PRESTIGE BUSINESS 04/25

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BEWEGUNG MIT HALTUNG

SO BRINGT NIGEL STORNY SCHWEIZER UNTERNEHMEN SPRICHWÖRTLICH WEITER

NEW WORK ODER NO WORK?

WARUM SCHWEIZERISCHE KMU

JETZT EINEN KULTURWANDEL BRAUCHEN

KI TRIFFT TOURISMUS

«MADE IN BERN» FÖRDERT DIGITALE INNOVATION IN DEN DESTINATIONEN DER REGION

US-ZÖLLE UND IHRE AUSWIRKUNGEN

SCHWEIZER EXPORTEURE STEHEN VOR NEUEN HÜRDEN IM US-HANDEL

04/ 25

ORNAMENTINA

Von Zürich inspiriert. Von Beyer kreiert.

Blueprints
Fraumünster
Zürich

LIEBE LESER*INNEN

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und viele von uns blicken auf ein erfahrungsreiches Jahr zurück. Nur für eine flüchtige Zeit haben wir uns erlaubt, das Leben bewusst zu geniessen. Sicher haben auch Sie schon einmal festgestellt, dass wir während der Urlaubstage häufig Dinge tun, die wir uns zu Hause niemals zugestehen würden. Wir gestatten uns einen vergänglichen Ausflug in ein Leben, das von weniger Zwängen geprägt ist, und erlangen ein stärkeres Gefühl von Freiheit. Oder anders gesagt: Wir leben für eine kurze Dauer bewusster und dadurch intensiver.

Aber wie sieht es in unserem Alltag aus? Wir sind mit einem Meisterwerk eines Körpers ausgestattet, der mit wunderbaren Sinnesorganen und Talenten gesegnet ist. Sollte es da wirklich unser Schicksal sein, 50 Stunden oder mehr pro Woche am Schreibtisch zu sitzen? Ich glaube nicht. Die Natur hat uns mit einer Vielzahl von Fähigkeiten und Begabungen ausgestattet, die es uns ermöglichen, unser Leben in all seinen Facetten zu würdigen. Keine Sorge: Ich möchte Sie nicht überreden, Ihren Job aufzugeben und sich von nun an nur noch den genussvollen Seiten des Lebens zu widmen. Doch wenigstens möchte ich Sie ermutigen, Ihren aktuellen Alltag einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, um herauszufinden, was Sie optimieren können, um jenes «Urlaubsgefühl» mit in Ihr alltägliches Leben zu nehmen. Schon einige kleine Veränderungen können bewirken, dass wir deutlich mehr «in Erfahrung bringen».

Wann haben Sie zuletzt die Welt um sich herum ganz gegenwärtig wahrgenommen? In unserem Alltag gibt es zahlreiche Situationen, die wir auf vollkommen neue Weise erleben können, wenn wir sie nur gezielter und mit allen unseren Sinnen empfinden würden. Ich hoffe, dass ich Sie motivieren kann, aus einem vermeintlich «normalen» Tag einen ganz «besonderen» in Ihrem Leben zu machen.

Parkieren ist ein wesentlicher Bestandteil der städtischen Mobilität. Da die Anzahl Fahrzeuge im Strassenverkehr stetig steigt, stehen Stadtverwaltungen und Parkplatzbetreiber vor einer grossen Herausforderung: Wie kann man allen Nutzenden ein reibungsloses und angenehmes Parkiererlebnis bieten?

IEM: Parklösungen, die für Sie und mit Ihnen entwickelt wurden.

AKTUELLES

8 US-ZÖLLE UND IHRE AUSWIRKUNGEN

Schweizer Exporteure stehen vor neuen Hürden im US-Handel

12 BEWEGUNG MIT HALTUNG

So bringt Nigel Storny Schweizer Unternehmen

sprichwörtlich weiter

14

BUSINESS UND GENUSS AN EINEM ORT

Marina Lachen

16 NEW WORK ODER NO WORK?

Warum schweizerische KMU jetzt einen Kulturwandel brauchen

18 VILLA VISTA AM ZÜRICHBERG

Ein Grundstück mit Raum für Vision

CHARITY

20 TEXTILE KUNST ZWISCHEN ERINNERUNG UND WIDERSTAND

Die guatemaltekische Künstlerin Angélica Serech mit ihrer ersten europäischen Einzelausstellung im Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum Genf

FIT FOR BUSINESS

24 EIN PARADIES ZWISCHEN TRADITION & MODERNE

Bawe Island

28 ZWISCHEN VISION,VIELFALT UND VERANTWORTUNG

Lugano Region: Wie das Tor zum Süden den Schweizer Tourismus neu definiert

32 «DIE MEISTEN KOMMEN WEGEN CHRONISCHEM ÜBERGEWICHT ZU UNS»

Lucia Berlanda, Head of Operations bei Sinomedica

34 GESUNDHEIT KANNST DU LERNEN

Sieben unterschätzte Schlüssel zu deiner Gesundheit

37 IM TREND: K-BEAUTY UND GREEN BEAUTY

Felix Potocnik, Category Director Beauty bei Manor

38 WOHLBEFINDEN UND ÄSTHETIK VEREINT

Sarah Oppenheim, Gründerin von Senskin

39 «AGILITÄT IST OFTMALS ENTSCHEIDENDER ALS DAS BUDGET»

Rainer Zahradnik, Country Manager von Tata Consultancy Services (TCS)

GREEN STRATEGY

40 WÄLDER MIT WACHSTUMSWERT TREECYCLE investiert in die grüne Zukunft

46 FENSTER ZUR NACHHALTIGKEIT

Forschungsprojekt untersucht Sanierung und Wiederverwendung von Fenstern

DIGITAL INNOVATIONS

52 VON DER VISION ZUM PRODUKT

Vier Schweizer Erfolgsgeschichten mit Skalier-DNA

56 DAUERHAFT ERFOLGREICH DURCH INNOVATION

Die Erfolgsgeschichte eines bald 100-jährigen Schweizer KMU

59 DIE AR-INNOVATION AUS ÉCUBLENS

Wie ein Start-up das Sehen verändert

Wenn DESIGN ZUR KUNST WIRD

Der neue GENESIS ELECTRIFIED G80

Jetzt Entdecken

60 IQTAG: DER DIGITALE SCHUTZSCHILD

FÜR AUTHENTIZITÄT

Wie eine europäische Technologie

Fälschungen nun den Kampf ansagt

62 KI TRIFFT TOURISMUS

«Made in Bern» fördert digitale Innovation in den Destinationen der Region

OUT OF THE BOX

64 «UNSER MATCHA WIRD SHAKEN, NOT STIRRED»

Sebastyan Meixger, Gründer von MatchaLand

65 «ECHTE, SPÜRBAR MENSCHLICHE INHALTE»

Ludovic Chenaux, Mitgründer von Up to you

66 «MÖGLICHST WENIG GEDANKEN UND MÖGLICHST VIEL LEBEN»

Nik Herrigel und sein Buch Tree-Drop

64 DREI HOTELS, EIN VERSTÄNDNIS VON GASTLICHKEIT

Ein Erlebnis aus Atmosphäre, Genuss und Gastgeberkultur

68 EIN FERNSEHER FÜR DESIGNLIEBHABER*INNEN

Wo Hightech zur Kunst wird

69 SCHUHE, DIE FRAUEN STÄRKEN

Zeitloses Design mit sozialer Wirkung

70 E-BIKE-MARKT IM WANDEL

Warum die TVS EBike Company auf Zürich als Hauptsitz setzt und wie das Unternehmen den Markt neu gestaltet

72 RHETORIK ZWISCHEN FASZINATION UND PROVOKATION

Was hinter der Wirkung von Donald Trumps Worten steckt

74 WAS ES BRAUCHT, UM PERFEKTION ZU ERREICHEN

Sven Baacke, Head of Design Global Brand Gaggenau

76 DIE KURVEN KENNEN ALLE NUR

EINE RICHTUNG: ABWÄRTS

Old Maid – warum das alte Spiel auch im Business seinen Stellenwert hat

MOBILITY

78 EXKLUSIVE INCENTIVE-REISEN AB PORTO UND LISSABON

Vintage Tours macht Firmenevents unvergesslich

80 SMARTER WEG ZUR KOSTENKONTROLLE

Der neue Kilometerkosten-Rechner von TCS

84 SO KOMMEN MIETER*INNEN ZU IHRER LADESTATION Wie Energie 360° den Aufbau von Ladeinfrastruktur in Mietobjekten erleichtert

ARTS & BUSINESS CULTURE

88 SÜSSER ERFOLG SEIT ÜBER 120 JAHREN

Wer denkt an Weihnachten bereits an Osterhasen?

90 «DIE REISE- UND MESSEKULTUR

IST IM STETIGEN WANDEL»

Deborah Rothe, Direktorin der Internationalen Tourismus-Börse Berlin (ITB)

92 WO DIE SONNE IM GLAS LEUCHTET Leukersonne verbindet alpine Tradition mit moderner Weinhandwerkskunst

MAURA WASESCHA AG: DIE KUNST DES LUXUS, DIE ESSENZ DER EXZELLENZ IN ST. MORITZ

Seit über 47 Jahren steht Maura Wasescha AG für höchste Eleganz und Prestige im Luxusimmobilienmarkt von St. Moritz. Mit tiefem Wissen über die Region und einem exklusiven Netzwerk bieten wir außergewöhnliche Residenzen an den schönsten Orten des Engadins und darüber hinaus. Unser Anspruch geht über klassische Vermittlung hinaus: Wir gestalten maßgeschneiderte Erlebnisse – von individueller Beratung über diskrete Verwaltung bis hin zu stilvollem Interior Design und Concierge-Services auf höchstem Niveau. Jede Immobilie ist ein Meisterwerk, in dem Komfort, Privatsphäre und natürliche Schönheit eine perfekte Einheit bilden. Mit Maura Wasescha AG wird Luxus zur gelebten Realität – einzigartig, stilvoll und unvergleichlich.

US-ZÖLLE UND IHRE AUSWIRKUNGEN

Schweizer Exporteure stehen vor neuen Hürden im US-Handel

Mit dem Jahr 2025 traten in den Vereinigten Staaten mehrere tiefgreifende Änderungen im Zollrecht in Kraft, die direkte Auswirkungen auf Schweizer Exporteure und DHL Express haben. Im Folgenden finden Sie eine Gegenüberstellung der bisherigen Regelungen und der neuen Bestimmungen.

Bisher (bis August 2025): Sendungen mit einem Warenwert bis 800 USDollar konnten zoll- und steuerfrei in die USA eingeführt werden. Diese Schwelle war besonders vorteilhaft für kleine Sendungen, Muster und Expresslieferungen aus der Schweiz.

Neu (ab 29. August 2025): Die De-Minimis-Schwelle wurde vollständig aufgehoben. Damit müssen nun alle Warensendungen, unabhängig vom Wert, eine formale Zollanmeldung durchlaufen. Zoll- und Einfuhrabgaben fallen somit auch bei Kleinsendungen an.

ZOLLTARIFE AUF SCHWEIZER URSPRUNGSWAREN

Bisher: Die Schweiz unterlag den allgemeinen Meistbegünstigungssätzen (MFN-Rates). Für viele Hightech-, Pharma- und Laborprodukte galt bereits ein Zollsatz von null bis zwei Prozent.

Neu (ab August 2025): Die USA führen eine zusätzliche Zollabgabe von 39 Prozent auf Waren schweizerischen Ursprungs ein. Bestimmte Industriezweige, insbesondere Stahl- und Metallprodukte, unterliegen sogar Sonderzöllen von bis zu 50 Prozent. Diese Abgaben sind zusätzlich zu den bestehenden MFN-Zöllen zu entrichten und müssen mit Ursprungsland und Anteil entsprechend auf der Handelsrechnung pro Position ausgewiesen sein.

AUSWIRKUNGEN AUF DHL EXPRESS

Bisher: Wir konnten kleinere Sendungen bis 800 US-Dollar nahezu automatisch abfertigen. Der Verwaltungsaufwand war gering und Verzögerungen traten selten auf.

Neu: Nun müssen alle Sendungen formal verzollt werden. Dies führt zu mehr Bürokratie, höheren Abfertigungskosten und potenziellen Verzögerungen an US-Grenzen. Wir müssen unsere Systeme anpassen, elektronische Zollmeldungen ausbauen und zusätzliche Dokumente wie Ursprungsnachweise und Produktbeschreibungen erfassen.

WIRTSCHAFTLICHE UND OPERATIVE FOLGEN

Die neuen Zollvorschriften markieren einen Wendepunkt im transatlantischen Versandverkehr. Schweizer Exporteure verlieren den Vorteil der zollfreien Kleinsendungen, was insbesondere den E-Commerce und die Life-Science-Branche betrifft. Für uns steigen die Aufwände und Kosten für Zollabwicklung, Risikoprüfung und Beratung unserer Kunden erheblich. Daher sind neben den vorher genannten Erkenntnissen folgende Punkte für den Versand in die USA von Bedeutung:

Wichtige Datenelemente für die ordnungsgemässe Bearbeitung, Anmeldung und Bemessung von Zöllen bei der Einfuhr in die USA:

w Warenbeschreibung: vollständig und genau: was es ist, wofür es verwendet wird und woraus es besteht.

w Zolltarifnummer (Tariff Classification): zehnstellige HTS-Nummer (Harmonized Tariff Schedule of the US), basierend auf den Produktspezifikationen.

w Ursprungsland (Country of Origin – COO): Land, in dem die Ware hergestellt oder wesentlich verändert wurde. NICHT das Land, aus dem sie versendet wird. Eine wesentliche Veränderung liegt vor, wenn sich Form, Erscheinungsbild, Natur oder Charakter der Ware mit erheblichem Wertzuwachs ändert.

w Zollwert (Customs Value): der tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis für die Ware beim Verkauf zur Ausfuhr in die USA. Internationale Fracht, Versicherung und andere Kosten (zum Beispiel Einfuhrzölle), die separat in der Rechnung aufgeführt sind, werden nicht einbezogen.

w Steuer-ID-Nummer des US-Empfängers (Tax ID Number of the US Consignee): nur für formelle Einfuhren erforderlich. Arbeitgeber-Identifikationsnummer (EIN) für Organisationen, Sozialversicherungsnummer (SSN) für Privatpersonen oder eine vom Zoll zugewiesene Importnummer (CAIN) für ausländische Importeure.

w Hersteller-ID (Manufacturer ID – MID): für Textilien erforderlich – enthält die MID-Nummer und Herstellerangaben.

In diesem Zusammenhang nehmen Logistikdienstleister wie DHL eine zentrale Rolle ein. Die Zolldienstleistungen von DHL gehen über die Zollabfertigung hinaus. Wir bieten End-to-end-ComplianceLösungen sowie digitale Vorabfertigung an. Die Integration von Echtzeitdaten und die Zusammenarbeit mit der CBP verbessern die Vorhersagbarkeit, beschleunigen die Zollabfertigung und verringern die Wahrscheinlichkeit von Kontrollen. Darüber hinaus verbinden die Nachhaltigkeitsinitiativen von DHL Zolleffizienz mit Umweltverantwortung und optimieren so sowohl die Kosten als auch die CO2-Bilanz.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Zölle weit mehr als ein fiskalisches Instrument sind: Sie definieren den operativen und strategischen Rahmen, innerhalb dessen Schweizer Exporteure agieren müssen. Das Fehlen eines Freihandelsabkommens zwischen der Schweiz und den USA erhöht die Bedeutung von Präzision, Compliance und Partnerschaft. Wer die US-Zollmechanismen beherrscht, verschafft sich einen konkreten Wettbewerbsvorteil. Logistikpartner wie DHL verwandeln Compliance von einer Einschränkung in einen Vorteil und sorgen dafür, dass die für Präzision, Qualität und Zuverlässigkeit bekannte Schweizer Exzellenz auch im komplexen Umfeld des transatlantischen Handels weiterhin floriert.

BEWEGUNG MIT HALTUNG

So bringt Nigel Storny Schweizer Unternehmen sprichwörtlich weiter

Ein Vormittag in Bern: Nigel Storny kommt direkt aus einem Meeting mit seinem grössten Kunden, der Schweizerischen Post. «Wenn wir über Mobilität sprechen, reden wir meist über Technik», sagt er mit überzeugter Stimme. «Mich interessiert, was sie für Menschen und Unternehmen bedeutet.» Nach über 30 Jahren in internationalen Führungspositionen – von Amsterdam über Wien und Budapest bis Zürich – hat er eine Überzeugung entwickelt, die einfach klingt und doch tief geht: Bewegung ist mehr als Fortschritt, sie ist eine Haltung.

Er spricht nicht über Fahrzeuge, sondern über Verantwortung. Der CEO der Post Company Cars AG zählt zu den prägenden Stimmen der Schweizer Mobilitätsbranche. Für ihn ist Mobilität weit mehr als Logistik. Sie ist eine Frage von Leadership, Effizienz und unternehmerischer Kultur.

FÜHRUNG MIT VERANTWORTUNG

In einer Zeit, in der Unternehmen ständig auf Effizienz, Kostenkontrolle und Digitalisierung achten, spricht Storny von etwas anderem: von Vertrauen, Klarheit und Zuhören. «Leadership bedeutet nicht, alles selbst zu wissen, sondern die richtigen Fragen zu stellen und Menschen in Bewegung zu bringen», sagt er. Diese Philosophie prägt nicht nur seinen Führungsstil, sondern auch die Ausrichtung der Post Company Cars AG. Seit er das Unternehmen leitet, setzt Storny auf Transformation mit Weitblick: Digitalisierung, E-Mobilität, Nachhaltigkeit und Wachstum sind für ihn kein Selbstzweck, sondern Bausteine einer strategischen Erneuerung. «Unsere Aufgabe ist es, Unternehmen beweglich zu halten, organisatorisch und wirtschaftlich», erklärt er. Er versteht Mobilität als Dienstleistung, die Raum für Innovation schafft.

BUSINESS-MOBILITY, MEHR ALS NUR EINE FLOTTE

Der Begriff «Business-Mobility» fällt häufig im Gespräch mit Storny, doch er meint damit mehr als nur Firmenfahrzeuge. Es geht um das ganzheitliche Management von Mobilität in Organisationen: von der Planung und Beschaffung über Wartung und Digitalisierung bis hin zur Nachhaltigkeitsstrategie. «Jede Flotte ist ein Spiegelbild der Unternehmenskultur. Wer transparent und datenbasiert arbeitet, wird automatisch effizienter und meist auch nachhaltiger.» Dieser Ansatz zeigt sich im Portfolio der Post Company Cars AG: von individuellen Mobilitätslösungen über digitale Flottensteuerung bis zu Elektromobilitätskonzepten – auch für die Schweizerische Post, die als grösster und anspruchsvollster Kunde mit ihren vielfältigen Anforderungen den Massstab für innovative Lösungen setzt. Ziel ist es, Mobilität einfacher, planbarer und wirtschaftlich sinnvoll zu machen. «Unsere Kund*innen sollen nicht mehr über Fahrzeuge nachdenken müssen, sondern sich auf ihre eigentliche Wertschöpfung konzentrieren», sagt Storny.

CHANCEN FÜR UNTERNEHMEN

Ob KMU oder Grosskonzern, ein professionelles Flottenmanagement birgt für jedes Unternehmen enormes Potenzial. Viele betriebliche Kosten und Prozesse, von der Wartung über die Versicherung bis hin zur Restwertplanung, liegen im Verborgenen. Wer diese Themen auslagert, kann nicht nur Geld und Zeit sparen, sondern Liquidität freisetzen und administrative Komplexität reduzieren. Unternehmen, die ihre Flotte im Full-Service-Modell auslagern, verfügen über ein grosses Einsparpotenzial. Noch entscheidender sind jedoch die nachgelagerten Effekte: höhere Planbarkeit, effizientere Abläufe und eine spürbare Entlastung der Wertschöpfungskette. Storny beobachtet, dass dieser Ansatz in Ländern wie Deutschland oder den Niederlanden bereits deutlich weiter verbreitet ist. «Viele Schweizer Unternehmen lassen hier noch einen wichtigen Vorteil liegen», sagt er. «Wer seine Mobilität strategisch denkt, gewinnt nicht nur finanziell, sondern auch unternehmerisch an Beweglichkeit. Für uns bedeutet Kundenzentrierung, den Alltag unserer Kund*innen zu vereinfachen. Je weniger sie sich um ihre Mobilität kümmern müssen, desto mehr Raum haben sie für ihr Kerngeschäft.» Durch diesen Gedanken hat sich die Post Company Cars AG in den letzten Jahren vom klassischen Flottenanbieter zum strategischen Mobilitätspartner weiterentwickelt.

MOBILITÄT ALS FÜHRUNGSFRAGE

Auch nach Jahrzehnten in Führungspositionen ist Storny noch immer neugierig. «Man darf nie glauben, dass man mit Erfahrung automatisch richtigliegt», sagt er. «Erfahrung ist wertvoll, aber sie kann auch träge machen.» Er spricht über Leadership nicht als Hierarchie, sondern als Verantwortung. «Veränderung braucht eine klare Richtung und Menschen, die an sie glauben.» Dabei verbindet er Management und Menschlichkeit auf ungewöhnliche Weise. Er führt mit klaren Zielen, aber offenen Ohren. «Gerade in einem Konzern ist Kundennähe kein Zufall. Sie entsteht, wenn man sich für die Bedürfnisse hinter den Zahlen interessiert.»

BLICK NACH VORN

Mobilität 2030 ist für Storny keine Floskel, sondern eine strategische Realität. Er spricht von vernetzten Daten, intelligenten Systemen und nachhaltigen Energiequellen, aber auch von Vertrauen und Führung in Zeiten des Wandels. «Wir müssen die Transformation nicht nur managen, sondern auch gestalten», sagt er zum Abschluss. «Mobilität wird nicht mehr nur ein Produkt sein, sondern Teil der unternehmerischen DNA.» Nigel Storny verbindet wirtschaftliches Denken mit menschlicher Führung. Er steht für eine Haltung, die Bewegung nicht nur als Fortschritt, sondern auch als Verantwortung versteht – gegenüber Unternehmen, Mitarbeitenden und der Gesellschaft. Eine Haltung, die zeigt: Wer Mobilität neu denkt, bringt Unternehmen weiter – im Kopf und auf der Strasse.

ÜBER POST COMPANY CARS

Die Post Company Cars AG ist die grösste unabhängige Flottenmanagerin der Schweiz und spezialisiert auf nachhaltige Mobilität. Rund 80 Fachspezialisten bieten umfassende Dienstleistungen von Planung bis Wiederverkauf. Kunden profitieren von innovativen, digitalen Lösungen für kleine und grosse Flotten. Besonders stolz ist das Unternehmen auf die Bewirtschaftung der grössten E-Flotte (Schweizerische Post) der Schweiz mit über 8000 Fahrzeugen.

ÜBER NIGEL STORNY

Nigel Storny ist CEO der Post Company Cars AG und eine profilierte Stimme für Business-Mobility und Transformation in der Schweiz. Mit über 30 Jahren internationaler Führungserfahrung im Flotten- und Mobilitätsmanagement vereint er operative Stärke und strategischen Weitblick. Seit 2020 treibt er die Entwicklung der grössten E-Flotte der Schweiz bei der Post voran. Seine Schwerpunkte sind Business-Mobilität, Digitalisierung, Leadership und Turnaround-Management.

BUSINESS UND GENUSS AN EINEM ORT

Als vielseitige Business-Destination bietet die «Marina Lachen» ideale Voraussetzungen für produktives Arbeiten, inspirierende Meetings und unvergessliche Events. Dank funktionaler Infrastruktur, modernem Komfort und einer einzigartigen Atmosphäre direkt am Zürichsee werden Geschäftsreisende und Unternehmen hier rundum bestens betreut.

Autor_Marina Lachen

Mit 21 Hotelzimmern – darunter sechs JuniorSuiten und eine Suite – richtet sich das VierSterne-Hotel gezielt an Kurzaufenthalter, die eine komfortable und gut angebundene Unterkunft suchen. Die einladenden Zimmer bieten Erholung nach einem intensiven Arbeitstag, während der herrliche Ausblick für einen besonderen Wohlfühlfaktor sorgt. Dank der zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit (sieben Minuten Fussweg vom Bahnhof, 150 öffentliche Parkplätze in unmittelbarer Nähe) eignet sich das Hotel perfekt für Geschäftsreisende, die Wert auf Effizienz und Qualität legen. Zwei erstklassige Restaurants – ein italienisches und ein Grillrestaurant  – sowie eine Bar-Lounge ergänzen das Hotelangebot mit einer abwechslungsreichen Auswahl an Speisen und Getränken für entspannte Mahlzeiten oder geschäftliche Treffen.

RÄUMLICHKEITEN FÜR SEMINARE UND MEETINGS

Im ersten Obergeschoss stehen vier bestens ausgestattete Seminarräume zur Verfügung. Die unterschiedlich grossen Räume bieten Platz für diverse Veranstaltungsformate mit fünf bis 120 Personen. Eine kompetente Betreuung sorgt für einen reibungslosen Ablauf und ermöglicht es Unternehmen, sich voll und ganz auf ihre Inhalte zu konzentrieren. In den attraktiven Tagespauschalen ist alles inklusive: Mittagessen, Raummiete, Standardtechnik, Schreibmaterial, Mineralwasser à discrétion sowie zwei Kaffeepausen. Teilnehmende, die im Hotel übernachten, profitieren zudem von Vorteilskonditionen.

