen.

SBB AG Immobilien Development Vulkanplatz 11 Postfach CH-8048 Zürich : : WWW.FRANKLINTUM.CH : : : : WWW.ANDREASTURM.CH : :

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BAUSCHÄDEN, WAS NUN? VON MARCO TORNAROLLI M. SC.

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iner Studie der ETH zur Folge hat eine Umfrage des Schweizerischen Baumeisterverbands ergeben, dass etwa 1.6 Milliarden Franken jährlich für Mängelbehebungen im Hochbau eingesetzt werden. Dies entsprach zum Zeitpunkt der Ermittlung im Jahr 2012 etwa acht Prozent der jährlichen Bauinvestitionen im Hochbau. Nach heutigem Stand können diese Zahlen als Ansatz herangezogen werden. Rund 60 Prozent der vorgefundenen Baumängel lassen sich auf mangelhafte Wasserdichtigkeiten an der Gebäudehülle zurückführen. Ausserdem sind von den festgestellten Mängeln etwa 60 Prozent durch Ausführungsfehler auf der Baustelle verursacht worden. Rund 20 Prozent lassen sich auf Planungsfehler zurückführen und weitere sechs Prozent erfolgten durch eine mangelhafte Bauleitung. In diesem Fall entstanden die Mängel aufgrund von Undichtigkeiten beziehungsweise fehlerhaften Ausführungen von Abdichtungen und zeigten sich unter dem Terrain, auf Balkonen, auf Terrassen und auf Dachkonstruktionen. Die übrig gebliebenen 14 Prozent lassen sich den restlichen, am Bauwerk beteiligten Personen zuordnen.

Ich bin der Meinung, dass die Verantwortlichkeiten im Bauwesen an die Planer angepasst werden müssen. Es würden durchaus weniger Fehler durch handwerkliches Unwissen entstehen, wenn die Verantwortlichkeit nicht beim ausführenden Unternehmer läge. Für Ersteller und Bauherren ist es daher wichtig, sich durch fachkundige Planende oder aber auch Experten aus dem Bauwesen während einer Sanierung und oder einer Neuerstellung beraten zu lassen. Dadurch lassen sich Ausführungsfehler früher als normal verhindern oder aber auch rechtzeitig erkennen und sanieren.

Als Experte für Bauphysik und Bautenschutz stelle ich mir immer wieder die Frage, welche fachlichen Qualifikationen bei den Unternehmungen vorliegen. Wenn ich mir die Zahlen anschaue, kann davon ausgegangen werden, dass in 80 Prozent der Fälle die Planung keinen Beitrag zu den Baumängeln leistete. Im Wesentlichen sind die Ausführenden dafür verantwortlich. Aber liegt es nun an der Qualifikation entsprechender Unternehmungen? Ich denke, es liegt an mehreren Faktoren. Zum einen ist die Lage der Rechtsordnung so aufgestellt, dass der Handwerksunternehmer letzten Endes für sein Gewerk vollumfänglich haftet. Selbst wenn der Planer andere Vorgaben stellt, liegen Prüfpflicht und -verantwortung beim Unternehmer selbst. Genau in diesem Punkt erfolgt oftmals eine Überschätzung der eigenen Fähigkeiten: Entweder führt der Handwerker keine Prüfungen durch, um das Vorwerk zu kontrollieren, oder es ist wirklich Unwissenheit in Bezug auf seine Arbeit. Liegt das am Fachkräftemangel oder stecken andere Ursachen dahinter? Nicht nur die Unternehmer zeigen ihre Wissensschwierigkeiten. Auch die zugrundeliegenden schweizerischen und europäischen Normen lassen teilweise derart grosszügigen Interpretationsspielraum, dass unwissende Unternehmer Fehler begehen können. Damit erhöht sich der handwerkliche Spielraum, und Fehlerquellen werden eher provoziert als reduziert. Auch hier hat uns das Zauberwort Fachkräftemangel bereits mehr als eingeholt. Im September 2018 waren gemäss der öffentlichen Informationsträger noch immer mehr als 2᾽500 Lehrstellen im Bauwesen speziell im Hochbau unbesetzt. Dies hatte zur Folge, dass im Fernsehen bereits um Nachwuchs geworben wurde.

M A R C O TO R N A R O L L I M . S C . Bauphysiker und Inhaber bei MT Expert Ingenieurbüro für Bauschadenanalysen, Bauphysik und Bautenschutz MT Expert Ingenieurbüro für Bauschadenanalysen, Bauphysik und Bautenschutz. Usterstrasse 29 CH-8614 Bertschikon Telefon +41 (0) 44 521 90 50 info@mtexpert.ch : : WWW.MTEXPERT.CH : :

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QUALITÄT HAT IM ARBEITSLEBEN VORFAHRT VON ANDREAS BRESCHAN

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urch die Büroräumlichkeiten der Schweiz rollt eine Erneuerungswelle. Die klassischen ungemütlich lauten Grossraumbüros und die noch älteren in Reihen geschalteten «Einzelzellen» sind weitgehend Geschichte. Wer heute drehbare, gepolsterte Sessel um einen Tisch herum gruppiert sieht und sich frägt, ob er sich nun in einem Esszimmer oder einem Büro befindet, bekommt als Antwort: sowohl als auch. Wer zeitweilig im Home-Office arbeitet oder sich bei einem Co-Working-Anbieter eingemietet hat, kennt kaum noch Grenzen zwischen privater und geschäftlicher Sphäre. Im Zuge dieser Entwicklung hübschen auch Unternehmensverantwortliche ihre Büros auf. So lässt man beispielsweise einmal in der Woche einen Früchtekorb bringen, stellt einen Töggelikasten auf, schafft Wohlfühloasen mit Power Water und Kaffeevollautomaten und dergleichen mehr. In den Zeiten des Fachkräftemangels gilt es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu binden. Eine gute Atmosphäre gehört einfach dazu und steigert am Ende des Tages, so versichern uns dies die HR-Experten, die Team- und Leistungsfähigkeit.

perspektiven bieten, und gerade der letzte Punkt, die Frage der Generationengerechtigkeit, ist für uns im Hinblick auf unsere Zukunft in besonderem Mass von Bedeutung. Um das alles im hektischen Tagesgeschäft auf die Reihe zu bekommen, braucht es ein durch klar messbare Kriterien definiertes Führungssystem. Unternehmen, die mit dem Label «Friendly Work Space» ausgezeichnet sind und diese Führungsphilosophie leben, profitieren gleich mehrfach: Sie arbeiten nicht nur in einer motivierenden, von gegenseitigem Respekt geprägten Umgebung, in der sie angemessen gefordert und gefördert werden, sondern erfahren auch fachliche und persönliche Wertschätzung. Ergo: Sie dürfen ein Arbeitsklima erwarten, in welchem der Chef und die Kollegen darauf achten, dass sie sich wohlfühlen und entfalten können. Ich lebe und erlebe dies jeden Tag in unserem Hause und bin davon überzeugt, dass dies ein entscheidender Faktor für unseren Erfolg ist.

So weit die theoretische Sichtweise. In der Praxis hat aber der Arbeitsalltag in der Schweiz noch Luft nach oben. Eine Obstschale aufzustellen, ist «Nice to have», verändert aber nicht die Unternehmensphilosophie. Wer heute die Arbeitswelten in eine positive Richtung verändern will, braucht umfassende Ansätze, die transparent sind und von unabhängiger Seite überprüft werden können. Eine noch so schöne Bürowelt kann Mängel in der Führung nicht wettmachen. Wir bei Hörmann setzen auf das Qualitätslabel «Friendly Work Space». Seit 2015 wurde die Hörmann Schweiz AG mit dem Qualitätslabel «Friendly Work Space» ausgezeichnet. Das Label steht für eine erfolgreiche Umsetzung von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) und für das systematische Engagement für gute Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden. Die Beurteilung und die Labelvergabe erfolgen durch die Gesundheitsförderung Schweiz, eine Stiftung mit dem gesetzlich verankerten Auftrag der Prävention. Die Qualitätskriterien verfolgen einen Ansatz, dem eine umfassende Interpretation der Gesundheit zugrunde liegt. Im Zentrum steht das ganzheitliche Wohlbefinden der Mitarbeitenden, und dazu gehört eben weit mehr als eine gefällige Büroeinrichtung. Ein motivierendes und respektvolles Arbeitsklima, die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit und die aktive Förderung der Gesundheit stehen dabei ganz oben auf der Agenda. Zudem gilt es, die kontinuierliche Optimierung der Arbeitsabläufe im Fokus zu behalten, um Ressourcen zu schonen. Die strikte Einhaltung der Arbeitssicherheit ist ein weiteres wichtiges Handlungsfeld. Last but not least steht sechstens die Integration von jungen Menschen in das Berufsleben im Fokus. Ihnen wollen wir attraktive Entwicklungs­

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ANDREAS BRESCHAN Geschäftsleiter der Hörmann Schweiz AG Nordringstrasse 14 CH-4702 Oensingen Telefon +41 (0) 62 388 60 60 info@hoermann.ch : : WWW.HOERMANN.CH : : : : WWW.FRIENDLYWORKSPACE.CH : :


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BAUEN & WOHNEN A & O CONCEPTS AG

ARBEITEN IN REPRÄSENTATIVEN UND MÖBLIERTEN BÜROS DIE ART DES ARBEITENS VERÄNDERT SICH UND DAMIT AUCH DIE ANFORDERUNGEN AN DAS BÜRO. DAS BETRIFFT DIE AUSSTATTUNG GENAUSO WIE ANPASSUNGSFÄHIGE BÜROGRÖSSEN UND FLEXIBLES BUCHEN UND NUTZEN VON MEETINGRÄUMEN. DIE «ZÜRICHRUNDSCHAU» STELLT EIN NEUES BÜROGEBÄUDE NACH DEM CO-PRIVATE-WORK-KONZEPT VOR. VON CARMEN SCHILTKNECHT

THE THE ONE ONE an an der der Seefeldstrasse Seefeldstrasse 287, 287, Zürich Zürich fällt fällt durch durch seine seine elliptische elliptische Form Form auf. auf. Das Das Bürogebäude Bürogebäude ist ist bereits bereits über über 50 Prozent 50 Prozent 50 Prozent vermietet. vermietet.

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as im Innern fertig renovierte Bürogebäude THE ONE an der Seefeldstrasse 287 im Zürcher Kreis 8 ist ganz auf das neuartige Arbeits- und Nutzungskonzept Co-Private-Work ausgerichtet – ein Konzept, das die Vorteile von Co-Working und privaten, eigenen Büroräumlichkeiten vereint. Von aussen besticht das elegante Geschäftshaus durch seine elliptische Form und die metallschimmernde Aussenhaut. Der Eingang führt direkt in den lichterfüllten Innenraum, der sich vom Eingangsgeschoss bis nach ganz oben erstreckt. Rund um den Innenraum verläuft die geschwungene Rampe vom Foyer bis ins Dachgeschoss. Sie bildet einen wichtigen Begegnungsraum für Mieter und Besucher.

FRÜHLING : : 2019

THE ONE HAT ES IN SICH Das Bürogebäude bietet alles, um seinen Nutzern einen angenehmen Arbeitsplatz zu bieten. Im Gebäude herrscht eine Atmosphäre des Wohl­ befindens, wozu das lichterfüllte Atrium entscheidend beiträgt. Rundherum sind Büroräume in unterschiedlichen Grössen angeordnet. Sie eignen sich insbesondere für Einzel- und Kleinunternehmen wie beispielsweise Treuhänder und Rechtsanwälte, Berater und Agenturen, Kommunikationsfachleute und IT-Spezialisten. Die 20 komplett eingerichteten Büros mit ein bis vier Arbeitsplätzen bieten wahlweise Transparenz oder Privats­phäre. Von vielen der Büros geniesst man eine tolle Aussicht.


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ABI PRANJES / PARTNER

CARMEN SCHILTKNECHT / INHABERIN

Partner Real Estate AG mit Büros in Zürich und Genf ist eine der führenden Gesellschaften in der Schweiz im Bereich von kommerziell genutzten Liegenschaften.

Der A & O Concepts AG, Branding- und Kommunikations­ agentur in Küsnacht ZH vertrauen seit Jahren einige der bedeutendsten Immobiliendienstleister.

KOMPLETT AUSGESTATTETE BÜROS Entsprechend dem Co-Private-Work-Konzept wurden die Räumlichkeiten konsequent auf die Bedürfnisse der neuen Mieter ausgerichtet. Auf Wunsch können Unternehmen mehrere Units mieten und / oder die Anzahl vorgesehener Arbeitsplätze reduzieren. Die Mietpreise verstehen sich pro Unit. Die Büros sind komplett eingerichtet und mit High-Speed-Internet und WLAN ausgestattet. Moderne Pulte, ergonomische Bürostühle, A4Farbdrucker, Stehleuchten, Papierkorb: Alles, was Unternehmer und Mitarbeitende brauchen, ist vorhanden – ohne eigene Investitionen tätigen zu müssen.

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TEILEN NACH CO-WORK-PRINZIP Einfach praktisch: Die Nutzung der Gemeinschaftsräume steht ganz im Zeichen von Co-Private-Work. Das Sitzungszimmer im Erdgeschoss können die Unternehmen kostenlos über die App von THE ONE buchen. Es eignet sich perfekt für Besprechungen, Präsentationen oder Team-

sitzungen. Auf der Ebene des Dachgeschosses stehen den Mietern ein Aufenthalts- und Loungebereich zur Verfügung sowie die Dachterrasse.

SONNIGE AUSSICHTEN Ein grosses Plus von THE ONE sind die gemeinschaftlich nutzbaren Aussenräume. Insbesondere der parkähnliche Garten rund um das Gebäude ist ein wunderbarer Ort für Pausen oder Arbeiten im Freien. Die spektakuläre Dachterrasse ist ein weiteres Glanzlicht und eignet sich auch für Veranstaltungen. Ganz in der Nähe bietet das Trendquartier Seefeld ein umfassendes Gastronomie- und Dienstleistungsangebot. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist über die Bahnhöfe Stadelhofen oder Tiefenbrunnen und die Tramlinien 2 und 4 gewährleistet. Die attraktive Lage am See, das reichhaltige Kultur-, Einkaufs- und Gastronomieangebot liefern zusätzliche Argumente, sich für THE ONE zu entscheiden.

SERVICES VON A BIS Z Die Mieter von THE ONE geniessen Services wie zum Beispiel den Bringund Abholservice der Post und die wöchentliche Reinigung der Units. Die Nutzung des Sitzungszimmers und der Gemeinschaftsräume ist in den Mietpreisen ebenfalls inbegriffen, genauso wie die App von THE ONE, ein massgeschneidertes Tool mit hilfreichen Micro-Apps. So einfach kann der Alltag sein!

A & O CONCEPTS AG Rennweg 1 CH-8700 Küsnacht Mobil +41 (0) 79 413 21 94 carmen.schiltknecht@a-o-concepts.ch Die Mieter ziehen in komplett möblierte Büros ein.

: : WWW.A-O-CONCEPTS.CH : :

PARNTER REAL ESTATE AG Rämistrasse 8 CH-8001 Zürich Telefon +41 (0)44 266 68 68 abi.pranjes@partnerrealestate.ch

Die Dachterrasse bietet eine Sicht über den Zürichsee.

: : PARTNERREALESTATE.CH : : : : WWW.THEONE-ZURICH.CH : :

FRÜHLING : : 2019


In einer lauen Sommernacht finden an der Feuerstelle unterhaltsame Grillabende statt.

ZWEIFEL GARTENBAU AG

INSPIRATIONEN FÜR DEN SOMMER DER WINTER HAT UNS NOCH FEST IM GRIFF MIT EISIGEN TEMPERATUREN UND DEN DICKEN HANDSCHUHEN STETS DABEI. UND TROTZDEM DENKEN WIR AB UND ZU MIT VORFREUDE AN DIE WARME JAHRESZEIT. DIE GEDANKEN KREISEN BEREITS UM DAS ERSTE GRILLIEREN MIT FREUNDEN, DIE BUNTE PFLANZENPRACHT UND LAUE SOMMERABENDE IM EIGENEN GARTEN. UM DAS ALLES UND NOCH VIEL MEHR ZU GENIESSEN, BRAUCHT ES EINIGES AN VORBEREITUNG. UND GENAU JETZT IST DER RICHTIGE ZEITPUNKT, DIESES PROJEKT IN ANGRIFF ZU NEHMEN. VON DR. MARTINA VOGEL

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nser Alltag ist oft hektisch: Informationen prasseln auf uns ein, wir sind immer auf Achse und rund um die Uhr erreichbar. Umso wichtiger ist es, zumindest in den eigenen vier Wänden – beziehungsweise im erweiterten grünen Wohnzimmer – Ruhe und Entspannung zu finden. Wie eine ganz persönliche Wohlfühloase entsteht, wissen die Spezialisten der Zweifel Gartenbau AG. Das Unternehmen realisiert seit Jahren Garten- und Terrassenträume für jeden Geschmack und jedes Budget. Oft braucht es gar nicht viel, um seinem Zuhause eine individuelle Note zu geben: eine bequeme Liege, ein grosszügiger Esstisch für Freunde und Familie, ein plätscherndes Wasserspiel oder ein gut bestückter Kräutergarten. Mit wenig Aufwand kann Grosses entstehen. «Die Nachfrage nach grünen Erholungsecken im eigenen Zuhause steigt stetig an», bestätigt denn auch Thomas Hornung, Teilhaber der Zweifel Gartenbau AG.

EINE GUTE PLANUNG IST DAS A UND O

Blühende Blumen bringen Farbtupfer in den Garten.

FRÜHLING : : 2019

Wer sich seinen Traum vom Paradiesgarten oder von der Wohlfühlterrasse erfüllen möchte, sollte bei der Planung und Umsetzung aber einiges beachten. Die wichtigsten Fragen lauten: Wie soll die neue Wohlfühloase genutzt werden? Werden Kinder auf dem Rasen herumtoben? Ist der Garten hauptsächlich zum Sonnenbaden, für gemütliche Grill­ abende oder ist gar ein Swimmingpool geplant? Nicht nur Boden-, Material- und Pflanzenwahl hängen von diesen Antworten ab, sondern auch andere Komponenten wie Sonnenschutz, Beleuchtung und die Wahl der passenden Möbel und Accessoires. Je grösser die Auswahl und


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Möglichkeiten, desto schwieriger aber auch die Entscheidung. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, einen Experten beizuziehen.

EIN GUTES KONZEPT UND GANZ VIEL INSPIRATION Was erwartet einen bei der Zusammenarbeit mit einem Spezialisten? Unabhängig davon, ob es sich um eine Neu- oder Umgestaltung handelt, begleiten Experten ihre Kunden Schritt für Schritt auf dem Weg zu ihrem Traum. Mit viel Gespür für Aussergewöhnliches und mit noch mehr Liebe zum Detail entstehen so Gärten und Terrassen der besonderen Art. Thomas Hornung fasst den Prozess kurz und bündig zusammen: «Nach einem ersten Gespräch folgt eine Bestandsaufnahme vor Ort. Unsere Planer und Landschaftsarchitekten erarbeiten danach unter Einbezug verschiedener Parameter – zum Beispiel die räumliche Einteilung, die Ausrichtung und der Lichteinfall – sowie durch persönliche Gespräche mit dem Kunden ein individuelles Konzept. Dieses setzen wir zunächst auf dem Papier um». Oftmals möchten sich die Kunden zudem von bestehenden Situationen inspirieren lassen, denn erst die Wahl der einzelnen Elemente und der dazu passenden Ausstattung haucht dem Garten oder der Terrasse Leben ein. Der über 2 500 Quadratmeter grosse Schaugarten der Zweifel Gartenbau AG in Tuggen (SZ) eignet sich für diese Art der Inspiration hervorragend. Ob edle Pf lanzen, fantasievolle Gefässe, hochwertige Möbel oder geschmackvolle Accessoires – im Schaugarten findet sich alles, was das Herz begehrt. Die Spezialisten beraten jeden Kunden in­ dividuell und zeigen zudem, welche Bepf lanzung für den Garten besonders geeignet ist oder welches Wasserspiel besonders gut zu den ausgewählten Möbeln passt.

Die Sitzecke lässt sich ganz einfach mit Sonnensegeln beschatten.

DIE GARTENTRENDS 2019 Nebst den eigenen Vorstellungen und Wünschen spielen immer auch Trends eine Rolle bei der Gestaltung. Im Jahr 2019 dreht sich zum Beispiel alles um das kühle Nass. Ob als kleines Wasserspiel oder in Form des lang ersehnten Swimmingpools: Wasser ist in jedem Fall ein Hin­ gucker. Ein fulminantes Comeback auf der Terrasse erleben momentan auch Pf lanzenampeln oder hängende Töpfe. Lange Zeit galten sie als altmodisch und verstaubt, werden nun aber immer beliebter. So sind sie nicht nur platzsparend – Stichwort vertikale Gärten –, sondern in Kombination mit Glas, Metall oder Beton sehr modern.

