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AUSGABE 01 / 2017

ZWISCHEN DEN WELTEN

VERSCHMELZUNG VON INNEN- & AUSSENARCHITEKTUR

ZEITENWENDE BIM | GIARDINA IM FOKUS | SMARTE KÃœCHE | NEUSTART MINERGIE


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LIEBE LESERIN, LIEBER LESER, Es gibt ein neues Trendwort bei Architekten und der Baubranche: Building Information Modeling (BIM) raunt es auf Panels und Diskussionsforen. Um was geht es? Bei BIM geht es nicht um neue Digitalisierungs-Tools oder neue Hardwarelösungen, sondern nicht mehr und nicht weniger um eine digitale Transformation der Bauindustrie. Eine ganze Branche steht vor einem Kulturwandel. Daher gilt es zunächst aufzuklären. Auf den folgenden Seiten tun wir dies mit einem Schwerpunkt. Entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg von BIM-Projekten dürfte es sein, gemeinsame Spielregeln in Form von Vereinbarungen und Standards zu finden. Hier sind nicht nur das einzelne Architekturbüro, der Bauherr und seine Partner gefragt, sondern auch die Fachverbände und der Gesetzgeber. BIM betrifft Verfahrensabläufe und grundsätzliche Prozesse, die Beseitigung von rechtlichen Unsicherheiten, die Weiterentwicklung der unterstützenden Datenformate und IT-Werkzeuge und last but not least das Einfliessen in die Aus- und Weiterbildung. BIM wird uns aus diesem Grund auch in den kommenden Ausgaben von bauRUNDSCHAU beschäftigen. In der Praxis kann BIM seine Vorteile nur ausspielen, wenn es gelingt, eine digitale und schlanke Projektabwicklung zu realisieren. «Virtuell planen, immer kommunizieren und später real bauen» könnte ein Motto sein. Die Erhöhung des Wertschöpfungsprozesses muss im Vordergrund stehen. Dann herrscht auf dem Bau, nicht wie heute noch oft anzutreffen, ein babylonischer Sprachenwirrwarr. Und damit sind wir schon im Eröffnungsbeitrag des Themenschwerpunktes. Was erwartet Sie noch an spannenden Themen in dieser Ausgabe? Die Giardina präsentiert sich dieses Jahr unter dem Schlagwort «neue Natürlichkeit». Wir füllen dieses Schlagwort mit Inhalten. Die Aussen- und Innenwelten waren früher klar getrennte Welten. Heutige Balkone, Terrassen und Pavillons lassen die Aussen- und Innenwelten spannend miteinander kommunizieren. Die Herstellung von Zement ist ein Energiefresser und belastet unsere Umwelt. Wir stellen eine Baustoffalternative, die in den nächsten Jahren aus der Wissenschaft in den Markt vorstossen könnte, vor. Georg Lutz

Chefredaktor bauRUNDSCHAU lutz@rundschaumedien.ch www.baurundschau.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 1


INHALT BUILDING INFORMATION MODELING Die Planungsmethode BIM ist in der Schweiz angekommen. Längst steht ein digitales Gebäudemodell im Zentrum vieler Planungen. Doch liegt der Fokus oft nur auf den geometri­ schen Daten. Es geht aber um eine umfassende Digitali­ sierungsstrategie, sprich um eine gemeinsame Sprache für die Informationen. Der Suchprozess hat begonnen.

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AUSSEN- UND INNENKOMMUNIKATION

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Fensterflächen ohne Rahmen liegen im Trend und sind die perfekte Ergänzung für eine freie, moderne Architektur mit besonderer Leichtigkeit. Die gläsernen Fassaden vermitteln dabei ein Gefühl von Weite, indem sie die Grenzen zwischen Innen und Außen verschwimmen lassen. Heute sind Balkone, Fenster, Terrassen, Türen, Fassaden und selbst der Garten­ raum ein ganzheitlicher Ausgangspunkt. Dabei gilt es, unterschiedliche Herausforderungen, im Auge zu haben.


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INHALT INSPIRIERENDE GÄRTEN

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Unsere Gärten sollen heute natürliche Wohlfühloasen sein. Gleichzeitig soll sich aber der Aufwand in Grenzen halten. Die Realisierung dieser Gratwanderung verlangt nach einer professionellen Gartenplanung. Die Giardina ist ein Ort an dem man sich unterschiedliche Inspirationen abholen kann.

124 KLIMAFREUNDLICHER ZEMENTERSATZ Forscher der TU Darmstadt (D) schlagen Geopolymere als Alternative zu Zement vor. Diese mineralischen Binde­ mittel sind nicht nur umweltschonender, sondern auch resistenter gegenüber Chemikalien und Hitze. Wir stellen die Forschungsergebnisse vor.

WIR SIND VOR ORT Unter anderem sind wir in den nächsten Monaten an folgenden Messen und Veranstaltungen vor Ort. Gerne können Sie im Vorfeld mit uns Termine vereinbaren. Auf Wunsch schauen wir in Ihrem Unternehmen auch persönlich vorbei.

RUBRIKEN Editorial1 Highlight6 Architektur16 Innenarchitektur21 Businessportrait32 Garten72 Bauen104 Umwelt & Technik 124 Kolumnen 24, 35, 71, 86, 113 Impressum136

Seite 4 // bauRUNDSCHAU

Giardina, www.giardina.ch Bauarena, www.bauarena.ch

IM WEB Wir halten Sie zwischen den Ausgaben mit aktuellen News, Fotostrecken, Kolumnen und Analysebeiträgen auf dem Laufenden. Sie sind gerne eingeladen, sich crossmedial zu beteiligen. Zum Beispiel mit News: 1 000 Zeichen, Bild und URL. Besuchen Sie www.baurundschau.ch


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BIM AUF DEM WEG NEUER TREND MIT POTENZIALEN von Georg Lutz

Building Information Modeling (BIM) ist aktuell ein zentrales Trend- und Schlagwort in der Baubranche und Architekturszene. Dabei gibt es viele Missverständnisse und auch überhöhte Erwartungen. BIM ist auch keine neue Supersoftware. Versuchen wir eine nüchterne Erklärung. BIM bezeichnet zunächst die digitale Darstellung eines Gebäudes und seiner Funktionen auf der Basis fortlaufend aktualisierter Daten. Es liefert eine verlässliche Datenbasis für alle an Planung, Umsetzung und Bewirtschaftung von Bauprojekten Beteiligten. Das gilt dann für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Alle relevanten Gebäudedaten werden mithilfe bauspezifischer Softwarelösungen digital erfasst, kombiniert und vernetzt. Die Visualisierung des virtuellen Gebäudes ist dabei nur ein Aspekt. Die kontinuierliche Aufbereitung und unmittelbare Verfügbarkeit einer gemeinsamen Datenbasis ermöglicht darüber hinaus eine Produktivitätssteigerung des Planungs- und Bauprozesses sowie des Facility-Managements. Kosten, Termine und Qualität werden transparenter. Es muss in der Folge auf Baustellen viel weniger kreativ improvisiert werden, und die Verantwortlichen brüten auch nicht mehr über nicht kompatiblen Excel-Tabellen. Der Einsatz von BIM wird zunächst bei grösseren Gebäuden an Bedeutung gewinnen, später nach der Verarbeitung von Erfahrungen vielleicht auch Alltag und Standard. Das sind Gründe genug, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir tun dies auf den folgenden Seiten.


HIGHLIGHT

INFORMATIONSLIFECYCLE BUILDING INFORMATION MODELING (BIM) HAT LUFT NACH OBEN von Julian Amann

Die Planungsmethode BIM ist in der Schweiz angekommen. L채ngst steht ein digitales Geb채udemodell im Zentrum vieler Planungen. Doch liegt der Fokus oft nur auf den geometrischen Daten. Wir m체ssen einen Schritt weitergehen und eine gemeinsame Sprache f체r die Informationen finden. Seite 8 // bauRUNDSCHAU


HIGHLIGHT

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eit dem Turmbau zu Babel ist klar: Planer brauchen eine gemeinsame Sprache. Diese zu entwickeln, ist ein wichtiger Schritt für ein erfolgreiches Projekt. In der Baubranche findet zunehmend eine Spezialisierung statt. Fachleute brauchen ein immer tieferes Verständnis ihrer Materie, um den wachsenden Anforderungen an ein Gebäude gerecht zu werden. Jeder Experte trägt seinen Teil dazu bei, dass ein komplexes Ganzes entstehen kann. Bei diesem Prozess hat bislang jeder Planungsbeteiligte seine eigene Sicht auf die Dinge  – seine eigene Sprache. Um sich gegenseitig verstehen zu können, muss die Sprache des Gegenübers richtig interpretiert werden. Das erfordert Erfahrung, ein voneinander Lernen und stete Konsensfindung. Doch selbst das wohlwollende Interpretieren birgt die Gefahr von Missverständnissen, Fehlern und im schlimmsten Fall das Scheitern des Projektes – wie bei der grossen Sprachverwirrung zu Babel. In vielen Schweizer Planungsteams wird nach Möglichkeiten gesucht, wie man die Kommunikation vereinfachen und professionalisieren kann. Oft steht dabei ein digitales Gebäudemodell im Zentrum. Dabei erarbeiten Architekten ihre Pläne anhand von digitalen Modellen. Wände, um ein Beispiel zu nennen, werden mit dem CAD-eigenen Tool gezeichnet. Haustechniker modellieren, oft schon auf Grundlage des Architekturmodells, ihre Leitungsführungen in 3-D. Was vielen leicht von der Hand geht, ist ein fundamentaler Paradigmenwechsel: weg von jahrhundertealter Planungstradition. Grundrisse und Schnitte sind spezifische Sichten auf das geplante Gebäude. Definiert man beim Zeichnen der Wand eine bestimmte Höhe, so wird diese auch in der Schnitt- oder Perspektivdarstellung automatisch korrekt angezeigt.

WENIGER INTERPRETATION Modelle von Architekten und Fachplanern können zu einem Gesamtmodell zusammengeführt werden. Dieses kann helfen, vorzeitig Schwierigkeiten sichtbar zu machen und gemeinsam Lösungen zu finden. Jeder am grossen Tisch erkennt, wenn sich die Innenwände und Lüftungsleitungen ungewollt überlagern oder Aussparungen nicht an der richtigen Stelle liegen, ob Fachmann oder nicht. Das bildliche Darstellen kann helfen, dass alle vom Gleichen reden  – es muss nicht mehr interpretiert werden. Bevor das geschehen kann, ist die Erarbeitung einer gemeinsamen Grundlage erforderlich. Denn für jeden Planer hat eine Innenwand eine andere Konnotation. Der Architekt liest sie als raumtrennendes Element mit einem bestimmten Oberflächenmaterial, für den Baumanager ist sie eine Kostenposition, den Statiker interessieren nur die tragenden Eigenschaften. Auch die einzelnen CAD-Programme sprechen unterschiedliche Sprachen. Standards wie IFC helfen, solche Barrieren zu überwinden, doch muss man sich bei jedem Projekt auf eine spezifische Grammatik einigen, die auf das jeweilige Modell zugeschnitten ist.

GEMEINSAME VORGEHENSWEISE Planen ist das gemeinschaftliche Erarbeiten von Informationen. Geometrische Elemente spielen dabei eine wichtige Rolle als sichtbare Repräsentation des Geplanten. Sie sind aber auch die Träger von beschreibenden Informationen. Ein Bauprojekt besteht nicht nur aus der grafischen Abbildung des Geplanten. Keine Planung ist komplett, ohne die vielen zusätzlichen Informationen, die zu jedem Bauteil gehören. Eine Wand besitzt nicht nur Angaben zu Höhe, Länge oder Volumen, sondern auch zu Eigenschaften des Materials, der Aufbauart sowie Schall- oder  


HIGHLIGHT

von Brandschutzplanern, Kostenzuordnungen und Listen der Architekten zur Kontrolle aller fachbezogenen Listen. Um die relevanten Informationen in der Planung professionell zusammenzuführen, braucht es ein Konzept, eine Struktur und präzise abgestimmte Arbeitsabläufe. Diese sollten beim Start eines Projekts festgelegt und kontinuierlich auf neue Anforderungen und Entwicklungsphasen hin überprüft werden. Für eine effektive Zusammenarbeit müssen die Ziele von Beginn an klar formuliert sein. Das gemeinsame Erarbeiten eines Regelwerkes in Form eines Projekabwicklungsplans ist der Grundstein für den Aufbau einer gemeinsamen Sprache für die Gebäudegeometrie und aller weiteren beschreibenden Informationen.

Die Funktionsweise des Informationslifecycle.

Brandschutz. Auch hier hat jeder Spezialist seine eigene Begrifflichkeit. Innenwände werden im Bauteilkatalog des Bauphysikers anders dargestellt, als im Anforderungsschema des Brandschutzplaners. Für die zu beschreibenden Gesamtinformationen muss daher eine gemeinsame Grammatik gefunden werden, die interpretationsfrei für alle verständlich ist. Für eine vollständige Planung müssen alle bauteilrelevanten Informationen vorhanden, auf dem neuesten Stand und für alle zugänglich sein. Eine Herangehensweise ist, dass alle Informationen zu den einzelnen Bauteilen in das CAD-­Programm eingetragen werden. Die Wand wird Träger relevanter Informationen aller Themengebiete. Wer versucht, das umzusetzen, erlebt, dass sowohl jeder Austauschzyklus auf Basis von CAD-­ Formaten einen grossen Aufwand bedeutet, gleichzeitig das Risiko des Informationsverlusts oder der Entstehung von Fehlern nach sich ziehen kann. Differenzierte Berechtigungen, Versionierungen und Beziehungen zwischen Datensätzen sind nicht möglich, und es kann zu einer Verschiebung von Schnittstellen kommen. Der Architekt ist Autor der Geometrie und bestimmter Informationen. Er erstellt die Wand und versieht sie mit den für ihn relevanten Eigenschaften. Fachplaner müssen teilweise Informationen zu Bauteilen ergänzen. So ordnet etwa der Sicherheitsplaner die Innenwände ver-

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schiedenen Zonierungen zu, hält dies aber nur in einer externen Liste fest. Dem Architekten bleibt nichts anderes übrig, als manuell die Werte in sein Modell zurück zu übertragen. Bei Änderungen ist dieses Nachführen der Daten ein immenser Aufwand. Ändert sich etwas an einer Stelle, muss es an allen anderen Positionen neu angepasst werden. Gleichzeitig besteht der Anspruch, dass Auswertungen aller geforderten Daten auf Knopfdruck möglich sind. Vorteile einer gemeinschaftlichen Planung werden so nicht ausgeschöpft, und es kann schnell zu Skepsis und Vertrauensverlusten in die neue Technik kommen. Die Datenhaltung kann nicht alleine in den geometrischen Modellen erfolgen.

REGELWERK FÜR EIN PROJEKT Der Turmbau zu Babel ist daran gescheitert, dass sich die Erbauer nicht verständigen konnten. Auch Projekte der Neuzeit haben damit zu kämpfen, dass die Vielzahl an Planern und Baufachleuten eine unterschiedliche Sprache sprechen. Oft erlebt man, dass zwar umfassende Mengen an Daten vorhanden sind, aber niemand eine vollständige Übersicht über alles hat. Man muss sich aus unterschiedlichen Dokumenten bedienen, um Relevantes auszuwählen und zuzuordnen. Für Innenwände gibt es Bauteil­ kataloge von Bauphysikern, Schemapläne

Der Detaillierungsgrad spielt dabei eine grosse Rolle. Im Planungsprozess muss das Modell der jeweils aktuellen Phase entsprechend Informationen beinhalten und auch in der Lage sein, in früheren Stadien zunächst mit Unschärfen umgehen zu können. Wird eine Innenwand im Vorprojekt nur als schwarzer Balken dargestellt, so muss sie mit allen Schichten und den entsprechenden Strichstärken dann in der Ausführungsplanung zu erkennen sein. Man darf daher nicht die Fehler von den Anfängen der CAD-Planung wiederholen, indem man sich im Massstab 1:1 ein Ständerwanddetail in den Vorprojektplan kopiert. Pro Phase muss der Plan in einem vorher definierten Detailierungsgrad erstellt werden. Eine zu hohe Detaildichte suggeriert eine noch nicht erreichte Planungstiefe. So hat die Innenwand zu Beginn nur die Eigenschaft tragend. Im Verlauf des Projekts kommen weitere Informationen von allen Planern hinzu, bis eine verlässliche Ausschreibungsgrundlage entsteht.

INFORMATIONSFLUSS GEWÄHRLEISTEN Die zentrale Aufgabe besteht in folgender Aufgabenstellung. Es gilt, eine strukturierte Form der Datenhaltung zu finden, die die Grammatik der Planung definiert. Eine Organisationsform von Daten muss prinzipiell nicht neu erfunden werden. Datenbanken sind in fast allen Bereichen des täglichen Lebens die Basis, wenn es um das Erfassen und Verwalten von Informationen geht. Vom Projektbeginn bis über die Errichtung des Gebäudes hinaus muss ein kon-


HIGHLIGHT

tinuierlicher Informationsfluss bestehen. Daten müssen in einer strukturierten Form darstellbar sein, gerade auch wenn Informationen sich ändern und ihre Komplexität zunimmt. Dafür muss eine gute abgestimmte Grammatik zugrunde liegen. Von Beginn an muss klar definiert sein, wer der Autor der Innenwände ist und an welchen Stellen neue Informationen von wem hinzugefügt werden. Durch die Verknüpfung eines digitalen Gebäudemodells mit einer Datenbank können Beschränkungen aufgehoben werden, die es bei reinen CAD-Modellen gibt. Eine Datenbank vereint die diversen Listen der einzelnen Fachplaner und verknüpft sie direkt mit den betreffenden Bauteilen. Informationen zu einer Innenwand können so parallel von verschiedenen Spezialisten bearbeitet werden. Jeder erweitert das Modell um eine weitere Informationsschicht. Dabei bleibt es Träger der Informationen. Alle beteiligten Planer sind in der Lage, ihren spezifischen Blick auf das Gesamtmodell zu werfen und die für sie relevanten Informationen zu nutzen. Jeder

hat dabei einen genau definierten Ort, wo Informationen von ihm eingetragen werden. Für jede Information gibt es nur einen Ort. Gleichzeitig darf es keine Verschiebung von Verantwortung geben. Möchte jemand wissen, wie viele Laufmeter Gipsständerwände mit Brandschutzanforderungen sich im Projekt befinden, so können «Live reportings» in Form von Tabellen erzeugt werden. Dies stellt einen erheblichen Mehrwert für die Kostenplanung dar. Ebenso können grafische Datenanalysen generiert werden, um schnell einen Überblick über das Geplante zu bekommen. In der Bauablaufplanung hilft die Zuordnung von Innenwänden zu bestimmten Taktgruppen. Diese lassen sich während des Bauens nachverfolgen und ermöglichen, das Geplante mit dem Gebauten zu vergleichen und den Baufortschritt zu bemessen. Die Liegenschaftsverwaltung erhält ein adäquat geplantes und je nach Abweichungen im Bau nachgeführtes Modell, das für viele Jahre die Grundlage der Bewirtschaftung sein wird.

Durch das Anwenden von Prinzipien der strukturierten Planung ergibt sich ein reduzierter Aufwand für das gesamte Team. Über die Datenbank können mehrere Fachplaner parallel an Listen arbeiten. Das Hin- und Herschicken von Excel-Tabellen erübrigt sich. BIM kann dabei helfen, dass jeder seine spezifische Sicht auf die Planung behält und sich dennoch ein komplex zusammengesetztes Expertenteam untereinander besser versteht. Mit der Kombination aus einer abgestimmten Grammatik und der Verbindung des Gesamtmodells mit einer Datenbank entsteht ein vollständiger Datenfluss: Der Informationslifecycle.

JULIAN AMANN ist BIM-Manager und Architekt bei der Kaulquappe GmbH in Zürich. www.kaulquappe.ch

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HIGHLIGHT

Eine verbesserte Planung vermeidet Fehler, die bisher erst auf der Baustelle ausgebügelt werden.

AUFKLÄRUNG IST DAS ZIEL «DIE DIGITALE (R)EVOLUTION STEHT DER BAUBRANCHE NOCH BEVOR» von Peter Scherer

Die Schweizer Bauwirtschaft steht unverkennbar am Anfang eines umfassenden Digitalisierungsprozesses. Während dieser Prozess im Ausland bereits weiter fortgeschritten ist, hinkt die Bauwirtschaft hierzulande hinterher. In anderen Branchen wurde die Digitalisierung oftmals durch globale Branchenführer vorangetrieben, welche in dieser Form in der Schweizer Baubranche nicht existieren.

W

arum die Mehrheit der Schweizer Bauwirtschaft hier in den letzten Jahren nicht als treibende Kraft gewirkt hat, weist mehrere Ursachen auf. Ein wesentlicher Faktor ist der Boom der Bautätigkeit in den vergangenen Jahren. Trotz schwindenden Margen sorgten die vollen Auftragsbücher dafür, dass Rationalisierungsmassnahmen und Kostensenkungen für die meisten Unternehmen nicht von existenzieller Bedeutung waren. Damit war auch der Druck seitens der Nachfrager auf die Kosten stark eingeschränkt. Der gute Ausbildungsstand der hiesigen Fachkräfte ermöglicht zudem, Planungsfehler auf der Baustelle auszumerzen.

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Der Begriff «Building Information Modeling» ist in der Bedeutung mit der Gebäudedatenmodellierung gleichzusetzen und lässt Spielraum für Interpretationen. In der Praxis wird darunter eine Methode der optimierten Zusammenarbeit im Bereich der Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mithilfe von Datenmodellen verstanden. Das virtuelle Projekt kann als Datenmodell optimiert werden, bevor dieses real erstellt wird.

BIM – DREI BUCHSTABEN, VIELE FRAGEN Neue Technologien haben Arbeits- und Wirkungsweisen seit Menschengedenken verändert. Systematische Abläufe in der

Bestellung, der Planung, des Bauens und in der Bewirtschaftung werden essenziell. Damit die neuen Methoden und damit die entsprechenden Werkzeuge genutzt werden können, muss die Art des Informationsaustauschs angepasst werden. Nur so kann ein Mehrwert ohne Mehraufwand entstehen. Das Einführen von neuen Methoden bedeutet damit nicht primär, ein «BIM-fähiges» CAD-System zu installieren und 3-D zu modellieren. Die Digitalisierung hat einen massiven Einfluss auf die Prozesse in den einzelnen Unternehmungen, aber auch auf die Zusammenarbeit im Projektumfeld, unabhängig von dessen Grösse und Komplexität. Sechs Thesen und spannende Projekte Die digitale Transformation im Bau- und


Immobilienwesen ist umfangreich und tangiert eine Vielzahl von Themen. In diesem Zusammenhang hat «Bauen digital Schweiz» in Zusammenarbeit mit ihren Partnern sechs Thesen erarbeitet, welche dem Transformationsprozess eine Struktur geben. Dabei geht es im Wesentlichen um das Bewusstsein der Thematik und um die Sichtbarkeit der Herausforderungen. Die Thesen wurden an der Swissbau 2016 vorgestellt und stehen nun als Orientierungshilfe zur Verfügung. Entlang dieser sechs Thesen wurden im April 2016 Projekte lanciert, welche bereits im Frühjahr 2017 erstmals publiziert werden können. Dass diese in einem Transformationsprozess nicht abschliessend sind, versteht sich von selbst. These 1: Die Digitalisierung vernetzt den Wertschöpfungsprozess. Was in anderen Brachen bereits stattgefunden hat, ist im Bau- und Immobilienwesen noch nicht etabliert. Die datentechnische Vernetzung der Wertschöpfungskette vom Besteller über die Planung in die Realisierung bis hin zum Betrieb. Dabei stellt sich die Kernfrage nach dem Ziel und dem Nutzen der Daten für die jeweiligen Stakeholder. Diese Frage wird wahrscheinlich in den kommenden Jahren durch neue Geschäftsmodelle von innovativen Unternehmungen beantwortet.

These 2: Die Digitalisierung verändert die Zusammenarbeitskultur. Planen und bauen ist von einem starken DisziplinenDenken geprägt, was heute vielfach dazu führt, dass die Einzelbetrachtung über die Gesamtbetrachtung gestellt wird. Die Digitalisierung und Vernetzung wird das Verständnis der verschiedenen Disziplinen und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Beteiligten grundlegend verändern. Bauen ist lokal, die Digitalisierung bricht diese geschlossene Sicht auf und bietet neue Möglichkeiten. Es kann lokal sowie global produziert werden. Vernetztes Arbeiten ermöglicht, örtlich getrennte oder zeitlich asynchron arbeitende Teammitglieder oder Projektmitarbeiter zu koordinieren. Wissen wird explizit und sichtbar, Komplexität vereinfacht, Raum und Zeit können überbrückt werden. Arbeitskräfte, Material oder Infrastruktur können besser und effizienter ausgelastet werden. Es liegt auf der Hand, dass es bei diesen Veränderungen nicht nur um die rein technischen Fragen geht, es handelt sich auch um eine soziale und kulturelle Entwicklung des Kommunikationsverhaltens und der Arbeitsweise der beteiligten Menschen. Durch die datentechnische Vernetzung wird die Zusammenarbeit transparenter. Dies stellt die Zusammenarbeit zwischen Menschen innerhalb der eigenen Unternehmung, aber auch zwischen Organisationen auf die Probe. Die Fehlerkultur als wichtiger Bestandteil einer sozialen Umgangsweise muss vor allem im Schweizer Umfeld gelernt werden. Dabei nimmt die Bildung einen zentralen Stellenwert ein. These 3: Die Digitalisierung implementiert die Bauindustrie. Der Umgang mit Bauteilinformationen ist heute weit­ gehend analog  – die Produkte und Systeme werden erst von einzelnen Herstellern datentechnisch zur Verfügung gestellt. Die digitalen Daten können mehrfach eingesetzt werden: In unterschiedlichen Prozessen, durch mehrere Beteiligte und an verschiedenen Orten. Noch mag wenig vom Wandel spürbar sein, doch bald werden alle Anbieter von Bauprodukten betroffen sein, die fortschreitende Digitalisierung betrifft nahe­zu jedes Unternehmen. Die digi­tale Transformation verändert die Art und Weise der Informationsbeschaffung und greift in die fundierten Planungsund Entscheidungsprozesse ein! Damit diese mit hohem Nutzen im Bau- und   


HIGHLIGHT

2013 2015

Japan

Neuseeland Südkorea

Kanada

UK

Frankreich Australien Deutschland Brasilien

USA

Percentage of Contractors at High/Very High BIM Implementation Levels (by Country), McGraw Hill Construction, 2013.

«BAUEN DIGITAL SCHWEIZ» «Bauen digital Schweiz» vereint die bestehenden Institutionen, Ver­ bände und Unternehmungen rund um das Bauen und vertritt damit ein gemein­sames Interesse. Die Lancierung erfolgte im Juni 2015  – heute sind über 200 Firmen und 40 Institutionen entlang der Wert­ schöpfungskette «Planung, Zuliefe­ rung, Bau und Betrieb» als Partner vertreten und gestalten aktiv die Zukunft. Sie ist die einzige Platt­ form in der Schweiz, welche das Thema aufgenommen und über den gesamten Lebenszyklus thematisiert hat. www.bauen-digital.ch

Planungsprozess verwendet werden können, ist eine nationale, aber auch internationale Normierung und Standardisierung unumgänglich. Dies ebenso wie die Vernetzung der Produkte- und Systemdaten in die technischen Hilfsmittel (Software). These 4: Die Digitalisierung revolutioniert die Arbeitshilfsmittel. Bereits heute stehen umfangreiche, technische Hilfsmittel zur Verfügung. Diese lassen jedoch noch kein nahtloses Arbeiten mit Informationen zu. Produkte, unabhängige Normen und Standards wie die Industry Foundation Classes (IFC ist eine EN Norm und wird Mitte 2017 zur SN EN ISO 16739) sind vorhanden, aber noch nicht in der Praxis und im Know-how der Leistungsträger angekommen.

These 5: Die Digitalisierung ordnet Rechte und Pflichten neu. Mit der Einführung der datenbasierenden Zusammenarbeit wird der klassische Plan zwar noch nicht verschwinden, jedoch in Teilen der Wertschöpfungskette an Bedeutung verlieren. Beim Umgang mit Daten sind noch nicht alle rechtlichen Fragen abschliessend geklärt. Dies stellt aktuell kein wesentliches Hindernis dar, wenn es um die Ernte der tiefhängenden Früchte geht. Dennoch sind diese Fragen in unmittelbarer Zukunft zu klären, da die digitale Arbeitsweise zunehmend in einen Standard übergeht. These 6: Die Digitalisierung generiert neue Geschäftsmodelle. Die Digitalisierung ist ein wichtiger Nährboden für innovative Köpfe. Sie lässt in der Fantasie unbegrenzte Mög-

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lichkeiten an neuen Geschäftsmodellen zu. Auch wenn die Baubranche in den letzten Jahren kaum durch disruptive Technologien revolutioniert wurde, so besteht aktuell die latente Gefahr, dass bestehende Keyplayer vom Markt verdrängt werden, wenn sie sich dem digitalen Wandel nicht stellen.

Das ganze Haus und seine Infrastruktur sind plastisch abbildbar.

«NETZWERK_DIGITAL» Im Februar hat die Koordinierungs­ plattform von SIA, CRB, KBOB, IPB und «Bauen digital Schweiz» ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, die Aktivitäten der genannten Organisati­ onen zu koordinieren. Der Vorstand wirkt als strategisches Organ. Mitglieder des Vorstandes sind: Birgitta Schock (Bauen digital Schweiz, buildingSMART), JeanClaude Nussbaumer (CRB), Michael Bohren (CRB), Herbert Tichy (KBOB), Peter Strebel (IPB), Markus Weber (Bauen digital Schweiz), Markus Giera (SIA) und Prof. Sacha Menz (SIA, Präsident). www.netzwerk-digital.ch

Die Gründung der Firma Nest Labs Inc. sollte die Baubranche wachrütteln. Die Firma wurde 2014 von Google Inc. übernommen, stellt unter anderem Raumthermostaten her, welche sich über WLAN ins Internet einbinden lassen. Sie sind lernfähig und passen die Raumtemperatur auch an die Gewohnheiten der Bewohner an. Damit sammeln sie Daten aus der Nutzung und dem Betrieb. Beim herkömmlichen Thermostaten ist die Wertschöpfung nach der Auslieferung und Montage abgeschlossen, beim GoogleThermostaten beginnt diese dann erst richtig, verbunden mit Möglichkeiten für zusätzliche Geschäftsmodelle! Wie auch die Erfahrungen aus anderen Branchen zeigen, dürfte das Interesse an den Daten aus der Nutzung und dem Betrieb steigen, da anhand dieser Daten die etablierten Prozesse und Geschäftsmodelle weiter optimiert und neue geschaffen werden können. Das AfterSale-Business wird an Bedeutung gewinnen. Es drängen neue Beteiligte in die etablierten Märkte, es entstehen neue Geschäftsfelder und Geschäftsmodelle und die alten werden sich wandeln müssen, wenn sie denn nicht obsolet werden wollen! Der Transformationsprozess wird noch lange nicht abgeschlossen sein. Dazu entwickelt «Bauen digital Schweiz» derzeit einen möglichen Stufenplan, damit die Voraussetzungen und damit die Aufgaben der einzelnen Stakeholder besser eingeordnet werden können. Was man aus dem unmittelbaren Ausland bereits kennt, findet in der Schweiz nur zögerlich Akzeptanz. Der Schweizer Föderalismus wirkt in diesem Zusammenhang nicht beschleunigend, aber auf eine positive Weise bereinigend.

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© saai | Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau

ARCHITEKTUR

DENKEN IN MODELLEN DIE LEICHTE ARCHITEKTUR VON FREI OTTO von Georg Lutz

Frei Otto (1925–2015) zählt zu den international renommiertesten und innovativsten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts. Er prägte die neue Architekturkultur der jungen Bundesrepublik Deutschland, insbesondere in den Sechziger- und Siebzigerjahren. 2015 bekam er für sein Werk den Nobelpreis der Architektur, den sogenannten Pritzker-Preis, verliehen – die weltweit höchste Auszeichnung für Architektur. Seite 16 // bauRUNDSCHAU


ARCHITEKTUR

I

n den Nachkriegsjahren der Bundes­ republik Deutschland prägte Frei Otto mit seinen Zeltkonstruktionen die Gartenschauen. Sie waren in der jungen Bonner Republik eine Abwechslung zum Wiederaufbau, der den Themen schnell und billig untergeordnet war. 1964 gründete er das Institut für leichte Flächentragwerke an der Technischen Hochschule Stuttgart und baute es zu einer der weltweit wichtigsten Forschungsstätten für eine ökologisch geprägte Architektur und Ingenieurwissenschaft aus. Damit war er seiner Zeit weit voraus.

ein Symbol des neuen offenen Deutschlands. Das war auch in Fachkreisen eine Überraschung, da mit dem Thema Architektur und Deutschland immer noch die Architektur der Dreissigerjahre verbunden wurde. Die Überwindung der klassischen Statik-Vorstellungen wurde zu einem Vorbild des demokratischen Wandels. Leichtigkeit hiess das zentrale Motto. Das ist auch nicht überraschend, da diese Architektursprache das Gegenteil der Schwere der faschistischen Architektur darstellte.

DAS DEMOKRATISCHE DEUTSCHLAND

Weltberühmt wurde Frei Ottos leichte flirrende und fast schwebende Zeltdachbaukunst, als er dem Team um Günther Behnisch in den Sechzigerjahren half, die Dachlandschaft des Münchner Olympia-

Mit dem Deutschen Pavillon auf der Expo 1967 in Montreal, den er mit dem Architekten Rolf Gutbrod realisierte, schuf er

FLIRRENDE ZELTLANDSCHAFTEN

parks zu realisieren. Mit der Fernsehübertragung der Olympischen Spiele 1972 kam diese architektonische Botschaft in die Wohnzimmer der Welt. Deutschland hatte sich von dem monumentalen Grössenwahn der Nationalsozialisten verabschiedet. In den nächsten Jahrzehnten war Otto an der Realisierung zahlreicher Bauten beteiligt, wie etwa der vom Architekturbüro Carl­fried Mutschler + Partner 1975 entworfenen Multihalle in Mannheim. Die Multihalle ist bis heute die grösste freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt und wurde wegen ihrer filigranen materialminimierten Konstruktion 1998 als Kulturdenkmal erfasst. Mehrere Gutachten sehen inzwischen vor, das sogenannte «Wunder von Mannheim» einer Generalsanierung zu unterwerfen.

Die fast schwebenden Zeltdächer der Olympiaanlage in München machten die Arbeit von Frei Otto weltberühmt.

Ausgabe 01/2017 // Seite 17


ARCHITEKTUR

Frei Otto auf dem Versuchsaufbau der Lattenkuppeln für Montreal in Körschtal.

UMSTRITTENER BAHNHOF 1997 gewann das Architekturbüro Ingenhoven, Overdiek, Kahlen und Partner zusammen mit Frei Otto den Wettbewerb für den Umbau des Stuttgart-Bahnhofs. Otto entwickelte hierfür unter anderem die kelchartigen Stützen, die insbesondere das Gesamtbild des Bahnhofs prägen sollen. Die optimale Form der Stützen entwickelte Otto anhand zahlreicher Modelle. Allerdings distanzierte sich Otto 2009 von dem Projekt. Er hatte erkannt, dass der Neubau nicht die Kapazität des alten Kopfbahnhofes erreichen würde. Zudem könne der Neubau «wie ein U-Boot aus dem Meer» aufsteigen, weil der Stuttgarter Talkessel von Mineralquellen und quell-

fähigem Anhydritgestein durchzogen ist. Man müsse «die Notbremse ziehen». Dafür wurde er von seinen ehemaligen Geschäftspartnern, insbesondere Ingenhoven, heftig kritisiert. Um die Jahrhundertwende entwarf Otto den Japanischen Expo-Pavillon in Hannover, zusammen mit dem Architekten Shigeru Ban.

DIE PHILOSOPHIE Frei Ottos Denken zeichnete sich durch eine Experimentierfreudigkeit aus, deren Methoden zwischen Architektur, Wissenschaft und Kunst zu verorten sind. Er entwickelte Instrumente zur Erforschung

Frei Otto am Modell der Schwimmhallenüberdachung für den Olympiapark München.

Seite 18 // bauRUNDSCHAU

selbst­organisierender Prozesse, Mess­ tische zur Bestimmung von Kräfteverläufen, Apparate zur Erforschung pneumatischer Konstruktionsformen oder Werkzeuge zur Analyse komplexer Netzmodelle. Vielfach diente ihm die Arbeit der Natur hier als Vorbild. Das unermüdliche Experimentieren am Modell diente der Erforschung von kausalen Zusammenhängen und als formgenerierender Teil des Entwurfsprozesses gleichermassen. Frei Otto legte damit die Grundlage für eine bis heute relevante Experimentalkultur zwischen wissenschaftlicher Beobachtung und künstlerischem Geschick – eine Form der handwerklich-intellektuellen

Ein Modell des neuen Stuttgarter Bahnhofs (S 21), an dem Frei Otto zunächst mitarbeitete, dann aber vehement ablehnte.


ARCHITEKTUR

Nachtansicht des Tanzbrunnens für die Bundesgartenschau 1957 in Köln.

Selbstjustierung, in der das Entwerfen sowohl individuelle Erkenntnisproduktion als auch Ausgangspunkt für einen kollektiven Diskurs über die Zukunft der gebauten Umwelt bedeuten kann.

IMMER IN BEWEGUNG Die Architekturmodelle fungieren bei Frei Otto nicht als «statische Objekte», sondern vielmehr als «dynamische Objekte», das heisst als Prozessmodelle der gesamten Umwelt. Sie verkörpern eine «operative Ästhetik», wie es Georg Vrachliotis, der Professor für Architekturtheorie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist, betont, die sich zwischen der Präzision von wissenschaftlichen Objekten und der

Imagination künstlerischer Instrumente bewegt. Das innovative Potenzial in Frei Ottos Oeuvre beruht in der grossen Interdisziplinarität seines Denkens zwischen Architektur, Technik, Wissenschaft und Gesellschaft. Er erkannte die Modellhaftigkeit der Natur und versuchte zeit seines Lebens, diese für die Architektur und den Ingenieurbau zu nutzen. Das Ziel dieser Ausstellung ist es, neue Sichtweisen auf das Werk von Frei Otto zu vermitteln und als Grundlage für neue Fragestellungen zur Zukunft der gebauten Umwelt zwischen Architektur, Technologie, Nachhaltigkeit und Gesellschaft zu dienen.

DIE AUSSTELLUNG «Frei Otto. Denken in Modellen» 5.11.2016 bis So, 12.3.2017 ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe Lorenzstrasse 19 D-76135 Karlsruhe

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.zkm.de

… Ihr Fachmann rund ums Dach 4310 Rheinfelden – Erlenweg 5 – Tel.: 061 561 74 22 – info@dachmaxx.ch


KEINE SCIENCE-FICTION MEHR SMARTE KÜCHEN von Georg Lutz

Das Smart Home ist im Aufwind. Es ist im Mainstream angekommen. Die Zeiten mit Lösungen, die nur IT-Nerds beglückt haben, sind vorbei. Eine wichtige Rolle kommt dabei der Küche zu. Als Herzstück des Wohnens ist die Smart Kitchen dafür nun geeignet, zur Steuerzentrale zu werden. Dabei helfen clevere Plattformen. So lassen sich die Geräte mittlerweile herstellerunabhängig im gesamten Haus sogar per Smartphone oder Tablet steuern. Die Systeme können sowohl die Federführung bei der Haussteuerung übernehmen oder aber in ein bestehendes Smart-Home-System integriert werden. Ebenfalls möglich sind innovative Anwendungsszenarien. Dazu gehört die automatische und stufenlose Einstellung der ergonomisch korrekten Höhe des Herds, der Spüle und aller sonstigen Arbeitsflächen. Das hilft uns auch im Alter. Zudem zählen die Anpassung der Beleuchtung sowie die Wiedergabe des bevorzugten Radiosenders oder einer persönlichen Playlist beim Betreten der Küche dazu. Wir werden nicht nur in dieser Ausgabe dazu immer wieder Beispiele präsentieren.


© Koelnmesse / Nolte Küchen

Die neusten Inspirationen in der Küche werden auf die Arbeitsplatten projiziert.

SMART SWEET HOME INTELLIGENTE VERNETZUNG IN HAUS UND KÜCHE von Georg Lutz

Digitale Vernetzung im Haus ist längst Bestandteil zeitgemässer Planung. Noch vor wenigen Jahren war das Thema nur für ein technologiebegeistertes Nischenpublikum relevant. Inzwischen demonstrieren verschiedene Unternehmen mit Angeboten für den Mainstream, wie ein Haus wirklich «smart» wird.

W

enn es ein Thema gibt, das für Innovation in der Inneneinrichtung steht, ist es das vernetzte Haus. Smarte Technologien, die untereinander vernetzt sind, versprechen eine deutliche Komfortsteigerung und schonen gleichzeitig Umwelt und auf den zweiten Blick auch den Geldbeutel. Auf Messen, wie der imm cologne 2017 im Januar in Köln, Smart Home in der Praxis. Die Entwicklung ist rasant: Jedes Jahr werden die Möglichkeiten, die vernetzte Geräte in Haus und Wohnung bieten, vielfältiger. Und jedes Jahr werden weitere Lebensbereiche miteinander gekoppelt. Im Gegensatz zu den Anfängen haben die Technologien heute einen hohen Level an Intelligenz erreicht. Geräte kommunizieren miteinander und regeln sich selbstständig. So werden die Wohnbedingungen automatisch und energieeffizient den individuellen Vorlieben angepasst.

VIELE MÖGLICHKEITEN Dabei kann man sich unterschiedliche Szenarien vorstellen: Öffnet der Bewohner die Haustür mittels eines RFID-Chips,

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wird automatisch die Alarmanlage abgeschaltet, die Beleuchtung im Eingangsbereich sorgt für einen hellen Empfang. Im Wohnbereich schaltet der Fernseher automatisch auf die Eingangskamera um, wenn es an der Tür klingelt. Geöffnet wird ganz einfach über das Smartphone. Auch der Markt für ein selbstbestimmtes, technologiegestütztes Leben im Alter wird schon wegen der demografischen Kurve an Bedeutung gewinnen. Da kann das Haus ohne beschwerliche Handgriffe in den Nachtmodus versetzt werden. Wenn der Bewohner stürzt, wird automatisch der Pfleger benachrichtigt, und ein Panikschalter stärkt das Sicherheitsempfinden. Diese neuen Technologien können dazu beitragen, dass Bewohner auch im hohen Alter länger und sicher in ihrer Wohnung leben können. Auch für jüngere Generationen kann das Smart Home im Schlafzimmer für zusätzlichen Komfort sorgen – zum Beispiel durch die individuelle EinschlafPlaylist oder durch die automatische dezente Beleuchtung, die aktiviert wird, wenn der Bewohner nachts aufsteht.