FIRMENEVENTS MIT BLEIBENDEM EINDRUCK

Ob gehobenes Gala-Dinner oder ungezwungenes Get-together –in der «Marina Lachen» lassen sich Events mit besonderem Flair realisieren. Die einmalige Lage am Wasser, kombiniert mit einer hochstehenden Gastronomie, macht jede Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis. Mit kreativen Menüs setzt die Bankettabteilung kulinarische Akzente auf höchstem Niveau. Ein erfahrenes Team unterstützt bei der Planung und Umsetzung, sodass jeder Anlass individuell und mit viel Liebe zum Detail gestaltet wird. Darüber hinaus werden auch Caterings organisiert, um Events an aussergewöhnlichen Locations zu realisieren – beispielsweise auf einem Schiff.

SYMBIOSE AUS ARBEIT UND ENTSPANNUNG

Die «Marina Lachen» steht für eine harmonische Verbindung aus professionellem Arbeiten und genussvollem Erleben. Hier entstehen kreative Ideen, erfolgreiche Geschäftsbeziehungen und bleibende Erinnerungen. Wer eine Location sucht, die BusinessAnsprüche mit einer exklusiven Wohlfühlatmosphäre vereint, findet in der «Marina Lachen» die perfekte Adresse.

www.marinalachen.ch

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

w All-in-one-Haus: Hotel, Gastronomie, Meetingund Eventräume unter einem Dach

w Ausgezeichnete Lage: direkt am Zürich-Obersee, gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Auto, nur 20 Minuten von Zürich entfernt

w Übernachtungsmöglichkeiten: Vier-SterneHotel mit 21 stilvollen Hotelzimmern

w Vielseitige Gastronomie:

– Osteria Vista: Steinofenpizza, hausgemachte Pasta        und mediterrane Fleisch- und Fischgerichte

– The Steakhouse: Premium-Fleisch und -Seafood        vom offenen Holzkohlegrill

– Lago Lounge: Bar-Lounge mit Kaffee, Cocktails

und Snacks

w Helle Meeting- und Seminarräume: vier unterschiedlich grosse Räume für fünf bis 120 Personen

w Unvergessliche Firmenevents: Bankette bis 120 Personen und Stehpartys bis 150 Personen, mit Seeblick und exzellenter Kulinarik

w Exklusive Caterings: für zehn bis 150 Personen, zum Beispiel auf dem Schiff

NEW WORK ODER NO WORK?

Warum schweizerische KMU jetzt einen Kulturwandel brauchen

Flexibilität, Eigenverantwortung, Sinn – was lange Zeit als Zukunftsvision galt, ist für viele Arbeitnehmende heute bereits Standard. Gleichzeitig spüren Schweizer KMU die Realität des Fachkräftemangels, neue Erwartungshaltungen bei jüngeren Generationen und den Druck, Arbeitsmodelle grundlegend zu überdenken. Während grosse Unternehmen dafür oft eigene Transformationsteams aufstellen, stehen kleinere Betriebe häufig allein vor der Herausforderung: Wie kann man echte Veränderung anstossen, ohne die eigenen Strukturen zu überfordern?

HR MUSS AUS DER VERWALTUNG IN DIE GESTALTUNG KOMMEN

Damit New Work nicht nur auf der Website stattfindet, sondern im Arbeitsalltag spürbar wird, braucht es ein starkes HR. Gerade in KMU ist die Personalabteilung oft operativ stark eingebunden – mit wenig Zeit für strategische Fragen. Doch genau hier liegt der Hebel: Wenn HR den Wandel aktiv begleitet, Rollen neu denkt, Weiterbildung fördert und als Sparringspartnerin für Führungskräfte agiert, wird sie zur entscheidenden Treiberin der Transformation. Dafür braucht es Freiräume, klare Prioritäten – und auch digitale Unterstützung, um Zeit für das Wesentliche zu schaffen.

VERÄNDERUNG BEGINNT IM KLEINEN –ABER SIE BRAUCHT STRUKTUR

Auch die Schweizer HR-Expertin Selma Kuyas bezeichnet New Work als das «dringend benötigte Update für unsere Arbeitswelt». Gemeint ist damit weit mehr als Homeoffice und Gleitzeit. Es geht darum, alte Denk- und Führungsmuster zu hinterfragen, neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben und eine Kultur zu schaffen, die Menschen einbindet, statt sie zu verwalten. Wer weiterhin auf starre Hierarchien, Präsenzpflicht und Mikromanagement setzt, wird es zunehmend schwer haben, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten.

SINN SCHLÄGT SICHERHEIT – BESONDERS BEI DER GEN Z

Besonders auffällig ist der steigende Wunsch nach Sinnhaftigkeit in der Arbeit. Während frühere Generationen vor allem Stabilität suchten, erwarten jüngere Talente mehr Mitgestaltung, Transparenz und Entwicklungsperspektiven. Führungspersonen, die heute noch autoritär statt unterstützend agieren, laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren. New Work verlangt nicht weniger als ein neues Führungsverständnis – eines, das auf Vertrauen, Feedback und echter Teilhabe basiert.

WO KMU HEUTE WIRKLICH STEHEN

Ob hybride Arbeitsmodelle, flexible Arbeitszeiten oder agile Projektarbeit – viele Unternehmen haben erste Schritte in Richtung New Work unternommen. Doch oft bleibt es bei punktuellen Veränderungen, die nicht ins System greifen. Ein häufiger Stolperstein: Der Wandel wird nicht ganzheitlich gedacht. Ohne entsprechende Kultur, Haltung und Prozesse bleibt New Work Stückwerk – und Mitarbeitende spüren schnell, ob Veränderungen nur Fassade oder gelebte Realität sind.

Was viele Unternehmen unterschätzen: New Work ist nicht gleichbedeutend mit Chaos oder grenzenloser Freiheit. Im Gegenteil: Wer mehr Autonomie ermöglichen will, muss klare Rahmenbedingungen schaffen. Transparente Kommunikation, eine gemeinsame Vision und sinnvolle Tools, die Prozesse vereinfachen, sind Grundvoraussetzung. Hier können digitale Lösungen unterstützen – entscheidend bleibt jedoch der kulturelle Wandel im Unternehmen.

NEW WORK IST EINE REISE

Es gibt nicht den einen Weg zur neuen Arbeitswelt. Was in einem Tech-Start-up funktioniert, passt nicht zwingend für ein Familienunternehmen. Umso wichtiger ist es, dass KMU ihren eigenen Ansatz finden: Was wollen wir bewahren? Was müssen wir loslassen? Und welche Arbeitsweise passt zu unserem Selbstverständnis? Wer diese Fragen offen diskutiert, schafft die Basis für glaubwürdige Veränderung.

WAS KMU JETZT KONKRET TUN KÖNNEN

Wie kleine und mittlere Unternehmen den Wandel gestalten, welche Stolpersteine häufig auftreten und welche Strategien wirklich tragen – das zeigt das Whitepaper «New Work – das dringend benötigte Update unserer Arbeitswelt» von Personio. Mit zahlreichen Praxisbeispielen, kompakten Handlungsempfehlungen und fundierten Einschätzungen von New-Work-Expertin Selma Kuyas bietet es einen praxisnahen Einstieg für alle, die ihre Arbeitskultur zukunftsfähig und mit Strategie weiterentwickeln möchten.

Jetzt kostenlos herunterladen.

VILLA VISTA AM ZÜRICHBERG

Ein Grundstück mit Raum für Vision

Der Zürichberg gehört zu jenen Lagen, deren Wert sich nicht allein in Zahlen messen lässt. Wer hier wohnt, entscheidet sich bewusst für Ruhe und pure Lebensqualität. Von grossen, alten Bäumen, gepflegten Wegen und bester Nachbarschaft umgeben, liegt hier ein Grundstück, das heute in vielen grossen Städten kaum noch so zu finden ist: eine Fläche, die den Bau einer Villa ohne Einschränkungen durch bestehende Strukturen ermöglicht.

Autorin_Nathalie Becker

Die Topografie öffnet den Blick weit über die Dächer Zürichs, den See und die Alpenkette. Dieses Panorama ist ein wesentlicher Bestandteil des Grundstücks. Der Hang ist sanft genug, um grosszügige Grundrisse zuzulassen, und steil genug, um auf jeder Ebene weite Ausblicke zu ermöglichen. Die umgebende Natur bildet den Rahmen, in dem sich eine echte Wohlfühloase entfalten kann.

Eine Machbarkeitsstudie zeigt exemplarisch, wie dieser Ort genutzt werden könnte. Der Vorschlag sieht einen abgeschirmten, ruhigen Spa- und Wellnessbereich mit direktem Zugang ins Grüne auf der unteren Etage vor. Die darüberliegenden Geschosse konzentrieren sich auf private Räume mit Schwerpunkt auf Komfort und Aufenthaltsqualität. Grosse Fensterflächen, klare Grundrisse und viel natürliches Licht sorgen auf dieser Ebene für ein helles, einladendes Raumgefühl.

Im obersten Geschoss öffnet sich der Entwurf vollständig. Wohn- und Essbereich sind so angelegt, dass der Blick ununterbrochen nach draussen führt, da der Raum seine vollständige Wirkung durch Licht, Proportion und Aussicht erhält. Dieser Architekturstil lebt von hochwertigen Materialien und exakter Linienführung und passt sich zudem an die Umgebung an, anstatt diese zu verändern.

Die Tiefgarage im Untergrund ist grosszügig geplant, kann je nach Bedarf erweitert werden und bietet somit eine zusätzliche Flexibilität. Die geltenden Bauvorschriften ermöglichen eine Fläche von 600 bis hin zu circa 1 000 Quadratmetern für die gesamte Villa. Dadurch wird das Projekt zu einem offenen System: Die Studie gibt eine Richtung vor, lässt aber Raum für ein grösseres, komplexeres Konzept, falls dies gewünscht ist.

Die Lage des Zürichbergs allein spricht für sich selbst: Die Innenstadt liegt nur wenige Minuten entfernt, doch die Atmosphäre vor Ort erlaubt einen Rückzug aus dem städtischen Trubel. Die Wege durch die Natur, die Nähe zu kulturellen Institutionen sowie die Erreichbarkeit ausgezeichneter Schulen und Universitäten ergeben ein ideales Lebensumfeld, das langfristig Bestand haben wird. In dieser Konstellation ermöglicht das Projekt einen architektonischen Ansatz, der sich ganz auf die eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen abstimmen lässt.

Wer sich in dieses Grundstück verliebt, wird hier eine Villa errichten, die auch für zukünftige Generationen einen Ort des Wohlfühlens darstellen wird. Ein Rückzugsort, an dem einfach mal abgeschaltet werden kann, ohne dabei auf die Nähe zur Natur oder auf das Stadtleben verzichten zu müssen.

TEXTILE KUNST ZWISCHEN ERINNERUNG UND WIDERSTAND

Die guatemaltekische Künstlerin Angélica Serech mit ihrer ersten europäischen Einzelausstellung im Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum Genf

Angélica Serech in der Ausstellung «Temps entrelacés – Deep time»

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Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf widmet der guatemaltekischen Künstlerin Angélica Serech ihre erste umfassende Einzelausstellung in Europa. Pach’un Q’ijul –«Temps entrelacés – Deep time» ist eine poetische Hommage an indigene Erinnerungskultur, Widerstandskraft und Heilung. Mit monumentalen, selbst entworfenen Webstühlen verbindet Serech traditionelle Maya-Techniken mit ihrer persönlichen Geschichte und schafft neue visuelle Erzählungen voller Kraft, Hoffnung und kultureller Verwurzelung.

Autorin_Sarah Baumgartner

Nach der Residenz der Künstlerin Zahra Hakim, Gewinnerin des Prix Art Humanité, setzt das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum seine Auseinandersetzung mit Textilkunst und Co-Kreation fort. Hakims Wandteppichwerk, das gemeinsam mit den Besucher*innen entstand, ist aktuell im Eingangsbereich des Museum ausgestellt. Mit der Ausstellung zu Angélica Serech rückt das Museum nun eine aussergewöhnliche Stimme aus Guatemala ins Zentrum. Gezeigt werden 23 Werke von Serech, darunter 16 neue, eigens für diesen Anlass geschaffene Arbeiten, sowie Objekte aus der Sammlung des Museums.

EINE HOMMAGE AN INDIGENE TRADITIONEN

Angélica Serech, geboren 1982 in San Juan Comalapa, wuchs während des guatemaltekischen Bürgerkriegs auf – einem der brutalsten Konflikte in der Geschichte Lateinamerikas. Unter der Militärdiktatur von General Efraín Ríos Montt wurden in den 1980er-Jahren etwa 200'000 Menschen getötet, vorwiegend aus indigenen Gemeinschaften. Während dieser Zeit lernte Serech von ihrer Mutter und Grossmutter das traditionelle Webhandwerk. Was als Überlebensstrategie begann, wurde für sie zum Akt des Erinnerns und Widerstands. Die Künstlerin entwickelte schnell eine einzigartige Technik, die die Grenzen des traditionellen Webens überschritt. Sie löste sich von herkömmlichen Methoden und verwendete natürliche Materialien wie Maisblätter und Baumzweige, die sie mit unvergleichlicher Kreativität transformierte. Ihr Ziel war es, eine neue Ästhetik zu schaffen: widerständig und zugleich tief in ihrer kulturellen Geschichte verwurzelt. Ihre Werke, inspiriert von den traditionellen Maya-Trachten aus San Juan Comalapa, zollen dem kulturellen Erbe der Maya Kaqchikel Tribut. Sie sind ein kraftvolles Zeugnis ihrer Wurzeln und der Geschichte der indigenen Bevölkerung in Mittelamerika. Serech entwirft eigene, monumentale Webstühle, auf denen sie alte Techniken indigener Gemeinschaften in Guatemala mit ihrer persönlichen Geschichte zu neuen Erzählungen verwebt.

© Zoé Aubry

WEBKUNST IM ZEICHEN DES HUMANITÄREN PRINZIPS DER MENSCHLICHKEIT

Im Einklang mit den humanitären Werten der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung beleuchtet die Ausstellung die therapeutische Dimension handwerklicher Arbeit. Gerade im Kontext von Krieg und Vertreibung kann Weben zu einem Akt der Widerstandskraft und Resilienz werden – ein Mittel des Ausdrucks und der Heilung, insbesondere für verletzliche Gruppen wie Kriegsgefangene. In einem spannenden Dialog treten die Werke von Serech in Beziehung zu Fotografien, Plakaten und Objekten aus der Sammlung des Museums, die die Geschichte des guatemaltekischen Bürgerkriegs dokumentieren.

EIN PARTIZIPATIVES KULTURPROJEKT FÜR ALLE

Das Museum lädt Besucher*innen als Teil des Jahresprogramms 2025 zum Thema «Co-Konstruktion» ein, sich aktiv am Entstehungsprozess eines von der Künstlerin initiierten grossformatigen textilen Werks zu beteiligen. Ergänzend werden während der gesamten Ausstellung Strick- und Webveranstaltungen sowie Workshops angeboten.

bei Galería Extra (2021), La Galería Rebelde (2022), La Collective in Paris (2023), der 14. Biennale Gwangju (Südkorea, 2023) und der 15. Biennale Toronto (2024).

ANGÉLICA SERECH – PACH’UN Q’IJUL «TEMPS ENTRELACÉS – DEEP TIME»

w Kuratiert von Elisa Rusca

w Ausstellungsdauer: 9. Oktober 2025 bis 30. August 2026

w Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr, Donnerstags länger geöffnet bis 20 Uhr

w Eintritt (inklusive Zugang zur Dauerausstellung):

15 Schweizer Franken (regulär), 10 Schweizer Franken (ermässigt), Kinder unter 12 Jahren kostenlos

©
Zoé
Aubry

Neue Perspektiven für Kinder mit den Wiederbegrünungsinitiativen von World Vision

GLOBALER IMPACT. UNTERNEHMERISCHER NUTZEN.

Unsere «Global Strategic Initiatives» im Bereich Wiederbegrünung wirken umfassend und eignen sich optimal für CSR-Strategien von Unternehmen. Sie schaffen langfristige Perspektiven für benachteiligte Kinder, ihre Communitys und die Umwelt.

Unser Ziel: Wiederbegrünung von 27 Mio. Hektaren im Amazonas-Gebiet bis 2035.

Erfahren Sie mehr: worldvision.ch/prestige

Bawe Island

24 EIN PARADIES ZWISCHEN TRADITION & MODERNE

Über Sansibar schwebend: die Verlockung der Überwasser-Villen von Bawe Island.

Autor_Urs Huebscher Bilder_ Bawe Island

In den kristallklaren Gewässern des Indischen Ozeans, nur 15 Minuten per Schnellboot von Sansibars UNESCO-gelisteter Stone Town entfernt, liegt Bawe Island: Afrikas erstes wahres «Insel in der Insel»-Resort. Diese einst abgeschiedene kleine Insel im Archipel hat sich zu einem Weltresort entwickelt – ein Ort, an dem der Rhythmus des Insellebens auf zeitgenössische Verwöhnung trifft und eine neue Art des SansibarErlebnisses den Luxus im Indischen Ozean neu definiert.

EIN WARMES REFUGIUM IN DER KALTEN JAHRESZEIT

Bawe Island lockt mit ganzjährigen Durchschnittstemperaturen von 26 Grad Celsius und endlosen azurblauen Himmeln. Hier tauschen die Gäste graue Blicke aus dem Fenster gegen PanoramaOzeanblicke und schwere Mahlzeiten gegen lebendige tropische Küche. Die tropischen Gärten des Resorts blühen mit Frangipani und Bougainvillea und bieten den Besuchern ein sinnliches Erwachen, das nur die Tropen bieten können. Es ist mehr als nur eine luxuriöse Flucht vor der Kälte; es ist eine lebendige Feier von Sansibars aussergewöhnlichem kulinarischem Erbe, wo Nelken, Zimt und Kardamom die zeitgenössische Gastronomie inspirieren.

OSTAFRIKAS SPEKTAKULÄRSTE ÜBERWASSER-VILLEN

Das Highlight von Bawe Island ist Ostafrikas beeindruckendste Kollektion von Überwasser-Villen. Über kristallklarem Wasser an Bawes Ostküste schwebend, verbindet jedes 170 Quadratmeter grosse Refugium modernes Design mit Sansibars architektonischem Erbe. Das Design ehrt die lokale Tradition durch lokales Holz, Naturstein und einheimische Elemente, die in diese schwimmenden Heiligtümer eingewoben sind.

Die Lage der Villen an der Ostküste bietet einen ungehinderten Blick auf den schier endlosen Horizont, wo spektakuläre Sonnenuntergänge beobachtet werden können. Jede Villa verfügt über einen eigenen Swimmingpool, der über dem Wasser schwebt und die Illusion eines Infinitypools schafft, der mit dem Indischen Ozean dahinter verschmilzt. Über dem Wasser erhaben statt darin eingetaucht, bieten die Villen eine andere Art von Luxus: eine der Perspektive und Privatsphäre.

EINE INSEL FÜR SICH – 70 VILLEN VOLLER EXKLUSIVITÄT

Mit insgesamt über 70 Villen – jede mit Meerblick, privaten beheizten Pools, üppigen Gärten und persönlichem Butler-Service – verkörpert das Resort die Idee von «eine Insel, ein Resort». Einige Villen sind von Kokospalmen gesäumt, andere erstrecken sich entlang des Strands. Es entsteht das Gefühl, einen eigenen privaten Rückzugsort auf unberührten Stränden zu haben, die mit den Gezeiten verschwinden und wieder auftauchen, verbunden durch gewundene Pfade in tropischem Grün, wo nur die eigenen Fussspuren zu sehen sind.

Der Butler-Service sorgt dafür, dass jeder Morgen mühelos und sorgenfrei beginnt und jeder Abend unter sternenklarem Himmel mit einem perfekt gedeckten Tisch auf der Terrasse endet.

DER GASTRONOMISCHE ARCHIPEL VON BAWE

Bawes revolutionäre Dine-around-Philosophie verwandelt die 30 Hektar grosse Insel in eine epikureische Odyssee, worin jedes der vier charakteristischen Restaurants ein anderes Kapitel von Sansibars kulinarischer Geschichte erzählt. Das Speiseangebot ist so vielfältig wie die Insel selbst.

The Sand, das Hauptrestaurant, verwandelt das Speisen in einem atemberaubenden Strandambiente zum Theater. Hier verweben Köche an Live-Kochstationen sansibarische Gewürze mit internationalen Klassikern und kreieren Gerichte, bei denen lokal angebaute Nelken perfekt gebratenen Thunfisch veredeln oder eine einfache Zanzibar-Salatkreation mit frischem Krabbenfleisch, Tapioka, lokalen Chilischoten, Kurkuma-Olivenöl, grüner Banane und knuspriger Kokosnuss in ein aussergewöhnliches Geschmackserlebnis verwandelt.

Sinfonia würdigt das italienische Erbe der Cocoon Collection und feiert gleichzeitig die mediterranen Verbindungen der Gewürzroute. Dieses Trattoria-Restaurant serviert holzgebackene Pizzen mit frischem Mozzarella, ergänzt durch den Fang des Tages wie frisch gebackenen Fisch und Tartar nach mediterraner Art.

Rising Sun bringt japanische Präzision in das Gewürzinsel-Erlebnis. Unter den ausladenden Ästen eines jahrhundertealten Baobab-Baums schaffen TeppanyakiKöche kulinarisches Theater. Hier trifft frischer Sansibar-Thunfisch auf Wasabi, und lokale Gewürze verleihen traditionellen japanischen Zubereitungen unerwartete Tiefe.

Im Beach Club wechselt der Rhythmus zu lässiger Raffinesse. Diese nur für Erwachsene zugängliche Strandoase ser-

viert gehobenes Comfort Food, das die Geschichte von Sansibars Erbe als kultureller Schmelztiegel erzählt. Inspiriert von den indischen Händlern der Insel werden Samosas angeboten, oder frisch gefangener Fisch wird mit den omanischen Gewürzmischungen zubereitet.

Für diejenigen, die privates Speisen bevorzugen, kommt ein Koch zur Villa, um eine individuelle Mahlzeit am Pool zu kreieren, wo das einzige Geräusch das Rauschen des Ozeans ist.

DAS GEWÜRZINSEL-ERLEBNIS

Die Geschichte Sansibars ist eine faszinierende Verflechtung von Kulturen, die sich über die Jahrhunderte hinweg abgelöst haben und unauslöschliche Spuren in der Kultur der Insel, ihren Traditionen und besonders in ihrer Küche hinterlassen haben. Die verschiedenen Einflüsse – von Arabien bis Indien, von Europa bis Afrika – spiegeln sich in den traditionellen Gerichten und kulinarischen Gewohnheiten wider, die die Insel heute prägen.

Man ist stolz darauf, dieses reiche kulturelle Erbe zu zelebrieren, indem man drei besondere Abende pro Woche Themendinners widmet, die es den Gästen ermöglichen, vollständig in die vielfältigen kulinarischen Traditionen einzutauchen, die Sansibar geformt haben. Jeder Abend ist darauf ausgelegt, ein authentisches und einzigartiges Erlebnis zu bieten und den Gästen zu ermöglichen, die verschiedenen kulturellen Einflüsse zu erkunden und zu würdigen, die auf der Insel miteinander verwoben sind.

DAS BESTE BEIDER WELTEN

Die Nähe zu Stone Town bietet das Beste beider Welten. Die Gäste können morgens von ihrer Terrasse aus mit dem Boot nach Stone Town aufbrechen, durch UNESCO-gelistete Gassen wandeln, in denen Freddie Mercury einst spielte, und nachmittags Gewürzmärkte erkunden, dann für den Sundowner an ihren Villa-Infinitypool zurückkehren. Diese Zugänglichkeit bedeutet, die Freiheit zwischen kultureller Erkundung und luxuriöser Abgeschiedenheit zu wählen. Die Insel wird zu einer raffinierten Basis für Exkursionen zu Sansibars Wundern, bevor man sich in absolute Privatsphäre zurückzieht.

ABENTEUER TRIFFT TROPISCHEN LUXUS

Die Tage entfalten sich nach dem gewählten Tempo der Gäste: Tauchen in Korallengärten, Paddleboarding über Gewässer so klar, dass sie tropische Fische in schillernden Farben offenbaren, oder das Chartern einer Luxus-Yacht für eine Kreuzfahrt bei Sonnenuntergang mit Champagnergläsern in der Hand.

Die Insel spricht auch aktive Reisende an: Tennisplätze, auch für Padeltennis, ein vollständig ausgestattetes Fitnessstudio mit Meeresblick und Wassersport vom Wakeboarding bis zum

Segeln bei Sonnenuntergang sorgen dafür, dass jede Stimmung erfüllt wird, egal ob sie zu Abenteuer oder Ruhe neigt. Ein spezieller Kinderclub vervollständigt die umfassenden Annehmlichkeiten.

WELLNESS UND ENTSPANNUNG

Das «Rebirth by Healing Earth Spa» verbindet alte Weisheit mit ozeanischer Ruhe. Von Baobab-Öl-Massagen über Himalaya-Meersalz-Peelings bis zu personalisierten Gesichtsbehandlungen nutzen die Therapeuten die natürlichen Schätze Sansibars und internationale Wellness-Traditionen für tiefgreifende Entspannung.

ULTRA-EARLY-BIRD-ANGEBOT

Für alle, die bereit sind, ihr ultimatives Winterrefugium zu planen, präsentiert das Resort ein aussergewöhnliches Ultra-EarlyBird-Angebot. Gäste, die 90 Tage im Voraus buchen, erhalten 30 Prozent Rabatt auf die Zimmerpreise für Aufenthalte zwischen dem 8. Januar und dem 23. Dezember 2026.