DAMIT DIE FREUDE LANGE WÄHRT Nachdem die Planung mithilfe der neusten Computertechnik abgeschlossen ist und die Ausstattung ausgewählt wurde, beginnt die konkrete Umsetzung vor Ort. Mit viel Know-how, Handwerkskunst und einem hochmodernen Maschinenpark nimmt der Traum langsam Form an. Wenn es dann endlich so weit ist, ist die Freude über das fertiggestellte Objekt natürlich gross. Oftmals geht aber vergessen, dass das neue Schmuckstück auch unterhalten werden muss, damit die Freude lange währt. Tipps für die richtige Pflege von Böden, Pflanzen und Accessoires sind deshalb essenziell. Die Zweifel Gartenbau AG bietet auf Wunsch gerne auch einen «Rundum-Pflegeservice» an. Dieser beinhaltet nebst der fachmännischen Pflege von Pflanzen und Rasen auch individuelle Zusätze wie beispielsweise den Unterhalt des Bewässerungssystems. Individualität wird während des ganzen Prozesses grossgeschrieben: «Die Bedürfnisse unserer Kunden stehen immer an erster Stelle. Nur so können wir nachhaltige Wohlfühloasen kreieren», fügt Thomas Hornung an.

FUNDIERTES WISSEN UND LIEBE ZUM DETAIL Und, steigt die Lust, den eigenen Garten oder die Terrasse umzugestalten? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür, denn die grüne Wohlfühloase will gut geplant sein und die Umsetzung braucht Zeit. Insbesondere,

Auf der Terrasse trifft verwittertes Holz auf Stein und Metall.

wenn man vielleicht auch mit dem Gedanken spielt, einen Badeteich oder einen Pool in den Wunschgarten zu integrieren. Unabhängig davon wie umfangreich das Projekt ist, die Spezialisten der Zweifel Gartenbau AG stehen ihren Kunden in jeder Phase mit Rat und Tat zur Seite und realisieren gemeinsam mit dem Kunden ein ganz persönliches Schmuckstück.

ZWEIFEL GARTENBAU AG Mühlenenstrasse 8 CH-8856 Tuggen Telefon +41 (0) 55 465 61 61 info@zweifel-ag.ch : : WWW.ZWEIFEL-AG.CH : :

FRÜHLING : : 2019


BAUEN & WOHNEN © Reinhold Borsch

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An der Giardina 2019 verbindet Reinhold Borsch japanische Gartenkultur mit westlichen Bedürfnissen. GIARDINA 2019

DER SCHÖNSTE ORT IM EIGENEN GARTEN DIE GIARDINA IST DER UNANGEFOCHTENE VORBOTE DES FRÜHLINGS: VOM 13. BIS 17. MÄRZ 2019 INSPIRIERT DAS EUROPAWEIT ETABLIERTE GARTENEREIGNIS ERNEUT MIT VIELEN IDEEN FÜR TRAUMHAFT SCHÖNE GÄRTEN, TERRASSEN UND BALKONE UND MACHT LUST AUF DIE OUTDOOR-SAISON. VON GEORG LUTZ

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er lange Sommer 2018 rückte die Räume im Freien ins Zentrum unseres Alltags und weckte das Bewusstsein für eine effiziente und effektive Gartenpflege. «Als Veranstalter der Giardina greifen wir die Themen auf, welche die Gesellschaft und die Gartenbranche beschäftigen. Gleichzeitig richten wir stets den Fokus auf spannende Entwicklungen und wagen den Blick in die Zukunft», sagt Christoph Kamber, Exhibition Director der Giardina. So nimmt sich die diesjährige Giardina gleich zwei hoch aktuellen Themen an: dem steigenden Bedürfnis nach individuellen Wohnräumen im Freien sowie dem Einsatz der Technik und Digitalisierung in der Gartenpflege und im Gartenbau.

LIEBLINGSPLÄTZE IM EIGENEN GARTEN Das mildere Klima gibt Gärten und Aussenräumen im Alltag eine höhere Bedeutung. Im Freien fühlen wir uns dann so richtig wohl, wenn wir unseren Lieblingsplatz gefunden haben. Einen Platz, wo wir unseren Hobbies wie Sport, Kochen oder Kunst frönen oder einfach die Seele

FRÜHLING : : 2019

baumeln lassen können. Solche Herzensplätze können zufällig entstehen, meist sind sie aber das Resultat einer sorgfältigen und bewussten Planung, sei es im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. An der diesjährigen Giardina veranschaulichen renommierte Gartengestalter und Newcomer mit spektakulären 1:1-Gartenbeispielen, wie mit gekonnter Bepflanzung, raffinierten Lichtkonzepten und einer sorgfältigen Einrichtung Flächen, Nischen und Ecken entstehen, die zu Wohlfühlorten in der Natur werden. Dies ganz auf die individuellen Bedürfnisse der Gartenbesitzer angepasst, ob als Ort der Ruhe und Musse, für gesellige Anlässe oder Hobby und Freizeit. «Viele Kunden sehnen sich nach einer verwunschenen Oase, die ein Gefühl von Geborgenheit vermittelt», weiss Peter Richard von Winkler Richard Naturgärten. Anlässlich seiner 20. Giardina-Teilnahme setzt er seinen ganz persönlichen Traumgarten um.

DIE ZUKUNFT IST DA Technik und Digitalisierung halten bei der Planung, Gestaltung und Pflege des Gartens Einzug und spielen eine ebenso grosse Rolle wie im Haus.


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© Stihl

© Reinhold Borsch

Ein liebevoll gestalteter Ort am Wasser weckt Feriengefühle im eigenen Garten.

An der Giardina 2019 zeigen führende Hersteller, wie Technik im Garten sinnvoll eingesetzt wird: ob vollautomatisierte Smart-Gardening-Systeme, effiziente Pooltechnik oder energiesparende Solarbeleuchtung – moderne Lösungen ermöglichen auch Gärtnerlaien eine unkomplizierte, energieeffiziente und ressourcenarme Gartenpflege. Die Projektgruppe «The Visionaries» geht noch einen Schritt weiter und greift mit ihrem Projekt «Digital Garden» das Thema der digitalen Planung und Gestaltung des Aussenraums auf. 14 innovative Unternehmen nehmen die Besucherinnen und Besucher mit auf eine interaktiv gestaltete Reise durch die Entstehung eines Vorgartens ‒ von der Planung über den Bau bis hin zur Umsetzung. Gartengestalter Rolf von Burg wiederum setzt seine Vision von Nachhaltigkeit um und präsentiert ein Projekt, das Solar- und Elektrotechnik elegant in einen Vorgarten integriert.

VORFREUDE PUR Für ein besonderes Highlight sorgt an der diesjährigen Giardina der deutsche Gartengestalter Reinhold Borsch, der bei seiner dritten Teilnahme einen 400 Quadratmeter grossen Japangarten westlich interpretiert. Passend zum diesjährigen Leitthema erwarten die Besucherinnen und Besucher zahlreiche Ideen für Lieblingsplätze und Rückzugsorte im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. So lädt Berger Gartenbau etwa in einen stimmungsvollen Nachtgarten mit ausgeklügeltem Beleuchtungskonzept, blühendem Staudenteppich und Lounges von Livingdreams ein. STOBAG erschafft in ihrem grosszügigen Projekt verschiedenste Lieblingsplätze. Der Verband Schweizer Gärtner JardinSuisse kreiert mit raffinierten Holzelementen und üppiger Bepflanzung einen öffentlichen Lieblingsplatz. Weitere Highlights setzen die letztjährigen Giardina Newcomer Gartist und F Design Landscape sowie der mehrfache GiardinaAWARD-­ Gewinner Trüb für Grün und weitere Gartenprofis. Auch für Balkone und Kleinterrassen bietet die Giardina 2019 eine Fülle an Ideen. Wie Balkone und Kleinterrassen echte Rückzugsorte werden, zeigen die drei grossen Gartencenter Hauenstein , Gartenpflanzen Daepp und Schwitter gemeinsam mit dem Gestaltungsprofi Kathrin Stengele. Sie präsentieren eine Siedlung mit zahlreichen Bepflanzungsideen und sieben thematisch eingerichteten Balkonbeispielen.

GIARDINA 2019 Die Giardina 2019 findet von 13. bis 17. März 2019 in der Messe Zürich statt. Die Öffnungszeiten sind mittwochs und donnerstags jeweils von 9 bis 20 Uhr, am Freitag bis 22 Uhr und am Wochenende von 9 bis 18 Uhr.

MCH MESSE SCHWEIZ AG Wallisellenstrasse 49 CH-8050 Zürich Telefon +41 (0) 58 206 50 00 : : WWW.GIARDINA.CH : :

FRÜHLING : : 2019

© Berger Gartenbau

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BAUEN & WOHNEN SILVEDES AG

TERRASSEN PLANEN UND VISUALISIEREN AUF BASIS DER COMPUTERUNTERSTÜTZTEN GEBÄUDEPLANUNG ENTSTEHEN MASSGEFERTIGTE KONZEPTE FÜR STIMMIGE AUSSENWOHNRÄUME. VON TOBIAS FRANZKE

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ls Architekten sämtliche Grundrisse und Baupläne noch am Zeichenbrett fertigten, mussten auch die Entwürfe für die Aussenbereiche von Hand erstellt werden. Begabte Zeichner erarbeiteten wunderschöne Skizzen und kunstvolle Ansichten, bei jeder Änderung mussten sie jedoch wieder mühsam von vorne beginnen. Und dabei sind diese Visualisierungen so wichtig für die Bauherrschaft – denn zusammen mit der Besichtigung von Originalmaterialien und handverlesener Pflanzenindividuen entsteht eine konkrete, visuelle Vorstellung des Endergebnisses.

PLANUNG IN 2-D ODER 3-D Der Trend zur dreidimensionalen Gebäudedarstellung ist in vollem Gange. Immer mehr Wohnbauten werden bereits in der Planungsphase visu­

FRÜHLING : : 2019

Zweidimensionale Terrassenpläne werden zu realen Wohlfühloasen.


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Dank professioneller Planung wirken Pflanzen, Gefässe, Möblierung und Bodenbeläge dauerhaft wie aus einem Guss.

alisiert, sodass sich auch Inneneinrichtung und Terrassendesign in allen drei Dimensionen darstellen lassen. Zwar ist die Konzeption dadurch aufwändiger, das mit dem entsprechenden Equipment virtuell begehbare Ergebnis liefert aber ein verblüffendes räumliches Resultat. Die Einschränkungen bestehen vielmals nur in der digital verfügbaren Auswahl von Einrichtungsgegenständen, Pflanzgefässen, Dekoartikeln sowie natürlich den Hauptdarstellern, den individuellen Pflanzen. Grosse Möbelhersteller und Bauausstatter haben den Trend erkannt und sind bestrebt, ihre Produkte mithilfe entsprechender Software bereits in den 3-D-Plänen der Architekten und Designer zu platzieren. Aber gerade kleinere Produzenten hochwertiger Ausstattungsgegenstände und halt­ barer Pflanzgefässe tun sich schwer, den technischen Aufwand für eine ansprechende dreidimensionale Ansicht ihrer Erzeugnisse zu stemmen. Für die computergenerierte Abbildung verschiedenartiger Pf lanzenpersönlichkeiten gilt dies noch mehr – da kein Baum dem anderen gleicht, wäre der Aufwand für eine detaillierte Darstellung enorm. Daher ist die zweidimensionale Planung auf Basis des Wohnungs- und Terrassengrundrisses die am häufigsten verwendete Variante. Die Platzierung von Möbeln, Gefässen und Pflanzen kann damit übersichtlich dargestellt und verändert werden. Die 2-D-Grundrisspläne machen den fliessenden Übergang zwischen Wohnraum und Aussenbereich erkennbar, die Sichtachsen aus dem Wohnbereich und auf der Terrasse deutlich und die Platzverhältnisse klar. So können Garten- und Terrassenplaner den Bewohnern ein präzises Bild und eine Vorstellung vom Raumgefühl des späteren Aussenwohnraumes vermitteln.

PFLANZEN ALS LEBENDE OBJEKTE Ein wichtiger Eckpfeiler bleibt bei aller digitalen Darstellbarkeit der persönliche Kontakt zum Gestalter und die individuelle Pflanzenauswahl. Das Planungspapier wird erst bei dem gemeinsamen Rundgang durch die Baumschule mit Leben gefüllt. Entgegen standardisierter Möbelkollektionen besitzt jede einzelne Solitärpflanze ihren ganz eigenen Charme. Eine spannende Drehung im Baumstamm hier, eine ungewöhnliche Verzweigung dort – die Natur bringt unnachahmliche Pflanzencharaktere hervor und vermag es, unterschiedlichste Geschmäcker zu bedienen. Die Auswahl eines solchen persönlichen Lieblingsbaumes wird zum Vergnügen und die Besitzer erfreuen sich später im neuen Wohnumfeld täglich an dessen Anblick. Bei anderen Materialien wie Pflanzgefässen und Bodenbelägen spielt neben den optischen Eigenschaften – die am besten draussen bei Tageslicht

anzuschauen sind – die Haptik eine wichtige Rolle. Wird die griffige Oberf läche der Original­ gefässe aus Terracotta d'Im­ pruneta geschätzt oder soll es eher etwas ebenmässig Glat­tes sein? Weisen die Steinzeugplatten in Holz­ imitat auch die gemaserte Oberfläche von echten Holzdielen auf? Diese Materialen werden erst durchs Anfassen im Wortsinn begreiflich, sodass die Eigentümer schluss­ endlich Produkte wählen, die ihnen über viele Jahre gefallen.

FACHGERECHTE UMSETZUNG Im Idealfall wird das Pflanzkonzept vom Urheber umgesetzt. Zeichnet die gleiche Person für Planung und Ausführung verantwortlich, entfallen Schnittstellen, und die Machbarkeit aller Detaillösungen ist von Anfang an sichergestellt. Für ein langfristiges Gelingen ist die fundierte Konzeption ebenso wichtig wie die sachkundige Ausführung. In beiden Bereichen sind Materialkenntnis, gestalterisches Talent und ein reicher Erfahrungsschatz in der Pf lanzenverwendung gefragt. Gerade unter den speziellen Bedingungen auf Terrassen muss dem Lebewesen Pflanze und den unterschiedlichen Ansprüchen verschiedenster Arten besonders Sorge getragen werden. Nur wenn sich die grünen Protagonisten dauerhaft wohlfühlen, strahlt der Aussenwohnraum die gewünschte Ruhe und Geborgenheit aus und bietet den Eigentümern eine täglich verfügbare Entspannungszone.

SILVEDES AG Bellevue CH-8311 Brütten Telefon +41 (0) 52 355 01 02 info@silvedes.ch : : WWW.SILVEDES.CH : :

FRÜHLING : : 2019


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Warme Stunden: Die Einrichtung mit dem Lawrence Sofa von Minotti legt die Prioritäten klar auf Behaglichkeit am Kaminfeuer.

SIEBEN EINRICHTUNGSTIPPS FÜR DAS WOHNZIMMER SCHÖNER WOHNEN

DAS WOHNZIMMER IST DER MITTELPUNKT DES FAMILIENLEBENS – EIN RAUM ZUM FREUNDE EMPFANGEN, ENTSPANNEN UND AUSRUHEN. DESHALB IST ES WICHTIG, EIN WOHNZIMMER ZU SCHAFFEN, WELCHES HARMONIE AUSSTRAHLT, DAS ABER VOR ALLEM KOMFORTABEL UND FUNKTIONAL EINGERICHTET IST UND SICH DER GRÖSSE DES RAUMS UND DEM STIL DER BEWOHNER ANPASST. VON ASTRID PFENNIGER

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as stilsichere Einrichten von Wohnungen und Häusern ist nicht einfach. Es geht um die Auswahl von Materialien und Stoffen, um Farben und Licht. Auch müssen Möbelstücke gekonnt kombiniert werden. Gerade was das Wohnzimmer betrifft, möchten wir eine gemütliche und harmonische Wohlfühloase. Folgende sieben Tipps zeigen, was es alles beim Einrichten des Wohnzimmers zu beachten gibt:

1. EINRICHTUNG AN DIE GEWOHNHEITEN ANPASSEN Oft haben wir zu viele Ansprüche an einen Raum. Wir möchten fernsehen, in der Übergangszeit die wohlige Wärme vor dem Cheminée geniessen und zusätzlich noch die freie Aussicht in Szene setzen. Aber: Es sollten klare Prioritäten gesetzt werden!

2. SOFA ALS KEY-ELEMENT Die Auswahl ist riesig: sei es eine grosszügige Sofalandschaft, ein Eckelement oder ein Modulsystem. Sofas stellen den Mittelpunkt jedes Wohnzimmers dar und geben dem Raum einen einzigartigen und persönlichen Touch. Bei der Sofaauswahl empfehlen sich zwei gleich grosse Sofas oder ein Ecksofa. Hierbei muss die Modell­auswahl den individuellen Bedürfnissen angepasst sein. Bei grosszügigen Räumen dürfen die Sofas allerdings nicht zu klein sein, ansonsten kann es schnell wie in einer Puppenstube aussehen. Bei der Auswahl

FRÜHLING : : 2019

der Sofafarbe bietet sich eine eher neutrale Farbe an, dies lässt den Raum grösser und heller wirken. Auch ein Teppich darf sich ruhig dem Raum und der Sofagrösse anpassen, er soll nicht wie eine Briefmarke wirken. Ein Teppich verpasst dem Wohnzimmer Wohnlichkeit und Gemütlichkeit.

3. ATMOSPHÄRE SCHAFFEN Wenn Küchen-, Ess- und Wohnbereich ein Raum sind, sollte ein nahtloser Übergang zwischen den Räumen geschaffen werden. Hier gibt ein einheitliches Farb- und Materialkonzept die nötige Ruhe. Allzu viele unterschiedliche Möbel und Materialien sollten hingegen nicht verwendet werden. Zusätzliche Atmosphäre vermitteln Vorhänge und Teppiche.

4. FARBEN GEBEN HARMONIE Um Farbe in den Wohnbereich zu bringen, bieten sich zwei Möglichkeiten: Entweder man definiert nur eine Farbe in unterschiedlichen Tönen oder kombiniert gleich mehrere Farben miteinander. Die Herausforderung dabei ist, das Farbkonzept so in Szene zu setzen, dass es eine gewisse Frische und gleichzeitig Harmonie im Raum ausstrahlt. Dies kann einfach mit einem eher ausgefallenen farbigen Fauteuil geschehen, welcher als Statement-Piece im Wohnzimmer wirkt. Dazu passen Sofas in einer eher neutralen Farbe wie beispielsweise das Stay Sofa von Gubi. Wer keine


© Fritz Hansen

© Minotti

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Kerzenhalter, handgefertigte Töpferware und Skulpturen geben einen persönlichen Touch.

Bilder an die Wand hängen möchte, kann einfach eine Wand farbig streichen. Achtung, nicht zu dominante und kitschige Farben auswählen, sondern eher auf einen schlichten Grau- oder Blauton zurückgreifen. Dieser lässt sich einfach kombinieren – oft reicht auch schon ein Hauch für die nötige Harmonie im Raum. Für die Farbakzente können auch farbige Kissen und Plaids sorgen.

tion die Beleuchtung haben soll. Wer lesen möchte, für den eignet sich besonders gut eine Stehleuchte wie die Topoled von Baltensweiler. Wer lediglich für Atmosphäre sorgen möchte, braucht ein eher warmes und weiches Licht. Hier bietet sich zum Beispiel die skulptur­artige Tischleuchte von Ingo Maurer Samurai oder von Fontana Arte, die zeitlose Tisch­ leuchte Fontana 1853.

5. MATERIALIEN ZUM WOHLFÜHLEN

7. EINE PERSÖNLICHE NOTE

Materialien wie Holz, Leder oder Stoffe lassen eine Wohlfühlatmosphäre entstehen – und gerade die Kombination der Materialien macht den besonderen Reiz aus. Bei der Auswahl des Sofabezugs lässt sich beispielsweise ein angenehmer Stoff nehmen, dafür wählt man für die Sessel ein strapazierfähiges Leder, welches mit der Zeit eine wunderschöne Patina bekommt.

Frische Schnittblumen sind immer schön fürs Ambiente und schenken dem Raum den persönlichen Touch. Diese sorgen dafür, dass das Wohnzimmer zum Zuhause wird. Man darf ruhig sehen, dass das Wohnzimmer genutzt wird. Manchmal ist weniger mehr – dies gilt auch bei der Auswahl der Zimmerpf lanzen, es kann auch mal nur eine grosse sein.

6. DIE RICHTIGE BELEUCHTUNG

: : : : : : : :

WWW.WOHNBEDARF.CH : : WWW.MINOTTI.COM : : WWW.FRITZHANSEN.COM : : WWW.CASSINA.COM : :

© Cassina

Das Lichtkonzept des Wohnzimmers sollte frühzeitig überlegt werden, damit sich entsprechende Vorbereitungen in Bezug auf Anschlüsse treffen lassen. Ebenfalls muss man sich Gedanken dazu machen, welche Funk-

Materialmix: Hier kommen ein grüner Wink-Sessel des Designers Toshiyuki Kita und braune Ledersessel aus der berühmten LC3-Serie zusammen.