EFFIZIENZ UND STEUERUNG Natürlich tragen neue Entwicklungen auch zur Energieeffizienz bei: Die Roll­ ladensteuerung etwa fährt bei Abwesenheit der Bewohner im Sommer automatisch runter und sorgt so für kühle Räume. Im Winter werden die Rollläden bei Sonneneinstrahlung hochgefahren – damit die Räume natürliche Wärme aufnehmen können und Heizkosten gespart werden. Die Energiebilanz wird durch eine Fotovoltaikanlage verbessert: Mittels eines intelligenten Energiemanagement-Systems wird der Strom gerade dann genutzt, wenn niemand zu Hause ist. Die Steuerung ist dabei denkbar benutzerfreundlich: Der Bewohner kann je nach Status verschiedene Profile aktivieren. Ausserdem hilft ihm eine einzige App, die verschiedenen Geräte zu koordinieren. Trotz Abwesenheit kann jederzeit alles kontrolliert werden. Für den Paketboten kann sogar das Garagentor geöffnet werden, damit die Päckchen hinterlegt werden können. Und auch an die Datensicherheit wurde gedacht: Alle benötigen


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DIGITALE MÖBEL Die Möblierung ist ebenfalls perfekt auf die Anforderungen der vernetzten Welt angepasst: «Mehr als sitzen» verspricht etwa der Sofahersteller ROM, der seine Sitz­ möbel für einen intelligenten, digitalen Lebensstil aufrüstet. Smart Sitz- und Regalmöbel kommen vom niederländischen Unternehmen TOOtheZOO und den finnischen Designspezialisten Murean. Für Multimedia-Innovation sorgt der digitale Spiegel von Dirror. Mit grossem hochauflösendem Farbdisplay, Touchscreen, integrierten Lautsprechern und Sprachsteuerung organisiert der smarte Spiegel spielend leicht den Alltag. Ob im Flur, Bad, Wohnzimmer oder in der Küche: Das kluge Wohnutensil findet seinen Platz dort, wo er nicht nur gut aussieht, sondern auch gebraucht wird. Quasi im Vorbeigehen lassen sich somit Funktionen wie Kalender, Uhrzeit, Maps, News, Musik oder To-DoListen abrufen. Auch Videokonferenzen, Online-Shopping oder Internetfernsehen können auf den spiegelbaren Touchscreen durch einfaches Fingertippen ausgeführt werden. Und wer akustischen Hochgenuss sucht, findet mit dem sonic chair das perfekte Möbelstück: Mit seinem retro­ futuristischen Look ist er ein Konzertsaal im eigenen Wohnzimmer – der sich wiederum im Handumdrehen in einen alternativen Arbeitsplatz verwandeln lässt.

KLEINE HELFERLEIN FÜR DIE KÜCHE Viele Küchenanbieter wie Nolte Küchen präsentieren neben ihren Angeboten an trendsetzenden Exponaten aus ihren neuen Kollektionen auch zunehmend neue, smarte und technische Produkte, die den Lifestyle der Zukunft prägen werden. So macht bei Nolte die Integration des Xperia Projector aus dem «Future Lab Program» von Sony Oberflächen unterschiedlichster Art zu interaktiven Displays. Der Xperia Projector beamt Fotos, Termine und andere Infos an Wände, auf Arbeitsplatten, Möbelfronten oder Tapeten und macht sie so zum «Touchscreen», Kochrezepte können heruntergeladen und gelesen werden, es darf geskypt werden, und auch Mr. Google ist nach Aufruf zur Stelle. Das Ganze basiert auf dem Betriebssystem von Android und lässt sich wie ein Smart Phone auf TFT-Basis bedienen. Na dann viel Spass in der «Smarten Küche» und im «Smart Home».

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.rom.be www.toothezoo.nl www.murean.fi www.dirror.com. www.nolte-kuechen.de

Smart und schön wohnen wird mit dem ersten digitalen Spiegel nun Wirklichkeit.

© DIRROR

Daten werden lokal auf einem Server im Haus gespeichert – und sind damit vor Hacker-Angriffen geschützt.

Ausgabe 01/2017 // Seite 23


KOLUMNE

DIGITALISIERUNG IN DER KÜCHE von Rainer Klein

I

n der Küche wird analog gearbeitet, nicht nur filigran und vorsichtig, sondern mit Leidenschaft. Wasser, Dampf, heisse Öle, klebrige zuckerhaltige Substanzen und aggressives Salz setzen elektrischen Geräten jeder Art zu. Elektrische Geräte bieten enorme Vorteile für die moderne Küche, stellen aber auch höhere Anforderungen an die Gerätehersteller und Küchenver­ käufer, um die Potenziale der unterschiedlichen Anwendungen sinnvoll und nutzenbringend zu verknüpfen, damit die Küchen­ käufer von den Vorteilen profitieren. Digitalisierung in der Küche ist kein eigenständiges Ziel, sondern Mittel zum Zweck. Zunächst gilt es, das Thema Sicher­ heit und seine aktuellen Anforderun­ gen an die Planer und Geräteherstel­ ler zu thematisieren. Die Küche ist der Bereich im Haus mit der höchsten Planungsdichte, in ihm kommen auch Risikofaktoren – wie Wasser, Feuer und Elektrizität – auf engstem Raum zusammen. Das Wissen um Gefahren­ potenziale ist je nach Erfahrung und Alter der Nutzer in der Küche sehr un­ terschiedlich. Die Digitalisierung leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und verringert das Unfallrisiko. Dies betrifft nicht nur klassische Einbau­ geräte. Sicherheitsrelevante Digitali­ Rainer Klein sierung beeinflusst auch die Bereiche Licht, Lüftung und Beschläge. «Stand-alone» Lösungen sind passé. Die Zulieferindustrien forschen und handeln interdiszip­ linär. Das Modell «Industrie 4.0» ist kein Gedankenspiel mehr, sondern Realität. Auf jeden Fall werden immer mehr Gerätschaften in der Küche online vernetzt. Das hat gleich mehrere Vorteile. Fehler können durch Fernwartung von den Herstellern behoben werden. Up­ dates versorgen die Geräte mit Zusatzfunktionen und tragen zu erhöhter Effizienz bei. Der Mehrwert liegt nicht mehr zwingend bei der Anschaffung zusätzlicher neuer, sondern bei der Aus­

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weitung der Fähigkeit bestehender Geräte. Der Energiebedarf wird besser kontrolliert. Die Funktionsvielfalt nimmt zu. Ob die Lebensdauer der Geräte erhöht wird und natürliche Ressourcen geschont werden, wird sich erst in der Zukunft zeigen. Diese Entwicklung wäre aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht zu begrüssen. Wem Sprachsteuerung zu weit geht, wer automatisierte Bestell­ vorschläge des Kühlschranks für un­ nötig hält, kann dies für seine Küche auch weiter klassisch handhaben. Er sollte aber bedenken, dass gerade dies für andere ein Segen sein kann. Der gesunde Mensch hat die Wahl, was und wie er Dinge nutzen will. Di­ gitale Butler und ergonomisches Bauen in der Küche ermöglichen Men­ schen mit starken körperlichen Ein­ schränkungen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Räumen und somit eine bessere Lebensqualität. Digitalisierung ist per se an elektrifi­ zierte Geräte gebunden. Den Begriff Smart Home auf Digitalisierung zu re­ duzieren, erscheint mir allerdings zu kurz gegriffen. Smarte Werkstoffe, zum  Beispiel  basierend auf Nano­ technologie, halten Einzug, seien dies Glas, Oberflächen und Beschichtun­ gen unterschiedlichster Art. Insgesamt wird dies zu funktionellen Innovationen und zu laufend erhöhten Ansprüchen an Sicherheit, Komfort und Hygiene in der Küche beitragen.

RAINER KLEIN ist Geschäftsleiter von küche schweiz. www.küche-schweiz.ch


Allseal GmbH | Basel/Therwil | T +41 61 556 15 50 | www.allseal.ch

Mit Sicherheit dicht!


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DIAMANTHART & PREISGEKRÖNT SCHOTT CERAN® MIRADUR™ GEWINNT ICONIC AWARDS von Björn Weller

Beschichtete Kochfläche widersteht Kratzern – Schweizer Premium-Hersteller V-Zug stellte erste Geräte mit SCHOTT CERAN® Miradur™ auf Living Kitchen vor.

Die Glaskeramik-Kochfläche SCHOTT CERAN® MiradurTM im Praxistest.

G

erade erst auf dem Markt und schon prämiert: Die neue Glas­ keramik-Kochfläche SCHOTT CERAN ® Miradur™ zählt zu den Besten der Besten beim Wettbewerb «Iconic Awards  2017: Interior Innovation» des Rats für Formgebung aus Frankfurt am Main. Sie erhielt die begehrte Auszeichnung, die am 15. Januar  2017 im Vorfeld der Living Kitchen und imm cologne in Köln verliehen wurde, für ihre extreme Kratzfestigkeit.

Dort stellt der Premium-Hersteller V-Zug als erster Kunde eine Geräteserie mit der neuen Super-Beschichtung vor. Dank einer speziellen Beschichtung ist die Oberfläche von SCHOTT CERAN® Miradur™ fast so hart wie Diamant – und damit tatsächlich die weltweit einzige kratzresistente Glaskeramik-Kochfläche in dieser Stärke. Dies kann nicht nur Köche, Küchenliebhaber und Hausgerätehersteller begeistern – auch ausgewiesene Fachleute aus Design und Einrichtungsbranche sind angetan. So verlieh die fünfköpfige

Experten-Jury des Wettbewerbs «ICONIC AWARDS  2017: Interior Innovation» der Neuentwicklung des Technologiekonzerns SCHOTT die höchste Auszeichnung: Die Kochfläche ist in der Kategorie «Küche und Haushalt» eines von 29 Produkten, die als «Best of Best» prämiert wurden. In den Augen der Juroren stellen die preisgekrönten Erzeugnisse eine innovative Spitzenleistung dar. SCHOTT CERAN® Miradur™ überzeugte demnach mit ihrer Oberfläche, die sechsmal härter als herkömmliche Glaskeramik-Kochflächen ist und damit


INNENARCHITEKTUR

sehr viel unempfindlicher gegen Spuren, wie sie etwa durch das Verschieben von Töpfen und Pfannen auf der Fläche entstehen können.

AUSSTELLUNG VON AWARD-SIEGERN «Die Auszeichnung freut uns sehr. Sie bestätigt uns auf unserem Weg, stets innovationsstark zu bleiben», sagt dazu Björn Weller, Marketingleiter von SCHOTT

CERAN®. Die Preisverleihung der «Best of Best»-Sieger fand am 15. Januar 2017 im Kölnischen Kunstverein statt – am Abend vor Beginn der Kölner Einrichtungsmesse imm cologne, in deren Rahmen auch eine Ausstellung ausgewählter Award-Gewinner zu sehen ist. Um die Iconic Awards des Rats für Formgebung, einer unabhängigen Institution für gutes Design in Frankfurt am Main, bewarben sich in diesem Jahr nach eigener Aussage

so viele internationale Designer und Hersteller wie nie zuvor. Aus den über 400 Einreichungen wurden, neben den Besten der Besten, 49 Produkte zum «Winner» gekürt, insgesamt 100 wurden in die internationale Auswahl «Selection» aufgenommen.

ANMERKUNG SCHOTT CERAN® und Miradur™ sind eingetragene Marken der SCHOTT AG.

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Mehr Infos Seiten 36/37

SCHOTT Schweiz AG  |  St.-Josefen-Strasse 20  |  CH-9001 St. Gallen  |  Tel. +41 (0) 712 742 42 www.schott.com/schweiz  |  www.schott-ceran.com

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Direkt neben dem Kochfeld eingefasst, kann der smarte Abzug Dampf und Fett sofort aufnehmen.

MITDENKEN IST ANGESAGT LEISTUNGSSTARKE KÜCHENGERÄTE von Georg Lutz / HLC

Für passionierte Hobbyköche wird die Küche immer mehr zu einem Ort der Selbstverwirklichung. Bestätigt wird dieser Trend durch erhöhte Investitionen in ein entsprechendes Equipment. Wer für sich und seine Liebsten gerne selbst gemachte Speisen zubereitet, legt etwa Wert auf einen guten Herd oder eine tüchtige Dunstabzugshaube. Denn wenn wir uns schon Mühe geben zu kochen, dann wenigstens mit der richtigen Unterstützung! Seite 28 // bauRUNDSCHAU


Quooker Flex ist das aktuellste Produkt aus dem Hause Quooker. Eine Küchenmisch­ armatur mit kaltem, warmem und kochen­ dem Wasser. Dazu kommt die allerneueste Funktionalität: ein einzigartiger Zugauslauf, der kaltes und warmes Wasser spendet. Der Quooker Flex sorgt für noch mehr Komfort in der Küche. Mit der zusätzlichen Reichweite, die der Zugauslauf bietet, ist das Spülbecken im Handumdrehen ausge­ spült und das Gemüse im Nu gewaschen. Mit dem Quooker Flex sind Sie auf dem aktuellsten Stand; er ist der erste Wasser­ hahn der Welt, der all diese Funktionalitäten vereint. Er ist im schnörkellosen niederlän­ dischen Design ausgeführt, wie Sie es von Quooker gewohnt sind. Darüber hinaus bietet er Ihnen alle bekannten Vorteile: er spart Zeit, Energie, Wasser und Platz und ist sicher im Gebrauch. Was wollen Sie mehr …

Wenn wir uns schon Mühe geben zu kochen, dann mit der richtigen Unterstützung: mit Profi-Equipment und smarter Technik.

N

ach wie vor gilt: Ein Gericht ist nur so gut wie die Ausstattung, mit der es hergestellt wurde. Dieser Meinung sind auch Premiumgeräte-Hersteller, die Kochliebhaber mit cleveren Gaskochfeldern sowie einer innovativen Dunstabzugstechnologie tatkräftig unterstützen. Neu bei smarten Herdplatten ist die präzise Regelung der Gasflamme: Dank einer neunstufigen Regelungs-Technologie wird die Hitze dem Gericht angepasst und nicht umgekehrt. Hinzu kommt, dass hoch effiziente Brenner auch weniger Gas als konventionelle Kochplatten verbrauchen. Um gefährliche Verbrennungen zu verhindern, zeigt ein praktisches siebenteiliges Display stets die aktuelle Wärmestufe und nach Ausschalten der Kochplatte die Restwärme an. Ist die Kochzone noch heiss, erscheint ein grosses «H»; ein kleines «h» informiert wiederum darüber, dass die Fläche fast vollständig abgekühlt ist. Kommt weiterhin eine Dunstabzugsinnovation zum Einsatz, wird auch das lästige «Kopf-Anstossen» an einer über dem Herd angebrachten Abzugshaube oder heisser Dampf im Gesicht effektiv unterbunden. Diese unkonventionellen Produkte machen sich besonders gut auf Kochinseln, in kleinen sowie offenen Küchen. Als Umluft- oder Abluftvariante erhältlich, findet sich so für jede Küche das passende Modell. Die praktischen Helfer werden zudem in die vorhandene Arbeitsplatte integriert und sind somit fast unsichtbar. Eine dezente, aber eben doch sehr effektive Technik: Direkt neben dem Kochfeld eingefasst, ist der Abzug genau an der richtigen Stelle, um Dampf und Fett sofort aufzunehmen. Von Vorteil ist auch, dass der Dunstabzug sehr leistungsfähig, dabei aber extrem leise ist – so kann kein lautes Gebläse die Kochharmonie stören.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.neff.ch

Quooker Flex. Maximale Reichweite, maximaler Komfort. Nehmen Sie für weitere Informationen Kontakt auf mit 043 4112030 oder besuchen Sie www.quooker.ch


INNENARCHITEKTUR

Industrial Style mit stilvoller Atmosphäre.

UNVERGLEICHLICHE AUSSICHT – MIT UNVERGLEICHLICHER KÜCHE von Lukas Herzog

Sie kommt aus den Bergen – genauer gesagt aus dem Simmental – und nun öffnet sich aus der Zbären-Küche der Blick über den ehemals industriellen Westen Zürichs bis hin zum von Hügeln eingebetteten See und den Alpen in der Ferne.

W

ie immer, wenn Zbären Kreativ­ küchen AG eine Küche designt, stand auch in diesem Fall die Umgebung Pate. So orientierte sich der Entwurf von Zbären – der Name steht nicht nur für die Manufaktur, sondern genauso für die beiden Brüder, die das Unternehmen gemeinsam leiten und jede Küche selbst zeichnen – am Industrial Style, der für Zürich West noch heute prägend ist. Entstanden ist eine Einheit aus IndustrieChic, der in Form von Doppel-T-Trägern aus Metall und schwarzen Wandfliesen aufgenommen wird, und Eichenholz, die zu einer natürlichen Symphonie verschmilzt. Auch die bereits vorhandene sichtbare Backsteinmauer fügt sich harmonisch in dieses Bild ein.

HANDWERK MIT INNOVATIONSKRAFT 29 Liftfahrsekunden trennen einen vom zweistöckigen Penthouse im 23. Stockwerk des Hardturm-Parks, wo die Küche steht.

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Trotz grosszügigem Grundriss war nur wenig Platz fürs Kochen vorgesehen. Der Schöpfer der Küche, Benjamin Zbären, meint dazu nur: «Wir finden immer und für alles eine Lösung. Ein Nein gibt es bei uns nicht.» Zbären kommt in solchen Situationen entgegen, dass alles nach Mass gefertigt wird. Das meiste davon von Schreinern mit langjähriger Erfahrung in aufwändiger Handarbeit. Zurückgreifen können diese nicht nur auf auserlesene Materialen, wie etwa ein grosses Holzlager am Manufaktur-Standort Lenk. Viel mehr lebt in jedem einzelnen Teil auch die Innovationskraft aus drei Generationen Familientradition. Dazu gehört die Entwicklung von einer kleinen Dorfschreinerei über die entscheidende Idee, für die Gstaader Feriengäste Küchen zu bauen, bis hin zum renommierten Küchenbauer mit rund 30 Mitarbeitenden, dessen Handschrift sich in Häusern in den USA, auf den Bermudas, in Monaco, an der Côte d’Azur, in London, Russland und an vielen anderen Orten findet.


INNENARCHITEKTUR

LIEBE ZUM DETAIL UND FINESSE Die Geschichte beginnt immer gleich: Einer der beiden Zbären-Brüder lernt den Kunden, seine Wünsche sowie das Objekt kennen. Es folgen genaue Zeichnungen der Küche und Materialmuster. Auf Visualisierungen und 3-D-Animationen wartet man dagegen vergeblich. «Keine Visualisierung kann die Seele unserer Küchen abbilden», ist die Haltung Zbärens. Im Falle der Hardturm-Park-Küche war die Kundin rasch begeistert von den Vorschlägen. Was folgte, war eine dreimonatige Umsetzungsphase. Während dieser fertigten die Handwerker in der hochmodernen Schreinerei jedes Teil individuell an. Denn was ZbärenKüchen auszeichnet, sind die grosse Liebe zum Detail und die Finesse. So werden selbst die Einlagen von Besteckschub­ laden von Hand gefertigt, mit Holz, dessen Maserung sich stimmig ins Gesamtbild einfügt. Diese Raffinesse ist – betrachtet man die Küche im Industrial Style – auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Wohl aber, dass sich einem ein ästhetisches Gesamtbild bietet. In der Zwischenzeit ist die Küche mit einer der besten Aussichten Zürichs seit einem Jahr in Gebrauch. «Eine Küche, in der alles so funktional und bis ins kleinste Detail ausgefeilt ist, hatte ich nie

Die Besteckschublade als ein Baustein, der optimal mit der Architektursprache der Küche kommuniziert.

für möglich gehalten. Das Kochen macht in dieser stilvollen Atmosphäre gleich doppelt Spass», freut sich die Auftraggeberin.

aus der kraftvollen Berglandschaft in Gstaad sowie der Umgebung, in welcher die Küche stehen wird», erklärt Benjamin Zbären.

JEDE KÜCHE EIN UNIKAT

Diese Inspiration aus den Bergen bringt Zbären seit Kurzem näher zu den Kunden. Genauer nach Bern, wo seit einiger Zeit ein Showroom zum «Küchen-Träumen» einlädt. Dort stehen die Chancen gut, dass man von einem der beiden ZbärenBrüder persönlich beraten wird. Wer es bevorzugt, gleich selbst eine Prise dieser inspirierenden Bergluft einzuatmen, der macht sich auf den Weg nach Saanenmöser. An den Ort, wo auch die Entstehung der Penthouse-Küche in Zürich West ihren Lauf nahm.

Zbären Kreativküchen AG gestaltet pro Jahr rund 40 bis 50 Küchen. Dabei wird jede von Grund auf neu entworfen, auf den Standort und die Kundenwünsche massgeschneidert. Und da die Küchen aus dem Berner Oberland ein Statement für Qualität ohne Kompromisse sind, sind sie so begehrt, dass dafür schon ganze Hausteile angebaut wurden. Doch was macht Zbären-Küchen so einzigartig? «Unsere Inspiration nehmen wir

LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK «Die Seele einer Küche muss man spüren», pflegt man bei Zbären zu sagen. Zwei Showrooms bieten dazu die Chance. Gut möglich, dass man sich dort gleich in eine Zbären-Küche verliebt. Showroom Bern Dienstag bis Freitag 10 – 12 und 14 – 17 Uhr Gerechtigkeitsgasse 29 CH-3011 Bern Tel. +41 (0) 31 311 18 80 Showroom Saanenmöser Montag bis Freitag 8 – 12 und 14 – 17 Uhr Bahnhofstrasse 26 CH-3777 Saanenmöser Tel. +41 (0) 33 744 33 77

Zbären Kreativküchen AG  |  Sagistrasse 11  |  CH-3775 Lenk  |  Tel. +41 (0) 33 736 37 37  |  design@zbaeren.ch  |  www.zbaeren.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 31


BUSINESS PORTRAIT

INNENARCHITEKTUR

Der Eingangsbereich des Unternehmens spiegelt die Firmenphilosophie wider.

IMMER INNOVATIV BLEIBEN DIE MACHER BEI QUOOKER von Georg Lutz

Ein Wasserhahn, aus dem 100 Grad Celsius kochendes Wasser sprudelt. Das tönt praktisch und ist es auch: Der Wasserhahn auf der Arbeitsfläche, das Reservoir im Unterschrank. Was sich einfach bedienen lässt, ist aber das Ergebnis aus einer jahrelangen innovativen Forschungsarbeit. Wir stellen im folgenden Beitrag die Verantwortlichen bei Quooker vor.

M

it der Industrialisierung und der Moderne begann der Siegeszug der Instantsuppen. Erbs-Wurst- und Maggis Leguminosen-Suppe waren Anfang des letzten Jahrhunderts die Trendsetter. Sie galten als entscheidender Beitrag zu den kostengünstigen Fertiggerichten, die in Kriegs- und Nachkriegszeiten eine entscheidende Rolle auf dem Küchenplan spielten. In den Sechzigerjahren kamen andere Produkte wie Instantkaffee dazu. In Zeiten der bemannten Raumfahrt träumten viele Wissenschaftler von Raumfahrernahrung und Pillen, mit denen sie die Menschheit beglücken wollten. Das war der Inbegriff der modernen Küche. Heute können Gourmets und Anhänger der Slow-Food-Bewegung darüber nur den Kopf schütteln. Der Zeitgeist – ältere von uns werden sich erinnern  – war damals aber auf das olympische Motto «Citius, altius, fortius» – «Schneller, höher, stärker» getrimmt. Zu den Instantgerichten, aber auch in der heutigen Küche, beispielsweise zu italienischen PastaGerichten, brauchte und braucht man

Seite 32 // bauRUNDSCHAU

möglichst ganz schnell kochendes Wasser. Dabei kommt man oft zu spät. Eine lauwarme Suppe, die man im wahrsten Sinn des Wortes auszulöffeln hat, ist das Ergebnis. Diese unerquickliche Situation war der Ausgangspunkt von Henri Peteri, dem niederländischen Erfinder von Quooker. Eine Instantsuppe ist nicht wirklich «instant», wenn nicht subito und dauernd kochendes Wasser zur Verfügung steht. Anfang der Siebzigerjahre arbeitete er in einem Lebensmittelkonzern und war an der Entwicklung von Instantsuppen beteiligt. Er erkannte das Defizit und begann im heimischen Keller mit Bastelarbeiten. Der Geistesblitz liess nicht lange auf sich warten: «Auf einmal sah ich es vor mir. Als mir der Gedanke durch den Kopf schoss, wurde mir ganz warm und die Idee liess mich nicht mehr los … Ich würde einen Hahn erfinden, aus dem direkt kochendes Wasser strömen sollte!» Die Idee war gut. Die Prototypen litten aber noch Jahre unter praktischen Defiziten und zunächst sehr skeptischen Kunden. Henri

Peteri ging an finanzielle Belastungsgrenzen und darüber hinaus. Ideen haben durchaus viele Freunde, aber eben noch keinen Markt. Auch die Schweiz kennt viele solche produktiven Erfinder und Tüftler, die zunächst unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen arbeiteten. Selbst der grosse Hans Caspar Escher, der 1810 aus einer Reparaturwerkstatt für Spinnmaschinen begann, erste Textilmaschinen zu bauen. Er hatte die englische Hegemonialmacht als externe Hürde vor Augen und ungläubige Schweizer Investoren an den Verhandlungstischen. Aber er setzte sich schlussendlich durch. Auch waren die ersten Kunden nach einer Eingewöhnungsphase mit dem Quooker zufrieden. Über Mund-zu-MundPropaganda kam es zu ersten Erfolgen.

UNTERNEHMENSKULTUR WEITERGEBEN Oft kommen mit der zweiten Generation erst die richtigen ökonomischen Erfolge, so auch hier. Das hat oft auch mit zusätzlichen professionellen Wissenstransfers zu tun. Niels und Walter Peteri, die Söhne des


INNENARCHITEKTUR

Erfinders Henri Peteri, leiten heute gemeinsam das Unternehmen. Niels Peteri ist im Rahmen dieser Zusammenarbeit für die technischen Aspekte verantwortlich, während sich Walter Peteri hauptsächlich auf die kaufmännische Seite des Betriebs spezialisiert hat. Trotzdem ist der innovative Gründergeist weiter im Unternehmen präsent. Niels ist als Mitgründer seit 1987 im Unternehmen: «Wir können also kaum behaupten, dass wir neu im Geschäft wären. Trotzdem herrscht in unserem Betrieb immer noch ein Art Pioniergeist. Unsere Mitarbeiter sind der Meinung, dass sie einen Beitrag zu einem einzigartigen Produkt leisten.» Inzwischen erfreut sich der Quooker in vielen Ländern seiner Beliebtheit – er ist bereits in zehn europäischen Ländern verfügbar, und es wurden über 500’000 Quooker weltweit verkauft. Seit der Erfindung des ursprünglichen Kochend-Wasser-Hahns werden die Produkte von Quooker ständig weiterentwickelt. Ergebnisse dieser Innovationsfreudigkeit sind die HochvakuumIsolierung, das COMBI und das COMBI+Reservoir, die Nordic TWINTAPS sowie der multifunktionale Wasserhahn FUSION. Die Kernwerte unseres Unternehmens sind Erneuerung, Verbesserung, Anpassung und Optimierung.

ligt sind. Mit dem Quooker gehört das der Vergangenheit an. Der Wasserstrahl ist feinperlig und nicht massiv. Da er aus winzigen Tröpfchen besteht, hat man die Hand schon zurückgezogen, bevor man sich verbrühen kann. Der Hahn ist – im Gegensatz zum Wasserkocher  – fest mit der Arbeitsplatte verbunden, ist doppelwandig und hat einen kindersicheren Druck-Dreh-Knopf. Komfort und Sicherheit gehen beim Quooker Hand in Hand.

DESIGN UND EFFIZIENZ

PRAKTISCHE SICHERHEIT

Die Kunden haben die Wahl zwischen einem Kochend-Wasser-Hahn, der zum Design ihrer Mischbatterie passt, den Quooker Twintaps, mit Mischbatterie und KochendWasser-Hahn im gleichen Design oder dem Quooker Fusion – ein Hahn, aus dem warmes, kaltes und kochendes Wasser fliesst. Alle Hähne sind durch patentierte Innovationen besonders sicher in der Anwendung. Die Neuheit Quooker Flex sorgt für mehr Reichweite auf den Arbeitsflächen. Der Zugauslauf bietet einen höheren Benutzerkomfort. Mit dem kräftigen Strahl eignet sich der Schlauch beispielsweise hervorragend zum Ausspritzen des Wasch­ beckens oder zum Reinigen von Gemüse. Der Quooker ist in neun Designmodellen in jeweils bis zu drei Oberflächenausführungen erhältlich.

Beim Stichwort kochendes Wasser aus dem Hahn zucken wir alle zunächst intuitiv zurück. Ohne Frage, das Thema ist eine Gefahrenquelle. Umfallende Wasserkocher verursachen jährlich Hunderte von Unfällen, an denen oft kleine Kinder betei-

Die Kombination von Energie und Effizienz ist heute eine weitere wichtige Herausforderung, bei der Kunden klare Lösungen sehen wollen. Verbraucht der Quooker nicht viel Energie, da er kochendes Wasser in Echtzeit

zur Verfügung stellt? Die Frage kann klar beantwortet werden. Dank seiner patentierten Hochvakuum-Isolierung verbraucht er im Stand-by-Modus nur zehn Watt oder umgerechnet circa vier bis fünf Rappen am Tag. Der Kunde verfügt jederzeit und sofort über kochendes Wasser, und zwar immer genau in der Menge, die er gerade benötigt. In der Küchenpraxis überzeugt der Quooker auch durch Zeitersparnis. Er reduziert ungenutzte Wartezeiten und ermöglicht so ein effizienteres Arbeiten, beispielsweise beim Blanchieren von Gemüse oder beim Erhitzen von Löffeln zum perfekten Portionieren, etwa von Eis zum Dessert.

EIGENE PRODUKTION IN RIDDERKERK Der Firmensitz des Quooker-Herstellers Peteri BV liegt im niederländischen Ridderkerk. Das Werk verfügt über etwa 11’000 Quadratmeter Betriebsfläche. Dort arbeiten über 200 Mitarbeiter, die sich täglich der Entwicklung, der Fertigung und dem Marketing von Quooker widmen. Mittlerweile bestehen weitere Niederlassungen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, Norwegen, Grossbritannien, Schweden und in der Schweiz. Die Produkte von Quooker werden in der betriebseigenen Fertigungsabteilung hergestellt. Obwohl einige Einzelteile von aussen geliefert werden, produzieren wir den Grossteil der essenziellen Komponenten selbst. Die gesamte Montage einschliesslich der unerlässlichen Qualitätskontrollen werden in Ridderkerk durchgeführt.

Quooker Schweiz AG  |  Kasernenstrasse 1  |  CH-8184 Bachenbülach  |  Tel. +41 (0) 43 4112030  |  info@quooker.ch  |  www.quooker.ch

Niels und Walter Peteri sind die heutigen Verantwortlichen bei Quooker.

Von der Idee über die Marktreife bis zum praktischen Alltag ist es ein weiter Weg.

BUSINESS PORTRAIT

Ausgabe 01/2017 // Seite 33


INNENARCHITEKTUR

SICHER UND SCHONEND FÜR JEDE ANWENDUNG EINE LÖSUNG von Portimex GmbH

Es ist schnell passiert: Einen kurzen Moment das Fenster geöffnet, um ein Zimmer zu durchlüften, schon schlägt die Tür mit einem lauten Knall zu. Je nach Modell können dabei schon mal Glasbrüche entstehen. Schwingen Türen unkontrolliert auf, stellen diese gar eine Unfallgefahr dar. Um Kosten, Zeit und Schmerzen zu (er)sparen, bieten sich die Produkte von DICTATOR an.

D

ICTATOR-Hochleistungs-Druckgasfedern heben Lasten, mühelos, sanft und ohne Ruck. Das schont Mensch und Material und sorgt für eine lange Lebensdauer. Die Anwendungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Modell-Varianten von DICTATOR. Deshalb gibt es bei DICTATOR nur eine begrenzte Anzahl an Lagermodellen. Die Druckgasfedern werden gemäss Kundenwunsch und Anwendung angefertigt – auch als Einzelstück oder in kleinen Serien. Die Druckgasfedern können durch ihre grossen Variationsmöglichkeiten in jenen Konstruktionen verwendet werden, in denen Bauteile angehoben, offengehalten werden sollen oder bei denen ein Gewichtsausgleich erforderlich ist. In Gas­federn wirkt ein unter Hochdruck stehendes Stickstoffgas auf die Kolbenstange. Zusätzlich dämpft Öl heftige Bewegungen und die Endlagen sanft ab. Spezialdichtungen sorgen für geringe Reibung, einen hohen Wirkungsgrad und eine besonders lange Lebensdauer. Die DICTATOR-­ Gasdruckfedern bieten neben hoher Qualität auch zahlreiche Zusatzausstattungen, welche die Einsatzmöglichkeiten wesentlich

erweitern. Der technisch-schweizerische Beratungsdienst steht bei der Auslegung der Gas­feder jederzeit zur Seite.

SCHLIESST TÜREN SANFT DICTATOR-Türdämpfer wurden vor über 80 Jahren erfunden und auch für DICTATOR patentiert. Das Befestigungssystem mit schwenkbarer Grundplatte macht die Montage sehr einfach, und die Befestigungsschrauben sind so verdeckt, dass der Türdämpfer mit dem Haken eine formschöne Einheit bildet. Dieser wird normalerweise senkrecht in der Türmitte befestigt, die Ausführungen mit 20 N oder 50 N sind standardmässig, jedoch auch für waagrechte Montage geeignet. Der Türdämpfer ist besonders für auf- und gleichliegende Türen geeignet. Das Spitzen­modell VS 2000 wird standardmässig verchromt oder farbig beschichtet geliefert. Für schmale Stahlzargen sind Anschweissplatten und für dünnwandige Stahltüren grossflächige Grundplatten lieferbar.

GEGEN UNFÄLLE DICTATOR-Türöffnungsbegrenzer sorgen dafür, dass Drehtüren nicht unkontrolliert

aufschlagen. Sie dämpfen eine zu hohe Öffnungsgeschwindigkeit ab und begrenzen den Öffnungswinkel. Dadurch werden Tür und Türbeschläge geschont. Die Tür lässt sich von Hand leicht bewegen. Die Dämpfungswirkung des Türöffnungsbegrenzers verhindert zu hohe Geschwindigkeiten etwa durch einen Windstoss. DICTATOR-Öffnungsbegrenzer werden etwa dort eingesetzt, wo Türen durch Wind, Durchzug oder auch bei normalem Öffnen unkontrolliert gegen eine Wand oder Ähnliches prallen können beziehungsweise dem Nutzer aus der Hand gerissen werden. Neben den dadurch verursachten Sachschäden an der Tür, den Beschlägen und möglicherweise auch der Wand stellen unkontrolliert aufschlagende Türen eine nicht zu unterschätzende Unfallgefahr dar. Die Tür­öffnungsbegrenzer sind in zwei Grundausführungen lieferbar, ohne oder mit Regulierung der Dämpfkraft, und sind für unterschiedliche Türgrössen in mehreren Baureihen verfügbar. Auch bei der Ermittlung des benötigten Produkts ist die technische Kundenberatung behilflich.

Portimex GmbH  |  Niederglatterstrasse 1  |  CH-8155 Niederhasli  |  Tel. +41 (0) 44 845 05 69  |  info@portimex.com  |  www.portimex.com

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Bewegen

Dämpfen

Halten

DER HAUSMANN 4.0 ENTSTEHT von Stephan Gieseck

Gemeinsame Arbeiten im Haushalt bleiben vie­ len Männern auch 2017 noch fremd. Sie fühlen sich dafür nicht wirklich zuständig und lagern zu Hause lieber die Füsse hoch. Obwohl faule Män­ ner im Haushalt von Frauen als Liebeskiller ein­ geschätzt werden, fällt man bei diesen lästigen Arbeiten nur zu gerne in alte Rollenmuster zu­ rück, die Komfort versprechen: Mann arbeitet an der Front und finanziert den Laden, Frau kümmert sich um alle Belange im Haus­ halt. Das innovative Team von Bauknecht in Lenz­burg begegnet dieser unbe­ friedigenden Situation mit der Entwicklung moderner Technik, welche die traditi­ onellen Geschlechterrollen im Haushalt neu aufmischt. Dazu hat sie die Forschung und Entwicklung des welt­ weit grössten Haushaltge­ räteherstellers, der Whirlpool Gruppe, im Rücken. Neue Connectivity-Funktionen bei elektronischen Haushaltge­ Stephan Gieseck räten ermöglichen technisch vernetzte Geräte, die in vorbildlicher Harmonie arbeiten. Diese Aussichten, die das spielerische Moment im Mann wecken, steigern das Interesse der Männerwelt am Thema Haushalt dramatisch, wie erste Studien zeigen. Mit der von Bauknecht entwickelten BLive App, die auf dem Tablet oder dem Smartphone den eigenen Bedürfnissen an­ gepasst werden kann, sind viele Haushaltgeräte in Küche und Waschküche einfach und sicher über WLAN steuerbar, bereits aus dem Büro oder von unterwegs. Im besten Fall kommuni­ zieren die vernetzten Geräte wie beispielsweise

Waschmaschine und Wäschetrockner selbst­ ständig miteinander und machen den analogen Menschen in unattraktiven Bereichen schon bei­ nahe überflüssig. Erste Studien zum Thema Connectivity in Europa belegen anschaulich, dass die vielfältigen Vorteile dieser revolutionierenden Technik für den Alltag von beiden Geschlechtern schon heute erkannt werden. Sie sind neugierig auf die neuen und künftigen Nutzungsmöglichkeiten, die ein deutli­ ches Mehr an freier Zeit und Musse für die ange­ nehmen Dinge im eigenen Haushalt versprechen. Die sogenannte Connectivity bedeutet mehr Nachhaltigkeit, zeitliche Fle­ xibilität und Sicherheit bei geringeren Kosten. Und sie bringt Gadget-begeisterte Menschen mit technischen Raffinessen freiwillig zur Hausarbeit. Männer lieben technische Highlights, und die BLive App kombiniert die notwendigen Aufgaben im Haushalt mit modernster Technik, die wirklichen Spass in die eigenen vier Wände bringt. Frauen und Männer gehören mit Connectivity plötzlich gemeinsam in Kü­ che und Waschküche, wo Geräte selbstständig mitar­ beiten und neue Freiräume schaffen. Der trauten Zweisamkeit kann dies ei­ nen frischen Kick geben, was zusätzliche Con­ nectivity auf der persönlichen Ebene schafft.

STEPHAN GIESECK ist Geschäftsleiter und Verwaltungsratspräsident bei Bauknecht Schweiz.

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urch das Internet getrieben, wachsen reale und virtuelle Welt zum Internet der Dinge zusammen. Die klassischen Ge­ schlechterrollen im Haushalt stehen vor einem Paradigmenwechsel – der Hausmann 4.0 entsteht.

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SARAH STEUERT DAS ZUHAUSE DIE NEUE PREIGEKRÖNTE SMART HOME LÖSUNG von Patrick Berchtold

Der Markt für Hausautomation oder «Smart Home» ist etwas unübersichtlich und nur schwer greifbar. Viele Systeme stehen mit ihren Vor- und Nachteilen nebeneinander da, sind aber nicht miteinander kompatibel. Das Smart-Home-Gesamtsystem SARAH (Self Actuated Residential Automated Habitat) vom Berner Start-up hubware ändert dies jetzt und bietet zur Bedienung der eigenen vier Wände eine zentrale Oberfläche.

AKTUELLER MESSETERMIN Eigenheim Bern 23. – 26.3.2017 durch Partner SmartWire AG www.eigenheimbern.ch

SARAH verspricht höheren Wohnkomfort, mehr Sicherheit sowie zusätzliche Energieeffizienz.

EISHOCKEY-GOALIE IM SMART HOME Zu den wohl bekanntesten Anwendern des Smart-Home-Systems gehört auch der Eishockeyprofi und mehr­ maliger Olympiateilnehmer Jonas Hiller. Nach gründlicher Abwägung ­verschiedener Hausautomations­ systemen hat er sich für SARAH entschieden: «Die unglaubliche Vielzahl an Möglichkeiten und die einfache Bedienung haben mich überzeugt.Meine Bedürfnisse und Anforderungen an mein Zuhause verändern sich über die Zeit ja ständig. Da benötige ich ein System, das in der Lage ist, sich diesen Veränderungen anzupassen und das sich weiter­ entwickelt.»

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D

ank moderner Hausautomation sind viele elegante Anwendungen, die man in der Vergangenheit noch für unrealistisch gehalten hat, heute möglich. Die Bedienung von Heizung, Lüftung, Beleuchtung und Audioanlagen gehören dabei lediglich zu den Basisfunktionen eines Smart Home. Durch die Orchestrierung einer sehr grossen Anzahl von Geräten können diese nun mit SARAH zu stimmungsvollen Szenen wie «Feierabendstimmung» oder «Kinomodus» definiert werden und die eigenen vier Wände so zur persönlichen Wohlfühloase umwandeln. Verlässt man das Haus, wird mit einem Druck auf die «Gehen»-Funktion die Alarmanlage aktiviert, und alle nicht benötigten Geräte schalten sich aus. Wirklich intelligent wird SARAH aber erst durch die Möglichkeiten von Automationen:

Vordefinierte Handlungen werden erst dann ausgelöst, wenn bestimmte Zustände eintreffen. Bei schlechtem Wetter sollen beispielsweise alle Dachfenster geschlossen, die Markisen eingefahren und der Pool abgedeckt werden. Das Smart-HomeSystem, das aus einem kleinen Server und einer dazugehörigen App besteht, lässt einen so getrost auf die wichtigeren Dinge im Leben fokussieren.

ZUKUNFTSSICHER DANK TECHNOLOGIEUNABHÄNGIGKEIT Die Systemsicherheit und der Fortbestand des Systems sind zwei sehr wichtige Punkte beim Entscheidungsprozess für eine Smart-Home-Lösung. Im Gegensatz zu den meisten bisherigen Haus­ automationssystemen, die oftmals reine technologische Spielereien mit begrenztem Nutzen waren, versteht sich SARAH


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als technologieunabhängige Drehscheibe für eine sehr breite Palette von SmartHome-Technologien und ist somit nicht an einen Standard gebunden. Dadurch ist man nicht an bestimmte Funksprachen, Bus-Systeme oder Powerline-Technologien gekoppelt, sondern kann, je nach Einsatz und Bedürfnis, verschiedene Technologien miteinander kombinieren.