DIE FREIHEIT DES EIGENEN ERLEBNISSES

Auf Bawe Island geht es bei Exklusivität nicht um Abgeschiedenheit, sondern um die Freiheit, das eigene Erlebnis zu gestalten –schwebend über dem Meer, eingetaucht in Kultur oder versteckt in den ruhigen Ecken eines privaten Paradieses. Es ist nicht nur eine Flucht vor der Dunkelheit des Winters, sondern eine Reise in die Wärme, sowohl klimatisch als auch kulturell – ein Ort, an dem moderne Verwöhnung auf jahrhundertealte Traditionen trifft und jeden Moment zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

www.baweisland.com

ZWISCHEN VISION, VIELFALT UND VERANTWORTUNG

Lugano Region: Wie das Tor zum Süden den Schweizer Tourismus neu definiert

Zwischen glitzernden Seeufern, Palmen und Alpenblicken ist Lugano die vielleicht schönste Tourismusdestination im Süden der Schweiz. Wer heute am Ufer des Luganersees durch die Gassen der Stadt schlendert, spürt sofort: Lugano hat sich verändert. Wo früher der Tourismus vor allem in den Sommermonaten pulsierte, ist heute eine ganzjährige Destination entstanden. Wir haben mit Massimo Boni, dem Direktor von Lugano Region, über die strategische Neuausrichtung, neue Kommunikationswege und die Zukunft des Tourismus in der Region gesprochen.

Autor_Lugano Region

Unter seiner Leitung hat sich Lugano Region in den letzten Jahren zu einem der dynamischsten Tourismusakteure der Schweiz entwickelt –dank einer klaren Strategie, die auf Innovation, Kooperation und Qualität setzt. «Unsere Vision war es, Lugano als Referenzdestination im Süden der Schweiz zu positionieren – mit einem authentischen, nachhaltigen und ganzjährigen Tourismusangebot», sagt Boni.

VOM KRISENMODUS ZUR STRATEGISCHEN NEUAUSRICHTUNG

Die Covid-19-Pandemie stellte den weltweiten Tourismus auf den Kopf und zwang viele Destinationen zum Umdenken. Auch Lugano Region nutzte die Krise als Wendepunkt. «Während der Pandemie verzeichneten wir einen deutlichen Zuwachs des Schweizer Marktes», erklärt Boni. «Darauf konnten wir aufbauen, um gezielte Strategien umzusetzen, die eine Rückkehr der Gäste fördern.»

Diese Entwicklung habe gezeigt, wie wichtig es sei, flexibel auf externe Einflüsse reagieren zu können. «Die wichtigste Lehre aus dieser Zeit war, eine Strategie zu verfolgen, die sich stabil und schnell an geopolitische, wirtschaftliche oder gesundheitliche Veränderungen anpassen kann», so Boni. Heute sei es entscheidend, in die Qualität des touristischen Produkts zu investieren, um Mund-zu-Mund-Propaganda zu fördern und die Zahl der Gäste zu erhöhen. «Langfristige Nachhaltigkeit entsteht aus Vertrauen. Dies gewinnen wir durch Qualität und Authentizität.»

KOMMUNIKATIONSKRAFT UND NEUE FORMATE

Besonders prägend war in den letzten Jahren der kommunikative Wandel. Neben der Zusammenarbeit mit den beiden Pressebüros – eines für die Schweiz und Süddeutschland, eines für Italien – setzte Lugano Region auf hochwertige Medienkooperationen mit Titeln wie Monocle, Transhelvetica und Merian. «Wir wollten gezielt Menschen ansprechen, die sich für Kultur, Design und Genuss interessieren – und die Printmedien nach wie vor schätzen», sagt Boni.

Gleichzeitig wurde eine neue Social-Media-Strategie eingeführt: Eigene Content-Formate, neue Kanäle, Online-Kampagnen und Influencer-Marketing sollen das Image der Region Lugano auch digital stärken. «Wir produzieren zunehmend eigene Inhalte und arbeiten eng mit unseren touristischen Partnern zusammen. Wettbewerbe, Kooperationen und gezielte Promotionen helfen uns, die Sichtbarkeit der Region weiter zu steigern», erläutert Boni.

KOMPETENZZENTRUM FÜR GESCHÄFTSTOURISMUS

Ein Meilenstein war 2023 die Gründung des Ticino Convention Bureau (TiCB) – ein kantonales Kompetenzzentrum für Geschäftstourismus, das aus einem Strategieprojekt in Zusammenarbeit mit der Agenzia Turistica Ticinese (ATT) und den anderen regionalen Tourismusorganisationen hervorging. «Das Ticino Convention Bureau ist ein bedeutender Schritt für die gesamte Region», betont Boni. «Lugano ist die wichtigste Destination im Tessin, wenn es um den MICE-Bereich – also Meetings, Incentives, Conferences und Exhibitions – geht.»

Massimo Boni ist Direktor von Lugano Region.

SPORT UND NATUR, KUNST UND KULTUR, GASTRONOMIE UND WEIN – DREI SÄULEN DER WEITERENTWICKLUNG

Neben dem Geschäftstourismus konzentriert sich Lugano Region auch auf die Weiterentwicklung anderer Bereiche. Besonders der Sport- und Naturtourismus sticht vor. «Das MountainbikeNetzwerk wurde stark ausgebaut und zieht immer mehr Zweiradbegeisterte an», sagt Boni. «Das stärkt uns auch ausserhalb der klassischen Hochsaison als Ganzjahresdestination.»

Parallel dazu erlebt der Kunst- und Kulturbereich eine bemerkenswerte Aufwertung. Mit Institutionen wie dem MASI Lugano, der Collezione Giancarlo e Danna Olgiati, der GAL (Gallerie d’Arte di

Lugano) und Einrichtungen wie dem LAC (Lugano Arte e Cultura), dem MUSEC – Museo delle Culture und dem Museum Hermann Hesse Montagnola wird das kulturelle Angebot kontinuierlich erweitert. Eine besondere Neuigkeit in diesem Bereich ist das Culture Pass, ein einziges Ticket, mit dem Besucher für drei aufeinanderfolgende Tage die wichtigsten Museen der Region zu einem Spezialpreis besuchen können.

Auch die Gastronomie und der Weintourismus spielen eine zentrale Rolle: «Unser Projekt Dine Around vernetzt lokale Gastronomen und rückt die kulinarische Identität der Region in den Vordergrund», so Boni. Vier Michelin-Sterne-Restaurants (dazu eines mit dem grünen Stern) und eine reiche Weinkultur, insbesondere der Merlot del Ticino, unterstreichen diesen Anspruch.

NACHHALTIGKEIT TRIFFT DIGITALISIERUNG

«Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind zwei Grundpfeiler unserer Strategie», erklärt Boni. «Wir reduzieren schrittweise die Produktion gedruckter Materialien und setzen verstärkt auf digitale Informationskanäle.»

Mit dem neuen Info Point in der Via Magatti 6, einem modernen und interaktiven Zentrum, wird den Gästen ein effizienter und nachhaltiger Zugang zu Informationen geboten. «Zugleich setzen wir auf Innovationen, etwa unseren neuen Webshop und Marktplatz, der die Interaktion zwischen Besuchern und Betrieben erleichtert», ergänzt Boni. Diese Massnahmen reduzieren den ökologischen Fussabdruck und stärken gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Region.

DER BLICK NACH VORN: WACHSTUM, INNOVATION UND INTERNATIONALISIERUNG

Die Zukunft von Lugano Region ist klar ausgerichtet: «Eines unserer wichtigsten Projekte ist das neue Sport- und Eventzentrum, das im Juli 2026 eröffnet wird», kündigt Boni an. «Es wird eine Schlüsselrolle für den Sport- und Eventtourismus spielen und neue Besucherströme anziehen.» Auch international will Lugano Region weiterwachsen. «Wir sehen starkes Potenzial in Brasilien. Dieser Markt wird laut BAK-Studien zwischen 2026 und 2027 deutlich wachsen», sagt Boni. Der US-Markt bleibe ebenfalls wichtig.

Geplant sind gezielte Promotionsmassnahmen, Kooperationen mit lokalen Partnern und die Teilnahme an internationalen Fachveranstaltungen. «Wir wollen unser Angebot dort sichtbar machen, wo unsere Zielgruppen sind», erklärt Boni. «Das ist der Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum.»

EINE DESTINATION

MIT HERZ UND HALTUNG

Trotz aller strategischen Neuerungen bleibt Lugano sich selbst treu. «Unsere Stärke liegt in der Balance – zwischen Kultur und Natur, Genuss und Bewegung, Innovation und Tradition», sagt Boni. Er beschreibt die Region als «einen Ort, an dem sich mediterrane Leichtigkeit mit Schweizer Präzision verbindet». In dieser Verbindung liegt der Zauber der Region Lugano. Es ist ein Ort, der seine Wurzeln achtet, aber offen für Neues bleibt. Ein Ort, an dem Nachhaltigkeit eine wichtige Bedeutung hat. Und ein Ort, der seine Gäste nicht nur willkommen heisst, sondern berührt. Oder wie Massimo Boni es formuliert: «Die Region Lugano soll ein Erlebnis sein, das bleibt –im Herzen, nicht nur im Kalender.»

«DIE MEISTEN KOMMEN WEGEN CHRONISCHEM ÜBERGEWICHT ZU UNS»

Frau Berlanda, wie sieht der typische Patient von Sinomedica aus?

LUCIA BERLANDA: Die meisten unserer Patienten sind gesundheitsbewusste Menschen, die nach langfristigen, natürlichen Lösungen suchen. Viele kommen zu uns, nachdem schulmedizinische Ansätze keine Besserung gebracht haben. Rund 72 Prozent sind Frauen, das durchschnittliche Alter liegt bei 51 Jahren.

Wo liegen die weniger offensichtlichen Potenziale von Akupunktur?

Das therapeutische Spektrum ist breit: Wir können mit Akupunktur auch Schlafstörungen, Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz, Wechseljahrbeschwerden oder Verdauungsprobleme behandeln. Interessanterweise sehen wir zunehmend junge Frauen, die uns in Zusammenhang mit dem Thema Kinderwunsch aufsuchen.

Laut Website sind Sie der grösste Anbieter medizinischer Akkupunktur in der Schweiz. Was ist das Erfolgsrezept?

Unser Angebot geht weit über klassische Akupunktur hinaus. Bei Sinomedica vereinen wir fernöstliche Tradition mit westlicher Medizin. Unser Ansatz ist wissenschaftlich fundiert und evidenzbasiert. Zudem verfügen wir über interdisziplinäre Teams

Sinomedica ist Marktführer in medizinischer Akupunktur in der Schweiz. Über Expansionspläne und die häufigsten Leiden der Patienten.

Interviewpartnerin_Lucia Berlanda Autor_Urs Huebscher

aus Ärzten und Therapeuten, die sich fortlaufend weiterbilden. Wir sind bemüht, ein modernes, ganzheitliches Erlebnis zu schaffen, bei dem stets der Patient im Zentrum steht.

Sinomedica wurde 2001 im Tessin gegründet. Heute verfügen Sie über neun Standorte in allen Landesteilen. Wie geht es weiter? Tatsächlich eröffnen wir Ende des Jahres eine Klinik in Luzern. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, prüfen wir zudem Regionen, die bislang unterversorgt sind. Schliesslich wollen wir hochwertige medizinische Akupunktur einem breiten Publikum zugänglich machen.

Wird Sinomedica zukünftig ins Ausland expandieren? Aktuell liegt unser Fokus auf der Schweiz. Wir streben in erster Linie nach Exzellenz und nicht nach Expansion um jeden Preis. Wachstum ist für uns nur wünschenswert, wenn es im Einklang mit unseren Werten geschieht und die Präzision und Integrität unserer Arbeit nicht kompromittiert.

VOM FEUER GEFORMT

Eine Familientradition in glühendem Glas

GESUNDHEIT KANNST DU LERNEN

Sieben unterschätzte Schlüssel zu deiner Gesundheit

«Gesundheit ist dein kostbarster Besitz», sagt Dr. Cordelia Schott – und sie weiss, wovon sie spricht. Seit über 20 Jahren ist die Fachärztin täglich für ihre Patienten da. Keine Medfluencerin mit netten Fitnesstipps, sondern eine Frau, die Medizin lebt – mit Herz, Verstand und der festen Überzeugung: Gesundheit ist kein Zufall. Gesundheit kannst du lernen.

Stell dir vor, du rennst die Treppe hoch, ohne nach Luft zu schnappen. Du hebst den Einkaufskorb, ohne dass dein Rücken protestiert. Für viele klingt das wie Luxus – dabei ist es nichts anderes als Gesundheit in ihrer einfachsten Form.

Autorin_ Sonja Piontek

Bilder_ Cordelia Schott

EINE FRAU, DIE GRENZEN VERSCHIEBT

Cordelia ist eine Ausnahmeerscheinung. In der von Männern dominierten Orthopädie hat sie sich nicht nur behauptet, sie ist bis an die Spitze geklettert: von der kaffeekochenden Assistenzärztin bis zur Präsidentin der Fachgesellschaft IGOST (Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie). Ihr Rezept? Neugier, Mut und ein Satz, der sie durchs Leben trägt: «Lass doch mal schauen, wie weit ich komme, wenn ich es probiere.»

Ihre Geschichte zeigt, dass Stärke und Empathie kein Widerspruch sind. Dass man als Frau in einer harten Männerdomäne Massstäbe setzen kann –mit Herz, Wärme und unerschütterlicher Klarheit.

Cordelia ist nicht nur Ärztin und Vordenkerin. Sie ist auch eine Frau, die ihre Erkenntnisse teilt – offen, klar und mit einer Prise Humor. In ihrem Podcast, dem erfolgreichsten unabhängigen Medizinpodcast

im deutschsprachigen Raum, spricht sie regelmässig darüber, wie wir Verantwortung für unsere Gesundheit übernehmen können, statt sie im Wartezimmer abzugeben. Und genau das ist auch die Botschaft ihres neuen Buchs «Gesundheit kannst du lernen»: Es geht nicht um komplizierte Theorien, sondern um einfache, oft völlig unterschätzte Schlüssel, die jeder sofort anwenden kann.

Denn Cordelia weiss: «Wissen allein verändert nichts.» Erst wenn wir ins Handeln kommen, passiert etwas. Und dafür gibt sie uns in ihrem neuen Buch sieben konkrete Schlüssel an die Hand – praktisch, machbar und mit Sofort-Effekt.

DIE SIEBEN UNTERSCHÄTZTEN SCHLÜSSEL

ZU DEINER GESUNDHEIT

1. Bewusstsein – Schluss mit Ausreden! Gesundheit passiert nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis deiner täglichen Entscheidungen. Hör auf, dich hinter «zu wenig Zeit» oder «schlechten Genen» zu verstecken. Fang an, deinen Körper wirklich wahrzunehmen.

Konkreter Umsetzungstipp: Stell dir abends eine einfache Frage: «Was habe ich heute für meine Gesundheit getan?» Notiere dir jeden Tag eine Kleinigkeit. Das macht dir klar, wie viel in deiner Hand liegt –und wie schnell sich Muster ändern können.

2. Ernährung – Pizza ist kein Gemüse Diäten bringen selten etwas ausser Frust. Dein Körper braucht echten Treibstoff, keine Kalorienrechnerei.

Konkreter Umsetzungstipp: Schaff dir eine «SchottiSchublade» an – eine kleine Ecke in der Küche mit gesunden Snacks, Nüssen, Trockenfrüchten, Grüntee. Immer sichtbar, immer parat. So greifst du automatisch öfter zum Richtigen.

3. Bewegung – Sofa oder Schwitzen?

Bewegung ist nicht verhandelbar. Dein Körper wurde nicht für Sofakanten gebaut, sondern fürs Gehen, Bewegen und Sport.

Konkreter Umsetzungstipp: Baue Mikrobewegungen in den Alltag ein. Fahrstuhl boykottieren, beim Telefonieren gehen, und an jedem Türrahmen kurz die Schultern und Arme dehnen. Klein, machbar, aber mit riesiger Wirkung.

4. Schlaf – wer nicht schläft, verliert Schlaf ist kein Luxus, sondern dein stärkster Regenerations booster. Wer schlecht schläft, verliert Konzentration, Energie und auf Dauer auch Gesundheit.

Konkreter Umsetzungstipp: Optimiere deine Schlafumgebung, reduziere Geräusche und digitale Lichtquellen (Handy!). Dein Körper braucht Ruhe und Dunkelheit, um ideal dein Schlafhormon Melatonin auszuschütten. Probiere es eine Woche – du wirst den Unterschied merken.

5. Hormone – wer funkt hier eigentlich? Hormone sind die unsichtbaren Dirigenten deines Lebens. Stimmung, Gewicht, Energie und sogar Gelenkschmerzen – alles hängt an ihnen. Aber kaum jemand versteht sie. Konkreter Umsetzungstipp: Achte auf Regelmässigkeit. Regelmässige Mahlzeiten, feste Schlafenszeiten, Routinen – das bringt dein System ins Gleichgewicht. Chaos im Alltag = Chaos in den Hormonen.

6. Mindset – dein Kopf ist dein härtester Gegner Viele sabotieren sich selbst mit Sätzen wie «Ich schaff das eh nicht!» Achtung: Dein Denken formt deine Gesundheit. Konkreter Umsetzungstipp: Fange den Tag mit einem Satz an, der dich stärkt. Statt «Ich bin so müde» besser «Ich starte klar und energiegeladen». Klingt banal, wirkt aber nachweislich, weil dein Gehirn deine Worte ernst nimmt.

7. Energie – der Gamechanger Energie ist mehr als «nicht müde sein». Sie ist dein Lebensfeuer. Ohne Energie kein Erfolg, keine Freude, kein gesundes Leben. Konkreter Umsetzungstipp: Frage dich täglich: Was gibt mir Energie, was raubt sie mir? Streiche einen Energieräuber (zum Beispiel eine toxische Verabredung, übermässiges Scrollen) und füge eine Energiequelle hinzu (zum Beispiel ein Spaziergang in der Natur, ein gutes Gespräch, dein Lieblingslied).

Warum aber ist all das so wichtig? Viele von uns wollen gesund und fit und sexy sein und gerne auch lange gesund leben. Keiner möchte Schmerzen haben, steife Gelenke, überzogenen Stress oder die letzten 15 Lebensjahre krank und jammernd verbringen. Statistisch gesehen passiert das aber Millionen von Menschen. Doch Dr. Cordelia Schott sagt ganz klar: Mit einfachen Routinen, klaren Schlüsseln und einem gesunden Bewusstsein können wir vielem entgegenwirken.

DAS ZWÖLF-WOCHEN-GESUNDHEITSLOGBUCH –

DEIN PLAN STATT ZUFALL

Kennen wir nicht alle diese Ratgeber, die uns sagen, was wir tun sollen – aber nie, wie wir es konkret im Alltag umsetzen? Genau da setzt Cordelia an. Im Buch gibt es ein Gesundheitslogbuch, das dich über zwölf Wochen begleitet. Kein starres Korsett, sondern ein flexibler Plan mit kleinen Übungen, Routinen und Reflexionen, die du Schritt für Schritt in dein Leben einbaust.

Warum das so wirksam ist: Zwölf Wochen sind lang genug, um alte Gewohnheiten zu durchbrechen, und kurz genug, um motiviert zu bleiben. Kleine Veränderungen, konsequent umgesetzt, führen zu grossen Ergebnissen – spürbar und sichtbar.

RADIKAL EINFACH – UND GERADE DESHALB SO MÄCHTIG

Das Besondere an Cordelias Ansatz? Ihre Schlüssel sind radikal einfach. So einfach, dass man sie gerne unterschätzt. Aber genau darin liegt ihre Kraft: Nicht die komplizierten Biohacks, nicht die exotischen Superfoods oder teuren Geräte sind die allheilbringende Lösung. Es sind die simplen, machbaren Dinge: bewusstes Atmen, ausreichend Schlaf, ein Spaziergang, eine Handvoll Nüsse statt Chips.

PROVOKANTE WAHRHEIT

Viele verschieben ihre Gesundheit auf «später»: «Wenn ich mehr Zeit habe», «wenn die Kinder gross sind», «wenn der Stress vorbei ist». Aber die brutale Wahrheit lautet: Wenn wir ernsthaft krank werden, müssen sich alle Prioritäten in Sekunden ändern. Cordelia bringt es auf den Punkt: «Gesundheit ist dein kostbarster Besitz.» Warum also warten, bis es weh tut? Fang an, bevor du musst.

FAZIT:

DEINE GESUNDHEIT WARTET NICHT

Gesundheit ist kein Hexenwerk. Sie ist auch kein Zufall. Sie ist das Ergebnis deiner täglichen Entscheidungen. «Ärzte sind Experten für Krankheiten. Aber der Experte für deine Gesundheit bist du selbst», sagt Cordelia.

Das mag unbequem klingen. Aber es ist vor allem befreiend. Denn es bedeutet: Du hast es in der Hand – mit sieben einfachen Schlüsseln, einem klaren Plan und der Bereitschaft, ins Handeln zu kommen.

IM TREND:

K-BEAUTY UND GREEN BEAUTY

Felix Potocnik, Category Director

Beauty bei Manor

Über Trends, spannende Inhaltsstoffe und das vielfältige Angebot von Manor in den Bereichen Green Beauty und K-Beauty.

Interviewpartner_Felix Potocnik

Autor_Urs Huebscher

Herr Potocnik, warum hat sich Manor entschieden, ein so breites K-Beauty-Sortiment einzuführen?

FELIX POTOCNIK: K-Beauty steht weltweit für Innovationskraft, natürliche Wirksamkeit und ein hervorragendes Pflegeerlebnis. Wir möchten unserer Kundschaft genau dieses Erlebnis bieten – mit über 200 Produkten von 25 Marken, die für Qualität und Transparenz stehen. Mit diesem breiten Sortiment holen wir die führenden koreanischen Beauty-Trends in die Schweiz und ermöglichen es, Hautpflege individuell und wirksam zu gestalten.

Was macht koreanische Hautpflege aus Ihrer Sicht so beson ders – und worin unterscheidet sie sich von westlichen Beauty-Produkten?

Sie kombiniert die Heilkraft traditioneller Kräuter mit HightechInhaltsstoffen und setzt auf multifunktionale Formeln. Dabei spielt das Layering-Prinzip eine zentrale Rolle: Produkte werden in leich

ten Schichten aufgetragen, um Wirkstoffe optimal zu kombinieren und individuell an die Hautbedürfnisse anzupassen. Im Unterschied zu vielen westlichen Ansätzen liegt der Fokus nicht nur auf kurzfristigen Effekten, sondern auf einem ganzheitlichen Ritual.

Koreanische Marken sind bekannt für ihre innovativen Formeln, etwa mit fermentierten Extrakten oder Schneckenschleimfiltrat. Welche Wirkstoffe finden Sie derzeit besonders spannend?

Besonders spannend finde ich Inhaltsstoffe wie Centella asiatica (Tigergras), das beruhigend wirkt und die Hautbarriere stärkt, sowie fermentierte Reis- und Hefe-Extrakte, die antioxidativ und ausgleichend wirken. Auch Schneckenschleimfiltrat ist ein typischer K-Beauty-Wirkstoff, der die Hautregeneration unterstützt und tief Feuchtigkeit spendet.

Warum ist es für Manor wichtig, Green Beauty in den Fokus zu rücken?

Green Beauty steht für unser modernes Schönheitsverständnis: Wirksamkeit und Nachhaltigkeit passen perfekt zusammen. Wir wollen Pflege bieten, die Ergebnisse liefert, Wohlbefinden schafft und gleichzeitig Verantwortung übernimmt. Damit positionieren wir uns klar als Vorreiterin für verantwortungsvolle Schönheit im Schweizer Markt.

Das Green-Beauty-Sortiment reicht von Skincare über Haircare bis Make-up. Nach welchen Kriterien wählen Sie aus, welche Marken und Produkte aufgenommen werden? Wir achten auf hochwirksame, zertifizierte Inhaltsstoffe, biologisch abbaubare Formeln und nachhaltige Verpackungen. Entscheidend ist zudem, dass die Marken für höchste Qualität und transparente Herstellungsprozesse stehen. Unser Ziel ist ein vielfältiges Angebot, das sowohl Pflegeklassiker als auch innovative Neuheiten umfasst.

Wie schätzen Sie die Entwicklung von Green Beauty im Schweizer Markt ein?

Wir sehen Green Beauty schon heute nicht mehr als Nische, sondern als wachsenden Lifestyle. Immer mehr Menschen suchen nach natürlichen, veganen und nachhaltigen Produkten, die gleichzeitig leistungsstark sind. Wir sind überzeugt, dass Green Beauty künftig zum Standard wird – und Manor möchte diesen Wandel aktiv mitgestalten.

www.manor.ch/beauty

Green Beauty
K-Beauty

WOHLBEFINDEN UND STHETIK VEREINT

Sarah Oppenheim, Gründerin von Senskin

Mit Senskin setzt die Unternehmerin neue Massstäbe im Bereich Medical Aesthetics. Über innovative Technologien, die die Hautgesundheit nachhaltig verbessern.

Interviewpartnerin_Sarah Oppenheim Autor_Urs Huebscher

Frau Oppenheim, was hat Sie dazu bewegt, mit Senskin Ihre eigene Praxis zu gründen?

SARAH OPPENHEIM: Ich wollte einen Ort schaffen, an dem ich meine medizinische Kompetenz mit meiner Vorstellung von Ästhetik und Wohlbefinden verbinden kann. Nach vielen Jahren in Kliniken habe ich gemerkt, wie wichtig gesunde Haut für das Selbstbewusstsein ist – unabhängig vom Alter oder Geschlecht. Senskin ist spezialisiert auf medizinische Hautpflege und bringt Hautgesundheit, Natürlichkeit und Selbstvertrauen in Einklang.

Was steckt hinter der Technologie MEGAN by Skeyndor, die als beste Hautbehandlung des Jahres ausgezeichnet wurde?