FRÜHLING : : 2019


BUSINESS IM RAHMEN DER DIGITALISIERUNG STEHEN DER BEVÖLKERUNG UND DER WIRTSCHAFT WICHTIGE WEICHENSTELLUNGEN BEVOR. SOWOHL UNTERNEHMEN ALS AUCH POLITIK MÜSSEN SICH DER DIGITALEN TRANSFORMATION ANPASSEN, DAMIT DIE SCHWEIZ WETTBEWERBSFÄHIG BLEIBT. VON FREYA MOHR

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ie Digitalisierung nimmt immer mehr Fahrt auf, und dies gilt für Unternehmen aus allen Branchen und Sparten. Auch KMU müssen sich der zunehmenden Digitalisierung und den technologischen Entwicklungen anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es ist aber nicht damit getan, die neuen Technologien einfach für die Prozessentwicklung einzusetzen. Viel mehr ist ein neues Management-Verständnis erfordert: Es geht darum, anders und neu zu denken, Geschäftsmodelle umzuwälzen, neue Ideen im kleinen Rahmen zu testen und die Best-Practice-Methoden anschliessend in das

Kernbusiness zu übernehmen. Dazu gehört auch, Rückschläge wegstecken zu können. Aber auch die Politik muss sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen, um Schweizer Unternehmen optimale Bedingungen zu schaffen. Noch klaffen der Anspruch und die Wirklichkeit teilweise weit auseinander. Themen wie E-Voting, Cyber-Security und Cloud-Service stehen zwar auf der politischen Agenda, und es gibt immer wieder neue Initiativen, aber trotzdem bleibt hier Handlungsbedarf bestehen. Gesetze, Vorschriften und die politische Alltagsarbeiten müssen sich ebenfalls anpassen, damit eine erfolgreiche Digitalisierung der Schweiz möglich ist.

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BUSINESS DIGITALE SCHWEIZ

DAS LAND AUF KURS BRINGEN ES SIND GERADE MAL 15 PARLAMENTARIER VON 246, DIE SICH BEI FRAGEN ZUR DIGITALISIERUNG IM NATIONAL- UND STÄNDERAT REGELMÄSSIG ÄUSSERN UND EINBRINGEN. DABEI STEHEN LAND, LEUTE UND WIRTSCHAFT WICHTIGE WEICHENSTELLUNGEN BEVOR. EIN GESPRÄCH MIT NATIONALRAT, IT-UNTERNEHMER UND PHILANTHROP FRANZ GRÜTER ÜBER E-VOTING, CYBER-SECURITY, CLOUD-SERVICES UND EINE UNGEWÖHNLICHE BEGEGNUNG AM US-HIMMEL. INTERVIEW MIT FRANZ GRÜTER VON BEAT HÜRLIMANN

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ie ICT-Branche beschäftigt fast 200᾽000 Arbeitskräfte, erwirtschaftet 27 Milliarden an Wertschöpfung und ist die sechstgrösste Industrie der Schweiz. Sie ist ein bedeutender Wirtschaftszweig mit enormem Wachstum und hohen Investitionen. In Bern sind es aber nur 15 Parlamentarier von 246, die sich bei IT-Fragen äussern und einbringen. Bei den Bauern sind es über 40. Franz Grüter sagt, der Wirtschaftszweig ist stark untervertreten. Umso wichtiger scheint, dass die wenigen, die sich reinhängen, umso fester am selben Strick ziehen. Deshalb lautet unsere erste Frage: «ZürichRUNDSCHAU»: Herr Grüter, wie funktioniert die Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg? Franz Grüter: Digitale Themen sind nicht dem klassischen Rechtslinks-Schema zuordenbar. Sie sind weniger emotionalisiert. Es gibt eine parlamentarische Gruppe für digitale Nachhaltigkeit, die nach neuen Themen Ausschau hält. Das elektronische Abstimmen ist ein solches Thema, das sehr kontrovers diskutiert wird. Hier treffen sich während der Session Parteivertreterinnen und Parteivertreter von rechts bis links. Die Zusammenarbeit ist wirklich gut. Sie stehen ein für eine starke und unabhängige Schweiz, in der das Volk mitbestimmt. Wie stehen Sie zum E-Voting? Ich bin ein Kritiker des E-Votings. Wir können in der Schweiz zu Sachfragen abstimmen und dabei über Dinge entscheiden, die für unser Land sehr wichtig sind. E-Voting-Systeme sind leider interessante Ziele für Hackerangriffe. Die Amerikaner haben in ihrem Plan der National Security Agency (NSA) E-Voting-Systeme explizit als Angriffsziele erwähnt. Wir haben in den letzten US-Wahlen gesehen, dass solche Attacken ein reales Gefahrenpotenzial darstellen. Ich möchte es nicht erleben, dass wir eines Tages eine Wahl oder Abstimmung aufgrund von Angriffen auf die Systeme wiederholen müssen. Oder noch schlimmer, wir merken gar nicht, dass ein Angriff erfolgt ist, oder vielleicht erst Jahre danach. Das Vertrauen in die Korrektheit der Auszählung unserer Wahlen und Abstimmungen wäre erschüttert, und dafür ist das Risiko zum heutigen Stand viel zu hoch. Wir werden im ersten Quartal 2019 mit einem breit abgestützten Komitee eine Volksinitiative lancieren, die ein Moratorium über fünf Jahre fordert.

Besorgt: «Bei den KMU ist die Sensibilisierung für Cyber-Attacken ungenügend.»

FRÜHLING : : 2019

Es soll aber Lösungen basierend auf der neuen Blockchain-Technologie geben. Im Kanton Zug gibt es einen Versuch einer E-Voting-Lösung, die in der Blockchain läuft. Ich verfolge das. Ich bin natürlich nicht für ein Verbot auf alle Zeiten. In der Schweiz hat man die Systeme bisher als absolut sicher bezeichnet. Doch erst kürzlich hat der Chaos Computer Club einen Angriff simuliert, der im scharfen Betrieb erfolgreich gewesen wäre. Es wurde eine gefälschte Abstimmungsseite erstellt und Datenverkehr


BUSINESS

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Heimatverbunden: Grüter in Eich, Kanton Luzern

darauf umgeleitet. Die dort gemachten E-Votings wären auf dem Server der Angreifer verblieben und gar nie in die Abstimmung eingeflossen. Bemerkt hätte das niemand. Zum Glück passierte dies nicht an einer echten Abstimmung. Genf hat nun bekannt gegeben, dass man das E-Voting-­ System abschalten werde.

nehmen und Cloud-Anbieter. Gemäss einer Studie von Credit Suisse wird heute ein Viertel des europäischen Datenvolumens in der Schweiz gespeichert. Die Schweiz spielt in einer Topliga mit. Ich glaube, wir werden in den nächsten Jahren ein weiteres hohes Wachstum sehen.

Wieso verlagern ausländische Konzerne ihre 2008 kauften Sie mit Investoren 100 Prozent «EIN VIERTEL DES EUROPÄISCHEN Daten in die Schweiz? des Internet-Providers Green.ch. Gibt es Ihrer Übergeordnet sagen mir alle, dass die Stabilität DATENVOLUMENS WIRD IN Meinung nach heute mit damals vergleichbare unseres politischen Systems, die Zuverlässigkeit DER SCHWEIZ GESPEICHERT.» digitale Wachstumsfelder? der Stromversorgung und der Glasfasernetze Ich sehe das grosse Potenzial im globalen Cloud-Markt. Firmen verlagern und die Sicherheit ganz generell den Ausschlag gäben. Man kann sagen, es ihre Rechner in die Cloud. Dieser Trend hat erst richtig begonnen. Wir sind die alten Schweizer Tugenden, die einmal mehr eine enorm wichtige haben bei diesen Cloud-Services Wachstumsraten von jährlich 20 bis Rolle spielen. Zudem liegen wir zentral, verfügen über gute Fachkräfte und 30 Prozent. Bei Green Datacenter befinden wir uns aktuell in einer BauUnternehmen finden hier die Rechtssicherheit, die sie suchen. phase mit Investitionen in Höhe von 70 Millionen Franken. Im nächsten September wird das dritte grosse Rechenzentrum auf dem Campus Lupfig Sehen Sie weitere digitale Wachstumsfelder? eröffnet. Zusammen mit den Standorten in der Stadt Zürich und in GlattEin international brennendes Thema ist die Cyber-Sicherheit. Gerade für brugg verfügen wir dann über fünf moderne Rechenzentren für Unterden bedeutenden Datenstandort Schweiz. Wir sind ein interessantes

Ellenlange Whiskyregale für die starken Männer und eine schwindelerregend grosse Parfümerie für die schönen Frauen. Und regionale Spezialitäten und Fashion Accessoires für alle, die Lust auf Qualität und ein Schnäppchen haben.

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BUSINESS

In der Schweiz: Hochsicherheits-Rechenzentrum der Green Datacenter

Angriffsziel für Hacker. Das ist eine Bedrohung, aber auch ein Geschäft, und es braucht Wissen in diesem Bereich, das wir auf bauen müssen. Ich denke da an den Schutz und die Abwehr. Hier entstehen viele neue Opportunitäten. Können Sie uns Entscheidungen auf Bundesebenen nennen, die 2019 gefällt werden und die einen Einfluss auf die Digitalisierung haben? Wenn ich an Vorstösse von Parlamentariern denke, gehen diese häufig in die Richtung, dass man Prozesse, die heute klassisch laufen, digitalisiert. Der Bund selber hat eine nationale Digitalisierungsstrategie. Hier sind Bildungsfragen ein wichtiger Bestandteil. Womit ich an die Antwort zuvor anknüpfe. Wir müssen Wissen aufbauen! Fakt ist, dass unsere Branche in den nächsten Jahren einen Bedarf von 40᾽000 Leuten hat, die uns fehlen. Fachspezialisten für Cyber-Sicherheit etwa. Erste Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote stehen oder werden entwickelt. Beispielsweise hat die Hochschule Luzern ein eigenes Informatik-Department aufgebaut, das pro Jahr 800 bis 1 000 Spezialisten hervorbringt. Man versucht, der immensen Nachfrage Rechnung zu tragen. Doch wir hinken dem Bedarf immer ein Stück weit hinterher. Sie fordern eine Cyber-Armee für die Schweiz. Wozu braucht die Schweiz eine Cyber-Armee und wo lauern die grössten Gefahren? Vor zwei, drei Jahren habe ich öffentlich gesagt, dass wir auf beiden Augen blind sind. Die Schweiz hat nicht mal erkannt, als sie angegriffen wurde. Der berühmteste Fall war der Cyber-Angriff auf die RUAG, den staatlichen Rüstungsbetrieb, der selber Cyber-Abwehrprodukte verkauft. Der Angriff blieb 18 Monate lang unentdeckt. Es wurden Daten gestohlen. Ausländische Nachrichtendienste haben uns informiert. Wir wussten nicht, dass Angriffe

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stattfanden und hatten auch keine Abwehr dafür. Das war der Weckruf, der auch in der Politik ein Umdenken bewirkte. Eidgenössische Departemente wurden Opfer von Attacken, ebenso grosse Firmen. Ich denke an PostFinance, Mastercard und 20 Minuten. Praktisch jedes Digitalunternehmen in der Schweiz hat Angriffe erlebt. Mit der Digitalisierung ist die Cyber-Kriminalität für die Angreifer zu einem lohnenswerten Instrument und für die Unternehmen zu einem echten Risiko geworden. Und was sollte Ihrer Meinung nach konkret getan werden? Es gibt zwei Forderungen. Zum einen braucht es eine Cyber-Abwehr­ einheit. Die wird inzwischen aufgebaut. Es gibt auch bereits eine Cyber-­ Rekrutenschule. Beide wurden komplett neu lanciert. Das zweite, was wir ange­s tossen haben, ist die Entwicklung eines nationalen Cyber-­ Lagezentrums. Das ist nicht im Verteidigungs-, sondern im Finanz­ departement angesiedelt. Es handelt sich um eine neue Einheit, die laufend die Lage beurteilt, Angriffe erkennen muss und eng mit der Wirtschaft zusammenarbeiten muss. Wie gut sind Schweizer Firmen für den Cyberwar gerüstet und welches sind hier die grössten Gefahren? Bei den KMU ist die Sensibilisierung ungenügend. Der Staat kann die Firmen nicht schützen. Grössere Firmen beurteilen Attacken als Risiko und ergreifen Schutzmassnahmen. Häufig unternehmen KMU erst etwas, nachdem eine Attacke stattgefunden hat. Ich kenne viele Beispiele. Schreinereien, die lahmgelegt wurden. Restaurants und Hotelbetriebe, die nach Phishing-Attacken erpresst wurden. Es ist morgens um 8:00 Uhr, 20 Personen wollen auschecken und das Buchungssystem wird lahmgelegt. Viele Betriebe haben dann auch bezahlt.


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sich die Zeit für Reflexionen nehmen, um herauszufinden, wo die nächsten grossen Entwicklungen stattfinden. Die übrige Zeit verbringt man wie ein Trüffelschwein. Man muss die Nase und den Instinkt haben – Eigenschaften, die man nicht lernen kann. Haben Sie hierfür ein Vorbild? Stefan Muff arbeitete in einem Grundbuchamt und regte sich darüber auf, dass alles manuell eingetragen werden musste. Er hatte die Idee, die Karto­ grafie zu digitalisieren. Später hat er seine Firma an Google verkauft. Wenn wir heute mit Google Maps arbeiten, was ja in der Schweiz entwickelt wird, ist das ein Produkt, das ursprünglich Stefan Muff in Meggen im Kanton Luzern entwickelte. Mich beeindrucken Unternehmer, die Grosses leisten. Mit solchen Menschen arbeite ich heute zusammen. Um vorwärtszukommen, muss man auch mal Risiken eingehen. Das kann zu einem mulmigen Gefühl führen. Was war Ihre bislang brenzligste Situation im Privatleben? Zwei Wochen nach 9 / 11 flog ich mit meinem Sohn an Bord an der Küste Floridas entlang. Im Tower schöpfte man aufgrund meines Akzents Verdacht und schickte zwei F / A-18-Kampfjets an die Seiten meiner Cessna. Ich war überrascht und hatte nicht mit einer solchen Reaktion gerechnet. Ich hatte Gänsehaut.

Wo spüren Sie persönlich digitale Entwicklungstrends auf? Es gibt weltweit eine Hand voll Länder, die Taktgeber sind. Die USA stehen an der Spitze, aber China ist rasant am Aufholen. Im Bereich der Cyber-Sicherheit ist Israel weltweit führend. Ich führe jeweils Parlamentarierreisen an. Dieses Jahr besuchten wir Israel. 2020 ist eine Reise nach Südkorea geplant, wo es um Künstliche Intelligenz geht. Hier muss man

Sie engagieren sich in einer Stiftung für 50plus-Arbeitsuchende. Mit welchem Ziel? Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt, auch materiell. Mit diesem Engagement will ich der Gesellschaft etwas zurückgeben. 2015 habe ich mit zwei Partnern die Schweizerische Stiftung für Arbeit und Weiterbildung gegründet. Wir erfassen digital alle offenen Stellen in der Schweiz und geben diesen ein Profil: Arbeitsort, Anforderungen, Ausbildung. Gleichzeitig erfassen wir die Lebensläufe von Menschen, die teils ausgesteuert sind und trotz grösster Anstrengungen keinen Job finden. Wir fungieren als eine Art Partnervermittler und machen einen Profil­a bgleich. Statt 200 sind es am Ende zehn Bewerbungen, die zum Erfolg führen. Die Erfolgsquote liegt bei einem Drittel. Seit 2015 haben wir so über 300 Leute vermitteln können, die vorher erfolglos gesucht haben. : : WWW.FRANZ-GRÜTER.CH : :

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BUSINESS AIRPLUS INTERNATIONAL AG

CASH IM HOTEL WAR GESTERN AUS GRÜNDEN VON KOSTENEFFIZIENZ, REISERICHTLINIEN, TRANSPARENZ, COMPLIANCE UND DUTY OF CARE IST AUF GESCHÄFTSREISEN DAS BUCHEN VON HOTELLEISTUNGEN MEHR INS ZENTRUM GERÜCKT. ABHILFE BIETEN VIRTUELLE KREDITKARTEN – EINE EINFACHE BEZAHLLÖSUNG, DIE WELTWEIT AUF DEM VORMARSCH IST. VON FREYA MOHR

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er heute privat verreist, bucht den Flug und das Hotel oftmals direkt im Internet. Für den Flug verwendet der Gast die private Kreditkarte, die dann auch umgehend von der Fluggesellschaft belastet wird. Beim Hotel ist der Ablauf etwas anders, denn die Bezahlung erfolgt meistens erst beim Check-out vor Ort. Da es sich um eine private Reise handelt, versteht es sich von selbst, dass der Gast für diese Transaktion ebenfalls seine eigene Kreditkarte verwendet. Anders sieht die Situation aber auf Geschäftsreisen aus.

FEHLERANFÄLLIGER SPESEN-MARATHON

Während für Geschäftsreisen der im Internet gebuchte Flug mit einer Firmenkreditkarte bezahlt und über einen zentralen Company Account abgerechnet wird, ist das bei Unterkünften noch nicht der Fall. Hotels lassen sich zwar online buchen, Reisende müssen aber auch auf Geschäftsreisen vor Ort bezahlen – zusammen mit den angefallenen Einzelleistungen wie dem Business-Lunch, der Miete des Besprechungsraums für die Sitzung, dem After-Work-Drink und dem Wasser aus der Minibar.

Nicht selten kommt es vor, dass sich der Reisende aufgrund einer fehlenden Quittung oder einer falschen Rechnungsangabe entscheidet, die entsprechenden Kosten lieber selber zu tragen, als dem Problem auf den Grund zu gehen. Gleiches gilt, wenn der Reisende für die Auslagen seine private Kreditkarte nutzt, denn schliesslich verfügt nicht jeder Mitarbeitende über eine Corporate Card. Das hat zur Folge, dass Mitarbeitende am Ende der Reise mühsam das Hotelzimmer und den zusätzlichen Business-Lunch zwischen den privaten Ausgaben ausweisen und belegen müssen.

Für den Reisenden beginnt so der Spesen-Marathon: Sie oder er sammelt sämtliche Quittungen und heftet diese nach der Reise für die Spesenabrechnung auf entsprechende Formulare. Das Unternehmen muss schliesslich die angefallenen Kosten noch in das digitale Abrechnungssystem einfügen, damit letztlich die Finanzabteilung alles überprüfen kann. Und sollte es Fragen zu Belegen oder einer falschen Rechnungsadresse geben, landet die Abrechnung fürs weitere Handling wieder auf dem Schreibtisch des Reisenden.

Laut einer Erhebung der Global Business Travel Association (GBTA) umfasst der Prozess von der Buchung bis zum Abschluss der Abrechnung etwa zehn Einzelschritte, inklusive Bezahlung, Sammeln und Kontrolle der Rechnungen und Quittungen, Digitalisierung der Daten, Kontrolle durch die Finanzabteilung, Rückfragen beim Reisenden. Die durchschnittliche Dauer dafür beträgt über 40 Minuten und verursacht Prozesskosten von über 100 Franken. Zudem ist der Prozess fehleranfällig. «Das muss nicht sein», sagt Andy Stehrenberger, Geschäftsführer von AirPlus Schweiz, einem der weltweit führenden Finanzdienstleister im Geschäftsreisebereich. «Für den Reisenden muss jede Zahlung so einfach wie möglich und damit faktisch unsichtbar werden.»

EINFACH VIRTUELL BEZAHLEN Die Hotel-relevanten Ausgaben waren laut Andy Stehrenberger bisher zu wenig koordiniert und wurden von vielen Firmen vernachlässigt. Aus Gründen der Kosteneffizienz, der Reiserichtlinien, Transparenz, Compliance und Duty of Care sei nun das Buchen von Hotelleistungen mehr ins Zentrum gerückt. Hier kommt die virtuelle Kreditkarte wie beispielsweise die A.I.D.A.-Karte von AirPlus als eine einfache und effiziente Bezahllösung ins Spiel. Und so funktioniert eine virtuelle Kreditkarte:

Nach Geschäftsreisen birgt der SpesenMarathon immer eine Fehlerquelle.

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Nach der Buchung über Onlineportale wie HRS oder Booking.com wird die Buchung zusammen mit einer automatisch generierten virtuellen MasterCard-Nummer ans Hotel geschickt. Diese Nummer dient dem Hotel als Zahlungsgarantie, über welche es die Leistungen nach dem Aufenthalt automatisch mit dem Unternehmen abrechnet. Gemäss der GBTA verkürzt sich die Dauer für den Buchungs- und Abrechnungsprozess einer komplett virtuell bezahlten Geschäftsreise um rund 75 Prozent auf circa zehn Minuten. «Gerade Vielreisende sparen dadurch viel Zeit, die


Die virtuelle Kreditkarte löst die private Kreditkarte der Mitarbeitenden ab – auch bei der Bezahlung des Hotels.

sie ihrer Arbeit widmen können. Unternehmen minimieren dabei ihre Prozesskosten und sparen bares Geld», sagt Stehrenberger. Neben der Vereinfachung für den Reisenden und der Zeitersparnis bietet diese Bezahlmethode noch weitere Vorteile. Beispielsweise prüft sie automatisch, ob die gebuchte Leistung der erbrachten Leistung entspricht oder ob die Rechnungsadresse stimmt. Auch die Digitalisierung der Daten, das heisst das Erfassen der Daten im firmeneigenen Abrechnungssystem, erfolgt ohne Zutun des Reisenden. Dem Reiseverantwortlichen oder der Geschäftsleitung des Unternehmens sind damit automatisch sämtliche Reisekosten der Mitarbeitenden auf einen Blick ersichtlich, er ist stets über die laufenden Kosten im Bilde und erhält ein umfassendes Reporting. Zudem hat die Finanzabteilung aufgrund der automatisierten Prozesse und der hohen Datenqualität weniger Kontrollaufwand. Diese Daten können zudem dazu verwendet werden, bessere Konditionen mit den Fluggesellschaften und Hotelketten auszuhandeln, Reisetage und Reiseklassen zu optimieren und Verstösse gegen die Compliance-Richtlinien des Unternehmens zu eliminieren.

