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AUSGABE 02/2016

GRÜNES WOHNEN | ZUKUNFTSKONZEPTE | EFFIZIENTES BAUEN | KOMFORTWOHNEN


LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

S-DESIGN – DIE AUSSENSEITE DES LEBENS

Wer durch die Vorstädte und Agglomerationen fährt, erlebt selten Überraschungen, die Gebäude sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Heute sind es meist zweistöckige Quadratwürfel mit ihren Vorgärten und dem Carport. Der Siedlungsbrei verströmt eine gewisse Langeweile. In den Innenstädten herrscht auch Vereinheitlichung. ­Lokale Familienunternehmen verschwinden aus den Einkaufspassagen. Dem­ gegenüber findet man in jeder Innenstadt die gleichen internationalen Ketten mit den identischen Angeboten. Wo bleiben hier die spannenden architektonischen Ausrufezeichen, die die Stadt mit Leben füllen? Es gibt sie, man findet sie auch im vor­liegenden Magazin. Allerdings gibt es hier noch Luft nach oben. Die Bedeutung von Stadt und Urbanität ist mehr als die Summe von immer gleichen Gebäuden. Sie ist Ausdruck von gesellschaftlichen Ordnungssystemen, und jede Generation versucht, hier neue Zeichen zu setzen. Werfen wir doch einen Blick in die Geschichte, um diese These zu verdeutlichen. Schon die Polis der Antike war ein politisches Machtzentrum. Mit der Handelsstadt des Mittelalters gewann die Ökonomie an Bedeutung. Die Industriestadt des 20. Jahrhunderts war der Ver­ kehr und die Anordnung seiner Ströme ein wichtiges Element. Rohstoffe, Waren und Arbeitskräfte wurden immer mobiler und ortsunabhängiger. Die Arbeitsteilung des Fordismus, im Rahmen des Taylorismus, schlug sich auch in der Architektur nieder. Die Grossraumbüros der Unternehmen waren ein zentrales Beispiel. Heute sind wir durch die Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelten wieder einer Umwälzung unterworfen, die sich unter Begriffen wie Smart Home auch in der Innenarchitektur niederschlagen. Auch dafür finden Sie Beispiele in dieser Ausgabe. Für viele Flüchtlinge ist die Stadt des Nordens zum Sehnsuchtsraum geworden – ein Versprechen für ein besseres Leben. Auswanderung und Flucht sind in der Geschichte auch nicht neu. Integration gelingt aber nur, wenn beide Seiten sich darauf einlassen. Der Notstandsurbanismus mit umgestalteten Turnhallen kann aber nur eine Übergangslösung sein. Solche Provisorien dürfen kein Dauerzu­ stand werden, sonst hat die Integration kaum eine Chance. Einige französische Banlieus sind dafür negative Beispiele aus den letzten Jahrzehnten. Jetzt gibt es Architektinnen und Architekten, die sich darüber Gedanken gemacht haben, wie schnelle und funktionelle Lösungen aussehen könnten. Auf der Biennale in ­Venedig sind einige zu sehen. Wir stellen sie vor.

DESIGN NACH MASS ƒ Lamellendach ƒ Glasdach ƒ Textildach ƒ Wetterschutz ƒ Wintergarten

Georg Lutz

Chefredaktor bauRUNDSCHAU lutz@rundschaumedien.ch www.baurundschau.ch

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Ausgabe 044 02/2016 8154 Oberglatt | Telefon 850 //22Seite 44 1

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INHALT DACHTERRASSEN IN DER PRAXIS

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Über Jahrhunderte vergessen, gelangte die Gartenkultur der Antike zur Zeit der Renaissance zuerst nach Florenz, Rom und Venedig, um bald darauf auch andere europäische Städte zu erreichen. Im Feudalismus waren Gärten Statussymbole. Das Bürgertum des 20. Jahrhunderts verbannte Grün in der Stadt in die Reservate der Stadtparks. Heute kommt das Grün in die urbanen Zentren zurück. Zum Beispiel in Form von Dachtressen. Wir stellen einige Beispiele vor.

GENUSS AUF DEM FEUERRING Wer wie wir als Stadtmenschen aus Basel nach Immensee an den Zugersee fährt, kommt in eine andere Welt. Das Leben könnte etwas stressloser und genussvoller verlaufen. Beim Stichwort Genuss sind wir schon beim Feuerring gelandet. Der Vater des Feuerrings, Andreas Reichlin, und sein Team haben, anlässlich der Vorstellung von zwei Kochbüchern, ihre kulinarischen Freundinnen und Freunde eingeladen. bauRUNDSCHAU tauchte in die Atmosphäre ein.

RICHARD NEUTRA

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Mit seinen lichtdurchfluteten Häusern hat Richard Neutra (1892–1970) nicht nur das Bild der kalifornischen Moderne geprägt. Er war Vorbild für Stile, die heute eine Renaissance erleben. Als Beispiel sei hier der Bungalow-Stil mit seinen grossen Glasflächen erwähnt. Auch das Stichwort «Biorealismus» von Neutra wollen heute einige Architekten wieder mit Inhalt füllen.

ARCHITEKTUR UND FLÜCHTLINGE

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Eines der zentralen Themen unserer Tage heisst Flüchtlinge – genauer: wie Flüchtlinge leben und wohnen. Das ist eine umkämpfte Debatte, aber auch eine architektonische Herausforderung. Inzwischen gibt es Architekten, die dazu konkrete Lösungen vorgelegt haben. Im deutschen Pavillon an der Biennale in Venedig sind sie aktuell zu sehen. Wir stellen einige vor und erläutern die Philosophie, die dahinter steht.


INHALT

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FLEXIBLES ARBEITEN, VERNETZTES WOHNEN UND KOMFORTRÄUME Home Office ist in unseren Arbeitswelten ein zentrales Stichwort. Wir haben inzwischen die technologischen Voraussetzungen zur Verfügung, von unterschiedlichen Orten voll vernetzt arbeiten zu können. Gleichzeitig erfinden sich auch unsere Küchen und Bäder neu. «Smart Home» heisst das zentrale Stichwort. Wir wollen aber einfache und funktionale Lösungen, da wir in unseren Häusern auch immer älter werden.

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PHOSPHOR UND WASSER Das Düngen in der Landwirtschaft hat in den Gewässern in der Geschichte schon einige schleichende Katastrophen ausgelöst. Phosphate aus Düngern können in Seen Massensterben auslösen. In den letzten Jahrzehnten gab es hier allerdings einige beeindruckende Erfolge. Die Gewässer sind wieder sauberer geworden. Für einige Akteure sind sie inzwischen zu sauber. Das ist aus unterschiedlichen Gründen ein Trugbild.

WIR SIND VOR ORT Unter anderem sind wir in den nächsten Monaten an folgenden Messen und Veranstaltungen vor Ort. Gerne können Sie im Vorfeld mit uns Termine vereinbaren. Auf Wunsch schauen wir in Ihrem Unternehmen auch persönlich vorbei.

RUBRIKEN Editorial1 Garten6 Bauen28 Architektur38 Innenarchitektur62 Umwelt & Technik 84 News 26, 60, 82 Kolumnen 33, 36, 73, 93 Impressum96

Seite 4 // bauRUNDSCHAU

Bauen & Modernisieren, www.bauen-modernisieren.ch Holz Basel, www.holz.ch

IM WEB Wir halten Sie zwischen den Ausgaben mit aktuellen News, Fotostrecken, Kolumnen und Analysebeiträgen auf dem Laufenden. Sie sind gerne eingeladen, sich crossmedial zu beteiligen. Zum Beispiel mit News: 1 000 Zeichen, Bild und URL. Besuchen Sie www.baurundschau.ch


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GARTEN

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GARTEN

DIE WEITE ÜBER DEN DÄCHERN GRÜNE DACHTERRASSEN von Georg Lutz

Jetzt gehen wir wieder in den Garten und setzen neue Blumen, legen das Kräuterbeet an, pflegen den Rasen und schauen auf das noch sehr frische Grün der Bäume. Unter einer Pergola oder auf der Terrasse platzieren wir gekonnt die Gartenmöbel. Vielleicht haben wir sogar einen Bio-Teich, der zunächst gereinigt werden muss. Aber dann geht es uns gut, und wir geniessen mit lieben Freunden und der Familie das Gartenleben. Können jetzt die Gäste kommen? Nein, es fehlt noch das Highlight: Das Grün auf der Dachterrasse. Sie erinnert uns an eine mediterrane Ferienstimmung, die wir unseren Gästen präsentieren wollen. Auch auf dem Dach wollen wir kulinarisch punkten. Dabei könnte im Mittelpunkt der Grill stehen. Allerdings hat ein Grill das Manko, dass der kulinarische Genuss sich in Grenzen hält, da die Grillprodukte oft zu scharf angebraten sind. Aber es gibt auch hier eine Lösung: der Feuerring. Wir stellen die neue Kochkultur am offenen Feuer auf dem Feuerring auf den nächsten Seiten vor.

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GARTEN

WOHNZIMMER IM GRÜNEN WINTERGARTEN IN HOLZBAUWEISE von Michael Meuter

© Corinne Cuendet, Clarens/LIGNUM

Die Gartensaison ist in unseren Breiten auf einige Monate beschränkt. Ein Wintergarten eröffnet die Möglichkeit, das Draussensein in geschützter Umgebung auch in den Übergangsmonaten oder sogar in der kalten Jahreszeit zu geniessen. Das Naturmaterial Holz schafft dafür einen nachhaltigen und atmosphärisch angenehmen Rahmen.

Haushoher Holz-Wintergarten in der ökologisch ausgerichteten «Maison Guisan» in La Tour-de-Peilz. Architekt: Gilles Bellmann, Chailly-Montreux.

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GARTEN

W

intergarten ist nicht gleich ­Wintergarten. Zuerst sollte man sich darüber klarwerden, was die Gegebenheiten sind und was man vom Wintergarten eigentlich erwartet. Was möchte man in dem neuen Raum am liebsten tun: essen, lesen, Büroarbeiten erledigen, Pflanzen ziehen? Wie oft, über das Jahr gesehen, will man den Wintergarten benutzen? Soll er ganzjährig zu gebrau­chen und vom übrigen Wohnraum her uneingeschränkt zugänglich sein, also im Grunde als voll funktionsfähiger Anbau dienen? Soll der Wintergarten ebenerdig liegen und sich damit auf den Garten orien­tieren, oder könnte er als verglaster Balkon auf Stelzen stehen, mit Zugang über eine obere Etage, damit man mehr Aussicht geniesst?

Nach den Antworten auf diese Fragen richtet sich das Konzept bezüglich Bauart, ­Vorbereitung des Untergrundes, Wahl des Glases und der Öffnungen, Beschattung, Belüftung und Heizung. Die aufgrund der Anforderungen gewählte Ausführung bestimmt den Mittelbedarf für die Erstellung des Wintergartens. Dazu kommen die Aufwendungen für den Betrieb und Unterhalt: Auslagen für Heizung und Beleuchtung, ­Begrünung und andere Ausstattung, Reinigung, spätere Auffrischungen oder Reparaturen. Sparen als oberstes Ziel ist in der Konzeptphase nicht unbedingt sinn­voll. Denn wer am Anfang vor allem billig wegkommen will, muss vielleicht später tief in die Tasche greifen, sei es wegen Nachrüstungen mit zunächst «gesparten» Elementen und Details, mit ärgerlich hohen Kosten für die Heizung oder anderen Nachbesse­ rungen, die ins Tuch gehen. Den Wintergarten sollte man sich deshalb vom Fachmann offerieren lassen und auf eine sorgfältige und langlebige Ausführung achten.

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Ebenerdige Wintergärten brauchen eine Bodenplatte aus Beton mit einer darauf ­a ngebrachten Feuchtigkeitssperre und Dämmung. Die Aussenwände gehören auf Streifenfundamente aus Beton. Das erfordert natürlich Erdarbeiten. Die meisten ganzjährig nutzbaren Wintergärten erhalten bei uns zudem eine Bodenheizung. Sie funktioniert am besten unter Tonplatten, Keramik, dünnem Naturstein oder auch Parkett.

© Lignaplan, Waldstatt/LIGNUM

Soll der Wintergarten vielleicht sogar über mehrere Geschosse, über die ganze Höhe des Hauses reichen? Welche räumlichen Dimensionen, welche Grundfläche sind von Haus und Garten her überhaupt möglich? Was wird vom Baureglement der Gemeinde her bewilligt, was nicht? Was lässt der vorgesehene Standort erwarten? Die Nordseite ist kühl; das bedeutet mehr Heiz­ kosten im Winter. Die Südseite ist heiss; das bedeutet Treibhausklima im Sommer. Liessen sich eine günstige Südostoder Südwestlage einrichten? Wie gelangt man bei ebenerdiger Lage nach draussen; wie soll sich der Wintergarten öffnen lassen?

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GARTEN

© Fotos: Lignaplan, Waldstatt/LIGNUM

EINE UNSCHLAGBARE KONSTRUKTION

Es gilt, die Verglasung ohne Wärmebrücken durchzuführen.

Für die Aussenwände kommt mit Vorteil Isolierglas zum Zug; im Dachbereich empfeh­ len sich Sonnenschutzgläser. Je nachdem wählt man Fensterflügel zum Öffnen, Fenstertüren, Glasfaltwände oder Hebe­schie­ betüren. Wichtig ist, dass die Verglasung ohne Wärmebrücken ausgeführt wird. Die Beschattung sollte physikalisch gesehen idealerweise aussen liegen. Denn sonst droht der Treibhauseffekt: Die Sonneneinstrahlung wird im Innern des Wintergartens in Wärme umgewandelt, die dann durch das Glas nicht mehr nach draussen findet. Für die Beschattung gibt es Spezialstoffe oder Lamellen. Betätigt werden Beschattung und Lüftung – am besten über eine automatische Steuerung. Das spricht für motorisch angetriebene Systeme.

KEIN TREIBHAUS Apropos Treibhaus: Gegen den Treibhauseffekt auf globaler Ebene kann man etwas tun, indem man sich bei seinem Winter-

garten für eine Holzkonstruktion entscheidet. Denn Holz wächst, indem der Baum das Treibhausgas CO2 aus der Luft aufnimmt und den Kohlenstoff verbaut. Ein Kubikmeter Holz speichert annähernd eine Tonne CO2. Holz, das für langlebige Güter wie Häuser, Hausteile, Möbel usw. verwendet wird, wirkt deshalb als CO2-Speicher. Es entlastet unmittelbar das Klima. Dieser Effekt wird umso stärker, je mehr Holz anstelle anderer Materialien verwendet wird. Im Baustoff Holz steckt nämlich sehr wenig graue Energie, weil die Produktion des Rohstoffs von der Natur übernommen wird. Dafür braucht es weder Erdöl noch Strom. Doch auch die Ernte und Verarbeitung von Holz erfolgen ausgesprochen energiearm. Die Konsequenz: Jeder Kubikmeter Holz, der zum Beispiel für ­einen Wintergarten anstelle anderer Mate­ rialien zum Zug kommt, vermeidet eine Klimabelastung von einer Tonne CO2.

Doch auch handfeste technische Gründe sprechen für Holz, wenn es um Winter­ gärten geht. Denn Holz hat die kleinste Wärmedurchgangszahl aller gängigen ­Materialien und isoliert deshalb von Natur aus hervorragend. Die einheimischen ­Hölzer Fichte, Tanne, Föhre, Douglasie und Lärche ermöglichen als Baumaterial für Wintergärten eine sehr breite gestalte­ rische Palette und schaffen Konstruktionen, die immer leicht und offen wirken. Denn die hohe Tragkraft des Baustoffs, zumal in der Form von Brettschichtholz, erlaubt schmale Profile und grosse Spannweiten. Brettschichtholz besteht aus mindestens drei parallel verleimten Brettern und ist noch formbeständiger als Vollholz. Zwei Erstellungsweisen kommen für eine Wintergartenkonstruktion aus Holz infrage: die Pfosten-Riegel-Konstruktion oder die Elementbauweise. Letztere verkürzt die Bauzeit wesentlich und vermindert zugleich Lärm- und Staubimmissionen. Alle benötigten Teile werden in der Werkstatt gefertigt, als Ganzes auf die Baustelle ­gebracht und montiert. Die Holzkonstruktion für einen Winter­ garten muss wasserabweisend sein. Dafür wird sie aussen gestrichen oder lasiert. Der Anstrich ist nach einigen Jahren zu erneuern. Am Fuss der Konstruktion darf sich kein stehendes Wasser bilden, und auch Spritzwasser soll das Holz nicht durchfeuchten können. Innen ist dagegen keine Pflegemassnahme nötig, abgesehen von einem allfälligen Vergilbungsschutz. Beinahe unschlagbar ist die Kombination von Holz mit einem Wetterschutz aus Metall, meist Aluminium. Dieser weist aussen das Wasser ab und hält so die Unterhaltsaufwendungen tief, während innen das Holz für ein gutes Wohngefühl sorgt. Das Aluminium lässt sich mit Eloxieren oder Thermolackieren farblich individuell gestalten.

MICHAEL MEUTER ist Verantwortlicher Information von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz in Zürich. Beschattung richtig organisieren, sonst droht der Treibhauseffekt.

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GARTEN

EIN NEUES GEFÜHL TERRASSEN ZUM WOHLFÜHLEN von Tobias Franzke

Eine stimmungsvoll bepflanzte Terrasse ist pure Lebensqualität. Bloss, welche Pflanzen eignen sich dafür? Wie wird ein harmonisches Gesamtbild erreicht? Eine fundierte Planung unter Berücksichtigung der Standortfaktoren und der persönlichen Vorlieben der Eigentümer lässt eine ganzjährig nutzbare Terrassenlandschaft dauerhaft Wirklichkeit werden.

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aue Frühlings- und Sommerabende mit lieben Menschen an einer reich gedeckten Tafel unter freiem Himmel – den Gedanken an die Terrasse verbinden wir stets mit Sonne, Wärme und wohligem Gefühl. Der lebendige Aussenwohnraum muss aber nicht nur dem Sommerhalbjahr vorbehalten bleiben. Ein durchdachtes Pflanzkonzept verbindet Innen- und Aussenraum zu einem stimmigen Ganzen und bringt das lebendige Grün zu jeder Jahres­ zeit zur Geltung.

Im lichten Schatten des malerischen Ahornbaumes werden heisse Sommertage auf der Terrasse zum Genuss.

KÖNIGSDISZIPLIN PFLANZENAUSWAHL Lebendiges Grün gehört auf die Terrasse und prägt dort die Atmosphäre. Für Pflanzen gelten Terrassen aber als Extrem­ standorte. Sie haben es nicht einfach: Grosse Hitze, klirrende Kälte und raue Winde stellen besondere Anforderungen an die pflanzlichen Protagonisten. Das macht eine sorgfältige Auswahl sowohl nach gärtnerischen als auch gestalterischen Gesichtspunkten notwendig. Zudem müssen die Gehölze für eine langfristige Verwendung im Gefäss geeignet sein.

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Nicht jeder Gartenbewohner fühlt sich an einem Terrassenstandort gleichermassen wohl, was genaue Kenntnis der Pflanzenansprüche bedingt und langjährige Erfahrungswerte für die treffende Auswahl unverzichtbar macht. Generell sind langsam wachsende oder formierte Gehölzarten zweckmässiger als diejenigen, welche allzu schnell ins Kraut schiessen. Es sind die malerisch gewachsenen Charakterpflanzen, die ein besonderes Flair verströmen – erhabene Pflanzenpersönlichkeiten,

an welchen sich die Besitzer jeden Tag aufs Neue erfreuen können. Bei einem Rundgang durch die Baumschule werden die einzigartigen Solitärpflanzen persönlich auserwählt.

EIN NEUES RAUMGEFÜHL Ein gutes Gespür für räumliche Effekte ist wichtig bei der Anordnung der Stilelemente. Von Anfang an werden Sichtachsen und Blickwinkel – besonders auch diejenigen von innen nach aussen – in das


GARTEN

Design mit einbezogen. Ausblicke werden unterstrichen, unerwünschte Einblicke andernorts diskret abgeschirmt. Die sorgfältig gestaltete Terrasse erstreckt ihre Wirkung auf den Wohnbereich, ohne sofort jedes Detail preiszugeben. Je nach Aufenthaltsort im Innenbereich erschliessen sich unterschiedliche Aspekte. Gezielte Lichtakzente machen einen eindrucks­ vollen Grossbonsai auch bei dämmrigem Winterlicht vom Wohnraum aus erlebbar, und an langen Sommerabenden tauchen sie die Szenerie in ein stimmungsvolles Ambiente. In der warmen Jahreszeit kann das Leben draussen stattfinden, und im Winter endet die Stube nicht mehr im schwarzen Nichts der Fensterscheibe, sondern erstreckt sich auf die charakterstarken Pflanzenpersönlichkeiten, was dem Raum eine neue Dimension verleiht. Wer eine solche Terrassenlandschaft sein Eigen nennen darf, kann das ganze Jahr hindurch entspannt geniessen und sich an der wohltuenden Wirkung des lebendigen Grüns erfreuen.

Der fliessende Übergang zwischen Innen und Aussen macht die durchdacht gestaltete Terrasse ganzjährig erlebbar.

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Ausgabe 02/2016 // Seite 13

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GARTEN

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GARTEN

DIE DURCHDACHTE GESTALTUNG DACHTERRASSEN IN DER PRAXIS von Lone K. Halvorsen

Wer nicht genug von der Sonne kriegen kann, kommt ihr einfach ein Stück näher.

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ber Jahrhunderte vergessen, gelangte die Gartenkultur der Antike zur Zeit der Renaissance zuerst nach Florenz, Rom und Venedig, um bald darauf auch andere europäische Städte zu erreichen. Vorwiegend Dachflächen auf Schlössern verwandelten sich so zu wunderbaren Dachanlagen. Erst zur Zeit des Barocks erkannten in unseren Breiten die Bauherren die Bedeutung von begrünten Dachflächen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigten sich in Europa einzelne avantgardistische Architekten mit der Form­sprache des neuen Bauens, und der bekannteste unter ihnen war Le Corbusier. Kaum ein anderer hat das Flachdach und dessen Nutzung als Wohnterrasse so entschieden propagiert. Das ehemals als elitär gehaltene flache Dach wurde nun als eine neue Form des Bauens zu einer Erweiterung des Wohnraums entdeckt. Le Corbusiers philosophische Äusserung dazu: «Ist es nicht wahrhaft wider alle Logik, wenn eine ganze Stadtoberfläche ungenützt unter Zwiesprache der Schiefer mit den Sternen vorbehalten bleibt?»

NICHT NUR DEN STERNEN VORBEHALTEN Licht, Luft und blauer Himmel in den Wohnbereich zu integrieren – davon träumt wohl jeder. Das Ineinandergreifen von Innen und Aussen ist nirgends so deutlich zu erkennen wie auf Terrasse und Balkon. In der Tat sind die Gestaltungsprinzipien, die draussen zur Anwendung kommen, denjenigen im Innenraum auch gar nicht so unähnlich. Vom feinsten Teppich über edle Holzdielen bis hin zur Wandverkleidung aus Naturstein. Dazu Outdoor-Küchen, exklusive Designerlampen und Designklassiker – hier findet alles seinen Platz. Die Kunst der Planung liegt jedoch nicht in der Fülle der Möglichkeiten, sondern in der sinnvollen Beschränkung derselben.

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GARTEN

Bei der Neugestaltung einer Dachterrasse ist es wichtig, sich vorab zu überlegen, wo Weitblick gewünscht ist und an welchen Stellen man sich vor Einblicken schützen will. Ein immergrünes Heckenelement oder ein einfaches Metallgerüst, an dem sich die gewünschten Pflanzen hoch­ ranken, bietet den nötigen Sichtschutz. Voluminöse Ziergräser, grossformatige Pflanzen wie Bambus oder kleine Bäume erweisen sich als optimale «Nischen­trenner»: eine Ecke zum Sonnenbaden, eine zum Grillieren und einen kleinen Dachgarten, um den grünen Daumen zu erproben. ­Zugleich bringen die Pflanzen viel Grün auf die Dachterrasse, was bereits beim Betreten Erholung verspricht. Bei der Pflanzenwahl ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Arten eignen sich gleicher­ massen für das Klima auf der Terrasse. Die teils exponierten und sehr sonnigen Lagen stellen die Gewächse auf eine harte Probe. Sie müssen je nach Situation mit Wind, extremer Hitze im Sommer und ­tiefen Temperaturen im Winter zurechtkommen. JardinSuisse empfiehlt: Wer nicht über den nötigen grünen Daumen verfügt, dem wird empfohlen, für die Ge­ stal­tung Experten aus der grünen Branche beizuziehen.

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GARTEN

MÖBEL FÜR JEDEN WIND UND JEDES WETTER Für eine gelungene Terrassengestaltung sind zweckmässige Gartenmöbel vonnöten. Und wie schon bei den Pflanzen für die Dachterrasse sollte man bei den Möbeln auch lieber auf das Grossformat zurückgreifen. Daybeds, Hängematten oder grosse Lounge-Möbel sind daher erste Wahl. So wird eine luxuriöse Grosszügigkeit vermittelt und ausserdem verhindert, dass die Möbel und Accessoires verloren herum­ stehen und die Terrasse kahl wirkt. Die einen lieben es, den freien Tag auf der Sonnenliege zu faulenzen, während die anderen

lieber eine komfortable Lounge-Ecke bevor­ zugen. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld kritisch die Frage zu stellen: Welchem Zweck soll die Terrasse dienen, und welche Möbel werden entsprechend benötigt? Denn ein Platz im Freien macht keinen Spass, wenn er am Ende keinen Bewegungsraum mehr bietet. Da eine Dachterrasse durch ihre exponierte Lage von der Sonne mehr als verwöhnt wird, macht ein Schattenspender – ob Sonnenschirm oder Sonnensegel – einen Aufenthalt auf der Dachterrasse tagsüber deutlich angenehmer. Bevorzugt man eher Möbel aus Holz, Geflecht, Metall oder Kunststoff? Unab­

hängig vom Material – ganz ohne Unterhaltspflege geht es nicht. Sonne, Staub, Umwelteinflüsse oder gar Speise- oder ­Getränkereste hinterlassen Spuren, die ­sofort und regelmässig entfernt werden müssen. Primär verbringt man die Zeit auf der Terrasse im Sommer, wenngleich es Frischluftfanatiker gibt, die auch gerne in den kälteren Monaten draussen verweilen möchten – und dies ebenso gerne im Sitzen tun. Wenn die Outdoor-Möbel das ganze Jahr draussen stehen, sollte man auf wetterfeste Materialien und eine hochwertige Verarbeitung achten. Aufgrund der exponierten Lage auf dem Dach sind hier die Möbel nicht nur der stärkeren Sonnen­ einstrahlung oder mitunter heftigen Sommergewittern ausgesetzt, sondern im Winter auch Frost und Schnee. Daher gewähren Sie Ihren Möbeln auch im Winter den nötigen Wetterschutz.

LONE K. HALVORSEN ist freie Redaktorin. www.jardinsuisse.ch

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GARTEN

HOCH HINAUS ALUMINIUM-BEETE BELEBEN DACHTERRASSEN von Stefan Brink

Zwei grosszügige Terrassenbereiche sind auf dem Dach eines neuen Wohnhauses am Berliner Barbarossaplatz entstanden. Hochbeete der Firma Richard Brink gliedern und unterteilen die Dachterrasse in separate Flächen und bilden die Basis für die gewünschte Privatsphäre der Nutzer: In die massgefertigten Aluminium-Rahmenkonstruktionen werden hochwüchsige Pflanzen eingesetzt. Diese dienen nicht nur als Sichtschutz, sondern erzeugen darüber hinaus eine grüne Oase auf Höhe des Daches. Das könnte auch für urbane Zentren in der Schweiz interessant sein.