MEGAN ist das erste Gerät, das drei der derzeit wirksamsten Hauttechnologien in einer Behandlung kombiniert: Radiofrequenz, Dermaboost (Hydroelektrophorese + Mesotherapie) und Phototherapie. Das klingt sehr technisch, heisst aber im Grunde, dass wir die Haut auf verschiedenen Ebenen ansprechen können. So entstehen bereits nach der ersten Sitzung sichtbare Ergebnisse: straffere Haut und eine verminderte Faltentiefe. Die Methode ist sanft, nichtinvasiv und sorgt für verfeinerte Poren sowie einen spürbaren Glow.

Aktuell herrscht ein grosser Hype um Exosomen in der Gesichtspflege. Was hat es damit auf sich?

Exosomen sind mikroskopisch kleine, natürliche Zellaktivatoren, die die Hautregeneration anregen – ein Wirkstoff, der auch in vielen hochwertigen Pflegeprodukten eingesetzt wird. In Kombination mit Microneedling verstärkt sich ihre Wirkung deutlich: Die feinen Nadeln öffnen mikrofeine Kanäle in der Haut, durch die die Exosomen tief eindringen können. Dort stimulieren sie die Zellkommunikation, fördern die Kollagenbildung und wirken entzündungshemmend. Das Ergebnis ist eine deutlich glattere, ebenmässigere Haut mit sichtbarer Verbesserung bei Falten, Narben und Pigmentstörungen.

Welche Tipps geben Sie Ihren Kund*innen, um die Haut im Winter gesund, hydratisiert und strahlend zu halten?

Kälte und Heizungsluft entziehen der Haut Feuchtigkeit, deshalb braucht sie jetzt besonders viel Pflege. Ich empfehle eine milde Reinigung mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Hyaluronsäure oder Ceramide. Gerade im Winter sind Behandlungen wie MEGAN oder Microneedling mit Exosomen ideal, weil sie die Regeneration unterstützen und die Haut widerstandsfähiger machen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Senskin – und für die Branche insgesamt?

Ich wünsche mir, dass Medical Aesthetics stärker als Teil der ganzheitlichen Gesundheit verstanden wird. Schönheit ist kein Luxus, sondern Ausdruck von Wohlbefinden und Selbstvertrauen. Mit Senskin möchte ich dazu beitragen, dass sich noch mehr Menschen – Frauen wie Männer – bewusst um ihre Haut kümmern.

www.senskin.ch

«AGILITÄT IST OFTMALS ENTSCHEIDENDER ALS DAS BUDGET»

Der rasante technologische Wandel stellt Unternehmen vor grosse Herausforderungen. Mit rund 600’000 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 30 Milliarden US-Dollar gehört TCS zu den grössten IT-Dienstleistern der Welt. Zur Schweizer Kundschaft zählen zahlreiche Unternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI), darunter Post Finance, Swiss Re oder ABB. Über die Pain Points von Grosskonzernen und KMU.

Interviewpartner_Rainer Zahradnik

Autor_Urs Huebscher

Herr Zahradnik, beraten Sie auch KMU?

RAINER ZAHRADNIK: TCS-Kunden in der Schweiz sind grössere oder mittelgrosse Unternehmen und Organisationen, typischerweise Marktführer in der Industrie oder einem Segment. Sie haben mehr als 500 Millionen Franken Jahresumsatz oder aber eine starke Wachstumsdynamik.

Welches sind aktuell ihre grössten Pain Points? Inwiefern unterscheiden sich Grosskonzerne von mittelgrossen Unternehmen? Cybersecurity und AI sind beides Themen, die alle Kundensegmente betreffen. Natürlich unterscheiden sich die zur Verfügung stehenden Budgets. Zudem ist die Risiko-Exposure bei Grosskonzernen höher als bei KMU. AI ist aber prinzipiell eher eine Frage der unternehmerischen Agilität und der Risikobereitschaft sowie der Skills, die mobilisiert werden können.

In welche Technologien wird am meisten investiert? Wir sehen grössere Investitionen in Transformationsprojekte. Vor allem besteht ein grosser Bedarf an Data-, Cloud- und AI-gesteuerter Transformation. Während bei Grosskonzernen das Potenzial bei der Kostenoptimierung gesucht wird, streben KMU öfter Effekte an der Kundenschnittstelle an.

Bei welchen Industrien sehen Sie das grösste Wachstumspotenzial?

Alle Industriezweige sind von den rasanten technologischen und geopolitischen Veränderungen betroffen. Wir verzeichnen derzeit in den Bereichen Banken, Versicherungen, Fertigung, Pharma, Konsumgüter und im öffentlichen Bereich die grösste Nachfrage.

Gibt es mit Blick auf die digitale Transformation Unterschiede zwischen europäischen und nordamerikanischen Unternehmen?

Die Amerikaner zeigen sich traditionell etwas investitionsfreudiger und offener gegenüber neuen Technologien. Den typischen europäischen Ansatz gibt es meiner Meinung nach nicht. In Grossbritannien beispielsweise setzen sich neue Technologien rascher durch als andernorts, während die Schweiz zwar führend im Entwickeln innovativer Lösungen ist, bei der Umsetzung aber oftmals in längeren Zeiträumen plant.

40 WÄLDER MIT WACHSTUMSWERT

TREECYCLE investiert in die grüne Zukunft

Zwischen Klimakrise und Kapitalmärkten verändert sich die Logik des Investierens: Kapital soll Rendite und Wirkung entfalten. TREECYCLE zeigt, wie das gelingt. Bei dem Unternehmen handelt es sich um ein Schweizer Impact-Investment, das Wälder wachsen lässt, den Regenwald schützt und stabile Erträge erzielt.

Autorin_Jannina Stüben

NACHHALTIGKEIT ALS GESCHÄFTSMODELL

Die TREECYCLE AG mit Sitz in Hünenberg ist eine Tochtergesellschaft der Global TREE Project AG (GTP) und steht exemplarisch für die Professionalisierung grüner Kapitalanlagen. Der Wertpapierprospekt des Unternehmens wurde 2025 erneut von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA-LI) genehmigt und nach Deutschland und Österreich notifiziert sowie in der Schweiz für den Vertrieb bewilligt. Damit zählt TREECYCLE zu den wenigen Impact-Investments Europas mit einem offiziell gebilligten Prospekt – ein Meilenstein für Transparenz und regulatorische Qualität in einem Markt, der noch immer von unregulierten Angeboten geprägt ist.

«Greenwashing muss ein Ende haben», sagt Gründer und CEO Jörg Schäfer. «Nur wenn ökologisches Handeln wirtschaftlich attraktiv ist, wird es dauerhaft umgesetzt. Unser Ziel ist es, ökologische Verantwortung mit messbarem Ertrag zu verbinden.»

VOM BAUM ZUR BILANZ

In Paraguay revitalisiert das Unternehmen mit dem «TreeCycle of Life®»-Modell ausgelaugte, brachliegende Flächen mithilfe der Bepflanzung schnell wachsender

Eukalyptus-Hybriden, die pro Jahr bis zu sieben Meter erreichen. Diese Hartholzbäume wandeln CO₂ in Sauerstoff um, liefern hochwertiges Holz für den Weltmarkt und entlasten zugleich natürliche Regenwälder.

Das Unternehmen bewirtschaftet heute drei grossflächige Forstprojekte in Paraguay – Cerro Azul, Iturbe und Santa Lucía – mit über 1 200 Hektar Land und mehr als 380’000 gepflanzten Bäumen. Das TREECYCLE-Logo aus 115’000 Bäumen bei Cerro Azul ist sogar im GuinnessBuch der Rekorde als grösstes Naturlogo der Welt eingetragen und symbolisiert, wie wirtschaftliche Innovation und ökologische Wirkung ineinandergreifen.

Ziel der Aufforstung: zehn Millionen Bäume auf 10’000 Hektar Land. Durch modernste Forsttechnologie und eine konsequente Reinvestitionsstrategie, bei der ein Teil der Erträge direkt in neue Pflanzungen fliesst, ist dieses ambitionierte Ziel erreichbar. «Ein Wald wächst über Jahrzehnte und liefert dabei immer wieder Erträge», sagt Schäfer. «Anders als viele Finanzprodukte, die beim nächsten Crash wertlos sind, bleibt Land und Holz bestehen. So entsteht ein Vermächtnis über Generationen.»

TREE – EIN WERTPAPIER MIT WURZELN

Zur Finanzierung wurde das blockchainbasierte Wertpapier TREE entwickelt – ein zeitlich unbegrenztes Gewinnbeteiligungsrecht, dessen Prospekt 2025 erneut genehmigt wurde. Der TREE-Token steht für reale, mit Holz hinterlegte Ertragsansprüche und gilt als Real World Asset (RWA) – also als digitalisierter Vermögenswert mit physischem Gegenwert.

«Das grösste Hindernis bei Waldinvestments war lange die fehlende Flexibilität. Land und Bäume lassen sich nicht einfach handeln», erklärt Schäfer. «Deshalb haben wir für jeden Baum ein digitales Pendant auf der Blockchain geschaffen. So entsteht ein realer Sachwert, der weltweit transparent und überprüfbar ist.»

TREECYCLE kombiniert so die Stabilität klassischer Sachwerte mit den Chancen der digitalen Ökonomie. Die Blockchain sorgt für Rückverfolgbarkeit und der genehmigte Wertpapierprospekt für Transparenz. Denn das ist nach wie vor eine Seltenheit in einem Markt, der von unregulierten Krypto- und Umweltprojekten geprägt ist.

EIN MARKT MIT ZUKUNFT

Paraguay entwickelt sich zum Hotspot für nachhaltige Forstwirtschaft: politische Stabilität, günstige Landpreise und CO₂-freie

Energie aus Wasserkraft schaffen ideale Rahmenbedingungen für das Projekt. 2024 wurde das Land erstmals von Moody’s, einer der weltweit führenden Ratingagenturen, mit «Investment Grade» bewertet – ein starkes Signal für institutionelle Anleger.

Auch international gewinnt Holz als strategischer Rohstoff an Bedeutung. Apple und Microsoft investieren zunehmend in Wälder und Aufforstungsprojekte, um ihre Klimaziele zu erreichen. «Unternehmen wollen nicht länger nur CO₂-Zertifikate kaufen, sondern echte Wirkung erzielen», sagt Schäfer. «Das ist ein Paradigmenwechsel: Nachhaltigkeit wird zum Geschäftsmodell und diese Entwicklung ist wichtig.»

DER BIOLOGISCHE ZINSESZINS

Das Geschäftsmodell basiert auf dem Prinzip des TreeCycle of Life®: ein fortlaufender Ernte- und Reinvestitionszyklus, bei dem Gewinne teils ausgeschüttet, teils in neue Aufforstungen investiert werden. 40 Prozent fliessen an Investor*innen, 50 Prozent in neue Pflanzungen, zehn Prozent in den Schutz des Urwalds und soziale Projekte.

laden wir sie regelmässig nach Paraguay ein. Wer einmal unter diesen Bäumen steht, versteht sofort, was es bedeutet, reale Werte wachsen zu sehen.»

Die TREECYCLE AG glaubt an die zeitlose Wertbeständigkeit von Holz und Gold – zwei Rohstoffe, die sich über Jahrhunderte bewährt haben und auch künftig Stabilität für die langfristige Sicherung von Vermögen bieten. «Ich sage gerne: Gold bekommt keine Kinder – Holz schon», meint Schäfer mit einem Lächeln. «Wenn ich Gold verkaufe, ist es weg. Wenn ich aber Holz verkaufe, wächst es nach.» TREECYCLE nutzt diesen «biologischen Zinseszins», um ökologische Wirkung und finanzielles Wachstum in Einklang zu bringen.

WIRKUNG, DIE WÄCHST

Was TREECYCLE von klassischen Finanzprodukten unterscheidet, ist seine unmittelbare Erfahrbarkeit. Investor*innen können die Aufforstungsflächen besuchen, die Entwicklung der Bäume beobachten und die soziale Wirkung durch Bildungsinitiativen vor Ort erleben. «Viele unserer Anleger wollen ihre Bäume sehen und anfassen», erzählt Schäfer. «Darum

FAZIT: GRÜNES WACHSTUM MIT SUBSTANZ

«Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, in Aufforstung zu investieren», sagt Schäfer abschliessend. «Die natürlichen Wälder verschwinden in rasantem Tempo und staatliche Rentensysteme geraten unter Druck. Wer heute auf Sachwerte setzt, sichert nicht nur sein Vermögen, sondern schafft Werte für kommende Generationen.»

Der Kreis schliesst sich also: Kapital lässt Wälder wachsen, Wälder schaffen Werte – ökologisch, sozial und ökonomisch. TREECYCLE zeigt, wie nachhaltiges Wirtschaften zur stabilsten Form von Wachstum wird: Wer in Natur investiert, erntet Zukunft.

Jetzt kostenlos* Mitglied werden und profitieren.

*HEV-Mitgliedschaft bis Ende 2025. Ab 2026 gilt der reguläre Jahresbeitrag der zuständigen Sektion. Die Aktion gilt nur für Neumitglieder und bis 31.12.2025. Hier anmelden: www.hev-schweiz.ch/prestige-magazin

Hauseigentümerverband Schweiz

Seefeldstrasse 60, Postfach, 8032 Zürich www.hev-schweiz.ch, info@hev-schweiz.ch

Markus

FENSTER ZUR NACHHALTIGKEIT

Forschungsprojekt untersucht Sanierung und Wiederverwendung von Fenstern

Oft werden alte Fenster im Zuge von Gebäudeerneuerungen kurzerhand entsorgt. Dabei könnten sie mit geringem Materialeinsatz instandgesetzt und weiterverwendet werden. Nun hat die Fachhochschule Nordwestschweiz mit Praxispartnern das Potenzial der Ertüchtigung gebrauchter Fenster untersucht. Fazit: Die Sanierung bestehender Fenster vermindert Treibhausgas-Emissionen und senkt den Ressourcenverbrauch – und sie ist günstiger als der Einbau neuer Fenster.

Autor_Benedikt Vogel, im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE)

Gebäude werden zunehmend mit erneuerbaren Energien beheizt. Damit sinken die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen für die Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum klimafreundlichen Netto-Null-Haus. Damit ein Haus möglichst wenig Treibhausgase verursacht, müssen aber auch Baustoffe und Bauteile klimafreundlich hergestellt werden. Dazu gehören die Fenster. Bei deren Herstellung entstehen nämlich beträchtliche Mengen an Treibhausgasen. So können bei der Fertigung eines grossen Fensters mit Sonnenschutz beziehungsweise eines Fensters mit Spezialverglasung «graue» Treibhausgas-Emissionen im Umfang von bis zu einer Tonne Kohlendioxid-Äquivalent anfallen. Das entspricht den Emissionen eines Mittelklassewagens, der 3 000 Kilometer zurücklegt.

KLIMASCHÄDLICHE BAUTEILE

Fenster werden in neu erstellten Gebäuden verbaut, aber auch in Bestandsbauten. Nach circa 30 Jahren werden sie in der Regel ausgebaut und durch Neufenster ersetzt. In der Schweiz wurden gemäss der Marktanalyse von «Branchenradar Fenster» im Jahr 2023 rund 1.74 Millionen Fenster (gemessen in Fensterflügeln) verkauft. Zwei Drittel diente dem Ersatz alter Fenster, ein Drittel gelangte in Neubauten. «Die grauen Treibhausgasemissionen der Fenster machen einen relevanten Anteil an den Treibhausgasen der Erstellung eines Gebäudes aus», sagt Barbara Sintzel, Professorin am Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau  (INEB) an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Für Sintzel ist daher klar: «Wir müssen nach Wegen suchen, die von den Fenstern verursachten Emissionen zu senken.»

Barbara Sintzel ist Co-Leiterin eines Forschungsprojekts, das in den letzten drei Jahren untersucht hat, wie sich die grauen Treibhausgas-Emissionen von Fenstern durch Ertüchtigung und Wiederverwendung (Re-Use) vermindern lassen. Im Fokus standen Fenster mit Isolier- und Wärmeschutzverglasung. Früher benutzte Einfach- und Doppelverglasungen wurden nicht betrachtet, weil sie keinen zeitgemässen Wärmeschutz bieten und daher für die Ertüchtigung im Normalfall ungeeignet sind. Am Projekt war das Bauplanungsbüro Zirkular GmbH (Basel) mit beteiligt. Das Forschungsvorhaben wurde vom Bundesamt für Energie und weiteren Partnern finanziell unterstützt.

ISOLIERVERGLASUNG MIT LUFT ODER MIT EDELGAS

Der Wärmeschutz eines Fensters hängt von der Verglasung ebenso ab wie vom gewählten Rahmen. Früher wurden Fenster benutzt, bei denen ein oder zwei Gläser in einen Holzrahmen eingesetzt wurden. Ab den 1960er Jahren kam die Isolierverglasung auf, bei der zwei (oder auch drei) Gläser luftdicht in den Rahmen eingesetzt werden, so dass die Luftschicht zwischen den zwei (oder drei) Gläsern als wärmedämmende Schicht wirkt. Durch Einsatz von Holz-Metall-Rahmen beziehungsweise Metall- und Kunststoffrahmen sowie dickeren Rahmen konnte der Wärmeschutz später weiter verbessert werden. Der Wärmeschutz der Isolierverglasungen wurde ab den 1980er Jahren optimiert, indem Glasscheiben mit einer Low-e-Beschichtung (englisch low emissivity; tiefe Emissionen) versehen wurden, welche die Strahlungswärmeverluste vermindert. Zudem ging man dazu über, den Raum zwischen den zwei (oder drei) Gläsern mit Argon oder einem anderen Edelgas zu füllen, was den Wärmeschutz erhöht. Mit diesen Verbesserungen konnte man den Wärmeschutz – ausgedrückt im Wärmedurchgangskoeffizienten  U  – um einen Faktor 10 gegenüber der früheren Einfachverglasung verbessern und U-Werte unter 1.0 Watt pro Quadratmeter Kelvin erreichen. Parallel zu dieser Entwicklung wurden die gesetzlichen Anforderungen an die Wärmedämmung von Fenstern in den letzten Jahren verschärft. Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn), welche die Grundlage der kantonalen Energiegesetze bilden, forderten im Jahr 2008 bei Gebäudesanierungen beim Einzelbauteilnachweis für Fenster einen U-Wert von 1.3. Mit den MuKEn 2014 wurde dieser Wert auf 1.0 gesenkt. Ein U-Wert unter 1.0 kann nur mit einem 3-Scheiben-Isolierglas mit Gasfüllung erreicht werden. Diese Dämmwirkung kann man nachträglich erreichen, indem man ein 2-Scheiben-Isolierglas mit einem dritten Glas aufdoppelt. Kann der UWert 1.0 für das Fenster nicht erreicht werden, muss bei der Bewilligung ein Systemnachweis erstellt werden und der Wärmeschutz kann durch andere Massnahmen am Gebäude kompensiert werden. Das eröffnet einen gewissen Spielraum, wenn durch eine Ertüchtigung alter Fenster der U-Wert von 1.0 nicht ganz erreicht werden kann.

ALTE FENSTER AUFARBEITEN

In der Schweiz ist das Recycling von Flachglas noch wenig verbreitet. Daher landen alte Verglasungen sehr oft auf Deponien für mineralische Abfälle. Langsam zeichnet sich allerdings ein Umdenken ab. Erste Firmen wie Velux oder 4B sind bereit, die ausgebauten Fenster zurücknehmen. Damit schaffen sie die Voraussetzung, dass die Fenster ertüchtigt und im gleichen oder in einem anderen Gebäude weiterverwendet werden könnten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Forschungsprojekt mit dem Kürzel FenSanReuse fünf Strategien im Umgang mit alten Fenstern miteinander verglichen:

ERTÜCHTIGUNG IST KLIMAFREUNDLICH

w Einfache Ertüchtigung: Anstrich und Dichtungen werden nach Bedarf erneuert, Scharniere und Beschläge nachjustiert und gegebenenfalls ausgetauscht.

w Glasaufdopplung: 2-fach-Isolierverglasungen werden mit einer dritten, beschichteten Glasscheibe ergänzt. Der dabei neu entstehende Zwischenraum wird mit einem wärmedämmenden Gas befüllt, wie bei Wärmeschutzfenstern üblich.

w Glasersatz: Die Verglasung wird ersetzt, der Rahmen aber erhalten. Eingesetzt wird eine Wärmeschutzverglasung mit normalem Flachglas, Dünnglas oder Vakuum-Hybridglas (Kombination von Wärmeschutzverglasung und Vakuumverglasung).

w Renovationsfenster: Fensterrahmen und -flügel werden für einen Bestandsbau nach Mass neu angefertigt, und zwar so, dass sie in den bestehenden Blendrahmen eingebaut werden können.

w Fensterersatz: Hierbei handelt es sich nicht um die Ertüchtigung eines alten Fensters, sondern um den Einbau eines neuen Fensters in einem Bestandbau.

Die Forscherinnen und Forscher von FHNW und Zirkular GmbH konnten zeigen, dass die Ertüchtigung eines Fensters deutlich weniger graue Treibhausgas-Emissionen verursacht als der Einbau eines neuen Fensters (vergleiche Grafik 02). Besonders klimafreundlich sind die Ertüchtigungsvarianten Glasaufdopplung, Glasersatz und Glasersatz Vakuum-Hybrid. So verursacht beispielsweise eine Glasauf-dopplung 80 Prozent weniger Emissionen als der Ersatz durch Fenster mit Kunststoffrahmen. Bisher steht bei einem Fensterersatz in der Regel die Verminderung der Betriebsenergie im Fokus. Bei einer ganzheitlichen Betrachtung der Emissionen aus Herstellung und Betrieb werden die Ertüchtigungsvarianten auch interessant und sollten mitberücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für Ge-bäude, die erneuerbar beheizt werden. Die Bedeutung des Heizsystems betont auch der FenSanReuse-Schlussbericht: «Es zeigt sich, dass die Kombination aus Fensterertüchtigung und erneuerbarem Heizsystem oft zu besseren Gesamtergebnissen führt als ein Fensterersatz bei fossiler Wärmeerzeugung.»

30-JÄHRIGE FENSTER IN GUTEM ZUSTAND

Die Forschenden untersuchten fünf Liegenschaften in Basel und Zürich, die überwiegend eine Zweifach-Wärmeschutzverglasung mit Edelgasfüllung aus den Jahren 1995 bis 2003 haben. «Wir waren erstaunt, in welch gutem Zustand die Fenster im Allgemeinen noch waren», sagt Gregor Steinke, FHNW-Wissenschaftler und Co-Leiter des Projekts. Der gemessene U-Wert der Fensterverglasungen lag zwischen 1.0 und 2.2 Watt pro Quadratmeter Kelvin, und die wärmedämmende Wirkung des Edelgases war in den meisten Fällen intakt (Gasfüllgrade zwischen 70 und 93 Prozent). Bei rund der Hälfte der Fenster lag der U-Wert bei 1.3 Watt pro Quadratmeter Kelvin und tiefer. «In diesem Fall ist ein Fensterersatz oder eine Glasaufdopplung nicht unbedingt nötig», sagt Steinke.

In ihren Sanierungsempfehlungen kamen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Schluss, dass in vier der fünf untersuchten Gebäude die Fenster (Rahmen und Verglasung) trotz ihres Alters von 20 bis 30 Jahren erhalten werden können und eine einfache Ertüchtigung ausreicht (vergleiche Grafik  04). Gemeint ist damit zum Beispiel das Einstellen / Reparieren der Beschläge oder die Ergänzung der Dichtung. Barbara Sintzel: «Wir finden es schade, wenn man noch gute Qualität hat und solche Fenster blind ersetzt.» Für die Aufarbeitung der alten Fenster anstelle des Einbaus neuer sprechen im Übrigen auch die Kosten. Diese betragen in vielen Fällen nur rund die Hälfte (vergleiche Grafik 05).

MATERIALPASS FÜR RE-USE-FENSTER

Das Forscherteam hat eine Wegleitung zum Umgang mit Fenstern aus gealterten Bestandsbauten erarbeitet. Gebäudebesitzerinnen, Architekten, Energieberaterinnen oder Bauphysiker sollen dadurch animiert werden, eine Wiederverwendung alter Fenster zu prüfen, bevor diese vorschnell entsorgt werden. Empfohlen werden auch eine regelmässige Wartung sowie Justierung von Fenstern mindestens alle fünf Jahre. Weiter fordern die Forscherinnen und Forscher, für Fenster aus Bestandsbauten einen Materialpass zu erstellen, wie er für neu eingebaute Fenster schon üblich ist. Hierbei handelt es sich um ein standardisiertes Datenblatt, das alle relevanten Eigenschaften eines Fensters (Aufbau, thermische Kennwerte, Schadstoffe, Kohlenstoffdioxid-Bilanz et cetera) dokumentiert. Dieser Materialpass ist die Voraussetzung für eine Wiederverwendung von Fenstern im bestehenden oder in neuen Gebäuden und kann bei der Erstellung eines GEAK-Energieausweises oder für die Baubewilligung den Prozess vereinfachen. Die am Projekt beteiligten

Forscherinnen und Forscher verweisen auf einen weiteren Aspekt: Normenverschärfungen führen dazu, dass bei der Fensterproduktion mehr Ressourcen eingesetzt und damit die grauen Treibhausgasemissionen erhöht werden. Sind zum Beispiel Sicherheitsoder Lärmschutzverglasung notwendig, bringt das zusätzlichen Materialaufwand. Oder dickere Gläser brauchen mehr hochreinen Quarzsand, wie er für die Glasproduktion benötigt wird. «Jede Normenverschärfung muss heute auf die Materialaspekte überprüft werden», fordert Barbara Sintzel. Auf ein Umdenken drängt das FenSanReuse-Forscherteam auch bei der für Fenster angenommenen Lebensdauer. Diese beträgt heute gemäss SIANorm 2032 durchschnittlich 30 Jahre. Die Forschenden fordern im Projektschlussbericht eine Neubewertung: «Die Qualität von Fenstern und Gläsern hat sich in den letzten Jahren weiter verbessert, so dass je nach Materialisierung eine Lebensdauer von bis zu 40 Jahren gegeben ist. Mit entsprechender Pflege und Unterhalt lässt sich die Lebensdauer zusätzlich verlängern.