WELTWEIT AUF DEM VORMARSCH «Unsere Herausforderung für die nächsten Jahre besteht darin, die steigenden Compliance-Anforderungen in Unternehmen mit der Forderung der Mitarbeiter nach maximaler Einfachheit erfolgreich zu kombinieren», erklärt Andy Stehrenberger. Und der eingeschlagene Weg trägt für AirPlus Früchte. Neben dem Company Account, dem zentralen Firmenkonto, mit einem Plus von sechs Prozent und der Corporate Card mit einem Zuwachs von 20 Prozent zeigte im Jahr 2017 auch die virtuelle Kreditkartenlösung AirPlus A.I.D.A. Virtual Cards erneut ein starkes Umsatzplus. So stieg der Umsatzerlös der virtuellen Kreditkarten 2017 im Vergleich zum Vorjahr um ganze 29 Prozent und 2018 erneut um rund 20 Prozent. «Die anhaltend starke Nachfrage nach AirPlus A.I.D.A. Virtual Cards zeigt, in welche Richtung sich professionelle Bezahllösungen für Geschäftsreisen in den kommenden Jahren entwickeln», stellt Stehrenberger in Aussicht. Die Ende 2018 besiegelte Kooperation mit Booking.com und die damit verbundene Steigerung der virtuell bezahlten Hotelbuchungen ist eines der Resultate dieser Entwicklung.

Für Mitarbeitende auf Geschäftsreisen bietet eine virtuelle Kreditkarte eine einfache Bezahllösung.

UNTERNEHMENSPROFIL AirPlus ist ein führender internationaler Anbieter von Lösungen für das tägliche Management von Geschäfts­ reisen. 51'000 Firmenkunden setzen bei der Bezahlung und Auswertung ihrer Geschäftsreisen auf AirPlus. Unter der Marke AirPlus International werden die Produkte und Dienstleistungen weltweit vertrieben. Der AirPlus Company Account ist das erfolgreichste Abrechnungskonto innerhalb des Universal Air Travel Plan (UATP).

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BUSINESS SMART BUSINESS DAY

REBELLEN AN DIE MACHT! BEI DER DIGITALEN TRANSFORMATION LIEGT DER FOKUS ZU SEHR AUF DEN TECHNOLOGIEN UND ZU WENIG AUF DEN MENSCHEN. GEFRAGT SIND FRAUEN UND MÄNNER, DIE ANDERS UND NEU DENKEN, DIE AN STÜHLEN SÄGEN, AN GESCHÄFTSMODELLEN RÜTTELN UND RÜCKSCHLÄGE WEGSTECKEN. WIE TICKEN SIE, WIE HÄLT MAN SIE AUS UND VOR ALLEM, WIE HÄLT MAN SIE IM HAUS? EIN GESPRÄCH MIT CARMEN SPIELMANN UND JÜRG STUKER. INTERVIEW MIT CARMEN SPIELMANN UND JÜRG STUKER VON BEAT HÜRLIMANN

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© Jürg Stuker

m Smart Business Day im GDI in Rüschlikon, veranstaltet ist in einer Organisation tätig, die sich um Senioren kümmert, die von von Namics, einer führenden Digital-Agentur und SAP ihren Familien keine Unterstützung mehr haben. Das macht Rebellen Customer Experience, treffen wir auf Carmen Spielmann, aus. Sie sind, nennen wir es, mehrdimensional. Start-up-Gründerin und -Rebellin. Jürg Stuker ist Mitgründer von Namics und er sagt, seine Mitarbeiter würden die Geht es etwas konkreter? Anforderungen der digitalen Transformation kennen. Rebellinnen haben Zivilcourage und wagen typischer«REBELLEN SIND Wir fragen ihn zum Auftakt: MEHRDIMENSIONAL» weise den ersten Schritt. Sie sind neugierig, kommunikativ, mutig und experimentierfreudig. Sie packen – JÜRG STUKER – «ZürichRUNDSCHAU»: Herr Stuker, gibt es in der Dinge an und halten Rückschläge aus. Namics Personen, auf die das Attribut Rebell zutrifft, können Sie uns eine solche Person beschreiben? Frau Spielmann, was davon trifft auf Sie zu? Jürg Stuker: Einer unserer Berater in St. Gallen hat mithilfe eines FundCarmen Spielmann: Neugierde und der Wissensdurst, verstehen zu rasing in Sambia eine Schule gegründet. Eine Projektleiterin aus München wollen, was hinter den Sachen steht, warum sie sind, wie sie sind und wie

Unbekannter im Hauptbahnhof: mit offenen Augen durchs Leben laufen.

FRÜHLING : : 2019


sie verändert und verbessert werden können. Oftmals scheint das Problem offensichtlich. Aber um herauszufinden, was wirklich dahintersteckt und mit welchen neuen Mitteln es zu lösen ist, muss man tiefer graben und neue Wege gehen. Dafür braucht es Mut und manchmal eine Prise Leichtigkeit. Von allem bringe ich etwas mit. Stuker: Leichtfüssigkeit passt vielleicht besser als Leichtigkeit. Spielmann: Leichtfüssigkeit gefällt mir. Es hat auch viel damit zu tun, dass wir durchs Leben gehen und Freude haben, Neues zu entdecken, ohne ständig Angst zu haben, etwas könnte falsch verstanden werden. Was fühlen Sie im freien Fall? Sie spielen auf meine über 1 0 00 Fallschirmsprünge aus Flugzeugen und Heissluftballons an. Die Zeit in der Luft zwischen Himmel und Erde ist das stärkste Gefühl von Freiheit, welches ich kennenlernen durfte. Adrenalin pur, frei im Kopf und traumhaft schöne Bilder, während eines Sprungs durch Schafswolken oder in den Sonnenuntergang über dem Tessin. Das ist es, was es für mich bedeutet. Für mich ist es nicht so das Wilde, Waghalsige, woran man denkt, wenn vom Fallschirmspringen die Rede ist. Sharoo ist «Suchen, buchen, zahlen.» Das AirBnB für Autos. Das Ende des Autohandels? Sharoo ist nicht das Ende vom Autohandel. In der Stadt Zürich haben über 50 Prozent der Haushalte kein eigenes Auto mehr, und es gibt heute das Bedürfnis, Autos spontan und für eine kurze Zeitspanne zu mieten. Mit neuen Businessmodellen wie Sharoo kann sich beispielsweise die Amag, die Mehrheitsaktionärin ist, den sich verändernden Mobilitätsbedürfnissen annehmen. Sie haben kürzlich fusioniert, sind jetzt Teil eines Konzerns. Gab es keine Rebellion? Stuker: Wir haben uns mit Merkle zusammengetan, einer auf datenbasiertes Marketing spezialisierten Agentur, die zum Dentsu Aegis Network gehört. Unsere Namics-Partnergruppe hat 18 Monate darüber nachgedacht, was wir tun sollen. Das Ergebnis ist sehr bewusst. Jetzt führen wir intern eine offene Diskussion. Bislang gab es keine Gründe für eine Rebellion. Was aktuell überwiegt, ist die Neugierde, wie es weitergeht. Wir sind in allem, was wir tun, transparent und lassen die Leute mitgestalten. Das kommt gut an.

Doppelböden

Ich zitiere aus Ihrem Referat: «Viel Konzern prallte auf wenig Start-up.» Wie hält man sich als «David» gegen «Goliath» – Ihr Rezept? Spielmann: Jede Situation ist anders und einzigartig. Es gibt aber grundlegende Punkte. Es sind zwei Welten, die sich in der Firmenkultur, den Mitarbeiterprofilen, den Prozessen, der Dynamik und der Stabilität unterscheiden. Es braucht Fingerspitzengefühl und Empathie auf beiden Seiten, um Reibungsverlust zu verhindern und Energie zu kanalisieren.

Wie führt man als Rebellin? Spielmann: Ich führe situativ: Je nach Zielsetzung, Reifegrad und Zusammensetzung des Teams. Bei der Zusammenstellung eines Teams, achte ich insbesondere auf Diversität, da dies für mich die Möglichkeit bedeutet, Probleme aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln

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Worauf achten Sie persönlich? Mich interessieren immer die privaten Projekte der Menschen. Im Internet gibt es hunderttausend Möglichkeiten, etwas zu machen, für den eigenen Fussballclub, mit dem Lebenspartner. Diese privaten Projekte interessieren mich. Das kann viel verraten über das Potenzial einer Person, etwa ob sie das Potenzial besitzt, CEO der Unternehmung zu werden oder zum Beispiel meine aktuelle Rolle irgendwann zu übernehmen. Dieser Ansatz hat sich bewährt: Wir haben eine sehr geringe Fluktuation nach der Probezeit.

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Wie erkennen Sie in einem Interview, ob eine Person das Zeug zur Rebellin und zum Rebellen hat und vor allem, wie erkennen Sie, dass es mit diesem Menschen auch zu einer spannenden Chemie kommt? Stuker: Man erkennt den Rebellen sicher nicht in einer klassischen Interviewsituation. Wir veranstalten Schnuppertage. Die Kandidatin, der Kandidat trifft auf fünf, sechs, sieben, acht Namics-Mitarbeitende inklusive Mittagessen. Es geht nicht darum, eine Aufgabe zu lösen. Man redet miteinander, stellt Fragen und lernt sich und auch private Leidenschaften kennen. Die HR-Abteilung spielt nur bei der Vorauswahl eine Rolle – der Rest obliegt dem Team. Die zukünftigen Arbeitskollegen führen das Gespräch und entscheiden mit.


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Welche Motivationsspritzen wirken bei Rebellen, auf welche sollte man eher verzichten? Spielmann: Vertrauen schenken und frei arbeiten lassen, das ist entscheidend. Persönlich habe ich festgestellt, dass Mitgestaltung wichtig ist. Jede und jeder soll eine Beule im Universum hinterlassen können. Das Scheinwerferlicht sollte bei Erfolgen immer auf das Was bringt Sie auf die Palme? «EINE BEULE IM UNIVER- Team gerichtet werden. Die Möglichkeit zu gestalten Eigentlich nichts. Ich konzentriere mich auf die Sache ist oft höher gewichtet als das Einkommen. SUM HINTERLASSEN» und schaue nach vorne. Ich habe allerdings ein starkes Stuker: Regelwerke und organisatorische Silos sind – CARMEN SPIELMANN – Verlangen nach Fairness. Um mit anspruchsvollen Situschwierig. Positiv wirken gute Inhalte, Selbstbestimationen umzugehen, lasse ich mich von Musik in eine andere Welt entfühmung und Transparenz. Beulen im Universum gefallen mir. ren. Das hilft. Stuker: Ich mag keine dogmatisch agierenden Menschen mit Aussagen, Gibt es verschiedene Typen von Rebellen? die nicht argumentativ ausbuchstabiert werden können, und Menschen Spielmann: In meinem Vortrag am Smart Business Event habe ich drei mit fehlender Bereitschaft für Experimente. Sie müssen bereit sein, Rebellentypen mit unterschiedlichen Ausprägungen vorgestellt. Die sich aufs Glatteis zu begeben, sich in Bereiche vorzuwagen, wo vieles talentierten Rebellen, die sich gemäss der Verhaltensökonomin und unbekannt ist. Harvard-Professorin Fancesca Gino damit befassen, was man tun könnte und nicht damit, was man tun sollte. Die konstruktiven Nonkonformisten, die mit innovativen Veränderungen neue Impulse geben. Die irrationalen Optimisten, die an eine Idee glauben, auch wenn es noch keine rationalen Beweise für deren Nachhaltigkeit gibt. Es gibt natürlich Menschen, die mehrere Typen abdecken. Das ist dann ideal. Wichtig ist mir die Unterscheidung zwischen Rebellen und Narzissten. Rebellen sind Teamplayer und zeigen Demut. Stuker: Rebellen sind Ideenlieferanten, die eine Gruppe vorwärtspushen und für Stimmung sorgen. Sie sind wichtig, aber sie sind auch anstrengend, weil sie ständig nachfragen und sich nicht mit oberflächlichen Aussagen abspeisen lassen. Leistungsfähige Gruppen müssen divers sein. Nur Rebellen geht nicht. Auch geniale Finanzpläne gehören zum Erfolg. Sie sind aber Sache der Excelfraktion, die es ohne Zweifel auch braucht. zu betrachten. Transparenz ist ein weiteres Schlüsselwort. Nur wenn das Team weiss, wieso wir in welche Richtung gehen, entsteht Vertrauen und Commitment. Ausserdem kann sich mein Team auf mich verlassen. Ich stehe hinter ihnen und stelle mich auch vor sie, wenn es notwendig ist.

@ Namics

Carmen Spielmann ist bei Sharoo Advisor of the Board.

Bei Ihren Kunden prallen digitale und analoge Modelle und Mentalitäten aufeinander. Wie gehen Sie damit um? Bei Namics helfen wir Firmen, neue Produkte und Services zu etablieren. Das grösste Problem dabei ist die Verankerung. Es gibt ein erfolgreiches Produkt, das in der digitalen Welt so nicht mehr funktioniert: Die Menschen wollen zum Beispiel Autos mieten und nicht mehr kaufen, weil es sonst die meiste Zeit ungenutzt in der Garage rumsteht. Zweitens müssen wir akzeptieren, dass sich die Kommunikation zwischen den Menschen verändert hat. Meine 89-jährige Mutter hat jetzt ein iPad und kann E-Mails versenden. Geschwindigkeit ist ein herausragendes Merkmal des Wandels. Ich war gerade in China und da ist alles zehn- oder hundertmal schneller. Erzählen Sie uns etwas über den Mann mit Lederjacke und Zigarette. Eine Szene, wie wir sie tausendfach antreffen an Bahnhöfen. Ich gehe nicht vorüber, sondern ziehe die Kamera. Warte, bis die Person mich anschaut. Das ist ein aufregender Augenblick. Es ist ein Bild einer bemerkenswerten Person. Mit offenen Augen durchs Leben laufen. Das ist die Idee dahinter.

Jürg Stuker ist Verwaltungsrat bei Namics.

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in KMU zu bewerten, ist kein leichtes Unterfangen. Es erfordert einerseits fundierte Kenntnisse aus der Bewertungslehre und andererseits Praxiserfahrung in der Anwendung mit KMU. Die Bewertung ist schliesslich nur dann von Nutzen, wenn die Ergebnisse richtig interpretiert werden können und aussagekräftige Zahlen vorliegen. Zudem gibt es eine Vielzahl von Bewertungsmethoden, wobei jede davon ihre spezifischen Vor- und Nachteile hat. Die gängigsten Bewertungsmethoden basieren auf den zwei Sichtweisen «Substanz» und «Ertrag. Will man das eigene Unternehmen bewerten, ist es empfehlenswert, sich nicht nur auf eine Methode zu versteifen. Wer mehrere Methoden berücksichtigt, erhält ein differenziertes Bild über den theoretisch erzielbaren Preis und eine erste Verhandlungsgrundlage.

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DEN UNTERNEHMENSWERT ERRECHNEN In der Praxis hat sich ein Vorgehen in vier Schritten als zielführend und Erfolg versprechend erwiesen: §§ Erstens die Bestandsaufnahme der qualitativen Kriterien: Um eine aussagekräftige Unternehmensbewertung zu erhalten, bedarf es weit mehr als der Analyse des blossen Zahlenmaterials. Es gilt, durch eine ganzheitliche Risikoanalyse das Geschäfts­ modell des Unternehmens zu verstehen. Diese Aufnahme gewichtet die sogenannten weichen Faktoren: Unternehmens­ organisation, Know-how, eingesetzte Technologien, Kundenund Lieferantenbeziehungen, Auftragslage, Marktlage und Prognose sowie Standort.


BUSINESS §§ Zweitens die Bereinigung der Jahresabschlüsse: Dieser Schritt normalisiert die Jahresabschlüsse, um die tatsächliche Ertragskraft zu ermitteln. Normalisiert bedeutet, die Jahres­rechnungen um die steueroptimierten, nicht betriebsnot­wendigen sowie ausserordentlichen Erträge und Aufwend­ungen zu bereinigen. §§ Drittens die Finanzplanung: Eine ganzheitliche Firmenbewertung wendet nebst vergangenheitsbezogenen auch zukunftsbasierte ­Methoden an. Daher ist ein realistischer Finanzplan für die nächsten vier Planjahre sowie eine nachhaltige Betrachtung der finanziellen Entwicklung sinnvoll. Basis dabei bilden die prognostizierten, zukünftigen Kosten und Erträge des Unternehmens. Zur Validierung dieser Daten lassen sich aktuelle Markt- und Branchenent­ wicklungen miteinbeziehen. §§ Viertens den Unternehmenswert bestimmen: Die ersten drei Schritte bilden das Grundgerüst der eigentlichen Unternehmens­ bewertung. Anhand von verschiedenen in der Praxis etablierten Methoden lässt sich eine Wertbandbreite für das Unternehmen erstellen. Dabei kommen die erwähnten substanz- und ertragsbezogenen Ansätze zum Einsatz, wobei auch die Kombination beider Methoden je nach Ausgangslage Sinn macht. §§ Der letzte Schritt ist die Validierung der theoretischen Werte mit Marktdaten von tatsächlich verkauften Unternehmen. Das stellt sicher, ob der Unternehmenswert auch marktfähig ist.

bietet einen erheblichen Mehrwert. Die Business Transaction AG kennt den Markt für Schweizer KMU bestens und kann auf Transaktionsdaten aus über 150 erfolgreichen Firmenverkäufen der unterschiedlichsten Branchen zurückgreifen. Dank dieser Marktdaten kann das Beratungsunternehmen theoretische Bewertungsmodelle mit Praxis­daten vergleichen und so realistische Marktpreisbandbreiten für jedes Unternehmen festgelegen. Dank dieser Marktnähe ist es möglich, Verkaufspreise von Schweizer KMU sehr akkurat zu bestimmen: In den letzten drei Jahren lag die durchschnittliche Abweichungsquote von den tatsächlich realisierten Verkaufspreisen zu den bewerteten Firmenwerten bei sieben Prozent. Die fundierte und verlässliche Datenbasis beruht auch auf der umfassenden Käuferdatenbank der Business Transaction AG. Die über 7 000 Käuferprofile bilden den Käufermarkt für jedes KMU individuell und effizient ab. Dadurch lässt sich nicht nur die Frage nach dem Unternehmenswert beantworten, sondern auch ein marktnaher und realistischer Verkaufspreis errechnen – der ideale Start für eine aussichtsreiche Nachfolgeplanung.

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ersönliches Coaching für Führungskräfte in Unternehmen ist heute schon doppelt so wichtig wie vor fünf Jahren. Tendenz steigend. Denn Profi-Feedback hilft, schneller aufs nächste Level zu kommen.

Als Personaler 2013 die Bedeutung von Coaching in Unternehmen auf einer Skala von 0 – 100 bewerten sollten, wählten sie im Durchschnitt den Wert  26. Diese Einschätzung steht mit 49 auf der Skala im Jahr 2018 nun fast doppelt so hoch im Kurs. Die Prognose für die nächsten zwei Jahre: über  60. Warum?

motivierten Unternehmertätigkeit – mit einem Lächeln begegnet. Wir Menschen sind viel gesünder, leistungsfähiger und effektiver, wenn wir uns wohlfühlen. Lächeln steckt an. Lachen ist gesund. Das weiss man. Aber wie lernt man, Menschen ein Lächeln zu schenken, wenn man glaubt, nicht viel zum Lachen zu haben? Sich zwingen bringt wenig. Wer aber innerlich Ruhe, Souveränität und Freude herstellt und lernt, damit neue, grössere Ziel anzusteuern und zu erreichen, ist auf Dauer sehr viel öfter mit einem echten authentischen Lächeln anzutreffen. Das strahlt dann auf Dauer auch ganz von allein – und wirkt so auch im Alltag. Fortsetzung in der nächsten Ausgabe.

Die Arbeitsbedingungen haben sich in den letzten Jahren massiv verändert. Es gibt immer wieder neue Trends, Manager müssen permanent umdenken, sich unter Zeitdruck von gewohnten Prozessen lösen und neue Wege finden. Überbelastung ist fast normal. Profi-Coaching inspiriert das Bewusstsein, mit Feedback im Gespräch immer neue praktische Wege zum Erfolg zu finden. Führungskräfte haben schliesslich auch einen ganz enormen Einfluss auf das Leistungsvermögen ihrer Mitarbeiter. Denn: Egal, ob die innere Einstellung aktuell souverän oder gestresst ist, überträgt man dies ja auf das Umfeld und damit prägt man das Betriebsklima schon allein durch die Art, wie man denkt und fühlt. Das passiert nicht nur bewusst, sondern meist völlig unbewusst. Im Profi-Coaching kann man klären, wo nicht die Sachzwänge regieren, sondern die eigene innere Haltung so veränderbar wäre, dass sich enorm viel mehr Leistungsfreude freisetzen liesse.

