VINSCHGER THEMA
„Die Vinschger müssen Vinschger wählen“ Was im heurigen Wahljahr besser werden soll: SVP-Bezirksobmann Albrecht Plangger und seine Stellvertreterin Irmgard Gamper im Interview. VINSCHGAU - Quo vadis SVP-Vinschgau? Eine Frage, die sich heuer angesichts der Landtagswahlen im Herbst freilich stellt. Eine Frage, auf die „Abi“ Plangger – der Mann aus dem oberen Vinschgau - und Irmgard Gamper – seine Stellvertreterin aus Latsch - im der Vinschger-Interview Antworten suchen. Sie sind sich jedenfalls sicher: Mit etwas mehr Tal-Patriotismus und Selbstbewusstsein hätte es der Vinschgau in der Hand zwei Landtagsabgeordnete zu stellen. Die beiden SVP-Funktionäre über gemachte Fehler, Enttäuschungen, Ziele, mögliche Strategien und vieles mehr.
Noggler schaffte den Sprung in den Landtagswahlen 2018 sind wir mit der Landtag. Dort blieb für ihm das Amt Nachnominierung von Maria Herzl aus des Landtagspräsidenten, einen Lan- Stilfs in den August reingekommen. So desrat stellte der Vinschgau aber etwas darf diesmal nicht mehr passieren. nicht. Was ist heuer drin? Der Kandidat und die Kandidatin sollen im ALBRECHT PLANGGER: Das Ergebnis damals März feststehen.
war nicht zufriedenstellend, keine Frage. Das Ziel diesmal ist klar. Wir wollen 2 Vinschger in den Landtag bringen. Einer oder eine sollte in die Landesregierung kommen. Das war zuletzt das ganz große Manko. Wenn man politisch mitreden und dabei sein will, dann bräuchte es mindestens zwei im Landtag. Dann ist alles anders. Allein ist man immer schwach. Zu zweit ergänzt man sich und kann dann viel der Vinschger: Herr Plangger, einige besser arbeiten. Monate nach den Parlamentswahlen. IRMGARD GAMPER: Es braucht eine Person Haben Sie die persönliche Enttäu- aus dem Vinschgau in der Landesregierung. schung überwunden? Dann kann man die Vinschger Themen viel ALBRECHT PLANGGER: Die letzten Monate prominenter und gewichtiger platzieren. waren noch relativ arbeitsintensiv. Bis An- Das muss das Ziel sein. Da sind wir uns in fang Dezember hatte ich durchaus etwas der Vinschger SVP alle einig. Stress. Es galt Akten zu holen, zu ordnen und noch einige Dinge in Rom zu erledigen. Wann startet der Vinschgau in den Dabei kam ich mir schon oft auch wie be- Wahlkampf? stellt, aber nicht abgeholt vor. Ich sagte mir, ALBRECHT PLANGGER: Wir wollen so früh du musst ja was „gscheides“ tun, nicht nur wie möglich die Kandidaten haben. Mit hier das Archiv einrichten und aufräumen. Ende Jänner galt es in der Bezirksleitung Die Enttäuschung war da, ist aber jetzt Vinschgau die „Marschroute“ zu beschlieüberwunden, ja. Meine Arbeitsbereiche ßen. Jetzt sollen vor allem Kandidatenvorhabe ich den Kollegen in Rom weitergege- schläge auf den Tisch. Mit all diesen werden ben. In die wichtigen Vinschgau-Themen wir als Bezirksführung dann umgehend bin ich nach wie vor voll involviert, nun persönlich reden und sie zum Mitmachen halt nicht mehr als Parlamentarier, son- bei den Vorwahlen motivieren. Wir möchdern auf einer sehr viel niedrigeren Stufe ten, dass die Wähler bei der Vorwahl eine als Vinschger SVP-Obmann. Es gilt nach echte „Auswahl“ haben. Der Vinschgau als vorne zu blicken, schließlich stehen heuer politischer Bezirk stellt laut Parteistatuten die Landtagswahlen an. schlussendlich eine Kandidatin und einen Kandidaten. Das steht schon jetzt fest. Ich Sie haben es angesprochen. Im hoffe, dass es mehrere Bewerber/innen sind, Herbst wählt Südtirol den neuen somit könnte man schon bald anständige Landtag. Die letzten Landtagswah- Vorwahlen machen und viele Wähler in len waren enttäuschend, nur Sepp den Auswahlprozess einbinden. Bei den
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DER VINSCHGER 02/23
Die Bauern wählen bereits ihre Kandidaten. Darunter auch Sepp Noggler. Die Ergebnisse der Vorwahlen sollen am 3. Februar bekannt gegeben werden. Wie reagiert der Vinschgau? IRMGARD GAMPER: Ab dann wird sich
auch bei uns im Bezirk mehr tun und vielleicht alles konkreter. Bisher werden offiziell keine Namen gehandelt, außer eben Sepp Noggler. Da schauen wir, wie es ausgeht, er dürfte sich so oder so dann um einen Platz auf der Bezirksliste bewerben. Die SVP-Frauenleitungen der Bezirke Vinschgau und Burggrafenamt haben auf einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag, 24. Jänner ihre insgesamt 7 Bürgermeisterinnen - davon mit Verena Tröger und Roselinde Gunsch Koch 2 aus dem Vinschgau - als Wunschkandidatinnen vorgeschlagen. Aber natürlich kann darüber hinaus jede und jeder aktiv Kandidatinnen und Kandidaten suchen und Vorschläge einbringen. Sollte es dann mehrere Bewerber und Bewerberinnen für die zwei Vinschger Plätze geben, dann geht es in die Vorwahl. Könnte es auch einen unabhängigen Kandidaten geben? ALBRECHT PLANGGER: Vieles ist möglich. Der
Kandidat oder die Kandidatin muss sicher kein alteingesessenes Parteimitglied sein. Aber er oder sie sollten die Werte der Südtiroler Volkspartei tragen und auch bereit sein, in der Partei Mitglied zu werden - bei einer etwaigen Kandidatur.