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AUSGABE 2016

FAHNEN UND FLAGGEN MITTELS IT-OUTSOURCING DIE KOSTEN SENKEN BEHUTSAME SANIERUNG, STILVOLLE ERWEITERUNG ENERGIE | IT | AUS- UND WEITERBILDUNG | FAHNEN UND FLAGGEN | WASSERWIRTSCHAFT


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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, ENERGIE-HANDEL … EINE GUILDE FÜR SICH … Seit Jahren wird nur über die Börse von New York, Tokyo, London und Zürich gesprochen. Aktien und Warenterminhändler sind immer im Fokus der Medien. Welch ein Stress mit Short-, Medium- oder Long-Term Anlagen. Auch Short-Verkäufe, Butterfly-Spread’s, Ratio’s-Absicherungen sind immer TagesThema. Banker, Börsianer und Broker stehen im Rampenlicht, bis vor einigen Monaten. Nach dem Absturz der börsenrelevanten Indizes, spricht keiner mehr über die nostalgischen Tage an der Börse «à la criée». Warum nur? alles ist vergänglich! Wurde Ihnen verehrte Leserschaft eigentlich einmal bewusst, dass der Strom, welcher zu Ihnen fliesst, auch an einer Börse gehandelt wird; wussten Sie, dass EnergieHändler weltweit mehr Kapazität umsetzen, als mancher Anlageberater Ihrer Hausbank. Der tägliche Wechsel der Strommarktpreise ist so schnelllebig und starken Fluktuationen ausgesetzt, welche den Börsenhändlern ebenbürtig sind, wenn nicht schon überlegen. Strom wird nicht nur produziert. Strom und erneuerbare Energien sind weltweit mit so vielen Transaktionen rund um den Globus an den Strombörsen jeden Tag gehandelt, somit für jeden käuflich und sollten dadurch auch bei Stromengpässen vorhanden und lieferbar sein.

«ENERGIE-HÄNDLER SIND DIE PARTNER IHRER STECKDOSE» Die Lieferung in Ihr Stromnetz, auf Ihr Dach oder Ihren Keller wird immer durch das momentane Gefühl eines Händler entschieden, damit Ihre Versorgung in geruhsamer Weise bewerkstelligt werden kann. Denken Sie bei Ihrer nächsten Stromrechnung an den Energie-Handel; denken Sie nicht an Ihren Anlageberater oder Börsen-Markler. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Lesespass und alles Gute

Herzlichst Ihr Roland Baer und Team

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INHALT

EDITORIAL1 GEBÄUDETECHNIK

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Energetisch über den Zaun hinaus denken

6

Behutsame Sanierung, stilvolle Erweiterung

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ENERGIE

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Strom und Wärme von der Glarner Sonne

14

Potenziale nutzen

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Gut verbrannt heisst sauber verbrannt

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KERNENERGIE 24 Forschen zwischen Vergangenheit und Zukunft

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WASSERWIRTSCHAFT 26

20

Optimale Sicherheit für den Anwender

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PUBLIREPORTAGE 30 Alteco feiert 20-jähriges Bestehen

IT-OUTSOURCING Mittels IT-Outsourcing die Kosten senken

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IT-SICHERHEIT 36 Hilfe – meine Daten sind verschlüsselt

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IT-MANAGEMENT 38 IEC 30134: Die Rettung für den PUE-Faktor? 38


INHALT

GREEN-IT 42 Mit KYOCERA Print Green die CO2 -Bilanz verbessern

FAHNEN UND FLAGGEN

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Keller Fahnen AG

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Fahnen und Flaggen hergestellt im St.Galler Rheintal

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Ihr Fahnenmacher

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AUS- UND WEITERBILDUNG

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Sparen Sie sich die Faxen!

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Unterrichten und Lernen definieren sich neu

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Gerüstet für die Energie-Herausforderung

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SEMINARHOTELS 54 Alles neu bei Swiss Sales

54

Ihr Treffpunkt ganz oben am Zürichsee

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VORSCHAU56

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GEBÄUDETECHNIK

ENERGETISCH ÜBER DEN ZAUN HINAUS DENKEN Dezentrale Energiesysteme für Areale und Quartiere sind aktuell eines der hot topics unter Fachleuten der Gebäudebranche. Das Thema zog sich am 8. und 9. September in Zürich wie ein roter Faden durch das Status-Seminar des brenet-Kompetenznetzwerks für Gebäudetechnik und Erneuerbare Energien. Fachreferate und Posterpräsentationen beleuchteten das Innovationspotenzial dezentraler Energiesysteme, thematisierten aber auch die Grenzen etwa bei der energetischen Eigenversorgung. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

D

as Nationale Kompetenznetzwerk im Bereich Gebäudetechnik und Erneuerbare Energien (brenet) ist der Zusammenschluss von 14 Schweizer Forschungsinstituten, die sich der Förderung des nachhaltigen Bauens verschrieben haben. Das diesjährige brenet-StatusSeminar an der ETH Zürich begann am

8. September mit einer Reverenz an die bevorstehende Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels. Michele Arnaboldi, Architekturprofessor an der Universität der italienischen Schweiz, sprach im Eröffnungsreferat über die städtebauliche Entwicklung entlang der Neat-Strecke zwischen Biasca und Chiasso. Die neue

Transitachse verkürzt die Reisezeiten und stellt das Tessin durch die erleichterte Erreichbarkeit vor neue Herausforderungen. Nach der Einschätzung Arnaboldis wachsen die die Täler südlich der Alpen mehr und mehr zu einem städtischen Raum – der «Città Ticino» – zusammen. Aus den Worten des Architekten sprach die

Erlenmatt West in Basel ist eines der ersten zertifizierten 2000-Watt-Areale in der Schweiz. Um die entsprechende Zertifizierung zu erhalten, müssen über das Areal hinweg quantitative Kriterien (wie Primärenergieverbrauch und Treibhausemissionen) und qualitative Kriterien (wie z.B. hohe PV-Produktion vor Ort oder Förderung des Langsamverkehrs) erfüllt werden.

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GEBÄUDETECHNIK Sorge, ob das Tessin diese Entwicklung raumplanerisch in geordnete Bahnen lenken kann. Beispielhaft zeigte er Lösungsvorschläge zum Erhalt von Grünflächen auf. Das Tessin sei nicht zur Zersiedlung verdammt, meinte Arnaboldi: «1000 Industriegebäude stehen im Tessin leer, hier besteht ein erhebliches Potenzial für verdichtetes Bauen.»

GEBÄUDEPARK VOR EINER JAHRHUNDERTAUFGABE Das Jahrhundertprojekt Neat war dann der Bezugspunkt, mit dem Prof. Gerhard Zweifel, Präsident des brenet-Forschungsnetzwerks und Gebäudeexperte der Hochschule Luzern, auf das übergeordnete Thema des zweitägigen brenet-Seminars hinführte. Das Ziel eines nachhaltigen Schweizer Gebäudeparks, wie ihn der Bundesrat in seiner Energiestrategie 2050 postuliert, sei «auch ein Jahrhundertprojekt», betonte Zweifel. Tatsächlich muss der Gebäudebereich einen wesentlichen Beitrag beisteuern, soll die ambitionierte Zielsetzung der Energiestrategie in Erfüllung gehen. Gebäude sind für 42 % des Schweizer Gesamtenergiebedarfs verantwortlich. Die

CO2-Emissionen des Gebäudeparks sollen bis 2035 um einen Faktor 3 gegenüber dem Jahr 2000 vermindert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Energieforschung technische Grundlagen und Handlungsempfehlungen erarbeiten. Genau in diese Richtung arbeitet der Forschungsverbund SCCER Future Energy Efficient Buildings & Districts, an dem Empa, Universität Genf, ETH Zürich und Lausanne, Hochschule Luzern und Fachhochschule Nordwestschweiz beteiligt sind. Geleitet wird der Verbund von Dr. Peter Richner, stellvertretender Direktor der

Empa. Ein Arbeitsschwerpunkt der nächsten vier Jahre wird laut Richner bei dezentralen Energienetzen liegen. Ein zweiter Fokus betreffe die Frage, warum die realen Energieverbrauchswerte bei Gebäuden oft erheblich vom Plansoll abweichen. «Im Zentrum der nächsten vier Jahre unserer Forschung steht der performance gap, seine Ursachen ebenso wie mögliche Gegenstrategien», sagte Richner in Zürich.

NACHHALTIGKEIT FÜR GANZE AREALE Energieverbrauchswerte, die nur auf dem Papier eingehalten werden, soviel versteht sich von selbst, bringen die Schweiz

FORSCHEN FÜR EINEN NACHHALTIGEN GEBÄUDEPARK Die Abkürzung brenet (Building and Renewable Energies Network of Technology) steht für das schweizweite Kompetenznetzwerk zu den Themen nachhaltiges Bauen, Quartierentwicklung, Gebäudetechnik und Erneuerbare Energien. Brenet versteht sich als Expertenverbund, der Interessierten aus Industrie, Gewerbe, Planung und Behörden als Partner zur Verfügung steht. Das brenet-Netzwerk wurde 2001 gegründet. Unter den 14 Mitgliedsorganisationen sind Institute von Schweizer Fachhochschulen, daneben die Empa und das Ökozentrum Langenbruck. Das brenet-Status-Seminar findet alle zwei Jahre statt. BV

Zum Hunziker-Areal in Zürich-Leutschenbach gehören 13 Häuser, die seit Mitte 2015 bezogen wurden. Die rund 1300 Bewohnerinnen und Bewohner erfüllen bereits heute bezüglich Gebäudeinfrastruktur und Mobilität die sehr ambitionierten Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft.

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GEBÄUDETECHNIK

Jad Khoury (Universität Genf) hat mit Forscherkollegen die Er­neuerung

Wärmeverbrauch für Heizung in den 13 Häusern des Hunziker-Areals, das

von zehn Wohnblocks mit 1100 Wohnungen in Genf untersucht. Dabei

mit dem Label 2000-Watt-Areal zertifiziert ist: Die Häuser, die mit Komfort-

stiessen die Forscher auf einen performance gap: Gemäss der

lüftung und zugehöriger Wärmerückgewinnung ausgestattet sind (A, B, F, I),

Untersuchung konnten nur 42 % des (nach SIA-Standards) theoretisch

übersteigen beim Heizwärmeverbrauch die Planungswerte (Qh effektiv)

möglichen Einsparpotentials für Raumheizung tatsächlich auch

um mindestens das Doppelte. Die Ursache dieses performance gap wollen

realisiert werden.

die Forscher der Lemon Consult AG mit weiteren Untersuchungen klären.

dem Ziel eines nachhaltigen Gebäudeparks nicht näher. Gefragt sind verbindliche Zielmarken in der Planung, die dann im Betrieb nachweislich erreicht und nach Möglichkeit schrittweise optimiert werden. Dazu gibt es seit vier Jahren das Label «2000-Watt-Areal». Die in den frühen 1990er Jahren an der ETH Zürich entwickelte Vision einer 2000-Watt-Gesellschaft orientiert sich am Ziel, den Energieverbrauch pro Person von 6300 Watt (resp. 8.7 t CO2 im Jahr 2005) auf 3500 Watt (resp. 2 t CO2 im Jahr 2050) und auf 2000 Watt (resp. 1 t CO2 als Langfristziele bis ins Jahr 2100) zu reduzieren. Diese Ziele wurden im «2000­­Watt-Areal» für die Planer /Architekten und Betreiber auf Planungsziele – zusammengesetzt aus den beinflussbaren Faktoren Erstellung (graue Energie), Betrieb (Betriebsenergie) und standortinduzierte Mobilität (Mobilitätsenergie) – pro Quadratmeter Energiebezugsfläche umgerechnet.

Die Grafik zeigt, dass das Zwischenziel der 2000-Watt-Gesellschaft von 3500 Watt / Person (entspricht umgerechnet für das Hunziker-Areal einem Jahresverbrauch für Erstellung, Betrieb und gebäudeinduzierter Mobilität von 743 MJ pro Quadratmeter Energiebezugsfläche – siehe rote Markierung) im Hunziker-Areal in Zürich bereits heute stark (nämlich um 49 %) unterschritten wird. Das bedeutet, dass die Bewohner des Areals bereits heute bezüglich Gebäudeinfrastruktur und Mobilität die sehr ambitionierten Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft erfüllen.

Mit dem Label werden Areale zertifiziert, die einen gewissen Energieverbrauch und gewisse Treibhausgasemissionen unterschreiten sowie eine Vielzahl von quali­ tativen Kriterien aus den Bereichen Management, Kommunikation / Kooperation, Ver- und Entsorgung, Gebäude und Mobilität erfüllen. Einer der grossen Vorzüge des Labels, sagt Daniel Kellenberger vom Zürcher Beratungsbüro Intep, sei dessen Flexibilität: «Architekten finden das «2000 WattAreal»-Label sehr interessant, da es wenig Vorgaben enthält und damit viel Freiheit in der Umsetzung gibt. Weil sich das Label auf ein ganzes Areal und die verschiedenen Planungsbereiche Erstellung, Betrieb und standortinduzierte Mobilität bezieht, kann

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das Gesamtziel erreicht werden, indem für die einzelnen Gebäude und Bereiche jeweils die optimalen Massnahmen ergriffen werden.» Mit dem «2000-Watt-Areal»-Label wird die Infrastruktur für ein 2000-Wattkompatibles Leben bereitgestellt.

2000 WATT-GESELLSCHAFT IST IN GRIFFWEITE Das Label bildet nicht nur ambitionierte Planungswerte ab, sondern fordert auch den Tatbeweis im Betrieb. Unterdessen haben die ersten Areale mit «2000 WattAreal»-Zertifikat den Betrieb aufgenommen. Eines ist das Hunziker-Areal in­Zürich-Leutschenbach mit 13 Häusern und 400 Gewerbe- und Wohneinheiten. Seit Juni 2015 leben und arbeiten hier 1300 Menschen. Gemeinschaftliche Wohnformen und gelebte Nachhaltigkeit sind Programm. Das Bundesamt für Energie hat das Hunziker Areal wegen seinen ambitionierten Energiezielen als Leuchtturmprojekt ausgewählt.

Gut ein Jahr nach dem Bezug liegen die ersten Resultate vor, welche zeigen, in wie weit die Vorgaben des «2000-Watt-ArealLabels» tatsächlich eingehalten werden. Die Betriebswerte sind mit einem detaillierten Messkonzept erhoben worden. Die Freizeitmobilität wurde – entgegen den Anforderungen des Labels – ebenfalls in die Betrachtung mit einbezogen. «Unsere vorläufigen Messwerte und Umfrageergebnisse zeigen, dass die Bewohner des Hunziker-Areals bei Erstellung und Betrieb der Gebäude sowie der Mobilität (Freizeitmobilität und Alltagsmobilität) schon heute die Zielsetzungen der 2000 Watt-Gesellschaft erfüllen», resümiert Martin Mühlebach (Lemon Consult AG) das Hauptergebnis. Auf dem Areal wird nicht nur der Zielwert für das Jahr 2050 (3500 Watt / ­ Person) eingehalten, wie das «2000-WattAreal»-Label fordert, sondern sogar schon der Zielwert für das Jahr 2100 (2000 Watt / Person). Gleichwohl ist damit die Vorgabe


»Architekten finden das ‹2000 Watt-Areal›Label sehr interessant, da es wenig Vorgaben enthält und damit viel Freiheit in der Umsetzung gibt.» Daniel Kellenberger, Teamleiter Life Cycle Management / 2000-Watt-Gesellschaft der Intep – Integrale Planung GmbH (Zürich).

«1000 Industriegebäude stehen im Tessin leer, hier besteht ein erhebliches Potenzial für verdichtetes Bauen.» Michele Arnaboldi, Architekturprofessor an der Accademia di Architettura in Mendrisio, Teil der Das Areal Im Lenz in der Stadt Lenzburg wurde als 2000-Watt-Areal zertifiziert. Bis Ende 2016

Università della Svizzera italiana.

sollen landesweit bereits rund ein Dutzend Areale in unterschiedlichen Planungs- und Betriebsphasen nach diesem Nachhaltigkeits-Label zertifiziert sein.

der 2000-Watt-Gesellschaft noch nicht erreicht. Denn dafür müsste auch der Energieverbrauch für Lebensbereiche wie Konsum und Ernährung dieser Vorgabe genügen.

DEM PERFORMANCE GAP AUF DER SPUR Ebenso interessant wie das Hauptresultat sind einige Detailerkenntnisse, die Wissenschaftler im Zuge des Messprogramms ermittelt haben. Eine überraschende Erkenntnis betrifft die vier Häuser des Areals, die mit einer Komfortlüftung ausgerüstet sind. Bei ihnen liegt der Heizwärmeverbrauch markant (Faktor 2 und mehr) über den Planungswerten. Woher dieser performance gap rührt, muss die weitere Begleitforschung zeigen. Erfreulich tief – nämlich unter den Planungswerten – ist hingegen der Warmwasserverbrauch. Martin Mühlebach bemerkte im Zuge seines Referats, dass bei diesem kompakten Wohnungsbau die Photovoltaikfläche pro Wohnfläche sehr klein wird. Der Eigenverbrauchsanteil beim Strom liege deshalb je nach Bilanzgrenze bei 90 %. Die Rück­ speisung ins Netz werde folglich extrem klein. Batteriespeicher im städtischen Kontext sind für Mühlebach und seine

Mitautoren denn auch nur begrenzt sinnvoll. Bei anderen Experten stiess diese Bemerkung am brenet-Seminar teilweise auf Widerspruch. Die Argumentation mit der Eigenversorgung sei nicht zielführend, so der Einwand, das Areal müsse vielmehr als Teil des ganzen Energiesystems verstanden werden, das in der Lage ist, bei Bedarf überschüssigen Strom aus dem Gesamtnetz zwischenzuspeichern. Nur so liessen sich in Zukunft die periodisch schwankenden Produktionsmengen aus Solar- und Windkraftanlagen meistern. Damit war in Zürich eine der Grundsatzfragen auf dem Tisch, die gegenwärtig unter Fachleuten kontrovers diskutiert wird und viele Forscher umtreibt: Wie viel Eigenversorgung sollen dezentrale Energie­ systeme anstreben? Dazu gehört auch die Frage, welche Speichertechnologien eingesetzt werden sollen, um die Eigenversorgung innerhalb des Quartiers oder Areals bis zu einem gewünschten Grad zu ermöglichen.

GRENZEN DER EIGENVERSORGUNG Genau mit diesen Problemkreisen be­ fassen sich mehrere wissenschaftliche

«In Quartieren mit gemischter Nutzung be­ziehen die Konsumenten Energie zu unter­schiedlichen Zeiten, so ergänzen sich die Lasten tendenziell besser.» David Grosspietsch, Forscher der ETH Zürich.

«Im Zentrum der nächsten vier Jahre unserer Forschung steht der performance gap, seine Ursachen ebenso wie mögliche Gegenstrategien.» Dr. Peter Richner, Empa-Vizedirektor und Leiter des Schweizer Kompetenzzentrums für Energieforschung (SCCER) Future Energy Efficient Buildings & Districts.