HINWEISE

Der Schlussbericht zum Projekt «Sanierungsverfahren und ReUse von Fenstern – Materialpass und Wegleitung» (FenSanReuse) ist abrufbar unter: www.aramis.admin.ch/ Texte/?ProjectID=51620 Auskünfte erteilt Martin Ménard (menard@lowtechlab.ch), externer Leiter des BFE-Forschungsbereichs Gebäude und Städte. Weitere Fachbeiträge über Forschungs-, Pilot-, Demonstrations- und Leuchtturmprojekte im Bereich Gebäude und Städte finden Sie unter www.bfe.admin.ch/ec-gebaeude.

VON DER VISION ZUM PRODUKT

Vier Schweizer Erfolgsgeschichten mit Skalier-DNA

Vier Unternehmen zeigen, wie aus klugen Ideen anwendbare Produkte werden – mit spürbarem Nutzen für Kundinnen und Kunden, Ärztinnen und Ärzte, Investorinnen und Investoren oder Landwirtinnen und Landwirte. Dafür wurden sie mit dem SEF.Growth High Potential Label ausgezeichnet.

MYBACS: EVIDENZBASIERTE

MIKROBIOM-PRODUKTE –WISSENSCHAFTLICH ENTWICKELT, ALLTAGSTAUGLICH ERKLÄRT

Wer seine Verdauung oder Hautgesundheit verbessern will, wird oft von Mythen und widersprüchlichen Ratschlägen überrollt. mybacs setzt deshalb auf eine klare Linie: wissenschaftlich entwickelte Prä-, Pro- und Postbiotika, die in verständliche Anwendungen übersetzt werden und sich ohne grosse Hürden in den Alltag einfügen. Programme, begleitende Guides und ein optionales Abo sorgen dafür, dass aus einem guten Vorsatz eine verlässliche Routine wird, während Retail-Formate den ersten Einstieg erleichtern. Technisch liegt der Fokus auf gezielt ausgewählten Stämmen und stabilen Formulierungen, die transparent deklariert sind – keine Übertreibungen, dafür nachvollziehbare Wirkungspfade. Geschäftlich bedeutet das planbare Wiederkäufe und testbare Markteinführungen, die sich datenbasiert optimieren lassen. Der nächste Schritt ist der Ausbau in ausgewählten europäischen Märkten, unterstützt von Formaten für unterwegs und einer engeren Verzahnung von Produkt und Wissen, damit Konsument*innen nicht nur «nehmen», sondern auch verstehen.

ICOTEC: RADIOLUZENTE WIRBELSÄULENIMPLANTATE – PRÄZISERE BILDGEBUNG FÜR

BESSERE ENTSCHEIDUNGEN

In der Onkologie und Wirbelsäulenchirurgie entscheidet die Qualität der Bildgebung oft über das richtige Vorgehen. Metallimplantate erzeugen in CT und MRI störende Artefakte und erschweren die Beurteilung; icotec begegnet dem mit einem Carbon-PEEK-Verbundwerkstoff (BlackArmor®), der in der Bildgebung nahezu «unsichtbar» bleibt. Dadurch lassen sich Tumorgrenzen, Knochenheilung und Strahlendosen präziser beurteilen, was Planung, Operation und Nachsorge messbar verbessert. Kliniken schätzen zudem die Kombination aus stabiler Fixation und strahlentherapeutischer Präzision, weil sie Entscheidungen sicherer und schneller macht. Regulatorisch ist das Portfolio breit zugelassen und im internationalen Klinikalltag etabliert, während neue Schrauben- und Plattensysteme weitere Indikationen erschliessen. Kommerziell setzt icotec auf eine Kombination aus Direktvertrieb in Kernmärkten und starken Distributionspartnern, um den Zugang für Spitäler weltweit zu erleichtern. Das Ergebnis ist ein durchgängiger Behandlungspfad: stabil fixieren, sauber abbilden, Therapie gezielter steuern.

GENTWO: VON DER IDEE ZUM PRODUKT –INFRASTRUKTUR FÜR SCHNELLE, REGULIERTE STRUKTURIERUNG

Eine Finanzinnovation scheitert selten an Ideen, sondern an der Strecke dazwischen: rechtliche Struktur, Dokumentation, Prozesse, Testing und das Zusammenspiel der Beteiligten. GenTwo schliesst diese Lücke mit einer Plattform, die aus einzelnen Projekten einen reproduzierbaren «Fertigungsprozess» macht: standardisierte Zweckvehikel, überprüfte Dokumentbausteine und Workflows, die sich nahtlos von der Produktidee bis zur Marktreife ziehen. So sinkt die Time-to-Market von Monaten auf Tage, und Teams können eine Innovation planen, statt sie jedes Mal neu zu improvisieren. Für Investor*innen entsteht ein transparenter Zugang zu neuen Themen, während Banken, Vermögensverwalter und Fintechs von geringerer Komplexität und skalierbaren Abläufen profitieren. Partnerschaften mit grossen Marktteilnehmern («Superscalern») treiben die internationale Verbreitung voran, ohne die regulatorische

XFARM TECHNOLOGIES: ENTSCHEIDUNGSPLATTFORM

FÜR DIE

LANDWIRTSCHAFT – DATEN REIN, KLARE HANDLUNG RAUS

Moderne Landwirtschaft verlangt, Ertrag, Kosten und Nachhaltigkeit gleichzeitig im Griff zu behalten – ein Balanceakt zwischen Wetter, Boden, Pflanzenge sundheit und Markt. xFarm bringt Ord nung in diese Variablen, indem Felddaten, Sensorik, Maschinensignale und Satelli tenbilder auf einer Plattform zusammen laufen und von Algorithmen in konkrete Empfehlungen übersetzt werden: wann Bewässern sinnvoll ist, wo Düngung wirk lich nötig wird und wie Pflanzenschutz zielgenau bleibt. Für Betriebe bedeutet das weniger Material- und Wasserein satz bei stabiler Leistung, dokumentierte Nachweise auf Knopfdruck und einen stets aktuellen Überblick über den eige nen Betrieb. Besonders stark wirkt die Lösung, wenn mehrere Höfe oder ganze Lieferketten eingebunden sind: Alle arbeiten mit demselben Lagebild, Entscheidungen werden vergleichbar und auditsicher. xFarm wächst von Europa aus in weitere Regionen, ergänzt Funktionen für Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeitsmetriken und hält die Bedienung bewusst einfach, damit Technologie keine Hürde, sondern ein Hebel bleibt.

VERTRAUEN SCHAFFT WACHSTUM –SEF.GROWTH HIGH POTENTIAL LABEL ÖFFNET TÜREN

SEF.Growth prüft und coacht wachstumsstarke Firmen und vergibt bei überzeugender Reife das High Potential Label – ein kompaktes Qualitätssignal, das Vertrauen schafft, Sichtbarkeit erhöht und Zugänge zu Netzwerk und Kapital erleichtert.

www.sef-growth.ch

DAUERHAFT ERFOLGREICH DURCH INNOVATION

Die Erfolgsgeschichte eines bald 100-jährigen Schweizer KMU

Wenger Fenster setzt bei der Herstellung von Fenstern und Türen aus Holz und Holz-Metall auf innovative Konzepte. Mit Unterstützung von Innosuisse und der Berner Fachhochschule (BFH) hat das KMU aus dem Kanton Bern ein rahmenintegriertes System zur aktiven Belüftung entwickelt, das Raumkomfort und Energieeffizienz verbindet.

Stettler, Kommunikationsspezialistin bei Innosuisse

Nicole Wenger und Bernhard Bieri sind die treibenden Kräfte hinter den Innovationen.

Seit Jahrzehnten Branchenführer mit neuester Technologie: Das ist dem Familienunternehmen Wenger Fenster gelungen. Das 1932 gegründete und in Wimmis im Kanton Bern ansässige KMU hat sich auf die Herstellung von Holz- und Holz-MetallFenstern, Schiebeelementen, Festverglasungen, Eingangstüren und Dachfenstern spezialisiert. Sein Markenzeichen sind robuste und energieeffiziente Produkte sowie handwerkliches Können.

Wenger Fenster setzte schon früh auf technologische Nachhaltigkeit und konnte sich damit auf dem Schweizer Markt einen soliden Ruf erarbeiten. Heute ist das Unternehmen als wichtiger Akteur sowohl im Neubau als auch in der Renovierung anerkannt.

INNOVATION, INVESTITION UND FORTSCHRITT

Dass sich das Unternehmen über Generationen hinweg an der Spitze halten konnte, verdankt es einer klaren Strategie: Innovation und Investition in die Zukunft. Dem Ehrgeiz und der Beharrlichkeit der jeweiligen Geschäftsführung ist es zu verdanken, dass sich Wenger Fenster in einer stark umkämpften Branche durch die Verbindung von Tradition und Moderne profilieren konnte. «Um die Jahrtausendwende entwickelte und lancierte das Unternehmen das erste integrale Fenster ohne sichtbaren Flügel. Dieses innovative Modell sorgt für mehr Licht und Sonne im Inneren und vereint Komfort und Effizienz, da es besser isoliert, weniger Material verbraucht und einfacher zu warten ist. Auch wenn die Idee zunächst auf Skepsis stiess, hat sie sich inzwischen als technologischer Massstab etabliert und bewiesen, dass eine Idee eine ganze Branche voranbringen kann», erklärt Nicole Wenger, Vorsitzende der Geschäftsleitung von Wenger Fenster.

IMMER WEITER

Das Unternehmen hat sich noch nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Wenger Fenster perfektioniert die eigenen Produkte kontinuierlich und orientiert sich dabei stark an den Bedürfnissen der Kunden. «Wir versuchen, die Probleme und Erwartungen des Marktes wahrzunehmen, um konkrete Antworten liefern zu können. Auf diese Weise können wir massgeschneiderte Lösungen anbieten, uns durch einzigartige Verkaufsargumente abheben und unseren Kundenkreis erweitern», betont Nicole Wenger.

Getreu diesem Ansatz hat Wenger Fenster kürzlich dank der Unterstützung von Innosuisse und einer engen Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule (BFH) einen neuen Meilenstein erreicht. Gemeinsam entwickelten sie ein aktives, rahmenintegriertes Belüftungssystem. Diese Innovation verbindet optimalen Raumkomfort mit Energieeffizienz. «Eine Zarge wird als Basis in den Wandkörper montiert», erläutert Bernhard Bieri, Leiter Technik. «Anschliessend wird das Fenster an die Einbauzarge montiert. Zum Schluss werden Komponenten wie Lüfter, Filter und Wärmetauscher in einem Gehäuse eingeschoben. Die frische Aussenluft wird durch die Abluft über einen Kreuzwärmetauscher vorgewärmt, was eine konstante Belüftung bei minimalen Energieverlusten gewährleistet.»

STARKE WIRKUNG

Wenger Fenster hat damit einen neuen technologischen Meilenstein erreicht. «Innosuisse hat uns bei der Forschung und Entwicklung nicht nur finanziell unterstützt. Dank der Expertise der BFH konnten wir auch von zeitlichen Ressourcen profitieren», erklärt Bernhard Bieri. Diese Kooperation ermöglichte uns den

Das KMU Wenger Fenster steht für robuste und energieeffiziente Produkte.

Zugriff auf hochspezialisiertes Wissen ausserhalb unseres Kerngeschäfts, beispielsweise die Simulation von Luftströmen durch verschiedene Komponenten – wichtiges Fachwissen für die Entwicklung des neuen aktiven Belüftungssystems.

Mit dieser neuen Technologie möchte Wenger Fenster sein Angebot erweitern und seiner Kundschaft Lüftungslösungen anbieten, die mehr leisten als einfaches manuelles Lüften. Und da diese Innovation unabhängig vom eigentlichen Fenstersystem ist, eröffnet sie auch Perspektiven im B2B-Bereich.

Das Unternehmen schätzt, dass Fenster mit integrierter Lüftung in den nächsten fünf bis zehn Jahren einige Prozent seines Umsatzes ausmachen könnten. Die Vermarktung soll innerhalb der nächsten beiden Jahre nach Abschluss der Pilotprojekte erfolgen, bei denen die Lösung unter realen Bedingungen getestet wird.

Via QR-Code gelangen Sie zum Projektvideo.

ÜBER INNOSUISSE

Innosuisse ist die schweizerische Agentur für Innovationsförderung. Sie fördert mit Innovationsprojekten und Vernetzung gezielt die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Wissenschaft. Durch die Stärkung von wissenschaftsbasierten Innovationen trägt Innosuisse zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Entwicklung auf nationaler und globaler Ebene bei.

Der Innosuisse Guide führt Sie in wenigen Schritten zum passenden Förderangebot

www.innosuisse.guide

Wenger Fenster hat seinen Sitz seit der Gründung 1932 in Wimmis im Kanton Bern.

DIE AR-INNOVATION AUS ÉCUBLENS

AWie ein Start-up das Sehen verändert

Forschung und Entwicklung brauchen Kapital – und Vordenker. Das Westschweizer Unternehmen

CREAL nutzt den UBS Private Investor Circle, um seine Technologie zur Marktreife zu bringen.

Autor_UBS

ugmented Reality (AR) ist nach dem Hype um Pokémon Go aus dem Rampenlicht gerückt. In der Industrie jedoch bleibt das Thema hochrelevant. Insbesondere in der Produktion, der Medizin und im Design zählt AR zu den vielversprechendsten langfristigen Trends.

Ein zentrales Problem bisheriger AR-Brillen war der UnschärfeEffekt, der virtuelle Inhalte verzerrt und Text schwer lesbar macht. Genau hier setzt CREAL an. Das Start-up aus der Romandie vereint erfahrene Ingenieure von Intel, Magic Leap, der EPFL und CERN.

Mit seiner Light-Field-Display-Technologie hebt CREAL das Nutzererlebnis auf ein neues Niveau: Das Bild wirkt natürlich und augenschonend, Ermüdung und mögliche Übelkeit beim Tragen werden deutlich reduziert. «AR-Brillen werden in den kommenden Jahren voraussichtlich zur wichtigsten Schnittstelle zwischen Mensch und KI und damit auch klassische Displays – inklusive Smartphones – ersetzen», sagt Tomas Sluka, CEO von CREAL.

KAPITAL ALS INNOVATIONSTREIBER

Um seine Ziele konsequent zu verfolgen, hat CREAL in einer Eigenkapitalrunde rund sieben Millionen Franken aufgenommen. Der Optikhersteller ZEISS fungierte als Leadinvestor –gemeinsam mit neuen und bestehenden Investoren sowie Mitgliedern des UBS Private Investor Circle.

«Ein grosser Vorteil der Zusammenarbeit mit UBS ist der einzigartige Zugang zu Investorinnen und Investoren im UBS Private Investor Circle», so Sluka. «UBS hat eine wirkungsvolle Plattform geschaffen, die Deep-Tech-Unternehmen wie unserem die Verbindung zu den passenden Kapitalgebern ermöglicht.» Mitglieder des UBS Private Investor Circle erhalten pro Jahr 10 bis 15 exklusive Direktbeteiligungsmöglichkeiten an innovativen Schweizer Unternehmen – wie im Fall von CREAL.

VON DER IDEE ZUR ANWENDUNG

In einem Pilotprojekt wird ZEISS die patentierte Technologie von CREAL im Rahmen einer Lizenzvereinbarung in Diagnose- und Behandlungsgeräte integrieren. Zudem dient das aufgenommene Kapital der weiteren Miniaturisierung des AR-Light-FieldModuls. Damit wird der Weg frei für leichte, alltagstaugliche AR-Brillen – zunächst für Unternehmenskunden und später auch für Endverbraucher.

GEMEINSAM ZUM ERFOLG

UBS ist ein führender Finanzierungspartner für innovative Schweizer Start-ups und Scale-ups. Diese profitieren nicht nur von langjähriger Fundraising-Expertise, sondern auch vom Zugang zu einem hochkarätigen und breit vernetzten Investorenkreis.

www.ubs.com/growthadvisory

CEO Tomas Sluka mit dem Prototyp der von CREAL entwickelten «Ultimate-AR»-Brille

IQTAG: DER DIGITALE SCHUTZSCHILD FÜR AUTHENTIZITÄT

Wie eine europäische Technologie Fälschungen nun den Kampf ansagt

In einer Zeit, in der Produktfälschungen ganze Branchen destabilisieren und das Vertrauen der Verbraucher auf dem Spiel steht, gewinnt die Sicherung von Authentizität eine neue strategische Bedeutung. Die Zahl der Fälschungen steigt nicht nur, sie wird auch raffinierter. Besonders betroffen sind Sektoren, in denen Vertrauen über Erfolg oder Misserfolg entscheidet: Pharmazeutika, Alkohol, Luxusgüter, Schmuck. Die wirtschaftlichen Schäden gehen in die Milliarden, doch noch gravierender ist die Gefahr für Konsumenten, wenn etwa Medikamente oder sicherheitsrelevante Produkte manipuliert werden.

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Vor diesem Hintergrund tritt eine europäische Innovation in den Vordergrund: IQTAG, ein technologischer Schutzschild für eine Welt, die dringend neue Standards der Transparenz benötigt. Entwickelt von einem interdisziplinären Team aus Sicherheitsexperten, IT-Spezialisten und Handelsexperten, formt IQTAG eine neuartige Lösung für ein globales Problem: ein System, das Authentizität überprüfbar macht und gleichzeitig Vertrauen neu definiert.

WIE

FUNKTIONIERT IQTAG?

Das Herzstück von IQTAG ist ein doppeltes QR-Code-System, das in Verbindung mit Blockchain-Technologie eine bislang unerreichte Sicherheitsebene schafft. Jedes Produkt erhält einen frei zugänglichen Code sowie einen zweiten, versteckten Identifikator, der erst beim ersten Scan durch den Käufer aktiviert und unwiederbringlich in der Blockchain gespeichert wird. Nach dieser Aktivierung gilt der Code als verbraucht – Klonversuche verlieren sofort ihre Gültigkeit. Für den Verbraucher bedeutet dies eine eindeutige Bestätigung der Echtheit, für den Hersteller einen wirksamen Schutz vor Repliken sowie direkten Zugang zu Rückmeldungen entlang der gesamten Lieferkette.

SICHERHEIT UND TRANSPARENZ AUF NEUEM NIVEAU

IQTAG ist ein vollständiges Ökosystem, das sich durch seine Offenheit und Flexibilität auszeichnet. Das System benötigt keine eigene App, funktioniert plattformunabhängig und kann ohne Eingriff in bestehende Produktionslinien eingeführt werden, denn ein geschütztes, fälschungssicheres Etikett genügt. Marken können die Codes auf Verpackungen, direkt am Produkt, auf Dokumenten oder Zertifikaten platzieren – je nach Bedarf und Prozessstruktur. Ein integrierter Schutzmechanismus gegen Substitution, also das Auswechseln echter durch gefälschte Etiketten, schafft zusätzliche Sicherheit: Beim Scan werden Domaininformationen sichtbar, die Nutzer selbst prüfen können. Transparenz wird damit nicht nur versprochen, sondern sichtbar gemacht.

ERSTE SCHRITTE AUF DER INTERNATIONALEN BÜHNE

Die Technologie findet bereits international Anklang. IQTAG befindet sich in Gesprächen mit europäischen Waffen- und Schmuckherstellern, die besonders stark unter Fälschungsdruck stehen, ebenso wie mit Regierungsstellen in Nigeria, die das System im Rahmen nationaler Kennzeichnungsprojekte evaluieren. Auch im Pharmasektor in Usbekistan wird IQTAG bereits als mögliches Element einer landesweiten Identifikationsinitiative geprüft. Unterstützt wird die internationale Expansion von CzechTrade, einer Regierungsorganisation unter dem tschechischen Aussenministerium, die IQTAG als verlässlichen und innovationsstarken Partner positioniert.

SKALIERBARKEIT UND STRATEGISCHE ENTWICKLUNG

Die Plattform selbst ist von Beginn an auf Wachstum ausgelegt. Cloud-Infrastruktur, verteilte Serverstrukturen und ein modulares Design ermöglichen eine schnelle Skalierung – ganz gleich, ob ein einzelner Hersteller oder ein Staat mit Millionen von Produkten eingebunden wird. Dazu kommen flexible Geschäftsmodelle, von SaaS-Lösungen bis zu White-Label-Modellen, die eine massgeschneiderte Implementierung ermöglichen. Der Blick des Entwicklerteams richtet sich bereits weiter in die Zukunft. In Planung stehen digitale Echtheitszertifikate auf NFT-Basis sowie KI-gestützte Analysesysteme, die Verbraucherverhalten interpretieren und auffällige Marktmuster frühzeitig erkennen können.

Am Ende steht eine simple, aber wirkungsvolle Idee: Authentizität muss überprüfbar sein. Vertrauen braucht Technologie. Und wer sich den Herausforderungen einer globalisierten Wirtschaft stellt, braucht Schutzmechanismen, die sowohl flexibel als auch fälschungssicher sind. IQTAG könnte genau das werden: der neue Standard für verantwortungsbewusstes Wirtschaften in einer Welt, die längst im digitalen Zeitalter angekommen ist.

KI TRIFFT TOURISMUS

«Made in Bern» fördert digitale Innovation in den Destinationen der Region

Künstliche Intelligenz (KI) verändert den Tourismus in rasantem Tempo. Da heisst es, den Anschluss nicht zu verpassen. Die Berner Tourismusakteure erhalten dabei Unterstützung vom Kompetenzzentrum Digitalisierung von «Made in Bern».

Autor_Markus Fässler

«Digitalisierung und KI sind für Tourismusdestinationen zwar kein Muss. Sie eröffnen aber unglaublich viele Möglichkeiten. Wer diesbezüglich nicht fit ist, verpasst unter Umständen viele Chancen und vergibt einen Wettbewerbsvorteil», sagt Lino Gross-Erne. Er ist Leiter Digital & Kommunikation bei «Made in Bern» und führt das Kompetenzzentrum Digitalisierung. Die touristische Dachmarketingorganisation «Made in Bern» vertritt die Destinationen Adelboden-LenkKandersteg, Bern, Gstaad, Interlaken, die Jungfrau-Region sowie Biel-Seeland und Grand Chasseral.

Lino Gross-Erne ist Leiter Digital & Kommunikation bei «Made in Bern» und führt das Kompetenzzentrum Digitalisierung.

KOMPETENZZENTRUM ALS ZENTRALE PLATTFORM

Seit über fünf Jahren agiert das Kompetenzzentrum als zentrale Plattform für den Austausch zwischen den Digitalexpertinnen und -experten der Berner Tourismusdestinationen. Dabei teilen sie Erfahrungen, sammeln Best Practices und lancieren neue Projekte. Daraus entstanden bereits Kooperationen bei der Anschaffung digitaler Tools sowie bei der Standardisierung von Datenformaten. Ein Datenschutzprojekt aus dem Jahr 2023, bei dem die Destinationen ein fertiges Paket mit rechtlichen Erklärungen, Dokumentenvorlagen und wichtigen Kontakten erhielten, bereitete die Berner Tourismusorganisationen auf kommende Änderungen im Datenschutzgesetz vor. Seit 2024 wird jährlich eine digitale Weiterbildungsveranstaltung für Tourismusakteure angeboten – der Digital Day (siehe Bild oben links).

Ein Schwerpunkt des Kompetenzzentrums liegt zudem seit Längerem auf dem Einsatz von KI. «Viele denken bei KI im Zusammenhang mit Tourismus zuerst an den Gästekontakt. Aus meiner Sicht noch spannender ist die Automatisierung interner Abläufe. Dort können Destinationen enorm viel Zeit und Ressourcen sparen», sagt Gross-Erne.

RASANTE ENTWICKLUNG ALS HERAUSFORDERUNG

Das Tempo bei der Entwicklung von KI ist dabei nicht nur für die Destinationen, sondern auch für das Kompetenzzentrum eine stetige Herausforderung. Was heute neu sei, sei morgen vielleicht schon wieder veraltet, so Gross-Erne. Trotzdem können sich die Resultate sehen lassen. Mit dem nationalen Innotour-Projekt «AI Content- & Buchungstool für den Tourismus» entwickelte «Made in Bern» zusammen mit anderen Schweizer Tourismusregionen zum Beispiel ein System, das präzise touristische Inhalte mithilfe von KI automatisch generiert.

Bereits zuvor kamen Machine-Learning-Anwendungen zum Einsatz. Diese helfen, Zielgruppen besser zu verstehen. Anstatt hypothetische «Personas» zu definieren, wurden reale Nutzungsdaten der Berner Tourismuswebsites analysiert. «Daraus lassen sich Verhaltensmuster ableiten. So haben wir zum Beispiel bestätigt bekommen, dass Gäste, die sich für Städtereisen interessieren, häufig auch kulinarische Angebote suchen», so Gross-Erne.

WENN DER KI-AGENT DEN NEWSLETTER SCHREIBT

Aktuell arbeitet das Kompetenzzentrum an einem Folgeprojekt, das KI-Agenten in die tägliche Arbeit integrieren soll. Diese übernehmen wiederkehrende Aufgaben, wie etwa die Bearbeitung häufiger Gästeanfragen oder sogar die automatische Erstellung von Newslettern inklusive Themenrecherche und Formatierung. «Dabei verändert sich die Rolle der Mitarbeitenden. Sie sind neu mehr Manager und kontrollieren am Schluss zum Beispiel nur noch, ob alle Inhalte korrekt sind. Solche Tools entlasten die Teams enorm und schaffen mehr Raum für kreative Aufgaben.»

