Am Limit, aber voll engagiert

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Dickes Dankeschön an das Weiße Kreuz Sulden

Gruppenbild mit einem Teil der Geehrten (v.l.): Hubert Horrer (Ausschuss), Dienstleiter Fabian Paulmichl, Anna Reinstadler, Vizebürgermeister Armin Angerer, Katherina Horrer, Andreas Zeidler, Klaus Schöpf, Alex Mazzone und Sektionsleiter Franz Heinisch. SULDEN - Nach zweijähriger Corona-Zwangspause konnte die Sektion Sulden des Weißen Kreuzes am 30. April wieder zu einer Jahreshauptversammlung in Präsenz einladen. Den Auftakt der Versammlung, die im Zivilschutzgebäude stattfand, bildeten die Neuwahlen. Der langjährige Sektionsleiter Franz Heinisch, Bürgermeister der Gemeinde Stilfs, hatte sich bereit erklärt, diese Aufgabe für eine weitere Periode zu übernehmen. Er wurde ebenso einhellig gewählt wie der 5-köpfige Ausschuss. Diesem gehören weiterhin Jakob Hofer, Hubert Horrer und Katherina Horrer an. Sarah Crazzolara und Matthias Abler sind neu im Ausschuss. Den bisherigen Ausschussmitgliedern Sandra Paulmichl und Paul Moser wurde für ihre Mitarbeit gedankt. Einstimmig bestätigt

wurde auch die Jugendleiterin Anna Reinstadler. Derzeit zählt die Sektion über 40 Freiwillige, 4 Festangestellte sowie 20 Jugendliche und 8 Betreuer. 2021 wurde zu 204 Einsätzen ausgerückt. Die Zahl der Transporte belief sich auf 1.225, jene der freiwillig geleisteten Stunden bei Transporten und Einsätzen auch 15.723. Der WK-Bezirksleiter Daniel Volpi (Burggrafenamt/Vinschgau) und Gottlieb Oberprantacher vom WK-Landesvorstand lobten die Tätigkeit der Sektion und freuten sich im Besonderen über die starke Jugendgruppe. Im Namen der Gemeinde bedankte sich Vizebürgermeister Armin Angerer beim gesamten Team des Weißes Kreuzes Sulden. Er kündigte an, dass das Zivilschutzgebäude, in dem neben dem Weißen Kreuz auch die Feuerwehr und die Bergeret-

Mit Gesamtkosten von ca. 1,3 Millionen Euro soll das Zivilschutzgebäude in Sulden außen und zum Teil auch innen saniert und komfortabler gestaltet werden.

tung unterbracht sind, saniert und zum Teil neu eingerichtet und komfortabler gestaltet werden soll. Das Gebäude wurde zwar erst 2002 bezogen, doch es wurden schon zu Beginn Baumängel festgestellt. Dem Bürgermeister und Vizebürgermeister war es im Herbst 2021 gelungen, binnen kürzester Zeit ein Sanierungsprojekt auf den Weg zu bringen, um in den Genuss von Geldmitteln zu kommen, die über den Nationalpark ausgeschüttet werden. Die Sanierung kostet insgesamt ca. 1,3 Millionen Euro. „80 Prozent werden über den Nationalpark finanziert und 20 Prozent übernimmt die Gemeinde“, so Angerer. Heuer soll die Planung erfolgen. Den Baubeginn stellte der Vizebürgermeister für 2023 in Aussicht. Mit Gruß- und Dankesworten warteten auch Feuerwehrkomman-

dant Oliver Mattivi sowie Klaus Reinstadler im Namen der Bergrettung und der Fraktion Sulden auf. Franz Heinisch bedankte sich beim gesamten Team der Sektion, bei den Mitgliedern, der Patin Christine Dosser sowie bei allen anderen Rettungsorganisationen für die gute Zusammenarbeit. Beim abschließenden Abendessen im „Panorama“ wurden Freiwillige geehrt. 6 davon hätten die Urkunden schon 2020 bekommen sollen, was pandemiebedingt aber nicht möglich war: Ivana Gutwenger (25 Jahre), Alexander Angerer und Andreas Zeidler (jeweils 15) sowie Alex Mazzone, Dominik Hell und Katherina Horrer (jeweils 10). Die für das Jahr 2021 Geehrten heißen Edmund Wolfgang Paulmichl (35), Klaus Schöpf (15) und Anna Reinstadler (10). SEPP

AUFGESPÜRT & AUSGEGRABEN (84)

Heute Transportwesen, gestern Stechuhren Das SAD-Enthüllungsbuch, das in Südtirol derzeit in aller Munde ist, wird in manchen Medien selten mit seinem Titel erwähnt. Auch die Autorennamen werden gerne verschwiegen. Es erinnert ein wenig an Harry Potter und seinen Widersacher, dessen Namen nicht ausgesprochen werden darf. In Anlehnung daran könnte man von „Du weiß schon welches Buch“ oder „Das Buch, dessen Name nicht genannt werden darf“ sprechen. Der Skandal um abgehörte Telefongespräche und mutmaßliche politische Mauscheleien beschäftigt die Öffentlichkeit sehr, dabei haben wir in den vergangenen Jahrzehnten schon einiges serviert bekommen: die Affäre um die Landesenergiegesellschaft SEL, die verfälschten Urinproben von Alex Schwazer, der gekreuzigte Frosch im Museion, die Rentenreform mit den üppigen Vorauszahlungen, die Millionenverluste der Südtiroler Sparkasse, und, und, und. Auch „schön“, aber etwas in Vergessenheit geraten, ist der Rechnungshofskandal. Im Herbst des Jahres 2000 wurden dort acht Angestellte suspendiert und in den Hausarrest versetzt. Was war passiert? Zunächst hatten sie mit ad absurdum geführten Interpretationen des Dienst-

rechts ein effizientes Arbeiten boykottiert. Nach dem Motto: Briefmarken aufkleben? Nein danke. Dafür sind wir überqualifiziert. Hinzu kam noch, dass sie systematisch die Stechuhr manipulierten, um sich zum Beispiel in Venedig mit Fischessen zu vergnügen. Als sie vom Leiter der Kontrollsektion darauf aufmerksam gemacht worden waren, dass sie die Pflicht hätten, am Arbeitsplatz zu sein, wenn sie dafür bezahlt werden, endete das in einer Beschimpfung. Einer der Beschuldigten rechtfertigte die außertourlichen Vergnüglichkeiten später mit dem „Argument“, am Rechnungshof gäbe es „eh nichts zu tun“. Ende des Jahres wurde die Suspendierung von sechs der acht Beschuldigten allerdings wieder aufgehoben. Die restliche Aufregung ist dann recht schnell verflogen – wie immer bei medienZ wirksamen Skandalen.

DER VINSCHGER 09/22

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