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GEBÄUDETECHNIK Unter­suchungen, die am Status-Seminar vorgestellt wurden. Eine davon hat David Grosspietsch mit einem Team der ETH Zürich erarbeitet. Die Untersuchung beziffert die Kosten dezentraler Energie­ systeme über einen Lebenszyklus von 40 Jahren, die die Eigenversorgung eines Quartiers sicherstellen sollen. Die Forscher erstellten dafür die Simulation eines (fiktiven) Quartiers, das aus drei Einfamilienhäusern, drei Mehrfamilienhäusern und einem kleinen Bürohaus besteht. Ein Hauptergebnis der Untersuchung: Ein auf Eigenversorgung mit Strom und Wärme ausgelegtes Energiesystem für dieses Modellquartier ist – abhängig von den eingesetzten Energieumwandlungs- und Speichertechnologien – zwei- bis viermal teurer als eine heute gängige Energie­ versorgung. Autarkielösungen, so die Schlussfolgerung der Forscher, rechneten sich heute allenfalls als Nischenlösung für abgelegene Gebiete. Die ETH-Wissenschaftler konnten zudem zeigen, dass in heterogenen Quartieren ein hoher Selbstversorgungsgrad leichter zu erzielen ist: «In Quartieren mit gemischter Nutzung beziehen die Konsumenten Energie zu

unterschiedlichen Zeiten, so ergänzen sich die Lasten tendenziell besser», begründet David Grosspietsch.

FORSCHUNG UND DIALOG Vorträge und Poster-Präsentationen an der Zürcher Tagung beleuchteten Energiesysteme in Arealen und Quartieren aus verschiedenen Perspektiven. Daneben thematisierte des brenet-Status-Seminar eine breite Palette von Forschungsergebnissen zu Gebäudeerneuerungen, Energieeffizienz, Gebäudetechnik /-automation und Baustandards – alles wichtige Grundlagen zur künftigen Modernisierung des Schweizer Gebäudeparks. Das Fazit von Andreas Eckmanns, Gebäudeexperte beim Bundesamt für Energie, das die Tagung zusammen mit der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) finanziell unterstützt hat: «Neben den Forschungsthemen haben auch marktnahe Themen ihren Platz. Hierzu wurde insbesondere der performance gap breit diskutiert. Diese Mischung an strategischen und pra­ ktischen Themen macht nicht zuletzt das Alleinstellungsmerkmal des StatusSeminars aus.»

HINWEIS Informationen zum brenet-Status­ seminar 2016 und zum Kompetenznetzwerk brenet unter: www.brenet.ch Auskünfte zum Thema nachhaltiges Bauen von Seiten BFE erteilen: Andreas Eckmanns (andreas.eckmanns@bfe.admin.ch), Leiter des BFE-Forschungsbereichs Gebäude, Solarthermie und Wärmespeicher, sowie Rolf Moser (moser@enerconom.ch), Leiter des BFE-Forschungsprogramms Gebäude und Städte. Weitere Informationen zum Zertifikat «2000-Watt-Areal»: www.2000watt.ch/ fuer-areale/2000-watt-areale Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leucht­ turmprojekte im Bereich Gebäude und Städte finden Sie unter www.bfe.admin.ch/CT/gebaeude.

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GEBÄUDETECHNIK

BEHUTSAME SANIERUNG, STILVOLLE ERWEITERUNG Das Gymnasium Strandboden in Biel gilt als Zeitzeuge der«Solothurner Schule». Die klar strukturierte und anmutige Stahl- und Glaskonstruktion prägt die ganze Anlage, welche von 2013 bis 2016 erweitert und saniert wurde. Die Steiner AG als Totalunternehmerin garantierte für die korrekte und pünktliche Entwicklung und Umsetzung des Konzepts.

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er Bieler Architekt Max Schlup (1917–2013) gehörte zu den Hauptprotagonisten der so genannten «Solothurner Schule». Diese informelle Gruppe von Architekten, die ihre Büros zwischen 1945 und 1990 in und um Solothurn betrieben, sind bekannt für ihre ­reduzierte Architektursprache, die Vorliebe für Stahl- und Glaskonstruktionen

und die gestalterische Verwandtschaft zu Ludwig Mies van der Rohe, einem der wichtigsten Schöpfer der Architektur der ­Moderne. Neben dem modernistischen Kongresszentrum hat Max Schlup in Biel auch das Gymnasium Strandboden gebaut und somit das Gesicht der Stadt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt.

In Biel trennt das Geleisefeld des Bahnhofs das Stadtzentrum vom Seebecken, der rund 250 Meter breite Uferbereich ist grösstenteils eine locker bebaute und stark durchgrünte Parklandschaft, etwas abseits des urbanen Treibens. Vom Gymnasium mit dem passenden Namen Strandboden sind es tatsächlich nur ­wenige Schritte bis zum Seeufer. Der Schulhaus-

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GEBÄUDETECHNIK

komplex liegt an der Schüss, dem kleinen Fluss, der auf dem Weg zu seiner Mündung Biel in einem schnurgeraden Kanal durchquert. Das Gymnasium Strandboden entstand von 1976 bis 1980 auf der grünen Wiese. Architekt Max Schlup konzipierte die Anlage als drei unterirdisch verbundene Pavillons im Park; drei freistehende dreigeschossige Volumen stehen auf einem gemeinsamen Untergeschoss. Sie gruppieren sich auf der rechten Seite der Schüss locker um einen Pausenhof. Über eine Brücke ist die Sporthalle am gegenüberliegenden Flussufer erschlossen.

SCHÜTZENSWERTER ZEITZEUGE Mit der Kantonalisierung sind die Gymnasien von der Stadt Biel im Baurecht in das Liegenschaftsportfolio des Kantons Bern übergegangen. Durch eine Bestandesaufnahme wurden an der Schulanlage Strandboden verschiedene Mängel festgestellt. So wiesen die klimatisierten Klassentrakte mit ihren geschlossenen Fassaden und dem innen liegenden Sonnenschutz einen unverhältnismässig hohen Energieverbrauch auf. Die Haustechnikanlage und die Gebäudehülle erreichten das Ende

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ihrer Lebensdauer oder hatten sie bereits überschritten, Sicherheitsstandards waren nicht mehr gewährleistet. Aus diesem Grund wurden die bestehenden Schulbauten umfassend saniert und baulich angepasst. Zudem wurde die 27’414 m2 grosse Anlage durch einen Neubau auf der linken Seite der Schüss ergänzt. Dadurch liessen sich neben dem Gymnase français de Bienne die beiden vor sechs Jahren zum Seeland Gymnasium fusionierten Schulen «Deutsches Gym­ nasium» und «Gymnasium Linde» örtlich ­zusammenlegen. Der Erweiterungsbau, geplant von der Brügger Architekten AG aus Thun, ist ein Ingenieurholzbau mit drei Obergeschossen im Minergie-P ECO-Standard, in dem sich 25 modern ausgestattete Unterrichtsräume und Labors für die Naturwissenschaften befinden. In den zwei Untergeschossen sind eine Velohalle sowie die Haustechnik untergebracht. Der Erweiterungsbau bezieht sich in Stil und Anordnung auf die Anlage von Max Schlup. Die Sanierung der bestehenden Bauten gab Anlass zu angeregten Diskussionen. Zwar bestand Einigkeit, dass die Anlage

in ihrem bisherigen Erscheinungsbild erhalten bleiben soll, doch bei der Frage nach der Tiefe der Eingriffe und der Interpretation des«Erhaltens» gingen die Meinungen auseinander. Ist ein Gebäude, das auf den Rohbau reduziert und anschliessend neu aufgerüstet wird, noch ein «Original»? Der Berner Heimatschutz, Regionalgruppe Biel-Seeland und ein Komitee«Rettet den Gymer Strandbode» kämpften für einen behutsameren Umgang mit dem Komplex. Es wurde ein Rekurs eingelegt, den das zuständige Regierungsstatthalteramt Biel jedoch abwies. Doch die Verantwortlichen waren sensibilisiert; das Bewusstsein, Hand an einen wichtigen Bauzeugen zu legen, begleitete die ganze Umsetzung des Projektes, das Raum für 1200 Gymnasias­ tinnen und Gymnasiasten bietet. Für die Sanierung der bestehenden Schulbauten wurde ein Architekturwettbewerb durchgeführt, den Maier Hess Architekten aus Zürich gewonnen haben. Maier Hess Architekten zeichneten für die Gestaltung des Fassadenkonzepts, die Erstellung der TU-Submissionsunterlagen des Architekturteils sowie für die gestalterische Leitung während der Ausführung verantwortlich.


GEBÄUDETECHNIK

Mit der Ausführungsplanung wurden die Architekten Schwaar & Partner AG aus Bern betraut.

VIELSEITIGE ANFORDERUNGEN Der Bauablauf wurde in Etappen organisiert. Die Arbeiten begannen 2013 mit der Errichtung des Neubaus und ab Frühjahr 2014 mit der Sanierung der bestehenden Bauten. Insgesamt dauerten diese bis im Sommer 2016. Die Regie führte die Zürcher Totalunternehmung Steiner AG, die im Juni 2013 mit der Bauherrschaft einen TU-Werkvertrag abschloss. Steiner erhielt die Aufgabe, die drei bestehenden Schulbauten vollständig und die Sporthalle teilweise zu sanieren, den Erweiterungsbau zu realisieren und die Energieversorgung des gesamten Komplexes zu modernisieren. Die bestehenden Gebäude wurden bis auf das Stahlskelett zurückgebaut und anschliessend – soweit möglich – in das originale Erscheinungsbild zurückgeführt. Besondere Aufmerksamkeit benötigte dabei die Fassade, eine Neuentwicklung, die Steiner in enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Architekten um-

setzte. Die Stahlteile ersetzte man durch solche aus Aluminium. Die neu eingesetzten dreifach verglasten Fenster sind hinter einer Prallscheibe angeordnet. Sie lassen sich kippen und sind elektrisch steuerbar. Der Sonnenschutz, Rafflamellenstoren, wurde von der Innen- auf die Aussenseite verlegt. Die Lisenen, die ursprünglich 60 mm kürzer als die Brüstung und der Sturz waren, besitzen nun die gleiche Höhe wie die Abschlüsse. Auch sind sie nicht mehr durchgehend, sondern jeweils in zwei Elemente mit einer Fuge von 20 mm unterteilt. Auch die Befestigungstechnik der Lisenen wurde geändert: an Stelle einer neunfach verschraubten Befestigung mit Flacheisen und Fusspfetten sind durchgehende Aluminiumbleche mit Fräsungen zum Einsatz gekommen. Die Wärmeenergie für die gesamte Anlage wird künftig durch eine im Erweiterungsneubau installierte Holzfeuerung mit Gaskessel produziert. Konvektoren geben die Wärme an die Räumlichkeiten ab, wobei das Verteil- sowie das Wärmeabgabe­ system hierfür komplett erneuert wurden. Zur Klimatisierung trägt zudem die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlagen mit

Kältekreislaufverbundsystem bei. Dazu wurden Platten- und Rotationswärmetauscher eingebaut. Das Luftverteilsystem ist komplett neu in die abgehängten Decken integriert worden. Der Erweiterungsneubau trägt das Energielabel Minergie-P ECO, die sanierten Gebäudeteile streben die Zertifizierung Minergie Standard Neubau an. Nicht nur die Entwicklung und Realisierung des Projektes auf dem Strandboden waren eine Herausforderung, auch für den Bauablauf hatte der Totalunternehmer sein ganzes Können aufzubieten. So verdiente der Grundwasserspiegel beim unterkellerten Gebäudekomplex in Flussund Seenähe eine besondere Beachtung. Zudem musste während der Bautätigkeiten der ganze Schulbetrieb – teilweise in Provisorien – aufrechterhalten werden. Trotz diesen nicht alltäglichen Umständen konnte die Steiner AG dieses umfangreiche Projekt pünktlich und innerhalb des gesetzten Kostenrahmens umsetzen.

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ENERGIE

STROM UND WÄRME VON DER GLARNER SONNE Sonnenenergie lässt sich mit Kollektoren in Warmwasser und mit PV-Modulen in Strom verwandeln. Die Kombination der beiden Methoden in Hybridmodulen (PVT-Modulen) verspricht eine besonders hohe Energieausbeute. Trotz vielfacher Anstrengungen werden PVT-Module bisher erst für Spezialanwendungen genutzt. Ein Solardach in Näfels (GL) erprobt die PVT-Technologie nun in einem neuen Setting. Das Konzept eignet sich für Verbraucher mit einem grossen Warmwasserbedarf auch im Sommer. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Jürg Rohrer, Professor für Ecological Engineering an der ZHAW in Wädenswil, hinter den PVT-Solarmodulen auf dem Dach der Lintharena sgu in Näfels (GL). Im Hintergrund: PV-Module (von aussen sehen sie identisch aus).

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as Glarnerland ist ein Gebirgs­ kanton. Wer von Ziegelbrücke in Richtung Kantonshauptort Glarus fährt, wird auf beiden Talseiten von stolzen Bergkämmen begleitet. Zwar mag hier im Talboden die Sonne etwas später auf- und etwas früher untergehen. Dafür gibt es weniger Nebel als mancherorts im Schweizer Mittelland. So hat auch hier die Nutzung der Sonnenenergie ihre Chance. Der Verein Energieallianz Linth hat sich entschieden, diese Chance zu nutzen. Der Verein will die Eigenversorgung der Region mit erneuerbarer Energie erhöhen. Auf seine Initiative und mit finanzieller Unterstützung von BFE, Kanton Glarus, Service 7000, Meyer Burger, glarnerSach und Glarner Kantonalbank ging im März 2015 auf dem Dach der Lintharena – einem Sport-, Hotel- und Freizeitkomplex am Rande von Näfels – eine grosse Solaranlage in Betrieb. 880 Solarmodule mit einer Fläche von 1400 m2 und einer Spitzenleistung von  237 kWp erzeugen pro Jahr rund

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225’000 kWh Strom, genug, um den Strombedarf von 75 energieeffizienten Haushalten zu decken. Dies allein wäre allerdings noch nicht Grund genug, um aus der Anlage ein Pilot- und Demonstrationsprojekt des Bundesamts für Energie zu machen. Diese Auszeichnung erhielt die Anlage deshalb, weil sie mit einem neuartigen Solarkonzept neben Strom auch Warmwasser bereitstellt: Knapp ein Viertel der Module (178 Stück mit 285 m2 Fläche) sind nämlich hybride PVT-Module, die Strom und Warmwasser erzeugen. So liefert die Anlage bei einer thermischen Leistung von 160 kW im Jahr auch noch ca. 165’000 kWh Energie in Form von Warmwasser. Dieses wird in der Lintharena ganzjährig für Duschen, Hotellerie, Hallenbad und weitere Zwecke genutzt. Grundsätzlich hätte das gesamte Solardach mit PVTModulen bestückt werden können. Doch

sie wurden nur für eine Teilfläche herangezogen, um die Warmwasserproduktion auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen – und um die Mehrkosten durch die PVTKollektoren zu beschränken.

NEUES PVT-KONZEPT MIT GRUNDWASSERNUTZUNG An PVT-Modulen wird seit Jahrzehnten gearbeitet. Sie haben sich am Markt bisher nicht breit durchgesetzt, vor allem weil sie noch vor den Preissenkungen für PVModule und vorwiegend für die thermische Produktion entwickelt wurden, ohne die Stromproduktion gleichzeitig zu erhöhen (durch Modulkühlung). Erprobt ist der Einsatz von PVT-Modulen bisher in Systemen, die Solarwärme zur Regeneration von Erdwärmesonden-Feldern nutzen. Hier wird die Solarwärme über den Sommer in tieferen Erdschichten gespeichert, wo sie in den Wintermonaten dann mittels Wärmepumpe abgerufen wird (vgl. dazu das BFE-Leuchtturmprojekt im Reka-Feriendorf


Knapp ein Viertel des 1400 m2 grossen Solardachs auf der Lintharena sind PVT-Module, die Strom und Warmwasser erzeugen (auf der linken Bildseite das hintere Kollektorfeld).

DAS GEHEIMNIS DER OPTIMALEN STEUERUNG PVT-Module sind PV-Module, die auf der Rückseite mit einem Absorber bestückt sind. Dieser wird von einem Thermofluid durchströmt, der die Wärme aus dem Kollektor abführt. An einem heissen Sommernachmittag erreicht ein PV-Modul auf dem Dach der Lintharena sgu eine Temperatur von typischerweise 54 °C. Das PVT-Modul ist zur gleichen Zeit nur etwa 35 °C warm, weil ein Teil der Wärme durch das Thermofluid abgeführt wird. Diese Kühlung ist dafür verantwortlich, dass PVT-Module eine höhere Stromausbeute vorweisen als PV-Module, deren Leistung bei steigender Modultemperatur abnimmt. Der Ertrag der PVT-Module soll im Projekt in Zukunft noch verbessert werden. Auf der Lintharena in Näfels kommen unabgedeckte Hybridmodule der Firma Meyer Burger aus Schweizer Produktion zum Einsatz. Sie erzeugen Niedrigtemperaturwärme mit hohen Erträgen. Mit steigender Temperatur des produzierten Warmwassers nehmen die thermischen (und elektrischen) Erträge ab. Vor diesem Hintergrund wird in Näfels auf die direkte Nutzung für die Warmwasserproduktion verzichtet. Vielmehr wird die Wärme über einen Wärmetauscher zur Erwärmung von Grundwasser genutzt, das anschliessend in zwei Wärmepumpen zur Herstellung des Warmwassers für die Lintharena verwendet wird. So lassen sich hohe thermische Erträge erzielen. Das auf der Lintharena sgu verbaute Hybridmodul des Technologieunternehmens Meyer Burger aus Schweizer Produktion hat eine elektrische Nennleistung von 270 Wp und eine thermische Nennleistung von 900 W.