FIRMENPORTRÄT

© Richard Brink GmbH & Co. KG

Die Produktpalette des 1976 gegründeten Familienunternehmens Richard Brink GmbH & Co. KG reicht von Entwässerungs- und Dränagesystemen, Kiesfangleisten, Beeteinfassungen sowie Rasenkanten über Kantprofile und Mauerabdeckungen bis zu Pflanzkästen, Solarunterkonstruktionen, Schornsteinabdeckungen und Wetterfahnen.

Das Grün kommt in individueller Form wieder in die Stadt zurück.

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er Barbarossaplatz ist mit dem ­Kinderbrunnen das Zentrum des beliebten Wohngebiets in Berlin-Schöneberg. Gegenüber hat die HOCHTIEF Projektentwicklung, Berlin, Wohnhäuser auf

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einem etwa 3 200 Quadratmeter grossen Grundstück geschaffen. Insgesamt wurden 86 Eigentumswohnungen mit Flächen ­z wischen 23 und 220 m2 errichtet. Sie befin­d en sich rund um einen begrünten

I­nnenhof. Vier bis sechs Etagen, ein Galerie­ geschoss und eine klassisch-moderne Fassade prägen die Gebäude. Dadurch passen sie sich optisch an die gründerzeitliche Nachbarbebauung an.


GARTEN

HOCHBEETE IN SONDERMASSEN Aufgrund ihrer Flexibilität kamen 140-lfmHochbeete der Richard Brink GmbH & Co. KG zum Einsatz. Aus kunststoffbeschichtetem Aluminium gefertigt, sind sie widerstandsfähig gegen die Witterungseinflüsse auf der Dachterrasse. Ihr modernes Design fügt sich optisch ansprechend in den Holzboden, die Wegplatten aus Stein sowie zwischen die Pfeiler der mittig verlaufenden Pergolen ein. Die Firma Richard Brink hat die Beete in sieben verschiedenen Sondermassen geliefert. Im Zusammenspiel gliedern und unterteilen sie die Terrasse in separate begrünte Zimmer. Je nach Position sind die Rahmenkonstruktionen rechteckig, quadratisch, L-förmig oder mit Ausklinkung versehen. Mittels Steckverbindungen lassen sich die einzelnen Segmente endlos und einfach aneinanderreihen. Die Winkelform der Hochbeete gewährleistet Stabilität. Dank zusätzlicher Knotenbleche halten sie dem Druck der eingefüllten Pflanzerde ohne auszuwölben stand. In die 500 mm hohen Konstruktionen haben die Mitarbeiter der TKL GmbH unter anderem Liguster, Ginster und verschiedene Rosenarten ­gepflanzt. Die Gewächse können mehrere Meter hoch werden und bieten somit einen

Hochbeete erfüllen unterschiedliche Funktionen.

ausreichenden Sichtschutz. Ihre Grösse können sie in den Kästen entfalten.

BEHAGLICHER WOHNRAUM Mit der Terrassenbegrünung erhalten die Bewohner ein behagliches Zuhause inmitten der Hauptstadt. Durch die gelungene Bepflanzung der Fläche verfügen die beiden Wohnparteien über zusätzlichen Raum im Freien. Diese grünen Zimmer sind gerade in den warmen Sommermonaten präferierte Ausweichmöglichkeiten der Wohn-

fläche und unterstreichen den ökologischen Grundgedanken des komfortablen Bauobjekts. Denn neben der Begrünung der Aussenbereiche erfüllt der Komplex auch die KfW-Effizienzhaus-70-Standards. Diese entsprechen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009. Die Energie- und Wärmeversorgung der Häuser erfolgt aus einem eigenen Blockheizkraftwerk, einer Gasbrennwerttherme und einer Fotovoltaikanlage. Damit sind sie in der Schweiz mit dem Minergie-A-Standard vergleichbar.

© Richard Brink GmbH & Co. KG

Das Projekt vereinbart komfortable Lebens­ bereiche mit urbanem Charme und Natur. So nehmen die Wohnungen mit ihren grosszügigen Balkonen und Terrassen ­Bezug zu umgebenden Grünzonen auf: Die Räumlichkeiten an der Barbarossa­ strasse gewähren den Blick auf den bepflanzten Innenhof. Weitere Apartments sind auf den von Bäumen gesäumten Barbarossaplatz ausgerichtet oder verfügen über einen Garten. Die Eigentümer zweier Wohnungen haben Zugang zu einer grosszügigen Dachterrasse, die ein Team von Margret Benninghoff Landschaftsarchitekten, Berlin, gestaltet hat. Von hier aus können die Bewohner den Ausblick auf einen öffentlichen Park sowie die benachbarten Stadtteile geniessen. Als Gliederungs­ elemente für die Fläche wurden Hochbeete eingeplant. Ebenfalls hochwüchsige Pflanzen sollten als Sichtschutz dienen und eine angenehme Privatsphäre auf den angrenzenden Aussenbereichen ermöglichen.

© Richard Brink GmbH & Co. KG

GROSSZÜGIGER AUSSENBEREICH

Richard Brink GmbH & Co. KG  |  Metallwarenfabrikation und Vertrieb  |  Görlitzer Strasse 1  |  D-33758 Schloß Holte-Stukenbrock Tel. +49 (0) 5207 95 04-0 | info@richard-brink.de | www.richard-brink.de

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GARTEN

«In Immensee gingen wir zu Schiff und fuhren in nördlicher Richtung nach Zug. Die Schiffe sind klein, nur aus zwei Stücken zusammengesetzt und gleichen also einem völlig ausgehöhlten Baumstamm … Links ward ein Sandstein gebrochen. Sobald man um die vorstehende Ecke ist, nimmt der See nordwärts einen sehr breiten Charakter an …» Johann Wolfgang von Goethe

Die Strandpromenade von Immensee und das Gefühl des Frühlings, der vor der Tür steht.

FEUER, RAUCH UND FLAMME KULINARISCHER GENUSS AUF DEM FEUERRING von Georg Lutz

Wer wie wir als Stadtmenschen aus Basel nach Immensee an den Zugersee fährt, kommt in eine andere Welt. Das Leben könnte etwas stressloser und genussvoller verlaufen. Beim Stichwort Genuss sind wir schon beim Feuerring gelandet. Der Vater des Feuerrings, Andreas Reichlin, und sein Team haben, anlässlich der Vorstellung von zwei Kochbüchern, ihre kulinarischen Freundinnen und Freunde eingeladen. Mit dabei war auch die Rezeptekreateurin Judith Gmür-Stalder, mit der wir zwischen zwei Gängen ein Interview geführt haben. Seite 20 // bauRUNDSCHAU


GARTEN

Muscheln brauchen Flüssigkeit, auch auf dem Feuerring.

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er Frühling an der Strandpromenade von Immensee beginnt sehr ruhig. Ein leichter Schleier liegt über dem See und den angrenzenden Bergen. In den Medien wird später von Saharastaub die Rede sein. Unter den Gipfeln blitzen noch die Schneereste des Winters. Fast fühlen wir uns in die Reisegesellschaft des Geheim­ rats aus Weimar hinein, der diese Atmos­ phäre genoss. Es ging um die Schweiz mit ihrem rustikalen Lebensgefühl, der beeindruckenden Landschaft, die immer wieder neue atmosphärische Facetten bot und der professionellen Handwerkskunst. All dies begeisterte Johann Wolfgang von Goethe und nach ihm auch noch einige andere Schriftsteller und Intellektuelle. Wir drehen uns um, und die Stimmung ist immer noch gelassen, aber die Atmosphäre wirkt flirrend und anziehend. Wir sehen fünf Feuer in Feuerringen, ein wer-

kelndes Team von Köchen und um die hundert faszinierte Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich später zu kulinarischen Experten wandeln.

die man gemäss den Erfordernissen des jeweiligen Grillguts nutzen kann: scharfes Anbraten, Niedergaren, Dünsten, Räuchern, Flambieren …

DIE QUALITÄT DES RINGS

Inzwischen erweitern zwei Koch- beziehungsweise Grillbücher das Sortiment und legen die Basis für das Jahr 2016 mit dem Thema «Kulinarisch Grillieren». Die beiden Kochbücher FEUER und RING sind nur im Set vollständig: Das Buch FEUER bietet kraftvolle und leidenschaftliche Menüs, kreiert vom Schweizer Chefkoch Chris Züger, die nun darauf warten, am Feuerring zubereitet und nachgekocht zu werden. Das Buch RING stellt eine Auswahl an köstlichen Kleinigkeiten von Food­ stylistin und Rezeptredakteurin Judith Gmür-Stalder für ein leckeres Buffet.

Das Feuer war über Jahrhunderte das Zentrum gemeinschaftlichen Lebens. Mit dem Feuerring – als moderne Feuerstelle – sind wir nun eingeladen zu geniessen. ­Neben der perfekten Qualität dieses Grillgeräts, seinem langlebigen Material und der guten Verarbeitung ist der Blick auf das gesunde Grillieren hochwertiger Lebensmittel bis hin zur Herstellung kulinarischer Menüs wesentlich. Entscheidet man sich, indirekt zu grillieren, ist dies auch eine Entscheidung für die schonende Zubereitung wertvoller Lebens­ mittel. Der Original-Feuerring bietet perfekte Voraussetzungen: Temperaturzonen,

Wir waren vor Ort und haben es schon mal ausprobiert.

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ALTES KOCHEN MIT NEUEM WISSEN Interview mit Judith Gmür-Stalder von Georg Lutz

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ormalerweise haben Kochbücher Schwerpunkte, die sich auf die französische oder vegane Küche beziehen. Inzwischen gibt es Kochbücher zu jeder Kochkunst und fast für jede Zielgruppe. Sie haben die Rezepte für die Bücher zum Feuerring kreiert. Wo liegen die Unterschiede? Zunächst fällt auf, dass wir mit dem Feuer­ ring mit sehr reduzierten Gerätschaften arbeiten. In der französischen Küche geht es da vergleichsweise viel opulenter zu. Auch in der modernen Küche in unse­ rer Wohnung haben wir inzwischen viele Hilfsmittel und technische Gerätschaften mit automatischen Steuerungen. Beim Feuerring geht es schlicht um eine klare Form mit wenigen Hilfsmitteln. Das ist eine sehr puristische Grundlage, auf der wir aber sehr viel Fantasie für unsere Kochkunst entwickeln können. Dazu be-

darf es aber Fertigkeiten und Verständnis für Lebensmittel, die im heutigen Zeit­ alter von Convenience Food oft verloren gegangen sind. In unserer Küche erinnert das Kochen auf dem Feuerring oft an eine klassische gusseiserne Bratpfanne. Auf einem Küchenring kann ich aber sehr viel mehr realisieren. Weihnachtsgebäck oder Crepes lassen sich realisieren. Wir kommen zurück an der Ursprungsort des Feuers, um das wir früher ­gesessen sind, uns wilde Geschichten erzählt und auch kulinarisch uns verwöhnt haben. Da werden ganz alte ­Welten wiederentdeckt? Ja, am Anfang war das Feuer. Wir können es aber mit heutigen Erfahrungen kom­ binieren und optimieren. Das macht die ­Faszination aus.

«Das ist eine sehr puristische Grundlage, auf der wir aber sehr viel Fantasie für unsere Koch­ kunst entwi­ ckeln können.»

Judith Gmür-Stalder ist Rezeptredaktorin und Foodstylistin. Sie testet ihre eigenen Rezepte immer wieder in der Praxis, um sie weiterzuentwickeln.

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GARTEN

LUNELI

W W W.FEUERRING.CH

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GARTEN

Jetzt müssen Sie uns noch zwei, drei Beispiele verraten … Nehmen Sie die Randen (Rote Beete) im Salzmantel, die Chris Züger gerade realisiert hat. Die Rezeptur braucht eine ganz bestimmte Hitze und dann noch eine spannende Sauce oben drauf, die in der Steinzeit noch nicht verfügbar war. Es kommt immer auf die richtige Kombination an? Ja, ein Fisch wird oft nicht direkt gegrillt, sondern zwischen Brettchen gegart und geräuchert. Dazu passt dann auch eine ganz spezifische Gewürzmischung, die zum Rauch passt.

Die wilde Kraft des Grillens mit Rindfleisch, abgefedert auf gewässertem Bio-Heu.

Oft arbeiten wir auch mit einer Grundlage, die zum Hauptprodukt passt. Aussen werden gerade Rindfleischstücke auf BioHeu gegrillt. Das Heu liegt einen Tag im Salzwasser und moderiert so die Hitze. Muscheln liegen bei mir oft auf einem Moosbett, welches immer wieder etwas Weisswein dazubekommt. Das ist wirkliche Kochkunst auf dem Feuerring. Das ist der Unterschied zum klassischen Grill? Wir können auf einem Feuerring mit einer anderen Kontaktwärme arbeiten. Die Hitze wird regelmässiger übertragen. Das Fett tropft nicht direkt in die Glut, verbrennt

dann und kontaminiert schlussendlich das Grillgut. Das ist übrigens der Ursprung des Projekts Feuerring. Andreas Reichlin hat sich beim klassischen Grillen zu oft den Magen verdorben und hat nach anderen Lösungen gesucht. Wenn ich mich hier umschaue läuft schon das Wasser im Mund zusammen … Trotzdem noch eine Frage: Woran erkennen Sie die Qualität eines Feuerrings, im Gegensatz zu ande­ren Grillgeräten, die als Plagiate gerade den Markt überschwemmen?

Percussionist Roland Bucher beeindruckt die Zuschauer mit einer Soundperformance auf Feuerringen.

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GARTEN

Ich habe da eine ganz einfache Antwort. Jeder Feuerring hat seinen eigenen Klang. Schlagen Sie mal mit einem Holzhammer oder einem Holzscheit auf unterschied­liche Feuerringe. Jeder hat seinen individuellen Sound. Bei Plagiaten

gibt es je nach Grösse nur ein banales Scheppern. Das kann ich bestätigen. Wir sind ja ­gerade Zeitzeugen eines Konzerts mit Feuerringen.

Der Spitzenkoch Chris Züger mit einer seiner kunstvollen Kreationen.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.feuerring.ch

Wie in Andalusien: Paella mit vielen Zutaten aus dem ganzen Dorf und für viele hungrige Mäuler gegart.

Von der Planung über die Ausführung bis zum Unterhalt

Bacher Terrassen- und Balkoncenter In unserer Terrassen- und Balkongestaltungs-Ausstellung sowie im Gartencenter finden Sie praktisch alle Gestaltungselemente: Gefässe, Bodenbeläge, Gartenmöbel, Pflanzen, Sichtschutz und Wasserspiele. So können Sie sich ein Bild machen von den verschiedenen Möglichkeiten, die Ihnen offenstehen. Wenn Sie sich für eine Gesamtgestaltung interessieren, vereinbaren Sie einen Besprechungstermin bei uns im Gartencenter, damit wir Sie kompetent beraten können. Tel. 044 714 70 70 oder info@bacher-gartencenter.ch

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GARTEN

SACKGSUND Vom eigenen Gemüse träumen viele. Doch was tun, wenn kein Garten vorhanden ist? Töpfe zu ­bepflanzen ist eine Möglichkeit, doch leider fühlen sich nur die wenigsten Gemüsearten wohl in einem kleinen Topf. Für all jene, die sich dennoch mit Gemüsen versorgen möchten, gibt es jetzt den Sack von «Sackgsund» – ein Projekt innovativer Schweizer Gärtnereien. Unabhängig von Raum und Boden können darin nach Lust und Laune Gemüse und Kräuter gezogen und frisch geerntet ­werden: Vom Sack direkt auf den Tisch lautet das Motto! www.sackgsund.ch

ELEGANTE ZIERSTRÄUCHER Mit Kanmara® ist jetzt eine Hortensie in den Fachhandel gekommen, die neue Massstäbe setzt. «Die Pflanze ist kräftig aufgebaut, mit starken, robusten Einzeltrieben und extrem grossen Blütenbällen», so Daniel Willi. Seine Firma Helleborus Plus AG hat schweizweit den exklusiven Vertrieb für den Fachhandel inne. Der Pflegeaufwand für die schöne Hortensie ist gering – vorausgesetzt, die Grundbedingungen stimmen: Ausreichend Feuchtigkeit und für die Dachterrasse empfiehlt sich ein nicht zu sonniger Standort. Die Hortensien sind robust und auch gegenüber Kälte nicht zimperlich, nur bei starkem Frost können die Endtriebe leiden. www.willi-helleborus.ch

DAS LEBEN IM FREIEN GENIESSEN Was gibt es Schöneres, als einen sonnigen Tag oder lauen Abend auf der eigenen Terrasse oder dem Balkon zu geniessen? Eine gemütliche und behagliche Umgebung fördert das Wohlbefinden. Wir unterstützen Sie bei der Gestaltung und Realisierung Ihrer ganz ­persönlichen Wohlfühloase, denn wir verfügen über eine jahrzehntelange Erfahrung in der Gestaltung von Terrassen und Balkonen und wissen somit genau, was sich ­bewährt und was nicht. Wir setzen auf qualitativ hochstehende und langlebige Materialien, ­damit Sie lange Freude an Ihrer Investition haben. Für uns stehen Ihre Wünsche im Mittelpunkt! Jetzt können Sie aus dem Vollen schöpfen, da bei uns das ganze Sortiment an ­ ommerflor, Kräutern, Setzlingen und mehrjährigen Pflanzen erhältlich ist. Besonders S empfehlen möchten wir Ihnen zudem unseren Pflanzen-Schaugarten wo Sie auf 2 000 m2 eine Vielzahl einzigartiger Solitärpflanzen und Gartenbonsais für Terrassen und Balkone finden. www.bacher-gartencenter.ch  |  www.gartencentershop.ch  |  www.terrassengestaltung.ch

HOPPER TABLE Viele Bierzeltgarnituren haben als Tisch ihren Platz im Garten und auf der ­Terrasse gefunden. Elegant und langlebig sind sie jedoch nicht. Das ändert der «Hopper Table». Er überzeugt als Designer-Bierzeltgarnitur nicht nur mit ­robusten Materialien wie Iroko-Holz und Aluminium, sondern bringt ausserdem einen kühnen Schwung in den Garten. Das Design verbindet einen Tisch und zwei Bänke und ist tief in der belgischen Kultur verankert: An Hopper können Menschen zusammensitzen, um zu essen, zu trinken und zu feiern. www.extremis.be

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NEWS GARTEN


GARTEN

SOLARDUSCHE – SUNTHERM Die hydraulisch funktionell einfach arbeitende und vor allem aber formschöne Solardusche ­Suntherm (Höhe: 235 cm) ist ein optischer Blickfang. Modernste Solartechnologie sorgt hier für heisses Wasser. Das kalte Wasser aus Ihrem Gartenschlauch wird in dem schwarzen 20 Liter HDPE Tank durch die ­Sonnenstrahlen aufgewärmt. Dank der ­speziellen Bauweise des schwarzen Behälters wird die Sonnenstrahlung besonders wirksam genutzt. Über die formschönen Armaturen mischen Sie das heisse W ­ asser mit dem kalten, bis eine angenehme Temperatur erreicht ist. Ganz so, wie in Ihrem Bad – nur, dass Sie mitten im Garten stehen. Eine noch breitere Anwendungsmöglichkeit eröffnet sich jetzt mit dem neuen Modell. Als ­Weiterentwicklung und Weltneuheit für Solarduschen gilt ein im Solartank eingesetztes temperatur – und zeitgesteuertes Heizelement. Die Wassererwärmung wird also da p ­ roduziert, wo sie gebraucht wird. Aufwändige Hausinstallationen entfallen weitgehend, da kein zusätzlicher Elektroboiler gebraucht wird. Bei Regen­wetter, wie auch nachts soll die Dusche den Poolbesitzer mit Warmwasser verwöhnen. www.sumatrix.ch

MBRACE Sebastian Herkner der aufstrebenden deutschen Designtalente hat mit seinem Konzept für die ­Kollektion MBRACE in einzigartiger Weise Barefoot-Luxury interpretiert. Daraus entstanden ist eine Kollektion mit einem Hochlehner, einem Sessel, einem Schaukelstuhl sowie einem Footstool. Nomen est omen – und so steht die MBRACE-Kollektion voll und ganz für die Einladung, die ­bereits in ihrem Namen steckt. Bei der Kollektion fällt besonders das luftige, dreiachsig-­ sternförmige Geflecht ins Auge, das mit drei unterschiedlichen Fasern umgesetzt wurde – jede davon mit einem eigenen Profil und in einer eigenen Farbkombination. www.dedon.de

WETTERSCHUTZ IN PERFEKTION Als Anbieter von Glas-, Lamellendächern und Wintergärten ist das Familienunternehmen ­T hermogreen AG, Oberglatt, seit über 25 Jahren mit qualitativ hochstehenden, trendigen und innovativen Produkten auf dem Schweizer Markt. Gleich mehrere Neuheiten kann der Anbieter jetzt vorstellen. So gibt es beheizte Lamellen, die für Schweizer Wetterverhältnisse entwickelt und patentiert wurden. Beginnt es zu schneien erwärmen sich die geschlossenen Lamellen und die Schneeflocken schmelzen. Das entstandene Wasser wird im integrierten Wasserablaufrohr abgeleitet. Unkontrollierbare Schneelasten werden dadurch verhindert. Mit der neuen «MY S-DESIGN» App von Thermogreen können zum Beispiel Licht, Lamellen oder Screens von überall her überwacht und gesteuert werden. Ein weiteres Plus sind das einfache ­Erstellen von Szenen und das Programmieren eines Wochentimers. Das massgeschneiderte S-DESIGN Glasdach ist das ideale Outdoor Living Konzept für Schatten, Schnee- und Regenschutz und damit der perfekte Wetterschutz für jede Saison. Das Grundmodell als Überdachung kann nachträglich jederzeit ­ausgebaut und bis zum geschlossenen Wintergarten erweitert werden. Das innovative S-DESIGN Lamellendach eröffnet eine ganz neue Epoche im Spiel von Licht und Schatten. Es kann sowohl an ein bestehendes Gebäude angebaut als auch frei stehend gefertigt werden. Mit den bis zu 130° stufenlos elektrisch verstellbaren Lamellen lässt sich das Dach perfekt auf die gewünschte Sonneneinstrahlung ausrichten. www.thermogreen.ch

NEWS GARTEN

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© MINERGIE

BAUEN

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BAUEN

VOR VERÄNDERUNGEN MINERGIE GEHT NEUE STRATEGISCHE SCHRITTE von Georg Lutz

Das Label Minergie ist eine Erfolgsgeschichte. Das Pärchen Energie und Effizienz wurden aus der Ökonische befreit. Mehr Komfort, Wertsteigerung und Ökologie heisst der erfolgreiche Dreiklang für eine qualitativ neue Gebäudehülle. Auf dem Bild ist das wellnessHostel4000 in Saas-Fee zu sehen. Über 40’000 zertifizierte Bauten (Stand 2015) kann Minergie in der Schweiz inzwischen vorweisen. Das ist für ein freiwilliges Instrument eine beeindruckende Zahl und kann sich auch im europäischen Vergleich sehen lassen. Zudem hat sich das Label für unterschiedliche Zielgruppen aufgestellt. Man denke nur an Minergie-A oder Minergie-ECO. Dadurch ist das Label auch attraktiv für viele Beteiligte in der Baubranche geworden. Bauherren, Investoren, Systemanbieter, Architekten und Fachleute unterschiedlicher Couleur gehören dazu. Trotzdem ist die Erfolgsgeschichte an Grenzen gestossen. Wie das? Im Zeichen der Energiewende haben sich gesetzliche Rahmenregelungen verschärft. Minergie ist in den letzten Jahren unter Druck gekommen. Die Baubranche hat sich verändert. Die Verantwortlichen von Minergie haben daher neue strategische Überlegungen angestellt, die in den nächsten Monaten auch umgesetzt werden sollen. Wir haben mit dem neuen Geschäftsführer ein Interview geführt. Ausgabe 02/2016 // Seite 29


BAUEN

NEUE HERAUSFORDERUNGEN MINERGIE BLEIBT AUF IHRER LINIE UND ERFINDET SICH NEU Interview mit Andreas Meyer Primavesi von Georg Lutz

Minergie war und ist ein Erfolgsmodell. Trotzdem befindet sich Minergie in einem Umstrukturierungsprozess. Die bisherigen Zertifizierungen sind an Grenzen gestossen. Die Verantwortlichen wollen an ihrer Philosophie festhalten und gleichzeitig neue Wege gehen. Wir trafen den neuen Geschäftsführer zum Interview, um die Hintergründe auszuleuchten.

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assen Sie uns zunächst einen Blick in die Geschichte werfen. Was machte das ursprüngliche Erfolgs­ modell von Minergie Schweiz aus? Minergie hatte immer schon den Mut, mit einigen Schritten vorauszugehen. Die Minergie-Verantwortlichen haben Lösungen vorgeschlagen, bei denen einige Experten sagten, das sei doch zu innovativ, da würde man dem Bürger, der ein Haus bauen will, zu viel zumuten. Ein Haus, das nur wenige Liter Erdöl im Jahr verbraucht, das sei doch pure Utopie, dachte man in den 90er-Jahren. Minergie hat aber immer

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wieder Modelle in den öffentlichen Raum gestellt, und die Baubranche hat nach wenigen Jahren festgestellt: Das geht doch! Dann haben die Gesetzgeber in erster Linie von kantonaler Seite nachgezogen. So kann man die letzten 20 Jahre zusammenfassen. Sie haben mit dem Dreiklang «Qualität, Komfort und Effizienz» das Thema aus der Öko-Nische herausgebracht. So würde ich es zusammenfassen. Ja, das soll auch heute noch so sein. Das erste, schon erläuterte, Stichwort

heisst Innovation, zweitens versetzen wir uns in die Rolle der Bauherren. Wir müssen dem Bauherrn immer einen Mehrwert bieten. Der Bauherr sollte am Ende genau wissen, warum er Minergie kauft. Klar, sind unsere Minergie-Fachpartner, die Bauindustrie oder die Kantone, der Bund und die Gemeinden auch wichtige Stakeholder. An erster Stelle steht aber immer der Bauherr. Drittens haben wir mit einer geschickten Marketingstrategie, heute würde man «Storytelling» dazu sagen, die Themen Qualität und Komfort transportiert.