IMPULSE AUFGREIFEN UND UMSETZEN Während man «Management durch Ergebnisorientierung» noch durch Lesen lernen könnte, lassen sich Themen wie Herzlichkeit oder Souveränität im Umgang mit Mitarbeitern nicht so einfach aus Büchern übernehmen. Aber sie wirken massiv positiv. Die Erfahrung zeigt, dass man in Coachings besonders wertvolle menschliche Eigenschaften aufgreifen, ausprobieren und sich auch aneignen kann, wenn man ein latent vorhandenes Interesse daran hat. Sehr verschiedene Menschentypen, etwa emotionale, bedächtige, leicht zu begeisternde oder auch kühl wirkende Mitarbeiter alle mit gleichermassen freudigem Lächeln führen zu können, ist eine eher seltene Kompetenz. Aber wer sich diese ins Bewusstsein ruft, erntet oft ungeahnte Vorteile nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch als materiell messbare Erfolge. Man braucht kein Weiser zu sein, um zu sehen, dass die meisten Menschen sich wohlfühlen, wenn man ihnen – bei aller wirtschaftlich

RAHO BORNHORST Gründer JFB Bornhorst GmbH Freiburg, Profi-Coaching-Ausbilder, Co-Autor D-79115 Freiburg Telefon +49 (0)761 21 49 54 06 bornhorst@bornhorst.de : : WWW.JETZTDURCHSTARTEN.CH : :

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BUSINESS TAGEN IN DEN BERGEN

ORTSWECHSEL MACHT SINN NORMALERWEISE HABEN KADER UND GESCHÄFTSFÜHRER KEINE ZEIT. DIE HEKTIK DES ALLTAGS IST MIT HÄNDEN ZU GREIFEN. FÜR SCHNELLE MEETINGS REICHEN DIE EIGENEN RÄUMLICHKEITEN AUS. ES GIBT ABER SITUATIONEN, IN DENEN MAN INNEHALTEN MUSS, UM DIE RICHTIGEN ENTSCHEIDUNGEN ZU TREFFEN. DANN EMPFIEHLT SICH AUCH EIN ORTSWECHSEL, UM DEN KOPF FREIZUBEKOMMEN. EIN KLEINER AUSFLUG IN DIE LÄNDLICHEN RÄUME BIETET SICH ALS LÖSUNG AN. VON GEORG LUTZ

Ein Event, der sich über mehrere Tage und Nächte spannt, bietet viele Vorteile.

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ändliche Räume zwischen den urbanen Zentren in der Schweiz sind vergleichsweise in einer ökonomisch schwierigen Situation. Das Leben und oft auch das Geschäftsleben findet in den Hotspots der Städte statt. Selbst in starken Branchensektoren wie dem Tourismus, wo die ländlichen Räume der Schweiz ja einiges zu bieten haben, werden sie von den Städten überholt. So hat Zürich heute mehr touristische Besucher wie viele klassische ländliche Ferienregionen. Die Situation ist zwar nicht so hart wie in abgehängten Regionen in Süditalien oder Ostdeutschland, wo die Mehrheit der arbeitsfähigen Bevölkerung inzwischen abgewandert ist, allerdings vertieft sich auch in der Schweiz die Lücke zwischen den städtischen und ländlichen Regionen.

VORTEILE ENTDECKEN Eine Möglichkeit, solche Lücken kleiner zu machen, sind ökonomische Leuchtturmprojekte, die weitere Anbieter mit ihren Dienstleistungen anziehen können und die Wertschöpfungsketten ergänzen. Als Beispiel bietet sich hier das Thema Weiterbildung und Business an. Früher waren Hotels im ländlichen Raum rein touristische Destinationen mit dementsprechenden Angeboten. Es ging um komfortable Zimmer und ein entsprechendes kulinarisches Angebot. Manchmal traf man auch schon auf eine Wellnessoase oder ein kleines Hallenbad. Heute haben Businessverantwortliche die Vorzüge ausserhalb der urbanen Zentren entdeckt. Die eigenen Sitzungsräume sind oft zu klein. Hier kann

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man zudem, ohne den Alltagsstress im Nacken zu spüren, über mehrere Tage und Nächte an spannenden Ideen feilen, Netzwerke spannen und in Ruhe komplexe Weiterbildungsangebote nutzen. Hotels haben inzwischen nachgerüstet. In fast jedem Hotel gibt es Räumlichkeiten, die eine Infrastruktur und technische Lösung für Businessevents aufweisen.

DIE GROSSEN PLAYER Auch grössere Eventveranstalter und Businesskonferenzen haben diese Vorzüge entdeckt. Ein Beispiel dafür sind die X DAYS in Interlaken. Schon vor 15 Jahren haben sich Orange, Microsoft und hp zusammengetan, um der ICT-Branche der Schweiz eine mehrtägige Plattform zu bieten. Das klassische Casino, später mit dem modernen Anbau dazu, stellte einen beeindruckenden Rahmen. Übernachtet wurde überwiegend im Fünf-Sterne-Hotel Victoria Jungfrau in der Atmosphäre eines Grand-­ Hotels. Heute findet das Event-Treffen, welches inzwischen von der NZZ-Gruppe organisiert wird, in noch exklusiverer Atmosphäre im Hotel selbst statt. Inmitten der idyllischen Landschaft des Berner Oberlands verfügt das Hotel über 22 Veranstaltungsräume mit Kapazitäten von zwölf bis 400 Personen. Dazu haben die Verantwortlichen die gesamte technische Infrastruktur, um spezifische Bedürfnisse von Kunden zu erfüllen. Dazu gehören auch passende kulinarische Angebote wie ein Besprechungstermin mit einem Business-Lunch oder einem ergänzenden Apéro riche. Das Victoria Jungfrau hat sogar Eventdesigner mit ihren Dienstleistungen im Angebot. Der zweite grosse Businesstermin in Interlaken ist das Swiss Economic Forum, welches ebenfalls von der NZZ-Gruppe veranstaltet wird.

Das Victoria Jungfrau in Interlaken besitzt traditionellen Charme, hat aber auch modernste Kommunikationstechnik.

Davos wird einmal im Jahr zum Weiterbildungsmekka für die Wirtschaftselite.

Aber es geht auch noch eine Nummer grösser. Das Weltwirtschafts­ forum (WEF) in Davos steht dafür. Das Städtchen verwandelt sich jedes Jahr Ende Januar in eine Hochsicherheitszone, in der mehr oder weniger Prominente über den Zustand der Weltwirtschaft diskutieren.

VORTEILE DER SCHWEIZ Kommen wir auf den Boden unseres Businessalltags zurück. Die Vorteile der Schweiz liegen, was die räumlichen Verhältnisse betrifft, auf der Hand. Wer seinen Anlass in den ländlichen Räumen der Schweiz durchführt, ist trotzdem nicht weit von den urbanen Zentren entfernt. Die Verkehrs­ infrastruktur ist im europäischen Vergleich hoch. Kurze Distanzen erlauben die Realisierung einer vielfältigen Erlebnisdichte. Der Fachverlag Spectramedia bewertet jährlich im Rahmen seiner Focuswahl Schweizer Tagungshäuser und Seminarhotels. Hier werden die beliebtesten Seminarhotels und Tagungszentren der Schweiz gewählt. In der Kategorie Business messen sich grosse Häuser, die fast ausschliesslich Seminarkunden betreuen und mehrere Teilnehmergruppen beherbergen können. In der Kategorie Comfort treten mittlere und kleine Häuser gegeneinander an, die häufig Seminarkunden aufnehmen und eine zweckmässige Infrastruktur anbieten. Die Tagungszentren

Die ländlichen Räume der Schweiz besitzen viel Erholungspotenzial, sind aber auch nicht weit weg.

zeichnen sich durch ihr spezielles Ambiente aus: historische Gebäude, geöffnete Schulungszentren einer Unternehmung oder Häuser mit einer karitativen Ausrichtung. In der Kategorie Business lag 2018 das «Hotel Säntispark» an der Spitze, in der Kategorie Comfort das «Seehotel Wilerbad Seminar & Spa» und in der Kategorie Tagungszentrum führt das «ABZ Spiez». : : WWW.SPEKTRAMEDIA.CH/FOCUSWAHL : :

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Weitsicht: Das Seminar- und Bildungszentrum Mattli Antoniushaus liegt in den Bergen über dem Urnersee.

MATTLI ANTONIUSHAUS

DAS ETWAS ANDERE SEMINARZENTRUM JEDER KENNT DIESE KRAFT, DIE VON DEN BERGEN AUSGEHT. DIESE LÄSST SICH AUCH FÜR SEMINARE NUTZEN: TAGUNGSZENTREN IN DEN BERGEN BIETEN DIE MÖGLICHKEIT, SICH AUFS WESENTLICHE ZU KONZENTRIEREN UND KRAFT FÜR NEUES ZU SAMMELN. GANZ OHNE ABLENKUNG UND LÄRM. VON HANS EGLI

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er den ersten Rang der FOCUSwahl erhält, bekommt diese Anerkennung nicht von einem anonymen Gremium, sondern direkt von den Gästen. Der Titel ehrt und verpf lichtet gleichermassen. Deswegen bleibt beim Sieger des Jahres 2016, dem Mattli Antoniushaus, die Gäste­ zufriedenheit weiterhin das Ziel. Ein Ziel, welches das Tagungszentrum mit bedürfnisorientierten Angeboten erreicht. Dabei setzt es auf Authentizität; auf «slow food» statt «fast food» – mit Produkten aus der Schweiz. Durch persönliche Kontakte zu regionalen Veranstalterinnen und Veranstaltern unterstützt das Mattli Antoniushaus seine Gäste bei der Organisation von Rahmenprogrammen wie Jodel-Crash-Kurs, Aperitif im Wald und Schneeschuhwanderungen in der Tourismusregion Stoos-Muotatal (SZ).

DER ORT MIT WEITSICHT Durch grosse Fensterfronten durchflutet Tageslicht alle Seminarräume. Die Räume verfügen über direkte Ausgänge zu Gruppenarbeitsplätzen im Grünen oder im Innenhof. In allen Seminarräumen gibt es frei zugängliches WLAN, Techniker stehen bei Ankunft der Kursleitenden für Fragen, die Bereitstellung von Änderungswünschen und zur Erklärung der Geräte im Seminarraum zur Verfügung. Ein Luxus, den sich das Mattli leistet, ist, dass es seit dem Jahr 2014 zu 100 Prozent CO2-neutral arbeitet. Das heisst, dass das Tagungszentrum bei sämtlichem Tun und Handeln bewusst mit den natürlichen Ressourcen umgeht; weil es zum Schutz des Klimas Verantwortung übernimmt.

DER KRAFTORT Wellness heisst im Mattli, im Innenhof zu entspannen, den Echsen und den Hummeln zuschauen oder auf der Dachterrasse die fantastische Aussicht zu geniessen und sich den Wind übers Gesicht streichen zu lassen. Keine Strasse, keine Eisenbahn stören die Ruhe. Ein Netz von Spazier- und Wanderwegen sowie der «Weg der Sinne», der auf den Ideen des Pädagogen,

FRÜHLING : : 2019

Philosophen und Künstlers Hugo Kükelhaus auf baut, starten vor der Haustüre. Die Cheminée-Ecke, die Mediathek und das Spielzimmer für Erwachsene im Hause sowie die Bergbahnen und die Bäderlandschaft in Morschach-Stoos runden das attraktive Angebot ab. Die Mahlzeiten nehmen die Gäste im Panoramasaal ein. Täglich bereitet das Küchenteam gluten- und lactosefreie Gerichte zu, auf Anfrage auch vegan. Für Gruppen stellt das Mattli gerne auch den Erlebnisgrill auf der grossen Dachterrasse bereit, kocht in grossen Pfannen vor den Gästen oder serviert ein Fondue an Stehtischen im Freien.

INFRASTRUKTUR §§ §§ §§ §§ §§ §§ §§ §§

Aula: 150 m² vier Plenarräume: 55 m² bis 110 m² drei Gruppenräume: 25 m² bis 40 m² 41 Einzelzimmer mit Dusche / WC, einige davon mit fliessend Wasser 15 Zweibettzimmer mit Dusche / WC sechs Doppelzimmer mit Dusche / WC drei Mehrbettzimmer mit Dusche / WC zwei Touristenlager mit Etagen-Wasch- / Duschräumen

MATTLI ANTONIUSHAUS Seminar- und Bildungszentrum Mattlistrasse 10 CH-6443 Morschach Telefon +41 (0) 41 820 22 26 info@antoniushaus.ch : : WWW.ANTONIUSHAUS.CH : :


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ERFOLGREICH DIE NACHFOLGE REGELN ES IST NICHT EINFACH, DAS EIGENE UNTERNEHMEN AUS DEN HÄNDEN ZU GEBEN. PROFESSIONELLE NACHFOLGEEXPERTEN HELFEN HIER WEITER – DENN BEI DER NACHFOLGEREGELUNG GEHT ES NICHT NUR UM REINE BUSINESSTHEMEN, SONDERN ES BRAUCHT AUCH VIEL FINGERSPITZENGEFÜHL. INTERVIEW MIT PAUL MONN VON GEORG LUTZ

Paul Monn ist CEO der Business Broker AG.

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rgendwann ist jeder Unternehmer mit der Nachfolge seiner eigenen Firma konfrontiert. Die Gründe können sehr unterschiedlich sein: Eine Übergabe kann aus Altersgründen, im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung oder aus strategischen Überlegungen für die Weiterentwicklung des Unternehmens anstehen. Paul Monn, CEO der Business Broker AG, erklärt, was bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger zu beachten ist. «ZürichRUNDSCHAU»: Wie sehen die zentralen Hürden beim Thema Nachfolgeregelung für KMU aus?

FRÜHLING : : 2019

Paul Monn: Die ganz zentrale Herausforderung stellt meist die Zeit dar. Viele Unternehmer gehen das Thema Nachfolge zu spät an. Und die andere Hürde liegt in der Bereitschaft des Eigentümers, sein Unternehmen loslassen zu können. Können Sie das weiter ausführen? Statistisch gesehen dauert der gesamte Nachfolgeprozess rund sechs Jahre. Auf der einen Seite braucht es Zeit für steuerliche Themen, für technische Angelegenheiten und für finanzielle Fragen und Vorbereitungen. Ein weiterer Faktor besteht darin, sich innerlich, das heisst emotional, ausreichend


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mit dem Thema auseinanderzusetzen. Manchen Unternehmern fällt es unglaublich schwer, sich von ihrem sprichwörtlichen Lieblingskind, von etwas fest Liebgewonnenem, zu trennen. Das braucht Zeit. Versuchen wir, es an Personen festzumachen: Ist es der alte Patron, der nicht loslassen kann und emotional sehr gebunden ist? Es mag sein, dass sich besonders ältere Patrons mit der Übergabe schwertun, da ihr Unternehmen fast schon zum gesamten Lebensinhalt geworden ist. Aber auch jüngere Verkäufer, die sich im Zuge einer beruf lichen Neuorientierung oder aus strategischen Gründen für einen Verkauf entscheiden, müssen sich lösen können. Insgesamt kann man sagen, dass eine Nachfolgeregelung immer mit vielen Veränderungen verbunden ist. Und der Mensch mag Veränderungen nun mal nicht besonders. Es geht offensichtlich nicht nur um Businessthemen, sondern es braucht psychologisches Fingerspitzengefühl? Ja, absolut. Unsere Consultants müssen sehr viel Fingerspitzengefühl beweisen. Zum einen geht es darum, die Nachfolge auf einer sachlichen Ebene und vor allem auch fachlich sauber zu begleiten. Zum anderen muss aber auch den emotionalen Bedürfnissen Rechnung getragen werden, ohne jedoch den Emotionen Überhand zu geben. Das würde fast alle Verhandlungen unweigerlich zum Scheitern bringen.

Paul Monn erklärt, auf was Unternehmer bei der Nachfolgeregelung achten müssen.

In welcher Rolle sehen Sie sich, ist es der vorsichtige Moderator, Übersetzer oder Tätschmeister? Alles, was Sie genannt haben, und noch mehr. (lacht) Je nach Situation kann die Rolle wechseln, auch im gleichen Prozess beim gleichen Unternehmen. Zwischendurch muss man vorsichtig moderieren, Emotionen abfedern, dann wieder Druck aufsetzen, damit der Prozess weitergeht. Bei sehr spezifischen Fachthemen ist man zudem sozusagen der Übersetzer, der den Inhalt verständlich vermittelt und erklärt. Ich denke, vom Zwischenmenschlichen her kommt die Bezeichnung Coach unserer Arbeit fast am nächsten. Und darüber hinaus braucht es natürlich das spezifische Fachwissen und die Prozesserfahrung, also die Fähigkeit, den ganzen Verkaufsprozess sachlich und zielorientiert voranzutreiben.

Eine Nachfolgeregelung, genauer den Verkaufsprozess seines Unternehmens, erlebt man nicht häufig, meist nur einmal. Man kann folglich nicht aus Fehlern lernen, sondern braucht Profis, die einem vertrauenswürdig zur Seite stehen. Was sollten sie im Angebotsgepäck dabeihaben? Wichtig ist, dass man die Spreu vom Weizen trennt. Es gibt mittlerweile extrem viele Berater in diesem Bereich. Ich habe festgestellt, dass es in den letzten fünf Jahren ein unheimliches Wachstum im Markt gab. Viele, Jetzt gibt es auf dem Markt unterschiedlichste Player im Bereich die irgendwann mal am Rande mit einer Nachfolgeregelung zu tun hatten, Nachfolgeregelung, beispielsweise auch Grossbanken. Wie ordnen nennen sich heute Nachfolgeexperten. Es ist nun mal kein geschützter Sie sich hier ein? Begriff. Für mich persönlich braucht man bei diesem Fachthema vor Ob es jetzt Grossbanken sind oder andere allem viel Erfahrung. Erfahrung im Team, Player – grundsätzlich tut Wettbewerb aber auch persönliche Erfahrung. Je mehr «… VOM ZWISCHENMENSCHLICHEN Transaktionen, je mehr Unternehmer man HER KOMMT DIE BEZEICHNUNG COACH dem Markt gut. Je nachdem, welche Nachfolgelösung ein Unternehmer anstrebt, im Nachfolgeprozess unterstützen konnte, UNSERER ARBEIT FAST AM NÄCHSTEN.» ist es wichtig, verschiedene Anbieter zu desto mehr echte Erfahrungswerte können prüfen. Spezialisten mit einem nachweislichen Erfahrungsschatz und generiert werden. Reine Theorie alleine bringt nicht viel. Die WerkReferenzen wie auch mit einer gewissen Unternehmensgrösse, was das zeuge sind immer die gleichen, aber wie man es praktisch angeht, ist Team betrifft, sind bei den Nachfolgethemen professionell unterwegs. jeweils individuell. Vorsichtig sein sollte man bei Anbietern, die Nachfolgeregelungen einfach noch so nebenher anbieten. Dort fehlt es meist an vertieftem Fach-KnowWelche strategischen Meilensteine gibt es im Verkaufsprozess? how wie auch an spannenden Käuferkontakten. Interessant ist, dass Grundsätzlich lässt sich der Prozess in fünf Phasen unterteilen. Am Anfang der Markt segmentiert ist. Grosse Player interessieren sich häufig nur stehen die persönliche Zieldefinition der Beteiligten und die Frage, wie das mässig für kleinere KMU, weil sie auf Transaktionen in der GrössenZiel und der Weg dorthin aussehen sollen. Dann geht man in die Vorbeordnung von 20 Millionen Franken und darüber spezialisiert sind. Wir reitungsphase über. Dokumentationen und Prospekte werden gewissenhaft beispielsweise bewegen uns hinsichtlich der Transaktionsgrössen im Bevorbereitet und alle relevanten Unterlagen zusammengetragen. Nicht dass reich von 200᾽000 bis 15 Millionen Franken, selten auch mal 20 Millionen in der heissen Verhandlungsphase unter Hochdruck noch irgendwelche Franken. In dem Segment also, in dem sich die grosse Mehrheit der Dokumente aufbereitet werden müssen. In der Vermarktungsphase wird Schweizer KMU befindet. das Unternehmen potenziellen Käufern präsentiert. Wie geht es dann weiter? Danach kommt die Verhandlungs- und Vertragsphase. Da geht es unter anderem um Gewährleistungen, Garantien, den Preis, Preismechanismen und die Finanzierung. Manchmal braucht es kreative Ideen, um die geeignete Lösung aufzuzeigen Im Idealfall kann ein Verkäufer letztlich aus mehreren attraktiven Kaufangeboten aussuchen. Diesen Idealzustand versuchen wir durch unsere Arbeit und unser breites Netzwerk zu erzeugen. Den Abschluss findet ein Verkaufsprozess letztlich im Verkaufsvertrag und dessen Vollzug. Alles danach wird sodann als Integrationsphase verstanden.

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© Beat Hürlimann

Die Akteure von Made in Zürich (von links): Markus Freitag, Gabriela Chicherio, Anna Schindler, Silvio Trionfini und Johannes Eisenhut.