DEVISE: «MY HOME IS MY CASTLE» In den eigenen vier Wänden möchte man sich nicht auf Kompromisse in Sachen Sicherheit einlassen. Dank einer «Sicherheits»Anwendung macht SARAH verschiedene Geräte und Sensoren des Hauses zu einer Alarmanlage, sobald man das Haus verlässt. Die Frage nach der Systemsicherheit wird mit einer konsequent lokalen Datenhaltung beantwortet. Der SARAH Server ist somit auch ohne Internetverbindung funktionsfähig. Verbindungen zu externen Bediengeräten wie Smartphones oder Tablets sind dabei mit Ende-zu-EndeVerschlüsselungen gesichert.

Jetzt gibt es mit SARAH eine plattformübergreifende Haussteuerung.

GOLD BEI BEST OF SWISS APP  2016 Wie sich im letzten Herbst gezeigt hat, überzeugt bei SARAH auch die Bedien­ oberfläche. Die App, die über Smartphones und Tablets bedient werden kann, wurde bei «Best of Swiss Apps» mit Gold prämiert. Dabei wurde die Jury insbesondere durch das «flexible User Interface» und mit der «grossen Anzahl von Schnittstellen und Protokollen» überzeugt.

Für dieses Jahr sind weitere Schnitt­ stellen wie KNX, enOcean oder homematic und auch intelligente Benutzer­ konzepte angedacht. Konkreter Nutzen für den Bewohner sowie eine einfache und intuitive Bedienung bleiben für hubware aber auch weiterhin die wichtigsten Grundvoraussetzungen für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Haus­ automationssystems.

hubware AG  |  Hinterer Schermen 29  |  CH-3063 Ittigen  |  Tel. +41 (0) 58 255 25 25  |  www.hubware.house

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OPTIMALE BEFESTIGUNGEN FLEXIBLES UND SICHERES GLASBRÜSTUNGSSYSTEM von Nicola Bauer

© IMB Vertriebs GmbH

Unsere Bau- und Architekturwelten werden von immer grösseren und gewagteren Glasflächen dominiert. Der Blick aus dem Innen- in den Aussenraum gestaltet sich immer transparenter. Das braucht aber auch dementsprechende Befestigungsnormen, die gesetzliche Rahmenbedingungen einhalten. Im folgenden Beitrag präsentieren wir ein Beispiel.

U

m bodentiefe Fenster oder Türen absturzsicher zu machen, werden häufig französische Balkone angebracht, die bei einer gläsernen Ausführung die Vorgaben der neu eingeführten DIN 18008-4 zu erfüllen haben. Zusätzlich müssen die Glashaltekonstruktionen und

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Befestigungen von nach DIN EN 1090 zertifizierten Betrieben hergestellt sein. Dies gilt nicht – wie oft angenommen – nur für verschweisste Bauteile, sondern auch für verschraubte Lösungen aus Aluminium, Stahl oder Edelstahl. Werden die Nachweise – wie das Ü-Zeichen nach der Bau-

regelliste beziehungsweise die Übereinstimmungserklärung nach einem allgemein bauaufsichtlichen Prüfungszeugnis (abP) sowie die CE-Kennzeichnung nach dem Bauprodukte-Gesetz – dafür nicht erbracht, muss der Anwender mit empfindlichen Strafen und unter Umständen bau-,


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zivil- und wettbewerbsrechtlichen Folgen rechnen. Die IMB Vertriebs GmbH bietet mit ihren Easy-Glasbrüstungssystemen französische Balkone an, die diese technischen Baubestimmungen erfüllen. Als eines der ersten Unternehmen hat IMB diese Systeme zudem mit einer verdeckt liegenden Befestigung über die Falz-Innenseite im Portfolio. Dadurch sind aussen keine Schrauben sichtbar, was für eine elegante Optik sorgt. «Vor einigen Jahren wurde die Verlängerung für Prüfzeugnisse für Glasbrüstungen der Kategorie A mit aufgesetztem Kantenschutz untersagt, da dieser in der TRAV (Technische Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen) nicht ausreichend geregelt war», erklärt Andrea Konrad, Geschäftsführerin der IMB Vertriebs GmbH, die sich insbesondere auf den Vertrieb von Geländern und Befestigungen spezialisiert hat. «Geländer der Kategorie C mit einem lastabtragenden Holm konnten dagegen weiterhin gemäss TRAV ausgeführt werden.» Aus diesem Grund entwickelte IMB ein flaches Holmprofil aus Voll-Material, das die statischen Erfordernisse erfüllte.

MONTAGEFREUNDLICHES GLASBRÜSTUNGSSYSTEM Neu ist seit letztem Jahr – nach erfolgreicher Prüfung im Herbst 2015 und mit der Erteilung des allgemein bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses (abP Nr.  P-2015-3084) – dabei jedoch, dass die französischen Balkone erneut als absturzsichernde Verglasungen der Kategorie A verfügbar sind: «Das bedeutet, dass Wind- und horizontale Nutzlasten nicht durch einen aufgesetzten Holm aufgenommen werden, sondern durch die Verglasung selbst. Diese wird dazu mit einem Kantenschutz versehen, der nach den Richtlinien der DIN 18008-4 Anhang F ausgeführt oder nach Anhang E geprüft sein muss», erklärt Konrad. Das Easy-Glasgeländersystem BG015

Kategorie A ist nun mit verschiedenen Kantenschutz-Ausführungen lieferbar: Neben der bereits bekannten Form BG015F mit einem aufgesetzten Flachmaterial gibt es dies nun auch in taillierter Form BG015T. Zudem wurde der U-Kantenschutz als dritte Variante BG015U wieder eingeführt und ist nun in verbesserter Ausführung mit Dichtgummi, der die Montage erleichtert, lieferbar. Dabei ist der Edelstahlkantenschutz für die obere Glaskante ebenfalls in mehreren Varianten wie zum Beispiel mit Farbbeschichtungen nach RAL- oder DB-Farben erhältlich. Auch das Glas selbst kann mit mattierter oder verschiedenfarbiger Folie geliefert werden.

QUALITÄT UND PRÄZISION Besonders montagefreundlich ist die Variante Plus-G als Komplettsystem inklusive Glas. Die Glasbrüstung wird mit höchstem Qualitätsstandard bereits im Werk komplett fertiggestellt, was durch die Anbringung frontseitiger Anschraubbohrungen  – eine ebenfalls geschützte Erfindung  – möglich gemacht wird. So kann die Easy-Glasbrüstung auf der Baustelle in nur wenigen Schritten am Fenster montiert werden.

LASTABTRAGUNG IN DEN BAUKÖRPER Als weitere Innovation entwickelte das Rosenheimer Unternehmen die neuen Fix-Max-Spezial-Anker-Systeme: Auf den ersten Blick scheint es zwar so, dass das Geländer beziehungsweise die Absturzsicherung am Fensterrahmen befestigt ist, die Lasten werden jedoch durch den Rahmen direkt in den Baukörper abgeleitet. «Dies sind ausgereifte Systeme, welche die Problemstelle zwischen dem Gewerk Fensterbau und Metall- respektive Stahlbau lösen», so Dipl.-Ing. Hermann Hamm, der als Statiker beim Inge-

nieurbüro für Baustatik Glas und Stahlbau in Gelnhausen seit vielen Jahren mit IMB zusammenarbeitet. Während sich beispielsweise das System BS700 für absturzsichernde Systeme an Fensterpro­ filen mit Lastabtragung in Mauerwerke auszeichnet, eignet sich das System BS600 für den Beton-Baukörper. Beide Systeme bieten gebrauchsmustergeschützte Komplettlösungen, dank derer der Endkunde von einem baurechtlich und sicherheitstechnisch einwandfreien Montagesystem ausgehen kann. Neben dem Nachweis der Stossfestigkeit, der durch Pendelschlagversuche oder für die Kategorie C durch eine Pendelschlagsimulation erbracht werden muss, ist für Geländer auch immer ein objektbezogener Nachweis der Tragfähigkeit zu erbringen. Hierzu hat IMB bereits umfangreiche Vorbemessungen vornehmen lassen und garantiert weitere kompetente Beratung für die Erbringung der nach Landesbauordnung notwendigen objektbezogenen Bemessungen. Architekten und Fensterbauer können sich jederzeit für eine Beratung an den IMB-Innendienst wenden. Das Unternehmen, das alleine 2016 bereits rund 3 500  absturzsichernde Verglasungen verkauft hat, kann durch ausreichend ObjektErfahrung im Metallbau auf ein umfang­ reiches Fachwissen zurückgreifen und damit besonders flexibel auf notwendige Sonderlösungen reagieren.

NICOLA BAUER arbeitet im Pressebüro Gebhardt-Seele in München (D). www.imb-vertrieb.de www.febatec.com

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DURCHBLICK ERLEBEN EXKLUSIVES WOHNEN MIT FERNSICHT von Céline Berger

Umgeben von Landschaft, Licht und Himmel rückt die raumhohe Verglasung in den Hintergrund und wird kaum mehr wahrgenommen. Bei swissFineLine steht die absolute Transparenz im Mittelpunkt und bildet harmonische Balance zwischen Schlichtheit, Ästhetik und Funktionalität.

Die Schlichtheit der rahmenlosen Verglasung swissFineLine erfüllt höchste Ansprüche bezüglich exklusivem Architekturdesign.

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D

ie grandiose Aussicht auf das angrenzende Seeufer ist überwältigend und berauschend. Barrierefreiheit von innen nach aussen ermöglicht eine maximale Mobilität und Bewegungsfreiheit. Wohn- und Esszimmer sind offen und über die bodengleichen Fenster, die sich fast komplett öffnen lassen, mit Blick nach aussen angeordnet. Die Weitläufigkeit des Wohnbereichs scheint sich nahtlos mit der eindrucksvollen Natur zu verbinden. Fenster sind in dieser Form fast ein Ersatz für Aussenwände und haben mit klassischen Fenstern wenig zu tun. Ein wesentlicher Aspekt der Architekturgestaltung war die Transparenz des Hauses. So wurden die Balkone aus eingespanntem, rahmenlosem, fast unsichtbarem Ganzglasgeländer abgesichert. Alle Fenster im Haus sind raumhoch, bodengleich und schwellenlos eingebaut und ermöglichen so lichtdurchflutetes Wohnen. Das weckt schon beim ersten Betrachten positive Emotionen.

Die hochdämmenden Leichtmetallprofile fügen sich nahtlos in Wände, Boden und Decken ein.

AUSGEZEICHNETES FENSTER Das rahmenlose Schiebefenstersystem swissFineLine S wurde mit der Auszeichnung «Special Mention für besondere Designqualität» des German Design Award 2017 in der Kategorie Excellent Product Design «Building and Elements» prämiert. In diesem Wettbewerb, der jährlich vom Rat für Formgebung ausgeschrieben wird, hat sich das Schweizer Fenster erfolgreich gegen andere Produkte dieser Kategorie durchgesetzt.

Es gibt keine Hierarchie zwischen Funktion und Design. Sie kommunizieren auf Augenhöhe.

ÜBER DIE AUSZEICHNUNG Der German Design Award ist die internationale Premiumauszeichnung des Rats für Formgebung. Das erklärte Ziel: einzigartige Gestaltung von Material, Form und Design zu entdecken, zu präsentieren und auszuzeichnen. Special Mention: Mit dem Prädikat Special Mention werden Arbeiten gewürdigt, deren Design besonders gelungene Teilaspekte oder Lösungen aufweisen – eine Auszeichnung, die das Engagement von Unternehmen und Designern honoriert.

Schweizer Qualität in Design und Technologie.

swissFineLine AG  |  Gerbestrasse 15  |  CH-3550 Langnau im Emmental Tel. +41 (0) 34 409 50 50  |  info@swissfineline.ch  |  www.swissfineline.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 41


INNENARCHITEKTUR

Bei Glasworld GmbH ist alles unter einem Dach.

«MADE IN AESCH» GLASA – «DAS GLÄNZENDE, SCHIMMERNDE» von Glasworld GmbH

Glas, für viele von uns etwas eher Alltägliches, ein Werkstoff, ein Gebrauchsgegenstand. Und doch hat Glas in seiner Beschaffenheit etwas Magisches, etwas Sinnliches. Glas fasziniert, inspiriert und gibt die Möglichkeit der fast grenzenlosen Kreativität. Glas vereint Funktion und Design, Glas ist Leidenschaft – auch jene der Glasworld GmbH.

S

eit 23 Jahren lebt Metin Avcik, Gründer und Inhaber der Firma Glasworld, die Leidenschaft «Glas» und ist seit nun mehr als vierzehn Jahren eigenständig mit seiner Firma Glasworld in Aesch. Gerne stellt er sein Fachwissen in den Dienst seiner Kunden und Geschäftspartner. Über die Jahre hinweg konnte Metin Avcik mit seiner enormen Leidenschaft sein fundiertes Fachwissen derart vertiefen, dass er heute als «Fachmann am Bau» gilt, der jederzeit für jedes Problem eine fachmännisch kompetente Lösung parat hat und stets seine Geschäftspartner mit seiner Fachkompetenz unterstützt. Seit Jahren steht ihm ein eingespieltes Team zur Seite, das über die Jahre mit seinem Geschäftsleiter gewachsen ist und seine Leidenschaft teilt.

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ALLES UNTER EINEM DACH Ob Arbeits- oder Lebensraum, es gibt kaum einen Innenraum, dessen Gestaltung ohne den Werkstoff Glas denkbar wäre. Küche, Bad oder Wohnraum, Terrasse oder Dach, überall findet Glas seine innovative, funktionelle und zeitgemässe Verwendung. Innen wie aussen gibt es schier unendliche Möglichkeiten, verschiedene Wahrnehmungen zu erzielen und mit dem Werkstoff Licht und Transparenz in die Projekte der Kunden zu bringen. Die Glasworld GmbH geht individuell auf ihre Kunden ein und setzt die unauffällige Art des Glases aus jedem Projekt, egal, ob im Innen- oder Aussenbereich, perfekt in Szene. «Made in Aesch», alles unter einem Dach, ist das Credo der Firma Glasworld. So

besitzt sie einen vollumfänglichen Produktionsbetrieb mit einem hoch aufgerüsteten Maschinenpark. Mit den Jahren und der Erfahrung sind auch der Betrieb und der Maschinenpark gewachsen. Immer getreu seiner Philosophie hat Metin Avcik seinen Betrieb kontinuierlich ausgebaut und der heutigen Zeit angepasst. Immer schneller, immer flexibler und alles «Made in Aesch» wurde voll umgesetzt. Von der hochmodernen CNC-Glasbearbeitung über die eigene Lackiererei mit Profilackierer und einem vollumfänglichen Glaslager wird im Mai 2017 der eigene ESG-Ofen in Betrieb genommen. Somit ist die Fa. Glasworld vom Zuschnitt bis zum Endprodukt nicht nur eigenständig und in den Liefer- und Ausführungszeiten vorne mit dabei, sondern auch der einzige Härtebetrieb auf Platz Basel / Baselland.


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PARTNER FÜR ALLE Die Glasworld GmbH ist seit 2015 eingetragener Lehrbetrieb und Mitglied des schweizerischen Flachglasverbandes. So hat das Unternehmen die Möglichkeit, seine Leidenschaft an junge, versierte Auszubildende weiterzugeben und diese an seiner Leidenschaft zum vielseitigen Werkstoff Glas teilhaben zu lassen. Obwohl Glasworld GmbH das Vertrauen von Grossunternehmen geniesst, ist es der Firma ein Anliegen, jedem zur Verfügung zu stehen. Von einer einfachen Glasreparatur bis hin zum exklusiven Innenausbau oder zum grossen Aussenprojekt  – Glasworld GmbH ist der Partner für alle, die eine Idee aus Glas realisieren möchten. Damit jeder sich einen Eindruck über die Arbeit der Glasworld GmbH machen kann und für sein Projekt fachmännische und innovative Fachberatung bekommt, steht das Unternehmen seinen Kunden und Projektpartnern jederzeit in seinem Betrieb in Aesch zur Verfügung. Seine Kunden immer noch besser und eindrücklicher beraten zu können, ist das Bedürfnis des Unternehmens. Aus diesem Grund eröffnet die Glasworld GmbH im August 2017 in Aesch auf 300 m2 einen Showroom mit eigenem Café. Der direkte Autobahnanschluss erleichtert die Anfahrt der Kunden aus der ganzen Schweiz und aus dem nahen Ausland.

Kaum eine Räumlichkeit kommt ohne Glas aus.

REFERENZEN Dank der grossen Erfahrung und der Professionalität von Metin Avcik vertrauen viele Investorengruppen und Generalunternehmer ihm komplexe und aufwändige Projekte an. So wurden schon diverse Grossobjekte und Referenzobjekte realisiert. Vor Kurzem realisiert und gerade aktuell: • Bürgenstock Grand Résidence • Versace Store Basel: Laden-Innenausbau und Glasmöbel • Motel One Basel und Zürich • CERES Tower Pratteln www.atelier-ww.ch/ceres-tower • Spreitenbach Kreuzäcker: Überbauung Hotel und Wohnungen • Metropolitans: Eigentumswohnungen www.themetropolitans.ch • Erlenmatt Überbauung: Wohnungen, Glasrückwände • Schorenstadt Überbauung: Eigentumswohnungen, Duschen und Glasrückwände • Swisslos-Basel: Empfang • Novartis-Campus Basel: Innengeländer • Stücki Basel: Innengeländer, Treppengeländer Und unzählige individuelle Projekte, welche die Glasworld GmbH für viele Kunden aus der ganzen Schweiz realisieren durfte.

Glasworld GmbH, der einzige Härtebetrieb in Basel.

GlasWorld GmbH  |  Andlauring 69  |  CH-4147 Aesch  |  Tel. +41 (0) 61 733 00 20  |  info@glasworld.ch  |  www.glasworld.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 43


© Adrien Barakat

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EFFIZIENT UND STEUERBAR SAGEGLASS IM NEUEN TECHNOLOGIEZENTRUM DER FIRMA GLATT von Emmanuelle Frazao

In Weil am Rhein-Haltingen, nur 300 Meter Luftlinie von ihrer Zentrale in Binzen entfernt, hat die Firma Glatt mit zwei Neubauten den ersten Bauabschnitt ihrer Firmenerweiterung fertiggestellt. Glatt ist Marktführer im Life-Science-Anlagenbau für die Veredelung und Verarbeitung von Pulvern und wächst kontinuierlich, sodass das Unternehmen erheblich mehr Platz benötigt. Beide Gebäude wurden energieeffizient und wartungsarm errichtet. Die gesamte Fassade ist mit SageGlass – elektronisch gesteuerten, tönbaren Fensterscheiben – ausgestattet.

D

ie Unternehmensentwicklung nachhaltig zu sichern und Raum für weiteres Wachstum zu geben, waren die Gründe für die Erweiterung des Kompetenzbereichs Anlagenbau «Process Technology Pharma» von Glatt im Gewerbe­ park Dreiländereck in Weil am Rhein. Die Räumlichkeiten am Stammsitz im nahegelegenen Binzen waren an ihre Grenzen gekommen, eine Erweiterung dort nicht mehr möglich. Am neuen Standort wurden nun die ersten beiden Gebäude des geplanten 10’000 m2 grossen Komplexes fertiggestellt. Am Stammsitz in Binzen verbleiben die «Pharmaceutical Services», die nun ihre Kapazitäten in den Bereichen der pharmazeutischen Entwicklungsund Herstellprojekte langfristig ausbauen können.

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ENERGIEEFFIZIENT UND WARTUNGSARM Dem Unternehmenscredo entsprechend sind das neue Innovationcenter und der fünfgeschossige Bürokubus als energieeffiziente Gebäude mit reduziertem Wartungsaufwand geplant und errichtet worden. Die Architektur der beiden Gebäude, nach einem Entwurf des Architektur- und Generalplanerbüros Burckhardt + Partner entspricht einer klassischen Lochfassadenstruktur, die in Kombination mit den Zwischenbauten aus Glas für ein harmo­ nisches und ruhiges Erscheinungsbild sorgt. Die unterschiedlichen Höhen und Tiefen der Gebäude entsprechen den Nutzungen und Anforderungen der einzelnen Einheiten. Die Grundrisse sind im ganzen Bürogebäude ähnlich und flexibel

organisiert, mit einheitlichem Kernbereich im Zentrum. Im Erdgeschoss befinden sich neben dem grosszügigen Foyer auch repräsentative Besprechungsräume.

BAUTAFEL Bauherr: Glatt GmbH, Binzen (DE) Planung: Burkhardt + Partner GmbH, Architektur- und Generalplanerbüro, Grenzach-Wyhlen (DE) Fassadenbau: Metallbau Schätzle GmbH, Sexau (DE) System: Schüco AWS 75 und FW 60


INNENARCHITEKTUR

HINTERGRUNDINFORMATION SageGlass® eröffnet neue Wege. Die weltweit intelligenteste Verglasungs­ lösung verändert das Leben der Menschen in Gebäuden, indem sie die bauliche und die natürliche Umgebung miteinander verbindet. Dank der elektronisch gesteuerten Tönungsfunk­ tion von SageGlass® kann die Ver­ glasung bei Bedarf jederzeit getönt werden  – als Sonnenschutz, Hitzeschutz oder zur Vermeidung von Blendungen, und zwar ganz ohne Markisen, Jalousien oder Rollos. SageGlass ermöglicht enorme Einsparungen bei Klimatisie­ rungs- und Heizkosten, da bis zu 91 Prozent der Sonneneinstrahlung abgehalten werden können. SageGlass® ist Teil des Saint-Gobain-Konzerns, der über 350 Jahre Erfahrung im Bereich der Bautechnik vorweisen kann und im Bereich des nachhaltigen Bauwesens weltweit führend ist. SageGlass® wird in Europa und im Nahen Osten exklusiv von Vetrotech Saint-Gobain vertrieben.

Weil Glatt in der Vergangenheit an anderen Gebäuden keine guten Erfahrungen mit aussen liegenden Jalousien gemacht hatte, wurde die gesamte Fassade des neuen Technologiezentrums mit elektronisch steuerbaren, tönbaren Fensterscheiben ausgestattet. Die komplette Fassade wird aufgrund der Wetterbedingungen automatisch gesteuert, ohne die Sicht nach draussen zu verlieren. Ausserdem hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, die Tönung des Fensters an seinem Arbeitsplatz separat zu regulieren.

ANGENEHMES RAUMKLIMA UND REDUZIERTER AUFWAND Ausschlaggebend für die Wahl von SageGlass war die optimale Steuerung des Energieeintrags. Die Lichtdurchlässigkeit von SageGlass lässt sich über vier Stufen zwischen einem Prozent und 60 Prozent regulieren. Diese Reduktion mindert neben dem Schutz vor grellem Sonnenlicht auch den Wärmeeintrag mit g-Werten zwischen 40 Prozent und drei Prozent. So sorgt das Glas selbst in lichtdurchfluteten Räumen bei hohen Aussentemperaturen für ein angenehmes Raumklima. Zudem kommt SageGlass ohne mechanische Verschleissteile aus,

dadurch wird der Wartungsaufwand erheblich reduziert. Die SageGlass-Steuerung wurde via Bac-NET-Schnittstelle in ein vorhandenes Gebäudemanagement-System integriert, das die Gläser in Abhängigkeit der Temperatur steuert. Eine manuelle Steuerung via Wandschalter ist für jeden Mitarbeiter individuell möglich. Zwei Stunden nach einem manuellen Befehl wird das System wieder automatisch gesteuert, um die Energieeffizienz aufrechtzuerhalten.

GERINGERE ENERGIEKOSTEN UND ERHÖHTER KOMFORT Durch den Einsatz von SageGlass wird der Energieverbrauch der Gebäude durch die Reduzierung der Energie für Kühllasten und künstliches Licht effizient gestaltet. Zudem fiel die Dimensionierung der Klimaanlage kleiner aus als geplant, was dazu beigetragen hat, dass der Keller als Standort der Klimaanlage ebenfalls kleiner als ursprünglich geplant ausgeführt werden konnte. Zudem hat jeder Mitarbeiter durch die transparente Beschattung mit SageGlass gute Sicht und damit eine Verbindung zur Aussenwelt. Somit wurde der Komfort am Arbeitsplatz deutlich erhöht.

SageGlass® Vetrotech Saint-Gobain International AG  |  Bernstrasse 43  |  CH-3175 Flamatt  |  Tel. +41 (0) 31 336 81 81  |  www.sageglass.com

Ausgabe 01/2017 // Seite 45


INNENARCHITEKTUR

Heutige Lichtlösungen simulieren Stimmungen.

MEHR ALS AUS UND AN VERNETZTE SYSTEME von Georg Lutz

Licht konnte schon immer in unterschiedliche Zustände versetzt werden. Nur war die Auswahl früher begrenzt. Es gab nur das binäre Motto «ein und aus». Die nächste Stufe begann mit der Möglichkeit zu dimmen. Vor 20 Jahren hatten wir dann Sensoren zur Verfügung, mit denen man durch Berühren das Licht steuern konnte. Das wirkt heute fast schon museal. Heute kann man nicht nur das Licht, zum Beispiel über eine App, steuern.

D

ie Licht-emittierenden Dioden, kurz LEDs, gehören zweifellos zu den aktuellen Trend-Technologien. Nische war gestern. LEDs sind ausgereifter und auch billiger geworden. Sie haben einen Massenmarkt erobert. Immer mehr energieeffiziente Lichtwunder sind im Haushalt zu finden. In Unternehmen gibt es aber noch Luft nach oben. Das Business krebst den privaten Konsumenten, wie in anderen Bereichen, hinterher. Die

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Argumentationslage ist aber eindeutig. Die Halbleiter-basierten Lampen überzeugen durch einen konkurrenzlos hohen Lichtertrag pro Watt. Das verdeutlichen einfache Vergleiche: Eine normale Glühbirne liefert bei 40 Watt rund 500 Lumen, eine LED hingegen benötigt für dieselbe Leuchtstärke nur etwa neun Watt. Zudem sind moderne LEDs mit weit über 10’000 Brennstunden auch enorm lang­

lebig. Kombiniert mit aktueller Funktechnik und Smartphone spielen diese smarten Leuchten ihre ganze Stärke aus und eröffnen faszinierende Möglichkeiten.

BEQUEME STEUERUNG PER APP Gemütlich auf dem Sofa entspannen und die richtige Lichtstimmung einstellen? Kein Problem! Mit cleveren LED-Birnen regelt man neben der Helligkeit auch den Farbton ganz individuell. Schliesslich sind LEDs


in der Lage, Millionen verschiedener Farben darzustellen. So ergeben sich in den eigenen vier Wänden vollkommen neue Lichtwelten. Per Fingertipp lässt sich die ganze Stimmung in einem Raum ändern  – etwa vom Arbeitsklima in Altweiss hin zu einem entspannten, warmen Gelbton. Wer noch mehr Farbe ins Spiel bringen möchte, wählt je nach Gemütslage entweder einen romantischen Rotton oder ein stylishes nüchternes Blau. Das funktioniert auch, wenn man noch gar nicht im Raum ist. Wie? Ganz einfach übers Internet und sein Smartphone.

FÜR SICHERHEIT SORGEN Der Tag und die Nacht können gestaltet werden. So lässt sich die Weckzeit einstellen, Morgenrot als Farbe und dazu einen leichten Helligkeitsanstieg wählen – schon ahmt die Lampe einen sanften Sonnenaufgang nach. Der ganze Tagesablauf kann simuliert werden. Selbstverständlich profitieren auch die Sicherheitsaspekte von cleveren Lampen: Verschiedene Leuchtszenarien, die sich zu unterschiedlichen Zeiten automatisch einschalten, halten finstere Gestalten in den dunklen Jahreszeiten fern und sorgen bei Abwesenheit für mehr Sicherheit. Lange Zeit waren solch smarte Lichtsteuerungen ein teurer Spass, der sich nur in Kombination mit einer entsprechenden Hausvernetzung realisieren liess. Zum Glück muss man seit Kurzem aber nicht mehr gleich ein neues Haus bauen, um in den Genuss einer vernetzten Beleuchtung zu kommen, denn Hersteller bringen nach und nach interessante Lichtsysteme zur Nachrüstung auf den Markt.

VERNETZUNG MIT DIGITALEM BAUEN Zudem kommen smarte Lichtlösungen und das digitale Bauen zusammen. Das Ziel ist, die unterschiedlichen Automatisierungstechnologien in ihrer Gesamtheit erlebbar zu machen. Zudem gilt es, die Möglichkeiten und neuen Nutzungsoptionen, die die zunehmende Digitalisierung in der Gebäudetechnik bietet, mit Experten auszuloten. Dabei werden verschiedene Subsysteme miteinander vernetzt. Die zentrale Grundlage können einheitliche Ethernet / BACnet / TCP-IP-Lösungen sein. Die im Gebäudemarkt vorhandenen verschiedenen Bustechnologien sollen möglichst durch ein physikalisch gemeinsames Feld- / Automationsbus-Netz als zentrales Übertragungsmedium, zum Beispiel Ethernet, nach Umsetzung auf das BACnet-IP-Protokoll, eingesetzt werden. Diese Vernetzungs- und Automatisierungstechnologie hat den Vorteil, dass sie sehr flexibel ist. So können alle im Gebäude verbauten Elemente, wie beispielsweise Brandmelder, Aufzugsanlagen, die Heizung, Jalousien, Beleuchtung oder Videoüberwachung, je nach Anforderung angesteuert und eingebunden werden. Digitale Vernetzung ermöglichen einen beliebigen Einsatz und ein flexibles Zusammenspiel. Das Gebäudeautomationsnetzwerk ist zudem leicht erweiterbar, es gibt eine zentrale Kommunikation sowie Überwachung, und die Betriebskosten werden reduziert – was die grössten Vorteile für den Nutzer darstellt. Allerdings braucht es dazu fachmännische Beratung.  

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.baurundschau.ch

Insektenschutz ist Vertrauenssache Werden auch Sie ein zufriedener Kunde des Marktführers. Wir beraten Sie unverbindlich und individuell: Fliegengitter für Fenster und Türen, Schiebeanlagen, Pendeltüren, Pollenschutzgitter, Lichtschachtabdeckungen - Tel. 071 565 43 87


INNENARCHITEKTUR

LED-Leuchten für die Industrie mit «smart»-Technologie überzeugen in der Praxis.

VORTEILE LIEGEN AUF DER HAND LED MIT SMART LIGHTING IM INDUSTRIEBEREICH von Georg Lutz

LED als moderne und effiziente Beleuchtungstechnologie hat sich mittlerweile im privaten Wohnbereich etabliert. Noch vor wenigen Jahren waren es vor allem die Industrie und der öffentliche Raum, welche mit der neuen Technologie Zeichen setzten. Einsparungen im Energieverbrauch und in der Wartung sowie die längere Lebensdauer sprachen und sprechen für den raschen Durchbruch der LED-Lösungen. Trotzdem gibt es bei der tiefen Marktdurchdringung im gewerblichen Bereich weiter Luft nach oben. Heiner Diering, Projektmanager der kreiski gmbh, skizziert die Herausforderungen und bietet Lösungen, um LED-Beleuchtungen auf die Sprünge zu helfen. Seite 48 // bauRUNDSCHAU


INNENARCHITEKTUR

I

n den nächsten fünf bis zehn Jahren werden in der Industrie einige Millionen Leuchten mit konventionellen Leuchtmitteln wie FL-Röhren und alte Metalldampflampen durch effizientere LED-Leuchten ersetzt. Die Sanierung bestehender Beleuchtungsanlagen dürfte einen grossen Teil des LED-Markts der nahen Zukunft ausmachen. Besonders die Metalldampflampen sind mittlerweile als plumpe Stromfresser verschrien, können sie doch aufgrund der trägen Leistung weder gedimmt noch kurzzeitig ausgeschaltet werden. Doch auch die eigentlich effiziente und dimmbare Fluoreszenzröhre, welche in der Schweizer Industrie sehr verbreitet ist, wird heutzutage mehr und mehr durch LED-Beleuchtung abgelöst.

DURCHBRUCH MIT HÜRDEN Gerade die verarbeitende, exportorientierte Industrie – arg gebeutelt durch den schwachen Euro – ist oft nicht in der Lage, eine neue Beleuchtung mit der Sanierung der Elektroinstallation oder mit einer Gesamtsanierung zu verbinden. Daher ist ein Ersatz der bestehenden Anlage, der auch ein etappenweises Vorgehen erlaubt, ein möglicher Lösungsweg. Höhere Effizienz, weniger Wartung und längere Lebensdauer sind hierfür überzeugende Argumente. Je nach ersetztem Leuchtmittel können durch die reine Umstellung auf LED 30  bis 70  Prozent der Energie eingespart werden. In der Industrie, im Gewerbe und in Institutionen des öffentlichen Sektors sind Leuchten zudem oft während 12  o der mehr Stunden ununterbrochen in Betrieb; das wäre nicht nötig. Das grösste Einsparpotenzial liegt nämlich in der smarten Beleuchtung – individualisiert, bedarfsgerecht und gesteuert nach dem Motto: «So viel wie nötig, so wenig wie möglich».

SMART UND FLEXIBEL LED-Leuchten sind heute mit den verschiedensten Lichtleistungen, -farben und Abstrahleigenschaften erhältlich und vermögen somit alle bisherigen Lichtpunkte problemlos zu ersetzen. Wie ist es jedoch möglich, einzelne Leuchten individuell zu steuern und im «Gruppenverband» aufeinander abzustimmen – vor

allem, wenn keine Gesamterneuerung der Installation vorgesehen ist? Die sogenannten Smart-Leuchten sind mit elektronischen Komponenten ausgestattet, welche die Umgebung pausenlos «abtasten» – sowohl in Bezug auf das zusätzlich einwirkende (Tages-)Licht als auch auf die Präsenz oder Bewegung von Personen. Zusätzlich können sie mit einem Sender / Empfänger ausgerüstet werden, der die kabellose Steuerung und Kommunikation zwischen den Leuchten ermöglicht und somit keine weiteren Installationen erfordert.

Betriebsleiter und Mitarbeiter sind mit der neuen Beleuchtung sehr zufrieden, die Abschaltung einzelner Hallenbereiche wird in der Regel gar nicht wahr­ genommen, zumal es tagsüber ohne­hin recht hell ist. Trotz Reduktion auf 130 Watt sind die Arbeitsplätze deutlich heller beleuchtet, was sich dank Leistungskompensation über die nächsten zehn Jahre nicht verändern dürfte. Die Ausmessung des Verbrauchs nach sechs Monaten ergab  – für dieses erste halbe Jahr – einen Verbrauch von unter 4 000 Kilowattstunden. Das ist eine Einsparung von über 90 Prozent! 

Die englische Firma Thorlux gehört hier zu den führenden und innovativsten Herstellern und erlaubt, zum Beispiel mit ihrer SOLOW-Serie, die Installation einer äusserst sparsamen und intelligenten Beleuchtungsanlage – auch bei eingeschränktem Investitionsvolumen.

EIN REFERENZBEISPIEL Das Vorgehen lässt sich am folgenden Beispiel der Fertigungshalle einer Maschinenfabrik einfach illustrieren: In der Halle mit knapp 50 400-Watt-Metalldampfleuchten wurde eine Beleuchtungssanierung angestrebt. Gewünscht wurde eine Anlage, die den Verbrauch und den erforderlichen Wartungsaufwand auf ein Minimum beschränken, aber keine zusätzlichen Installationen nötig macht. Die Halle mit Shetdächern und relativ grosser Tageslicht-­Einstrahlung wurde – im Zweischichtbetrieb – bis dahin knapp 17 Stunden pro Tag unter Voll-Licht betrieben – unabhängig, ob Menschen oder nur Maschinen ihre Arbeit verrichten; die Dimmung und kurzzeitige Schaltungen waren nicht möglich. Der Verbrauch: knapp 90’000  Kilo­wattstunden! Nach dem Eins-zu-eins-Ersatz mit der Leuchte SOLOW LED SmartScan und der bedarfsgerechten Programmierung, die zusammen mit dem Betriebsleiter vor Ort und Leuchte für Leuchte per Fernbedienung vorgenommen wurde, ist die Anlage heute in vier Leuchtengruppen geteilt, welche synchron gesteuert sind. Jede Leuchte reagiert individuell auf das einfallende Tageslicht und ist tagsüber stark gedimmt; wo nur Maschinen arbeiten, brennt kein Licht.

DIE PASSENDEN DIENSTLEISTUNGEN Die englische Firma THORLUX Lighting gehört zu den führenden Anbietern im Bereich der intelligenten Beleuchtung für die Industrie und das Gewerbe. Mit dem Produkt Smart Scan ist seit 2016 eine Technologie auf dem Markt, welche die oben beschriebene funk­ gesteuerte Beleuchtungslösung um eine webbasierte Monitoring- und Überwachungsfunktion ergänzt. Ein grosses Sortiment von Smart-Leuchten sowohl für industrielle und gewerbliche Umgebungen wie auch für Büros, Spitä­ ler, Schulen oder für den Aussenraum kann  – zugeschnitten auf Ihr individuel­ les Projekt und allenfalls in Etappen – von Thorlux geliefert werden: www.thorlux.de. Auf der Industriemesse LOGISTICS & DISTRIBUTION vom 26. – 27.  April in Zürich ist Thorlux mit eigenem Stand vor Ort.

Thorlux Schweiz, kreiski gmbh Lichttechnik  |  Hübeliweg 1  |  CH-3264 Diessbach  |  Tel. +41 (0) 32 558 44 58  |  mail@kreiski.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 49


INNENARCHITEKTUR

KAUTSCHUKBÖDEN IM EINSATZ VIELFÄLTIGE VORTEILE von nora flooring systems

Architektur definiert Lebensräume – schliesslich verbringt jeder von uns viel Zeit in Gebäuden. Bei der Gestaltung von Innenräumen sind neben den Wänden vor allem die Böden stilprägende Elemente – mit vielfältigen Aufgaben. Sie müssen nicht nur widerstandsfähig sein, sondern auch durch Design und Funktionalität überzeugen.

K

autschuk-Bodenbeläge von nora flooring bieten hier weitreichende Vorteile: Sie sind sowohl langlebig und strapazierfähig als auch widerstandsfähig gegen Flecken sowie Beschädi­ gungen und sie sind hygienisch und leicht zu reinigen. Zudem ergänzen sich bei den nora-Böden Design und Funktionalität auf ideale Weise.

GRAFISCHE DESIGNS UND ELEGANZ IN ALLEN RÄUMEN Mit ihrer grossen Vielfalt von mehr als 300 Farben im Standardsortiment, verschiedenen Oberflächenvarianten und der Möglichkeit zur Integration von Bildmotiven, Logos oder Wegeführungen aller Art in den Bodenbelag, eröffnen die nora Böden zahlreiche Gestaltungsoptionen. Bei dem neuen Belag noraplan lona können jetzt die unterschiedlichsten grafischen Designs in den Kautschukboden integriert werden. Möglich wird dies durch ein spezielles Herstellungsverfahren: Das gewünschte Design wird während der Vulkanisation mit hoher Temperatur und ­unter grossem Druck in den Belag eingebracht – für eine dauerhaft attraktive Optik auch noch in Jahrzehnten. Der beschichtungsfreie Kautschukboden besticht durch eine seidenmatte, leicht strukturierte Oberfläche mit optischer Tiefe. Durch sein dezentes, geschmackvolles Farbspektrum von zwölf eleganten Grau­ tönen und das marmorierte Desgin ist die zweite Neuheit norament arago geschaffen für den Einsatz in repräsentativen Bereichen. Überall dort, wo es auf extreme Widerstandsfähigkeit und zugleich auf ein exklusives Ambiente ankommt, wie zum Beispiel in Eingangshallen, Fluren, Museen

oder anderen öffentlichen Gebäuden, zeigt der Kautschukboden seine Stärken: Er strahlt Ruhe aus und wird durch seine natürlich anmutende Reliefstruktur gleichzeitig zum attraktiven Gestaltungselement.

LANGLEBIG UND HYGIENISCH Alle nora-Bodenbeläge bestehen durch und durch aus Kautschuk und weisen eine dichte, geschlossene Oberfläche auf, die nicht beschichtet werden muss. Sie sind zudem massbeständig und können daher ohne Verfugungen verlegt werden. Deshalb sind nora-Kautschukbeläge extrem langlebig – ein grosser wirtschaftlicher Vorteil, den Architekten und Gebäude­ betreiber zu schätzen wissen. Auch die einfache Reinigung spielt eine grosse Rolle, wenn es um die Wirtschaftlichkeit eines Bodenbelags geht. Aufgrund ihres Materials und ihrer dichten Oberfläche sind nora-Kautschukbeläge von Natur aus wenig anfällig für Verschmutzungen. Mit noraplan lona können unterschiedlichste grafische Designs in den Boden integriert werden.

Langlebigkeit, leichte Reinigung und Hygiene sowie Design ergänzen sich bestens.

nora flooring systems ag  |  Gewerbestrasse 16  |  CH-8800 Thalwil  |  Tel. +41 (0) 44 835 22 88  |  info-ch@nora.com  |  www.nora.com

Seite 50 // bauRUNDSCHAU


INNENARCHITEKTUR

KULTURTEMPEL LICHTLÖSUNG FÜR DIE ELBPHILHARMONIE von Georg Lutz

Zumtobel unterstreicht die magische Ausstrahlung der Hamburger Elbphilharmonie mit einer besonderen Lichtlösung, die das Herz des spektakulären Musikhauses – den Konzertsaal – auf einzigartige Weise zum Leuchten bringt.

D

as Megaprojekt der Hansestadt Hamburg ist nach einigen Skandalen am 11. Januar  2017 feierlich eröffnet worden. Die Begeisterung war überwältigend. Die Elbphilharmonie kann punkten. Den Besuchern erschliesst sich damit inmitten der Hafen-City ein neues gesellschaftliches und kulturelles Zentrum. Optisch im wörtlichen Sinne besonders herausragend ist dabei die Sonderlichtlösung zur Allgemeinbeleuchtung im Konzertsaal: Zumtobel greift hier das Architektur-­ Konzept – die Verbindung von Alt und Neu  – wieder auf und entwickelte in enger Zusam-

menarbeit mit Herzog & de Meuron, dem Lichtplanungsbüro Ulrike Brandi Licht in Hamburg und dem Glasgestalter Detlef Tanz aus Wegberg rund 1 200  mundgeblasene Glaskugelleuchten, die wie lichtgefüllte Wasserblasen aus der wellenförmigen Akustikdecke auftauchen – eine Hommage an die sturmerprobte Elbe nebenan. Der Leuchtenkörper ist dabei für den Betrachter unsichtbar in die Decke verbaut. Die traditionelle Handwerkskunst in Kombination mit moderner LED-Technologie machte die Entwicklung dieser Lichtlösung zu einer besonderen Herausforderung für Zumtobel.  