Blatten (VS), beschrieben im Fachartikel «Von der Sonne doppelt verwöhnt», verfügbar unter www.bfe.admin.ch/ct/solar). Das PVT-Projekt in Näfels geht einen neuen, in der Schweiz bisher einzigartigen Weg: Das von den Hybridkollektoren gewonnene Warmwasser wird nicht saisonal einge­lagert, sondern direkt für die Deckung des Warmwasserbedarfs der Lintharena genutzt (vgl. Textbox rechts). Die PVT-Anlage in Näfels ist somit für den unmittelbaren Verbrauch der Wärme konzipiert. Das System ist zugeschnitten auf Einrichtungen, die im Sommer einen nennenswerten Warmwasserbedarf haben. «Ich bin persönlich überzeugt, dass

Die PVT-Anlage verfügt über drei Kreisläufe: erstens den Thermofluid-Kreislauf der Solarkollektoren, zweitens den Grundwasserkreislauf der Wärmepumpen, und drittens den Warmwasserkreislauf. In den ersten Betriebsmonaten liefen die Wärmepumpen wie üblich bedarfsgesteuert: Sie gingen dann in Betrieb, wenn die Tanks des Warmwasserkreislaufs leer waren; damit wurde ein möglichst kontinuierlicher Betrieb der Wärmepumpen erreicht. Diese Betriebsart ist aus Sicht der PVT-Anlage suboptimal; die Betreiber der PVT-Anlage sind nämlich daran interessiert, dass möglichst viel Wärme aus den PVT-Kollektoren abtransportiert wird, was dann möglich ist, wenn der Zulauf im Thermofluid-Kreislauf möglichst kühl ist. Je höher die Zulauftemperatur des Thermofluid-Kreislauf ist, desto schlechter können die PVT-Module heruntergekühlt werden, was die Effizienz bei der Stromerzeugung vermindert. Um dies zu vermindern, muss die Wärmepumpe dann anspringen, wenn die Kollektoren viel Wärme erzeugen. «Wir wollen die Wärmepumpe in Betrieb nehmen, wenn das Wasser im Grund­ wasserspeicher einen Wert von 25 °C erreicht», skizziert Rohrer das neue Betriebskonzept, das im Zuge der auf fünf Jahre angelegten Mess- und Testperiode evaluiert werden soll. Der Spielraum für Korrekturen ist allerdings eingeschränkt. Das Grundwasser ist nämlich wärmer als bei der Planung der Anlage angenommen: 10 bis 12 °C statt 5 bis 13 °C. Davon profitieren zwar die Wärmepumpen, da die höhere Zulauftemperatur die in der Jahreszahl ausgedrückte Effizienz verbessert. Allerdings wird es damit schwieriger, die PVT-Module so zu kühlen, dass sie ihre Vorzüge bei der Stromproduktion voll ausspielen können. BV

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ENERGIE

Aufzeichnung des Verlaufes der thermischen und der elektrischen Leistung über einen Tag. Die Schwankungen der thermischen Leistung stammen von unterschiedlichen Vor-

Funktionsschema der Solaranlage auf dem Dach der Lintharena sgu: Der Strom aus den

lauftemperaturen, welche durch den Betrieb

PV-Modulen (Mitte oben) wird ins Netz eingespeist. Die PVT-Kollektoren (links oben) produzieren

der Wärmepumpen verursacht werden.

Strom und Wärme. Die Wärme gelangt über einen Wärmetauscher in den Grundwassertank und wird von dort zum Betrieb der Wärmepumpe genutzt. Anschliessend wird das Grundwasser über den Schluckbrunnen wieder dem Erdreich zugeführt.

Der Vergleich der DC-Leistungen zwischen einem PV- und einem PVT-Strang mit gleicher Anzahl Module und somit gleicher elektrischer Nennleistung zeigt im Tagesverlauf eines schönen Tages im August, wie sich die Kühlung der PVT-Module positiv auf die Leistung auswirkt. Der PVT-Strang hat an diesem Tag rund 10 % mehr elektrische Energie produziert als der PV-Strang.

Der Vergleich der Temperaturen im Tages­ verlauf eines schönen Tages im August zeigt, dass sich die PV-Module im Maximum bis auf knapp 60 °C aufheizen. Die PVT-Module hingegen erreichen aufgrund der Kühlung eine Maximaltemperatur von rund 35 °C.

PVT-Module für ausgewählte Anwendungen wie Sport- und Freizeitanlagen sowie Hotels oder in Verbindung mit Erd­ wärmesonden bei grösseren Mehrfamilienhäusern bzw. Gewerbebauten eine sinnvolle Lösung sind. Für Einfamilienhäuser entwickeln wir zusammen mit Meyer Burger derzeit eine Lösung als Alternative zu Luft-Wasser-Wärmepumpen. Wir haben

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das Glarner Projekt gezielt mit prominenter Beteiligung öffentlicher Akteure aus der Region realisiert, um nicht nur heimische Energie zu nutzen, sondern auch die Wertschöpfung in der Region zu halten», sagt Jürg Rohrer, Präsident der Energieallianz Linth und Professor für Ecological Engineering an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil.

BISHER RUND 5 % MEHR STROM DANK PVT Die Erfahrungen aus dem ersten Betriebsjahr haben Jürg Rohrer in seiner positiven Einschätzung der Hybridtechnologie bestärkt: «Die Installation der PVT-Kollektoren durch die Solarteure verlief problemlos und konnte durch die selbe Firma vorgenommen werden, die die PV-Module aufstellte. Die Hybridkollektoren sind technisch ausgereift und arbeiten tadellos. Die bisherigen Auswertungen bestätigen, dass PVTKollektoren dank der Kühlung durch das Thermofluid mehr Strom erzeugen als PV-Module. Nach bisherigen Messungen beträgt der Mehrertrag rund 5 %, was genau unserer Simulation für ein typisches Klima-Jahr entspricht. Mit einer Optimierung der Anlagensteuerung hoffen wir diesen Betrag noch um 3 bis 4 Prozentpunkte erhöhen zu können.» Der Mehr­ ertrag wirkt sich günstig auf die Wirtschaftlichkeit der PVT-Kollektoren aus. Die PVT-Module waren im Fall der Lintharena etwa doppelt so teuer wie die auf dem Dach ebenfalls verbauten PV-Module. Dank der Vorerwärmung des Grundwassers kann bei den Wärmepumpen zudem pro Jahr ca. 25’000 kWh Strom eingespart werden. Dieser Effekt ist bei der Demo-Anlage wesentlich grösser als der Mehrertrag der

PVT-Module durch Kühlung. Ob die PVTKollektoren den PV-Modulen auf lange Sicht in einer wirtschaftlichen Betrachtung ebenbürtig sind, soll die vom BFE unterstützte Messkampagne in den kommenden Jahren zeigen. Nach Auskunft von Jürg Rohrer gibt es gerade aus dem Kreis der Schweizer Gemeinden immer wieder Anfragen für die Nutzung der PVT-Technologie. So haben die Hybridtechnologie-Experten der ZHAW Wädenswil beispielsweise mehrere Projekte durchgerechnet, die PVT-Wärme für die Beheizung ihrer Freibäder vor und nach der Badesaison oder sogar im Winter nutzen wollten. Die Studien zeigten allerdings, dass die Wärmeproduktion für einen Ganzjahresbetrieb nicht ausreicht und die Verlängerung der Badesaison unbedingt durch eine nächtliche Abdeckung der Schwimmbecken ergänzt werden muss. Gemeinden bleiben für Jürg Rohrer eine wichtige Zielgruppe für die Kombination von PVTKollektoren und Grundwassernutzung: «Ob der Einsatz sinnvoll ist, muss die Prüfung des jeweiligen Einzelfalls zeigen.»

HINWEIS Weitere Auskünfte zu dem Projekt erteilt Dr. Stefan Oberholzer stefan.oberholzer@bfe.admin.ch, Bereichsleiter des BFE-Forschungs­ programms Photovoltaik. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Photovoltaik finden Sie unter: www.bfe.admin.ch/CT/PV.


ENERGIE

Schematische Darstellung der Funktionsweise von PVT-Kollektoren – hier dargestellt am Beispiel eines Der Wärmetauscher (blau) nimmt die

Einfamilienhauses. Dabei handelt es sich um die

Wärme aus dem Solar-Kreislauf auf und

Standard-Anwendung von PVT-Kollektoren nach

führt sie dem Grundwasser zu, das im

dem 2Sol-Konzept von Meyer Burger, nicht um das

Grundwassertank (braun) gespeichert ist.

Konzept der Lindtarena sgu.

BFE UNTERSTÜTZT PILOT-, DEMONSTRATIONSUND LEUCHTTURM-PROJEKTE Jürg Rohrer, Professor für Ecological Engineering an der ZHAW in Wädenswil, vor dem braun gestrichenen Grundwassertank, in dem das Grundwasser mit der Wärme aus den PVTKollektoren erwärmt wird, bevor das erwärmte Wasser den Wärmepumpen zugeführt wird.

Das innovative Solarkonzept auf dem Dach der Lintharena sgu in Näfels (GL) gehört zu den Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekten, mit denen das Bundesamt für Energie (BFE) die sparsame und rationelle Energieverwendung fördert und die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreibt. Das BFE fördert Pilot-, Demonstrationsund Leuchtturmprojekte mit 40% der anrechenbaren Kosten. Gesuche können jederzeit eingereicht werden. www.bfe.admin.ch/pilotdemonstration, www.bfe.admin.ch/leuchtturmprogramm

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ENERGIE

POTENZIALE NUTZEN WÄRMEPUMPEN MIT GASMOTOR

Die Technologie der Blockheizkraftwerke erlebt im Zeichen der Energiewende einen weiteren Bedeutungsgewinn. Im folgenden Beitrag beleuchten wir die Vorteile einer Gaswärmepumpe. von Franz R. Dürr

Im Mittelpunkt steht die Gaswärmepumpe TEDOM Polo 100 von AKSA.

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ENERGIE

D

ie Weichen in der Energiepolitik sind in der Schweiz und in Europa gestellt worden. Die gemeinsamen Umweltprinzipien und die daraus abgeleiteten Ziele sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden. Die geplante Reduktion von Treibhausgasen beträgt im Vergleich zum Jahr 1990 40 Prozent. Ein weiteres Ziel ist die Reduktion des Energiebedarfs um 27 Prozent gegenüber dem Jahr 2005. Die Grundlagen zur Erfüllung der ambitio­ nierten Ziele sind auf der einen Seite die Erhöhung der Wirkungsgrade der Energiequellen und der Verteilsysteme und auf der anderen Seite eine deutliche Reduktion des Energiebedarfs. Nicht nur mein Unternehmen erwartet eine Veränderung hin zu Brennstoffen mit geringerer Umweltbelastung und einer besseren Energiebilanz. Erneuerbare Energien wie Biogas werden ebenfalls eine grössere Rolle spielen. Die heutigen Förderungen von erneuerbaren Energien sind allerdings langfristig nicht gesichert. Eine wesen­ tliche Rolle im Brennstoffbereich, auch in den kommenden Jahren, spielt Erdgas, da es sich hierbei um eine der saubersten, leicht zugänglichen fossilen Brennstoffe handelt. Durch seine hohe Methanzahl, den umweltverträglichen Transport und eine ausgezeichnete Infrastruktur ist die Verfügbarkeit nahezu überall vorhanden. In Kombination mit der Kondensationstechnologie und der Kraft-Wärme-Kopplung nimmt Erdgas eine wichtige Position in der dezentralen Energieversorgung ein. Der Ausbau dezentraler Energielösungen, wie zum Beispiel der Speicherung, wird im Zeichen der Energiewende an Bedeutung gewinnen.

Dieses Thema ist jedoch mit der politischen Frage der Stabilität der Erdgaslieferungen verbunden. Ein grosser Teil der heutigen Erdgaslieferungen in Europa kommt aus Russland. Die russische Wirtschaft ist auf den Verkauf von Erdgas angewiesen und wird, trotz aller politischen Turbu­ lenzen, als wirtschaftlich zuverlässiger Lieferant auftreten. Mittelfristig wird die Europäische Union Erdgaslieferungen aber diversifizieren. Wir haben somit einen gut zugänglichen Brennstoff mit ausgezeichneten Parametern und sollten ihn daher möglichst effizient nutzen. Dies war die Grundidee für die Entstehung der Gaswärmepumpen, welche zusätzlich zu der Gasverbrennung auch die aus der Umgebung abgestrahlte Abwärme nutzten.

AUF DEM HÖCHSTEN STAND DER TECHNIK Durch zahlreiche Weiterentwicklungen und Innovationen wurden die Verbrennungsmotoren, welche mit gasförmigen Brennstoffen betrieben werden, auf den höchsten Stand der Technik gebracht. Die robusten stationären Motoren profitieren von den Neuentwicklungen in der Automobilindustrie und haben einen hohen Wirkungsgrad bei gleichzeitig tiefen Emissionen. An dieser Stelle sind die Weiterentwicklungen der Zündung, der elektronischen Steuerung und die Optimierung der Brennräume und Zylinderköpfe zu erwähnen. Eine saubere und effizientere Verbrennung sind das Ergebnis. Gleichzeitig mit dem technischen Fortschritt bei Ölen, automatischer Nachfüllung und Ölfiltrierung wurde das Wartungsintervall auf mehr als 3 000 Betriebsstunden verlängert. Das variable Timing der Ventile und die optimierte Kolbenmechanik verstärken

zudem weiter die höhere Energieausbeute und bessere Wirkungsgrade. Motoren bis 120 kW mechanischer Leistung werden standardmässig mit stöchio­ metrischen Parametern (λ=1) betrieben, was bei stationären Anwendungen nicht nur niedrigere Emissionen, sondern auch die Möglichkeit der Kondensierung der Emissionen – bei möglichst hohen Tem­ peraturen – zur Folge hat. Die Emissionen werden des Weiteren durch einen Mehrwegekatalysator reduziert. Wir kommen unter 150 mg CO und NOx pro Nm3 Emissionen.

DER WÄRME-UND-KÜHLKREIS Beide Wärmepumpen – sowohl die elektrische als auch die Gaswärmepumpe haben einen identischen Kühlkreis. Mechanische Arbeit, welche der Verdichter benötigt, wird entweder durch den Elektromotor oder den Verbrennungsmotor geliefert. Wenn für den Antrieb des Verdichters ein Verbrennungsmotor verwendet wird, können wir direkt am Aufstellort mit einer um 50 Prozent höheren Heizleistung als bei einer elektrischen Wärmepumpe rechnen. Ein Drittel der thermischen Leistung der Gaswärmepumpe erzeugt die thermische Leistung des Motors und der Abgase. Zu­ sätzlich steigt das Temperaturniveau der Heizenergie auf bis zu 80 Grad Celsius. Bei herkömmlichen Wärmepumpen bleibt die vorhandene Kühlenergie meist ungenutzt. In der Anwendung meines Hauses sind Kombinationen aus Heizung und Kühlung möglich und erhöhen den Gesamtwirkungsgrad zusätzlich.

KLEINES FAZIT Die mit einem Gasmotor betriebenen Wärmepumpen erlauben hervorragende Wirkungsgrade bei einer Kombination von Heizung und Kühlung bei gleichzeitig tiefsten Emissionen. Eine biogasbetriebene Variante ist ebenfalls verfügbar. Spitäler, Schwimmbäder, Industrie, Fleischproduktion sind einige der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten.

KONTAKT Aksa Würenlos AG Telefon +41 (0)56 436 77 00 Anlagentechnisches Schema der Gaswärmepumpe.

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ENERGIE

GUT VERBRANNT HEISST SAUBER VERBRANNT Holzheizungen leisten einen wachsenden Beitrag zur Substitution fossiler Energieträger und tragen damit zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei. Die Verbrennung von Holz ist CO2 -neutral, erzeugt aber gesundheitlich problematischen Feinstaub. Feinstaub-Emissionen lassen sich heute mit geeigneter Technik und richtigem Verhalten beherrschen. Das machte eine internationale Tagung Mitte Juni an der ETH Zürich deutlich. von Dr. Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Untersuchung an einem Holzofen im Labor der Hochschule Luzern – Technik & Architektur.

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ENERGIE

F

einstaub hat viele Quellen. Die winzigen Partikel im Mikro- und Nano­ metermassstab (PM10) entstehen bei der Verbrennung von Öl oder Kohle zur Erzeugung von Wärme und Strom in Kraftwerken, Industrieunternehmen oder Wohnhäusern. Feinstaub entsteht darüber hinaus insbesondere durch Dieselmotoren im Strassen- und Schienenverkehr, in der Land- und Forstwirtschaft und auf Baustellen (Verbrennungsprozesse, Abrieb). Aber auch wenn das Feuer im heimischen Holzofen gemütlich lodert, entstehen die feinen Stäube, die vom Menschen eingeatmet werden und die Lungen angreifen können. Feinstaub ist ein komplexes Gemisch, zu dem auch sekundäre Partikel beitragen, die sich erst nachträglich in der Luft aus gasförmigen Vorläuferstoffen bilden.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat die Staatengemeinschaft mit verschiedenen Massnahmen auf die Gefährdung durch Feinstaub reagiert. Für Lastwagen und Pkw mit Dieselantrieb gilt heute in der Schweiz und vielen anderen Ländern eine Partikelfilter-Pflicht. Wer eine Holzheizung betreibt und Feinstaub ausstösst, muss sich unter anderem an die Grenzwerte halten, die in der Luftreinhalteverord­ nung (LRV) 1985 eingeführt wurden. Ab 2008 führte die Verschärfung der LRV zu einem breiten Einsatz von Feinstaubabscheidern bei automatischen Holzfeuerungen ab 500 kW und ab 2012 auch zu Massnahmen bei Feuerungen über 70 kW. «Die Schweiz hat in den letzten zwei Jahrzehnten riesige Fortschritte im Kampf gegen Feinstaub erzielt und verfügt heute im internationalen Vergleich über eine

erstklassige Luftqualität. Die laufende Überarbeitung der LRV wird weitere Verbesserungen bringen», sagt Daniel Binggeli, BFE-Experte für Bioenergie.

FEINSTAUB AUS KLEINEN HOLZFEUERUNGEN Die Verbrennung von Holz und anderen Arten von Biomasse hat wachsende Bedeutung. Sie leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung, da die Verbrennung nachwachsender Rohstoffe CO2 neutral ist. Allerdings tragen Holzhei­ zungen heute – je nach Standort – rund 10 bis 30 % zur jährlichen, vom Menschen verursachten Feinstaub-Belastung bei. Automatisch betriebene Waldhackschnitzel-Heizungen, wie sie in den letzten Jahren im Zuge des Ausbaus der HolzenergieNutzung gefördert wurden, arbeiten heute dank hoher Verbrennungstemperaturen vergleichsweise sauber. Auch bei dieser Verbrennung fällt zwar Feinstaub an, dies jedoch in Form von anorganischer Asche, die in grösseren Feuerungen zudem in Abscheidern zurückgehalten wird. Neben gut 8 000 solcher modernen Holz­ feuerungen sind in der Schweiz aber noch 56’000 Holz-Zentralheizungen und 539’000 Cheminées und Holzöfen in Betrieb. Viele von ihnen lassen mehr Feinstaub in die Umwelt, als mancher Betreiber wohl vermutet. «In vielen kleinen Holz­feuerungen wird das Holz nicht vollständig verbrannt, damit entsteht Russ, aber auch andere Formen von Feinstaub mit einer Grösse von weniger als 10 Mikrometern (PM10)», sagt Prof. Thomas Nussbaumer, Verbrennungsexperte an der Hochschule Luzern und Inhaber des Beratungsunternehmens ­Verenum (Zürich). «Hier müssen wir mit technischen Verbesserungen ansetzen, um eine vollständige Verbrennung von Holz zu ermöglichen. Zudem müssen die Betreiber geschult und der Feinstaub-­ Ausstoss konseqent kontrolliert werden», so Nussbaumer.

INTERNATIONALER ERFAHRUNGSAUSTAUSCH Nussbaumer war Mitte Juni an der ETH Zürich Keynote-Speaker bei der 20. Konferenz zu Nanopartikeln aus Verbrennungsprozessen («Combustion Gene­ rated Nanoparticles»), bei der Ingenieure und Mediziner nach neuen Lösungen rund um die Feinstaub-Problematik suchen. Das Konferenz-Modul zum Thema BiomasseVerbrennung war von der «IEA Bio­e nergy Task 32» mitorganisiert worden, einer

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ENERGIE Fachgruppe von Experten aus 14 Staaten, die sich unter dem Dach der Internationalen Energie-Agentur (IEA) mit technischen und ökonomischen Aspekten der BiomasseVerbrennung befasst (vgl. Textbox). Das Gremium ermöglicht der Schweiz – vertreten durch das Bundesamt für Energie – auch den Austausch mit den Nachbarstaaten Deutschland, Österreich und Italien sowie skandinavischen Ländern wie Schweden und Norwegen, die wie die Schweiz über hohe Standards bei den Feuerungstechniken und über strikte Grenzwerte verfügen.