MADE IN ZÜRICH

LOKALE IDENTITÄT STEIGERN 1996 MARSCHIERTEN ZÜRCHERINNEN UND ZÜRCHER, ANGEFÜHRT VOM DAMALIGEN STADTPRÄSIDENTEN, ÜBERS LIMMATQUAI. DIE PROTESTE WAREN VERGEBENS. DIE BRAUEREI HÜRLIMANN WURDE GESCHLOSSEN. 22 JAHRE SPÄTER LANCIERT IN DER BRAUEREI TURBINENBRÄU EINE HAND VOLL ZÜRCHER PRODUZIERENDER ZUSAMMEN MIT DER DIENSTABTEILUNG STADTENTWICKLUNG DIE «MADE IN ZURICH INITIATIVE». VON BEAT HÜRLIMANN

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© Carlotta Holy-Steinemann

tadträtin Corinne Mauch eröffnet das Treffen mit den Worten: «Wenn wir uns um 8:00 Uhr in einer Bierbrauerei treffen, um eine Initiative zu lancieren, ist das kein 8:15 Setting.» Tatsächlich diskutierte man in den Neunzigern im Stadtrat darüber, die Gewerbezonenordnung obsolet zu machen und für potente Finanzdienstleister zu öffnen. Gemäss Mauch sind heute rund fünf Prozent der Bauzonen in der Stadt für den Werkplatz reserviert. Eine hoffnungsvolle Ausgangslage für den Werkplatz. Doch der Weg bleibt steinig.

Drei Jungunternehmer gründeten 1997 die Brauerei Turbinenbräu. Einer davon ist Adrien Weber: «Wir waren damals Konsumenten, und es war für uns wichtig, dass man weiterhin Bier aus Zürich trinken kann. Bier ist schliesslich identitätsstiftend.» In zehn Jahren läuft der Mietvertrag an der Badenerstrasse 571 aus. Es ist gemäss Müller das letzte eingeschossige Gebäude im Gebiet, und rundherum wird hochgeschossig gebaut und verdichtet. Der Druck wächst. Die Gebrüder Freitag haben mit Taschen aus Blachen die Welt erobert. Markus Freitag sitzt im Gründerteam der «Made in Zurich Initiative»: «Die Verlängerung des Mietvertrags für den Container-Turm stand auf der Kippe. Auf der Suche nach Alternativen mussten wir feststellen, dass es nicht viele Orte gibt.»

DIE STADT KOMMT AN BORD Zusammen mit dem Immobilienentwickler Johannes Eisenhut ging Freitag mit der Idee eines «Made of Zurich Ortes» auf die Stadt zu, und sie erfuhren, dass die Förderung der urbanen Produktion im städtischen Strategiepapier festgeschrieben ist. Mauch: «Das Ziel sind bessere Rahmenbedingungen und eine verbesserte Sichtbarkeit. Wir engagieren uns bei Arealplanungen, und wir haben die Bewilligungspraxis für Produktionsbetriebe aktualisiert.» Es kam zum Schulterschluss. Pate stand die Initiative von Zürichs Partnerstadt San Francisco.

WEITERE AKTEURE Stadträtin Corinne Mauch während der Eröffnungsrede.

FRÜHLING : : 2019

Wer kennt IVY? IVY steht für Handmade Swiss Leather Luxury. Ihre Accessoirs tragen Megastars wie Gwen Stefani, Kate Perry und Jeannette


BUSINESS Jackson. IVY-Gründerin und «Made in Zurich Initiative» Mitglied Yvonne Reichmuth: «Wenn man in Zürich produziert, heisst das nicht, dass man nur hier verkaufen kann. Dank der Digitalisierung erreicht man die ganze Welt.» Moritz Güttinger produziert Espressomaschinen. Wo ZURIGA draufsteht, ist Zurigo drin. Der Name passe, meint Güttinger, obwohl es ihm am Anfang etwas unangenehm mit einem so grossen Namen war. Bescheidenheit ist eine Tugend der neuen Zürcher Machergeneration. Güttinger: «Wachstum ist uns nicht so wichtig. Wir wollen die Firma nicht rasch aufpumpen. Wir wollen sorgfältig etwas aufbauen, das die Emotionalität von Kaffee transportiert.»

NACHHALTIGE PHILOSOPHIE Auch viel Bewusstsein für Nachhaltigkeit steckt in den Produkten Made in Zurich. Für nachhaltig bessere Rahmenbedingungen setzt sich die Direktorin Stadtentwicklung Zürich, Anna Schindler, ein: «In einer Stadt, die wächst, braucht es Güter, die auch hier produziert werden. Es braucht Reparaturwerkstätten. Wir setzen uns dafür ein, damit das a) erhalten bleibt und b) weiterhin Räume da sind, die preisgünstig sind und wo produziert werden kann. Deshalb haben wir die Initiative mitbegründet und unterstützen sie jetzt am Anfang recht stark, damit das Projekt zum Fliegen kommt.» Dafür braucht die Organisation Mitglieder. Wer darf Mitglied werden? Geschäftsführerin Gabriela Checherio antwortet: «Alle, die den Vereins­ zweck unterstützen und das ist die Förderung der urbanen Produktion. Es gibt zwei Kategorien. Man kann Aktiv-Member werden mit Stimmrecht

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oder Supporter als Passivmitglied ohne Stimmrecht. Für Member ist der Beitrag 300 Franken und für Supporter 200 Franken pro Jahr.» Für die Stadträtin ist die urbane Produktion mehr als ein romantisches Modewort oder einfach Marketing. Der Werkplatz macht die Stadt vielfältiger, wirtschaftlich robuster und nachhaltiger. Es geht ihr um die Wertigkeit der Sachen, mit denen wir uns umgeben, die wir brauchen und die wir wertschätzen. Es geht ihr ums Bewusstsein, dass in einer Gesellschaft etwas fehlt, wenn die Werkbank nur noch am anderen Ende der Welt steht. : : WWW.MADEINZUERICH.CH : :

MACHER UND MACHERINNEN Die «Made in Zürich Initiative» ist eine Plattform, welche «urbane Produktivistinnen und Produktivisten» jeglicher Couleur vereinigt. Die Mitglieder sollen so vielseitig sein wie die Stadt Zürich, in der sie produktiv sind. Das lässt sich schon an den Mit-Macherinnen der ersten Stunde ablesen, die von Industrie- bis Insider-Produkten und von Handarbeit bis Hightech Schule für Kunst und Design, FluidSolids AG, FREITAG lab. ag, Genossenschaft Gleis 70, Pixelherz GmbH, Rebwerk GmbH, Schweizerische Bundesbahnen SBB, Senn Resources AG, Signito GmbH, Storymotion, TurbinenBräu AG, Werkstadt Zürich, YVY und ZURIGA AG (alphabetisch).


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Grossmünster, Geburtsstätte des Zwinglianismus.

ZÜRCHER WERTE

ANACHRONISMUS ODER LEITBILD FÜR DIE ZUKUNFT? BEI DER ZÜRCHER PRIVATBANK RAHN + BODMER CO. STEHEN NOCH ECHTE ZÜRCHER AUF DER KOMMANDOBRÜCKE. EIN GESPRÄCH MIT BANQUIER, ZÜNFTER UND PHILANTHROP DR. CHRISTIAN RAHN ÜBER DIE SAGENHAFTE KONTINUITÄT SEINER BANK, GLETSCHERMÜHLEN UND TRADITIONEN EINER STADT, IN DER DIE BANK SEIT 1750 PRÄSENT IST. INTERVIEW MIT DR. CHRISTIAN RAHN VON BEAT HÜRLIMANN

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hristian Rahn ist Mitglied der Zunft zum Widder, ausdauernder Bergsteiger und seit 1990 Partner von Rahn+Bodmer. Die «Handelszeitung» zählt ihn zu den letzten Mohikanern. Mit gutem Grund. Nur Personengesellschaften dürfen sich gemäss Bankengesetz Privatbanquiers nennen, und davon gibt es nur noch vier in der Schweiz. Alle Partner der Bank sind Unternehmer, voll haftend und voll arbeitend im Betrieb und haben dadurch eine grosse Glaubwürdigkeit, auch in der Politik. Aber weil sie nur noch wenige sind, verlieren sie an politischem Einfluss, und das ist bedauerlich. «ZürichRUNDSCHAU»: Ihre Bank wurde 1750 gegründet und ist heute die älteste Schweizer Privatbank. Woher rührt diese sagenhafte Kontinuität?

FRÜHLING : : 2019

Christian Rahn: Die Partnerfamilien haben es seit Beginn bis heute geschafft, Nachfolger innerhalb oder auch ausserhalb der Familie zu finden. Wir sind zuversichtlich, dass wir es auch in die nächste Generation schaffen. Zwei Faktoren spielen eine Rolle. Erstens, es geht nur dann, wenn die Partner ähnliche Werte verkörpern. In der Bankenszene sieht man Manager, die nicht zu uns passen würden. Zweitens, unsere Strategie ist sehr einfach, nämlich wir betreiben das Private Banking. Junge Wettbewerber aus der Fintech-Branche rollen das Feld von hinten auf. Gibt es keine Bedenken, unter die Räder zu kommen? Bedenken ist das falsche Wort. Wir dürfen auf keinen Fall den Anschluss an eine Entwicklung verpassen, die unser Geschäftsmodell betrifft. Ob


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sie einem passt oder nicht. 2004 wechselten wir als achte Bank der Schweiz auf die modernste Bankenplattform, Avaloq, von einem Host-basierten System auf ein Server-basiertes System. Heute denke ich an die Robot Advisors, also die roboterisierte Anlageberatung. Wir müssen beurteilen, in wie weit diese Entwicklung unser Geschäftsmodell unterstützen könnte. Es gibt Entwicklungen, die Teile des Private Banking sehr stark verändern werden. Unsere Überzeugung ist es, dass die persönliche und individuelle Betreuung nur bedingt durch technische oder technologische Entwicklungen abgelöst wird. Staatliche Regulierungen, Weissgeldstrategie und tiefe Zinssätze akkumulieren sich zu Herausforderungen, bei denen man als Aussenstehender ins Grübeln kommt. Wie sehen Sie das? Nicht nur Aussenstehende kommen ins Grübeln. Ich bin von der Ausbildung her Rechtsanwalt und war vor 30 Jahren bei meinem Eintritt in die Bank der einzige Jurist. Heute sind es acht plus verschiedene Paralegals. Wird ein Konto eröffnet, sind tiefe juristische Kenntnisse erforderlich. Unsere Berater verbringen 30 Prozent der Zeit mit Administration. Regulation ist gut, vieles ist notwendig, aber bei vielem schüttet man das Kind mit dem Bade aus. Vielfach muss man Compliance-Anforderungen erfüllen, die im Einzelfall überhaupt nicht gerechtfertigt sind. Das beschäftigt nicht nur uns, sondern mehr und mehr auch unsere Kundschaft. Themenwechsel. Sie absolvieren anspruchsvolle Bergtouren – eine Ausdauerübung für Ihren Beruf? Die Bergwelt ist für mich eine Passion. Anspruchsvolle Touren geben mir einen Ausgleich. Seit meiner Jugend bin ich Ausdauersportler. Die Touren dauern zwischen acht und 14 Stunden. Leider können im Bekanntenkreis nur wenige mithalten. Sie engagieren sich persönlich in alpinen Projekten. Ich engagiere mich bei zwei Projekten. Die Gletschermühlen in Cavaglia im Puschlav sind ein Naturdenkmal. Es gibt kaum anderswo in der Schweiz eine ähnliche Konzentration an

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Im Rahmen des Sechseläutens lebt die Tradition weiter.

dass nicht mehr nur das Patriziat regiert, sondern dass auch die Bürger mitbestimmen, und diese waren damals am besten erfassbar über die Zünfte, das heisst über die Branchenorganisationen der Handwerker. Rudolf Brun konnte weitgehend mit diplomatischen Mitteln diese Zunftverfassung implementieren. Das war ein grosses Verdienst. Die Zünfte haben Leute in den grossen und den kleinen Rat delegiert. Die Politik war nun viel breiter abgestützt. 1803 hat allerdings Napoleon die Schweiz überrannt und die Zunftverfassung abgeschafft.

Christian Rahn mit Zunftabzeichen der Zunft zum Widder.

Welche Rollen spielen Zünfte heute für den Aufbau beruflicher Netzwerke? Die Zunft ist eine soziale Gemeinschaft. Der freundschaftliche Austausch steht im Vordergrund. Zünfte wollen und sollen keine Rekrutierungsorte für Geschäfte sein. Es kann sein, dass man jemanden trifft, mit dem sich eine beruf liche Verbindung ergibt. Aber das ist nicht das Ziel der Zünfte.

schönen Gletschermühlen. Für die Begehung der ausgegrabenen Gletschermühlen waren Geländer, Seile und Treppen nötig. Das hat jetzt auch viele Touristen in die Region gebracht. Aus diesem Grund unterstütze ich das. Zudem bin ich im Stiftungsrat einer Stiftung, die Berg- und Kletterrouten saniert. Wenn irgendwo Kletterhaken ersetzt oder Leitern verlängert werden müssen, weil etwa die Gletscher schwinden oder der Permafrost auftaut, finanzieren wir das.

Wie wird man Zünfter? Die Aufnahmebedingungen sind je nach Zunft verschieden. Zünfter wird man einfacher, wenn man Sohn eines Zünfters ist. Aber das ist keine Voraussetzung. Es gibt einen Aufnahmeprozess. Dabei wird geschaut, ob eine Person von der Kultur her in die Zunft passt. In gewissen Zünften braucht es das Bürgerrecht der Schweiz, des Kantons oder von Zürich. Bei vielen Zünften braucht es einen Bezug zu Zürich.

Kommen wir zu den Zünften. 1336 setzte Rudolf Brun die Zunftverfassung in Kraft. Was war die Idee? Zu dieser Zeit haben ein Patriziat und Adlige die Politik der Stadt bestimmt. Das hat zu Unzufriedenheit bei der Bürgerschaft geführt. Die Idee war,

Welches sind die Pflichten des Zünfters? Die oberste Pflicht ist es, einen Beitrag zu leisten. Als geselliger und fürsorglicher Gesprächspartner und indem man eine Charge übernimmt. Das Amt des Sprechers am Abend des Sechseläutens, wenn sich die Zünfte gegen-

FRÜHLING : : 2019


BUSINESS

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Was kann man unternehmen, damit Zürcher weiterhin in Zürich «geschäften» können? Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Ich denke an Mieten, Sie haben neben einem Sohn zwei Töchter. Wann öffnen sich die Steuern, Ausbildung und Infrastruktur. In Zürich Nord und Zürich Zünfte für Frauen? West werden neue Zentren aufgebaut. Es entsteht neuer bezahlbarer Es gibt die Gesellschaft zu Fraumünster, die nur aus Frauen besteht. Sie lebt Raum. Dafür sind wir dankbar. Früher fand alles im Zentrum von ähnliche Werte wie die Zünfte und läuft am Umzug als Gast der GesellZürich statt mit einer ständigen Verteuerung der Mietpreise. Wir schaft zur Constaffel mit. Bislang war es nicht möglich, die Gesellschaft in sind zudem gesegnet mit einer hervorragenden ETH und Universität, die Vereinigung der Zürcher Zünfte aufzunehmen. Vielleicht wird das in und auch die Fachhochschulen haben enorm an Kompetenz zugelegt. Zukunft einmal möglich sein. Die zweite Frage ist, Das ermöglicht es uns, top ausgebildete Leute zu wann sich die Zünfte selber für Frauenmitglieder öfffinden, auch dank des zweiten Bildungswegs. Un«ALLE PARTNER DER nen. Bis heute hat keine Zunft Frauen als Mitglieder. BANK SIND UNTERNEHMER sere Bank ist Mitglied der Handelskammer und Es gibt keine für alle Zünfte geltende Regel, nach der verschiedener Bankenverbände. Persönlich bin ich UND VOLL HAFTEND.» Frauen nicht Mitglieder von Zünften sein dürfen. Das Mitglied des Wirtschaftsbeirats FDP, der den Dikommt auf jede Zunft selber an. Bei Rotary gab es früher auch keine Frauen, alog zwischen Politik und Wirtschaft fördert. Ausserdem unterstützen heute schon. Ich kann mir diesen Prozess auch bei den Zünften vorstellen. wir auf verschiedene Weise die medizinische Grundlagenforschung unserer beiden Hochschulen. Diese Engagements von Privaten sind Welches sind die Pflichten des Zunftmeisters? wichtig, damit die Rahmenbedingungen gut bleiben. Sie liegen uns Ich war sechs Jahre Zunftmeister. Man führt die Zunft und vertritt sie in der am Herzen. Zunftmeisterversammlung, dem höchsten zünftigen Gremium, nach aussen. Die Hauptaufgabe nach innen ist es zu schauen, dass der Zunftbetrieb Welche herausragende Eigenschaft wünschen Sie sich von Unterläuft. Am meisten Zeit beanspruchen die Auftritte. Anspruchsvoll sind die nehmern und Managern, die das Etikett Made in Zurich in die Welt launischen Tischreden, die vom Zunftmeister gefordert werden. Mein Vater hinaustragen? war auch Zunftmeister, und ich dachte, wenn ich Zunftmeister werde, kann Wir kommen zu Zwingli und dem Zwinglianismus. Etwas mehr davon ich seine Reden wieder bringen. Schliesslich beträgt die Erinnerungszeit kann nicht schaden. Angefangen bei der Bonusproblematik. Angemesseneiner Rede in einer Zunft höchstens 20 Minuten. Ich konnte seine Reden heit heisst das Wort dafür. dennoch nicht verwenden, weil sich der Humor in den letzten 40 Jahren : : WWW.RAHNBODMER.CH : : komplett verändert hat. seitig besuchen, ist eine solche. Das ist ein Amt, das man übernehmen muss. Jeder soll einmal vorne stehen und eine Rede halten können.

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SPORT & FREIZEIT FITNESS UND EIN GESUNDER LIFESTYLE SIND DAS LEBENSGEFÜHL EINER GANZEN GENERATION. ES GEHT UM SPORTLICHE AKTIVITÄTEN, ABER AUCH UM DIE ENTFALTUNG DER EIGENEN PERSÖNLICHKEIT, WILLENSSTÄRKE UND SELBSTBEWUSSTSEIN. FITNESSCENTER SIND HEUTZUTAGE KEINE VERSCHWITZTEN MUCKIBUDEN MEHR, SONDERN MÜSSEN DURCHAUS MEHR BIETEN. VON FREYA MOHR

S

pätestens seit den Fitness-Ikonen Arnold Schwarzenegger und Jane Fonda ist die moderne Fitnessbewegung bei uns angekommen. Die 70 er- und 80 er-Jahre waren geprägt von Bodybuilding und Aerobic. Es ging um den gestählten Körper, Muskeln und den Idealkörper – ein regelrechter Fitness-Boom entstand. Und mit ihm begann die Kommerzialisierung. Erst in den 90 er-Jahren kam der Aspekt des Wohlbefindens hinzu: Immer mehr Fitnessstudios erweiterten ihr Angebot mit Spa-Anwendungen, Sauna und Wellnessbereichen. Heute zählen zu Fitness auch eine angemessene Ernährung und die geistige Balance – die

Grundlagen eines gesunden Lebensstils. Die Sozialen Medien verstärken diesen Trend, unter dem Hashtag #fitspo teilten Instagram-Mitglieder bis Januar 2019 bereits 63 Millionen Beiträge mit Fitness-Inspirationen (kurz: Fitspiration oder Fitspo). Diese neue Fitness-Welle spüren auch die Fitnesscenter. Zürich gehört zu den Städten mit der weltweit höchsten Dichte an Fitnesscentern pro Einwohner. Und nicht alle sind gleich: Jedes Fitnesscenter setzt verschiedene Schwerpunkte, um bestimmte Kundensegmente anzusprechen und um sich am Markt hervorzuheben. Die «ZürichRUNDSCHAU» analysiert den Standort Zürich-West.

FRÜHLING : : 2019


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SPORT & FREIZEIT DAVID GYM ZH-WEST, JENS KRULL BOXING, FITNESSPARK PULS 5

DIE FITNESSTEMPEL VON ZÜRICH-WEST IN DER LIMMATSTADT HAT ES GEFÜHLT UM JEDE ECKE EINEN COIFFEURSALON. DOCH DIE ZÜRCHERINNEN UND ZÜRCHER STYLEN NICHT NUR DAS HAAR, SONDERN EBENSO IHREN KÖRPER: ZÜRICH GEHÖRT ZU DEN STÄDTEN MIT DER WELTWEIT HÖCHSTEN DICHTE AN FITNESSCENTERN PRO KOPF / EINWOHNER. ENTSPRECHEND HART UMKÄMPFT IST DER VERDRÄNGUNGSMARKT. AUCH IN ZÜRICH-WEST ZEIGEN DIE VERSCHIEDENEN ANBIETER FLAGGE. DIE «ZÜRICHRUNDSCHAU» HAT DREI UNTERSCHIEDLICHE FITNESSANBIETER UNTER DIE LUPE GENOMMEN. VON MARK SEEHOLZER

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eues Jahr, neues Glück: In der Neujahrsnacht und den ersten Januarwochen werden tapfer Vorsätze geschmiedet. Oft betreffen sie Leib und Seele, das ureigene Körpergefühl. Denn nach den Feiertagen, wo die Tische üppig gedeckt waren und entsprechend zugelangt wurde, kommt danach oft schlagartig die Ernüchterung, im Angesicht des Waage-Zeigers, der nach oben springt: Jetzt muss er weg, der Bauch. Doch mit FDH / Friss die Hälfte ist es bekanntlich nicht getan. Man will ja nicht nur schlanker, sondern auch straffer werden. Mens sana in mens corpore – ein fitter Körper verlängert das Leben, gibt nicht nur gegen innen neues Selbstvertrauen. Man strahlt auch gegen aussen Vitalität und Energie aus. Im harten Businessalltag 2019 ein entscheidender Erfolgsfaktor. Arnold Schwarzenegger und Mike Tyson – Ikonen im David Gym ZH-West.