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.elbphilharmonie.de

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Es geht auch so! Natur-, sowie Kunststeine im Innen- und Aussenbereich werden stark beansprucht, auch Umwelteinflüsse setzen ihnen zu. Sie werden mit der Zeit matt und fleckig, Algen und Flechten beginnen zu wuchern. Eine fachkundige Steinpflege gibt ihren Steinen wieder Glanz, Natürlichkeit und Farbe zurück. Veredelte Steine bleiben längerfristig sauber und schön. Wir beraten Sie gerne! Stei finish GmbH Oberhöflistrasse 10 8862 Schübelbach

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Ausgabe 01/2017 // Seite 51


© Renson

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Die Über-Eck-Lösungen sind faszinierend, brauchen aber auch einen besonderen Schutz.

DER FREIE BLICK ÜBERGANGSWELTEN FÜR JEDEN RAUM von Georg Lutz und VFF / DS / (epr)

Heute kommuniziert der Aussen- mit dem Innenraum. Bodentiefe Fenster ermöglichen den barrierefreien Blick. Daher gilt es, bei Lösungen beide Welten ganzheitlich zu betrachten. Fenster, Terrassen, Türen, Fassaden und selbst der Gartenraum sind ein ganzheitlicher Ausgangspunkt. Dabei gilt es, unterschiedliche Herausforderungen im Auge zu haben.

F

rüher hatte ein Haus vier Ecken und eher kleine Butzenfenster, die wie «Schiessscharten» in der Fassade wirkten. Vier Ecken haben Häuser heute noch, aber die Fenster erfüllen je nach Lage im Gebäude die unterschiedlichsten Funktionen und reichen von kleinen, eckigen oder runden Varianten über bodentiefe, lichthelle Formen bis hin zu grossformatigen Verglasungen, die viel natürliches Tageslicht und in der kalten Jahreszeit auch Sonnenwärme ins Haus lassen.

BLICKE & HIMMELSRICHTUNGEN Auch andere Gegenstände wie Terrassen oder Türen sind heute grosszügiger gestaltet. Dabei müssen sie unterschiedliche Herausforderungen bewältigen. «Sicherheit, Komfort, Energieersparnis, Tageslichtnutzung: Die Liste der Vorzüge moderner Fenster und Fassaden liesse sich immer weiterführen», erklärt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) in Deutschland. «Damit in jedem Raum von Haus oder Wohnung diese positiven Eigenschaften

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voll zum Tragen kommen, müssen allerdings die Fassaden- und die Dachfenster zur Raumnutzung und zur Himmelsrichtung passen.» Grosse Fenster und Fenstertüren finden in der südlichen Fassade ihren Platz – kostenlose Wärmegewinne, geringere Heizkosten und eine hohe Stromersparnis dank längerer Tageslichtzeiten sind die positive Folge. Idealerweise liegt hier das Wohnzimmer, vielleicht mit integriertem Essbereich und einer offenen Küche, bei der sich zum leichteren Lüften der Einbau eines Fensters mit festem Unterlicht anbietet – so kann die Fensterbank ideal als Ablage genutzt werden. «Fehlen darf in der Südfassade allerdings nicht der passende Sonnenschutz. Über die individuellen Möglichkeiten berät der Fach­ handel gerne», so Tschorn.

früh den ungehinderten Blick nach draussen geniessen. Der Norden braucht Fenster mit einer besonders guten Wärmedämmung, dann können auch hier grössere Formate als früher eingeplant werden. Wird nicht viel Licht in den Räumen hinter der Nordfassade benötigt – hier wäre zum Beispiel das Schlafzimmer zu nennen –, tun es hier aber auch kleinere Varianten. Dachfenster schliesslich sind immer gut für eine perfekte Raumausleuchtung, bekommen im Sommer allerdings viel Sonne ab – hierfür gibt es sehr wirksame Verschattungen, die auch im Dachgeschoss für einen kühlen Kopf sorgen und so auch den Hobbyraum, das Gästezimmer oder das Wellness-Bad für die ganze Familie zu einem immer angenehmen Ort machen.

Bodentief oder eine tiefergelegte Brüstung lautet die Devise im Osten und Westen des Eigenheims. Dann gibt es mehr Licht und die Räume wie zum Beispiel Arbeits- oder Kinderzimmer sind besser ausgeleuchtet, und die kleineren Kinder können schon

Ein spannendes Beispiel beim Thema moderne Glasprodukte und die Verknüpfung von Aussen und Innen sind die Über-Eck-Lösungen. Auch hier fallen die grossen Glasflächen, die den Blick des Betrachters in die Ferne lenken, auf.

ÜBERECK-GLASFRONTEN


INNENARCHITEKTUR

Grenzen zwischen Gebäude und Umwelt verschwimmen. Mit den technischen Möglichkeiten, hoch dämmende Mehrfachverglasungen rahmenlos über Eck zu führen, entstehen aber weiter ambitionierte architektonische Entwürfe. Weite Ausblicke ermöglichen imposante Aussichten und sorgen für lichtdurchflutete Räume – das sieht toll aus und steigert das Wohngefühl deutlich. An manchen Tagen jedoch ist ein effektiver Sonnenschutz gefragt. Damit die Wirkung der Glasflächen dadurch nicht getrübt wird, bedarf es einer innovativen Lösung. Der belgische Spezialist für Sonnenschutz und Lüftung, Renson, hat dafür genau das passende Produkt im Portfolio: Panovista Max ist besonders für Ganzglasecken geeignet, bei denen gängige Sonnenschutzsysteme keine passende Lösung bieten. Die Senkrechtmarkise ermöglicht eine vollständige Beschattung grosser Glasflächen – die Übereck-Fenster dürfen dabei zu jeder Seite bis zu sechs Meter breit sein – und zwar ohne störende Führungsschienen oder Seilführungen. Die Markise ist in verschiedenen Farben erhältlich und lässt sich praktisch unsichtbar in die Architektur des Gebäudes integrieren. Sogar die Endschiene verschwindet in der Kassette, wenn der Sonnenschutz vollständig hochgefahren ist. Ebenfalls wichtig für die Optik ist der neue Übereck-Reissverschluss, mit dem sich die zwei Tücher der Markise, die mit einem Motor angetrieben immer gleichzeitig hochfahren, einfach und mit sauberer Kante verbinden lassen. Gleichzeitig wird damit eine höhere Stabilität erreicht.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.fensterratgeber.de

Auf die Lage kommt es an – ein helles und freundliches Zimmer.

BRANDSCHUTZ MASSGESCHNEIDERT. EI30 Brandschutz gehört heute zur Sicherheits-Grundausstattung von Gebäuden, bei den meisten BRUNEX Innen- und Aussentüren ist er daher Standard. Neben der Erfüllung aller relevanten Normen haben Architekten/Planer damit viele Freiheiten bei der Gestaltung. Durch das breite Sortiment stehen Handel und Schreinern individuelle, funktionssichere Lösungen für alle Anforderungen zur Verfügung, die BRUNEX massgeschneidert und mit Gewährleistung liefert. TÜRENFABRIK BRUNEGG AG

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INNENARCHITEKTUR

Balkone sind markante Stilelemente im Rahmen der Architektursprache.

BEIDE WELTEN NUTZEN DIE ATTRAKTIVITÄT VON BALKONEN von Georg Lutz

Balkone sind attraktive Zwischenwelten. Man ist im Freien und kann sich in einer individuell zusammengestellten kleinen grünen Oase wohlfühlen. Gleichzeitig hat man auch Schutz vor Wind und Wetter. Dabei darf der Aspekt der Sicherheit nicht zu kurz kommen. Tragwerke wie Balkone brauchen Stabilität, und hier kommen die Stahlspezialisten der A. Lanz AG zum Zug.

B

alkone erhöhen die Wohnqualität, vergrössern die Wohnfläche und schaffen wertvollen Erlebnis- und Ruheraum. Sie gewähren ausserdem einen milden Übergang zu den Wohnräumen und bieten Schutz gegen unbefugte Einblicke. Alt- und Neubaufassaden erhalten mit dem Balkon interessante Gestaltungsflächen, sowohl für Architekten als auch für die Bewohner. Das Unternehmen A. Lanz AG ist Spezialist für Balkonausführungen aller Art. Die frei stehenden oder mit dem Gebäude verbundenen Balkone werden nach den Angaben des Architekten und nach individuellen Wünschen, einschliesslich Planungsarbeiten und statischer Berechnung ausgeführt.

ATTRAKTIVES BAUKASTENSYSTEM Die Balkone der A. Lanz AG zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Baukastenprinzip errichtet werden können. Dies sichert kurze Montagezeiten bei hoher Präzision. Die untersten Stützen werden auf bau­ seitige Fundamente mittels Fussplatten verankert. Auf diese Stützen wird der komplette Balkonrahmen einschliesslich eingelegter mineralit®-Balkonbodenplatte mittels Steckverbindern montiert. Weitere Stützen und Steckverbinder erlauben den einfachen Aufbau der Balkone für die einzelnen Etagen.

MATERIAL & KONSTRUKTION Feuerverzinkte Stahlprofile oder pulverbeschichtete Aluminiumprofile bilden das Tragwerk der Balkone der A. Lanz  AG; sie

ergeben solide, leicht wirkende Tragkonstruktionen nach Mass. Die Balkonböden bestehen aus Mineralitplatten®, Glas, Gitterrosten, Ortbeton oder Fertigbetonelementen. Die Profile für den oberen Geländerabschluss sind in feuerverzinktem oder farbig beschichtetem Stahl oder aus Chromnickelstahl gefertigt. Für die flächige Füllung werden Bleche, Loch­ bleche, Kunstharz- oder Eternitplatten verwendet. Glas, Traversen oder Staketen kommen für transparente Füllungen zum Einsatz. Der Wetterschutz wird mit einem feingliedrigen Glasdach oder mit robustem Profilblech konstruiert. Die individuelle Anfertigung erlaubt auch den Bau von eigenwilligen Konstruktionen und den Einsatz besonderer Materialien wie z. B. Balkonverglasungen. 

A. Lanz AG  |  Metallbau  |  Friedhofweg 40  |  Postfach 486  |  CH-4950 Huttwil  |  Tel. +41  (0) 62 962 11  44   |  www.lanz-metallbau.ch

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F O T O G R A F I E : S Y LV A N M Ü L L E R

INNENARCHITEKTUR

EINZIG IN SEINER ART

Ausgabe 01/2017 // Seite 55


INNENARCHITEKTUR

Jedes einzelne Element trägt zum harmonischen Ganzen bei – die Spezialität des passionierten Teams.

NEUE (T)RAUMWELTEN GESTALTEN RUND UM DEN GLOBUS von Leisibach Sandhofer + Partner Innenarchitektur

Die Passion von Leisibach Sandhofer + Partner Innenarchitektur ist es, spannende Raumwelten zu gestalten und zu inszenieren sowie individuelle Konzepte und Lösungen für Wohn- und Arbeitsräume auszuarbeiten.

D

ie beiden Firmeninhaber Othmar Leisibach und Romy Sandhofer lernten ihr Handwerk von Grund auf und bauten sich als Schreinermeister und Innenausbauzeichnerin in grossen Betrieben das Fundament ihrer beruflichen Laufbahn auf. Nach verschiedenen berufsbegleitenden Weiterbildungen haben beide den Abschluss zum «Projektleiter Innenausbau» erlangt. Othmar Leisibach, der Techniker, ist mit seinem Fachwissen und Organisationstalent vom Projektleiter, technischen Leiter bis zum Mitglied der Geschäftsleitung in einem grossen Ladenbaubetrieb gewachsen. Während Romy Sandhofer, die Gestalterin, unter anderem in einem Architekturbüro und einem Innenausbaubetrieb tätig war und Projekte in den Bereichen Gastronomie, Ladenbau, öffentliche Institutionen sowie private Wohnobjekte plante und realisierte. Im Jahr 2009 machte sie sich mit ihrer Einzelfirma Sandhofer Innenarchitektur selbstständig, was im Sommer 2013 in der Kollektivgesellschaft Leisibach Sandhofer + Partner Innenarchitektur (kurz: Leisihofer) mit Sitz im luzernischen Hohenrain resultierte.

MEHR ALS NUR EIN BERUF Die breit gefächerte Erfahrung bringt dem Team vielseitige Projekte ein. Letzteres

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macht die Arbeit abwechslungsreich und spannend, denn die beiden Firmeninhaber nehmen sich mit Herzblut der ihnen anvertrauten Aufträge an – für beide ist dies mehr als nur ein Beruf. Das Gestalten, Planen und Realisieren der Projekte verläuft immer in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden, denn die optimale und individuelle Unterstützung der Bauherren zur Umsetzung ihrer Projekte liegt den Leisihofers am Herzen. So sind sowohl bei privaten Auftraggebern als auch bei Ladenbesitzern und Firmenkunden Kostentransparenz und Termintreue Pflicht, damit der Kunde am Ende sorglos seine (T)raumwelt beziehen kann. Das Ziel einer guten Innenarchitektur ist es, mit der geschaffenen Raumwelt die gewünschten Gefühle auszulösen. Emotionen sind zwar wertvoll, doch muss die technische Funktion genauso gewährleistet sein. Ein optimales Innenarchitektur-Konzept verbindet Gestaltung und Technik, wodurch die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden erfüllt werden. Um eine spannende Raumwelt zu schaffen, werden viele unterschiedliche Faktoren berücksichtigt. Dabei spielen Formen und Farben, Licht und Schatten, Oberflächen und Strukturen sowie vieles mehr eine wichtige Rolle. Wenn gewünscht, berück-

sichtigen die Verantwortlichen bei der Gestaltung auch die Feng-Shui-Aspekte.

VON DER SCHWEIZ BIS NEW YORK Egal, ob Grossprojekte für namhafte Juwelierunternehmen, kleinere Verkaufs- und Behandlungsräume, Büros für Institutionen, Gastronomiebetriebe oder private Bauvorhaben; in Sachen Planung, Projektund Bauleitung sowie mit seinem grossen Innenarchitektur-Portfolio, das von der Schweiz bis nach New York reicht, zählt Leisihofer zu den erfahrenen Spezialisten. Mit viel Freude und Engagement betreut das Team auch Privatkunden, welche ein Einfamilienhaus bauen, eine Eigentumswohnung erwerben, einen Um- oder Anbau planen. Oftmals fehlt den Bauherren genau in diesen Momenten die Zeit, sich um Details zu kümmern oder gar einzelne Puzzleteile zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Mit professioneller Unterstützung kümmern sich die Macher um die Planung der Küche, des Badezimmers sowie diverse Einbauten, um Möblierungsvorschläge oder die Materialisierung und Farbgestaltung der einzelnen Räume, der Wohnung sowie des gesamten Gebäudes. Die Verantwortlichen erstellen Beleuchtungs- und


© David Avolio, www.cutandshoot.ch

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Elektro­konzepte und koordinieren die Haustechnik sowie die Sicherheitsanlagen. Die professionelle Zusammenarbeit der Fachplaner mit den Handwerkern ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Projekt. Dabei integrieren sich die Leisihofers in vorgegebene Teams, oder koordinieren hinzugezogene Planer und Unternehmer für die Leitung eines kompletten Projekts. Die Gestaltung und Planung sowie die Ermittlung und Kontrolle der Kosten, das Erstellen des Terminprogramms, das Einholen von Baubewilligungen und die örtliche Bauleitung bis hin zur Schlussabnahme sind dabei die zentralen Aufgabenfelder. Das Innenarchitekturbüro sieht sich nie als Konkurrenten des Architekten, im Gegenteil: Der Innenarchitekt ist, ebenso wie die anderen Fachplaner, eine wichtige Ergänzung, die den Architekten im Bereich des Innenausbaus unterstützt und schlussendlich zu durchdachten Räumlichkeiten und optimalen Raumwelten führt.

Leisibach Sandhofer + Partner Innenarchitektur  |  Johanniterrain 5  |  CH-6276 Hohenrain  |  Tel. +41 (0) 41 910 13 28 info@leisihofer.ch  |  www.leisihofer.ch

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DIE HARMONIE DES UNIVERSUMS ARCHITEKTUR IN INDIEN von Ruxandra Nusfelean

© Blocher Blocher Partners

Wie baut man eigentlich angemessen modern in Indien? Die Architektur- und Designspezialisten Blocher Blocher Partners geben mit ihrer Villa am Rande von Ahmedabad eine Antwort: Der strenge Sichtbetonbau verbindet Geradlinigkeit und ausgefeilte Klimatechnik mit den uralten Prinzipien von Vastu.

Der Blick von Süden verdeutlicht den Aufbau des Gebäudes.

A

hmedabad ist mit 5.6 Millionen Einwohnern die fünftgrösste Stadt Indiens und das wirtschaftliche Zentrum in Gujarat. Es ist früher Morgen in South Bopal, einem Vorort der Millionenstadt Ahmedabad. Tau liegt auf dem Rasen, der Duft von frisch gekochtem Tee zieht durch die Lobby. Schritte huschen über den kühlen Marmorboden, vorbei an einer Sitzgruppe und dem roten Afghan. Trotz seiner Grösse von vier auf fünf Metern wirkt

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der Teppich fast bescheiden in der sechs Meter hohen Halle, die am Gelenk von Wohnflügel, Gästewohnzimmer und FamilyLiving-Bereich steht und die privaten mit den repräsentativen Teilen der 28-ZimmerVilla harmonisch verbindet. Proportionen sind wichtig in Indien – und die Gewissheit, das Haus im Einklang mit den Prinzipien von Vastu errichtet zu haben, jener fast 5 000 Jahre alten Gestaltlehre, die Mensch und Kosmos verbindet.

Nach Süden öffnet sich ein gewaltiges Panoramafenster, das den Garten ins Haus zu holen scheint. Einige Stufen führen hinunter zum Grün, entlang an einem Wasserbecken und einer fast 20 Meter langen Front aus Sichtbeton, in die Teakholzbänder wie vertikale Lisenen eingelassen sind. Durch sie atmet die Villa. Der Wohnflügel ist zweigeschossig und fast genau Nord-Süd ausgerichtet, um sich möglichst wenig aufzuheizen.


INNENARCHITEKTUR

das der Grosseltern. Im ersten Stock wiederum befinden sich die Zimmer der beiden Töchter, samt eigenen Ankleiden und Badezimmern. Ganz nach Süden, geborgen unter einem gewaltigen Rahmen aus Beton: der Master Bedroom. Von hier geht der Blick über das kühlende Wasserbecken und die Bäume des Parks – und verliert sich schliesslich am Horizont.

DURCH HARMONIE VERBUNDEN

Der Eingangsbereich ist ein optischer Willkommensgruss.

Geschützt hinter einem Lamellenvorhang aus Teakholz, dessen Elemente sich wie ein leichter Stoff um den Betonkern legen, liegt im Erdgeschoss wie im ersten Stock jeweils eine durchgängige Veranda. Die beweglichen Teakholzlamellen verleihen dem Haus Rhythmus sowie Struktur und

sind nichts weniger als eine moderne Interpretation klassischer Ornamente. Diese doppelte Veranda wiederum korrespondiert mit einem internen Gang, der vom Home Cinema im Norden geradewegs zum Büro des Hausherren führt. Dazwischen liegen ein Gästeappartement und

Bauen in Indien ist anders. Das Land ist eher ein Kontinent und lebt auch in den Architektur- und Designwelten seine Gegensätze aus. Beispielsweise der Gegensatz zwischen den urbanen Zentren und den ländlichen Räumen oder der Gegensatz zwischen Tradition und Moderne. Hier sind gleichzeitig aber auch spannende Integrationslösungen zu bewundern. So griff die indische Archi­tektur die Philosophie der Art Deco, von Le Corbousier oder des Bauhauses auf und bezog sich gleichzeitig auch die v­ ielfältigen traditionellen Tempelarchi­tekturen des Hinduismus in moderne Bauten ein.

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In der Lobby kommunizieren Aussen- mit Innenraum.

Die Gartenterrasse bildet das Stilelement für einen harmonischen Übergang in den Garten.

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INNENARCHITEKTUR

Es gibt dann aber oft einen Rahmen, der eine einigende Klammer bietet. Der heisst in unserem Fallbeispiel Vastu. Energie ist bei Vastu das zentrale Stichwort. Dabei geht es um die Ströme von Energie und die Ausrichtung der Architektur nach den Himmelsrichtungen und dem Sonnenverlauf. Grandiose Maurer, Steinmetze und Schreiner fertigen in Windeseile Details über Details, ohne dass sie unbedingt einen Plan lesen müssen. Wer zudem nach den Regeln von Vastu plant, erhält einen «Leitfaden für die Gebäudestruktur», erklärt Hartmut Wurster, Head of India der Blocher Blocher Partners aus Stuttgart (D). «Ein Haus zu bauen, heisst, einen Teil aus dem Universum, dem Brahmanda, herauszuschneiden, um es selbst zu nutzen.» Dann macht Wurster eine kurze Pause, lässt die Worte nachwirken: «Beides sollte in Harmonie verbunden sein.» Das Bauen erhält plötzlich eine neue, für den westlichen Blick womöglich ungewohnte Rolle. Sie steht exakt an der Schnittstelle von menschlicher Kreati­vität und universellen Regeln – und wird, wie der Architekt erklärt, zur «Voraussetzung für Harmonie, Glück und Wohlstand». An dieser Schnittstelle kann Ausserordentliches wachsen: etwa ein Zuhause für eine Unternehmerfamilie, das sich zum Garten öffnet und zugleich die Sonne ausschliesst. Während Patios und Terrassen Übergangszonen schaffen und zwischen Innen und Aussen vermitteln, wirken

Die Details in den Innenräumen verraten eine durchdachte Kombination.

perforierte Sichtbetonwände und Teakholzlamellen wie eine schützende Haut. Als eines der ersten Gebäude in Ahmedabad ist die Villa mit mehrschaligen Wänden ausgestattet, während die lang gezogenen Wasserbecken das Haus zusätzlich kühlen und so die Klimaanlage entlasten.

KÜHLER BODEN, WARMER STEIN Grosse Bedeutung für das Wohlbefinden hat das Zusammenspiel der Materialien, die je nach Einsatz kühlen oder wärmen: Uplights betonen die Oberfläche des handgeschlagenen Sandsteins aus Rajasthan, dessen Goldton sich im kühlen Marmorboden bricht. Das Spiel aus Sichtbeton, Teakholz und Jura-Marmor verleiht dem Inneren Eleganz und Wärme. «Es strahlt Gastfreundlichkeit aus, während es zugleich dem modernen Look der Residenz genügt», ist Wurster überzeugt.

Am Schluss stand das Bett falsch. Zumindest für einen Augenblick. Der VastuExperte war zufrieden durch das Haus geschritten, hatte die Lage des Eingangs gen Osten begutachtet, die Bäder inspiziert und das reflektierende Wasserbecken nach Süden – und war schliesslich im Master Bedroom auf eine kleine Unregelmässigkeit im Fluss der Energie gestossen. Nichts Grosses, nichts, was man nicht durch einige Handgriffe beseitigen konnte – aber doch etwas, das den Meister zu einer kleinen Bemerkung veranlasste.

RUXANDRA NUSFELEAN ist Leiterin der Medienredaktion bei ABO PR. www.blocherblocher.com

Seamless GmbH Steinwiesliweg 15 8637 Laupen 055 240 83 40

www.seamless-tueren.ch Ausgabe 01/2017 // Seite 61


Qualität hat hier Vorfahrt.

DER VIERKLANG ÖFFNEN, BEWEGEN, SCHLIESSEN UND SICHERN von Daniel Huber

Unsere Türen, Fassaden und Fenster werden immer grösser und transparenter. Aussen- und Innenraum verschmelzen immer mehr. Architekten und Bauherren freuen sich. Dann stellt sich allerdings die Frage, wie diese Transparenz zu sichern ist, ohne die Freiheiten wieder zu opfern.

D

ie Gretsch-Unitas-Gruppe gehört mit mehr als 3 600 Mitarbeitern und insgesamt 50 Vertriebs- und Produktionsgesellschaften in 38 Ländern weltweit zu den renommiertesten Anbietern von Baubeschlägen und Sicherheitseinrichtungen.

Seite 62 // bauRUNDSCHAU

Seit mehr als 100 Jahren gehört es zur Firmen-Philosophie, nicht nur Einzelprodukte, sondern vor allem Gesamtlösungen für individuelle, hoch spezifische Anforderungen zu entwickeln. Gemäss dem Motto «Vorsprung mit System» lassen sich die verschiedenen Produkte aus den Berei-

chen Fenstertechnik, Türtechnik, automatische Eingangssysteme und Gebäudemanagementsysteme problemlos miteinander kombinieren. Über 500 Patente, ein Angebot aus 30’000 verkaufsfähigen Artikeln und zahlreiche individuelle Gesamtlösungen sprechen für den Erfolg dieser Philosophie.


MECHANISCHE SCHLIESSSYSTEME Hochwertige mechanische Schliesssysteme sind die vielfältig einsetzbare Standardlösung, wenn Sie Sicherheit und den Einbruchschutz an Türen gewährleisten wollen. Von der einfachen Haustür bis zur komplexen Schliessanlage, wo per Zylinderschloss und Schlüssel zuverlässig unterschiedlichste Berechtigungsebenen zu organisieren sind. Ein breites Sortiment an mechanischen BKS-Schliesssystemen beinhaltet Zylinderserien für alle Einsatzgebiete und Sicherheitsstufen.

DAS BEISPIEL BKS Die Schliesssysteme von BKS bieten vielfältige Lösungen zur Absicherung von Türen. Von der einfachen Haustür im Privat­ bereich bis zur modernen Schliessanlage mit komplexer Schliessberechtigungsstruktur im gewerblichen Bereich reicht der Angebotsbogen. Komfort- und Sicherheitsanforderungen können durch die Kombination von mechanischen und mechatronischen Schliesssystemen individuell beantwortet und wirtschaftlich realisiert werden.

FASSADEN UND SICHERHEIT Die Anforderungen an Fenster als Fassadenelemente werden immer anspruchsvoller. Neben den ästhetischen Ansprüchen an moderne Fassaden sind bei der Planung die Aspekte wie Sicherheit, Lüftungsfunktionen und hohe Flügelgewichte zu berücksichtigen. Als Spezialist für alle Öffnungsarten in der Fassade verbindet Gretsch-Unitas objektbezogene Sonderteile  – die als innovative Ingenieurleistung nach individuellen Kundenvorgaben entwickelt werden – mit Elementen aus dem bewährten Standard-Sortiment.

SICHER, KOMFORTABEL, FLEXIBEL

GU-SECURY AUTOMATIC access controlled

ZUGANG UND KONTROLLE Unter Zutrittskontrolle versteht die GU-Gruppe das «WerWann-Wohin» berechtigter Personen. Und zwar die gesamte Bandbreite: von der Einzeltürlösung bis zu Objekten mit einer Vielzahl unterschiedlicher Türen. Einbruchhemmende Technik bietet wirkungsvollen Schutz. GU bietet zertifizierte Sicherheitslösungen im Zusammenspiel von Schlössern, Zylindern und Beschlägen.

DESIGN UND FUNKTION

EINBAU IM TÜRBLATT Durch die am Markt einzigartige Kombination von Mehr fachverriegelung, Datenübertragung und Ansteuerung der Tür durch Fingerscanner setzt das GU-Haustürkonzept Maßstäbe für mehr Sicherheit und Komfort an der Haustür:

ixalo – Das elektronische Schliesssystem von BKS ist eine Design-orientierte Zutrittslösung. ixalo ist modular, wirtschaftlich und sicher und löst die wachsenden Anforderungen an die Zutrittskontrolle. Die Erweiterung einer mechanischen Schliessanlage zum elektronischen Schliesssystem ist problemlos möglich.

Das modulare Baukastensystem bietet höchstmögliche Flexibilität und besteht aus einbaufer tigen, verarbeiterfreundlichen Komplett-Sets

AUS EINER HAND

Sicher verriegelt durch die Mehrfachverriegelung GU-SECURY Automatic

Die besten Produkte schöpfen ihr Potenzial nur dann optimal aus, wenn sie effizient aufeinander abgestimmt sind. Deshalb bietet GU Systemlösungen, Objektlösungen und Produktlösungen aus einer Hand. Auf einen umfassenden Service können die Kunden bauen, denn die Dienstleistungen reichen von der technischen Planung und Konstruktion bis zur Umsetzung der Projekte gemeinsam mit den Kunden in aller Welt.

Gretsch-Unitas AG  |  Industriestrasse 12  |  CH-3422 Rüdtligen Tel. +41 (0)34 448 45 45  |  info@g-u.ch  |  www.g-u.com

Das komplette System kann in der Werkstatt gefertigt und als Baugruppe geprüft werden

Bestandteile des Haustürpaketes - GU-SECURY Automatic mit A-Öffner Anbauset - Kabelloser Übergang durch Strom- und Datenübertragung SECUREconnect 200 - Ansteuerung über Fingerscanner oder Codetastatur je nach ausgewählter Variante

Gretsch Untias AG / Industriestrasse 12 CH-3422 Rüdtligen / www.g-u.ch


INNENARCHITEKTUR

QUALITÄT IST DYNAMISCH MODERNES RESTAURIEREN von Hermann Klos und Sandra Barth

Das Restaurieren von historischen Häusern und Gegenständen ist nicht vom statischen Blick in die Vergangenheit geprägt. Im Gegenteil, es ist ein dynamischer Prozess. Hier wird vorhandene Qualität mit neuer Qualität ergänzt. In Rottweil, der ältesten Stadt Baden-Württembergs, arbeiten die Experten der Holzmanufaktur Rottweil, die sich diesen Leitsatz auf ihre Fahnen geschrieben haben.

R

efabrikation nennt man in der Industrie den Vorgang, wenn Geräte, Bauteile, Produkte ressourceneffizient aufgearbeitet und verbrauchte Komponenten durch neue ersetzt werden. Unternehmen, die in diesem Rahmen in Deutschland herausragende Ergebnisse liefern, werden mit dem Ressourceneffizienz-­ Preis ausgezeichnet. Diesen erhalten haben zum Beispiel Weltmarken wie der Automobilhersteller Daimler Benz, der Autozulieferer Bosch, aber auch die Holzmanufaktur Rottweil. Bei der Holzmanufaktur heisst dies nicht Refabrikation (Remanufacturing). Wir nennen es Restaurieren und Reparieren. Wir wollen die guten alten Bauteile, egal, ob es sich hierbei um Fenster, Türen, Tore, Böden oder Holzdecken handelt, bewahren. Warum halten wir an diesen alten Dingen fest? Es ist die Erinnerung und die Sehnsucht nach Vertrautem. Es ist die Wertschätzung der guten alten Dinge, die unser Leben lebenswert macht. Unser Haus hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit den Dingen lust- und liebevoll statt wegwerfend umzugehen. Wir begegnen Qualität mit neuer Qualität. Wir geben der Vergangenheit eine Zukunft und der Zukunft eine Vergangenheit. Ohne das Vergangene, das Bewährte und das Vertraute gibt es keine Zukunft. Historische Bauteile sind für uns ein schützenswertes Kulturgut, eine sprudelnde Quelle und ein Spiegel ihrer Zeit.

«Bewacht das alte Bauwerk mit ängstlicher Sorgfalt, stellt Wachen auf wie an den Toren einer belagerten Stadt und pflegt es mit Zärtlichkeit und Ehrfurcht.»

Seite 64 // bauRUNDSCHAU

     John Ruskin

ÜBERZEUGENDE KOMPROMISSE FINDEN Seit drei Jahrzehnten restaurieren, verbessern und rekonstruieren wir historisch wertvolle Bauausstattungen. Da es bei vielen funktionsbeanspruchten Bauteilen wie Fenstern, Türen, Treppen oder Böden berechtigte Ansprüche an wärme-, schall-, sicherheits- und funktionstechnische Verbesserungen gibt, müssen überzeugende Kompromisse für die handwerkliche Um-


INNENARCHITEKTUR

setzung gefunden werden. Wird zu viel oder zu unsensibel verändert, verlieren die Bauteile ihre historische Lesbarkeit. Konservierung und Restaurierung/Erhaltung bedeuten nicht Stillstand oder technischer Rückschritt, aber Technikgläubigkeit und Sachzwänge sind zweifelhafte Berater, die andere Werte häufig voreilig vom Tisch fegen. Technische Entwicklungen fliessen ganz selbstverständlich in unsere Lösungen und Konzepte zum Beispiel zur Fensterrestaurierung ein, jedoch immer unter der Maxime: Was ist notwendig? Was ist sinnvoll? Die Erfahrung der Holzmanufaktur hat gezeigt: Es gibt für jedes Bauteil unter Berücksichtigung von materiellen, konstruktiven, bauphysikalischen, denkmalpflegerischen und nicht zuletzt kostenspezifischen Gesichtspunkten eine Lösung. Eine Lösung zur Erhaltung und Verbesserung. Ganz gleich, manchmal sind solche Lösungen erstaunlich einfach, manchmal auch höchst kompliziert. Mit Ihnen gemeinsam wollen wir

ein gutes Ergebnis erarbeiten. Am Ende sollen Sie von Ihrer Lösung begeistert sein.

MEHR ALS DAS AUGE SIEHT Denkmalschutz und Denkmalpflege ist oft mehr, als das Auge sieht. Wie der eine seine barocke Kommode, der andere seinen Radio-­Plattenspieler Braun SK 4 oder seine Göttin, den Citroën DS von 1955, liebt, so lieben viele Hausbesitzer ihr Haus mitsamt der vorhandenen Ausstattungen. Bestehende historische Bauteile, unabhängig, ob es sich um Fenster, Haustüren oder Böden handelt, können, wenn sie gepflegt und an die wechselnden Anforderungen angepasst werden, Jahrhunderte überdauern. Diese Bauteile können mit all ihrer Qualität und Schönheit eine konstante und lieb gewordene Gewohnheit in unserem Leben werden. Wir helfen Ihnen, dass Ihre wertgeschätzten Antiquitäten und geliebten Bauteile – die Augen des Hauses – erhalten bleiben und zu Erbstücken werden können.

Holzmanufaktur Rottweil GmbH  |  Neckartal 161  |  D-78628 Rottweil  |  Tel. +49 (0) 741  94  20  060  |  info@homa-rw.de  |  www.holzmanufaktur-rottweil.de HOLZMANUFAKTUR SWISS AG  |  Hauptstrasse 9  |  CH-5502 Hunzenschwil  |  Tel. +41 (0) 62 212 01 00  |  www.homa-swiss.ch


INNENARCHITEKTUR

Sie sehen nicht nur gut aus, sondern halten auch etwas aus.

DER DREIKLANG BÜNDIGE, ROBUSTE UND GUT AUSSEHENDE TÜREN Interview mit Peter Grütter von Georg Lutz

In der modernen Architektur hört man immer mehr den Wunsch, Anschlüsse bei Türen möglichst unaufdringlich zu gestalten. Der Anbieter Seamless entspricht diesem Bedürfnis und schafft mit dem flächenbündigen Türblatt neue Gestaltungsmöglichkeiten für den Design-orientierten Innenausbau. Es ist ein in der Schweiz entwickeltes Türsystem, welches im Zürcher Oberland hergestellt wird und den aktuellen Anforderungen genügt.

Seite 66 // bauRUNDSCHAU


Die Türen widerstehen bis zu 45 min Vollbrand.

S

eamless bezeichnet ein Türsystem, bei dem im eingebauten Zustand weder innen noch aussen ein Rahmen zu sehen ist. Die Technik basiert auf einem stranggepressten Aluminiumprofil, das sich gänzlich im Mauerwerk integrieren lässt. Zu sehen ist nur der Falzbereich, und dies auch nur, wenn die Türe geöffnet ist. In dieses Profil wird die Schliesstechnik eingebaut. Zur Verwendung gelangen komplett verdeckte Bänder. Montiert werden die Aufnahmeprofile auf eine Holzwerkstoffplatte, durch die auch die Befestigung an das Mauerwerk oder den Trockenbau erfolgt. Als Putzträger dient eine gipsgebundene Faserplatte. Um die Türe sauber mit der Wand zu verbinden, muss die Montage vor dem Grundputz beziehungsweise im Leichtbau vor der Beplankung erfolgen.

TECHNISCHE LÖSUNGEN Seit dem Einbau der ersten Türe sind in der Planung einige entscheidende Schritte getätigt worden. So lässt sich das System seit 2012 auch im Brandschutz einsetzen. Bei der Montage wurde eine Hilfe entwickelt, welche den Einbau der Zargen vereinfacht. Als neuer Standard werden Schlösser mit Magnetfalle verbaut, um dem Zerkratzen der Alu-Profile durch die herkömmlichen Fallen entgegenzutreten. Es wurden ausserdem Modelltüren im Verhältnis 1:10 hergestellt, um den Endkunden optimal beraten zu können. Diese lassen sich auf Wunsch bei Seamless leihweise beziehen. Es wird auch zukünftig kräftig weitergetüftelt. So steht beispielsweise

Die Tür verschwindet: Der technische Aufbau.

das Eingiessen im Sichtbeton als Projekt im Raum.

INDIVIDUELL UND SMART Die holzverarbeitenden Betriebe haben die Möglichkeit, den Anteil ihrer Eigenleistung selber zu bestimmen. So lässt sich das System beispielsweise mit oder ohne Türblatt bestellen. Die gängigen Schlösser, Senk- und Gummidichtungen sowie Türschliesser lassen sich auf Wunsch programmieren. Die Rissbrücke bei anschliessendem Putz erstellt vorzugsweise der Trockenbauer. In dem Detail wird eine SechsMillimeter-Gipskartonplatte etwa zehn Zentimeter ab Mauerkante mit der Wand verklebt und frei bis an das Alu-Profil geführt, so können Schwingungen aufgenommen werden, ohne dass Risse im Fertigputz entstehen.

DIE ANGEBOTE IM STRESSTEST Eine rahmenlose Tür sieht gut aus. Ist sie aber auch so robust wie eine normale Tür? Sie sind sicher auch mit dem Vorurteil konfrontiert: Das sieht gut aus, ist aber sehr fragil. Unsere Türen sind mindestens so robust wie eine Standardtüre. Das Türblatt selber ist fünf Zentimeter dick, der Standard liegt bei vier Zentimetern. Im Schall- und Brandschutz können wir mit dem gleichen Profil alle möglichen Lösungen abdecken. Scharniere sind je nach Modell für zwischen 80  und 120 Kilogramm belastbar ausgetestet.

Das liegt auch im Rahmen? Auch hier sind wir etwas über dem Durchschnitt aufgestellt. Aber diese Türen sind dann mindestens doppelt so teuer? Je nachdem. Natürlich sind wir teurer wie eine einfache Standardtüre. Das sieht man schon am Material. Bei StahlzargenScharnieren einfacher Bauart kommt ein Pärchen auf 10 CHF, bei unseren Lösungen sind das schon 120 CHF. Hochwertige Standardtüren liegen aber in einem ähnlichen Preissegment. Und beim Thema Feuer braucht sich die Tür auch nicht zu verstecken? Ja, die Türen entsprechen sowohl ohne als auch mit Glasausschnitt den aktuellen Brandschutzbestimmungen. Heute will ich meine Türlösung schon vorher visualisiert sehen. Wie sind Sie hier aufgestellt? Auf unserem Internetauftritt stellen wir im DWG-Format CAD-Anwendungen zur Verfügung, neuerdings auch in 3-D. Das ist ein heute notwendiger Planungssupport. Man sieht so die Perspektiven. Visualisierung ist heute ja schon fast Standard. Da müssen wir vorne mit dabei sein. Wo kommen die Türen zum Einsatz? Erfahrungsgemäss kommen wir bei Design-lastigen Anwendungen zum Zug. Wir kommen optisch filigran daher. Auch im Bereich Denkmalschutz sind wir gefragt, da unsere Türen in den geschützten Umgebungen nicht auffallen.

Seamless GmbH  |  Steinwiesliweg 15  |  CH-8637 Laupen ZH  |  Tel. +41 (0) 55 240 83 40  |  www.seamless-tueren.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 67


Architekt: 3LHD & Ecoing © Damir Fabijanic

INNENARCHITEKTUR

Der beeindruckende Boden ist aus Kalkstein Avorio. Die Fassade besticht durch Kalkstein Plano.

ATMOSPHÄRE GENIESSEN DER CHARME VON KALKSTEIN von Georg Lutz

Architekt: 3LHD & Ecoing © Marko Ercegovic

Wer in die Atmosphäre der Mittelmeerlandschaften eintaucht, kann fast nur positive Bilder in seinem Gedächtnis abrufen. Das azurblaue Mittelmeer, bezaubernde Dörfer mit ihren mit rostroten Dachziegeln bedeckten Häusern. Die Küstenstriche des Mittelmeers bieten dem Reisenden viele Anreize. Auch die kalksteinhaltigen Berge gehören dazu. Und genau diesen Kalkstein mit seinen Mittelmeerassoziationen kann man sich jetzt aus dem Hause der stone-atelier ag nach Hause holen. Wir stellen auf den folgenden Seiten Projekte aus Kalkstein vor und runden den Auftritt mit einer Kolumne ab.

Grundlage mit Meerblick – Der Boden ist mit Kalkstein Avorio belegt.


Architekt: 3LHD & Ecoing © Damir Fabijanic

INNENARCHITEKTUR

Architekt: 3LHD & Ecoing © Damir Fabijanic

Fassade und Mauer bestehen aus Kalkstein Plano. Der Boden formt sich durch Kalkstein Avorio.

Im Detailbild lässt sich die Faszination der Lösung von Kalkstein Plano besonders gut erkennen.

Ausgabe 01/2017 // Seite 69


INNENARCHITEKTUR

Feinsteinzeug / Keramik mit Solta Anthrazit macht einen haptisch ausgezeichneten Eindruck.

Feinsteinzeug / Keramik mit Solta Anthrazit ist ein repräsentativ hochwertiges Beispiel.