Flammen in Holzofen.

Filter mit Proben aus vollständiger Verbrennung (weiss = Salze) und aus unvollständiger Verbrennung (schwarz = Russ, braun =Teere).

Sehr anschaulich wurde dieser internationale Erfahrungsaustausch in Zürich beim Referat von Dr. Hans Hartmann vom TFZKompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Straubing bei München. Hartmann berichtete über seine Erkenntnisse zu kleinen Holzöfen und Cheminées: Um die Emissionen zu minimieren, darf das Stückholz nicht zu feucht sein, aber auch nicht ganz trocken. Wichtig sind auch die richtige Beladung des Ofens und das Anfeuern von oben und nicht von unten, wie von vielen Cheminée-Freunden noch immer praktiziert. Einen erheblichen Einfluss auf die Feinstaub-Produktion hat auch der Durchmesser der Holzscheite: Ist dieser zu klein, kann die Feinstaub-Menge dreimal höher liegen als bei optimalem Zuschnitt. «Der Benutzer hat auf die Feinstaub-­ Belastung einen grösseren Einfluss als die benutzte Technologie», lautete Hartmanns Fazit am Rande der Tagung.

HINWEISE Die Tagungsbeiträge zur «Session 2: Biomass Combustion (co-organized by task 32 of IEA Bioenergy)» sind unter folgendem Link verfügbar: www.nanoparticles.ch/ 2016_ETH-NPC-20.html

Die Bioenergy 2020+ GmbH, ein österreichisches Kompetenzzentrum für Bioenergieforschung, fragt unter anderem danach, wie die Emissionen von Holzfeuerungen im Labor möglichst realitätsnah abgebildet werden können. Dies gelingt zum Beispiel über einen Prüfstandstest, der den Lastzyklus einer Feuerung während acht Stunden erfasst. Die Tabelle vergleicht die in

Auskünfte zu IEA Bioenergy Task 32 und der Konferenzthematik HolzfeuerungsEmissionen erteilt Dr. Sandra Hermle (sandra.hermle@bfe.admin.ch), Leiterin BFE-Forschungsprogramms Bioenergie.

diesem Lastzyklus-Test gemessenen Werte (Load cycle) für Kohlenmonxid (CO), Stickoxide (NOx), organische gasförmige Kohlenwasserstoffe (OGC, geläufig auch als «volatile organic compounds»/VOC) und Gesamtstaub (Dust) mit den bei einem Feldtest gemessenen Werten (Real life), und zwar für drei Pelletkessel (für STP, also Standardbedingungen für Temperatur und Druck). Der Fachmann erkennt, dass der Lastzyklus-Test vergleichsweise gut mit den Werten des Feldtests übereinstimmt – viel besser, als das bei klassischen Typenprüfstands-Messungen unter wirklichkeitsfremden Rahmenbedingungen der Fall ist.

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Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Bioenergie finden Sie unter www.bfe.admin.ch/CT/biomasse.


ENERGIE

NEUARTIGE TESTVERFAHREN Weitere Referenten befassten sich in ­Zürich mit den chemischen und physikalischen Eigenschaften von Feinstaub und mit den Testverfahren und Standards, die zum Nachweis von Feinstaub und anderen Emissionen aus Holzfeuerungen verwendet werden. Die Zuverlässigkeit solcher Testverfahren ist heute durch den «Dieselskandal» bei VW und anderen Auto­ herstellern in aller Munde. Dr. Christoph Schmidl von der österreichischen Bio­ energie 2020+ GmbH stellte in Zürich

beispielsweise ein Testverfahren vor, das in der Lage ist, durch Nachbildung von Lastzyklen das Emissionsverhalten von Holzheizungen vergleichsweise wirklichkeitsnah abzubilden.

Wissenschaftler des bayrischen TFZ-Kompetenzzentrums für nachwachsende Rohstoffe haben in drei ausgewählten Holzöfen untersucht, wie sich die Scheitgrösse (Durch­messer) auf die Feinstaub-Emissionen Wissenschaftler des bayrischen TFZ-

auswirkt. Fazit: Werden zu kleine Scheite

Kompetenzzentrums für nachwachsende

(Querschnitt 5 x 5 cm) verbrannt, kommt es

Rohstoffe haben 42 Arten von Holz­

bei den untersuchten Öfen zu massiv höheren

pellets auf chemische Komponenten hin

Emissionen. Optimal sind mittelgrosse

unter­s ucht, die für die Bildung von

Scheite mit einem Querschnitt von 7 x 7 cm.

Aerosolen und damit für die FeinstaubEmissionen massgeblich ver­antwortlich sind. Kalium / K kommt mit einem Beitrag von 280 bis 900 mg / kg die grösste Bedeutung zu, während Schwefel / S, Wer sein Cheminée unten anfeuert, erzeugt

Chlor / Cl, Blei / Pb, Zink  / Zn und

deutlich mehr CO-Emissionen, als wenn

Natrium / Na eine geringere Rolle spielen.

das Feuer am obereren Teil des Holzstapels

Die Grafik zeigt eine grosse Variabilität

entfacht wird. Das belegen die Messungen

bezüglich der untersuchten Kompo­

des bayrischen TFZ-Kompetenzzentrums für

nenten, was  stark vom Pellet-Lieferanten

nachwachsende Rohstoffe.

abhängt. Übersicht über die Produkte, die bei der

INTERNATIONAL VERNETZT

Verbrennung von Holz in der Feuerung entstehen und als Abgas über das Kamin in die

Die Arbeitsgruppen («Tasks») der Internationalen Energieagentur (IEA) sind ein wichtiges Instrument, mit dem die Schweiz den internationalen Austausch im Bereich Energietechnologien pflegt. Die IEA hat aktuell 39 Programme («Technology Collaboration Programs» / TCP), die sich jeweils einem bestimmten Energiebereich widmen. An 20 dieser Programme ist die Schweiz beteiligt. Um die internationale Kooperation konkret umzusetzen, hat jedes Programm eine Reihe von Tasks, in denen Experten aus verschiedenen Ländern ein bestimmtes Thema bearbeiten.

Umgebung abgegeben werden: Holz (grünes

Eines der IEA-Programme mit Schweizer Beteiligung ist jenes zu Bioenergie. Innerhalb dieses Programms sind zehn Arbeitsgruppen aktiv. An drei davon beteiligt sich die Schweiz: Task 32 (Biomassverbrennung), Task 33 (Vergasung) und Task 37 (Vergärung). Welche Fragestellungen die einzelnen Arbeitsgruppen bearbeiten, wird jeweils mit einem Drei-Jahres-Programm im Rahmen der strategischen Leitlinien definiert, die zuvor vom «Executive Commitee» des jeweiligen Programms formuliert wurden. Die Schweiz ist in allen für sie relevanten Executive Commitees der IEA-Programme mit einer Fachperson des BFE vertreten.

sowie in geringer Konzentration Stick-

Rechteck) besteht aus organischen Elementen (Kohlenstoff / C, Wasserstoff / H, Sauerstoff / O), anorganischen Elementen (insbesondere Kalium / K, Natrium / Na, Calcium / Ca, Schwefel / S, Chlor/Cl, Stickstoff/N) und Wasser. Bei einer vollständigen Verbrennung bleiben einzig Salze, Kohlendioxid / CO2 und Wasser / H 2 O oxid / NOX übrig (blau). In der Realität ist die Verbrennung aber unvollständig, und dabei entsteht noch eine Reihe weiterer Verbrennungsprodukte (rot): mitgerissene Biomasseund Kokspartikel, Russ (Soot), kondensierbare organische Verbindungen / COC (auch als «Teer» bezeichnet), flüchtige organische Verbindungen / VOC und Kohlenmonoxid / CO.

«Die in den Tasks versammelten Experten erarbeiten wissenschaftliche Publikationen, die den einzelnen Ländern wichtige Impulse für die Fortentwicklung und Nutzung der jeweiligen Energieträger geben», sagt Dr. Sandra Hermle, die die Schweiz im Executive Commitee des Bioenergie-Programms der IEA vertritt. «Die Arbeitsgruppen dienen dem gegenseitigen Austausch und stellen damit den Rahmen bereit, um auf nationale Fragestellungen zu bestimmten Energietechnologien gemeinsam mit Fachleuten aus anderen Ländern zukunftsweisende Antworten zu finden.» BV

In der Atmosphäre (auf der Grafik nicht dargestellt) werden zudem aus COC und VOC sekundäre organische Aerosole / SOA gebildet, und NOX führt zu sekundären anorganischen Aerosolen / SIA. Salze, primäres organisches Aerosol / POA, SOA und SIA führen zu Feinstaub / PM10 in der Atmosphäre.

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KERNENERGIE

FORSCHEN ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT Die Nagra blickt bei ihrer Arbeit 175 Millionen Jahre in die Vergangenheit und 1 Million Jahre in die Zukunft

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aum ein Radiosender oder eine Zeitung hat nicht darüber berichtet: Die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) hat sechs Regionen miteinander verglichen und zwei davon als gut geeignete Standorte für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle vorgeschlagen, Jura Ost im Kanton Aargau und Zürich Nordost im Kanton Zürich. Das Auswahlverfahren für die Lagerstandorte läuft unter der Leitung des Bundes. Bevor das Verfahren in die letzte Etappe geht, prüfen die Sicherheits-

behörden des Bundes die Vorschläge der Nagra. Nicht nur die Gesteinsschichten müssen in diesen Regionen nun weiter untersucht werden, für den Nachweis ein Tiefenlager sicher betreiben zu können, führt die Nagra auch grosse Forschungsexperimente durch.

DIE FACHWELT IST SICH HEUTE EINIG Geologen, Chemiker, Physiker und Ingenieure sind gefordert. Sie bearbeiten ein Projekt, das auf mehrere Tausend Jahre

ausgelegt ist – ein unvorstellbarer Zeit­ horizont. Aber in den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler enorme Fortschritte gemacht. Die Fachwelt ist sich heute einig: Der tiefe Untergrund ist die sicherste Lösung, um Mensch und Umwelt langfristig – für 1 Million Jahre – vor den Auswirkungen radioaktiver Abfälle zu schützen. Die Radioaktivität klingt sehr langsam ab. An der Erdoberfläche würde der Abfall früher oder später zu einer grossen Gefahr: Sabotage, Krieg oder Erdbeben sind mögliche Szenarien.

Gesteinsschichten kilometertief abbilden: Vibrationsfahrzeuge senden seismische Wellen durch den Untergrund.

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KERNENERGIE

UNTERGRUND DURCHLEUCHTEN Um den sichersten Standort zu finden, forscht die Nagra intensiv – Über- und Untertage. Von der Oberfläche aus wird mit einer Messmethode, der Seismik, der Untergrund durchleuchtet. Vergleichbar mit Echolot auf Schiffen, bildet die Seismik Gesteinsschichten bis in Tiefen von mehreren Kilometern ab. So erkennen die Wissenschaftler, wie tief sich das 175 Millionen Jahre alte Wirtgestein befindet und wie mächtig die Schicht ist, wo einst die Abfälle eingelagert werden sollen. Auch grosse Störungen, die am Standort nicht vorhanden sein dürfen, werden abgebildet.

umliegende Gestein auswirkt, denn hochaktive Abfälle geben auch nach Jahrzehnten noch Wärme ab. Hunderte Messinstrumente zeichnen kleinste Veränderungen im umgebenden Gestein über Jahrzehnte auf. Das Experiment ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem sicheren geologischen Tiefenlager.

Sie erhalten Einblick in die grossen Experimente der Nagra und der internationalen Partner der Felslabors. Das Felslabor Mont Terri wird vom Bundesamt swisstopo und das Fels­labor Grimsel von der Nagra betrieben.

TESTLAUF FÜR DAS TIEFENLAGER Während die Gesteinsschichten der Vergangenheit von Übertage aus untersucht werden, blicken die Forscher Untertage in die Zukunft: Im Felslabor Mont Terri, im Kanton Jura, führen die Wissenschaftler einen Testlauf für ein Tiefenlager durch. In einem Lagerstollen haben sie drei Versuchsbehälter im Massstab 1:1 eingebracht und mit einem quellenden Tongemisch verfüllt. Sie wollen herausfinden, wie sich die Wärme auf das Tongemisch und das

HINWEIS Werfen Sie einen Blick zwischen Vergangenheit und Zukunft Felslabor Mont Terri, St-Ursanne (Jura) und Felslabor Grimsel (Bern)

Der Besuch ist kostenlos. Gruppen ab 10 Personen sind willkommen. Anmeldung Renate Spitznagel Telefon  + 41 (0) 56 437 12 82 Mehr Information unter www.mont-terri.ch oder www.nagra.ch Ein Mitarbeiter kontrolliert das Einbringen des Versuchsbehälters in den Stollen im Felslabor Mont Terri: Die Maschine füllt das Tongemisch dicht um den Behälter auf.

Ausgabe 2016 // Seite 25


WASSERWIRTSCHAFT

OPTIMALE SICHERHEIT FÜR DEN ANWENDER Obgleich die Bezeichnung «Qualität» an sich keine Bewertung beinhaltet, wird der Begriff im Alltag häufig wertend gebraucht. Die Redewendung bezieht sich jedoch darauf, dass in der Alltagssprache Qualität öfters ein Synonym für Güte ist. Man spricht dann von «guter» oder «schlechter» Qualität.

K

auft ein Kunde ein Produkt oder eine Dienstleistung und erfüllen diese ihre Zwecke für den Kunden, so haben sie im allgemeinen Sprachgebrauch eine «gute Qualität». Tatsächlich hat sich der Begriff «Qualität» im wirtschaftlichen Alltag als ein allgemeiner Wertmassstab etabliert, der die Zweckangemessenheit eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Prozesses zum Ausdruck bringen soll. Dieses Verständnis zeigt sich etwa im Ausdruck «Qualitätsarbeit». Sie findet häufig in einem bereichsübergreifenden, die Qualität der einzelnen Ergebnisse sichernden System statt. Die Planung, Steuerung und Kontrolle aller hierzu nötigen Tätigkeiten wird als Qualitätsmanagement bezeichnet. Als Ergebnis entsteht das «Qualitätsprodukt». Betrachtet man einmal die eingegangenen Schadensfälle bei den Herstellern von Kunststoffrohren und -formteilen, ist diese Aussage zu hinterfragen. Auf der Baustelle werden oftmals jegliche Anforderungen an Qualität nicht eingehalten. Gründe dafür gibt es genügend; keine Zeit, schlechtes Wetter, keine oder schlechte Fachaus­ bildung, etc. Sicherheit durch hohe Qualität – umgesetzt in Zertifizierungen von Produkten und Ausbildung respektive Weiterbildung von Verarbeitern – sind jetzt und künftig vermehrt gefragt. Neben der Produktqualität ist vor allem die Verarbeitungsqualität für den Erfolg der Projekte entscheidend.

PRODUKTEQUALITÄT Normen und Zulassungsempfehlungen stellen einheitliche Standards sicher und sorgen für Qualität in einem durch starken Wettbewerb geprägten Markt. Der VKR ist weiterhin in technischen Kommissionen

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und Normengremien aktiv und stellt mit der c+s ® -Zertifizierung die Qualität für Kabelschutzrohre sicher. c+s® -Zertifizierung für Kabelschutzrohre Die erwähnte Güteanforderung wurde von Fachleuten im Verband Kunststoff-Rohre und – Rohrleitungsteile (VKR), in Zusammenarbeit mit Experten von ElektrizitätsVersorgungs-Unternehmen (EVU) und von unabhängigen und neutralen Prüfstellen erstellt und legt die Kriterien an Rohre, Formstücke und das System von vollwandigen Rohrleitungssystemen aus Polyethylen (PE) fest, die zur Verwendung im erdverlegten Kabelschutz, einschliesslich der Montage auf Brückenkonstruktionen und Flussüberquerungen, für den Kabelschutz im Bereich der Telekommunikation, sowie der Elektroenergieversorgung (Hoch- und

Niederspannung) vorgesehen sind. Sie regeln Qualitätsanforderungen und Prüfmethoden an den Werkstoff, die Geo­ metrie, die mechanischen Eigenschaften sowie die Kennzeichnung mit dem Gütezeichen <c+s>®. c+s ® -zertifizierte Kabelschutzrohre er­ lauben den Einsatz von hochwertigem Recyclat. Damit leistet die Branche einen wertvollen ökologischen Beitrag. Die Güte­ anforderungen allein sind keine Gewähr für die Güte von Rohrleitungssystemen, dazu müssen die einschlägigen Verlegerichtlinien VSE (Druckschrift 1103d, Ausgabe 2010) zusätzlich eingehalten werden. Weitere Informationen zu c+s ® finden Sie unter www.vkr.ch in der Rubrik KABELSCHUTZ


WASSERWIRTSCHAFT Qplus-Zertifizierung für Abwassersysteme Die Abwasserleitungen sind in ihrer Gesamtheit die teuerste Infrastruktur der Schweiz. Ihre Qualität bestimmt die Qualität von Boden, Trinkwasser und Gewässer. Dichte und statisch perfekte Leitungen dienen dem Umweltschutz. Oft ist der Einsatz eines Qualitätsrohres in Betracht auf die Gesamtbausumme nur im Promille­ bereich teurer als ein weniger gutes Rohr. Die Vorteile sind jedoch erheblich. Qplus zertifiziert Produkte für Abwassersysteme aller Art, sofern sie die QplusQualitätsrichtlinien erfüllen. Hersteller, welche Produkte für den Abwasserbereich herstellen, haben damit die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis nachzuweisen, dass ihre Erzeugnisse die schweizerischen Prüf­ anforderungen erfüllen, welche einiges über dem Level der Europa-Normen liegen. So kann der Anwender leicht erkennen, ob er es mit einem Fabrikat zu tun hat, das ihn bei korrekter Montage weitgehend vor Schadensfällen bewahrt. Unabhängige Prüflabors führen im Auftrag der Antragssteller und nach Vorgaben der QplusRichtlinien die Prüfungen durch, die durch die Organisation Qplus beurteilt werden. Aufgrund der eingereichten Prüfatteste fertigt Qplus die entsprechenden Zertifikate aus und pflegt die Qplus-Datenbank auf www.qplus.ch.

