VINSCHGER GESELLSCHAFT
Auftakt mit „Domme“ Bau des Rambach-Kraftwerks hat begonnen.
Gruppenbild in der Nähe der Baustelle. LAATSCH - Innerhalb von nur 8
Arbeitsmanöver durchführte. Monaten soll das Wasserkraft- Neben Michael Auer freuten werk Rambach errichtet werden. sich auch Klaus Mair, FirmenFührt man sich vor Augen, dass inhaber der Mair Josef & Co. dieses Vorhaben eine 30-jährige KG, und Walter Gostner, der Vorgeschichte hinter sich hat, Präsident der Rambach Konist das nur mehr ein Pappenstiel. sortial GmbH, über den Besuch Mit dem Aushub der Grube in von „Domme“. Beim Bau des der Nähe des Sportplatzes in Kraftwerks sind viel Know-how, Laatsch, wo das Krafthaus ent- großer Einsatz und modernste steht, wurde unlängst begon- Maschinen gefragt. Nicht unnen. Zum offiziellen Auftakt der erwähnt ließ Walter Gostner Arbeiten, die zum Großteil von in seinem kurzen Rückblick auf der Firma Mair Josef & Co KG die Entstehungsgeschichte des ausgeführt werden, konnte am Kraftwerks, „dass man viel ge9. Oktober der Skistar Dominik stritten hat und dass auch Feh„Domme“ Paris auf der Baustelle ler gemacht wurden.“ Jetzt aber begrüßt werden. Es war das Kol- gelte es, den Blick nach vorne legium der Bauunternehmer, das zu richten: „Wir haben uns vorunter seinen Mitgliedsbetrieben genommen, das Kraftwerk am einen Besuch des Skistars auf ei- 31. Mai 2020 in Betrieb zu nehner Baustelle verlost hatte. Heuer men.“ Mit dem Rambach-Werk fiel das Losglück auf die Firma können sich die Gesellschafter, Mair Josef & Co. KG. „Wir wol- bei denen es sich ausschließlich len mit dieser Initiative zeigen, um öffentliche Körperschaften dass es auf unseren Baustellen hochmodern zugeht und dass viele interessante Berufsmöglichkeiten geboten werden“, sagte Michael Auer, der Präsident des Kollegiums der Bauunternehmer. Das Kollegium pflegt schon seit einigen Jahren eine enge Partnerschaft mit dem 16-fachen Weltcup-Sieger und Super-G Weltmeister Dominik Paris. Dass „Domme“ vor seiner Karriere als Skirennläufer selbst auf dem Bau gearbeitet hatte, stellte er beim Baustellen-Besuch unter Beweis, indem er sich kurzerhand in die Baggerkabine setze und einige „Domme“ als Baggerfahrer 16
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handelt, eine dauerhafte Einnahmequelle sichern, auch wenn es momentan keine staatlichen Förderungen gibt. Außerdem sei das Kraftwerk als weiterer Baustein im Besterben nach noch mehr Energieautarkie im Obervinschgau anzusehen. Hinzu komme, „dass wir eine erneuerbare Energiequelle nutzen.“ Die ins Auge gefasste Jahresproduktion beläuft sich auf ca. 21 Millionen kWh. Das entspricht in etwa dem Strombedarf von 14.000 Haushalten. Von der Produktion her wird das Werk in etwa doppelt so viel Strom erzeugen wie das Puni-Kraftwerk. Vergleicht man es mit dem Reschenstausee, ist es rund ein Zehntel. Wie Gostner erklärte, wird das wasserwirtschaftliche Potential des Rambachs mit dem Bau des Werks bei weitem nicht voll ausgeschöpft bzw. ausgereizt: „Es
wird das ganze Jahr über viel Restwasser fließen.“ Die Wasserfassung erfolgt in der Nähe der Staatsgrenze zur Schweiz. Das Wasser gelangt dann über eine etwas mehr als 6 Kilometer lange Druckrohrleitung zum Krafthaus. Die Rohre, die einen Durchmesser von 1,2 Meter haben, werden zum Großteil neben der Radwegtrasse verlegt. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 14 Millionen Euro. Getragen bzw. aufgebracht werden sie anteilsmäßig von den Gesellschaftern der Rambach Konsortial GmbH. Es sind dies die Gemeinde Taufers im Münstertal (39%), die Gemeinde Mals (27%), die Gemeinde Glurns (20%), die Fraktion Laatsch (8%), die Gemeinde Schluderns (3%) und die SEG, Schluderns-Glurns Energie Genossenschaft, (3%). SEPP
Walter Gostner, Michael Auer, Dominik „Domme“ Paris und Klaus Mair (v.l.)