Seite 70 // bauRUNDSCHAU


KOLUMNE

LEIDENSCHAFT FÜR EIN AMBIENTE MIT STEIN von Mijo Andrijanic

L

assen Sie uns für einen Augenblick in die Mittelmeeratmo­ sphäre eintauchen, die an einer Terrasse anbrandet. Tief unten spielen die blauen Schatten in den ausgewaschenen Nischen des samtig cremefarbenen Kalksteins. An ihrem Fuss schlägt die Brandung der leuchtend türkisfarbenen See mit weit hörbarem Rhythmus gegen die Klippe. Von Anfang an entwickelt sich die grosszügige Terrasse zum Zentrum des Lebens. Die sanften Strahlen der schon tief stehenden Sonne spielen auf dem fusswarmen Terrakottaboden, der durch die weit geöffneten Tü­ ren Veranda und Wohnraum verbindet. In den Gewändern des offenen Kamins aus dem schimmernden Granit der hohen Berge entfachen die Sonnenstrahlen bereits das Feuer der lauen Früh­ lingsnacht. Der Duft von Knoblauch, Basilikum und Olivenöl der frischen Bruschetta lockt auf die Veranda. Versüsst wird er noch vom betörenden Duft der violett blühenden Bougainvillea, die sich um die Marmorsäule hinauf zur Schatten spendenden Pergola win­ det – ein traumhaftes Ambiente. Kann es in der Schweiz Wirklichkeit wer­ den? Ja. Allerdings erfordert die Schaffung solch eines stimmigen und faszinie­ renden Ambientes viel Einfühlungs­ vermögen und Fachkompetenz. Nicht nur die Liebe zum Detail gehört dazu, sondern vor allem auch die richtige Auswahl und Kombination der Mate­ rialien. Denn gerade die Kraft und Ausstrahlung des Natursteins vermag der Architektur und Einrichtung das Besondere zu verleihen, das sie zum Erlebnis der Sinne macht. Mijo Andrijanic

So erinnert der Kalkstein Plano an die kargen sonnengebleichten Bergrücken seiner Heimat Kroatien, der sanfte Cremeton verleiht ihm eine unaufdringliche Eleganz, wobei er durch die feinen dunkleren Wellen eine zusätzliche Leb­ haftigkeit und Freundlichkeit gewinnt. Feiner in der Struktur ist der ebenfalls kroatische Avorio, der da­ mit eher die Form als die Fläche betont. In Ausführung mit griffi­ ger gestockter Oberfläche vermögen beide Natursteine die Pracht und Geschichte eines Burgo oder Palazzo heraufzubeschwören, die erfrischende Kühle eines Patio und die klare Klassik mediter­ ranen Designs.

Ein besonders eindrückliches Farbenspiel bietet andererseits der Travertin. Gleich ob der dunklere Travertin Noche, Medium oder Classic heisst, die rauchige Maserung dieser Natursteine aus der Türkei scheinen sich der Stimmung anzupassen, das Licht der Umgebung einzufangen und je nach Tageszeit und Umgebung gestimmt wiederzugeben. Einen gelungenen Kontrast hierzu bietet beispielsweise der harte graue Maggia, ein Gneis aus dem Maggiatal. Das Schweizer Ur­ gestein, bruchrau als Polygonalplatte oder Schichtmauerwerk, zeigt unfehlbar den edlen und gleichzeitig bodenständigen Cha­ rakter, die Einzigartigkeit des Natursteins. Dies sind nur wenige Beispiele aus dem Programm der stone-­atelier ag, die einen Ein­ druck davon vermitteln, mit welcher Hingabe und Kompetenz wir daran arbeiten, ein Ambiente genau nach Ihren Wünschen zu er­ schaffen. Dazu erarbeiten wir mit dem Kunden auch individuelle und innova­ tive Lösungen. Unser professioneller Showroom begeistert mit beeindru­ ckender Auswahl und fachgerechter individueller Beratung und Bemuste­ rung. Um dem Kunden die bestmög­ liche Lösung anbieten zu können, sind neben den Natursteinen auch Kera­ mik, Feinsteinzeug und Kunststein Teil unseres Angebots. Innovativ ist zum Beispiel das Fein­ steinzeug in einheitlichem Dekor, je­ doch wahlweise in Ausführung für in­ nen und für den Aussenbereich mit doppelter Plattenstärke und erhöhter Rutschfestigkeit. Damit gelingt der fliessende Übergang vom Innenraum in den Aussenraum, vom Wohnraum mit mediterranem Ambiente zur sonnenverwöhnten Veranda. Jetzt können Sie nicht nur vom Mittelmeer träumen, sondern auch daheim erleben.

MIJO ANDRIJANIC ist Gründer und im Verwaltungsrat der stone-atelier ag. www.stone-atelier.com

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BEZAUBERNDE GARTENBILDER GIARDINA 2017 – NEUE NATÜRLICHKEIT von Georg Lutz

Vom 15. bis 19. März lädt die international grösste Indoor-Gartenausstellung zu einem einzigartigen Gartenereignis ein. Die Giardina 2017 legt den Fokus auf die neue Natürlichkeit in der Gartengestaltung. Renommierte Gartenbauer veranschaulichen, wie sie diesen Gartentrend mit baulichen Massnahmen, sorgfältiger Pflanzenwahl und dem Einsatz ausgesuchter Materialien in Schweizer Gärten umsetzen. Die Besucher können in diese Welt der neuen Natürlichkeit eintauchen und sich von vielseitigen Schaugärten inspirieren lassen. Natürlich wirkende, lebendige Bepflanzungen sind heute im Trend. Garten-, Terrassen und Balkonbesitzer gleichermassen möchten die Natürlichkeit zelebrieren und diese mit möglichst kleinem Aufwand dauerhaft geniessen. Mit sorgfältiger Planung und baulichen Massnahmen gelingt es Landschaftsarchitekten und Gartenbauern, diese Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Nicht nur die Bepflanzung lehnt sich an die Natur an: Bodenplatten und Möbel aus lokalem Naturstein, geflochtene Trennwände oder Skulpturen aus Holz und Metall kreieren stimmige Gartenbilder. Die neue Natürlichkeit im Garten lebt von bewussten Eingriffen: Üppige, winterharte Kletterpflanzen wie Wilder Wein, Clematis oder Rambler-Rosen mildern harte architektonische Kanten. Ein charaktervolles Gehölz mit bizarrem Wuchs belebt das Hausgarten-Idyll mit wohldosierter Dramatik. Auf den folgenden Seiten gibt es weitere Inspirationen, damit das Schlagwort der neuen Natürlichkeit gefüllt werden kann.


Natur greifbarer und erlebbarer machen.

NEUE TRENDS IM GARTEN DAS NATÜRLICHE WOHLFÜHLPROGRAMM Interview mit Marcel Egli von Georg Lutz

Unsere Gärten sollen heute natürliche Wohlfühloasen sein. Gleichzeitig soll sich aber der Aufwand in Grenzen halten. Die Realisierung dieser Gratwanderung verlangt nach einer professionellen Gartenplanung. Wir führten ein Interview mit dem Geschäftsführer der Egli Grün AG in Sirnach.

«

Neue Natürlichkeit im Garten» heisst das Motto der aktuellen Giardina. Verabschieden wir uns von Jägerzaun, englischem Rasen und Thujapflanze? Für mich verabschiedet sich die traditionelle Gartengestaltung, die Sie mit diesen Stichworten andeuten, nicht vollständig. Nach wie vor gibt es Kunden, die wollen solch herkömmliche Komponenten in ihrem Garten. Der Mensch pflegt seine klassischen Verankerungen, die er nicht ganz loslässt. Wir pflegen im Garten einen konservativen Stil, auch wenn wir politisch gar nicht bürgerlich wählen? Ja, das ist oft so. Auch in der «Neuen Natürlichkeit» kommen traditionelle Elemente vor. Wo liegen die Gründe für diesen Trend, den nicht nur Sie unter der Überschrift «Neue Natürlichkeit» pflegen? Es geht darum, die Natur etwas greifbarer und erlebbarer zu machen. Es muss nicht jeder überschüssige Zentimeter bei der Hecke sofort wieder auf Plan zurechtgeschnitten werden. Es geht eher um Erfahrungen und Erlebnisse, welche beispielsweise entstehen, wenn wir einem Vogel

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zuschauen, der aus dieser Hecke eine Beere holt. Das sind andere Blickwinkel und andere Sichtweisen, als nur auf die Heckenschere zu schauen. Das Erleben in der Natur ist auch ein Kontrast zu den Lebenswelten im digitalen Zeitalter. Wer nur den ganzen Tag vor Bildschirmen sitzt, will das Leben auch wieder greifbarer und erlebbarer machen. Wir wollen mit unseren Händen in die Erde greifen oder ein Beet mit einem Spaten umgraben – so richtig urig? Bestimmt möchten einige in diesem Sinn selbst Hand anlegen. Die Mehrheit geniesst jedoch in ihrem Garten das Gefühl der Naturverbundenheit. Heisst jetzt «Neue Natürlichkeit», dass der Garten sich selbst überlassen wird? Nein, die «Neue Natürlichkeit» ist das Gegenteil von Unordnung. Es gibt immer eine Struktur, aber eine mit einer spannenden Ausstrahlung. Lassen Sie mich das an einem Beispiel verdeutlichen. Wenn man im Hintergrund eine geschnittene Hecke hat und davor eine Rabatte mit knallig bunten Blütenstauden platziert, löst man Überraschungseffekte aus. Das lässt sich mit der Inszenierung eines Gemäldes vergleichen.

Wir können Natur in ihrer unterschiedlichen Ausprägung jeweils passend inszenieren. Sie arbeiten hier bewusst mit Gegensätzen? Ja. Trotz der Natürlichkeit ist der Wunsch nach eigenem Design nach einem individuellen Stil bei Kunden vorhanden. Und den gilt es herauszuarbeiten und dann im Garten umzusetzen. In einem urbanen Vorgarten haben wir ja nicht die weit ausholenden Möglichkeiten wie in einem Landschaftsgarten. Man kann sich hier nicht austoben; die Kunst des Planers, unterschiedliche Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, ist gefragt. Der Garten soll ja auch im Arbeitsalltag zu pflegen sein. Es geht am Ende des Tages um eine Wohlfühloase, die trotzdem ein klares Design aufweist. Welche Materialien und Stilelemente finden wir aktuell in unserem neuen Garten? Sind das beispielsweise wieder grössere Steine? Vor allem einheimische Materialien wie Natursteine kommen vermehrt zum Einsatz. Allerdings kann er in der Form geschnitten sein, dabei ist die Oberfläche naturgespalten. Das ist auch ein weiteres Beispiel für meine vorherige These. Es


GARTEN

Die Gartenkomposition hat heute sowohl eine Struktur wie eine emotionale Ausstrahlung.

geht nicht unbedingt um die rustikalen Granitplatten, wie man sie aus den alten Gärten kennt, sondern um angepasste Lösungen. Wenn ich barfuss im Garten laufe, will ich den Naturstein spüren, es soll aber nicht unangenehm sein. Mein klarer Favorit dafür ist der Calanca-Gneis. Holz ist ein weiteres trendiges Beispiel. Das Spüren von Lärchen- oder Kastanienhölzern ist ein tolles Erlebnis. Hören wir

in uns: Wir wollen uns doch aus den Plastikwelten, jedenfalls zeitweilig, wenigstens zeitweise in unserer Freizeit verabschieden. Zement- oder Keramikplatten können da einfach nicht mithalten. Trotzdem ist das Material bearbeitet? Ja. Aber es hat immer noch den Charme des Natürlichen und ist nicht aus einer künstlichen Welt aus dem Innenbereich.

Marcel Egli ist Geschäftsführer der Egli Grün AG in Sirnach.

Auch Pflanzen sind hier Stilelemente, mit denen ich die Natur erleben kann. Beispielsweise wenn der Wind durch den Baum streicht. Auch Wasser und Feuer setzen wir so ein. Plätscherndes Wasser in einem Brunnen bietet für mich die Chance, meinen Füssen eine Erholungsmöglichkeit zu geben und meine Gedanken auf Reisen zu schicken. Und Feuer ist Faszinationsund Kommunikationsraum an einem Ort.

GARTENTRÄUME ...kreative Ideen für mein Gartenparadies

Gehen Sie auf Entdeckungsreise: Ideen für Ihre Gartenträume im Birkenmeier-Ausstellungspark! Birkenmeier Birkenmeier Stein + Design GmbH Industriestrasse 1 • 79206 Breisach-Niederrimsingen Tel +49 (0) 76 68 / 71 09-0 • Fax +49 (0) 76 68 / 13 95 info@birkenmeier.de • www.birkenmeier.com


Aussen- und Innenraum kommunizieren immer mehr miteinander. Wo liegen hier die Herausforderungen? Für mich sind Aussen- und Innenraum immer noch unterschiedliche Baustellen. Mit den grossen Glasflächen bringen wir ohne Frage den Garten näher an den Wohnraum. Allerdings sollte der Aussenraum immer noch der Natur vorbehalten bleiben und sich nicht dem Innenraum anpassen müssen. Das ist für Sie weiter getrennt? Ja. Das Grün ist zwar näher in der Wohnung. Wir realisieren aber kaum eine Sitzgruppe direkt vor den grossen Fenstern, sondern platzieren sie gezielt im Garten mit Abstand zum Haus. Dadurch erlebt man wiederum die Natur intensiver, der Garten erhält mehr Tiefenwirkung und räumlichen Ausdruck. Es öffnen sich mehr gestalterische Möglichkeiten. Wir leben auch nicht in Florida, sondern müssen im Winter mit Bodenfrost rechnen. Schon aus diesem Grund kann man nicht Innen- und Aussenraum verschmelzen. Ein weiteres Stichwort heisst Urban Gardening. Sind solche gesellschaftlichen Nischentrends auch in Ihren klassischen Garten­welten bemerkbar? Ja, man findet auch im klassischen Hausgarten heute wieder Hoch- oder Kräuterbeete. Dabei wird allerdings nicht nur Zweck, sondern auch Design gewichtet.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. Einheimische Materialien wie Natursteine sind im Trend.

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GARTEN

SCHUTZFOLIEN FÜR JEDES FENSTER FENSTERFOLIEN VON SOLDERA von Martina Gaugler

Wer kennt es nicht: Im Sommer, wenn die Sonne durch die Fenster scheint, wird es unerträglich heiss, im Winter entweicht viel Wärme über die Fenster. Klar, es gibt Klimaanlagen und Heizungen, doch beides führt wiederum zu einem erhöhten Energieverbrauch und verursacht zusätzliche Kosten. Soldera GmbH schafft mit ihren Sonnenschutz- und Klimafolien Abhilfe.

T

ageslicht am Arbeitsplatz fördert das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Das wirksame Tageslicht hält Körper und Geist frisch und trägt zu mehr Motivation bei, das ist wissenschaftlich bewiesen. Kein Wunder sind die heutigen Büros, Schulen, privaten Haushalte, Kliniken und andere Räumlichkeiten oft mit viel Glas beziehungsweise mit Fenstern ausgestattet. Glas bietet nebst Licht auch Raum sowie eine angenehme Atmosphäre. Bei intensiver Sonneneinstrahlung heizen sich unzureichend sonnengeschützte Räume stark auf, und es wird unerträglich heiss. Dank modernsten Hochleistungsfolien von Soldera werden hohe Energiekosten durch Klimaanlagen eingespart und angenehme Licht- und Temperaturbedingungen geschaffen.

Seite 78 // bauRUNDSCHAU

PREISWERTE ALTERNATIVE Die Folien sind kaum sichtbar und können nachträglich auf alle Glasflächen montiert werden. Sonnenschutzfolien reduzieren die direkte Wärmeeinstrahlung um bis zu 82 Prozent und verringern Blendung um über 80 Prozent. Je nach Folie erlauben sie eine uneingeschränkte Sicht nach draussen und bieten mit dem Spiegeleffekt tagsüber einen funktionierenden Sichtschutz. Durch den Aufbau der Soldera-Hochleistungsfolien werden das Licht und die Wärmestrahlung gebrochen und absorbiert sowie mithilfe der Metallisierung gespiegelt. Zusätzlich weisen alle Sonnenschutzfolien einen UV-Filter über 99 Prozent aus, wodurch das Ausbleichen und Vergilben von Teppichen, Mobiliar, Holzfussböden oder

Bildern erheblich reduziert wird. Spezielle UV-Schutzfolien filtern die Wellenlängen im langwelligen UV_A-Bereich von 320 bis 380 nm, absorbieren UV-Strahlen und ­reflektiert diese. Dadurch garantieren die Folien eine UV-Reduktion über 99 Prozent. Die Eigenschaften der Soldera-Sonnenschutzfolien erweitern normales Glas in eine hoch funktionale Einheit und bieten somit eine kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Beschattungen und teurem Glasersatz.

SCHUTZ VOR VERLETZUNGEN DURCH GLASBRUCH Besonders an Orten wie Schulen, Heimen und öffentlichen Einrichtungen besteht die Gefahr, dass sich Personen bei Glasbruch durch Scherben verletzen können. Hier bietet sich die nachträgliche Sicherung der


GARTEN

Glasflächen durch Soldera-Schutzfolien an. Durch die hohe Widerstandskraft gegen Druck, Stoss und Schlag verringert diese die Gefahr von Glassplittern und somit das Risiko von Verletzungen. Die Sicherheitsund Gesundheitsstandards von Gewerbe und Industrie schreiben es vor, dass im Falle eines Glasbruchs verhindert werden muss, dass sich Personen an Splittern verletzen oder die Produktion verunreinigt wird. Für Glasflächen in der Nähe von offenen Produktions- und Verpackungsan­ lagen eignen sich diese Folien bestens. Aber auch im öffentlichen Verkehr schützen die Folien vor Vandalismus, zum Beispiel an Zugführerkabinen. Werden die Scheiben zerkratzt oder mit Graffiti besprüht, müssen lediglich die Schutzfolien ausgetauscht werden. Das Glas bleibt unversehrt und muss nicht ersetzt werden, was enorme Kosten erspart.

SCHUTZ VOR BLITZEINBRUCH Einbrecher wollen schnellstmöglich ins Innere des Hauses gelangen, wozu sie meist Scheiben einschlagen, um von innen an den Fenstergriff zu kommen. Mit DIN-geprüften Sicherheitsfolien wird dies effizient verhindert. Sicherheitsfolien sind die preiswerte Möglichkeit zum teuren Sicherheitsglas: Sicherheitsgläser sind

häufig mit hohen Kosten verbunden und ein nachträglicher Einbau in bereits vorhandene Fensterrahmen vielfach unmöglich. Hingegen können Sicherheitsfolien, wie alle Soldera-Folien, nachträglich auf allen Fenstern angebracht und bei Bedarf wieder rückstandslos entfernt werden. Gleichzeitig besitzen auch die Sicherheitsfolien einen UV-Filter.

den, was sie besonders widerstandsfähig und langlebig macht. Soldera übernimmt schweizweit Montagen und kann durch schlanke Arbeitsprozesse eine prompte und zuverlässige Ausführung anbieten. So oder so werden durch die hochwertigen Folien Räume und Interieur nicht nur geschützt, sondern immer auch aufgewertet und modernisiert.

EXTREM VIELSEITIG Soldera bietet nebst den genannten Spezialfolien über 30 verschiedene hochwertige Dekor- und Sichtschutzfolien in vielen Farben und Designs an. So verwandeln Milchglasfolien Glasflächen zum Beispiel in Nasszellen oder an Eingangstüren in Mattglas und schützen vor unerwünschten Blicken. Je nach Folie ohne nennenswerten Lichtverlust. Alle Folien von Soldera sind mikrodünn, mit modernstem Aufbau und wartungsfrei. Ausserdem sind die Polyesterfolien leicht zu reinigen und weisen durch den Laminierungsprozess eine kratzfeste, gehärtete Oberfläche auf. Sie werden durch spezielle Technologien tiefengefärbt und mit UVAbsorbern imprägniert, anschliessend wird eine Metallbeschichtung aufgetragen, um dann mit Acrylharzkleber versehen zu wer-

Soldera GmbH  |  Schanzstrasse 1  |  CH-8330 Pfäffikon  |  Tel. +41 (0) 44 950 92 92  |  info@soldera.ch  |  www.soldera.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 79


GARTEN

DER SOMMER KANN KOMMEN PERGOLA AUF DER HÖHE DER ZEIT Interview mit Manuel Rolli von Georg Lutz

Schon der Firmenname OUTTEC deutet auf die aktuellen Lösungen bei der Verbindung von Innen und Aussen hin. Es geht um Überdachungssysteme wie Pergolen und Terrassenüberdachungen. Mit dem Geschäftsführer unterhielten wir uns über die zentralen Herausforderungen.

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it dem Stichwort Pergola verbinde ich immer noch die klassische Holzpergola mit verwittertem Holz und den bunten Rosen­stauden und rankenden Weinreben. Es ist gemütlich, aber wenn es regnet, hört der Spass auf. Was ist neu an den aktuellen Pergolen auch aus Ihrem Hause? Heute sind Pergolen keine einfachen Holzkonstruktionen, sondern überzeugen durch technische Innovationen. Das fängt schon beim Material an. Aluminium ist leicht, belastbar, rostet nicht und ist sehr langlebig. Es schützt im Alltag vor Wetter­ kapriolen. Und das Dach sieht auch ganz anders aus … Ja, hier kommen aktuelle Lamellen­ lösungen zum Zug. Hier sind unsere Kunden sehr flexibel aufgestellt. Zum Beispiel kann man dadurch auch an heissen Sommertagen eine Durchlüftung garantieren. Umgekehrt, wenn es regnet, schliessen sich die Lamellen. Sie sind viel geschützter wie früher und haben viel­ fache Optionen.

Die Lamellen sind sehr flexibel einsetzbar.

Manuel Rolli ist Geschäftsführer von OUTTEC.

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Wenn wir schon beim Thema Regen sind: Wie läuft das Wasser ab? Das war ja früher oft auch eine Herausforderung? Die Lamellen haben selbst eine kleine Neigung. Dabei bleibt aber das Dach selbst gerade. Das Wasser läuft an allen vier Seiten durch integrierte Rinnen ab. Diese befinden sich innerhalb der Stützen. Und was passiert, wenn eine Windböe unter das Dach fährt? Die Lamellen kann ich immer etwas öffnen, sodass der Wind weniger Angriffsfläche hat. Zudem kann man optional einen integrierten Windsensor einbauen. Der Kunde kann dann individuell einstel-

NEUE FAKTEN Die Pergola ist eine neuartige Terrassen­überdachung mit einem Lamellendach, die mithilfe von windfesten ZIP-Screens, GanzglasSchiebesystemen oder einer Kombi­ nation daraus an den Seiten geschlos­ sen werden kann. Das Dach besteht aus stranggepressten Aluminium­ lamellen, die drehbar sind und damit eine bedarfsgerechte Steuerung von Sonnenschutz und Lüftung ermögli­ chen. Über integrierte Wasserablauf­ kanäle wird das Wasser bei Nieder­ schlägen in Trägerrichtung abgeführt. Diese Wasserabfuhr funktioniert auch beim Öffnen der Lamellen nach einem Regenschauer, sodass die Möbel auf der Terrasse weiterhin geschützt sind. Natürlich gibt es unsere Pergola auch in Glasdach, PVC- und Stoffdach. Die Vorteile: • Hohe Schneelast bei geschlossenen Lamellen min. 110 kg / m2 • Lamellen können über den Winter offen bleiben • Wasserdicht bei geschlossen Lamellen und beim Öffnen • Die Helligkeit in den Wohnräumen ist weiterhin gegeben • Lamellen über die eigene Achse drehbar • Extrem viel Zubehör und Optionen möglich, zum Beispiel beim Thema Licht • Zubehör und Optionen können nachträglich eingebaut werden • Hohe Belastbarkeit, starke Komplett-Aluminiumkonstruktion • Kein Rosten • Mit Regen- und Windsensor


GARTEN

Eine einladende Atmosphäre mit Pergolarahmen.

len, bei welcher Windgeschwindigkeit sich die Lamellen in welchem Gradwinkel öffnen. Im Übrigen ist das auch bei anderen Produkten, wie Markisen möglich. Zudem garantieren wir einen Windschutz bis 180 km / h. Sie bringen das Aussen nach innen und das Innenleben nach aussen. Früher war man ja entweder im Aussenoder Innenraum. Heute verschmelzen die Grenzen. Kann man so Ihre Philosophie zusammenfassen? Genau. So verlängert man die Sommertage in den Herbst hinein, und die warme Frühlingszeit kann man früher geniessen. Da sind viele gemütliche Szenarien denkbar. Zudem gibt es optional auch Heiz­ lösungen bei uns im Angebot. Da gibt es dann fliessende Übergänge und einen Wiedererkennungswert. Können wir das beispielsweise beim Thema Licht verdeutlichen? Es gibt LED-Spots und LED-Lichtstreifen, die man in die Pergola integrieren kann. Das sind Designelemente, die auch im Innenraum verwendet werden können. Sie begleiten uns dann aus dem Wohnzimmer in die Pergola.

Eine Pergola hat somit eine ganz andere Qualität wie früher. Trennen Sie Wintergarten und Pergola noch? Definitiv ja. Eine Pergola ist immer noch ein Sommerprodukt. Eine Pergola ist nicht thermisch getrennt oder isoliert. In einem Wintergarten können Sie auch im Winter im T-Shirt sitzen. Das sollten Sie in einer Pergola nicht tun. Auch wenn Sie mit Seitenwänden arbeiten, kommt in winterlichen Tagen zu viel Luft in den Raum. Die Pergola spielt ihre Reize noch immer am ehesten im Sommer aus.

Der Showroom ist für uns sehr wichtig. Wir hatten bislang nicht den Platz, alle unsere Modelle auszustellen. Wir wollen alle Modelle aus dem Outdoor-Bereich zeigen können. Nur so kann man Realität wirklich fassen, einschätzen und eine passende Lösung finden. Zudem ist jetzt die Verkehrsanbindung besser.  

Sie eröffnen in diesem Frühjahr einen neuen Showroom und haben eine aktualisierte Verkaufsplattform. Was für Überlegungen stehen dahinter, und was soll erreicht werden?

OUTTEC bietet eine neuartige Terras­ senüberdachung: ein Lamellendach, das zurückgefahren werden kann. So kommt bei den Gästen ein regelrech­ tes Cabrio-Feeling auf. Dank des ausgeklügelten Systems können die Lamellen des B-600 sowohl gedreht als auch komplett aufgeschoben werden. Die beiden Funktionen sind separat anwendbar und sorgen für optimalen Schatten auf der Terrasse. Wenn das Dach ganz geöffnet ist, nimmt es nur 13 Prozent der Dach­ fläche ein. Die stilvollen, s-förmigen Lamellen geben dem Dach eine luftige Optik, sind gleichzeitig aber sehr stabil.

«Sie sind viel geschützter wie früher und haben vielfache Optionen.»

EINE NEUHEIT

OUTTEC GmbH  |  Hochstrasse 137  |  CH-8330 Pfäffikon ZH  |  Tel. +41(0)  44 941 77 77  |  info@outtec.ch  |  www.outec.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 81


Die Lamellen sind lichtdurchlässig und schützen doch.

OFFEN UND DOCH BESCHÜTZT DAS ETWAS BESSERE LAMELLENDACH von Rebekka Smout

Die Allwetterdach ESCO GmbH ist ein KMU, welches seit vielen Jahren für hochwertige Terrassenüberdachungen steht und europaweit tätig ist. Es feiert in diesem Jahr 25-Jahr-Firmenjubiläum! Im folgenden Beitrag stellen wir die aktuellen Produkte und ihre Einsatzmöglichkeiten vor.

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ie Erfüllung individueller Kundenwünsche steht ganz oben auf der Agenda bei den Verantwortlichen der ESCO GmbH, die in Nordrheinwest­ falen in Deutschland beheimatet ist. Dafür sorgen über 30 engagierte Mitarbeiter, die durch ihr technisches Know-how die Realisierung ermöglichen. Als eines der führenden Unternehmen im Bereich Lamellendächer ist für sie die Entwicklung neuer Ideen enorm wichtig. In den vergangenen Jahren sind immer wieder neue Lamellendachsysteme entwickelt worden. Derzeit gibt es von der Marke FLEDMEX® neun Lamellensysteme im Dachbereich sowie ein System als vertikaler Sicht- und Wetterschutz. Alle verschiedenen Lamellensysteme sind untereinander kompatibel und dadurch

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nahezu grenzenlos kombinierbar (vergleiche Infokasten). So kann die Gestaltung der Terrassenüberdachung ganz nach den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet werden. Der wichtigste Vorteil der Dächer ist, dass die Lamellen lichtdurchlässig sind. Damit kommt auch noch genug Tageslicht in die angrenzenden Wohnräume, sowohl bei geschlossenen als auch bei geöffneten Lamellen. Durch die unterschiedlichen Füllungen erschaffen die Macher der ESCO GmbH den optimalen UV- oder Hitzeschutz für den Kunden. Die Lamellendächer fügen sich nicht nur formschön in die Umgebung ein, sondern überzeugen auch in Sachen Qualität und Funktionalität.

Nur durch die stetige und innovative Weiterentwicklung können die Verantwortlichen den immer weiterwachsenden Qualitätsansprüchen gerecht werden und auch nur so dem Kunden einen langfristig hochwertigen Standard garantieren.

PROFESSIONELLE FUNKTION Durch die innovative Lamellenkonstruktion kann das Dach stufenlos bis zur Senkrechtstellung geöffnet werden. Hierdurch entsteht eine Sogwirkung, wie bei einem Kamin. Die warme Luft entweicht, die Raumluft wird ausgetauscht. Es ist keine zusätzliche Markise oder Beschattungsanlage notwendig. Die Opal-Farbe der Sicherheits-Glasscheiben oder der Hohlkammerplatten reduzieren die Blendwirkung der Sonnenstrahlen nachhaltig.


GARTEN

AUSWAHL DER SYSTEME FLEDMEX® Standard: Durch die verwendete Hohlkammerplatte (Sonderanfertigung für Allwetterdach ESCO) wird gewährleistet, dass noch ganz viel Licht auf dem Sitzplatz und in den angrenzenden Wohnräumen bleibt. FLEDMEX® De luxe / De luxe Profi: mit Thermolamelle. Anspruchsvolles Design und absolut blendfreies Licht kommen zusammen. FLEDMEX De luxe Profi besticht mit in der Lamelle integrierter verschiebbarer Beschat­ tung.

Sehr individuell, den Gegebenheiten vor Ort angepasst.

Das Ergebnis sind angenehme Temperaturen ohne nennenswerten Lichtverlust. Ein besonderer Vorteil des Systems besteht in der schrägen Anordnung der einzelnen Lamellen. Hierdurch wird eine sehr gute Selbstreinigung erzielt. Die europaweit patentierte Referenz 2100 ® Blenden bieten einen optimalen Spritzwasserschutz, sodass die Terrasse auch bei Wind und Regen trocken bleibt. Die Tragkonstruktion der FLEDMEX® Lamellendächer besteht aus hochwertigem, pulverbeschichtetem Aluminium. Die Bedienung erfolgt manuell oder elektrisch. Sämtliche verwendeten Werkstoffe sind qualitativ hochwertig, so bestehen zum Beispiel alle Befestigungsteile aus Edelstahl oder Aluminium.

SPEZIALITÄT SONDERKONSTRUKTIONEN Durch ausgefeilte Technik und langjährige Erfahrung ist ESCO in der Lage, auf spezielle Kundenwünsche einzugehen, ganz gleich, ob ein Lamellendach in einer der klassischen Form gewünscht wird oder über Eck, um einen Erker oder Anbau herum – es ist fast nichts unmög-

lich. Trapezformen, Fächerformen und Konstruktionen mit Diagonalen sind kein Problem.

BELASTBARE STATIK Die Berechnung von Schnee- und Windlasten erfolgt in Europa nach den örtlichen Lastangaben. Da die Witterung heutzutage unberechenbar ist, sollte diese bei jeder Konstruktion unbedingt berücksichtigt werden. Die FLEDMEX®Lamellendächer können für Schneelasten bis zu 460 kg / m² ausgelegt werden, und das im geschlossenen Zustand. Die patentierten Lamellendächer werden individuell im Meisterbetrieb für Sie gefertigt. Dabei steht der Kundenwunsch an erster Stelle. Jedes Dach wird den Gegebenheiten vor Ort angepasst. Entsprechende Seitenteile mit Verglasungen, Schiebetüren oder Faltanlagen können auch noch nach Jahren nachgerüstet werden. ESCO-Qualität aus einer Hand – von der Beratung über die Produktion bis hin zur Montage. Für alle Anwendungen gibt es die richtige Lösung.  

FLEDMEX® Glas / Glas Premium: transparent für den freien Blick in den Himmel. Kunden geniessen das maximale Licht auf ihrer Terrasse und in den anschliessenden Räumen. Bei FLEDMEX Glas Premium ist in der Lamelle eine verschiebbare Beschat­ tung integriert. FLEDMEX® Thermochrom: die vollautomatische Verdunkelung der Glasscheibe. Je höher die Glas­ temperatur, desto mehr Schatten gibt es. FLEDMEX® Colour Feeling: Kunden geniessen eine besondere Atmosphäre wie in einer Wohlfühl-Oase, die in ein besonderes Licht getaucht ist. Farben der Lamellenfüllung können selbst gestaltet werden. FLEDMEX® Sun Blocker / Sun Blocker SL: bietet maximalen Schatten. Die einfachste und günstigste Lösung für alle, die Wert auf Spitzenqualität legen und und für die Lichtverlust keine Rolle spielt. Für die Montage vor Wohn­ räumen ist eine Aluminiumlamelle aufgrund des Lichtverlustes nicht zu empfehlen. Sie eignet sich für frei­stehende Über­dachungen. FLEDMEX Sun Blocker SL mit gerader Unter­ansicht. FLEDMEX® Laverti: eine senkrecht stehende Lamelle als seitlicher Sichtund Wetterschutz.

Allwetterdach ESCO GmbH  |  Oesterweg 6  |  D-59469 Ense-Höingen  |  Tel. +49 (0)2938 9778-0  |  info@fledmex.com  |  www.fledmex.com

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GARTEN

BODENBELÄGE ZUM WOHLFÜHLEN IM HANDUMDREHEN ZUR HEIMISCHEN OASE von WARCO

Auf einer Terrasse oder einem Balkon mit einladendem Ambiente lässt es sich besonders gut abschalten. Dazu gehört nebst der Ausstattung auch der passende Bodenbelag. Meist wird dieser jedoch innert weniger Jahre recht unansehnlich. Schuld daran sind die verschiedenen klimatischen Einflüsse, welche den meisten Baumaterialien zusetzen. Hinzu kommen chemische Reaktionen im Baumaterial und biologische Abbauprozesse, welche den Bodenbelag zusätzlich schädigen. Mit den Bodenbelägen von WARCO bleiben Terrassen- und Balkonbeläge länger schön.

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a Terrassenfliesen das ganze Jahr über ungeschützt allen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, entstehen schnell Schäden. Die meisten Kunststoffe werden spröde und brüchig, sobald die zugesetzten Weichmacher und UV-Protektoren ihre Wirkung verlieren, WPC kann sich verformen, Holz fängt sich trotz regelmässiger Pflege mit Spezialmitteln häufig einen zerstörerischen Pilz ein, der das Material von innen zersetzt. Dies lässt die Terrasse mit der Zeit nicht nur unschön erscheinen, sondern kann schnell zum teuren Sanierungsfall werden. Bodenbeläge von WARCO sind gegen diese schädlichen Einflüsse recht unempfindlich. Die dauerelastischen Platten aus PU-gebundenem Gummigranulat brechen

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nicht und werden nicht lose. Zudem ist das Verlegen kinderleicht und verlangt keine Vorkenntnisse. Bei einer Terrassensanierung können die preiswerten Platten meist ohne grosse Vorarbeiten auf den ursprünglichen Bodenbelag aufgelegt werden. Auch wenn eine bereits geschädigte Terrasse mit neuen Terrassenfliesen saniert werden soll, sind die praktischen WARCO-Fliesen ideal, denn sie bleiben jahrelang intakt und ansehnlich und verwandeln jede Terrasse im Handumdrehen in eine Wohlfühloase. Terrassenfliesen und Balkonplatten von WARCO bestehen aus polyurethanverbundenem Gummigranulat, also aus Gummi, welcher zu unregelmässigen Teilchen mit bis zu 3 mm Kantenlänge zerhackt und mit Polyurethan als Bindemittel vermischt und

dann in Formen, ähnlich einem Waffel­ eisen, zu Elementen unterschiedlicher Formgebung ausgebacken wurde. WARCO verarbeitet in den Terrassenplatten und Balkonbelägen hochwertiges EPDM-­ Granulat, welches langlebig, durchgefärbt und im Gegensatz zu Gummi aus Altreifen UV-beständig ist. Viele Eigenschaften der fertigen Bodenbeläge lassen sich durch die Wahl der Rohmaterialien oder einstellbarer Parameter der Fertigung variieren. So können Härte, Elastizität, Dämmung, UV-Stabilität, Brandverhalten oder Wasser­ durchlässigkeit dem Verwendungszweck der Platte angepasst werden.

PFLEGELEICHT UND ROBUST Direkt auf eine ebene Tragschicht aufgelegt, sind die WARCO-Bodenbeläge die dauer-


GARTEN

Die WARCO Bodenbeläge zaubern im Handumdrehen eine angenehme Atmosphäre.

hafte Lösung zur Vermeidung aller typischen Probleme mit dem Bodenbelag auf Terrasse und Balkon. Geeignet sind ungebundene Untergründe aus verdichtetem Schotter mit Splitt, gebundene Untergründe aus Beton, Asphalt, Verbundpflaster, Fliesen und Untergründe aus Bitumenbahn, Dachbahn, Flachdachfolie, Teichfolie, Hartschaum, Blech, Gitterrost, Werkstoffplatte, Dielen, Planken. Besonders günstig ist der Einsatz jener Bodenbeläge mit der Reissverschluss-Verzahnung, also den Platten der WARCOBaureihe BZ oder TZ. Die präzise ausgeformten Reissverschluss-Zähne an den Rändern der Platten verkeilen sich dreidimensional ineinander und bilden einen formschlüssigen Plattenverbund, ohne Verklebung und Randeinfassung. Die Terrassenplatten und Balkonfliesen sind auf der gesamten Oberfläche wasserdurchlässig und rutschhemmend. Daher kommen sie oft auch im Schwimmbad als Bodenbelag unter Duschen und ums Becken zum Einsatz. Auf der Unterseite der Fliesen ist eine Drainage in Form von vernetzten Drainagekanälen eingearbeitet. Je nach Intensität des Niederschlages sickert das

Wasser komplett oder teilweise durch die Mikrokanäle zwischen den Gummigranulen hindurch und fliesst dann ab. Auf den Platten bleiben keine Pfützen stehen, sie trocknen schnell ab. Leichte Verschmutzungen, Schwebeteilchen, Staub oder Pollen werden vom Regen oder durch das Reinigen mit Wasser und Wischmopp durch die Platten weggespült. Man spricht dabei vom Selbstreinigungseffekt. Stärkere Verschmutzungen etwa durch Laub oder Erde können abgekehrt oder mit dem Hochdruckreiniger fortgespült werden. Der Wartungsund Pflegeaufwand ist gering. Durch die genau definierte Elastizität sind die Terrassen- und Balkonbeläge von WARCO sehr stabil und lange haltbar. Man kann Gartenmöbel und Pflanzkübel darauf nutzen oder in Absatzschuhen darauf tanzen. WARCO bietet auch Stallplatten aus Gummigranulat an, auf denen schwere Pferde mit Spikes an den Hufeisen stehen. Daher eignen sich die hochwertigen Bodenplatten bestens auch zur Sanierung von Balkonen in Wohnanlagen oder Mietwohnungen. Fachgerecht verlegte Terrassenplatten und WARCO-Fliesen können ohne Beschädigung ausgebaut

und an anderer Stelle mit voller Funktionalität wiederverwendet werden.

FLIESEN FÜR DIE GESUNDHEIT Bodenbelag von WARCO isoliert besonders gut gegen Schwingungen und Schall, denn er dämmt Lärm sowie Trittschall (Dämmung  > 21 dB). So verschwinden etwa Trittgeräusche auf Blechboden mit dem Auflegen der Fliesen komplett. Die thermische Isolierung der Fliesen hat einen energetischen und gesundheitlichen Effekt. Das Barfussgehen auf den elastischen Platten ist angenehm, leicht federnd, nachgiebig wie Waldboden und warm wie ein Teppich. Kinder und Erwachsene geniessen es, auf den Platten zu sitzen und zu spielen oder darauf Gymnastik und Sport zu treiben. Eines haben alle Beläge von WARCO gemeinsam: Sie sind absolut frostfest und können weder brechen noch platzen, da Gummigranulat, Bindemittel und die daraus entstandenen Plättchen elastisch sind. Auch Wasser, das in, unter oder auf den Platten gefriert, hat keine Chance, diese zu beschädigen. Dies garantiert für viele Jahre problemfreien Bodenbelag.  

WARCO Bodenbeläge GmbH  |  Niederlenzerstrasse 10  |  CH-5600 Lenzburg  |  +41 (0)62 588 01 61  |  info@warco.ch  |  www.warco.ch

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KOLUMNE

KEIN KRIEG IM GARTEN von Peter Richard

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as bedeutet eigentlich das Wort Pflanzenschutz? Für viele bedeutet es Kampf gegen Schädlinge, Pilzkrank­ heiten und andere un­ erwünschte Erscheinungen im Garten. Nur, wovor soll die Pflanze geschützt werden? Die grösste Bedrohung für die Pflan­ zenwelt sind doch wohl wir selbst. Verpestete Luft, verunrei­ nigtes Wasser, kontaminierte Bö­ den und gerodete Regenwälder sind nur einige Beispiele aus dem Repertoire unserer Art, wie wir mit der Natur und ihren Lebewe­ sen umspringen. Bevor wir also eine Pflanze mit chemischen Mit­ teln vor Insekten oder Schnecken beschützen wollen, sollten wir uns überlegen, was wir damit der Erde, der Luft und dem Wasser antun. Schlechtes Wachstum, starker Schädlingsbefall oder Epidemien wie der Feuerbrand haben immer mehrere Ursachen, die mit den im Handel erhältlichen Pflanzen­ schutzmitteln höchstens vorüber­ Peter Richard gehend zum Verschwinden ge­ bracht, niemals aber geheilt werden können. Gefragt ist Prävention und nicht Symptombekämpfung. Um Krankheiten wie Mehltau und Rost vorzubeugen, wähle ich robuste Wildrosen und Kultursorten, die ohne jeglichen Pflan­ zenschutz gedeihen – vorausgesetzt, sie werden am richtigen Ort gepflanzt. Entsprechend den Ansprüchen der Pflanzen muss der Boden vorbereitet werden. Bauerngartenstauden wie Rit­ tersporn und Phlox benötigen eine Kulturschicht von mindes­

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tens 40 bis 50 Zentimetern. Auch Strauchrosen brauchen, bis auf wenige Ausnahmen, tiefgründigen, humosen und gut mit Nährstoffen versorgten Boden. Der Boden kann im Laufe der Jahre nur mühsam und nur in den obersten Schichten verbes­ sert werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Neuanlage die Rohplanierung richtig auszu­ führen. Denn auf 20 Zentimetern Humus und einem verdichteten Lehmboden darunter gedeihen weder Gemüse- noch Blumen­ gärten. Empfehlenswert ist es, den Bo­ den wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Da die Erdhaufen mehr­ mals umdeponiert wurden, ist die Bodenstruktur zerstört und das Bodenleben muss sich erst wie­ der einspielen. Wer Geduld hat, im ersten Jahr nur eine Gründün­ gung oder andere einjährige Ar­ ten zu säen, wird in den Folge­ jahren mit Blumen und Gemüse belohnt, die vor Gesundheit strotzen.  