Geschäftsführer geführt. Ihm zur Seite stehen Fachleute aus Behörden und Unternehmen, sowie Planer und Vertreter der Industrie. So ist eine schlanke Organi­ sation mit umfassendem Know-how und breiter Abstützung gewährleistet. Qplus wurde 1979 vom Schweizerischen Spenglermeister- und InstallateurVerband ­(SSIV, heute suissetec) und vom Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) unter dem Namen «Arge Liegenschaftsentwässerung SSIV-VSA» mit dem Ziel, Schweizer Qualitätsstandards für Produkte im Abwassersektor festzu­ legen, gegründet. Dies wurde nötig, da in den 60er- und 70er-Jahren immer mehr untaugliche Produkte auf dem Markt auftauchten und sich daraus resultierend die Schadensfälle häuften. Weitere Informationen zu Qplus finden Sie unter www.qplus.ch

VERARBEITUNGSQUALITÄT Eine der wichtigsten Aufgaben des VKR ist die fachgerechte Durchführung von Ausund Weiterbildungskursen. Kontinuierlich werden das Angebot und die Inhalte der Kurse den aktuellen Bedürfnissen des Marktes angepasst. Neben der bewährten Erst- und Verlängerungsausbildung «Schweissen und Verlegen von druckbeanspruchten, erdverlegten Rohrleitungen aus PE und PVC» in Aarau, in der Westschweiz und im Tessin, wurden in den letzten Jahren Planerkurse und die Ausbildung für die Anbindung von Erdwärmesonden (Geothermiekurse) mit grossem Erfolg lanciert. Die Kurssaison des laufenden Jahres in Aarau und La Rama wurde bereits mit Erfolg abgeschlossen. Die grundlegend überarbeiteten Ausbildungsunterlagen haben sich besten bewährt und konnten mit Erfolg eingesetzt werden. Erneut konnten 485 Teilnehmer in der

Qplus ist ein Verein nach Schweizer Recht. Mitglieder sind die Verbände VSA, suissetec und der Verband für Kunststoffrohre VKR. Die Geschäftsstelle wird von einem

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WASSERWIRTSCHAFT sachgerechten Verarbeitung von Kunststoffrohrsystemen und Anbinden von Erdwärmesonden mit den neuen, überarbeiteten Kursunterlagen ausgebildet werden. Die Online Anmeldung für die Kurssaision 2017 wurde anfangs September freigeschaltet. Aktuelle Informationen zum VKR Kurs- und Weiterbildungsangebot sind unter www.vkr.ch abrufbar. Um Bauleitern, Ingenieuren und Planern im Bereich Tiefbau zu unterstützen, Ihr Wissen zu Kunststoffrohren und -Leitungssystemen zu festigen und auf dem neuesten Stand zu halten, bietet der VKR In­ dividualkurse für diese Zielgruppe an. Anlässlich dieser Kurse werden den Teilnehmern unter anderem die neuesten Trends vorgestellt und Begriffe wie RC, PP, PE, PVS, Schutzmantel- oder Mehrschichtrohre erläutert. Unter dem Motto «Sicherheit von Praktiker zu Praktiker» vermitteln

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wir an einem Ausbildungstag – im speziell auf Planer ausgerichteten Kurs – Grundlagen zu Kunststoffrohrleitungssystemen, der Erstellung von Ausschreibungen, unter­ schiedlichen Verlegetechniken und wichtige, live erlebte Praxiserfahrung mit den eingesetzten Schweissverfahren. Dabei profitieren die Teilnehmer vom Wissen der Instruktoren, allesamt erfahrene Fachleute aus der Branche, und gewinnen Sicherheit bei der Objektplanung, -ausschreibung und -ausführung.

WEITERE INFORMATIONEN Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile (VKR) Schachenallee 29C, CH 5000 Aarau Telefon +41 (0)62 834 00 60 Telefax +41 (0)62 834 00 61 www.vkr.ch


INNOVATIONEN HABEN EIN ZUHAUSE


PUBLIREPORTAGE

ALTECO FEIERT 20-JÄHRIGES BESTEHEN Was mit der Aufbereitung von Tintenpatronen als Zweimannbetrieb in Thun begann, hat sich zum Unternehmen mit 50 Mitarbeitenden und Servicestellen in Basel, Bern, Chur, Luzern und Zürich entwickelt. In einem dynamischen Markt behauptet sich die Alteco Informatik AG seit 20 Jahren als Multibrand-Anbieter mit Gesamtlösungen für Drucker, Kopiersysteme, Faxgeräte und Plotter.

«

Ein moderner Drucker weiss, wann ein neuer Farbtoner gebraucht wird und löst die Bestellung gleich selber aus. Das ist logistisch clever und praktisch für den Kunden», sagt Reinhard Urfer, Mitinhaber der Alteco Informatik AG. Dieses Szenario war bei der Firmengründung 1996 kaum vorstellbar. Alles begann mit dem Recycling von Tintenpatronen, das aufgrund der technischen Weiterentwicklung der Lasertechnologie mittlerweile aufge­ geben wurde. Die beiden Firmengründer Urs Meier und Reinhard Urfer haben auf den technischen Fortschritt klug reagiert und mit Umsicht neue Kompetenzen im Bereich Verkauf von Hardware und Servicedienstleistungen aufgebaut. Auch die Geschäftsleitung wurde 2012 mit Bernhard Züst verstärkt. Heute bietet die Alteco Informatik AG mit ihren Mitarbeitenden massgeschneiderte Gesamtlösungen von der Analyse, Projektleitung, Konzeption, Wartung, Reparatur bis zur Implementierung und zum Unterhalt umfangreicher Mana­ gement-Software an.

Fit für die Zukunft: Die dreiköpfige Geschäftsleitung mit Urs Meier, Reinhard ­Urfer und Bernhard Züst (v. l. n. r) lenken seit 20 Jahren mit Erfolg die Alteco Informatik AG.

KUNDENNÄHE SCHWEIZWEIT «Ob ein Gerät oder gar ein ganzer Gerätepark – bei uns sind Einzelunternehmer, KMU’s und Grosskonzerne willkommen», sagt Reinhard Urfer. Dabei spiele die Kundenähe eine wichtige Rolle. So wurde die erste Aussenstelle bereits 1998 im Insel­ spital Bern eröffnet. Diese existiert zwar nicht mehr, dafür ist in Urtenen-Schönbühl ein Logistik-Center, das auch für die Hotline und Disposition zuständig ist, entstanden. Neben dem Standort in Bern werden auch Servicestellen in Basel, Chur, Luzern und Zürich sowie zwei Service-Points in Lausanne und Lugano betrieben. Namhafte Unternehmen wie beispielweise die BKW, die Hirslanden Gruppe, die Migros Bank oder Athleticum zählen seit Jahren zur treuen Kundschaft.

FIT FÜR DIE ZUKUNFT Das Unternehmen bewegt sich in einem sehr dynamischen Markt. Die technolo­ gische Entwicklung ist rasant. Aber auch der Preiszerfall in der Elektronikbranche, die Frankenstärke sowie die zunehmenden Billiganbieter aus Deutschland fordern das Unternehmen. Um für die Herausforderungen gewappnet zu sein, investiert die Alteco Informatik AG viel Zeit und Geld in die Schulung seiner Mitarbeitenden und den Ausbau ihres Knowhows. Alles aus einer Hand, kompetent und verlässlich: Darauf gründet der Erfolg der Alteco Informatik AG, die auch in den nächsten Jahren ihre Kunden in der ganzen Schweiz mit allen führenden Marken bedienen will.

Fit für die Zukunft: Die dreiköpfige Geschäfts-

ALTECO INFORMATIK AG Die Alteco Informatik AG setzt seit 20 Jahren auf Kompetenz – und schafft Vertrauen. Das Gesamtunternehmen mit Hauptsitz in Thun-Gwatt, einem Logistik-Center in Urtenen-­Schönbühl, fünf Servicestellen in Basel, Bern, Chur, Luzern und Zürich sowie zwei Service-Points in Lausanne und Lugano ist ISO-9001 zertifiziert. Für Print-­OutGeräte und im Bereich Managed Print-Service bietet das Unternehmen massgeschneiderte Lösungen. Mit 50 Mitarbeitenden leistet die Alteco Informatik AG jährlich rund 10’000 Serviceeinsätze. Als unabhängiger Multibrand-Partner bietet sie ganzheitliche und individuelle Lösungen. Ob HP, XEROX, KYOCERA, LEXMARK, BROTHER oder ZEBRA – alle Qualitätsprodukte führender Hersteller werden ver­trieben. Auch als Paper Output-Spezialist. Kompetent und zuverlässig werden Drucker, Kopiersysteme, Faxgeräte und Plotter vom Serviceteam unterhalten. Die Kernkompetenzen des Unternehmens sind: IST-Analyse, Beratung, Pro­jektleitung, Erarbeitung und Durchführung von Service-, Reparatur- und Wartungskonzepten nach ITIL schweizweit, Verkauf von Hardware und Verbrauchsmaterial, Implementierung und Unterhalt umfangreicher Managed Software (MPS) im Bereich der Datenlenkung und -überwachung sowie FollowMe-Printing, Fernwartung und Archivierung, Wartung und Reparaturen inner- und ausserhalb der Herstellergarantie.

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leitung mit Urs Meier, Reinhard Urfer und Bernhard Züst (v. l. n. r) lenken seit 20 Jahren mit Erfolg die Alteco Informatik AG.

KONTAKT Für weitere Fragen und Auskünfte wenden Sie sich bitte an: Herr Reinhard Urfer Geschäftsleitung / Key Account Schorenstrasse 27b, 3645 Gwatt / Thun Telefon +41 (0)33 334 91 91 Mobile +41 (0)79 635 94 60 reinhard.urfer@alteco.ch www.alteco.ch


Die Infrastruktur der redundanten Datacenter der GIA Informatik AG in Oftringen und Zofingen.

MITTELS IT-OUTSOURCING DIE KOSTEN SENKEN Die Aare Energie AG beabsichtigte, durch ein IT-Outsourcing vom Technologie-Know-how eines führenden Providers zu profitieren und so das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu optimieren. Deshalb entschied sie sich für die GIA Informatik AG. Eine Case Study.

D

ie Verteilnetzbetreiberin und Energiedienstleisterin Aare Energie AG (a.en) aus Olten bezog bis 2014 ihre Standard-ICT-Services von der Muttergesellschaft Alpiq. Um in Zukunft flexibler auf neue Marktanforderungen reagieren zu können, wurde entschieden, die ICTSysteme inklusive deren Verantwortung zur a.en zu überführen. Dazu baute diese ihre IT-Organisation mit einer eigenen 1st-LevelSupport-Abteilung aus. Um die restlichen ICT-Services wie Client-Basisbetrieb, Server und SAP Basis outzusourcen, entschied sich die a.en für die GIA Informatik AG (GIA) aus Oftringen. Welches waren die Gründe dafür? «GIA ist erfahren in der erfolgreichen Projektumsetzung für die Übernahme von IT-Standard- und SAPBasis-Services. Zudem stimmte der Kosten-Nutzen-Vergleich», sagt Jakob Huber, Leiter Informatik von a.en. «Des Weiteren stellte GIA die Businesskontinuität sicher und verfügte über die Fähigkeiten, Anpassungen an die Anforderungen zur Unterteilung in prozesstechnische und kommerzielle Systeme kundenspezifisch vorzunehmen. Überdies überzeugten uns

«Wir realisierten das Projekt in der vereinbarten Qualität zu den gesetzten Terminen und zum abgemachten Preis. Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit wurde die Benutzerzu­ friedenheit deutlich gesteigert.» Stefan Lerch, Account Manager der GIA Informatik AG

die Tatsache, dass die Daten in der Schweiz in zwei redundanten Datacentern gehalten werden, und die Referenzen von Unternehmen in vergleichbarer Grösse.»

REIBUNGSLOSE TRANSITIONSPHASE Um die IT-Infrastruktursysteme von a.en zu GIA zu migrieren, startete das Projektteam ein Transitionsprojekt; ein Aufgabengebiet, in dem GIA viel Know-how aufweist und auf bewährte Vorgehensweisen zurückgreifen konnte. Das Unternehmen stellte die Projektorganisation auf, arbeitete die Fach- und Detailkonzepte aus und erstellte für alle geschäftskritischen Systeme einen Fall-Back-Plan. Dank diesem wurden die Risiken minimiert und das Tagesgeschäft von a.en so wenig wie möglich tangiert.

OUTSOURCING VON SAP BASIS UND DER IT-SERVICES In der Betriebsphase wird in den GIAeigenen Datacentern in Oftringen und Zofingen das Outsourcing der IT-Services und der SAP-Technologie sichergestellt.

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IT-OUTSOURCING Letztere hat eine zentrale Bedeutung, da sie die Grundlage für den reibungslosen Betrieb aller Services und der SAP-Systeme bildet. GIA bot diesen in einem flexiblen Modell auf ihrer Private-CloudPlattform an, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf einen hohen DesasterSchutz legte. Dabei wurden die einzelnen Komponenten mit der bewährten Lösung von VMware virtualisiert. Jakob Huber: «Mit einem soliden SAP-System bieten sich auch grosse Chancen für zukünftige Ausrichtungen hinsichtlich der Businesssuite SAP S/4 Hana.» In Bezug auf die Services beschrieben die Projektpartner die Leistungen und die garantierten Verfügbarkeiten in einem transparenten Service-Level-Agreement (SLA). Dazu gehörten unter anderem Plattform-, Application-, Network-, SAP-Technologie- und Desktop-Services. Mittels einer zentralen Anlaufstelle am Service Desk – mit einem professionellen Ticketing-System – bündelten die Unternehmen alle Aktivitäten. Im Bereich Service-Management arbeitet ein dedizierter ServiceManager eng mit a.en zusammen und koordiniert alle betriebsrelevanten Punkte. a.en ist durch ein aussagekräftiges Reporting der wichtigsten Key- PerformanceIndikatoren auch stets sehr gut über den aktuellen Zustand informiert und erkennt Entwicklungstendenzen frühzeitig.

HÜRDE ERFOLGREICH GENOMMEN Während des Vorhabens mussten auch sämtliche E-Mails inklusive Archiv von Alpiq zu a.en migriert werden. Hier traten

FAKTENBOX

Der Tower-Server der Aare Energie  AG überzeugt mit grosser Leistung, Erweiter­ barkeit und sicherer Verfügbarkeit.

jedoch kleinere Probleme bezüglich Zugriff und Berechtigungen auf. Stefan Lerch, Account Manager bei GIA: «Wir erkannten diese jedoch aufgrund eines kontinuierlichen Risikomanagements mit Massnahmenplanung rasch, fanden umgehend passende Lösungen und hielten das Vorhaben so jederzeit auf Kurs.» Dabei wickelten a.en und GIA die gesamte Kommunikation über das GIA-Portal («Sharepoint») ab. Dies ermöglichte eine hohe Transparenz und einen optimalen Informationsfluss.

GROSSE BEGEISTERUNG ÜBER DEN PROJEKTNUTZEN Nach Projektende lässt sich resümieren, dass der Nutzen des Outsourcings für a.en sehr hoch ist. Jakob Huber: «Die Vorteile sind vielseitig. Wir registrieren tiefere Kosten, haben eine weniger komplexe eigene Systemlandschaft, verfügen über ein geringeres Sicherheitsrisiko, müssen weniger Fachpersonal unterhalten sowie einen kleineren IT-

• Aufgabenstellung: Herauslösen der Daten der Aare Energie AG aus der Mutterkonzerninformatik. Implementierung in die neu in­­stallierten Systeme in den Data­centern der GIA  Informatik AG. Aufbau des Clientmanagements. Ersatz der Desktop- und Laptop-Geräte. Sicherstellung Datacenter-Services und Erfüllung IT-Betrieb gemäss detailliertem Service-LevelAgreement • Umfang: für rund 130 Anwender • Verwendete Software / Hard­ware: Microsoft Office und Exchange, E-Mail-Archivierung, LenovoGeräte, SAP • Projektkosten: Realisation zum vereinbarten Fixpreis • Erreichtes Ziel: Die Projektleistungen wurden zu 100 Prozent erfüllt. Die Systeme laufen gemäss den vereinbarten Outsourcing-Services sehr zuverlässig Wissensaufbau vornehmen und besitzen dokumentierte Verfügbarkeiten.» Durch die Überführung der IT-Standardfunktionen zu GIA wurden klare Schnittstellen festgelegt: Positiv erkennbar ist dies speziell in kurzen Reaktionszeiten bei Störungen. a.en verzeichnet mit dem Outsourcing auch mehr freie interne Ressourcen, die nun als Bindeglied zwischen Business und IT agieren können.

«Dank dem Outsourcing verringerten wir das Sicherheitsrisiko, mussten weniger IT-Fachpersonal einstellen und konnten die Kosten tief halten.» Die GIA Informatik AG ersetzte die Desktop- und Laptop-Geräte der Aare Energie AG und konfigurierte neue und leistungsfähige Rechner.

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Jakob Huber, Leiter Informatik der Aare Energie AG


IT-OUTSOURCING

WERTVOLLE ERFAHRUNGEN FÜR INTERESSIERTE UNTERNEHMEN Wie sollen sich andere Unternehmen verhalten, die ein IT-Outsourcing in Betracht ziehen? Für das Projektteam haben sich nachstehende Punkte bewährt: • Die frühzeitige und transparente Information der Mitarbeitenden. a.en hat zum Beispiel sogar eine interne Broschüre verfasst. • Für die Provider-Evaluation das Führen einer Long-List und in einer weiteren Selektionsphase einer Short-List. • Eine straffe Projektführung mit kurzen internen und externen Kommunikationswegen – vertikal und horizontal. • Die gemeinsame Erarbeitung der Konzepte während des Projektverlaufs und die Festsetzung der wichtigen gemeinsamen Termine. • Die akribische Planung des Cut-overs  – und zwar mit all seinen Facetten wie Schulungen und Tests. • Die Vereinbarung einer Mindestvertragslaufzeit von mehr als drei Jahren. Ansonsten ist der Projektaufwand im Vergleich zum Nutzen unverhältnismässig hoch.

SO GEHT ES WEITER Das Projekt ist erfolgreich abgeschlossen und das Outsourcing läuft sehr zuverlässig. «Zur Steuerung neuer Anforderungen verfolgen wir eine IT-Roadmap, die laufend überwacht und adaptiert wird», so Jakob Huber. Dazu gehört mit «Operational Excellence» auch die zuverlässige Unterstützung der laufenden Geschäfts-

tätigkeiten durch die IT. GIA prüft derzeit in ihren Datacentern für die hochverfügbaren Systeme, die am a.en-Standort Olten betrieben werden, eine desastertolerante Backuplösung der Daten. Zudem stellen die Projektpartner mit dem periodischen Service-Reporting den kontinuierlichen Verbesserungsprozess und die hohe Qualitätsorientierung sicher.

KONTAKT GIA Informatik AG Peyermattstrasse 3 4665 Oftringen Telefon +41 (0)62 789 71 71 Telefax +41 (0)62 789 71 99 info@gia.ch www.gia.ch

Jakob Huber, Leiter Informatik der Aare Energie AG, schätzte die professionelle Zusammenarbeit mit der GIA Informatik AG sehr.

Aare Energie AG Solothurnerstrasse 21 4600 Olten Telefon +41 (0)62 205 56 56 Telefax +41 (0)62 205 56 58 info@aen.ch www.aen.ch

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IT-SICHERHEIT

HILFE – MEINE DATEN SIND VERSCHLÜSSELT von Andreas Wisler

Praktisch wöchentlich berichten diverse Medien über neue Varianten von Schädlingen, die die Festplatte bzw. die vorhandenen Daten verschlüsseln. Oft so, dass es nicht mehr möglich ist, an die eigenen Daten zu kommen. Der Hilfeschrei ist laut: Wie komme ich wieder an meine Daten?