Neue Entwicklungen eröffnen immer neue Chancen, können da und dort aber auf Widerstand stossen. Laut Gross-Erne sei das im Berner Tourismus glücklicherweise kaum der Fall. «Wir zwingen niemanden dazu, mitzumachen. Unsere Projekte kommen bei denen zum Einsatz, die sie wollen.»

Ohnehin sei der Austausch unter den Tourismusregionen der ganzen Schweiz sehr gut.

www.madeinbern.com

«UNSER MATCHA WIRD SHAKEN, NOT STIRRED»

Sebastyan Meixger, Gründer von MatchaLand

Das junge Schweizer Unternehmen MatchaLand ist spezialisiert auf hochwertigen Bio-Matcha von einer kleinen Teefarm in Japan. Über die moderne, einfache Art, Matcha zu geniessen.

Interviewpartner_Sebastyan Meixger

Autor_Urs Huebscher

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, MatchaLand zu gründen?

SEBASTYAN MEIXGER: Kaffee hat mir nie gutgetan – die Energie war kurz, der Effekt zu stark. Mit Matcha kam die gleichmässige, langanhaltende Energie. In der Schweiz fand ich aber nur winzige Dosen, teuer und mit kompliziertem Zubehör. Ich wollte Matcha einfacher, moderner und erschwinglicher machen. So entstand MatchaLand – mit hochwertigen Sorten, die man im Alltag unkompliziert geniessen kann.

Wie trinken oder essen Sie Ihren Matcha am liebsten? Morgens ganz klar als Vanilla Matcha Latte mit Magermilch (wegen des Proteins). Im Sommer liebe ich Sorten wie Strawberry oder Mango Matcha, eiskalt mit Wasser oder Kokoswasser. Und täglich gehört mindestens ein Matcha-Proteinriegel dazu.

Woher beziehen Sie Ihren Matcha, und wie stellen Sie die Qua lität sicher?

Unser Matcha kommt direkt aus einer kleinen Teefarm in Uji, Kioto. Wir stehen in engem Kontakt mit den Farmern, bekommen jede Charge frisch gemahlen und jede Lieferung wird auf Reinheit und Schwermetalle geprüft.

Was macht Ihren Matcha im Vergleich zu anderen Anbietern besonders?

Die Kombination aus Qualität, Erschwinglichkeit und Vielfalt. Wir haben sieben Geschmacksrichtungen – von Chai bis Mango –und unser Matcha wird «shaken, not stirred» mit der speziellen Matcha-Shaker-Flasche. Keine teuren Dosen, kein kompliziertes Ritual, einfach guter Matcha für jeden Tag.

Wie kam es zur Entwicklung der neuen Matcha-Proteinriegel?

Ich wollte ein Frühstücksprodukt entwickeln, das sättigt, Energie gibt und in den aktiven Alltag passt. So entstanden die Matcha-Proteinriegel. Bis Ende des Jahres werden es sechs Sorten sein – welche genau, bleibt noch geheim.

Wie setzen Sie Nachhaltigkeit um?

Wir vermeiden unnötige Verpackung – deshalb keine 30-GrammDosen. Unsere Beutel sparen Platz, verursachen weniger CO₂ beim Transport und wir können bis zu 50 Prozent der Bestellungen als Brief verschicken.

Wo sehen Sie MatchaLand in den nächsten fünf Jahren?

Wir wollen unser Frühstückssortiment ausbauen – Produkte rund um Matcha, die Energie und Fokus geben. Unser Traum ist, MatchaLand bald auch bei Coop oder Migros zu sehen.

Welche Kombination würden Sie privat gerne ausprobieren?

Matcha und Ube! Diese Kombination aus Matcha und der violetten Süsskartoffel, bekannt von Boba Stores, wäre optisch und geschmacklich einfach genial.

«ECHTE, SPÜRBAR MENSCHLICHE INHALTE»

Ludovic Chenaux, Mitgründer von Up to you

Die Westschweiz tickt anders als die Deutschschweiz – auch online. Der Mitbegründer der national tätigen SocialMedia-Agentur Up to you über kulturelle Unterschiede, authentische Kommunikation und die Bedeutung lokaler Partner.

Interviewpartner_Ludovic Chenaux Autor_Urs Huebscher

Herr Chenaux, was bietet Ihre Agentur an?

LUDOVIC CHENAUX: Mit einem Team von 35 Spezialist*innen aus zwölf Fachbereichen haben wir eine einzigartige Expertise im Bereich Social Media aufgebaut – mit dem Ziel, Marken ein menschliches Gesicht zu geben und sie mit ihren Zielgruppen zu verbinden. Zu unseren Kunden zählen Laurastar, Présence Suisse, der Zürich Marathon oder der Schweizerische Uhrenverband. Besonders stolz sind wir auf zwei Auszeichnungen für den besten «Werbecontent des Jahres» für Kampagnen von Andros und Vaudoise Assurances.

Warum sollten Unternehmen ihre Kommunikation an die Westschweiz anpassen?

Weil die Westschweiz nicht die «französische Version» der Deutschschweiz ist. Kulturelle Codes, Tonalität und Kommunikationsrhythmus unterscheiden sich deutlich. Oft glauben Deutschschweizer Marken, eine Übersetzung genüge – doch was in Zürich funktioniert, wirkt in Lausanne oft zu direkt oder zu «corporate». In der Romandie schätzt man mehr Kontext, Emotion und Inszenierung; in der Deutschschweiz zählen Effizienz und Pragmatismus. Viele Marken steuern ihre Kommunikation von Zürich aus und unterschätzen die Bedeutung lokaler Partner. Doch erfolgreiche Kampagnen entstehen nur, wenn man den Markt, die Medien und die Kultur vor Ort kennt.

Welche Herausforderungen gibt es in Ihrer Branche?

Plattformen, Algorithmen und Trends wechseln ständig. Die grösste Herausforderung bleibt jedoch der Mensch: zu verstehen, wie unterschiedliche Zielgruppen und Kulturen sich online ausdrücken. In der Schweiz kommt hinzu, dass viele Marken «eine nationale Botschaft» wollen, obwohl Humor, Referenzen und Kommunikationsstile stark variieren.

Wo und wie nutzen Sie künstliche Intelligenz?

Im März 2024 haben wir UTY3 gegründet, ein Spin-off unserer Agentur, das sich auf KI spezialisiert hat. UTY3 bietet Schulungen, KI-gestützte Lösungen und massgeschneiderte Anwendungen für Unternehmen an – etwa ein Tool zur anonymisierten Nutzung von ChatGPT.

Welche Trends prägen Social Media aktuell?

Authentizität und Nähe! Nutzer*innen wünschen sich echte, spürbar menschliche Inhalte, keine glatten Werbebotschaften. Zwischen der Romandie und der Deutschschweiz unterscheiden sich Trends, Tonalität und Influencer. Marken müssen das berücksichtigen, um regional glaubwürdig zu bleiben.

Welche Projekte stehen für 2026 an?

Wir freuen uns, Burger King als neuen Kunden zu begleiten. Eine Marke mit 95 Standorten in der Schweiz braucht mehr als eine nationale Botschaft – wir wollen ihr dabei helfen, mit Authentizität, passender Tonalität und Nähe zu überzeugen.

«MÖGLICHST WENIG GEDANKEN UND MÖGLICHST VIEL LEBEN»

Nik Herrigel und sein Buch Tree-Drop

Was, wenn alle digitalen Geräte stillstehen? In seinem Buch erzählt Nik Herrigel von unserer Technologieabhängigkeit – und von Hoffnung durch Achtsamkeit.

Interviewpartner_Nik Herrigel

Autor_Urs Huebscher

Was hat Sie zu diesem Buch inspiriert?

NIK HERRIGEL: Mir fiel auf, wie mein Mobiltelefon zum ständigen Begleiter wurde, fast wie ein Haustier oder Freund. Stets dabei, wuchs der Wunsch nach Ruhe vor dem Handy. Ich erkannte, dass der dauernde Griff nach dem Gerät eine heimtückische Sucht war. Eines Abends entstand die Idee eines aschgrauen Baums, der alle Geräte blockiert. Aus diesem Gedankenspiel entstand «Tree-Drop», in dem die Protagonisten ihre Geschichten erzählen.

Das Buch spielt in der nahen Zukunft. Könnte es auch schon heute spielen?

Die digitale Abhängigkeit ist heute schon stark ausgeprägt –Kommunikation, Shopping, Navigation und Unterhaltung laufen praktisch über Geräte. KI verstärkt dies noch. Im Buch gibt es nur eine Omniintelligenz, die alle Lebensbereiche steuert, während die Menschen sich ablenken. Noch ist das fiktiv, doch wir sind der Zukunft näher, als es uns lieb ist.

Welche Rolle spielen Themen wie Technik, Digitalisierung und Achtsamkeit in Ihrem Leben?

Schon als Kind nutzte ich Computer kreativ, bemerkte aber die Anziehungskraft und das Suchtpotenzial. Meine Eltern lehrten mich einen verantwortungsvollen Umgang und den Ausgleich zur Ratio – Bücher wie «Momo» oder «Der kleine Prinz» prägten mich. Achtsamkeit und Spiritualität sind für mich essenziell, um im digitalen Alltag Ruhe und Inspiration zu finden.

Der «Tree-Drop»-Moment – das tägliche digitale Stillstehen der Welt – ist symbolisch. Was sollen Ihre Leser*innen in diesem Moment der Leere spüren oder erkennen?

Die Leser*innen erleben den Stillstand durch die Geschichte. Jeder zieht daraus etwas anderes. Es gibt kein «Sollen». Das Buch soll zum Nachdenken und bewussteren Erleben anregen. Zwischen den Zeilen versucht es zudem, die Leser*innen zu entschleunigen, damit sie das Leben in sich fühlen können. Mitnehmen sollen Leser*innen möglichst wenig Gedanken und möglichst viel Leben.

Trotz dystopischer Elemente wirkt «Tree-Drop» hoffnungsvoll. Welche Chancen sehen Sie in der Verbindung von Mensch und Technologie?

Digitale Technologien, vor allem KI, verängstigen viele so, wie neue Technologien das früher taten. Entscheidend ist ein kritischer Umgang: Kreativität und Präsenz dürfen nicht der Technik überlassen werden. Wer achtsam bleibt, kann die Welt mit allen Sinnen erleben und Technologie als bereicherndes Werkzeug nutzen.

DREI HOTELS, EIN VERSTÄNDNIS VON GASTLICHKEIT

Ein Erlebnis aus Atmosphäre, Genuss und Gastgeberkultur

ZÜRICH – BOUTIQUE-SETTING AM SEE

Im AMERON Bellerive au Lac trifft Art-décoCharme auf präzise Organisation. Die Lage am Zürichsee bietet Bühne und Ruhe zugleich – ideal für kleine, hochwertige Meetings und exklusive Dinners. 13 Gault-Millau-Punkte unterstreichen kulinarische Qualität, hybride Set-ups sorgen für Reichweite. Ergebnis: ein Ort für Entscheidungen im kleinen Kreis.

DAVOS – ALPINE ENERGIE AUF 1 560 METERN

Das AMERON Swiss Mountain Resort in Davos verbindet diskrete Betreuung mit alpiner Erlebniswelt. Ob Ski-Incentive, Sommer-Retreat oder OffsiteMeeting – hier trifft Organisation auf Erlebniswert. Vollbuchungen ermöglichen geschlossene Veranstaltungen mit persönlicher Betreuung und klarer Struktur. Das Resultat: Teamspirit, der bleibt.

LUZERN – KREATIV UND URBAN ZUGLEICH

Mit zentraler Lage und persönlicher Atmosphäre bietet das AMERON Hotel Flora kurze Wege und Boutique-Charme für Workshops oder Teamtage. Kulinarische Erlebnisse wie die Dinner-Show «Le Petit Chef» oder das Eventformat «Le Châlet» schaffen authentische Schweizer Momente – unterhaltsam und verbindend.

Moderne Business-Events brauchen heute mehr als Räume und Technik – sie leben von Persönlichkeit, Atmosphäre und Gastgeberkultur. Die AMERON Collection zeigt in Zürich, Davos und Luzern, wie Gastfreundschaft, Kulinarik und verlässliche Planung ein stimmiges Ganzes ergeben.

Autor_Urs Huebscher

EIN VERLÄSSLICHES PORTFOLIO

Zürich mit Seelage und Gourmetküche, Davos mit alpinem Erlebnischarakter, Luzern mit urbanem Flair und kreativen Eventideen: So lässt sich Arbeit, Begegnung und Genuss heute neu denken – mit Raum für echte Momente. Wo alles stimmig ineinandergreift, entstehen Erinnerungen, die über den Anlass hinaus wirken.

EIN FERNSEHER FÜR DESIGNLIEBHABER*INNEN

Wo Hightech zur Kunst wird

Kunst oder Technik? The Frame von Samsung verbindet Hightech mit Design und schafft ein neues Wohngefühl.

Autor_Urs Huebscher

Der Fernseher, oft ein zentraler Blickfang im Wohnraum, wird nicht selten als Störfaktor in einem kuratierten Interieur empfunden. Mit The Frame zeigt Samsung, dass sich Unterhaltungselektronik nahtlos in ein harmonisches Raumkonzept integrieren lässt.

Im Ruhezustand verwandelt sich das Gerät vom Bildschirm zum Kunstobjekt. Sein mattes, entspiegeltes Display unterdrückt Reflexionen und verleiht digitalen Abbildungen eine verblüffende Analogie zu gedruckter oder gemalter Kunst. Der Samsung Art Store ist eine exklusive Plattform, die Zugriff auf über 3 000 Werke aus internationalen Museen und Galerien gewährt. Nutzer können zwischen berühmten Klassikern und zeitgenössischer Kunst wählen, wodurch der Fernseher zur personalisierbaren digitalen Galerie wird.

Technologisch positioniert sich das Gerät auf hohem Niveau. Die zertifizierte Quantum-Dot-Technologie gewährleistet eine präzise Kalibrierung des Farbraums und eine hohe Leuchtdichte, die sich selbstregulierend an die Umgebungshelligkeit anpasst. Das Resultat ist eine detailgetreue und farbauthentische Wiedergabe. Durch smarte Audiotechnik wird ausserdem der Ton dynamisch an die Bildinhalte angepasst, sodass Stimmen klar bleiben und Effekte eine räumliche Tiefe erhalten.

Ein weiterer Aspekt ist die nahtlose architektonische Integration. Dank seiner geringen Bautiefe und einer fast bündigen Wandhalterung verschmilzt The Frame optisch mit der Wand. Die externe Wireless One Connect Box entkoppelt das Display von allen Kabeln und Anschlüssen und ermöglicht es, diese dezentral und unsichtbar zu organisieren. Austauschbare Rahmen in diversen Farbvarianten erweitern die gestalterische Flexibilität und erlauben eine noch harmonischere Abstimmung auf das jeweilige Interieur.

Samsung gelingt hier ein bemerkenswerter Spagat: The Frame ist ein Hochleistungsgerät und zugleich ein Designobjekt. Es erfüllt die technischen Anforderungen an Bildqualität und Performance und reduziert gleichzeitig die Präsenz von Technologie im Alltag auf ein Minimum.

www.samsung.com/de/explore/entertainment/quantum-dots

SCHUHE, DIE FRAUEN STÄRKEN

Zeitloses Design mit sozialer Wirkung

Mit Studio Amo lanciert Ochsner Shoes eine neue Eigenmarke, die zeitloses Design mit sozialem Engagement verbindet. Ein Teil des Umsatzes fliesst an Non-Profit-Organisationen, die sich Anliegen von Frauen in der Schweiz widmen. Durch Umfragen wird ermittelt, wo Unterstützung am dringendsten benötigt wird.

Autor_Urs Huebscher

Studio Amo versteht sich als Label für Mode mit Haltung – mit dem Anspruch, nicht nur ästhetisch zu überzeugen, sondern gesellschaftliche Wirkung zu entfalten. Die minimalistischen, langlebigen Schuhkollektionen werden fair in Europa produziert und richten sich an Kundinnen, die Wert auf Qualität und bewusstes Design legen. Doch Studio Amo geht einen Schritt weiter: Jeder Kauf unterstützt Projekte, die sich den dringendsten Anliegen von Frauen in der Schweiz widmen.

Um die Anliegen gezielt zu identifizieren, hat Ochsner Shoes in Zusammenarbeit mit dem Frauenmagazin annabelle eine Umfrage durchgeführt. Diese zeigt deutlich: Frauen in der Schweiz stehen unter erheblichem mentalem und finanziellem Druck. 60 Prozent der Befragten geben an, ihre psychische Gesundheit sei belastet. Jede zweite Frau sorgt sich um ihre wirtschaftliche Zukunft – insbesondere mit Blick auf das Rentenalter. Für 75 Prozent der Mütter stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine tägliche Herausforderung dar. Diese Ergebnisse offenbaren nicht nur individuelle Belastungen, sondern auch strukturelle Ungleichgewichte, die gezielte Unterstützung erfordern.

Die Umfrage dient dabei als Kompass: Sie zeigt auf, wo der Bedarf am grössten ist, und stellt sicher, dass die Spenden wirkungsorientiert eingesetzt werden. Am Jahresende fliessen mindestens zwei Prozent des Umsatzes von Studio Amo an eine ausgewählte Non-Profit-Organisation, die sich den am häufigsten genannten Anliegen widmet. Ziel ist es, jährlich mindestens 50’000 Franken zu spenden. Kundinnen werden über laufende Abstimmungen aktiv in die Entscheidung eingebunden, welche Institution unterstützt wird. So entsteht ein partizipatives Netzwerk, das Frauen verbindet, stärkt und ihren Stimmen Gewicht verleiht.

Die erste Kollektion ist ab sofort in allen Stores sowie im Onlineshop erhältlich.

E-BIKE-MARKT IM WANDEL

Warum die TVS EBike Company auf Zürich als Hauptsitz setzt und wie das Unternehmen den Markt neu gestaltet

Über ein reelleres Preis-Leistungs-Verhältnis beim E-BikeKauf, die erfolgreiche Verknüpfung von Online- und Offlinevertrieb und die aktuelle Situation der Lieferketten.

Interviewpartner_Deven Kataria und Marc Frey

Autor_Jonathan Spirig

Nach den hinter uns liegenden Boomjahren – wie würden Sie die aktuelle Marktsituation im E-Bike Geschäft beschreiben?

MARC FREY: Wir beobachten weiterhin eine hohe und stabile Nachfrage bei Jung und Alt. Wachsend sind die Bereiche E-Trekking und E-Mountainbike, insbesondere mit den neuesten Motorgenerationen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass für Konsumentinnen und Konsumenten ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtiger geworden ist als reine Marken- oder reine Preisangebote. Nach dem Boom und angesichts der aktuellen Weltlage befinden sich Hersteller und Händler in einer Konsolidierungsphase – von der Euphorie zurück zur Realität.

Die Zeit der grossen Rabatte ist also vorbei?

MARC FREY: Ich denke, die grossen Rabatte werden in naher Zukunft nicht vollständig verschwinden, aber zurückgehen, da die hohen Lagerbestände der letzten zwei Jahre seitens Händler und Hersteller abgebaut werden.

Gibt es branchenspezifische Herausforderungen für stationäre E-Bike-Shops?

DEVEN KATARIA: Zweifellos. Entscheidend sind ein stabiles Team und eine gute Lage. Die Geschäfte sollten einladend wirken, gut organisiert sein und einen lokalen Bezug haben. Ergänzend braucht es starke Onlineressourcen für die Kundinnen und Kunden. Besonders wichtig ist für uns die Verknüpfung von Offline- und Onlineshopping.

Wie finden Sie gutes Fachpersonal – für den Verkauf und für die Werkstätten?

DEVEN KATARIA: In einem Land mit niedriger Arbeitslosigkeit wie der Schweiz ist das nicht einfach und beansprucht unser HR-Team stark. Für Mechanikerinnen und Mechaniker rekrutieren wir Lernende, die bei uns ausgebildet werden, und bieten flexible Arbeitszeitmodelle an. Im Verkauf setzen wir insbesondere in kleineren Shops auf Mitarbeitende, die sowohl als Mechaniker als auch im Verkauf arbeiten können. In den kommenden Monaten werden wir zudem noch mehr Ressourcen in die Schulung unserer Shop-Mitarbeitenden investieren.

Was ist Ihre Strategie bei der Gestaltung des Filialnetzes?

DEVEN KATARIA: Wir verfügen über das grösste Netzwerk spezialisierter E-Bike-Shops in der Schweiz. Dieses Netz ist so gestaltet, dass die Anfahrtswege kurz bleiben und eine gute Bevölkerungsbasis in der Nähe vorhanden ist. Mit dem Wachstum im Onlinevertrieb und im Hinblick auf die Wettbewerbssituation passen wir unser Netzwerk bei Bedarf punktuell an.

Das Headquarter von TVS EBike sitzt in der Schweiz. Warum dieser Standort?

DEVEN KATARIA: Wir sind in der Schweiz mit zwei Übernahmen in den E-Bike-Sektor eingestiegen. Danach haben wir unsere Aktivitäten mit kleineren Teams nach Grossbritannien und Australien ausgeweitet. Dass wir unseren globalen Hauptsitz in Zürich etabliert haben, ist ein klares Zeugnis für die Stärke des vorhandenen E-Bike-Know-hows in der Schweiz sowie für das unternehmensfreundliche Umfeld hierzulande.

ÜBER DIE TVS EBIKE COMPANY AG

Die TVS EBike Company mit Sitz in Zürich gehört zur TVS Motor Company, dem viertgrössten Zweiradhersteller der Welt. Mit über 30 m-way-Filialen in der Schweiz ist das Unternehmen der führende Schweizer E-Bike-Händler. Die Firma entwickelt auch ihr eigenes Produktportfolio in den Kategorien City und Trekking sowie Mountainbike (Allegro, Cilo, EBCO, EGO Movement und Simpel), das über globale B2B-Kanäle vermarktet wird.

www.tvsebike.com

Deven Kataria (links), CEO, und Marc Frey (rechts), Einkaufschef, der TVS EBike Company.

RHETORIK ZWISCHEN FASZINATION UND PROVOKATION

Was hinter der Wirkung von Donald Trumps Worten steckt

Was wir über Wirkung, Sprache und Begeisterung lernen können – auch wenn wir ihn ablehnen. Seine Art zu sprechen zeigt, wie stark vereinfachte Botschaften, Emotionen und Präsenz die Wahrnehmung formen.

Autorin_Angela Barzen

Donald Trump polarisiert wie kaum ein anderer. Für die einen ist er Symbol für Stärke und Mut, für die anderen Inbegriff von Spaltung und Egozentrik. Doch eines steht fest: Er hat Wirkung. Und das liegt vor allem an seiner Rhetorik. Trump beherrscht das Spiel mit Sprache, Emotion und Bühne. Er versteht, dass Kommunikation nicht einfach Information bedeutet – sondern Inszenierung, Emotion und das bewusste Setzen von Bildern. Für Führungskräfte und Unternehmer*innen lohnt es sich, hier genau hinzuschauen: nicht um ihn zu kopieren, sondern um zu verstehen, was Rhetorik leisten kann, wenn sie bewusst eingesetzt wird.

1. VEREINFACHUNG ALS MACHTINSTRUMENT

Trumps Sprache ist radikal einfach. Kurze Sätze. Klare Aussagen. Konkrete Bilder. «Make America Great Again» – vier Worte, die Geschichte geschrieben haben. In einer Welt, die von Komplexität überfordert ist, bietet er Einfachheit. Diese Reduktion ist kein Zufall, sie ist Kalkül. Denn je klarer eine Botschaft ist, desto stärker wirkt sie. Menschen sehnen sich nach Orientierung. Nach jemandem, der ihnen inmitten widersprüchlicher Informationen eine Richtung gibt. Viele Führungskräfte können genau hier ansetzen: Wer als Rednerin oder Unternehmerin überzeugen will, braucht den Mut, Dinge auf den Punkt zu bringen. Nicht alles zu erklären, sondern das Wesentliche klar zu benennen. Wirkung entsteht nicht durch viele Worte, sondern durch die richtigen.

2. EMOTION SCHLÄGT INFORMATION

Trump spricht nicht zu Köpfen – er spricht zu Bäuchen. Er weiss, dass Menschen Entscheidungen selten rational treffen. Also bedient er Emotionen: Stolz, Angst, Hoffnung, Wut. «They are taking our jobs» – ein Satz, der Angst erzeugt. «We will win so much you’ll get tired of winning» – ein Satz, der Stolz und Zugehörigkeit anspricht. Jedes Wort ist ein Gefühlstrigger. Damit aktiviert er etwas, das viele in der Kommunikation unterschätzen: Emotionen sind der Motor von Motivation. Gerade in der Führung, im Team, in der Zusammenarbeit entscheidet Emotion über Energie. Menschen folgen nicht der logischsten Idee, sondern der Person, die sie spüren lässt, dass sie gemeint sind.

3. DIE MACHT DER WIEDERHOLUNG

Trump wiederholt seine Botschaften unermüdlich. Er sagt dieselben Sätze, dieselben Phrasen – immer und immer wieder. Für viele klingt das monoton, fast übertrieben. Aber psychologisch ist es genial. Wiederholung schafft Verankerung. Sie erzeugt das Gefühl von Beständigkeit. Wer eine Botschaft oft genug hört, beginnt, sie zu glauben – selbst wenn sie emotional statt faktisch überzeugt. Auch in Unternehmen gilt: Eine Vision wird erst dann Realität, wenn sie so oft erzählt wird, dass sie in den Köpfen lebendig bleibt. Wiederholung ist keine Schwäche, sie ist der Verstärker von Klarheit.