PETER RICHARD ist Gartengestalter, bloggt zu Themen rund um den Garten und ist Autor des Buches «Gartenglück – Die Kunst des entspannten Gärtnerns». www.die-kunst-des-entspannten-gaertnerns.ch


Ein Sichtschutz und Terrassenboden mit LED geben den Rahmen für die kleine Wohlfühloase.

MODERN & PFLEGELEICHT TERRASSEN UND MEHR IN ATTRAKTIVEM DESIGN von Daniel Steiner

Der Garten ist eine Oase für das Wohlbefinden. Dazu tragen zum Beispiel ein barfusstauglicher Boden und eine traumhaft schöne Terrassenüberdachung bei. Aber halt – wie steht es mit Planung, Pflege und Service? Holzprodukte wollen regelmässig gestrichen oder geölt werden. Zudem gibt es pflegeleichte und trotzdem edel anzusehende Produkte aus alternativen Materialien. Man hat die Qual der Wahl. Hier empfiehlt es sich, möglichst schon in der Planungsphase, Experten zu konsultieren.

Eine Terrasse verbindet unterschiedliche Welten – Innenraum, Aussenraum und Pool.


GARTEN

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it einer Holzterrasse schaffen Sie eine natürliche Verbindung zwischen Haus und Garten und erweitern Ihr Wohnzimmer bis hinein ins Grüne. So ist barfuss nach draussen zu gehen ein schönes Gefühl, denn die Terrassendielen speichern an heissen Sommertagen genau das richtige Mass an Wärme und fühlen sich auch bei kühlem Wetter angenehm an – ein komfortabler und behaglicher Auftritt, der sich sehen lassen kann. Eine Terrasse kann auch sehr unterschiedliche Formen annehmen. Vom Einsatz unterschiedlicher Ebenen bis hin zur Integration eines Swimmingpools sind viele Lösungen denk- und auch umsetzbar.

THERMOHOLZ IM EINSATZ Auch unterschiedliche Behandlungs­ formen und Materialien können zum Einsatz kommen. Fangen wir mit dem Terrassen­ boden Thermoholz an. Mittels Hitze-­ Vergütung werden heimische Hölzer abso­ lut chemiefrei veredelt. Mit dieser Methode erreichen die Thermohölzer die gleiche Langlebigkeit wie Tropenhölzer (Resistenzklasse 1!). Je nach Holzart unterscheiden sich die Böden in puncto Langlebigkeit, Farbe und Preis. Folgende Hölzer führen wir lagermässig: Thermo-Esche, Thermo-Eiche, Thermo-Fichte und Thermo-­ Kiefer. Damit die Kunden viele Jahre sicher auf ihrem neuen Terrassenboden stehen können, braucht es regelmässige Pflege und Auffrischungszyklen.

TERRASSENBODEN WPC Heute gibt es zu purem Holz spannende Alternativen. Mit einer Verbindung von Kunststoff und Holz, dem sogenannten WPC (Wood Polymer Composites), bieten wir eine pflegeleichte Alternative zu Holzterrassen. Die Herstellung basiert auf Anteilen aus Holzfasern, Kunststoffen und Additiven. Im Gegensatz zu Terrassendielen aus Holz müssen WPC-Dielen nie gestrichen werden und verändern sich in ihrer ursprünglichen Farbe nur sehr gering. Zudem sind sie sehr formstabil und splittern nicht.

UMMANTELTES WPC In den letzten Jahren hat es eine weitere Qualitätssteigerung beim Thema WPC gegeben. Konventionelle WPC-Dielen sind zwar pflegeleicht, aber haben in einigen Anwendungsbereichen immer noch Optimierungspotenzial. So können bei her-

Das Terrassendach CAMARGUE ist ein Hingucker und bietet Schutz.

kömmlichen WPC-Terrassendecks Öl- oder Wasserflecken auftreten. Wasserflecken entstehen zum Beispiel, wenn ein Teil der Terrasse überdeckt und der andere Teil dem Wetter ausgesetzt ist. Mit den ummantelten WPC-Terrassenböden-Fiberon werden diese Probleme gelöst. Die FiberonDielen sind mit einer Ummantelung ausgestattet, welche Wasser-, Öl- oder sonstige Flecken ausschliesst. Die Fiberon-Dielen können entweder sichtbar verschraubt oder von oben unsichtbar montiert werden und benötigen kein Gefälle.

PFLEGELEICHTER SICHTSCHUTZ Auch bei Sichtschutz und Zäunen gewinnt WPC immer mehr an Bedeutung. Durch den Holzanteil erhalten WPC-Produkte ein natürliches Aussehen und eine angenehme Oberfläche. Auch hier kommen die besonderen Vorteile von WPC wie Langlebigkeit und Verrottungsfestigkeit zum Tragen. Pflegende Anstriche oder Imprägnierungen erübrigen sich. Normale Verschmutzungen können mit Wasser ganz leicht entfernt werden. Der Sichtschutz SYSTEM löst Breiten- und Höhenprobleme bei der Einfriedung und Abgrenzung von Terrassen, denn Zaunhöhe und -breite sind variabel. Dank des Stecksystems sind auch Materialkombinationen von WPC, Aluminium, Glas und Edelstahl möglich. Für eine edle Beleuchtung sind neu sogar LED-Leisten erhältlich.

EDLE TERRASSENÜBERDACHUNG In vielen Fällen kann die Überdachung einer Terrasse viele Vorteile bieten. Das ist beispielsweise der Schutz vor Regen, Sonne und Wind. Dieser Schutz kann aber auch noch verdammt gut aussehen. Die Terrassenüberdachung CAMARGUE besticht nebst dem zeitlosen Design mit ihrem ausgeklügelten Dach aus Aluminium-Lamellen. Diese sind bis zu 150 Grad drehbar, sodass Sonnenschutz und Lüftung nach Wunsch geregelt werden können. Im geschlossenen Zustand bilden die Lamellen ein wasserdichtes Dach. Die

CAMARGUE ist pflegeleicht und ohne Aufpreis in allen RAL-­Farben erhältlich.

PROFIS KOMMEN ZUM ZUG Egal für welche Produkte man sich entscheidet, eine gute und passende Terrasse braucht vielfältiges Fachwissen. Das Unternehmen Tomwood AG ist familiengeführt und hat über 35 Jahre Erfahrung – es bietet vom Einsteigerprodukt bis zur Premium­ lösung für jedes Budget etwas an. Auch bei den günstigsten Produkten achten die Verantwortlichen auf ihren persönlichen Mindeststandard. Wir verkaufen nichts, wohinter wir nicht stehen können. Nur wer die Kundenanforderungen, die Branche und Verhältnisse auf der Baustelle kennt, kann aus dem riesigen Sortiment des Marktes genau das richtige Produkt auswählen. Dies kann bislang kein Online-Shop leisten. Die Verkaufsberater der Tomwood AG sind allesamt ausgebildete Schreiner oder Zimmermänner. Das heisst, der Fokus liegt ganz klar auf der fachlichen Kompetenz und nicht auf dem «Verkaufsflair». So erlebe ich es beispielsweise Tag für Tag, dass unsere Fachberater Kunden von einem teureren Produkt abraten, da eine günstigere Variante ebenfalls die spezifischen Anforderungen erfüllt. Es gibt aber weitere Herausforderungen, die ein Anbieter mit professionellem Anspruch erfüllen muss. Im Rahmen der Tomwood AG findet man alles unter einem Dach. Wir führen sämtliches Zubehör und Maschinen, welche für unsere Produkte benötigt werden. Aus unserer Sicht können Produkte nicht nur anhand eines Fotos ausgewählt werden. Aus diesem Grund investieren wir sehr viel Zeit und Geld in unsere 3 200 Quadratmeter grosse Ausstellung. Kunden können so die Artikel im wahrsten Sinne «begreifen». Auch beim Thema Service sind wir flexibel. Der Kunde kann einen Servicelevel wählen. Das heisst, das Material kann bei uns abgeholt werden, und der Kunde montiert selber, oder er wählt das «Tomwood Sorglos-­Paket», und wir liefern und montieren auch.  

Tomwood AG  |  Gartenstrasse 4  |  CH-4537 Wiedlisbach  |  Tel. +41  (0)32 636 62 62  |  info@tomwood.ch  |  www.tomwood.ch

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GARTEN

INNOVATIVE GESTALTUNGSIDEEN TERRASSEN MIT AUSSTRAHLUNGSKRAFT von Max Theweleit

Terrassen befinden sich meist in Zwischenräumen. Sie sind einerseits Sprungbrett in den Garten und andererseits kommunizieren sie durch die heutigen grossen Glasfronten mit der Innenarchitektur. Diese Örtlichkeit bietet einige technischen und atmosphärischen Herausforderungen. Im folgenden Beitrag präsentieren wir die Lösungen und Philosophie der Birkenmeier Stein + Design AG.

Den Blick auf sicherer Grundlage über den See schweifen lassen können.

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ie Birkenmeier Stein + Design verbindet die Innovationskraft, Kompetenz und Leistungsstärke eines etablierten Marktführers mit der Beweglichkeit, Transparenz und Reaktionsschnelle eines inhabergeführten Familienunternehmens. Wir leben unsere Leidenschaft für das Handwerk mit verantwortungsvollem Engagement und dem Anspruch kontinuierlicher Weiterentwicklung und Innovationstätigkeit. Grundlage dafür ist ein lebendiger Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch im Branchenverband sowie mit unseren Fachhandelspartnern, Gartenbauern und Planern.

reich zu veredeln, auf individuelle Weise nutzbar zu machen und in hochwertige Produkte zu überführen. Wir sind Pionier und Trendsetter für innovative Beton­ produkte!

tenreiche Strukturen und verschiedene Haptiken hervor, und der speziell ent­ wickelte Clean-Top ® -Schutz sorgt für anhaltende Farbbrillanz und Schmutz­ resistenz.

In unseren hauseigenen Betonwerken setzen sich erfahrene Spezialisten dafür ein, die natürlichen Materialeigenschaften der Werkstoffe bestmöglich zu nutzen, die Variabilität zu perfektionieren und die Beschaffenheit der Produkte optimal auf die verschiedenen Einsatzbereiche abzustimmen, damit das Ergebnis Funktionalität und Ästhetik auf höchstem Niveau vereint.

Unsere Philosophie kann so zusammengefasst werden: «Was dauerhaft Freude macht, verleiht der Zeit einen Wert. Eine Investition in Komfort ist ein Gewinn an Lebensqualität. Tag für Tag.»

SPANNENDE BETONLÖSUNGEN

Wir veredeln die Oberflächen mit heimischen Natursteinzusätzen oder hochwertigen Hartgestein-Edelsplitten. Bewährte und innovative Techniken wie Schleifen, Strahlen oder Samtieren bringen varian-

Beton ist ein faszinierender, natürlicher Werkstoff mit jahrhundertealter Geschichte. Wir haben uns darauf spezialisiert, ihn für den Einsatz im Aussenbe-

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Viele unserer Fertigungsverfahren sind patentiert beziehungsweise zum Patent angemeldet, einzigartig in der Beschaffenheit wie in der Verarbeitung und ausschliesslich bei uns zu beziehen. Darüber hinaus führen wir eine breite Palette stets verfügbarer Lagerware sowie zeitlich limitierter Sonderkollektionen geprüfter Zulieferer, die unsere überdurchschnittlichen Qualitätskriterien teilen.


GARTEN

QUALITÄT HAT VORFAHRT Es geht uns um nicht weniger als die perfekte Verbindung von Funktionalität und Ästhetik. Das ist der Anspruch, der sich in differenzierten Spezifikationen und ausdrucksstarken, robusten und zugleich pflegeleichten Oberflächen zeigt. Die verwendeten Roh- und Zuschlagsstoffe sorgen für eine natürliche, zeitlos schöne Optik und nachweisliche Beständigkeit. Auf ausgewählte Linien unserer Betonsteine und -platten aus hauseigener Produktion

Die Wertigkeit auf den ersten Blick sichtbar machen.

geben wir zehn Jahre Garantie auf Widerstandsfähigkeit gegen Frost und Tausalz gemäss europäischer Normung.

EIN INDIVIDUELLES BEISPIEL ConceptDesign ist unsere Linie für ganz individuelle Gestaltung aus Beton. Gefertigt nach Mass, detail- und passgenau, exakt nach Ihren Wünschen. Damit sich Ihre Ideen nach eigenen Vorstellungen umsetzen lassen, jenseits gängiger Standards, Normformate und -formen. Ästhe-

tisch und funktional, optimal auf das Umfeld und die besonderen Nutzungs­ bedingungen abgestimmt, technisch und qualitativ auf höchstem Niveau. Ob Lärm- oder Lichtschutz, Stelen oder Treppen, Brunnen, Mobiliar oder Licht­ elemente – die Sonderteile werden nach sorgfältiger Abstimmung der Feindaten auf Basis Ihrer Entwürfe oder CAD-Skizzen produziert, statisch geprüft und direkt an den Ort der Bestimmung geliefert.  

Übergänge vom Innenraum in den Aussenraum passend gestalten.

Birkenmeier Stein + Design  AG  |  St.-Jakobs-Strasse 30  |  CH-4052 Basel   |  Tel. +41 (0)61 279 24 60 info@birkenmeier.ch  |  www.birkenmeier.ch Ausgabe 01/2017 // Seite 91


GARTEN

Die Optik vor der Reinigung und nach der Reinigung sprechen für sich.

EIN STATUS- UND SCHAUSYMBOL OPTIMIERTE TERRASSEN von Georg Lutz

Wir pflegen unsere Autos und unsere Möbel. Eine Terrasse dagegen wird oft vergessen. Das muss nicht so sein. Eine optimal gebaute und gut aussehende Terrasse ist ein echtes Schmuckstück. Wir porträtieren im folgenden Beitrag den Terrassen-Spezialisten Thomas Fässler.

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homas Fässler ist 34 Jahre jung und hat noch viel vor. Aufgewachsen im idyllischen Toggenburg, lernte er Zimmermann und arbeitete nach der Lehrzeit noch weitere sieben Jahre in dem Unternehmen. Durch die Weiterbildung zum SchreinerAVOR hat Thomas Fässler Planungs-, Beratungs-, und Verkaufsluft geschnuppert. Somit entdeckte er seine Vorliebe zum Verkauf. Danach war es nur folgerichtig, sich einen Job mit Verkaufshintergrund in einer berufsverwandten Branche zu suchen. Er ist nun seit sechseinhalb Jahren im Holzhandel als Kundenberater für Holz-

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werkstoffe tätig und hat das Terrassensortiment unter sich. Es geht in erster Linie um Einkauf und Verkauf, vermehrt kommen aber auf Baustellen Beratertätigkeiten für Kunden dazu, etwa um Mängel aufzudecken.

EIGENSTÄNDIGKEIT ALS LANGER WEG Vom Beginn des Frühlings bis in den Herbst hinein bekommt er immer wieder vermehrt Telefonate von Bauherren, Handwerkern und Architekten. Es geht um die Reinigung von Terrassen. Dabei fällt immer wieder die gleiche Frage: Wer kann das machen –

selbstverständlich auch fachmännisch? Da lag die Idee nahe, etwas selbst aufzubauen und sich Schritt für Schritt selbstständig zu machen. Der Bedarf ist da, obwohl bei Terrassen der Handlungsbedarf erst oft zu spät erkannt wird. Daher betont Fässler: «Es heisst Terrassen sind pflegeleicht, reinigen und pflegen muss man sie aber trotzdem.» Bei anderen Gegenständen ist dies selbstverständlich. «Ein Esstisch aus Holz reinigen und ölen Sie ja auch. Nur bei der Terrasse wird dies gerne vergessen.» 2015 hat Fässler angefangen, in seiner Freizeit Terrassen zu reinigen, Bauherren


GARTEN

DIENSTLEISTUNGEN Terrassenreinigen: Bei schwereren Verschmutzungen kommt auch Abschleifen infrage. Terrassenpflegen: Die Serviceleis­ tungen reichen von Ölen über Verbin­ dungen prüfen und bei Bedarf die Schrauben wieder nachziehen bis hin zu Dielen auf ihre Festigkeit und Lebensdauer überprüfen. Terrassenberatungen: Architekten, Gärtner, Zimmerer, Dachdecker, Bauherren auf die Bauvorschriften, den Brandschutz, die Aufbauhöhen, mögliche Verlegeformen hinweisen und bei heiklen Details mit Plänen oder Skizzen zur Seite stehen. Terrassenplanungen: Vom Anfang bis zum Schluss begleiten und durchführen. Architekten, Gärtnern, Zimmerern, Dachdeckern, Bauherren oder beim Planen Unterstützung anbieten. Terrassenbaumithilfe: Wenn ein Gärtner, Zimmerer oder Bauherr an Grenzen stösst, gibt es Unterstützung mit unterschiedlichen Modulen. Das betrifft unterschiedliche Aufgaben­ felder und Zeitrahmen.

Thomas Fässler hat sein Know-how erkannt und bietet immer weitere Dienstleistungen an.

Eine Terrasse ist nach einer Reinigung ein echtes Schmuckstück.

zu beraten, in Planung und Ausführung zu unterstützen. Parallel dazu galt es zu erkennen, wo genau die Fehler passieren können, wie diese zu vermeiden sind und daraus die strategischen Schritte beim Terrassenbau zu verbessern. So hat er viel von seiner Freizeit investiert, um etwas neben seinem Full-Time-Job aufzubauen. Dabei konnte Fässler wertvolle Erfahrungen sammeln. Oft wird er zu spät gerufen. «Es ist immer besser, man ruft mich lieber früher wie später in der Planungsphase an. Oft werden hier schon Fehler gemacht.»

NEUES JAHR MIT NEUEN CHANCEN

Thomas Fässler ist Geschäftsführer der tf Terrassenpflege.

Nun macht er dieses Jahr einen weiteren qualitativen Schritt, um noch wesentlich mehr Aufträge annehmen zu können. Er baut seine Selbstständigkeit aus. Zudem hat Fässler von einer WPC-Terrassendielen-Herstellerfirma aus Deutschland einen Kooperationsvertrag bekommen, der ihn

als Reinigungsmann und Servicemann für deren Produkt in der ganzen Schweiz und Teilen von Österreich ausweist. Er ist so voll weiter im Aufbau seiner Selbstständigkeit, kann auf mehreren Säulen stehen und möchte in Zukunft noch mehr bewegen, wenn es um das Thema Terrassen geht.

ARBEITEN IM ALLTAG Wie hat man sich nun den praktischen Alltag vorzustellen? Wann wird er gerufen? Profis betonen dann immer, wie wichtig es ist, schon bei der Planung dabei zu sein. Meist ist es so, dass erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen, sprich der Schaden da ist, die Terrasse in einem bemitleidenswerten Zustand, die Experten gerufen werden. Ist das bei Thomas Fässler auch so? Das ist definitiv so, und er kann dies auch an Beispielen belegen: «Zum Beispiel bei der Höhe der Terrasse. Unter einer Terrasse muss Luft zirkulieren können. Das wird oft vernachlässigt.»

tf Terrassenpflege  |  Mürtschenstrasse 7  |  CH-8638 Goldingen  |  Tel. +41(0) 79 704 50  09  |  www.tf-terrassenpflege.ch

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GARTEN

ALT UND NEU VEREINT DESIGN-ROSTE UND RINNEN SCHMÜCKEN EIN HOTEL von Sebastian Brink

«Wie Phönix aus der Asche», so lassen sich die letzten Jahre der Villa Gans zusammenfassen. Das ursprüngliche historische und zum Schluss verwaiste Gebäude hat bis zu seinem Abriss 2014 sowohl als Wohnsitz einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie als auch als Schulungsstätte gedient und könnte somit nicht facettenreicher sein. An seinem ursprünglichen Standort steht heute eine in der Aussenwirkung detailgetreue Rekonstruktion des Vorgängerbaus. Hier galt es, einige Herausforderungen zu meistern.

A

us statischen, brandschutzrechtlichen sowie energetischen Gründen haben sich die neuen Eigentümer zusammen mit der Denkmalpflege für den aussergewöhnlichen Schritt des Abrisses und des Wiederaufbaus entschieden. Im Sommer  2016 ist das Dorint-Hotel in den rekonstruierten Altbau eingezogen. Um noch mehr Platz zu schaffen, wurden moderne Neubauten an das Haupthaus angeschlossen. Im Rahmen der Rekonstruktions- und Neubaumassnahmen suchten GHP Architekten (Oberursel) und die Firma Götte Landschaftsarchitekten (Frankfurt  a. M.) nach Lösungen für die Entwässerung, die mit der Optik der alten Villa harmonieren, aber auch modernen Ansprüchen genügen. Die Firma Richard Brink stellte dazu umfangreiche Lösungen zusammen, die sich in den unterschiedlichen Hotelbereichen wiederfinden.

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DER HISTORISCHE RAHMEN Sanfte Hügel und weite Wälder – trotz seiner dichten Besiedlung hat sich der Vordertaunus sein von sattem Grün geprägtes Gesicht bewahrt. Unweit der Grossstädte Frankfurt und Wiesbaden ist hier eine Oase der Ruhe erhalten geblieben, die sich auch in der Bebauung widerspiegelt: Einfamilienund Reihenhäuser bestimmen die Städte, Hochhäuser sind die Ausnahme. Dazwischen liegen alte Villen, die vom Glanz vergangener Zeiten erzählen. Lange war auch die Villa Gans ein privates Herrenhaus des Grossbürgertums im beginnenden 20. Jahrhundert. Schon damals zog es wohlhabende Frankfurter Geschäftsleute aufs Land, wenn sie für sich sein wollten. Im englischen Stil errichtet, thronte es auf der «Kestenhöhe», die wegen eines Kastanienhains so genannt wurde. Ein weitläufiger Park, exotische Baumarten und

verschiedene Nebengebäude gehörten zu dem Anwesen der Familie Gans. 1910 erbaut, wohnten die Eigentümer, die in Oberursel ein Pharmaunternehmen für Seren und Insulin besassen, bis 1928 hier  – anschliessend zogen sie nach Frankfurt und verkauften die Villa 1932 an die Deutsche Bank und DiscontoGesellschaft, die es ihrerseits nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten an die Deutsche Arbeiterfront veräusserte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus wieder in «Villa Gans» umbenannt und 1953 an den DGB überschrieben – als Teil der Wiedergutmachung in der Nazizeit –, der es bis 2004 als «Haus der Gewerkschaftsjugend» nutzte. 1966 wurde die Parkanlage inklusive der Nebengebäude als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.


GARTEN

MODERNE ANFORDERUNGEN Die Dorint-Hotelkette meldete kurz danach Interesse an – hier sollte ein Hotel mit Tagungsräumen, Gastronomie und exklusiven Suiten entstehen. Vor allem der Parkanlage wurde dabei eine grosse Bedeutung für den Gesamteindruck des Geländes zugemessen. Anfang 2014 konnte mit den Bau- und Umbauarbeiten begonnen werden. Neben der Rekonstruktion des alten Gebäudes, das erhebliche statische Mängel aufwies, wurde besonderes Augenmerk auf die Entwässerung gelegt, die sich in das Ensemble aus Neu und Alt einfügen, dabei jedoch gleichzeitig auch modernen Anforderungen entsprechen sollte.

BARRIEREFREIE ÜBERGÄNGE UND EXKLUSIVE OPTIK Die Herausforderungen, denen sich die Richard Brink GmbH & Co. KG gegenübersah, waren mannigfaltig: Das anfallende Oberflächenwasser musste optimal abgeleitet werden, barrierefreie Übergänge an den Türen zum Gebäude und im Terrassenbereich waren unabdingbar, dazu musste eine exklusive Optik das Gesamtbild des Tagungshotels unterstreichen. Um die Aussenflächen, Treppen und Fassaden vor Niederschlags- und Stauwasser zu schützen, kamen verschiedene Dränageund Entwässerungsrinnen zum Einsatz.

EDLES ERSCHEINUNGSBILD Auf den Hofflächen und in der Feuerwehrzufahrt verbauten die Immo Herbst GmbH, Frankfurt  a. M., und die Herman Schäfer  GmbH & Co. KG, Weilmünster, Schwerlastrinnen vom Typ Ferro Magna. So wurde

gewährleistet, dass diese Aussenbereiche auch für grössere Fahrzeuge befahrbar sind. Die Ferro Magna überzeugt einerseits durch ihr leichtes Gewicht – bedingt durch den Materialmix aus Kunststoff und Edelstahl –, andererseits mit ihrer maximalen Belastbarkeit bis zur Klasse D 400. Auch die Schwerlastrinnen wurden mit HydraLinearis-Rosten in Schwerlastausführung abgedeckt. Die Rinnen wurden ebenfalls in einem Gartenabschnitt verbaut, der direkt an den Wohntrakt angrenzt. Hier schliessen sie an eine Rasengitter-Pflasterung an, die der Feuerwehr als Zufahrtsmöglichkeit dient, und sorgen auch bei Starkregen für die sichere Entwässerung.

PERFEKT ENTWÄSSERT Die Firma Ed-Züblin AG aus Frankfurt  a. M. setzte Dränagerinnen des Typs Stabile unter anderem auf der grossen Terrassenfläche des Hotels ein. Sie stellen die Verbindung zwischen den bodentiefen Fenstern und der Pflasterung dar. Auch die gläsernen Balustraden mit Blick auf den tiefer gelegenen Innenhof sowie die An- und Austrittsstufen und die Zwischenpodeste der Aussentreppen wurden mit Stabile ausgestattet. Die Sonnenterrasse bekam zusätzliche einzelne Entwässerungspunkte: Die Hydra-Dränagegullys und die passenden Hydra-Linearis-Roste sorgen dafür, dass die Hotelgäste jederzeit eine perfekt entwässerte Terrasse vorfinden und sich kein Stauwasser bilden kann.

MASSANFERTIGUNG FÜR DEN EINGANGSBEREICH Eine Besonderheit findet sich im Eingangsbereich: Die Karusselltür wird von radial

angefertigten Cubo-Rinnen umrahmt, die ihrerseits mit den passenden radial gefertigten Hydra-Linearis-Rosten ausgelegt wurden. Diese Massanfertigung gewährleistet einen optisch ansprechenden Eingangsbereich, der zugleich eine ordnungsgemässe Entwässerung in diesem hoch frequentierten Bereich garantiert.

HARMONISCHES GESAMTBILD Mit der Entscheidung für den Rost Hydra Linearis haben sich die Bauherren für ein Produkt entschieden, das mit dem reddot award ausgezeichnet worden ist. Die individuelle Massanfertigung von Rinnen und Rosten ermöglicht den passgenauen Einbau an unterschiedlichsten Einsatzorten. Durch das geradlinige und elegante Design harmoniert der Rost sowohl mit dem modernen Neubau als auch mit dem verspielten und historisch anmutenden Haupthaus des Hotels. Das Gesamtbild, das sich den Besuchern, Gästen und Angestellten bietet, wird der historischen Geschichte des Hauses gerecht, ohne den Anspruch modernen Bauens zu vernachlässigen.

UNTERNEHMENSPORTRÄT Die Produktpalette des 1976 gegründe­ ten Familienunternehmens reicht von Entwässerungs- und Dränagesystemen, Kiesfangleisten, Beeteinfassungen sowie Rasenkanten über Kantprofile und Mauerabdeckungen bis zu Pflanzkästen, Solarunterkonstruktionen, Schornstein­ abdeckungen und Wetterfahnen.

Richard Brink GmbH & Co. KG  |  Görlitzer Straße 1  |  D-33758 Schloß Holte-Stukenbrock  |  Tel. +49 (0) 52 07 9504 0 sebastian.brink@richard-brink.de  |  www.richard-brink.de

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© Giardina, moveART

GARTEN

Erlebbare Handwerkskunst: Die Holz-Skulpturen von moveART sind gleichzeitig auch dekorative Spielburgen.

PRODUKTE – DIE BERÜHREN VIELFÄLTIGE HANDWERKSKUNST FÜR DEN GARTEN von Georg Lutz

Die Giardina 2017 legt den Fokus auf die neue Natürlichkeit in der Gartengestaltung. Passend zu diesem Gartentrend rückt sie die Handwerkskunst ins Rampenlicht und präsentiert eine kuratierte Auswahl an hochwertigen Unikaten und Objekten heimischer Manufakturen und Handwerker aus dem nahen Ausland. Objekte aus Holz, Metall und Stein, die von der Natur inspiriert und von Hand gefertigt sind, setzen Akzente im Garten.

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eben den grossen und kleinen Schaugärten, die jedes Jahr die Hallen der Messe Zürich in ein Gartenparadies verwandeln, sorgen an der diesjährigen Giardina hochwertige Unikate und Objekte leidenschaftlicher Handwerkskunst für einen weiteren Glanzpunkt. Ob aus Stahl, Metall oder Holz – traditionsreiche Schweizer Manufakturen sowie Designer und Konstrukteure aus dem nahen Ausland zeigen handgeschmiedete Lampen, wunderschöne Möbelstücke und sagenhafte Skulpturen, welche im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon stimmungsvolle Akzente setzen. Die Giardina 2017 ermöglicht modernen Handwerkskünstlern, sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und ihre Unikate und Produkte aus Kleinserien direkt vor Ort zu verkaufen.

MÖBEL, DIE BEZAUBERN Ob Garten, Terrasse oder Balkon – schöne Möbel und stimmungsvolle Accessoires verleihen jedem Aussenbereich ein besonderes Ambiente und eine persönliche Note. An der Giardina zeigt altrimenti antike Kleinmöbel, die dank neuer Anstriche zu einzig-

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artigen Unikaten werden. Siad Ceramiche bemalt Tische aus Lavastein von Hand mit romantischen Ornamenten. Peter Hansen Ceramic Design gestaltet wunderschöne Leuchtobjekte aus Keramik, flechtart fasziniert mit vor Ort geflochtenen lebendigen und geschwungenen Sichtschutzwänden aus Weiden, und Eternit (Schweiz) AG beweist, dass aus Faserzement zeitlos elegante Pflanzengefässe, Möbel und Accessoires entstehen können.

Lleshi lässt sich von seinem geschulten Auge durch die Natur führen: Aus Engadiner Schwemmholz und Olivenholz aus seiner Heimat Korfu entstehen in Zuoz einzigartige Tische, Spiegel, Lichtobjekte oder Kerzenständer. moveART macht Holzskulpturen erlebbar: Gross und Klein sind eingeladen, sich auf ihren grossformatigen Bänken und Skulpturen auszuruhen, auf ihnen zu klettern, zu rutschen oder zu balancieren.

KUNSTWERKE AUS HOLZ

Feuer findet man heutzutage im Garten nicht nur in herkömmlichen Gas- oder Holzkohlegrills: Handwerkskünstler wie Stefan Traber von STETRA kreieren aus Metall Erlebnisgrills, die auf Wunsch auch individuell gestaltet werden können. Nutt Design Anstalt ist auf Grills und spezielle Feuerstellen aus Stahl spezialisiert, die das Herz jedes Hobbykochs höherschlagen lassen und gleichzeitig charaktervolle Akzente im Garten setzen. Auch Fackeln, Lichtobjekte, Sitzmöbel oder Kunstobjekte können aus Stahl gefertigt werden. So zum Beispiel von Andrea Stahl, die seit 30 Jahren einzigartige Kunstwerke plant, kreiert und schweisst. Nick Hoeltschi

Vom einfachen Holztisch über direkt aus riesigen Baumstämmen gearbeitete Liegen bis hin zur organisch geformten Liegehöhle: Die Objekte von Thomas Rösler faszinieren. Der freischaffende Künstler aus dem deutschen Markdorf sägt mit einer von Hand geführten Kettensäge aus riesigen Eichenstämmen einmalige Unikate. Patrick Hostettler von NATURART erschafft in seinem Frauenfelder Atelier einzigartige Objekte aus Schweizer Holz. Die durch jahrzehntelanges Einwirken der Natur entstandenen Hölzer werden in Kunstwerke verwandelt, die jeden Garten bereichern. Auch Jeff

FEURIGE METALLOBJEKTE


© Giardina, Flechtart

GARTEN

präsentiert an der Giardina 2017 einen Auszug aus seinem Schaffen, welches Skulpturen, Geländer, Feuerobjekte, Möbel und Bilder aus Metall umfasst. Eine seiner neusten Schöpfungen ist eine spektakuläre Wasserraduhr, ein Unikat, das die Blicke auf sich ziehen wird. Aber auch Pflanzgefässe dürfen nicht fehlen: Aussteller wie die Grütter Metallwaren AG präsentieren elegante Gefässe aus Stahl, die sich harmonisch und stilvoll in jede Umgebung einfügen.

IN STEIN GEMEISSELT Unverzichtbar in jedem Garten ist der Stein. Nicht nur traditionelle Gestaltungselemente wie Bodenbeläge, Mauern oder Treppen werden aus einheimischen Steinen gestaltet, sondern auch Möbel, Skulpturen oder Brunnen. Fontarocca Natursteine aus Mönchaltdorf fertigt klassische und antike Brunnen, Brunnen aus Findlingen, Wasserspiele oder Vogeltränken, die im Garten für Aufmerksamkeit sorgen. Auch Scheidegger & Kunz zeigen an der Giardina 2017 Kunstwerke aus Stein, verspielte und opulente Skulpturen und abstrakte Formen. Steinbildhauer und Steinmetz Martin Wiese aus dem Schwarzwald bildet in seinen Skulpturen und Objekten nicht nur die Elemente der Natur ab, son­­­dern zeigt auch archaisch anmutende Gesichter und Monolithen, welche im Garten fas­zinierend mystische Mittelpunkte bilden. 

Thomas Rösler schafft aus riesigen Baumstämmen Skulpturen, die optisch faszinieren und zum Ausruhen einladen. Natürliches Holz verbindet sich bei Jeff Lleshi mit Glas und Metall zu einem einzigartigen Möbelstück.

© Giardina, Jeff Lleshi

© Giardina, Thomas Rösler

Formbare Weide verbindet sich mit beständigem Stahl zu einem einzigartigen natürlichen Sichtschutz.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.giardina.ch


GARTEN

MIT INTELLIGENZ, QUALITÄT & FORM HAUSBELEUCHTUNG MIT PASSENDEM LICHTDESIGN von Luxion Lighting GmbH

Die Anforderungen an Licht im Aussenbereich sind vielfältig. So sind sie bei der Beleuchtung von Strassen, Wegen und Parkplätzen eher funktional. Diese funktionalen Anforderungen stehen der eher gestalterischen, akzentuierten Beleuchtung von Privatgebäuden gegenüber. Das norwegische Unternehmen SG Armaturen AS (sg) hat seine Wurzeln in Lichtprodukten für Privatgebäude.

Licht unterstützt die Architektursprache.

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GARTEN

Umwelteinflüsse sind nicht nur an der dänischen Küste eine Herausforderung für Lichtlösungen.

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er skandinavische Hersteller sg ist mit seinen Produkten bei Architekten, Lichtplanern, Designern und Elektro-Installateuren beliebt. Das hat Gründe. Um eine hohe Wirtschaftlichkeit und eine lange Lebensdauer der Produkte gewährleisten zu können, legen die Verantwortlichen bei der Entwicklung und Herstellung Wert auf höchste Qualitätsstandards. Die skandinavische Herkunft von sg zeigt sich an einigen zentralen Punkten: im Design, bei den verwendeten Technologien und bei der Qualität.

ÜBERZEUGENDES DESIGN Das skandinavische Design steht für eine klare, reduzierte Formensprache. Wir kennen das in erster Linie bei Möbeln. Beim Thema Licht kann diese Philosophie aber auch ihre Vorteile ausspielen. Es geht um nicht weniger als um den Anspruch, langlebige und auf jeglichen Baustil passende Leuchten zu entwerfen.

INTELLIGENTE LÖSUNGEN sg-Produkte werden seit 1990 im engen Zusammenspiel mit dem Elektro-Fachhandwerk entwickelt. Einfache Montage, Wartungsfreiheit, neue Technologien sind die zentralen Stichworte und hier die Motivation für die ständige Produktweiterentwicklung.

QUALITÄT HAT VORFAHRT Ganz den skandinavischen Wurzeln treu, wird die Formensprache mit energieeffizienten und umweltfreundlichen Technologien kombiniert, um langlebige Produkte anzubieten. So bietet sg auf alle Produkte fünf Jahre Systemgarantie und auf die Aussenprodukte zehn Jahre Korrosionsschutzgarantie.

EIN ERSTES REFERENZBEISPIEL Im Rahmen dieses Beispiels geht es um die Aussenbeleuchtung eines freistehenden Einfamilienhauses an der dänischen Küste. Für das kubisch angelegte Haus in Dänemark wurden die sg-Spots der Serie Junistar outdoor exklusiv verwendet. Diese Leuchten in Weiss mit 3 000 Kelvin wurden in den Dachunterstand der Aussenfassade angebracht. Dieses Haus liegt an der dänischen Küste und ist dementsprechend einer salzhaltigen Luft ausgesetzt. Hieraus ergab sich eine spezielle Anforderung an die Langlebigkeit und Beschaffenheit der Aussenleuchten. sg-Aussenleuchten sind siebenfach beschichtet mit zehn Jahren Korrosions­ schutz­garantie ausgestattet und bieten sich aus diesen Gründen für einen solchen Einsatzort an. Die Lichtleistung der Junistar outdoor exklusiv Spots mit 775 Lumen war dem Bau-

herrn in der Nacht zu präsent, sodass die Leuchten ab 22.00 Uhr gedimmt werden. Das Dimmen per Phasenabschnitt ist durch die immer werksseitig optimierte Einheit von Treiber und Leuchte so einfach und robust, dass eine Einbindung in das bestehende Smart-Home-System einwandfrei lief.

ZWEITES REFERENZBEISPIEL Im zweiten Beispiel steht die Aussenleuchte eines Ferienhauses im Vordergrund. Dieses Ferienhaus liegt abgelegen an einem See und wird nur sporadisch besucht. Die Aussenleuchten sollten zum einen die klaren, eckigen, quadratischen Formen der Aussenfassade aufnehmen und zum anderen eine hohe Schlagfestigkeit aufweisen. Mit der Serie Bassi konnte zum einen die quadratische Form widerspiegelt werden. Zum anderen weist diese Leuchte einen Schutzgrad IP 65 sowie eine Schlagfestigkeit von IK 10 auf. Die Bassis wurde in der Variante mit Dämmerungsschalter ausgewählt. Ohne optische Beeinflussung der Fassade durch einen separaten Dämmerungsschalter konnte damit eine sehr puristische, energieeffiziente wie auch sehr robuste Lösung erreicht werden. 

Luxion Lighting GmbH  |  Landstrasse 71  |  CH-4303 Kaiseraugst  |  Tel. +41 (0) 61 500 51 41  |  www.luxion.ch

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GARTEN

«FORM IM RAUM» FEUERRINGE IN INSPIRIERENDER ATMOSPHÄRE von Georg Lutz

© Daniela Kienzler

Der flüchtige Rauch und der feste Stahl sind ein inspirierendes Kommunikationspaar. Früher konnten wir dies mit staunenden Kinderaugen an Dampflokomotiven beobachten. Der Stahl und der Rauch symbolisierten Kraft und Fortschritt der Moderne. Heute gehen wir andere Wege. Zum Beispiel stehen Rauch und Stahl für eine qualitative Vorahnung, die uns später zu einem kulinarischen Genuss verhelfen können. Die staunenden Momente sind nicht vorbei, es gilt sie nur immer wieder neu zu entdecken.

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GARTEN

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ie Verantwortlichen von Feuerring sind immer auf der Suche nach perfekten Inszenierungen. So haben sie den Fotografen Sylvan Müller kontaktiert und ihn gefragt, ob er sich eine Zusammenarbeit mit Feuerring vorstellen könne. Er konnte. Und so entstanden in einem Shooting wundervoll reduzierte und kreativ aussagekräftige Fotos, die Feuerring im Jahr 2017 in der Kampagne «Form im Raum» begleiten. Bei der Firma Isenschmid AG in Küssnacht am Rigi durften die Akteure eine Woche lang die grosse Fertigungshalle belegen, mit den Kranen hantieren und schwerste Stahlbleche und Feuerringe stellen und setzen. Mit dem Grundmaterial für den Feuerring – Stahl – wurden Räume geschaffen, um die Feuerringe in immer wieder neuen Blickwinkeln betrachten zu können. In diesem Zusammenhang entstand auch das folgende Interview.

KERNPUNKTE EINER ARBEITSPHILOSOPHIE Interview mit Andreas Reichlin, Sylvan Müller und Ivan Marty von Beate Hoyer Leidenschaft für eine Sache, der Fokus auf Authentisches – Themen, die die Macher des Feuerrings tagtäglich begleiten. Mit dem Schwyzer Architekten Ivan Marty und Fotograf Sylvan Müller hat Designer und Stahlplastiker Andreas Reichlin zusammengesessen und über Wesentliches und Unwesentliches diskutiert. Beate Hoyer hat moderiert. Wie reduziert man als Fotograf die optische Überforderung unseres Alltags, damit man auf das Wesentliche kommt? Sylvan Müller: Ich lasse sehr gern weg, weil ich mich besser konzentrieren kann, wenn ich nicht so viele Sachen um mich herum habe. Wie entscheidest Du, was Du weglässt? Sylvan Müller: Intuitiv. Oder indem ich bewusst nicht ausschmücke. So erhält das fotografierte Objekt die nötige Wichtigkeit, ich lenke nicht ab. Wenn etwas in der Qualität genügt, muss man nicht dekorieren. Andreas, was hat für Dich als Stahlplastiker das Thema Reduktion für eine Bedeutung für den Feuerring?

Andreas Reichlin: Je einfacher eine Form ist, desto besser «funktioniert» sie in verschiedenen Kontexten. Der Feuerring passt in einen historischen Raum genauso wie in moderne Architektur. Der Feuerring hätte schon vor 300 Jahren funktioniert und tut dies auch in 300 Jahren.

Deine Projekte als Architekt, Ivan, zeigen einen sehr reduzierten Stil. Ivan Marty: Reduktion ist ein zentrales Thema neben dem der verwendeten Materialien. Gute Architektur funktioniert unter dem Aspekt der Materialehrlichkeit und Reduktion auf das Wesentliche.

Ivan Marty: Das ist pures zeitloses Design! Beim Feuerring regt der reduzierte Charakter zu Experimentierfreude an.