I

mmer wieder hört und liest man von Software, die die lokalen Daten auf dem Rechner verschlüsselt. Inzwischen gibt es sogar Schädlinge, die auf verbundene Serverlaufwerke oder gar auf eine NAS, die oft als Backup verwendet wird, zugreift. Dann sind nicht nur die eigenen Daten auf dem Rechner verloren, sondern auch gleich noch das Backup mit. Nur gegen Bezahlung wird das Kennwort zum Entschlüsseln der Daten herausgegeben. Diese Art von Schädlingen wird Ransomware genannt. Wer genau hinter diesen Angriffen steht, ist in der Regel nicht nachvollziehbar. Dieses Jahr sind zudem erstmalig Mietmodelle aufgetaucht. Eine Ransomware kann für eine bestimmte Zeit gemietet werden, der Betreiber des Netzwerkes verdient an jeder Erpressung eine gewisse Anzahl an Prozenten mit. Einer der ersten dieser Art war CryptoWall, der zum ersten Mal im September 2013 im Internet entdeckt wurde. Die Verteilung erfolgt über E-Mails und ein Botnet. Ein Botnet sind von Hackern übernommene Rechner, die für die Verteilung des Schädlings genutzt werden. Wird CryptoWall ausgeführt, sucht er bestimmte Dateitypen wie DOC / DOCX (Microsoft Word) und verschlüsselt diese mit einem mathematischen Verfahren (RSA, 2048 Bit). Das identische Verschlüsselungsverfahren wird auch für Webseiten genutzt, zum Beispiel, wenn Sie auf Ihr Online-Banking zugreifen. Es gilt somit als sehr sicher oder eben als nicht knackbar, eine Entschlüsselung der Daten ist somit nicht mehr möglich. Der Benutzer wird in der Folge zu einer Webseite gelotst und erhält in einem Fenster die Anweisung, 500 Dollar in Bitcoins (eine virtuelle Währung im Internet, die anonym von einem Ort an einen anderen transferiert werden kann) zu bezahlen.

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Ein Counter weist darauf hin, wie lange dies noch möglich ist. Nach Ablauf der Frist verdoppelt sich zwei Mal der Betrag, danach ist eine Entschlüsselung der eigenen Daten nicht mehr möglich, der dazu passende Wiederherstellungsschlüssel wird gelöscht. Verschiedene Quellen berichten, dass einige der betroffenen Personen bezahlen. Unter anderem war in der Tagespresse von einem Spital zu lesen, welches als einzige Lösung aus der Misere bezahlt hat. Je nach Quellen ergibt dies eine stolze Summe von bis zu drei Millionen US Dollar. Dies alleine ist ein grosser Antrieb, weiterhin auf diese Art Geld zu verdienen und eine Reduktion der Angriffe ist nicht zu erwarten. Dies zeigen auch aktuelle Varianten, die noch intelligenter geworden sind: zuerst wird überprüft, wer das Opfer ist. Handelt es sich dabei um eine grössere Firma oder gar um eine Behörde, wird der zu bezahlende Betrag massiv erhöht. Die folgende Auswertung von Symantec (s. Grafik, rechte Seite) zeigt, dass es nicht bei CryptoWall geblieben ist. Eine Vielzahl von Varianten sind aktiv und versuchen, das «Business-Modell» zu übernehmen und ebenfalls viel Geld zu verdienen. Gerade in den vergangenen Monaten sind eine Vielzahl von weiteren Versionen entdeckt worden. Doch bekommt der Benutzer nun tatsächlich seinen Schlüssel, um die Daten wiederherzustellen? Bei einigen Opfern war dies tatsächlich der Fall, nach wenigen

Stunden wurde das überwiesene Geld abgeholt und der Wiederherstellungsschlüssel mitsamt eines Programms übergeben. Damit konnten die Daten wiederhergestellt werden. Doch ob dies immer der Fall ist, ist nicht garantiert. Je nachdem wer hinter dem Schädling steht, kann dies auch ins Leere führen und die Daten sind mitsamt des Geldes für immer verloren. Sind nur Windows-Benutzer davon betroffen? Nein, inzwischen sind auch Schädlinge für den Mac im Internet aufgetaucht. Die sicheren Zeiten für Mac-Benutzer sind damit definitiv vorbei und es ist grosse Vorsicht geboten. Wie verbreiten sich diese Schädlinge? Oft ist es der Weg via E-Mail. Aus irgendwelchen dubiosen Quellen oder dem Absuchen von Webseiten, analog wie dies Google für das Indexieren von Webseiten macht, werden E-Mail-Adressen beschafft. Diese erhalten dann die Aufforderung, eine beiliegende Datei zu öffnen. Immer öfters ist auch von perfekt und fehlerfrei geschriebenen Bewerbungsschreiben, als manipuliertes Word-Dokument getarnt, zu hören. Auch eine E-Mail mit einem Link zu einer Datei auf Dropbox wurde schon entdeckt – die Kreativität der Ransomware-Entwickler ist dabei unerschöpflich, um nicht aufzufallen oder das Antivirenprogramm zu täuschen. Mitte Februar 2016 wurden auch Webseiten, die mit ContentManagement-System (CMS) Wordpress betrieben werden, infiziert. Durch eine


Quelle: Symantec Internet Security Threat Report 2016

vorhandene Schwachstelle kopiert sich der Schädling auf die Webseite. Besucht nun jemand eine solche verseuchte Webseite, kann es sein, und der Schädling beginnt ohne Ihr Dazutun mit der Verschlüsselung der erreichbaren Daten. Wie schütze ich mich? Halten Sie Ihr System immer auf dem aktuellsten Stand. Installieren Sie die Updates (auch Patches genannt), die Microsoft, Apple und die vielen Software-Entwickler herausgeben. Vergessen Sie dabei nicht die anderen Programme, wie Office, Google Chrome, Firefox, Adobe Reader, Flash usw. Da sammelt sich doch einiges mit der Zeit an. Eine oft mühsame, aber enorm wichtige Aufgabe. Weiter gilt es, das Antivirenprogramm aktuell zu halten. Trotz dem aktuellen Antivirenprogramm ist Vorsicht geboten, nicht immer werden neue Varianten sofort erkannt! Daher gilt als dritter Punkt: klicken Sie nicht alles an, auch wenn es noch so spannend erscheint. Was ist, wenn es doch mal passiert? Da hilft oft nur eines, das Wiederherstellen des Backups, Restore genannt. Daher gehört zu den wichtigen Aufgaben das Erstellen von regelmässigen Datensicherungen. Das reine Synchronisieren mit einem Netzwerkspeicher (NAS genannt) hat sich dabei als trügerische Sicherheit erwiesen. Ist dieser Speicher ständig verbunden oder über das Netzwerk erreichbar, verschlüsseln aktuelle Versionen der Schädlinge auch diese Daten. Sie benötigen daher ein Backup an einer externen

Stelle. Dies kann zum Beispiel eine Wechselplatte oder ein grosser USB-Stick sein, den Sie wieder vom Rechner entfernen. Sollten Sie den Schädling auf dem Rechner haben, entfernen Sie diesen, bevor Sie die Festplatte anhängen. Erst wenn Sie ganz sicher sind, dass alles in Ordnung ist, spielen Sie Ihre vorher gesicherten Daten zurück.

rung zu sorgen. Im Internet gilt es Vorsicht walten zu lassen, und nicht jedes E-Mail oder jede Webseite anzuklicken und zu überlegen, will ich das wirklich? Nur so können Sie sich optimal vor den aktuellen Gefährdungen schützen.

Die Betrüger im Internet haben neue Wege gefunden, viel Geld zu verdienen. Da es mit den heutigen technischen Möglichkeiten nicht mehr möglich ist, die verschlüsselten Daten zu retten, ist es enorm wichtig, im Vorfeld für eine umfassende und geschützte Datensiche-

Die weiteren Dienstleistungen der goSecurity GmbH umfassen Penetration Tests, hersteller- und produkteneutrale Sicherheitsberatungen, ISO 27001 Zertifizierungsbegleitungen sowie Schulungen rund um die IT-Sicherheit.

DIENSTLEISTUNGEN

Andreas Wisler ist Dipl. Ing. FH, CISSP, CISA, ISO 22301 und 27001 Lead Auditor. Bei der goSecurity  GmbH ist er als Senior IT-Security Auditor für verschiedene Unternehmen tätig.

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IT-MANAGEMENT

IEC 30134: DIE RETTUNG FÜR DEN PUE-FAKTOR? Wird die Einführung der neuen Norm den PUE-Faktor zu einer tatsächlich nützlichen Kennzahl für die Energieeffizienz von Rechenzentren machen, oder hat der Missbrauch des Faktors zum Stützen von Marketingversprechen seinen Ruf irreparabel beschädigt? Janne Paananen, Technology Manager in Eatons Large Systems Group, liefert fachkundige Einblicke in diese wichtige Fragestellung.

P

UE (Power Usage Effectiveness) wurde 2006 vom Green-Grid-­ Konsortium entwickelt und ein­ geführt. Damit sollte eine nützliche und leicht verständliche Kennzahl für die Energieeffizienz von Rechenzentren geschaffen werden – mit der Absicht, zur Steigerung der Energieeffizienz beizutragen, indem eine schnelle und einfache Quantifi­ zierung solcher Effizienzsteigerungen e rmöglicht wurde. Tatsächlich hat der ­ PUE-Faktor dieses Ziel durchaus erreicht: Seit seiner Einführung hat sich die all­

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gemeine Energieeffizienz neuer Rechen­ zentren signifikant erhöht. Der PUE-Faktor bildet im Wesentlichen schlicht das Verhältnis der von einem ­Rechenzentrum insgesamt verbrauchten Energie zum Energieverbrauch seiner ITFunktionen ab. Diese Einfachheit hat ihn so populär gemacht. Allerdings ist die Lösung nicht perfekt; die Schwächen der Kennzahl wurden nur allzu oft zum Untermauern übertrieben optimistischer Marketingversprechen ausgenutzt. Dies hat

das Vertrauen in den PUE-Faktor untergraben, sodass diese Kennzahl bei vielen IT-Profis mittlerweile als diskreditiert und unzuverlässig gilt. Das ist zu bedauern, da sie bei ordnungsgemässer Anwendung ohne Zweifel ein äusserst nützliches Hilfsmittel darstellt. Der Missbrauch der Kennzahl wurde möglich, weil die Verfahren zu ihrer Messung und Berechnung bis heute nicht definiert wurden. So konnten Unternehmen den PUE-Faktor unter optimalen


IT-MANAGEMENT v­ ergleichen, ohne ein ganzes Jahr warten zu müssen. Ausserdem sollen sie einen ­relativ schnellen Hinweis darauf liefern, wie wirksam die Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz eines gegebenen ­Rechenzentrums sind. Durch die Festlegung von drei PUE-­ Kategorien sorgt IEC 30134-2 zudem für eine wichtige Verfeinerung. Kategorie 1 (PUE1) liefert einen grundlegenden Auflösungsgrad für Energieleistungsdaten, Kategorie 2 (PUE2) einen mittleren Grad und Kategorie 3 (PUE3) einen hohen Auflösungsgrad. In allen Kategorien wird die eingehende Energie am Wartungszugang des Energieversorgers gemessen, von dem aus die elektrischen und mecha­ nischen Geräte im Rechenzentrum versorgt werden. Die IT-Last wird jedoch je nach Kategorie an verschiedenen Stellen gemessen. Die wichtigste Konsequenz des Katego­ riensystems besteht darin, dass die höheren Kategorien stufenweise präzisere Messungen des Energieverbrauchs liefern, da diese Messungen näher an den jeweiligen Verbrauchern erfolgen. Ausrüster und Betreiber von Rechenzen­ tren sind in der Wahl der jeweiligen PUEKategorie nicht ganz frei. Je geringer der gemeldete PUE-Wert ist, desto höher muss die PUE-Kategorie sein: Die Rechenzen­ tren, die auf optimale Effizienz der Infrastruktur und geringsten PUE-Faktor ausgelegt sind, benötigen als Beleg der Aussagen auch präzisere Messungen.

Bedingungen bestimmen (oft als «DesignPUE-Faktor» bezeichnet), anstatt unter realistischen Bedingungen beim nor­ malen Betrieb des jeweiligen Rechen­ zentrums. Glücklicherweise steht die Einführung einer neuen Norm bevor: IEC 30134-2 wurde eigens dafür entwickelt, dem PUE-Faktor mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dazu wird darin genau festgelegt, wie er zu ­messen ist und welche Daten den Mes­ sungen beigefügt werden müssen.

Die neue Norm unterstreicht insbesondere, dass ein als «PUE» bezeichneter Wert auf Messungen beruhen muss, die über den Zeitraum eines ganzen Jahres vorgenommen wurden. Auf diese Weise werden saisonale Effekte ausgeschlossen. PUEBestimmungen sind auch über einen kürzeren Zeitraum zulässig, allerdings müssen die Ergebnisse in diesem Fall als «iPUE» (Interim-PUE)-Werte ausgewiesen werden. Diese Werte dienen hauptsächlich dazu, die Energieeffizienz eines neuen Rechenzentrums mit dem Auslegungswert zu

Die Norm verlangt ausserdem, dass öffentlich gemeldete PUE-Werte von Daten flankiert werden, die unter anderem über die Kategorie, das Abschlussdatum und den Präzisionsgrad der Messungen sowie die Grösse der Anlage Auskunft geben und genaue Angaben zu den externen Umgebungsbedingungen (z. B. Niedrigst-, Höchst- und Durchschnittstemperaturen) enthalten. Neben den Definitionen zum Berechnen von PUE-Werten liefert die Norm zudem Leitlinien zum Verwenden dieser Werte. Insbesondere warnt sie vor direkten numerischen Vergleichen zwischen Rechenzentren. Es ist davon auszugehen, dass die Implementierung von IEC 30134-2 einen Beitrag dazu leisten kann, den Ruf des ­PUE-Faktors als zuverlässige Kennzahl wiederherzustellen. Dies ist jedoch nur

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dann wirksam möglich, wenn IT-Profis die dem PUE-Konzept innewohnenden Einschränkungen berücksichtigen. So ist es beispielsweise nicht immer sinnvoll, den kleinstmöglichen PUE-Faktor anzustreben, da dies zu einer Überop­ timierung eines bestimmten Aspekts im Betrieb des Rechenzentrums führen kann, wobei das Gesamtbild ausser Acht gelassen wird. Tatsächlich tritt diese ­Situation überraschend häufig auf. Oft entsteht sie aufgrund einer Vernachlässigung des Gesamtbilds sowie einer schlechten Kommunikation zwischen den Teams, die für die verschiedenen Projektteile verantwortlich sind. Es darf dabei auch nicht vergessen werden, dass der PUE-Faktor, so nützlich er auch ist, keineswegs eine unfehlbare Kennzahl darstellt, selbst wenn die Messungen und Berechnungen ordnungs­gemäss durchgeführt werden. Einige Massnahmen, die insgesamt zu einer S ­ teigerung der Energieeffizienz führen, können sogar einen schlechteren PUE-Faktor nach sich ziehen. Dazu zwei Beispiele: Das IT-Team eines Rechenzentrums legt Server zusammen und optimiert die Leistung des IT-Systems, was zu enormen Einsparungen beim Energieverbrauch führt – jedoch gleichzeitig den PUE-Wert, eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt, in die Höhe treibt.

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In einem Rechenzentrum wurde eine Wärmepumpe installiert, um die überschüssige Wärme aus den Serverräumen zum Beheizen von umliegenden Wohnungen zu nutzen. Gemäss allen vernünftigen Massstäben hatte sich die Energieeffizienz des Betriebs insgesamt erheblich ver­ bessert, weil die Abwärme nicht mehr verschwendet wurde. Allerdings wurde der PUE-Faktor nach I­nstallation der Wärmepumpen aufgrund der zusätzlich benötigten Energie zur Versorgung der Pumpen deutlich schlechter. Diese beiden einfachen Beispiele verdeutlichen, dass ein Rechenzentrum und dessen Energieeffizienz als Gesamt­ system zu betrachten sind. Nur so lassen sich die Auswirkungen von Massnahmen auf seine Auslegung vollständig über­ blicken. Das Ziel sollte in der Steigerung der Energieeffizienz insgesamt bestehen sowie darin, sie unter verschiedenen Lastbedingungen aufrechtzuerhalten – nicht nur unter optimalen Auslegungs­ bedingungen. Kann noch mehr getan werden, um den Nutzen und die Zuverlässigkeit des PUEFaktors zu erhöhen? Diese Frage ist zweifellos zu bejahen. Allerdings ist irgendwann ein Punkt erreicht, an dem die Kosten und die Mühen durch zunehmende Komplexität dem Ziel einer einfachen sowie leicht messbaren und verständlichen Kennzahl entgegenstehen.

So gab es zum Beispiel den Vorschlag, dass eine verpflichtende Regulierung, ggf. unter Einbeziehung von unabhängigen ­Audits, den PUE-Faktor zu einer zuverlässigeren Kennzahl machen könnte. Dies ist im Prinzip vernünftig, allerdings wirft der Vorschlag die Frage auf, wer solche Audits anstossen und durchführen sollte und wer die Kosten tragen würde. Der PUE-Faktor wird immer eine verführerische Messgrösse sein, da die Suche nach einer Möglichkeit zur Vereinfachung komplexer Probleme, wie der Auswertung der Energieleistung von Datenzentren, in der menschlichen Natur liegt. Daher ist es eine gute Nachricht für die IT-Welt, dass IEC 30134-2 sehr wahrscheinlich einen Beitrag dazu leisten wird, den Ruf des PUE-Faktors als zuverlässige Kennzahl wiederherzustellen. Dennoch dürfen die in diesem Artikel erörterten Einschränkungen dieser äusserst wichtigen Kennzahl nicht ausser Acht gelassen werden. Gerade, wenn es um eine wirklich verlässliche Messung der Energieeffizienz von Datenzentren geht, ist ein Blick auf das Gesamtbild unerlässlich. Eine einzelne Kennzahl reicht hierzu nicht aus – wie verlockend dies auch sein mag.

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UMWELTBEWUSST DRUCKEN MIT KYOCERA. FÜR UNSERE UMWELT UND IHRE KLIMABILANZ. PRINT GREEN von KYOCERA Document Solutions bietet Ihnen ein ganzes Massnahmenbündel für ressourcenschonendes und klimabewusstes Drucken. Intelligente Hard- und Software-Lösungen von KYOCERA helfen Ihnen, Papier- sowie Verbrauchsmaterial zu sparen. Mit dem CO2-neutralen Toner* von KYOCERA handeln Sie sogar schon bei der Beschaffung klimabewusst. So wird Umweltbewusstsein zum festen Bestandteil der täglichen Arbeit. Erfahren Sie mehr über Print Green von KYOCERA: http://www.printgreen.kyoceradocumentsolutions.ch

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GREEN-IT

MIT KYOCERA PRINT GREEN DIE CO2-BILANZ VERBESSERN KYOCERA BIETET KLIMANEUTRALES DRUCKEN AN Ab sofort bietet KYOCERA Schweiz seinen Kunden die Möglichkeit, klimaneutral zu drucken. In Zusammenarbeit mit der Klimaschutzorganisation myclimate führt der Dokumentenlösungs-Spezialist das hauseigene, in Deutschland sowie Österreich bereits bekannte Programm «Print Green» neu auch in der Schweiz ein und stellt seinen Originaltoner für sämtliche Druck- und Kopiersysteme klimaneutral. Der Kunde spart pro Seite ca. 1 Gramm CO2 ein, die KYOCERA für ihn kompensiert. Dazu investiert das Unternehmen jährlich eine erhebliche Summe in ein internationales Klimaschutzprojekt.