Dann wurden Produkte wie Minergie P, Minergie A oder Minergie ECO entwickelt. Besteht da nicht die Gefahr einer Verwässerung des Markenkerns? Nein. Wir haben vier Produkte, die sich einfach benennen lassen. Zuerst geht es um den einfachen Minergie-Standard, der sich an Bauherren richtet, die Qualität, Komfort und eine bessere Energiebilanz in den Fokus stellen. Dann haben wir den P-Standard. Diese Zielgruppe will eine perfekte Gebäudehülle. Bei Minergie A geht es um eine bestmögliche Energie- und Klimabilanz, auch dank Einsatz von Technik. Bei Minergie ECO liegt der Schwerpunkt auf den Baumaterialien. Die zentralen Stichworte heissen hier «graue Energie» und «Ökobilanz». Zudem geht es um eine optimale ­Innenluft, die frei von Schadstoffen wie Formaldehyde ist. Unser Markt ist ­segmentiert und dabei klar auf unterschiedliche Zielgruppen und deren Wünsche ausgerichtet. Man wird von uns aber nie eine Bewertung oder Hierarchisierungen der Produkte hören. Dann ist im letzten Jahr Minergie in seiner alten Form an Grenzen gestossen. Es hat einen Umbruch gegeben. Welche Stolpersteine lagen da im Weg? Lassen Sie mich einen Stolperstein aus meiner Sicht schon benennen. Die Energie-­ Vorschriften der Kantone näherten sich den Minergie-­ Vorgaben an. Damit droht der innovative Markenkern verloren zu gehen. Alltag lässt sich schlecht verkaufen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen plus technologische Veränderungen haben bei Minergie zu einem Umbruch geführt. Es stellt sich die Frage, wie und wo man vorangeht. Man hat die erwähnten drei Pfeiler Qualität, Komfort und Effizienz. Beim dritten Pfeiler stellt sich die Frage, wie wir hier weiterkommen. Wie haben uns Zeit für interne Diskussionen gelassen, können aber jetzt Leitlinien für eine neue Strategie präsentieren. Bevor wir hier konkreter werden, habe ich noch eine Frage. War es vielleicht ein Manko, nur die Gebäudehülle des einzelnen Hauses im Fokus zu haben und nicht über den Tellerrand hinaus, sprich auf das ganze Quartier, zu schauen? Wir haben das Thema der Systemgrenzen intensiv diskutiert. Es geht tatsächlich darum, ob man nur das einzelne Gebäude ­anschauen oder ein ganzes Areal in den Fokus nehmen will. Gerade beim heutigen Trend in Richtung einer zunehmenden Bedeutung von Elektrizität und neuen Herausforderungen im Zeichen der Energie­wende. Denken Sie nur an die neuen dezentralen Speichersysteme. Dazu kommt die Frage, ob wir auch das Verhalten der Bewohner mit einbeziehen wollen. Es gibt aber bei Minergie inzwischen eine eindeutige Antwort: Wir bleiben da, wo wir sind. Es geht um eine maximale Qualität im Gebäude. Ein Quartier aus energetischen Gründen anzuschauen ist auf den ersten Blick sehr attraktiv. Bei einer Zertifizierung verliert man aber schnell den Überblick. Es sind zu viele Akteure mit zu vielen Interessen im Spiel.

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BAUEN

Energieeffizientes Bauen braucht mehr Beratung, Service und Monitoring.

Kommen wir zum einzelnen Gebäude zurück. Wir überlassen es dann dem Einzelnen, wie er das Gebäude bewohnt. Wir zertifizieren die Gebäude ja auch meist im Vorfeld und wissen nicht, wer dort mit ­welchem energetischen Verhalten einzieht. Es ist ja schon ein Unterschied, ob eine ­Familie mit mehreren Kleinkindern einzieht oder ein Ehepaar.

«Wir wollen auch hier das Bindeglied zwischen gesetzlichen Vorgaben und der Praxis spielen.» Sonst kommt ja auch schnell der pädagogische Zeigefinger, den Sie lieber nicht erheben wollen? Da gibt es eine klare Antwort: Die Eigenverantwortung steht bei uns immer im Mittelpunkt. Heute gibt es aber immer mehr neue Zertifizierungswege. Inwieweit kommen hier andere Labels, wie das der Kantone, zum Beispiel GEAK, in den

Rahmen von Minergie, oder ist es umgekehrt? Wir arbeiten mit anderen Instrumenten wie dem GEAK vermehrt zusammen. Das ist richtig. Der GEAK ist beispielsweise ein gutes Instrument in der Sanierung, um die Energieeffizienz im Bestand zu erhöhen … … Das ist ja ein wichtiges Thema, da bei Neubauten die Situation im Gegensatz zur Sanierung gut aussieht. Bei Altbauten haben wir ja noch viel Luft nach oben. Das ist eine Herkulesaufgabe – übrigens für alle Beteiligten. Aber genau hier können sich das freiwillige Qualitätslabel Minergie und GEAK gut ergänzen. GEAK macht nie Aussagen zu Qualität und Komfort, es geht hier nur um Energie und Effizienz. Es geht hier um Berechnungsmethoden und den Beratungsservice darum herum. Da gibt es viele Synergien. Wie sehen die nächsten strategischen Schritte aus? 2017 will sich Minergie ja neu präsentieren? Die groben Linien sind inzwischen klar. Der Fokus geht in Richtung Sanierung. Wir werden dort neue Produkte einführen, die es ermöglichen, Hürden abzubauen. Die Beteiligten werden dann beim Thema Sanierung ein klareres Bild haben. Der zweite neue Pfeiler geht in Richtung Elektrizität. Das gibt es doch auch schon bei Minergie A? Es ist richtig, dass man bei Minergie A sich den Solarstrom anrechnen lassen kann. Wir wollen aber einen Schritt weitergehen. Es

geht um eine Art Gesamtbilanz des elek­ trischen Verbrauchs. Das hat folgenden Hintergrund. Je energieeffizienter ein Gebäude heute ist, desto grösser ist der Anteil der elektrischen Energie. Wir wollen hier weitere Effizienzpotenziale ausschöpfen. Denken Sie nur an die Themen Beleuchtung, elektrische Geräte, IT oder die Optimierung der Wärmepumpen, die ja bei vielen Minergie-Bauten ein wichtiger Baustein sind, oder auch die Effizienz der ­Lüftungsanlagen. Überall kann Elektrizität eingespart werden. Es gibt hier viele Potenziale, die man noch ausschöpfen kann. Es ist zudem ein Thema, welches bisher in den kanto­nalen Energiegesetzen wenig behandelt wurde. Aber es gibt doch die Energiestrategie 2050 vom Bund. In diesem Rahmen spielt das eine Rolle. Wir wollen auch hier das Bindeglied zwischen gesetzlichen Vorgaben und der ­Praxis spielen. Es gibt heute viele Grund­ lagenpapiere und politische Forderungen. Wie aber diese Forderungen dann einfach und praktikabel in den Markt gebracht ­werden, steht auf einem anderen Blatt. Mit ­unserer Philosophie müssen wir aber genau hier aktiv werden. Wenn es keine einfachen und wirksamen Lösungen gibt, springen wir nicht auf den Zug. Wir suchen nach ­Wegen, damit unseren über 3 500 Kunden im Jahr diese neuen Schritte klar und einfach mitgehen können. Aber ich muss doch zunächst wissen, wo ich was und vielleicht zu viel an Strom verbrauche? Wir machen uns Gedanken, wie das Monitoring verbessert werden kann. Die Energieflüsse werden heute in den Gebäuden kaum erfasst. Eine Bemessung wäre aber eine gute Grundlage für eine Betriebs­ optimierung. Zudem brauche ich als Bauherr ein Serviceprodukt für die Betriebsphase. Auch daran arbeiten wir. Ja, da will ich Sie nicht länger aufhalten.

ANDREAS MEYER PRIMAVESI ist Geschäftsleiter von Minergie. www.minergie.ch

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KOLUMNE

PARLAMENTSWILLEN UMSETZEN! von Dr. Claudia Schwalfenberg

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m Juni 2015 genehmigte das Parlament die Kulturbotschaft 2016–2020. Sie sieht die Etablierung des neuen Kultur- und Politikfelds «Baukultur» vor. Nun schlägt der Bundesrat im Stabilisierungsprogramm 2017–2019 vor, die Finanzierung des Vorhabens zu streichen. Wir, der Schweizerische Ingenieurund Architektenverein (SIA), lehnen die geplante Sparmassnahme ab und fordern den Bundesrat auf, die Förderung der Baukultur gemäss dem Willen des Parlaments umzusetzen. Die Kulturbotschaft 2016–2020 thematisiert Baukultur erstmals als übergeordnetes Politikfeld. In der parlamentarischen Debatte erhielt die geplante Ausgestaltung der zeitgenössischen Baukultur breite Unterstützung. Der Auftrag, zeitgenössische Baukultur als neues Politikfeld zu etablieren und diese Arbeit in den kommenden Jahren mit der vergleichsweise bescheidenen Summe von 0.5 Mio. CHF jährlich anzuschieben, ist unbestritten. Die im Sparkatalog des Stabilisierungsprogramms vorgesehene komplette Streichung dieses Betrages für die Jahre 2017–2019 ist nicht nachvollziehbar.

Die involvierten Verbände und Organisationen werden ihrer eigenen Verantwortung zur Förderung der Baukultur mehr als gerecht: Im Vergleich zum vorgesehenen Bundesbeitrag investieren sie ein Mehrfaches an Mitteln und Leistungen, um die Baukultur im gesellschaftlichen Diskurs zu stärken. Würde an der geplanten Kürzung der Bundesmittel festgehalten, wäre eine konkrete, leistungsfähige Ausgestaltung der Baukulturförderung in den nächsten Jahren kaum möglich. Um die zeitgenössische «Baukultur» als neues Kultur- und Politikfeld auf- und auszubauen, sind die Aktivitäten der ersten Jahre wichtig. Das aktuelle Baukulturschaffen in und aus der Schweiz geniesst international ein hohes Ansehen. Weil Innovation stets einer besonderen Anstrengung bedarf, ist der Bundesbeitrag finanziell und grundsätzlich bedeutsam. Es widerspräche dem Willen des Parlaments, die Mittelausschüttung gleich zu Beginn zu verhindern. National- und Ständerat haben sich klar für die Finanzierung und Etablierung des neuen Politikfelds «Baukultur» ausgesprochen. Wir lehnen die geplante Sparmassnahme ab und fordern, das Programm zur zeitgenössischen Baukultur bis 2020 wie geplant durchzuführen und zu finanzieren.

Dr. Claudia Schwalfenberg ist beim SIA Verantwortliche für das Thema Baukultur.

Der SIA hat die Verankerung zeitgenössischer Baukultur in jahre­langer, enger Zusammenarbeit mit Parlament und Verwaltung vorbereitet. Es ist mehr als irritierend, dass ein so breit getragener Kompromiss, der lediglich mit bescheidenen Mitteln ausgestattet würde, nun bereits wieder aufgegeben werden soll. Baukultur als elementares Kulturgut muss auf Bundesebene im Gespräch bleiben. Die vorgeschlagene Streichung der Mittel für 2017–2019 unterläuft die erst letztes Jahr getroffenen Entscheide des Parlaments.

DR. CLAUDIA SCHWALFENBERG ist beim SIA Verantwortliche für das Thema Baukultur. www.sia.ch

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BAUEN

PERSPEKTIVEN FÜR DIE ZUKUNFT DAS KONZEPT DER BAUTEILBÖRSE BASEL Interview mit Andreas Merz von Georg Lutz

Die Kernthemen der Bauteilbörse umfassen ökologische und soziale Aufgaben. Einerseits geht es um die Förderung der Wiederverwendung von Bauteilen und deren zweite Nutzung, andererseits geht es um die Entwicklung von Perspektiven für stellenlose Menschen. Beide Ziele will die Bauteilbörse erreichen.

H

ier sieht es ja sehr bunt aus. Baumaterialien und Produkte für unterschiedliche Zwecke wie Öfen, Waschbecken und Leuchtmittel sind zu finden. Wer bezieht diese Materialien? Auch unsere Kunden sind bunt gemischt. Das geht über Architekten, Handwerker und Heimwerker. Menschen, die auf ihr Geld achten müssen, und Leute, die den ökologischen Gedanken sinnvoll finden.

«Auf diese Weise tun wir der Umwelt Gutes, indem Ressourcen geschont werden.» Seite 34 // bauRUNDSCHAU

Warum geht Ihr Kunde nicht zum Fachhändler oder zum Baumarkt? Springen wir gleich in ein praktisches Beispiel: Nehmen wir einen Backofen von Miele. Wir haben immer wieder fast neue Geräte, die bei uns gereinigt, geprüft und mit Garantie zu einem Bruchteil des Neukostenpreises verkauft werden. Dieser Backofen verrichtet seinen Dienst noch viele Jahre. Auf diese Weise tun wir der Umwelt Gutes, indem Ressourcen geschont werden. Das zentrale Stichwort heisst hier die Nutzung von grauer Energie. Schauen wir uns die andere Seite an: Woher bekommen Sie die Produkte? Wir sind einerseits selber aktiv am Markt tätig und verfolgen das Geschehen bei Umbauten, Renovationen oder Abbrüchen von Gebäuden. Auf diese Weise kommen wir an verschiedenste Bauteile. Auf unsere Stammkunden wie Immobilien­ verwaltungen oder Architekten, die sich auf Umbauten spezialisiert haben, ist Verlass. Sie rufen uns an, wenn sie etwas Brauchbares für uns haben.

Wie sah die Gründungsidee aus? Der Ursprung der Bauteilbörse Basel, das war vor 20 Jahren, war die Idee von Barbara Buser und Klara Kläuser – beides Architekten – eben noch gute Bauteile wiederzuverwenden statt wegzuwerfen. Barbara Buser war zu dieser Zeit in einem Projekt in Afrika tätig und musste für einen Bau Wasserhähne beschaffen. Diese haben sie aus China beschafft, mit dem Ergebnis, dass fast die Hälfte nicht funktionsfähig war. Wieder in der Schweiz kam Frau Buser an einem Umbau vorbei, wo massenweise Sanitärarmaturen weggeworfen wurden. Notabene alle noch tipptopp in Schuss. Das war das Gründungserlebnis. Darauf fusst auch heute noch unser tägliches Arbeiten. Sie haben einen Verein hinter sich? Die Trägerschaft ist ein gemeinnütziger Ver­ ein. Ich leite die Non-Profit-Organisation. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im Arbeitsmarkt aus unterschiedlichen Gründen Probleme und brauchen einen professionellen Schub. Können Sie dies unseren Leserinnen und Lesern erläutern? Zunächst geht es um Themen, die für uns beide selbstverständlich sind, aber nicht automatisch für unsere Teilnehmenden. Sie müssen sich hier an festgelegte Regeln und Zeiten halten. Sie müssen die geforderte Leistung erbringen und pünktlich sein. Die Behörden weisen uns stellenlose Menschen zu, mit dem Ziel der Wiedereingliederung. Dabei bekommen sie bei uns Hilfe. Das ­betrifft Themen wie Behördengänge, Entschuldung oder Bewerbungstraining. Die Beteiligten können so in ihrem Lebenslauf auf der obersten Zeile schreiben, dass sie bei der Bauteilbörse Basel arbeiten. So ist


BAUEN

die Chance, wieder eine Anstellung zu ­finden, um ein Vielfaches höher. Wie hat man sich das praktisch vorzustellen? Wir erhalten für jeden Teilnehmer einen staatlichen Zuschuss. Auf der anderen Seite betreuen wir diese Leute im Bewerbungsprozess. Bereiten diese auf ein Bewerbungsgespräch vor, bieten verschiedene Kurse an. So für Personen mit Migrationshintergrund immer am Mittwochnachmittag einen Deutschkurs. Die Teilnehmenden dürfen eine bestimmte Zeit während der Arbeit verwenden, um Bewerbungen zu schreiben. Die Coaches helfen auch bei vielen anderen Dingen des praktischen Lebens wie Wohnungssuche und dergleichen. Und wie kommen Ihre Mitarbeiter von der technischen Qualifikation weiter? Es gibt hier Werkstätten mit dem Schwerpunkt Schreinerei und Elektrotechnik mit Meistern, die viel Erfahrung in ihren Bereichen haben. Auch in den Bereichen Verkauf, Büro und Logistik kann man bei uns Kenntnisse erwerben. Wir arbeiten hier mit 14 Festangestellten, zwei Werkstattleitern und etwa 50 Teilnehmern. Haben Sie durch die Subventionen nicht einen Wettbewerbsvorteil gegen­ über anderen Marktmitbewerbern in ihren Sektoren? Wir dürfen mit dem Gewerbe nicht in Konkurrenz treten. Wir arbeiten im niederschwelligen Bereich. Es handelt sich um kleinere Abbrucharbeiten, Rückbauten und Ähnliches. Wie Sie aber vorher gehört haben, besteht unsere Herausforderung in der Planung, da unseren Mitarbeitern nicht ganze acht Arbeitsstunden pro Tag zur Verfügung stehen. Sie werden an den Arbeitsmarkt herangeführt, sind aber noch nicht voll dabei. Welche unternehmerischen Ziele haben Sie sich mittelfristig gesetzt? Wir haben derzeit eine Integrationsquote von zwischen 30 und 40 Prozent. Diese wollen wir halten. Was einiges an Arbeit bedeutet. Auch die Eigenfinanzierung ist für uns ein grosses Thema. So wollen wir einen erheblichen Teil selber mit unserer Arbeit finanzieren.

Ausschnitt aus dem Sortiment Bad / Sanitär aus dem Laden Turnerstrasse 32 in Basel.

Küchenelektrogeräte aus dem Laden Dreispitz Barcelonastrasse 4 in Münchenstein.

Bauteilbörse  |  Verwaltung, Werkstatt & Verkaufsausstellung Dreispitz  |  CH-4142 Münchenstein  |  Barcelonastrasse 4  |  Tel. +41 (0) 61 332 30 70 Bauteilbörse  |  Verkaufsausstellung Sanitär  |  CH-4058 Basel  |  Turnerstrasse 32  |  Tel. +41 (0) 61 690 90 10  |  www.btbbasel.ch

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KOLUMNE

PARISER KLIMASCHUTZABKOMMEN – DANK SOLARENERGIE UMSETZBAR! von David Stickelberger

A

n der Pariser Klimakonferenz vom vergangenen Dezember wurde erstmals ein weltweit gültiges, verbindliches Klimaabkommen erarbeitet. Ziel ist unter anderem, die Erwärmung auf deutlich unter 2°C gegenüber vorindustriellem Niveau zu ­begrenzen – angestrebt wird ein Wert von 1.5°C. Möglichst bald soll das Maximum der Treibhausgasemissionen erreicht sein, danach müssen diese rasch sinken. Am 22. April haben 175 Staaten das ­Klimaschutzabkommen am UNO-Sitz in New York unterzeichnet. Die Erleichterung ist gross, dass nach diversen vergeblichen ­Anläufen endlich zur Tat geschritten werden soll. Doch der Ball liegt nun bei den einzelnen Ländern, die Massnahmenpläne zur Zielerreichung vorlegen müssen. In der Schweiz nimmt man die Sache bisher recht locker; weit verbreitet ist die Ansicht, wir seien klimapolitische Musterknaben und müssten deshalb an der ­bisherigen Politik nicht viel ändern. Tatsächlich ist unser Treibhausgasausstoss von zirka 6.5 Tonnen pro Kopf und Jahr bescheiden verglichen mit jenem von etwa 21 Tonnen in den USA oder 11.5 Tonnen in Deutschland. Ein wesentlicher Grund für den relativ tiefen Wert liegt in der weitgehend fossilfreien Stromer­zeugung – was wir als Dreckstrom aus deutschen Kohlekraftwerken importieren, erscheint nicht in ­unserer Länderbilanz.

­ nseren Treibhausgasausstoss kontinuierlich bis 2050 auf null u zu senken. Null Treibhausgase – ist das denn überhaupt realistisch? Die Antwort heisst ja – wenn wir die enormen Potenziale der Solarenergie nutzen. Aber nicht nur zum Ersatz der stillzulegenden AKW, sondern auch für den Betrieb klimaschonender Heizsysteme (Strom für Wärmepumpen, Kollektoren für Warmwasser) und für die vollständige Umstellung auf Elektromobilität. Natürlich sind auch die anderen erneuerbaren Energien vermehrt zu nutzen, also Windenergie, Biomasse und Wasserkraft. Photovoltaik würde jedoch mit einer Jahresproduktion von rund 30 Terawattstunden zur zweitwichtigsten Energiequelle der Schweiz. Und das Verblüffende ist: Diese Strommenge könnte auf rund der Hälfte unserer bestehenden Dachflächen erzeugt werden!

Nun liegt es an der Politik, rasch die richtigen Anreize zum notwendigen Ausbau der Solarenergie zu setzen. Momentan passiert eher das Gegenteil: Investoren werden vergrämt mit ungewissen Aussichten auf die KEV sowie mit ungünstigen Tarifmodellen und Gebühren der lokalen Verteilnetzbetreiber. Mit der Energiestrategie 2050, deren Beratung im nächsten Juni im Parlament abgeschlossen wird, werden einige dieser Hindernisse aufgeweicht. Doch bevor diese in Kraft tritt, kommt Doch schauen wir uns genauer an, welDavid Stickelberger ist Geschäftsleiter bei ­Swissolar, dem Schweizerischen. Fachverband chen Beitrag die Schweiz zur Erreichung es wahrscheinlich im Frühling 2017 zu einer für Sonnenenergie. des 2-Grad-Ziels leisten müsste. Eine Volksabstimmung. Dann braucht es den ­Erwärmung notabene, die bereits katasvereinten Einsatz aller, die eine sichere und klimaverträgliche Energieversorgung der Schweiz wollen! trophale Folgen hätte – erwähnt seien die Vernichtung von ganzen Ökosystemen, Hungersnöte, kriegerische Konflikte und damit verbundene Migrationsströme, die auch die Schweiz massiv betreffen würden. Die Klimaforscher wissen inzwischen recht genau, welche Menge Treibhausgasemissionen weltweit nicht überschritten werden dürfen, um dieses Ziel nicht zu verpasDAVID STICKELBERGER sen. Für jeden Erdbewohner steht demnach ein Guthaben von total 110 Tonnen CO2-Äquivalenten zur Verfügung. Für uns ist Geschäftsleiter bei Swissolar, dem Schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie. Schweizer heisst das: Wir können noch 17 Jahre lang so viel ausstossen wie bisher, dann ist Schluss. Wir können aber auch sorgfältiger mit unserem Guthaben umgehen: Es reicht, um www.swissolar.ch

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BAUEN

KOSTENGÜNSTIG SANIEREN von Stefan Aebi

Wenn es um das Sanieren von Ein- und Mehrfamilienhäusern geht, ist die Trivent AG – Hersteller von Limodor – mit einfachen und bewährten Lüftungslösungen Ihr Partner.

Die Blende der Limodor-Aussenluftdurchlässe hat eine schwenkbare Klappe, mit der sich der Luftstrom in die gewünschte Richtung lenken lässt.

W

enn bei der Sanierung von Wohnhäusern vorhandene Fens­ terflächen ausgetauscht und Wand- und Dachflächen gedämmt und abgedichtet werden, entsteht eine deutlich dichtere Gebäudehülle. Ein unkon­ trollierter Luftaustausch durch Fugen und Ritzen kann so verhindert werden. Allerdings kann die Gebäudehülle dadurch so dicht werden, dass nicht mehr genügend Frischluft in die Wohnungen gelangt. Schäden durch Feuchtigkeit sind oft die Folge. Dieses Problem kann mit einer nachträglich eingebauten Abluftlüftung gelöst werden.

CLEVERE LÖSUNG MIT EINFACHER ABLUFTLÜFTUNG Das modulare System Aquavent der Liechtensteiner Firma Trivent ermöglicht einen ­definierbaren Luftaustausch und sorgt für ein angenehmes Wohnklima. Es funktioniert mit oder ohne Wärmerückgewinnung. Die Komponenten bewähren sich seit vielen Jahren und lassen sich bei einer Sanierung problemlos nachträglich einbauen.

EINSATZ OHNE GRÖSSERE BAULICHE EINGRIFFE Dank kontinuierlich nachströmender Frischluft durch Limodor-Aussenluftdurchlässe

kommt das System ohne Zuluftleitungen aus. Einerseits können so grössere bauliche Eingriffe vermieden werden, andererseits ist ein solches dezentrales Zuluftsystem immer hygienisch einwandfrei und bis auf den periodischen Filterwechsel wartungsfrei. Aquavent ist eine einfache und günstige Lösung, ältere Gebäude für die Anfor­ derungen moderner Bauart (Isolation und luftdichte Aussenhülle) fit zu machen.

Trivent AG Lüftungstechnik  |  Gruabastrasse 10  |  LI-9497 Triesenberg  |  Tel. 0800 65 42 42  |  info@trivent.com  |  www.trivent.com


Š VS Vereinigte SpezialmÜbelfabriken


DAS HAT STIL DIE ARCHITEKTONISCHE SPRACHE VON RICHARD NEUTRA von Georg Lutz

Die Architektur der Moderne hat mit Richard Neutra (1892–1970) einen wirkungsmächtigen Zeitgenossen gehabt. In seiner Wahlheimat Kalifornien prägte er seinen unverwechselbaren Stil. Die kühle Eleganz mit den grossen Fenstern und den überhängenden Flachdächern passte zu Beginn und Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zur sonnigen Umgebung und der landschaftlichen Weite Kaliforniens. Heute ist der Stil wieder hochaktuell, da die elegante Moderne sich hier der grünen Umgebung anpasst. Daher ist es wenig verwunderlich, dass es seit Mitte des letzten Jahrhunderts immer wieder Nachahmer gibt, die sich von dem Denkgebäude und der Architektursprache Richard Neutras inspirieren lassen.


ARCHITEKTUR

MEHR LICHT UND LUFT RICHARD NEUTRA UND SEINE ARCHITEKTUR von Georg Lutz

Mit seinen lichtdurchfluteten Häusern hat Richard Neutra (1892–1970) nicht nur das Bild der kalifornischen Moderne geprägt. Er war Vorbild für Stile, die heute eine Renaissance erleben.

E

in berühmter Architekt hinterlässt Spuren, die man an den Gebäuden sofort wieder erkennt – egal, wo sie auf der Welt stehen. Bei Richard Neutra ist es die Kombination von zwei Merkmalen. Mit dem «Spider Leg» ragt das Flachdach seiner meist einstöckigen Villen imposant über die Gebäudehülle hinaus. Wie ein ausgestelltes Bein ragt es über die Dachkante hinaus. Darunter können für das 20. Jahrhundert riesige Glasfenster das Selbstbewusstsein der Bauherren dokumentieren. Beides führt dazu, dass Aussen- und Innen­

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raum ineinanderlaufen, oder umgekehrt ­formuliert, die Grenzen verschwimmen. Das zweite Merkmal heisst «Reflecting Pool». Auch Wasser und Natur sollten mit dem Gebäude harmonieren. «Biorealismus» nannte Neutra seinen architektonischen Ansatz, der Bau und Umgebung möglichst übergangslos miteinander zu verweben sucht. Mit statischen, nicht flexibel wirkenden Gebäuden konnte die Philosophie von Neutra nichts anfangen. Ihm ging es um den Spiegel des Naturgeschehens, um so immer wieder eine «Seelenerfrischung» zu

realisieren. Seine Sprache der Architektur war für den Visionär nie einfach nur ein Wohnkasten mit vier Wänden, sondern ­immer auch Medizin für die Seele. Visionäre sind allerdings oft eher schlechte Geschäftsleute. Neutra war ein ruheloser Perfektionist, der das Beste herausholen wollte. Das schlug sich dann auch im Preis nieder. Ein Businessplan – so würde man heute sagen – war für ihn eher ein Fremdwort. Daher waren seine Kunden am Anfang meist begeistert und drohten


Das Kaufmann-House von Richard Neutra, 1947 in der kalifornischen Stadt Palm Springs erbaut, widerspiegelt die Wiege des Mid-Century Modernism. Es ist ideal in die Landschaft eingepasst und besitzt alle Merkmale der Architektur von Richard Neutra.

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© David Glomb

© VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken

ARCHITEKTUR


© VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken

ARCHITEKTUR

Neutras Stil waren raumhohe Fenster und Spiegel, weite Durchblicke und ebenerdige Glastüren. Heute ist das wieder sehr angesagt.

am Schluss nicht selten mit juristischen Konsequenzen. Neutra wandelte finan­ziell auf einem schmalen Grat. Ein Beispiel ist die im Auftrag des Hamburger Zeit-Verlegers Gerd Bucerius 1966 realisierte Villa oberhalb von Brione sopra Minusio bei Locarno im Tessin. Die beeindruckende Aussicht passte zum eleganten Stil des Hauses. Der Verleger hatte aber danach einen leeren Geldbeutel.