Gibt es die perfekte «Form-Raum-­ Lösung» gemäss der Theorie des «goldenen Schnitts»? Ivan Marty: Wenn ich mit Kunden im Gespräch bin, gehe ich immer vom Wohlgefühl aus. Meine Klassikerfrage lautet wie folgt: Wenn Du in ein Restaurant kommst, wo setzt Du Dich hin? In die Mitte des Raumes oder mit dem Rücken zur Wand? Dann leuchtet ein, was für den Kunden «richtig» ist. Ich glaube, das ist etwas Übergeordnetes.

«Der Feuerring hätte schon vor 300 Jahren funktioniert und tut dies auch in 300 Jahren.»

Andreas Reichlin: Es gibt Situationen, in der eine Plastik «richtig» steht. Du könntest sie anders setzen, dann gäbe es aber eine andere Sprache. Ich glaube auch, dass dies Anordnungen darstellt, für die man global sagen kann: Sie sind «richtig».

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GARTEN

Ivan Marty und Andreas Reichlin (v.l.n.r.) experimentieren auf Grundlage eines klaren Charakters.

Konzentration auf den Punkt gebracht. Schon in der Produktion zählt nur der Blick auf das Wesentliche.

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Sylvan Müller möchte Geschichten erzählen.

Sylvan Müller: Mir gefällt das Wort «stimmt» mehr als «richtig». Es gibt stimmige Anordnungen. Die Frage ist, welche Stimmung ich erzeugen will. Mich interessiert darum die Geschichte, die ich erzählen kann.

dass ich nicht der Richtige für seine Idee bin. Schaffen wir es, im Gespräch zu bleiben, gibt es wieder Anknüpfungspunkte. Meine Ehrlichkeit und die Offenheit des Kunden sind für einen guten Prozess nötig.

Ivan, Du entwickelst Konzepte, die auf den Kunden zugeschnitten sind. Wie gehst Du mit Kompromissen um? Ivan Marty: Kompromisslos sein, ist bei uns nicht möglich; die grössten Kompromisse sind schon die Rahmenbedingungen. Es geht ja auch nicht um meine Befriedigung, sondern der Kunde soll für sich das Richtige finden. Da gehört der Kompromiss zum Tagesgeschäft. Er muss aber nach allen Seiten hin halten. Faule Kompromisse sind die schlechte Lösung.

Ich wage mal eine These, die Euch verbindet: Ihr alle erstellt Dinge, die der Nachwelt erhalten bleiben sollen. Ist das so? Sylvan Müller: Die Nachwelt ist für mich nicht der zentrale Punkt. Ich will, während ich arbeite, glücklich sein. Dann kommt das auch meinen Kunden zugute.

Andreas Reichlin: Bei mir ist das anders. In der Kunst darf die wirtschaftliche Seite nicht interessieren. Ich muss zum Teil enorme Investitionen tätigen, und das ohne die Aussicht auf Verkauf. Eine Arbeit mache ich in erster Linie für mich. Ivan Marty: Das ist sicher ein Unterschied zur Auftragsarbeit. In der Kunst geht es um Selbstverwirklichung. Wir erhalten ein Korsett, auf das wir eingehen müssen. Sylvan Müller: Als Ausführender muss ich ehrlich sein und dem Kunden sagen,

Ivan Marty: Ich denke schon darüber nach, ob meine Bauten überleben. Wenn ich im Denkmalschutzbereich an einem 400-jährigen Haus arbeite, frage ich mich, ob eines meiner Häuser mal 100 Jahre wird. Was sehen Menschen, die Eure Räume, Eure Formen, Eure Bilder anschauen? Andreas Reichlin: Ich hoffe, dass man nicht nur eine Arbeit sieht, sondern die ganze Entwicklung meiner Arbeitsphilo­ sophie. In der letzten Arbeit findet sich nur die Essenz. Das ist eine Momentaufnahme. Ivan Marty: Bei einigen Projekten läuft alles wie in einem Trichter zusammen. Ich glaube, das spürt man, wenn man reingeht; da sieht man, wie ich arbeite.

Sylvan Müller: Ich hoffe, dass beim Betrachter die Geschichte, die ich erzähle ankommt, ohne dass man mich spürt. Es geht um die Begeisterung für ein Thema. Da halte ich mich gerne im Hintergrund. Das gilt gerade auch für die Fotografie. Was ist der Feuerring für Euch? Andreas Reichlin: Die Firma haben wir gegründet, weil wir die Freude, die wir selbst am Feuerring haben, weitergeben wollten. Im Kern geht es um die Freude beim gemeinsamen Essen. Die Mischung aus Skulptur und Alltagstauglichkeit finde ich toll. Dass der Feuerring hält, was er verspricht, das erfüllt mich mit tiefer Befriedigung. Ivan Marty: Der Feuerring bedeutet mir sehr viel, weil ich Dich, Andreas, in Deiner Entwicklung begleiten durfte. In jedem meiner Hausentwürfe ist ein Feuerring eingeplant. Ich würde ihn nicht weg­ geben. Sylvan Müller: Dabei ist er gleichzeitig ein Gebrauchsgegenstand. Das macht den zentralen Faszinationsmoment aus. Das Wechselspiel von skulpturalen Charakter und einem Gerät für den Alltag. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, wo der Feuerring neben meinem Weinberg stehen könnte.

Feuerring GmbH  |  Tiefentalweg 3  |  CH-6405 Immensee  |  Tel. +41 (0) 41 850 70 58  |  info@feuerring.ch www.feuerring.ch  |  www.marty-architektur.ch  |  www.bmr-fotografen.ch

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DAS FREILAGER VOM ZOLLAREAL ZUM STADTTEIL von Georg Lutz

Jahrzehntelang war das Zollfreilager in Zürich eine eigene Welt, die mit den umliegenden Standquartieren wenig zu tun hatte. Heute sind die Lastkraftwagen und Lagerhallen verschwunden. Ein neuer Stadtteil ist entstanden. Mit 800 Wohnungen, 200 Studentenzimmern und einigen Gewerbeflächen macht der neue Stadtteil einen imposanten Eindruck. Das ist aber nicht der zentrale Punkt. Das Freilager soll trotz grosser Wohnungen ein 2000-Watt-Quartier werden. Der Stadtteil ist auch aus diesem Grund ein idealer Ort, um die Neuerfindung der Minergiestandards vorzustellen. Auf den folgenden Seiten präsentieren wir Ihnen diese.


BAUEN

EINFACH, INNOVATIV, NACHHALTIG DIE NEUEN MINERGIE-BAUSTANDARDS von Georg Lutz

Das alte Zollfreilager in Zürich ist heute ein neuer Stadtteil in Zürich mit energiepolitischen Ansprüchen. Hier soll die 2000-Watt-Gesellschaft gelebt werden. Das ist genau der richtige Ort, um die neuen Minergiestandards vorzustellen. bauRUNDSCHAU war bei der Präsentation der Neuaufstellung vor Ort.

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inergie, der erfolgreichste Schweizer Baustandard für neue und modernisierte Gebäude, bleibt zukunftsorientiert: Die Gebäudestandards Minergie, Minergie P und Minergie A wurden grundlegend überarbeitet. Das war aber auch dringend notwendig, da das Label von der energiepolitischen Entwicklung eingeholt wurde und daher auch in den letzten Jahren in Schwierigkeiten kam. Bei zunehmender Komplexität schärft Minergie den Fokus für das Wesentliche und fördert einfache, aber innovative und nachhaltige Lösungen. Für Regierungsrat und Präsident Minergie, Heinz Tännler, hat Minergie inzwischen

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«volkswirtschaftliche Relevanz» und geht nun in «Richtung Nullenergiehaus». Dabei ist «Minergie ein freiwilliges Label», wie er immer wieder betonte. In den letzten Jahren durchlebte Minergie eine schwierige Phase. «Wir hatten hart zu kämpfen», gestand Tännler ein. Die Folge davon sind ein konsequentes Umsteuern und mehr Zusammenarbeit. «Wir kooperieren mehr, beispielsweise mit dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS.» Der neue Geschäftsleiter Minergie, Andreas Meyer Primavesi, skizzierte zunächst externe Rahmenbedingungen wie das Klimaschutzabkommen, welches Minergie in die Hand spiele.

Er brachte die Zielsetzung der unterschiedlichen Standards wie folgt auf den Punkt: «Minergie P gleich höherer Komfort, Minergie A gleich Plusenergiehaus, Minergie ECO mehr Ökologie.» Dabei verliere man sich nicht im Klein-Klein, sondern hat einen transparenten und modularen Aufbau. «Einfach bleiben», heisst laut Meyer Primavesi das Motto.

DIE NEUAUSRICHTUNG Die technischen Entwicklungen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen (MuKEn 2014) im Baubereich haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Unter Einbezug der Branche, von Bund und Kantonen wurden die Gebäudestandards


BAUEN

Minergie, Minergie  P und Minergie  A auf Anfang 2017 gründlich überarbeitet. Die Neuerungen und Anpassungen stellen sicher, dass ein Minergiegebäude in allen Kantonen die Vorschriften der neuen Energiegesetzgebung erfüllt, technologisch auf dem neusten Stand und bezüglich Energieverbrauch vorbildlich ist.

WOHN- UND ARBEITSKOMFORT Im Zentrum stehen neben der Energieeffizienz weiterhin der Wohn- und Arbeitskomfort von Gebäudenutzern, die Qualität sowie ein optimaler Werterhalt. Elektrizität spielt eine grosse Rolle: Im Zeitalter hoch effizienter Gebäudehüllen bewegt sich der Fokus weg von der Heizenergie hin zu (meist elektrisch erwärmtem) Warmwasser, Beleuchtung und Geräten. Diesem Umstand trägt Minergie mit der Einführung einer Gesamtenergiebilanz einschliesslich Elektrizität für Beleuchtung und Geräte Rechnung. Ein fortschrittliches Gebäude verbraucht nicht nur Energie, sondern produziert einen Teil seines Energiebedarfs selbst. Deshalb wurde bei allen Standards die Pflicht zur Eigenstromerzeugung gemäss der MuKEn 2014 übernommen. Starke Anreize zur Maximierung des Eigenverbrauchs verhindern den Bau ineffizienter Anlagen, die das Stromnetz unnötig belasten.

KEINE FOSSILEN FEUERUNGEN MEHR Fossile Feuerungen sind nicht mehr zeitgemäss. Minergie-Neubauten enthalten daher keine fossilen Feuerungen mehr; nur indirekte fossile Belastungen in Strom und Fernwärme sind noch zulässig. Bei Sanierungen ist fossile Energie grundsätzlich weiterhin erlaubt; der Umstieg auf eine Versorgung mit erneuerbaren Energien ist jedoch erstrebenswert. Über Anforderungen an die Dichtheit der Gebäudehülle und den kontrollierten Luft-

wechsel sollen Energieverluste minimiert und der Komfort maximiert werden. Die Erhebung der Energiedaten durch ein einfaches Monitoring sensibilisiert die Gebäudenutzer und dient als Grundlage für die künftige Betriebsoptimierung.

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ZUSATZPRODUKTE NACH MASS Die Kombination der Gebäudestandards mit attraktiven Zusatzprodukten verstärkt deren nachhaltige Wirkung. Minergie deckt damit die Qualitätssicherung in allen Lebensphasen des Gebäudes ab, von der

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Planung über den Bau bis zum Betrieb. Das Zusatzprodukt ECO beispielsweise berücksichtigt die Themen Gesundheit und Bauökologie. Die sorgfältige Materialwahl, vorausschauende Bauweise und intelligente Architektur erfüllen die Anforderungen an eine gesunde und ökologische Bauweise. Interessant ist auch die Möglichkeit, eine Minergie-Zertifizierung mit sozio-ökonomischen Kriterien zu ergänzen und das Gebäude auch nach SNBS zu zertifizieren. Vom Zusatzprodukt MQS Bau profitieren Bauherren und Planer, welche die anspruchsvollen Vorgaben von Minergie am Bau garantiert haben möchten. Erreicht wird diese Garantie über eine systematische Kontrolle und Dokumentation der Minergie-relevanten Bauteile im Bauprozess. Das Zusatzprodukt MQS Betrieb stellt den optimalen Betrieb und damit höchsten Komfort während des Gebäudebetriebs sicher. Mittels Auswertung der existierenden Energieverbrauchsdaten und einer persönlichen, unabhängigen Beratung vor Ort lassen sich Wohnkomfort und Energieeffizienz in der Regel erheblich verbessern.

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ERNEUERUNG IN ETAPPEN Für die Erneuerung von Gebäuden hat Minergie einen einfachen Zertifizierungsweg entwickelt. Er umfasst fünf Systemlösungen, die einfache, aber wirkungsvolle Massnahmen in den Bereichen Gebäudehülle und Gebäudetechnik sinnvoll kombinieren. Die einzelnen Lösungen nehmen Rücksicht auf den individuellen Gebäudezustand und bereits vorgenommene Erneuerungen. Die Umsetzung ist über mehrere Jahre etappierbar, wodurch die Finanzierbarkeit erleichtert wird.

WEITERBILDUNGSANGEBOT Für Architekten, Planer und Baubeteiligte bietet Minergie in allen Regionen der Schweiz umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten an, einschliesslich neue Grundkurse, Themen- und Update-Kurse. Minergie-Fachpartner weisen sich als kompetente Partner für Bauprojekte aus, die hohe energetische und bauökologische Anforderungen und Komfortansprüche erfüllen. Natürlich können wir auch schlechter bauen  – aber warum sollten wir?

Beton Mischanlagen Hersteller seit 1980 Übernahme der Ersatzteile der Huggler AG, Baumaschinenfabrik, Suhr. Die GH SA mit Sitz in Yverdon-les-Bains ist in der Westschweiz seit vielen Jahren der kompetente Partner des Baugewerbes und der Industrie Hersteller und Händler von Betonmischanlagen und Baugeräten sowie Spezialist für Industrieautomation, Wasserpumpe und Elektromotoren. Wir vertreiben als offizieller Handelspartner unter anderen auch die Produkte der Firmen Secatol und OMG. Die GH SA möchte Sie informieren, dass wir jetzt auch in der Deutschschweiz für Sie da sind. In der Person von Herr Martin Gloor konnte GH SA einen erfahrenen und kompetenten Verkaufsberater für unser Unternehmen gewinnen. Ausserdem Kann GH SA Ihnen mitteilen, dass wir vor wenigen Tagen den Ersatzteil-Lagerbestand der im letzten Jahr aufgelöst Huggler AG, in Suhr, der inzwischen an die Firma Avesco, Langenthal, übergegangen war, aufgekauft haben. GH SA ist somit in der Lage, Sie jederzeit mit Ersatzteilen für die Huggler-Anlagen zu beliefern. Herr Martin Gloor, der sich als früherer Mitarbeiter der Hüggler AG bestens damit auskennt, berät sie gerne und nimmt bei Bedarf Ihre Bestellung entgegen. Bitte kontaktieren Sie uns jederzeit, wenn Sie Fragen haben zu unseren Produkten oder zu Huggler-Anlagen haben, Abklärungen wünschen oder eine Neuanschaffung in Betracht ziehen. GH SA Rue des Champs-Lovats 12 1400 Yverdon-les-Bains Tel. : 024 424 88 70 info@ghsa.ch

GH AG Buchenweg 3 4310 Rheinfelden Tel. : 079 269 19 44 martin.gloor@ghsa.ch


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STANDFESTE BAUTEN DIE BODENSPEZIALISTEN LIEFERN DIE GRUNDLAGE von Georg Lutz

Einen festen Boden unter den Füssen zu haben, ist für uns im Alltag eine Selbstverständlichkeit. Wenn es aber gilt, Bauten zu erstellen, die schwer sind, auf schwierigen Bodenverhältnissen stehen sollen und/oder in die Tiefe gehen, braucht es Spezialisten, die Garanten für die geforderte Stabilität sind.

W

er das grosse Unternehmensareal der Marti Gründungstechnik AG in Moosseedorf bei Bern betritt, ist von den Dimensionen der Gerätschaften und Fahrzeuge überrascht. Klar, in den USA, wo fast jeder Gebrauchsgegenstand überdimensioniert ist, sind die Maschinen und Fahrzeuge so riesig. Aber hier in der Schweiz? Für was braucht man die grossen Kräne, Rohre, Bohrköpfe, Förderbänder und Maschinen? Das Erstaunen klärt sich auf, wenn die Besucherin oder der Besucher erfährt, um was es hier geht. Es geht um das Einbringen von Pfählen in das Erdreich. Sie sorgen in erster Linie für Stabilität. Die Pfähle können für die Gründung verschiedenster Bauwerke wie Brücken, Hafenmauern und Gebäude wie Hochregallager oder Hochhäuser eingesetzt werden, die etwas aushalten müssen. Oft ist ein Baugrund wenig oder schlecht tragfähig. Manchmal ist eine ausreichende Tragfähigkeit erst in grösserer Tiefe unter der Geländeoberfläche zu erreichen. Hier kommt die Gerätschaft der Marti Gründungstechnik zum Tragen.

MODERNSTE TECHNOLOGIE Und wie sieht die Praxis des Arbeitens aus? Früher erschütterten manchmal das maschinelle Rammen ganze Stadtviertel. Daniel Leuenberger, Geschäftsführer der Marti Gründungstechnik AG, stellt hier aber schnell klar: «In städtischen Umgebungen ist Rammen heute wegen des Lärms und der Erschütterungen kaum respektive nicht mehr möglich. Ortbetonrammpfähle erstellen wir heute eigentlich lediglich noch in Industriegebieten, in ausreichender Distanz zu Nachbargebäuden und zu bewohnten Gebieten.» Und wie sieht die heutige Praxis aus? «Erschütterungsfreies und lärmarmes Pfählen ist heute gefragt und gefordert. Ein wichtiger Grund, dass diese Wende überhaupt re-

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UNTERNEHMENSPORTRÄT Gründungsjahr: 1980 Anzahl Mitarbeitende: 42 Kernkompetenzen: Spezialtiefbau, Fundationskonzepte, Ausführung von Ramm- und Verdrängungsbohrpfählen, Ausführung von Energiepfählen, Ausführung statischer und dynami­ scher Pfahlprüfungen. Produkte-Innovationen: Vollver­ drängungsbohrpfahl FUNDEX, Voll­ verdrängungsbohrpfahl sMARTEX, Ortbetonrammpfahl VIBREX, Energie­ pfähle, vorfabrizierte Rammpfähle, Maschinenpark.

alisiert werden konnte, ist ganz sicher der enorme Fortschritt, der in der Bohrgeräte­ entwicklung stattgefunden hat. Heutzutage sind die Bohrgeräte viel stärker gebaut, und dank Hydraulik und modernsten Steuerungen ist die Leistungsfähigkeit auf einem ganz anderen Stand als vor zwei Jahrzehnten.» Hier kann das Vorurteil widerlegt werden, es gäbe in der Baubranche kaum Innovationen.

UMGANG MIT SCHWIERIGEN SITUATIONEN Das Unternehmen wurde 1980 zwecks Ausführung von Verdrängungspfählen gegründet. Als erfahrene Spezialisten bringen die Verantwortlichen der Marti Gründungstechnik AG Know-how überall dort ein, wo Rammpfähle oder Verdrängungsbohrpfähle eine tragende Rolle spielen, intelligente Konzepte gefragt sind und die Ausführung auf lange Sicht ein Höchstmass an Sicherheit bieten muss. Die Spezialisten beherrschen mit modernster Technik schwierigste geologische und hydrologische Verhältnisse. Für komplexe Baugrubenabschlüsse, optimierte Pfahlgründungssysteme und Bodenstabilisierungstechniken bieten die Bohrexperten den Bauherren die für ihre Probleme optimalen Lösungen bezüglich Preis, Qualität und Termin an. Dazu braucht es im Vorfeld aber immer genaue Kenntnisse des Untergrunds. Daniel Leuenberger betont dazu: «Aus diesem Grund werden eigentlich immer Baugrundsondierungen vorgenommen. Eine geotechnische Analyse oder eben Top-

Mit jeder Umdrehung das zukünftige Bauwerk sicherer machen.

Kenntnisse über den anstehenden Baugrund sind für die Abschätzung von allfällig anzutreffenden Schwierigkeiten und somit für die Berechnung des Pfahl-Angebotspreises von grösster Wichtigkeit.» Gut, wenn man als Bauverantwortlicher, der komplizierte Bauten auf kompliziertem Untergrund realisieren will, sich auf solche Erfahrung stützen kann, denn während des mehr als 30-jährigen Bestehens des Unternehmens haben die Experten weit über drei Millionen Lauf­meter Pfähle ausgeführt. Es ist kein Zufall, dass die Verantwortlichen – nebst dem herkömmlichen VIBREX-Ortbetonrammpfahl  – Rammtiefe bis 30 Meter  – als einzige Firma zwei hundertprozentige Vollverdrängungsbohrpfähle anbieten und die dementsprechenden Arbeiten ausführen.Das sMartex- und das FUNDEX-Vollverdrängungsbohrpfahlsystem überzeugen durch technisch starke Resultate  – Bohrtiefe 40 Meter – und hohe Umweltverträglichkeit. Denn sMartex und FUNDEX beruhen auf einem lärmarmen und erschütterungsfreien Pfählungsprinzip. Das lässt die Verantwortlichen im Städtebau aufhorchen und die Anwohner aufatmen.

GEHT NICHT – GIBT’S NICHT Ob sich die Profis der Marti Gründungstechnik AG als «Pfahlbauern» für einen Bootshafen aus Holzpfählen oder als Mitprojektierende für eine Brückenfundation engagieren, es ist kein Problem zu klein und keine Herausforderung zu gross, um ihre Kompetenz fundamental unter Beweis zu stellen.

Der Umgang mit schwierigem Untergrund ist Alltag.

Marti Gründungstechnik AG  |  Lochackerweg 2  |  CH-3302 Moosseedorf  |  Tel. +41 (0) 31 858 44 80  |  www.martiag.ch/gruendungstechnik

Ausgabe 01/2017 // Seite 111


Das mobile System von BOXS ist bestens geeignet für Büro-, Lager, Werkstatt- und Unterkunftsräumlichkeiten.

FLEXIBEL DURCH MODULARITÄT NEUE MÖGLICHKEITEN MIT BEWÄHRTEM MATERIAL von BOXS AG

Wenn kurzfristig und kostengünstig Raum benötigt wird, ist ein modulares Raumsystem die perfekte Lösung. Ob beim Bau von Unterkünften, Gewerbeobjekten oder Bildungseinrichtungen: Investoren und Architekten erhalten nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bei der Wahl von Grösse, Design, Ausstattung und Komfort.

S

Die Konstruktionen von BOXS AG sind vielseitig einsetzbar, kostengünstig und schnell aufgebaut.

eit Januar 2016 entwickelt, baut und vertreibt das Aargauer Startup BOXS AG ein neuartiges, modulares Raumsystem, das sich heute als valable Alternative zu herkömmlichen Containerbauten anbietet. Mit grossen Gestaltungsmöglichkeiten bei Flächen, Höhen und Spannweiten überzeugt die Schweizer Weltneuheit nicht nur bei der Planung, der Geschwindigkeit im Bau und den logistischen Vorteilen, sondern auch in der Qualität und im Preis. Die Dienstleistungen der Firma BOXS AG reichen von standardisierten Büro-, Lager, Werkstattund Unterkunftslösungen bis zur individuellen Beratung und Projektierung von Grossprojekten. So zum Beispiel die geplante Unterkunft für Asylsuchende in Frick  AG. In Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau entstehen im Werkhof zwei grosszügige Aufenthaltsbereiche für 100 Personen. Bei dieser Indoor-Lösung wird eine kostengünstigere, individuelle Dachkonstruktion auf das bestehende System adaptiert. Nach der geplanten Einsatzdauer von drei Jahren kann das eingesetzte Material an anderen Standorten wiederverwendet werden; ermöglicht durch die Modularität und den werkzeuglosen Zusammenbau. Das Marktinteresse zeigt sich nicht nur bei den steigenden Kundenanfragen. Bereits im Oktober 2016 belegte BOXS bei der begehrten UpStart-Challenge der Fach-

hochschule Nordwestschweiz den zweiten Platz in der Rubrik Wirtschaft und unterstreicht damit den Trend vom modularen und bedürfnisgerechten Bauen.

INDIVIDUALISIERTE LÖSUNGEN MIT SCHWEIZER QUALITÄT BOXS kombiniert bewährte Materialien zu einem eigenen entwickelten Raumsystem. So zum Beispiel die isolierten Sandwichpaneele für Wände und Boden, die seit Jahren weltweit für Fassadenverkleidungen verwendet werden. Dabei integriert BOXS auch die jahrelange Erfahrung und laufenden Innovationen der Zulieferanten. In der eigenen Produktionshalle werden die leichten Einzelteile in Kürze zusammengebaut und auftragsbezogen für den Versand konfektioniert. BOXS als universelles und mobiles System wird überall ein­ gesetzt, wo Räume schnell und einfach verfügbar sein müssen oder auf verschiedenen Standorten mehrfach verwendet werden. Dank geringem Gewicht der einzelnen Komponenten entstehen selbst an schwer erreichbaren Standorten neue Nutzungsbereiche. So treffen sich wie am Stadtfest in Luzern im temporären VIPBereich Gäste und Interpreten neben der Hauptbühne, später essen auf einer Baustelle im Bündnerland Sanitärinstallateure ihren Znüni im geheizten Aufenthaltsraum. Die Möglichkeiten sind grenzenlos.

BOXS AG  |  Juraweg 3  |  CH-5033 Buchs  |  Tel. +41 (0)62 550 59 29  |  andreas.liniger@boxs.swiss  |  www.boxs.swiss

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KOLUMNE

NEUSTART FÜR MINERGIE von Andreas Meyer Primavesi

M

inergie hat einen eindrücklichen Leistungsausweis: Eine halbe Million Menschen wohnen in MinergieBauten,   und es wurden weit über 100 Milliarden Fran­ ken in Minergie-zertifizierte Gebäude investiert. Aber wie viele Institutionen auch tat sich Minergie nach der Boomphase in den Jahren 2009 bis 2012 schwer, sich zu er­ neuern und zu wandeln. Was dringend notwendig war: Die Minergie-­Standards wurden dem konventionellen Bauen im­ mer ähnlicher. Das spricht auch heute für die Philosophie unserer Konzepte, ist aber keine verlässliche Grundlage für eine Zu­ kunftsperspektive.

für eine Plusbilanz, also mehr Energieproduktion als -verbrauch. Die Anforderungen wurden, wo immer möglich, belassen oder vereinfacht – beispielsweise beim kontrollierten Luftwechsel und der Gebäudehülle. Neu spielt aber die Elektrizität eine grössere Rolle. Das betrifft die Verbraucher- als auch die Verbraucher­ seite. Zudem wird ein Monitoring einge­ führt. Dieses Monitoring bildet die Klammer zu den beiden neuen Produkten von Minergie: Das Qualitätssystem MQS Bau gewähr­ leistet eine mangelfreie Bauphase und den anschliessenden effizienten Betrieb der Minergie-Bauten. Und MQS Betrieb ga­ rantiert, dass die Minergie-Bauten bezüg­ lich Komfort und Effizienz optimal betrie­ ben werden.

Nach heftigen Diskussionen hat sich der Verein auf eine Strategie geeinigt, mit fol­ genden Schwerpunkten: Aufgreifen dyna­ mischer Technologieentwicklungen, na­ mentlich Fotovoltaik und Speicherung Noch sind die Neuerungen sehr frisch. elektrischer Energie. Kompatibilität mit den Doch die zahlreichen Rückmeldungen neuen Energiegesetzen (MuKEn  2014). aus dem Markt lassen darauf schliessen, Engere Kooperation mit Institutionen, dass Minergie den Nerv der Zeit getrof­ welche ähnliche Ziele verfolgen, bei­ fen hat. Die Marke steht auch in Zukunft spielsweise eco-bau, GEAK und SNBS. für eine nachhaltige Baukultur mit viel Reorganisation mit dem Ziel, die Fähig­ Lebensqualität. Weil sie einfach bleibt, keit zum Wandel zurückzugewinnen. Si­ Andreas Meyer Primavesi weil sie den Bauherren und Nutzern klare cherstellung höchster Qualitätsansprü­ Vorteile bietet. Neben dem Wissen, einen che in Planung, Bau und Betrieb. Und als Folge davon: Einstieg Beitrag an die Schonung natürlicher Ressourcen und den Klima­ ins Thema Energie-Monitoring. schutz zu tun, geht es in erster Linie um einen hohen Wert­ erhalt und tiefe Betriebskosten. Entsprechend präsentiert Minergie auf Anfang 2017 die umfas­ sendsten Neuerungen seit 1998. Die drei Baustandards Miner­ gie, MINERGIE-P und MINERGIE-A wurden stark angepasst, greifen neue Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse ANDREAS MEYER PRIMAVESI auf, bleiben sich aber treu. Sie sind einfach anwendbar, redu­ ziert aufs Wesentliche und bieten dem Bauherrn hohen Wert­ ist Geschäftsleiter von Minergie. erhalt und Komfort. Minergie steht für Komfort und Effizienz. Minergie P für maximale Effizienz. MINERGIE-P und MINERGIE-A www.minergie.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 113


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NEUER CEO AM STANDORT INVESTIEREN IN LAGER UND LOGISTIK von Würth AG

Lager und Logistik am Hauptsitz von Würth AG in Arlesheim werden grundlegend modernisiert. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Damit bekennt sich die Würth AG zum Standort Arlesheim. Dazu gehört auch ein neuer CEO. Marc Baumgartner übernimmt die Gesamtleitung von Würth AG und vervollständigt damit die Geschäftsführung des Traditionsunternehmens zusammen mit Markus Schäfer, Geschäftsführer Vertrieb.

Hauptsitz von Würth AG in Arlesheim (BL).

P

akete und Paletten mit Montage- und Befestigungsmaterial, Werkzeu­gen und Maschinen, chemisch-technischen Produkten und Arbeitskleidung gehen von Arlesheim aus an Profi-Handwerker in der ganzen Schweiz. Im Jahr 2016 waren es bis Ende November rund 386’500 Pakete und 8 385 Paletten mit ­einem Gesamtgewicht von rund 4 796 Tonnen – und es wird immer mehr.

NEUER WIND IN DER FÜHRUNGSETAGE Vor dem Hintergrund dieser organisatorischen Herausforderungen haben die Verantwortlichen des Unternehmens reagiert. Marc Baumgartner ist der neue CEO von Würth AG. Er war bereits zehn Jahre lang in verantwortlichen Positionen

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bei verschiedenen Unternehmen der Würth-­ Gruppe tätig und zuletzt bei Würth AG verantwortlich für die Geschäftsleitung der Region Ost. Nach kurzer erfolgreicher Tätigkeit als Geschäftsführer der Schweizer Auslandsgesellschaft von STILL, Anbieter von massgefertigten innerbetrieblichen Logistiklösungen, ist er zu Würth zurückgekehrt. Marc Baumgartner übernimmt die Gesamtverantwortung mit Schwerpunkt ­Innendienst bei Würth AG. Die Innendienstfunktionen hat er von Andreas Fischer übernommen, der Würth AG per 31. Oktober 2016 verlassen hat. Die Verantwortung für die Aussendienstfunk­ tionen liegt seit Juli 2015 bei Markus Schäfer.

WÜRTH AG SCHWEIZ Würth AG Schweiz mit Sitz in Arlesheim (BL) beliefert Profi-Hand­ werker aller Branchen mit ­Befestigungs- und Montagematerial. Das Verkaufs­programm umfasst über 100’000 Teile und Abmessungen: Schrauben, ­-zubehör, Dübel, ­chemisch-technische Produkte, Möbel- und Baubeschläge, ­Werkzeuge, Maschinen, Installations­material, Arbeitsschutz, Fahrzeug­einrichtungen und Lagermanagement. Das Unter­ nehmen wurde 1962 gegründet und beschäftigt rund 650 Mitar­beitende. Würth AG Schweiz gehört zur weltweit tätigen ­Würth-Gruppe.


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PHILOSOPHIE AUF DEN PUNKT GEBRACHT «Qualität ist unser oberstes Gebot», sagt Geschäftsführer Marc Baumgartner. «Es gilt sowohl für unsere Produkte als auch für unseren Service. Dazu gehört natürlich auch die Belieferung: Würth Kunden sollen die bestellte Ware möglichst schnell und möglichst in einer Sendung erhalten.» Deshalb wird im Zuge der Modernisierung die Lagerkapazität auf 17’000 Artikel erhöht. Ausserdem wird ein Behälter-Shuttle für rund 18’000 Behälter eingebaut und die Kommissionier- und die Fördertechnik werden erneuert. So können zukünftig mehr Aufträge in kürzerer Zeit verarbeitet werden. Infolgedessen werden auch Aufträge, die das Lager erst am späten Nachmittag erreichen, noch am gleichen Tag bearbeitet, und der Kunde erhält die Ware schon am nächsten Tag. Würth investiert über zehn Millionen Euro in die Modernisierung von Lager und Logistik in Arlesheim. Die Arbeiten sollen im

Marc Baumgartner ist neuer CEO von Würth AG.

Sommer 2018 abgeschlossen sein. Nach der Fertigstellung ist das 2003 erbaute Lager wieder auf dem neuesten Stand der Technik und für die kommenden Jahre gut gerüstet. Dies ist ein klares Bekenntnis zum Standort Arlesheim und zum Industriegebiet Im Tal, wo Würth AG auch mit dem Forum Würth Arlesheim

fest verankert ist. Würth AG beschäftigt in Arlesheim rund 200 Mitarbeitende in den Bereichen Lager / Logistik, Verwaltung, Handwerker-Shop und Forum Würth Arles­ heim. Rund 400 Mitarbeitende sind für Würth AG als fest angestellte Verkäufer in der ganzen Schweiz im Aussendienst tätig.

Würth AG  |  Dornwydenweg 11  |  CH-4144 Arlesheim  |  Tel. +41 (0) 61 705 91 11  |  info@wuerth-ag.ch  |  www.wuerth-ag.ch

WIR SIND DA, WO DER BAGGER ROLLT.

www.wuerth-ag.ch

Ausgabe 01/2017 // Seite 115


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AUS EINER HAND ARBEITEN RUND UM DIE AUFZÜGE UND FAHRTREPPEN von Mikel Balaj

Die Welt der Aufzüge umfasst komplexe Themengebiete, was Beratungen und Dienstleistungen betrifft. Im folgenden Beitrag stellen wir die wichtigsten Aufgabenfelder vor.

Der Rückbau von Aufzügen und Fahrtreppen benötigt professionelle Experten.

D

ie Aufzugselite GmbH ist ein junges und professionelles Unternehmen, welches Mitarbeiter mit jahrzehnte­langer Erfahrung beschäftigt. So sind Erfahrungen gebündelt um Geschäfts- und Privatkunden sowie Aufzugsunternehmen professionell bedienen zu können. Ergänzend zu den Anbietern, welche Aufzüge verkaufen, ist ein Partner mit entsprechenden Kernkompetenzen und Fachwissen notwendig. Die Beratungen und Dienstleistungen rund um Aufzüge und Fahrtreppen werden im folgenden aufgelistet.

PROFESSIONELLE BERATUNGEN Bei Neu- oder Ersatzanlagen benötigen Bauherrschaften Beratungen. Es geht zunächst um grundlegende Frage­ stellungen, ob ein Aufzug oder eine Fahrtreppe passender ist. Unterstützung in der Bedürfnisfindung oder der Prüfung baulicher Möglichkeiten stehen im Mittelpunkt. Dabei geht es um die Einholung

Seite 116 // bauRUNDSCHAU

von Offerten und das Erarbeiten von Entscheidungshilfen.

setzlicher Vorschriften, Nutzungshäufigkeit, Alter respektive Abnutzung der Anlagen.

Wenn es um eine Aufzugsmodernisierung geht, führen die Experten meines Hauses eine Bestandesaufnahme aus und klären die Bedürfnisse ab. Dabei gilt es, die Beratung neutral und unabhängig zu gestalten. Wir suchen für den Kunden das bestmögliche Produkt, um die Liegenschaft optimal und zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis wertvermehrend zu modernisieren.

Ergänzend zu dem bereits bestehenden oder neu abzuschliessenden Service­ vertrag gehört eine jährliche, technische Aufzugsreinigung. Wir beraten und informieren unsere Kunden diesbezüglich fachmännisch.

Als unabhängige und neutrale Beratungsfirma unterstützen und beraten unsere Experten gerne bei Speziallösungen wie Plattform-, Kleingüter-, Waren- oder Treppen-­Aufzüge. Serviceverträge sind weitere wichtige Themenfelder. Aufzugselite GmbH berät alle Eigentümer und Verwalter von Aufzugsanlagen und Fahrtreppen bezüglich verschiedener Möglichkeiten von Serviceverträgen anhand technischer Gegebenheiten, ge-

Es gibt Situationen, in denen eine unabhängige Expertise und neutrale Beurteilung eines Aufzuges nötig sind. Unsere Aufzugsexperten prüfen den Zustand der Aufzugskomponenten und erstellen einen Bericht über den technischen Zustand ihres Aufzuges.

DIENSTLEISTUNGEN Auch Aufzüge und Fahrtreppen kommen ins Alter. Die Nutzungsdauer von Aufzügen und Fahrtreppen ist begrenzt. Es stellt sich die Frage, wie der passende Rückbau aussieht. Die Aufzugselite GmbH bietet einen sicheren und passender Rückbau aus­


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entwässern mit Hilfe von Hochleistungspumpen den Aufzugsschacht und unterziehen den Aufzug einer technischen Aufzugsreinigung. Danach erstellen wir eine Beurteilung des Schadens und fertigen für die Versicherung sowie den Eigentümer ein Schaden­protokoll. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Entrostung. Korrosion ist ein Phänomen, das bei einer Vielzahl von Aufzügen auftritt. Rost-Stellen können negative Auswirkungen haben und Risse innerhalb der Konstruktion oder der Mechanik verursachen. Die Beseitigung von Rost-Stellen ist eine wichtige Aufgabe. Wir kontrollieren und behandeln Korrosionsschäden mit Spezialmitteln und gewährleisten somit Stabilität. Die technische Aufzugsreinigung ist ein Baustein unserer Dienstleistungen.

sehen könnte. Mein motiviertes Team demontiert und entsorgt die Aufzüge und Fahrtreppen aller Arten und Marken. Geräte benötigen regelmässige fachmännische Wartung und Reinigung. In den meisten Serviceverträgen ist keine umfassende technische Aufzugsreinigung enthalten. Für ganzheitliche Reinigungsarbeiten sind nach der heutigen Rechtslage ein Servicetechniker sowie Reinigungspersonal nötig, was extreme Zusatzkosten verursacht. Die Verantwortlichen meines Hauses bieten den Kunden Lösungen aus einer Hand an. Es geht um die technische Reinigung der Aufzüge und Fahrtreppen, um Schäden und erhöhten Verschleiss zu vermeiden und Sicherheit der Beförderten zu gewährleisten. Damit steigern unsere

PERSÖNLICHER EINSATZ

Seit über elf Jahren arbeite ich in den unterschiedlichsten Bereichen in der AufzugsKunde die Effizienz und die Lebensdauer branche, zunächst habe ich in einer kleinen ihrer Aufzüge und Fahrtreppen. Allfällige Aufzugsfirma im Zürcher Oberland hydrauPikett- und Reparaturkosten können relische Aufzüge montiert, danach wechselte duziert oder gar verhindert werden. ich zu einem Schweizer Welt­konzern und montierte Aufzüge aller Art. Die letzten vier Tausende Fahrten auf und ab führen Jahre war ich als Servicetechniker in einem zu Abnutzungen. Auch bei regelmäs-­ anderen Weltkonzern tätig. In dieser Zeit siger Wartung sämtlicher Verschleissteile konnte ich sehr vieles rund um Aufzüge und können im Laufe der Zeit technische Fahrtreppen lernen und mir ein grosses ­Defekte auftreten. Wir ersetzen diverse VerFachwissen aneignen. schleissteile der Aufzüge unserer Kunden. Während dieser Tätigkeiten wurde ich auf Wir bieten auserwählten Aufzugsunterdiverse fehlende Dienstleistungen aufnehmen Unterstützung in den Bereichen merksam. Nach einigen Jahren Planung Service, Reparaturen und Nottelefonumund Recherchen gründete ich im Septembau auf GSM an. ber 2015 die Aufzugselite GmbH, um ein neutraler und unabhängiger Partner von Geschäfts- und Privatkunden zu sein. Die Verschiedene Ursachen wie Wasserrohrbruch oder Überschwemmungen können Aufzugselite GmbH beschäftigt heute vier zu Schäden von Aufzügen führen. Unsere Experten und befindet sich im stetigen Experten leisten Schadenbegrenzung und Wachstum.

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Es gibt in der Schweiz noch einige Möglichkeiten für die Nutzung der Solarenergie.

DER ATOMAUSSTIEG KOMMT ENERGIESTRATEGIE 2050 AUFGLEISEN von David Stickelberger

Zurzeit häufen sich Ausfälle alternder AKW. In der Schweiz sind Beznau I und Leibstadt ausser Betrieb (Stand Januar 2017), und seit Oktober 2016 sind 1/3 der französischen AKW ausser Betrieb. Das Wegfallen solcher grossen Produktionseinheiten gefährdet die Stabilität unserer Stromversorgung. Demgegenüber kann eine Kombination von unterschiedlichen regenerativen Energien eine viel bessere Lösung sein.

I

n den nächsten zwei Jahrzehnten werden die bestehenden AKW der Schweiz schrittweise ausser Betrieb gehen. Das weltweit älteste Schweizer AKW Beznau 1 ist seit März 2015 bereits ausser Betrieb, und eine Wiederinbetriebnahme wird immer unwahrscheinlicher. Mühleberg wird 2019 vom Netz gehen. Im nächsten Jahrzehnt fallen zudem die Bezugsrechte aus französischen AKW weg, und Beznau II wird stillgelegt. Gösgen und Leibstadt sind spätestens 2035 am Ende ihrer technischen Lebensdauer – eine vorgängige Stilllegung aus ökonomischen Gründen ist durchaus möglich. An den Bau eines neuen AKW in der Schweiz glauben nur noch einige Träumer – das AKW-Projekt Hinkley Point C in Grossbritannien zeigt, dass dies nur mit massiver staatlicher Unterstützung möglich wäre. Die Folge daraus: Der Atomstrom muss in absehbarer Zeit ersetzt werden. Die Gegner der Energiestrategie stecken entweder den Kopf in den Sand, oder es ist ihnen egal, wenn die Schweiz zukünftig massiv von Stromimporten abhängt.