STARK MACHT SCHÖN – DAVID GYM ZH-WEST

© Mark Seeholzer

David Gym ZH-West: 150 Geräte trainieren jeden Muskel.

Für Schlagkraft am Boxsack – Jens Krull Boxing.

FRÜHLING : : 2019

Wer die imposante, sechs Meter hohe Halle an der Zürcherstrasse in Schlieren betritt, spürt sofort: Hier wird trainiert. Muskelbepackte Bodybuilder und gestählte Fitnessladys bewegen ihre Körper durch den Maschinenpark der knallschwarzen Hammer-Strength-Geräte. Das David Gym ZH-West wurde im Oktober 2012 eröffnet und umfasst all-in 4 000 Qua­ dratmeter, mit über 150 Geräten für Kraft, Cardio / Ausdauer, Freihanteln, separaten Zonen für Group Fitness und Kampfsport. Die Marke David Gym hat einen Bekanntheitsgrad weit über die Landesgrenzen hinweg. An den Wänden motivieren überdimensionale Bilder von bekannten Bodybuildern die Mitglieder, bei den Hanteln und Eisen nochmals eine Schippe draufzulegen. «Natürlich trainieren bei uns auch Otto Normaltrainierer, die das Ziel haben, fitter, schlanker und straffer zu werden. Unser Slogan lautet ‹Stark macht schön› – doch die Kundschaft besteht aus der ganzen Vielfalt der Menschen», erklärt Kathi Fleig, Inhaberin und Geschäftsführerin des David Gym. «Bei uns wird der Fitness-Lifestyle gelebt. Jung und alt, trainiert oder untrainiert, dick oder dünn, talentiert oder nicht talentiert – die sportliche und familiäre Atmosphäre motiviert, den Lebensstil in Richtung gesünderes Leben durch bessere Fitness zu lenken. Vom Auszubildenden bis zum Firmenboss, von der Hausfrau bis zum aktiven Senior, Profi- und Amateursportler, Menschen mit und ohne Beschwerden, Übergewicht oder Handicap – alle sind bei uns willkommen, werden beim Umsetzen ihrer Ziele unterstützt und motiviert.» Kathi Fleig geniesst in der Fitnessbranche Kultstatus – sie ist die Antriebsfeder des David Gym, war selbst Kraftsportlerin und gibt tagtäglich als Instruktorin Group-Fitness-Stunden. Das David Gym wurde am 1. Oktober 1983 gegründet. Mittlerweile halten sich 3 000 Mitglieder an drei Zürcher Standorten fit. Im David Gym ZH-West ist neben Kraft, Cardio und Group Fitness der Kampfsport ein starkes Standbein, mit Boxen, Muay Thai und MMA / Mixed Martial Arts. Dies signalisiert auch der Boxring sowie die


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Migros Fitnesspark Puls 5 – alle Facetten von Fitness und Wellness, unter einem Dach.

Wandmalerei, welche neben Ikone Arnold Schwarzenegger «Iron» Mike Tyson zeigt. Wellnesszonen, ein Bistro, Praxen für Physiotherapie und Sport- / Ernährungsmedizin, runden das Angebot ab.

KAMPFBAHN NACH MASS – JENS KRULL BOXING Betritt man das helle Studio von Jens Krull im Dietiker Industriegebiet, fallen einem sofort die zehn verschiedenen Boxsäcke und der Boxring auf. Inhaber Jens Krull war selbst zehn Jahre aktiver Boxer. Als Boxtrainer hat er 30 Jahre Erfahrung, erwarb die deutsche A-Lizenz. Doch Jens Krull Boxing lässt nicht nur die Fäuste sprechen. Es ist ein Personal Compact Studio, welches seit zwei Jahren auf 280 Quadratmetern Trainingsfläche ebenso Fitnesstraining anbietet. «KKK»: Kraft, Kondition, Koordination.

«Bei mir ist Training Chefsache, wie der Name sagt», erklärt Jens Krull mit einem Augenzwinkern. Er ist in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen. Wenn die Trainierenden im Functional Training riesige Lastwagen-Pneus durchs Studio wuchten und Taue durch die Luft schleudern, vermitteln Krulls Anfeuerungsrufe ein Hauch von hartem Soldatendrill. «Ja, da schimmert meine DNA als ehemaliger Berufsmilitär durch. Doch wer im Training weiterkommen will, braucht Disziplin und Motivation. Wer sich mit mir einlässt, will ja auch Resultate sehen. Deshalb kommen die Leute zu mir, ins individuelle Personal Training», sagt der umtriebige Ostdeutsche. «Ich lege grossen Wert auf Qualität und Individualität. Bei Jens Krull Boxing findet man kein Training aus dem Handbuch, sondern ein mass­geschneidertes Programm.» Im Laufe der Unterhaltung offenbart

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SPORT & FREIZEIT auf Effizienz: Nicht die Dauer, sondern die Intensität ist ausschlaggebend für den Trainingserfolg. In der persönlichen Einführung und Beratung erhalten die Mitglieder ein individuell massgeschneidertes Training nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dafür sorgen unsere top ausgebildeten Mitarbeiter. Centerübergreifend sind aktuell 128 freie und festangestellte Cracks für Puls 5 und Hamam Münstergasse tätig.»

MANAGER-FITNESS IST DAILY BUSINESS

die harte Schale durchaus einen weichen, empathischen Kern. «Einfühlungs­ vermögen und Kommunikation gehören zu meinen Stärken – Trainingsziele erarbeite ich im Dialog. Ich will meine Kunden auch im Kopf stärker und selbstbewusster machen. Ob sie als Normaltrainierer oder Spitzensportler, ob als Einzelperson oder Gruppe bei mir trainieren.»

Wie sieht es denn aus mit Fitnessprogrammen für viel beschäftigte Businessleute? Daniele D. J. Paar erklärt: «Unser Konzept ‹Effizient entspannen› erscheint widersprüchlich. Doch dies ist das Gebot der Stunde: Die Vereinbarung von Privatleben und Beruf, die engen Zeitfenster sowie ständige Erreichbarkeit und Bewegungsarmut im Alltag verlangen nach einem zeitgemässen Bewegungs- und Entspannungskonzept. In den Fitnessparks der Migros Zürich können die Mitglieder zeitoptimiert und intensiv trainieren und relaxen.» Kathi Fleig betont die langen, betreuten Öffnungszeiten: «An Werktagen hat das David Gym ZH-West von 5.00 Uhr morgens bis 1.00 Uhr nachts geöffnet; ein grosses Plus im harten Markt. Viele Kaderleute trainieren frühmorgens. Danach haben Geschäftsmann und -frau den Kopf frei fürs Business, können sich am Abend noch Zeit für Familie und Freunde nehmen. Bemerkenswert ist ihre Disziplin: Die Trainingseinheiten sind ihnen ‹heilig›. Sie sind ein fixes Zeitfenster im Terminkalender, mit derselben Priorität wie ein matchentscheidender Geschäftstermin. Viele leisten sich einen Personal Trainer. Dieser motiviert, instruiert, korrigiert und holt in kurzer Zeit das Beste raus. So tankt der Manager die nötige Energie, um den langen und oft stressigen Arbeitstag zu bewältigen. Kurze Trainingseinheiten haben in jedem noch so vollen Terminkalender Platz – das Geheimnis liegt in der Intensität und Regelmässigkeit.» Bei Jens Krull sind Business und Training als Name Programm: «Mit ‹Managerboxen› biete ich gezielte Trainingseinheiten für Geschäftsleute an, die einen Ausgleich zum stressigen Berufsalltag suchen, an ihrer körperlichen und mentalen Fitness arbeiten wollen. Zu meinen Kunden gehören Anwälte, Industrielle, Kader und Stakeholder aus der Finanz- und Versicherungsbranche, aus der IT- und Medienwelt. Sie alle legen Wert auf die professionelle, individuelle Betreuung, auf eine ungestörte Atmosphäre und top Infrastruktur; ohne Schickimicki, ob für Fitness / Functional Training oder Fight-Einheiten. Raus aus dem Anzug, rein in die Trainingsklamotten.»

VOLLES PROGRAMM – FITNESSPARK PULS 5

DEN INNEREN SCHWEINEHUND BESIEGEN

Der Fitnesspark Puls 5 wurde 2004 eröffnet und gehört zum Centerverbund der Genossenschaft Migros Zürich, mit den Fitnessparks Glattpark, Münstergasse, Sihlcity, Stockerhof in Zürich sowie Milandia Greifensee und Regensdorf. Der orange Riese setzt mit Fitness und Wellness auch in Zürich-West einen Benchmark. Daniele D. J. Paar, Centerleiter von Puls 5 und Hamam Münstergasse: «Wir sind eine Fitness- und Wellnessoase. Puls 5 bedeutet stilecht trainieren und relaxen im Trendquartier Zürich-­ West – in gediegenem und gepflegtem Ambiente. Modern und luxuriös, aber keinesfalls abgehoben. Fitness, Wellness, Group-Fitness-Kurse und -Lektionen; auf insgesamt 3 800 Quadratmetern, alles unter einem Dach. Der Trainingsbereich umfasst Kraft-, Freihantel- und Functional-­ Bereiche. Vollelektronische E-Gym-Zirkel und Ausdauerzonen laden zum chipgesteuerten Training ein. Unser Bad bietet diverse Attraktionen: Massagedüsen, Sprudelliegen, Wasserfall, Whirlpool und einen Kneippweg. Die gemischte Saunalandschaft hat Schwitzzone, Sanarium, Dampfbad, Ruheund Meditationsraum sowie eine separate Frauen-Sauna. Und unsere Lichttherapie-Geräte bieten mit Hybrid-Licht-Technologie Anti-Aging, Vitamin D und schöne Bräune.» Ist denn Puls 5 doch eher ein Erholungsund Beauty-Center? «Wir bieten alle Facetten von Wellness und Fitness», betont Paar. «Bei uns trainieren auch ambitionierte Kraft- und Fitnesssportler. Das Trainingskonzept ‹Bodymind› ist zwar auf die Balance von Bewegung und Entspannung ausgerichtet. Doch der Fokus im Gym liegt

Kraft und Bewegung sind nur die halbe Miete auf dem Weg zum besseren Lebensgefühl: Regelmässiger Schlaf, ausgewogene Ernährung und ein stabiles soziales Work-Life-Umfeld gehören ebenso dazu. Egal, für welches Fitnesscenter man sich entscheidet, die Trainingsdisziplin ist ein match­ entscheidender Faktor auf dem Weg zum besseren Körperfeeling. Mit strukturierten und regelmässigen, fixen Trainingszeiten / -einheiten wird der innere Schweinehund überwunden. Ausserdem sollte auf schnelle Erreichbarkeit des Centers geachtet werden. Der kurze Weg zum Gym, ob vom Wohn- oder Arbeitsort, spart wertvolle Zeit. Und Fitness / Wellness darf durchaus Spass machen, betonen die Leiter der betreffenden Center. Pricing Jahresmitgliedschaft: David Gym ZH-West CHF 1 099.–. Fitness­ park Puls 5 CHF 1 200.– ohne Kurse bzw. CHF 1 340.– inkl. Kursangebot – gültig für alle sieben Migros-Zürich-Fitnessparks. Beide Anbieter sind Qualitop-zertifiziert / Krankenkassen-anerkannt. Jens Krull Boxing bietet individuelle Abos / Preismodelle. Die drei Center profilieren sich im Markt durch Vielseitigkeit und Individualität des Angebots, durch hohe Qualität von Infrastruktur und Betreuung. Das ist auch ihr grosses Plus gegenüber den Discount-Fitnesscentern.

Bade- und Saunalandschaften im Migros Fitnesspark Puls 5

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SPORT & FREIZEIT

Die Tänzer verkörpern Kubas pure Lust am Leben, am Tanz und an der Musik.

SOY DE CUBA

KUBANISCHE KLÄNGE IN ZÜRICH DIE FEURIGEN KLÄNGE DES SON CUBANO ERFÜLLEN DIE ABENDLUFT, JUNGE KUBANER LEGEN SPONTAN EINE TANZSESSION AUFS PFLASTER, UNTER DEN ARKADEN DER VERWITTERTEN PALAZZI PHILOSOPHIEREN ALTEINGESESSENE HABANEROS ÜBER GOTT UND DIE WELT. WENIGE FLECKEN AUF DER WELT VERKÖRPERN EIN SO BERAUSCHENDES LEBENSGEFÜHL WIE KUBA. DAS TANZMUSICAL SOY DE CUBA BRINGT DIESE STIMMUNG HAUTNAH NACH EUROPA. VON MARCEL THEILER

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eurige Tänze zu pulsierenden Rhythmen, temperamentvolle Sänger, eine hochkarätige Live-Band: Das Tanzmusical Soy de Cuba führt auf eine unvergessliche Reise mitten ins Herz der karibischen Insel Kuba – und erzählt dabei die bewegende Liebesgeschichte der jungen Ayala. Authentische Filmaufnahmen auf einer Grossleinwand lassen die Zuschauer mitten ins pulsierende Leben der Hauptstadt Havanna eintauchen: in die engen Gassen, wo ausgelassene Strassenpartys gefeiert werden, an die Uferpromenade, den «Malecón», wo Liebespaare den Sonnenuntergang geniessen, und in die Tanz-­ Clubs der Stadt, wo die besten Tänzer Kubas zu Salsa und Reggaetón ihre Hüften schwingen.

EINE BEWEGENDE LIEBESGESCHICHTE Soy de Cuba erzählt die bewegende Geschichte der jungen Ayala, vom Tanz und von der Liebe: Eingeengt von ihrem Zuhause im ländlichen Viñales im Westen der Insel zieht es die junge Frau nach Havanna. Dort will sie ihr Glück als Tänzerin versuchen. Schnell lernt Ayala jedoch die Schattenseiten der schillernden Welt kennen, in der Intrigen, Eifersucht und Rivalität an der Tagesordnung sind. Doch sie gibt nicht auf: Ayala weiss, sie wird sich als Tänzerin beweisen und obendrein das Herz ihrer grossen Liebe erobern. Voller Leidenschaft erzählen Ensemble und Band nicht nur die Geschichte Ayalas, sondern verkörpern auch die pure Lebensfreude, die den Kubanern in die Wiege gelegt ist. Dass die Tänzerinnen und Tänzer an den besten Schulen des Landes ausgebildet wurden, zeigt sich an den mühelosen wie technisch brillanten Wechseln zwischen den typisch kubanischen Stilen: vom Feuer des Salsa zur Leichtfüssigkeit des Cha-Cha-Cha über die Leidenschaftlichkeit von Mambo und Rumba bis hin zur Coolness von Reggaetón und Streetdance.

FRÜHLING : : 2019

UNWIDERSTEHLICHER KARIBISCHES FLAIR Die eingängigen Nummern sind eigens für das Tanzmusical entstanden und stammen aus der Feder der kubanischen Musik-Legende Rembert Egues. Vor über 50 Jahren begann er eine Karriere mit der Gruppe Sonorama 6 und war seitdem musikalischer Leiter und Dirigent an namhaften Orchestern in Kuba und den USA. Auch bei Soy de Cuba lässt es sich der Komponist nicht nehmen, mit dem Ensemble als musikalischer Leiter am Klavier auf der Bühne zu stehen. Schon nach den ersten Takten entfaltet sich ein unwiderstehlich karibisches Flair. Nicht nur beim Titelsong «Soy de Cuba» spürt man, dass den Sängern und Musikern der typisch kubanische Rhythmus und Sound im Blut liegen.

SHOWINFO Vorstellungen: §§ Musical Theater Basel, 17. April 2019, 19.30 Uhr §§ Theater 11 Zürich, 18. April 2019, 15.30 und 19.30 Uhr

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KULINARIK BEI VIELEN BEGINNT DER TAG MIT EINER TASSE KAFFEE UND EIN FEIERABENDBIER AM FREITAG MIT DEN ARBEITSKOLLEGEN FÖRDERT DEN TEAMGEIST. BEIDE GETRÄNKE ERFREUEN SICH SEIT JAHRHUNDERTEN GROSSER BELIEBTHEIT. TROTZDEM BLEIBEN DIE BRANCHEN NICHT STEHEN, SONDERN KOMMEN MIT IMMER NEUEN IDEEN AUF DEN MARKT. VON FREYA MOHR

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enussmittel sind ein besonderes Erlebnis für unsere Geschmacksnerven. Zu den trinkbaren gehören definitiv Kaffee und Bier. Kaffee entwickelte sich im 17. Jahrhundert zu einem Luxusgut. Durch den Genuss konnte sich die höfische Gesellschaft von den unteren Schichten abgrenzen. Heute sehen viele Kaffee wegen des Koffeingehalts nicht nur als Genuss-, sondern vor allem auch als Aufputschmittel. Bier verbinden viele mit einem geselligen Abend oder einer Erfrischung in lauen Sommernächten. Aber Bier ist mehr. Es ist ein Stück Kultur-

geschichte. Bereits im Jahr 4000 vor Christus brauten Sumerer das erste Bier in Mesopotamien – heute Vorderasien. Seitdem hat sich an der Zusammensetzung des kohlensäurehaltigen Getränks nicht viel geändert. Die Hauptbestandteile sind Wasser, gemälztes Getreide, Hefe und Hopfen. Und trotzdem: Bier ist nicht gleich Bier. Die Bierstile reichen von Weizenbier über Lager- bis Schwarzbier. Es gibt Bier aus Mais, Hafer und Dinkel. Ab dem 20. Jahrhundert kamen im deutschsprachigen Raum Biermischgetränke wie Panaché auf den Markt. Seit ein paar Jahren stehen vermehrt Craft-Biere in den Supermarktregalen. Die «ZürichRUNDSCHAU» schaut hinter die Kulissen dieser zwei beliebten Getränke: Kaffee und Bier.

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KULINARIK GETRÄNKEMARKT

CRAFT BEER IN ALLER MUNDE «BIER BRAUCHT HEIMAT» IST OUT. JETZT IST «CRAFT BEER» ANGESAGT. DER UNTERSCHIED IST BESCHEIDEN, ER BERUHT SCHLICHT AUF MARKETING. DIE BIERTRINKER WOLLEN VIELFALT. DIE KLEINST-, MIKRO- UND NANOBRAUER KÖNNEN DIESEN WUNSCH ERFÜLLEN. ABER CRAFT BEER HAT IM GETRÄNKEMARKT NUR EINE CHANCE, WENN DIE FLASCHEN IN DIE REGALE DER GROSSVERTEILER KOMMEN. IN CRAFT BEER ZU INVESTIEREN, IST ETWAS FÜR LIEBHABER. VON HARTMUTH ATTENHOFER

Um die 1’000 Braustätten verteilen sich auf die Schweizer Kantone – die meisten brauen Craft Beer.

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urzeit sind in der Schweiz 1 000 Braustätten am Zapfhahn. Das ist erstaunlich, denn vor 27 Jahren waren es noch rund 30. Als 1991 das Bierkartell fiel, begannen die Konsumenten nach Biervielfalt zu dürsten. Die Schweizer Kartellbrauer waren aber zu schläfrig, die Nachfrage mit eigenen neuen Biersorten zu befriedigen, und begannen drum Bier zu importieren! Doch die Bierkonsumenten durchschauten die Taktik und verlangten nach regionalen, saisonalen und geschmacklichen Eigenbräuen. «Bier braucht Heimat», erschallte der Schlachtruf der Bier­ trinker – und wurde gehört. Aber nicht von den Grossen, sondern von abenteuerlustigen Mikro-, Nano- und Hobbybrauern, die alsbald die schweren Töpfe hervorholten und in Küchen und Kellern zu brauen begannen. Die ehemaligen Kartellbrauereien hatten für den neuen Trend nur ein müdes Lächeln übrig. «Bade­ wannenbier» spotteten sie und legten sich wieder hin.

FRÜHLING : : 2019

KLEINE BRAUEREIEN ENTSTEHEN Die Biere aus der Heimat begannen zu boomen. Und je mehr sich die grossen ehemaligen Kartellbrauereien zu kannibalisieren begannen, desto stärker wurde die Kleinbierszene. Als schliesslich das niederländische Heineken und das dänische Carlsberg sich die wenigen verbliebenen Schweizer Traditionsbrauereien einverleibten, und den Schweizer Markt unter sich aufgeteilt hatten, war die Geduld bei den Bierfreunden dahin. Sie begannen sich den Gross-Bieren zu verweigern, rotteten sich zusammen, investierten ihre Ersparnisse in Brauanlagen und gründeten Aktiengesellschaften mit dem Zweck, eigenes Bier zu brauen. Dividende: ein Harass Bier, abzuholen an der Generalversammlung, nach Verzehr von Fleischkäse und Kartoffelsalat. Gaudeamus cerevisiam bibat (Seid fröhlich, trinkt Bier). Seit rund zehn Jahren gehen in der Schweiz jede Woche mindestens zwei neue Braustätten auf – und eine zu. Manche Investoren machen sich falsche Vorstellungen. Eine kleine Brauanlage ist für wenige 10᾽000 Franken zu haben, die Material- und Produktionskosten halten sich im Rahmen und die Personalkosten fallen vielerorts dank Fronarbeit der Investoren und Aktionäre weg – anfänglich jedenfalls. Das Problem der neuen Mikro­ brauereien liegt in der Distribution. Wessen Flaschen nicht von einem


KULINARIK (Gross-)Verteiler mitgenommen und ins Ladenregal gestellt werden, hat es sehr schwer. Mit Rampenverkauf allein wurde noch keiner reich.