ANFÄNGE IN WIEN UND BERLIN Richard Neutras Karriere begann wenige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg in seiner Geburtsstadt Wien in der Bauschule von Adolf Loos. Hier bekam er Kontakt zu ­verschiedenen Vertretern der modernen Architektur. So beeindruckten ihn die ­Gebäude von Frank Lloyd Wrights. Schon damals unternahm er viele Reisen, die ihn nach der Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg auch nach Berlin führte. Dort war er Assistent von Erich Mendelsohn

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und entwarf auch internationale Projekte wie ein Geschäftsviertel in Haifa, welches allerdings nicht realisiert wurde. Das gelang den Kollegen vom Bauhaus mit der «Weissen Stadt» in Tel Aviv. «Architektur braucht frische Luft und viel Licht» war ein zentrales Motto, welches Neutra auch später prägen sollte.

MODERNE UND NATUR VERSÖHNEN Zu Beginn der Zwanzigerjahre war Neutra auch in der Schweiz, wo er seine zukünftige Frau, die Sängerin Dione Niedermann, kennenlernte. Mit ihr wanderte er 1923 in die USA aus. Dabei traf er auch auf die Städte, die die damalige erste Referenz für die Moderne waren. New York erlebte einen Boom mit seinen Hochhäusern, und Chicago war die Geburtsstadt des Taylorismus, der zusammen mit dem Fliessband, welches in den Schlachthöfen von Chicago zum ersten Mal die Produktivität steigen liess, die Arbeitswelten veränderte. Das

war für Neutra interessant, passte aber nicht in sein naturnahes Weltbild, welches er mit der Moderne versöhnen wollte. Das war in Kalifornien, wo er seit 1925 lebte und arbeitete, anders. Er fand dort einen idealen Nährboden für seine Ideen. Das prägte auch sein Bild in der Architektur­ geschichte. Er galt als Vertreter des modernen «International Styl» oder des «Desert Modernism» in den USA. Sein erstes berühmtes Referenzobjekt war das 1928 / 29 realisierte Lovell House. Die Stilelemente, mit denen er Weltruhm erlangte, sind hier vorhanden. Eine offene Konstruktion harmoniert mit weiten, hellen Durchblicken.

WIEDER IN EUROPA 1948 kam Neutra nach über zwei Dekaden wieder nach Europa zurück. Das zerstörte Europa lechzte nach neuen Ideen, die aus den USA kamen. Die Popularität Neutras reichte weit über die Fachkreise hinaus. Der amerikanische Lebensstil war das


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­ orbild, und seine Architekten waren die V Missionare, die die neuen Botschaften verkündeten. Die Versöhnung von Natur und Moderne ging in dieser Stimmung leicht unter. Die Moderne mit ihrem Schneller, Höher und Weiter übernahm auch in good old Europe das Zepter. Emigranten wie Walter Gropius oder Mies van der Rohe, die zurückgekehrt waren, prägten nun ganze Stadtviertel, die aus heutiger Sicht in Teilen kritisch reflektiert werden. Selbst der Stil von Neutra wurde eingedampft und verzwergt. Die Bungalowelle der Sech­ ziger­jahre gibt dafür Anschauungsmaterial. Richard Neutra realisierte nur wenige Originalbauten in Europa, die aber heute umso mehr glänzen.

DER INNENEINRICHTER Wenig bekannt, aber im Kontext seines ganzheitlichen Schaffens einzuordnen, ist Neutras Arbeit an der Inneneinrichtung seiner Häuser. Als Einzelstücke und Kleinst­serien entwarf Neutra für die Villen

und Siedlungen seiner Bauherren immer ­wieder Möbel, die der deutsche Spezial­ möbelhersteller VS im Jahr 2012 wiederentdeckte und gemeinsam mit Dion Neutra, Sohn und Büropartner von Richard Neutra in Los Angeles, genauestens recherchierte, dokumentierte und als Manufakturkollektion neu auflegte.

© VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken

Auch die Sitzgelegenheiten pflegen einen freien Stil.

Den Bogen von Neutras Architektur zur Einrichtung spannt die Frühlingsausstellung 2016 im Architekturforum Zürich.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.vs.de/neutra www.af-z.ch/neutra

Neutra wollte Natur und Moderne versöhnen.

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ARCHITEKTUR

Offenes Wohnen mit grandiosem Aussichtspanorama.

STATE OF THE ART GLASARCHITEKTUR ÜBER DEM LAGO MAGGIORE von Celine Berger

Oberhalb des Lago Maggiore thront eine weisse Villa wie eine minimalistische Bauskulptur. Grosszügige Fensterfronten bieten eine faszinierende Aussicht und schaffen transparente Übergänge zwischen Innen- und Aussenräumen. Das Objekt erinnert an die Architekturphilosophie des auf den vorherigen Seiten porträtierten Richard Neutra und steht somit in einer würdigen Nachfolge des Architekturklassikers der Moderne.

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© Fotos: Marcelo Villada Ortiz Architektur: Bauart Architekten und Planer AG

ARCHITEKTUR

Schwellen- und fast rahmenlos. Die raumhohen Verglasungen erzeugen lichtdurchflutete Räume.

Ein elf Meter langer Swimmingpool ergänzt die Schlafund Wellnessebene und ist zur Hälfte vom Balkon bedeckt.

D

ie «swissFineLine»-Schiebefenster in Dreifachverglasung mit minimierten Aluminiumrahmen verbinden Aussen- und Innenraum und inszenieren die spektakuläre Landschaftskulisse zu einem grandiosen Wohnerlebnis. Die Bodenführung und die umlaufenden Rahmenprofile sind vollständig in Böden, D ­ ecken und seitlich in die Wände eingearbeitet. Übrig bleibt einzig ein schmales vertikales Mittelprofil. Umgeben von Landschaft, Licht und Himmel rückt die raumhohe Verglasung in den Hintergrund und wird kaum mehr wahrgenommen.

Alle Räume orientieren sich zur Aussicht nach Westen und geniessen das Licht des Nachmittags bis zum Sonnenuntergang. Über einen Vorplatz gelangt man in den grosszügigen Wohnraum, der sich über das gesamte Obergeschoss erstreckt. Abgesehen von der riesigen, zur Aussicht nach Westen orientierten Fensterfront eröffnet sich von der Wohnküche ein weiterer Ausblick auf den angrenzenden naturnahen Wald. Ein terrassierter lauschiger Aussensitzplatz mit Pergola vermittelt hier ein ­typisches Tessiner Ambiente und lädt z­ um Verweilen.

UNTERNEHMENSPORTRÄT swissFineLine ist eine geschützte Marke des Schweizer Unternehmens Berger Metallbau AG aus Langnau im Emmental. Der traditionsreiche Familienbetrieb kann auf eine 125-jährige Firmengeschichte zurückblicken und zählt zu den führenden Unternehmen für die Umsetzung transparenter Architekturideen. swissFineLine steht für grossflächige Schiebefenster mit minimierten, filigranen Aluminiumrahmen und verkörpert Schlichtheit, Ästhetik und Funktionalität.

Berger swissFineLine  |  Gerbestrasse 15  |  CH-3550 Langnau im Emmental  |  Tel. +41 (0) 34 409 50 50  |  www.swissfineline.ch

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ARCHITEKTUR

EINES STARKES TEAM DIE LÄMMLI ARCHITEKTUR AG Interview mit Barbara Lämmli und Dieter Lämmli von Lone K. Halvorsen

Was macht gute Architektur aus? Professionelle Kompetenzen, verbunden mit Leidenschaft gehören auf jeden Fall dazu und haben das Unternehmen kontinuierlich und nachhaltig wachsen lassen.

PROJEKT: WOHN- UND GEWERBEHAUS, GENERAL-GUISAN-STRASSE, AARAU

© Lämmli Architektur AG

Zwei anthrazitfarbene Kuben mit einer Bänderung aus hellem Beton bilden das markante Gebäudeensemble «Goldern» in der Wohn- und Gewerbezone Aaraus. Der Entwurf setzt die komplexen Ansprüche der Bauherrschaft in Form zweier konsistent gestalteter, doch in der Nutzung getrennter Gebäudekörper um. Sie erfüllen die Bedürfnisse von Wohnen und Gewerbe gleichermassen.

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© Lämmli Architektur AG

ARCHITEKTUR

Umgebung und Gebäude stehen im Dialog.

W

as einmal klein begann, hat sich beständig weiterentwickelt: Am 1. Mai 1995 haben Barbara und Dieter Lämmli die «Lämmli Architektur AG» in Aarau gegründet. Die Kompetenzen der Lämmli Architektur AG beziehen sich auf die Bereiche Wohn-, Gewerbe-, Industrieund öffentliche Bauten, wobei Präqualifikationen und Wettbewerbe das Schaffen des Unternehmens abrunden. Bei der ­Realisation von Neubauten sowie Teil- und Gesamtrenovationen werden ­gestal­terische Ideen entwickelt, basierend auf den Wünschen und Bedürfnissen des Auftraggebers. Somit kann das Unter­nehmen den Kunden ein Gesamtpaket von der Planung bis zur Ausführung anbieten. Zusammen mit dem im Jahre 2007 gegründeten Tochterunternehmen «A_I_M Projektmanagement AG Aarau» entwickelt Lämmli Architektur AG ebenso Grund­stücke zu Renditeprojekten, die zur Bau­reife geführt werden, um anschliessend an Investoren weiterverkauft zu werden – oder die Projekte werden von dem Tochter­u nter­ nehmen selbst realisiert. Das erfolg­reiche Wirken, gekoppelt mit kontinu­ierlichem Firmenwachstum, und das Bearbeiten von stetig komplexeren Bauprojekten ­ermöglichten dem Unternehmen im Jahr 2008 den Bezug von neuen moder­n en Büroräumlichkeiten an der General-­ Guisan-­S trasse 2 in Aarau – einer von Lämmli Architektur AG selbst entwickelten W ­ ohn- und Gewerbeüberbauung.

Dank des wachsenden Vertrauens der Bauherrschaften, aber auch dank des überdurchschnittlichen Einsatzes des gesamten Teams und der Schaffenskraft von Dieter und Barbara Lämmli wuchs die sympathische Firma in 20 Jahren zu einem etablierten Architekturbüro im Raum Aarau. Am 1. Mai 2015 durfte das 22-­köpfige eingespielte Architektenteam auf 20 Jahre Firmengeschichte zurückschauen – und auf die nächsten 20 Jahre vorausschauen …

ZWEI WELTEN INSPIRIEREN SICH GEGENSEITIG Die partnerschaftliche Konstellation im Führungsteam mit Barbara und Dieter Lämmli ist gewiss einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren von Lämmli Architektur AG. Seit der Gründung 1995 haben die beiden das Unternehmen mit Enthusiasmus und Leidenschaft aufgebaut und stetig weiterentwickelt. Gepaart mit Barbaras Dienstleistungserfahrungen in der Welt der Hotel­lerie, wo sie in jungen Jahren als ­Direktionsassistentin in Fünf-Sterne-Hotels Verantwortung übernehmen durfte, und Dieters Welt der Architektur war das Knowhow für eine erfolgreiche Zusammenarbeit manifestiert. Die dama­lige Vision, eines der erfolgreichsten Architekturbüros auf dem Platz Aarau zu werden, und das ­p ositive partnerschaftliche Zusammen­ wirken gaben die Kraft, aussergewöhnliche Leistungen zu erbringen.

bauRUNDSCHAU sprach mit den bei­den sympathischen Gründern von Lämmli Architektur AG, Barbara und Dieter Lämmli. bauRUNDSCHAU: Auf welchen speziellen Fähigkeiten begründet das Unternehmen seinen Erfolg? Barbara und Dieter Lämmli: Architektur ist nicht nur unser Kerngeschäft, sondern unsere Leidenschaft. Als Architektenteam decken wir ein breites Spektrum ab, und im Lauf der Jahre haben die Grösse und die Komplexität unserer Bauvorhaben stetig zugenommen. Für jede spezifische Aufgabe stellen wir ein Projekt­team zusammen, bei dem sich Fachwissen und berufliche Erfahrung der jewei­ligen Mitglieder ideal ergänzen. In unserer täglichen Arbeit, das heisst bei der archi­tek­tonischen Umsetzung unserer Bauprojekte, ist es uns wichtig, dass wir auf Bewährtem aufbauen und von den gemach­ten Erfahrungen profitieren, aber nicht eigene Projekte kopieren. Bei der Realisierung geht es uns immer darum, Bauwerke zu errichten, die funktional und wirtschaftlich sind, eine hohe Nach­ haltig­keit aufweisen und sich auch mit den jeweiligen ökologischen Gegebenheiten und dem Kontext im Einklang befin­ den. Ebenso bedeutsam sind für uns eine hohe Bau­qualität, Termin- und Kostentreue sowie das Zusammenführen von Funktion und Form zu einem ästhetischen Ganzen.

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© Lämmli Architektur AG

ARCHITEKTUR

© Lämmli Architektur AG

Schwierige Projekte und Grundstücke ­wecken unser besonderes Interesse, und wir sind stolz, dass wir die in der Vergangenheit angegangenen Entwicklungen und Projekte ausnahmslos für alle Beteiligten zum Erfolg geführt haben. Unsere Kunden profitieren ausserdem von einer ganzheitlichen Projektentwicklung. Wir als Architektenteam bieten den Entwurf, die Ausführungsplanung, das Termin- und Kostenmanagement, sowie die Bauaus­ führung, bis hin zur Schlüsselübergabe als ganzes Leistungspaket des Bauens an.

Die einfachen Gebäudekörper und der Ausdruck wurden bewusst schlicht gehalten, um eine Ruhe in der Überbauung zu gewährleisten. Die Überbauung besteht aus 2½- bis 4½-Zimmer-Wohnungen. Das Attikageschoss wurde bewusst nach innen gerichtet, sodass sich gegenüber der angrenzenden Bebauung keine übermässige Höhe ergibt. Die Situierung der Bauten nimmt Rücksicht auf die umgebenden Häuser und sichert den Wohnungen freie Aus- und Durchblicke.

Welche unternehmerischen Heraus­ forderungen prägten das Unternehmen in den vergangenen Jahren? Die Herausforderungen in der Vergangenheit bestanden darin, sich – trotz Bauboom oder gerade deswegen – mit innovativen architektonischen Konzepten, von der grossen Masse abzuheben, um sich bei der Vermietung oder dem Verkauf von ­Objekten einen Vorteil zu verschaffen und dadurch die Marktchancen zu steigern. Ein weiterer Punkt war sicherlich die Kombination von hoher Arbeitsbelastung (durch steigenden Geschäftserfolg) und zunehmendem Fachkräftemangel. So galt es, in der Vergangenheit interne Lösungen zu suchen, Mitarbeitende dementsprechend zu fördern und weiterzubilden.

PROJEKT: WOHNÜBERBAUUNG SCHACHEN, GRÄNICHEN

«Wirtschaft­ lichkeit und Nachhaltigkeit, Form und Funktion sollen im Ein­ klang stehen.» Seite 48 // bauRUNDSCHAU

Wo hebt sich das Unternehmen von ­seiner Konkurrenz ab? Der heutige Erfolg basiert unter anderem auch auf einer gesunden unternehmerischen Risikobereitschaft bei eigenen Projektentwicklungen. Nicht selten werden Grundstücke oder Projekte von unserer Tochterfirma, der A_I_M Projektmanagement AG, übernommen, die durch die wirtschaftliche oder architektonische Prüfung bei Banken, Pensionskassen, Versicherungen und Immobilienfirmen durchgefallen oder ins Stocken geraten sind und dadurch unser breit abgestütztes Fachwissen sowie unser grosses Engagement gefragt waren.

Welche sind die Ziele für die Zukunft von Lämmli Architektur AG? Zurzeit bearbeiten wir mit unserem 22köpfigen Team rund 30 Bauprojekte in


«Wir haben uns der Vielfalt verschrieben.» ­ nterschiedlichem Planungs- und Ausu führungsstand. Wir sind stolz, dass wir zwei Grossprojekte mit rund 480 Wohneinheiten, die wir in den letzten Jahren positiv zu Renditeobjekten entwickelt ­haben, an ­Investoren verkaufen konnten. Damit der a ­ nstehende Baustart erfolgen kann, bearbeiten wir die Ausführungs­ planung und betreuen die gestalterische Leitung. Es gilt nun, im laufenden Jahr 2016 und auch darüber hinaus die begonnenen Aufträge mit unserem Team qualitätsvoll und mit vollem Engagement ­umzusetzen. Nebst den laufenden Projekten werden wir auch weiterhin alles daran setzen, spannende Projekte zu akquirieren und zu entwickeln. Dank hochwertiger Arbeit, grossem Engagement, fachmännischer Beratung und Betreuung können wir auf eine treue K ­ undschaft zählen, die unsere positive zukünftige Arbeitsauslastung sichert. In 20 Jahren: 623 Projekte und 1 176 Wohnungen. Ein Mitarbeiterwachstum von drei auf 22. Ein erfolgreiches Unter­ nehmen mit einem gut eingespielten Team? Einer der weiteren erfolgreichen Meilensteine ist sicherlich auch unser Team und die Teamzusammensetzung. Erfahrene und

© Lämmli Architektur AG © Lämmli Architektur AG

© Lämmli Architektur AG

ARCHITEKTUR

PROJEKT: WOHNÜBERBAUUNG «HOCHDREI», AARAU Das Grundstück befindet sich an begehrter Südhanglage am Hungerberg in Aarau und bietet eine fantastische Aussicht über die bemalten Giebel der Altstadt und ins Aaretal. Die Fassadenhülle besteht aus einem hinterlüfteten anthrazitfarbenen Naturschiefer, der in der Horizontalen das Gebäude, der Architektursprache entsprechend, strukturiert. Die Gebäudehülle wirkt mit dem schuppenartigen Kleid je nach Blickrichtung und Lichteinfall unterschiedlich und verleiht den beiden Gebäudekörpern eine moderne, unverwechselbare Eigenständigkeit. Die beiden Gebäudekuben unterstützen, in ihrem architektonischen Ausdruck, einander gegenseitig und werden trotz Zäsur zwischen den Gebäuden als ein Ganzes gelesen. Die Nachhaltigkeit der Überbauung wird unter anderem durch das Minergie-P Label gestärkt.

langjährige Mitarbeitende können junge, motivierte Leute unterstützen, beglei­ten und fördern. Unser Team-Mix, mit unterschiedlichen Spezialgebieten und Erfah­ rungen, erlaubt es uns, Bauten von der ­Entwicklung bis zur Ausführung als Generalisten-Team auszuführen. Aber nicht nur interdisziplinäre Zusammen­arbeit auf hohem Niveau ist für uns zentral. Vertrauen, Respekt, Fairness sowie der tief empfundene

Anspruch, sich stets b ­ eruflich und persönlich weiterzuentwickeln, sind unabdingbar für ein erfolg­reiches Miteinander.

LONE K. HALVORSEN ist freie Redaktorin. www.laemmli.ch

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© Dr. Michael Fladung

ARCHITEKTUR

Das Beispiel trapp wagner Architekten und Ingenieure, Wohn- und Gemeinschaftsgebäude, Hünfeld

MAKING HEIMAT ARCHITEKTUR UND FLÜCHTLINGE AN DER BIENNALE IN VENEDIG von Georg Lutz

Ende Mai 2016 beginnt die Architekturbiennale in Venedig. Die Biennale war und ist nicht nur ein Ausstellungsraum, sondern widerspiegelt auch gesellschaftliche Herausforderungen. Das zentrale Thema unserer Tage heisst Flüchtlinge – genauer: wie Flüchtlinge leben und wohnen. Das ist eine umkämpfte Debatte, aber auch eine architektonische Herausforderung. Inzwischen gibt es Architekten, die dazu konkrete Lösungen vorgelegt haben. Im deutschen Pavillon sind sie zu sehen, und wir stellen einige vor.

A

ktuell sind weltweit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Die wachsende Dimension der Flüchtlingsbewegung entwickelt sich zu einer wesentlichen Herausforderung gerade für grosse Städte, in denen die Menschen in hoher Zahl und in kurzer Zeit Unterkunft und ­Versorgung, Arbeit und Integration finden sollen. Die Hauptlast dabei tragen aber nicht europäische Länder, wie gerne behauptet wird, sondern die angrenzenden, oft sehr

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armen Länder. Im Krieg in Syrien sind dies beispielsweise der Libanon, Jordanien und die Türkei, die die Hauptlast tragen. Das grösste Flüchtlingslager steht nicht in ­Europa, sondern in Kenia, mit Flüchtlingen aus Somalia.

INTEGRATION ODER PARALLELGESELLSCHAFT Angemessenen Wohnraum zu schaffen und Schnittstellen des Wohnens mit dem

Stadtraum herzustellen, um die Teilnahme am städtischen Leben von Beginn an zu ermöglichen und eben nicht in periphere Sektoren abzuschieben, muss das zen­ trale Ziel sein. Die Geschichte kennt hier viele negative und positive Beispiele. Vorstädte, Banlieues, Ghettos oder Slums können entweder Sprungbretter und Durchlauf­erhitzer für ein besseres Leben in der Gesell­schaft sein oder Orte, in denen man von der Gesellschaft ausgeschlossen


© Markus Guhl

ARCHITEKTUR

Das Beispiel u3ba Arge camilo hernandez urban 3 + Harald Baumann baumannarchitects, Stuttgart Wohnungen für Flüchtlinge und Obdachlose, Ostfildern

bleibt und / oder sich in Parallelgesellschaften einrichtet. Die Schweiz hat die UngarnFlüchtlinge von 1956 gut integriert, auch mit den Flüchtlingen aus dem ehemaligen Jugo­ slawien Anfang der Neunzigerjahre hat es gut geklappt. Bei Kosovo-Albanern sieht das aber schon ganz anders aus. In vielen französischen Vorstädten kann man beobachten, wie Integration nicht gelungen ist. Die Bunderepublik Deutschland hat nach dem Zweiten Weltkrieg Millionen von Flüchtlingen integriert. Das Bundesland Bayern hat seine B ­ evölkerungszahl um ein Viertel erhöht. In Schleswig Holstein ist die Bevölkerung sogar um die Hälfte gewachsen. Das lief nicht ohne Hindernisse ab. Es gab sogar Demonstrationen gegen die «Trecks aus dem Osten». Heute reden wir von viel niedrigeren Zahlen.

© Reinhard Fiedler

Gerne nützen wir auch nur den negativen Aussenblick auf die Gebäude in den «Problemvierteln». Das wollen die Veranstalter des Pavillons in Venedig ändern. Es geht um einen Perspektivenwechsel, weg vom Blick von aussen auf das Ghetto. Stattdessen sollten die Biografien der Bewohner, sprich der Binnenblick, im Fokus ­liegen. Das ist ein richtiger Ansatz. Die Zustände in den «Arrival Cities» entschei­ den über den Erfolg oder Misserfolg der Integration.

Das Beispiel Fiedler + Partner, Freising, Unterkunft für Flüchtlinge, Langenbach-Freising

BUCH ZUR AUSSTELLUNG Zur Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country im deutschen Pavillon auf der 15. Internationalen Architektur­ausstellung 2016 «La Biennale di Venezia» erscheint e ­ ine Publikation im Hatje Cantz Verlag. Making Heimat. Germany, Arrival Country Hrsg. Peter Cachola Schmal, Oliver Elser, Anna Scheuermann Texte von Doug Saunders unter anderem Gestaltung von Something Fantastic, Berlin englisch, deutsch ca. 288 Seiten, ca. 200 Abb. 13.50 x 21.00 cm Broschur ISBN 978-3-7757-4141-5

Konkret umfassen die Bauten sehr unterschiedliche Situationen, die auch unterschiedliche Lösungen brauchen. Das Spektrum reicht von einer Notfallmassnahme in Form einer Leichtbauhalle für über 300 Menschen bis zum regulären Wohnungsbau. Auf dem nicht mehr genut­ zten Flughafen in Berlin-Tempelhof entstanden grosse Hallen. Das kann aber nur eine Übergangslösung sein. Wichtiger und langfristiger angelegt sind dezentrale Lösungen, die sich in das Stadtbild mit ihrer Architektursprache einpassen. Fast alle Projekte sind schon realisiert. Wobei ein standardisierter Holzmodulbau im Vordergrund steht. Drei Ziele gilt es unter einen Hut zu bringen: Preiswert, praktisch und schnell soll es sein.

NICHT GEGENEINANDER AUSSPIELEN Es geht aber nicht nur um Flüchtlinge. Gerne treiben Populisten Keile zwischen unterschiedliche, schwache gesellschaftliche Gruppen. Die Mietpreise in den urba­ nen Zentren sind hoch, und der soziale Wohnungsbau stockt seit Jahren. Zum

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Das «Young Refugee Center» (YRC) in München: Von der Registrierung über die erste Grundversorgung und medizinische Untersuchung bis hin zu ­Aufenthalts- und Schlafräumen.

Jammern ist aber keine Zeit. Allerdings kann die jetzige Situation auch Gutes ­bewirken. So muss der kostengünstige Wohnungsbau vorangetrieben werden. Wenn die Wohnungskrise gemeistert wird, könnten alle davon profitieren, auch die untere Mittelschicht, die sich keine Wohnung mehr in Ballungszentren leisten kann.

AUFBAU DER AUSSTELLUNG Die Ausstellung Making Heimat. Germany, Arrival Country in Venedig wird von Peter Cachola Schmal, Oliver Elser und Anna Scheuermann vom Deutschen Architek­ turmuseum (DAM) in Frankfurt (D) betreut. «Heimat» ist ein sehr deutsches Wort, kaum übersetzbar, das die schwierige ­Situation widerspiegelt. Es geht nicht um Multi-Kulti-Euphorie, aber auch nicht um das Hinterherlaufen des gerade anwachsenden nationalen Populismus. Nüchterne und praktische Lösungen sind gefragt. Der erste Teil zeigt Flüchtlingsunterkünfte, also real gebaute Lösungen zur Bewältigung der akuten Notsituation. Der zweite Teil fragt nach den Bedingungen, die in einer Arrival City (Ankunftsstadt) gegeben sein sollten, damit aus Flüchtlingen Einwanderer werden können. Der dritte Teil der Ausstellung ist das räumliche Gestaltungskonzept zum deutschen Pavillon, mit dem ein Statement zur aktuellen poli­ tischen Situation gesetzt wird. Die Projekte zeigen die Realität in Deutschland,

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© Martin Mai Photography

© Martin Mai Photography

ARCHITEKTUR

Auf den sieben Stockwerken des ehemaligen Bürogebäudes werden künftig alle Abläufe der ersten Inobhutnahme für neuankommende minderjährige Flüchtlinge abgewickelt.

gegliedert nach Grösse, Kosten und Bewohnern pro Quadratmeter, Material und Konstruktion.

DAS BEISPIEL YOUNG REFUGEE CENTER In der Münchner Maxvorstadt, unweit vom Hauptbahnhof, baute Modal M ein ehemaliges Bürogebäude in ein Ankunftszentrum für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge um. Das sogenannte Young Refugee Center ist die erste Unterkunft dieser Art in Deutschland und dient der Erstaufnahme von jungen Flüchtlingen, die ohne Begleitung nach Deutschland einreisen. Die Einrichtung wird durch die Landeshauptstadt München in Zusammenarbeit mit freien Trägern betrieben. Ein Alleskönner sollte das Young Refugee Center (YRC) in München werden: Von der Registrierung über die erste Grundversorgung und medizinische Untersuchung bis hin zu Aufenthalts- und Schlafräumen – auf den sieben Stockwerken des ehemaligen Bürogebäudes werden künftig alle Abläufe der ersten Inobhutnahme für neu ankommende minderjährige Flüchtlinge innerhalb von zwei bis drei Tagen abgewickelt, bevor sie nach dem Königsteiner Schlüssel bundesweit auf andere Aufnahmestellen verteilt werden. Da das YRC die erste Unter­ kunft dieser Art ist, mussten hier schnelle, unkomplizierte und praktikable Lösungen geschaffen werden.