«

Seit Unternehmensgründung hat das Thema Umweltschutz für uns höchste Priorität. So stehen wir mit unserer ECOSYS-Technologie, durch die bis zu 70 Prozent weniger Abfall entsteht als bei herkömmlichen Systemen, seit langem für wirtschaftliches Drucken und Kopieren. Nun gehen wir noch einmal einen Schritt weiter. Die CO2-Kompensation aller über

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KYOCERA Schweiz vertriebenen KYO­CERA Originaltoner ist unsere bisher grösste Investition in diesem Bereich», sagt Peter Arnet, General Manager bei KYOCERA Document Solutions Schweiz. «Mit je­ der gedruckten Seite kompensiert der Kunde 1 Gramm CO 2. Jährlich werden so in Deutschland und Österreich bereits rund 21’000 Tonnen CO2 kompensiert.


GREEN-IT Dies entspricht der Menge, die etwa 3’000 Hin- und Rückflüge von der Schweiz nach Australien verursachen würden.

ENERGIEEFFIZIENTE KOCHER IN KENIA Die Spendensumme fliesst in ein Projekt der Klimaschutzorganisation myclimate, in dessen Rahmen der Einsatz effizienter Kocher im kenianischen Siaya-Gebiet gefördert wird. «Durch unser langfristiges Engagement vor Ort möchten wir nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch helfen, den Alltag der Menschen zu erleichtern. KYOCERA leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag, um dieses wichtige Projekt zu realisieren», erklärt Stefan Baumeister, Geschäftsführer der myclimate Deutschland GmbH. Haushalte im Siaya-Gebiet kochen traditionellerweise auf offenen Feuerstellen, Feuerholz wir dabei sehr ineffizient verbrannt. Im Rahmen des Projekts sollen innerhalb von sieben Jahren 41’700 effiziente und in der Region produzierte Kocher in den Gemeinden verteilt werden. Dadurch können nicht nur bis zu 50 Prozent Feuerholz eingespart werden: dank des besseren und effizienteren Verbrennungsprozesses können gesundheitsschädliche Rauchemissionen reduziert und die Luftqualität im Innern der Haushalte verbessert werden. Auch Arbeitsplätze werden durch die regionale Produktion entstehen.

KYOCERA PRINT GREEN myclimate und KYOCERA Deutschland haben bereits vor mehreren Jahren gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) das Klimaschutzprogramm Print Green entwickelt. Im Rahmen von Print Green können die CO 2 -Emissionen, die während eines Druckerlebens – etwa bei der Herstellung, dem Transport sowie der Nutzung und Verwertung – unweigerlich entstehen, kompensiert werden. Der Toner macht dabei rund die Hälfte der CO 2 -Emittenden aus, die während der Nutzungsphase entstehen. Die Kompensation dieser Menge wird automatisch von KYOCERA übernommen. Darüber hinaus haben Kunden aber die Möglichkeit, im Rahmen von Print Green ihr komplettes K YOCERA System CO 2 -­ neutral zu stellen. Peter Arnet: «Die Idee hinter Print Green ist es, dass wir gemeinsam mit unseren Kunden einen Beitrag für den Umweltschutz leisten beziehungsweise Unternehmen dabei unterstützen, ihre eigene CO 2 -Bilanz zu verbessern. Wir übernehmen daher den Toner und freuen uns, wenn möglichst viele Endkunden die CO 2 -Emissionen ihrer Drucker- und Multifunktionssysteme kompensieren und so die Arbeit von myclimate unterstützen».

HINWEIS Weitere Informationen zum Umwelt­ engagement von KYOCERA sowie zum Print Green Programm gibt es im Internet auf www.printgreen.kyocera.ch

Ausgabe 2016 // Seite 43


FAHNEN UND FLAGGEN

KELLER FAHNEN AG Keller Fahnen wurde 1982 von Walter und Denise Keller gegründet. Die Firma ist seit über 30 Jahren erfolgreich als Versandhändler tätig. Wir bieten unseren Kunden ein umfangreiches Sortiment an Produkten für drinnen und draussen. Dank jahrelanger Erfahrung mit Werbefahnen und textiler Aussenwerbung sowie Display-Konzepten im Innenbereich haben wir heute eine Spitzenposition in der Auftrittspflege von Unternehmen erreicht.

W

ie gross ist die Keller Fahnen AG und was sind die wichtigsten Standbeine? Am Hauptsitz in Biberist teilen sich rund 50 Personen den Arbeitsplatz. Dazu gehören der Kundendienst, das Ladenpersonal, der Verkaufsinnendienst, der Einkauf, das Marketing, die Grafik- und die Logistik­ abteilung. Die Standbeine der Firma Keller Fahnen AG setzen sich aus Fahnen für Firmen und Privatpersonen, Blachen und Nützlichem rund um Haus und Garten zusammen. Dank der laufenden Überprüfung der Kundenbedürfnisse mittels jährlicher Kundenbefragungen, konnten wir über die Jahre hinweg ein stabiles, ganzjähriges Sortiment aufbauen. Darin haben sogar Genussmittel ihren Platz. Welche Marken verkauft die Keller Fahnen AG? Keller Fahnen hat ein grosses Portfolio an Eigenmarken. Bei unseren Fahnenstoffen unterscheiden wir zwischen Superflag und Strongo und bei den B2B-Kunden zwischen Standard-, Strongo- und Longlifeflag. SwissTime ist unsere exklusive Uhren­ kollektion, unsere Lederwaren und die textilen Artikel sind mit Swissline gebrandet, Ron Carido und Felador sind unsere Genussmittelbrands. Alle Eigenmarken werden durch renommierte Produzenten in hochwertiger Qualität zu einem vernünftigen Preis- / Leistungsverhältnis am Markt angeboten. In den Bereichen, welche wir nicht selbst abdecken können, führen wir bekannte Marken wie Victorinox, TRISA, LED Lenser, usw.

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Keller Fahnen AG betreibt in Biberist einen grossen Verkaufsladen. Was sind dessen Eigenschaften und Öffnungszeiten? Ob Fahnen, Masten, Blachen, Praktisches für Haus und Garten, Swissness, Schnäppchen, Markenprodukte oder auch saisonale Angebotsbereiche wie Weihnachtsartikel und einen grossen Feuerwerksverkauf finden Sie bei uns direkt vor Ort. Zusätzlich profitieren Sie von Einzelstücken zu super Preisen. Unser freundliches und kom­ petentes Verkaufsteam berät Sie gerne persönlich. Weitere Hinweise zu Kontakt und Öffnungszeiten finden Sie auf der rechten Seite. Gemeinde- und Bundesfahnen müssen bis ins Detail stimmen. Arbeiten Sie bei Neu- / Spezialanfertigungen mit den Behörden eng zusammen oder lässt man Ihnen freie Hand? Grundsätzlich bestimmt die Blasonierung das Fahnensujet. Diese hat ihren Ursprung im Mittelalter als es eine der Aufgaben eines Herolds war, die Herkunft der Wappen an- oder durchreisender Ritter zu bestimmen. Jede Fahne wurde definiert (blasoniert). Wir greifen auf unsere eigene Datenbank zu, wo wir alle Länder-, Kantons- und Gemeindefahnen in hoher Auflösung abgespeichert haben. Sobald wir eine Be­stellung erhalten, wird die Fahne nach individuellem Wunsch auf unsere hochwertigen Stoffe gedruckt oder genäht und auf Kundenbedürfnis von Hand konfek­tioniert. Wir sind bekannt für unser grosses Bildarchiv. Regelmässig werden wir auch

von Gemeinden und Behörden nach hochauflösenden Bilddaten gefragt. Die Schweizer Armee präsentiert die Fahnen und Flaggen mit sehr vielen Stickereien und Kordeln. Werden diese Banner als Einzelstücke oder in einer Serie bestellt? Wir versuchen grundsätzlich alle Kundenwünsche umzusetzen. Die Auflage bestimmt meistens auch die Produktionsart. Normalerweise werden aber exklusive Fahnen und Wappen, welche zu Repräsentationszwecken verwendet werden als Einzelstücke von Hand genäht und konfektioniert. Besonders beliebt sind die hochwertigen Einzelstücke auch bei Musikgesellschaften, Schiess- und weiteren Vereinen. Wie wichtig ist die Reihenfolge der Fahnen? Die Fahnenreihenfolge ist ausschlaggebend. Bei Fahnen gibt es klare Hierarchien. Grundsätzlich gilt, dass die Nationalfahne immer Vorrang vor den Fahnen der Kantone und der Gemeinden hat. Bei der Anordnung von mehreren Fahnen richtet sich die Reihenfolge nach deren Wichtigkeit. Die zentrale Regel lautet: Die Abfolge ist wie bei einer Siegerehrung auszurichten. Demnach flattert in der ­Regel die Schweizerfahne zuoberst oder in der Mitte, links ist aus Sicht des Betrachters die zweitwichtigste Fahne zu platzieren, der rechte Platz hat dritte ­Priorität. Bei einer Fünferkombination sieht die Abfolge bei Einhaltung dieses Prinzips folgen­ d ermassen aus: Ganz links wird eine Gemeinde­fahne platziert, es folgt die  Kantonsfahne, in der Mitte


die Schweizer Fahne, danach die Bezirksfahne und ganz rechts eine Firmenoder Familienfahne. Die Schweizer-Fahne ist sicher ein Exportschlager? Wenn ja, welche Länder sind sehr erfreut an Swiss-MadeQualität? Die Keller Fahnen AG ist ein Schweizer Unternehmen mit Hauptsitz in Biberist im Kanton Solothurn. Aus strategischen Gründen verkaufen und versenden wir keine Artikel ins Ausland.

Wie gross ist die ausländische Konkurrenz? Durch unsere langjährige Erfahrung und Kompetenz haben wir uns als der Fahnenspezialist schlechthin positioniert. Der Fahnenmarkt in der Schweiz ist überschaubar, es gibt aus unserer Sicht nur eine Handvoll Profis welche die hohen Qualitätsanforderungen umsetzen können. Natürlich kommt auch Konkurrenz aus dem Ausland und drängt in den Schweizer Markt, welche minderwertige Fahnen zu günstige Konditionen anbieten

DIENSTLEISTUNGEN Bei der Keller Fahnen AG profitieren Sie von bedeutenden Vorteilen wie einer grossen Fach- und Servicekompetenz für Fahnen und Fahnen­masten, schnelle Lieferung, Montageservice für Masten und Weihnachts­beleuchtung. Sind Sie auf der Suche nach einer Fahne oder einem praktischen Produkt für Ihr Haus und Garten? Dann ist die Keller Fahnen AG als in der Schweiz führendes Versandunternehmen für Fahnen, Masten, Blachen und Praktisches für Haus und Garten genau das Richtige für Sie.

kann. Wir sind der Überzeugung, dass wir uns langfristig gegenüber unseren Mitbe­werbern durch die hohe Qualität, die Er­reichbarkeit, unsere Garantie- und Serviceleistungen und unsere Leidenschaft durchsetzen können.

WEITERE INFORMATIOEN Öffnungszeiten Kundendienst: Mo.– Fr. 8.00 –20.00 Uhr durchgehend Sa. 8.00 –17. 00 Uhr durchgehend Öffnungszeiten Laden: Mo.– Fr. 9.00 –12.30 Uhr+13.00–18.00 Uhr Sa. 9.00 –16.00 Uhr durchgehend Keller Fahnen AG Holzackerstrasse 5 4562 Biberist Telefon +41 (0) 32 671 11 11


FAHNEN UND FLAGGEN

FAHNEN UND FLAGGEN HERGESTELLT IM ST. GALLER RHEINTAL In Wappenkunde auf der Höhe, eigene Näherei und grösste Auswahl in Fahnenproduktion sowie Befestigungsvarianten. Deshalb ist die Fahnenfabrik Sevelen AG der bevorzugte Partner für Gemeinde, Stadt, Bund oder Behörde.

F

ahnen sind unsere Leidenschaft. Die Fahnenfabrik Sevelen AG wurde in den 50er-Jahren gegründet. Mittlerweile eine verwurzelte Traditionsfirma, seit 1966 eine Aktiengesellschaft und seit jeher der Qualität verpflichtet. Farbenfroh flatternd, mit reichem historischem Background oder faszinierend, avantgardistisch. Eine Fahne ist nicht nur ein Stück Stoff, sondern Bild gewordene Geschichte oder auffallendes Werbemittel mit grosser Anziehungskraft. Wofür stehen Sie ein – wie lässt sich dies besser ausdrücken als mit einer Fahne? Klar, plakativ und ohne Worte zieht sie die Blicke auf sich. Mit Fahnen zeigen Sie Stolz auf die Nation, den Kanton, die Gemeinde oder heissen so Ihre Gäste mit entsprechenden Wappen willkommen. Mit Fahnen und Stoffbannern kann man aber auch effektiv und nachhaltig für einen Standort, eine Feier oder einen anderen Anlass werben. Ein Stück Stoff mit Symbolgehalt. Unsere Marken sind nicht nur Lippenbekenntnisse. Wir haben uns Qualität und Ökologie auf die Fahne geschrieben… und was schreiben Sie auf Ihre Fahne? Die Mitarbeiter der Fahnenfabrik Sevelen AG setzen sich tagtäglich und mit Begeisterung dafür ein. Wir verstehen Ihre Wünsche, denken Projekt bezogen und können auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Nach Ihren Anforderungen, in unserer eigenen Schweizer Näherei, stellen wir offizielle Wappen her (Schweiz, Kanton, Gemeinde, Quartier, ehemalige).

Widdergasse Zürich (Zunft- und Familien-Wappen)

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Geht es um Ihr Logo, eine Standort- oder Anlass-Werbung sind Sie bei der Fahnenfabrik Sevelen aber genauso an der rich-


FAHNEN UND FLAGGEN

Fahnenfabrik Sevelen AG – daher weht der Wind

Fahnen-Produktion im Rheintal

tigen Adresse. Bei Ihrem Wunschsujet kommt unsere Kompetenz im Stoffdruck zum Zug; auf Fahnen oder Werbesegel, Banner, Displays, Sonnenschirme etc.

Qualitätsfahnen aus Sevelen

• seriflag® – starkes Preis- / 

Ob in Befestigungsfragen • Kandelaber-Aufhängung (Standard-Ausführung oder Delux-Variante ohne Leiter) • Fahnenmasten auf Plätzen und bei Gebäuden (mit oder ohne Ausleger) • Fahnenstangen mit Fassadenhalterung • Aufhängung über der Strasse

Leistungsverhältnis Siebdruck Schweiz / Kantone, beste Schweizer Näharbeit ➞ passend zu suitex® • digiflag® PLUS – Hightech für Kleinauflagen Digitaldruck, sehr stabil und starke Farben • digiflag® – günstige Einzelstücke Standard-Digitaldruck, wie man ihn kennt; gut und günstig

oder bei Fahnen und Kandelaberflaggen in allen Varianten • suitex® – die schönste und beste Qualität traditionell, reparierbar, mit Oekotex ® 1 000 zertifiziertem Schweizer-Stoff ➞ passend zu seriflag®

bei der Fahnenfabrik Sevelen AG ist Beratung inklusive und Sie können auf bestmögliche Umsetzung Ihrer Anforderungen zählen. Qualität ist Programm, Nachverkauf-Betreuung Pflicht und Heraldik/Vexillologie (Wappen-/Fahnen-Kunde) Leidenschaft.

WEITERE INFORMATIOEN Verlangen Sie ein Angebot ➞ offizielle Stellen haben bei uns Sonderkonditionen! Informieren Sie sich auf unserer Homepage: www.fahnenfabrik.ch Fragen Sie uns per E-Mail: info@fahnenfabrik.ch oder Telefon: 081 785 13 33 / 062 771 44 11 Kommen Sie vorbei: Hauptgeschäft in der Ostschweiz: Schöngass 1, 9475 Sevelen SG Montag bis Donnerstag 8–12 Uhr und 13.30–17.30 Uhr / Freitag 13.30–16 Uhr Filiale Mittelland: Luzernerstrasse 12, 5712 Beinwil am See AG Jeweils am Freitag 14–18.30 Uhr

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FAHNEN UND FLAGGEN

IHR FAHNENMACHER DIE SCHWEIZER FAHNENFABRIK FÜR HÖCHSTE QUALITÄT Fahnentschudi wurde im Jahr 2009 als Eigenmarke der Firma Tschudi Technology  GmbH lanciert, welche 1999 gegründet wurde. Fahnentschudi umfasst den gesamten Dienstleistungsumfang von der Beratung, Gestaltung, Produktion, Lieferung bis hin zur Entwicklung von Beflaggungssystemen. Wir haben eine eigene Produktion in Wattwil SG.

D

ie Firma Tschudi Technology, aus der wir hervorgegangen sind, entwickelte ab 1999 bereits die weltweit ersten Digitaldrucksysteme für Stoffe.

Mit der neuen T-Rex 320  M aschine für industriellen Textildruck hat Fahnentschudi in Zusammenarbeit mit Tschudi Techno-

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logy GmbH im Jahr 2015 neue Massstäbe gesetzt und die neue Textildruckgeneration entwickelt. Als Pioniere und Entwickler dieser Drucksysteme, -maschinen und Software garantieren wir Ihnen eine umfassende und erstklassige Leistung. Qualität ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Mit Sorgfalt und Kreativität, mit

gemeinschaftlichem Einsatz und viel Liebe zum Handwerk beraten wir Sie aus erster Hand. Dank modernster Herstellungsverfahren, unserer grafischen Umsetzung, der Produktion und Konfektion, garantieren wir Ihnen eine rasche und qualitätsbewusste Herstellung hochwertiger Fahnen und


FAHNEN UND FLAGGEN moderner Präsentationssysteme für den In- und Outdoor-Bereich. Wir beliefern bereits seit Jahren viele Gemeinden, Behörden und öffentliche Dienste. Aber auch Firmen- und Privatkunden schätzen unsere erstklassigen Produkte. In unserem Onlineshop können Fahnen bereits ab 1 Stück bestellt werden. Wir beraten Sie gerne kostenlos und unverbindlich.

WEITERE INFORMATIOEN Fahnentschudi by Tschuditechnology GmbH Ebnaterstrasse 70 9630 Wattwil (SG) Telefon +41 (0) 71 985 00 13 office@fahnentschudi.ch www.fahnentschudi.ch


AUS- UND WEITERBILDUNG

SPAREN SIE SICH DIE FAXEN! Die Swisscom plant, Ende 2017 alle Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse abzuschalten. Dies betrifft auch herkömmliche Faxgeräte. In der Schweiz geraten dadurch rund drei von vier Firmen unter Zugzwang. Kein Grund die Hände zu verwerfen. Mit einer durchdachten Vorbereitung lassen sich danach sogar Prozesse optimieren. Dolphin Systems AG ist einer der wenigen unabhängigen Faxservice-Spezialisten, welcher diesbezüglich eine umfassende Beratung anbietet.

D

ie Swisscom folgt bei der Umstellung auf All-IP, dem internationalen Trend. Die Deutsche Telekom schaltet das analoge Netz nur ein Jahr später ab. Andere Länder werden folgen.