CRAFT BEER IM VORMARSCH Mit «Bier braucht Heimat» und einem grossen Freundeskreis ist das Biergeschäft nicht zu machen. Da muss peppigeres Marketing her. Die Kleinbrauer in den USA haben es längst erkannt. Ihr Zauberwort heisst nicht homeland, sondern craft, also Handwerk. Craft Beer hat sich in Nordamerika zu einem Brand entwickelt, der die Sortenbezeichnung konterkariert und den Biernamen von der Etikette vertreibt. Craft Beer ist in aller Munde. Nun auch in Europa. Und in der Schweiz. Craft Beer verdrängt Heimatbier. Die Kleinbrauer setzen viel auf diese Bezeichnung. Craft Beer ist – sprachlich korrekt – nichts anderes als handwerklich gebrautes Bier. Das allein wäre noch keine wirkliche Innovation, weshalb man heute unter Craft Beer auch alle jene Gebräue subsumiert, die mit Zusatzstoffen parfümiert werden. Zu Ostern mit ein bisschen Veilchenduft, im Sommer Löwenzahn, im Herbst ist Marroni sehr beliebt und im Dezember schliesslich Nelken und Zimt, das X-mas Beer. Tausende von Varianten sind denkbar – mit Früchten, Gewürzen, Kaffee und Schokolade. Es wird in Spanien schon Craft Beer mit Meerwasser gebraut und in den USA wird welches mit gebratenem Ziegenhirn verfeinert. Die Spitze des zweifelhaften Geschmacks dürfte jene polnische Kleinbrauerei erreicht haben, die ihr Bier mit Vaginalabstrichen bekannter Models anreichert.

SCHWEIZER CRAFT-BIER-SZENE Wer dennoch Craft Beer geniessen will, kann das hierzulande getrost tun. Die Lebensmittel-Gesetzgebung macht den Brauern klare Vorschriften, was unter der Bezeichnung Bier in den Handel darf. Das Reinheitsgebot, wonach Bier grob gesagt nur aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser bestehen darf, war in einer abgeschwächten Version zwar bis 2017 auch in der Schweiz gültig. Seither ist die Vorschrift aber stark gelockert worden und erlaubt die Zugabe von natürlichen Fremdstoffen. Diese Beigaben müssen aber klar deklariert werden. Immerhin: Wenn auf der Flasche Bier steht, muss auch Bier drin sein. Den Trend, den Helvetiens Kleinst-, Mikro- und Nanobrauereien anstiessen und weiterentwickelten, haben natürlich auch die Mittelund Grossbrauereien mitbekommen. Nachdem sie seinerzeit begriffen hatten, dass Bier Heimat braucht, richteten sie ihr Marketing flugs auf

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Heimat aus und bedrängten damit die Kleinen. Sie haben gelernt. Bald schwenken die Grossen wohl auf Craft Beer um. Längst brauen nämlich auch die Grossen unfiltrierte Spezialitäten, die bislang die klassischen Nischenprodukte der Kleinen waren. Denn das anfängliche Lächeln ist den Grossbrauern im Gesicht gefroren, seit sie mit sinkendem Absatz und steigender Konkurrenz rechnen müssen. Nicht im übertriebenen Rahmen, gewiss, aber merklich. Jeder Liter Bier, der aus einer Craft-Beer-Brauerei kommt, ist logischerweise einer weniger aus der Grossbrauerei. Und das merkt jeder Brauer; vor allem, weil der Bierkonsum seit Jahren stetig sinkt. Darum die Flucht aller Brauer ins Craft Beer. Aber die Bierherstellung in Grossbrauereien geschieht nicht «von Hand», sondern in computergesteuerten geschlossenen Systemen. Der Brauer arbeitet dort im Strassenanzug, vielleicht im weissen Labormantel. In der Werbung jedoch kommen die Gross-Braumeister in der Lederschürze daher. Den Computer bedient man ja schliesslich immer noch von Hand. : : WWW.BIERVIELFALT.CH : :

BIERZAHLEN 2017 / 18 §§ §§ §§ §§ §§ §§

Schweizer Bier: 360’348’500 Liter (76.7 Prozent) Importbier: 109’199’000 Liter (23.3 Prozent) Pro-Kopf-Verbrauch: 55 Liter, Tendenz sinkend Biersteuer: 112 Millionen Franken Anteil aus Mikro- und Nanobrauerei: circa drei Prozent Anzahl Braustätten: circa 1 000; als Braustätte gilt, wer mehr als 400 Liter Bier pro Jahr herstellt

CRAFT BEER SHOPS §§ Coop führt in den grossen Filialen eine grosse Auswahl an einheimischen wie ausländischen Craft Beers. §§ In den Bahnhöfen Basel, Bern, Genf, Luzern, Oerlikon, St. Gallen, Winterthur und Zürich bietet Drinks of the World eine Riesenauswahl. §§ Permanent aktualisierte Liste sämtlicher Schweizer Braustätten: www.bov.ch/beer/index-Y.html

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KULINARIK DEAD OR ALIVE UNLIMITED AG

AUFPUTSCHMITTEL AUS DER TASSE MIT 440 MILLIGRAMM KOFFEIN PRO TASSE ZÄHLT DER DEAD OR ALIVE COFFEE AUS DEM RHEINTAL ZU DEN STÄRKSTEN KAFFEES DER WELT. GRÜNDER DES START-UP, MIKE FEURSTEIN, REIHT SICH DURCH DIESE GEZIELTE POSITIONIERUNG NICHT IN DIE KETTE GANZ NORMALER ALLTAGS-KAFFEES EIN, SONDERN KEHRT MIT SEINEM «DEADLY STRONG BREW» ZU DEN URSPRÜNGEN DES KAFFEES ZURÜCK. INTERVIEW MIT MIKE FEURSTEIN VON SWENJA WILLMS

U

nübersehbar prangt der Totenkopf auf der schwarzen VerAber mir war immer klar, dass DEAD OR ALIVE COFFEE das Zeug packung der hauseigenen Kaffeebohnenmischung von zum Super-Stoff hat. Das hat mich durchhalten lassen. Und ein paar DEAD OR ALIVE. Der Name ist hier Programm. Der Tassen von meinem Kaffee. Kaffee, der seinen Ursprung vor rund einem Jahr in einer kleinen Rösterei in Dornbirn erfuhr, verspricht einen natürlichen Was waren die Beweggründe, um das Unternehmen zu gründen? Energiekick für Hartgesottene, aber auch Genuss für Koffeinliebhaber. Grundsätzlich kann ich mir ein Leben ohne Kaffee nicht vorstellen. Erfinder und Gründer Mike Feurstein widmet Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen, als noch ausseit einiger Zeit dem schwarzen Stoff seine «NICHT DIE MENGE, SONDERN nahmslos jeden Morgen Kaffee getrunken wurde, ganze Aufmerksamkeit. das hat einfach zum Frühstück dazugehört. Jetzt DIE DOSIS MACHT’S.» befinden wir uns gerade in der dritten Welle «ZürichRUNDSCHAU»: Vor rund einem Jahr wurde das Start-up der Kaffeetrends: Wir werden gef lutet von Designer-­K affees und von DEAD OR ALIVE COFFEE gegründet. Wie fassen Sie rückblickend Geschmacksnoten wie Brombeere oder Grapefruit. Diese neuen Nuancen das letzte Jahr zusammen? mischen zwar auch in der Kaffeelandschaft mit, aber für mich war es Mike Feurstein: Es war eine superschnelle Berg-und-Tal-Fahrt. Wir sind wichtig, einen Kaffee zu produzieren, der nach ursprünglichem Kaffee völlig enthusiastisch in das Projekt eingestiegen und wollten einfach den schmeckt und gleichzeitig die Funktion des Wachmachers erfüllt. Und besten und stärksten Kaffee produzieren. Dass der DEAD OR ALIVE dann habe ich an den idealen Bohnen und der optimalen Röstung dazu COFFEE so einschlagen würde, hat uns selbst überrascht, und wir sind gefeilt. Das Produkt musste so einfach sein wie genial und sich mögzum Teil an unsere logistischen Grenzen gestossen. Viele Arbeitstage lichst breit einsetzen lassen: Guter Geschmack trifft auf Adrenalinkick. zogen sich in den Morgen und waren mit viel Improvisation verbunden. DEAD OR ALIVE COFFEE war geboren.

Die Mischung aus Arabica- und Robusto-Bohnen sorgt für intensiven Geschmack und den Energiekick.

FRÜHLING : : 2019


Eignet sich Ihr hochgradig starker Kaffee mit 440 Milligramm Koffein pro Tasse denn für die breite Masse? Dazu muss man über die Grundfunktion von Kaffee nachdenken. Alkohol, Tabak und Kaffee waren starke Treiber der industriellen Revolution. Kaffee war speziell dafür zuständig, dass er das Hirn pusht, uns schnell denken lässt und wach macht. Das ist in der heutigen Zeit immer noch fundamental. Also ja, DEAD OR ALVE COFFEE ist für jeden da, der einen Kick nötig hat und wach bleiben will. Er hilft einem über die sogenannten «Fuck you moments» hinweg. Momente, in denen es einfach nicht vorangeht und Konzentration benötigt wird. Mehrere Wochen wurde an der Rezeptur herumgetüftelt. Was war Ihnen bei der Zubereitung des Kaffees wichtig? Zwei Dinge waren mir wichtig: guter Geschmack und der richtige Kick. Geschmacklich bewegt sich der Kaffee in einer neutralen, leicht süsslichen Richtung mit einer schokoladig-nussigen Note. Da knüpfen wir an Eigenschaften an, die Kaffee schon immer hatte. Der zweite Punkt betrifft das Koffein. Hier verhält es sich wie bei der Medizin: Nicht die Menge, sondern die Dosis ist dafür zuständig, ob es einem gut- oder nicht guttut. Unterschiedliche Bohnen haben unterschiedliches Koffein. Das Koffein wird aus dem Rohstoff gewonnen, also aus den Bohnen und nicht aus dem Rösten, wie es einige glauben. Mit unserer Rezeptur und den unterschiedlichen Bohnen haben wir einen Kaffee kreiert, der einen Energiekick liefert, aber nicht zittrig macht. Von wo kommen die verschiedenen Kaffeebohnen? Wir verwenden eine harmonische Mischung aus Arabica- und Robusto-­ Bohnen. Zum einen haben wir unseren Geschmacksträger, eine Cup-ofExcellence-Bohne aus Santa Domingo in der Karibik. Die zweite Bohne kommt aus Indien, diese ist zuständig für die Konsistenz und die Crema. Für den richtigen Koffeinschub sorgt die dritte Bohne aus Kamerun in Afrika. Diese Mischung aus den drei Bohnen ergibt die bislang einzige Kaffeesorte in Ihrem Sortiment. Wird das Angebot noch ausgebaut? Generell möchten wir bei unserem Grundprodukt «deadly strong» bleiben. Wir haben jedoch bereits für Gastronomen die Mischung «deadly delici-

Für den Gründer von DEAD OR ALIVE COFFEE, Mike Feurstein, ist Kaffee mehr als nur ein Frühstücksgetränk.

ous» im Angebot. Im Gastronomiebereich ist unser Kaffee sehr erwünscht, nur ist der hoher Koffeingehalt nicht ganz im Sinne des Gewerbes. Gäste, die früher fünf Tassen getrunken haben, trinken plötzlich nur noch eine. Deshalb bieten wir diese abgeschwächte Variante an, die aber momentan ausschliesslich für das Gastrogewerbe verfügbar ist. Wir arbeiten derzeit auch an fassgelagerten Kaffees, die sich durch eine ganz besondere Note auszeichnen. Beispielsweise reifen einige Kilo Kaffeebohnen momentan in einem leeren Jack-Daniels-Fass. Dieser «Whiskey Coffee» ist für ganz besondere Stunden und Momente gedacht, ähnlich wie ein guter Cognac nach dem Essen. Wir sind der Meinung, dass Kaffee nicht nur als Frühstücksgetränk akzeptiert werden muss, sondern durch den ganzen Tag hindurch getrunken werden kann. Die erste Kostprobe des «Whiskey Coffee» werden wir an der Messe «Man’s World» in Zürich präsentieren und damit hoffentlich auch den Schweizer Markt begeistern. Obwohl DEAD OR ALIVE COFFEE in der Schweiz gegründet wurde, stammt Ihre grösste Kundengruppe und Ihr Retail-Netz hauptsächlich aus Österreich. Wieso wird der Schweizer Markt erst in einem zweiten Schritt ins Auge gefasst? Das Unternehmen ist im schweizerischen Diepoldsau beheimatet. Die Rösterei befindet sich aber in Dornbirn, das ist im angrenzenden Vorarlberg. Meine Wurzeln habe ich in Vorarlberg und ein umfangreiches Netzwerk obendrein, daher brachten wir unseren Kaffee erstmals in Österreich in Umlauf. Zusätzlich erhielten wir aus Wien unheimlich grossen Kundenzuspruch, wodurch wir lokale Wiederverkäufer für uns gewinnen konnten. Nun möchten wir als nächsten Hauptkonsummarkt gerne die Schweiz einbinden. Der süddeutsche Markt wäre dann als Nächstes angedacht. Da ich durch meinen Zweitwohnsitz in den USA auch einen persönlichen Bezug zu Florida habe, öffnen wir unsere Türen voraussichtlich auch in naher Zukunft über dem Atlantik. Sind Sie zuversichtlich, dass Ihr Kaffee auch im Ausland Anklang findet? Ich glaube, dass das Ausland, vor allem Amerika und der angelsächsische Bereich, einen hoch interessanten Markt darstellt. Da wir bereits in Europa stetiges Wachstum verzeichnen, zweifeln wir auch nicht daran, die Coffee Junkies in den USA überzeugen zu können. Bevor wir dort an die Startlinie gehen, gibt es aber noch einiges zu tun.

DEAD OR ALIVE UNLIMITED AG Werkstrasse 10 CH-9444 Diepoldsau Telefon +41 (0) 71 737 61 52 office@deadoralivecoffee.com Bohnen aus Indien, Afrika und der Karibik lagern in der Rösterei.

: : WWW.DEADORALIVECOFFEE.COM : :

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KULINARIK BEST OF SWISS GASTRO

SONNE AUF DEM TELLER IN ZÜRICH GEHT ES FRISCH UND FREI IN DEN FRÜHLING MIT SAISONALEN KRÄUTERN UND FRISCHEN ZUTATEN. WER DIE HEISSEN TAGE UND DIE SÜDLÄNDISCHE LEBENSLUST IM URLAUB KAUM ERWARTEN KANN, FÄHRT SOZUSAGEN OHNE STAU INS TESSIN ODER ERLEBT ECHTE ITALIANITÀ IN EINER BOTTEGA ODER FOCACCERIA IN DER LIMMATSTADT UND UMGEBUNG. VON MANUEL GAMMA

FOCACCERIA BUON GUSTO, 8400 WINTERTHUR Angeblich führen alle Wege nach Rom. Offenbar führt aber zumindest einer auch nach Winterthur. Und dieser lohnt sich definitiv. In der Focacceria Buon Gusto gibt es Hausspezialitäten, die auch an der Via Appia für neidische Blicke der Konkurrenz sorgen würden. Der Café all᾽Italiana stammt beispielsweise von einer Original-Faema-E63 Kaffeemaschine von 1970. Ein weiteres Highlight ist der angebotene Erlebnis-­ Apéro mit verschiedenen Taglieri – zugeschnitten auf einer Berkel-­ Aufschnittmaschine von 1930. Und das alles in einem freundschaftlichen und unkomplizierten Ambiente. : : BOSG.CH/FOCACCERIA : :

HERBS, 8002 ZÜRICH Der Name ist Programm: Im Herbs werden frische und saisonale Kräuter neu interpretiert. Sie veredeln die hausgemachten Pastagerichte, die definitiv zu den Besten gehören, die es in der Limmatstadt zu geniessen gibt. Zudem kann der Gast seine eigene Kreativität ausleben und mitbestimmen, welche Pastakreationen hier den Weg auf die Teller finden. Genossen werden darf auch im Büro oder zu Hause, denn eine Auswahl der Gerichte bietet das Herbs auch als Take away an. Und falls der Hunger früher zuschlägt: Schon morgens serviert die Pasta Bar ein auserlesenes Frühstücks-Buffet. : : BOSG.CH/HERBS : :

AURORA, 8001 ZÜRICH Eine privilegierte Lage direkt an der Bahnhofstrasse mit freiem Blick vom ersten Stock auf das rege Leben da unten, das ist das AURORA, einer der Hotspots der Limmatstadt. In dieser optisch glanzvollen Feinschmecker­ oase erwarten den Gast ein stilsicheres Restaurant, eine freakige Bar und die berühmte Terrasse auf der Bahnhofstrasse. Kulinarisch ist alles von höchster Qualität – und mit exzellenten, frischen Zutaten gemacht. : : BOSG.CH/AURORA : :

LA BOTTEGA DI MARIO, 8001 ZÜRICH Böse Zungen behaupten, dass in der Bottega di Mario auch die hartgesotten­ sten Banker von der Zürcher Bahnhofstrasse das Teilen lernen. Im Herzen von Zürich scheint jetzt nämlich täglich die Tessiner Sonne. Die auserlesensten Spezialitäten und Produkte aus dem Sonnenkanton werden hier an der originalgetreuen Metzgerstheke für die Gäste aufbereitet. Leidenschaft, Erfahrung und Liebe zur Salumeria-Kultur zelebriert La Bottega di Mario auf höchstem Niveau. Und dazu gehört in dem südländischen Ambiente eben auch die Herzlichkeit und Lust am Zusammensein und Teilen. : : BOSG.CH/BOTTEGA : :

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VORSCHAU & IMPRESSUM

VORSCHAU DIE NÄCHSTE AUSGABE ERSCHEINT IM MAI 2019 ZÜRICH LAKE SIDE – BLICK AUF DAS WASSER SOMMER-LIFESTYLE IM HERZEN DER STADT UND UMS UNTERE SEEBECKEN

Herausgeber rundschauMEDIEN AG St. Jakob-Strasse 84 CH-4132 Muttenz / Basel Telefon +41 (0) 61 335 60 80 Fax +41 (0) 61 335 60 88 info@rundschaumedien.ch www.rundschaumedien.ch Verleger Francesco J. Ciringione Mitglied der Geschäftsleitung Hasan Dursun Boris Jaeggi Projektleitung Salvatore D’Alessandro s.dalessandro@rundschaumedien.ch Chefredaktion Mark Seeholzer m.seeholzer@rundschaumedien.ch Redaktion Georg Lutz g.lutz@rundschaumedien.ch Freya Mohr f.mohr@rundschaumedien.ch Swenja Willms s.willms@rundschaumedien.ch

Leitung Produktion & Grafik Ladina Cantieni l.cantieni@rundschaumedien.ch Korrektorat / Lektorat Brigitte Battaglia Aboservice info@rundschaumedien.ch Autoren Beatrice Alborghetti-Tschumi Hartmuth Attenhofer Urs R. Bärtschi Katja von Bergen Lars-O. Böckmann Raho Bornhorst Andreas Breschan Hans Egli Salih Esgün Daniel Feierabend Mike Feurstein Tobias Franzke Manuel Gamma Lynn Geisinger Dr. Philipp Gerber Franz Grüter Lone K. Halvorsen Beat Hürlimann SBB Immobilien Izabela Karanfiloska Rita Kunsanthia-Tu

FRÜHLING : : 2019

Paul Monn Fabrice Müller Andreas Oetiker Manuela Olgiati Astrid Pfenniger Jean D. Placy Dr. Med. Aristeidis Psychias Dr. Christian Rahn Carmen Schiltknecht Claudia Spalinger Carmen Spielmann Jürg Stuker Philipp Suter Marcel Theiler Marco Tornarolli M. Sc. Johannes Ucan Dr. Martina Vogel Manuel Winiger Yvan Zimmermann Bilder A & O Concepts AG, Augen Glattzentrum AG, Beat Hürlimann, Best Of Swiss Gastro, Bel Intérieur Innendekorationen und Innenausbau GmbH, Business Broker AG, Business Transaction AG, Collin Suiting, David Gym AG, Dead Or Alive Unlimited AG, DillySocks, FBM Home of Entertainment, Glencheck & Paisley,

Hörmann Schweiz AG, Hadodo Textilpflege & Schneiderei, Hotelbooker.ch GmbH, Jucan Tailor-Made, KA / NOA, Man’s World, Männerpflanze, Mattli Antoniushaus, Migros-Genossenschafts-Bund, Mootes, Nicole Stieger, Risch Shoes, Smart Business Day, SBB AG, SBS Swiss Business School, Selfnation, Silvedes AG, Shutterstock, STS Schweizerische Treuhänder Schule, Suter & Co. Personal Tailors, Syntax, Thatsuits GmbH, The Sartorialist, Zweifel Gartenbau AG Bei allen übrigen Bildern liegen die Bild­rechte bei den jeweiligen Inserenten. Jahresabo Vier Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 6.– info@rundschaumedien.ch ISSN 1662-1263 Wiedergabe von Artikeln und Bildern, auszugsweise oder in Ausschnitten, erfolgt nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird von der Redaktion und dem Verlag jede Haftung abgelehnt.


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Geschäftsführer Zürich 01/2019  

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