Die Gebäudestruktur bot optimale Umsetzungsmöglichkeiten. Im Erdgeschoss finden sich künftig zwei Eingänge, die 24 Stunden besetzt sind, ein Registrierungssowie ein grosser Ruhe- und Aufenthaltsbereich. Ärztliche Kontrolle, Alterseinschätzung und Erstberatung erfolgen im ersten Obergeschoss. In den oberen Stockwerken befinden sich die Gruppenzimmer mit neuen Sanitärbereichen, Küchen und Aufenthaltsräumen sowie die Büroräume der Betreiber. Das Farb- und Lichtkonzept erleichtert die Orientierung im Gebäude. Das Augenmerk liegt darauf, die Räume hell und positiv zu gestalten sowie Informationen nonverbal zu vermitteln. Die leicht verständliche Ikonografie ist immer eine Herausforderung. Wie findet man ein internationales Symbol für Küche? Ein Herd oder Messer und ­Gabel funktionieren nicht global übergreifend. Jetzt zeigt ein Maiskolben, wo die Küche ist. Den isst man nämlich weltweit, egal ob auf einem Teller oder Bananenblatt.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.makingheimat.de www.dam-online.de www.labiennale.org


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KONE ist einer der führenden Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen. Eine halbe Million Kunden weltweit setzen auf KONE Lösungen und damit auf innovative Technologien und massgeschneiderte Dienstleistungen. Seit 20 Jahren sind wir für Sie auch in der Schweiz in Bewegung. Wir unterstützen Sie von der Planungsphase Ihrer Anlage über die Montage und Wartung bis hin zur Modernisierung – während des gesamten Lebenszyklus Ihres Gebäudes.

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ARCHITEKTUR

DIE RICHTIGE LÖSUNG WÄHLEN ARCHITEKTURREPORTAGE ÜBER DIE JEKER ARCHITEKTEN SIA AG IN BASEL von Roland Eggspühler

© Architekturfotografie Lilli Kehl

Die Jeker Architekten SIA AG gibt es seit 2012. Der Start erfolgte mit der CAD-Software Vectorworks. Nach intensivem Wachstum stellte die Basler Firma zwei Jahre später auf ArchiCAD um.

Das Neue Theater in Dornach ist ein Referenzbeispiel für die Jeker Architekten SIA AG.

H

einz L. Jeker war während fast zweier Jahrzehnte Partner in einem be­ deutenden Basler Architekturbüro. Durch die Dimensionen des Betriebs und der Projekte sah er sich zunehmend mit Managementaufgaben beschäftigt. «Ich wollte für die letzte Phase meines Berufslebens ein wirklich eigenes Büro gründen, um wieder näher an den einzelnen Projekten zu sein und den Planungsprozess vom Entwurf bis zur Umsetzung zu begleiten», blickt Heinz L. Jeker auf das weichenstellende Jahr 2012 zurück. Die Idee zu diesem Schritt reifte auf ausgedehnten Spaziergängen im Basler Jura, den finalen Entscheid traf er in den Weiten Südafrikas – das ist nicht Zufall, sondern typisch für den Architekten aus dem «Schwarzbubenland», wie sich der auf Basel ausgerichtete Teil des Kantons Solothurn nennt: «Die Natur

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bedeutet mir sehr viel. Für mich persönlich ist es der ideale Ort, um abzuschalten oder in mich zu gehen, zu reflektieren und jene Distanz zu gewinnen, die für wichtige Schritte und Entscheidungen erforderlich und wertvoll ist.» Mit der über 20-jährigen sehr persönlichen Zusammenarbeit mit dem Architekten Hans Zwimpfer entstand eine solide Basis, mit einem breiten Wissen für die Führung eines eigenen Architekturbüros. Dazu gehört auch die Kompetenz der Projektentwicklung.

RASANTER START Am 1. Juli 2012 startete Heinz L. Jeker in seinem neuen Büro – eine Ein-Mann-­ Unternehmung, die den Betrieb mit viel Elan in Fahrt bringt, war es nur während ein paar Wochen. Möbel, Hardware und weitere Infrastruktur konnte Jeker – neben

den anrollenden Projektarbeiten – in Ruhe aussuchen und beschaffen. Bei der Auswahl des CAD-Systems musste es hingegen schnell gehen: Als Heinz L. Jeker die ersten zwei Mitarbeitenden einstellte, ­entschied er sich zusammen mit ihnen für Vectorworks, welches das wachsende Büro während der ersten zwei Jahre begleitete. «In dieser Zeit hatten wir diverse Wettbewerbserfolge. Die Entwicklung ging viel schneller, als ich mir das in meinen kühnsten Träumen ausgemalt hatte. Plötzlich wurde für uns das Teamwork und insbesondere das Zeichnen in 3D, das Visualisieren und Kontrollieren zentraler Inhalte und Formen sehr wichtig», erinnert sich Heinz L. Jeker: «Aber ich erkannte, dass mein Team in der beim Start unter Zeitdruck gewählten CAD-Umgebung unnötig viel Energie verbrauchte.»


© Architekturfotografie Lilli Kehl

Architektur kann sich mit der richtigen Software in Szene setzen.

Nach weiteren Gesprächen mit den in ­dieser Phase neu dazugestossenen Mitarbeitenden, Rückfragen im kollegialen beruflichen Umfeld (in dem ArchiCAD quasi Standard ist) und einem wiederum ausgedehnten Spaziergang in der Natur des Schwarzbubenlandes entschied sich Heinz L. Jeker für einen raschen Softwarewechsel. «Ich wollte, dass wir mit jenem CAD-System arbeiten, welches den Bedürfnissen und der qualitativen Arbeitsweise meiner Mitarbeitenden optimal entspricht, um unsere Zielsetzungen und Dienstleistungen kompetent sicherzustellen», erklärt er sachlich. «Ich habe mich auch für den Wechsel entschieden, damit sich mein Büro weiterentwickeln konnte.»

GROSSE WOHNPROJEKTE UND VIEL KULTUR Zwischenzeitlich war die Belegschaft auf über ein Dutzend Mitarbeitende angestiegen, die teilweise «dual» oder ausschliesslich mit ArchiCAD zeichneten. Im Zuge des Wachstums bezog die Jeker Architekten SIA AG im Frühjahr 2014 im Herzen von Basel neue Räumlichkeiten. Heinz L. Jeker kannte die Qualität dieses Orts – er hatte das geschichtsträchtige Gebäude an der Freien Strasse 88 zehn Jahre zuvor auf der Basis eines Umnutzungskonzeptes in neuen Wohnraum umgebaut. Mit Blick auf das Schweizer Architekturmuseum sowie die altehrwürdigen Barfüsser- und Elisabethenkirche planen und realisieren Heinz

© Architekturfotografie Lilli Kehl

© Architekturfotografie Lilli Kehl

ARCHITEKTUR

L. Jeker und sein Team vor allem grosse Wohnprojekte, die neue Wohnformen ­b einhalten und bauliche Antworten auf ­aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen liefern. Ein für die Geschichte des Büros sehr bedeutender Bau war auch das neue Theater in Dornach. Heinz L. Jekers Augen leuchten und verraten, dass ihm Kultur persönlich sehr viel bedeutet. Dies belegt auch die Initiierung und Realisierung des Kulturzentrums «Alts Schlachthuus» 1999 in Laufen. Was bei allen Projekten auffällt, ist die überaus «sportliche» Zeitachse. «Ja, ich staune manchmal selber, wie wir das alles hingekriegt haben», stellt Heinz L. Jeker mit einem zufriedenen Blick fest: «Ich denke, es ist in erster Linie die sehr positive Einstellung meiner Mitarbeitenden.» Und in zweiter Linie? Heinz L. Jeker überlegt und meint: «Dass ich genau spüre, welche Rahmenbedingungen sie brauchen, um unsere Projekte effizient und hochwertig umsetzen zu können.» Den Entscheid, auf ArchiCAD zu wechseln, schliesst er mit ein. Er schmunzelt, weil er sich hier eines Besseren belehren lassen musste: «Bei den Möbeln, der Hardware und der übrigen Büroinfrastruktur ging ich ganz bewusst neue Wege. Aber beim CAD-System kehrte ich nach zwei Jahren zum Bewährten zurück.»

Jeker Architekten SIA AG  |  Freie Strasse 88  |  CH-4051 Basel  |  Tel. +41 (0) 61 500 11 11 info@jekerarchitekten.ch  |  www.jekerarchitekten.ch

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ARCHITEKTUR

BUSINESS PORTRAIT

K체nstliches Licht kann Tageslicht nicht ersetzen. Die Atmosph채re von Tageslicht hebt die Stimmung.

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ARCHITEKTUR

DEM HIMMEL SO NAH TAGESLICHT IM GEBÄUDE von Georg Lutz

VELUX, der weltweit grösste Hersteller von Dachfenstern, feiert dieses Jahr sein 75. Firmenjubiläum. Er hat beim Thema Dachfenster viele innovative Veränderungen mitgeprägt. Wir werfen einen Blick zurück und sehen auf die heutigen Potenziale.

V

or über 75 Jahren sahen Dächer und ihre Öffnungen noch sehr mini­ mal aus. Kleine Fenstergauben mit Butzenfenstern oder Mini-Klappluken prägten die Szenerie. Darunter war es dementsprechend dunkel. Unter den Dächern befanden sich eine Wäschebühne oder Rumpelkammern. Der Dachboden war ein sinnentleerter Abstellplatz mit schlechtem Image. Heute ist das Dach ein vollwertiger Wohnraum, der im Gegensatz zu den Räumen, die sich Stockwerke darunter befinden, meist noch heller ist und wohnlicher wirkt. Eine helle Atmosphäre zaubert eben eine bessere Stimmung. In den dunklen Zeiten des Zweiten Weltkriegs wollte der Firmengründer von VELUX, Villum Kann Rasmussen, helle Zeichen setzen. Das war damals eine Vision. Aber wie jeder gute Unternehmer wollte er seine Vision in die Praxis umsetzen. Er entwickelte 1941 das erste VELUX-Dachfenster, das in einer dänischen Schule eingebaut wurde.

SCHULHAUS GESTERN UND SCHULHAUS HEUTE

tern für Licht, Luft und Ausblick im Dachgeschoss und schafft so ein besseres Wohnklima und mehr Lebensqualität unterm Dach. Das sieht man auch in den heutigen Schulräumen. Die innenarchitektonische Grundlage für gutes Lernen ist gelegt.

HEUTIGE AUFGABEN Wie setzt sich die Bedeutung des Namens zusammen? VELUX: VE bedeutet Ventilation, sprich frische Luft, LUX ist das lateinische Wort für Licht. Licht heute in Gebäude zu locken umfasst eine viel

Das Schulhaus von 1941: ein reiner Funktionsraum. Die heutige Atmosphäre in einer Schule mit aktuellen Dachfenstern.

Wer auf das erste Schulhaus blickte, das die Verantwortlichen von VELUX im Gründerjahr mit Dachfenstern ausgestattet haben, und die heute Lösung in einer Schule sich ansieht, merkt, in was für einer anderen Zeit wir leben. Das Schulhaus bestand damals aus eher unwirtlichen Funktionsräumen. Hier setzte der Unternehmer an. Villum Kann Rasmussen wollte mehr Tageslicht und Frischluft in die Häuser bringen und so die Lebensqualität in Wohnund Arbeitsräumen steigern. Auch heute, 75 Jahre nach der Entwicklung des ersten VELUX-Dachfensters, steht VELUX als weltweit grösster Hersteller von Dachfens-

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ARCHITEKTUR

grössere Bandbreite als noch vor Jahrzehnten. 75 Jahre und viele Innovationen später umfasst die VELUX-Produktpalette heute nicht nur Dachfenster, sondern auch Flachdachfenster, Sun-Tunnels, Hitze- und Sonnenschutzprodukte und Installationslösungen. Es geht um Sonnenund Hitzeschutzprodukte, Aussenrollläden, Installationslösungen sowie intelligente Haussteuerungssysteme. Bei­spielsweise verbessern die automatisierten INTEGRA®Produkte und Sensorsysteme nicht nur Raumklima und Wohnkomfort, sondern reduzieren gleichzeitig den Energieverbrauch und leisten so einen wichtigen ­B eitrag zum nachhaltigen Bauen und Wohnen.

GESUNDES WOHNEN

Der Gründer Villum Kann Rasmussen im damals modischen Trenchcoat.

ANGABEN ZUM UNTERNEHMEN IN DER SCHWEIZ Gründungsjahr: 1941 VELUX Gruppe 1977 VELUX Schweiz AG Produkte: Dachfenster, Flachdachfenster, Einbauprodukte,Sonnen- und Hitzeschutzprodukte sowie Gebäudeautomation. Anzahl Mitarbeiter: 70 in der Schweiz

BESSERE LUFTQUALITÄT IN INNENRÄUMEN

Niederlassung: VELUX Schweiz AG in Trimbach Produkte-Innovationen (kurzer Auszug): 1942 Hersteller des 1. Dachfensters – anschliessend stetige Verbesserungen und Innovationen 2011 Weltneuheit mit dem ersten solarbetriebenen Dachfenster (VELUX INTEGRA® Solar) 2013 Neue Generation Dachfenster mit einzigartiger ThermoTechnology™ direkt im Fenster verbaut; verbesserte Dämmwerte für eine bessere Energiebilanz 2013 Minergie-Zertifizierung aller Dachfenster mit Dreifachverglasung.

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Nun geht es aber nicht alleine um technische Innovationen, sondern wie wir als Stadtmenschen davon profitieren können. Das ist die zentrale Frage. Innenräume mit einem gesunden Raumklima, viel Tages­licht und frischer Luft sind essenziell für unser Wohlbefinden, verbringt der Mensch in den Industrienationen doch rund 90 Prozent seiner Zeit in geschlossenen Räumen. Empirische Studien und die biologische Forschung zeigen, wie bedeutsam Tageslicht und ein gesundes Raumklima für den Biorhythmus und die menschliche Gesund­heit sind. Zahlreiche Initiativen, die auch von VELUX unterstützt werden, versuchen, diesem Umstand Rechnung zu tragen. Mithilfe von intelligenten Tageslicht- und Lüftungskonzepten und der Anwendung neuer Technologien und Materialien sind diese Konstruktionen in der Lage, einen geringen Energieverbrauch bei gleichzeitig besten Tageslichtbedingungen mit einem angenehmen und gesunden Raumklima sowohl im Sommer als auch im Winter zu kombinieren.

BUSINESS PORTRAIT

Um die Auswirkungen der Innenraumluft auf die Gesundheit besser zu verstehen, gilt es, die Menge der Luft zu berücksichtigen, die wir pro Tag einatmen: Eine durchschnittliche Person verbraucht täglich rund zwei Kilogramm an Nahrung und Wasser, während die Luftzufuhr etwa 15 Kilogramm pro Tag beträgt. Da wir 90 Prozent unserer Zeit in Gebäuden verbringen, ist es Innenraumluft, die wir einatmen. Deshalb ist eine gute Raumluftqualität so entscheidend und trägt zur


ARCHITEKTUR

Prävention von Krankheiten wie Asthma und Allergien bei. Die automatisierten VELUX INTEGRA®Dachfenster ermöglichen auf einfache Weise eine natürliche Belüftung und ein hohes Mass an Tageslicht. Die Dach­ fenster können so programmiert werden, dass sie sich je nach Bedarf automatisch zur Erneuerung der Raumluft öffnen und so zu einer besseren Luftqualität im Haus beitragen.

NATÜRLICHES TAGESLICHT EINSETZEN Tageslicht ist eine weitere, entscheidende Komponente in der Architektur nachhaltiger und gesunder Gebäude. Insbesondere in Bezug auf die zukünftigen Herausforderungen, vorhandene Energieressourcen optimal zu nutzen, ist das Interesse an ­Tageslicht als Weg, diese zu meistern, weltweit beträchtlich gestiegen. In Zeiten von grenzenlos verfügbaren Ressourcen schien es kaum ein Thema zu sein, auch tagsüber natürliches Licht durch Kunstlicht zu ersetzen. Doch heute geht diese Rechnung nicht mehr auf – insbesondere nicht, wenn die weltweit vereinbarten Klimaziele erreicht werden sollen. Doch es ist nicht allein der Energie-Aspekt, der das Tageslicht so wertvoll macht. ­Forscher weisen auch auf die zentrale, ­biologische Bedeutung von Tageslicht hin, die in unserer heutigen, modernen Gesellschaft leider oft vernachlässigt wird. Dabei ist nur die Qualität des Tageslichtes in seiner Vollkommenheit in der Lage, den biologischen Rhythmus zu steuern. Denn nahezu alle Organe des menschlichen Körpers werden direkt oder indirekt vom Licht ­beeinflusst. 51 Prozent aller menschlichen Gene reagieren nachweislich auf Licht, und hier insbesondere auf die Qualität, die uns ausschliesslich das Tageslicht bringt: Gutes Arbeitslicht steigert Produktivität

Sun-Tunnels bringen Licht in dunkle Räume.

und Konzentration, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Natürliches Licht hat einen positiven Einfluss auf die emotionale Stimmung und das Wohlbefinden. Hohe Lichtstärke während der Tageszeit und Dunkelheit während der Nacht verbessern den Hormonhaushalt, was wiederum die Schlafqualität verbessert. Die Relevanz von Tageslicht und dessen Auswirkungen auf den menschlichen Orga­ nismus sind unbestritten. Deshalb ist die Rückkehr zur vermehrten und kreativen Tageslichtplanung ein wichtiger Weg in der Baukultur.

DAS BEISPIEL SUN-TUNNELS Oftmals gibt es aber auch heute keinen direkten Zugang zum Tageslicht. Auch hier hat VELUX eine innovative Lösung entwickelt. Sun-Tunnels bringen natürliches Licht in Gänge, Treppenhäuser, Badezimmer oder begehbare Schränke. Dunkle Ecken

können so ohne eine künstliche Lichtquelle beleuchtet werden. Sun-Tunnels sind wahlweise mit starrem oder flexiblem Rohr erhältlich und können individuell an die Einbausituation angepasst werden. Flexible Rohre kommen zum Einsatz, wenn der Winkel zwischen Decke und Dach für ein starres Rohr zu gross oder zu klein ist. Starre Rohre ­werden als Lichtschacht zwischen der Streuscheibe innen und dem Aussen­ fenster installiert.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. www.velux.ch www.thedaylightsite.com

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Ausgabe 02/2016 // Seite 59 xglas.com


ARCHITEKTUR

WISSENSTRANSFER ZWISCHEN FORSCHUNG UND WIRTSCHAFT Implenia fördert ETH-Professur im Bereich innovatives und industrielles Bauen – Partnerschaft zur Steigerung der Attraktivität der Bauwissenschaften sowie des Wissenstransfers zwischen Forschung und Wirtschaft | Implenia ­investiert im Jubiläumsjahr bei den Schlüsselthemen Innovation und operative Exzellenz weiter in ihre Zukunft Ende April an der «Signing Ceremony» in Zürich besiegelten die ETH Zürich bzw. die ETH Zürich Foundation mit Implenia als ­Industriepartnerin eine strategische Partnerschaft im Bereich innovatives und industrielles Bauen. Diese hat zum Ziel, das Know-how in den Bauwissenschaften weiterzuentwickeln. Die Erkenntnisse aus der Forschung sollen zur konkreten Prozess­ optimierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ­eines Bauwerks genutzt werden können. Darüber hinaus möchte man mit der Partnerschaft die Attraktivität des Fachs, die Ausbildung junger Ingenieurinnen und Ingenieure sowie den ­Wissensaustausch zwischen Forschung und Wirtschaft fördern. Kernpunkt der Vereinbarung ist die finanzielle Unterstützung ­einer Assistenz-Professur im Bereich innovatives und industrialisiertes Bauen am Institut für Bau- und Infrastrukturmanagement (IBI) des Departements Bau, Umwelt und Geomatik der ETH Zürich. Über die Partnerschaft soll die vermehrte Nutzung von digitalen Techno­ logien in der Baubranche gefördert werden. BIM-Modelle, wie etwa hier für das von Implenia als Totalunternehmerin realisierte Labitzke-Areal in Zürich (nebenstehendes Bild), spielen für die Effizienzsteigerung der Bauprozesse eine wichtige Rolle. www.implenia.com

WILLKOMMEN ZUR AUFSTIEGSRUNDE … Viele kennen das alte Vorurteil gegenüber Dachwohnungen: Im Winter eher kalt, im Sommer oft sehr heiss. Doch dank inzwischen sehr viel besserer Dämmung der Dächer, ist das nur noch selten der Fall. Und auch auf grosszügige Fensterlösungen müssen Dach­ geschossbewohner nicht verzichten. Denn sind die Velux Dachfenster mit Rollläden ausgestattet, können sie das ganze Jahr bei ­angenehmen Temperaturen die Vorteile einer Dachwohnung geniessen.

www.velux.ch

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NEWS ARCHITEKTUR

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Sie lassen sich auch nachträglich am Dachfenster installieren. Wer dies tut, profitiert nicht nur vom Hitzeschutz. Denn das ist nicht der einzige Vorteil, den Rollläden mit sich bringen: Neben dem Lärmschutz vermindern sie zusätzlich Regen- und Hagelgeräusche. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sie Räume zu jeder Tageszeit optimal verdunkeln können und so beste Bedingungen etwa für einen Mittagsschlaf schaffen. Auch das Eindringen störender Blicke in den privaten Wohnraum ist durch sie nicht mehr möglich. Im Winter ist eine andere Funktion erwünscht: Der Schutz vor Wärmeverlusten und die Reduzierung von Heizkosten. Doch auch hier können Velux Rollläden helfen, denn sie verbessern die Wärme­ dämmung des Dachfensters.

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Rollläden sind eine effektive Lösung, um Hitze aus dem Dachgeschoss zu ­verbannen. Sie halten die wärmenden Sonnenstrahlen auf, bevor sie auf die Fensterscheibe treffen und so den Raum erwärmen können. Die Hitzereduktion beträgt in geschlossenem Zustand bis zu 92 Prozent, sodass auch im Hochsommer eine angenehme Raumtemperatur erreicht werden kann und entspanntem Arbeiten, Lernen oder Schlafen ­unterm Dach nichts mehr im Wege steht.


ARCHITEKTUR

PHOTOMENT® BAUT STICKOXIDE AUS DER STADTLUFT AB Pflastersteine mit Photoment® werden u.a. beispielsweise bereits in der InnovationCity Bottrop eingesetzt. Dort sorgen sie in einem stark befahrenen Innenstadtbereich für ­bessere Luft. Ein weiterer Vorteil ist zudem, dass die Steine weniger stark vergrünen als herkömmliche Pflastersteine. Für beides benötigen die Pflastersteine lediglich Sonnenlicht oder Kunstlicht und etwas Regen, der die Verschmutzungen abspült. Hugot: «Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeit eine derart positive Bestätigung findet und hoffen, dass es zukünftig viele Menschen gibt, die beim Verlegen von Pflasterflächen photokatalytisch aktive Produkte einsetzen.» Eine einfaches Beispiel veranschaulicht den Effekt der neuartigen Pflastersteine: Bereits eine Garageneinfahrt von ca. 30 m² ist – im Idealfall – in der Lage, den ­S tickoxid-Ausstoß einer täglichen Fahrstrecke von 30 km (Euro 5/6-Benziner) ­kompensieren zu können. Dennoch gilt: Je größer die photokatalytisch aktiven ­Flächen in einer Stadt, desto mehr giftige Stickoxide können abgebaut werden. www.photoment.com

DER WEG ZUM HAUS DER ZUKUNFT Die 47. Bauen & Modernisieren vom 8. bis 11. September trägt den Slogan «Energiewende für Hausbesitzer». Rund 600 Aussteller zeigen mit neuen Produkten und aktuellem ­Fachwissen den Weg zum Haus der Zukunft. Den inspirierenden Rahmen um die ­jährliche Schweizer Baumesse in Zürich legen die Bereiche Bad, Boden, Küche und die Eigenheim-Messe. Weitere Benefits sind die Sonderschauen Bugholzmöbel und Showgarten, Fachvorträge und das Forum Architektur. Häuser zukunftsfähig bauen heisst die richtigen Weichen stellen. An der Bauen & Modernisieren erleben Hausbesitzer, Architekten und Planer die Trends und Neuheiten 2016. Das Geheimnis einer guten Badzimmerplanung als auch Antworten auf die Frage, ob Sonnenenergienutzung oder Photovoltaik die ­passenden Energieträger sind, geben kompetente Fachleute preis. So nutzen ­Verbände wie die IG Passivhaus als auch die Baudirektion des Kantons Zürich ­unter dem Patronat von Energie Schweiz ihren Auftritt für Informationsveranstaltungen. ­A lles in allem wird die Bauen & Modernisieren mit zwei attraktiven Showgärten – ­Stichwort «Modern Garden Design» – und den Themen Bugholzmöbel, Digitalisierung, gesund und altersgerecht Bauen einen spannenden Messeherbst einläuten. www.bauen-modernisieren.ch

DIE SCHWEIZER TRADITIONSMESSE HOLZ IST DAS ULTIMATIVE BRANCHENERLEBNIS Die Holz ist die führende Schweizer Fachmesse für die Holzbearbeitungsbranche und wird vom 11. bis 15. Oktober 2016 in der Messe Basel stattfinden. Erwartet werden 34’000 Schreiner und Zimmerleute sowie Fachpersonen aus den Bereichen Innenausbau, Holzbau, Industrie und Handel. Sie treffen auf rund 350 in- und ausländische Aussteller, die ihre innovativen ­Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Maschinen, Werkzeuge, Materialien und Zubehör präsentieren. Holz als Bauwerkstoff liegt voll im Trend. Aufgrund von neuen Erkenntnissen und ­technologischen Fortschritten kann sich der Holzbau einerseits im Elementbau des Einfamilienhaus-Bereichs als auch im Segment der Hochbauten erfolgreich etablieren. Entsprechend bewährt sich die Konzepterweiterung der Holz durch die Stärkung des Bereichs Holzbau. Die Holz gewinnt zunehmend an Attraktivität – auch für die ­Zimmerleute und Mischbetriebe, die sowohl im Zimmerei- als auch Schreinerbereich tätig sind. www.holz.ch

NEWS ARCHITEKTUR

Ausgabe 02/2016 // Seite 61


HERAUSFORDERUNGEN ANGEHEN FLEXIBLES ARBEITEN von Georg Lutz

Home Office ist in unseren Arbeitswelten ein zentrales Stichwort. Wir haben inzwischen die technologischen Voraussetzungen zur Verfügung, von unterschiedlichen Orten voll vernetzt arbeiten zu können. Es hat ja auch viele Vorteile. Arbeitgeber sparen Kosten, da sie weniger Büroraum zur Verfügung stellen müssen. Inzwischen gibt es Firmen, bei denen die Angestellten keinen eigenen Arbeitsplatz mehr haben. Dafür stehen grosse Sessel oder Ruhe-Inseln zur Verfügung. Allerdings kennt man nach einigen Monaten Home Office das eigene Team kaum mehr. Und wer von zu Hause arbeitet, braucht keine langen Arbeitswege in sein Büro, hat nicht mit nervenden Kollegen oder öden Konferenzen zu tun. Die Ruhe am eigenen Schreibtisch ist doch toll. Das ist aber ein Wunschtraum. Kaum ist der Rechner hochgefahren, klingelt es an der Tür. Die Nachbarin bittet um Hilfe beim Umzug. Die Abgrenzung im Home Office fällt schwer. Wir sehen, Home Office ist in der Praxis ein spannendes Projekt, bei dem es aber einige Hürden zu nehmen gilt. Unter anderem ist auch die Frage wichtig, wie sich Anbieter von innenarchitektonischen Lösungen im Büro, aber auch in den eigenen vier Wänden darauf einstellen. Einige Seiten weiter finden Sie dazu Lösungen.