4. WIR-GEFÜHL UND FEINDBILD – ZWEI SEITEN DERSELBEN MEDAILLE

«We» gegen «They» – diese rhetorische Struktur zieht sich durch Trumps Reden wie ein roter Faden. Sie schafft Identität. Sie teilt die Welt in Freund und Gegner, in Zugehörigkeit und Bedrohung. Das WirGefühl ist mächtig. Es aktiviert unser tiefes Bedürfnis nach Gemeinschaft, Sicherheit, Zugehörigkeit. Genau darin liegt auch die Chance für positive Führung – wenn es gelingt, dieses «Wir» nicht gegen andere zu richten, sondern für ein gemeinsames Ziel zu nutzen. Hier setzt Angela Barzen in ihrer Keynote «Sieben Tipps, wie man Menschen begeistert» an: Sie zeigt, wie Kommunikation, Zusammenarbeit und Leadership Brücken bauen – wie Rhetorik zum verbindenden Element wird, das Teams stärkt, Vertrauen schafft und Zusammenarbeit lebendig macht. Grosse Ziele entstehen dann, wenn Menschen sich als Teil von etwas Grösserem erleben.

5. DER PERFORMER AUF DER BÜHNE

Trump ist kein klassischer Redner – er ist ein Performer. Seine Mimik wirkt überzeichnet, seine Gestik ist gross, seine Stimme klingt kraftvoll. Er füllt den Raum, beherrscht das Timing. Rhetorik ist bei ihm nicht nur Sprache, sondern Inszenierung. Er nutzt Pausen, Blickkontakt, Wiederholungen und Rhythmus, um Spannung zu erzeugen. Damit zieht er Aufmerksamkeit auf sich – und die hält er fest. Wenn wir Wirkung erzielen wollen, dann braucht es genau diese Präsenz. Ob auf der Bühne, im Meeting oder im Video-Call: Menschen spüren, ob jemand da ist – mit Energie, mit Haltung, mit klarer Botschaft. Wirkung ist immer ganzheitlich: Sie entsteht, wenn Stimme, Körper und Worte dieselbe Richtung sprechen.

WAS BLEIBT

Donald Trump ist kein Vorbild für Werte, aber ein Lehrbeispiel für Wirkung. Seine Rhetorik zeigt, was Sprache auslösen kann – im Positiven wie im Negativen.

Wer führen will, braucht Mut zur Klarheit, zur Emotion und zur Präsenz. Denn Kommunikation ist das Werkzeug, mit dem Visionen lebendig werden. Sie entscheidet, ob Ideen verstanden, ob Menschen gewonnen, ob Teams inspiriert werden. Und am Ende gilt: Nicht die lauteste Stimme gewinnt, sondern die, die verstanden wird.

WAS ES BRAUCHT, UM PERFEKTION ZU ERREICHEN

Herr Baacke, nach fast 20 Jahren präsentiert Gaggenau sein erstes neues Design: die neue Expressive-Serie. Wie kam es dazu?

SVEN BAACKE: Es ist nicht nur eine neue Produkteinführung – es ist der richtige Moment, ein neues Kapitel für Gaggenau zu beginnen. Wir glauben, dass wahre Innovation Zeit erfordert – wir folgen nicht einfach Trends, wir schaffen etwas Bedeutungsvolles, das sowohl Form als auch Funktion wirklich voranbringt. Die fast zwei Jahrzehnte zwischen den grossen Designentwicklungen spiegeln unser Engagement wider, Geräte zu gestalten, die der Zeit standhalten, anstatt vorübergehenden Moden hinterherzulaufen.

Wie wichtig war die Digitalisierung bei der Entwicklung der neuen Serie, insbesondere in Bezug auf die Smart-Home-Nutzung? Können die Geräte über eine App bedient werden?

Digitalisierung ist für die Expressive-Serie essenziell, jedoch immer mit einem Zweck verbunden. Unsere Geräte bieten Smart-Home-Integration über die Gaggenau-Home-Connect-App, die Fernsteuerung und intelligente Kochprogramme ermöglicht. Wir haben jedoch darauf geachtet, dass die Tech-

Er ist seit 2011 Head of Design Global Brand bei Gaggenau und leitet dort das kreative Team mit dem Anspruch, höchste Funktionalität mit klarer Formensprache zu verbinden. Ausgangspunkt seiner Gestaltungsidee ist die Reduktion auf das Wesentliche – und nicht, in erster Linie mit Design zu beeindrucken.

Interviewpartner_Sven Baacke Autor_Urs Huebscher

nologie das taktile, intuitive Gaggenau-Erlebnis unterstützt und nicht ersetzt. Es ist Innovation, die unserer Designphilosophie treu bleibt – nahtlos, subtil und bereichernd.

«Zwei Rahmen, ein Kreis, ein Kunstwerk» – mit der ExpressiveSerie reduzieren Sie das Design auf das Wesentliche. Warum war das für Sie wichtig?

Mit der Expressive-Serie wollten wir alles Unnötige weglassen, um die reine Essenz des Designs zum Vorschein zu bringen. Durch die Reduktion auf zwei Rahmen und einen Kreis konzentrierten wir uns auf Einfachheit, Eleganz und Funktionalität – ein zeitloses, anspruchsvolles Design. Es war uns wichtig, weil grossartiges Design nicht darin besteht, mehr hinzuzufügen, sondern etwas zu schaffen, das in seiner minimalen Form vollständig und bedeutungsvoll ist.

DIE KURVEN KENNEN ALLE NUR EINE RICHTUNG: ABW RTS

Old Maid – warum das alte Spiel auch im Business seinen Stellenwert hat

Ursprünglich ist es ein viktorianisches Kartenspiel für zwei oder mehr Spieler, das wahrscheinlich von einem alten Glücksspiel abstammt: Old Maid. Wer verliert, zahlt für die gesamte Runde die Getränke. In der Schweiz und in Deutschland ist es eher als «Schwarzer Peter» bekannt. Dass es auch im Businesskontext ganz ähnliche Konstellationen, Spielregeln und Verhaltensweisen gibt, davon kann sich Hannes überzeugen. Der 49-jährige studierte Betriebswirtschafter ist Produktionsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung eines internationalen Industriekonzerns. Er gewährt einen Einblick, was auf der Management-Etage so gedacht und getan wird – erst recht, wenn es schön reihum geht, wer für eine miesere Lage eigentlich die Verantwortung trägt. Übrigens: Ein Schmunzeln aufgrund dieser Business-Satire ist durchaus erlaubt …

Der Chef hat zur Sitzung geladen. Es sei eine ausserordentliche, flüstert man sich zu und vertritt sich auf dem Büroflur länger als notwendig die Füsse. Ja, das ist so eine Sache mit der internen Kommunikation. Im Leitsatz steht «wir kommunizieren zeitnah, offen, transparent, konstruktiv». In der Umsetzung bedeutet zeitnah so etwas wie in diesem Leben, offen und transparent heisst, dass man nicht versteckt, dass man etwas zu verstecken hat und konstruktiv meint in Wirklichkeit, dass nichts, was Chefsache ist, sonst jemanden etwas angeht.

Allerdings gibt der persönliche Algorithmus im Kopf von Hannes zu bedenken, dass solche Vorzeichen in der Regel keine besonders frohe Botschaft erhoffen lassen, die der Chef im Geschäftsleitungsgremium zu verkünden hat. Hannes, als Leiter der Produktion, macht sich auf den Weg ins frisch renovierte Sitzungszimmer. Auch wenn dringende Investitionen im Bereich Digitalisierung der Produktionsanlagen aus finanziellen Gründen verschoben wurden: Beim Sitzungszimmer des Chefs wird gezeigt, dass Geldengpässe nur vorübergehend sein können.

Man glaubt an die grossen BigPoints und hat das Refugium entsprechend ausstaffiert. Nappa-Lederstühle, Holz-Sitzungstisch aus Vahona-Maser mit hochglanzlackiertem Furnierblatt eines besonderen Padouk-Stammes. Die Form nicht einfach angelehnt an die ovale IKEA-Tischplatte «Olivia», sondern ein stilisiertes Firmenlogo. Teppich aus Kirman-Fasern, Smartboard der aktuellen Generation – zwar kann es niemand bedienen, aber es beschreibt den unerschütterlichen Glauben an die Zukunft.

WAS KOMMT NACH DER DENK- UND SCHOCKPAUSE?

Die Sitzung startet. Aufgrund des leicht finsteren Gesichtsausdrucks des Chefs und des eintreffenden Controllers wird schnell klar: Heute werden keine Geschenke verteilt. Der Chef kommt direkt auf den Punkt, beamt mit Hilfe des herbei geeilten IT-Supporters die aktuellen Power-Point-Slides über den Geschäftsgang auf den 80-ZollBildschirm. Die Kurven kennen alle nur eine Richtung: abwärts. Cashflow, Ertrag, Umsatz, EBIT. «Immerhin ziemlich parallel sieht’s aus!», denkt sich Hannes.

Nach der berühmten Denk- und Schockpause geht es in die Diskussion oder vielleicht eher zu den Stellungsnahmen. Jeder wird aufgerufen, seine Meinung zu Ursache und Massnahmen mündlich klar zu offenbaren. Das Statement der Verkaufsleitung lautet: «Wir haben extrem Mühe, die Produkte zu verkaufen, solange wir nichts Aktuelles in der Palette haben. In diesem Punkt muss die Produktion zwingend nachliefern.» Hannes, als der Direktangesprochene meint: «Stopp, wir sind ständig am Forschen, aber der Verkauf schafft es nicht, hier wirklich neue Kunden zu akquirieren. So bleiben wir natürlich stehen. Abgesehen davon: solange die Finanzabteilung die Forschungsgelder streicht, können wir nicht nachlegen.»

JEDE FIRMA HAT DIE MITARBEITENDEN, DIE SIE VERDIENT

Da platzt der Finanzchef in die Runde: «Wir können kein Geld ausgeben, das wir nicht haben. Solange das Marketing die Hausaufgaben nicht macht und endlich ein Image aufbaut, das uns auch potente Geldgeber sichert, können wir von einer guten Zukunft nur träumen.» Nun muss die Marketingchefin reagieren: «Wo kein Geld für das Marketing bereitsteht, da können wir nichts tun. Hätten wir die richtigen Leute, die auch mit kleinerem Budget kreativ sein können, würde es anders aussehen. Aber da hat ganz offensichtlich die HR-Abteilung die Hausaufgaben nicht gemacht, nämlich jüngere, ideenkompetentere Leute an Bord zu holen.»

Die Personalleiterin hat nur darauf gewartet, bis dieser ständig identische Vorwurf wieder aufflammt und meint lakonisch: «Jede Firma hat die Mitarbeitenden, die sie verdient. Punkt.» Genau das bringt jetzt den Chef auf die Palme. «Seine» Firma verdient nur die besten Mitarbeitenden, die besten Kunden, die besten Produkte, den besten Markt. Nach einem längeren Hin und Her mit diesem Old-Maid-Spiel einigt sich das Gremium einstimmig auf folgende Diagnose: «Der Markt ist schuld!» Zu den Markteinflüssen gehören Klimawandel, Kaufkraft, epidemiologische Lage, Kundenströme und anderes mehr. Mit anderen Worten: WIR können alle nichts dafür. Als Rezeptur wird ein schrittweises Vorgehen festgelegt: Man holt eine Beratungsfirma, die über einen längeren Zeitraum hinweg das Unternehmen durchleuchtet.

DARAN IST DOCH NUR EINER SCHULD: DER MARKT

Einige Wochen später treffen diese Beratungsfirma und die gleichen Mitglieder der Geschäftsleitung wieder zusammen. Es präsentieren zwei Frauen und zwei Männer, allesamt in feines, gedeckt-anthrazitfarbenes Tuch gewandet, eine spektakuläre PowerPoint-Präsentation mit modernsten Animationen. Auf Folie 148 ist das Resultat der Untersuchung sichtbar. Alle relevanten Linien wie Cashflow, Ertrag, Umsatz, EBIT zeigen nach unten.

Nun gut, eigentlich wusste man das schon, aber auf so schönen Folien hat man das noch nie gesehen und koloriert sieht es irgendwie gar nicht mehr so schlimm aus. Da braucht’s wohl keine Sofortmassnahmen – ausser vielleicht die Bezahlung der sechsstelligen Rechnung für das Beratungsunternehmen.

EXKLUSIVE INCENTIVE-REISEN

AB PORTO UND LISSABON

Vintage Tours macht Firmenevents unvergesslich

Vintage Tours, der Spezialist für Oldtimerreisen auf der Iberischen Halbinsel, erweitert sein Portfolio: 2026 bietet das Unternehmen erstmals massgeschneiderte

Incentive-Reisen für Unternehmen an. Mit langjähriger Erfahrung in der Organisation von Events für international tätige Organisationen, einem mehrsprachigen Team sowie einem umfangreichen

Netzwerk aus Partnern in Hotellerie, Gastronomie und Kulturstätten ist Vintage Tours optimal aufgestellt, um unvergessliche Business-Erlebnisse zu gestalten.

Autor_Urs Huebscher

Bilder_Vintage Tours

Die Incentive-Reisen starten von den beliebten Tagungsmetropolen Porto und Lissabon, deren moderne Infrastruktur, vielfältige Veranstaltungsorte und internationales Flair sie zum idealen Ausgangspunkt für Konferenzen und Firmenevents machen. Von hier aus begleiten die Vintage-Tours-Experten die Teilnehmer auf sorgfältig geplanten Roadtrips durch die ursprünglichsten Regionen Portugals und Spaniens. Dabei greift Vintage Tours auf eine Auswahl an Standardtouren zurück, die entsprechend den Kundenanforderungen in Bezug auf Veranstaltungsdauer sowie Streckenführung adaptiert werden können.

Das Programm beinhaltet Roadtrips in die folgenden Regionen:

w Nordportugal: Von Porto aus führt die Route durch den grünen Norden über den Nationalpark Peneda-Gerês vorbei an historischen Städten wie Guimarães und Braga. Endlose Strassen abseits des Mainstreams, idyllische Flusstäler, traditionelle Weinanbaugebiete der Vinho-Verde-Region und herzliche Gastfreundschaft prägen diese Strecke.

w Douro-Tal: Entlang des Douro entdecken die Teilnehmer die spektakulären Weinberge der Alto-Douro-Region, eines UNESCO-Weltkulturerbes. Historische Weingüter, barocke Architektur und die sanft geschwungenen Landschaften machen diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis.

w Zentralportugal: Historische Städte wie Coimbra, majestätische Klöster und malerische Küstenstrassen laden zu kulturellen Entdeckungen ein. Die Route führt durch grüne Täler, Olivenhaine und Weinberge, die das authentische Gesicht Portugals vermitteln.

w Alentejo: Sanfte Hügel, Korkeichenwälder, Olivenhaine und die typischen weissen Dörfer der Region prägen das ländliche Herz Portugals. Historische Städte wie Évora, Elvas und Marvão vermitteln die Kultur und Geschichte dieser weitläufigen Landschaft.

w Extremadura: Die Route in Spanien begeistert mit Burgen, mittelalterlichen Städten und römischen Ruinen sowie endlosen Strassen durch Korkeichenwälder und Olivenhaine – perfekte Voraussetzungen für Fahrspass und kulturelle Entdeckungen.

Die eigene Flotte aus MGA-Roadstern garantiert ein exklusives Fahrerlebnis. Alle Fahrzeuge werden regelmässig gewartet, und vor Reisebeginn erhalten die Teilnehmer eine umfassende Einweisung, sodass auch ungeübte Oldtimerfans die Tour sicher und mit maximalem Fahrspass geniessen können. Vor Ort sorgt das erfahrene Team für eine reibungslos organisierte Logistik – von Transfers über Unterkünfte bis hin zu kulinarischen Höhepunkten. «Unsere Incentive-Reisen verbinden Business, Fahrspass und exklusive Erlebnisse auf höchstem Niveau», erklärt Matthias Haux, Gründer und Inhaber von Vintage Tours. «Mit unserer langjährigen Erfahrung, unserem internationalen Netzwerk und der einzigartigen Oldtimer-Flotte schaffen wir Erlebnisse, die Motivation, Teamgeist und Markenbindung nachhaltig stärken.»

www.vintage-tours.com

SMARTER WEG ZUR KOSTENKONTROLLE

Der neue Kilometerkosten-Rechner von TCS

Treibstoff, Unterhalt, Parkplatz –nicht zu vergessen Steuern und Wertverlust. Welche Kosten für ein Fahrzeug tatsächlich anfallen, ist schwer abzuschätzen. Dies gilt vor allem für die Kosten pro Kilometer. Deshalb lanciert der TCS einen neuen Kilometerkosten-Rechner. Ob Privatperson oder Unternehmen: Zu wissen, mit welchen Kosten man bei der Nutzung eines Fahrzeugs rechnen muss, macht die Budgetplanung einfacher. Auch beim Kauf eines neuen Fahrzeugs lassen sich die erwarteten Kosten besser kalkulieren.

Autor_Touring Club Schweiz

Ob für den Weg zur Arbeit, um Verwandte zu besuchen oder in der Freizeit: Viele Menschen nutzen ihr Auto täglich. Nur die wenigsten machen sich jedoch Gedanken darüber, wie viel sie für ihre Fahrten tatsächlich ausgeben. Aber nur wenn man genau weiss, wie hoch die tatsächlich anfallenden Kosten sind, kann man einen zuverlässigen und realistischen Budgetplan erstellen. Auch für diejenigen, die über den Kauf eines neuen Fahrzeugs nachdenken, jedoch Schwierigkeiten damit haben, die zu erwartenden Kosten vorausschauend zu planen, ist diese Schätzung eine grosse Hilfe.

VIELE KOSTEN, DIE

ES ZU BERÜCKSICHTIGEN GILT

Nach Berechnungen des TCS lagen die Kosten pro gefahrenem Kilometer im Jahr 2024 durchschnittlich bei 76 Rappen. Je nach Fahrzeug und täglicher Nutzung können sie jedoch erheblich variieren. Daher sind zahlreiche Kriterien zu berücksichtigen, die für jedes Fahrzeug unterschiedlich sind: Anschaffungspreis für das Fahrzeug, Abschreibung, Wertverlust, Treibstoffverbrauch, Kosten für das Aufladen von Elektrofahrzeugen, jährliche Kilometerleistung, Versicherungskosten, kantonale Steuern und Parkgebühren.

DIE KLUGE ENTSCHEIDUNGSHILFE

Basierend auf den Daten aus dem OnlineKilometerkosten-Rechner des Touring Club Schweiz (TCS) hat das Bundesamt für Energie (BFE) seinen Online-Verbrauchskatalog (www.verbrauchskatalog.ch) komplett überarbeitet. Über diese Plattform lassen sich alle Neuwagenmodelle in der Schweiz nach Verbrauch, CO₂-Ausstoss, Energieeffizienz und Betriebskosten miteinander vergleichen. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, die Klima- und Energiebilanz über den gesamten Lebenszyklus von Fahrzeugen zu simulieren. Mit interaktiven Tools und fortlaufend aktualisierten Daten ist dieser Katalog ein wertvolles Hilfsmittel, um Konsumentinnen und Konsumenten beim Kaufprozess zu unterstützen.

EIN NEUES, SCHNELLES TOOL

Mit dem Kilometerkosten-Rechner des TCS lassen sich die Kosten für das eigene Fahrzeug bequem berechnen. Das neue Online-Tool ersetzt den seit nahezu 20 Jahren verwendeten USB-Stick und überzeugt durch einen günstigeren Tarif. Es ist erschwinglicher und viel praktischer als die bisherige Lösung. Dank der Plattform können Userinnen und User mehrere Fahrzeuge auf einfache Weise miteinander vergleichen, ihre Daten speichern und Funktionen wie den Mehrjahresvergleich nutzen.

WERTVOLLE UNTERSTÜTZUNG FÜR

PRIVATPERSONEN UND KMU

Mit dem Online-Tool gelingt das Budgetmanagement im Handumdrehen. Es bietet nicht nur die Möglichkeit, bisherige und aktuelle Ausgaben nachzuverfolgen, sondern auch, künftige Kosten zu planen – sowohl für das derzeitige Fahrzeug als auch für eine spätere Neuanschaffung. Dadurch behält man langfristig den Überblick über die kumulierten Ausgaben. Kleinere Unternehmen, die nur wenige Fahrzeuge besitzen, profitieren von einem wertvollen Tool, um ihre Fuhrparkkosten effizient zu verwalten. Der Rechner ist auch für Mitarbeitende, die ihr Privatfahrzeug geschäftlich nutzen und ihre Reisekosten abrechnen müssen, ein praktisches Tool. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die breite Öffentlichkeit ihre Ausgaben besser abschätzen und die Anschaffung eines Fahrzeugs besser planen kann. So setzt der TCS mit diesem modernen und umfassenden Tool seine Mission fort: seinen Mitgliedern konkrete Lösungen anzubieten, um die mit der Mobilität verbundenen Kosten besser zu verstehen und im Griff zu behalten.

TOURING CLUB SCHWEIZ

Seit seiner Gründung 1896 in Genf steht der Touring Club Schweiz im Dienst der Schweizer Bevölkerung. Er engagiert sich für Sicherheit, Nachhaltigkeit und Selbstbestimmung in der persönlichen Mobilität, politisch wie auch gesellschaftlich. Mit über 2 000 Mitarbeitenden und 23 regionalen Sektionen bietet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz seinen über 1.6 Millionen Mitgliedern eine breite Palette von Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit und Freizeitaktivitäten an. Alle 70 Sekunden erfolgt eine Hilfeleistung. 200 Patrouilleure sind jährlich mit etwa 361’000 Einsätzen auf Schweizer Strassen unterwegs und ermöglichen in mehr als 80 Prozent der Fälle eine sofortige Weiterfahrt. Die ETIZentrale organisiert jährlich etwa 63’000 Hilfeleistungen, darunter 3 500 medizinische Abklärungen und über 1300 Repatriierungen. TCS Ambulance ist der grösste private Akteur für Rettungsdienst und Krankentransport in der Schweiz mit 22 Logistikbasen und rund 45’000 Einsätzen pro Jahr. Die Rechtsschutz-Büros bearbeiten 52’000 Fälle und geben rund 10’000 Rechtsauskünfte. Seit 1908 setzt sich der TCS für die Verkehrssicherheit in der Schweiz ein, indem er Lehrmittel, Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen entwickelt, Mobilitätsinfrastrukturen testet und Behörden berät. Der TCS verteilt jedes Jahr rund 115’000 Leuchtgürtel und 90’000 Leuchtwesten an Kinder, damit auch ihre Mobilität sicher ist. 42’000 Teilnehmende zur Aus- und Weiterbildung zählen die Fahrzentren in allen Kategorien von Fahrzeugen jährlich. Mit 32 Plätzen und rund 900’000 Logiernächten ist der TCS der grösste Campinganbieter der Schweiz. Die Mobilitätsakademie des TCS beforscht und gestaltet die Transformationen im Verkehr, wie die vertikale Mobilität der Drohnen oder die geteilte Mobilität, etwa mit den 400 elektrischen Lastenvelos «carvelo» und 40’000 Nutzenden. Der TCS ist Mitunterzeichner der Roadmap Elektromobilität 2025.

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Schon gewusst? Wir sind der grösste hersteller- und markenunabhängige Flottenmanager der Schweiz und bewirtschaften über 26 000 Fahrzeuge, davon mit 8000 Fahrzeugen die grösste E-Flotte der Schweiz.

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SO KOMMEN MIETER*INNEN ZU IHRER LADESTATION

Wie Energie 360° den Aufbau von Ladeinfrastruktur in Mietobjekten erleichtert

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz kann sich vorstellen, ein E-Auto zu kaufen. Dass es viele noch nicht tun, liegt oft an den fehlenden Möglichkeiten in Mietobjekten.

Energie 360° unterstützt Immobilienbesitzer und Bewohnerinnen beim Aufbau einer massgeschneiderten Ladeinfrastruktur.

Autor_Energie 360°

Laut dem Verband Swiss eMobility wächst die Elektromobilität in der Schweiz weiter, jedoch weniger stark als erwartet. Der Anteil der E-Autos betrug vergangenes Jahr knapp 21 Prozent – dies trotz eines immer dichter werdenden öffentlich zugänglichen Ladenetzes. Gemäss aktuellen Studien können sich zwar mehr als 50 Prozent der Bevölkerung hierzulande vorstellen, ein EAuto zu kaufen. Als eine der grössten Hürden beim Umstieg auf die Elektromobilität wird zurzeit jedoch die fehlende Ladeinfrastruktur zu Hause gesehen. Dies betrifft in erster Linie Mieterinnen und Stockwerkeigentümer.

Rund 70 Prozent aller Personen in der Schweiz wohnen in Mietverhältnissen und sind bei der Installation einer Wallbox für ihren Stormer in der Regel von der Verwaltung abhängig. Immer mehr Immobilienbesitzer ermöglichen ihren Mieterinnen bereits aktiv den Umstieg auf eine nachhaltigere Mobilität und steigern damit zukunftsgerichtet den Wert ihrer Liegenschaften.

Dennoch ist das Total der Mietobjekte, das noch nicht über eine Ladeinfrastruktur verfügt, nach wie vor gross. Aber nur einzelne Wallboxen sind technisch auch nicht sinnvoll, denn sobald die Zahl der zu ladenden Stromer steigt, benötigt man eine speziell dafür konzipierte gemeinsame Infrastruktur. Ideal ist ein modularer Grundausbau für sämtliche Mietparkplätze, der sicherstellt, dass eine Ladestation angehängt werden kann, sobald eine Mietpartei dies wünscht.