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EIN GRUNDPFEILER DES AKW-ERSATZES Als noch sämtliche AKW in Betrieb waren, lieferten sie jährlich etwa 25 Milliarden Kilowattstunden (25 Terawattstunden, TWh), das sind 35 bis 40 Prozent des Schweizer Strombedarfs. Wie ersetzen wir diese Strommenge? Wenn wir sämtliche geeigneten Dächer, Fassaden, Parkflächen und weitere Infrastrukturanlagen berücksichtigen, so kommen wir auf ein PhotovoltaikPotenzial von 33 TWh. Einige Freiflächenanlagen kommen hinzu, das ergibt zusammen rund 35 TWh. Für den Atomausstieg reicht es, 17 TWh oder 2/3 des Atomstroms durch Solarstrom zu ersetzen. Photovoltaik wird damit zur zweiten Säule unserer Energieversorgung neben der Wasserkraft. Windenergie, Biomasse und neue Wasserkraftwerke liefern den Rest.

ZWEI SCHRITTE ZUM ZIEL In zwei strategischen Schritten kommen wir zum Ziel. Erstens liefern bis 2025 Photovoltaikanlagen sieben TWh, also etwa fünfmal mehr als heute. Zur Aufnahme dieser

Menge Solarstrom braucht es praktisch keine Anpassungen am Stromnetz. Produktionsüberschüsse und saisonaler Ausgleich können durch die bestehenden Pumpspeicherwerke und Speicherseen, Batteriespeicher sowie durch Importe und Exporte sichergestellt werden. Zweitens können bis 2035 weitere zehn TWh installiert werden. Um diese Menge Solarstrom ins schweizerische Stromnetz zu integrieren, braucht es einen Deal zwischen der Photovoltaik und der Wasserkraft. In diesem «Dream Team» liefert Photovoltaik die grossen Mengen an Strom, die Wasserkraft liefert ihn genau dann, wenn wir ihn brauchen. Mit dieser Rollenteilung wird Wasserkraft wieder wirtschaftlich, so können die notwendigen Ausbauten an bestehenden Speicherseen für den saisonalen Ausgleich bezahlt werden.

GUTE KOMMUNIKATION Wasserkraft und Photovoltaik, die beiden Grundpfeiler der zukünftigen Stromversorgung, passen bestens zusammen. Im Tagesverlauf liefert Photovoltaik über Mittag am meisten Strom, also zum Zeitpunkt des


Bereit für die Zukunft. Die neuen Heizsysteme von Buderus.

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höchsten Verbrauchs. Eine allfällige Überproduktion kann von Pumpspeicherwerken zum Hochpumpen verwendet werden. Wenn die Sonne nicht scheint, wird das Wasser wieder turbiniert. Batteriespeicher (in Einzelgebäuden oder auf Quartierebene) sind eine weitere Möglichkeit, um zeitlich hoch flexibel auf Bedarfsschwankungen im Netz zu reagieren. Solarstrom ist in rasantem Tempo billiger geworden. Die Preise pro Kilowattstunde lagen im Jahr 1992 in der Schweiz noch bei etwa zwei Franken, im Jahr 2000 bei einem Franken, und heute sind es je nach Grösse der Anlage 10 – 18 Rappen. Für Grossanlagen in sonnenreichen Gebieten der Erde werden Werte von 2.5 Rp. / kWh erreicht. Damit ist Solarstrom billiger als Strom aus jedem anderen neuen Kraftwerk, unabhängig von der Technologie.

EINE ERFOLGSGESCHICHTE Dennoch wird Photovoltaik nicht «automatisch» ausgebaut. Die heute extrem tiefen Preise am Strommarkt verhindern die notwendige Investitionssicherheit insbesondere für den Bau grosser Photovoltaikanlagen. Die Preissituation wird sich nicht kurzfristig ändern, zuerst braucht es neue, faire Regeln am Strommarkt. Bis dahin braucht es Fördermassnahmen für die Photovoltaik, seien es garantierte Preise (KEV oder Ausschreibungen) oder Investitionsbeiträge (Einmalvergütung). Die Förderung der erneuerbaren Energien ist eine Erfolgsgeschichte: Die bereits finanzierten und in Betrieb stehenden Anlagen aller Technologien produzieren jährlich 3.3 TWh Strom, womit das AKW Mühleberg bereits mehr als ersetzt ist. Doch 35’000 Photo­ voltaikprojekte in der Schweiz sind immer noch auf der KEVWarteliste. Sie könnten zwei TWh Strom liefern und damit das stillstehende AKW Beznau I zu zwei Drittel ersetzen. Diese und Tausende weiterer Projekte warten auf ihre Realisierung – lösen wir endlich die Bremsen!

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DIE FORTSCHRITTLICHSTE DIE WÄRMEPUMPE ALIRA NP-AW 20 von Alois Koller

Die neuste Generation Wärmepumpen von alpha innotec ist die fortschrittlichste ihrer Klasse und an Vielseitigkeit kaum noch zu übertreffen. Ob effizient Heizen, aktiv Kühlen oder das Aufbereiten von Brauchwarmwasser – die aussen aufgestellten Modelle sind ideal für die Sanierung wie auch für Neubauten.

An der Spitze stehend – die Wärmepumpe alira NP-AW 20 exklusiv für den Schweizer Markt.

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er kontinuierliche Fortschritt ist bei Wärmepumpen nicht aufzuhalten. Das beweisen die neuen aussen aufgestellten Luft-Wasser-­Wärme­ p umpen alira NP-AW 20 von alpha ­

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innotec. Mit einem SCOP bis zu 5.0 (nach EN14825) stossen sie in Effizienzbereiche vor, die bislang nur den besten Sole-Wasser-Maschinen vorbehalten war. Die Geräte arbeiten in einem Be-

reich von –25 °C bis 43 °C und überzeugen mit hohen Heizleistungen bis 14 kW bei –7 °C Aussentemperatur. Die Schallleistungsdaten sind geringe 53 dB(A) nach EN12102.


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matisieren. Je nach System kann die Vorlauftemperatur bis auf 7°C gesenkt werden.

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Am Standort Zürich entsteht eine neue Dienstleistungsdestination.

THE CIRCLE MEGA-BAUSTELLE AM FLUGHAFEN ZÜRICH Von Kaufmann Turmkrane AG

Grossbaustellen üben eine besondere Faszination aus, für Fachleute wie für Laien. Wenn viele Krane dabei sind, umso mehr. Ein solches Grossprojekt gibt es zurzeit am Flughafen Zürich zu bestaunen. «The Circle» ist momentan die grösste Baustelle der Schweiz. Die Firma Kaufmann Turmkrane AG hat hierfür die nötigen Installation mit 16 Turmkranen geplant und ausgeführt.

D

er Anblick der Grossbaustelle am Flughafen Zürich ist spektakulär: Die Baustelle befindet sich sozusagen in Gehdistanz zu den Terminals. Mit dem Mega-Projekt «The Circle» entsteht eine neue Dienstleistungsdestination am Standort Zürich. Aktuell sind auf der Baustelle circa 200 Personen mit den Rohbauarbeiten der verschiedenen Bauwerke beschäftigt. Unterstützt wird ihre Arbeit durch 16 Turmkrane. Die Mehrheit davon aus der Mietflotte der Kaufmann Turmkrane AG. Zur Mega-Baustelle sagt Roger Keller, Technischer Sachbearbeiter bei Kaufmann Turmkrane AG und zuständig für die Planung der Kraninstallationen beim Projekt «The Circle»: «Das Projekt war für uns besonders in der Planung sehr anspruchsvoll.» Die Vorabklärungen mit dem Zonenschutz des Flughafens Zürich, HRS  Real Estate AG und Kaufmann Turmkrane  AG haben bereits ein Jahr vor Baubeginn begonnen.

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INTENSIVE PLANUNGSPHASE Die Firma HRS Real Estate AG hat als Totalunternehmerin den Auftrag zur schlüsselfertigen Erstellung des gesamten Gebäudekomplexes übernommen. Solide Planung aller Bauteile inklusive der Bauabläufe ist bei solchen Grossprojekten unabdingbar. Für die Baumeisterarbeiten musste ein funktionierendes Krankonzept erarbeitet werden. Dieses Krankonzept wurde vom Zonenschutz geprüft und an die SkyGuide in Genf weitergeleitet, welche ein Modell baute, um allfällige Störungen am Blindlandesystem (ILS) zu simulieren. Hier konnte die Firma Kaufmann Turmkrane  AG auf ihr grosses Know-how zurückgreifen. «Als herstellerunabhängiger Kranvermieter können wir die für das Projekt optimalen Krane von unterschiedlichen Herstellern einsetzen. Auch stehen uns alle Planungswerkzeuge wie 2- und 3-D-CADDaten zur Verfügung», so Thomas Kaufmann.

Bei der initialen Planung waren die grössten Herausforderungen das Einhalten der verschiedenen Vorgaben. Besonders die Umsetzung der sicherheitstechnischen Aspekte, welche den Flugverkehr betreffen, musste grösste Beachtung geschenkt werden. Vorgegeben vom Zonenschutz des Flughafens Zürich war der oberste Punkt der Krane, welcher 487 m  ü. M. nicht übersteigen darf. Bei einer maximalen Gebäudehöhe von 467 m ü. M. ist für die drehenden Kranausleger nur 20 m Platz. Drei Kranebenen mussten so platziert werden, dass sämtliche Sicherheitsabstände eingehalten werden. Dies ist nur


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zu erreichen mit der vorzeitigen Demontage der untersten Ebene nach Fertigstellung von Geschoss sieben. Mit den verbleibenden acht Kranen muss jedoch das ganze Baufeld abgedeckt werden, um die restlichen drei Geschosse bauen zu können. Aufgrund der engen Platzverhältnisse wurden bei allen Kranen Fundamentanker als Gründung gewählt. Da der Grundwasserschutz keine Betonfundamente vom 1.2 m Dicke zuliess, mussten pro Kran vier Bohrpfähle im Abstand der Turmbreite geplant werden, in welche die Fundamentanker dann eingegossen wurden.

PRÄZISE KOORDINATION IST GEFRAGT Die Hochbauarbeiten wurden durch die HRS Real Estate AG in drei Lose aufgeteilt und an die Firmen Anliker AG, Barizzi AG und Frutiger AG vergeben. Die Koordination bei laufenden Arbeiten der verschiedenen Bauunternehmungen sowie das Umsetzen der Vorgaben des Flughafens gestalteten sich intensiv und zeitaufwändig. Verschiedene Kranmontagen waren teilweise nur in der Nacht möglich. So musste die Montage der Krane der obersten Ebene nach Einstellung des Flugbetriebs ab 23.30 Uhr erfolgen, da hier der Pneukran die 487 m  ü. M. durch­ stossen musste und so in den Bereich des Radars gelangte, welcher den Flugbetrieb überwacht. Sämtliche Montagen mussten zudem zwei Wochen im Voraus angemeldet und der Platzbedarf genau definiert werden, damit die Aushub-Firma planen und ausweichen konnte. Ebenfalls galt es, nach der Montage eines Krans bedingte Sperrfristen einzuhalten, bis der nächste montiert werden konnte. So herrschte bei jeder neuen Kraninstallation ein stetiger Austausch mit der Flughafensicherung. «Für uns ist Zusammenarbeit mit dem KranSpezialisten Kaufmann bis jetzt ein voller Erfolg», bestätigt Nico Oswald, mitverantwortlicher Bauführer «The Circle» bei Frutiger  AG, und ist mehr als zufrieden. Auch Hubert Annen, Bauführer bei Anliker AG und verantwortlich für das «Baufeld Anliker», äusserte sich positiv: «Die Zusammenarbeit mit der Firma Kaufmann Turmkrane AG war sehr kooperativ. Auch die vielen Vorgaben und Randbedingungen konnten einfach und rationell gelöst werden.» Da die Krane sehr dicht stehen, wurden acht Stück mit einem

«Antikollisions­system» Marke Kaufmann ausgerüstet. Zusätzlich musste bei mehreren Kranen eine Arbeitsbereichsbegrenzung programmiert werden sowie eine zweite zuschaltbare Begrenzung für den CATIII (Nebel  +  Sichtweite unter 550 m). Drei Systeme greifen so ineinander. Keine leichte Aufgabe für die Elektrotechniker von Kaufmann Turmkrane AG, welche das System programmierten und via Fernwartung überwachen können.

HERAUSFORDERUNGEN IM BETRIEB Von der Flughafen Zürich AG wurden drei Betriebszustände definiert. Diese sind vor allem von den jeweils aktuellen Sichtverhältnissen und Windgeschwindigkeiten abhängig. Welche der drei Möglichkeiten zur Anwendung kommt, muss täglich bei der Airport Authority am Morgen vor Betriebsbeginn angefragt werden. Bei guten Wetterverhältnissen (Sicht > 550 m, Wind­ geschwindigkeit > 53 km/h) können die Krane uneingeschränkt betrieben werden. Herrscht Nebel (Sicht < 550 m, Windgeschwindigkeit < 53 km/h), werden die Flugzeuge auf der Piste 16 mit dem ILS (Instrument Landing System) zu Boden geführt. Um bei diesem «CATIII» genannten Betriebsfall Störungen am ILS durch die drehenden Kranausleger zu vermeiden, wird deren Drehwinkel um 35° in die Nord- oder Südrichtung eingeschränkt. Der dritte Zustand gilt bei Sturmwind > 54 km/h. Ab dieser Windgeschwindigkeit darf ein Turmdrehkran aus statischen Gründen nicht mehr arbeiten. Er muss frei im Wind drehen können. Dieser «Sturmwind» genannte Fall wird von Airport Authority an die Bauunternehmer kommuniziert. Diese müssen dann unverzüglich dafür sorgen, dass die Krane «windfrei» gestellt werden, was einen 24-Stunden- / SiebenTage-Pikettdienst voraussetzt.  

KAUFMANN TURMKRANE AG Das Familienunternehmen Kaufmann Turmkrane  AG gehört zu den grössten Kranvermietern in der Schweiz. Dies nicht zuletzt dank der langfristig ausge­ legten Wachstumsstrategie, welche auf den Pfeilern «1A-Kran-Qualität; Rundum-sorglos-Service; optimales Preis-Leistungs-­Verhältnis» beruht.

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Ausgabe 01/2017 // Seite 123


WIR KÖNNEN AUCH ANDERS ÖKOLOGISCHE ALTERNATIVEN BEI BAUSTOFFEN von Georg Lutz

Der Verbrauch von Ressourcen durch Einzelne, durch Gruppen von Menschen oder auch die gesamte Erdbevölkerung wird mithilfe des «ökologischen Fussabdrucks» messbar und quantifizierbar gemacht. Das Global Footprint Network definiert ihn als die Menge an produktiven Land- und Wasserflächen, die notwendig sind, um die Ressourcen, die Menschen unter bestimmten technologischen Verhältnissen konsumieren, bereitzustellen und ihren Abfall aufzunehmen. Die Berechnungen des ökologischen Fussabdrucks für die gesamte Menschheit ergeben, dass sie deutlich mehr Fläche verbraucht und Schadstoffe produziert, als zur Verfügung steht beziehungsweise aufzunehmen ist. Aus diesem Grund ist hier Handlungsbedarf angezeigt. Jetzt geht es um konkrete Beispiele. So ist das Bauen mit Beton ein Klimakiller, der jährlich mehr Kohlendioxid freisetzt als der weltweite Flugverkehr. Der Grund liegt in der Produktion von Zement, dem gängigsten Bindemittel der Bauindustrie. Zement wird durch Mahlen und Brennen von Kalkstein, Ton und Mergel hergestellt. Das erfordert viel Energie. Über fünf Prozent des weltweiten Ausstosses an Kohlendioxid stammen aus der Zementproduktion. Die Wissenschaft macht sich hier auf die Suche nach Alternativen. Auf den folgenden Seiten stellen wir eine vor.


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ES GIBT EINE ALTERNATIVE KLIMAFREUNDLICHER ZEMENTERSATZ von Dr. Uta Neubauer

MEHR INFOS ZU GEOPOLYMEREN Im Februar 2017 fand das zweite Darmstädter mini-Symposium «Geo­polymere» am Institut für Werkstoffe im Bauwesen der TU Darmstadt (Campus Lichtwiese, Franziska-Braun-Strasse 3) statt.

© Katrin Binner / TU Darmstadt

Forscher der TU Darmstadt (D) schlagen Geopolymere als Alternative zu Zement vor. Diese mineralischen Bindemittel sind nicht nur umweltschonender, sondern auch resistenter gegenüber Chemikalien und Hitze.

Ansprechpartnerin ist Frau Aysen Cevik. Tel. +49 (0) 6151 162 22 10 cevik@wib.tu-darmstadt.de. Aktuelle Publikation N. Ukrainczyk, O. Vogt, E. A. B. Koenders: Reactive Transport Numerical Model for Durability of Geopolymer Materials. Advances in Chemical Engineering and Science (6) S. 355 – 363, 201

I

n der Diskussion um Treibhausgase kommt ein Aspekt meist zu kurz: Das Bauen mit Beton ist ein Klimakiller, der jährlich mehr Kohlendioxid freisetzt als der weltweite Flugverkehr. Der Grund liegt in der Produktion von Zement, dem gängigsten Bindemittel der Bauindustrie. Zement wird durch Mahlen und Brennen von Kalkstein, Ton und Mergel hergestellt. Das erfordert viel Energie und spaltet zudem Kohlendioxid aus dem Kalkstein ab. Über fünf Prozent des weltweiten Ausstosses an Kohlendioxid stammen aus der Zementproduktion. Das muss nicht sein, findet Professor Eddie Koenders, Bauingenieur und Leiter des Instituts für Werkstoffe im Bauwesen der TU Darmstadt. Seine Gruppe beschäftigt sich mit Geopolymeren als vielversprechende Alternative zu Zement. Geopolymere sind Zwei-KomponentenSysteme, bestehend aus einem reaktiven

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Testen die Reaktivität des Rohstoffs: Dr. Neven Ukrainczyk (re.) und Professor Eddie Koenders.


Feststoff, der Silizium- und Aluminiumoxide enthält, sowie einer basischen Aktivierungslösung aus Alkalihydroxiden oder -silikaten in Wasser. Der Feststoff ist ein natürliches Gestein oder Mineral, daher die Vorsilbe «Geo». Beim Mischen der Aktivierungslösung mit dem gemahlenen Feststoff, dem je nach Anwendung Gesteinskörnungen und andere Substanzen beigefügt werden, bildet sich ein steinhartes anorganisches Polymer. Die molekularen Bausteine, die Monomere, sind Tetraeder mit Sauerstoffatomen an den vier Ecken und einem Silizium- oder Aluminiumatom im Innern.

HERAUSFORDERUNGEN BENENNEN Den Begriff «Geopolymer» prägte der französische Chemiker Joseph Davidovits schon in den 1970er-Jahren. Den Sprung in den Massenmarkt haben die Materialien bislang nicht geschafft, aber im Zuge der Klimadebatte kommt jetzt Schwung in die Geopolymer-Forschung. «Das internationale Interesse ist gross», freut sich Koenders, der zusammen mit Unternehmen und Wissenschaftlern aus Spanien, Frankreich, Österreich und Grossbritannien gerade einen Antrag für ein EU-Projekt formuliert. Erste Geopolymere basierten auf Metakaolin, einer hitzebehandelten Form des Tons Kaolin: Bei Erwärmung auf etwa 600 Grad Celsius ändert Kaolin seine Struktur, wird reaktiver und härtet dadurch bei Kontakt mit der Aktivierungslösung schnell aus. Der Haken: Die vorgeschaltete thermische Behandlung verbraucht viel Energie. Da Kaolin kein gebundenes Kohlendioxid enthält, das durch die Hitze ausgetrieben wird, und die Brenntemperatur niedriger ist als beim Zementbrennen, fällt die CO2Bilanz dennoch besser aus. Metakaolin ist allerdings ein sehr feines Material, und daraus hergestellte Geopolymere unterscheiden sich in der Verarbeitbarkeit von Zementleim. Sie sind zum Beispiel thixo-

Geopolymerbeton fliesst in eine Schalung.

trop: Beim Rühren oder Schütteln verflüssigen sie sich – wie Ketchup, der erst gar nicht und dann plötzlich in einem Schwall aus der Flasche kommt. Die Aktivierungslösung bewirkt zudem eine gewisse Klebrigkeit der Geopolymere und erschwert das Ausschalen von Bauteilen.

LÖSUNGEN ANGEHEN «Geopolymere werden Beton und Zement nur dann in grossem Massstab ersetzen, wenn sie die gleiche Konsistenz aufweisen», betont Koenders. Seine Mitarbeiter Dr. Neven Ukrainczyk und Oliver Vogt tes-

ten verschiedene Rohstoffe, um das Handling zu verbessern. Verunreinigte Kao­line, die Eisenoxide und andere Fremd­minerale enthalten, erwiesen sich als geeigneter und obendrein kostengünstiger. Auch Flugasche, ein Abfallprodukt aus Rauchgasen, sowie das natürliche Gestein Trass bieten sich als Beimischung oder Alternative zu Metakaolin an. Den Trass beziehen die Forscher aus der Eifel, wo er sich einst nach Vulkanausbrüchen bildete. Das Gestein wird nach dem Abbau gemahlen und dann direkt verwendet. Von Vorteil ist ferner, dass es reich an Alkalimetallen ist.

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Dadurch kann die Konzentration der alkalischen Aktivierungslösung reduziert werden – das reduziert Kosten.

WISSENSCHAFTLICHE TEAMARBEIT Im Fokus der Forschung stehen neben den Hauptkomponenten der Geopolymere auch gering dosierte Zusätze, die den neuen Baustoffen spezielle Eigenschaften verleihen sollen. Herkömmliche Fliessmittel etwa, die Lufteinschlüsse verhindern und selbstverdichtende Betone möglich machen, funktionieren bei Geopolymeren aufgrund deren anderer Zusammensetzung nicht und müssen daher neu konzipiert werden. Vogt und Ukrainczyk bilden hierfür ein perfektes Team, denn Vogt hat als studierter Bauingenieur stets die praktische Anwendung im Blick, während der Chemieingenieur Ukrainczyk ein Experte für die molekularen Grundlagen und die chemisch-physikalische Analytik ist. Zu seinem Antritt an der TU Darmstadt Ende 2014 hat Koenders die Möglichkeit zur Einrichtung eines Mikrolabors vereinbart, in dem Geopolymere und andere Baustoffe auf der Mikro- bis Nanoskala untersucht werden. Wie viel Wasser ­bindet ein neues Material? Welche molekulare Struktur besitzt es? Wie verhält es sich bei verschiedenen Temperatu-ren, wie bei minus 60 und wie bei über 1 000 Grad Celsius? Für die Beantwortung solcher Fragen stehen im Mikrolabor Kalorimeter, Röntgendiffraktometer, Viskosimeter und weitere Spezialgeräte zur Verfügung. Die nächste Anschaffung ist ein atmosphärisches Rasterelektronenmikroskop, in dem Baustoffe bei verschiedenen Luftfeuchten und Temperaturen sowie unter mechanischer Belastung untersucht werden können. Herkömmliche Rasterelektro­nen­m ikroskope, von denen es an der TU  Darmstadt einige gibt, funktionieren nur im Hochvakuum und spiegeln die Umweltbedingungen, unter denen Baustoffe eingesetzt werden, nicht wider.

ANWENDUNG IN SICHTWEITE Noch gilt Zement als der weltweit am meisten verwendete Werkstoff, doch die Geopolymere haben das Potenzial, ihm diesen Rang im Bereich von Spezial­ anwendungen streitig zu machen. Sie punkten nicht nur mit einer besseren CO2-Bilanz, sondern auch mit technischen Vorteilen: So sind Geopolymere hitzestabiler als Beton – dessen gebun-

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Ausgehärteter Probekörper kann belastet werden.

denes Wasser baut im Brandfall einen Dampfdruck auf, der zu Rissen oder ­A bplatzungen führt. Ausserdem sind sie chemikalienresistenter, da sie keinen Kalk enthalten, der sich durch Einwirkung von Säuren oder anderen aggressiven Substanzen auflöst. Ebenfalls beachtlich: Bereits nach einem Tag können Geopolymere ähnliche Druckfestigkeiten wie hochfester Beton entwickeln. Sie ­lassen sich schnell ausschalen und eignen sich somit für die Massenproduktion von Fertigteilen. Das TU-Team beschäftigt sich aktuell mit der Herstellung von chemikalienbeständigen Abwasserrohren aus Geopolymeren. Noch seien die neuen Baustoffe zwar teurer als herkömmlicher Zement oder Beton, sagt Koenders, doch ihre Dauerhaftigkeit rechtfertige den höheren Preis: «Wir suchen nach Lösungen, die auch ökonomisch interessant sind. Wir wollen die Geopolymere schnell in die Anwendung bringen.»

ANMERKUNG Der Beitrag ist ein Nachdruck aus hoch3 FORSCHEN / Jahrgang 5 / Winter 2016 der Technischen Universität Darmstadt. Wir danken für die Genehmigung.

WEITERE FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE der Arbeitsgruppe von TU-Professor Eddie Koenders sind: • mineralisierter Schaum als ­Dämmstoff, bereits verbaut in der ETA-­Fabrik der TU Darmstadt • die Integration von Phasenwechsel­ materialien in Wände und ­Fuss­böden, um den Kühl- und Heizenergiebedarf zu reduzieren • Betonbauteile zur Erzeugung ­erneuerbarer Energien • Gummigranulate aus Altreifen als ­Zusatz für Strassenbeläge zur ­Verbesserung der Dauerhaftigkeit Institut für Werkstoffe im Bauwesen.

DR. UTA NEUBAUER ist Wissenschaftsjournalistin und Diplom-Chemikerin. www.wib.tu-darmstadt.de


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TECHNOLOGIEN NUTZEN DEZENTRALE ENERGIESPEICHER IM EINSATZ von Dr. Corsin Battaglia, Dr. Paul Gantenbein und Dr. Jörg Roth

Energiespeicher im häuslichen Bereich tragen wesentlich zur Stabilität des Stromnetzes bei und können in Verbindung mit regenerativer Elektrizitätsgewinnung aus PV den Anteil der selbst genutzten Energie auf über 50 Prozent des jährlichen Eigenbedarfs erhöhen. Der folgende Beitrag fächert die Potenziale auf.

D

ie angesprochene Zahl der Autarkie von 50 Prozent ist nur ein grober Anhaltspunkt, denn wird die Energie tagsüber benötigt, so ist der Selbstversorgungsfaktor auch ohne Speicher schon sehr gut. Ein Haushalt, der die Energie in den Morgen- und Abendstunden verbraucht, benötigt einen grösseren Speicher, um das Ziel der 50 Prozent Autarkie zu erreichen (vergleiche Grafik Autarkiegrad einer Anlage PV).1 Eine 100-prozentige Autarkie ist technisch möglich, wirtschaftlich jedoch (noch)

nicht sinnvoll. Die Frage der Wirtschaftlichkeit hängt vom Wert der selbst erzeugten Elektrizität ab. Je geringer die Vergütung und je höher die Strombezugskosten sind, desto interessanter werden dezentrale Energiespeicher im häuslichen Bereich. Der De-facto-Wegfall der kosten­ deckenden Einspeisevergütung für Neuanlagen macht den Eigenverbrauch wirtschaftlich interessanter. Die Wirtschaftlichkeit wird durch die gesetzlichen Regularien, den Strompreis und die technischen Möglichkeiten defi-

niert. Während die Regularien derzeit schwer vorhersehbar sind (hier ist zu hoffen, dass der Gesetzgeber bald verbindliche Regeln aufstellt), gibt es im Bereich der technischen Möglichkeiten der Batteriespeicher derzeit vier relevante konkurrierende Systeme auf dem Markt: BleiBatterien (etabliert), Li-Eisenphosphat (sicher) und, abgeleitet aus Elektromobilitätsanwendungen, Li NMC sowie Li NCA. Für die zur Zeit der Drucklegung lieferbaren Systeme muss mit Systemkosten von ca. 1 500 – 2 000 CHF / kWh Speicherkapazität (ohne PV) gerechnet werden.2  

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© Wissenschaftliches Mess- und Evaluierungsprogramm Solarstromspeicher 1

werden) und der besseren Verfügbarkeit von Natrium sind deutliche Kostenvorteile möglich.

ERPROBTE THERMISCHE SPEICHER Während die elektrischen Speicher im Privathaushalt erst seit wenigen Jahren und in geringen Stückzahlen installiert werden, sind thermische Speicher seit längerer Zeit selbstverständlich. Die Wärmeerzeugung über thermische Solaranlagen oder Wärmepumpen wird mit Speichern in der Grösse von bis 1 0 00 l kombiniert, die den Wärmebedarf von maximal einigen Tagen abdecken. Hier erfüllen die Speicher die Funktion, die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, beziehungsweise ermöglichen erst einige Heizkonzepte. Auch die Netzstabilität in Verbindung mit intelligenter Netzsteuerung (Smart Grids) spielt eine Rolle, wenn Wärmespeicher überschüssige Elektrizität in Form von Wärme aufnehmen.

Autarkiegrad einer Anlage PV mit und ohne Speicher (PPV = 9.94 kWp, EJahr = 5 200 kWh, CBatt = 8.0 kWh)

Bei einer Lebensdauer von 5 000 Zyklen ergeben sich Speicherkosten von 30 – 40 Rp. / kWh. Dies ist eine konservative Annahme, denn es wird auch mit bis zu 10’000 Zyklen gerechnet (Hersteller­ garantie zehn Jahre = 3 650 Zykl. bei täglicher Ladung / Entladung). Die (garantierte) Lebensdauer der Systeme müsste mindestens verdoppelt oder der Preis halbiert werden, damit die Speicherkosten mit den aktuellen Verbraucherpreisen für Elektrizität in Konkurrenz treten können. Dies ist die Stossrichtung der weiteren Entwicklung.

ZWEITES LEBEN NUTZEN Sollten die Volumeneffekte der Massenproduktion von Batteriespeichersystemen die Kostenlücke nicht schliessen können, was umstritten ist, gibt es zur Kostensenkung noch folgende Möglichkeiten: die Nutzung von gebrauchten Batterien aus der Elektromobilität. Die Ansprüche an die Zuverlässigkeit der Batterien in Fahrzeugen sind sehr hoch, daher werden die Li-Ionen-Batterien der Elektrofahrzeuge vorsorglich frühzeitig ausgetauscht. Damit können diese als stationäre Speicher

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genutzt werden, denn die Anforderungen sind bei dieser Anwendung geringer. Erste Erfahrungen mit diesen Zellen werden im Moment gesammelt.3 Kosten können auch durch die Vergrösserung der Speicherdichte bestehender Li-Ionen-Zellen gesenkt werden. Dies mindert die Zellenanzahl und den Materialeinsatz, kann aber die Sicherheit beeinträchtigen und stellt extreme Ansprüche an die Fertigungsqualität. Diese Massnahme ist relativ kurzfristig auf Entwicklungsebene der Hersteller möglich.

ALTERNATIVE SYSTEME Mittelfristig könnten alternative Systeme wie Redox-Flow-Batterien oder auch Flüssig-Natrium-Batterien (Zebra) konkurrenzfähig werden. Im Forschungsbereich wird unter anderem die Verbesserung der Zyklenstabilität zur Kostenreduktion angestrebt. Längerfristig bieten Na-Ionen-Batterien (anstelle von Li) einen vielversprechenden Ansatz. Aufgrund der Kompatibilität zu Aluminium als Elektrodenmaterial (in LiSystemen muss teures Kupfer verwendet

Der Trend bei den Wärmespeichern geht zu grossen Kapazitäten, die den Bedarf von Wochen bis hin zu Monaten vorhalten. Die Skalierung der wasserbasierten Speicher mit Volumen von bis zu 200 m3 als vertikaler Schichtspeicher (das Haus wird um den Speicher gebaut) ist, wie auch unterirdische Lösungen, Stand der Technik. Die Preise eines wasserbasierten Pufferspeichers (1000 l) bewegen sich (je nach Ausstattung) um die drei CHF / l Speichervolumen. Auf die Lebensdauer gerechnet ergeben sich Kosten von unter 20 Rp. / MWhtherm. (drei Grössenordnungen unter den Stromspeichern). Kostensenkung ist also bei Wärmespeichern nicht das primäre Ziel, vielmehr wird daran gearbeitet, die Speicherdichte zu erhöhen, um saisonale Speicherung zu ermöglichen. Werden die Wasserspeicher in Verbindung mit einer Wärmepumpe betrieben, steigt der nutzbare Temperaturbereich von 35ºC – 110ºC, auf 0ºC – 110ºC wird zusätzliche Eisbildung erlaubt (Eisspeicher), kann die Kapazität verdoppelt werden. Andere Phasenumwandlungsvorgänge wie Erstarren und Schmelzen von Wachs oder Ähnlichem können als Speicherreaktion genutzt werden wie auch Systeme, die bei Wechselwirkung mit Wasser Wärme austauschen wie zum Beispiel Natronlauge. Diese gibt bei Verdünnung mit Wasser Wärme ab und kann


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durch Konzentration unter Wärmeeintrag regeneriert werden. Bei all diesen Systemen liegt die Herausforderung in der Prozesstechnik des Wärmetausches und in der Materialauswahl der Speicherreaktion. Hier sind Prototypen und erste Kleinserien im Test. Wärmespeicher können einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Schweizer Energieversorgung leisten, denn circa die Hälfte der Primärenergie wird derzeit zur Wärmeerzeugung genutzt.4 Durch massive Nutzung von Abwärme und Solarthermie in Verbindung mit (saisonalen) Wärmespeichern könnte die Abhängigkeit von fossiler Energie gebrochen werden.

KLEINER AUSBLICK Aus gesellschaftlicher Sicht sind dezentrale Speicher eine kurz- bis mittelfristige Lösung, um das Stromnetz zu stabilisieren. Langfristig, bei hohem Anteil erneuerbarer und fluktuierender Elektrizität können zusätzliche Massnahmen wie zentrale Speicher und der Netzausbau

nötig werden. Diese Fragen werden im Rahmen des Schweizer Kompetenzzentrums für Energieforschung für Wärmeund Elektrizitätsspeicherung 5, einem Zusammenschluss von 25  akademischen Gruppen und Industriepartnern, gefördert von der KTI, erforscht. Die Kompetenzen erstrecken sich auf Batterie- und Wärmespeicherentwicklung sowie Wandlung und Speicherung von elektrischer Energie in chemische Energie. Zudem werden Technologiefolgeabschätzungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen gemacht.

DR. CORSIN BATTAGLIA führt die Abteilung «Materials for Energy Conversion» bei der Empa.

DR. PAUL GANTENBEIN arbeitet am Institut für Solartechnik der HSR.

DR. JÖRG ROTH ist Coordinator bei SCCER Heat and Electricity.

ANMERKUNG 1 Kai-Philipp Kairies et al.Wissenschaftliches Mess- und Evaluierungsprogramm Solarstromspeicher, Jahresbericht 2016, Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe der RWTH, Aachen,  2016, www.speichermonitoring.de/fileadmin/user_ upload/Speichermonitoring_Jahresbericht_2016_Kairies_ web.pdf, Zugriff 12.1.2017, 2 Kommentar zu Batteriespeicher / Tesla Powerwall, www.vese.ch/ kommentar-tesla-speicher 3 Sandra Enkhardt, TMH nimmt 2nd-use-Speicher mit ausgedienten Daimler-Batterien in Betrieb, PV Magazine, 2016, www.pvmagazine.de/nachrichten/details/beitrag/tmh-nimmt-2nd-usespeicher-mit-ausgedienten-daimler-batterien-in-betrieb_ 100024381/#ixzz4VX9VMGFv, Zugriff 12.1.2017 4 Analyse des schweizerischen Energieverbrauchs 2000–2014 nach Verwendungszwecken BFE 2015; Prognos, TEP, Infras  2015. 5 www.sccer-hae.ch

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BESTEHENDE BAUTEN FIT MACHEN! TAGESKURS FÜR IMMOBILIEN- UND FINANZFACHLEUTE von energie-cluster.ch

Neu bauen oder sanieren? Bei einer grossen Zahl von Liegenschaften stellt sich diese Frage mit zunehmender Dringlichkeit. Neben Aspekten des zeitgemässen Komforts spielt auch die nachhaltige, kosteneffiziente Energieversorgung eine wichtige Rolle. Der energie-cluster.ch leistet mit den Tageskursen Bauen, Sanieren, Energie und Wirtschaftlichkeit wichtige Entscheidungshilfen für Immobilien- und Finanzfachleute.

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anieren / Modernisieren mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien schafft Mehrwerte und optimiert die Rendite. Mit diesem Ansatz sind die Tages­ kurse des energie-cluster.ch konzipiert. Sie zeigen, dass es möglich ist, mit optimierten Energieinvestitionen angemessene Ren­ diten auf dem Eigenkapital zu erzielen. Gleichzeitig können die Bruttomieten im Rahmen gehalten werden. Unter Beachtung der Komfortsteigerungen für die Mieter entsteht eine Win-win-­Situation. In den Tageskursen erklären e ­ rfahrene Fach­ referenten, wie sich die ­entscheidenden Einflussfaktoren wie Energiepreise, Zinsen, Abschreibungsdauer oder Überwälzungsmöglichkeiten auf die Renditen von Energiemassnahmen auswirken. In einem praktischen Teil mit Übungen werden die Sensitivitäten gemeinsam durchgespielt. Auch die Finanzierungs- und Förderprogramme von Bund und Kantonen kommen detailliert zur Sprache. Auf eindrückliche Weise werden zudem die Chancen von Eigenverbrauchsgemeinschaften mit Photovoltaikstrom, Lastmanagement, Batterien für Investoren, Hauseigentümer und

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Verwalter aufgezeigt. Dabei wird auch dem Messen, Regeln und Steuern (Monitoring) grösste Aufmerksamkeit geschenkt. Für Immobilienverwaltungen zeichnen sich neue, lukrative Geschäftsfelder ab.

ENERGIESTRATEGIE 2050 ALS EINSTIEG Im Tageskurs für Immobilien- und Finanzfachleute erfolgt als Einstieg die Auseinandersetzung mit den Ursachen, Motivationen und Zielen der Schweizer Klima- und Energiestrategie. Es wird begründet, weshalb integrale Planungen mit einem Gesamtkonzept und einer klar definierten Strategie notwendig sind und weshalb dabei die Energieeffizienz und vor allem die erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle spielen können und sollen. Gleichzeitig präsentieren die Kurse konkrete Vorgehensweisen bei Sanierungen und Sanierungskonzepte ganz generell.

DER GEAK, EIN NÜTZLICHES INSTRUMENT FÜR SANIERUNGEN Besondere Aufmerksamkeit gilt dem GEAK. Der Gebäudeausweis der Kantone dient

dazu, bei Liegenschaften den energetischen ist-Zustand in einem standardi­ sierten, Vergleiche zulassenden Verfahren zu erfassen und konkrete Optimierungsmassnahmen festzulegen, namentlich in den Bereichen Gebäudehülle und Haustechnik. Ein ausgewiesener GEAK-Experte wird das nützliche Instrument anhand eines konkreten Beispiels vorführen. Der Tageskurs verschafft einen Überblick zum bestehenden «Labelsalat» und vermittelt klare Definitionen: Was heisst SNBS, LEED, MuKEn, Minergie, Plusenergie-Gebäude gemäss SIA etc.? Die Relevanz dieser Standards für energieeffiziente Sanierungen mit erneuerbaren Energien wird sichtbar gemacht. Ausgewählte Firmen und Referenten präsentieren Beispiele und Lösungen aus der Praxis. Welche guten umgesetzten Beispiele gibt es und an wen können sich Investoren wenden? Wie sehen gute umgesetzte Lösungen aus, und was bedeutet das für die Investition und die Betriebskosten? Auf diese Fragen werden Antworten gegeben.


UMWELT & TECHNIK

Abschliessend wird in der gemeinsamen Übung die Wirtschaftlichkeit von Sanie­ rungs­m assnahmen berechnet. Die Teilnehmenden werden erkennen, welchen Einfluss verschiedene Parameter auf die Investition und den Betrieb haben und unter welchen Umständen sich diese rechnen. Mit dem Tageskurs erhalten sie einen sehr guten Überblick, wann welche Investition Sinn macht.

AKTIV EINBRINGEN Neues lernen und Erfahrungen austauschen – beide Bedürfnisse werden mit diesen Tageskursen abgedeckt. Längere Pausen ermöglichen ein intensives Networking. Kleine Tischmessen laden ein, sich mit konkreten Lösungsangeboten auseinanderzusetzen. Teilnehmende können sich also aktiv einbringen und sich an der kritischen Diskussion rund um die energieeffiziente Sanierung beteiligen. Der Besuch eines dieser Tageskurse ist gut investierte Zeit!

BAUEN | SANIEREN | ENERGIE | WIRTSCHAFTLICHKEIT Tageskurse für Immobilien- und Finanzfachleute. Sanieren / Moderni­sieren mit Energieeffizienz und erneuer­baren Energien schafft Mehrwerte und optimiert die Rendite. Mit dem Gebäudeausweis der Kantone (GEAK) planen und rechnen Umwelt Arena Spreitenbach, Donnerstag, 23. März 2017, 09.00 – 16.45 Uhr SORELL HOTEL ADOR, Bern, Mittwoch, 10. Mai 2017, 09.00 – 16.45 Uhr Weitere Informationen: energie-cluster.ch Saskia Göttschi Projektleiterin Tel. +41 (0) 031 381 24 80 saskia.goettschi@energie-cluster.ch

energie-cluster.ch  |  Monbijoustrasse 35  |  CH-3011 Bern  |  Tel. +41 (0) 31 381 24 80  |  Fax +41 (0) 31 381 67 42 sekretariat@energie-cluster.ch  |  www.energie-cluster.ch

BAUEN | SANIEREN | ENERGIE WIRTSCHAFTLICHKEIT Tageskurse für Immobilien- und Finanzfachleute Sanieren / Modernisieren mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien schafft Mehrwerte und optimiert die Rendite Mit dem Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) planen und rechnen

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AUSGABE 01 / 2017

ZWISCHEN DEN WELTEN

VERSCHMELZUNG VON INNEN- & AUSSENARCHITEKTUR

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Jahresabo Vier Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 5.90 Kontaktieren Sie uns gerne: info@prestigemedia.ch ISSN 2504-1142 I «bauRUNDSCHAU» I 01/2017

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Ende Mai 2017 erscheint die nächste Ausgabe von bauRUNDSCHAU. Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda: Gut geschützt Sicherheit auf Baustellen Hitzeschutz Sonnensegel, Storen, Markisen und  mehr Kulinarik braucht Technik Die heutige moderne Küche Prima Klima Das angenehme Raumklima Auf der Höhe der Zeit I Holz im urbanen Raum Auf der Höhe der Zeit II Holz im Innenraum Im Wettbewerb Parkett gegen Laminat Das fällt auf Systembauten und Messebau


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