INNENARCHITEKTUR

Die Situation mit einem Blick in den Griff bekommen.

DIE ZUKUNFT BEGINNT JETZT VERNETZTES LEBEN IN KÜCHE UND BAD von Reto Bernet

Die Marke Siemens verfügt heute über ein vernetztes Vollsortiment an Hausgeräten in der Schweiz. Neben Backöfen und Geschirrspülern sind auch Geräte aus den Bereichen Wäschepflege, Kühlen und Kaffee über Wi-Fi beziehungsweise WLAN vernetzt. Einzigartig im Markt ist nicht nur die Fülle an verfügbaren Funktionen, sondern auch die Steuerung aller Geräte über eine einzige, gemeinsame App. Die Home Connect App beruht auf einem markenübergreifenden Konzept und steht sowohl für iOS als auch für Android-Geräte kostenlos zur Verfügung.

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or gut einem Jahr hat Siemens Hausgeräte einen Trendreport zum Connected Home in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse bestätigen: Siemens ist mit seiner Lösung auf dem richtigen Weg. Die aussergewöhnliche Bedienfreundlichkeit der Connectivity-Lösungen von Siemens belegt die Auszeichnung mit dem Red Dot Communication Design Award und die Nominierung zum UX Design Award für die Home Connect App. Eine weitere Forderung des Trendreports ist die nach «alltagspraktischer Relevanz für das tägliche Leben». Wer mit Vernetzung erfolgreich sein wolle, müsse die ­Bedürfnisse der Nutzer im Auge behalten. Siemens ist hierin mit Geräten, die das

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Leben leichter machen, federführend. So wird mit dem ersten vernetzten Kühlschrank nun der Vorrats-Check von unterwegs aus wahr. Der KG36NHI32 ist mit zwei Hochleistungskameras ausgestattet, die bei jedem Schliessen der Tür Bilder vom gesamten Innenraum machen. Auf dem Heimweg von der Arbeit nochmal nachsehen, was fehlt und gut informiert einkaufen gehen: Das ist nur einer der Vorteile, den das neue Feature bietet. Ein Storage Guide liefert Nährwertangaben und unterstützt so eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Für Sicherheit sorgt ein Online-Warnsystem: Es schickt eine Benachrichtigung an Smartphone oder Tablet, falls die Kühlschranktür nicht richtig geschlossen wurde.

DIE LECKERSTE PLAYLIST DER WELT Im Einbau gibt es ab Januar 2016 den ­ersten connectivityfähigen Kaffeevollautomaten: ­Einen hohen Erlebnisfaktor hat die coffeePlaylist. Wie im Restaurant können die Kaffeewünsche beliebig vieler Gäste am Mobilgerät notiert werden. Home Connect übermittelt sie direkt an die Kaffeemaschine, die eine Bestellung nach der anderen zubereitet. Die Funktion coffeeWorld bietet dem Nutzer eine Auswahl aus 19 neuen internationalen Kaffeespezialitäten, zum Beispiel australischen Flat White oder holländischen Koffie verkeerd. Kaffee-­K now-how und Kaffeerezepte, deren Z ­ ubereitungseinstellungen direkt aus der App an den Kaffeevoll­


INNENARCHITEKTUR

automaten gesendet werden, komplettieren das Angebot.

BASISFUNKTIONEN – DAS IST NEU Neben ihren spezifischen Features verfügen alle Geräte über eine Reihe von Basisfunktionen. Neu ist auch eine weitere Funktion, die First Aid Advice: Der Kunde erhält im Falle einer Fehlermeldung automatisch die zum Fehlercode passenden Ratschläge. Falls er das Problem nicht beheben kann, bietet ihm der Kundendienst Hilfe über ­Remote Diagnostics. Gibt der Besitzer über einen Schalter den Zugriff auf das Haus­ gerät frei, prüft ein geschulter Siemens-­ Techniker sämtliche Gerätefunktionen, ­diagnostiziert online und kann direkt helfen. Weitere Basis-Features sind Verbrauchsinformationen und -benachrichtigungen, digitale Gebrauchsanweisung, Tipps und Tricks sowie die Direktverbindung zum Online Shop mit hinterlegten Produkt­ daten. Bedienung, Gebrauch und Wartung der Geräte werden so müheloser und einfacher. Über die Fernkontrolle und -bedienung gewinnt der Anwender die Sicherheit, im Haushalt auch unterwegs alles im Griff zu haben.

Es fehlt noch etwas im Kühlschrank.

Die Kontrolle bleibt ganz beim Anwender Das hohe Bedürfnis der User nach Datenschutz hat bei Siemens höchste Priorität. Home Connect arbeitet eng mit ITSecurity-­E xperten zusammen, der Datenaustausch verläuft unter dem Schutz höchster ­Sicherheitsstandards. Die Anmeldung von vernetzten Geräten ist ausschliesslich in gesicherten, verschlüsselten WLAN Netzwerken möglich. Zusätzlich hat die TÜV Trust IT das hohe Sicherheits­

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E-mail: solar@sumatrix.ch Internet: http://www.sumatrix.ch

niveau der Home Connect App zertifiziert. Wichtig auch: Die Kontrolle über das Gerät verbleibt immer beim Anwender. Automatikfunktionen übernehmen Entscheidungen und Abläufe nur auf dessen Wunsch. Ebenso ist alles, was am Gerät direkt ­bedient werden kann, von der App aus zu bedienen – und umgekehrt. So entsteht keine Abhängigkeit von der Netzverfügbarkeit oder vom Ladestatus eines Mobilgerätes.


INNENARCHITEKTUR

MARKENÜBERGREIFENDES KONZEPT Interview mit Reto Bernet von Georg Lutz Connectet Home oder Smart Home sind Stichworte, bei denen einige Akteure der Baubranche immer noch Vorbehalte haben. Zu kompliziert, sinnlos und nur etwas für die Nische der IT-Freaks. Sie haben dazu sicher eine klare Gegenpositionierung? Die Home Connect App zeichnet sich aus durch eine äusserst benutzerfreundliche Oberfläche, welche es dem Kunden erlaubt, die Geräte auf eine einfache Art und Weise zu Hause oder ausser Haus zu bedienen. Es benötigt keine tiefen IT-Kenntnisse, da die Benutzeroberfläche intuitiv gestaltet ist. Zudem sind viele nützliche Zusatzinformationen in der App hinterlegt. Dies reicht von Rezepten über Gebrauchsanweisungen bis hin zu Tipps zum Kochen und Hinweisen zur effizienten Haushalt­ führung. Des Weiteren bieten wir über die App einen effizienten und lösungsorientierten Kundendienst dank des First Level Support und hilfreicher Wartungshinweise. Besteht nicht die Gefahr, dass es einzelne Insellösungen gibt? Das ist dann wie früher mit den fünf Fernbedienungen im Wohnzimmer. Home Connect ist eine markenneutrale Applikation und offen für Kooperationen mit Drittanbietern. Einzigartig im Markt ist nicht nur die Fülle an verfügbaren Funkti-

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onen, sondern auch die Steuerung aller Geräte über eine einzige, gemeinsame App. Die Home Connect App beruht auf einem markenübergreifenden Konzept und steht sowohl für iOS als auch für ­Android-Geräte kostenlos zur Verfügung.

Mit welchen technischen Geräten realisieren Sie Ihre Lösungen? Ein mobiles Endgerät (Tablet und / oder Smartphone) wird mit dem hauseigenen WLAN Router verbunden. Die Anmeldung von Geräten mit Home-Connect-Funktion ist ausschliesslich in gesicherten, verschlüsselten WLAN-Netzwerken (WPA- oder WPA2-Verschlüsselung) möglich. Im Gegensatz zu anderen Lösungen benötigen Sie mit Home Connect keine teuren Zusatzgeräte und können gleich loslegen. Alle InternetKommunikationswege im Home-ConnectSystem nutzen ausschliesslich TransportLayer-Security (TLS). Dieses Verfahren ist bekannt aus dem Home Banking. Das verwendete TLS in Hausgeräten mit HomeConnect-Funktion nutzt zusätzlich beidseitige Sicherheitszertifikate, womit eine noch höhere Datensicherheit gewährleistet ist. Die Kommunikation im Heimnetzwerk zwischen dem Kommunikationsmodul des Hausgerätes und der Home Connect App nutzt den Verschlüsselungsalgorithmus Advanced ­Encryption Standard (AES). Wie sieht dann heute der Service aus, wenn es technische Probleme gibt? Wir haben ein eigenes Home-Connect-­ Serviceteam, welches den Kunden telefo-

nisch und auch vor Ort bei Problemen Hilfe leistet: Service 0848 888 808 | service.ch@ home-connect.com. Unsere Gesellschaft wird älter. Inwieweit hilft das Smart Home der SilverGeneration? Durch die intuitive und bedienerfreundliche Oberfläche der App ist die Anwendung für alle Generationen gewährleistet. Die Handhabung gestaltet sich genauso leicht und verständlich wie beispielsweise das Lesen einer Zeitungs-App.

RETO BERNET ist Projektleiter von Home Connect der BSH Hausgeräte AG. www.siemens-home.ch


Geschichte: Die swisspro, 1999 gegründet, mit Hauptstandorten in Zürich, Basel, Lausanne und Chur ist in den Bereichen Elektrotechnik, Kommunikation  ICT, Dienstleistungen, Gebäudeinformatik BCT, Integrierte Lösungen tätig.

Präsenz: Ein fortwährendes Anliegen der swisspro ist es, engagierte und qualifizierte Mitarbeitende einzustellen. ln den 17 Standorten in der Schweiz werden heute bereits beinahe 900 Mitarbeitende beschäftigt.

Entwicklung: Durch das kontinuierliche Wachstum ist die swisspro im Kundensegment B2B, in den Bereichen ICT, BCT und Installationen zum schweizweit führenden Anbieter avanciert.

Innovation: Von der Beratung über die Forschung in der innovativen Projektierung bis zur Realisierung und zum Betrieb ist die swisspro ein verlässlicher und engagierter Partner.

swisspro | Sihquai 306 | CH-8005 Zürich | Tel. +41 (0) 44 444 11 22 | info@swisspro.ch

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DIE ZUKUNFT MIT EINBEZIEHEN DAS WISSEN VOM FACHMANN NUTZEN Interview mit Bruno Kiser von Georg Lutz

Gerade in Küche und Bad wollen wir auch noch in einigen Jahren aktiv sein und uns unabhängig bewegen. Welche strategischen Tipps gibt es hier zu beachten? Wir führten dazu ein Hintergrundgespräch mit dem Geschäftsführer und Inhaber der Meyer AG.

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nsere Gesellschaft wird älter. Was kommt da auf ein Unternehmen wie Ihr Haus, der ja Zulieferer ist, in den nächsten Jahren zu? Zuallererst ist Älterwerden keine Krankheit. Das wird leider immer noch unterschwellig kommuniziert, wenn wir beispielsweise vom «behindertengerechten Bauen» sprechen. Da aber ausnahmslos jeder davon betroffen ist, ist es wichtig, sich ständig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Wünsche und Anforderungen der älter werdenden Generation verändern sich. Wir müssen diese Bedürfnisse kennen und erkennen und dann versuchen, diese mit den gesetzlichen Vorgaben unter einen Hut zu bringen. Da-

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bei gilt es aber, eher positive Assoziationen wie das Stichwort «mehr Komfort» in den Fokus zu nehmen. Gibt es dazu Kundenwünsche, und welche sind das? In unserem Bereich als Mineralwerkstoffverarbeiter ist in Badezimmer und Küche die Hygiene ein zentrales Thema. Diesen Ansprüchen versuchen wir, mit praktischen Detaillösungen gerecht zu werden. Fangen wir bei den Böden an. Wie sehen die Lösungen hier aus? Das ist einfach zu beantworten. Es geht um den Einsatz von schwellenlosen, möglichst pflegeleichten Bodenbelägen.

Eine zentrale Herausforderung wird die verstellbare Höhe von Küchenmöbeln sein. Sehen Sie schon, was sich hier am Markt durchsetzen wird? Muss die Küche der Zukunft wirklich in der Höhe verstellbar sein – am besten noch per Tablet oder Smartphone? Da ist wohl eher der Wunsch der Verkäufer Vater des Gedankens. Ich glaube es nicht. Es ist aber unbestritten wichtig, dass auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders eingegangen wird. Dabei sind natürlich die Normhöhen nicht in Stein gemeisselt und sollen optimal für den Kunden geplant und ausgeführt werden. Wir brauchen hier aber einfache und klar funktionale Lösungen. Technologische


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ZENTRALE TIPPS FÜR DAS BAD Das Badezimmer ist ein Bereich mit hoher und vor allem meistens folgenreicher Unfallquote. Deshalb ist es wichtig, diesen Bereich hindernisfrei und ergonomisch zu gestalten. Das beginnt bereits beim Eingang. Die schwellenlose Tür soll ausreichend breit (80–90 cm) sein, um auch mit Gehhilfe oder Rollstuhl problemlos passierbar zu sein. Die Tür sollte nach aussen zu öffnen sein und sich auch von aussen (zumBeispiel mit Vierkantschlüssel) entriegeln lassen. Der Boden im Innern soll rutschfest gestaltet werden. Eine gute Beleuchtung im Bad ist unabdingbar und äusserst wichtig. Die Dusche wird ausreichend gross (min. 1 x 1.2 m) in einer der Tür gegenüberliegenden Ecke eingebaut. Der Einstieg soll möglichst eben sein und sich farblich klar vom Raum­ boden abheben. Die Duschen­ gleitstange wird gleichzeitig als Haltegriff ausgebildet. Badewannen sollen möglichst tief eingebaut werden, im Idealfall ist der Badewannenboden auf gleicher Höhe mit dem Raumboden. Waschtisch, Spiegelschränke, und deren Bedien­ elemente in gut erreichbarer Position planen und montieren. Waschtische möglichst unterfahrbar, mit ausreichender Beinfreiheit. Scharfe Kanten und Ecken sind möglichst zu vermeiden. Integrierte Haltegriffe an Waschtischen sorgen für zusätzliche Sicherheit. Ein zentrales Thema ist die Hygiene. Die Verwendung von pflegeleichten, porenlosen Materialien wie zum Beispiel dem Mineralwerkstoff VARICOR ® erleichtern die Reinigung und Instandhaltung. Durch die Anformung von Hohlkehlen oder Armaturenbänken kann die Bildung von Schmutz- und Kalkrändern weitgehend verhindert werden.

«Ich wünsche mir, früher an den Projektpro­ zessen beteiligt zu werden.» Spielereien mit wenig Zusatznutzen helfen uns hier nicht weiter. Schubladen müssen vermutlich noch einfacher und funktionaler werden? Da werde jetzt sicher einige Kollegen nicht gleicher Meinung sein wie ich: Aus meiner Sicht werden Schubladen eher kompli­ zierter und störungsanfälliger. Warum das? Früher hatte die Schublade einen Griff. Daran wurde die Schublade herausgezogen und genauso wieder hineingeschoben. Einfacher geht es nicht und funktionierte immer. Die ganze Hype um grifflose und sogar elektrisch zu öffnende Schubladen kann ich nicht nachvollziehen. Beim Kehrichtfach mag das ja sinnvoll sein. Aber beim ganzen Rest verursacht es mehr Probleme als Nutzen. Grifflose Hochglanzfronten sind ständig voller Fingerabdrücke, bei Türen weiss ich nicht, muss ich jetzt links oder rechts drücken? Dazu die ganzen Schnäpper, Federn und Dämpfungsmechanismen, die den Geist aufgeben und die Leute nur verärgern und

vom Schreiner – natürlich unbezahlte – Service-Einsätze erfordern. Und Kanten und Ecken sind eher zu vermeiden? Dieser Meinung bin ich auch. Manchmal wird es schwierig, ästhetische und praktische Wünsche zu vereinen. Leider beharren vor allem Architekten oftmals auf möglichst kantiges Design. Ihr Thema ist Holz. Wie kommt das alte Material mit den neuen Steuerungstechnologien klar? Da sehe ich absolut keine Probleme. Kaum ein anderer Werkstoff ist so vielseitig einsetzbar. Mit sich ständig weiterentwickelnden Verarbeitungstechniken und optimal angepassten Leimen und Lacken oder Ölen kann Holz praktisch überall eingesetzt werden. Beraten Sie Ihre Kunden, die Schreiner, auch? Als Zulieferbetrieb beraten wir unsere Kunden selbstverständlich gerne, um zusammen eine möglichst optimale Lösung zu erarbeiten. Gerade bei Schreinern, die keine Erfahrung mit Mineralwerkstoffen haben, ist es wichtig, dass sie auf uns als starker Partner im Hintergrund zählen können. Oft ist leider schon alles entschieden, wenn wir ins Spiel kommen, und die Zeit drängt. Ich wünsche mir, früher an den Projektprozessen beteiligt zu werden. Wenn man früh genug zusammen reden könnte, wären oft noch bessere oder einfachere Lösungen möglich.

Meyer AG | Herdern 10 | CH-6373 Ennetbürgen | Tel. +41 (0) 41 620 16 57 | info@meyer-systeme.ch | www.meyer-systeme.ch

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MEHR KOMFORT KOMPLEXE TECHNOLOGIE UND EINFACHE BEDIENUNG Interview mit Martin Vesper von Georg Lutz

Das Leben soll bequemer, sicherer und energieeffizienter gestaltet werden. Im Zentrum steht dabei immer der Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen – gerade wenn wir älter werden. Ist das ein Wunschtraum, oder bringen uns digitale Technologien dem praktischen Smart Home, welches nicht nur für IT-Freaks konzipiert ist, wirklich weiter? An der Swissbau unterhielten wir uns darüber mit dem digitalSTROM-CEO Martin Vesper.

Intelligente Lüsterklemmen machen aus jedem Haus ein Smart Home.

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ie Eisenbahn war der technologische Meilenstein des 19. Jahrhunderts, das Auto und das Flugzeug prägten das 20. Jahrhundert. Sind es die digitalen Kanäle, die uns im 21. Jahrhundert prägen? Liegen hier die zentralen Herausforderungen? Eine digitale Infrastruktur ist ohne Frage Grundlage für viele Entwicklungen, die wir vor uns haben. Das gilt für Infrastruktur zwischen unterschiedlichen Orten, das gilt aber genauso im Haus. Mittlerweile kann die Elektroinstallation von einer analogen in eine digitale Welt transferiert werden und Anbieter wie digitalSTROM sorgen ­inzwischen für eine Breitbandinfrastruktur im Gebäude und der Wohnung. Wenn diese digitale Infrastruktur und die Vernetzung vorhanden sind, haben die Bewohner die Flexibilität, die Anwendungen so zu ­gestalten, wie sie diese brauchen. Die technische Entwicklung lässt sich dabei adap-

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tieren, was bei verschiedenen zentralen Fragestellungen von Bedeutung ist. Nehmen Sie nur die Energiewende oder den demografischen Wandel. Was gehört zum digital vernetzten Haus von der Hard- und Software-Seite dazu, wenn wir Ihre Lösungen jetzt ins Spiel bringen? Wir vernetzen elektrische- und Breitbandgeräte im Haus über die bestehenden Stromleitungen und benötigen aus diesem Grund keine Neuverkabelung. Unsere kleinen intelligenten Lüsterklemmen können hinter Schaltern und Steckdosen inte­ griert werden. Sie sind in der Lage, Strom zu schalten, zu messen und zu dimmen. Grundlage sind ein Minirechner und Datenspeicher auf dem Hochvolt-Chip der Klemmen. Auf Basis der Breitbandinfrastruktur können alle Geräte mit offener IP-Schnittstelle, wie beispielsweise Fern-

seher, integriert und bedient werden. Mit diesen Bestandteilen ist das Haus grundsätzlich digital aufgestellt. Hinzu kommen Anwendungen, die je nach Bedarf integriert werden können. Das reicht von Transparenz beim Energieverbrauch, geht über die Komfortsprachsteuerung bis zur Erkennung von Kontext für optische Lösungen. Das ist eine neue qualitative Vernetzung auf einer schon bisher genutzten Grundlage? Die vorhandenen Leitungen werden weitergenutzt, sodass der Installationsaufwand garantiert gering bleibt – und keine Spuren hinterlässt. Das System ist schnell installiert und sofort betriebsbereit. Sie können also gleich loslegen, Ihre Beleuchtung und Rollläden steuern, Ihr Gute-Abend-Szenario einstellen und Ihren Stromverbrauch kon­ trollieren – und, und, und …


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Jetzt gibt es viele Stimmen, die kritisch einwenden, das seien technologische Spielereien, die an vielen Zielgruppen vorbeigehen. Bin ich nicht schon jetzt von Big Data überfordert? Muss ich ­unbedingt wissen, ob mein Kühlschrank drei, oder fünf Grad hat? Die Kritiker widersprechen sich selbst. Sie sind ja selbst schon dabei, wenn auch oft unbewusst. Es ist immer die Frage: Wie stelle ich mir ein Smart Home vor? Viele sind in der Vorstellungswelt verhaftet, dass sie alles mit einem Smartphone ­bedienen und dann die Informationen für sich zur Verfügung haben. Das ist aber nicht der Fall. Ich nenne Ihnen ein Beispiel … Den Alltag nicht komplizierter, sondern einfacher gestalten.

Ich bitte darum … Früher haben Sie einen Benzinmotor gestar­ tet, in dem Sie einen Choke gezogen, mit dem Gaspedal gespielt und dann den Zündschlüssel gedreht haben, damit der Anlasser startet. Heute drücken Sie auf eine Taste und der Motor startet. Das funktioniert mit einer guten Qualität, da eine völlig andere Technologie dahintersteht als die vor drei Jahrzehnten. Ist der Kunde jetzt von dieser neuen Technologie, die ohne Frage sehr komplex ist, überfordert? Nein, er drückt nur einen Knopf. Es geht auch bei uns um eine Reduktion an Information für den Kunden. Gleichzeitig wird die Kom­ plexität der Automation erhöht. Davon ­bekommt der Kunde im Alltag aber nichts mit. Er fühlt sich weniger belastet. Was macht die Küche für Sie so besonders interessant? Die Küche ist der Raum im Haus, in dem viel gearbeitet wird und wo häufig viele ­A rbeitsschritte und Geräte gleichzeitig durchgeführt und bedient werden müssen. Deshalb ist dies auch der Ort, wo eine Vernet­zung der verschiedenen Geräte ­besonders sinnvoll ist. Wir zeigen, wie man zukünftig durch freies Sprechen im Raum gesamte Abläufe steuern kann und wie die Küche durch Videoerkennung ­versteht, welcher Arbeitsschritt gerade erledigt werden soll. Können Sie da noch etwas konkreter werden? Über Drag & Drop kann nun ein YouTubeKochvideo an den unsichtbaren digitalSTROM-Butler «James» gezogen werden. Dies sorgt dafür, dass sich der Herd automatisch so voreinstellt, wie es die Zubereitung des Rezepts erfordert. Mit den

komplizierten Funktionseinstellungen brauchen sich die Nutzer nicht zu beschäftigen. Früher war das Wissen über Backzeit und -temperatur erforderlich. In Zukunft reguliert es das System selber. Darum geht es in einem komplett vernetzten Haus. Technik-Experten möchten oftmals kleinste Schritte im vernetzten Zuhause mit dem Smartphone steuern. Unsere Philosophie geht jedoch in eine andere Richtung: Wenige Handgriffe und Tasten-­ Klicks sollen dem Kunden seinen Alltag erleichtern, im Hintergrund kümmert sich digitalSTROM um den Rest. Bei uns ­stehen nicht einzelne Gadgets, sondern die intelligente Vernetzung im Vordergrund. Aber diese Welt, die bei mir immer mehr Daten misst, verarbeitet und dann ­vermutlich auch anderen Akteuren zur Verfügung stellt, nimmt doch zu. Nehmen Sie nur das Beispiel der Fitnessarmbänder. Auf den ersten Blick ist das toll. Ich kann meine Gesundheit oder genauer mein Übergewicht in den Griff bekommen. Auf den zweiten Blick überfordern mich die Datenmengen. Ich muss doch nicht im Detail wissen, was alles in meinem Kühlschrank ist? Bei uns kann man dem Kühlschrank ganz nebenbei via Sprachsteuerung sagen, dass er etwas auf die Einkaufsliste setzen soll. Nutzer müssen nicht Zettel und Stift suchen. Oftmals hat man die erste Version des ­Zettels schon verloren, bevor er vollständig ist. Digitalisierung erlaubt zunächst beide Szenarien, sowohl die Überforderung des Kunden als auch die Vereinfachung seiner Lebenswelten.

«Bei uns stehen nicht einzelne Gadgets, sondern die intelligente Vernetzung im Vordergrund.» Kommen wir noch zum Thema des Alterns der Gesellschaft. Überall sehe ich atmosphärisch und technisch spannende Bäder und Küchen. Das Thema des altersgerechten Wohnens findet aber nur in einer Nische statt. Der ­Begriff klingt ja auch schauerlich. Aus meiner Sicht verschlafen sowohl Kunden als auch Anbieter einen Trend. Wie sehen Sie die Situation? Lassen Sie uns hier gleich in die Praxis springen. Auf der Swissbau zeigen wir eine Küche, die gut aussieht, aber, und das ist der erste Unterschied zu herkömmlichen Küchen, einige Möbel sind in der Höhe verstellbar. Über Sprache oder ein Tablet können Veränderungen herbeigeführt werden. Ein möglicher Sprachbefehl kann lauten: «Alexa, bereite die Küche für das Frühstück vor!» Jetzt tritt zum Beispiel der Teekocher in Aktion. Das eröffnet Kunden im Alter spannende Lösungen. Wobei wir eher von Komfort als vom Alter sprechen. Für die Technologie ist es

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­ nerheblich, ob wir sie nutzen, weil wir u gerade keine Hand frei haben, um das Wasser zum Salatwaschen aufzudrehen, oder ob ein Bewohner im Rollstuhl sitzt und die Tätigkeit deshalb nicht mehr ­ausführen kann. Es geht viel mehr darum, uns im Alltag Arbeit abzunehmen oder zu erleichtern. Die Digitalisierung erlaubt die Adaption der Normalität in eine Spezialsituation hinein. Das funktioniert in Küche und Bad. Die Gründe, ob es dabei um

Komfort, Sicherheit oder Effizienz geht, spielen da keine Rolle. Können sich solche Lösungen auch Frau oder Herr Durchschnitt-Schweizer leisten? Solche Küchen sind, wenn Sie in einen Massenmarkt kommen, zwischen zehn und 15 Prozent teurer als vergleichbare herkömmliche Küchen. Sie halten dann aber auch länger als Gadgets, die nach zwei

Jahren veraltet sind. Das ist gestaltbar. Wer heute in seinem Haus alt werden will, muss teure Handwerker bezahlen, da Küche und Bad irgendwann komplett umgebaut werden müssen. Bei einer digitalen Lösung müssen Sie nur einen Bruchteil davon ausgeben. Die Funktionalität kann besser und preisgünstiger realisiert werden. Wie kommen Technik und Preis zusammen? Die heutige Massenmarktfähigkeit hängt nicht in erster Linie vom Preis, sondern von der Beherrschbarkeit ab. Daher setzen wir auf die Stromleitung. Wenn Sie ein Gerät in die Steckdose einstecken, ist es sofort Teil des digitalSTROM-Systems. Für die Verknüpfung ist kein zusätzlicher technischer Aufwand nötig. Ich komme zu meiner Hauptthese zurück: Das Leben wird bequemer.