LEITFADEN SOWIE ARGUMENTE FÜR MIETENDE

Doch wie überzeugen potenzielle Käufer von E-Autos ihre Vermieterschaft von einem solchen Projekt? Das Unternehmen Energie 360° mit Sitz in Zürich und Lausanne unterstützt sowohl Mietende als auch Immobilienbesitzer beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur in Mietobjekten.

Energie 360° fokussiert auf massgeschneiderte, nachhaltige Energielösungen und macht sie schweizweit nutzbar. Im Bereich Elektromobilität umfassen die Leistungen des Dienstleisters beispielsweise Lösungen für Ladeinfrastrukturen in Liegenschaften inklusive LadeAbos sowie Tipps für Mietende, um Liegenschaftsbesitzer von den Vorteilen einer hauseigenen Ladeinfrastruktur zu überzeugen.

Der Haupttipp von Reto Baschera, Bereichsleiter Mobilität bei Energie 360°, lautet: «Die Erfolgschancen einer schriftlichen Anfrage bei der Vermieterschaft steigen, wenn sich mehrere Mietende zusammentun und ihr Anliegen frühzeitig kommunizieren.» Spezifische Unterlagen zum Thema «Ladeinfra struktur in Mietobjekten», wie Antragsformular und Leitfaden, können heruntergeladen werden. Zudem findet man online eine Liste mit Argumenten, die Eigentümer und Vermieterschaft überzeugen könnten  –darunter die steigende Nachfrage nach E-Autos, die langfristige Mieterbindung dank einer Ladeinfrastruktur, die Zukunftssicherung der Immobilie oder die finanziellen Vorteile für beide Seiten.

VERMIETERSCHAFT GEFORDERT UND GEFÖRDERT

Die Liegenschaftsbesitzer sind herausgefordert. Denn für Eigentümer und Verwaltungen gibt es einige Fragen zu beantworten: Welche Ladestationen gibt es? Wie viele werden benötigt  –heute und in Zukunft? Was ist das beste

Vorgehen und wer bezahlt? Auch hier kommt Energie 360° aufgrund des Know-hows und der Erfahrung ins Spiel. Darüber hinaus weiss der Dienstleister, mit wie viel Geld die einzelnen Kantone solche Investitionskosten subventionieren –auf Wunsch bereitet er den Förderantrag gleich unterschriftsreif vor. In Zürich beispielsweise sind es bis zu 60 Prozent der Installationskosten.

Derjenigen Vermieterschaft, die sich für eine Ladeinfrastruktur entscheidet, bietet Energie 360° alles aus einer Hand und begleitet sie bei Planung, Finanzierung, Installation, Betrieb und Support. Ausserdem übernimmt der Dienstleister das Lastund Lademanagement und gewährleistet einen preisgünstigen Zugriff auf das grösste Ladenetz der Schweiz. Für die massgeschneiderte Lösung sind drei verschiedene Angebote erhältlich  – von

selbst investieren über teilfinanzieren bis alles auslagern. Die Eigentümer beziehen entsprechende Servicepakete und die Mietenden zahlen für die Lade-Abos.

Reto Baschera bringt die Dringlichkeit auf den Punkt: «Liegenschaftsbesitzer, die ihren Mietenden den Umstieg auf eine nachhaltige Mobilität ermöglichen, steigern den Wert ihrer Immobilie zukunftsgerichtet und positionieren sich als ökologisch verantwortungsvoll handelnde Eigentümer. Denn die Reduktion verkehrsbedingter CO2-Emissionen leistet einen substanziellen Beitrag zur Erreichung der Schweizer Klimaziele.»

www.energie360.ch

SÜSSER ERFOLG

SEIT ÜBER 120 JAHREN

Wer denkt an Weihnachten bereits an Osterhasen?

Das Läckerli Huus steht seit 1904 zwar in erster Linie für das authentische Original Basler Läckerli mit seinem unverwechselbaren Rezept und einzigartigen Geschmack, doch ebenso für höchste Ansprüche in Bezug auf Qualität, Schweizer Handwerkskunst und ein Genusserlebnis der besonderen Art. Das inhabergeführte Unternehmen lässt auf gekonnte Art Tradition mit Innovation verschmelzen – mittlerweile werden weitere Delikatessen wie Rahmtäfeli, Schokoladen- und Biscuitspezialitäten angeboten.

Interviewpartnerin_Sandra Piffaretti

Autorin_Gabriela Röthlisberger

Frau Piffaretti, Sie sind bei der Läckerli Huus AG die Leiterin Verkauf BtoB. Wie streng gestaltet sich in Ihrem Beruf die Vorweihnachtszeit – oder ist es gar ähnlich wie in der Modebranche und Sie sind bereits jetzt mitten in den Vorbereitungsarbeiten f ür den Frühling?

SANDRA PIFFARETTI: Die Weihnachtszeit ist für die Firmenkundenabteilung (BtoB) mit Abstand am strengsten und generiert einen wesentlichen Anteil an unserem Jahresumsatz. Viele planen zwar im Voraus, aber einige sind jedes Jahr aufs Neue überrascht, dass Weihnachten bereits am 24. Dezember ist, und bestellen sehr kurzfristig. Selbstverständlich probieren

wir auch mit kurzer Vorlaufszeit alle Bestellungen möglich zu machen und sämtliche Kundenwünsche zu erfüllen. Daher überschneiden sich die Anfragen von denjenigen, die frühzeitig für Ostern planen, mit den kurzfristigen Weihnachtsbestellungen. Also ja, wir arbeiten aktuell für Weihnachten und Ostern.

Wäre es also ratsam rechtzeitig mit der Planung von Geschenken zu beginnen, besonders wenn diese exklusiv und individualisiert sein sollen?

Es lohnt sich auf jeden Fall, rechtzeitig zu planen, vor allem, wenn man ein einmaliges Geschenk möchte. Die Formel ist einfach: Je individueller, desto länger ist die Vorlaufszeit – und selbstverständlich hat auch die gewünschte Menge einen Einfluss. Wir bieten beispielsweise die Möglichkeit, ganze Dosen zu individualisieren. Auch unsere Läckerli Spezialformen sind ein begehrtes Produkt. Dies benötigt selbstredend eine gewisse Zeit von der Planung bis zur Produktion.

Die Firmenkundenabteilung scheint Ihren Ausführungen nach eine besonders zentrale Rolle bei der Läckerli Huus AG zu spielen. Sie ist ein eigenständiger Bereich innerhalb des Läckerli Huus, wobei der Fokus ausschliesslich auf Bedürfnisse und Wünsche von Firmen ausgerichtet ist. Wir führen dementsprechend ein breites Sortiment für den gesamten Firmenauftritt: vom kleinen Give-away bis zum hochwertigen Geschenk. Wir offerieren umfassende Möglichkeiten zur Individualisierung und ein erfahrenes, kompetentes Team steht für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Zusammen mit den Kundinnen und Kunden können so kreative, massgeschneiderte Geschenkideen entwickelt und realisiert werden. Dabei verfolgen wir stets das Ziel, spezielle Anforderungen flexibel und professionell umzusetzen, weshalb auch eine eigene Abteilung ins Leben gerufen wurde, um die hohen und spezifischen Ansprüche der Firmen optimal zu erfüllen. Somit sind wir ein Teil des Läckerli Huus – weitere Abteilungen sind Privatkunden, eigene Läden und Grosshandel.

Welches sind die konkreten Gründe, warum zahlreiche Unternehmen ihre Präsente für den Kundenkreis und Geschäftspartner, Give-aways sowie süsse Überraschungen für Mitarbeitende äusserst gerne beim Läckerli Huus beziehen? Ganz eindeutig wegen unseren hochwertigen, köstlichen Produkten in Schweizer Qualität, die mit viel Liebe und Handarbeit hergestellt werden. Attraktiv ist sicherlich auch unser abwechslungsreiches, vielseitiges Sortiment für jeden Anlass und dass wir äusserst flexibel und lösungsorientiert arbeiten. Mit den umfangreichen Serviceleistungen wie dem beliebten weltweiten Geschenkversand sowie den Individualisierungsmöglichkeiten punkten wir ebenfalls. Letztendlich steht das Läckerli Huus für Schweizer Werte, wie Tradition, Verlässlichkeit, gleichbleibend hohe Produktqualität. Somit passend zu stabilen, vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen.

Im Jahr 2015 wurden neue Schokoladenspezialitäten erfolgreich lanciert – ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Läckerli Huus. Wie umfangreich präsentiert sich das Produktportfolio zum heutigen Zeitpunkt?

Da sind wir mit rund 25 verschiedenen Sorten an Pralinés und Truffes sowie neuen Sondereditionen für Ostern und Weihnachten sehr gut aufgestellt. Eine Erfolgsgeschichte feiern wir auch mit unseren beliebten Schokoladenfiguren wie etwa der Hasenfamilie.

Welche Köstlichkeiten zum Werben liegen aktuell im Trend? Dies ist natürlich stark abhängig von Einsatzzweck und Budget: Wird eher nach einem Streuartikel zum Werben und Auffallen für das kleinere Budget gesucht, oder soll es ein Geschenk sein? Sehr beliebt sind unsere Läckerli-Portionen (einer oder zweier) mit Papieraufleger. Neu gibt es diese nun sogar mit essbarem Aufleger. Original Basler Läckerli sind insbesondere während der Sommerzeit beliebt, da sie nicht schmelzen. Ferner eignen sie sich bestens als Beilage in Mailings, da sie bruchfest und per Post versendbar sind. Als Geschenke für grössere Budgets erfreuen sich unsere Dosen mit und ohne Individualisierung zurzeit einer sehr grossen Beliebtheit, was unsere Tradition als Spezialist für schöne und spezielle Geschenkdosen widerspiegelt.

Nebst den Themen Weihnachten und Ostern – wie steht es um den weiteren Bedarf, beispielsweise zum Jahresbeginn? Da ist einiges zu nennen: Anfang des Jahres stehen natürlich die Neujahrswünsche auf der Prioritätenliste, dann über das ganze Jahr verteilt die Geburtstagsgeschenke für Mitarbeitende sowie Präsente für Meetings, Präsentationen, Messen und Generalversammlungen.

www.laeckerli-huus.ch

Für Firmenkunden
Das BtoB-Team (v. l. n. r.) Océane Imbert, Muriel Karrer und Sandra Piffaretti.

«DIE REISE- UND MESSEKULTUR IST IM STETIGEN WANDEL»

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Sie steht an der Spitze der ITB Berlin – der weltweit führenden Tourismusfachmesse –und gestaltet damit massgeblich den internationalen Diskurs rund ums Reisen. Zwischen digitalem Wandel, wachsendem Nachhaltigkeitsdruck und der Rückkehr zu persönlichen Begegnungen sieht sie die Branche vor einem entscheidenden Wendepunkt. Über aktuelle Reisetrends, globale Herausforderungen und die Rolle der Schweiz im Messegeschehen.

Interviewpartnerin_Deborah Rothe Autor_Urs Huebscher

Frau Rothe, die ITB Berlin ist die weltweit führende Tourismusmesse. Was macht sie für Sie besonders?

DEBORAH ROTHE: Die ITB Berlin ist weit mehr als eine Messe – sie ist die Plattform, auf der sich die gesamte Reiseindustrie trifft, Trends definiert und neue Partnerschaften entstehen. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Branche hier jedes Jahr neu erfindet. Gerade in Zeiten globaler Transformationen braucht es einen Ort, an dem wir die grossen Themen gemeinsam denken und diskutieren können.

Welche Entwicklungen haben Sie zuletzt stark beobachtet? Sehr deutlich ist der Trend zur Individualisierung. Menschen reisen heute bewusster, gezielter und mit klareren Erwartungen. Dabei spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle – aber auch Digitalisierung (immer mehr in Verbindung mit KI), Komfort und die Suche nach echten Erlebnissen. Gleichzeitig sehen wir ein wachsendes Bedürfnis nach persönlichem Austausch. Das ist für uns als Messe extrem relevant: Trotz aller technologischen Innovationen bleibt die persönliche Begegnung unverzichtbar.

Welche Rolle spielt dabei die Schweiz?

Die Schweiz ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der ITB Berlin und steht international für Qualität, Tradition und Authentizität. Das spüren wir sowohl auf Ausstellerseite als auch im fachlichen Austausch. Die Schweizer Partner sind inhaltlich sehr stark positioniert – mit Themen wie nachhaltige Mobilität, alpinem Tourismus oder regionaler Wertschöpfung. Diese Expertise wird im internationalen Kontext sehr geschätzt.

Sie sprechen von Digitalisierung und Technologie. Wie zeigt sich das auf der ITB konkret?

Der Bereich Travel Technology ist in den letzten Jahren stark gewachsen. 2025 hatten wir sechs Hallen für Tech-Aussteller – mit Themen wie KI-gestützter Reiseplanung, Automatisierung, neuen Zahlungs- und Buchungssystemen oder digitalen Sicherheitslösungen. Mit den ITB Innovators rücken wir die Innovationskraft der Branche in den Fokus und präsentieren wegweisende Produkte und Services. Nach der Premiere 2023 verdoppelte sich 2025 die Zahl der gezeigten Innovationen – einige Aussteller präsentierten beispielsweise virtuelle Assistenten oder KI-basierte Hotelmanagementsysteme. Gefragt war auch unsere neue Guided Tour, bei der die Messegäste gezielt zu innovativen Ständen geführt werden. Das Feedback darauf war durchweg positiv.

Was bedeuten neue Entwicklungen für klassische touristische Angebote, etwa Kreuzfahrten oder Gruppenreisen?

Sie erleben ebenfalls eine Renaissance, aber unter neuen Vorzeichen. Die Gäste erwarten mehr Transparenz und Flexibilität und geniessen den Komfort des Rundum-sorglos-Pakets. Auf der ITB Berlin 2025 waren so zum Beispiel alle grossen Reedereien vertreten – AIDA, MSC, Royal Caribbean sowie Disney Cruise Line. Die Nachfrage war enorm. Das zeigt: Die Lust aufs Reisen ist zurück – auch in diesem Segment.

Ein Thema, das derzeit besonders intensiv diskutiert wird, ist Overtourism. Wie schätzen Sie diese Debatte ein?

Ich finde es wichtig, dass wir über die Belastungsgrenzen von Städten und Regionen sprechen, aber wir müssen das differenziert tun. In der aktuellen Debatte wird Tourismus häufig zum Hauptschuldigen gemacht, während die eigentlichen strukturellen Probleme – etwa beim Wohnungsbau oder der Infrastruktur – in den Hintergrund rücken. Es ist nicht zielführend, etwa Plattformen wie Airbnb pauschal verantwortlich zu machen. Was es braucht, sind ganzheitliche Konzepte: Besucherlenkung, digitale Steuerung, faire Verteilung und lokale Einbindung. Wenn wir Tourismus als Teil der Lösung begreifen, statt ihn isoliert als Problem zu sehen, kommen wir deutlich weiter.

Welche Rolle spielt dabei die ITB als Konferenzplattform?

Eine sehr grosse. Wir hatten 2025 beim «ITB Berlin Kongress» mehr als 400 Speaker und 200 Sessions in 17 inhaltlichen Tracks – neben Overtourism zu verschiedensten Themen, von geopolitischen Fragen über Nachhaltigkeit bis hin zu Personalaspekten.

Gibt es auch bei der Organisation der Messe selbst neue Formate oder Erkenntnisse?

Absolut. Wir beobachten, dass Buchungen kurzfristiger erfolgen. Um besser planen zu können, haben wir deshalb die Registrierung nach vorne gezogen –mit dem Ergebnis, dass wir im Januar 40 Prozent mehr Buchungen als im Vorjahr für die Messe im März hatten. 95 Prozent der Fläche waren ausgebucht, viele Hallen sogar überbucht. Das zeigt, wie hoch die Nachfrage nach persönlicher Präsenz wieder ist – gerade in einem digitalen Zeitalter.

Die Schweiz präsentierte sich 2025 erneut im sogenannten Hub27. Wie hat sich das entwickelt?

Die Halle ist seit der Eröffnung ein sehr gefragter Bereich, auch 2025 war die Fläche sehr früh ausgebucht. Dort kommen Destinationen zusammen, die sich stark über Natur, Qualität und Nachhaltigkeit positionieren – neben der Schweiz auch Österreich, Deutschland und Slowenien. Diese räumliche Nähe macht Sinn, weil es thematische Schnittmengen gibt – etwa bei der Verbindung von Tourismus mit Kulinarik und Mobilität.

Viele Aussteller investieren inzwischen in Storytelling und Erlebnisse. Sehen Sie das als neue Messequalität?

Ja, und es ist eine sehr schöne Entwicklung. Wir sehen, dass Aussteller nicht mehr nur Informationen vermitteln wollen, sondern echte Markenerlebnisse schaffen – mit Inszenierungen, digitalen Anwendungen und Sinneseindrücken. Auf der anderen Seite wünschen sich die Besucher mehr Orientierung. Daher bieten wir neue Tools wie Routenplaner, die ITB-App oder gezielte Führungen. Wir wollen beide Seiten bestmöglich unterstützen.

WO DIE SONNE IM GLAS LEUCHTET

Leukersonne verbindet alpine Tradition mit moderner Weinhandwerkskunst

Im Wallis setzt man auf Qualität: Hier entstehen Weine, die Mineralität, Eleganz und alpine Frische in sich vereinen. Dass Tradition und Moderne kein Widerspruch sind, zeigt die Kellerei Leukersonne.

Autor_Patrick Preuss

Wer ins Wallis reist, spürt schnell, wie sich das Tal mit jedem Kilometer verändert. Hinter dem Lötschberg wird die Landschaft weiter und die Luft wärmer. Die Rhone glitzert zwischen Strasse und Schiene, während sich die Gipfel im Hintergrund schroff erheben. Die Hänge sind von Reben dominiert, das Wallis beheimatet eine der faszinierendsten Weinlandschaften Europas. Wo die Sonne über 2000 Stunden im Jahr scheint und der Regen sich rarmacht, findet man Reben in Höhenlagen bis auf über 1 000 Meter über dem Meer.

TRADITION, DIE GEPFLEGT WIRD

Bereits ab der Eisenzeit betrieb man im Wallis Rebbau und trank importierten Wein. Gefundene Bruchteile von Amphoren weisen auf eine Vorliebe der Walliser für Weine aus dem Mittelmeerraum hin. Die Trinkgefässe und die Darstellungen auf ihnen zeigen, dass der Konsum zum lokalen Brauchtum gehörte und nicht nur der Elite vorbehalten war. Als man in der Region anfing, selber Wein zu produzieren, wurde damit vorerst der jährliche Bedarf der Familie, des Haushalts oder der Gemeinschaft gedeckt. Wein wurde als Grundnahrungsmittel betrachtet.

Bis Wein gehandelt wird, dauert es seine Zeit. Der kommerzielle Weinbau im Wallis beginnt erst nach dem zwischen konservativen und liberalen Kantonen ausgetragenen Sonderbundskrieg (1847). Nach dem Friedensschluss werden die Kirchen enteignet und die Weingüter von wohlhabenden Walliser Familien oder von Waadtländer Investoren aufgekauft.

Rebsorten und Anbaumethoden entwickeln sich weiter. Die Eindämmung der Rhone und der Bau der Eisenbahn ermöglichen eine Erweiterung der Anbauflächen und den Zugang zu neuen Absatzmärkten. Beste Voraussetzungen, damit der Weinbau schnell zum bedeutendsten Zweig der Landwirtschaft im Wallis wird.

UNTERNEHMERTUM IST GEFRAGT

Die Natur wie auch die Wirtschaftslage machen es den Wallisern ab 1880 aber nicht einfach, ihre Rebberge erfolgreich zu bewirtschaften. Mehltau, falscher Mehltau und schlussendlich die Reblaus machen es notwendig, neue Reben zu pflanzen. Dies bedingt unter anderem eine langwierige Experimentierarbeit, da die einheimischen Rebsorten auf kompatibles amerikanisches Unterholz gepfropft werden müssen. Erst Ende der 1950er-Jahre ist die Wiederherstellung fast der gesamten Walliser Weinberge abgeschlossen.

Hinzu kommen Absatzschwierigkeiten nach der schweren Wirtschaftskrise von 1929, aufgrund ausländischer Importe sowie der fehlenden Kaufkraft in der Schweiz. All dies führt zur Gründung der Genossenschaftskellerei Provins. Sie legt Qualitätsrichtlinien fest und soll den Traubenproduzenten einen gerechten Preis sichern. Gestützt durch eine protektionistische nationale Weinwirtschaft wachsen die Walliser Anbaukapazitäten. Anfang der 1980er-Jahre kommt es dann zu einer Überproduktionskrise. Diese führte später zur Einführung der kontrollierten Ursprungsbezeichnungen («Appellation d’origine contrôlée» – AOC) mit dem Fokus auf Qualität statt Quantität. Die Strategie zahlt sich aus und sorgt in den 1990er-Jahren für das Comeback der Walliser Spezialitäten: traditionelle Rebsorten mit ausgezeichneten önologischen Qualitäten, die Weinfreunde aus aller Welt begeistern.

DER NAME IST PROGRAMM

Zu den traditionsreichsten Weinorten im Wallis gehört Leuk. Der Ort ist die Heimat der Kellerei Leukersonne. Auf dem Weg vom Talgrund hinauf nach Leuk windet sich die Strasse den Berg entlang und man sieht den sonnenverbrannten Mauern am Hang an, dass der Name der Kellerei Programm ist. Die grosse Anzahl an Walliser Sonnentagen verleihen den Reben auf den steilen Terrassen ihre unverwechselbare Kraft.

Die Geschichte der Kellerei beginnt vor fast 50 Jahren. Damals begannen René und Marzella, Seewer in ihrer Freizeit Reben zu pflegen und Wein zu produzieren – mehr aus Hingabe als mit Rendite im Sinn. Irgendwann entstand eine Verkaufsstrategie, die heute noch Früchte trägt: René Seewer fuhr mit dem selbst gekelterten Wein im Kofferraum durch die Region. Er besuchte die Menschen auf den Campingplätzen, mit dabei immer ein Stück Raclettekäse. So wurde der Grundstein für eine Stammkundschaft gelegt, die den Weinen der Kellerei Leukersonne weiterhin treu ist.

WEIN IST BEGEGNUNG

Heute führen Jörg und Karin Seewer die Kellerei. Er, Winzer mit wettergegerbtem Gesicht, kennt jeden Stock im Rebberg. Sie, vielen unter ihrem Mädchennamen Roten als ehemalige SkiSpitzensportlerin bekannt, agiert in der Kellerei mit derselben Präzision wie einst auf der Skipiste. Zusammen haben sie den Betrieb mit einem neuen Önologenteam, einer modernen Verkaufsstruktur und neuem Branding verjüngt. Der Ursprung bleibt jedoch erhalten: Im Fokus stehen nach wie vor Weine, die wie gute Gespräche sind – ehrlich, unaufgeregt und bleibend.

Wer die Kellerei Leukersonne besucht, verlässt sie selten ohne die eine oder andere Flasche im Gepäck. Das liegt einerseits an der Qualität der Weine, andererseits an der Atmosphäre in der Kellerei. Im rustikalen, heimeligen Degustationsraum mit hellem Holz und klaren Linien begrüssen Jörg und Karin Seewer ihre Gäste persönlich. Wein soll kein anonymer Genuss, sondern eine persönliche Begegnung sein. Dazu zählt auch die Auseinandersetzung mit den Reben und Weinen selbst.

«Ein guter Wein entsteht im Rebberg», sagt Jörg Seewer. Rund 20 Hektar zwischen Saillon und Gampel bearbeitet er mit seinem Team. Jeder Stock, jede Parzelle wird über das Jahr hinweg eng begleitet – mit dem klaren Ziel, schon im Weinberg den Charakter des späteren Weins zu formen.

Eine wichtige Tradition setzt Jörg Seewer fort. Er setzt sich einmal die Woche selbst ans Steuer des gut gefüllten Lastwagens und fährt in die Deutschschweiz. Er liefert nicht nur Wein und damit ein Stück Wallis aus. Er bleibt zum Gespräch und erzählt von seinen Weinen. Wenn er geht, bleibt mit den Weinen ein Stück Wallis zurück. Wenn man später dann bei einer Flasche den Korken zieht, dann scheint es, als würde die Sonne von Leuk noch einmal durch das Glas leuchten.

EIN MOSAIK DES WALLISER WEINBAUS

Bei ihrer Arbeit setzen die Seewers auf moderne Kellertechnik, um die verschiedenen traditionellen Rebsorten zu verarbeiten. Das Ergebnis lässt sich im Weinkeller bewundern. Die Cuvées «Courage» und «Hommage an René» stellen Wegmarken der Weiterentwicklung der Weine der Kellerei Leukersonne dar: kraftvoll, eigenständig und tief in der Region verwurzelt. Das gilt auch für die anderen Weine in den Regalen, die ein Mosaik des Walliser Weinbaus sind. Es finden sich Weissweine, Rotweine, Assemblagen und Rosés. Da ist der neue Petite Arvine mit einer salzigen Note, der dunkle Cornalin, würzig und geheimnisvoll, oder der Humagne Rouge, herb und kantig.

Besonders eindrücklich ist der Cornalin Vitis Antiqua 1798. Er stammt von Reben, die vor mehr als 200 Jahren in Leuk gepflanzt wurden. In einem Rotationsprinzip keltert jedes Weingut des Orts die Trauben, und alle vier Jahre ist die Leukersonne an der Reihe. Das Ergebnis ist ein dunkler, ätherischer Wein, der den Geschmack der Zeit in sich trägt.

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