WESHALB DIE ABSCHALTUNG? ISDN revolutionierte zwischen dem Ende der 80er und dem Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts weitläufig die Welt der Telekommunikation. Zum ersten Mal stand ein moderner Standard zur Verfügung, mit dem gleichzeitig Sprache und Daten transportiert werden konnten. Für die Mehrzahl der privaten Nutzer ist es bereits selbstverständlich ein digitales Komplettangebot mit zusätzlichen Funktionen zu nutzen: Telefonie, HighspeedInternet, zeitversetzte TV-Angebote,­Streaming sowie Filme und Serien «on demand» usw. Doch solche Datenmengen können nur moderne Netzwerke via IP bewältigen – mit weniger Bandbreite bei gleichzeitig höherer Kapazität. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nun bald die Geschäftswelt an der Reihe ist.

UMSTELLUNG ALS CHANCE Die Umstellung bietet die Möglichkeit, grundlegend über die Zukunftsfähigkeit der Telefonie-Infrastruktur in der eigenen Unternehmung nachzudenken. Neben klassischen inhaus gehosteten Telefon­ anlagen sind extern betriebene CloudLösungen in aller Munde. Ist die Infrastruktur für eine voll digitalisierte Lösung einmal umgesetzt, können Unternehmen jeder Branche und Grössenordnung viel flexibler auf neue Anforderungen reagieren. Die wirtschaftlichen Vorteile lassen sich natürlich schlecht quantifizieren. Jedoch kann durch die Optimierung des administrativen Aufwands, der Grundgebühren und anderen Telekommunikationskosten einiges eingespart werden.

WAS MUSS GETAN WERDEN? Am Anfang sollte eine detaillierte Analyse durchgeführt werden. Diese ermöglicht die

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Ende 2017 schaltet Swisscom die bewährten Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse ab. Tausende von Unternehmen stehen deshalb unter Zugzwang!

Entwicklung eines technisch und finanziell vernünftigen Lösungskonzepts. Von der Einholung der ersten Offerte bis zur vollendeten Umstellung sollten Firmen vier bis acht Wochen einplanen. Offerten vergleichen und interne Koordination benötigen am meisten Zeit. Die Umstellung kann man dann oft innerhalb eines Tages oder sogar im Laufe weniger Stunden realisieren.

DEN RICHTEN PARTNER FINDEN Viele Firmen sind mit diesen Aufgaben jedoch überfordert. Vor allem diejenigen, deren Unternehmensprozesse auf der Kommunikation per Fax basieren oder Teil davon sind. Sicher ist: Mittel- bis langfristig verschwinden analoge Faxdienste vom Markt. Webbasierende Cloud-Lösungen wie eCall ersetzen nach und nach diese Dienste. eCall, die Faxlösung von Dolphin Systems AG, ist komplett unabhängig von der firmeneigenen Telefonie und Infrastruktur. Das Unternehmen aus Wollerau bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung im Schweizer IT-Markt und Online-Faxbusiness mit. Deshalb ist es ein idealer Partner, wenn es um die Beratung und Umsetzung bezüglich einer solchen Lösung geht.

FOKUS AUF DER BESTEN LÖSUNG Ein weiterer entscheidender Vorteil, den Dolphin gegenüber den grossen Telekom­ anbietern vorweist, ist die Unabhängigkeit. Es besteht kein Druck, unbedingt eigene Produkte oder Services verkaufen zu müssen. Dadurch kann eine kostenlose rundum Beratung zum Thema angeboten werden – mit Fokus auf der für ein Unternehmen besten Lösung.

KONTAKT Dolphin Systems AG 8832 Wollerau Telefon +41 (0) 44 787 30 70 www.dolphin.ch info.ecall.ch/alles-ueber-IP-2017


AUS- UND WEITERBILDUNG

UNTERRICHTEN UND LERNEN DEFINIEREN SICH NEU Aktuell erleben wir einen Wandel im Lehren und Lernen durch den zunehmenden Einfluss und Einsatz von Technologie. Gut beraten ist, wer sich damit auseinandersetzt, denn die digitalen Annehmlichkeiten und dessen Fortschritt wird uns – nicht nur im Bildungswesen, weiter begleiten. Also: hinschauen und hinhören!

Live-workshop mit den Lehrpersonen einer Primarschule.

D

iese Entwicklung hat man bei Embru ernst genommen, und hat Anfang 2016 entschieden mit Promethean zusammenzuarbeiten. Interaktivität ist allgegenwärtig und so verwundert es nicht, dass Schulabgänger aus den Hochschulen oder neu einzustellende Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen entsprechende (interaktive) Werkzeuge erwarten oder gar fordern. Doch wie so oft, geht es nicht alleine um das ‹Werkzeug› selbst, sondern vielmehr um die Fantasie und die Befähigung der Person, die die didaktischen Inhalte methodisch spannend und wohl dosiert einzusetzen vermag.

GENAU DA SETZEN WIR BEI EMBRU AN. Dank der neuen Partnerschaft mit Promethean kann Embru die jahrzehntelange Erfahrung als grösster Komplettanbieter im Schweizer Schulmarkt perfekt mit dem Know-How des Marktführers bei Lösungen in der interaktiven Lerntechnologie kombinieren und entsprechend einsetzen. Mit 7 Aussen-, 13 Innen- und 12 Kundendienst MitarbeiterInnen an 4 Standorten

Mitarbeiter von Embru in der Produkteschulung.

deckt Embru den Schweizer Schulmarkt geographisch und sprachlich perfekt ab. Dank sukzessiver und nachhaltiger Schulung unserer MitarbeiterInnen im Verkauf, im Kundendienst und in der Montage, ist für unsere Kunden höchste Kompetenz und Sicherheit gewährleistet. Unsere Schulungsleiter bieten auf den verschiedenen Schulstufen modular aufgebaute und spezifisch ausgerichtete Schulungen an. Diese können an einem unserer Standorte oder direkt an der Schule stattfinden. Zentral in allen Schulungen ist die Tatsache, dass es eben nicht um Technik und deren Komponenten geht sondern um die Menschen die sie einsetzen und deren Fähigkeiten, Wünsche und Erwartungen. Dies bildet den sogenannten pädagogischen Mehrwert eines Systems und unterscheidet, ob ein Partner ein Komplettanbieter oder eben doch nur ein Komponentenhändler ist.

ACTIVINSPIRE HANDBUCH Mit den ActivInspire Handbücher für Einsteiger und Fortgeschrittene (deutsch und

französisch) können Sie als Lehrperson, Dozent oder anderer Anwender sofort nach der Installation mit der Nutzung der Promethean-Produkte beginnen. Schritt für Schritt leitet das Handbuch zu den ersten Werkzeugen und deren Anwendung. Es gibt Tipps und Hinweise für den Unterricht, das Zusammenarbeiten mit den Schülern zeigt die neuen Möglich­ keiten der integrierten Android Box oder wie die ActiView noch effizienter in und mit ActivInspire und ClassFlow (AWARDGewinner Worlddidac 2016) in den Unterricht eingebunden werden kann. An den Swiss Education Days vom 8.–10. Nov. 2016 stellen wir Lösungen ­ der interaktiven Lerntechnologie zusammen mit unserem aktuellen Schulmobiliar aus. Besuchen Sie uns, wir senden Ihnen gerne Gratis-Tickets wenn Sie sich unter schule@embru.ch bei uns melden. Wir freuen uns auf Sie.

WEITERE INFORMATIONEN www.embru.ch/schule

Ausgabe 2016 // Seite 51


GERÜSTET FÜR DIE ENERGIE-HERAUSFORDERUNG Die Versorgung mit Energie ist eine der grössten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Komplexität der Märkte nimmt drastisch zu. Parallel dazu entwickeln sich die Erzeugungstechnologien. Vieles ist im Umbruch. Deshalb werden gerade auch die Führungskräfte stark gefordert. Um für diese anstehenden unternehmerischen Herausforderungen im Sinne eines ganzheitlichen und vernetzten Denkens gerüstet zu sein, sind Weiterbildungen gerade für zukünftige Führungskräfte unabdingbar.

D

er Energiemaster vermittelt hier eine solide und ausgewogene Gesamtwissensbasis über die Energie­ wirtschaft inklusive Energietechnik und -Handel, abgerundet durch das Energierecht. Aufbauend auf dem Basiswissen werden gemäss Karin Eggert, Studien­ leiterin, die aktuellen Themen und Herausforderungen der Energiewirtschaft mit den Experten fachlich erfasst, diskutiert und bearbeitet.

VIELSCHICHTIGE FACHLEUTE GESUCHT Für Eggert steht fest, dass die Fachleute der Zukunft immer vielschichtiger ausgebildet sein müssen, um die notwendigen und zielführenden Lösungen in der Praxis

entwickeln zu können. «Somit wird zusätzliche Weiterbildung immer wichtiger in Richtung ‹lebenslanges Lernen›». Mit dem Master in Energiewirtschaft an der HTW Chur bietet die Hochschule seit fünf Jahren erfolgreich ein Weiterbildungsangebot an, welches genau jene Fähigkeiten, die Führungskräfte heute und zukünftig benötigen, vermittelt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Zusammenwachsen der Energiewirtschaft mit der ICT-Landschaft. Die Aufgaben, Herausforderungen und Lösungen der Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die Energiestrategie 2050 und deren Vorgaben, sind nur mit zielführenden ICT-Lösungen machbar. Solchen Lösungsansätzen wird im

«Nach vielen Jahren in der elektrischen Energieversorgung wollte ich meine Berufserfahrung mit zusätzlichem Know-how abrunden. Dank der HTW Chur wurde es viel mehr: Der MAS Energiewirtschaft vermittelt Kenntnisse über regenerative Energien, Energiehandel, Tarifberechnungen, Systemdienstleistungen und noch vieles mehr. Diese Ausbildung ist empfehlenswert für alle, die mit Strom oder Gas als Energieträger regelmässig zu tun haben und ein ganzheitliches Verständnis dieser für unsere Gesellschaft wichtigen Branche haben wollen.» – Serge Wisselmann, Absolvent, AS Planning & Procurement Specialist, TSO Markets Planning –

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Energiemaster ein entsprechender Rahmen gegeben. «Manager», betont Eggert, «müssen künftig vielseitiger sein. Sie müssen neben den betriebswirtschaftlichen und technischen Kenntnissen auch zunehmend Sozial- und Managementkompetenzen haben. Sie brauchen den Überblick über die gesamte Branche in Verbindung mit angrenzenden Wissensgebieten und darum benötigen sie sowohl Expertinnenwie auch Generalistenwissen. Die Komplexität wird weiter zunehmen, noch vernetzteres Denken ist gefordert.

UMFASSENDE WISSENSVERMITTLUNG Die HTW Chur füllt die Rucksäcke der Managerinnen mit diesem Weiterbildungsmaster gut. Die erste Stufe und damit die Basis des Masters besteht aus einer Weiterbildung in General-ManagementFächern. Die sechs dazugehörigen Module vertiefen das betriebswirtschaftliche Grundwissen. • Unternehmensführung • Marketing, Entwicklung und Produktion • Personal und Organisation • Finanzen und Controlling • Volkswirtschaftslehre und Recht • Management-Methodik


AUS- UND WEITERBILDUNG

INFOABENDE Infoabende finden jeweils von 18.30 – 20.00 Uhr im KLZ in Zürich statt. Weitere Informationen sind ersichtlich auf: htwchur.ch/energiemaster

zusammengetragen und in den Lernin­ halten «Zukunft der Energiewirtschaft» mit Innovationsüberlegungen und neuen Geschäftsmodellen abgerundet. Damit erfolgt eine umfassende Wissensvermittlung über verschiedene Branchen und Technologien hinweg. Neben dem Basiswissen werden auch Fragen zum Ausstieg aus der Kernenergie, zu erneuerbaren Energien, Brennstoffzellen, Energiespeicherung, Energieeffizienz und vieles mehr diskutiert.

Die zweite Stufe mit den sechs energiespezifischen Modulen beinhaltet ein breites und fundiertes Basiswissen aus Energiewirtschaft, Energietechnik und Energierecht sowie aus angrenzenden und konvertierenden Fachgebieten. • Grundlagen der Energiewirtschaft • Erzeugungstechnologien – Power Generation

• Energieübertragung und Verteilung • Energiemärkte • Energiehandel, -vertrieb

und -beschaffung • Energierecht In Hinblick auf die Vielschichtigkeit der Themen wird das im gesamten Masterstudiengang Erlernte am Ende des Studiums

KONTAKT STUDIENLEITUNG Prof. Dr. Karin Eggert Studienleiterin MAS in Energiewirtschaft Telefon +41 (0)81 286 24 32 karin.eggert@htwchur.ch

MAS in Energiewirtschaft Weiterbildungs-Master für Führungskräfte in zwei Stufen: 1. Stufe: General Management (6 Module) 2. Stufe: Energiewirtschaft (3 Module), Energietechnik (2 Module), Energierecht (1 Modul)

rich Studienort : Zü

Partner:

Weitere Infos und Anmeldung: – www.htwchur.ch/energiemaster – energiemaster@htwchur.ch – Telefon +41 (0)81 286 24 32

FHO Fachhochschule Ostschweiz

Ausgabe 2016 // Seite 53


SEMINARHOTELS

ALLES NEU BEI SWISS SALES Die Meeting- & Konferenz-Experten bieten das Gesamtpaket von der Gesamtorganisation bis zu Einzelleistungen an.

«

Das Swiss-Sales-Team um Martina Müller (hinten 4. v. r.), Reto Schlumpf (links daneben) und Ramona Augustin (rechts daneben).

Passion for Conferences» lautet der neue Slogan von Swiss Sales. Will sagen: Man ist Spezialist für Meetings und Konferenzen und organisiert mit Leidenschaft alles von der Location-Vermittlung bis zur Gesamtorganisation. Ein neues Logo und eine neue Website werden ab 2017 das erweiterte Dienstleistungsprogramm abbilden. Wichtigste Neuerung: Seit Jahresbeginn 2016 arbeiten Swiss Sales und die in Süddeutschland beheimatete Redneragentur Speakers Excellence eng zusammen – unter dem Dach «Speakers Excellence Swiss». Für Veranstaltungen in der Schweiz und in aller Welt können Schweizer Firmen hier Speaker für ihre Veranstaltung finden  – vom Unternehmer über den Trainer bis zum Entertainer. Rund 3 500 nationale und internationale Speaker stehen zur Verfügung. «Die Zusammenarbeit ist sehr gut angelaufen», berichten die Beteiligten. Doppelt so viele Buchungen wie vor der Zusammenarbeit seien seit Jahresbeginn 2016 aus der Schweiz eingegangen. Das elfköpfige Swiss-SalesTeam um Inhaberin Martina Müller sowie die Co-Direktoren Reto Schlumpf (Sales) und Ramona Augustin (Finance & Opera-

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tions), welche die Geschäftsführung innehaben, beschreiben ihr Angebot selbst als «Rundum-Sorglos-Paket». Dazu gehören vier Bereiche. Locationsuche: Swiss Sales macht sich auf die Suche nach dem richtigen Seminarort national und international, erstellt eine Offerte mit vergleichbaren Leistungen mehrerer Hotels und das auf Wunsch innert 24 Stunden. «Schnelligkeit und das spezifische Angebot je nach Kunde ist heute ein wichtiges Bedürfnis», weiss Ramona Augustin. Auch die Besprechung der Angebote und die Besichtigung der Locations gehören zum Service. Rund um den Anlass: Geboten werden Anlasskonzeption, -betreuung und -durchführung, buchbar im modularen Baukastenprinzip von der Einzelleistung bis zur Komplettorganisation. Swiss Sales organisiert Teambuildings, Social-Activities, Rahmenprogramme, Hideaways wie Berghütten oder auch mal ein Catering auf dem Grillplatz. Auf Wunsch werden Teilnehmermanagement, Kontingentverwaltung und Budgetkontrolle übernommen.

Speaker: Aus einem Fundus von 3 500 Speakern, Unternehmern, Trainern und Entertainern vermittelt «Speakers Excellence Swiss» international anerkannte Redner. Für die vier Kategorien gibt es je einen Top-100-Katalog. MICE-Management: Wer seine MICEProzesse effizienter gestalten will, kann sich an Swiss Sales wenden. Stichworte: Zeitersparnis durch vergleichbare Angebote der Hotels, einheitliches Reporting auf Knopfdruck, Übersicht der Ausgaben und Zuteilung der Kosten auf die verschiedenen Abteilungen oder Kostenstellen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite, welche Ende Jahr überarbeitet und ab 2017 das neue Portfolio abbilden wird.

WEITERE INFORMATIONEN www.swiss-sales.ch


SEMINARHOTELS

IHR TREFFPUNKT GANZ OBEN AM ZÜRICHSEE Ein Erfolgsfaktor dieses Hotel-, Seminar- und Kongresszentrums in der Schweiz ist seine ausgezeichnete Lage direkt neben dem Naturschutzgebiet am Zürichsee. Es bietet freie Sicht auf See, Hügel und Alpen und ist mit öffentlichen wie privaten Verkehrsmitteln einfach zu erreichen.

D

as «House of Events», bietet 40 klimatisierte Kongress-, Seminar- und Sitzungsräume von 30 m bis 420 m. Unter der Devise «alles aus einer Hand» betreuen ausgewiesene Eventmanager ihre Kunden, um individuelle Wünsche für Tagungen, Workshops, Produktpräsentationen oder Ausstellungen zu erfüllen. Besonders attraktiv sind Grossanlässe in der multifunktionalen Plaza Event Hall (670 m), wo sowohl festliche Dinners für 400 Gäste, Firmenempfänge bis zu 1 0 00 Per­sonen, Modeschauen oder Konzerte stattfinden können. Auch kulinarisch bietet das SEEDAMM PLAZA einiges, zur Auswahl stehen drei verschiedene Restaurants. Im PUNTO isst man italienisch und das Nippon Sun begeistert mit Sushi, aber auch klassische

Eintöpfe wie Sukyaki oder der TeppanyakiTisch sind bei den zahlreichen Stammgästen beliebt. Im mit 16 Gault Millau Punkten und 1 Michelin Stern ausgezeichneten Restaurant PUR zelebrieren Küche und Service die hohe Gastronomie. Die Speisen sind kreativ und doch ohne Schnörkel zubereitet. Bemerkenswert ist hier das Ambiente mit der offenen Küche, dem Cheminée mitten im Raum und der Sicht auf den Zürichsee. Das Angebot umfasst auch ausgezeichnete Weine, welche vom «Wine Spectator» bereits mehrfach ausgezeichnet wurden. Entspannung und Unterhaltung Sei es nach einem anstrengenden Seminartag oder einem Ausflug – für Entspannung sorgen die behagliche Ambiance in den Gästezimmern wie auch der Wellness­

bereich mit Bio-Sauna, klassischer Sauna und Dampfbad. Für Nervenkitzel sorgt das Swiss Casinos Pfäffikon-Zürichsee mit 10 Spieltischen und 158 Geldspielautomaten. Wer in die Geheimnisse des Spielbetriebes Einblick wünscht, kann dies mittels einer Privatführung auf Anfrage tun.

KONTAKT Hotel Seedamm AG Seedammstrasse 3 8808 Pfäffikon SZ Telefon +41 (0) 55 417 17 17 www.seedamm-plaza.ch

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