MARTIN VESPER ist CEO der digitalSTROM AG. Informationen des Hauses stehen für verschiedene Anwendungsfelder zur Verfügung

Eine Dienstleistung der SAHB

Hindernisfrei wohnen Mit der Exma VISION unterhält die SAHB eine ganzjährige Ausstellung mit Ideen und Lösungen zur Förderung der Selb­ ständigkeit und des hindernisfreien Wohnens. • Einrichtungen für Bad, Dusche und WC • Situationsgerechte Küchenausstattungen • Sitz- und Plattformtreppenlifte • Weitere praktische Alltagshilfen Unser Highlight: ein verstellbares Badezimmer, mit dem sich eine individuell angepasste Einrichtung im Massstab 1:1 erleben lässt. Der Besuch unserer Ausstellung Exma VISION lohnt sich – unsere Fachleute beraten Sie unabhängig und kompetent. EXMA VISION Industrie Süd Dünnernstrasse 32 4702 Oensingen T 062 388 20 20 exma@sahb.ch www.exma.ch

www.digitalstrom.ch


KOLUMNE

ALTERSGERECHT – ODER DOCH KOMFORTKÜCHE von Marlies Segenreich

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er kleine und mittlere Küchenbauer setzt heute vermehrt auf den Privatkunden. Das Objektgeschäft kommt immer mehr unter Druck. Das teilen sich ein paar Grosse der Branche mit mehr oder weniger guter Rendite. Folglich gilt es, den Fokus auf den Privatkunden zu legen – gerne auch bei den nicht mehr ganz Jungen, da ist das Budget oft etwas höher. Man(n) beziehungsweise Frau gönnt sich noch mal etwas Schönes. Es ist ja vermutlich die letzte Küche. Eine gute Küche hält in der Schweiz durchschnittlich über 30 Jahre. Die Beratung ist ­intensiv, macht Freude und das Ergebnis sind attraktive und ­praktische Küchen als Wohn- und Lebens­ mittelpunkt. Soweit die schöne Theorie. Jetzt kommen die praktischen Hürden, die gerne verdrängt werden. Das durchschnittliche Alter beim Eintritt in ein Alters- oder Pflegeheim beträgt 81.41 Jahre, wie aus ­e iner Statistik der Sozialmedizinischen ­Institutionen hervorgeht. Bad und Küche ­müssen folglich bis in das hohe Alter funktionieren. Mit dem Anstieg des Alters, der demografischen Kurve, steigt auch die Wahrscheinlichkeit von krankheitsbedingten Einschränkungen oder Behinderungen, insbesondere Sehbehinderungen und eine eingeschränkte Mobilität.

herankommt? Der Platz zum Arbeiten im Sitzen fehlt oder der Geschirrspüler hoch eingebaut doch so viel einfacher wäre zum Bedienen? Das sind Fragen über Fragen, die die Dimensionen deutlich werden lassen. Die Liste liesse sich endlos ergänzen … Und dann kommt die taktische Frage: Wie spreche ich das Thema an? Thematisiere ich in schönen Sätzen die Vorteile der Komfortküche, die es ja auch gibt. Küchen, die professionell geplant sind, erweisen sich auch viel komfortabler für jeden! Einerseits behindertengerecht – wie das Wort schon klingt. Auf der anderen Seite bieten schöne und praktische Küchen alle an. Wer das Thema Alter auf die Agenda setzt, hebt sich vom Mitbewerber ab. Ein allgemein gültiges Rezept gibt es hier nicht, wie es auch die altersgerechte oder barrierefreie Küche nicht gibt. Es bleibt immer individuell und auf den Kunden angepasst und braucht viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Schlussendlich gilt es, den Mut aufzubringen, auf die Konsequenzen von den Entscheidungen, die heute schön und richtig sind, morgen aber zur fast unüberwindlichen Stolperfalle werden, hinzuweisen. Weitere Informationen zum Thema bietet der Branchenverband «küche schweiz» und auch die Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen. Leiter ist Felix Bohn, dipl. Architekt ETH, Egotherapeut HF, Gerontologe Inag und Lichtdesigner SLG.

Und jetzt? Wie soll sich der Küchenbauer Marlies Segenreich ist Verkaufsleiterin für verhalten? Den Weg des geringsten die deutsche Schweiz der EWE Küchen Gesellschaft m.b.H. ­Widerstandes gehen und das Thema aussen vor lassen? Schliesslich lässt sich damit nicht mehr Geld verdienen. Die Küche wird nicht teurer, sie muss nur etwas anders geplant werden, viele Details sind zu berücksichtigen, und die Beratung ist noch intensiver. Oder doch das MARLIES SEGENREICH Thema direkt ansprechen? Das heisst, Hinweise geben, welche Stolperfallen sich mit einer 08/15 Küche mit den Jahren ergeben? ist Verkaufsleiterin für die deutsche Schweiz der EWE Küchen Gesellschaft m.b.H. Dass zum Beispiel der früher tolle Hochglanzgranit im Alter dann blendet? Der edle Touchscreen auf dem Glaskeramikfeld bei eintretender Sehschwäche nicht mehr b ­ edient werden kann? www.ewe.at Die Schränke unten nur noch mühsam sind, um etwas herauswww.hindernisfrei-bauen.ch www.küche-schweiz.ch zunehmen, und man an die obersten ­Fächer gar nicht mehr

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KRAFT AUS JAHRTAUSENDEN DIE NEUE KÜCHENINSEL AUS STEIN von Manuel Marzorati

Mit der ST-ONE besinnt sich das Ostschweizer Familienunternehmen Hans Eisenring Küchenbau AG auf das Unverfälschte und Echte. Der Monolith – jeder ein Unikat – reduziert das Ritual des Kochens auf die grundlegenden natürlichen Elemente.

Urige Materialien können mit modernsten Technologien kombiniert werden.

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ie Faszination für Natursteine prägte schon die verschiedensten Hochkulturen vergangener Zeiten. Sie galten als Schlüssel zu Wohlstand, Geborgenheit, Glück und Kultur. Denn nur Stein konnte der Urkraft des Feuers standhalten. Ohne den Naturstein als das «Salz der ­Küche» hätte der Mensch das Feuer nicht beherrschen können. Seine Ausstrahlung ist elegant, seine Ästhetik und Wertbeständigkeit faszinierend. Mit der Lancierung

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der ST-ONE Naturstein-Kücheninsel zelebriert die Hans Eisenring AG den Ausbruch aus der Künstlichkeit und präsentiert einen unverfälschten Energiespender für das ­eigene Zuhause. Die ST-ONE besticht mit Natursteinfronten in zehn Millimeter Stärke und feiner Fasenkante, einem durchlaufenden Strukturbild und einer eleganten Griffschiene. Das Natur­ steinbecken ist auf Gehrung eingearbeitet.

Die Muldenlüfter namhafter Hersteller können perfekt integriert werden. Durch die ­indirekte Beleuchtung und einen nach hinten versetzten Sockel mutet die Naturstein-­ Kücheninsel schwebend an. Ihr hochwertiger Korpus besteht aus einer MultiplexFurnierholzplatte, die Korpuskante wird in Edelstahl-Optik ausgeführt. Die edlen Massivholz-Schubladen, wahlweise in Räucher­ eiche oder europäischem Ahorn, werden in verzinkter Ausführung montiert.


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MONOLITHISCHE METAMORPHOSEN Jede ST-ONE ist ein Unikat und in vier unter­ schiedlichen Steinarten erhältlich: «Universe», das fein marmorierte Hartgestein, stammt aus den Tiefen des indischen Subkontinents, und es harmoniert perfekt mit Metall. «Camouflage», das unverkennbar gezeichnete Material aus dem tropischen Brasilien, setzt jede Holzart spektakulär in Szene. «Iceberg», die kühle Gesteinsart aus dem fernen Osten. Und zu guter Letzt «Fossil», der Naturstein aus Südamerika mit warmer Struktur. Die Oberflächen sind wahlweise im «Leather Look» oder im «Cross Cut» erhältlich. Die Ausführung ­Leather Look erinnert durch ihre zarte Struktur an die Haptik von Leder. Mithilfe der Cross-Cut-Technik präsentiert sich die ST-ONE Naturstein-Kücheninsel mit zwei Gesichtern: Während die Fronten vertikal aus dem Monolith herausgetrennt sind, erfolgt der Schnitt für die Deckplatten horizontal. Dadurch ergeben sich zwei sehr unterschiedliche optische Oberflächenstrukturen, die in der Gesamtskulptur vereint sind. Die Dimension – ob Kubus oder ­Quader – der ST-ONE Kücheninsel ist für jede Steinart frei wählbar. Somit stehen mit den vier Gesteinsarten und drei Dimensionen zwölf Grunddesigns zur Verfügung, die sich durch individuelle Anordnung der Spüle links oder rechts oder durch Weglassen der Spüle zu einer Vielzahl höchst persönlicher Geschmacksdimensionen kombinieren lassen.

KRAFTVOLL AUSGESTATTET Der erste Eindruck, den die ST-ONE Naturstein-Kücheninsel durch ihr äusseres Erscheinungsbild vermittelt, wird durch ihr Innenleben noch übertroffen: gezinkte Massivholzschubladen, deren erstklassige

Die Ausstrahlung von Stein schafft edle Atmosphäre.

Mechanik dauerhaft leichtgängige Betä­ tigung garantieren. Die Ausführungen – wahlweise in Räuchereiche oder europäischem Ahorn – sind die kongeniale Er­g änzung zu den aussergewöhnlichen ­Natursteinen von ST-ONE. Verschiedene Schubladeneinsätze ergänzen die hochwertige Innenausstattung. Auf Wunsch setzt eine integrierte Beleuchtung jedes Innenleben ins richtige Licht.

VIELFALT AUS DER KÜCHENHAUPTSTADT Der ST-ONE Monolith lässt sich als solitäres Gestaltungselement nahtlos in jedes Küchenensemble integrieren und wertet dies zu einer einzigartigen Komposition auf. Der passende Rahmen kann auf Wunsch nach Mass zusammengestellt werden.

Hans Eisenring AG Küchenbau  |  Pumpwerkstrasse 4  |  CH- 8370 Sirnach  |  Tel. +41 (0) 71 969 19 19  info@eisenring-kuechenbau.ch  |  www.küchenhauptstadt.ch


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HOME OFFICE STILVOLL, EFFIZIENT UND ERGONOMISCH von Lone K. Halvorsen

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Mit der Kaffeemaschine um die Ecke, das Telefon griffbereit und die Welt von Internet, E-Mail und Co. vor der Nase: Uns fehlt es an nichts – oder doch?

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enn wie sieht es eigentlich mit Bewegung aus, wenn sich Bett und Schreibtisch gegenüberstehen und der Weg zur Arbeit und die Stippvisite ins Nachbarbüro wegfallen? Wer im Home Office arbeitet, für den ist die Strecke zwischen Arbeitszimmer und Wohnraum wohl die grösste Distanz, die es zu überwinden gilt. Ansonsten sind die Finger auf der Tastatur, das was sich beim Arbeiten am meisten bewegt – mehr Dynamik ist oft nicht

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im Spiel. Sitzen prägt unseren Berufsalltag wie selten zuvor, und gerade im Büro lässt sich diese reglose Tätigkeit kaum vermeiden. Ein anhaltender Bewegungsmangel schlägt sich bekannterweise negativ auf die Gesundheit unsere Gelenke, Muskulatur und Organe nieder. Und mehr noch: Erfordern komplexe Aufgaben unsere volle Konzentration, kann uns die mangelnde Bewegung auch mental daran hindern, auf die Erfolgsspur zu gelangen.

RAUM, LICHT UND BEWEGUNG Damit das Arbeiten zu Hause sich als eine produktive und gesunde Tätigkeit erweist, sollten gewisse Rahmenbedingungen eingehalten werden. Grundvoraussetzung ist: Wer regelmässig von zu Hause aus arbeitet, sollte den Arbeitsplatz ergonomisch einrichten. Der Begriff Ergonomie setzt sich aus den griechischen Wörtern «ergon» ­(Arbeit) und «nomos» (Gesetz, Regel) zusammen. Man versteht darunter die Anpassung


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Das Sitzen im Geschäftsalltag kann der Gesundheit schaden oder die Körperverfassung unterstützen.

der Arbeitsbedingungen an den Menschen und nicht umgekehrt. Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist also praktisch eingerichtet und zugleich auf die gesundheitlichen Bedürfnisse angepasst. «Nur wer sich fit fühlt, kann dauerhaft produktiv sein», erläutert René Sitter, Geschäftsführer bei Scandinavian Business Seating Deutschland. Das skandinavische Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Stuhl zu entwickeln, der visuell und funktionell den Anforderungen an das Büro der Zukunft voll gerecht werden sollte. Doch was muss ein

Stuhl leisten und welche Bedürfnisse müssen dabei bedient werden? Zu Beginn des Entwicklungsprozesses des Stuhls «HÅG SoFi®» gab der skandinavische Hersteller deshalb eine Studie in Auftrag, die genau jenen Sachverhalt erforschte. Gemeinsam mit Unternehmen aus Norwegen und den Niederlanden erfasste man die sozialen, räumlichen und technischen Anforde­ rungen an künftige Bürowelten – die besonders in Zeiten des demografischen Wandels immer wichtiger werden. Im Mittelpunkt des «Arbeitsplatzes der Zukunft»

steht daher das Ziel, die körperliche wie geistige Verfassung jedes einzelnen Arbeit­ nehmers zu erhalten und zu fördern. Dafür werden Räume benötigt, die – ob Arbeit, Erholung oder Kommunikation – bewusst auf den jeweiligen Zweck sowie die Bedürf­ nisse der Mitarbeiter hin angelegt sind. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen die Ergebnisse der Studie. Diese lassen sich in drei Bereiche gliedern, auf denen auch die Entwicklung von HÅG SoFi® aufbaut. Erstens: durch ein klar erkennbares Konzept in Raumgestaltung und Raumausstattung, das für Jung und Alt ideale Voraussetzungen zum Arbeiten bereithält. Zweitens: ein nachhaltiger Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen sowie ein gesundheitsförderndes Umfeld, etwa durch ausreichendes Tageslicht und eine gute Luftzufuhr. Und drittens: Arbeitnehmer brauchen die Freiheit, ihren Arbeitsplatz flexibel gestalten zu können. Anhand von diesen Kriterien wurde der Stuhl HÅG SoFi® entworfen. Doch wie funktioniert der Stuhl in der Praxis, und wie ermöglicht er eine gesunde und kreative Arbeitsumgebung? Der Stuhl hält seinen Nutzer intuitiv in Balance und lädt ihn wie von selbst zu mehr

WellnessBau seit 1969

Ausgabe 02/2016 // Seite 77

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Dank diverser Ausführungen fügen sich HÅGStühle harmonisch in jedes private Umfeld ein.

Dynamik ein. Der kontinuierliche Wechsel der Sitzposition aktiviert den Blutkreislauf und trägt so zu mehr Leistungsfähigkeit bei. Möglich wird das durch die BalancedMovementTM-Mechanik. Hier hilft ein zentraler Drehpunkt dabei, den Körper im Gleichgewicht zu halten – als ideale Grundlage für eine gesunde Bewegungsführung. «Die Aktivierung und Steuerung der Bewe­ gung erfolgt dabei ganz natürlich über den Einsatz der Füsse», so Sitter. «Die Aufforderung, die Füsse stillzuhalten, ist also ­somit passé.» Somit ist der Bürostuhl eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen ­f ür ein ergonomisches und erfolgreiches Arbeiten im Home Office. Dank ausgefeilter Ausstattung aktiviert der optimale Bürostuhl zum dynamischen Sitzen und fördert Gesundheit sowie Konzentration.

VIEL BEWEGEN DURCH MEHR BEWEGUNG Auf die korrekte Einstellung des Bürostuhls folgt der Test für die richtige Schreibtischhöhe. Die optimale Schreibtischhöhe hängt von der Grösse der Person sowie des vorhandenen Bürostuhls ab. Die Körpergrösse alleine ist jedoch nicht entscheidend, sondern die Länge von Unterschenkel, Rumpf und Armen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wenn man einen ­Bürostuhl mit Armlehne hat, ergibt sich automatisch die korrekte Schreibtischhöhe, denn Armlehne und Tisch sollten eine Linie bilden. Der Unterarm soll somit waagerecht auf dem Schreibtisch aufliegen oder leicht zum Handgelenk hin abfallen. Optimal sind natürlich auch Tische,

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Auch bei einem optimalen Sitzen sollte man sich regelmässig bewegen.

die sich in der Höhe verstellen lassen. ­Ferner ermöglichen die höhenverstellbaren Tische ein Wechseln vom Stehen und Sitzen am ­Arbeitsplatz. Der dynamische Wechsel steigert nicht nur die Produkti­vität, sondern auch das Wohlbefinden. Ermüdungserscheinungen treten deutlich seltener auf, da man nicht stundenlang vor dem PC sitzen muss. Beim Arbeiten im Stehen erfolgt die Einstellung zur optimalen Höhe identisch wie im Sitzen. Um den Rücken zu entlasten, wird die regelmässige Gewichtsverlagerung vom linken zum rechten Bein empfohlen. Mit einer ergonomischen Einrichtung am Arbeitsplatz lässt sich vielen potenziellen Beschwerden entgegenwirken, und mit der optimalen Einstellung von Stuhl und Tisch hat man die perfekte Ausgangs­ position geschaffen. Dennoch sollten auch die kleinen Details beachtet werden: der allgemeine Platz auf dem Schreibtisch und die Platzierung von Tastatur, Maus, Monitor,

Telefon sowie Ordnern und sonstigen Utensilien. Auch wenn der Schreibtisch und Bürostuhl optimal auf den Benutzer eingestellt und die Utensilien am Tisch korrekt platziert sind. Ergonomie bedeutet auch, dass man mindestens zweimal pro Stunde aufsteht, selbst wenn es keine Notwendigkeit dafür gibt, denn regelmässige Bewegung ist das Ziel! Daher soll die Kaffeemaschine weiterhin in der Küche stehen, der Drucker am anderen Ende des Raumes und beim Telefonieren ist am besten herum­ zulaufen. Wenn diese ergonomischen Schritte eingehalten werden, steht einem erfolgreichen und produktiven Home Office nichts im Weg.

LONE K. HALVORSEN ist freie Redaktorin. www.hag-global.com www.sbseating.de


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EINRICHTUNGEN NACH MASS VOM HOME OFFICE BIS ZUR EINBAUKÜCHE von Lienhard Tribelhorn

Form und Funktion als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Ob Home Office, Schrankeinbauten, Regale, Einrichtungen, Einbauküchen oder Badezimmereinrichtungen – man kann alles individuell nach seinen Bedürfnissen planen und gestalten lassen.

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ollen Sie Ihr Büro optimal gestalten und einrichten? Oder träumen Sie von einem neuen Einbauschrank, einer Ankleide, Einbauküche, Wohnmöbel oder Badeinrichtung mit Glasdusche? Die Einrichtungsspezialisten der Inform Möbelsysteme AG können weiterhelfen. Sie planen und liefern Einrichtungen nach Mass und das Ganze auch noch kostengünstig.

DER EIGENE STIL ZU VERNÜNFTIGEN PREISEN Massgefertigte Einrichtungen müssen nicht sehr teuer sein. Inform Einrichtungen sind individuell gefertigte Möbel in bester Qualität. Der Kundenstamm reicht von Privatkunden über Architekten bis hin zu Geschäftskunden.

Ob komplette Büroeinrichtungen, Schulungsräume oder Konferenzzimmer, Bürostühle, Besuchersessel oder Schulungsbestuhlungen – das breite Angebot erfüllt jeden Kundenwunsch. Auch individuelle Ladeneinrichtungen, Arztpraxen und Archiveinrichtungen gehören zum Angebot.

CLEVERE MÖBELSYSTEME Die Inform Möbelsysteme AG verfügt über eigene Einrichtungsprogramme die sich für massgeschneiderte und individuell geplante Möbel eignen. Im Wohnbereich bieten sie Lösungen für Wandschränke mit Flügel- oder Schiebetüren, Ankleiden, Garderoben, Vitrinen, Regale, Büros zu Hause sowie Einbauküchen und Badezimmermöbel. Vielseitige Materialien lassen für die Gestaltung keine Wünsche offen.

Inform Möbelsysteme AG  |  Brunnmattweg 2  |  CH-4410 Liestal  |  Tel. +41 (0)61 926 77 00  |  info@inform-ag.ch  |  www.inform-einrichtungen.ch

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POTENZIALE SIND DA ENTWICKLUNGEN ZUM THEMA LICHT von Georg Lutz

Die Light + Building ist die Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik. Im März 2016 präsentiert sich in Frankfurt am Main (D) unter dem Motto «Where modern spaces come to life: digital individuell – vernetzt» die Lichtbranche. Darunter fallen die Trends im Leuchtenmarkt und der Einfluss von Licht auf den Menschen, vernetzte Sicherheit, intelligente Haus- und Gebäudeautomation sowie effizientes Energiemanagement. Im Rahmen einer kurzen Bilderstrecke geben wir einen kleinen Einblick.

Zentrales Merkmal ist immer wieder neu gedacht die Kombination aus Form, Raum und Licht.

Es gilt, die Balance zwischen unterschiedlichen Herausforderungen zu halten.

Staunen ist erwünscht.

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OLED wird, wie vor einigen Jahren LED, aus seiner Nische im Wohnbereich herausbrechen. Oft kommt auch Farbe ins Spiel.

Durch die Revolution der LED hat auch die digitale Lichtsteuerung an Bedeutung gewonnen.

GEORG LUTZ ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU. Auch das Büro braucht eine stimmige Atmosphäre.

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2017 wird das analoge Telefonnetz abgeschaltet

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INNENARCHITEKTUR

SYSTEM-TRENNWÄNDE – ANSPRUCHSVOLLE SANITÄR-RÄUME AUFWERTEN Für die Ausstattung anspruchsvoller Sanitärräume gibt es mit den System-Trennwänden KEMMLIT cell® ein nicht nur adäquates, sondern das gesamte Erscheinungsbild aufwertendes Programm. Von den zahlreichen, verschiedenen Alternativen, welche dieses Programm bietet, zeigen wir im Bild die Variante softcell ®. Die vor und zurückspringen, weich gerundeten Fronten, bieten eine ­Alternative zu den sonst immer glattflächigen WC-Trennwänden. Zu sehen ist die Ausführung in Aluminium Lichtblau, die sich durch eine fein strukturierte, UV-geschützte Oberfläche auszeichnet und sich nicht nur als Highlight in eleganten Sanitärräumen anbietet, sondern, wegen des Lichtschutzes, auch für Aussenanlagen geeignet sind. Insgesamt achtzehn Oberflächen stehen zur Verfügung, davon neun in Aluminium, acht in feuerverzinktem Stahl in StarlineFarben mit Polyesterbeschichtung und eingebetteten Acrylglasanteilen, zur erhöhten Kratzfestigkeit und besserem ­Lichtschutz und Edelstahl in verschiedenen Ausführungen. Die vielfach mit Designpreisen ausgezeichneten KEMMLIT cell ® Trennwandsysteme wurden von dem international ­renommierten Architektenteam Regine Leibinger und Frank Barkow entworfen. Neben dem hochstehenden Design zeichnen sich daher KEMMLIT cell® Trennwände durch eine fast unsichtbare aber perfekte Konstruktion aus. Für Projektierung, Lieferung und Einbau steht die AROTEC AG mit ihrem erfahrenen Team zur Verfügung. Bereits bei der Planung zeigt es die vielfältigen Möglichkeiten der KEMMLIT Trennwand- und ­ arderobensysteme auf und hilft optimale Lösungen zu realisieren. G www.arotec.ch

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Ausgabe 02/2016 // Seite 83


GRUNDLAGE DES LEBENS GEFÄHRDETES WASSER von Georg Lutz

Wasser kann man ganz nüchtern als Verbindung aus zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom definieren. Es befindet sich in einem ständigen Kreislauf aus Verdunstung, Kondensation und Niederschlag. Dabei kann es sich in unterschiedliche Aggregatszustände entwickeln: Schnee, Eis, Dampf und Wasser selbst. Wasser ist aber gleichzeitig das Symbol für Leben. Erst wer Wasser zur Verfügung hat, kann leben. In den Oasen, die von Wüsten umgeben sind, ist diese Bedeutung, in der Atmosphäre eine Oasenquelle zu spüren. Durch Verunreinigungen, den Klimawandel, Dürren und die vermehrte Nutzung von Wasser kann es in wenigen Jahren in einigen Weltgegenden zu Kriegen um Wasser kommen. Im «Wasserschloss» Schweiz sind wir davon zum Glück nicht betroffen. Allerdings ist die hohe Qualität von Trinkwasser in Industrienationen keine Selbstverständlichkeit, sondern bedarf hoher Investitionen und gezielter Vorbeugestrategien. Dann können wir Wasser aus der Mineralflasche, im Garten oder im sommerlichen Freibad geniessen. Wasser ist immer ein gefährdeter Stoff. Denken wir nur an das Grundwasser. Die Grundwasserbildung kann durch verschiedenste Umstände beeinträchtigt werden: Bodenversiegelung, Tiefbaustellen, (Unter-)Tagebau, Überdüngung in der Landwirtschaft, Mülldeponien mit verschiedensten Schadstoffen … Die Liste könnte fortgesetzt werden. Auf den folgenden Seiten widmen wir uns um Phosphat und Wasser.


UMWELT & TECHNIK

REDUZIERUNG IST IMMER NOCH ANGESAGT PHOSPHOR UND WASSER von Georg Lutz

Das Düngen in der Landwirtschaft hat in den Gewässern in der Geschichte schon einige schleichende Katastrophen ausgelöst. Phosphate aus Düngern können in Seen Massensterben auslösen. In den letzten Jahrzehnten gab es hier allerdings einige beeindruckende Erfolge. Die Gewässer sind wieder sauberer geworden. Für einige Akteure sind sie inzwischen zu sauber. Das ist aus unterschiedlichen Gründen ein Trugbild.

Gewässer sind komplexe Ökosysteme. Sie sind mit Sorgfalt und Vorsicht zu behandeln.

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UMWELT & TECHNIK

I

n regelmässigen Abständen tauchen Meldungen in den Medien auf, die eine ­angebliche Fischarmut in den Schweizer Seen thematisieren. Sie sei darauf zurückzuführen, dass die Seen zu sauber sind. So fordern beispielsweise auch Berufs­ fischer, die Elimination von Phosphor durch die Kläranlagen zu drosseln, damit der Gehalt an Phosphor in den Seen wieder steigt. So fänden die Fische wieder mehr Futter, würden stärker wachsen und zahlreicher werden. Hier gilt es, Widerspruch einzulegen. Aufgrund der wachstumsfördernden Wirkung auf Pflanzen kann ein erhöhter Phosphorgehalt zur sogenannten Eutrophierung von Gewässern führen. Ebenso wie bei ­erhöhten Nitratgehalten führt dann ein durch übermässiges Pflanzenwachstum hervorgerufener Fäulnisprozess zu einer Sauerstoffverarmung im Gewässer. Die Folge sind ein «Umkippen» des Gewässers und das Ausbilden eines lebensfeindlichen ­Milieus. Ein erhöhter Phosphatgehalt im Trinkwasser ist weiterhin neben Ammonium und Nitrit, oder aktuell die Pharma­ verun­reinigungen, ein wichtiger Hinweis auf die mögliche Verschmutzung des Wassers. Gleichzeitig ist die Phosphorelimination aus dem häuslichen Abwasser durch die Kläranlagen eine Erfolgsgeschichte. Die Schweizer Bevölkerung investierte rund 100 Milliarden Franken in Siedlungsent­ wässerung und Abwasserreinigung zugunsten des Gewässerschutzes. Viele Seen sind bezüglich Nährstoffgehalt und Algenproduktion wieder auf einem vergleichbaren oder gar besseren Stand als 1950. Allerdings heisst das nicht, die Hände in den Schoss zu legen. Gefährdungen gibt es weiterhin.

DER PHOSPHORGEHALT DER SCHWEIZER SEEN Der Gehalt an Phosphor (P) liegt aktuell zum Beispiel im Bodensee im Jahresmittel bei 6 bis 7 mg P/m³. Das entspricht im Falle des Bodensees ziemlich genau dem Gehalt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und liegt nahe am natürlichen Zustand, der bei 3 bis 4 mg P/m³ liegen dürfte. Bei anderen grossen voralpinen Seen ist der Trend ­ähnlich. Je nach See kann der natürliche Gehalt jedoch ein anderer sein. Unter ande­ rem ist der Phosphorgehalt bei gewissen Mittellandseen aufgrund der intensiven Landwirtschaft auch heute noch zu hoch, sodass einige bis heute belüftet werden. Zudem lassen der steigende Siedlungsdruck im Mittelland sowie die Werterhaltung von Kläranlagen die heutige Eliminationsleistung von Abwasserreinigungsanlagen (ARA) zur Herausforderung werden.

BIODIVERSITÄT BEI FISCHEN UND PFLANZEN Klar ist, dass ein enger Zusammenhang zwischen dem Phosphorgehalt eines Sees und der Artenzusammensetzung und –vielfalt, aber auch der Biomasse in einem See ­besteht. Die Zusammenhänge sind aber komplex und nicht immer intuitiv klar. Eine leichte Erhöhung des Phosphorgehalts, wie sie der Berufsfischerverband fordert, hat nicht zwingend die erhoffte Wirkung von grösserem Ertrag, kann aber einen kritischen Einfluss auf das ganze Ökosystem See haben. Forscher der Eawag haben festgestellt, dass eine höhere Phosphorkonzentration – also eine höhere Eutrophierung zu einem höheren Artenverlust beispielsweise bei Felchen führt. Doch die Biodiversität kann in eutrophen Seen, also solchen mit hohem Nährstoffgehalt, durch einwandernde Arten

Von einer guten Wasserqualität profitieren letztlich Fische und Fischer.

sogar höher sein als anderswo. Man verliert aber Arten, die nur an einem Ort vorkommen (endemische), sowie einheimische und zum Teil spezifische Arten. In den meisten Fällen ist die Artenvielfalt in Seen mit tiefem Nährstoffgehalt grösser.

FISCHBESTÄNDE IN SCHWEIZER SEEN Eine Studie der Eawag zeigt, dass die ­gesamte Biomasse pro Volumeneinheit in grossen nährstoffarmen Seen wie etwa dem Walensee im Schnitt höher ist als in nährstoffreichen Seen wie dem Zugersee. Wieso fangen dann die Berufsfischer weniger? Es scheint, dass in nährstoffarmen Seen ein grösserer Teil der Fische sich in grösseren Tiefen aufhält, wo es schwierig ist, effizient zu fischen. Ausserdem deuten die Ergebnisse von kleineren Seen darauf hin, dass die gefangenen Felchen in nährstoffärmeren kleinen Seen im Schnitt kleiner sein könnten als in nährstoffreichen. Ob dieses tatsächlich auf die Nährstoffe zurückzuführen ist und warum dieser Trend in grossen Seen nicht ersichtlich ist, wird zurzeit noch untersucht.

MEHR PHOSPHOR HEISST NICHT MEHR NATURSCHUTZ Wenn Berufsfischer einen höheren Phosphorgehalt fordern und sich dabei auf den Naturschutz berufen, ist dies nicht nachvollziehbar. Einheimische Fische haben sich in der Evolutionsgeschichte unter tieferen Phosphorgehalten als heute entwickelt. Der heutige Nährstoffgehalt kann für diese einheimischen Fische also nicht bedrohlich sein. Es gibt zudem keine wissenschaft­ lichen Hinweise dafür, dass in den grossen und tiefen Voralpenrandseen einheimische Fischarten durch zu wenige Nährstoffe ­bedroht werden. Im Gegensatz dazu stellt eine unnatürlich hohe Produktivität von Flora und Fauna aufgrund eines erhöhten Phosphorgehalts jedoch ein Risiko für ­b edrohte Arten dar, die weltweit nur in ­bestimmten Seen vorkommen. Der Mensch beeinflusst die Seen weiterhin. Im Einzugsgebiet des Bodensees beispielsweise gelangen auch heute noch jährlich 80 Tonnen Phosphor mit dem gereinigten Abwasser aus den Kläranlagen in die Fliessgewässer und in den See. Durch landwirtschaftliche Nutzungen im gesamten Einzugsgebiet und natürliche diffuse Einträge kommen weitere Einträge in einer mindestens ähnlichen Grössenordnung hinzu.

Ausgabe 02/2016 // Seite 87


UMWELT & TECHNIK

Eine auf maximale Produktion ausgerichtete Landwirtschaft ist eine Gefahr für das Wasser und die Gewässer.

KLIMAWANDEL UND PHOSPHATMANAGEMENT In Anbetracht des durch den Menschen verursachten Klimawandels wäre eine Rückkehr zu höheren Phosphorkonzentrationen in Seen äusserst kritisch. Hauptgrund: Es müsste mit erhöhtem Sauerstoffmangel im tiefen Wasser (Sedimentnähe) und somit schlechteren Lebensbedingungen für ­Organismen gerechnet werden. Viele Schweizer Seen weisen eine saisonale Dichteschichtung auf. Während der geschichteten Phase – typischerweise im Sommer und im Winter – ist der Stoffaustausch, insbesondere von Sauer­ stoff, z­ wischen der Oberfläche und dem Tiefenwasser eingeschränkt. Für eine ausreichende Versorgung des Tiefenwassers mit Sauerstoff sind darum Zirku­ lationsereignisse entscheidend. Solche Ereignisse finden statt, wenn sich das Oberflächenwasser im Herbst abkühlt beziehungsweise im Frühling erwärmt, bis im ganzen See die gleiche Temperatur herrscht und sich die Dichteschichtung auflöst. Der im Tiefenwasser vorhandene Sauerstoff wird beim Abbau von organischem Material (zum Beispiel abgestorbene Algen) verbraucht, was im geschichteten See zu sauerstofffreien Zonen führen kann. In sauerstofffreien Zonen können weder Fische noch deren Laich überleben. Der Bedarf an Sauerstoff für den Abbau von organischem Material wird im Wesentlichen

durch die seeinterne Algenproduktion beeinflusst, die ihrerseits vom Phosphorgehalt abhängt. Zusammengefasst führt mehr Phosphor zu mehr Algen an der Oberfläche und weniger Sauerstoff im Tiefenwasser. Wenn nun die Oberflächentemperaturen aufgrund des Klimawandels steigen, verstärkt sich die Dichteschichtung im Sommer. Folglich mischen die Seen weniger oft oder in weniger tiefe Schichten. Steigt der Sauerstoffbedarf dann zusätzlich, weil aufgrund eines höheren Phosphorgehalts mehr organisches Material abgebaut wird, kann dies zu erhöhtem Sauerstoffmangel und eingeschränkten Lebensräumen führen. Dabei sind viele der endemischen Fischarten der Schweizer Seen gerade auf die Tiefwasserzonen der Seen als Lebensraum und Brutstätte angewiesen. Ein Forschungsprojekt am Bodensee zum Klimawandel (KlimBo) kam zum Schluss, dass es aus Sicht des Gewässerschutzes die völlig falsche Strategie wäre, den Phosphorgehalt zum jetzigen Zeitpunkt zu erhöhen. Das Beispiel des Bodensees zeigt eindrücklich, dass dank des tiefen Phosphorgehalts der Sauerstoff über Grund trotzdem ausreichend ist und der See fit ist für die Zukunft.

Ökosystem als auch das Gleichgewicht der Nutzerinteressen und ist daher mit dem Ziel des Gewässerschutzes unvereinbar. Die Idee eines Phosphormanagements ist nicht neu. Sie wurde 2013 bereits im Fall des ­Brienzersees vom Berner Kantonsparlament und von den eidgenössischen Räten geprüft und verworfen. Seither sind keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse aufgetaucht, die für ein Phosphormanagement sprechen. Der Verband Schweizer Abwasser- und ­Gewässerschutzfachleute VSA lehnt die Forderungen der Berufsfischer entschieden ab. Die Gewässer erfüllen zahlreiche ­Ansprüche von Mensch und Natur, sind Trinkwasserreservoir, dienen Erholung und Tourismus, dem Erhalt und der Förderung der Biodiversität sowie der Fischerei. Die Schweizer Seen sind aber keine landwirtschaftliche Produktionsfläche; es kann nicht das Ziel sein, sie wie Fischzuchten zu managen. Denn die Fischerei ist bloss eine Nutzung unter vielen. Die Aussage, dass die Schweizer Seen als ganze Ökosysteme zu sauber seien oder gar hungern würden, ist falsch.

GEORG LUTZ

PHOSPHORMANAGEMENT IST KEINE LÖSUNG

ist Chefredaktor von bauRUNDSCHAU.

Eine aktive oder passive künstliche Erhöhung des Phosphorgehalts eines natürlichen Sees gefährdet sowohl das natürliche

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UTOPIE IST MACHBAR LANDWIRTSCHAFT IN DER STADT von Bastiaan Frich

Auf einem Panel an der Swissbau mit dem Thema «10-Millionen-Schweiz – Neue Chancen oder Dichtestress?» war Tilla Künzli aus dem Vorstand von Urban Agriculture Basel eine Exotin. Ihre zentrale Eingangsthese kreiste um die Forderung nach einer «essbaren Stadt». Moderator Franz Fischlin verstand zunächst «S-Bahn». In der Folge wurde aber schnell klar, dass hier der theoretische Raum der Stadtsoziologie schnell verlassen wurde. Es geht um uns, die wir in urbanen Räumen leben, und unser Verhältnis zu Lebensmitteln. Das Thema hat noch viel Luft nach oben, wie die beiden folgenden Beiträge zeigen.

Es kommt zu einem ganz neuen Arbeiten, Lernen und Kommunizieren.

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UMWELT & TECHNIK

F

ast alle kennen das Thema Urban Gardening. Wer will heute nicht mehr von der Farbe Grün in den Städten sehen? Dabei sind verkümmerte Zierstauden in Waschbetonbehältern eher eine Lösung von gestern. Gerne können es bunte Blumen, aber auch mal eine Fläche mit Lavendel sein. Die Urban-Agriculture-Bewegung geht hier noch einen Schritt weiter. Sie basiert auf der Idee, dass Stadtmenschen mehr können, als unkritisch zu konsumieren, was der Grossverteiler in die Regale der Discounter legt: Wir können städtische Nischen finden, selbst Lebensmittel produzieren, uns zu solidarischen Vertragslandwirtschaftsprojekten zusammen zu schliessen und dabei diskutieren und lernen, was für eine Art von Landwirtschaft wir wollen. Wir können uns gemeinsam organisieren und uns aktiv darum kümmern, dass uns unsere Lebensmittel guttun und aus nachhaltigen Kreisläufen stammen und damit auch regionale Wertschöp­ fungsketten stärken.

DAS BEISPIEL EINER PEPERONI Was heisst dies in unserem stressigen ­Alltag? Abendlicher Einkauf beim Gross­ verteiler: Ich erfahre nicht viel über die Peperoni, die ich mir heute Abend in den Salat schnippeln werde. Vielleicht ist sie ja auch schon zerteilt und wartet in Plastik verschweisst nur darauf, in eine Salatschüssel geschüttet zu werden. Das läuft unter dem Stichwort Convenience Food. Schauen wir uns die Peperoni genauer an: Der Preis beträgt 3.70 CHF, Herkunftsland ist Spanien, der Anbau erfolgt in e ­ inem ­Gewächshaus. Ausserdem finden wir noch die Adressen von Produzent und Lieferant. Mehr brauche ich als Stadtmensch nicht zu wissen über die Produktion der durchschnittlich 870 Kilogramm Lebensmittel, die ich jährlich verspeise. Und selbst wenn ich mehr Informationen wollte, wo würde ich sie finden? Der südspanische Herkunftsort meiner Peperoni liegt immerhin 17 Autostunden von meinem Zuhause entfernt. Kennen wir die ökologischen Verhältnisse und sozialen Arbeitsbeziehungen unter den Plastikwelten in Andalusien? Unsere Beispielpaprika kommt von dort. Wir wollen das lieber nicht wissen. Aber auch in die Gewächshäuser, Schlachthöfe oder Ställe in Velodistanz verschlägt es mich selten.

Das Grün in die Stadt zurückholen.

TRAUMSTADT MITGESTALTEN! Damit Schweizer Städte zukunftsfähig weltverträglich (resilient, subsisten und suffizient) umgestaltet werden kann, braucht es aktive Menschen in Nachbarschaften, Quartieren und Städten – letztlich im ganzen Land. Bestehende Parteien und Verbände sind oft in einem Geflecht von Sonderinteressen gefangen. Sie brauchen Impulse und Druck von aussen. Urban Agriculture Netz Basel ist eine unabhängige Bürgerinitiative, eine bottom-up «grass-root-movement», die zu diesem Zweck gegründet wurde. In Basel kann man sich in vielfältigen Rahmen und Schwerpunktaktivitäten beteiligen. Die Aktivistinnen und Aktivisten des Urban Agriculture Netz Basel geben gerne Auskunft. Zum Beispiel gibt es Entfaltungsmöglichkeiten bei Urban Bees Basel, dem Foodsharing, auf Nutz­ dächern, in Generationengärten oder im Gemeinschaftsgarten Landhof.

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UMWELT & TECHNIK

AUS UTOPIE WIRD PRAXIS

Lokale Wertschöpfungsketten stärken.

AKTEURE UND STRUKTUREN Das Urban Agriculture Netz Basel verbindet über 50 Urban-Agriculture-Projekte in Basel und Umgebung. Ziel ist es, Wissen und Know-how zu teilen, Synergien zu nutzen, Energie zu bündeln und Anliegen mit einer starken Stimme nach aussen zu kommunizieren. Der Vorstand bearbeitet Anfragen von den Medien und von Menschen, die sich engagieren wollen, pflegt den Kontakt zu den städtischen Behörden. Zu den über 50 Projekten gehören

wwdie Schlemmergärten, ein Projekt der Kontaktstelle für Arbeitslose: Menschen kultivieren Gemüse und unterstützen sich gegenseitig.

wwder Gemeinschaftsgarten Landhof: Mitten in der Stadt wird auf 200 Quadratmetern gemeinsam gegärtnert.

wwdie Lebensmittelgemeinschaft Basel, eine Foodcoop. wwdas Biobistro, das einzige mit Knospe zertifizierte Restaurant in der Stadt. wwdie alte Markthalle Basel – eine kulinarische Oase: lokal, sozial, ökologisch. wwdie Nuglar-Gärten, eines mehrerer Projekte solidarischer Vertragslandwirtschaft. wwder NetzBon, lokale Währung für eine lokale, soziale und ökologische Ökonomie in allen Urban-Agriculture-Basel-Projekten und rund 130 Basler Betrieben. Der UANB-Vorstand ist eine engagierte und bunt gemischte Gruppe, der unter anderem leidenschaftliche Gärtner/innen, kompetente Biologen/innen, zwei emeritierte Professoren, ein auf IT-spezialisierter Geisteswissenschaftler, eine Künstlerin und Projekt-Spezialistin, eine Lehrerin und dreifache Mama, eine Texterin, ein passionierter Autodidakt in Ausbildung und eine Expertin für ­interkulturelle Kommunikation angehören.

Seite 92 // bauRUNDSCHAU

Als Stadtmenschen wissen wir wenig da­ rüber, wie und mit welchen Konsequenzen unsere Lebensmittel hergestellt werden. Muss das so sein? Lassen wir unsere Fantasie spielen. Was wäre, wenn die Städte zu Gärten würden, und wir uns als Städter zu Gärtnern entwickeln? Wenn in den privaten und öffentlichen Grünräumen Obstbäume stehen, sodass wir die Apfelsaison erleben können und nicht nur die Apfelaktion im Supermarkt? Wenn Gemüse wächst in den städtischen Blumenbeeten, sodass alle wissen, wie eine Brokkolipflanze aussieht, bevor sie in Plastik verschweisst im Regal landet? Wenn wir Pilze züchten im Keller und Bienen halten auf dem Dach, wenn wir im Hinterhof Abfälle kompostieren und zwischen den Häuserzeilen Gemüse kultivieren? Wenn wir anfangen, uns für ­unsere Lebensmittel zu interessieren und Beziehungen aufbauen zu jenen, die sie produzieren? Meine Salate, so viel ist sicher, würden nie mehr die gleichen sein.

VORURTEILE WIDERLEGEN In Diskussionen schimmern immer wieder zwei Vorurteile durch. Nein, bei uns muss nicht jeder Landwirt oder Gärtnerin werden. Es geht in erster Linie um einen Lernund Kommunikationsprozess, bei dem am Ende ein kulinarisches Erlebnis steht. Und zweitens geht es bei uns nicht um das Befördern einer abgeschlossenen Subsistenz­ wirtschaft. Wir wollen nur eine andere ­Globalisierung. Auch uns schmeckt Olivenöl aus Spanien. Es kommt aber in Bioqualität aus einer genossenschaftlichen Kooperative, die wir kennen.

BASTIAAN FRICH hat die Leitung der Koordinationsstelle Urban Agriculture Netz Basel inne. www.urbanagriculturebasel.ch www.facebook.com/urban.agriculture.basel


URBAN AGRICULTURE IST MÖGLICH von Manuela Zeller

U

rbane Gärten sind eine Lösung für zwei dringende städtische Probleme: Sie sind ein Ort, an dem man einerseits etwas über Lebensmittel lernen kann und andererseits etwas über seine städtischen Mitmenschen. Sie können ein Lernund Kommunikationsraum sein. Bisher wurden wir dazu erzogen, bei den Lebensmitteln vor allem auf den Preis zu achten. Vor der Kasse wollen wir die Welt verändern, und an der Kasse zählt dann nur der Preis. Um diesen Widerspruch aufzulösen, helfen nur neue Realitäten, in denen wir ganz praktische Erfahrungen ­machen können. In den urbanen Räumen der Schweiz gibt es nicht viele Plätze, an denen man sich über Sprachgenerationenund Milieugrenzen hinaus begegnen kann. Das wollen wir von Urban Agriculture ändern.

Aber im Garten kann man nicht nur Menschen, sondern auch Pflanzen und Tieren begegnen. Ja, auch das ist wichtig. Lebens­ mittelproduktion ist eine der grössten globalen Herausforderungen der Gegenwart. Nachdem jahrzehntelang der Preis im Vordergrund stand, ist die Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt Normalität geworden. Das Thema lädt ein zum Mitdenken, Mitdiskutieren, Stellung beziehen. Im Garten zu arbeiten, verändert die eigene Perspektive radikal. Zu spüren, wie viel Energie und Aufmerksamkeit notwendig ist, um nachhaltig Gemüse anzubauen, hat Einfluss darauf, wie viel uns (Bio-)Gemüse wert ist; sich um gesunden, lebendigen Boden zu kümmern, ändert das Verhältnis zu chemischen Düngemitteln.

Städtische Gärten oder essbare Pflanzen in der Stadt sind nicht selbstverständlich. Das Bedürfnis nach Gärten und nach essbaren Pflanzen in der Stadt kann, beziehungsweise muss, schon vom ersten Planungsschritt an ­mitgedacht werden. Der Verein Urban Agriculture Basel begeistert und begleitet Verwaltungsräte, Geschäftsleitungen, Siedlungsgenossenschaften, Bauherren, Private. Bereitet den Weg, um direkt und vor Ort Verantwortung für die eigenen L ­ ebensmittel zu übernehmen. So können Hochbeete in der Alterssiedlung entstehen oder Gemeinschaftsgärten in Wohngenossenschaften oder auf städtischen Brachen. Neben spektakulären Liebesgeschichten So schliessen sich Liegenschaftsbewohund filmreifen Freundschaften findet in ner/innen zu einem solidarischen LandManuela Zeller ist Vorstandsmitglied des Urban Agriculture Netzwerk Basel den Basler Gemeinschaftsgärten aber wirtschaftsprojekt zusammen. So können auch alltäglicher wertvoller Austausch in Parks Obstbäume gepflanzt werden, statt. Asylsuchende diskutieren mit Alteingesessenen über die Rabatten mit essbaren Stauden bepflanzt und auf Dächern Bienen gehalten werden. Für eine gesunde Beziehung zu unserem beste Art, Rüebli anzupflanzen. Sand oder kein Sand? Eine Essen UND zu unseren Mitmenschen! Unterhaltung mit Händen, Füssen und vielen Fragezeichen. Am Schluss werden beide Varianten g ­ etestet, Resultate liegen noch keine vor. Das ist jetzt keine romantische Anekdote, ­sondern gelebte Praxis. Eine gemeinsame Sprache, ähnliches MANUELA ZELLER Bildungsniveau oder gleiche Altersgruppe waren noch nie Voraussetzung, um erfolg­reich gemeinsam zu gärtnern, zu pflanzen, ist Vorstandsmitglied des Urban Agriculture Netzwerk Basel zu jäten, zu ernten, zu kochen, zu essen und letztendlich Freundschaften zu schliessen. www.urbanagriculturebasel.ch Zum Beispiel im Rahmen eines Gemeinschaftsgartens. Springen wir gleich in die Praxis. Vor etwa einem Jahr hat eine ältere Stadtgärtnerin im Basler Gemeinschaftsgarten Landhof mit einem aufgeweckten Jungen, der jeweils am Mittwoch mit seiner Mutter in den Garten kam, Freundschaft geschlossen. Und da der Junge keine Oma hatte und die Stadtgärtnerin keinen Enkel, haben sich die beiden nach einer Weile quasi «adoptiert». Darüber freuen sich nicht nur Wahl-Enkel und Wahl-Oma, sondern auch die entlastete Mutter.

Ausgabe 02/2016 // Seite 93


UMWELT & TECHNIK

HÖCHSTE QUALITÄT PARTNER FÜR DIE ENERGIE- UND TELEKOMMUNIKATIONSBRANCHE Netzbau in den Bereichen Energie, Telecom, Verkehr: das ist Arnold. Innovativ, erfahren und motiviert erbringen wir täglich schweizweit umfassende Gesamtdienstleistungen. Unser Einsatz steht ganz im Dienst unserer Kunden: Dank prozessorientiertem Vorgehen profitieren Sie von hoher Wirtschaftlichkeit, seriöser Termintreue sowie der kurzfristigen Skalierbarkeit unserer Ressourcen.

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ir sind schweizweit in der Nähe unserer Kunden an insgesamt 19 Standorten und Stützpunkten. Mit der Erfahrung von fast 70 Jahren verfügen wir über Know-how und Flexibilität und bestechen durch Kundennähe und kompromisslose Qualität. Die vielfältigen Herausforderungen, die sich aus dem Wandel in der Energiebranche, dem Generatio­nenwechsel der Telekommuni-

kationsnetze sowie den wachsenden Bedürfnissen nach Mobilität und Sicherheit im Verkehr auf Strasse und Schiene ergeben, lösen wir konsequent und routiniert. Bei Arnold nehmen wir unsere soziale und ökologische Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt ernst. Dafür halten wir nicht nur alle relevanten Gesetze, Normen und Arbeitsstandards vorbehaltlos ein, sondern wir verbessern stetig und

systematisch unsere Umweltleistung sowie unsere Arbeitsweise. Den 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen modernste Arbeitsmittel zur Verfügung. Sie bilden sich permanent weiter, sind kompetent und motiviert. Es ist unser Ziel, durch Professionalität höchste Qualität zu erreichen. Wir verfolgen eine langfristig orientierte Geschäftsstrategie, der marktwirtschaftliches, kundenorientiertes Denken zu Grunde liegt. Effizienz erreichen wir auch dank unseren kurzen Entscheidungswegen. Nicht nur unsere Kunden entwickeln sich, auch wir entwickeln uns weiter, um die Be­ dürfnisse stets optimal zu decken. Aus die­ ­sem Grund haben wir uns im Frühjahr 2016 entschieden Aktionärin der Arpe AG zu werden und erweitern damit unser neues Geschäftsfeld im Bereich «Wasser». Mit der Arpe AG hat die Arnold-Gruppe einen kompetenten, schweizweit agierenden Partner gefunden. Die Arpe AG ist ein Schweizer Pionier im Bereich der grabenlosen Kanalsanierung, sowohl im RoboterBereich als auch in der Anwendung des Inliner-Verfahrens. Dieser Schritt verdeutlicht die klare Strategie und Aus­ richtung der Arnold-Gruppe: der klare Fokus auf umfassende Dienstleistungen im Infrastrukturgeschäft! Wir sind überzeugt, unsere Kunden werden von dieser neuen Partnerschaft nachhaltig profitieren. Wir freuen uns darauf, zukünftig Partner in allen Bereichen von Energie, Telecom, Verkehr und Wasser zu sein.

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Interviews Andreas Meyer Primavesi Andreas Merz Barbara Lämmli Bruno Kiser Dieter Lämmli Judith Gmür-Stalder Martin Vesper

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AUSGABE 02/2016

GRÜNES WOHNEN | ZUKUNFTSKONZEPTE | EFFIZIENTES BAUEN | KOMFORTWOHNEN

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Autoren Bastiaan Frich Celine Berger Dr. Claudia Schwalfenberg David Stickelberger Georg Lutz Lienhard Tribelhorn Lone K. Halvorsen Marlies Segenreich Manuela Zeller Manuel Marzorati Michael Meuter Reto Bernet Roland Eggspühler Stefan Aebi Stefan Brink Tobias Franzke

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VORSCHAU Bilder Architekturfotografie Lilli Kehl Arnold Bauteilbörse Berger swissFineLine BSH Hausgeräte Corinne Cuendet, Clarens / LIGNUM David Glomb digitalSTROM Feuerring Hans Eisenring Küchenbau Inform Möbelsysteme Lignaplan, Waldstatt / LIGNUM Lämmli Architektur Marcelo Villada Ortiz Markus Guhl Martin Mai Photography Messe Frankfurt Exhibition Meyer Dr. Michael Fladung Minergie Reinhard Fiedler Richard Brink Silvedes Trivent Urban Agriculture Netz Basel VELUX Schweiz VS Vereinigte Spezial­möbelfabriken

Jahresabo Vier Ausgaben CHF 19.– Einzelpreis CHF 5.90 Kontaktieren Sie uns gerne: info@prestigemedia.ch

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Anfang August erscheint die nächste Ausgabe von bauRUNDSCHAU Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda: Leuchtturmprojekte in der Schweiz Vorstellung von wegweisenden Projekten Chancen und Risiken Die Nutzung von Geothermie Luft nach oben Gebäudeerneuerung und Ausbau Gegensteuern Gefährdungen für das Grundwasser Smart Grid und mehr Energiegewinnung der Zukunft Neue Dimensionen Einsatzmöglichkeiten von Holz


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GEMEINSAM VORSPRUNG GESTALTEN steiner.ch

Der Umgang mit wertvollen Ressourcen bestimmt unsere Zukunft. Nachhaltigkeit ist deshalb für Steiner eines der wichtigsten Kriterien bei der Entwicklung und Realisierung von Immobilien. Dabei zählt jedes Detail. Um Lösungen zu gestalten, die Bedürfnisse heutiger Generationen erfüllen, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden. Und die es auch morgen noch ermöglichen, gemeinsam Vorsprung zu gestalten.

bauRUNDSCHAU 02/2016  
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